Latest / SOMMELIER / Julian Schweighart - Ingenium der Weinwelt
Transcript
- 0:00Ist das eigentlich doof, wenn man abrufen wird?
- 0:02Also prinzipiell ist es natürlich immer doof, wenn der Chef irgendwie im Freien anruft und sagt,
- 0:06"Hey, komm mal in die Arbeit, wir schwimmen."
- 0:09Aber man hilft natürlich gerne.
- 0:12Also das ist ja immer irgendwie so ein...
- 0:13Man hat natürlich ein ganz anderes Verständnis für Teamgefüge oder für eine Gemeinschaft,
- 0:19weil das ja auch irgendwie was familiäres ist, was natürlich auf der einen Seite durchaus sehr, sehr nahe
- 0:24und manchmal auch zu nahe ist.
- 0:26Aber ich hatte ja eine Zeit tatsächlich, da wurde es mir persönlich zu viel,
- 0:33lag aber daran, dass ich daher zu Schätzen gelernt habe, was die perfekte Zeit in die Arbeit ist.
- 0:38Und zwar, wenn schnell gehen muss, 15 Minuten, und das ist mittlerweile mein Parameter,
- 0:44wie weit ich weg von der Arbeit wohnen muss, weil man dann nicht direkt immer abgerufen werden kann.
- 0:50Wir sind direkt in der Innenstadt, Frauenkirche, Hormplatz 12, und wir hatten eine Wohnung, die war überm Restaurant.
- 0:58Und da war es tatsächlich so, dass der Weg einfach zum Abrufen viel zu...
- 1:02Viel zu kurz war, es war zu schnell.
- 1:04Viel zu kurz war, viel zu kurz war.
- 1:06Genau, oder zu klingeln.
- 1:08Aber deine Vorstellung von Selbstständigkeit ist ja mehr oder weniger vorgegeben worden,
- 1:12was ja so ein bisschen, also glaube ich zumindest traurig ist, wenn man selber sagt,
- 1:16so wie ich damals die Weinbar, euch jetzt gern sohnt, hätte gerne grüne Wände und rote Wände und die Gläser,
- 1:22das war ja bei dir schon alles fertig.
- 1:26Klar, man muss natürlich das Ganze auch so ein bisschen, sag ich mal, an verschiedenen Seiten sehen,
- 1:31weil ich hatte ja die Zeit, wo ich mal auch weg war, wo ich auch in Hamburg, in Fontenebel,
- 1:36in Stefanie gearbeitet habe, und das Legset mitöffnet habe.
- 1:39Und davor war natürlich alles schon eher so ein festgezutteres Konstrukt,
- 1:43weil es natürlich irgendwo von meinem Vater vorgelebt und vorgearbeitet wurde.
- 1:48Und natürlich war es mir natürlich dann wichtig, wo ich wieder zurückgekommen bin,
- 1:52auch wieder neue Elemente mit im Betrieb zu geben und auch Sachen zu verändern.
- 1:57Und ich hatte tatsächlich, wir haben ja eine Weinhandlung vor zwei Jahren,
- 2:00öffnet die direkt neben dem Restaurant ist.
- 2:02Das ist dein Baby, oder?
- 2:04Quasi, also ich konnte eigentlich gestalten und walten, zumindest obergründig, wie ich möchte.
- 2:10Also wir hatten da, ihr hättet auch einen tollen Architekten,
- 2:15Stefan Maria Lang, alter Schulform von meinem Vater,
- 2:18der sehr, sehr künstlerisch und sehr, sehr gut seinen Metier versteht.
- 2:24Und dadurch habe ich einen wunderschönen Weinladen.
- 2:26Von da hatte ich genügend Gestaltungsfreiheiten, manchmal sogar auch zu viel,
- 2:33wo mir da auch nicht so wirklich die Form gegeben wurde, wie ich arbeiten muss,
- 2:36was man ja auch in dem Betrieb hat hier, das ist der Arbeitsablauf.
- 2:39Von A bis Z und die Punkte müssen abgearbeitet werden.
- 2:43Und so habe ich halt auf der einen Seite viel Freiheit,
- 2:46wie ich meine Arbeit quasi strukturiere.
- 2:49Aber auf der anderen Seite ist es natürlich irgendwo durchaus,
- 2:54da ist man, man sagt ja nicht umsonst,
- 2:58dass hier ein Never Change Awakening System oder
- 3:00je länger und je älter ein Betrieb ist, das so schwierige ist es, neue Sachen anzunehmen.
- 3:05Dadurch ist natürlich so dieser, sage ich mal, betriebliche Veränderung
- 3:10mit so kleinen feinen Details brauchen,
- 3:11manchmal war es nicht viel mehr Geduld und Mühe,
- 3:15wie es, glaube ich, anderswo benötigen würde.
- 3:21Also Wein gab es sicher schon vorher, welche Einflüsse konntest du reinbringen?
- 3:2422 bist du, glaube ich, zurückgekommen?
- 3:2622 kam ich zurück, genau.
- 3:29Und das war ja natürlich irgendwo auch mitten in der Corona-Zeit.
- 3:33Das heißt, ich wollte irgendwie auch meine Zeit sind von Nutzen
- 3:37und wir hatten über die Jahre hinweg einen riesen Keller angehäuft.
- 3:40Das war so ein bisschen eher so ein Familienbüro,
- 3:43Schrick-Schrick-Keller, wo eigentlich alles drin war.
- 3:45Bücher, Kindersachen.
- 3:47Und dann hat der Papa angefangen vor 10 Jahren mal ein paar Weinflaschen zu stapeln.
- 3:53Und das Name hatte ich irgendwann überhand.
- 3:55Irgendwann waren es mehr Flaschen als alles andere.
- 3:57Und wir haben einen kritischen Moment erreicht und haben gesagt,
- 4:01hey, das geht nicht mehr so.
- 4:03Wir haben zu viel Bestand, wir haben viel zu Tolle und auch seltene teure Weine.
- 4:08Es muss ordentlich gemacht werden.
- 4:11Und so habe ich die Corona-Zeit tatsächlich genutzt,
- 4:13dass ich daheim mich ein Keller eingesperrt habe,
- 4:16jeden Tag, zehn Stunden da rumgeworstelt habe und abends dann groß gekocht habe.
- 4:22Also das war natürlich dann bei uns daheim.
- 4:24Und es ging dann drei bis vier Monate tatsächlich.
- 4:28Dadurch konnte ich den kompletten Keller neu strukturieren,
- 4:31was uns für uns mens wichtig ist,
- 4:33weil wir dann auch mal eine richtige Bestandsaufnahme machen konnten
- 4:37und auch genau wussten, wo liegt was und was haben wir denn noch mal alles für Sachen im Keller?
- 4:42Das ist, glaube ich, der größte Horror, den es für einen Zombie oder für einen Kellner gibt,
- 4:45wenn er in den Keller geht und nicht weiß, wo der Rosso liegt.
- 4:49Total.
- 4:50Das ist...
- 4:51Ich glaube, das kannst du ja nur bestätigen.
- 4:53Du hast ja auch eine durchaus lange, gastronomische Karriere als Zombie.
- 5:00Und ich glaube, wenn du als fremder Zombie in Betrieb gehst, ist es immer schwierig.
- 5:06Weil es gibt Strukturen, die da Vorgänger vorgelebt haben.
- 5:10Ob das magst du nicht, dann musst du mit arbeiten.
- 5:13Und dann gibt es natürlich Strukturen, die du erlernt hast.
- 5:17Und dann gibt es natürlich die Kombination, was daraus entsteht.
- 5:20Krasser ist es manchmal, finde ich auch ein eigenes System zu innovieren und einfach zu sagen,
- 5:24so funktioniert es.
- 5:25Also wenn du, wie ihr im Lakeside, alles komplett neu definieren musst und sagen musst,
- 5:29die Flasche hat die Nummer 1 und die Flasche hat die Nummer, keine Ahnung, 1000.
- 5:32Und so findet man die Flasche.
- 5:35Welche System nimmt man da oder wie geht man davor?
- 5:37Wie hast du das damals bei dir gemacht?
- 5:38Wie hast du dein Weg gefunden, das Ganze zu organisieren?
- 5:42Das auch jeder es findet?
- 5:44Also ich habe mich ein bisschen auch an einem System natürlich vom Fontenä orientiert,
- 5:48da ich ja auch damals irgendwie quasi mitgewirkt habe.
- 5:55Ich habe ja 2 Sätzen angefangen und gehört ja so mit zum Eröffnungsteam.
- 5:59Viele Entscheidungen wurden natürlich schon getroffen.
- 6:01Ich war dann eher so die ausführende Apparatur, die dann quasi die Kühlschränke gepflegt hat
- 6:06und die ganzen Nummern und der gleichen einen gepflegt.
- 6:10Also ich habe mich natürlich daran orientiert und habe halt für mich ein eigenes System entwickelt.
- 6:16Und zwar habe ich tatsächlich den Keller natürlich erst mal strukturiert.
- 6:22Ich habe auch diese schwarzen Kiste gekauft zum Horrormann des Vaters,
- 6:26der da nicht reinschauen kann und er doch ein sehr, sehr visueller Mensch ist
- 6:29und wir dann so Zettel vorne hin hängen, wo dann quasi die Weine drin stehen.
- 6:36Das ist natürlich sehr praktisch.
- 6:38Und dann haben wir den Keller quasi in verschiedenen Zügen gestaltet.
- 6:43Der war halt komplett voll.
- 6:45Das heißt, ich musste zuerst alle Weine auf eine Seite räumen,
- 6:49sodass wir überhaupt Regalsystemen einbauen konnten.
- 6:52Das heißt, die ganzen Weine wanderten dann erst mal bis zur Decke auf die andere Seite.
- 6:58Und mein Vater ist dann schon immer nervös rumgelaufen, weil er deine Weine nicht mehr gefunden hat.
- 7:05- Ah, nee, es war während Corona.
- 7:07Ich wollte fragen, was während des laufenden Geschäfts war.
- 7:08Es war ja während Corona.
- 7:10- Genau, das war während Corona.
- 7:11Also er war natürlich auch dann ab und zu da und hat mir auch geholfen.
- 7:15Und er war, es war von einem Typ, Mensch, dass er immer den teuersten Wein unter dem riesigsten Berg verkrebt.
- 7:22Das heißt, wenn ich dann mal irgendwie so 20 Kisten hatte und unten war so eine Kiste,
- 7:25dann wusste ich eigentlich schon vorher, dass da eigentlich ein seltener Wein drin war
- 7:29oder sich eine kleine Flasche Rummé versteckt hat oder Rousseau oder irgendwas anderes.
- 7:33Von daher war er natürlich dann ganz aufgebracht, weil er hatte sein eigenes System
- 7:37und ich komme als Fremder in den Keller und mache natürlich alles anders.
- 7:41Also er hat dann die Sachen nicht mehr gefunden und dann dann "Julian, Julian, wo sind die Weine?
- 7:45Wo sind die Weine? Ich finde sie nicht mehr, ich finde sie nicht mehr."
- 7:47So "Papa, wir müssen schrittweise vollkommen.
- 7:51Erstmal kommt alles in die eine Seite, dann verräumen wir das und katalysieren wir es.
- 7:58Und irgendwann taucht die Flasche wieder auf, wenn sie da ist.
- 8:01Aber das wollte er in dem Moment natürlich nicht verstehen.
- 8:04- Flaschmüch.
- 8:05- Er hatte dann eher Angst darum, dass irgendwie seine Flasche abhanden oder nicht mehr da ist.
- 8:09Aber ich glaube, das zeichnet euch aus, dass ihr zwar so dieses interjenische System oder diese Lebensart habt,
- 8:15sprich, dass es keine riesen Speisekarte gibt, sondern viel über Empfehlungen läuft,
- 8:19die aber trotzdem eine Weinkarte habt und das dann richtig konsequent anbietet.
- 8:24- Ja, total. Also das war auch eher so eine Sache, die ich dann auch wieder mit in Betrieb gebracht habe.
- 8:30Wir sind ja in der Innenstadt, wir haben immer einen riesen Platzproblem.
- 8:35Das heißt, wir hatten eine kleine Räumlichkeit, die dann auch als Umkleide, Trockenlager und als auch wo auch Kühlschränke von der Küche standen.
- 8:44Und da war eben unsere Weinregale, wo wir die Weine quasi verkauft haben.
- 8:47Und mein Vater hat aber immer schon wengroße eingekauft und auch immer die guten Sachen.
- 8:52Immer ein gutes Geschmack und ein gutes Feingefühl für außergewöhnliche Weine,
- 8:58die wir natürlich alle vor Ort lagern können, weil es auch nicht fachgerecht genug gewesen wäre.
- 9:03Das heißt, er hat immer die Weine gekauft, einen Keller gepackt und einen Teil vor Ort dann direkt abverkauft
- 9:08und immer mal wieder eine Flasche aus dem Keller mitgenommen und die dann verkauft, aber alles immer ohne Weinkarte.
- 9:14Das heißt, in der Zeit, bevor ich ins Fronten hergekommen bin, musste ich alle Ekerpreisel von allen Weinen wissen.
- 9:19Und dann würde ich ungefähr die Preise quasi ungefähr kann.
- 9:25Was natürlich nochmal eine ganz andere Herausforderung ist, wenn du sagst, okay, du hast hier eine Weinkarte mit 120 Weinen
- 9:30und weißt, jeden Wein kostet auf der Karte, das ist sich heute nicht mehr ganz so möglich mit den aktuell 1200 Positionen.
- 9:37Habt ihr, ich hatte 750, hatte ich jetzt noch im Hinblick, das war so mein letzter Stand.
- 9:41Ja, wir haben ja wie gesagt eine Weinhandlung dazu genommen, weil wir, wie ich vorhin gesagt habe, kein Platzproblem haben
- 9:51und können somit ja zum ersten Mal Weine richtig vor Ort lagern.
- 9:55Und da passt durchaus was rein.
- 9:57Und ich habe irgendwann mal eine Inventur gemacht, das war vor zwei Monaten, das schwankt natürlich immer mal wieder.
- 10:02Mir geht es nicht darum, dass es genau 1000 oder 1000 300 sind und dann mal 700 ist mir echt gesagt, scheißegal.
- 10:06Hauptsache, die Weine sind, die Weinkarte ist gesund und macht Spaß.
- 10:11Aber manchmal wächst es natürlich, wenn dann so Einzelflaschen rumflattern, die dann natürlich dann auch drauf gewartet, die darauf warten, getrunken zu werden.
- 10:21Was machst du damit, wenn du jetzt dann einen Sonderverkauf oder empfiehlst du die, sowohl in der Weinhandlung als auch im Restaurant?
- 10:27Es kommt immer ein bisschen auf die Flasche drauf an, weil ich denke, dass wir Somnys sind ja eigentlich irgendwo eine verlorene Creme à Sable,
- 10:35weil wir sind ja eigentlich, wir sammeln.
- 10:38Das ist unsere Krankheit.
- 10:40Wir wollen nichts verkaufen.
- 10:42Genau, wir wollen.
- 10:44Das stimmt, oder wie bei Spätier.
- 10:46Ich meine, du gierst ja dann einen Keller runter, man sieht ja die ganzen vielen verschiedenen Weine und denkst, der hat so einen Geschmack und so und so.
- 10:52Das ist ein wichtiges Geschenk, wenn du dann durch deine eigene Bibliothek gehst und das Schlimmste finde ich ist, auch wenn du weißt, du verdienst mit dem Wein X Euro.
- 11:02Also teilweise ist es ja wirklich auch sehr attraktiv, den zu verkaufen.
- 11:06Aber man möchte fast den Gast noch davon weg empfehlen, wenn man denkt, dann ist er weg, das ist doch schade.
- 11:12Den hätte ich so gerne noch hier, also den, keine Ahnung, Rumyei war vom Jaus.
- 11:18Die verkauft man sehr ungern.
- 11:20Total.
- 11:22Manchmal denkt man, die besten, also die ersten Weine, die man empfiehlt, wobei man kann sich das ja eigentlich einfach machen, die Weine nicht auf die Karte schreiben.
- 11:30Aber man möchte ja auch als Schmuckstück dabei haben.
- 11:32Also so ja, dann eben auch das ganze Auskleiden.
- 11:36Man möchte ja auch zeigen, ich hab den und ich hab die Vertikale oder ich hab die eine Flasche, was auch immer.
- 11:44Klar, klar, definitiv.
- 11:46Aber sobald es, glaube ich, irgendwo draufsteht, wollen die Leute es.
- 11:52Und ich finde, also wir haben natürlich eine Weinkarte, wo alle, sag ich mal, Bereiche abgedeckt sind, wo auch Arretiten, eine schöne Mischung, alles Mögliche drauf sind.
- 12:02Wir haben früher ja unser neues Modell.
- 12:06Und früher haben wir die Weine ja verkauft am Gast ohne Weinkarte, empfehlungsweise.
- 12:10Und natürlich kann man natürlich viel mehr steuern, wer was bekommt.
- 12:14Das ist jetzt nicht irgendwie das Nobistisch oder LIT oder du bekommst die Flasche nicht, weil ich die nicht mag.
- 12:20Sondern einfach nur, ich betrachte es dann manchmal eher so als Scoody für Stammgäste, die man ja auch irgendwo pflegen möchte.
- 12:26Und da geht es auch manchmal gar nicht darum, dass die Weinkarte dabei teuer ist, sondern einfach nur, dass es eben eine Flasche, ich sag immer zu meinen Gästen, der Wein hat auf sie gewartet.
- 12:34Oh, so schön.
- 12:36Und das meine ich dann auch so im Moment, weil der Wein liegt, wir kaufen ihn ein, der liegt dann acht Jahre oder auch mal weniger.
- 12:44Und das ist dann die letzte Flasche und das ist natürlich auch irgendwo mein Verkaufsargument.
- 12:48Wenn ihr dann immer so im Ecke kommt, hier Restpost, dann kann ja irgendwann reduziert werden.
- 12:52Und da gleich sehe ich zum Beispiel eher nicht so.
- 12:55Anig müsste, je weniger Weine man hat, desto teurer müssen die ja nicht werden, weil man die ja auch näher kennt und weil sie auch für einen selber irgendwo seltener werden.
- 13:05Aber ich finde natürlich trotzdem, dass die Weine durchaus immer fair kalkuliert sein müssen, so dass jeder Spaß hat.
- 13:13Was empfindest du als fair?
- 13:15Also, wenn du irgendwo ins Restaurant gehst, als eben auch wenn du selber kalkulierst, weil es ist immer so eine zweisäitige Betrachtungsweise.
- 13:24Total, total.
- 13:25Ich meine, jeder geht mit dem Wort fair und in Bezug zur Kalkulation anders um.
- 13:30Ich habe für mich quasi, ich finde, man kann das auch nicht so per se betrachten.
- 13:38Ich finde, zu einer Kalkulation können Zehntausend verschiedene Faktoren mit den Nullen fließen.
- 13:43Und das war angefangen von den Kosten natürlich auch irgendwo im Personal und natürlich auch von der Lage, wo man ist.
- 13:51Und natürlich auch irgendwo finde ich, das Kalkulation auch so ein bisschen, für mich manchmal ein Hebel ist, wieviel man Durchlauf hat.
- 13:58Wenn man sagt, hey, man verkauft zum Beispiel von einem Wein zu viel, dann kann man ihn zum Beispiel mit etwas höheren Preisen ein bisschen runter reduzieren.
- 14:08Zum Beispiel sagt, hey, ich möchte gar nicht so viel Pinocchio aus dem Friaual verkaufen, aber ich will ihn auf der Karte haben und die trinken zu viel,
- 14:15dann kann man natürlich da so ein bisschen entgegenarbeiten.
