Latest / SOMMELIER / Maximilian Wilm - So viel mehr als „nur“ ein Weinwettkämpfer
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- 0:00Ja, mein Name ist Karl-Heinz Hauser. Ich bin der ehemalige Betreiber des Sylbergs mit dem
- 0:18daran hängenden Restaurant "Steven C's", in dem Maximilian Wilben damals Somniewa,
- 0:24Somniewa, ein Restaurantleiter und ich kann nur sagen, ein unglaubliches Talent. Ich habe ihn vor vielen
- 0:30Jahren aus Wien, Palekowburg, zu uns nach Hamburg geholt und zunächst war er wirklich noch ein junges
- 0:37Börscherl und hat aber schon wahnsinnig viel Erfahrung mitgebracht aus dem Palekowburg und
- 0:43die Challenge dann bei uns Restaurantleiter und Somniewa war sicherlich zu seiner Zeit besonders,
- 0:50aber er hat das wahnsinnig gut gemacht, hat meinem Weinkeller nochmal unglaublich viel Wertigkeit
- 0:57dazu gebracht, viele tolle Sachen eingekauft. Wir hatten den Plan mindestens 1000 Positionen auf
- 1:03der Weinkelle zu haben und Maximilian Wilben hat das perfekt gemacht. Ich habe heute noch viel
- 1:07Freude an den tollen Wein, die ihr damals gekauft habt, die heute auch sehr wertvoll sind und was
- 1:13ich noch zu ihm sagen will, ist, dass er ein unfassbares Talent hat, Weine mit den Speisen zu
- 1:19kombinieren. Wir haben oft genug mal hier und da in Glas probiert, wo ich gesagt habe der Wein
- 1:24alleine, oh, moah, kann man machen und am Ende des Tages aber mit dem Gericht ist es perfekt
- 1:29war und das ist wirklich eine seiner großen Gaben, da wirklich zu wissen und zu schmecken und zu
- 1:35riechen, was muss ich jetzt von Wein hier entsprechend dazu grünen und natürlich auch ein
- 1:42unglaubliches Talent, was er hat und ein Geschmack auch und wirklich auch eine unglaublichen Ehrgeiz,
- 1:48deswegen ist er auch bester Sommerje Deutschlands geworden, glaube ich, das hat schon seinen Grund,
- 1:53weil er einfach ein unglaubliches Talent hat und aber auch als Mensch sehr wertvoll ist und wir
- 1:59hatten sehr viel Spaß, also ein großartiger Wurstschirm. Ich wünsche mir auch für die Zukunft
- 2:03wahnsinnig viel Glück und Erfolg.
- 2:05Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten
- 2:32Munchenke unserer Zeit. Mein heutiger Gast kommt aus Hamburg und Zvieren ein Begriff durch seine
- 2:37zahlreichen Auszeichnungen und Titel. Zweifach bester Sommelier jedes Jahres, von der Frankfurter
- 2:42Allgemeinzeitung im Jahr 2022 und vom Aralschlämmeratlas im Jahr 2021. Teilnahme an der Weltmeisterschaft,
- 2:50sechsplatzierte, beim internationalen Ausscheid zum besten Sommelier Europa und Afrikas, bester
- 2:55Sommelier Deutschland 2019, zweit bester 2017, Gewinner des German Rosa Cup 2019, Gewinner
- 3:03des Sommelier Cup der Schädenrotszir, Gewinner des DWE Sommelier Cup im Jahr 2020 und einmal
- 3:09zweiten, einmal drittpartizierter in den Jahren 2015 und 2016. Aber natürlich ist er auch hauptberuflich
- 3:16Sommelier, Restaurantmanager und Sommelier in Kienfeldskitzen und Wein in Hamburg und das schon
- 3:21seit sechs Jahren. Zuvor über fünf Jahre, Restaurantmanager und Sommelier im Restaurant
- 3:26Seven Seas im Zylbeck in Hamburg. Er vorbegleitet er für zwei Jahre eine der größten, umfangreichsten
- 3:32und spektakulärsten Weinkarten dieser Welt im Palais Koburg in Wien, war im interkontinentalen
- 3:37Berg des Garten und im Crown Blaser in Heidelberg tätig. Und so ganz nebenher hat er ein eigenes
- 3:41Podcastformat, das "Saufgesammel". Und umso mehr freue ich mich, dass er in seiner knappen Zeit
- 3:46heute Zeit für uns gefunden hat und hier und heute unser Gast ist. Herzlich willkommen lieber
- 3:50Maximilian Willen.
- 3:51Ein herzliches Dankeschön dem Supporter, dem Begleiter, dem Unterstützer dieser heutigen
- 4:00Podcastepisode, dem Weingut Anselmi. Jede, der sich irgendwie einigermaßen in dieser
- 4:06Weinwelt souverin bewegt, ist natürlich so aber ein ganz großer Begriff. Und Sinnbild für
- 4:12einen der typischen Weine Italiens ist das Familie im Weingut Anselmi. Das Interessante für uns
- 4:17Weinfreunde, Wein Nerds, Sommys, Weinfreaks ist immer, wenn man sich mit einem Weingut
- 4:22beschäftigt, zu erkennen, wie viel Geschichte und wie viele Geschichten in einem solchen
- 4:27Weingut stecken. So auch im Hause Anselmi. 1975 kehrte Roberto Anselmi nach dem Studium in
- 4:35seine Familie und ins Familienweingut zurück, was zum Werk seines Lebens werden sollte. Das
- 4:40Weingut wurde bereits von seinem Vater, Almarino Anselmi, 1948 gegründet. Damals ohne Land,
- 4:47ohne Weinberge, baute er einen Keller und füllte ausschließlich gekaufte Weinerart. Doch Roberto
- 4:53Anselmi wollte an die Geschichte seines Großvaters, der in den 20er und 45er Jahren ein außerzeichnender
- 4:59Winzer gewesen war und leider in der mit dem Weltkrieg verbundenen Wirtschaftskrise
- 5:03gezwungen war, alle Weinberge zu verkaufen, anknüpfen. Roberto träumte von Anfang an davon,
- 5:08die Weinberge seines Großvaters zurückzukaufen, ein hochwertiges Weingut zu erschaffen und die
- 5:13besten Weine der Region zu kältern. Das ist ihm gelungen. Zuerst pachtete er 1978
- 5:19Reepflächen und kaufte dann auf einem großen Hügel, der schon immer für die Herstellung
- 5:24hochwertiger Weisweine bestimmt war, sein erstes Land. Sein Traum wurde wahr und das große
- 5:29Abenteuer begann. Heute sind neben Roberto seine Kinder, Tomaso Mkeller und Lisa als Bindeglied
- 5:36zwischen dem Unternehmen und dem Markt tätig. Eigentlich liegt das Weingut von Roberto Anselmi
- 5:40in den höchstgelegenen Zonen der SOA-WDOC. Doch weil die Preise, der aus diesem Herkunftsgebiet
- 5:45stammenden Weisweine stetig sanken und ihre Qualität weiter nachließ, beschloss der Winzer aus
- 5:49Montforte der Alporn, dem SOA-Wekonsortium zur Jahrtausendwende Leibwohl zu sagen. Der eigenwillige
- 5:54Gutsbesitzer ist kein Freund von Kompromissen. Er setzt in seinen Weinbergen am Mordeforscarino
- 5:59und in anderen wichtigen Anbauzonen auf niedrige Erträger und zieht der traditionellen Pergolaerziehung
- 6:05eine dichte Spalierpflanzung vor. Das Ergebnis sind unterschiedliche Weintüpen, die das
- 6:10Terror auf den Hügeln nahe Verona optimal widerspiegeln. Die von Roberto zu Mais aus
- 6:15Gaganega, Gekelderten und als Veneto IGD unter dem Lagen am vermarkteten Abfüllung,
- 6:20setzten auch nach seinem Verzicht auf die Ursprungsbezeichnung Marschstäbe. Ein wesentlicher Grund,
- 6:25Roberto gibt auf den kalkhaltigen und vulkanischen Bödenstatten Masse der Klasse den Vorzug.
- 6:31Die im Weinberg und im optimal ausgerüsteten Keller geleisteten vorbildliche Arbeit wachte
- 6:36dem Winzerbetrieb aus dem Veneto den Ruf eines Jovels in der italienischen Weinlandschaft ein.
- 6:42Heute überzeugt das Trio wegen der sehr großen Weinwissens von Roberto immer wieder durch kluge
- 6:47Handlungen mit Weitblick, die gängigen Vorstellungen oft widersprechen und sich nicht zuletzt äußerst
- 6:52Vorteilhaft auf die Produktion der komplexen und fruchtigen Gutsweine auswirken. Der dynamisch
- 6:58Winzer hat mit seiner Arbeit auch einen maßgeblichen Beitrag zur Aufwertung und Entwicklung der Anbauzone
- 7:03und der in Venezien sehr verbreiteten Weißen Gaganega-Traube geleistet. Das Weingut von
- 7:08Roberto Anzelmi war die erste Kellerei, die in Montforte de Alpone erstmals hohe Qualitäten von
- 7:14Vero-Nesa-Weißwein international bekannt gemacht hat oder heute noch trotz Austritt aus der
- 7:19Denomination eine Bezugsgröße für das Gebiet geblieben ist. Trotz des modernen Ansatz hat man
- 7:25sich niemals von den historischen Etiketten entfernt. Daher ein großes Dankeschön für dieses
- 7:30unglaubliche Engagement, für die tollen Weine und für die heutige Unterstützung bei unserem
- 7:35Podcast und ein großes Dankeschön dem deutschen Importer Conzi Vini.
- 7:39Bereust du es jemals bei der Weltmeisterschaft gemacht zu haben?
- 7:42Auf gar keinen Fall. Also das war wirklich, es war eine harte Zeit. Die Vorbereitung wirklich
- 7:49sehr, sehr intensiv mit wenig Schlaf, mit viel Arbeit, neben dem Beruf ja immer was man zu sagen
- 7:55muss und es war aber trotzdem eine grandiose Erfahrung. Es war unter dem Strich vielleicht nicht
- 8:02ganz das Ergebnis, was ich mir auch hoffte, aber es war trotzdem eine grandiose Erfahrung.
- 8:09Hattest du schon einen Plan, gesetzt dem Fall du wirst Weltmeister geworden, was da mit deinem
- 8:15Leben wäre? Ich habe natürlich den großen Vorteil gehabt, dass ich mit meinem guten Freund
- 8:22Marc Almath, der das ganze Jahr drei Jahre vorher live erlebt hat, wie man vielleicht auch etwas
- 8:27unerwartet Weltmeister wird, was da alles mit einem passiert und der, wir haben da auch drüber
- 8:33gesprochen und ich sage mal so, vielleicht hat man auch sich das so ein bisschen ausgemalt,
- 8:38wie man sich glaube ich auch mal ausmalt, wie es ist im Lotto zu gewinnen oder so, was man mit
- 8:42der Kohle dann anstellen würde, aber ich hatte jetzt keinen konkreten Plan. Also ich habe gesagt,
- 8:47ich will da hin, ich will mein Bestes geben und wenn der absolut Erfolg bei rauskommt,
- 8:52dann glaube ich kriegt man das auch gewuppt, aber mir wäre, also ich weiß nicht, was da mit mir
- 8:57passiert wäre. Nein. Aber kann man, wenn das Ding jetzt gelaufen ist? Also ich fand das super,
- 9:02mega cool, dass du es auch so live dokumentiert hast, dass du Bilder geschickt hast und uns dann
- 9:08mehr oder weniger auch mit Tranteil haben lassen konntest. Wenn es jetzt durch ist, kann man diesen
- 9:14olympischen Gedanken wirklich leben, dass man sagt, die Hu, ich war dabei oder ist die Enttäuschung,
- 9:18dass man XY geschafft hat, dann größer. Also im ersten Moment war die Enttäuschung schon groß,
- 9:28weil das erklärte Ziel war auf jeden Fall das Halbfinale, vor allen Dingen gerade auch nach der
- 9:33doch recht erfolgreichen Europameisterschaft, knapp zwei oder eineinhalb Jahre vorher war das
- 9:40schon das erklärte Ziel und ich hatte auch ein gutes Gefühl, wie ich aus dem Wettbewerb rausgegangen
- 9:46bin. Ich wusste, ich habe mein Bestes gegeben, ich hatte im Tasting ein bisschen Pech dann letztendlich.
- 9:54Was heißt Pech, wenn ich fragen darf? Na ja, es waren, die Chiriläst sich ja immer wieder neue
- 10:01Sachen einfallen bei so einem Wettbewerb. Weil mittlerweile wie in allen Bereichen, es ist ja
- 10:06alles genau dokumentiert, du kannst dir die letzten Finals auf YouTube alles angucken, du hast
- 10:11natürlich den Austausch mit den ehemaligen Kandidaten und man versucht es schon natürlich auch in
- 10:17seinen Trainings so einzubinden, was war die letzten Wettbewerbe so Sache, aber man muss sich
- 10:22schon auch bewusst machen, dass die Jurie natürlich auch nicht stehen bleibt und sich versucht
- 10:26auch weiter zu entwickeln, um den Wettbewerb natürlich auch spannend zu halten, weil wenn es
- 10:31jedes Mal das Gleiche wäre, dann könntest du sie einfach, sag ich mal, gefühlt auswendig
- 10:35lernen oder sagen wir mal der Wine Service, wenn es immer die gleiche Aufgabe wäre, dann musst du
- 10:43es halt einfach wahrscheinlich 10.000 mal trainieren und dann bist du vielleicht der Beste da drin.
- 10:46Entschuldigung und von daher lassen sich die, lässt sich die Jurie da immer wieder neue
- 10:53Sachen einfallen und früher war es einfach so, du hast bei diesen Weltmeisterschaften oder bei
- 10:59den Sommelwettbewerben oft zwei oder drei Weine hingestellt bekommen und hattest eine gewisse Zeit,
- 11:03die zu beschreiben und zu, also wie sie aussehen, wie sie riechen, wie sie schmecken und dann eben
- 11:12auch was mit dazugehört zu Sachen wie Klarsempfehlung, Temperatur, Servietemperatur, Speisenkombination,
- 11:18das kannst du alles trainieren, aber wir hatten dann bei der Weltmeisterschaft, bist du in den
- 11:23Raum reingekommen und hast sofort gesehen, oh Scheiße, hier ist was anders als normal, weil es
- 11:29standen auf einmal vier Weine vor dir und dann kam die Ansage, du hast sechs Minuten, benennen sie
- 11:36bei allen vier Weinen Rebsorte, Jahrgang, Herkunft und benennen sie die gemeinschaftliche
- 11:42Herstellungsmethode. Ja und dann ist natürlich erstmal eine neue Situation, auf die du dich vom
- 11:50Kopf hier einstellen musst, das war jetzt nicht das generell Problem, aber die Weine waren tricky,
- 11:57also ich habe es jetzt nicht mehr genau im Kopf, was es war, aber es war zum Beispiel dabei ein
- 12:01Bastada von Nipport aus dem Duru-Tal, es war irgendwas ganz Abgefahrenes aus Chile, es war ein
- 12:08sehr naturig gemachter Pinot Noir aus dem Bugund dabei und alles war relativ hell und alles war
- 12:17mit einer gewissen Gerbstoff- und Säurestruktur aber versehen, so es wirkt, ich habe dann zum
- 12:24Beispiel für mich, hatten sie alle auch so ein bisschen so was ja, bitzeliges, CO2-mäßiges,
- 12:32ich bin dann auf Maseration Carbonique gegangen, habe dann aus dem Pinot Noir ein Garmée gemacht,
- 12:37aus dem Bouchoulet, ich habe dann glaube ich, ich habe sogar Trollinger aus Württemberg bei einem
- 12:42Wein geschrieben und lag dann halt einfach daneben und ich glaube, dass es auf den Teil
- 12:48relativ viele Punkte gab, so genau weiß man das immer nicht und da habe ich halt leider sehr
- 12:53wenig Punkte gehabt, wohingegen meine Theorie sehr, sehr gut war und auch meine Praxis und von
- 12:58daher sage ich ein bisschen Pech gehabt, aber wie gesagt, ich war mit meiner Leistung zufrieden
- 13:04und letztendlich bin ich einen Platz am Halbfinale vorbei geschrampt, das ist halt super ärgerlich,
- 13:09das war super ärgerlich und ja aber um auf deine Frage zurückzukommen, also im ersten Moment war
- 13:18die Enttäuschung riesengroß, aber dann auch mit einmal schlafen und auch jetzt, ein Jahr später
- 13:22kann ich sagen, es war eine geile Erfahrung, ich kann das nur jedem empfehlen, also jetzt ist
- 13:27Florian Richter gerade, der war ja auch schon bei dem Podcast gerade in der Vorbereitung auf seine
- 13:31Wettbewerbe und ich kann nur jeden ermutigen, bei solchen Wettbewerben teilzunehmen, weil man lernt
- 13:38viele neue Menschen kennen, dieses Networking ist ein riesen Thema bei diesen Wettbewerben und es
- 13:45macht auch tatsächlich unglaublich viel Spaß. Interessanterweise, Bern Kreis jetzt gerade in der
- 13:51aktuellen Folge auch gesagt, dessen Weltmeisterschaft oder auch Obermeisterschaft ist er jetzt gefühlt,
- 13:57ich glaube 30 Jahre her, wenn ich sogar noch mehr, 92, also ein bisschen, 30 Jahre, ein bisschen drüber
- 14:04und er sagt, was er an Verbindung aus diesen Tagen und Zeiten mit noch in die heutige Zeit nehmen
- 14:12durfte, ist unbezahlbar oder unermesslich, ist das dein bis dato größter Erfolg gewesen,
- 14:20dort daran teilzunehmen oder wo warst du jemals am erfülltesten, am glücklichsten, am zufriedensten
- 14:29mit dir? Also wenn man jetzt aus dieser Wettbewerbssicht sieht, war glaube ich mein größter Erfolg,
- 14:36würde ich sagen, der Platz 6 bei der Europameisterschaft, da war ich wirklich einfach super happy mit.
- 14:42Generell muss ich sagen, ich bin mit meiner Karriere absolut zufrieden und happy und habe ja auch nach
- 14:53der Weltmeisterschaft relativ früh auch gesagt, dass das mein letzter Wettbewerb war, weil es doch
- 14:58auch einfach Zeitfresser sind und ich die Zeit jetzt gerne auch für was, für andere Projekte
- 15:04und so weiter nutzen möchte und es kam ja in den letzten Jahren auch so ein paar Auszeichnungen auch
- 15:10außerhalb von Wettbewerben mit Someliers Jahres in der FAZ oder so und oder im Schlemmer Atlas
- 15:16Someliers Jahres, also auch einfach Auszeichnungen, die deinen daily job, deinen daily business
- 15:23honorieren und von daher ich habe einen tollen Job, ich habe eine tolle Frau, ich habe ein tolles
- 15:31Team um mich rum und ich kann eigentlich im Moment nur sagen, ich bin happy wie es gerade ist und
- 15:37bin eigentlich sehr zufrieden. Du sagst Zeitfresser, wie viel Zeit, könntest du es nur annähernd,
- 15:47man kann das ja immer meistens nicht beziffern, weil es hier so ein fließender Prozess ist,
- 15:52hast du für die Vorbereitung in die Weltmeisterschaft stecken müssen? Also ich kann es ja mal kurz so ein
- 15:59bisschen umreißen wie mein Tag oder meine Tage in der Zeit davor aussahen, also die die
- 16:06Inten, also insgesamt beschäftige ich mich seit 2016 ungefähr mit Wettbewerben und mal mehr, mal
- 16:13weniger intensiv, aber als ich dann 2019 den Titel "Besser Somerier Deutschlands" geholt habe,
- 16:21kam ja relativ kurz danach dann die blöde Corona-Krise und da habe ich dann sehr viel Zeit in
- 16:30Weinbüchern verbracht, während ich bei uns im Laden gesessen habe und auf Leute gewartet habe,
- 16:35die ihre Vorbestellten essen und so weiter abholen wollen. Ich hatte da mir so ein kleines Desk
- 16:40aufgebaut, dass halt auch niemand das Restaurant betreten kann und dahinter hatte ich mir wie
- 16:44so ein kleines Schreibtisch eingerichtet, wo ich dann wirklich eigentlich von frühes um 10 bis
- 16:49abends um 8 gesessen habe und immer wieder Videos angeguckt habe, Bücher gelesen habe, aber auch
- 16:55mir so ein kleines Übungsrestaurant sage ich mal aufgebaut hatte, wo ich wirklich um die Tische
- 17:00gelaufen bin und Wein-Service trainiert habe. Das war dann eben auf die Europameisterschaft,
- 17:06habe ich dann wirklich mit einem Trainingsplan auch gearbeitet, den ich mit Marc zusammen
- 17:12ausgearbeitet habe, wo wir halt auch so Themen, Schwerpunkte in der Theorie usw. gelegt haben.
- 17:17Und das haben wir dann für die Weltmeisterschaft nochmal ein bisschen perfektioniert und wenn
- 17:22ich jetzt sage, wir haben also wirklich eine intensive Vorbereitung von einem Jahr auf die
- 17:26Weltmeisterschaft gehabt, wo man viel Theorie immer einfach viel wiederholen gemacht hat und dann
- 17:33aber eben auch viel praktisches Training, was ich einerseits mit mir alleine wirklich im Restaurant
- 17:38immer wieder, ich sage mal wie so ein 100 Meter Läufer, der läuft ja nicht jedes mal die 100 Meter
- 17:44in seinem Training, sondern der trainiert ja auch mal nur den Start und ich habe glaube ich
- 17:50tagelang darauf verwendet mir mein Tablett, wie in der Serviceaufgabe, wie stelle ich was auf
- 17:58meinen Tablett, damit mir nichts im Weg rum steht, damit ich aber auch nichts vergesse. Einfach
- 18:04dieses Muskel-Erinnerungstraining, damit du eigentlich gar nicht groß drüber nachdenken musst,
- 18:09was du jetzt gerade machst in der Situation, sondern dich voll und ganz auf die Aufgabe
- 18:13konzentrieren kannst. Und dann war es bei mir so, also es ging so ein Jahr vorher los mit
- 18:21intensiven Theorietraining. Am Tag wieviel Stunden? Ja schon so zwei bis drei Stunden Theorie am Tag
- 18:29und dann so ein halbes Jahr vorher, da ging es dann wirklich in die intensive Vorbereitung,
- 18:33da habe ich dann auch wirklich angefangen, meinen Lebensrhythmus umzustellen. Das kann ich jetzt
- 18:40also die Wettbewerbe starten relativ früh und wenn du halt noch aktiver Somelinen in der
- 18:46Gastomie bist, bist du ja meistens nicht unbedingt der geborene Frühaufsteher, sondern aber ist ja
- 18:51doch relativ lange und dann braucht man ja auch sein Schlaf, aber ich habe dann wirklich mich an
- 18:58den Zeiten der Wettbewerbe orientiert und da beginnen die Wettbewerbe, beginnen also in der Regel
- 19:03so zwischen acht und neun Uhr. Also habe ich mein Lebensrhythmus ein halbes Jahr vorher angefangen
- 19:09umzustellen, um auf, ja, dass ich um sieben Uhr aufstehe, ein bisschen was Frühstücke, mich
- 19:17fertig mache und dann um acht Uhr mich wirklich hingesetzt habe und angefangen habe zu verkosten
- 19:21oder Theoritests zu machen, dass der Körper lernt, um diese Uhrzeit Leistung zu bringen.
- 19:27Ere. Und das dann wirklich in halbes Jahr sehr, sehr intensiv habe ich dann in der Regel von acht
- 19:37Uhr frühes bis zwölf Uhr meine Trainings gehabt und meine Trainings gemacht, also so circa vier
- 19:41Stunden am Tag und dann bin ich arbeiten gegangen. Und zum Beispiel für die Europameisterschaft in
- 19:48Zypern war es dann so, die nach Zypern ist jetzt nicht ganz horrend, aber es war eine Stunde
- 19:53Zeitverschiebung auch, die habe ich dann auch noch mit in das Training mit einkalkuliert,
- 19:57sodass man nochmal eine Stunde früher aufsteht, damit der Körper einfach weiß, wann er seine
- 20:03Leistung zu bringen hat. Und das war dann schon intensiv. Ich bin da auch bis heute wirklich
- 20:08meinem Team, meinen Chefs und auch meiner Frau unglaublich dankbar, dass sie das alles so mitgemacht
- 20:14haben, weil ich glaube aufgrund von Schlafmangel und so weiter, ich auch manchmal nicht der einfachste
- 20:19Partner in der Zeit war, wenn man das so sagen kann. Was muss man alles, könnt also verkosten,
- 20:26hast du in dem Sinne schon kurz angerissen, da wirst du wahrscheinlich einige Weine während der
- 20:33Zeit probieren. Florian hat irgendwie von 800 Weine, die er so mehr oder weniger regelmäßig
- 20:39probiert, gesprochen. Ich glaube, Weinkartenkunde gehört mit dazu, Service natürlich, Theorie,
- 20:46logisch. Habe ich irgendwas vergessen, bin ich richtig? Also worauf hast du dich da? Also grundsätzlich
- 20:53kann man immer sagen, dass ein Wettbewerb basiert auf drei Säulen. Das eine ist Theorie, die nimmt
- 21:00ein sehr sehr großes Spektrum an und da geht es halt wirklich, wie man es früher aus der Schule
- 21:03kennt, vom Test schreiben. Also wie so eine, wie so ein, ja es ist oft eine Mischung, es gibt freie
- 21:10Antworten, es gibt Multiple Choice, es gibt Fragen, wo du gewisse Sachen zuordnen musst. Also manchmal
- 21:17hast du eine Landkarte und musst dann Lagen da drin benennen oder du hast Weingütern, eine Liste mit
- 21:24sagen wir mal 20 Weingütern aus der ganzen Welt und musst dann halt schreiben, in welchem Land und
- 21:28in welchem Anbaugebiet sie liegen. Also es geht, die Theorie ist immer so ein bisschen aufgeteilt in
- 21:34Weingesetzgebung, dass du halt auch weißt, welche Weingesetze auf der ganzen Welt angesagt sind
- 21:42oder wenn sich, wenn Rebsortenzusammenstellung für bestimmte Weine, also für Applationen und so
- 21:51weiter, also ganz, es geht wirklich, kann ein bisschen das Detail reingehen. Dann ist eine zweite Säule
- 21:57in der Theorie ist Produzentenkenntnis, also wo liegt welches Weingut, wem gehört ist, wer hat
- 22:04wen gekauft. Also da versuchen auch, gerade bei den internationalen Wettbewerben hat man das in
- 22:09den letzten Jahren auch sehr gemerkt, dass sie da versuchen auch wirklich aktuell zu sein und ich
- 22:14habe dann, ich habe zig Newsletter abonniert und ich habe dann so eine Riesen-Excel-Datenbank,
- 22:20wo ich mir immer aus den Newslettern dann die ganzen Informationen eingetragen habe,
- 22:24welcher Winzer ist gestorben, welches Weingut hat wen gekauft, welche neue Applation ist dazu
- 22:31gekommen. Also gerade wenn du jetzt Kalifornien oder USA generell nimmst, gefühlt entsteht da alle
- 22:37zwei Tage irgendwo eine neue AVA und sowas lernst du dann, also kurz vor der WM zum Beispiel kam,
- 22:45hat Hawaii seine erste AVA erlassen und das war dann tatsächlich auch eine Frage in der WM,
- 22:51wie heißt die AVA auf Hawaii und das ist auch ein Name, den wirst du nie vergessen,
- 22:59Ulu Palakur, das lernst du einmal auswendig, das brennt sich aus in den Kopf. Ja, also es ist
- 23:09halt total, das ist das eine und die dritte Säule in der Theorie ist dann eben auch nicht
- 23:16Wein basiert, sondern es geht wirklich auch um Sake, um Bier, um Kaffee, um Tee, um Zigarren,
- 23:22um dieses ganze klassische Spektrum eines Omnis, aber natürlich auch die Speisen-Weinkombination,
- 23:31also es gibt in jedem Theorietest eigentlich auch Fragen zu Gerichten, zu Herd, zu klassische
- 23:38Soßen oder Garnituren oder dann eben auch schon du kriegst eine Liste mit Wein, was für Gerichte
- 23:46würden sie dazu empfehlen und auch das kann in der Theorie eben schon alles mit rankommen. Das ist
- 23:52und zum Beispiel in der Weltmeisterschaft haben wir Theorie-Teile mit 120 Fragen, für die hast du
- 24:02dann in der Regel 90 Minuten Zeit, aber teilweise hat halt eine Frage 20 Unterantworten, also wenn
- 24:09du eine Frage ist dann halt diese, was ich gerade schon gesagt habe, mit 20 Weingütern und du musst
- 24:15dann halt sagen, aus welchem Anbaugebiet und aus welchem Land sie kommen. Und das ist dann und
- 24:22also ich hatte glaube ich in meiner Weltmeisterschaft Theorie hatte ich knapp über 50 Prozent richtig
- 24:29und der Beste hatte 56 Prozent, also das ist es ist einfach auch aufgrund der Menge kaum zu
- 24:38schaffen diesen Theoritest komplett abzuarbeiten. Also ich glaube dann während der Vorbereitungsphase
- 24:44hätte ich jemand gefragt, wer ist Deutscher Meister geworden, hätte sie gefragt, welches
- 24:47Jahr haben wir gerade. So ungefähr. Du lebst ja nur für dieses Thema, also 24/7. Das war
- 24:58schon so eine intensive Zeit genau und darum es kam jetzt kurz vor der vor der letzten Sommietroffi,
- 25:06die Florian ja dann gewonnen hat, kam dann auch die Frage von von der von Seiten der Sommunion,
- 25:11ob ich denn nochmal antreten wollen würde bei der nächsten Europameisterschaft und bei der
- 25:16nächsten Weltmeisterschaft und ich habe das dann auch noch mal intensiv mit meiner Frau diskutiert,
- 25:22weil ich halt schon so das Gefühl hatte, ah, du bist halt doch vielleicht noch nicht fertig,
- 25:26weil es halt nicht für so ein Top-Ergebnis gereicht hat, aber es war dann eben auch ein
- 25:31Gemeinschaftsbeschluss zu sagen, nein, wir haben andere Prioritäten und es reicht, also diese Zeit
- 25:37war superintensiv und ich möchte dann auch den Weg freimachen für neue Kandidaten und auch anderen
- 25:43diese wirklich diese grandiose Möglichkeit geben, diese Erfahrung machen zu dürfen. Aber es war
- 25:51sehr, sehr zeitintensiv, es hat viel Spaß gemacht, aber wir waren ja bei "Was gehört noch dazu?"