- 14:18Und das funktioniert?
- 14:20Ja, ich meine, ich versuche meine Weinkarte per se nicht komplett strukturiert durchzukalkulieren,
- 14:27so dass es keinen Spielraum gibt für, was sage ich mal, andere Preisgestaltungen,
- 14:33sondern versuche dann schon manchmal gewisse Weine auch individuell zu kalkulieren.
- 14:38Zum Beispiel, wenn ich sage, hey, ich habe hier irgendwas, was mir besonders viel Spaß macht, wo ich weiß, da brauche ich viel Arbeit.
- 14:47Akkise, ich muss den Wein quasi verkaufen, was eigentlich für mich mehr Arbeit ist.
- 14:52Aber wo ich möchte, hey, ich möchte es ein bisschen pushen, ich möchte den Wein ein bisschen die Bühne geben und ich möchte quasi diese ganze Geschichte mal anstoßen,
- 15:01dann versuche ich zum Beispiel manchmal das ein bisschen attraktiver zu machen,
- 15:04so dass ich der Wein, die Marke, die Brand als solches auch erst mal beim Kunden etablieren kann.
- 15:10Und dann kann man natürlich hinten raus nochmal ein bisschen feinsteuern, inwiefern die Preiseteurer geworden sind oder ob man das mal nur als Aktion gesehen hat
- 15:19oder ob man das, das kann man ja auch in unsere Karte implemieren.
- 15:22Wenn alle, alle Händler machen das, nur wir nicht.
- 15:25Wir strukturieren alle unsere Weinkarte immer so durch, dass alles niedendagelfest ist und alles immer den gleichen Faktor hat,
- 15:32was ich nicht richtig finde tatsächlich.
- 15:35Wo ich sage, hey, Pinot Noir, Literay, geiler, genialer Stoff, kommt aus so einem Nummer, keines Saub trinkt es, verstehe ich nicht.
- 15:44Dann mache ich es einfach mal ein bisschen günstiger.
- 15:46Und jeder, der es trinkt, ist abgeholt.
- 15:48Oder klar, man verkauft halt irgendwas viel und dann kommt man auch gleichzeitig weniger Flaschen davon, dann muss man eigentlich,
- 15:56ist man schon gezwungen, das ein bisschen in der Kalkulierung ein bisschen anzuheben.
- 16:00Aber die Außenbeannimmung ist für dich egal, dass jemand sagt, wenn du den jetzt in teurer Kalkulierst, dadurch, dass der weiter sehr versend ist,
- 16:08dass ihr als teuer geht.
- 16:09Für mich klar, klar, also, so was verstehe ich 100% und da muss man da auch ein bisschen aufpassen, wie man da arbeitet.
- 16:18Für mich ist die Würze, glaube ich, immer der Einkauf, weil ich finde, der Mirufsommel je,
- 16:25die waren sich faszinierend, weil er wahnsinnig viele Facetten hat.
- 16:28Man muss stark am Gast sein, man muss sympathisch sein, man muss den Saurisch fit sein und eigentlich muss man die Weine auch einkaufen können.
- 16:37Das ist eine Kunstmuttertart.
- 16:38Und nur weil ein Wein teuer ist, heißt nicht, dass er sehr gut ist.
- 16:42Und ich finde, dass man halt viel, sage ich mal, diese Gewinn für uns ja irgendwo auch daraus ziehen könnte,
- 16:51dass man den Wein halt auch gut einkauft.
- 16:54Das ist zum Beispiel auch wenigstens, man macht einen teuer zu kaufen, das ist wie mit Kunst.
- 16:57Teuer kaufen ist einfach, das kann jeder.
- 16:59Aber es bringt es auch nichts, alles zu haben und es bringt auch nichts, alles anzubieten.
- 17:04Von daher muss man da schon so ein bisschen schauen, was möchten meine Kunden, was passt zu meiner Küche.
- 17:12Und dann kommt die Frage, was möchte ich.
- 17:15Und das auch in der Interaktion letztlich auch mit der zweiten Ebene, mit den Händlern,
- 17:20dass man versucht, irgendwie ethisch zu agieren, miteinander, füreinander da zu sein.
- 17:26Und dadurch letztlich macht der Händler ja auch nicht anders.
- 17:29Er versucht ja seine besten Stücke ja auch nicht breit zu streuen,
- 17:31sondern spielt es dem zu, wo man sagt, der Wein hat auf sie gewartet, wie du es vorhin gesagt hast.
- 17:37Definitiv.
- 17:40Was ist für dich eine gesunde Karte, wenn du sagst vorhin, dass die Karte gesund ist?
- 17:45Ja, ich finde, das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man eine Karte aufschlägt
- 17:53und die dann einfach zu, ich will nicht, ich bin individuell, das ist ein gemeines Wort.
- 18:02Ich finde, eine Karte darf individuell, darf Charakter und darf auch eine gewisse Seele haben.
- 18:08Aber ich denke immer, am Ende des Tages muss klar, der Gast irgendwo auch glücklich sein.
- 18:15Das heißt, für mich ist eine gesunde Karte, eine Karte, wo sich auch was dreht,
- 18:21wo dem Restaurant auch quasi Geld in die Taschen gespielt wird, die eben aus mehreren Faktoren zusammengesetzt wird.
- 18:29Am Ende des Tages kannst du irgendwo deine Kunden bestimmen, die zu dir reinkommen, klar.
- 18:35Aber ich finde, das Schlimmste, was man machen kann, ist, wenn man Gäste belehrt.
- 18:40Oder was denkst du?
- 18:42Und ich finde, dass wir als Sommies mit unserer Weinkarte vielleicht manchmal zum sehr in diese Richtung gehen.
- 18:48Ich bin da vorsichtig auszudrücken.
- 18:50Total bei dir.
- 18:51Und für mich war es immer ganz, ganz wichtig, sowohl, ich hatte ja auch einen Weinhandeln neben dir,
- 18:55der eigentlich im Wein war, meinem letzten Projekt.
- 18:58Und für mich war es immer enorm wichtig, neben den individuellen Sachen, die vielleicht keiner kennt, immer Blue Chip zu haben.
- 19:05Wenn jemand reinkommt oder wenn jemand eine Karte ausschlägt und er sagt, okay, ich kenne den und den Wein,
- 19:10dann fühlt er sich erstmal automatisch wohl, fühlt sich vertraut, fühlt sich nicht allein gelassen
- 19:15und merkt, okay, er hat zumindest eine Basis, worauf er bauen und kommunizieren kann.
- 19:20Also typisches Beispiel, gern genommenes Beispiel, weil ein gut Bräuer, wenn du das auf der Karte hast, das kennt nahezu jeder,
- 19:26fühlt er sich erstmal wohl.
- 19:28Und dann darüber hinaus kannst du ja den einen oder anderen individuellen Vertreter aus dem Rheingau haben,
- 19:32wo man sagt, okay, sie kennen vielleicht die Weine von Theresa, aber das könnte vielleicht noch ganz spannend sein,
- 19:37sollen wir das mal probieren.
- 19:39Und diese Balance zwischen eigentlich auf der einen Seite Blue Chips, sowohl für den Gastronom,
- 19:44dass er eben auch nicht überall beraten muss, als eben auch für den Gast, der sagt,
- 19:49ich bin nicht ein absoluter Neulink hier in dieser Karte, sondern ich kann mich da auch gewissenhaft langsam voran bewegen,
- 19:58finde ich ganz wichtig.
- 19:59Und das ist so die, unsere Aufgabe.
- 20:02Total, bin ich ganz bei der 100 Prozent.
- 20:04Und ich glaube, erfahrungsgemäß finde ich es ja auch so, dass wenn der Kunde oder der Gast erstmal das Vertrauen zu dir hat,
- 20:15dann kannst du ja eh alles machen.
- 20:17Und dann kommen die ganzen Blue Chips.
- 20:19Und das ist das Beste, was dir passieren kann.
- 20:21Weil wenn du sie erstmal gecatcht hast und wenn die erstmal quasi den Fuß im Restaurant haben und die auch dir zuhören,
- 20:30und der man nicht nicht damit, dass sie sagen, hey, gib mal die Karte und dann, mhm, mhm,
- 20:35sondern auch dich proakt die Fragen, hey, was willst du, was willst, denkst du, was gut ist.
- 20:41Und ich finde, wenn dieser Schritt gemacht ist, dass der Gast auf den Sommer je zugeht und sagt, hier, gib mir was,
- 20:47dann finde ich den Büro fantastisch.
- 20:50Also dann kannst du machen und schalten, walten, wie du es möchtest, nur dann musst du es aber auch liefern.
- 20:56Dann musst du auch wissen, was der Kunde haben möchte.
- 20:58Und dann geht es ja darum, was der Kunde haben möchte.
- 21:00Und dann musst du natürlich irgendwo als Dictionary, vielleicht falsch gesagt,
- 21:05aber eher so als Mediator zwischen den Weinflaschen der Küche, dem Gast und dem Moment quasi agieren und gucken,
- 21:13was passt aus diesen verschiedenen Kombinationen jetzt am besten ins Glas.
- 21:17Was ist schwerer, das Vertrauen aufzubauen oder das Vertrauen zu halten?
- 21:20Vertrauen kommt durch, sag ich mal, eine gewisse Kontinuität, eine Beständigkeit.
- 21:30Und Vertrauen halten ist, sobald man es hat.
- 21:35Ja, weil ich glaube, entweder du bekommst Vertrauen oder nicht, das kann man nicht steuern,
- 21:39das ist etwas, was dem Kunden ja irgendwo überlassen ist, aber sobald du Vertrauen hast und quasi das machen kannst,
- 21:44dann wird man gefordert als Omelette.
- 21:47Dann muss man in die Vollen gehen, dann muss man überraschen, dann muss man Sachen herausgraben,
- 21:52dann muss man vielseitig arbeiten können in Form von "Hey, der Wein schmeckt dir, ok, probieren wir es mal mit was komplett anderem,
- 22:02aber eine gleiche Stilistik ähnlich, aber kommen wir jetzt vielleicht nicht aus Deutschland oder Spanien,
- 22:07weiß war ich noch so.
- 22:09Und wenn dieser Vertrauen da ist, das sagt ok, bring, schenk mir einen und man das dann auch in dem Moment dann quasi abliefert,
- 22:17dann ist es halt fantastisch.
- 22:19Und dann kann man es auch einfach halten, weil ich finde für mich, wir haben jetzt kein Menü, wo wir eine Weinbegleitung haben,
- 22:28aber ich finde ich nehme meine Gäste aus, das kann man auch zur Corona-Zeiten, wo ich gesagt habe, wir gehen auf eine Reise,
- 22:34wir können zwar nicht reisen, aber wir reisen.
- 22:36Wir trinken Weine aus verschiedenen Ländern und haben gewisse Momentaufnahmen,
- 22:42wo wir natürlich auch mit dem Storytelling gestalten können in Form von "Hey, der Alvarino, Kondostikaliz, Kagekranit, Fisch"
- 22:50und wir können halt so für ein Weine was Wunderschönes, weil es eben vergangene Momente wieder einfangen kann.
- 22:57Soll ich mal ein Weintchen probieren?
- 22:59Mach mal.
- 23:00Gerne, probieren wir.
- 23:02Ich habe euch schon was Schönes eingeschenkt, ein Weltliner von Winninger.
- 23:07Ich finde ich total spannend, weil ich finde, dass der Fritz Winninger extrem viel, nicht nur für die Region,
- 23:14nicht nur für den Feldliner, sondern eben auch für den gesamten österreichischen Weinbau getan hat,
- 23:19weil der in vielen, vielen Bereichen sehr fortschrittlich war, das nicht nur mit dem gemischten Satz,
- 23:24sondern eben auch mit seinen Feldlinern.
- 23:26Hier haben wir aus Nussberg einen der schönsten Weinberge, die es eigentlich in Wien gibt.
- 23:29Als ich ihn vor einem Monat letztes Mal im Glas hatte, fand ich ihn total faszinierend.
- 23:34Und ich ganz weiter, ich bin in Winninger machten ein super Job, auch was generell Schaddonäs und Pinos und alles anbelangt.
- 23:42Und auf jeden Fall, es ist ein Weingut mit einer Vision und es strebt nach Qualität.
- 23:48Und ich finde jeder, der strebt und nach den Sternen greift, den sollte man respektieren und immer eine Chance geben.
- 23:54Und ich finde, wie du gesagt hast, Nussberg ist ja glaube ich diese eine Regel, der oben auf Wien drauf sitzt.
- 24:01Ich finde, man reinricht, finde ich oft immer so durchaus parallel, auch zu dem was dann drauf steht, lustigerweise.
- 24:07Wenn ich reinreste, dann habe ich auch so ein bisschen was Nussiges, fast schon ein bisschen an den grünen Haselnuss erinnert.
- 24:14Und kombiniert natürlich mit diesem etwas voller, saftigeren, oxidiseren Apfel, der so ein bisschen mehr Schmelz und mehr Frucht mitbringt.
- 24:23Und eben dieses typische Kräuterichpfeffrige, was in der Tiene eigentlich ist.
- 24:28Aber super fischig dich.
- 24:30Und super ist diese Fruchtpräsent, dass man reinricht, man hat so ganz vier Weine, man hat eine ganz tolle Saftigkeit.
- 24:35Dieses typische Pfeffrige, was ihm zugesprochen wird, was manchmal eben so auch so ein bisschen ausgezehrt, deklariert wird oder dargestellt wird.
- 24:44Aber hier ist es richtig greifbar und hier ist es so richtig wunderbar definiert.
- 24:48Und ich mag so dieses Säurespiel im Finale.
- 24:50Also er hat diese animierende Saftigkeit trotz dieser Präsentz und dieser Stoffigkeit.
- 24:54Ich kann niemals wirklich damit klar, Feltlina mit Schnitzel zu kombinieren, aber der könnte es für mich auch zum Schnitzel sein.
- 25:02Total.
- 25:06Man macht die Säure, ne?
- 25:08Meinen braucht er auch, weil er ein bisschen voller ist.
- 25:10Und dann macht er sich frisch und diese Salzigkeit hinten raus.
- 25:13Und dann natürlich dann zum Finale dieses...
- 25:17...nix buttriges, aber ich könnte mir das sehr gut mit diesen Buttricken vom Schnitzel zusammen ausdenken und etwas schmelzigen in der Haus gemachten Kartoffelsalat.
- 25:28Genial ist der, glaube ich, für du für mich eine bunte Gruppe hast.
- 25:31Also auf der einen Seite Leute, die pre-klich sind, auf der anderen Seite ganz unbedarf, weil ich glaube, dass der jedem gefällt.
- 25:36Klar, definitiv.
- 25:39Ich finde, Feltlina hat sich auch sehr schön entwickelt die letzten Jahre.
- 25:42Sie sind eine Riefsorte geworden, die eigentlich sehr, sehr eindimensional und in ein...
- 25:47Also sehr uniform war, eine Riefsorte, die eben es geschafft hat, verschiedene Regionen toll zu reflektieren und auch verschiedene Weingärte einfach schön zu individuell zu repräsentieren.
- 26:01So dass halt Feltlina nicht gleich Feltlina ist.
- 26:03Natürlich hat es eine Grundform, aber ich werde wie du eben hier gesagt hast, diese Komponenten von etwas mehr Reife, von etwas berockeren Frucht.
- 26:11Was für mich immer typisch ist für einen weingarten, der ein bisschen höher gelegen ist.
- 26:15Kombiniert eben durch diese kühle Nacht, diese Säure, diese Straffeminalität.
- 26:20Und eben auf der einen Seite dieses saftig trinkige, aber auch trotzdem so ein bisschen was fischichtiges, was aber nicht zu überfordert, aber auch eben trinkig macht.
- 26:31Und ich meine, ein guter Wein ist der, der am Ende des Tages getrunken wird und nicht der, der irgendwie voll noch am Tisch übrig bleibt.
- 26:37Und das ist wahrscheinlich ein Wein, den man durchaus vielseitig zu vielen verschiedenen Sachen einsetzen kann.
- 26:43Sei es zu einem Backkindelschnitzel oder eben auch zu einem so ein bisschen einfach gekochten Schinken und mehrrettig.
- 26:53Ich glaube, das ist auch der einzige Grund, warum es Marken gibt.
- 26:58Weil wenn wir alle, sag ich mal, so fit wären, Qualität immer perfekt einzuschätzen und damit man nicht nur die Kunden, sondern auch wir sombeln je ist, dann hätten wir das Problem gar nicht.
- 27:12Und ich glaube, das Schöne an Gastronomie und Restaurant und Wein ist eben dieses vergängliche und dieses erlebte und dieser Momente daraus entsteht.
- 27:23Und ich finde halt wichtig, dass man nicht nur versucht, so viele Sinne wie möglich anzusprechen.
- 27:34Und da gehört für mich auch natürlich die richtige Präsentation vom Wein dazu.
- 27:39Das fängt mit dem Glas an, damit es richtig riecht.
- 27:41Das fängt mit der Temperatur an, das fängt mit dem Reifezustand an, das fängt mit der Kombination zur Speise.
- 27:47Und es fängt auch mit dem, wie man das Gast auch verkauft, das Erlebnis.
- 27:55Es sind viele kleine, große Bausteine, die dann zusammengefügt werden zu einem großen Mosaik, wo was großartiges draußen steht.
- 28:03Und wenn halt Mosaik aus der Ferne betrachtet, das ist fantastisch, aber wenn es nur aus einem Steinbittel stehen würde, wenn man das nur aus der Nähe sehen würde,
- 28:12dann hat man nicht alles, was man, also dann reicht man nicht alles, was man könnte, finde ich.
- 28:18Und bei Wein ist es ähnlich, für viele ist Wein und Essen einfach super emotional.
- 28:25Klar für uns auch, wir gehen natürlich irgendwie anders emotional ran, wir gehen dann schon irgendwie ein bisschen fachmännischer dran,
- 28:34aber irgendwie so eine gewisse emotionale Geschichte, das fängt immer mit.
- 28:37Aber wenn man sich mal überlegt, woher kommt diese Emotionalität beim Wein.
- 28:43Und ich meine, das Sensorik ist etwas unglaublich Tolles und auch Interessantes,
- 28:49weil ich meine, wir riechen den Wein, wir schmecken den Wein.
- 28:52Schmecken, okay, ein paar verschiedene Geschmacksgeschichten, die wir aufnehmen können,
- 28:57so Salz, Säure, Bitte und Umami und auch Süß.
- 29:03Aber das Aroma ist eigentlich das, was irgendwo ein Wein auch auszeichnet,
- 29:08in der Kombination mit der Haptik im Gaumen, ganz klar.
- 29:11Aber wie ihr eben aromen war, die wir im unteren Unterbewusstsein mit irgendwelchen Sachen verknüpfen
- 29:20und für uns wirklich das Beteuren der oder eben nicht Beteuern,
- 29:23weil wir alles in den Videos sind, die eben verschiedene Beziehungen schon zu verschiedenen Aromen aufgebaut haben.
- 29:29Von daher ist für mich Wein höchst emotional, weil wir vieles, sage ich mal, gelebt ist.
- 29:35Einerseits historisch, einerseits des Weinjahrs und einerseits ist natürlich,
- 29:40was wir selber schon mit den Aromen erlebt haben.
- 29:43Deswegen ist für mich Wein, ganz klares, was trinkt München oder was trinkt Dresden oder was trinkt Berlin oder Hamburg.
- 29:52Er hat auch immer was damit zu tun, was Erfahrungen die Leute gemacht haben.
- 29:56Einerseits, um das Produkt kennenzulernen, aber andererseits, um auch gewisse, schönen Momente,
- 30:01die man mit einem Wein, zum Beispiel in der Spaghetti, erlebt hat, ein bisschen nach Hause zu bringen.
- 30:09Und viele sind so, oh, dieser Wein, den habe ich ja damals im Urlaub getrunken.
- 30:13Oder hey, das war unser Hochzeitswein.
- 30:16Oder hey, das ist das.
- 30:17Man verknüpft irgendwann, geht das ja nicht mehr nur um den Geschmack,
- 30:21wie es in den guten Restaurants auch ist.
- 30:23Natürlich geht es immer um Geschmack, um gute Qualität und gutes Essen.
- 30:27Es ist das Grundbaustein.
- 30:29Und dieser wie in der erkehrende Moment, warum man genötigt ist, nochmal einen Genuss zu kommen,
- 30:35ist eben alles andere, die ganzen vielen verschiedenen Bausteinen,
- 30:38die sich durch diese vielschichtigen Geschichten auch hinterher zusammenfügen,
- 30:42wie Küche, wie das Erlebte, das Sensorische, das Storytelling, die Sympathie, die Empathie und alles, was dazugehört.
- 30:48Was du gesagt hast vorhin, das finde ich ganz, ganz wichtig.
- 30:52Dass eine Brand sich über das Storytelling definiert.
- 30:56Und in dem Augenblick machen wir in dem Moment, wenn wir den Wein erklären,
- 31:00wenn wir diese Geschichte erzählen, ja nichts anderes,
- 31:02als dass wir dem Wein zu einem Brand machen, zu einem besonderen Moment, zu einem besonderen Produkt.
- 31:06Und der Kunde ist, ohne dass er selber Engagement hat, muss er ja oder nein sagen,
- 31:12sich vertrauenswürdig darauf einlassen kann.
- 31:15Was findest du ist schwieriger oder vielleicht sogar interessanter,
- 31:19ist es der Gast oder der Kunde, also sprich der Gast im Restaurant oder der Kunde bei dir im Weinladen?
- 31:24Ich glaube, dass es so komplett verschiedene Personen sind,
- 31:29aber wenn es ganz auch eine andere Beinwarnung ist, total, das ist total faszinierend.
- 31:34Das haben wir auch direkt, also die kommen mal zu dir und ich glaube,
- 31:38wenn eine Person eine Weinhandlung geht, dann geht es immer um was Spezifisches.
- 31:43Und wenn ein Gast ins Restaurant geht, dann geht es immer mehr um was Emotionales.
- 31:51Die Leute, die nach einem langen Tag ins Restaurant gehen,
- 31:57die wollen in erster Linie abschalten, zur Ruhe kommen, die Zeit,
- 32:02die wenige, die sie haben mit den Liebsten quasi verbringen,
- 32:06oder auch geschäftlich oder auch andere Natur.
- 32:08Und das ist ja dann dieses gemeinschaftliche Weg Essen, wir trinken zusammen,
- 32:13wir reden über unsere vergangenen Zeiten oder zukünftige Planung dergleichen.
- 32:18Und die Leute in die Weinhandlung kommen, die wollen genau etwas passend zu etwas haben.
- 32:22Ich glaube, das ist der größte Unterschied.
- 32:25Die sagen, hey, gib mir was, was ich nicht kenne, oder hast du ein Eiswein?
- 32:29Wie oft ich in München gefragt werde, ob ich ein Eiswein habe?
- 32:32Echt?
- 32:33Wir sind natürlich direkt in eine Innenstadt, es sind viele Touristen in der Stadt
- 32:36und es ist natürlich ein deutsches Ding der Eiswein.
- 32:39Und ich habe teilweise in der Woche 9 oder 8 Kunden im Schnitt, die reinkommen,
- 32:44sagen, hey, haben Sie ein Eiswein?
- 32:46Ist ja krass.
- 32:47Und im Restaurant haben wir jetzt noch niemand gefragt.
- 32:49Aber es ist wahrscheinlich auch so Münchending mit den Touristen,
- 32:52weil mich hat wahrscheinlich im Monat einer danach gefragt, wenn überhaupt.
- 32:56Was ich schade und was ich großartig finde,
- 32:58weil ich finde, dass ohnehin zu wenig Süßweine getrunken werden.
- 33:02Und manchmal ist es so am Ende von einem Abend, egal auch was du gegessen hast,
- 33:06wenn du dieses kleine Pralinen hier, du brauchst ja nicht viel davon,
- 33:10bevor du dir da irgendwie ein Schnaps reinzimmerst,
- 33:12oder dann noch eine Flasche Rotweintrings als Gnadenstoß,
- 33:16ist so ein sehr settiger Wein, wie eben eine TBA Eiswein Sautern, was auch immer.
- 33:21So die richtige Erfüllung, oder selbst ein Portwein,
- 33:24selbst in eine gewisse Art von Sherry, ein PX oder so was, ist großartig
- 33:28und wird viel zu selten getrunken.
- 33:31Da bin ich 100 Prozent bei dir.
- 33:33Das habe ich auch erst im Gummirestor gelehrt,
- 33:36wo wir uns dann am Abend dann durch die ganzen Weine verkostet oder probiert haben.
- 33:40Und am Ende immer ein Süßwein war.
- 33:42Und der Vorteil an einem Süßwein ist, der frischt und zätig zugleich.
- 33:46Ja.
- 33:47Finde ich, man hat eine Säure, man hat eine Frische,
- 33:49man hat einen reinen Geschmack.
- 33:51Und es ist oftmals klar, es gibt natürlich auch Kräftige,
- 33:55aber oft ein bisschen Schlanker wie jetzt ein Rotwein.
- 33:57Und ich finde, dieser Zucker, den man dann am Ende dann irgendwie am Gaumen hat,
- 34:02der löst natürlich auch jegliches Ternin, irgendwie was noch am Gaumen ist.
- 34:05Und der Gaumen kommt dann so nach so einer sensorischen Reise ein bisschen zur Ruhe.
- 34:09Und ich finde, das ist etwas, wie du schon gesagt hast,
- 34:12das ist das erfrischende Pralienchen am Ende, was einerseits sätig,
- 34:15das ist, da bin ich zu 100 Prozent bei dir.
- 34:17Und ich finde es auch schade, dass tatsächlich Süßweine immer weniger getrunken werden.
- 34:23Manchmal ist es irgendwie eingelagert, was auch gar nicht so verkehrt ist manchmal,
- 34:27wenn man einfach Weine für eine längere Zeit einlagern möchte,
- 34:29weil die ja teilweise unkapputbar sind.
- 34:31Und so ein Wein mal mit 30, 40, 50, 60 Jahren zu probieren ist teilweise eine richtige Offenbarung.
- 34:38Großartig, definitiv.
- 34:40Es sind auch immer die schönsten Schätze, die man dann wieder findet,
- 34:43in einem alten Süßwand, wo man weiß, hey, das Ding ist noch perfekt.
- 34:48Ja, und es ist kein so großes Risiko.
- 34:50Das hast du ja manchmal bei Rotwein, wenn der irgendwie 20 oder 30 Jahre alt ist,
- 34:53dann bist du auch mit einer gewissen Erfahrung immer gespannt vor dem Moment,
- 34:57wenn du ihn aufmachst, aber du weißt nicht, was für eine Wundertütte es ist.
- 35:00Und beim Süßwein kannst du ihn ganz gezielt einsetzen
- 35:03und kannst dich darauf freuen, also richtig darauf freuen.
- 35:07Definitiv.
- 35:09Und das ist auch, was ich voll mal angesprochen habe mit gesund in meine Karte,
- 35:13muss auch einfach die Weine, die auf der Karte stehen,
- 35:16einfach zu 100 Prozent Spaß machen.
- 35:18Und dann kommt es nicht aufs Alter oder auf den Zustand drauf an,
- 35:21sondern auch alte Weine machen Spaß.
- 35:23Aber das ist halt, glaube ich, die große Kunst, die Weine,
- 35:28also wir müssen ja auch mal präsentieren, die Weinen ihren perfekten Zustand zu präsentieren.
- 35:33Wo hast du mehr gelernt in der Zeit vor deinem heimischen Betrieb
- 35:39oder jetzt seitdem du wieder da bist, weil du ja mehr oder weniger bis 2022 hast,
- 35:44richtig Kneigast gegeben, hast etliche Wettbewerbe gewonnen,
- 35:48was zweitplatziert bei der Trophy, warst mehr oder weniger allgegenwärtig,
- 35:54bist davor umhergereist, in Australien, etc.
- 35:57und mehr oder weniger ist dann ja so, wenn man mit seinem täglichen Tun zu tun hat,
- 36:03seit 2022 hört man nicht mehr so viel, also dass du halt da und daran teilnimmst
- 36:09oder dass du das machst oder auf der Weinreise bist,
- 36:12wahrscheinlich wegen der allgemeinen Einbindung.
- 36:15Ja, es ist, ich finde, als Sommerjäh lernt man immer dazu,
- 36:23egal in welchem Zustand oder in welchem Karriereabstatt
- 36:29oder in welchem beruflichen Abstand man sich befindet.
- 36:31Aber ich natürlich jetzt auch viel mehr dazu gelernt habe,
- 36:35was für das Ganze was ein Händler eigentlich machen muss und kann,
- 36:39was natürlich ein ganz anderer Bereich ist, den man vielleicht zum Milch nicht unbedingt quasi unmittelbar hat
- 36:46oder anders hat.
- 36:48Ich meine, es gibt natürlich den Chef, Director of Wine, der das macht,
- 36:52aber der hat natürlich dann einen Hotel, einen Einkäufer, der alles für ihn wuppt.
- 36:56Und das ist halt bei uns dann alles, was dann auf mich irgendwo zurückfällt.
- 37:00Und dadurch habe ich natürlich einen Anders dazu gelernt.
- 37:04Ich denke mal, dass ich in der Zeit, wo ich im Frontenay oben war,
- 37:08natürlich auch irgendwo, ich weiß nicht, ich komme aus München aus dem Betrieb,
- 37:13was natürlich jetzt kein irgendwie Sterne-Restaurant oder Gleichen ist.
- 37:17Und ich finde, was schade ist, man heutzutage immer nur darauf runterdefiniert wird,
- 37:22als Sommerjäh, wo man arbeitet oder wo man gearbeitet hat oder wie toll der Küchenchef ist.
- 37:28Man oft auch vergisst, dass es viele andere tolle Menschen gibt, die mit Wein
- 37:33genau gleich große Passion und auch super im Thema sind.
- 37:38Und für mich war es natürlich irgendwie wichtig, wo ich in Hamburg rum war,
- 37:41auch so ein bisschen für mich in meinem Namen in der Branche zu machen.
- 37:45Deswegen habe ich natürlich auch bewusst versucht, alles mitzumachen,
- 37:49was ich mitmachen kann, auch an Webbewerben.
- 37:52Und natürlich, als ich wieder Stephanie angefangen habe, die ja mittlerweile Master's Tommy ist,
- 37:57war es für mich natürlich auch naheliegend auch Co-Drop Master's Tommy-Karriere einzuschlagen.
- 38:02Mich dazu quasi erproben, was ich nur jedem empfehlen kann,
- 38:08weil alles, was an der Sommerjäh quasi in seinen Fähigkeiten besser machen kann,
- 38:13ist eigentlich etwas, was wir machen sollten.
- 38:15Und ich finde so eine Sommerjäh-Ausbildung ist für mich wie ein Führerschein.
- 38:18Ich hier so, hey, du kannst Flasche Wein aufmachen, kennst dich mit Geschmackern auf, let's go,
- 38:23mach was draus.
- 38:25Und deswegen ist es immer ein kontinuierliches Lernen.
- 38:28Und das ist für mich natürlich auch wichtig, in meinem davor eher einseitigen Betrieb,
- 38:34wo natürlich gewisse Länder zu kurz gekommen sind, auch schön in Hamburg,
- 38:39die ganze weite Welt auf einer Weinkarte zu haben und großartige Weine zu sehen.
- 38:44Und da habe ich auch für mich, so hat dieses Aharmoment gehabt, hey,
- 38:48Wein muss nicht immer begunden oder muss nicht immer Champagner sein
- 38:51oder muss nicht das immer sein.
- 38:53Es gibt großartige Winzer, die ihr Handwerk verstehen und eben aus ihren Ressourcen
- 38:58das Beste möglich machen und daraus ein Kunstwerk entsteht, was einfach zensurisch ein abholt.
- 39:04Ich will tatsächlich wieder auch weiter lernen und auch mehr machen.
- 39:10Hatte nur durch den Familienbetrieb, durch die Eröffnung vom Weinladen,
- 39:16kam ich natürlich auch beruflich an meine Grenzen und diese ganzen Fortbildung,
- 39:21Weiterbildung und Wettbewerbe, die bezahlen natürlich am Ende des Tages auch nicht mein Gehalt.
- 39:26Von daher war es natürlich irgendwie wichtig, die Weinhandung zu pushen,
- 39:30den Familienbetrieb, sage ich mal, so umzuristen, wie ich es mir vorstelle,
- 39:34mit der Weinkarte, mit diversen Abläufen, mit gewissen Strukturen.
- 39:38Und das ist natürlich ein Familienrestaurant wesentlich schwerer als in einem anderen Restaurant jeglicher Art.
- 39:46Weil da kommt dann immer die Geschichte, wieso, das haben wir doch immer schon so gemacht.
- 39:51Das sehe ich doch überhaupt nicht ein.
- 39:53Und es gibt natürlich dann gewisse Prozesse, woanders, sage ich mal,
- 39:59innerhalb von zwei, drei Wochen, dann, kannst du machen, dauert halt dann länger.
- 40:04Natürlich hat man dann vielleicht auf der anderen Seite auch ein bisschen mehr Möglichkeiten
- 40:09oder in Form von, man kann sich ein bisschen mehr, sage ich mal, entfalten,
- 40:13weil man nicht so in seinem Leben nicht so zu sehr strukturiert ist.
- 40:18Natürlich, diese Fahrtrichtung ist immer gleich, um das zu ändern, dauert noch länger,
- 40:22weil eben wir viele angestellt haben, die schon über 20 Jahren bei uns arbeiten.
- 40:26Und so neue Sachen sind immer schwierig.
- 40:28Aber ich glaube, das ist auch das, was uns irgendwo auszeigt, diese Konstanz über die Jahre.
- 40:33Und da wahrscheinlich auch, wie bei einem Gast, wenn du einmal das Grundvertrauen hast,
- 40:36dann kannst du auch innerhalb dieses Familien- oder Wirtschaftskonstruktes mehr oder weniger alles machen.
- 40:42Kommt man da aber dann persönlich auch so ein bisschen zur Ruhe, dass man selber eben sagt,
- 40:47auch jetzt läuft es doch.
- 40:48Und man hat diese Energie und den Drive nicht mehr, den du hast, wenn du irgendwo angestellt bist,
- 40:53deinen Namen irgendwie aufbauen musst und eine öffentliche Präsenz hast und die bespielen musst.
- 40:59Oder kommt das dann irgendwann wieder, du bist ja jetzt mitten in diesem Game drin,
- 41:03dass du sagst, jetzt würde ich aber ganz gerne mal wieder in der Szene was machen.
- 41:07Du bist ja auch bei der Sommunion aktiv und bist ja regional sprecher, also du tust dir was.
- 41:11Nee, definitiv. Also ich möchte auch wieder weitermachen.
- 41:17Aber um eben das zu schaffen, muss ja mein Alltag so strukturieren, dass ich nicht mehr rausnehmen kann.
- 41:22Und das habe ich natürlich auch über die Jahre hinweg versucht.
- 41:24Und hafst du halt hier noch nicht geschafft, muss ich ganz ehrlich sagen.
- 41:28Deswegen bin ich manchmal, hatte ich eine Zeit lang, wo ich dann auch klar, jeder, jeder in unserer Branche arbeitet viel.
- 41:35Aber wenn man irgendwie 70, 80 Stunden die Woche mit irgendwas beschäftigt ist
- 41:38und dann gerade noch irgendwie das private Händeln kann, dann fehlt dann oft die Zeit, um noch mehr zu machen tatsächlich.
- 41:47Da kann es bestimmt sicherlich auch diverse Erfahrungen auch uns teilen, wo du auch teilweise beruflich so eingenommen
- 41:55oder ein in so einer Maschine in der Rie drin warst, dass du auch kaum warst, auch anderen Sachen nachzukommen.
- 42:01Total.
- 42:02Wie war das bei dir?
- 42:03Der schlimme war ja, der Arbeit, dass es so viel Spaß gemacht hat.
- 42:05Das ist das Problem, dass man die Arbeit nicht als Arbeit wahrgenommen hat und sagt, okay, jetzt brauche ich da mehr oder weniger ein Katz.
- 42:11Sondern da hat man seinen täglichen Service gehabt, der ja dann meistens schon irgendwie 8, 9, 10 Stunden in Anspruch genommen,
- 42:20oder wo man in Anspruch genommen wurde, dann hat man noch ein bisschen Weinkarten schreibt, dann schreibt man noch für das Magazin,
- 42:25dann hat man noch das Projekt, was man da irgendwo begleitet und dann vielleicht noch irgendwie eine kleine Mitarbeiterschulung oder sonstiges.
- 42:31Man war ja mehr oder weniger weit über die normale Arbeitszeit hinaus und jedes dieser einzelnen Projekte oder diese einzelnen Tätigkeiten hat so viel Spaß gemacht,
- 42:40selbst wenn du dich hinsetzt und sagst, ich bilde mich weiter, es ist ja in gewisser Weise Arbeitszeit, aber es ist natürlich ein beruflicher Arbeitszeit.
- 42:48Also in dem Sinne wäre es eigentlich Arbeitszeit im klassischen Sinne oder wenn du sagst, ich wehle jetzt so fünf Kataloge durch,
- 42:55um einfach den perfekten, was auch immer, Schlag mich tot zu finden, dann ist es ja auch rein Arbeitszeit,
- 43:02aber diese zwei, drei Stunden, was es dann in Anspruch nimmt, nimmt eigentlich keiner irgendwie wirklich wahr.
- 43:08Und die Servicezeit macht natürlich auch Spaß. Also das war so mein großes Problem.
- 43:12Und auch mein Problem, dass ich selber ganz wenig Ausgleich außer Familie gefunden habe.
- 43:17Hast du einen Ausgleich? Also machst du irgendwie Sport oder?
- 43:21Ich habe tatsächlich, bevor ich jetzt in Hamburg war, hatte ich ein viel geregelderes Leben.
- 43:28Ich hatte mein Ausgleich, ich habe viel Sport gemacht, ich habe extrem viel gelernt, ich habe viel gearbeitet, aber es war alles wesentlich strukturierter.
- 43:36Und ich hatte damals natürlich als Angestellter der Vorteile, du gehst in die Arbeit und gehst außer Arbeit und alles bleibt so ein bisschen dort.
- 43:45Und das hat natürlich bei mir aktuell so eher die Problematik, dass es immer allgegenwärtig ist.
- 43:51Wenn man dann auch mal irgendwie an einem Familien-Tisch sitzt und dann geht es um die Arbeit.
- 43:55Wenn man da an der ist, dann geht es um die Arbeit, wenn man dann brüht, dann geht es um die Arbeit.
- 43:59Und dann kommt die Freundin, dann redest du über ihre Arbeit.