- 25:55Also das ist eben diese dreiseulige Theorie, dann ist es natürlich die Praxis und da geht es,
- 26:04also die sieht halt in den Wettbewerben meistens so aus, dass das wie so Art kleine Rollenspiele
- 26:10sind. Du kommst halt in den Prüfungsraum, dann sitzt vor dir die Jury und stellt dir eine
- 26:14Aufgabe und deine Aufgabe ist dir halt zu bewerkstelligen und das sind eben Situationen,
- 26:19wie sie im Restaurant eigentlich tagtäglich vorkommen, aber man weiß halt schon,
- 26:23meistens wird irgendwie eine kleine Falle eingebaut. Wir hatten jetzt zum Beispiel bei der
- 26:27Weltmeisterschaft, bist du in den Raum reingekommen und dann saß die Jury am Tisch, die sind dann
- 26:33sozusagen deine Gäste in dem Moment und das waren vier Jurymitglieder und dann ja herzlich willkommen
- 26:40hier in unserem Restaurant oder in ihrem Restaurant. Wir wollen schnelles Mittagessen,
- 26:44wir haben eine halbe Flasche Château-Fellon-Siguer, ich weiß nicht mehr welcher Jahrgang, ich glaube
- 26:502010 oder so bestellt, bitte machen sie schnell, wir haben nicht viel Zeit und dann kriegst du
- 26:55noch eine Zeitangabe, weil diese ganzen Aufgaben funktionieren halt immer auf Zeit und dann hatten
- 27:00wir für diesen Rotweinservice zweieinhalb Minuten Zeit. Das ist nicht viel. Aber es geht halt,
- 27:10du musst dir das jetzt so vorstellen oder auch die Zuhörer müssen sich das so vorstellen,
- 27:14es ist die Weltmeisterschaft, wir haben, ich glaube wir waren 74 Kandidaten und die müssen
- 27:21ja auch alle durchgearbeitet und da geht es halt gerade in dieser ersten Runde drum,
- 27:27die Spreu vom Weizen zu trennen und deshalb gibt es halt diese krassen Zeitvorgaben und dann
- 27:36schaltest du sofort in diesen Wettkampfmodus, sag ich mal. Also du rennst fast, also du darfst
- 27:43natürlich nicht rennen, weil das ist ja immer noch eine Restaurantsituation, in dem Restaurant
- 27:46würdest du ja auch nicht rennen, aber du läufst natürlich schon sehr zügig, aber es geht eben
- 27:51auch schon so los, du darfst eben auch nicht vergessen, die Gäste zu begrüßen, so wie du
- 27:54es im Restaurant auch machst, auch das gibt schon einen Punkt zum Beispiel. Und dann gehst du halt
- 27:59zum Weinkühlschrank, da war dann in dem Fall auch nur eine Flasche drin, genau die Flasche,
- 28:03die bestellt wurde und dann greifst du die Flasche und merkst sofort, scheiße, diese Flasche hat 40
- 28:11Grad. Ach Gott, super. Genau, also sie haben uns das dann auch hinterher gesagt, dass sie es halt
- 28:17bewusst sehr heiß gemacht haben, damit du den Fehler auch erkennen kannst. Sie haben uns dann
- 28:23hinterher gesagt, sie hatten tatsächlich die Flaschen hinten in einem Wasserbad stehen, so
- 28:29wie man es aus der Küche von so einem Börmari mit einem Sovitgarstab, dass das halt konstant
- 28:35auf 40 Grad hält. Und dann war halt eine Flasche im Kühlschrank vom richtigen Wein ab,
- 28:43halt viel zu warm, aber ich hatte schon, das lernt man auch so, wenn man sich auf die Wettbewerbe
- 28:47vorbereitet, sobald du in den Raum reinkommst, du lässt den Blick die ganze Zeit schweifen,
- 28:52ah, was ist da ein Miesernblass, was könnte die Aufgabe sein? Ah, da hinten steht ein Eiskühler,
- 28:57also ist irgendwas mit Eis. Okay, und dann war natürlich klar, was musst du machen? Du musst
- 29:02jetzt irgendwie eine Lösung finden in den 2,5 Minuten, dass der Wein ruder gekühlt wird. Jetzt
- 29:07war es aber natürlich in dem Fall ein leicht gereifter Bordeaux, also in 2010er im Félo-Ségur,
- 29:13den kannst du jetzt natürlich nicht klassisch frappieren, also Eis, Salz und dann die Flasche
- 29:18drehen, weil es - Auch in 2,5 Minuten nicht. Auch in 2,5 Minuten nicht. Aber du würdest ja auch,
- 29:25wenn du sie klassisch frappieren würdest, ja auch das ganze Depot aufrühren in der Flasche.
- 29:29Ja. Und dann hab ich, ich hab für mich dann damals entschieden, okay, ich mach so, wie ich's im
- 29:35Restaurant machen würde, wenn ich jetzt eine Flasche vergessen hab, einzukühlen oder so,
- 29:39oder wenn die Flasche ein bisschen zu warm ist. Ich hab mich dann entschuldigt bei
- 29:42dem Gessenab gesagt, dass wir anscheinend hier ein technisches Problem mit dem Kühlschrank haben.
- 29:45Es mir leidtut, es ist auch meine einzige und letzte Flasche von dem Wein. Wenn's für sie in Ordnung
- 29:50wäre, würde ich sie, würde ich jedem einen kleinen Schluck zum Anstoßen geben und die Flasche dann
- 29:55hier direkt kühlen. Ich hab sie aber schon, bevor ich damit zum Tisch gegangen bin, schon direkt
- 30:00in den Eiskühler gestellt, damit der Kühlprozess sozusagen direkt startet. Und sie haben dann
- 30:09gesagt, ja, das machen wir so. Und dann hab ich eben den Wein-Service gemacht. Ich hab dann auch
- 30:13auf Karafieren verzichtet, auch aufgrund der Zeit natürlich. Es war überhaupt nicht, wenn du da
- 30:17noch angefangen hättest, mit einer Karaffe zu arbeiten, hättest du ja vorne und hinten nicht
- 30:20fertig geworden. Und du musst ja auch Kläser einsetzen. Also der Tisch ist blank, da steht
- 30:25außer Wasserkläsern, steht nichts am Tisch. Du musst halt den kompletten Wein-Service machen.
- 30:30Und ich hab's tatsächlich auch komplett geschafft und... In der Zeit. In der Zeit, ja. Und ich
- 30:39hab... Da muss ich ehrlich, ich hab genauso was trainiert wirklich bis zum Umfallen. Also ich
- 30:43hab mir die Zeit laufen lassen. Ich hab trainiert, dass ich das Mies am Platz und stehen in knapp
- 30:5170 Sekunden fertig habe. Und das geht halt eben nur, wenn du weißt, was du wo auf dein Tablett
- 30:58hinstellen musst. Das hab ich eben gemeint, als ich gesagt hab, ich hab wirklich auch nur trainiert,
- 31:03tagelang, wie arrangiere ich mein Tablett, wo stelle ich welches Klarschen, wo stelle ich
- 31:08den Broteller für den Korken hin. Und das war wirklich ganz, ganz intensives Training. Auch
- 31:14immer in Zusammenarbeit mit Marc zum Beispiel, der mir halt auch ganz, ganz viele Tipps aus seiner
- 31:19Erfahrung gegeben hat. Weil ich zum Beispiel im Service so eine Sache, ich hab oft dann vergessen,
- 31:23aufgrund der Eile, den Korken mitzunehmen, wenn ich zum Tisch laufe, nachdem ich die Flasche
- 31:28geöffnet habe, um den Korken zu präsentieren. Und dann hat Marc gesagt, ja, das ist mir auch immer
- 31:32passiert. Aber ich hab mir den Teller dann schon beim Herrichten des Geridons immer ganz nach
- 31:37links an die Ecke gestellt, wo ich eh dran vorbeilaufe. Da bin ich ihn noch sehe, wenn ich vom
- 31:42Geridon weglaufe. Und dann hab ich den auch immer dahingestellt und seitdem hab ich den Korken
- 31:46nicht mehr vergessen, weil ich wusste, weil ich ihn noch gesehen habe, wenn ich vom Geridon
- 31:50weglaufen bin. Und ja, also das ist so eine ganz tricky Aufgabe gewesen bei der WM. Ich hab sie,
- 31:57glaube ich, ganz gut gemacht, weil ich hab, du kriegst am Ende, kriegst du so eine, so eine
- 32:00Auswertung, wo du deine Punkte hast, die maximalen Punkte und den Punkte durchschnitt aller
- 32:06Kandidaten und die Punktzahl, die der höchste oder der beste hatte oder die beste in der
- 32:14Aufgabe. Und tatsächlich habe ich die beste Serviceaufgabe in dem Wettbewerb gemacht.
- 32:18Auf jeden Fall. Ich hatte, glaube ich, 92 Prozent der Punkte. Also ich hab einen kleinen Fehler
- 32:24gemacht und somit war das schon sehr nahezu perfekt, würde ich sagen. Und das war wirklich aber
- 32:33halt hartes Training und das hat sich da bezahlt gemacht gehabt. Ich glaube, es gibt dort ja auch
- 32:37Nationen, die dann so richtig hartgott drauf trainiert werden, oder? Also ich glaube,
- 32:41das ist ja teilweise Kandidaten gibt, die ihren Job zur Seite legen, um dafür zu trainieren.
- 32:47Absolut. Also es gibt Länder, wo das extrem auch gefördert wird. Schweden hat ein eigenes
- 32:53Trainingsteam nur für so Somelien Wettbewerbe mit einem Nationaltrainer und die investieren da
- 32:59wirklich unglaublich viel Geld und unglaublich viel Zeit. Aber für mich war immer wichtig in der
- 33:08ganzen Vorbereitung und auch bei den Wettbewerben. Ich will das auch aus Spaß machen. Also ich habe
- 33:13auch immer, ich habe auch zur Somelion gesagt, Leute, ich mache das neben meinem Beruf. Ich
- 33:18versuche so viel Zeit dafür aufzuwenden, wie es geht. Aber es ist ein Hobby und ich werde
- 33:25für was anderes bezahlt und das andere hat natürlich immer Priorität gehabt. Ich habe es
- 33:30auch so gesehen, ja. Ich hätte gedacht, man stellt sein Leben dermaßen gravierend um,
- 33:34dass man sich selber so gedanklich innerhalb seiner Anstellung als Kommi degradiert mehr
- 33:41oder weniger, um so sein Leben komplett auf diese Wettbewerbssituation auszurichten und nur
- 33:47dafür zu leben. Ich leide oder führe einen Betrieb. Das wäre gar nicht möglich gewesen. Ich habe
- 33:58viel Freiheiten vom Betrieb bekommen. Ich habe viel in mein tägliches Arbeiten integriert.
- 34:03Zum Beispiel ich habe meine Servicestation, also auch meine ganze Kommisomelis,
- 34:07mussten sich an meinen Training anpassen, weil ich habe die Servicestation auf einmal umgestellt.
- 34:10Ich habe die so aufgebaut, wie ich sie für mein Training brauche und so. Ich habe da unglaublich
- 34:16viel Unterstützung auch aus dem ganzen Team erhalten. Aber ich habe das immer ganz klar gesagt,
- 34:20ich mache das aus Spaß. Ich mache das, um mich auch mit dem Thema zu beschäftigen. Aber ich will
- 34:26niemals das so verkopft sehen, wie es vielleicht in anderen Nationen passiert. Und wenn wir mal
- 34:32bei dem Beispiel Schweden bleiben, zum Beispiel bei der Europameisterschaft, hat die schwedische
- 34:38Kandidatin nicht mal unter die besten 20 geschafft, obwohl sie dieses intensive Training gehabt
- 34:44hat. Die stand sich vielleicht auch ein bisschen selber im Weg. Das tat mir auch unglaublich
- 34:48leid für sie, weil sie ein toller Mensch ist und eine tolle Kandidatin. Aber ich glaube,
- 34:52die hat so viel Druck auch verspürt. Das kennt man ja auch aus dem Leistungssport oder so,
- 34:56dass Leute dann in diesem Druck auch zerbrechen. Oder auch bei der Weltmeisterschaft war Pascaline,
- 35:04die Weltmeisterschaft war in Frankreich in Paris. Dann die französische Kandidatin ist
- 35:08Master Sommiere. Die hat sich durchgesetzt gegen ganz viele Männer. In Frankreich ist es ja immer
- 35:14noch eine absolute Männerdomäne. Und die hat so viel Druck für diese Heimwm bekommen. Die lebt
- 35:21in New York, führt dann eigenes Rest oder führt dann eine Weinbar, musste aber einmal im Monat
- 35:26für den Verband nach Frankreich fliegen, um da Trainings zu machen und so weiter. Die wurde
- 35:31halt hochgepusht. Es war das ganz klare Ziel der Franzosen. Sie muss diese Heimwm gewinnen. Und ich
- 35:37war wirklich erstaunt, dass sie an diesem Druck nichts zerbrochen ist. Sie ist leider dann nur
- 35:40vierte geworden, also hat es leider nicht ins Finale geschafft. Aber eine großartige Leistung
- 35:46trotzdem. Und ich finde, man sollte diesen Spaß an diesen Sachen nicht verlieren. Und das ist jetzt,
- 35:52ich sitze jetzt auch bei den letzten zwei Ausführungen, saß ich ja dann auch schon in der
- 35:56Jury für den besten Sommier Deutschlands. Und das versuche ich auch immer den Kandidaten dann am
- 36:01Tag des Wettbewerbs auch noch zu sagen, genießt es. Habt Spaß und genießt einfach den Moment, weil es
- 36:08ist eine großartige Aufgabe und man sollte es nicht zuverkopft sehen. Was natürlich immer leicht
- 36:16gesagt ist, so wie wenn jemand zum ersten Arbeitstag kommt und sagt, wieso bist du nur aufgeregt?
- 36:20Erwartet keiner was von dir, also von dem. Ist da immer ein leichtes Reden, aber du siehst es natürlich
- 36:27komplett richtig. Ist es nicht trotz allem recht schade, dass nachdem du dich so darauf gepusht
- 36:34und trainiert hast, dass dann mehr oder weniger klar brauchst du es im Alltag und kannst es dort
- 36:38gebrauchen, aber wahrscheinlich nicht in dieser Intensität, dass dieses Wissen dann verblüht?
- 36:42Es ist also schon so ein bisschen schade, aber trotzdem hat mich diese ganze Zeit ja zu, glaube
- 36:52ich, einem besseren Sommelier gemacht, weil man sich halt so intensiv mit der Materie auseinandersetzt.
- 36:57Ich merke jetzt schon, dass ich bei, auch wenn mich jetzt meine Jungs-Sommeliers oder so manchmal
- 37:02eine Theorie fragen stellen, da weiß ich, ich habe dazu eine Karteikarte und es ist auch
- 37:06irgendwo in meinem Kopf, aber es kommt eben nicht mehr so rausgeschossen wie zu der Zeit,
- 37:10als ich halt so voll im Training war. Das finde ich schon manchmal so ein bisschen schade, aber
- 37:14jetzt steht halt auch wieder, jetzt stehen wieder andere Sachen, Projektarbeiten, aber auch mal
- 37:20wirklich Zeit mit der Familie verbringen, mit Freunden verbringen. Das, was in den Jahren davor
- 37:24halt einfach zu kurz gekommen ist, einen schönen Urlaub machen oder sowas. Also das sind halt jetzt
- 37:30einfach andere Sachen, die jetzt Priorität haben, aber grundsätzlich hast du recht. Das ist manchmal
- 37:37so ein bisschen schade, aber ich versuche trotzdem jetzt nicht mehr in dem Ausmach,
- 37:41aber ich versuche trotzdem weiterhin am Ball zu bleiben. Also ich lese trotzdem weiter in die
- 37:45Newsletter und gucke, was passiert in der Weinwelt. Man geht auf viele Verkostungen,
- 37:50aber man hat halt nicht mehr diesen Wettbewerbsdruck. Ich kann es jetzt wieder fast ein bisschen mehr
- 37:56genießen, kann ich auch sagen. Welche Newsletter würdest du empfehlen? Welche sind essentiell?
- 38:01Also welche würdest du auf keinen Fall abbestellen oder empfiehst du jedem Kollegen?
- 38:06Als ich empfehle, auf jeden Fall jedem Kollegen die großen englischsprachigen
- 38:10Weinzeitschriften wie Decanter, Wine Spectactor, Wine Entotheist, aber auch in Deutschland haben
- 38:19wir zum Beispiel vom Mininger Verlag oder hier Wine Plus, die haben Einmal Newsletter in der Woche,
- 38:26den ich sehr gut finde, wo man einfach über Neuerungen, über Gesetzesänderungen, aber auch
- 38:32so Absatzzahlen oder Marktrelevante Zahlen informiert wird und die klick ich einmal die Woche durch.
- 38:40Wenn was Spannendes dabei ist, kommt es auch immer noch in die Excel-Datei mit rein, sodass
- 38:46die auch immer noch weiterhin gefüttert wird. Was auch noch dazu kommt, ich habe zum Beispiel
- 38:52mein ganzes Lernen nach dem Sieg auf dem besten Somniere Deutschlands auf Englisch umgestellt,
- 39:00weil mir dann klar war, du fährst zur Europameisterschaft, du fährst zur Weltmeisterschaft und die findet
- 39:06halt nun mal auf Englisch statt. Ich habe mein komplettes Lernen umgestellt, auch das ganze
- 39:12Verkosten alles auf Englisch und mittlerweile fällt es mir deutlich schwerer, Weine auf Deutsch
- 39:18zu beschreiben als auf Englisch. Also das ist echt auch so ein, was ich jetzt gerade wieder so ein
- 39:23bisschen lerne, auch wieder Weine auf Deutsch zu verkosten.
- 39:26Sagen witzigerweise viele aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung der Sprache. Also findest du,
- 39:35man kann grundsätzlich Weine besser mit englischen Worten beschreiben, weil sie teilweise gefühlvoller
- 39:41sind und Deutsch vielleicht zu statisch ist oder ist es eine reine Übungssache?
- 39:46Ich glaube es ist eine reine Übungssache. Also das ist, ich finde beide Sprachen haben ihre Vor- und
- 39:54Nachteile. Ich finde schon, dass du im Deutschen oft ein bisschen bildlicher versprechen kannst,
- 40:01als im Englischen glaube ich, aber es ist oft einfach eine Frage des Vokapulars.
- 40:06Was natürlich aber für viele auch ein großer Vorteil ist bei so einem Wettbewerb, der
- 40:12"Natural Speaker" ist. Also wenn du dann von Haus aus Englisch sprichst,
- 40:16der Englisch stattfindet. Ein native Englisch-Speaker darf nicht in Englisch antreten.
- 40:22Ach so? Das wusste ich gar nicht.
- 40:25Genau, also die ASI, also der Internationale Sommelierverband, der Ausrichter dieser Wettbewerbe ist,
- 40:32hat drei Hauptsprachen, Englisch, Französisch und Spanisch und zum Beispiel ein Spanier darf
- 40:38nicht in Spanisch antreten, ein Franzose darf nicht in Französisch antreten und ein Brite,
- 40:43ein Amerikaner darf nicht auf Englisch antreten. Das ist ja fair. Das wusste ich gar nicht.
- 40:49Aber deshalb hast du halt sehr häufig, wenn du dir die Kandidatenfelder anguckst, wenn ich mir
- 40:54jetzt glaube ich die Briten angucken würde, wüsste ich nicht, wann das letzte Mal wirklich ein
- 40:59Brite für Englisch angetreten ist. Es waren fast immer Franzosen, die in Englisch arbeiten oder
- 41:04in Englisch leben und dann für Englisch antreten. Und die dürfen dann natürlich auf Englisch antreten,
- 41:10was natürlich so ein bisschen tricky ist. Aber Scherabassee ist das beste Beispiel.
- 41:172010 ist Bester Sommelier der Welt geworden, ist Franzose, ist aber er ist ja nicht als Franzose
- 41:23Bester Sommelier der Welt geworden, sondern als er ist für England gestartet. Wir hatten es jetzt
- 41:29zum Beispiel bei der letzten Weltmeisterschaft, war tatsächlich ein Amerikaner am Start für
- 41:33Amerika und der hat den Wettbewerb komplett auf Französisch machen müssen. Also er konnte wählen,
- 41:38ob er es auf Französisch oder auf Spanisch machen will und er hat extra für diesen Wettbewerb
- 41:42Französisch gelernt. Er hat Sprach vorher kein Wort Französisch außer aus der Weinwelt,
- 41:48aber der komplette Theoretal, die komplette Praxis, das findet dann alles auf Französisch statt.
- 41:53Wie sieht der Theoretal aus? Den hat man bisher noch nicht?
- 41:57Crazy, also wirklich absolut verrückt. Wie detailliert das ist?
- 42:04Du stiegst da und stell dir jemand Fragen oder?
- 42:07Nee, das ist ein schriftlicher Test. Ich meine, der mündlichen Teil,
- 42:16Entschuldige bitte, was meinst du? Den gibt es in der Weltmeisterschaft so eigentlich gar nicht.
- 42:21Also kannst du jetzt nicht wie mit einem Master-Sommelier-Prüfung oder so vergleichen, wo du
- 42:26dann vor drei Prüfern stehst, um die dich mit Fragen zulächern, sondern da wird es dann eher so
- 42:32in die Aufgaben eingebaut, noch mal, was du vorhin kurz angeschnitten hast, diese fehlerhafte
- 42:38Weinkarte, dass du eine Weinkarte bekommst und da sind dann falsche Applation, falsche Namen,
- 42:43Rechtschreibfehler. Da wird dann noch mal die Theorie überprüft, aber es gibt jetzt nach der
- 42:48Vorrunde eigentlich nicht noch mal einen Theoretest in dem Sinne. Also gab es auch schon,
- 42:55aber jetzt nicht in den Wettbewerben, wo ich dabei war. Was hat das mit dir gemacht? Also was ist
- 43:00für dich Wein? Wein ist für mich der absolute Lebensinhalt eigentlich. Also es ist schon
- 43:10das Tool, mit dem ich jeden Tag zu tun habe, das mein Leben bestimmt, aber auch nicht dominiert.
- 43:21Das finde ich ist glaube ich ganz wichtig. Also es geht nicht ohne, es ist ein wichtiger Bestandteil
- 43:27meines Lebens, aber es ist eben auch nicht alles. Wo hat es angefangen? Wann hast du angefangen mit
- 43:33einzuarbeiten? Also ich komme ja gebürtig aus einer Weinbauregion, ich bin in Franken geboren und
- 43:40da liegen auch so meine ersten Erinnerungen, wenn ich so mit meinem Opa, wenn er sich seinen
- 43:45Shoppen beim befreundeten Weingut abgeholt hat, so die Literflasche, da war ich so als kleiner Junge
- 43:50mit dabei, das weiß ich noch. Richtig mit, es war schon ein bisschen Teil natürlich in der
- 43:56Ausbildung und dann auch in der, so im Restaurant halt nach der Ausbildung, aber richtig los ging's
- 44:02dann so 2009 ungefähr, als ich in Berchtesgaden damals gearbeitet habe. Das war damals, war es
- 44:11noch in Interconti, heute ist es glaube ich in Kempinski und da war es so, ich war immer so ein
- 44:16bisschen getränke interessiert, hatte Spaß daran, habe mich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt
- 44:21und da war es dann so, da gab es ein Sommelier und der hat dann gekündigt und dann war keiner da,
- 44:25der sich sozusagen um die Lagerhaltung kümmern und dann hat unser damenlicher F&B-Manager,
- 44:30hat es halt so mitbekommen, dass ich so ein bisschen Interesse habe und hat dann halt gefragt,
- 44:34hier willst du dich ein bisschen so um, dass die Weine aufgefüllt werden, dass die Kühlschränke
- 44:38bestückt sind und dann hat man ja jeden Tag Flaschen in der Hand und dann will man natürlich
- 44:42auch mehr darüber wissen und dann habe ich mir so mein, habe ich vom Trinke dann mal das erste
- 44:48Weinbuch gekauft und da ging es noch gar nicht um Wein trinken, also da stand bei Getränken noch,
- 44:54da standen dann noch deutliche andere Getränke im Fokus, wo er die Wirkung als der Geschmack
- 45:01vielleicht noch im Vordergrund stand und ja und dann habe ich mit meinem F&B-Manager damals
- 45:08auch das erste Mal, ich glaube 2009, auf die Pro Wein gefahren und dann bin ich da immer so tiefer
- 45:14eingetaucht und dann, ja dann hat mich dieser, wie sagt man so schön, der Weinback hat zugebissen
- 45:19und nicht mehr losgelassen. Okay, wie war das denn, also wie intensiv war das, warst du ja mit
- 45:25einmal nur Wein oder ist der langsam schleichend den Rücken hinauf in den Sinn gekrochen? Ja,
- 45:33es war dann so, also ich war damals Chefderaun im Restaurant, also war Stationskeller, du hast
- 45:39jeden Abend so deine 8 bis 10 Tische gehabt, um die du dich kümmern musstest und da wir in dem
- 45:44Zeitpunkt dann keinen Sonne mehr hatten, warst du dann eben auch für die Weineempfehlung bei
- 45:48deinen Tischen zuständig, automatisch und dann hast du dich halt immer mehr damit beschäftigt
- 45:53und dann haben die Kollegen das auch mitbekommen, dann war auf einmal, Max, da vorne hat einer eine
- 45:58Frage zum Thema Wein, kannst du da mal hingehen? Und dann ist man da immer so mehr reingekommen,
- 46:04das war so für ein halbes, dreiviertel Jahr so ein schleichender Prozess, der mir aber viel
- 46:10Spaß gemacht hat und dann kam aber auch schon so relativ schnell der Wunsch, okay, dann will
- 46:16ich es aber jetzt auch richtig machen und dann habe ich mich halt damit beschäftigt, was gibt es
- 46:20denn für Ausbildungsmöglichkeiten und dadurch, dass ich halt im Berchtes Garten war, habe ich mir
- 46:24auch so angeguckt, was gibt es in Österreich, weil Salzburg ja direkt um die Ecke ist, aber habe
- 46:29mich dann doch entschieden, mich dann bei der deutschen Wein- und Sommyschule anzumelden und
- 46:34eben dann bei der Zweigstelle in München damals dann 2010 meine Sommieausbildung anzutreten.
- 46:41Nunzibolanga, Winzerin auf dem Dayheim-State in Stelmbusch erreichte einen Meilenstein in
- 47:02ihrer relativ kurzen Karriere, indem sie den Diners Club Jan Weimaker of the Year Award
- 47:082023 gewann. Der Diners Club Weimaker of the Year ist der älteste Weinwettbewerb in Südafrika,
- 47:14der seit 1981 außergewöhnliche südafrikanische Winzer auszeichnet und als höchste Auszeichnung
- 47:19für jeden gilt, der sein Handwerk in einem Weinkeller am Cup ausübt. Nunzibolanga hatte
- 47:25zwei aller sehr prägende Praktikas, einen im Sonoma County bei Dry Greek und ein sehr spannendes
- 47:30Praktikum bei einem in neun der Generationen geführten Fels der Familie Weinguthammel.
- 47:35Bevor sie 2019 als stellvertretende Winzerin zu Dayheim kamen. Und auf Dayheim werden
- 47:40großartige Weine mit Charakter, mit Tiefe, mit Komplexität, imposante Weine,
- 47:44ausdruckstark, geschmackvoll, filigrane Weine, die feinensinnig und zart sind und sehr
- 47:49erfrischende Weine produziert wie einer der bekanntesten Weine der Dayheim Pinotage-Rosee.
- 47:54Wenn man eine idealisierte Vorstellung von einem Rosee hat, dann hat man den Dayheim Pinotage-Rosee
- 47:59vor Augen. Der trockenes Deal, die elegante Seite, die unfassbare Frische, das leichte Blass,
- 48:05Lachsrosa, die lebendige Fruchtpräsenz, die an rote Beeren, Erdbeeren, Preisebeeren und
- 48:09eine Hauch Grabfruit erinnert, der weiche Gaumen, die zarte Säure, der perfekt ausbalancierte Alkohol,
- 48:14ein Wein absolut für den perfekten Trinkmoment, aber auch ein großartiger und völlig unterschätzter
- 48:20Speisebegleiter. Ein Wein, den man sich einfach feinen lassen kann, wo man dieses Thema Rosee
- 48:25genießen kann. Und Rosee ist eine der unterschätzten Weingattungen, die es gibt. Es gibt oftmals
- 48:31Situationen, wo ein Weißwein zu leicht, ein Rotwein zu brutal ist und ein Rosee kann sich wunderbar
- 48:36durch dieses Menü oder durch den einzelnen Gang durchschwänzeln. Daher kann man nur appellieren,
- 48:41trinkt mehr Rosee, nicht nur im Sommer auf der Terrasse. Es wird manchmal auch diesem Wein
- 48:45nicht gerecht, obwohl es so unfassbar viel Spaß macht, sondern gerne zu verschiedenen Speisen,
- 48:49in verschiedenen Temperatursegmenten und ein Paradestück ist dabei dieser Dayheim Pinotage-Rosee.