- 44:05Deswegen ist der Ausgleich tatsächlich ein bisschen zu kurz gekommen in letzter Zeit,
- 44:10weil es als Ausgleich, was mir mal sehr viel geholfen hat, weil ich ja ursprünglich mal eigentlich Koch war oder als Koch angefangen habe in meiner Karriere.
- 44:18Ich koche extrem gerne.
- 44:20Und wenn ich zum Beispiel Zeit für mich nehmen kann und zum Beispiel etwas Tolles kochen kann, dann ist es für mich auch etwas, wo ich auch extrem gut abschalten kann.
- 44:31Weil es ja auch in der sehr systematischen Arbeit ist, wo man strukturiert, vorangeht, wo man es was auch was Schönes, was manchmal somit,
- 44:39wenn wir kreieren, zwei Momente, aber als Koch kreiert man was anderes in einer anderen Wertigkeit, finde ich.
- 44:45Und das ist natürlich auch was Schönes, finde ich, wenn man was erschafft.
- 44:49Das war mein großes Problem, wenn es sich in unserem Berufsfeld, dass wir nichts haben, was man sehen kann.
- 44:54Also aus einer Rechnung vielleicht, wo man sagt, okay, das habe ich verkauft, das ist aber als Koch oder als Bauarbeit.
- 44:59Hast du etwas, was du sehen kannst und du hast am Ende ein Produkt, auf das du stolz sein kannst oder was nach hinten ging
- 45:06und da die eigene Erfüllung zu finden, also am Lächeln des Gastes zum Beispiel, fand dich am Anfang immer total schwer
- 45:13und musste ich auch jetzt lernen, dass das mein Produkt mehr oder weniger ist, das Lächeln.
- 45:18Bei dir war die 200 Prozent. Und nicht jeder Gast kann das gut mitteilen.
- 45:23Und ich finde auch mal das Schwierige ist, was ist ernst gemeint, was ist nicht ernst gemeint.
- 45:26Ja klar, wie oft gibt es, ich meine, bestimmt 90 Prozent der Komplimente, die gemacht werden sind ja eh, einfach nur oberflächlich gemeint.
- 45:35Und ich finde, deswegen ist es auch eine ganz andere, bei dir diese Realisierung, okay, das ist erschaffen und eben dieser glückliche Gast.
- 45:46Aber ich glaube, das ist eher dieser Vibe, die man dann irgendwann spürt, der dann übers Lächeln hinausgeht.
- 45:52Und diese Energie, die man dann irgendwo fühlt, komplett.
- 45:58Und ich glaube, das macht auch einen tollen Abend aufs, oder? Wenn viel los ist, alle gut miteinander arbeiten und dann steht so eine Energie.
- 46:07Und ich glaube, das ist das Schönste an unserem Beruf, diese Energie, diese Power, die irgendwo dahinter steht.
- 46:14Und natürlich, diese Energie, die dann dadurch entsteht, dass eben die verschiedenen Mosaik-Teichen zusammenkommen und eben was Großes entsteht.
- 46:21Und der Gast eben, die ja auch diese Energie wieder zurückgibt.
- 46:25Wie hast du aus dem Koch-Bruf herausgefunden oder zum Wein hingefunden?
- 46:29Das war ja eigentlich einfach, tatsächlich oder einfach.
- 46:35Ich meine, bei uns gab es immer schon Wein und ich glaube, der erste Wein, der mir geschmeckt hat, weil dann, ich glaube, als Jugendlicher oder als junger Wachsner ist man ja so Wein nicht gar so geneigt, weil es ja irgendwie viel zu komplex ist.
- 46:48Ja, und es hat, also, Säure, es hat Tannines, es ist unbequem.
- 46:52Ja, genau.
- 46:54Und irgendwann hat natürlich mir dann Wein im Spaß gemacht, aber ich war natürlich dann noch in der Küche.
- 46:59Und tatsächlich war meine, war eine Person bei uns im Service, ging dann in Mutterschutz und wir waren unterbesetzt, sondern durfte ich raus im Service.
- 47:10Wir früh eigentlich eher so ein bisschen von der introvertideren Seite, der nicht so auf Leute zugeht und musste mich dann natürlich damals in der neuen Herausforderung stellen und war, arbeiten am Gast und auch arbeiten mitten im Gast.
- 47:23Und da wir natürlich früher keine Weinkarte hatten und wir auch natürlich auch Wein verkauft haben, war es dann immer eher so, dass man Weine empfiehlt, wo man natürlich auch vorselektiert empfehlen kann.
- 47:35Ich meine, man muss jetzt nicht die ganze Karte wissen und Wein zu empfehlen.
- 47:38Sag ja auch mal meinen Zombie, es lernt ein paar Sachen, wo ihr fit seid und dann habt ihr zumindest schon mehr etwas, wo ihr zurückgreifen könnt.
- 47:46Und damals hat dann der Papa mir die drei Flaschen gegeben und gesagt, der kostet so und so viel, der kostet so und so und so viel. Verkauf mal.
- 47:55Dann stehst du natürlich am Gast so, was habe ich da? Was ist das?
- 48:00Ich kenne nur den Preis, aber das ist manchmal auch eher das, was der Kunde möchte und ich glaube, manchmal ertippe ich mich immer noch dabei, ist man einfach nur vorließt, was auf der Flasche steht oder was denkst du?
- 48:11Ich bin da eher so ein bisschen nördig und versuche dann eigentlich so die zweite, die dritte Ebene von dem Wein mitzunehmen.
- 48:20Wenn ich irgendwas nicht kenne oder wenn ich irgendwo bei einer Probe bin und ich kenne das nicht, also ich versuche mich dann schon zu informieren und bin dann aber fast so nördig im Prinzip, dass ich dann immer noch die nächste Ebene wissen möchte und die nächste.
- 48:36Und dann und mich, ich finde es dann unangenehm, wenn ich so das Gesamtfeld nicht greifen kann.
- 48:42Also ich fühle die Situation total, wo man dann auf den Gast losgelassen wird und dann eigentlich fast nur fragen kann, möchten Sie ein Wein für 10 Euro, 20 oder 30 Euro, wenn man nicht mehr Informationen hat.
- 48:53Aber ich würde dann versuchen, wahrscheinlich mehr, mehr Wissen darüber zu erlangen, um dann die Geschichte zu erzählen und dann wieder die Storytelling oder ich möchte den Wein einmal probiert haben, einfach zu vermitteln, wie ich den Wein empfinde.
- 49:09Also man muss nicht immer alles über alle Weine wissen, aber man muss zumindest wissen, wie er sich anführt, wie man ihn schmeckt und wie man diesen Geschmack hin zum Gast transportieren kann, dass er es wahrnimmt und aufgrund dessen seine Entscheidung für den Wein treffen kann.
- 49:22Total. Und das war auch der Grund, warum er heute zum Sommer hier wurde, weil es hat mir irgendwann nicht mehr gereift, einfach nur zu sagen, das ist so und das ist so und das ist so.
- 49:32Und dann hast du auf die Schule gegangen oder was war denn die nächste Schritt dann? Oder hattest du ein Vorbild in dem Augenblick, wo du sagst, der war so alter, war es dein Papa oder...
- 49:43Das war ein Vater, der immer gut konnte, der konnte zuhause nicht den Wein erklären, aber er hat immer den Geschmack vom Kunden begriffen.
- 49:49Ah, okay.
- 49:50Und so ist er quasi zum Erfolg gekommen, dass er immer den richtigen Wein, dem richtigen Kunden verkauft hat. Und ich sage, super schmeckt mir.
- 49:58Natürlich Qualität als Eurichs, erstmal verstehen, konnte natürlich auch immer. Aber ich hatte natürlich damals dann die Situation, hey, ich möchte wissen, was das ist.
- 50:05Ich habe mir Bücher gekauft, extrem viele Begründbücher, extrem viele anderen, dann habe ich dann die Sachen selber einfach hineingelesen, weil mir einfach die Information nicht genug war, weil ich dann immer irgendwie das Gefühl hatte,
- 50:15das war ein, das war manchmal so eine Suche nach dem Graal, nach dem ultimativen Geschmack oder das, was er dann abholt.
- 50:21Weil es einfach so eine riesige Welt ist, wo man eigentlich überhaupt am Anfang gar keine Parameter hat, was ist gut, was ist schlecht.
- 50:29Ich meine, wenn du anfängst, hast du keine Ahnung, du weißt nicht mehr, was dir schmeckt, das ist Punkt 1, du weißt nicht mehr, wie, und je mehr du schmeckst, desto mehr Schulzordern geschmackt du bist so blind.
- 50:42Also wer ist so quasi in der Welt und wer ist blind?
- 50:45Und natürlich hatte ich dann Bücher, habe mich dann eingelesen, war auf Reisen mit schon gewissen Händlern, aber dann noch mal in einer Weinreise.
- 50:54Aber tatsächlich waren es zwei Momente, die mich dann dazu getrieben haben, auch Jahre später, ich glaube zwei oder drei Jahre später, 2017 habe ich dann meine ERK gemacht, in München,
- 51:05waren es zwei Momente, die mich dazu gebracht haben, ins Sommer je zu werden, war einmal eine Weinreise, wo ich damals auch die Stephanie Hinkin gelernt habe,
- 51:14wo ich damals bei Jean-Louis Trappé und hatte eben gerade in einem Weinkeller auf einem Weinfass, wurde Schammertter in unsere Gläser geschenkt,
- 51:25damals die Oma, die Madame Trappé, hat dann uns die Sachen erklärt und es hat einfach so viel Spaß gemacht zu sehen, okay, ich habe das alles gelernt,
- 51:35ich weiß ungefähr, was Latressé sein sollte, was Schammertter und das und das und dann hat man die Sachen in einem Glas und sieht zum Greifen nahe die Unterschiede.
- 51:43Und das war super, war fantastisch. Und natürlich dann, wo ich dann mal als Gast damals auch die Astroziegelmeier hatte,
- 51:52dann haben wir damals diskutiert über La Croix, ob das jetzt in Croix-Grüße nicht.
- 51:58Und ich hatte natürlich den Tag vorher mich belesen und gesehen, dass es mittlerweile Croix-Grüße ist und dann haben wir darüber diskutiert und hat sich natürlich dann ausgestellt, dass es dann auch so war.
- 52:10Und sie meinte so, mach unbedingt einen Sommer hier und dann habe ich mich angemeldet und habe meinen IRK Sommer 2017 gemacht,
- 52:18habe den quasi dann gestanden, aber eigentlich tatsächlich mit sehr, sehr schlechten Noten gerade so durchgekommen,
- 52:28weil ich natürlich auch damals in meiner Schulzeit nicht unbedingt der größte und entusiastische Lerner gewesen bin,
- 52:35sondern eigentlich immer nur so viel gemacht habe, wie ich machen muss, das ist natürlich eine sehr jugendliche Einstellung,
- 52:42die man dann eigentlich relativ schnell ablegt, sobald man was hat, was dann wirklich Spaß macht.
- 52:47So war es dann natürlich auch bei mir. Ich habe dann mit dem IRK gemacht und habe dann im gleichen Jahr im Fondner hier oben angefangen.
- 52:54Damals hat dann der Stefan hier gesagt, hier, Weinkarte, 6,500 Position, wenn du als Sommer hier arbeiten möchtest, musst du wissen, was du verkaufst.
- 53:02Viel Spaß. Und dann habe ich dann jeden Tag alle Weine einmal komplett durch recherchiert
- 53:10und dann auch angefangen mit dem Court of Mars und allen anderen Sachen und habe mich halt richtig ins Zeug gelegt
- 53:17und habe dann quasi gelernt, gelernt, gelernt, gelernt, gelernt, weil mir eben der Beruf als solch ist,
- 53:24dann irgendwann so wichtig geworden ist, dass ich sagen möchte, okay, ich möchte zu den großen Zombies irgendwann mal gehören.
- 53:32Ich habe dann meine ganzen Vorbilder, die das alle schon quasi bereitet haben und schon weiter vor mir sind und sich da auch irgendwann mal hinkomme
- 53:42und habe dann natürlich hart gearbeitet von Tenei. Am Anfang natürlich, wenn der Öffnung gab es weniger Zeit,
- 53:49aber irgendwann gab es dann so eine gewisse Struktur, wo ich dann durchaus nur meine 45 Stundenwoche hatte,
- 53:55manchmal 50 oder auch manchmal nur 40, wo ich dann einfach extrem viel Zeit am Vormittag gefunden habe, zusätzlich noch dann zu lernen.
- 54:02Weil mein Tag bestand eigentlich nur aus Lernen, dann im kleinen Mittagsschlaf und dann arbeiten.
- 54:08Aber ja, da hatte ich natürlich eine ganz andere Einstellung, wie damals bei meinem ersten Thommieschein.
- 54:17Wer waren die Vorbilder? Wo du so sein wolltest wie die?
- 54:22Ich glaube, wenn man so fremd, ich glaube so Vorbilder verändern sich mit der Zeit.
- 54:29Und ich glaube, die ersten Vorbilder, die man hat, ist natürlich, wenn man als Kind oder als junger Erwachsener oder als Angehnerwachsener
- 54:36oder auch zum späteren Zeitpunkt mal in einem Restaurant ist, wo man mal von einem richtigen Sommelier quasi bedient wird.
- 54:44Und für mich war es natürlich früher auch irgendwo der Stefan Thurio, weil mein Vater früher ein großer Freund von der Küche von Martin Fauster war.
- 54:54Und wir natürlich dann oft auch die Geburtstage und auch besondere Momente auch immer dort zelebriert haben,
- 55:00und wir damals schon großartig Weine getrunken haben.
- 55:02Und es dann irgendwann soweit ging, dass ich natürlich auch geschuldet daran, dass ich irgendwann mal koch war,
- 55:07weil ich gesagt habe, ich muss Geschmack verstehen, ich möchte das auseinandersetzen.
- 55:11Und dann habe ich damals, bevor ich irgendeine Sommelierausbildung gemacht habe, mir dann oft auch manchmal zu Weinen gewisse Notizen gemacht.
- 55:17Ich hatte eine Menükarte mit Essen und Wein, was da schon vorgedruckt war, und habe dann gesagt, mir so reingeschrieben, warum mir das so gut geschmeckt hat.
- 55:24Einfach nur, weil mich so dieses ganze Aromen, Geschmacksgenuss und auch alles andere, was halt eben so ins Geschmack gehende, quasi gehende, also fasziniert hat.
- 55:33Von daher kann man eigentlich sagen, dass natürlich ich mich als Sommelier auch als solches entwickelt habe
- 55:39und ich natürlich durch meine Vorbilder auch irgendwo geprägt worden bin.
- 55:42Der Torio hat natürlich irgendwie französische Weine begründen, natürlich auch mit der Küche, dieses Zusammenspiel, und das ist alt-französisch irgendwie gut abgeliefert.
- 55:52Und natürlich dann waren wir dann oft immer auch in anderen Restaurants, wir dann oft immer in zwei oder drei Sternen,
- 55:58wo natürlich immer großartige Sommeljähs sind, weil man mit Stefan Gas oder beim Heberlin und woanders essen.
- 56:05Und dann hat man diesen großartigen Sommelier, der empathisch ist und toll mit Menschen kann und auch genau tolle Empfehlungen sprechen kann
- 56:15und eben so profund ist in dem, was er tut.
- 56:18Das sind natürlich alles, sage ich mal, Menschen, die ich natürlich auch meinen großen Dank irgendwie aussprechen muss
- 56:24und auch die, die mich natürlich auch geprägt haben, darin, was es auch bedeutet, Sommelier zu sein.
- 56:30Und natürlich je mehr man sich dann beließt und jemand dann irgendwie durch Wein, Büchern, irgendwie durch sich ackert und arbeitet,
- 56:39sind natürlich auch andere Personen noch hinzugekommen, die natürlich irgendwo vorbeleisten.
- 56:43Und wenn dann irgendwann, das ist dann ums, ich meine, "Court of Masters" Sommelier ist ja sehr nah auch an dem System, was "Master" aufweinen ist,
- 56:49diese, sage ich mal, Informationen, die man dann auch in Detail dann quasi sich aneignen muss, die gehen dann schon sehr, sehr in die Tiefe.
- 56:56Natürlich, wenn man dann mal so ein Chance ist, Robinson aufgeschlagen hat, immer ist natürlich schon eine alte Dame,
- 57:01aber diese Leistung, die solche Menschen, die da immer diese ganzen Bücher, die ganzen Informationen für uns eigentlich vorbereitet haben,
- 57:10das ist natürlich auch alles, sage ich mal, großartig, weil ich glaube, die Geschichte in der Sommelier rieße immer auch das Erbe,
- 57:19was man irgendwo hinterlässt.
- 57:21Und man arbeitet was, wie du gesagt hast, man möchte diese zweite, dritte Ebene haben und irgendwann gibt man das Ganze weiter.
- 57:28Und über die Jahre kommuniziert sich natürlich ein Riesenwissen, was natürlich dann irgendwann zu uns kommt.
- 57:34Also wirklich finde ich auch unglaublich erstaunlich, was Jennifer Stenis dort geleistet hat in ihrem "Mehr oder weniger liebens" Werk
- 57:41oder mit dem Büchern, die sie uns geschenkt hat, "Mehr oder weniger" und oder auch so ein Broadband.
- 57:48Ich meine, ich habe immer noch so ein Buch daheim, wo ich dann ab und zu mal so alte Jahrgänge nachschlage,
- 57:53da hat er da so ein Buch rausgebracht mit so verkostet und so ein Tietzen bis zu 1850, wo er alles durchprobiert hat.
- 57:59Und manchmal ist es natürlich für mich schwierig zu wissen, wie schmeckt jetzt bitte ein 70-Gerlaffett
- 58:04oder wie schmeckt jetzt so und so was, weil man natürlich nicht heutzutage einen schwierigeren Zugang zu sowas hat.
- 58:09Weil es natürlich an der Zeit extrem toll geworden ist, an der Zeit natürlich auch irgendwann alte Weine einfach weggetrunken werden
- 58:15und natürlich auch nicht jedes Rest raus so was hat.
- 58:17Für mich ist natürlich interessant mal zu sehen, diese Momentaufnahme, wo dann drauf steht der Weinspektion so,
- 58:22letztes verkostet zum Beispiel 2017, wo ich dann sage, okay, mir geht es gar nicht darum, was da drin steht,
- 58:28sondern mir geht es nur darum, wie positiv redet er über den Reifenzustand.
- 58:33Und daraus zieht dann für mich Informationen, mit denen ich natürlich arbeiten kann, wo ich dann Kunden haben,
- 58:38sie sagten, hey, ich hätte gerne einen alten Jahrgang, Mago, und ich so, ja, guck mal, was gibt es so?
- 58:45Und dann habe ich ihn damals in den 3.Az.G. Mago rausgesucht, den ich natürlich vorher so und nicht probieren konnte.
- 58:50Aber natürlich im Vorfeld recherchiert, weil man kauft eine teure Flasche Wein, die man für einen Stammguss,
- 58:56Stammguss natürlich irgendwie verkaufen möchte und der muss natürlich dann auch passen.
- 59:01Von daher war es halt für mich so was natürlich auch super praktisch gewesen.
- 59:05Und ich finde es natürlich irgendwie faszinierend, dass dieses ganze Akribische, wie sommer hier ist,
- 59:09oder was sagst du dazu, wir sind auch einig, wie du gesagt hast, Nerds,
- 59:12aber ich glaube, das, was uns auszeichnet, ist auch das Akribische.
- 59:16Das ist nicht aufwörende Sammeln von Weinflaschen und Informationen.
- 59:22Bist du da grundsätzlich eher der digital oder analoge Typ?