- 48:55Und ich finde es so interessant, dass Pinotage eine Rebsorte ist, die eigentlich 1961 das erste
- 49:01Mal von der Stellenbosch Farmers Winery verwendet wurde. Die einzige autoktonerebsorte in Südafrika
- 49:07wurde 1924 durch Professor Abraham Isaac Perrault aus den beiden Rebsorten Zinso und Pinot Noir
- 49:13gekreuz. Daher auch der Name. Zinso wird in Südafrika als Ermitage bezeichnet und daher Pinot
- 49:19Noir von Pinot und Arsch von Ermitage. Dellheim war 1976 das erste Weingut, das einem Pinotage-Rosee
- 49:26produzierte. Bei der Roseeherstellung wird die energetische leichte Seite der Pinotage-Traube
- 49:30mit ihrem charakteristischen, geschmackvollen, fruchtbetonten Gaumen in den Vordergrund gestellt.
- 49:35Und es ist ein Paradestück, ein Zeugnis dafür, dass Rosee eigentlich immer geht. Winter wie Sommer,
- 49:40morgens wie abends, kalt wie warm, als so List oder als Speisebegleiter. Findest du, du hast damals den
- 49:56Wein besser gereifen können als heute? Oder, weil damals, also in der Zeit ist man ja so unverblümt
- 50:04und man betrachtet den Wein so rein aus seiner Schönheit oder man ist noch nicht in diesem Raster
- 50:10denken und mit der vielen Erfahrungen, die du ja hast, dann fängt man immer an zu rastern. Was findest
- 50:17du interessanter, fährer dem Wein gegenüber schöner, netter? Ja, ich glaube, beides hat so
- 50:24seinen Reiz, also damals dieses unverblümte und ich sehe das heute oft bei meinen Jungsfamilien
- 50:33und Jungsfamilien, wenn die kommen und wenn du denen dann so ein großes Bordeaux einschenkst,
- 50:37dann diese leuchtenden Augen, die die Mitarbeiter dann haben und für dich ist es dann schon,
- 50:41ja, okay, ich habe den jetzt zum zehnten Mal auf der Zunge, er schmeckt immer noch so oder hat
- 50:45sich ein bisschen verändert und dieses analytische ist auch toll, aber diese Unvoreingenommenheit
- 50:51vielleicht auch, weil natürlich hat sich über die Jahre der Geschmack auch extrem verändert und
- 50:56Weine, die mich damals fasziniert haben, finde ich heute vielleicht total langweilig oder oft
- 51:02und belanglos und ja, also diese Unvoreingenommenheit damals, weil ich auch so mehr oder weniger
- 51:11auch so ein bisschen da reingerutscht bin, das hat schon seinen Reiz gehabt, aber ich hatte halt
- 51:17immer diese Neugier auch alles zu hinterfragen und ich wollte halt auch einfach alles wissen und
- 51:23habe Fachbücher gefressen auf gut Deutsch, damals war ja auch noch alles gedruckt, da ging es gerade
- 51:29so los, dass es dann die ersten Homepages gab und so, aber ich habe, glaube ich, die Bücher
- 51:36wirklich verschlungen und immer tiefer eingetaucht in die Materie, ich hatte so ein bisschen natürlich
- 51:42das Problem, dass du da in Bechtesgaden in diesem Tal, du hattest jetzt natürlich keine Verkostung,
- 51:47wo du hingehen konntest oder so, ich habe dann halt angefangen wirklich die Weine auf der Arbeit
- 51:53zu zerpflücken und mich damit zu beschäftigen und was ja manchmal auch reicht finde ich,
- 52:00also selbst wenn du dort Literqualitäten ausgeschenkst, dich erstmal damit wenig zu identifizieren,
- 52:06versuchen zu analysieren, zu schmecken, versuchen den Zucker zu schmecken, die Säure zu schmecken,
- 52:11solche Sachen, also es muss ja nicht immer gleich die ganze erste Gewechsliga sein, sondern manchmal
- 52:17reichen, egal welche einigermaßen anständigen Qualitäten du hast, auch diese um die Rebsorten
- 52:23zu charakterisieren und so weiter. Ja, bin ich voll und ganz bei dir, also was ich mir im Nachhinein
- 52:29manchmal gewünscht hätte, wäre schon irgendwie auch jemand gewesen, der mich da ein bisschen an die
- 52:33Hand nimmt, weil es war schon viel so, so Learning by doing und was mir sicherlich nicht geschadet hat,
- 52:40aber für mich war relativ schnell dann klar, als dann auch so die Somnyschule zu einem Ende
- 52:46kam und ich auch dann die Prüfung und so weiter hatte, für mich war das klar, du bist jetzt
- 52:51kein Somnje, nur weil du hier dir eine Nadel ans Revers stecken kannst, sondern für mich, ich sage
- 52:58aber das ist wie es einmal eins, also ich habe jetzt gerade das einmal eins gelernt und jetzt
- 53:02muss ich rechnen lernen oder jetzt habe ich einen Führerschein gemacht und jetzt muss ich richtig
- 53:06lernen, Auto zu fahren und habe dann eben mich auch relativ schnell entschieden, mir eine Stelle
- 53:12zu suchen, wo ich einfach lernen kann, wo ich einen Job antreten kann, wo ich mit Wein arbeite und
- 53:19wo einfach auch erfahrene Kollegen und Kolleginnen da sind, wo ich von denen profitieren kann und
- 53:25das war der Schritt für mich aus Bechtesgaden, dann nach der bestandenen Somnje Prüfung habe ich
- 53:30mich im Palikorok in Wien beworben, eine der wahrscheinlich grandiosesten Weinkarten, die du
- 53:36auf der Welt finden kannst und habe da die Chance bekommen, mich zu beweisen und bin da aber hingekommen,
- 53:45es war auch jedem klar, ich bin der Unerfahrenste im Team, ich war einer von sieben oder acht Somnjes
- 53:51im Team fürs ganze Haus und mein Ziel war aber auch jetzt dort einfach ein, zwei, vielleicht drei
- 53:58Jahre zu arbeiten und einfach vom Wissen der anderen auch zu profitieren, ich habe viel gefragt,
- 54:03bin zwei Stunden eher zur Arbeit gekommen, bin mit in den Weinkeller-Habkisten ausgepackt und
- 54:08habe einfach unseren Kellermeister damals gefragt, was ist das, erzähl mir da was drüber, was haben
- 54:11wir hier in der Hand und so habe ich dann, da habe ich dann wirklich gelernt mit Wein zu arbeiten,
- 54:18habe die großen Weine dieser Welt kennengelernt, durfte nahezu alles probieren, was Rang und Namen
- 54:23hat und das war sicherlich weintechnisch die wahrscheinlich prägenste Station meines Lebens.
- 54:30Hast du dich da nach oder währenddessen dann als Sommie gefühlt oder,
- 54:36weil du ja nach der Prüfung direkt hattest, ähnlich wie ich auch die Überzeugung,
- 54:44dass man sich dort noch nicht als fertige Sommie gefühlen kann, ob gleich mal eine Prüfung
- 54:49abgelegt hat, sondern dass einem einfach die Erfahrung fehlt, dass einem der Background oder die
- 54:53Routine fehlt und da wäre mir die Frage, wann hast du dich das erste Mal so gefühlt, also wann
- 54:58warst du für dich selber das erste Mal ein Sommelier? Ich glaube das erste Mal Sommelier war ich dann
- 55:04für mich, als ich dann meinen Job in Hamburg angetreten habe und auch zum ersten Mal verantwortlich war
- 55:10für das Wein-Business in einem Restaurant. Ich habe diese eineinhalb Jahre, die ich dann letztendlich
- 55:20in Wien war, wirklich noch mal so als Lehrjahr gesehen oder als eineinhalb Lehrjahre, aber eben
- 55:27in meiner Wein-Karriere und dann kam eben der nächste Schritt, dass ich jetzt sagen, okay jetzt
- 55:32fühle ich mich soweit auch Verantwortung übernehmen zu können, weil was ja auch meiner Meinung
- 55:38nach in der Sommerausbildung viel zu kurz kommt sind so Themen wie Kalkulation, Einkauf, also
- 55:44dieses ganze betriebswirtschaftliche Denken und das haben wir in Wien halt schon auch relativ gut
- 55:49mitbekommen, aber auch da habe ich dann in Hamburg auch in der, in dem täglichen Geschäft einfach
- 55:54noch sehr sehr viel dazugelernt, aber da war dann so das erste Mal, als du so im Restaurant hingegangen
- 55:59bist und gesagt hast, hier ist meine Wein-Karte, hier, ich stehe ihnen zur Verfügung, wenn sie
- 56:05Fragen haben und das war dann so das erste Mal Gefühl, ich glaube jetzt bist du angekommen,
- 56:10jetzt bist du Sommelier, aber du bist also auch heute würde ich nie sagen, ich bin der perfekte
- 56:15Sommelier, weil du lernst jeden Tag wieder was Neues dazu, du lernst wieder neue Weine kennen,
- 56:21Weine verändern sich ja Gott sei Dank auch, Geschmäcker verändern sich und von daher
- 56:25den perfekten, den fertigen Sommelier gibt es glaube ich nicht. Kannst du noch Wein trinken,
- 56:31also hast du noch die Chance, so wie dein Nachbar Wein einfach zu, auf der Parkbank,
- 56:38auf der Terrasse, wo auch immer zu trinken? Also ich glaube schon, dass auch Wein trinken ein
- 56:43großer Teil unseres Lebens ist, aber du kannst natürlich den Kopf nie hundertprozentig ausschalten.
- 56:49Ich muss jetzt nicht jeden Wein wirklich ins Detail zerpflücken, ich kann auch bei einem
- 56:54schönen Abendessen mit Freunden oder mit meiner Frau sitzen und ein Wein auch einfach nur genießen
- 56:59und vielleicht ein bisschen drüber nachdenken über den Wein, aber ich muss ihn jetzt nicht
- 57:04in Detail bis ins komplett auseinander pflücken, also das kann ich schon und ich kann auch bei
- 57:10einem schönen Essen mit gutem Wein auch wunderbar abschalten, also das finde ich schon ganz wichtig.
- 57:15Hast du einen Alltagswein, also einen, wo du sagst, jetzt zum kompletten Rundkommen oder beim
- 57:21Tischtennis spielen oder wo immer? Nein, ich habe nicht tatsächlich, also ich habe jetzt nicht
- 57:26der Wein, der immer im Kühlschrank steht und das ist auch so, dass Wein bei mir im Alltag
- 57:31jetzt keine ganz große Rolle spielt. Also ich brauche, ich bin jetzt nicht der Typ, der zum
- 57:37Tischtennis spielen, zur Gartenarbeit oder zum Dasezen und Lesen ein Glas Wein braucht,
- 57:46das bin ich nicht. Also ich habe leider in meiner Laufbahn auch ein, zwei sehr abschreckende Beispiele
- 57:53gesehen, was Alkohol auch anrichten kann und das ist für mich auch immer, sag ich mal, so ein
- 58:01kleines Kontrollorgan, dass ich jetzt nicht abends nach Hause kommen muss und mir erst mal noch 03
- 58:06einschenken muss, um den Abend verarbeiten zu können oder ins Bett gehen zu können oder
- 58:12dass ich jetzt an meinem freien Tag mit dem Mittag zum 12 des Erste Glas Wein einschenken muss. Also
- 58:18ist nicht so, dass das nicht mal passiert, gerade wenn man sich vielleicht auch mit einem Freund
- 58:22oder einem Kollegen zum Mittagessen trifft, dann finde ich da gehört auch Wein dann schon auch mit
- 58:26dazu, aber ich würde mir jetzt hier zum Beispiel, wenn ich zu Hause bin alleine, ich würde mir nie
- 58:32ein Glas Wein einschenken. Aber feiern schon grundsätzlich mit Wein oder? Findest du es magst
- 58:39oder bist du eher, ja, was für eine Art von Wein findest du passt am besten zum feiern, weil man
- 58:46denkt ja immer mehr oder wie ich darüber nach, welcher Wein könnte, keine Ahnung, die Sehzung
- 58:50oder Matjes begleiten, aber zum feiern finde ich, würde ich ganz ganz andere Weine aufrufen oder
- 58:57eben andere Weine aussuchen, was passt in deinem Sinne da? Also mit feiern meinst du wirklich so im
- 59:05Club oder oder meinst du jetzt das Gartenfest draußen oder? Genau, entweder das Gartenfest oder
- 59:09die Hochzeit meines besten Freundes. Ach so. Oder mein heimlichen Liebe oder wie auch immer.
- 59:14Also da, ich glaube, ich würde immer in dem Fall, gerade wenn es auch in etwas größerer Kreise
- 59:26ist, schon auch zu was massenkompatibleren Greifen. Also ich würde jetzt nicht den ultraverkopften
- 59:33Bugunder anschleppen oder irgendwie sowas. Kommt natürlich drauf an, wenn ich weiß,
- 59:37das ist eine Nerdveranstaltung, da sind eh nur Someliers, die sich jetzt einfach
- 59:40sich zum Grillen verabredet haben, dann ist es ja wieder was anderes. Aber wenn ich jetzt über eine,
- 59:44also zum Beispiel bei unserer Hochzeit war es ganz klar so, ich will gute Weine haben,
- 59:50ich will ordentliche Qualitäten haben, aber ich würde jetzt, ich habe jetzt bei unserer Hochzeit
- 59:54nicht angefangen, irgendwelche Bordos gereift, Premier-Krüsse oder sowas aufzureißen, weil das
- 1:00:00finde ich, ist dann auch, das kann auch nicht jeder wertschätzen und das wäre mir dann auch,
- 1:00:08ja also das ist dann auch übertrieben, glaube ich. Ich will schon ordentliche Weine trinken,
- 1:00:14ich würde jetzt nie anfangen, irgendwas Belangloses auszuwählen oder auszuschenken,
- 1:00:18aber es tut dann eben auch ein schöner Gutswein oder ein guter Ortswein. Im Sommer gerne natürlich
- 1:00:26auch mal sowas wie mit ein bisschen Restsüße, vielleicht so ein Kabinett, solche Geschichten,
- 1:00:32es kommt natürlich immer so ein bisschen auf den Anlass drauf an, aber ich bin schon der
- 1:00:36Meinung, dass man mit Wein unglaublich gut feiern kann und das zum schönen Feier auch guter Wein
- 1:00:40dazu gehört. Aber findest du bei einer, oder das finde ich manchmal schade, es ist bei einer
- 1:00:45Nerdveranstaltung, wie sie es genannt hat, mit Zommis, dass da finde ich manchmal viel zu hochklassige
- 1:00:51Weine ausgeschenkt werden, die in der Fülle der Wein, die da manchmal getrunken werden oder
- 1:00:55manchmal auch in der Lebendigkeit oder in der Situation überhaupt nicht zum Tragen kommen. Ich
- 1:00:59finde auch da sollte man manchmal umdenken und versuchen so ein wenig themenspezifischer das
- 1:01:05Ganze auszusuchen. Bin ich voll und ganz bei dir, aber du hast es glaube ich auch schon selber erlebt,
- 1:01:11gerade wenn man da auch so leicht angeschossen ist, dann greift man halt vielleicht auch mal zu
- 1:01:15der Flasche, weil man jetzt in der Stimmung ist, die Endorphine schießen ein, keine Ahnung,
- 1:01:20dann greift man doch mal zu einer Flasche, die dann eigentlich vielleicht auch an dem Zeitpunkt
- 1:01:26schon keiner mehr wertschätzen kann. Je später der Abend, desto teurer werden die Flaschen
- 1:01:33eigentlich und eigentlich müsste man es ja genau anders drum machen. Je später der Abend wird,
- 1:01:36desto günstiger müssten wir eigentlich trinken, weil am Ende kriegen es vielleicht eh nicht mehr
- 1:01:40alle mit so ungefähr. Ist in der Tat auch so ein Anderes bei vielen Weinproben, wo ich versuche,
- 1:01:46nicht die besten Qualitäten am Schluss zu präsentieren, sondern das Dramaturgestellen
- 1:01:51so ein wenig einzubauen, anders aufzufädeln, weil das für einen selber manchmal das Spannendere
- 1:01:57ist, auch diesen gezierten Abstieg dann zu begleiten und dieses langsam Qualitätsentwöhnen
- 1:02:03dann auch zu begleiten, wenn man es dann eben auch geschmacksensorisch, also nicht nur vom Alkohol,
- 1:02:06sondern auch von der Geschmacksinn, so ruhig gar nicht mehr auflösen kann. Also vielleicht nicht
- 1:02:09den besten am Anfang, aber das Dramaturgisch nochmal ganz anders zu gestalten. Das finde ich aber
- 1:02:14auch so eine Erkenntnis der jetzigen Zeit erst, die gekommen ist. Ja, also ich glaube, früher war
- 1:02:20ja immer höher, schneller, weiter. Stand glaube ich immer an erster Stelle irgendwie, aber die,
- 1:02:27ich glaube, ich bin dabei, diese Dramaturgie ist glaube ich ganz, ganz wichtig. An solchen
- 1:02:35Armen. Ich finde zum Beispiel im Restaurant bei der Thema Weinbegleitung, da finde ich, da fällt es
- 1:02:43dann oft nach dem Hauptgang zu sehr ab und das finde ich dann auch manchmal schade oder gar nicht,
- 1:02:49gar nicht auch nur beim Wein, auch manchmal habe ich das Gefühl, dass auch so, jetzt hatte ich
- 1:02:54meinen Hauptgang eigentlich, ist der Abend jetzt für mich gelaufen und das ist dann manchmal auch
- 1:02:57gar nicht so fair, den Dessert und den Käsegängen vielleicht gegenüber und auch da finde ich muss
- 1:03:03die, erstens muss die Qualität der Gerichte natürlich sehr, sehr gut sein, aber auch der
- 1:03:08Anspruch in der Weinbegleitung sollte auch da in keinster Weise zurückgeschraubt werden, das
- 1:03:12finde ich auch manchmal so ein bisschen schade. Das stimmt, wenn das so und diese klassische Folge
- 1:03:17ist. Manchmal ist der Vorlauf bis zum Hauptgang aber auch zu lang. Wenn man dann sagt, man hat
- 1:03:21irgendwie seine fünf Gänge vorher oder dann kommt der Hauptgang, man ist ja schon übersättigt und
- 1:03:26man möchte einfach fast dann gar nicht mehr. Das ist dann noch mehr und noch lauter und noch
- 1:03:32auch das finde ich ist, ist glaube ich auch in den letzten Jahren wieder ein bisschen besser
- 1:03:38geworden, so vor sieben, acht, neun Jahren, da haben sie sich ja überschlagen. Wir schicken jetzt zehn
- 1:03:43Gänge, wir schicken jetzt zwölf Gänge, wir schicken jetzt sechzehn Gänge. Also ich kriege bei solchen
- 1:03:51Abenden auch zu viel oder wenn dann wir schicken da noch ein Gruß aus der Küche und da noch ein
- 1:03:55Gruß aus der Küche, also ich habe dann auch manchmal das Gefühl, ich würde auch gerne irgendwann
- 1:04:00mal fertig werden oder wir hatten mal ein Restaurantbesuch, da haben wir um halb zwei das Dessert
- 1:04:05bekommen. Also da sei ich dann auch und wir waren um acht dort. Das war das Frühstückseidern.
- 1:04:11Das ist so ungefähr, aber wo ich auch sage, oh Leute, lass uns mal hier zur Potte kommen. Ich finde
- 1:04:20es so sechs Gänge insgesamt, so sechs bis sieben Gänge, das ist für mich so die optimale Größe
- 1:04:26oder die optimale Gängeanzahl für ein schönes Ausruf von das Menü. Ich brauche keine zehn,
- 1:04:31zwölf, 15 Gänge, also das finde ich, also hängt natürlich auch immer ein bisschen von der Portionsgröße
- 1:04:39ab und es gibt ja tolle Restaurants, die auch wirklich so, ich sage mal so Löffelgerichte und
- 1:04:44dann 16, 17, aber für mich ist das oft zu viel. Ich habe lieber fünf, sechs geile Teller und dann
- 1:04:50reicht mir das in der Regel auch. Oh, das ist schon reilig und dann wie du gesagt hast, dann möchte
- 1:04:55ich auch diese fünf bis sechs haben und ich noch einen Zwischen, einen draufgeschoben. Weil man
- 1:05:00sich da ja mehr oder weniger mental auch darauf einstellt, darauf freut und diese Sachen und top
- 1:05:05sind dann eher verwirrt. Hast du mal diese absolute Speisen, Weinkombination, die dich total
- 1:05:12auch nachhaltig beeindruckt, wo du sagst, wenn ich das nochmal erleben dürfte?
- 1:05:17Also ich habe, ich gehe auch tierisch gerne selber essen, also mein größtes Hobby ist
- 1:05:28tatsächlich Essen gehen. Schön. Also wir planen wirklich auch Städte reisen nach Hotel, nach
- 1:05:36Restaurants-Reservierungen und so ein bisschen. Meine Frau und ich und das ist unsere größte
- 1:05:42Leidenschaft und da sind viele tolle Erlebnisse dabei. Das muss nicht immer auch das Sterne-Restro
- 1:05:52sein, sondern wir haben auch wirklich schon in kleinen Trattoriers, in kleinen Bistros
- 1:05:56unglaublich tolle Kombinationen erlebt. Mir fällt jetzt, also mir fällt eine Kombination ein,
- 1:06:04die ich mal selber gemacht habe im Restaurant. Es war einfach ein Gang, der so ultra challenging
- 1:06:11war. Also es war der erste Gang im Menü bei uns damals noch auf dem Söberg in Hamburg
- 1:06:15im zwei Sterne-Restaurant und die Küche hatte halt die glorreiche Idee Gänseleber mit roter
- 1:06:22Bete, Kirsche und Kaffee zu kombinieren. Also geniales Gericht hat unglaublich toll Geschmeck,
- 1:06:29das war so ein bisschen geschiftet wie so ein kleines Törtchen, aber du kommst natürlich
- 1:06:35mit allem, was du klassisch zu Entenleber und so weiter servieren würdest, hat nichts funktioniert.
- 1:06:42Also wir haben wirklich alles, was irgendwie in Hauch süße oder hatte, wir haben es mit
- 1:06:46Schaumweinen probiert. Wir haben ein Gedanke gewesen, irgendwie so ein Sparkling Churrasp
- 1:06:50mit Restsüße oder irgendwie ein Fräser, der sowas leicht muskierendes Frisches hat,
- 1:06:56ein 5-Volumenprozent am Anfang. Ja, ich habe es zum Beispiel mit einem hier Praketto aus
- 1:07:02dem Piermont probiert. Alles, es hat nichts gepasst. Wir haben auch mit der Küche gesprochen,
- 1:07:08können wir da ein bisschen was verändern. Es war einmal ganz cool, wir haben so die Gerichte,
- 1:07:12so die ersten Ideen bekommen, dann hatten wir auch immer ein bisschen Zeit, uns Gedanken
- 1:07:16zu machen, was können wir für ein Wein dazu machen, bis das Gericht dann letztendlich
- 1:07:19auf der Karte gelandet ist. Aber da war es wirklich so, sie ist dann von der Küche,
- 1:07:23das Gericht kommt heute auf die Karte und ich war, gut, ich habe halt immer noch kein
- 1:07:26Wein dazu, das ist der erste Gang im Menü. Was ja auch Abend bringt manchmal ist, wenn
- 1:07:33der nicht überzeugt oder wenn die Weinbegleitung mit dem Ersten schon voll daneben ist, dann
- 1:07:39darf es einiges an Aufbauarbeit. Das bedarf einiges an Aufbauarbeit und manche Gäste
- 1:07:43holst du dann auch nicht mehr ab. Der Zug ist dann schon abgefahren. Und dann saß ich
- 1:07:48mit meinem Stellvertreter, der auch eine Sommiausbildung hatte, saßen wir in dem Restaurant und wir
- 1:07:53haben die Weinkarte wirklich von links nach rechts gewälzt und das geht nicht, das geht
- 1:07:58nicht, das ist vielleicht auch zu teuer oder wie auch immer. Und dann habe ich irgendwann
- 1:08:02gesagt, weil es war im Kirche, es war Kaffee, es war, ich kann sagen, da machen wir einfach
- 1:08:08Boucholets dazu. Dann guckt er mich an, ja, du kannst ja nicht im ersten Gang Boucholets
- 1:08:12servieren, sag ich ja, aber warum denn nicht? Na ja, du kannst doch nicht, wir sind in
- 1:08:15Plankenese, ultraklassisches Publikum, kannst ja jetzt nicht im ersten Gang direkt ein Rotwein
- 1:08:20und dann auch noch ein Boucholet und Gänseleber und dann sage ich, na ja, aber lass es uns
- 1:08:24doch mal probieren. Und dann habe ich Boucholet-Village-Qualität aus dem Keller geholt und wir haben es
- 1:08:32probiert und es hat gepasst wie die Fausthoffs Auge. Es war wirklich eine Kombination, wo
- 1:08:36ich sage, zum Niederknien. Und dann haben wir eben, dann haben wir auch angefangen mit
- 1:08:40der Temperatur zu spielen, haben wir gesagt, wir können ihn nicht bei normaler Rotweintemperatur
- 1:08:44servieren, weil das war dann tickend zu warm und dann haben wir ihn so auf 10 Grad runtergekühlt.
- 1:08:49Und haben das so serviert und wir haben die Gäste da auch wirklich mit einem intensiven
- 1:08:53Gespräch darauf vorbereitet und dann hattest du natürlich auch ein paar konservative Gäste,
- 1:08:58die sich auch wirklich nicht darauf einlassen wollten und die das auch kategorisch abgelehnt
- 1:09:03haben. Dann habe ich gesagt, dann kriegen sie ein Klass, ja, aber zur Gänseleber will
- 1:09:09ich immer mal ein Klass Süßwein. Dann habe ich gesagt, gut, dann kriegen sie ein Klass
- 1:09:11Süßwein, aber es wird nicht zum ersten passen. Ja, ist mir egal. Okay. Und die Gäste, die
- 1:09:16sich darauf eingelassen haben, haben wirklich eine Geschmacksoffenbarung erlebt und tatsächlich
- 1:09:22hatten wir in dem Zeitraum dann auch ein Tester vom Gourmillon da und der hat es dann damals
- 1:09:26auch in seiner Kritik sehr aus ufern beschrieben, dass das sicherlich einer der umgewohntesten,
- 1:09:32aber einer der besten Wein- und Speisenkombinationen hatte, die er irgendwie in seiner Testphase
- 1:09:38gegessen hat. Toll, was ich eben so, also für mich selber auch mal überraschend finde,
- 1:09:42man kann sehr viel theoretisch durchspielen, aber wird ganz oft überrascht von der eigentlichen
- 1:09:51Symbiotik der beiden Elemente, also den Zusammenspiel der Gegebenheiten und das sind manchmal
- 1:09:57so Sachen, die kann man nicht theoretisch, können wissen, vorher eruieren, also spannend,
- 1:10:03toll. Ja. Bist du dann, wenn ihr also in Anführungszeichen so viel essen geht, dann eher Teamflasche
- 1:10:08oder Teamweinbegleitung? Definitiv Teamflasche, aber meistens in so einer kleinen Kombination,
- 1:10:16also wir trinken meistens ein, meistens sogar eher zwei Flaschen, nehmen auf jeden Fall
- 1:10:23noch ein Glas Champagner vorweg oder irgendwie einen schönen Abritiv und dann sage ich aber
- 1:10:28auch, wenn wir jetzt im Sterner Restaurant oder so sind, sage ich dann auch zu der Kollegin
- 1:10:32oder zum Kollegen, wenn du irgendwie was Spannendes hast oder man manchmal ist die Weinbegleitung
- 1:10:37ja auch aufgeschrieben und dann sieht man ja auch, was es gibt, dann sage ich aber, die
- 1:10:42zwei Gläser hätte ich schon auch gerne oder ich sage dann auch, wenn du eine coole Kombination
- 1:10:46hast, stell uns gerne noch ein Glas mit hin, probieren wir gerne aus und das sind dann
- 1:10:49oft so die entspanntesten Abende, ein, zwei Flaschen und dann dazu eben immer mal noch
- 1:10:55ein Gläschen, ein Schlückchen, das muss auch gar kein volles Glas sein, einfach nur um
- 1:10:59vielleicht auch die Idee des Kollegen, der Kollegin nachempfinden zu können, finde
- 1:11:06ich dann auch manchmal einfach schon ausreichend und spannend.
- 1:11:09Aber darf ich fragen, warum Team Flasche, welne Flasche kannst du auch nun nicht bei
- 1:11:14dir zu Hause aber auch im Restaurant alleine trinken und kannst dir jeden Wein der Welt
- 1:11:18nahezu bestellen, was du dort im Restaurant ja auch kannst?