- 59:26Also, weil du sagst, du nimmst dir ein Buch von Broadband in die Hand und suchst danach, also,
- 59:31arbeitest du lieber mit Bücher oder dann doch eher mit digitalen Hilfsmitteln?
- 59:37Ich finde beides großartig tatsächlich. Ich habe immer Bücher gehabt und immer Bücher gesammelt und gekauft
- 59:43und habe dementsprechend auch eine Riesen-Sammlung an Weinbüchern, Kochbüchern,
- 59:48vor allem so Fachbücher tatsächlich, was auch einig, rückblickend, zernöhrlich ist,
- 59:53oder sehr wenig Literatur dazwischen steht.
- 59:56Sorry, ich muss mal ein bisschen aufstocken.
- 59:59Aber irgendwann wurde ich mehr zum digitalen Mensch tatsächlich
- 1:00:04und ich finde beides großartig. Ich finde beides hat seine Vorteile, seine Schwächen
- 1:00:08und wie haben beide Möglichkeiten, können das Beste draus machen.
- 1:00:14Ich finde, es gibt nichts Schwinderes, als ein Buch aufzuschlagen,
- 1:00:18dass mal längere Zeit ein Weinkeleck gelagert worden ist.
- 1:00:21Ich glaube, ich habe irgendwann mal so ein Weinbuch bekommen, ich habe es aufgeschlagen
- 1:00:24und es hat gerochen, wie als stündig gerade in einem Weingut und das Gärtgrad
- 1:00:29oder Hilflig irgendwie durch die Gegend, fand ich auch großartig.
- 1:00:33Aber ich finde, das ist natürlich ein Bezug auf Weinentwicklung.
- 1:00:40Es sind halt das Analoges ein bisschen langsam in Form von rein theoretisch.
- 1:00:48Wenn du es genau nehmen möchtest, musst du jedes Mal mit neuer Atlas rauskommen,
- 1:00:52neuer Atlas kaufen.
- 1:00:53Und das sind, sagen wir, Bücher, die natürlich im digitalen,
- 1:00:57für mich mehr Sinn machen, wo ich einfach sage,
- 1:00:59hey, da möchte ich up to date sein, weil das ist mir wichtig.
- 1:01:03Und dann gibt es natürlich Bücher, wie jetzt der Broadband, wo ich von erzählt habe,
- 1:01:07den gibt es nicht mehr zum kaufen, der ist außerkauft.
- 1:01:10Ich habe mir noch ein letztes Stück mal als Reserve gebraucht gekauft, wo ich weiß,
- 1:01:15hey, es ist auch wie mit Weinflaschen, die Sachen gibt es irgendwann nicht mehr.
- 1:01:19Und jeder hat natürlich ein gewisses profundes Wissen auch in diesem Buch abgespeichert,
- 1:01:24dass es vielleicht irgendwann mal nicht mehr als solches greifbar ist,
- 1:01:29weil es einfach nicht mehr existiert.
- 1:01:31Und ich glaube, da gibt es auch ganz, ganz viele interessante Bücher,
- 1:01:35die vielleicht jetzt nicht um den Weinkarte oder über Weingesätze oder über so Sachen gehen,
- 1:01:40die natürlich im heutigen modernen, sage ich mal, Zeitalter sind voll sinnfuß,
- 1:01:44aber auch über so gewisse vergangenen Weinjahre, Weingargänge, Weinregionen
- 1:01:50und auch gewisse andere Geschichten geht, wo man durchaus tolle Sachen auch finden kann.
- 1:01:55Wo man sagt, hey, man beschäftigt sich damit, man möchte sich damit auseinandersetzen
- 1:01:59und findet irgendwas Schönes.
- 1:02:02Oder sei es auch nur mal zu sehen, ich meine natürlich heutzutage mit den ganzen Weinplattformen
- 1:02:09und Weinzweizscher und dieser ganzen Transparenz, geht es ja oft immer so, hey, das ist teuer,
- 1:02:13warum man beschäftigt sich damit.
- 1:02:15Warum ist es teuer? Okay, ich recherchier mal.
- 1:02:20Aber es gab eine Zeit, wo man gesagt hat, okay, der Winzer war gut
- 1:02:24und man liest darüber, dass der großartig war und dann beschäftigt man sich mit dem Winzer.
- 1:02:30Es ist, glaube ich, bei dir oder bei euch früher noch was ganz anderes gewesen,
- 1:02:36sage ich mal, die Wein nicht zu verkosten, sondern einzukaufen.
- 1:02:40Oder wie war es bei dir euch?
- 1:02:42Ich habe viel mehr, was, glaube ich, tiefgründiger.
- 1:02:46Also würde ich fast so sagen, weil heutzutage geht es mir selber so,
- 1:02:50dass ich Informationen irgendwie haben möchte und dann suche ich da im Netz,
- 1:02:56noch schlimmer, wenn ich irgendwie Schädt-GPT beauftrage, suche mir die 100 wichtigsten Informationen zu dem Wein
- 1:03:02und dann irgendwie das so zusammenbasteln.
- 1:03:06Natürlich immer mit dem Wissen oder mit dem Gefühl dabei, dass 50 Prozent irgendwie zusammengebastelt wurden
- 1:03:13und vielleicht noch nicht mal wahr sind.
- 1:03:15Also man sucht sich mehr Stichpunkte raus oder ganz, ganz einfache, ganz, ganz punktuelle Informationen.
- 1:03:23Und früher bei uns war es eben so, dass man halt ein Buch gelesen hat
- 1:03:28und dann versucht die Geschichte damit zu leben und um die Lage noch die Geschichte mitzugreifen,
- 1:03:33warum die Lage so heißt und warum die Lage neben der anderen trotzdem abgegrenzt ist, was der Unterschied ist.
- 1:03:39Oder wenn du dir die geschichtlichen Hintergründe von einem Weingut anschaust und wann diese Lage dorthin kam.
- 1:03:46Also es war alles so ein bisschen komplexer, wahrscheinlich aber auch dadurch ein konzentrierter
- 1:03:54oder nicht so viel geschichtigt, nicht so viel weltlich, wenn man so möchte.
- 1:03:58Heutzutage bearbeitet man ja mehr oder weniger die ganze Welt.
- 1:04:01Früher hatte man eher Spezialisierung, sei es auf eine Rebsorte, sei es auf ein Gebiet oder auf ein gewissen Stil von Wein.
- 1:04:08Und das ist heute alles ein bisschen globaler und allumfassender.
- 1:04:12Und dafür braucht man, glaube ich, auch diese allumfassenden Informationen.
- 1:04:15Also es war alles auch wesentlich ruhiger und wesentlich, man musste auch nicht so schnell mehr oder weniger die Informationen haben
- 1:04:22und konnte auch anders mit den Informationen umgehen.
- 1:04:26Also die Informationen, die oftmals, wenn du irgendwo im Restaurant bist, die von Seiten des Sollis oder im Weinhandel von Seiten des Verkäuferes kommen,
- 1:04:33sind dann auch nur so stichpunktartige Informationen, die dir mit an die Hand gegeben werden.
- 1:04:38Und ich finde, früher wurden mehr Geschichten erzählt, man hat selber mehr Geschichten erzählt.
- 1:04:42Also wenn du dann ein Atlas hattest und hattest die einzelne Lage und dann konntest du noch skizzieren,
- 1:04:48warum die dort in der Mitte des Hangs ist und was der Unterschied zu einer anderen Lage im anderen Gebiet ist
- 1:04:55und man konnte es mehr auskleiden. Also es war alles wesentlich ruhiger.
- 1:04:59Was hältst du vom Schlückchen Rotwein?
- 1:05:02Jawohl.
- 1:05:04Jawohl.
- 1:05:06Was hast du da schönes Eingeschöns?
- 1:05:09Ich dachte, bis was Italienisch ist. Das liegt bei dir irgendwie nahe.
- 1:05:13Mir ist 2020 Walpolicella Martinigo von Tedeschi.
- 1:05:24Ja.
- 1:05:26Ich finde das nicht lustig.
- 1:05:28Ja, aber weißt du was Tedeschi auf Deutsch heißt?
- 1:05:33Was denn?
- 1:05:37Ich glaube, Tedeschi ist auch so ein bisschen, ich meine kurz, heisse auch irgendwie der Deutsche oder so,
- 1:05:46ich muss nachschauen, ich weiß gar nicht.
- 1:05:48Das weiß ich gar nicht, okay.
- 1:05:50Tedeschi sind die Deutschen auch Italienisch.
- 1:05:52Ah, das ist ja witzig.
- 1:05:54Ich taue!
- 1:05:55irgendjemand ist, deswegen ist es lustig, dass ich natürlich in deutsch hab und wir
- 1:05:59in den, also ich hab mir in der Tat einen Wein auch über uns mal auf der Karte gehabt,
- 1:06:03macht auch einen herrlichen Amarone, wie sie zu trinken ist.
- 1:06:07Also mache ich auch immer schon gute Weine.
- 1:06:11Ja, es waren ja so mehr oder weniger die Vorreiter in der Region, bitte.
- 1:06:17Es waren ja so mehr oder weniger die Vorreiter in der Region, die ganz, ganz viele Sachen neu
- 1:06:24innoviert haben, die versucht haben, auch neben dem damals noch Klassen produzieren,
- 1:06:30Entschuldigung, neben dem damals noch massenproduzierenden Kollegen, die es da gab, einfach was qualitativ
- 1:06:38hochwertiges und besonderes zu innovieren.
- 1:06:42Uraltes Weingut, ich glaube seit dem 17. Jahrhundert, seit dem 19. Jahrhundert, sind die auf dieser
- 1:06:47Qualitätsschiene, sind auch nicht klein, die haben 500 Hektar, aber ich finde in dieser
- 1:06:50Größe schaffen dies unfassbar viel Individualität.
- 1:06:53Ins Glas zu zaubern.
- 1:06:56Es ist natürlich ein kleines Monster, jetzt ein Mittag um zwölf mit 15 Volumenprozent.
- 1:07:00Also da wären wir wahrscheinlich relativ schnell, wenn man den als Amarone gestalten würde,
- 1:07:08bei 17, 18, 19 Volumenprozent, aber das braucht der gar nicht.
- 1:07:12Also es ist so einer, der in sich selber sehr, sehr stimmig ist.
- 1:07:15Er hat eine ganz eigene Tiefe, finde ich, also so ein Wein, der nach außen strahlt, der
- 1:07:20auch so diese dicken Kirsch-Prombeer-Arom hat, also wo du dich schon satt riechen kannst,
- 1:07:24ich finde die Farbe täuscht da fast ein bisschen und dann kommst du ganz, ganz viel nach.
- 1:07:28Total, hat auch so ein bisschen dieses eingeweckte Pflaume und fast schon ein bisschen ziemlich,
- 1:07:35was jetzt auch sehr gut zu der Jahreszeit passt, so eine herzliche Arome.
- 1:07:39Weil er das Barme hat.
- 1:07:40Ja.
- 1:07:41So ein bisschen was Nussiges, was ein bisschen was vom Holz kommt und ein bisschen eben dieses,
- 1:07:46die Engender oder die Amis sagen da eher Savory dazu, was so ein bisschen dieses Juicy und
- 1:07:50Voll und Mami bisschen mitschwenkt.
- 1:07:53Mein Alkohol ist ja am Ende des Tages auch ein Aromaträger, die aber in den Fall eigentlich
- 1:07:59sehr gut und gekonnt auch eingearbeitet ist, letztlich Zulvulgär ist.
- 1:08:03Und ich finde, das Ganze hat auch eine gewisse Säure, die eben jetzt auch so ein bisschen
- 1:08:07Elan mitgibt und eben nicht so diese typische Amarone-Aromatik, wo das Ganze schon dieses
- 1:08:15pflüchtige Säure und auch so ein bisschen mehr in dieses Oxidative geht.
- 1:08:20Ich finde, dass man dem Wein sogar eine gewisse, also Grundboden ist ja kalt und ich finde,
- 1:08:25dass es normalerweise bei denen Wein relativ schwer zu greifen, aber hier habe ich so dieses
- 1:08:30kalkige Gefühl.
- 1:08:32Also ich kann dem Boden irgendwie in dem Wein spüren und versuch da ganz viele Parallelen
- 1:08:38zu eben auch anderen kalkhaltigen Gebieten zu finden, die mich eh nicht beeindrucken,
- 1:08:44ihr hattest so diese Geschmacksebene dazwischen, das finde ich sehr, sehr besonders.
- 1:08:48Total, ich finde halt so ein bisschen, ich finde, kalk gibt dem Wein immer so eine gewisse
- 1:08:53Seitigkeit und eine gewisse Frische und dann findest du, merkt man bei den Wein und es
- 1:08:57kommt auch sehr gut zur Geltung.
- 1:08:58Durchaus ein Weinerlebnis, also macht Spaß und begeistert, aber überfordert nicht.
- 1:09:07Nee, das ist auch ein sehr konsumiger Wein, da glaube ich auch gut bei den Kunden ankommt.
- 1:09:13Mein Tedeschi und dieses Stylistik, die Leute, die wollen, meine, ist immer das was wir
- 1:09:18wollen, was die Leute wollen.
- 1:09:19Ich trink gerne mehr wie eine Flasche und das wäre jetzt eher ein Wein, wo ich mal ein
- 1:09:23paar Gläser trinke zum Essen, aber es gibt halt die Leute, die eher diesen etwas klassisch
- 1:09:29eren Rotwein verlangen und da passt der perfekt.
- 1:09:31Da hat so eine gewisse, dichte, schwere Fülle, aber trotzdem eben was für mich und was wahrscheinlich
- 1:09:37nicht auch begeistert, diese Frische, was in so ein bisschen Vitalität gibt.
- 1:09:40Man hat auch eine ganz andere, in meinen Heutzutage ist ja manchmal so, dass irgendein Wein, dann
- 1:09:46wie so ein, man hat so einen Zaunfall, mit dem man einfach durch die Stadt läuft und
- 1:09:54dann haben 20 andere Weine den gleichen Wein, es hat noch nicht irgendwie das Gefühl, es
- 1:09:58ist manchmal fast schon so, etappenweise ein Wein dann so durchgepusht wird auf Instagram,
- 1:10:03Social Media, wo man dann all denkt, das ist geil, das muss ich haben, das muss ich haben
- 1:10:07und dann ist es wie so, es ist eine Wildsau, die man einmal durchs Dorf scheucht und ich
- 1:10:11glaube, dass halt früher man sich viel mehr auf Intuitivität verlassen musste, aufs
- 1:10:18Belesene, wie du schon gesagt hast, wo man einfach sagt, hey, man beschäftigt sich was
- 1:10:23mit was, warum, wieso, weshalb, warum könnte das gut sein oder warum kann es jetzt gut
- 1:10:29sein?
- 1:10:30Ich glaube, solche Weinen, die heute wie damals, also heute ist das ganze Global Morming
- 1:10:34Aspekt, wo sich die ganze Weinwelt ein bisschen verändert, ich finde, da hat man auch so
- 1:10:37ein bisschen dieses altkremerische, okay, man geht sich, man muss sich mit der Region
- 1:10:43befassen, die nicht existent ist, wo es aber jetzt tolle Weine gibt und ich glaube, das
- 1:10:49ist glaube ich auch so ein bisschen der Fluch an meiner Generation, dass alle Wege schon
- 1:10:53gegangen worden sind, irgendwo und die Weine sind ja schon allen da auf dem Präsentierteller
- 1:10:57und dass man natürlich da auch viel weniger den Zugang irgendwann bekommen, ich glaube,
- 1:11:02es wird noch viel schlimmer werden, sind in den nächsten 20 Jahren wahrscheinlich viel
- 1:11:05weniger Burgund trinken oder viel weniger große Champagne, also die gut Champagne passiert
- 1:11:11jetzt momentan noch viel, aber das ist alles sich immer so zuspitzt und es dann irgendwann
- 1:11:15der Zugang dann auch irgendwie weggeht, aber dann müssen wir einfach neue Regionen irgendwie
- 1:11:19für uns erforssten, wo wir dann vielleicht noch dieses, dieses forcherische Antagen...
- 1:11:25Ich glaube so, dass die Beständigkeit dann dadurch komplett aufgegeben wird, weil halt
- 1:11:29alles irgendwie noch hipper und schneller und toller und extremer sein muss, also dass
- 1:11:34diese Beständigkeit man arbeitet, es ist halt in einer Region, wie das beginnt zum Beispiel
- 1:11:38auch rein, versucht dann halt verschiedene Lagen eben, Nusand Georges auch miteinander
- 1:11:42zu vergleichen, zu probieren, sondern man probiert halt so quer durch die Welt alle Pionours
- 1:11:48und heute ist der cool und morgen ist der Fenty und ich glaube, dass am Ende des Tages die
- 1:11:57Beständigkeit in der Hand des Winzers liegt.
- 1:12:02Okay.
- 1:12:03Ich meine, das ist egal woher, wieso, weshalb und ob das jetzt keine Ahnung, irgendwie in
- 1:12:08Winzer aus dem Kammtal oder aus dem Bekunden oder sonstiges, das ist diese, was wir auch
- 1:12:13im Restaurant sehen, das ist kontinuierliche Abliefern und Beständigkeit entsteht dadurch,
- 1:12:20dass du dir irgendwann mal, sag ich mal, eine Marke oder eine Brand aufbaust oder eben
- 1:12:25den Wein als beständig aufbaust und ich glaube, dass es Beständigkeit wird als solches nicht
- 1:12:31verloren gehen, das heißt, dass wir immer noch Weine haben, die wir schon tausendmal
- 1:12:36verkauft haben und die es immer noch da gibt und die immer noch genial sind.
- 1:12:40Ich meine, das ist ja das eine, sag ich mal, aber es gibt ja für die Beständigkeit ist
- 1:12:46ja alles was irgendwie immer ein Abholz.
- 1:12:49Ist es der Winzer oder ist es beim Winzer nicht aber auch anders oder nein, ist es beim
- 1:12:53Winzer aber auch nicht genauso wie bei uns, dass er vielleicht auch das Reis vollfindet,
- 1:12:58was er gerade in Amerika kennengelernt hat oder in Australien, dass man den Wein damit
- 1:13:04beeinflussen oder so gestalten kann oder das Geschmacksbild hervorrufen kann und das
- 1:13:10vielleicht dem eigenen Wein auch schmücken würde und dadurch die Weine zum Einglobaler
- 1:13:14werden, also alle Weine mehr oder weniger gleich schmecken und eben doch unbeständiger.
- 1:13:19Sind denn die Menschen auch nur Menschen, die eigentlich auch nur versuchen sich jetzt
- 1:13:23zu optimieren?
- 1:13:24Nee, total.
- 1:13:25Und ich meine, das ist ja auch gut.
- 1:13:26Ich meine, ich glaube die Weine, die bei uns in unserer Generation heutzutage produziert
- 1:13:30werden, waren so gut wie noch nie.
- 1:13:31Also es ist ja auch ein klares Zeichen dafür, dass die Leute was lernen und ich meine, ein
- 1:13:36Winzer ist ja am Ende des Tages ja auch wie ein Koch, der hat ja auch seine Lehrjahre
- 1:13:43und dann hat er seine Wanderjahre und irgendwann hat er seine Meisterjahre, wo man natürlich
- 1:13:48in die Welt hinaus gehen sollte und ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man das
- 1:13:52nicht macht.
- 1:13:53Aber gleichzeitig greift man immer auf das fundierte Wissen älterer Generation zu und
- 1:14:01ich glaube als Winzer ist es natürlich wichtig, rauszugehen.