- 1:11:21Ist es dann nicht manchmal die Parallel-Tramaturgie, die man durch diese ganzen Armen dann erleben
- 1:11:25kann, wenn man zum Beispiel eine Weinbegleitung hat?
- 1:11:28Sicherlich ein gutes Argument, verstehe ich auch von und ganz und würde ich auch so
- 1:11:35grundsätzlich unterschreiben, aber für mich geht so ein Restaurantbesuch auch, hat immer
- 1:11:40was auch mit der Person oder den Person, mit denen ich am Tisch sitze zu tun und da will
- 1:11:47ich halt vielleicht auch einfach mal ein intensives Gespräch führen, ohne jetzt alle
- 1:11:5120 Minuten über einen neuen Wein, über eine neue Kombination nachdenken zu müssen und
- 1:11:57das hat für mich einfach auch viel mit dieser Quality-Time zu tun.
- 1:12:01Wenn man viel arbeitet, wenn man viel unterwegs ist, dann ist es, wenn ich mit meiner Frau
- 1:12:07essen gehe, auch immer so ein kleiner Moment für uns, wo wir einfach mal 4-5 Stunden sitzen,
- 1:12:15wir reden viel, es läuft keine Flimmerkiste im Hintergrund.
- 1:12:19Also es hat einfach auch, es ist für uns einfach auch Quality-Time und da ist es dann auch manchmal
- 1:12:24eine Flasche Wein einfach, weil ich jetzt gerade auf der Weinkarte vielleicht auch eine Flasche
- 1:12:28gefunden habe, die ich schon lange mal trinken wollte oder einen Jahrgang, den ich noch nicht
- 1:12:33kenne, den man mal wieder probieren oder ein Wein, den man mal wieder probieren möchte.
- 1:12:38Es ist jetzt nicht so, dass wir auch noch nie eine Weinbegleitung genommen haben, also es
- 1:12:43kommt auch mal vor, dass ich auch sage, heute machen wir mal Weinbegleitung, weil es liest
- 1:12:46sich super spannend, was hier ist, aber generell eher Flasche.
- 1:12:53Aber wir gehen ja auch nicht jede Woche in Sterne-Restaurant, also man geht ja auch mal
- 1:12:57einfach nur eine Kleinigkeit essen und ist dann vielleicht auch in einem Restaurant, wo
- 1:13:01es gar keine Weinbegleitung gibt und dann läuft es ja sowieso auf eine Flasche hinaus.
- 1:13:05Gab es da mal einen Kollegen, der dich beeindruckt hat, sowohl keine Ahnung von der Weinkarte
- 1:13:09von der Art zu der Präsentation von der Art der Weinbegleitung, wenn es den doch gegeben
- 1:13:14hat?
- 1:13:15Also gab es schon viele großartige Kollegen, die einen tollen Job gemacht haben.
- 1:13:21Eines der wirklich prägendsten oder faszinierendsten Erlebnisse für mich war letztes Jahr, ich
- 1:13:30weiß gar nicht mehr genau, letztes Jahr waren wir in Paris im Restaurant, ich spreche es
- 1:13:39jetzt bestimmt falsch aus, Plantitude, im Restaurant im Chevrolet Blanc Hotel, was im
- 1:13:47französischen Missional direkt von 0 auf 3 Sterne eingestiegen ist.
- 1:13:51Und das war eines der beeindruckendsten Restaurant-Erlebnisse generell, aber eben auch gerade die
- 1:13:58Weinkombination.
- 1:13:59Das war französischer Sommelier, wir haben uns eine Flasche Weißwein ausgesucht gehabt,
- 1:14:08einen kalifornischen Russansorten rein tatsächlich und ich hatte ihm auch gesagt, wenn du ein
- 1:14:15paar spannende Sachen hast, stellen uns gerne ein paar Kläser mit hin, wir wollen den
- 1:14:19Abend heute genießen und dann hatte ich irgendwie auch noch Lust auf eine schöne Flasche Rotwein
- 1:14:24und dann habe ich ihm gesagt, ich kenne eure Küche nicht, sie ist sehr intensiv, such
- 1:14:29bitte eine Flasche Rotwein aus für bis zu 300 Euro und mache einfach was zum ersten
- 1:14:37Pass, wir sind völlig offen.
- 1:14:38Und jetzt bist du in Paris, in einem drei Sternerest drauf, französischer Sommelier,
- 1:14:42du würdest jetzt natürlich erwarten, der bringt dir irgendwas sicherlich Cooles aus
- 1:14:45Frankreich, was gut ist und was jetzt wahrscheinlich in der Preisvorgabe so zwischen 250 und 300
- 1:14:53Euro kosten wird.
- 1:14:54Und dann bin ich da so positiv überrascht worden, er kam mit einem gereiften spanischen
- 1:15:00Ganache aus Madrid von Daniel Landy, so knappe 10 Jahre alt und er hat dann mal am Ende 140
- 1:15:08Euro gekostet auf der Karte.
- 1:15:10Und da fand ich einfach, das war eine coole Erfahrung, es war der perfekte Wein zum
- 1:15:14Essen, was wir uns ausgesucht hatten, aber er hatte auch großartige Weine in seiner Weinbegleitung,
- 1:15:20wir hatten einen Gang vorher, der uns mit hingestellt, Ramosco, also kularisch aus Portugal,
- 1:15:271900, ich glaube 62 oder irgendwie so was, hat er dann dort in der Weinbegleitung und
- 1:15:34das war einfach so dieses perfekte, das war für uns tatsächlich der perfekte Restaurantbesuch.
- 1:15:39Aber auch in Deutschland haben wir schon tolle Sachen erlebt, ich denke an einen Besuch
- 1:15:44im Sonora zurück, wo mit einem Rähgang und dazu dann eine Rieslingauslese aus dem Anfang
- 1:15:51der 90er, was uns Magdalena damals eingeschickt hat, wirklich eine bombastische Kombination,
- 1:15:57es gibt so Erlebnisse.
- 1:15:59Viele Schöne schon da gewesen, es ist jetzt glaube ich schwer da wirklich einzelne ganz
- 1:16:05explizit hervorzuheben.
- 1:16:06Findest du man sollte bei der Auswahl der Flasche Grenzen nach oben oder unten haben oder hast
- 1:16:11du Grenzen nach oben oder unten?
- 1:16:13Also sind die 300 Euro werden jedes Mal die Grenze sein, denke ich, aber so würdest du
- 1:16:18da auch weitergehen oder gibt es für?
- 1:16:21Also ich glaube die Grenze hat jeder Mensch für sich, wenn es ums Thema Wein gibt, die
- 1:16:28ist bei uns aus der Szene wahrscheinlich deutlich höher als bei vielen unserer Gäste.
- 1:16:33Ich finde es unglaublich wichtig mit Grenzen zu arbeiten.
- 1:16:38Auch dem Sommi zu sagen, das finde ich immer ganz wichtig, dass man einfach weiß in welchem
- 1:16:45Aktionsrahmen man selber als Kollege agieren kann und wo die Wohlfühlsituation ist.
- 1:16:51Genau und diese Grenze ist bei mir auch flexibel.
- 1:16:55Also es gibt Abende, da sage ich, ich bin heute einfach nicht in der Stimmung für ein 300
- 1:16:59Wein, heute reichen auch 100 oder und heute ist es ein geiler Tag, wir haben vielleicht
- 1:17:06auch was zu feiern, da dürfen es vielleicht auch mal 500 sein, wenn es der perfekte Wein
- 1:17:09ist.
- 1:17:10Also für mich gehört auch schon eine gewisse Stimmung dazu, aber ich sage ganz klar,
- 1:17:16ich kann es mir auch, auch wenn ich es gerne, ich kann es mir auch gewisse Weine, kann ich
- 1:17:21mir einfach nicht leisten, die in bestimmten Reisfahren liegen oder möchte ich mir vielleicht
- 1:17:26auch nicht leisten.
- 1:17:27Aber ich finde es sehr, sehr wichtig, das offen zu kommunizieren, dass man sich in der
- 1:17:32Preisrange bewegen möchte.
- 1:17:33Es ist auch bei uns im Restaurant, kommt es immer wieder vor, dass Gäste sagen, ja empfehlen
- 1:17:37sie uns doch mal was, sondern dann sage ich, na ja, wir haben 600 Weine auf der Karte,
- 1:17:41wollen wir das vielleicht ein bisschen eingrenzen, da fangen wir erstmal an, wollen wir vielleicht
- 1:17:46es schon mal in der Farbe eingrenzen, weiß-rot, sortiert ja in der Regel schon mal, sage ich
- 1:17:50mal 40 bis 50 Prozent der Weine aus, je nachdem wie die Karte strukturiert ist.
- 1:17:55Und dann ist es ja auch, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja
- 1:18:00immer wieder, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder
- 1:18:04in der Karte, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder
- 1:18:09in der Karte, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder
- 1:18:13in der Karte, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder
- 1:18:16in der Karte, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder
- 1:18:21in der Karte, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder
- 1:18:24in der Karte, wenn man sich das in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder
- 1:18:29in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist
- 1:18:34es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte
- 1:18:38strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja
- 1:18:42immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert,
- 1:18:45dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der
- 1:18:50Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja
- 1:18:57immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert,
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- 1:20:12dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte
- 1:20:18strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer
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- 1:20:46Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja
- 1:20:51immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert,
- 1:20:55dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte
- 1:21:01strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer
- 1:21:05wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert,
- 1:21:09dann ist es ja immer wieder in der Karte strukturiert, dann ist es ja immer wieder in der Karte
- 1:21:13strukturiert, dann sind sie eingeschnappt oder wenn der Gast sich dann - Ja, was schade und
- 1:21:16fatal ist.
- 1:21:17Ja, das ist auch was ich zu meinen Jungs und Mädels immer sage, das ist eure Empfehlung,
- 1:21:26ihr habt das ausgesprochen, aber der Gast ist ja nicht verpflichtet das zu nehmen und
- 1:21:30seid dann doch nicht eingeschnappt, sondern dann versucht ihr den Wein, den der Gast
- 1:21:34sich dann vielleicht auch selber ausgesucht hat, den dann ihm gut zu servieren und - Ob die
- 1:21:40mal zu präsentieren, genau.
- 1:21:41Genau.
- 1:21:42Und es gibt ja auch Situationen, dass Gäste suchen sich ein Weinaus, weil sie den unbedingt
- 1:21:48trinken möchten und denen ist auch völlig egal was sie dazu essen.
- 1:21:51Nehmen wir jetzt mal das übertriebene Beispiel, Sitzung im Müllerin mit Amarone.
- 1:21:55Wenn der Gast das machen möchte.
- 1:21:57Natürlich, ja.
- 1:21:58Wenn er mich fragt, ob das passt, dann würde ich natürlich sagen, es wäre jetzt nicht meine
- 1:22:03erste Wahl.
- 1:22:04Also, das ist ja immer, aber wenn sie das trinken möchten oder wir sind jetzt das
- 1:22:11Kinnfels, wo ich jetzt arbeite, ist jetzt auch nicht das klassische Menürestaurant,
- 1:22:15bei uns essen viele Gäste, zwei, drei Gänge Allerkart und da ist es natürlich auch immer
- 1:22:20schwierig den perfekten Wein zu finden, der zu allem passt.
- 1:22:24Und da sage ich auch immer, wenn sie das trinken möchten, was zum Essen passt, dann machen wir
- 1:22:28individuell ein bisschen was Glasweise, wir haben knapp 60 Weinen im offenen Ausschank,
- 1:22:32da ist für jeden und für jedes Gericht das passende dabei.
- 1:22:36Aber wir haben auch eine Weinkarte mit 600 Positionen, wir können auch einfach das aussuchen,
- 1:22:42auf was sie Lust haben heute Abend.
- 1:22:44Und das sind ja einfach zwei verschiedene Ansätze.
- 1:22:47Ich mag beide sehr gerne, letztendlich muss der Gast dann entscheiden, auf was er an
- 1:22:51dem Abend Lust hat.
- 1:22:52Und wenn er sagt, ja, ich habe heute Lust auf einen schweren Cabernet oder auf einen
- 1:22:59eleganten Pino und ich möchte aber dazu was völlig unpassendes Essen, dann ist es halt
- 1:23:04so.
- 1:23:05Und dann soll der Gast es auch bekommen.
- 1:23:07Wenn er mich fragt, ob es passt, das kriegt dann natürlich meine fachmännische Meinung.
- 1:23:13Aber es ist dann auch nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen, wenn er das trinken möchte,
- 1:23:18wenn er das essen möchte, ist das vollkommen in Ordnung für mich.
- 1:23:21Was ich mega wichtig finde, eben auch in dem Augenblick, selbst wenn er eigen agiert und
- 1:23:25er hat den Wunsch, sich darüber auszutauschen, dass man trotzdem mit seiner Fachmeinung,
- 1:23:30mit seiner Kompetenz dann zur Verfügung steht, wo hast du deine Menschenerfahrung?
- 1:23:36Er will du ja sagen, damals im Bechtesgarten hattest du niemand, der dich wirklich an die
- 1:23:39Hand nehmen konnte.
- 1:23:40Also diesen typischen Lehrmeister hattest du ja in dem Fall offensichtlich nicht oder
- 1:23:47hattest du mal ein Frobbelt?
- 1:23:48Oder sagt es so wie der, möchte ich auch sein, glänzen, reden, strahlen, trinken?
- 1:23:55Also ich habe mir glaube ich immer wieder von Kollegen, von vorgesetzten Sachen abgeschaut,
- 1:24:04positive als auch negative Sachen.
- 1:24:06Also negativ meine ich Sachen, die ich nicht so machen möchte, wie sie derjenige oder
- 1:24:12diejenige vielleicht gemacht hat.
- 1:24:14Aber so diesen klassischen Mentor in dem Sinne hatte ich leider nie.
- 1:24:20Also ich habe, wenn ich jetzt so einzelne Sachen nehme, zum Beispiel betriebswirtschaftlich,
- 1:24:27habe ich sehr viel in meiner Zeit am Silber gelernt von Karl-Einz Hauser.
- 1:24:30Wie führe ich ein großes Unternehmen mit Gourmetrestaurant, mit Catering, mit All-Day Dining,
- 1:24:36mit einem riesen Veranstaltungsbereich.
- 1:24:38Da habe ich einfach von ihm sehr, sehr viel gelernt, dass man einfach auch seine Zahlen
- 1:24:42kennen muss, dass man sich immer seiner Verantwortung bewusst sein muss, die man für das ganze Unternehmen
- 1:24:49und für auch die einzelnen Mitarbeiter trägt.
- 1:24:52Seit ich in Hamburg bin viel von zum Beispiel Hendrik Thoma gelernt, gerade so was auch die
- 1:24:59Weitsicht der Weinwelt angeht, jemand zu dem ich wirklich aufschaue, aufgrund auch seiner
- 1:25:04Offenheit sehr, sehr viel in Wein gegen immer.
- 1:25:06Gerade in der, wenn ich mir jetzt die Wettbewerbswelt angucke, aber auch von seinem Auftritt,
- 1:25:11dann habe ich mir sehr viel bei Marc Allmann abgeschaut, weil ich einfach seine Art, seine
- 1:25:18Persönlichkeit sehr, sehr schätze, wie er am Tisch auf der Bühne agiert und so.
- 1:25:25Ich hatte nie den großen Mentor, aber ich habe mir von vielen Leuten immer wieder Sachen
- 1:25:28abgeschaut und viel, glaube ich, auch adaptiert, was ich dann in meinem Daily Business einsetze.
- 1:25:36Ohne Frage, eines der schönsten, beeindruckendsten, außergewöhnlichsten Anbaugebiete dieser
- 1:26:00Weinwelt, die Toskana.
- 1:26:02Hier entstehen Weine mit einer Einzigartigkeit, die man nirgends in der Welt findet.
- 1:26:07Ein Wein aus Toskana, insofern er authentisch, typisch, charaktervoll ist, kann mit keinem
- 1:26:11Wein aus Spanien, Deutschland, Frankreich oder in neuen Welt vergleichen.
- 1:26:15Es ist und bleibt ein Toskana und nicht selten ist dafür die außergewöhnliche Rebsorte
- 1:26:21sans-jouvise verantwortlich.
- 1:26:22Und wenn zu dieser sehr außergewöhnlichen Rebsorte noch einer der besten Produzenten
- 1:26:27der Toskana hinzukommt, entstehen Weine, die eine gewisse Magie in sich tragen.
- 1:26:31Über den Tynuta Valocaya.
- 1:26:33Unfassbar spannend ist die Geschichte der Tynuta Valocaya und sie beginnt vor über 100 Jahren.
- 1:26:39Der Großvater von Rudi Vendella, Jean, begann als Erster in der Schweiz, Chianti aus Toskana
- 1:26:44zu importieren und gründete 1909 eine Weinhandlung.
- 1:26:48Italienische Zuwanderer, die sich in der Schweiz niedergelassen haben, vermissten natürlich
- 1:26:52die Weine ihrer Heimat und waren dankbare Abnehmer für die Weine aus Toskana.
- 1:26:57Seitdem widmen sich die Familie Vendella Italien seiner Kultur und vertritt führende Winzer
- 1:27:02von Nord bis Süd.
- 1:27:03Während des Studiums verliebt sich Rudi Vendella in die Tynuta Valocaya im historischen Anbaugebiet
- 1:27:08von Monte Pulsiano.
- 1:27:09Er spürt das Potenzial in den verfallenen Gebäuden und den 2,5 Faktorebzahlen.
- 1:27:152 Jahre später, 1985, kaufte er die Barzelle Santa Maria unterhalb von San Gognito dazu.
- 1:27:221986 wurde der erste zeitgemäße Weinkeller gebaut.
- 1:27:26Und es begann, die auf der Tynuta Valocaya, ganz eigen gelebte Philosophie der Biodiversität.
- 1:27:32Es wurden Olivenheine, die an die Weinberge angrenzten, sowie Waldparzellen erworben.
- 1:27:361988 ein Meilenstein für die Tynuta Valocaya, denn das erste Mal kommt der Vendella Vino
- 1:27:43Nuboli Monte Puccini auf dem Markt.
- 1:27:45Er stammt aus dem Jahre 1985.
- 1:27:481992 ergänzt die Produktpalette der Wien-Santo-Deutsche Sinfonie, ein süßweite traditionell ausgetrockneten
- 1:27:54Trauben gewonnen wird.
- 1:27:551999 erfolgte die Übernahme der Weinberge, Foslupayo, bei Paterno, welcher 2001 das
- 1:28:01erste Mal als Monte Puccino, Foslupayo, auf dem Markt kommt.
- 1:28:05Insgesamt beträgt die Rebfläche nun 27 Hektar.
- 1:28:08Aber auf der Tynuta Valocaya hat man immer weiter gedacht.
- 1:28:11So begann man 2004 bereits mit der Anpflanzung von Sauvignon Blanc, eine der Toscane sehr
- 1:28:16ungewöhnliche Rebsort und das im Jahr 2004.
- 1:28:19Der Mut wird belohnt.
- 1:28:20Der Mella 2007, der erste Jahrgangs-Sauvignon Blanc, wird im Nu der absolute Publikumsliebding.
- 1:28:26Im Jahr 2010 erfolgte der Zukunft von Campadone, einer der Weinberge, die unfassbar reich an
- 1:28:32Grundwasser sind.
- 1:28:33Das Weingut umfasst nun 127 Hektar, 38 davon mit Reben bestockt und 27 mit Olivenbäumen.
- 1:28:402014 war die Premiere für meinen absoluten Lieblingswein von der Tynuta Valocaya.
- 1:28:46Den Valocaya 2010, ein Vino-Nobeli-Reserver aus den allerbesten Lagen.
- 1:28:51Ganz nebenbei erwähnt hat der 2020er Reserver vom Falschabmagazin als zweitplatzierter 95
- 1:28:56Punkte erhalten.
- 1:28:572015 wurde ein neuer Keller gebaut, da die 1986 errichteten Kelleranlagen nicht mit den
- 1:29:02hohen Qualitätsansprüchen gerecht wurden.
- 1:29:04Und die Erde 2018 wird erstmals in den neuen, modernen, technisch sehr aufwendig gestalteten
- 1:29:10Weinkellern durchgeführt.
- 1:29:11Und letztes Jahr 2023 feierte die Tynuta Valocaya ihr 40-jähriges Lybulium.
- 1:29:17Auf Kagenlebenböden wachsen außergewöhnliche Weine und heute im Jahr 2024 blickt man
- 1:29:23auf 146 Hektar mit Rebstöcken, Olivenbäumen und Betriebsgelände im malerischen Montpulgiano.
- 1:29:29Zusammen mit seinem Team, unter gutem Direktor und Kellermeister Giovanni Capuano, werden
- 1:29:34sehr eigenständige Weine mit absoluter Leidenschaft auf der Tynuta Valocaya hergestellt.
- 1:29:39Neben Zongiovese denkt man weiter, denkt man internationaler und baut neben den vorher erwähnten
- 1:29:44Zovnion Blanc auch Syrah an und versucht, dieser Rebsorte, eine italienische Interpretation,
- 1:29:49eine torskanische Interpretation zu schenken.
- 1:29:52Und eines der Glanzstücke ist der Valocaya Reserver aus dem Jahre 2019.
- 1:29:5695% Zongiovese auf 400 Meter Höhe auf Kagenlebenbögen gewachsen.
- 1:30:01Hat man diesen Wein unfassbar viel Zeit geschenkt.
- 1:30:04In zwei Jahren durfte er in großen Eichenholzfässern reifen, bevor er ein weiteres Jahr auf der
- 1:30:09Flasche bekam.
- 1:30:10Eine unfassbar einvernehmliche Nase.
- 1:30:12An schwarze Beeren, aber wirklich auch Zitrusrüchten.
- 1:30:14Ganz viel Gewürze, Rauchigkeit, Schokolade erinnernd, unfassbar komplexe Gaumen, geschmeidig
- 1:30:20Italienstruktur ist dieser Wein ein Viadukt zwischen der modernen und der traditionellen
- 1:30:24torskanischen Weinwelt.
- 1:30:26Ein großes Dankeschön für einen so besonderen Wein und ein Dankeschön auch für die Unterstützung
- 1:30:29bei unserem Podcast, der Tinuta Valocaya und dem Vertreter in Deutschland dem Handelshaus
- 1:30:34Schlummbäger.
- 1:30:35Das ist eine Sache, die ich persönlich sehr, sehr schade finde, dass es kaum noch die Möglichkeit
- 1:30:50gibt, dass man eben einen Mentor hat oder dass viele in unserer Branche auch zu schnell
- 1:30:56zu hochsteigen.
- 1:30:57Die Stellen einfach dort sind und niemand sich die Zeit nimmt, drei, vier, fünf Jahre
- 1:31:04bei einem Sommie X, Y, bei dir zum Beispiel in die Lehre zu gehen und sich dort einiges
- 1:31:10von der Erfahrung abzuschauen.
- 1:31:11Aber du hast ja einige Jung-Sommies bei dir, oder?
- 1:31:14Hast du schon Zieginder, auf die du schon richtig stolz bist?
- 1:31:18Also ich habe jetzt gerade ein sehr, sehr großes Sommelier-Team tatsächlich mit drei,
- 1:31:32dreieinhalb ausgebildeten Sommeliers, die jetzt einfach nochmal bei mir ein, zwei Jahre
- 1:31:39mit mir arbeiten möchten.
- 1:31:41Und das macht unglaublich viel Spaß.
- 1:31:44Wir machen einen Training in der Woche, aber es ist auch das On-Job-Training, einfach wenn
- 1:31:49ich zum Beispiel auch einen korkigen Wein habe oder einen fehlerhaften Wein, dass jeder
- 1:31:54einfach dran riecht, dass sie einfach sich diese Geschmäcker, diese Gerüche einprägen,
- 1:31:59um fehlerhafte Weine auch aussortieren zu können.
- 1:32:02Das sehe ich gerade so ein bisschen als meine Aufgabe, dieses Mentoring gerade aufzubauen,
- 1:32:10um mein, ich finde es ganz wichtig, dass man seinen Wissen weitergibt.
- 1:32:14Und ich bin mit vielen Punkten in der Sommeliausbildung, wie sie gerade in Deutschland läuft, nicht
- 1:32:21einverstanden und sage dann, will ich zumindest das in meinem Betrieb, wo ich direkt Einfluss
- 1:32:26drauf habe, einige Sachen anders machen und...
- 1:32:30Mit welchen, wenn ich fragen darf?
- 1:32:32Ich finde, viele Lerninhalte veraltert.
- 1:32:37Ich finde, dass ich habe gerade eine Mitarbeiterin, die gerade ihre Prüfung über die IHK Kognens
- 1:32:46laufen lässt und was ich da jetzt in den letzten 12 Monaten mitbekommen habe.
- 1:32:50Es fängt schon einfach an, es sind Online-Termine angesetzt, die abends um 20 Uhr stattfinden,
- 1:32:56wo ich sage, die Hälfte des Kurses sind somnis aus der Gastro.
- 1:32:59Wie soll das funktionieren?
- 1:33:00Auf dem Freitagabend um 20 Uhr ein Online-Kurs anzubieten.
- 1:33:04Dann sagen die natürlich als Gegenargument, ja, aber wir haben ja auch sechs Leute aus
- 1:33:09dem Handel, die können halt nicht mittags um 12, sag ich ja, dann müsst ihr den Kurs
- 1:33:12halt zweimal anbieten.
- 1:33:14Also das ist anders einfach nicht umsetzbar.
- 1:33:19Ich finde zum Beispiel, dass in vielen Bereichen auch wir gucken selten über unseren Tellerrandtiener
- 1:33:26aus.
- 1:33:27Also wir beschäftigen uns natürlich mit den europäischen Weinbauländern, aber ich kenne
- 1:33:32ganz viele, die halt über See so ein bisschen stiefmütterlich auch behandeln.
- 1:33:37Und da gibt es so großartige Weine und gerade jetzt in der heutigen Zeit, wo beruhend immer
- 1:33:42unbezahlbarer wird, gibt es einfach auch in Übersee extrem gute Alternativen, was Schadoné
- 1:33:49und Pino angeht, die dann oft auch noch deutlich bezahlbarer sind.
- 1:33:52Und das finde ich halt oft so ein bisschen schade, dass das oft so unter den Teppich
- 1:33:56gekehrt wird.
- 1:33:57Ich finde aber, was ich auch vorhin schon mal gesagt habe, eben auch diese, dass die
- 1:34:01BWL und Marketing-rechtlichen Sachen in der Sommieausbildung viel, viel zu kurz kommen
- 1:34:08und die Jungs und Mädels kommen von der Schule und wissen nicht, wie man eine Weinkarte schreibt,
- 1:34:13geschweige denn sie kalkuliert.
- 1:34:15Und das finde ich einfach extrem schwierig.
- 1:34:17Und deshalb versuche ich das bei uns im Betrieb halt ein bisschen anders zu machen und da einfach
- 1:34:21viel von meinem Wissen auch weiterzugeben.
- 1:34:23Seid ihr neben dem Wein auch aktiv?
- 1:34:27Also habt ihr Alternativgetränke, eine Alternative Weinbegleitung oder findest du, es gibt ein
- 1:34:32Getränk, was mit dem Wein vergleichbar ist?
- 1:34:34Das muss nicht Alkoholisches sein, aber...
- 1:34:37Ich finde das extrem schwierig.
- 1:34:39Also es gibt natürlich viele andere tolle Getränke, ob es...
- 1:34:42Es gibt großartige Biere, es gibt auch mittlerweile natürlich im alkoholfreien Segment über
- 1:34:49Sparkelingtees und solche Geschichten, großartige Alternativen.
- 1:34:57Ich finde, ich habe aber noch keinen Getränk gefunden.
- 1:34:59was diese Komplexität wie Wein hat. Da, finde ich, gibt es wenig. Ich finde, Sake in gewissen
- 1:35:09Sachen immer ganz spannend, vor allen Dingen, wenn Wein an seine Grenzen kommt, dann finde
- 1:35:13ich eben, es ist Sake oft eine ganz spannende Alternative. Das ist aber auch meiner Meinung
- 1:35:17noch immer noch recht komplex, das dann auch dem Gast nahezubringen oder manchmal fehlt
- 1:35:23vielleicht auch so ein bisschen die Offenheit bei manchen Gästen. Wir haben gewisse Sachen,
- 1:35:29die wir einsetzen, so auch im alkoholfreien Segment. Wir sind aber jetzt kein Betrieb,
- 1:35:33wo wir uns selber in die Küche stellen und irgendwelche Kombucha und Essenzen und so
- 1:35:40weiter selber ziehen. Da gibt es Kollegen, die machen das wirklich großartig, aber da hat
- 1:35:44mir in den letzten Jahren einerseits die Zeit einfach auch gefehlt, durch vielleicht auch
- 1:35:49die Wettbewerbsgeschichten und so weiter, aber auch so ein bisschen diese ... Wir haben
- 1:35:57zum Beispiel bei uns im Kinfels auch keine Cocktails. Wir machen Gin Tonic, wir machen
- 1:36:01Portwain Tonic, ich nenn es immer, wir haben zwei Komponentengetränke, wo ich Sachen zusammenführe,
- 1:36:07weil ich habe keinen Barkeeper und um gute Cocktails zu machen zu können, brauche ich
- 1:36:11einfach einen Mixologen oder eine Mixologin, die sich damit auskennen und die wissen,
- 1:36:15was sie da tun. Ich sage immer ganz klar, bei uns steht Kinfels Kitchen and Wine an der
- 1:36:20Tür und nicht Kitchen and Drinks oder Kitchen and Alkohol oder was auch immer. Und unsere
- 1:36:26Kernkompetenz ist Wein und das haben wir von Anfang an so gesehen. Wir haben tolle
- 1:36:31Schaumweine, wir haben wie gesagt knapp 60 Weine im offenen Ausschank und kommen gerne
- 1:36:36zu uns, wenn du Lust auf Wein hast und wenn du Bock auf Cocktails hast, empfehle ich dir
- 1:36:39gerne drei Kollegen in der Stadt oder vier Kollegen in der Stadt, wo du geile Cocktails
- 1:36:43trinken kannst. Wenn du sagst, wo der Wein an seine Grenzen kommt, vor allem bei dem
- 1:36:50Sake, gibt es irgendwas, wo Wein überhaupt nicht passt, also sei es von Speisen oder
- 1:36:55auch im normalen Leben? Wein im normalen Leben, Wein, ich finde Wein und Kaffee ist immer
- 1:37:06irgendwie recht schwierig. Manchmal krass, nicht nur zum Frühstück, sondern auch so
- 1:37:13in der Kombination, wenn du Espresso und Wein miteinander kombinierst, manchmal eine richtig
- 1:37:16Hardcore Geschichte. Also ich trinke für mein Leben gerne Kaffee, also ich komme so bestimmt
- 1:37:24auf meine 10-12 Espresso am Tag, also das ist schon meine Koffeintosis, die ich brauche.
- 1:37:30Meine Mitarbeiter lachen mich manchmal auch aus, aber sie wissen auch, es darf keiner
- 1:37:34die Kaffeemaschine reinigen, bevor sie mir nicht noch ein Doppel in der Espresso gezogen
- 1:37:37haben. Also das ist auch so ein ungeschriebenes Gesetz bei uns. Also das finde ich, also
- 1:37:46früh ist mal irgendwie beim Brunch oder so ein Glas Champagner, alles gut, aber ich
- 1:37:49würde mir jetzt nicht früh zum Zehen, zum Frühstück eine Flasche Wein aufmachen, also
- 1:37:52das ist so eine Sache, die macht für mich wenig Sinn in der Speisenkombination. Es gibt
- 1:37:58halt so einzelne Zutaten, finde ich, wo Wein oft an seine Grenze kommt. Natürlich gibt
- 1:38:02es immer Faktoren, die einspielen oder die damit rein spielen, da ist die Sauce natürlich
- 1:38:08immer noch ein Faktor, wie ist die Zutat oder die Ingredients zubereitet, aber so generell
- 1:38:13sage ich mal so Sachen wie Artischoke, also gerade wenn du viel Bitterstoffe irgendwie
- 1:38:18mit dabei hast, dann kommt Wein doch manchmal an seine Grenzen und dann finde ich, ist Sake
- 1:38:23einfach eine andere Dimension, wo ich gerne ein Glas dazu mal trinke, aber ich habe halt,
- 1:38:30das ist dann wiederum mein Problem mit Sake, ich habe halt selten das Bedürfnis, oder
- 1:38:33eigentlich nie, eine Flasche Sake zu trinken. Ich finde so ein Glas zum Essen spannend, aber
- 1:38:40ich habe halt auch das Gefühl, dass ich von Sake unglaublich betrunken werde, also das
- 1:38:43ist immer so mein Problem damit. Ich finde manchmal gewisse Biere auch ganz spannend in
- 1:38:51der Kombination, aber generell ist es halt schwierig, es hat seltenen Getränk diese Komplexität,
- 1:38:58wie sie Wein hat. Hat es etwas anderes? Entschuldigung?
- 1:39:03Ja, also es gibt etwas anderes tatsächlich, wo ich eine ähnliche Komplexität habe, was
- 1:39:09ich so in den letzten ein, zwei Jahren so ein bisschen für mich entdeckt habe, ist das
- 1:39:12Thema Zigarre tatsächlich, also das ist so. Okay.
- 1:39:16Weil da auch gerade Lagerung, also es ist ein unglaublicher Unterschied, eine frisch auf
- 1:39:23Markt gebracht hat, Zigarre zu rauchen oder wenn sie mal drei, vier Jahre in einem guten
- 1:39:27Humidor verbracht hat, also ähnlich wie man es auch von dem Wein kennt. Und das erlebe
- 1:39:33ich eigentlich in der Intensität und in der Komplexität, ist das so eine der wenigen
- 1:39:38Sachen, die dem Wein nahekommt meiner Meinung nach.
- 1:39:41Liebt ihr es im Restaurant oder wo kannst du es ausleben?
- 1:39:44Also ich lebe es tatsächlich in meiner Freizeit aus, ich habe mittlerweile einen schönen
- 1:39:49Humidor zu Hause, wo ich auch ein paar wirklich sehr schönen Zigarren drin habe und es genieße
- 1:39:54wirklich auch an meinen freien Tagen oder auch mal bei schönen, wenn es jetzt ein bisschen
- 1:40:00wärmer ist, auch nach dem Feier mal noch eine schöne Zigarre zu rauchen. Im Restaurant
- 1:40:04ist es halt bei uns nicht möglich, weil wir unser Restaurant besteht nur aus einem Raum,
- 1:40:08ich kann jetzt nicht irgendwie noch eine Raucherlaun schaffen. Und das finde ich tatsächlich
- 1:40:12auch so ein bisschen schade, dass das halt so durch diese ganzen Nichtraucherschutzgesetze,
- 1:40:16die vollkommen richtig sind, also nicht falsch verstehen. Ich habe auch noch in der Zeit
- 1:40:19angefangen in der Gastronomie zu arbeiten, wo es noch geraucht werden durfte in den
- 1:40:23Restaurants und wo du nach einem Frühstücksservice schon gestunken hast, als du jetzt so gerade
- 1:40:26die zehn Stunden in der Kneipe gesessen und noch Aschenbecher wechseln und wo du dir deine
- 1:40:32Moves überlegt hast, wie kann ich hinter dem Rücken möglichst den sauberen Aschenbecher
- 1:40:37austauschen. Also ich finde es unglaublich schön, dass in Restaurants nicht mehr geraucht
- 1:40:42werden darf, aber diese Kultur des Zigarrerauchens und so, das ist schon etwas, was leider halt
- 1:40:48immer mehr verschwindet. Und es ist auch, ja jetzt glaube ich auch nicht mehr gelehrt
- 1:40:53wird an der Sommelgeschule, wenn ich das richtig mitbekommen habe und das finde ich tatsächlich
- 1:40:57halt auch ein bisschen schade, weil es gehört halt schon zum klassischen Handwerk dazu.
- 1:41:01Und auch in den Sommelwettbewerben taucht eigentlich auch fast immer eine Zigarrenfrage
- 1:41:08auf. Ich hatte auch schon ein, zwei Praxisaufgaben mit Zigarren in den Wettbewerben. Also es
- 1:41:12ist halt einfach eigentlich eine klassische Aufgabe des Sommeljes.
- 1:41:16Das auf alle Fälle uns gehört, finde ich auch zu einer gewissen Art der Genusskultur
- 1:41:21hinzu. Also wenn man es im gewissen Rahmen hält, wie mit allen Sachen, die man auch leicht
- 1:41:25übertreiben kann. Es kann Alkohol, es kann Zucker sein, es kann eben auch Rauchwahn sein.
- 1:41:29Aber wir haben es damals, das letzte Mal, wo ich das intensiv gelebt habe, war am
- 1:41:33Schloss Lehrbach, in Berges Gladbater, hatten wir auch eine Zigarenkarte mit 100 Zigaren,
- 1:41:37also mit ganz verschiedenen Positionen, was großartig war. Sie hatten teilweise Jahrgangs-Zigaren,
- 1:41:42wir hatten noch original Davidoff drauf, also noch Kubanische. Das war großartig, die zu
- 1:41:49leben und die intensiv zu begleiten, zu pflegen, auch die Mitarbeiter davon zu begeistern.
- 1:41:55Aber ja, es war zu einer Zeit, als im Restaurant noch geraucht werden durfte und so manches
- 1:42:00mal eben tragisch, wenn der Nebentier gerade eine Zigare anzündete und du noch fünf Gänge
- 1:42:05vor dir hast. Aber ich weiß gar nicht, gibt es noch Rauch, also in Karten Hamburg gibt es
- 1:42:11bestimmt viele Zigarenclubs oder Lounge? Es kommt gerade wieder tatsächlich. Also wir
- 1:42:17haben mittlerweile drei Casa de Havanos, was für eine Stadt wie Hamburg echt viel ist.
- 1:42:22Also normalerweise hast du so eine pro Stadt, wir haben die dritte jetzt, wo man eben auch
- 1:42:29drinnen rauchen kann, die eine bauen gerade auch wirklich einen riesen Smokerslaunch mitten
- 1:42:35in der Innenstadt, also da freue ich mich schon richtig drauf, dass man auch bei schlechten
- 1:42:39Wetter nicht frieren muss, um mal eine schöne Zigare zu rauchen. Ich bin voll und ganz bei dir.
- 1:42:44Im Restaurant finde ich es schwierig. Also wenn du da gerade noch gerade deinen dritten Gang hast
- 1:42:49und neben dir, der steckt sich schon das dicke Ding da an, das ist sehr, sehr schwierig. Wir
- 1:42:56diskutieren es gerade, ob wir es zumindest auf der Terrasse mit einem kleinen Humidor so ein
- 1:43:01bisschen anbieten, weil wir sind auch ein Restaurant, wo das Thema aufgesprittete Weine,
- 1:43:07also Portwein Madeira und so sehr explizit gelebt wird und na ja, unter dem Strich verspreche ich
- 1:43:15mir halt auch mehr Umsatz davon, wenn die Gäste dann noch eine Zigare rauchen, noch mal einen
- 1:43:18schönen Madeira, vielleicht noch mal eine halbe Flasche Vintageport zu zweit oder so. Und es
- 1:43:24sind einfach großartige Erfahrungen und das finde ich ist auch immer so ein bisschen Teil
- 1:43:27unserer Aufgabe als Sommeliers. Durch das, was wir anbieten, ob es eben der Portwein zu Ziggacher
- 1:43:33oder das Gläschen Süßwein zu Entenleber oder der Sherry zu Rinderkonsumee, dadurch,
- 1:43:38dass wir es anbieten, versuchen wir dem Gast auch Möglichkeiten des Genusses zu offerieren.
- 1:43:44Natürlich wollen wir damit auch Geld verdienen, dadurch, dass wir Zusatzverkäufe machen,
- 1:43:49dieses klassische Upselling, wie wir es hoffentlich mal alle gelernt haben in der Sommelierschule,
- 1:43:54ist ja gar nicht eine Kernkompetenz. Darum sage ich auch immer, ein guter Sommelier oder eine
- 1:44:00gute Sommierre bezahlt sich ja am Ende selber durch ihren Zusatzverkauf letztendlich. Und es
- 1:44:07geht ja aber letztendlich nicht darum, dem Gast mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern ihm
- 1:44:13einfach noch ein anderes, ein zusätzliches Geschmackserlebnis zu bilden. Und das finde ich
- 1:44:18manchmal auch so ein bisschen schade, dass das vom Gast manchmal auch falsch verstanden wird,
- 1:44:21dass der Gast halt sagt, na ja, jetzt will er mir noch was verkaufen und noch was verkaufen,
- 1:44:25aber eigentlich geht es ihm ja darum, mehr Erfahrungen zu machen oder mehr Erfahrungen anzubieten.
- 1:44:31Und ich finde einfach auch die eigene Kompetenz, irgendwo zu leben, also auch einen Ort zu schaffen,
- 1:44:35wo man das kann, also wo man zum Beispiel Ziggacher rauchen kann oder wo man ein bestimmtes Angebot
- 1:44:41in einer Art und Form und Weise findet. Und zum anderen, was ich eben auch enorm finde,
- 1:44:46neben dem wirtschaftlichen natürlich auch einfach Zeiträume zu schaffen. Und gerade mit einer
- 1:44:51Ziggare schaffst du einen enormen Zeitraum, wo die ja nicht irgendwie in drei Minuten aufgepufft ist,
- 1:44:57sondern man kommt zur Ruhe. Das ist was ich selber am Ziggaren genießen eigentlich so sehr mag,
- 1:45:02dass man sich automatisch Zeit für die nächsten 20, 40, vielleicht eine Stunde,
- 1:45:07Minuten oder vielleicht eine Stunde nimmt und zeitlos ist. Und das finde ich großartig. Und
- 1:45:13dafür finde ich das eigentlich unglaublich. Ich glaube aber der Markt ist ziemlich schwer
- 1:45:18geworden oder für Ziggaren. Ich habe gehört, dass also kaum noch wirklich nachweislich echte
- 1:45:23Ziggaren aus Kuba kommen und viele auch sehr besondere Spezialitäten nicht mehr zu haben sind.
- 1:45:32Ich habe den Überblick seit zehn Jahren verloren. Also die letzten zwei, drei Jahre sind extrem geworden.
- 1:45:39Also man kann da durchaus auch wieder parallel zu der Weinwelt ziehen. Der Hauptmarkt für Ziggaren
- 1:45:47ist mittlerweile Asien, also China und Japan vor allen Dingen, wo halt einfach auch viel Geld sitzt.
- 1:45:52Und für Kuba ist halt Ziggare eine der wenigen Möglichkeiten überhaupt, frische Deviesen ins
- 1:46:01Land zu bringen. Es ist ein kommunistisches Land, die aber unglaublich auf diese Deviesen angewiesen
- 1:46:08sind. Und es finden da im Moment ganz krasse Umstrukturierung statt. Wenn das wirklich alles so
- 1:46:15passiert, wie es im Moment in den Sternen steht, dann wird es noch krasser werden in den nächsten
- 1:46:20Jahren, was kubanische Ziggaren angeht. Wie fern? Der krelementiert seitens der Einfuhr oder der
- 1:46:28Ausführung? Nee, Kuba will noch mehr vom Kuchen abhaben. Also sie wollen die Ziggaren Zuteilung,
- 1:46:34sie wollen mehr Anteile an den Importfirmen haben. Also das ist das, was im Moment so krass diskutiert
- 1:46:41wird und dass sie die Mengen an Ziggaren nur noch an die Länder sozusagen vergeben, wo sie mehr als
- 1:46:4950 Prozent der Importfirma auch besitzen. Das ist halt in Asien halt sehr häufig der Fall. Und in
- 1:46:58Deutschland ist der Importeria Avenue Number 5 und da ist es halt nicht so und deshalb wird der
- 1:47:04deutschen Markt immer weiter rationalisiert im Moment, was Ziggaren angeht und dadurch steigen
- 1:47:10natürlich die Preise. Also kubanische Ziggaren, gerade wenn du so die Topmark nimmst wie Cojiba und
- 1:47:15Trinidad, das ist wirklich unbezahlbar geworden eigentlich. Aber es gibt ja Gott sei Dank auch
- 1:47:20noch ein Unterbau, der noch halbwegs bezahlbar ist. Aber es ist natürlich schon auch, muss man sich auch
- 1:47:26fragen, muss das sein, dass ich jetzt eine Ziggare, die 20, 30 Euro kostet. Teilweise wenn du Behege
- 1:47:32von Cojiba nimmst, bist du mittlerweile bei 250, 300 Euro, die pro Ziggare. Da sagen andere,
- 1:47:39gut, da kann ich die Hunder da auch direkt anzünden, habe ich das gleiche Gefühl so ungefähr.
- 1:47:42Geht es dir aber nicht so, dass also ebenlich wie bei verschiedenen Weinen, wo ich sage,
- 1:47:47es kann kein anderer. Also wenn ich jetzt eine rieslinge Ausliese von Prüm nehmen oder von
- 1:47:56Willy Schäfer oder selbst von Eifel oder Schadzhofberg oder sonstiges, es kann kein
- 1:48:00anderer. Und so ist es bei mir, bei Rauchwaren ähnlich. Wenn ich jetzt eine Kubanische Ziggare
- 1:48:06rauchen möchte, möchte ich eine Kubanische Ziggare rauchen. Ist natürlich dann immer so die Frage
- 1:48:10auch, also auch der Herkunft des Originals und so weiter, wie viel ist der Einbildung. Aber ich
- 1:48:17meine zu glauben, dass es eine gewisse Geschmackskarakteristik in genau diesen Produkten gibt,
- 1:48:22die es halt ähnlich bei den eben zitierten Rieslingen woanders nicht gibt. Absolut. Also ich bin
- 1:48:30tatsächlich jemand, ich rauche fast ausschließlich Kubanische Ziggare, bis auf ein paar ganz,
- 1:48:36ganz wenige Ausnahmen, eben das Geschmackes wegen. Ich kauf die aber auch wirklich nur in Quellen,
- 1:48:41wo ich weiß, es sind Echte. Also ich würde niemals anfangen, genauso wie ich nicht anfange, auf eBay
- 1:48:47irgendwelche Weine zu kaufen, würde ich da auch nie anfangen, irgendwelchen dubiosen Internetquellen
- 1:48:52Ziggaren zu kaufen, sondern ich... Also ich habe mal gehört, bei Ziggaren ist es noch krasser,
- 1:48:57es sind 90 Prozent Fälschungsrate. Ja auch, zum Beispiel, ich höre das immer wieder auch
- 1:49:02vergessen, ja wir haben aus Kuba tolle Ziggaren mitgebracht, sag ich, ja wo habt ihr die dann
- 1:49:05gekauft? Ja an der Straße da, das müssen ja Echte sein, ja, nee, also das ist zu 99,9 Prozent,
- 1:49:11ist die gefälscht und ich würde zum Beispiel in Kuba selber, glaube ich, so gut wie keine Ziggaren
- 1:49:17kaufen, weil sie das, was gut ist, geht wirklich in den Export und verlässt die Insel relativ zügig.
- 1:49:23Und ich bin dabei dir, aber ich bin auch nicht bereit, jeden Preis für eine Flasche Wein zu
- 1:49:30bezahlen, nur weil der Markt das im Moment hergibt. Also ich hatte früher viel, viel mehr Bugunda
- 1:49:36zum Beispiel auf der Karte, aber ich bin nicht bereit, jeden Fantasiepreis für namhafte Bugunder
- 1:49:41Winzer zu bezahlen, auch wenn die Qualität sehr, sehr gut ist. Auch wenn der Kunde es bezahlen möchte,
- 1:49:48also das ist ja immer so eine Diskussionssache, warum soll ich das nicht auf die Karte nehmen,
- 1:49:51wenn der Kunde dafür da ist, sich freut, wenn er einen Wine X Y bekommt und ich ihn bekomme und
- 1:49:59ihn genau dafür anbieten kann. Also warum nicht, nur weil der Preis sich da verändert hat, warum
- 1:50:04soll ich darüber richten, wenn ich... Dazu muss man vielleicht sagen, dass wir in Hamburg nicht unbedingt
- 1:50:08die Bugundstadt sind. Das ist in München oder so oder in anderen Städten vielleicht einfacher.
- 1:50:15Der Hamburger Gast ist kein Bugundertrinker. Vor zehn Jahren mit Bordeaux genauso, also wo jeder
- 1:50:22über die Preise sich erschaffiert hat, letztlich lief es dir dann trotzdem. Ja, im Moment ist es halt
- 1:50:30der Pino. Bordeaux würde ich in Hamburg immer auf der Karte haben, weil Hamburg ist auf... Einfach
- 1:50:34schon seit Jahrhunderten aufgrund des Hafens und so weiter, ist einfach eine Bordeauxstadt und Bordeaux
- 1:50:39funktioniert in Hamburg immer. Man muss natürlich immer so ein bisschen seine Angebote und Nachfrage,
- 1:50:43zum Beispiel meine Top Bugunder habe ich früher fast ausschließlich an skandinavische Gäste verkauft,
- 1:50:48aber auch das findet nicht mehr in der Form statt, weil die Skandinavier verstanden haben. Ich muss
- 1:50:56vielleicht gar nicht die 7, 800, 1200 Euro für den Schießmichtod-Schambatta von Rousseau oder
- 1:51:04keine Ahnung was bezahlen, sondern gerade in Deutschland haben wir ja einen sehr, sehr
- 1:51:10gute Alternativen im Pino-Bereich. Also zum Beispiel ich verkaufe jetzt meine ganzen Top-Deutschen
- 1:51:17Pinos. Das ist das, was die Skandinavier im Moment bei uns trinken. Also so aller Hundrück von Fürst,
- 1:51:22Rings, Keller, Huber, wie sie alle heißen, das saufen bei uns die ganzen Skandinavier und mit
- 1:51:28einer großen Freude und freuen sich noch, dass sie eben das für relativ bezahlbares Geld bekommen.
- 1:51:34Natürlich haben wir auch... Ich habe es nicht aus Beucott den Begrund gegenüber gemacht, dass
- 1:51:40du die nicht oder weniger einkaufst, sondern mehr aus dem heraus, weil du eine Offenheit bei deinen
- 1:51:45Gästen entdeckt hast. Ich habe eine Offenheit bei den Gästen entdeckt und wir sind ein eigenes,
- 1:51:50also unser kleines Restaurant. Wir haben kein Geldgeber im Hintergrund stehen und es ist,
- 1:51:55ich muss da manchmal halt auch ein bisschen abwägen, ob ich jetzt mehr Kapital in 3, 5, 18
- 1:52:02Flaschen Bugund bündel, was ich dann vielleicht auch über ein, zwei Jahre natürlich entsprechend
- 1:52:08verkaufe oder ob ich halt Sachen auf die Karte nehmen, die sich einfach auch schneller drehen und
- 1:52:12wo ich einfach im Cashflow bleibe. Das sind einfach halt auch so Entscheidungen. Ich beobachte
- 1:52:21das jetzt ganz interessiert. Die Subscription im Bordeaux sieht ja so auch und auch jetzt die
- 1:52:27ersten Ankündigungen im Bugund, dass die Preise nach unten gehen werden, weil es ist ja jetzt,
- 1:52:34gerade in den letzten ein, zwei Jahren, zieht ja auch nicht mehr das Argument, es gibt keine Menge.
- 1:52:39Also das war ja das Argument in 2021, warum die Preise im Bugund so durch die Decke gegangen sind,
- 1:52:44dass aufgrund von Frost und so weiter zu wenig Menge da war, aber gerade der 22er und 23er
- 1:52:50Jahrgang sind ja mengenmäßig wirklich mehr als oder mehr als genug da und da müssen sich jetzt
- 1:53:00einfach die Preise etwas normalisieren, sage ich mal. Grundsätzlich bin ich da schon dazu bereit,
- 1:53:08auch teure Weine auf die Karte zu nehmen, wir verkaufen das auch, aber ich vertret die Meinung
- 1:53:13nicht um jeden Preis. Und so ist es mit Zigarren aber auch. Also ich muss nicht die 300 Euro
- 1:53:19Zigarre rauchen, obwohl es das Original aus Kuba ist. Es gibt auch in Kuba spannende Alternativen
- 1:53:24aus der zweiten, aus der dritten Reihe, die in einem deutlich bezahlbaren Preisrahmen liegen.
- 1:53:29Ja, bei der Erlebnisgestaltung nenn ich es mal bei euch im Restaurant, wie weit bist du dort mitverantwortlich?
- 1:53:39Also Wandfarbe, Musik, Glasauswahl, also sind solche Sachen für dich wichtig oder hast du das
- 1:53:49genommen, was dort gegeben ist und versuchst damit zu arbeiten? Das Schöne beim Kindfeld,
- 1:53:56wo ich jetzt bin, ich habe das Restaurant von Anfang an mitbegleitet, also wirklich vom ersten
- 1:54:01Tag der Konzeptplanung mit der Familie Kinfeld, die mir an der Abendstil für das Restaurant steht.
- 1:54:08Die sind auf mich zugekommen und haben gesagt, Max, wir wollen ein zweites Restaurant öffnen,
- 1:54:13könntest du dir vorstellen, das mit uns zusammen zu machen. Und weil es soll der Fokus ganz klar
- 1:54:17auf dem Thema Essen und Wein liegen und wir haben die ersten Gespräche dazu schon, ich glaube 2016
- 1:54:24oder das ist sogar schon 2015 geführt und da habe ich gesagt, grundsätzlich kann ich mir das
- 1:54:32vorstellen, ich bin aber im Moment mit dem Söberg und so ganz happy, aber lass uns mal drüber reden.
- 1:54:38Und dann haben wir so ein bisschen gesprochen, dann ist es erstmal so ein bisschen eingeschlafen,
- 1:54:43weil die Immobilie, in der wir jetzt tatsächlich auch das Restaurant haben, damals uns schon mal
- 1:54:48angeboten wurde, dann aber dann doch nicht mehr zur Verfügung stand, aber nach knapp zwei Jahren
- 1:54:53ist der Eigentümer wieder auf uns zugekommen, hat gesagt, es hat sich doch was geändert,
- 1:54:57also wenn ihr noch Interesse habt, können wir uns gerne nochmal unterhalten. Und dann war auch für
- 1:55:01mich einfach zwei Jahre später mit Familie Kinfeld, wir haben uns nochmal zusammengesetzt und haben
- 1:55:06gesagt, ich glaube jetzt ist der richtige Zeitpunkt das zu tun. Und dann haben wir eben angefangen,
- 1:55:11das zu planen, wirklich von wie wollen wir es machen, was soll die Kernkompetenz sein,
- 1:55:17wie soll es aufgebaut sein und dann hatten wir, also und von daher hatte ich das Glück,
- 1:55:26einfach das von Anfang an mitgestalten zu können. Wir haben uns gerade was das Design und so weiter
- 1:55:30angeht, haben wir das Glück gehabt, noch eine gute Freundin mit ins Boot zu kriegen, die auf
- 1:55:34Interior Design und so weiter spezialisiert ist und die hat uns eben das ganze Design gemacht,
- 1:55:39wo wir aber auch immer mitreden konnten, sieht alles gut aus, aber wir brauchen es ein bisschen
- 1:55:46anders von der Funktionalität. Weil es war für uns auch wichtig, das Restaurant ist,
- 1:55:50nennen wir es mal platztechnisch etwas schwierig, also logistisch gesehen, so von Abläufen,
- 1:55:57von den räumlichen Gegebenheiten und da mussten wir einfach sehr, sehr viel optimieren und es war
- 1:56:03eben wichtig, ein Restaurant zu haben, was auch oder war uns wichtig, was sehr flexibel ist. Wir
- 1:56:09wollten, dass die Tische alle die gleiche Form haben, dass wir einfach auch Tische individuell
- 1:56:13zusammenstellen können, dass wir, ah, der Gast ist jetzt doch zu fünf und nicht zu dritt,
- 1:56:18wir brauchen noch ein Tisch mehr, dass wir nicht das halbe Restaurant umstellen müssen,
- 1:56:21sondern einfach ein Tisch noch dran schieben können, so was war uns zum Beispiel sehr,
- 1:56:25sehr wichtig und da konnten wir einfach sehr viel mit einbringen. Ich finde,
- 1:56:30eine Atmosphäre ist unglaublich wichtig, steht außer Frage, aber es ist nicht alles, sondern
- 1:56:35da gehören ganz viele Komponenten dazu, natürlich so Sachen wie Licht, Farbe, ich
- 1:56:42finde Stoffe in einem Restaurant immer ganz wichtig, einfach auch schon unter der Funktion des
- 1:56:46Schallschluckens, das finde ich bei vielen modernen Restaurantkonzepten. Wenn du dich anschreien
- 1:56:53musst an einem Zweiertisch, weil einfach nichts im Raum ist, was auch nur irgendein Stück Schall
- 1:56:58schluckt, finde ich das oft sehr, sehr anstrengend. Dann ist die Musik vielleicht noch sehr laut,
- 1:57:03dann kommst du dir, dann bist du heiser, wenn du aus dem Restaurant kommst, so ungefähr und
- 1:57:08hat es eigentlich nur einen Abend zu zweit. Das finde ich oft sehr, sehr anstrengend und da
- 1:57:14konnten wir einfach viel mit einfließen lassen. Ich sage mal Geschirrverantworten, zum Beispiel
- 1:57:20Kirl, der eben für die Küche verantwortlich ist. Ich mache Vorschläge, was Gläser und so weiter
- 1:57:28angeht, aber wir entscheiden immer alles zu dritt. Bei der Gesamtgestaltung des Raumes
- 1:57:34hast du da irgendein Gedanke, wo du sagst, das funktioniert am besten für Wein, weil Wein ja
- 1:57:39doch schon von vornherein ein elementares Thema dabei war oder war das erstmal egal, sondern
- 1:57:44es ging rein um die Wohlfühlatmosphäre. Tatsächlich ging es eher um die Wohlfühlatmosphäre. Ich fand
- 1:57:51es wichtig, dass wir ordentliche Gläser haben, dass wir arbeiten mit zwei Gläsern. Anfangs
- 1:57:58tatsächlich auch nur mit einem, das hat aber auch letztendlich auch irgendwann budgettechnische
- 1:58:04Gründe, weil einfach mit einem Marken oder nur mit einem Glas? Mit einem Glas tatsächlich.
- 1:58:09Also am Anfang haben wir tatsächlich nur mit dem Gabriel-Klas gearbeitet als Universalklas.