- 1:14:05Es ist wichtig, zu erleben, es ist wichtig, sagen wir mal, verschiedene Techniken sich
- 1:14:10anzueignen, so wie jetzt das Koch auch und dann muss man natürlich für sich das Beste
- 1:14:15draus machen.
- 1:14:16Ich war auch einmal, wo ich war, letztes Jahr in August, ich fand es ganz interessant,
- 1:14:21war bei Prumentry, Born and Haaland und hab da mit dem Grower of the Field, Cory, geredet
- 1:14:29und er hat gesagt, dass die keine Winemaker einstellen, sondern sie machen Winemaker.
- 1:14:36Ich meine, es hat mich so fasziniert, weil Amerika ist für mich Winemaker, Winemaker
- 1:14:40und wo die Traum herkommt ist es so ein bisschen sekundär, so was bei uns ja eigentlich nicht
- 1:14:43so ist.
- 1:14:44Und ich meine Haaland hatte auch in irgendwem Zeiten gehabt, die waren auch fett und auch
- 1:14:48nicht gerade auch nicht für jeden der beste Wein, aber ich fand diesen Dialog faszinierend
- 1:14:54und die Bond-Weine, die sind auch fantastisch und die haben gemeint, für dieses ist wichtig,
- 1:15:00dass derjenige der die Weine macht, die Weinberge kennt und ich so, hey, das kennen wir ja eigentlich
- 1:15:06aus dem Grund oder hey, das kennen wir ja auch woanders her und ich meine, natürlich ist
- 1:15:12es wichtig, verschiedene Elemente der Winification zu lernen, aber viel wichtiger ist es zu wissen,
- 1:15:16was bei mir steht und was bei mir gut geht und viel wichtiger ist es zu wissen, was in
- 1:15:2150 Jahren bei mir fantastisch ist.
- 1:15:23Und ich glaube, diese Beständigkeit, die haben wir durch, sag ich mal, wieder aus verschiedenen
- 1:15:30Bestandteilen, die daraus entstehen, dass der Winzer immer danach streben möchte, seinen
- 1:15:35ultimativen Wein auf die Flasche zu ziehen und ob er jetzt hat, amerikanes Stil fährt,
- 1:15:41aber jetzt irgendwie biodynamisch, natur- oder lass es mal, lass mal den Weinstil außen
- 1:15:47vor.
- 1:15:48Er hat jeder Winzer, der ein Wein macht, der hat eine Vision, die fängt am Anfang des
- 1:15:52Jahres an und fünf Jahre später probiert er sie oder nicht probiert er sie, aber fünf
- 1:15:57Jahre später kommt sie vielleicht am Gast an und ich glaube, dass diese Beständigkeiten
- 1:16:03natürlich auch daher kommt, dass man diese Vision, die man hat mit dem Wein, dass man
- 1:16:09alles, alle Schräubchen dreht, um den Wein eben auf das perfekte Podest zu heben, in
- 1:16:16Form von, dass alles dieses grunde Schere natürlich auch irgendwo zusammenfließt und
- 1:16:19sagt, hey, das ist das perfekte aus allen Bereichen, die den Wein in der Hand hatten,
- 1:16:25sei es jetzt der Boden, der Winzer, das Jahr, das Klima oder die Rebsorte.
- 1:16:29Und ich glaube, diese Beständigkeit einfach, diese Streben zu haben nach Perfektion, nach
- 1:16:36dieser perfekten Vision ist glaube ich das, was immer noch da sein wird, was wir auch
- 1:16:43nie verlieren werden, weil das ist ein großer, großer Bestandteil von einem großen Wein.
- 1:16:48Ein großer Wein wäre es nicht, wenn er das nicht hätte.
- 1:16:51Von daher werde ich denke ich schon, dass wir Beständigkeit in diesem Aspekt haben,
- 1:16:56aber natürlich haben wir, es sind während die Restaurants, die Weinkarten, sie werden
- 1:17:03viel versettenreicher, weil jeder andere Individualistie Limit reinbringt, die natürlich wichtig
- 1:17:08ist, den er nach vorne arbeiten möchte und natürlich auch jedes Restaurant anders ist.
- 1:17:12Und ich glaube, das Schöne ist ja, dass die Weinwelt zum Glück nicht gar so konservativ
- 1:17:20ist, dass alles nur beständig ist, sondern dass immer wieder neue Sachen hinzukommt,
- 1:17:24die jedes ganze Mal wieder mal ein bisschen am Fundament rütteln und gucken, ob da noch
- 1:17:28alles richtig sitzt.
- 1:17:30Und dementsprechend entwickelt sich natürlich auch die Weinwelt.
- 1:17:33Ich meine, Riesling vor 2010 war ja alles natürlich trocken, die großen Gewächse, aber ich hatte
- 1:17:39mal einen alten Keller, 25, und der hatte eine deutliche Restzüße und er hat sich natürlich
- 1:17:44auch entwickelt.
- 1:17:45Aber ein Winzer muss sich entwickeln.
- 1:17:48Der muss das Phänomen von den Jahrgang zu Jahrgängen zu zukünftigen Jahrgängen, da
- 1:17:57muss verstehen, in welche Richtung seine kleine Welt, seine kleine Planete sich dreht,
- 1:18:04ob die Weinlagen in 20 Jahren genauso gut sind oder ob wir sehen hier Klimawärmung,
- 1:18:10die Lagen können besser oder ob sie sehen, der Klo kann besser.
- 1:18:14Das sind ja alles Sachen, die sich ja irgendwo verändern.
- 1:18:17Das heißt, es muss, wenn die Weinwelt nur sich nicht verändern würde und immer nur
- 1:18:22das Gleiche wäre, dann wären die Weinen nicht so gut, wie wir sie heute sind.
- 1:18:27Das heißt, wir brauchen Beständigkeit in dieser Verfolgung nach diesem ultimativen Geschmack
- 1:18:32der Vision.
- 1:18:33Aber wir müssen neue Methoden lernen, wir müssen uns neue Fähigkeiten aneigen, wir müssen
- 1:18:39uns weiterentwickeln, aber das ist positive natürlich.
- 1:18:42Kannst du überhaupt noch Wein trinken?
- 1:18:46Also, wann trinkst du Wein?
- 1:18:48Oder nicht, dass das degustiert, sondern einfach sitzt du hier mit einem Glas Wein und bist
- 1:18:52normal?
- 1:18:53Ich glaube, wir Menschen, wir haben auch mal unsere Phasen oder was denkst du dazu?
- 1:18:59Manchmal hat man auch einfach keine Lust auf Wein.
- 1:19:02Das ja.
- 1:19:03So eine Messetag.
- 1:19:04Das stimmt.
- 1:19:05Aber manchmal ist so ein Glas Wein, das vermisse ich persönlich manchmal, dass man sich einfach
- 1:19:11hinsetzt und den Wein nicht analysiert oder den nicht irgendwie versucht zu beschreiben
- 1:19:15oder versucht die einzelnen Elemente herauszunehmen.
- 1:19:17Ich habe das im Urlaub manchmal, wenn ich hier irgendwo nach Taverna bin, um mir ein
- 1:19:20Glas Wein bestellen.
- 1:19:21Dann weiß ich nicht, was es ist.
- 1:19:23Ich versuche es auch gar nicht irgendwie zu erraten oder herauszubekommen, sondern ich
- 1:19:26trink ein Glas Wein.
- 1:19:27Kannst du das noch?
- 1:19:30Abschalten, schwierig, aber man lernt alles.
- 1:19:33Nee, aber ich hatte das auch schon mal.
- 1:19:37Ich hatte irgendwann eine Phase, wo mich, wo, ich finde, das ist ja dieses Thema.
- 1:19:43Wenn an etwas einem sehr wichtig ist, was sehr nah an einem dran ist und sich nur rundum damit
- 1:19:49beschäftigt.
- 1:19:50Das ist natürlich irgendwann mal auch Arbeit.
- 1:19:53Und ich finde, ich hatte irgendwann mal die Phase, wo Wein natürlich alles zu viel war.
- 1:20:00Man jede Sekunde seines Lebens damit beschäftigt, was Wein ist.
- 1:20:05Man macht eine Weinreise, man ist im Urlaub bei einem Weingut.
- 1:20:07Man lernt über Wein, man arbeitet mit Wein, man verkostet Wein, man hat privat in seiner
- 1:20:12Heimat war, also Freizeit Wein, man trinkt Wein.
- 1:20:16Manchmal ist es auch gut und wichtig, dass man auch mal ein bisschen Distanz dazu bekommt,
- 1:20:22um einfach auch sich selber weiter zu entwickeln.
- 1:20:25Und natürlich auch, um einfach auch mal das Leben als solches nicht irgendwie außer Acht
- 1:20:33zu lassen, weil es gibt ja auch noch andere Sachen im Leben, die auch wertvoll sind, die
- 1:20:39auch noch co-existieren sollten neben Wein.
- 1:20:41Und natürlich sind wir alles nerds, sonst wären wir nicht da, wo wir sind.
- 1:20:45Es ist wie es in unserer Bubble, unserer Weinbubble, die für uns unglaublich wichtig ist.
- 1:20:51Und das Schöne ist natürlich, wir können alle Leute mit uns mitreißen, weil das ja
- 1:20:56unsere Aufgabe und unser Job am Ende des Tages.
- 1:20:59Aber es gibt trotz allem immer noch Sachen, die das Leben auch noch bereichern, sei es
- 1:21:04Urlaub, sei es Wandern, sei es Sport, sei es auch mal nur ein Pilz oder ein Bierchen
- 1:21:11zu trinken oder irgendwie ein Gespräch mit Freunden oder mal ins Theater zu gehen.
- 1:21:15Und ich finde, dass man manchmal auch durchaus in seinem gemachten Weinlest erstickt und
- 1:21:23auch mal ganz schön ist, wenn man dann mal wieder auch mal rauskommen kann und wie du
- 1:21:26schon richtig gesagt hast, nicht immer alles, alles, was hier ist.
- 1:21:29Wer bei dir die nächste Stufe, wenn du sagst, okay, ich war erst kocht, damit ich Sommi
- 1:21:34ein Weingut zu haben, hattest du dir ein Traum, ein eigenes Weingut zu gestalten oder zu haben?
- 1:21:39Das ist eigentlich eine coole Frage, also eine interessante Frage, weil ich hatte ursprünglich
- 1:21:44irgendwo mal überlegt, okay, Koch, Winterwein, was, wieso, weshalb.
- 1:21:49Und ich fände es natürlich super spannend, ein Weingut zu haben, ganz klar.
- 1:21:53Ich könnte mich nur nicht entscheiden, wo und wieso und welche Riefsorten und was.
- 1:21:59Und ich glaube, dass der Grund, warum wir alle Sommis sind, weil wir einfach die ganze
- 1:22:03Welt auf unserer Karte haben.
- 1:22:04Weil wir die Möglichkeit haben, überall rein zu gucken, in jeden Keller.
- 1:22:10Das ist wirklich ein riesiges Geschenk, wenn man da mehr oder weniger frei wählen kann.
- 1:22:14Und wenn einem was nicht gefällt, dann kann man einfach zum nächsten streben oder kann
- 1:22:19sich das nächste aussuchen, wenn du dich aber festlegen müsstest, welche Riefsorte, was
- 1:22:24wäre das Weingut und welchem Gebiet, was du jetzt aussuchen müsstest?
- 1:22:28Wenn ich aussuchen müsste, glaube ich, das ist eine sehr, sehr gemeinte Frage tatsächlich.
- 1:22:42Es könnte in der Champagne sein, in dem Bugund, Piedmont, natürlich die ganzen favorisierten
- 1:22:49Weinregionen.
- 1:22:50Aber wenn ich mich absolut limitieren müsste, glaube ich, würde ich irgendwas machen, was
- 1:22:57noch nicht so abgegrast ist, wo aber auch tolle Weine entstehen können, wo man noch
- 1:23:01ein bisschen Pionierarbeit machen kann.
- 1:23:03Weil einfach, ich finde, es ist natürlich einfach irgendwas wieder zu erschaffen, aber
- 1:23:07es ist natürlich unglaublich schwerer, etwas Neues zu machen.
- 1:23:10Meine ist entstehen fantastisch interessante Sachen momentan so im Alte Piedmont, was mich
- 1:23:16abholt und ich finde, die Ola auch eine tolle Riefsorte, die sich auch sehr ins Positiv
- 1:23:20entwickelt hat.
- 1:23:21Das Zernien ist zugänglicher geworden und da passiert momentan mehr, wie woanders,
- 1:23:26und ich persönlich.
- 1:23:27Von daher, glaube ich, so Piedmont wäre nicht grundverkehrt mit Nebbiolo.
- 1:23:33Ist das für dich die unterschätzte Weinregion, die es gibt derzeit?
- 1:23:37Oder sagst du, es gibt eine, die total underrated ist?
- 1:23:41Ich glaube Piedmont ist alles andere als underrated.
- 1:23:46Wir alle trinken und lieben und schätzen Piedmont.
- 1:23:50Das ist natürlich noch so ein bisschen beim Kunden underrated, weil der Gas, dem Gas
- 1:23:56ist immer wichtig, dass alles möglichst harmonisch ist und Piedmont hat da so eine Schwierigkeiten
- 1:24:03mit der Säure und Tannin.
- 1:24:05Aber underrated, ich glaube, was momentan, wenn es etwas geben sollte, was underrated
- 1:24:12sind, sind so weißweine Spanien.
- 1:24:14Ich glaube, da passiert momentan immens viel oder natürlich, wie ich vorhin gesagt habe,
- 1:24:19alte Piedmont.
- 1:24:20Ich glaube, es gibt viele Regionen, die underrated sind, wo momentan viel passieren.
- 1:24:24Ich glaube, dass Oregon viel passiert, ich glaube, es sind Patagonien viel passiert oder was
- 1:24:32auch super spannend ist und so die ganzen neuen Sachen, die aus Chipsland kommen.
- 1:24:36Da passiert es.
- 1:24:37Es gibt einfach viele aufstrebende underrated.
- 1:24:40Also wenn man offen ist und, sag ich mal, es zulässt, kann man immer noch in dieser
- 1:24:47doch schon so outgesoursten Weinwelt immer wieder neue aufregende Sachen probieren aus
- 1:24:54Regionen, die eben underrated sind.
- 1:24:56Woher auch oftmals neue Winzer dazukommen, die das neu zu interpretieren verstehen und
- 1:25:03dem Gebiet mal auch ein ganz eigenes Gesicht schenken oder eine ganz eigene Ausstrahlung
- 1:25:10dann irgendwie schenken und beides dieses Ausarbeiten von etwas ist wie bei uns.
- 1:25:16Wir müssen auch Sachen irgendwie für uns ausarbeiten und manchmal muss man einfach,
- 1:25:22es ist gut, wenn man eben nicht zu nah dran ist, verschiedene Blickwinkel auf etwas hat.
- 1:25:27Und ich glaube, dass viele Regionen, die natürlich immer schon als solches abgestempelt worden
- 1:25:32sind, eben doch auch aufregende Weine machen können.
- 1:25:36Ausbreiten ist für den Zommerier natürlich nicht so einfach.
- 1:25:38Ich finde, dass er sich teilweise auch über den Service oder die Serviceart definieren
- 1:25:43kann.
- 1:25:44Ich habe einen Betrieb ja relativ eingefahren, aber was ist für dich selber beim Wine-Service
- 1:25:48wichtig?
- 1:25:49Was hast du bei euch einen Betrieb eingeführt?
- 1:25:51Was stört dich, wenn das jemand anderes macht?
- 1:25:55Also Service, wie betrachtest du das?
- 1:25:59Für mich ist es wichtig, dass jeder sich eigentlich irgendwo wohl fühlt, weil ich finde, dieser
- 1:26:06Wohlfühlfaktor ist etwas, was man unterbewusst an anderen Menschen um sich rum abgibt, sei
- 1:26:11es Kollegen, sei es Gäste, sei es dergleichen.
- 1:26:14Kann man das mit dem Service erreichen?
- 1:26:16Also es ist ja auf der einen Seite schon das Storytelling, es ist ja Wine selber, aber
- 1:26:22spielt das Service dann ein gewisser, hat der einen gewissen Anteil?
- 1:26:26Ich finde, es gibt für alle Sachen immer ein gewisses Konstrukt, ein gewissen Gerüst,
- 1:26:34wo man natürlich für sich selber das auf sie eine Art und Weise interpretiert.
- 1:26:38Und was bei uns immer schon wichtig ist, dass Fehler verzeihlich sind irgendwo, ist es
- 1:26:44jetzt, man rückt jetzt jemand vor dem Gast oder wenn jemand mal, keine Ahnung, den Wein
- 1:26:52halt so aufmacht wie aufmacht, dann ist es halt so.
- 1:26:54Wichtig ist ja immer so ein bisschen diese Natürlichkeit, die dann der Kellner dann hat
- 1:26:59und an den Gast weitergibt.
- 1:27:02Und für uns ist irgendwo wichtig, als solch ist das der Service natürlich empathisch
- 1:27:07offen und halt gleichzeitig nicht zu verfangen ist.
- 1:27:13Und ich glaube, verfangen ist da gar kein unpassendes Wort, weil oftmals ist man, wie
- 1:27:19ich vorhin auch schon mit der Weingeschichte gesagt habe, zu sehr in seiner eigenen Weinwelt
- 1:27:22gefangen und verliert manchmal so das, was jemand anders eigentlich möchte.
- 1:27:25Mein Vater war ja eigentlich Quereinsteiger irgendwo und der hat halt immer priorisiert,
- 1:27:31dass es dem Gast gut geht.
- 1:27:32Und das ist etwas, was manchmal so ein bisschen zumindest, denk ich, verloren gegangen wird,
- 1:27:38weil man ist in seinem eigenen Konstrukt gefangen aus, sag ich mal gehobener Küche oder man
- 1:27:43ist aus seinem eigenen Konstrukt gefangen von einem Service, den man mal gelernt hat
- 1:27:48und man realisiert manchmal gar nicht, dass es vielleicht nicht unbedingt das passende
- 1:27:51ist, was der gegenüber gerade sucht oder auch haben möchte.
- 1:27:54Und ich finde, man muss immer auch eben eine Symbiose schaffen aus, sagen wir mal, was
- 1:28:03man reflektiert, was man sein möchte und was natürlich auch der Gast irgendwo auch haben
- 1:28:07möchte, was auch zu Küche passt.
- 1:28:09Was ich tatsächlich, was habe ich verändert?
- 1:28:13Ich habe versucht, natürlich Sachen ins Positive zu verändern, so dass ich versucht habe aus
- 1:28:21vielen verschiedenen einzelnen Individuen im Team zu machen.
- 1:28:25Das ist immer noch mal eine größte Herausforderung.
- 1:28:27Einfach diese ganzen Charaktere irgendwie einzufangen, sodass alle parallel laufen und
- 1:28:34nicht alle irgendwie kreuz und quer.
- 1:28:35Weil das natürlich bei uns ja oft auch ein Betrieb ist, wir haben jetzt nicht den Luxus
- 1:28:40oder wir hatten nie den Luxus irgendwie zu sagen, du kannst anfangen, du nicht, weil
- 1:28:44wir natürlich dadurch, dass wir ein Familiengefühltes, sag ich mal, Restaurant sind, was in der
- 1:28:48Branche mittlerweile bekannt ist, natürlich auch durch eine gewisse Vorbereitung geleistet
- 1:28:53habe und noch mal Vater, aber die ja nie wirklich großartig irgendwie als solches wahrgenommen
- 1:28:59worden ist, hatten wir natürlich dann oft auch auch Angestellte oder Mitarbeiter, die
- 1:29:03ungelernt bei uns angefangen haben, die man natürlich dann alles beibringen musste.