- 1:58:14Da hatten wir aber auch noch die Idee, dass wir doch mehr Weinbar sind. Also dass es doch auch
- 1:58:22ein bisschen easier noch ist. Da hatten wir gar nicht so die Gedanken daran, dass bei uns Weine
- 1:58:28für 1000 Euro getrunken werden oder so. Da war wirklich, dass wir doch auch die Gäste kommen,
- 1:58:34trinken Klas, essen ein bisschen Käse dazu und gehen wieder. Aber es hat sich dann doch relativ
- 1:58:38schnell so rauskristallisiert, dass man uns doch eher als Wein-Restaurant wahrnimmt und dass auch
- 1:58:43der Genuss von großen Wein eine Rolle spielt. Und dann haben wir relativ schnell dann auch
- 1:58:50nachgelegt und haben noch ein Glas für große Weine sozusagen mit reingenommen. Da arbeiten wir
- 1:58:57mit dem, ich glaube, es ist eine Klasserie, die du nicht so gerne magst. Das ist die Definition von
- 1:59:03Spiegelau. Ach, das hatte ich so mit dem, dass ich nicht gerne mag. Also ich habe da nichts mit mögen
- 1:59:10oder nicht mögen. Das ist, dass ich es nicht so vorteilhaft finde zum Verkosten. Aber sie haben
- 1:59:18den Zeitgeist getroffen. Der Weg, den sie gegangen sind, war nicht unbedingt vielleicht smart oder
- 1:59:23fair. Ich glaube, das fällt ihnen so ein bisschen auf die Füße. Aber ein Glas zu kreieren, was Maschinen
- 1:59:30geblasen ist, was damit den Zeitgeist trifft. Also die meisten werden ihr Glas ja an der Feinsinnigkeit,
- 1:59:38also an der Dünnhhaftigkeit, an der Haptik und am Gewicht. Und damit haben sie also jeglichem,
- 1:59:44jeglichem Gäste Wunsch entsprochen. Ich finde nur, sie bringen nichts rein von der Gustaturik her.
- 1:59:50Aber das wirst du anders beurteilen, weil du ja da wesentlich feinsinniger bist aufgrund
- 1:59:54eben auch deiner Erfahrung, deiner Verkostungserfahrung. Und das sind manchmal eben auch persönliche
- 1:59:58Präferenzen. Und das, was, glaube ich, die Definition geschafft haben, ist halt preisgerecht
- 2:00:04aufzu, oder nicht preisgerecht, sondern doofes Wort, aber preisattraktiv aufzutreten.
- 2:00:09Na gut, aber das ist schon ein riesengroßer Faktor. Also du kannst es sicherlich auch aus deiner Zeit
- 2:00:15in deiner Weinbar bestätigen. Gläser kaufen ist einfach auch sehr, sehr viel Geld, was da im Jahr
- 2:00:22für drauf geht. Also und... Es ist total, aber wenn du das einigermaßen wirtschaftlich durchkalkulierst,
- 2:00:29wenn du auch mit deinen Mitarbeitern deine entsprechende Schulung machst und versuchst,
- 2:00:34das bewusst mit denen anzugehen, dann ist es ein Mehrwert, der unbezahlbar ist. Also wenn du ein
- 2:00:39ordentliches, mundgeblasenes Glas in der Weinbar hast, du trainierst da in deinen Spüler oder
- 2:00:45deinem Polierer darauf, dass der ist, das gibt auch Maschinen, wo du es noch nicht mehr brauchst,
- 2:00:48nutzt das entsprechend und kannst vernünftiges Glas nehmen. Wir haben den Mehrwert der Gläser,
- 2:00:54wir hatten damals die Zierwischen, logischerweise bei uns im Angebot, haben die Gläserparallel
- 2:01:00verkauft und dadurch, dass die Leute gerne zum gleichen Preis, als wenn sie es irgendwo im Netz
- 2:01:04bestellt hätten, bei uns gekauft haben, haben sich die Glaswerte, also haben sich die Glaskosten
- 2:01:11amontisiert. Also wir hatten eigentlich faktisch niemals Glaskosten. Auch das verstehe ich von
- 2:01:17und ganz und ich glaube, was du gerade schon gesagt hast, ist ein riesengroßer Punkt darum. Wir
- 2:01:22Somnias haben alle, was das Thema Glas angeht, glaube ich auch so ein ego-persönliches Empfinden
- 2:01:31und da gibt es auch wenig richtig oder falsch. Letztendlich muss jeder Somnli zu dem Glas stehen,
- 2:01:37mit dem er arbeitet oder wo er es beeinflussen kann. Es gibt ja durchaus auch Somnlias, die haben
- 2:01:41darauf keinen Einfluss, weil das vom Betrieb her vorgegeben wird und die Entscheidung trifft ja
- 2:01:46dann meistens irgendjemand anderes und nicht unbedingt der, der da mitarbeiten muss letztendlich.
- 2:01:52Bei uns war aber auch zum Beispiel der, ja deshalb haben wir auch nur zwei Gläser, auch das Thema
- 2:02:00Platz einfach. Ganz großer Faktor. Wir haben nicht die Möglichkeit bei uns fünf, sechs verschiedene
- 2:02:09Weingläser in entsprechender Menge vorzuhalten. Das ist ein riesengroßer Faktor und dann habe
- 2:02:15ich gesagt, okay, es wird nie hundertprozentig perfekt sein, aber ich versuche den möglichst
- 2:02:20perfekten Weg zu nehmen. Ich finde, das Gabriel Glas ist ein perfektes Universalklass. Du hast
- 2:02:25viele Schaumweine funktionieren da draus ungemein gut. Für einen offenen Ausschank ist es ein sehr,
- 2:02:30sehr gutes Glas und mit dem Spiegelau der Finischen haben wir eben auch, wo der Gast dann merkt, wenn
- 2:02:38er eine Flasche bestellt, wenn er das einfach nochmal sich ein bisschen abhebt davon, dass es
- 2:02:42auch so eine Gefühlsache ist. Ich bin bei dir, dass es sensorisch sicherlich nicht das perfekte
- 2:02:47Glas ist. Ich habe bei manchen Wein manchmal das Gefühl, dass es den Wein auch manchmal ein
- 2:02:53bisschen nackt macht, also dass es ein bisschen zu sehr manchmal auch die Schwächen des Weines
- 2:02:58zeigt, aber grundsätzlich mag ich dieses Glas einfach von der Haptik und vom Mundgefühl und auch
- 2:03:05vom allgemeinen Trinkgenuss sehr, sehr gerne. Ich bin bei dir, dass es nicht das beste Dekonstrationsglas
- 2:03:12ist, sondern dass es ein sehr schönes Trinkglas ist. Da bist du bei der Ausweih ja schon sehr zeitgeistig.
- 2:03:19Wir hatten bei uns teilweise 10 bis 15 verschiedene Gläser, aber da haben wir natürlich auch, also
- 2:03:24zum einen muss man es in die Relation setzen, wir waren in Weinbar. Also da will man natürlich spielen,
- 2:03:29auf der anderen Seite hatten wir maximal 30 Plätze, also von dem her kann man das natürlich anders
- 2:03:32einsetzen, hat natürlich auch Hauptgläser und Gläser, wo wir mit spielen wollten, kann es mir aber auch
- 2:03:38ganz klar vorstellen, wenn wir jetzt doppelt oder dreimal so groß gewesen wären, also 50 oder 70
- 2:03:42Leute hätten, hätten wir diese Sprüche nicht machen können. Aufgrund dessen, wenn du Zehnertisch
- 2:03:47hast, dann kannst du nicht von jedem Glas, welches du dort anbietest, 12 oder 18 Stück da haben und
- 2:03:53nichts ist peinlicher als wenn einem Tisch dann irgendwie die Hälfte die Gläser bekommen, die
- 2:03:56andere Hälfte die Gläser oder wenn du eine Weinfolge hast, du sagst, wir probieren jetzt so Pino und
- 2:04:01nimmst vorher das XY-Glas und nimmst danach dann irgendein anderes Glas aufgrund dessen, weil die
- 2:04:07entweder in der Spüle sind, überall vergeben sind, da ist dieses Sicherheitsdenken, was du dort an den
- 2:04:12Tag gelegt hast, schon mehr als vernünftig, einfach auch der Fairness, auch dem Wein gegenüber, also
- 2:04:17nicht nur der Konsumenten oder eben auch dem Treiber oder einem selber, sondern eben auch dem
- 2:04:23Wein gegenüber, dass er eine möglichst gleiche Präsentationsfläche immer wieder bekommt.
- 2:04:28Genau. Komm ich da politisch vorhin gesagt, dass ich mag das nicht?
- 2:04:32Nee, nee, das hat mit Politik nichts zu tun. Also auch ich mag gewisse Gläser-Serie nicht, weil ich sie
- 2:04:40vielleicht unpraktisch finde oder sie mir auch optisch vielleicht einfach nicht gefallen. Das
- 2:04:47meinte ich damit, dass jeder Sommelier, glaube ich, schon auch ein kleiner Glas Fetishist vielleicht
- 2:04:54auch ist und...
- 2:04:55War ich eigentlich gar nicht und habe mich dafür gehalten. Also Fetishistisch schon,
- 2:04:59dass ich das ganz interessant fand und das Thema sehr interessant finde, aber ich wollte da niemals
- 2:05:03parteiisch irgendwie sein, sondern habe mich da immer sehr offengeistig vermutet. Aber ich hoffe,
- 2:05:10das kommt nicht irgendwie anders rüber, sorry.
- 2:05:12Nein, nein, dann kam das von mir jetzt vielleicht falsch rüber, weil das Thema kam ja schon bei
- 2:05:18ein, zwei deiner Podcastfolgen so ein bisschen auf und du stehst immer zu deiner Meinung und
- 2:05:23das ist ja auch grundsätzlich wichtig, aber letztendlich, wie gesagt, muss jeder Sommelier mit
- 2:05:30sich im Reihen sein, mit welchen Gläsern er arbeiten möchte und es gibt da verschiedene Faktoren,
- 2:05:36die wir gerade besprochen haben, die da eine Rolle spielen. Wir sprechen auch ganz offen mit
- 2:05:42den Gästen zum Beispiel drüber, weil zum Beispiel auch unsere offenen Weine, die Rotweine gehen
- 2:05:46dann eben die meisten auch ins Gabri-Glas, sondern sagen die Leute, ja, das ist doch eigentlich ein
- 2:05:50Weißwein-Glas, sondern sprechen wir da auch drüber oder viele Gäste sind auch immer noch irritiert,
- 2:05:55wenn du einen Schaumwein nicht in einer klassischen Flöte oder einem Flöten ähnlichen Glas servierst
- 2:06:01und wenn du da mit den Gästen drüber sprichst, finden es viele auch ganz spannend und lassen
- 2:06:07sich auch drauf ein oder ähnlich sehe ich das auch mit Karafieren und Dekantieren, man muss
- 2:06:15halt einfach mit den Gästen drüber reden und letztendlich sollte der Gast natürlich die
- 2:06:20gerade bei so Sachen wie Karafieren oder so das letzte Wort haben, aber wenn ich jetzt keine Flöte
- 2:06:27da habe, dann kann der Gast noch so sehr eine Flöte wünschen für sein Champagner, da sage ich
- 2:06:32dann einfach, da stehe ich dann meine Kompetenz auch ein bisschen darüber und sage die Flöte ist
- 2:06:36halt einfach kein gutes Schaumwein-Glas, nur weil wir es seit, weiß ich nicht, 80 Jahren meinen,
- 2:06:43dass das da reingehört, macht es das ganze Jahr noch nicht richtiger. Karafierten,
- 2:06:49Dekantiert, E4 oder eher weniger? Es war mal deutlich mehr, ich habe es ein bisschen zurückgefahren.
- 2:06:56Weil? Ich auch meine Erfahrung gemacht habe, früher war ich vielleicht auch ein bisschen
- 2:07:03ungestümer, was das ganze angeht und habe deutlich mehr karafiert. Ich karafiere zum Beispiel mittlerweile
- 2:07:12kaum noch Pinos, was ich früher immer mal gemacht habe, gerade bei Jungen, mittlerweile mache
- 2:07:18ich es eigentlich fast gar nicht mehr. Mittlerweile würde ich sogar fast so weit gehen, dass wir
- 2:07:22mehr weißweine Karafieren als Rotweine. Bin ich ganz bei dir. Also ein riesengroßes Gewächs,
- 2:07:28viele Chardonnays, auch sehr, wir haben ja auch eine große Überseerauswahl mit vielen
- 2:07:33Shenins und aus Südafrika und so weiter, die brauchen einfach oft die Luft, weil sie auch in
- 2:07:38der Regel auch noch jünger getrunken werden als die meisten Rotweine und noch nicht diese
- 2:07:42... Ich finde aber auch, dass sich die Rotweinstrukturen verändert haben in den letzten Jahren und die oftmals
- 2:07:48gar nicht so diese massive Luft bedürfen bzw. und dann vielleicht auch mit der Veränderung
- 2:07:53der Klasqualitäten sich in den Gläsern anders verändern. Also dass sich da auch viel getan hat.
- 2:07:59Das hat natürlich vor allen Dingen mit diesem lower Alkohol und so weiter auch zu tun, also dass
- 2:08:04wir niedrigere Alkoholwerte wieder haben. Ich nenne es mal diese Blockbasser nicht mehr im
- 2:08:11großen Stil, vielleicht in den meisten Restaurants getrunken werden, aber ich finde eine Karaffe,
- 2:08:18ein unglaublich wichtiges Tool. Ich arbeite mit zwei verschiedenen, ich habe jetzt auch nicht die
- 2:08:25Riesen-Karaffe, ich habe eine relativ schlanke, die ich für die meisten Weißweine benutze und
- 2:08:31dann habe ich so eine etwas bauchigere, ich glaube sie heißt sogar auch New York Apple,
- 2:08:35die hat halt so eine Apfelform, sag ich mal, die ist halt unglaublich handlich. Also man muss sich
- 2:08:40das bei uns einfach vorstellen. Wir haben 50 Sitzplätze und gerade wenn es dann halt auch richtig
- 2:08:47rund geht, wir hatten gestern Abend zum Beispiel unglaublich viele weinförrückte Tische, weil es
- 2:08:52waren zwei, drei Weinmessen in Hamburg und das heißt für uns einfach immer, wir haben viel zu tun
- 2:08:56mit weinförrückten Menschen, wo dann halt teilweise auch auf dem Tisch zwei bis drei Flaschen gleichzeitig
- 2:09:02laufen und wenn ich dann jedes mal so eine Karaffe wie früher mit einem 30 Zentimeter breiten Teller
- 2:09:08oder mit einem 30 Zentimeter breiten Glas habe, wo soll ich die denn alle hinstellen, wenn der Laden
- 2:09:15voll ist? Dann brauche ich einen extra Badresen nur für Karaffen und deshalb haben wir halt uns
- 2:09:21eher für schlanke Karaffen entschieden, auch so ein bisschen aus platztechnischen Gründen und
- 2:09:26ich arbeite dann halt auch mal mit ein bisschen mehr Schwung beim Karafieren oder ein bisschen
- 2:09:30langsamer Karafieren und so kann man dann schon relativ viel beeinflussen und viel dem Wein dann
- 2:09:38auch unter die Arme greifen, sodass der Gast dann relativ schnell sein gutes Trink verknüpfen hat.
- 2:09:44Welche Tools brauchst du noch? Also gibt es noch irgendwas, wo du sagst, dass brauche ich jetzt
- 2:09:48neben Kellnermesser zum Arbeiten? Das ist für mich essentiell. Also ich finde so Sachen wie
- 2:09:56Dropstop sind wichtig, wir sind ein Restaurant, wo wir relativ viel mit Korra war auch arbeiten.
- 2:10:04Ich finde ein gutes Kellnermesser, also einfach wichtig, wo man die Kapsel richtig
- 2:10:12mit schneiden kann und wo man den Korken auch sicher rausbekommt und essentielles Tool,
- 2:10:17also mittlerweile würde ich fast sagen das Wichtigste ist Durant, also da führt kein Weg dran vorbei.
- 2:10:23Ja, gerade wenn wir auch wieder mit älteren Sachen arbeiten und so weiter, was findest du
- 2:10:30total unsinnig? Welches Tool würdest du beim Nachbarn schenken? Was ich so ein bisschen
- 2:10:42schwachsinnig finde, sind diese Kapselschneider oder so was. Ja, ja. Ich bin spannend, wer sowas
- 2:10:53er erfunden hat. Ja, also vor allen Dingen schneidet er an einer völlig falschen Stelle,
- 2:11:00die Kapsel. Das ist halt so was mich daran stört und diese Erater, also diese, wo der
- 2:11:09Wein dann so durchläuft und belüftet werden soll, also da habe ich den Sinn noch nicht so richtig
- 2:11:13danach verstanden, weil das wird für mich immer wie als Jagd, ich sage mal durch einen Mixer so ein
- 2:11:19bisschen den Wein. Die Weine kommen auch ganz anders an als im großen Glas oder im Dekant,
- 2:11:25da finde ich. Also sie kommen total verstört an, so als hätten man das Gefühl, was jetzt
- 2:11:30mit mir passiert, nach einer Achterbahn fahren. Als hätte ich ihn vorher halt einmal komplett
- 2:11:33geschüttelt so ungefähr. Das finde ich ist auch, wo ich auch meinen Jungs-Homolees und so
- 2:11:42immer sage, die Flaschen werden mit Sorgfalt behandelt. Die werden nicht rumgeschake, die
- 2:11:46werden nicht gedreht oder irgendwie sowas, sondern begegnet dieser Flasche auch mit einer gewissen
- 2:11:54Erfurcht und honoriert einfach auch die Arbeit, die der Winzer da reingesteckt hat, um uns den
- 2:12:01perfekten Wein zu machen und dann sollte es auch unsere Aufgabe sein, den perfekt ins Glas zu kriegen,
- 2:12:08dass wir unseren Teil zum Genuss beitragen. Ich finde, da ist die Welt auch ganz schön
- 2:12:13unsensibel geworden. Also wenn ich mich zurück erinnere vor vielleicht 10 oder 20 Jahren,
- 2:12:19bei ganz, ganz wenigen ist es heute noch so, aber da hat man Wein auch erst mal zwei Wochen
- 2:12:24vorher, also nachdem der mit UPS geliefert wurde, zur Ruhe kommen lassen. Da achtet er heute keinen
- 2:12:29mehr, kein Ermittler auf oder eben nicht bei extremem Hitze-Temperatur, sonstiges oder eben,
- 2:12:33wenn man den aus dem Keller geholt hat, nicht mit einem großen Schwung irgendwie noch mal dreimal
- 2:12:38umher geschwenkt, sondern ihm mit Ruhe behandelt. Das ist heute überhaupt kein Thema mehr. Also für
- 2:12:42mich war eine Erklärung zum einen, vielleicht weil die Geschmackssensibilität sich verändert hat,
- 2:12:47vielleicht auch weil die Weinen sich verändert haben, aber das fiel mir ganz, ganz auf, ganz
- 2:12:50gravierend auf, dass früher wesentlich mehr Sensibilität dem Wein gegenüber an den Tag
- 2:12:57gelegt wurde, als es heute ist. Ja, also würde ich tatsächlich sofort unterschreiben. Also hat,
- 2:13:04glaube ich, aber auch generell was mit einfach unserer viel schnelllebigeren Welt zu tun,
- 2:13:08in der wir heute uns befinden. Ich glaube, es wird aber auch einfach nicht mehr richtig gelernt,
- 2:13:16da sind wir wieder bei dem Thema. Das haben wir halt schon immer so gemacht, dass der Wein auf
- 2:13:22die Karte kommt und eingeschenkt wird und ob der jetzt noch dreimal gerüttelt wurde oder nicht,
- 2:13:28hat mir halt auch niemand gesagt. Also ich glaube, dass das vielleicht auch eine Rolle spielt. Aber
- 2:13:35wir sind jetzt zum Beispiel auch wieder dazu übergegangen, vor ein paar Monaten Kleser wieder
- 2:13:41zu avenieren. Das ist auch was, was ich, was so in den letzten Jahren komplett verschwunden ist,
- 2:13:48aber ich jetzt für mich die Erfahrung gemacht habe, du kannst noch so eine geile Spülmaschine
- 2:13:53haben, du kannst noch so ein geiler Klasspolierer sein. Es kann immer was, es kann immer was,
- 2:13:59genau, es kann immer was im Klass drin sein und ich habe jetzt wieder bei uns jede Flasche,
- 2:14:04die verkauft wird, wird das Klass aveniert. Also wir machen das jetzt nicht beim Hauswein,
- 2:14:08Weißburgunder Klass, da machen wir es nicht, aber bei jeder Flasche, die verkauft wird,
- 2:14:13werden die Kleser und gegebenenfalls die Karaffe aveniert. Und es ist auch ganz spannend die
- 2:14:19Reaktion der Gäste. Wir erklären den Gästen, was wir machen und warum wir das machen und die
- 2:14:24Gäste sagen dann und auch wirklich so mittleren Alters oder auch, oh, das habe ich noch nie
- 2:14:29gesehen und da finde ich, da nehmen wir vielleicht auch so ein bisschen Tempo dann raus, aber zum
- 2:14:38Wohle des Weins finde ich, bin ich ganz happy, dass wir das jetzt wieder eingeführt haben.
- 2:14:42Zum einen zum Wohle des Weines, zum anderen auch um diese nochmal ganz eigene Kommunikationsebene
- 2:14:48zu schaffen. Also wo man sich mit dem Gast austauschen kann, wo man was erklären kann und wo ich finde,
- 2:14:53dass man Mehrwertigkeit auch vermitteln kann, weil der Wein ja im Restaurant mehr kostet,
- 2:15:00logischerweise, als wenn man ihn sich irgendwo auf der Straße oder im Internet bestellt und
- 2:15:05diesen Mehrwerten muss man ja neben dem eigentlichen, neben der eigentlichen Location,
- 2:15:10neben eigentlichen Restaurants oder der Weinbarre auch gerecht werden und das ist ja oftmals durch
- 2:15:14Service, dass man diesem Mehrwert mit einer entsprechenden kleinen Serviceleistung gerecht
- 2:15:17wird. Also dieses Abbenieren einfach so ein kleines Tool, was vielleicht 3, 4, 5 Minuten
- 2:15:23in Anspruch nimmt, aber so viel eigentlich auch rechtfertigt und bringt. Absolut und die Erfahrung
- 2:15:29ist tatsächlich jetzt, wir machen es jetzt so seit knapp 3 Monaten wieder, dass es bei den
- 2:15:35Gästen unglaublich gut ankommt und ich auch das Gefühl habe, dass es den Wein einfach gerechter
- 2:15:43wird und ich habe im Moment die Manpower und dann machen wir das auch gerne und nehmen uns die Zeit
- 2:15:52dafür auch im größten Stress das zu tun. Piviripsorten sind absolut, wenn man so sagen möchte,
- 2:16:14der heiße Scheiß. Wenn es eine Entwicklung in der Weinwelt gibt und das global betrachtet,
- 2:16:19also nicht nur in Deutschland, dann sind es Piviripsorten. Und ob gleich der Name Pivi für
- 2:16:24Pilzwiderstandsfähig steht, also ein deutscher Begriff ist, begann die Geschichte nicht in
- 2:16:29Deutschland, sondern im 19. Jahrhundert in Frankreich und in der Schweiz als Reaktion auf die
- 2:16:34massiven Verluste durch Pilzkrankheiten wie Mehltau und die Reblausplage, die den europäischen
- 2:16:40Weinbaustart beeinträchtigte. Einige der frühesten Arbeiten zur Entwicklung Pilzwiderstandsfähiger
- 2:16:45Rebzorten wurde von französischen und schweizer Züchtern durchgeführt. Besonders bemerkenswert
- 2:16:50ist die Arbeit von Hermann Müller bekannt als Müller Togo. Der in der Schweiz tätig war und
- 2:16:55ebenfalls zur Entwicklung Pilzwiderstandsfähiger Rebzorten weitrug. Doch erstaunlich ist was
- 2:17:00Deutschland für die Entwicklung der Piviripsorten geleistet hat. Ein bedeutendes Zentrum für
- 2:17:05die Entwicklung von Piviripsorten ist das Julius Kühn Institute, das Bundesforschungsinstitut
- 2:17:10für Kulturpflanzen, das sich auf die Züchtung und Erforschung von Widerstandsfähigen Rebzorten
- 2:17:14spezialisiert hat. Doch was macht Piviripsorten eigentlich so interessant? Sie sorgen dafür,
- 2:17:19dass der Einsatz von Pestizidenrizzit werden kann. Sie fördern die Biodiversität, da weniger
- 2:17:24Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Dadurch wiederum können Winzer nachhaltiger Arbeiten
- 2:17:28und den ökologischen Fußabdruck ihrer Weinproduktion verkleinern. Piviripsorten können eine Lösung
- 2:17:33für den Klimawandel sein, da sie oft widerstandsfähiger gegen extreme Wetterbedingungen und
- 2:17:38Temperaturveränderungen sind. Nicht zu vergessen ist hierbei der wirtschaftliche Vorteil der Piviripsorten,
- 2:17:42da sie dem Bedarf an teuren Pflanzenschutzmittel und die Kosten für deren Anwendung enorm
- 2:17:47verringern. Durch den Anbau von Pivis können auch Regionen Weinbau betreiben, die sonst auf
- 2:17:51Grundhoher Pilzbefallsraten nicht geeignet werden. Und letztlich profitieren auch die
- 2:17:55Verbraucher vom Genuss von Piviripsorten, da diese umweltfreundlicher und auch gesundheitlich
- 2:18:01unbedenklicher sind. Und die Piviripsorten fördern die Innovationskraft im Weinbau,
- 2:18:05indem sie Winzer dazu anregen, neue Anbaumethoden und Strategien zu entwickeln, so auch Roberto Anselmi.
- 2:18:112023 hat Anselmi erstmals einen Wein mit anteiligen Pivis auf den Markt gebracht.
- 2:18:16Ein lang angedachter Plan, denn schon vor Jahren hat Anselmi ca. 30 Hektar mit 40.000
- 2:18:23Pilzresistenten Piviripsorten bepflanzt. Und das in der renommierten Lage Capitel Voscarino.
- 2:18:29Auf vulkanischen und Kalkgestein gewachsen hat man in dem San Vincenzo traditionelle
- 2:18:34Ripsorten wie den Sauvignon Blanc, Gaganega, Chardonnay, Goldtramina Pinno Bianco, Manzoni
- 2:18:40Cross mit Piviripsorten wie den Rieslingresidenten, den Aromere und den Zabini Gris kürvidiert,
- 2:18:46kombiniert, vermählt und somit ein Weinerlebnis erschafft, das mit fruchtig frischen, intensivtropischen
- 2:18:51Aromen, leichten, kreutrigen Noten einer perfekten Säure fasziniert, begeistert und eine ganz neue
- 2:18:58Welt für diese Kombination aus der alten und der neuen Ripsortenwelt darstellt. Ja und auch
- 2:19:04Roberto Anselmi ist der Meinung, dass der bewusste Einsatz von Pilzresistenten und Ripsorten einen
- 2:19:09Großteil der Zukunft des italienischen Weinbaus einnehmen kann, denn diese krankheitsresistenten
- 2:19:14Ripsorten reduzieren die Menge an Fungiziden auf Null. In den letzten Jahren sind die Niederschläge
- 2:19:19immer Konzentrierter, die Stürmer immer heftiger, was einen Umdenken in den Ripsortenkulturern
- 2:19:24erfordert, denn die daraus resultierende Feuchtigkeiten im Weinbergen führt zur Verbreitung
- 2:19:28von Pilzkrankheiten wie Perinospora und Odium. Um ihre zunehmende Präsenz zu bekämpfen besteht
- 2:19:33die am häufigsten angewandte Lösung darin, die Reben mit einer Reihe von noch nie dargewesenen
- 2:19:38Fungiziden zu besprühen. Das Haus Anselmis überzeugt davon, dass Hybridtrauben angesichts
- 2:19:43der sich verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels eine immer wichtigere Rolle für
- 2:19:47die Nachhaltigkeit des Weinbaus spielen werden. Und diese 2023er San Vincenzo aus dem Hause Anselmis,
- 2:19:54ein perfektes Beispiel dafür, was man an Weinqualität leisten kann, wie man Welt miteinander
- 2:19:59vereinen kann und wie ein großartiger und faszinierender Wein daraus entstehen kann.
- 2:20:04Es ist aber auch zum Beispiel so bei uns, wir sprechen das auch ganz bewusst mit den Gästen ab,
- 2:20:17ob sie, wenn jetzt gewechselt wird, ob sie ein neues Glas möchten oder bei den vinierten
- 2:20:21Gläsern bleiben möchten. Und letztendlich der Gast darf immer mitreden und der Gast hat immer
- 2:20:27das letzte Wort, aber wir sagen halt, wir geben halt unsere Empfehlung ab und das finde ich,
- 2:20:33glaube ich, ist ein sehr, sehr guter Weg. Finde ich auch ganz gut. Also eben auch die verschiedenen
- 2:20:38Wege aufzuweisen, dass man sagt, so schön wie es ist, ein neues Glas zu haben, ist das alte Glas,
- 2:20:42was bereits avioniert ist, ja jetzt eigentlich das schönste Heim in dem Augenblick für den Wein,
- 2:20:49dass er sich gleich wieder willkommen heißt oder wohlfühlt. Auf der anderen Seite zu Hause bringt
- 2:20:53einem keinerständig neues Glas, hat das auch eine gewisse Luxussituation. Und je nachdem,
- 2:20:57wie der Gast sich wohlfühlt, du bist jetzt relativ verheiratet mit dem Laden, aber wenn du
- 2:21:02einen heimlichen Wunsch hättest, wo würdest du gerne nochmal Wein empfehlen, gibt es da irgendein
- 2:21:05Lokal, wo du sagst, einfach mal ein komplettes Wissen oder mal sehen, wie die dort ab, wie die
- 2:21:12funktionieren, wie die dort ablaufen. Hast du einen Ort, wo du sagst? Ja, es gibt tatsächlich zwei,
- 2:21:19die ich mir, glaube ich, gerne mal angucken würde. Einfach nur, um zu sehen, wie machen die das dort.
- 2:21:26Das eine ist der Schwarze Adler. Ah, schön. Einfach dieses sehr klassische, aber halt mit dieser
- 2:21:34extrem umfangreichen Weinkarte und immer tierischen Respekt vor Melanie Wagner, wie sie da die
- 2:21:42Jahrgänge und das alles immer im Kopf hat und wirklich die besten Empfehlungen ausspricht, das
- 2:21:50würde ich gerne mal machen und das andere wäre das Geranium in Kopenhagen, weil die ja auch so
- 2:21:56unklopplig krasse Weinbegleitung fahren, also teilweise mit Romanie Conti, so Premium-Weinbegleitung
- 2:22:03und da würde ich gerne mal ein Tachmäuschen spielen, auf jeden Fall. Sehr gut, wolltest du selber mal
- 2:22:10Winzer werden? Ich denke, wenn du im Frankischen aufgewachsen bist, da ist ja ohnehin die Verbindung
- 2:22:18zum Wein auch mal eine ganz andere und da ist eine gewisse Selbstverständlichkeit. Es ist nicht so
- 2:22:22die, ich sag mal, utopische, als wenn man eben in Hamburg rost wird, wo das so dieser fremde Beruf
- 2:22:27ist und du kennst wahrscheinlich viele Winzer, auch neben der beruflichen Tätigkeit. Aber gab es
- 2:22:32für dich da, Martin? Ich finde es unglaublich interessant, auf Weingütern zu sein und ich
- 2:22:42fand es auch unglaublich wichtig in der Sommiausbildung, dass wir dieses Pflichtpraktikum für
- 2:22:48die Sommiaschule auf dem Weingut machen mussten, weil es hat mir damals unglaublich geholfen,
- 2:22:55dieses doch ja auch sehr trockene Thema Weinherstellung zu verstehen. Mein Praktikum
- 2:23:02damals auf dem Weingut-Schwitz-Kinder in Randersacker gemacht und habe da einfach sehr, sehr viel
- 2:23:09gelernt, habe mit Rebschnitt gemacht, war mit dem Keller und einfach viele Steps der Weinbereitung
- 2:23:16durchgemacht und liebe es auch mit Winzern durch ihre Keller und durch ihre Weinberge zu gehen und
- 2:23:22mir einfach anzuhören, weil du hast ja so viele unterschiedliche Winzer, der eine, so wie Sommias
- 2:23:28glaube ich, ein Glasfetisch haben, haben vieles Winzern, fassfetisch und das liebe ich total,
- 2:23:35mich da auch drüber mit Winzern auszutauschen und auch in den Weinbergen die verschiedenen Ansätze.
- 2:23:42Aber ich bin ganz froh, dass ich mich eher mit dem Endprodukt beschäftige als mit dem doch auch
- 2:23:51sehr, sehr knochenharten Arbeit bei Wind und Wetter, die die Winzer machen müssen. Ich habe
- 2:23:58höchsten Respekt vor jedem einzelnen Winzer, egal ob er auf dem Traktor in Rheinhessen sitzt oder
- 2:24:05alles von Hand an der Mosel oder am Duro oder so macht, aber ich bin ganz froh, dass ich am Ende
- 2:24:14der Nahrungskette sozusagen stehe. Was glaubst du, welche Winzer haben es am schwersten und welche
- 2:24:20haben es am einfachsten dieser Weinbild? Boah, das ist, also man könnte es jetzt natürlich ganz
- 2:24:31einfach machen und sagen, naja, guck dir die natürlichen Gegebenheiten an, das ist ein Winzer.
- 2:24:35Genau, guck die Hangneigung an, aber das ist ja wahrscheinlich doch nicht. Ja, das ist ja
- 2:24:39beim besten Willen nicht alles, aber natürlich ist es deutlich arbeitsintensiver, einen guten
- 2:24:44Wein an der Mosel oder am Duro oder an irgendwelchen Steillagen zu machen, als wenn du im Hinterland
- 2:24:51von Rheinhessen alles mit dem Trecker machen kannst. Also das liegt irgendwie schon in der
- 2:24:55Natur der Sache. Ich glaube, das sieht man... Was ist natürlich weiter aus einfacher noch in Spanien,
- 2:25:01wo alles trocken ist und du da nicht mal ein Trecker brauchst, sondern da was automatisiertes
- 2:25:06rüberfahren lassen kannst, sondern in Kalifornien oder im Gegenzug, wenn du da Arminien nimmst,
- 2:25:10mit Höhenlagen von XY oder in Wissberterminen, wenn da auf 1000, 2500 Meter Höhe, dein Weinberg
- 2:25:17hast du auch krass. Also daher, ich glaube, so einfach ist es nicht. Also, einfach ist es
- 2:25:22definitiv nicht. Du musst halt lernen, mit denen dir von der Natur gegebenen Umständen zu leben.
- 2:25:28Ich durfte letztes Jahr zum Beispiel in England Night Timber besuchen und war da halt echt
- 2:25:35fasziniert, wie die damit umgehen, dass sie wissen ja gut. Wir haben einfach Feuchtigkeit und wir
- 2:25:45haben einfach Pilzbefeil. Das gehört halt dazu. Es geht jetzt einfach nur darum, wir müssen das
- 2:25:50möglichst im Zaum halten, aber wir werden niemals gewinnen gegen die Natur. Das ist einfach auch
- 2:25:55aufgrund der Rebfläche der Größe und so weiter gar nicht möglich. Und wir versuchen einfach,
- 2:26:00das Bestmögliche daraus zu machen. Und das fand ich ganz spannend, wie die es schaffen,
- 2:26:05damit umzugehen. Wir sehen es ja jetzt auch dieses Jahr wieder, die Herausforderung für die Winzer
- 2:26:11in Deutschland mit der Feuchtigkeit, so ein bisschen analog zu 21. Du musst halt lernen,
- 2:26:19damit umzugehen. Das schaffen sehr viele Winzer sehr gut und ich habe da tierischen Respekt
- 2:26:27vor allem. Aber wie gesagt, tauschen möchte ich da nicht mit. Bleibst du beim Trinken und beim
- 2:26:37Empfehlen. Beim Trinken empfehlen und verkaufen. Beim Trinken hast du eine Ausbaupräferenz,
- 2:26:43also welchen Ausbaustil magst du am liebsten? Also eine bestimmte Charakteristik, was liegt dir am
- 2:26:49Nächsten? Ich glaube, es ist ja für einen selber, der so viel mit Wein zu tun hat. Im
- 2:26:54Wettbewerbserfahrung auch viele Sachen probiert, die man, also die ich nicht zu probieren bekomme,
- 2:26:59noch schwerer den eigenen Stil und den eigenen Weg zu finden. Ich mag wirklich sehr, sehr viel
- 2:27:06und sehr, sehr viel unterschiedliche Weine sehr gerne. Ich liebe wirklich großartige Schaumbweine,
- 2:27:13wirklich in allen möglichen Facetten. Wenn ich gefragt werde, meine Lieblingsrebsort,
- 2:27:18ich würde wahrscheinlich immer Riesling sagen, aber auch in allen Ausbaustufen, wirklich vom
- 2:27:23frischen, jungen Kabinett bis hin zum gereiften großen Gewächs, aber auch wirklich edelsüß,
- 2:27:30große Trockenbeeren auslesen und so weiter. Es sind einfach großartige Weine. Ich liebe aber
- 2:27:36wirklich auch barikfas ausgebaute Weisweine sowie Rotweine. Ich würde mich niemals festlegen,
- 2:27:43ob ich Bordeaux oder Begunnt lieber mag. Es sind beides großartige Weinstile. Ich liebe
- 2:27:53die Rebsorte Syrah. Ich bin ein Riesenrone-Fan, ich mag Syrah aus Südafrika in seinen Facetten.
- 2:28:01Ich mag kein Chirass-Stil, also ich brauche nicht dieses Marmeladeck Jamige, sondern ich mag es eher
- 2:28:09halt kühl-französisch-würzig. Das ist das, was ich beim Syrah gerne mag und wirklich eine
- 2:28:15Kategorie, die für mich oft unterschätzt wird und völlig unterbewertet ist, alles, was
- 2:28:23aufgesprittet ist. Ich finde auch, dass es schade ist, dass es so komplett unter dem Radar läuft,
- 2:28:28egal wo und egal aus welchem Land. Gibt es für dich, wer gerade bei dem Thema sind, eine Region,
- 2:28:34die du für unterschätzt oder unterrepräsentiert hältst, die aber das durchaus verdient?
- 2:28:41Also verdient würde mehr Beachtung zu finden oder verdient. Generell alle aufgespritteten
- 2:28:50Weine. Also in wie vielen Restaurants bist du, wo, wenn du Glück hast, es vielleicht ein Portwein und
- 2:28:57ich will nicht mal sagen, trinkbaren Cherry gibt, sondern dass es Cherry gibt. Von Madeira brauchst
- 2:29:06du meistens gar nicht anfangen. Ich finde aber zum Beispiel Madeira, also wenn ich mich festlegen
- 2:29:10würde, würde ich Madeira sagen, weil das ist sicherlich eine Region, die völlig bei den meisten
- 2:29:16völlig unterm Radar ist, was aber gerade was das Thema Langlebigkeit und ja eigentlich auch
- 2:29:23Gastronomie freundlich, weil die Weine sind ja schon oxidiert. Du kannst die Flaschen ohne Probleme
- 2:29:28in halbes Treiff, wenn nicht sogar ein Jahr offen haben, ohne dass da was mit passiert. Auch bei
- 2:29:33Portwein ist es ja so, bei Portwein, wenn du mal ein Portwein im offenen Ausschank irgendwo
- 2:29:39bekommst, dann ist es meistens ein LBW, also ein Late-Bottle Vintage, was aber im offenen
- 2:29:44Ausschank gar keinen Sinn macht, weil es ist ein Ruby Port, der ist nach einer Woche, ist der
- 2:29:49durch und dann steht er meistens noch im Regal über der Kaffeemaschine und hat schon so einen
- 2:29:56halben Zentimeter Staub auf der Flasche und ich hatte das hier mein Hubbock in einem jetzt kein
- 2:30:02gutes, also kein, kein namenhaftes Restaurant, aber ein ordentliche Küche und dann habe ich gesagt,
- 2:30:06habt ihr denn Portwein? Ich hätte, weil ich hatte so einen Schokoladen Dessert und ich hätte jetzt Lust
- 2:30:10auf ein Portwein, also ich dachte, oh ich glaube wir haben einen da, ich guck mal, ja mal wieder, ja
- 2:30:15wir haben hier Late-Bottle Vintage, ich weiß gar nicht mehr von wem, ist ja auch egal, dann
- 2:30:20ist die Flasche denn zu oder ist die auf? Ja, nein, die ist auf, die steht hier hinten im Regal,
- 2:30:25sage ich, wie lange ist sie denn schon offen? Naja, ich arbeite jetzt seit sechs Monaten hier und
- 2:30:30sie sind der erste, der danach fragt, sage ich, okay, dann danke. Vielleicht fällt der nächste
- 2:30:38darauf rein. Nein, also da ist einfach die Unwissenheit ein ganz großer Faktor, aber auch
- 2:30:43viele sommerliche Kollegen spielen dieses Thema kaum bis gar nicht und das finde ich oft so
- 2:30:49ein bisschen schade, weil es sind so großartige Erlebnisse, die du mit diesen Weinen schaffen
- 2:30:54kannst, die einfach beeindruckend sind. Die es teilweise noch für ein Schnäppchen gibt,
- 2:31:02also großartige Portweine, selbst 10, 20, 30 jährige Portweine oder man muss ja nicht immer auf
- 2:31:08die Vintage gehen oder auf die großen, manchmal gibt es so viele kleine sehr spannende Entdeckungen,
- 2:31:13wo es einfach großartig ist, die zu entdecken und die als Speisebegleiter, egal in welcher Form,
- 2:31:17Art und Weise, dann eben auch mit einzusetzen. Ja, so Single Kinders, die kosten ja kein Geld,
- 2:31:23also wenn ich jetzt an, jetzt ist es schon namhafter Produzent, aber wenn ich an so ein Kinder,
- 2:31:28der mal weidisch von Greyhams denke, die kriegst du für teilweise für 40, 50 Euro die Flasche
- 2:31:34und dann ist das echt ein großartiger Wein und das ist halt manchmal so ein bisschen schade
- 2:31:42und wie gesagt beim Thema Madeira ist es noch krasser. Also du hast eigentlich gar keinen
- 2:31:47gastronomischen Druck, weil den Wein kann nichts passieren und wir haben ja bei uns im
- 2:31:53Kindfeld, wir kaufen jedes Jahr tatsächlich von Plannies oder also was heißt jedes Jahr,
- 2:31:59wir machen das jetzt seit drei Jahren, eine 18 Liter Flasche Vintage Madeira und schenken die
- 2:32:05dann klarweise aus, bis sie halt leer ist. Und dann gehen wir auch mit der Flasche an
- 2:32:10ein Tisch und dann hat die halt so, wie groß ist die, die ist knapp ein Meter hoch die Flasche,
- 2:32:14die Leute gucken halt. Großartig. Ja, ein bisschen größer bist du glaube ich schon Silvia. Aber das
- 2:32:24sind halt auch so Erlebnisse. Großartig und das kann man spielen, also das finde ich
- 2:32:32richtig außergewöhnlich und vor allen Dingen, also gerade wenn man diese Richtung geht,
- 2:32:36Portwein Madeira etc. das zum Sammeln sammeltst du selber Wein? Also hast du da irgendeine Leidenschaft,
- 2:32:43sagt man davon, je das Jahr 120 Flaschen im Keller? Nee, also dafür trink ich glaube ich
- 2:32:50Wein zu gerne und dann kanabilisiert sich das irgendwie immer mit meinem anderen Hobby dem
- 2:32:57Essen gehen. Also für beides reicht das Budget meistens nicht. Also da haben wir uns dann doch
- 2:33:02für den, wir haben auch kein, also wir wohnen in Hamburg in der Mietzwohnung, wir haben jetzt
- 2:33:07nicht den perfekten Keller oder so wo ich Wein groß lagern könnte. Ich würde schon sagen, dass
- 2:33:11wir so immer so 100 Flaschen plus minus im Haus haben durch halt auch mal Probeflaschen oder so
- 2:33:18was. Aber ich habe jetzt, ich habe so ein paar Lieblingsweine wo ich immer mal ein, zwei Flaschen
- 2:33:24vielleicht auch kauf, aber sammeln tue ich wirklich nicht, sondern ich gebe dann mein Geld
- 2:33:29glaube ich lieber im Restaurant aus für eine tolle Erfahrung und trinkt dann da eine schöne
- 2:33:35Flasche Wein. Hattest du mal einen absolut coolen Weinladen? Also jetzt nicht Restaurant,
- 2:33:41sondern irgendwie Weinbar, wie Notik, die dich massiv beeindruckt hat, entweder aufgrund der
- 2:33:47Auswahl oder der Art, wie die es machen oder der Atmosphäre der Umgebung. Boah, da gibt es
- 2:33:53sicherlich auch ein paar. Also was ich so, wenn ich jetzt über den Wein Shop rede, was mich da
- 2:34:00wirklich beeindruckt hat, so von der Auswahl und her war so das Hedonism in London, Hedonism
- 2:34:07Wine Store, wirklich mit einer gigantischen Auswahl. Ich kam mir vor wie in so einer Bibliothek
- 2:34:16eigentlich, du läufst so durch und siehst, ach das haben die auch, okay das haben sie auch, so jede
- 2:34:20Flasche, die du in einem Buch gelesen hast oder so. Ja, also das ist ein beeindruckender Laden in London,
- 2:34:29so als Weinbar finde ich, gibt es auch, fällt mir jetzt ad hoc jetzt glaube ich,
- 2:34:41keinen Laden so direkt ein, aber viele, viele tolle Erlebnisse auf jeden Fall, aber jetzt
- 2:34:48keine der sich so richtig eingemacht. Also ein Laden, den ich in Wien immer gerne gemocht habe,
- 2:34:53als ich noch in Wien gearbeitet habe, war das Papp Clémor, weil du da schon einfach immer viel
- 2:34:59klar war, wie viele alte Sachen kommen. Es war halt irgendwie immer auch bezahlbar und dann fand
- 2:35:08ich es halt auch immer so witzig, wenn du irgendwas bestellt hast, ja dann war die Servicekraft irgendwie
- 2:35:11mal 20 Minuten weg, weil sie halt irgendwie die Straße runter in den vierten Keller laufen musste,
- 2:35:15um den Wein zu holen und ja, das ist so ein Laden, der mich immer echt beeindruckt hat oder
- 2:35:22ich war jetzt vor einer Woche das erste Mal im Mast, das habe ich mir seit Jahren vorgenommen
- 2:35:29und da war ich auch so tief beeindruckt, also von dem Weinladen selber, von den Leuten,
- 2:35:34vom Servicepersonal, vom Service selber, von der Weinkarte, ist jetzt kein Unbekanter, aber an
- 2:35:40dieser Stelle lieber Steve, lieber Grüße, lieber Matthias, lieber Steve, liebe Grüße, sehr beeindruckt,
- 2:35:45also mit Gänsehaut im Nachhinein. Also ich kenne es... Was gab es wahrscheinlich zu deiner Zeit
- 2:35:48damals noch nicht? Ja, die haben kurz nachdem, ja nicht kurz, also ein, zwei Jahre nachdem ich weg war,
- 2:35:53haben die aufgemacht und es steht da... Ich war nie wieder in Wien, seit ich aus Wien weggegangen bin,
- 2:35:57da beschwert sich meine Frau auch immer drüber, müssen wir unbedingt mal machen und dann steht
- 2:36:01natürlich das Mast... Das ist das Gründe für geben. Nein, es war einfach... Die Stadt kannten wir dann
- 2:36:08halt schon und dann gab es einfach andere Städte, die wir erst mal kennenlernen wollten, aber wir
- 2:36:11müssen unbedingt zurückkommen und tatsächlich steht das Mast da auch ganz oben auf der Liste zum
- 2:36:17abarbeiten und ich kenne beide Somlis halt noch aus ihren vorherrigen Stationen und es sind beides
- 2:36:24großartige Meister ihres Fachs und hab es wie gesagt leider noch nicht geschafft, aber das steht
- 2:36:30ganz ganz oben auf der Liste zum abarbeiten. Groß Empfehlung von meiner Seite. Welcher Wein
- 2:36:36wärst du, wenn du ein Wein wärst? Ja, den... Ich glaube, ich wäre ein Syrah. Ich wäre schon so...
- 2:36:46Okay. So ein bisschen unterschätzt, oft auch vielleicht ein bisschen belächelt, aber ich habe
- 2:36:54schon... Ich kann auch Würze und Power haben, also das ist glaube ich was so...
- 2:36:59und Temperament. Ja, das wäre vielleicht so... Also nördliche Rohn. Nördliche Rohn, ja, ja.
- 2:37:08Ja, so. Okay, cool. Ja, als Franke hätte ich jetzt natürlich auch Silvana sagen können, aber das wäre
- 2:37:15zu einfach gewesen, glaube ich. Man möchte gesehen werden, genau, dass wir auch Silvana machen.
- 2:37:23Welchen Beruf würdest du ergreifen, wenn du, oder hättest du ergriffen, wenn du kein Zombie
- 2:37:28hättest werden können dürfen wollen oder wolltest du schon mal was anderes werden oder
- 2:37:33hast du eine heimliche Berufsliebe, die du unbedingt noch ergreifen möchtest?
- 2:37:37Ich kann es dir tatsächlich nicht sagen. Ich habe sehr früh den Weg in die Gastronomie gewählt,
- 2:37:45aber auch völlig familiär unvorbelastet. Also ich komme aus einer, man muss fast sagen,
- 2:37:52Beamtenfamilie, meine Geschwister fast alle im Staatsdienst. Ich finde es schlimm. Ja,
- 2:37:57definitiv nicht, definitiv nicht. Und ich habe in der Schule ein, zwei Praktikars gemacht.
- 2:38:07Also ich bin auf dem Land aufgewachsen, also entweder hast du was mit Autos am Hut oder nicht,
- 2:38:13das war immer so bei Jungs immer so das eine. Oder dann halt was Handwerkliches. Ich habe mal so
- 2:38:20Praktikum als Zimmermann gemacht, das fand ich ganz cool, aber fand es dann irgendwie doch auch nicht
- 2:38:24so prickelnd bei Regen auf dem Dach rumklettern zu müssen, bei Wind und Wetter und habe dann mit
- 2:38:3114, ne, ich war sogar noch 13, so ein Schülerpraktikum bei uns zu Hause in einem Vier- und
- 2:38:37Halbstärne-Hotel gemacht und da, das hat mir echt Spaß gemacht und auch dieses mit Menschen arbeiten
- 2:38:45und habe dann schon in dem Hotel auch weiter nach dem Praktikum immer so als Aushilfe gearbeitet,
- 2:38:52was so Frühstücksservice, so am Wochenende und in den Ferien, habe da immer gutes Geld verdient,
- 2:38:58also was heißt gutes Geld, also für ein 14-jährigen war es gutes Geld, heute langt man sich an
- 2:39:02Kopf, was es an Geld gab und habe dann auch in dem Hotel mit 16 dann meine Restaurantfachausbildung
- 2:39:10gemacht und es war dann einfach so vorprogrammiert. Ich wollte auch dann nichts anderes mehr, ich habe
- 2:39:16nochmal ein Praktikum in einer Bank gemacht, das hat mir überhaupt nicht gefallen, so,
- 2:39:23weißt du, so Bankkaufmann und ich habe mich nie wieder mit einem anderen Job beschäftigt.
- 2:39:30Natürlich als Sommelier kommt natürlich, kommen auch immer mal so Jobangebote aus dem
- 2:39:37Weinhandel und so weiter. Ich habe gerade gestern mit einem Weinhändler drüber gesprochen, habe
- 2:39:45gesagt, ich finde euer Job auch total spannend, aber erstens macht mir die Gastronomie im Moment
- 2:39:52noch viel zu viel Spaß, als dass ich sie schon verlassen möchte. Das wird wahrscheinlich irgendwann
- 2:39:58passieren schon aufgrund von Kombinationen mit Familie und so weiter, aber derzeit bin ich
- 2:40:05voll und ganz happy, wo ich bin und nicht jeder gute Sommelier ist auch ein guter Vertriebler und
- 2:40:11das stellen sich diesen Wechsel, stellen sich glaube ich viele zu einfach vor und das sehe ich
- 2:40:19mich einfach nicht. Ich könnte mir dann vielleicht eher vorstellen, vielleicht irgendwann mal im
- 2:40:22Einkauf für einen Weinhandel oder so zu arbeiten, keine Ahnung, weiß ich nicht. Im Moment mache
- 2:40:28ich mir da wenig Gedanken drüber, weil mir einfach die Gastronomie und dieses Arbeiten am Tisch
- 2:40:32mit den Gästen, mit meinem Team einfach unglaublich viel Spaß macht jeden Abend immer noch.
- 2:40:38Ging mir genauso, ich habe das auch gravierend unterschätzt, als ich damals in den Handeln
- 2:40:42gewechselt bin. Es hat mir dem wirtschaftlichen Teil, dem betriebswirtschaftlichen Teil, mit Wein
- 2:40:48sehr stark vermittelt oder dabei geholfen, ähnlich wie du es bei mir in Hause hattest. Also das war
- 2:40:54mein Part in dieses Lehrstück dann letztlich dabei, aber für mich war der bewusste Schritt damals
- 2:40:59wieder zurück in die Gastronomie eigentlich eine logische Abfolge, weil ich das da auch,
- 2:41:05ich war noch nicht fertig mit Gastronomie und daher konnte ich es mir zu dem Zeitpunkt auch nicht
- 2:41:09vorstellen. Gäbe es für dich ein Leben ohne Wein? Also es wäre jetzt, ich würde es ziemlich schade
- 2:41:19finden ohne Wein, also vielleicht kommt irgendwann der Punkt, dass irgendein Arzt mal sagen wird, es
- 2:41:23sollte vielleicht ohne Wein jetzt mal notwendig sein irgendwann, weiß ich nicht. Aber das ist mal
- 2:41:31aus dem Vor gelassen. Also siehst du kein Drang dran, du bist nicht Weinmüde sozusagen,
- 2:41:38gibt es ja auch manchmal so, dass man berufsmüde wird und dann sagt oh nee danke. Nee dafür mag ich es
- 2:41:44glaube ich zu gerne tatsächlich. Also das ist, dafür, nee ist es ein zu faszinierendes Getränk.
- 2:41:52Hast du einen Ausgleich, ein Sport oder keine Ahnung, strikst du? Oder mal zu heimlich Bilder?
- 2:42:01Nee tatsächlich nicht. Ein Hamburgers, ich meine da sind die Winter kalt und es regnet viel,
- 2:42:05da sind ein paar Mame socken gar nicht schlecht. Ja das stimmt, das stimmt, aber nee da bin ich
- 2:42:13klar, das habe ich im Textilunterricht glaube ich in der Grundschule gemerkt, dass ich da völlig
- 2:42:17umgegangen bin. Also tatsächlich die letzten Jahre war da einfach nie die Zeit für da, jetzt im
- 2:42:30Moment verschwende ich schon relativ viel Gedanken daran, dass ich einen Ausgleich vielleicht bräuchte
- 2:42:35oder gerne ein hätte, vielleicht ist das eher die bessere Wortwahl, aber ich habe, weiß noch nicht
- 2:42:41was es sein wird. Also ich sehe mich jetzt nicht im Fitnessstudio auf dem Laufband, also nee,
- 2:42:47im Moment ist es die Zigarra, aber ich weiß nicht ob das so gut ist, der Ausgleich. Kontraproduktiv
- 2:42:56zum Laufband oder umgedreht. Ja also da habe ich das Richtige irgendwie noch nicht gefunden.
- 2:43:01Wenn du Freizeit hast, dann lieber Buch oder Film? Ich war als Kind eine absolute Leseratte,
- 2:43:08ich habe Bücher wirklich verschlungen und ich habe manchmal das Gefühl, dass ich da mein
- 2:43:15Pensum in meinem Leben an Büchern schon weggelesen habe und mittlerweile geht das Lesen eigentlich
- 2:43:20über Fachliteratur kaum noch hinaus und dann definitiv eher Film. Okay, grüßt es sich digital
- 2:43:29oder analog? Digital, also ohne meinen Notebook, ohne meine Handy mit Kalender wäre ich restlos
- 2:43:37aufgeschmissen glaube ich. Ja, auch sonst im sonstigen Leben, also so ist alles bunt und
- 2:43:44schiller mit bunten Lichtern oder ist es eher eine ... Nee, also ich mache meine Lichter noch
- 2:43:50klassisch mit einem Schalter aus und habe jetzt auch nicht die abgefahrensten Küchengeräte
- 2:43:58irgendwie zu Hause stehen, sondern ein Schnippel, mein Gemüse dann noch selber. Ja, da ist es so eine
- 2:44:05Mischung sage ich mal. Also ich finde Technik wichtig im Alltag, im Berufsalltag und auch teilweise
- 2:44:13in der Freizeitgestaltung, aber ich muss jetzt nicht alles. Also ich drehe auch noch meine Heizung
- 2:44:19selber runter und mache das nicht mit dem Handy. Also das ist ... Ja. Bist du Musik-Affin?
- 2:44:25Ich habe 14 Jahre lang Schlagzeug gestpielt in meiner Jugend. Oh wow, echt? Ja. Richtig in einer Band?
- 2:44:35Ja, also in mehreren Bands, also bei uns im Dorf spielt man halt auch im Musikverein,
- 2:44:42so Spielmannszug und solche Geschichten, da war ich auch in zwei Schulbands. Bei uns an der
- 2:44:49Realschuhe hatten eine der größten Schüler-Big-Bands in Bayern, da habe ich mitgespielt. Ich hatte mal
- 2:44:58so eine kleine Punkphase mit einem Kumpel, das war auch ganz witzig und das ist aber aufgrund
- 2:45:04der Zeit dann einfach. Du musstest halt dann, gerade als dann die Spätschichten kamen, kannst du zu
- 2:45:09keiner Probe usw. mehr gehen, das ist alles eingeschlafen, ich habe dann mittlerweile dann
- 2:45:14irgendwann auch alles verkauft, mein ganzes Schlagzeug usw. Das ist tatsächlich manchmal
- 2:45:19wo ich auch jetzt so drüber nachdenke, mir manchmal so ein E-Schlagzeug wieder zu kaufen,
- 2:45:24weil wie ich vorhin schon gesagt habe, in der Mietzwohnung mit einem echten Schlagzeug,
- 2:45:28da bedanken sich glaube ich auch die Nachbarn, aber das wäre manchmal glaube ich... Nach dem Dienst,
- 2:45:32nachts. So nachts um zwei nochmal ein Schlagzeug, das wäre glaube ich ganz lustig. Also das fehlt mir
- 2:45:42manchmal schon, ich erwische mich auch so an der Ampel, auf dem Lenkrad trommelnd usw. Sehr cool.