- 1:29:06Den klassischen Azubi, der natürlich dann direkt schon bei uns auf Kunden und Gäste
- 1:29:12losgelassen wird, was natürlich in anderen Betrieben unvorstellbar wäre.
- 1:29:16Die Leuten ist Ehrlichkeit und Transparenz und auch einfach das menschliche, manchmal
- 1:29:23wichtiger als wenn jemand einen akkuraten Service macht.
- 1:29:26Und das ist für uns immer schon wichtig, dass einfach diese Menschlichkeit nicht verloren
- 1:29:32geht.
- 1:29:33Und beim Service selber gibt es bei dir Grundanforderungen, wo du sagst, keine Ahnung, die
- 1:29:37Flasche nicht in der Luft aufmachen oder auf alle Fälle vorher probieren, Gliese
- 1:29:41kombinieren, fein dekantieren oder eben auch Sachen, wo du sagst, da sauber ich richtig.
- 1:29:47Also wenn ich das machen möchte, dann möchte ich den Gast richtig verwöhnen und das sind
- 1:29:50Sachen, die ich sonst selber im Restaurant nie sehe, aber die eigentlich gar nicht so
- 1:29:56unwichtig finde, rein von der Servicequalität im Traditionellen.
- 1:30:00Total.
- 1:30:01Bei uns ist es, wir sind ja direkt in der Innenstadt, die Fußgängerzone, öffentliche Lage, wo
- 1:30:06alle zukommen, zukommen, also alle Gäste, alle möglichen verschiedenen Arten von Gästen
- 1:30:12auf uns einbrasseln.
- 1:30:13Und bei uns ist immer dieses individuelle Wichtig, dass man einen Gast erkennt, auch
- 1:30:19in seiner Qualität erkennt und ihm macht das, liefert was er haben möchte.
- 1:30:24Wenn du jetzt einen Gast vor dir sitzen hast, du möchtest ihn extra weint, was haben, dann
- 1:30:28mach das unbedingt 100%.
- 1:30:30Wir haben auch eine Tageskarte und ich stell den auch mit nützsam.
- 1:30:33Also bei uns ist eben dieses Individuum wichtig.
- 1:30:37Es muss nicht eine komplette Struktur sein, die sich aus Restaurant legt, sondern jeder
- 1:30:41Gast wird anders angenommen.
- 1:30:42Jeder Gast wird anders quasi bedient.
- 1:30:45Und dieses versuchen, das Einschätzen zu können, was unglaublich schwer ist, aber
- 1:30:51natürlich auch manchmal den Weg mehr zu gehen, der wichtig ist.
- 1:30:55Und es ist extrem wichtig.
- 1:30:57Und natürlich gibt es so Sachen, auf die ich natürlich ach gebe, dass man natürlich einen
- 1:31:05korrekten Wainservice macht.
- 1:31:06Aber wir haben oft bei uns, wie gesagt, die Problematik mit Familienbetrieb 20 Jahre lang
- 1:31:12ging so und da natürlich ist es schwierig, irgendwie alles zu kontrollieren und das ist
- 1:31:16auch der falsche Ansatz.
- 1:31:17Manchmal ist es auch einfach gut, einfach Sachen zuzulassen und sich nicht über alles
- 1:31:21auch zu regnen, weil man es einfach auch, zumindest bei uns, in unserem Art, wie unser
- 1:31:26Betrieb schon immer funktioniert, nicht funktioniert.
- 1:31:28Viel wichtiger ist es, das Individuum als Angestellten so zu schulen, dass er eben die Fähigkeiten
- 1:31:35hat, alles machen zu können.
- 1:31:36Dass er einen Wein empfehlen kann oder dass er irgendwie die Weinflasche akkurat aufmacht.
- 1:31:40Aber wenn es mal nicht so ist, dann ist es halt so.
- 1:31:43Natürlich hatte ich Schulungen, hatte ich gewisse Serviceablauf und Strukturen, die ich
- 1:31:48dann irgendwie versucht habe zu implementieren.
- 1:31:49So dass man irgendwie ein bisschen guckt, dass man weniger redet, dass man versucht Sachen
- 1:31:53irgendwie besser zu effektiver zu machen oder natürlich klar, gut, auf den Marsch ins
- 1:31:57Omis.
- 1:31:58Das erste was ich gemacht habe, wo ich ankam, ich habe Körpchen gekauft.
- 1:32:01Was gekauft?
- 1:32:02Es hört sich jetzt so lustig an, wie es klingt.
- 1:32:04Weinkörpchen.
- 1:32:05Ach, Körpchen, okay, ja.
- 1:32:06Aber wir so was nie, nie hatten und es kann auch nicht sein, wir kaufen jetzt den Wein
- 1:32:11in den alten Bodro, der 600 Euro kostet und wir haben kein Körpchen.
- 1:32:16Ich finde das so schade, dass die komplett in Vergessenheit geraten sind und manche Weine
- 1:32:21brauchen die einfach, wenn du die aus einer liegenden Position aus dem Keller holst, dann
- 1:32:26einigermaßen Sorgsam nach oben bringst oder aus dem Wohler aufm Her und dann wirbelst
- 1:32:32du die ständig auf, weil du die Flasche halt aufrecht stellst, dann einschenkst und aufrecht
- 1:32:37stellst und so ein Körpchen ist oftmals eigentlich eine Grundvoraussetzung.
- 1:32:41Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ein Körpchen gesehen habe.
- 1:32:44Ja, und das ist ja genau das, was ich versuche zu, was ich versucht habe, fein zu tun, dass
- 1:32:49der Wein perfekt am Kunden ankommt.
- 1:32:52Wie er aufgemacht wird, ist mir ehrlich gesagt egal, Hauptsache der Wein schmeckt perfekt,
- 1:32:58wie es sein sollte.
- 1:32:59Und das war mir halt extrem wichtig, weil das ist genau das Schlüsselmoment und auch
- 1:33:05natürlich klar, so verschiedene Sachen, wir haben jetzt eine Weinkarte mit vielen Positionen,
- 1:33:10wo liegt was, das sind natürlich auch alles Sachen, die man irgendwie im Timus oder natürlich
- 1:33:14verschiedene Kühlschränken und wie macht man Sachen auf?
- 1:33:18Das habe ich auch alles versucht, irgendwie zu implementieren.
- 1:33:20Aber wir machen natürlich jetzt kein klassisches Sterneservice, aber ich finde, klassisches
- 1:33:27Sterneservice heißt ja auch nicht, dass man sich zu sehr in diesem Serviceaspekt verliert,
- 1:33:33sondern zeitgemäßer Service ist für mich etwas, was wie beim Winzer ja auch, man hat
- 1:33:39die Fertigkeiten, man kann es anwenden und passt es auf seinen Betrieb an und versucht
- 1:33:45eben diese Vision zu verfolgen, dass der Gast glücklich rausgeht und dass eben alles in
- 1:33:50seiner perfekten Weise serviert wird, wie es nur geht natürlich im Betrieb.
- 1:33:56Aber wenn man, sage ich mal, Sachen nicht zulässt und zu sehr oft in einer Perfektion
- 1:34:04verfangen ist, dann leidet natürlich andere Aspekte, die dann auch den Service leiden
- 1:34:11lassen.
- 1:34:12Und deswegen ist es, finde ich, da irgendwie wichtig, sich da so ein gewisses Gleichgewicht
- 1:34:14zu finden, inwiefern man Sachen streng implementieren muss, inwiefern die auch wichtig sind und
- 1:34:23inwiefern es natürlich auch zum Betrieb passt.
- 1:34:25Und Körbchen waren für mich wichtig, Schamperia waren wichtig, temperierte Weine waren für
- 1:34:31mich wichtig und natürlich, dass die Leute eine Flasche auch machen können und all
- 1:34:36das Sachen.
- 1:34:37Ja, aber wo ist Schamperias, wie wichtig ist die Temperatur und hast du da eher das
- 1:34:43Münchnergefüge, also wie man sich das so vorstellt, dass die Gläser beschlagen müssen,
- 1:34:47Eiswürfe bereitstehen oder sagst du, ich empfehle dann doch eher den Vorstellungen
- 1:34:54oder den Vorschlägen des Winzes oder meiner Fachmeinung zu folgen und den Wein dann
- 1:34:59doch eher bei 10 bis 12 Grad zu servieren beim Weißwein.
- 1:35:02Man muss halt noch ziemlich viel Pionierarbeit machen, was die Temperatur München anbelangt
- 1:35:08bei dir, aber ich finde, das ist ja wiederum etwas, was der Gast zu entscheiden hat.
- 1:35:16Natürlich versuche ich, meinen Aspekt dem Gast quasi nicht aufzuzwicken, sondern ich
- 1:35:26spreche Empfehlungen aus und ich versuche auch, meine Schamperias zu ihm entsprechend
- 1:35:30einzustellen.
- 1:35:31Wenn ich merke, der Wein ist zu kalt, dann mache ich einen Wärmer und manchmal hatte
- 1:35:38ich so ein Battle mit meinem Vater, weil er immer kaltgestellt hat und mir war warmgestellt
- 1:35:41und wir waren immer nur dabei, die Kischirke umzustellen.
- 1:35:43Aber das lag auch natürlich daran, dass hier bei uns im Sommer, es heißt draußen 40 Grad
- 1:35:50und die Leute, die beschweren sich, wenn der Wein zu warm ist, die Leute beschweren sich
- 1:36:00wenn der Wein zu warm ist, aber das scheren sich nie, weil der Wein zu kalt ist.
- 1:36:03Und natürlich doch, es gibt Leute, die sich darüber beschweren, aber dann stellt sich
- 1:36:06einfach raus und dann temperiert er innerhalb von ein paar Minuten.
- 1:36:09Das ist dann, wo ich nochmal sage, hey, der Wein ist zu kalt, es tut mir leid, es ist
- 1:36:16oft auch mein Münchner Wollnis, aber ich würde ihn gerne einfach draußen stehen lassen,
- 1:36:22einfach ein bisschen temperieren und der einzige Vorteil, was ein Wein hat, wenn er von kalt
- 1:36:28zu warm wechselt, ist einfach der, der sich verändert und zwar ins positive.
- 1:36:34Und es heißt nicht, wenn der Wein auf warm ins Kalt geht.
- 1:36:39Das heißt, du hast einen positiven Effekt, hast du, wenn der Wein quasi erwärmen kann
- 1:36:46im Glas, weil dann der ganze Körper rauskommt und du hast es halt nicht, wenn der Wein zu
- 1:36:51warm ist für den Kunden und es ist gleich scheiße.
- 1:36:53Das einzige, was ich für mich festgestellt habe, ist, dass es einfach gewisse Weine gibt,
- 1:36:58die man nicht kalt servieren darf.
- 1:37:00Und ich habe bei alten Begundern netter Zeit für mich herausgefunden, dass es besser
- 1:37:07ist, wenn ich ihn sogar aus meinen Rotweinchomprer raushole, wo er 15 Grad hat und die dann runterkühle,
- 1:37:13weil er einfach oft, wenn er kühler serviert wird, älterer, weißer, an außen bergund,
- 1:37:19viel mehr dieses Oxidivat, weil dieses, dieses mannenlege zugespitzte, gleich Primox-Ting,
- 1:37:28das wir immer kennen, wenn der Wein dann kalt ist und diese ganze andere Romatik weg ist
- 1:37:32und da riecht halt reif und denkt dir, oh, das ist Primox.
- 1:37:34Und ich habe für mich festgestellt, bei manchen Wein, wenn ich das andersrum mache, wenn
- 1:37:40die quasi aus 16, 17 Grad warm oder Kellertemperatur eigentlich 15, 16 Grad, 17 Grad warm, dann
- 1:37:47an Gas kommen und man dann aus ein bisschen runterpädiert, dann hat man auch wieder diesen
- 1:37:51positiven Effekt.
- 1:37:52Der Wein ist da, der riecht nicht oxidiert, der ist super schön schmelzig.
- 1:37:57Und dann wird er ein bisschen frischer.
- 1:37:59Was du ja eigentlich bei einem älteren Wein durchaus nicht grundverkältest, wenn er
- 1:38:05ein bisschen frischer wird.
- 1:38:06Und man kann sich dann reintrinken nochmal anders als wenn es immer anstrengender wird,
- 1:38:10wenn es dann frischer und leichter ist zu trinken wird.
- 1:38:12Ist es natürlich auch für den Trinkfluss sehr angenehm und von dem eigentlich sehr von
- 1:38:17Vorteil.
- 1:38:18Spielt ihr da auch mit den Gläsern?
- 1:38:19Also sind Gläsern für dich wichtig oder eher?
- 1:38:20Ja, sekundär.
- 1:38:21Und es gibt es tatsächlich aus betrieblicher Sicht immer mehr um das Praktische.
- 1:38:28Also wir haben uns am Samstag, du hast ja nicht den klassischen Service, wo ein Kunde
- 1:38:35kommt und dann vier Stunden sitzt und man da ein bisschen rumspielen kann.
- 1:38:38Aber du hast halt oft sehr viel Druck hinter der ganzen Geschichte und wir haben sehr wenig
- 1:38:44Platz.
- 1:38:45Das heißt, wir versuchen uns da so ein bisschen zu limitieren.
- 1:38:48Also wir haben von Spiegelau Definitions Poteau Glas, wir haben Riedel Champagner Rose
- 1:38:56Glas mit Dom Perignon.
- 1:38:57Wir haben auch noch ein paar andere Gläser, die ich noch da vor Ort habe.
- 1:39:03Auch Spogunderglas, die ich dann ab und zu punktuell einsetzen kann.
- 1:39:06Aber im Endeffekt machen wir das eher, dass wir alles aus einem Glas machen.
- 1:39:10Und wir haben das Gabriel Glas als Standard Glas, wo wir alles quasi an Getränken, außer
- 1:39:17Wasser und Cola und Afg servieren.
- 1:39:20Was ja schon mal gar nicht schlecht ist.
- 1:39:22Also da habt ihr euch ja schon mal Grundgedanken um das Glas gemacht und versucht das zu leben.
- 1:39:27Findest du privat oder rein aus dem beruflichen Aspekt, losgelöst vom Geschäft selber,
- 1:39:33irgendeinen Weintool wichtig oder gut oder bist du gar nicht so der Toolboy?
- 1:39:39Toolboy, ich finde alles was den Weinfaschern aufmacht großartig.
- 1:39:45Da gibt es teilweise Sachen, Konstrukte, die ich mit einer Kneifzange nicht anfassen.
- 1:39:50Die dann, wo ich mir denke, dieses Hebelmännchen, was alle anderen von mir aus gerne nutzen
- 1:39:58können, aber ich finde das so unpraktisch.
- 1:39:59Aber das ist natürlich auch was bei uns so ist.
- 1:40:02Aber ja, ich meine, so eine, ich finde, es gibt alles was funktionell ist für mich großartig.
- 1:40:12Pante, Körbchen, Flaschenöffner oder auch für alte Korknissen und Durant, obwohl man
- 1:40:18den nicht zwingend braucht.
- 1:40:19Ich habe auch oft auch viele mit anderen Sachen aufgemacht.
- 1:40:22Und ja, ich meine, ich habe nie so ein Weinsieb benutzt tatsächlich für Depo und alte Weine,
- 1:40:32aber es lag eher daran, dass ich mir das noch nie zugelegt habe, aber ich denke das macht
- 1:40:36durchaus Sinn.
- 1:40:37Aber ansonsten, ich meine, den Trichter benutze ich zum Beispiel nie, weil ich es immer direkt
- 1:40:43in den Kanton die Flasche kippe.
- 1:40:44Aber ansonsten eigentlich alles gut.
- 1:40:49Bei dir gibt es für dich etwas, was du sagst, hey, das würde ich auch nicht mal mit einer
- 1:40:54Kneifzange anfassen.
- 1:40:55Da gibt es, also abgesehen vom Dropstop gibt es eigentlich ganz viele Tools, die ich nicht
- 1:41:04brauche.
- 1:41:05Also eigentlich braucht man nichts weiter.
- 1:41:07Es gibt manchmal so witzige Sachen wie eine Kühlmanschette im privaten Bereich, wo sich
- 1:41:13jemand Gedanken gemacht hat, die auch funktionieren.
- 1:41:15Wenn du halt irgendwie zum Picknick gehst, das finde ich ganz gut.
- 1:41:18Ich muss sagen, dass ich jetzt nach der Weimbar für mich Korrawa entdeckt habe im privaten
- 1:41:24Bereich, finde ich das großartig, wenn man da sein Champerea einmal durchdrinken kann,
- 1:41:28ohne immer gleich eine Flasche trinken zu müssen.
- 1:41:31Das betriebliche Bereich macht er durchaus sehr viel Sinn.
- 1:41:34Ich habe es damals nie benutzt, weil ich lieber die Flasche ausgeschenkt habe und dann eben
- 1:41:41mehr oder weniger den positiven Druck hatte, die Flasche ausgeschenken zu müssen.
- 1:41:46Innerhalb eines gewissen Zeitraumes, das fand ich ganz spannend, man konnte damit auch erleben,
- 1:41:50wie die Flasche sich entwickelt hat und dass dann immer individuell auf die Gäste abstimmen.
- 1:41:56Also für mich war das mehr oder weniger so ein kleines Game mit dabei.
- 1:41:59Aber jede Art von Belüfter oder sonstiges fand ich eigentlich immer so überflüssig,
- 1:42:04sondern habe da eher versucht, mit intensiven Dekantieren, mit Gläsern zu arbeiten und
- 1:42:10brauchte die ganzen Spiele rein.
- 1:42:12Keine Ahnung, es gibt ja Kühlstäbe, die du in den Froster legst und dann da rein tust oder
- 1:42:16sonstiges.
- 1:42:17Also es war mir eigentlich immer alles zu viel und ich war da mir auch das Wesentliche beschränkt.
- 1:42:21Und für mich war so dieser klassische Service eigentlich immer das Wichtigste, dass man immer
- 1:42:25eine gewisse Ästhetik mit dabei hat, dass man eine gewisse Abfolge mit dabei hat, dass
- 1:42:29man das mit dem Gast zusammen zelebriert und ihm damit diesen Mehrwert auch schenkt, den
- 1:42:34er letztlich auch mit dem Mehrpreis, den er im Restaurant bezahlt, damit auch liefert.
- 1:42:39Total, also ich finde auch, dass die ganzen Filipans, was die ganzen Belüfter benangt,
- 1:42:45total unsexy, weil keiner von uns versteht, denn wir waren so gut, dass wir das einhölzen
- 1:42:52können, wann das richtige, wanns falsch ist.
- 1:42:54Und ich finde, man muss den Wein probieren, man muss den Wein dann darauf hingehen, mit
- 1:43:01ihnen arbeiten.
- 1:43:02Und alles, was den Wein Luftzug gibt, entzieht auch klarzulich Aroma, finde ich.
- 1:43:09Und unnötiges Dekantieren, Arerieren und eben mit diesen ganzen Geschichten gibt ein
- 1:43:16bisschen was klar, aber man verliert auch immer was.
- 1:43:19Und diese Kühlstäbe und alles ist auch katsch.
- 1:43:23Da muss man sich lieber Gedanken machen, dass man es besser vorbereitet.
- 1:43:27Wobei letztens festgestellt habe, was für mich in privaten benutzt ein ganz praktisches
- 1:43:32ist, wenn ich zum Beispiel einen Rotwein habe, der nicht Zimmer, also der Zimmertemperatur
- 1:43:37hat und nicht irgendwie aus dem Schomber, aus dem Keller kommt, denn manchmal zieht
- 1:43:40dann einfach die Kühemannschette auf und hat dafür mit die perfekte Temperatur.