- 2:45:49Das ist schon was... Also ich höre unglaublich Musik, aber ich brauche sie nicht ständig. Also ich
- 2:45:54merke das immer wieder bei uns im Team. Zum Beispiel mein Stellvertreter, der ist noch gar nicht richtig
- 2:45:57in der Tür drin, da hat er sich schon in die Sonusanlage eingelockt und macht schon den ersten
- 2:46:02Song an oder so. Das brauche ich jetzt nicht. Und zum Beispiel, ich bin auch jemand, wenn ich ein Text
- 2:46:08schreibe oder wenn ich was arbeite oder so. Ich kann da keine Musik beihören, da dreh ich durch. Also
- 2:46:15ganz gerne mal zum Abschalten oder so, aber ich kann jetzt nicht Musik und am Computer arbeiten,
- 2:46:23das geht bei mir nicht. Und zum Weintrinken? Also wenn du weintigustierst, wenn du den probierst,
- 2:46:28wenn du den analysierst, kannst du jetzt mit Musik vorstellen oder musst da auch hohe sein?
- 2:46:34Also da hat es vielleicht auch ein bisschen damit zu tun, dass ich ja immer, wenn ich jetzt,
- 2:46:41wenn wir wieder dieses Thema Wettbewerbe bringen, da läuft ja im Prüfungsraum, läuft ja auch keine
- 2:46:45Musik. Von daher habe ich ja immer versucht, auch meine Settics so zu machen, wie sie in der Prüfungs
- 2:46:50Situation sein werden. Und von daher verkoste ich wahrscheinlich deutlich besser, wenn keine Musik
- 2:46:55läuft. Ich verstehe aber, dass für viele Menschen Musik und Wein zusammengehört. Mich hat es nie
- 2:47:02so richtig gecatcht. Ich weiß auch, wir hatten mal so ein Crugtasting bei uns im KINF,
- 2:47:10auf dem Silberk noch. Und dann hat Mecky Hernandez, die dawalig CEO, irgendwann angefangen,
- 2:47:15da diese Crugmelodien für die verschiedenen Champagner einzuspielen. Und da steige ich aus.
- 2:47:21Also da ist bei mir dann auch Feierabend. Also da sage ich, okay, das ist mir too much. Lass
- 2:47:26uns gerne über Musik reden und lass uns gerne über Wein reden. Wir haben jetzt natürlich auf
- 2:47:32Grund der Nähe zur Elbphilharmonie. Also unser Restaurant ist 200 Meter neben der Elbphilharmonie.
- 2:47:37Habe ich wieder sehr viel mit Musik zu tun. Wir haben eben sehr viele Gäste, die noch ins
- 2:47:42Konzert gehen, aus dem Konzert kommen. Gerade letzte Woche saß lang lang bei uns im Restaurant. Also
- 2:47:48einer der wahrscheinlich größten Vitiosen, die es am Klavier gibt. Und solche Persönlichkeiten
- 2:47:53dann zu treffen ist natürlich schon auch was Besonderes. Und da sehe ich manchmal was Musik
- 2:47:58beim Menschen bewirken kann. Du hast Menschen, die gehen bei uns um 1930 verlassenes Restaurant,
- 2:48:04völlig gestresst, weil sie noch halt was essen wollten, aus dem Büro gekommen sind, gehen in
- 2:48:08das Konzert und kommen dann um 22.30 Uhr wieder bei uns rein und sagen, ich bin jetzt so in der Stimmung,
- 2:48:14ich brauche noch ein Glas Wein. Und vorher, du meinst, das sind zwei komplett unterschiedliche
- 2:48:18Menschen, die du in drei Stunden jetzt das zweite Mal siehst. Und da sehe ich schon, was Musik
- 2:48:24beim Menschen auswirken kann. Wir haben auch, das war auch mal ganz witzig, da kamen Gäste aus
- 2:48:30dem Konzert wieder, Stammgäste, die immer, die haben so Abo in der Elbphilharmonie und kamen dann
- 2:48:35aus einem Konzert. Und ich bin sofort hin und habe gesagt, Herr Sohnso geht es ihnen gut,
- 2:48:42sie sehen heute so, brauchen sie einen Schluck Wasser, wissen sie was Herr Wehm? Bringen sie mir
- 2:48:49bitte einen doppelten Helbig, also einen doppelten Kümmelschnaps, weil das Konzert war so verstörend,
- 2:48:58ich brauche erst mal einen Schnaps, der sah es wirklich und weiß sowieso ein Menschen, der gerade
- 2:49:03in so einem Schockzustand ist, der plickte einfach auf den Platz, an dem er saß, bei uns am Tisch
- 2:49:09und das ist ein Mensch, der drin zum Kläßchen Wein normal ist und er sagte, bringen sie mir bitte
- 2:49:14einen doppelten Schnaps, ich kann nicht mehr, ich bin und das ist echt faszinierend, was die Musik
- 2:49:20in Menschen auslöst, aber ich bin da, glaube ich, nicht der, vielleicht stehen da meine Antennen
- 2:49:25nicht so ganz auf Empfang. Was war dein schönstes und was war dein schrecklichstes Zombie-Erlebnis?
- 2:49:31Also nicht was du bei anderen erlebt hast, sondern selber mit dir. Selber mit mir. Also eins wurde
- 2:49:40sofort dein Kälter mit an die Nage gehangen hättest und eins wurde du sagst, wow, und das mal zwei.
- 2:49:45Es ist vielleicht jetzt gar nicht so das Zombie-Erlebnis, das ist positive, sondern das war eine Dame,
- 2:49:54die bei uns im Kindfeld, auf dem Söberg noch saß im Restaurant und der hat wirklich die Freude an
- 2:50:02diesem Abend angesehen, die war alleine und hat das acht Gängemenü, hat die Weinbekleidung,
- 2:50:08hat eine Klarschampagne und ein Klarswasser und man hat sich so ein bisschen mit ihr unterhalten
- 2:50:12und hat auch erzählt, dass sie feiert sozusagen gerade ihren Hochzeitstag und ihr Mann ist leider
- 2:50:19vor ein paar Jahren gestorben und ihm war Essen gehen immer so wichtig und du hast so richtig,
- 2:50:26ich krieg jetzt auch gerade schon wieder Gänsehaut, wenn ich die Geschichte erzähle und dann sagt
- 2:50:33die, und dann haben wir so geredet und sie hat viel erzählt von ihrem Mann und in welchen
- 2:50:39Restaurants sie zusammen waren und hat sie so, dass so das höchste, hat sie dann erzählt mal bei
- 2:50:43Herrn Witzigmann Essen gewesen zu sein und es war total schön ihr da auch so ein bisschen zuzuhören
- 2:50:50und sie hat den Mann hat richtig die Freude gesehen und dann ging es halt ans Ende vom Bezahlen an
- 2:50:56dem Abend und dann habe ich mich bei ihr verabschiedet und dann habe gesagt, es würde mich freuen, wenn wir
- 2:51:00uns mal wiedersehen und ich hoffe, sie haben den Abend genossen und hat sie gesagt, das war ein
- 2:51:05ganz schöner Abend, aber so schnell werden wir uns nicht wiedersehen und ich sage Ihnen auch,
- 2:51:10warum. Ich wusste genau, was mich dieser Abend heute kosten wird. Ich habe mir das genau angeguckt
- 2:51:15und ich wollte das unbedingt machen, weil es war glaube ich, es wäre auch irgendwie der, es wäre
- 2:51:21der 50. Hochzeitstag und ich weiß, es war auf jeden Fall irgendwie so ein ganz besonderer Tag
- 2:51:24für sie und dann sagte sie und es war es auch alles wert, aber ich kriege 380 Euro Rente im Monat
- 2:51:35und für mich bedeutet dieser Abend heute, der sie alles zusammengerechnet knapp 500 Euro gekostet
- 2:51:43hat, für mich bedeutet das die nächsten Monate wirklich sehr, sehr viel verzicht und das war
- 2:51:51für, aber es war und sie sagte dann auch, es war jeden Cent wert und das war wirklich so ein
- 2:51:57Herz ergreifendes Erlebnis und ich habe das dann am nächsten Tag auch Herrn Hauser erzählt und
- 2:52:03er war auch so hingenommen und ja, also es war, es war und dann haben wir ihr tatsächlich ein
- 2:52:14Gutschein geschickt und das Geld zurück geschickt, also es war so ein Erlebnis, wo ich gesagt habe,
- 2:52:19das war so ein ganz besonderer Moment, ich weiß nie, ob sie den Gutschein eingelöst hat,
- 2:52:25weil das war relativ kurz bevor ich gegangen bin, aber es war irgendwie so auch vorher
- 2:52:30außer gesagt hat, dass, nee, also das ist ja so ein tolles, so eine tolle Äußerung,
- 2:52:34ja, also das war so ein ganz besonderer Gänsehautmoment und das schlechteste,
- 2:52:42weiß ich jetzt, also natürlich hat man schon mal ein Erfahrung gehabt, wo man vielleicht selber
- 2:52:49essen war und dann mit dem Wine Service nicht so ganz einverstanden war oder wo man sich vielleicht
- 2:52:55auch was anderes vorgestellt hatte, das ist halt glaube ich oft so ein Problem, gerade wenn man
- 2:52:59in vielleicht auch namhaften Restaurants oder so einkärt, man geht ja ja mit einer gewissen
- 2:53:04Erwartungshaltung hin und wenn die dann vielleicht halt nicht, ich meine vielleicht auch gar nicht so,
- 2:53:10was man bei anderen Kollegen erfahren hat, sondern was einem selber vielleicht passiert ist
- 2:53:15und das insofern um das zu relativieren, wenn es jemand hört und es passieren ständig irgendwelche
- 2:53:21Sachen, also keine Ahnung, Korken bricht ab, Korken rutscht rein, Flasche fällt um, Flasche
- 2:53:26explodiert, Gläser fallen, ob oder sonstiges, dass man einfach auch merkt, hey es kann
- 2:53:30anderen auch passieren, das finde ich halt darum diese Frage, ich will da keinen Glamor
- 2:53:34stellen oder sonstiges, sondern einfach mehr die Angst davor nehmen, dass nicht immer
- 2:53:39alles perfekt sein kann, darf muss, sondern dass eben auch so, ich sag mal so Größen
- 2:53:44wie dir halt irgendwas nochmal passiert, also daher und deswegen aber um mitzwählen.
- 2:53:52Also kein Mensch ist perfekt, wir arbeiten Gott sei Dank immer noch in einem Business,
- 2:53:56wo wir mit, wo Menschen arbeiten und Menschen machen Fehler, da nehme ich mich auch nicht
- 2:54:00bei aus, ja also ich glaube das ist uns, so was ist uns allen schon passiert, Korken
- 2:54:08abgebrochen oder diese, wenn du halt gedacht hast na du kriegst ihn raus aber dann zerpröselt
- 2:54:16er halt doch komplett, du ärgerst dich dann hättest du mal den Durant genommen oder den
- 2:54:21Spangenkorkenzieher oder irgendwas, das ist, wo ich mich manchmal einfach über mich selber
- 2:54:29geärgert habe ist, wenn ich mich nicht die Zeit genommen habe den Wein ordentlich zu
- 2:54:33kontrollieren, ob alles in Ordnung ist und dann servierst du ihn, weil es vielleicht
- 2:54:36auch schnell gehen muss und dann sagt der Gast "schuldigung der Wein hat Kork" und
- 2:54:40dann riechst du nochmal rein und sagst "ah Scheiße, ja hat er" und du und du und das ist also
- 2:54:46ja das ist deine Kernkompetenz oder deine Kernaufgabe und die hast du gerade nicht erfüllt,
- 2:54:53dass passiert im Stress leider mal, sollte es eigentlich nicht, es fällt mir gerade
- 2:55:03eine Geschichte aus der Ausbildung noch ein, wo ich wirklich so rappelvolle Terrasse,
- 2:55:07ich hatten irgendwie Geschäftsessen und ich, das war glaube ich erstes Lehrjahr und ich
- 2:55:13so ein Tablett mit Biergläsern und ich habe es gehasst und du stellst das erste Bierglas
- 2:55:18ein und natürlich passiert dieser Domino-Effekt und die Gläser rutschen und du dusch den
- 2:55:26Gast von Irwin bis unten mit Bier und es war mir natürlich total unangenehm, aber auch da hat der
- 2:55:36Gast total cool eigentlich reagiert und hat letztendlich gesagt, sie haben ja eigentlich gerade
- 2:55:42ein Kindheitstraum erfüllt, ich wollte immer mal so eine Bierdusche haben, wie man sie vom
- 2:55:46Fußball oder so kennen, natürlich war mir das super unangenehm und es kam ja auch sofort der
- 2:55:53Restaurantmanager und hat natürlich Reinigungen und alles und aber das finde ich und das sollten
- 2:56:00vielleicht auch manche Gäste immer mal bedenken, es ist ein Mensch auf der anderen Seite und
- 2:56:06natürlich zahlt der Gast dafür, dass er einen perfekten Abend und so weiter beschert bekommt,
- 2:56:14aber wie ich es gerade schon gesagt habe, Menschen machen Fehler. Ich hatte gerade so ein
- 2:56:19Erlebnis in einem Restaurant in Hamburg vor ein paar Wochen, aber ich war mit meiner Frau,
- 2:56:22also jetzt auch nichts aufregen, so ein einfaches Pasta-Bistro und das war so ein Tag,
- 2:56:29so Wetter war so okay, also für Hamburger Verhältnisse war es fast Sommer und somit
- 2:56:35wollten halt auch viele draußen sitzen. Hat nicht geregnet. Es war ein bisschen windig,
- 2:56:41aber es wollten doch viele draußen sitzen und der Laden, du hast das so gemerkt,
- 2:56:45der ist richtig voll gelaufen, das ist ein relativ kleiner Laden, der hat was weiß ich,
- 2:56:4825 Sitzplätze gehabt, aber dann halt auch nochmal 25 Sitzplätze auf der Terrasse und somit hatte
- 2:56:54die auf einmal 50 Gäste und war alleine und das war ein liebes, nettes Mädel, die war ein bisschen,
- 2:57:02die war ein bisschen verballert, sag ich mal ein bisschen, du hast auch gemerkt, die hat
- 2:57:07das sicherlich nicht gelernt, das ist wahrscheinlich eine Studentin oder irgendwie so was, aber sie
- 2:57:11war freundlich, sie hat gelächelt, sie hat sich auch entschuldigt, dass es im Moment dauert und
- 2:57:15sie hat abgearbeitet und die hat einen guten Job gemacht unter den gegebenen Bedingungen und
- 2:57:22dann war ich, du hast schon relativ lange auf die Sachen gewartet, aber es war, du hast gesehen,
- 2:57:29es geht nicht anders, also es lag jetzt nicht dran, dass sie hinter der Bar steht und ins Handy
- 2:57:35guckt, sondern es lag einfach dran, dass es zu viel war, um es alleine zu schaffen und dann,
- 2:57:42ich habe es leider nicht mitbekommen, weil wir eben draußen saßen, aber die muss wohl von einem
- 2:57:46Gast so angepflaumt worden sein, dass die halt hinter dem Badresen stand und geheult hat und ich
- 2:57:52kam gerade von der Toilette und wo ich dann auch sage, hier in diesem Moment kann dieses Mädel
- 2:58:00überhaupt nichts dafür, die hat in ihren Möglichkeiten wirklich das Beste gegeben und das
- 2:58:06habe ich ihr dann auch gesagt, du, alles gut, der Abend hier ist nicht perfekt gelaufen, von unserer
- 2:58:11Seite her, du hast aber einen guten Job gemacht und du bist ein Supermedel und lass dich von manchen
- 2:58:16Idioten einfach nicht beirren, es liegt nicht an dir, vielleicht sollte man mal mit deinem Chef
- 2:58:21reden, ob es das Sinnvolle ist hier nur eine Dame am Abend einzuteilen, das steht mir aber auch
- 2:58:27nicht zu und wir haben ihr dann auch ein dickes Trinkgeld gegeben, weil sie einfach auch so ein
- 2:58:32liebes nettes Mädchen war und da finde ich dann halt auch manchmal, da fehlt manchen Gästen dann
- 2:58:37auch das Verständnis für die Situation, dass sie konnte wirklich nichts dafür und die wird so
- 2:58:42angepflaumt, dass sie da steht und heult und das ist einfach was stimmt mit den Menschen eigentlich
- 2:58:47nicht. Schade, auf der anderen Seite muss man, also ich finde das katastrophal, also ohnehin wenn man
- 2:58:53jemanden so behandelt, dass er zu trinken gerührt ist. Auf der anderen Seite, finde ich, haben wir
- 2:59:00ganz ganz viel in unserer Branche auch was sehr positiv ist und was sehr ergreifend ist und wo
- 2:59:06viele Gäste, obwohl sie dafür zahlen, über die Maße dankbar und auch nett und fair sind, also
- 2:59:13egal auch für manche Situationen, aber sowas ist natürlich ein ganz ganz doofes und unentschuldbares
- 2:59:21Beispiel dann letztlich. Hast du selber noch Wünsche oder Ziele, wo du sagst, das nehme ich mir vor,
- 2:59:29das möchte ich noch, das würde ich gerne. Also ich möchte noch ein bisschen was sehen, also es gibt
- 2:59:35noch so Weinbauregionen, in denen ich noch nicht war. Zum Beispiel. Ich würde gerne mal nach Neuseeland
- 2:59:43und nach Australien tatsächlich, da habe ich es noch nicht hingeschafft, aber auch so so Regionen wie
- 2:59:49Patagonien in Argentinien, also schon so weite Ziele sag ich mal noch, das würde ich ganz ganz
- 2:59:58spannend finden, wo ich dann aber auch so ein großer Traum von mir ist, mal das kulinarische
- 3:00:08Japan zu erleben, also einfach mal das Sushi in Japan zu essen, einfach diese Einstellungen zum
- 3:00:16Essen und zur Produktqualität, die glaube ich in Japan einzigartig ist. Und ein High End oder
- 3:00:25eher so die? Von bis, also ich würde in so eine Rahmenbar gehen wollen, aber ich würde auch wirklich
- 3:00:34in so ein drei Sterne Sushi Laden gerne gehen wollen und da wirklich das absolute High End 500
- 3:00:40Euro Sushi essen wollen. Also das ist so das, was mich schon sehr reizen würde und was ich gerne
- 3:00:47machen würde. Weil ich glaube dieses japanische Produktverständnis und das fängt schon im
- 3:00:52einfachsten Restaurant an, geht glaube ich noch mal über das französische Produktverständnis hinaus.
- 3:00:58Das finde ich schon sehr, ja ergreif, also das ist ein Ziel, was ich noch habe. Beruflich kann
- 3:01:10ich im Moment, habe ich erreicht, was ich erreichen wollte, stand jetzt, wenn ich mich in fünf Jahren
- 3:01:15fragt, sieht die Welt vielleicht auch schon wieder anders aus, arbeite in einem tollen Restaurant,
- 3:01:20ich habe ein tolles Team und bin echt happy an dem Punkt, wo wir gerade stehen und da wird
- 3:01:31mir jetzt im Moment gerade nichts einfallen. Aber so was auch ein wunderschöner Zustand ist,
- 3:01:36wenn man einfach mal zufrieden und dankbar ist. Also so klinkst du und das ist einfach ein Geschenk.
- 3:01:41Also ich versuche schon in unserem Daily Business auch immer noch an Schräubchen zu drehen und
- 3:01:47dass wir jeden Tag ein Stückchen besser werden, aber ich möchte jetzt an der Grundsituation nichts
- 3:01:53verändern. Also das ist glaube ich so, also ich würde niemals sagen, dass das bei uns alles
- 3:01:57perfekt läuft. Das ist glaube ich nie der Fall, weil es gibt immer etwas an, was man arbeiten kann
- 3:02:04und es gibt ganz ganz viele Schräubchen, an denen wir drehen können, aber so die generelle Grundaufstellung
- 3:02:09mit der bin ich gerade sehr, sehr happy und zufrieden.
- 3:02:13Interessant, richtig interessant. In diese Welt der Weinwettbewerbe, der Sommiewettbewerbe,
- 3:02:25hat man ganz selten bis nie einen Einblick, wenn man nicht selber rantheit nimmt, umso dankbarer.
- 3:02:29Bin ich für diese wertvollen Geschichten, die Maximieren uns erzählt hat. Diesen Einblick,
- 3:02:33den Max uns da gewährt hat. Vielen lieben Dank dafür. Vielen Dank für deine Zeit. Vielen
- 3:02:38Dank auch für deine Offenheit, wie man mit Erfolg und manchmal dem nicht gewünschten Erfolg
- 3:02:42umgehen kann und trotzdem seine Lernen das positive daraus ziehen kann. Ganz lieben Dank,
- 3:02:46lieber Maximieren Willem und ein großes Dankeschön auch an euch fürs Hören, fürs Begleiten. Sehr
- 3:02:52gerne auch fürs Kommentieren, fürs Bewerten. Wäre für jeden dankbar, wenn noch diese kleine
- 3:02:56extra Runde dreht und bei Spotify oder Apple Podcasts uns eine Bewertung abgibt. Vielleicht auch einen
- 3:03:01Kommentar hinterlässt, was euch gefällt oder was wir noch besser machen können. Aber auf alle
- 3:03:04Fälle ein riesen Dankeschön dafür, dass ihr einfach bei uns seid. Oder ein großes Dankeschön
- 3:03:09auch an die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz, Schlumberger, Konziowini und dem
- 3:03:14Privatkundenportal Bremer Weincolleg für die händische und wirtschaftliche Unterstützung. Durch
- 3:03:18sie ist dieses Format möglich und dafür ein ganz großes Dankeschön. Und wie es so schön heißt,
- 3:03:23nach dem Podcast bis vor dem Podcast. Und nach Hamburg beringt es mich von der Alster an die
- 3:03:28Isar und den Norden, den Süden, nach München und einen gewissen Kultstatus. Wir ließen zwei
- 3:03:33noch sehr junge Kollegen. Für Ferrero haben sie gesorgt, als sie die Grapes Weinbarst über viele
- 3:03:38Jahre in München gerockt haben, bevor sie ihren eigenen Ort eröffneten, das Gasthaus Walz. Und so
- 3:03:44freue ich mich auf die nächste Woche und auf Stefan Grabler und Markus Hürschler.
- 3:03:48Ein ganz großes Dankeschön, unserem zweiten Begleiter, unserem supporter, unserem Unterstützer dieser
- 3:03:57Podcastfolge von Sommi, die interessantesten Munchenke unserer Zeit, dem Hause Dellheim. Was für
- 3:04:03eine beeindruckende und eigentlich herzerwärmende Geschichte. Vom Tellerwäscher zum Millionär gibt's
- 3:04:09nicht nur in Amerika, nein, das gibt es auch in Südafrika. Michael E. Sperling, sein Spitzname
- 3:04:13war Spatz. Der amüsanterweise, der Sperling auch als Spatz bezeichnet wird, kam 1951 mit nicht mehr
- 3:04:19als sage und schreibe 10 Pfund in der Tasche mit dem Schiff Winchester Castle in Südafrika an.
- 3:04:26Heute blickt man von Dellheim aus auf den 375 Hektar großen Familienbesitz an den herrlichen
- 3:04:32Hängen des Simonberg-Gebirges. Und neben der Erzeugung ganz besonderer Weine kümmert sich die
- 3:04:36Familie Sperling um die nachhaltige Erhaltung der Natur. 120 einheimische Pflanzensorten werden
- 3:04:42gepflegt und betreut. Eine üppige Tierwelt und 50 Vogelarten sorgen für die biologische
- 3:04:48Vielfalt nicht nur im Weinberg. Na zu alle Haktiken konzentrieren sich auf den regenerativ
- 3:04:53und naturfreundlichen Weinbau. Ein integriertes Umweltmanagement, eine Optimierung von Wasser
- 3:04:57und Energieeffizienz und die Idealisierung der biologischen Vielfalt sowie die Priorisierung
- 3:05:02des Wohlergehens, der Mitarbeiter und die Einbindung der lokalen Gemeinschaft. Der
- 3:05:06Hermes Gründungsmitglied, der Greater Simonsburg Conservancy und wurde bereits 2008 mit dem
- 3:05:11Sustainable Wine Tursm Practice Award und später mit dem Netbank Green Award und zuletzt im Jahr
- 3:05:172023 mit dem Best of Wine Tursm Conservation Paraneer Award ausgezeichnet. Hier sieht
- 3:05:23Dellheim seine Zukunft. Doch genauso vertraut ist ihnen die Vergangenheit. Der Begründer
- 3:05:27ist jetzt die Weingutes, Dellheim, Michael H. Sperling ist leider verstorben. Als einer der
- 3:05:32Wortführer des südafrikanischen Weines war er eine Legende. Seine Frau Vera liegt nach wie vor
- 3:05:38auf dem Weingut. Der älteste Sohn, Viktor Sperling und die älteste Tochter, Nora Thiel sind heute
- 3:05:43Direktor des Unternehmens und leben mit ihren Familien auf dem Weingut. Der Simonsburg ist nach
- 3:05:47dem ersten Governor des Cups Simon van der Stiel benannt, nach dem auch Stellenbosch benannt
- 3:05:53ist. 1699 gewährte er Lawrence Kampfer bei dem Deutschen den Freiland dieses Stückland. Es
- 3:05:59hieß ursprünglich den Diesbrom. Die Farm hatte verschiedene Eigentümer, bisher Hans Otto Hoheisen
- 3:06:05zieh 1938 als Altersrositz für sich und seine Frau Delia warb. Daher rührte Name Deli und Hein
- 3:06:11Delheim. Anfangs pflanzen sie Nuzitros Bäume, die aufgrund der Windbedingung nicht wirklich für
- 3:06:16Dellheim geeignet waren. Sie erlitten viel Windschaden, deutsche Freunde schlugen vor,
- 3:06:20Weinberge anzubauen. Zwei Jahre später pflanzte Hans Otto die ersten Weinreben. Die Beton-Tanks
- 3:06:25im Keller wurden 1944 von italienischen Kriegsgefangenen fertiggestellt. Während eines Besuches von Deli
- 3:06:31bei Freunden und der Familie in Deutschland erwähnte sie ihrem Neffen, dass sie Hilfe auf der
- 3:06:35Weinfarbe Südafrika brauchten. Dies war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, der konnte keine Zukunft
- 3:06:40in Deutschland sehen. Also beschloss er sich ihnen anzuschließen. Das war Michael Spatz-Sperling
- 3:06:45und das war der Anfang der neuen Geschichte von Delheim. Danke für die Unterstützung bei unserem
- 3:06:50Podcast-Format, dem südafrikanischen Hause Delheim. Und ein ganz großes Dankeschön dem
- 3:06:55deutschen Impoteur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 3:07:16Hallo, hier spricht der Johannes Spieß vom Weingrundspieß aus Bestein. Meine Familie und ich führen
- 3:07:20das Weingut zusammen und werden dabei von einem hochmodigierten Team unterstützt. Es freut
- 3:07:26mich ein paar Worte über Max zu sagen. Normalerweise lernt man meistens die Sommeliers in dem Restaurant
- 3:07:31kennen, indem sie tätig sind oder auf eine der vielen Weinverkostungen, diverse Händler und Gruppen.
- 3:07:36Den Max habe ich beziehungsweise wir das erste Mal vor zehn Jahren in Berlin getroffen. Wir waren
- 3:07:42drei Tage in Berlin unterwegs und hatten einige Leute besucht. Am zweiten Abend fragte uns der
- 3:07:47damalige Sommelier des Atlons, Schab Scharlali, ob wir mit ihm am nächsten Tag zusammen im Hotspot
- 3:07:53Mittagessen gehen wollten und ob es okay wäre, wenn noch Freunde von ihm mitkommen würden.
- 3:07:59Klar sagten wir, kein Problem. Da wusste ich auch noch nicht, wie spät wir ins Bett kommen würden
- 3:08:04und wie viele Weine noch vor uns lagen. Sagen wir mal so, noch gefühlt zwei Minuten später,
- 3:08:09dann hätten wir den Lake Checkout des Hotelseanspruch nehmen müssen. Leicht angeschlagen von der
- 3:08:15Nacht davor machten wir uns auf zum Mittagessen. Wir sagten uns noch maximal zwei Stunden, dann
- 3:08:20müssen wir heim. Denn es war Sonntag und Montagsmorgen muss im Weingut weitergearbeitet werden. Am
- 3:08:26Restaurant angekommen trafen wir das erste Mal auf Max und Julia. Wie soll ich sagen,
- 3:08:30man war sich von Anfang an sympathisch. Und so kam es, dass nach einigen guten Flaschen aus dem
- 3:08:35begunden und gut gereiften Riesling später es der Anfang einer sehr guten Freundschaft wurde.
- 3:08:40Aus den geplanten zwei Stunden wurden circa fünf und wir haben leicht verspätet die Heimreise
- 3:08:45angetreten. Ich schätze sehr sein Wissen über Weine und Speisen aus den verschiedensten Regionen
- 3:08:53der Welt, an denen er mich immer wieder teilhaben lässt. Wie zum Beispiel an der Pro-Wein dieses
- 3:08:58Jahr hat er abends ein Rotwein aus der Region Colares von Jova Gomez bestellt. Dieser Wein war
- 3:09:06noch so frisch. Nicht annähernd hätte ich gedacht, dass dieser Wein von 1934 ist. Das war ein
- 3:09:12Erlebnis, was man so schnell nicht vergessen wird. Des Weiteren kann er natürlich auch sehr gut
- 3:09:18verkosten und schafft es immer wieder Weine, flimt der Region oder sogar den Produzenten zu
- 3:09:24sortnen, was mich immer wieder sehr erstaunt. Und während alle Menschen wie Max bräuchte
- 3:09:29man keine Unterschriften. Auf sein Wort kann ich mich 100 Prozent verlassen.
- 3:09:33[Musik]