- 1:43:43Ich mag Rotwein auch gerne ein bisschen temperierter trinken und nicht zu warm, was oftmals im
- 1:43:50Service selber auch für Irritationen gesorgt hat, wenn die Gäste, die eben bei 16 Grad
- 1:43:55zum Beispiel bekommen haben und damit erstmal nicht klarkamen, das zu verargumentieren.
- 1:44:00Man muss es immer erklären, aber da war es wohl das Wein, das ist für mich das Wichtigste
- 1:44:07dabei.
- 1:44:08Total und es ist mir auch wichtiger, tatsächlich, wie wenn der Weißwand mal 1 Grad kühler
- 1:44:14ist, weil ich finde Rotwein zu warm ist für mich fast mittelschlimmste, was es gibt.
- 1:44:20Es ist auch manchmal auch auf Messen ganz schwierig, wenn der ist schon ewig draußen
- 1:44:26stehen und ich denke, okay, ich weiß das.
- 1:44:27Ich kann es gerade in der Messe, wo du die Weine präsentierst, die optimal eben auch darstellen
- 1:44:31möchtest und die Weine einfach verkaufen möchtest, wenn die da seit Stunden draußen stehen
- 1:44:36und dann ihre geführten 25, 28 Grad haben.
- 1:44:41Das ist dann vielleicht nicht so optimal.
- 1:44:44Was wäre für dich so ein perfekter Ort zum Wein trinken?
- 1:44:46Also wo du sagst, da ist Temperatur für dich wichtig, ist Wandfarbe, ist Musik oder wie
- 1:44:53glaubst du, kann man Wein am allerperfektesten wahrnehmen?
- 1:44:56Was war für dich wichtig, als du euren Laden eingerichtet habt?
- 1:45:03Was war für mich wichtig?
- 1:45:04Also ich finde, alles natürlich, alle Eindrücke machen Wein in irgendeiner Form reicher,
- 1:45:11aber gleichzeitig glaube ich, wenn man Wein muss und differenzieren zwischen Weinverkosten,
- 1:45:17Wein genießen und auch Wein wahrnehmen, was für mich wichtig war mit der Weinhandlung,
- 1:45:22war das es irgendwie schlicht ist, aber trotzdem modern und ansprechend und auch zeitgenössches
- 1:45:29und das ist halt nicht so dieses typische Creme-Ding, wo man reinget, alles ist verstaubt
- 1:45:34und man muss erstmal irgendwie alles in den Her schieben.
- 1:45:39Aber ich denke für ein Wein ist glaube ich alles, ich glaube mit die besten Flaschen
- 1:45:46Wein waren oftmals die Wein gewesen, die man dann irgendwo auf einer Parkbank oder
- 1:45:49irgendwie am Berg oder beim Wandern oder nach dem Wandern oder irgendwo mal in der
- 1:45:53Tour getrunken hat, weil man dann irgendwie nochmal ein ganz anderes Eindruck hat, was
- 1:45:58so auch so von einem äußerlichen Aroma auf einen zukommt und natürlich das Emotionale,
- 1:46:02aber ansonsten, ich finde es so im Restaurant, weil, ja genau, aber auch mal im Restaurant
- 1:46:09Flasche Wein aufmachen ist für mich eigentlich die perfekte Kulisse für den Wein, weil
- 1:46:15daheim ist es langweilig oder kann Spaß machen, aber dann braucht man, aber ich finde
- 1:46:21dieses, in diesem Trubel sitzen, wo so viel um dich rum passiert und man macht dann eine
- 1:46:25schöne Flasche Wein, auf die man das Essen gut dazu passt, ich finde das ist schon etwas,
- 1:46:29was den Wein auf jeden Fall anhebt, was man dazu ist und natürlich dann als Sekundäre
- 1:46:36gefällt es mich hier um mich rum und natürlich dann manchmal, wenn man sagt hier eine schöne
- 1:46:40Flasche Champagner irgendwo, als operativ kann auch mal ein Stehend sein, das macht
- 1:46:46schon Spaß immer alles.
- 1:46:47Ist Musik für dich wichtig dabei?
- 1:46:49Musik ist generell für mich wichtig, ich höre viel verschiedener Sachen tatsächlich, aber
- 1:46:58ich würde jetzt nicht eine Flasche Wein aufmachen und Musik dazu hören und dann die Flasche
- 1:47:06Wein trinken alleine, sondern ich würde eher irgendwie gucken, dass es eben was Gesellschaftliches
- 1:47:12ist, was für mich das Wichtigste ist, dass man eben mit Freunden irgendwo sitzt und sich
- 1:47:17unterhält und über was spricht und eben da sich austauschen kann und dann eben auch fachsämpelt
- 1:47:23und redet und "Hey, der Wein schmeckt mir so gut" und das liegt daran und so.
- 1:47:27Man sagt irgendwie auch etwas ist vorüber, man redet.
- 1:47:30Findest du Musik kann ein Wein zerstören oder kann ihn bereichern, wenn du ein bestimmtes
- 1:47:35Stück dazu abspielt?
- 1:47:37Klar, ich meine alles was Emotion anspricht kann den Wein positiv oder auch negativ verändern.
- 1:47:45Ja, weil wie gesagt es ist ja einmal Geschmack und sind zurück und alles andere wieder, das
- 1:47:51bleibt und wirkt, das bleibt dann hängen.
- 1:47:52Die Frage ist dann immer nur die was soll im Fokus sein, soll die Musik im Fokus sein,
- 1:47:57soll der Wein im Fokus sein und ich meine wenn man dann keine Ahnung irgendwie zum Beispiel
- 1:48:05mal angenommen, man geht irgendwie zu einer Vorstellung und schaut sich was an und die
- 1:48:09Spiele in der Band, Orchester oder auch in Theater oder dergleichen und man kommt Wein serviert,
- 1:48:14ist auch perfekt oder bereichert der Wein eben das Ensemble.
- 1:48:18Wenn man sagt okay, man möchte den perfekten Wein, den perfekten Musik zum Wein, ist
- 1:48:25es dann eher für mich etwas dieses Unterbewusstsein was man dann aufgreifen möchte, wo habe ich
- 1:48:29die Musik gehört und was verbinde ich damit und wie schlage ich die Verbindung für mich
- 1:48:33zu dem Wein.
- 1:48:34Und es kann ja zum Beispiel mal sein, hey ich habe mal zum Beispiel einen gewissen Wein
- 1:48:40getrunken und da war ich dann dort und habe die Musik gehört und fange ich das wieder ein.
- 1:48:44Und das machen wir tagtäglich mit Speisen oder mit Gästen ja auch und da mehr oder
- 1:48:50weniger die Frage kann man das mit Musik auch.
- 1:48:52Also wenn du jetzt die 9.
- 1:48:54von Beethoven hören würdest, könntest du einen Wein dazu abstimmen?
- 1:48:58Man muss beide Sachen verstehen und dann kann man beide Sachen zusammenführen.
- 1:49:02Ich finde wenn man den Wein und den Musik versteht, dann kann man alles, kann man das
- 1:49:07auch so schön zusammenführen.
- 1:49:09Und in der Beethoven 9.
- 1:49:10kann man natürlich auch einen perfekten Wein dazu servieren.
- 1:49:13Und dann für mich eher etwas, das Barocker ist klassisch, es könnte zum Beispiel initial
- 1:49:18von Seloss sein oder eben etwas, was ein bisschen voller ist, zum Beispiel einen schönen Grenage
- 1:49:29von Raias oder irgend sowas.
- 1:49:32Also man kann das schon auch, man kann natürlich die Sachen alle immer miteinander kombinieren,
- 1:49:36aber man kann es erst kombinieren, wenn man die Sachen auch versteht.
- 1:49:39Und dann ist es natürlich am Ende des Tages auch so ein bisschen Marketingaspekt, was mache
- 1:49:43ich daraus?
- 1:49:44Ich hatte zum Beispiel einmal die Aufgabe als Händler, nicht als Sommelier oder auch
- 1:49:48beides, ich musste für eine Ohrenkoollektion von Vashro Constanta zu ihren 7 Modellen die
- 1:49:53passen Weine dazu kreieren.
- 1:49:55Und das ist natürlich beides Sachen, die man quasi wahrnimmt, aber anders.
- 1:50:02Man muss sich irgendwie die Brücke binden und das habe ich halt dann durch das Thema
- 1:50:06gemacht, wie ich es halt verkauft habe.
- 1:50:08Ich habe gesagt, hier ist eine Overseas, dazu mache ich einen Schatten hier aus der Übersee
- 1:50:13und so Sachen halt.
- 1:50:14Also man kann viel miteinander verknüpfen und ich glaube, wenn man die Aufgabe hat,
- 1:50:20es machen zu müssen, dann setzt man sich auch anders oder mehr damit auseinander und schafft
- 1:50:24das auch.
- 1:50:25Und kann es dann, gibt es ein Instrument, was Wein reflektiert?
- 1:50:27Ich glaube jedes Instrument kann Wein reflektieren.
- 1:50:33Ja?
- 1:50:34Ja.
- 1:50:35Ich denke, allweil ein Instrument bedient sich ja dem Notensystem, die wiederum quasi
- 1:50:42eigentlich das Wichtige sind, wo eben die zum Wein passen oder nicht.
- 1:50:47Ich glaube, es gibt bestimmt Instrumente, die, nicht alle Instrumente, ich glaube, man müsste
- 1:50:52es eher an den Ausstoßverfahren sehen.
- 1:50:54Ich glaube, so eine Trommel wäre eher schwierig, mit dem Wein zu pairen.
- 1:51:00Weil das hat teilweise auch kannst du, dass du da verschiedene Intensitäten, verschiedene
- 1:51:04Rhythmen, verschiedene Schlagmuster, verschiedene Größen, Trommelgrößen.
- 1:51:09Also da, ich finde, für den Gedanken eigentlich ganz gut, dass du sagst, jedes Instrument
- 1:51:12hätte eigentlich fast eine Daseinsberechtigung, um es irgendwie mit Wein gleichzusetzen.
- 1:51:17Gibt es für dich überhaupt noch ein Leben ohne Wein oder bist du zu 100 Prozent Wein?
- 1:51:22Nee, tatsächlich gibt es auch noch ein Leben ohne Wein und ich glaube, das ist etwas,
- 1:51:27was wir auch alle irgendwie auch pflegen müssen.
- 1:51:30Ja.
- 1:51:31Aber ich denke, sehr viel wird vom Wein eingenommen tatsächlich.
- 1:51:36Also großteilig.
- 1:51:37Gibt es irgendwas, was dem Wein gleich kommt?
- 1:51:40Also irgendein Getränk, was eine ähnliche Vielschichtigkeit, Tiefsinnigkeit, Komplexität,
- 1:51:47Lobalität?
- 1:51:48Ich glaube, dass Wein schon so ein bisschen standalone ist.
- 1:51:54Es gibt natürlich Produkte, die, sage ich mal, ich glaube, Tee ist etwas, was super fiesertig
- 1:52:02sein kann, auch mit differenzierten Geschmackern.
- 1:52:04Ich glaube, Kaffee tut sich da ein bisschen schwer, weil es alles eher in eine Richtung
- 1:52:10geht und Tee hat dann auch ein bisschen mehr verschiedene geschmackliche Komponenten.
- 1:52:15Ansonsten finde ich, klar, ich meine, alles was alkoholisch ist, ist vielschichtig.
- 1:52:21Ich finde so dieses ganze Alkohol-Thema, was jetzt nichts mehr mit dem Alkohol passiert
- 1:52:28zu tun hat, sondern eher, dass diese Fähigkeit, ein trockenes Produkt in verschiedenen Fassetten
- 1:52:36geschmacklich wirken zu lassen, ist etwas, was noch kein anderes Getränk so gut geschaffen
- 1:52:44hat, wie etwas, was mit Alkohol versetzt ist.
- 1:52:46Wo einfach dieses Durchgehren und dieses ganze Prozess, wie es dahin kommt, diese
- 1:52:50Veredelungsgeschichte.
- 1:52:51Vielleicht liegt es auch daran, dass wir nie irgendwie was anderes veredeln mussten, kann
- 1:52:55ja auch sein.
- 1:52:56Aber ich finde, dieses, alles was ein bisschen alkohol hat, hat viel differenzierteren Geschmack.
- 1:53:01Natürlich gibt es Säfte, die auch verschieden schmecken können und und und, aber und natürlich
- 1:53:09dann glaube ich auch Tee als zweites.
- 1:53:11Hat es manchmal aber nicht damit zu tun, dass man sich den Getränken gegenüber nicht
- 1:53:15ausreichend wird mit?
- 1:53:16Also, dass man nicht hingeht und jetzt zum Beispiel in Saft, wenn du einen Abschluss
- 1:53:20absolut perfekt gereiften Apfelsaft hast und du würdest dich hinsetzen und würdest
- 1:53:28den 10 Minuten lang riechen in verschiedenen Temperatureben aus verschiedenen Gläsern
- 1:53:33und damit Ruheschmecken die verschiedenen Säure musste analysieren, dass man da eine
- 1:53:38ähnliche Geschmackserfüllung hat.
- 1:53:39Oder wenn man Riedensaft oder was auch immer.
- 1:53:42Total, es gibt schon grandioses Saft, es steht außer Frage.
- 1:53:47Apfel, verschiedene alte Sorten, Birnen und dergleichen.
- 1:53:52Da gibt es schon sehr viel, was auch noch zu entdecken ist.
- 1:53:55Wenn man den Präkler nicht so auf ihn Apfelsaft betrachtet oder mit dem Wein versuchst zu
- 1:54:00vergleichen, sondern einfach sagt, okay, ich nehme halt jetzt einen drei Jahre alten Apfelsaft.
- 1:54:04Ist jetzt irgendein random Beispiel, also ich würde jetzt irgendwie nicht den Apfelsaft
- 1:54:08lobhol liegen.
- 1:54:09Aber versucht die gleiche Ernsthaftigkeit, die wir dem an dem Wein setzen oder dem entgegen
- 1:54:18bringen, das beim Apfelsaft zu pflegen?
- 1:54:21Ich glaube, dass noch viel mehr auch noch zu entdecken gilt und es noch viel mehr möglich
- 1:54:27ist, definitiv.
- 1:54:28Aber ich glaube, dass nicht alles immer nur mit Wein behaftet sein muss.
- 1:54:31Ich glaube, wie du schon hätte gesagt, wir haben uns noch nie damit beschäftigt.
- 1:54:35Das einzige, worunter diese ganze Geschichte leidet, ist es immer nur um Zucker und um Süße
- 1:54:42quasi ging und nie irgendwie um Bitter und nie um differenzierte Geschmäcker.
- 1:54:46Und ich meine, das Facettenreiche beim Wein ist ja diese Reife, wie auch beim Käse, dieser
- 1:54:53Veredlungsprozess.
- 1:54:54Natürlich könnte ich mir vorstellen, dass es auch Säfte geben wird, die man veredeln
- 1:54:58kann, die man durch verschiedene Reifeprozesse eben zu dem bringt, wie sie irgendwann mal
- 1:55:03hinkommen.
- 1:55:04Nur das Problem ist, dass sobald Saft irgendwie reift und Luft bekommt, dann passiert ja
- 1:55:12eigentlich diese Fermentation und dann wird alkoholische Geschichte eingeleitet und dann
- 1:55:17entsteht ja auch schon wieder was anderes.
- 1:55:20Mein Endeffekt ist ja, dass Saft ja irgendwo per se die Urform des Wein ist, weil es war
- 1:55:25ursprünglich auch ein Weinsaft, der eben zu Wein gekommen wird durch viele verschiedene
- 1:55:30Veredlungsprozesse.
- 1:55:31Und ich glaube halt, dass da halt so die Schwierigkeit ist, dass man weggeht nur von dieser primär
- 1:55:36fruchtbehafteten Saft und versucht daraus irgendwas zu entstehen zu lassen, weil es eben noch
- 1:55:42nach anderen Sachen schmeckt.
- 1:55:43Man sagt ja auch, dass der Grundkäse per se ja auch nach nichts schmeckt, sondern dass
- 1:55:49die Reifung ihn ausmacht und Wein ist auch so ein Produkt, wo das Grundprodukt ja nicht
- 1:55:53viele ähnlich kennt.
- 1:55:54Ich meine, hier, wenn wir zum Beispiel einen unvergrorenen Riesling-Most probieren, dann
- 1:56:00sagen wir, okay, das schmeckt vielleicht ein bisschen besser, aber der Geschmack ist
- 1:56:02jetzt nicht riesig unterschiedlich.
- 1:56:04Und dann verehlt man eben genau diese zwei verschiedenen Moste und ist dann irgendwann
- 1:56:08mal keine Ahnung bei einem Schlossberg von Breuer und bei einem, lass das mal irgendwie
- 1:56:13in gutzweilen von Weyl sein.
- 1:56:15Sehr interessant, hat er gedacht.
- 1:56:17Um dieser Ausdruck, glaube ich, das ist sehr etwas, diese wir Menschen, wir müssen alle
- 1:56:24immer versuchen, besser zu machen oder uns weiter zu entwickeln, sei es irgendwie mit
- 1:56:30gewissen Technologien, mit gewissen Weinen.
- 1:56:33Und Wein ist ein Produkt von vielen verschiedenen Schritten und Verehnungen, die wir zu diesem
- 1:56:40Punkt gekommen sind.
- 1:56:41Und das ist natürlich alles irgendwann mal aus dem Saft entstanden.
- 1:56:44Ich meine, es gibt auch Kirschwein, es gibt Apfelwein, es gibt viele verschiedene anderen
- 1:56:48Weinformen, die eben aus Seften kreiert werden.
- 1:56:51Aber wir sind dann nie so wirklich ins Saftthema weitergekommen.
- 1:56:54Und ich glaube, dass natürlich es gibt tolle Sorten, grandiose Sorten, die phänomenal
- 1:57:00schmecken, die wenn wir ins Glas bekommen, nicht wesentlich schlechter sind wie irgendwie
- 1:57:04in Wein.
- 1:57:05Aber ich glaube, wenn es um diese Vielschaltigkeit geht, dann müssen wir immer überall irgendwas
- 1:57:10betrachten, was auch diese Verehnungen hinter sich hat, weil da einfach so viele Parameter
- 1:57:14mit schwenken, die dieses Produkt in ihrer Differenziertheit entstehen lässt.
- 1:57:18Und da ist die Masche.
- 1:57:19Und die verschiedenen Aromenschichten letztlich durch die Verehnung aufbauen, dass man eben
- 1:57:23im Fermentationsprozess natürlich verschiedene ...
- 1:57:24Aufbauen, fördert oder oder.
- 1:57:26Und was ist für dich ein Produkt, wo du sagst, ein anderes Produkt zu Wein, für dich?
- 1:57:31Ich finde es unglaublich schwer.
- 1:57:33Ich glaube, dass es Tee sein könnte.
- 1:57:35Ich habe beim Tee aber selber noch nicht die Geschmackstiefe irgendwie erfahren können
- 1:57:38dürfen.
- 1:57:39Ich weiß aber auch so wenig um Tee.
- 1:57:40Wir haben zwar intensiv in der Weinbar mit Tee beschäftigt und hatten da 70 verschiedene
- 1:57:46Sorten.
- 1:57:47Ich mag Tee, mag das, mag damit experimentieren, mit den verschiedenen auch Hitzegraden vom
- 1:57:57Wasser um den Tee aufzugießen oder den verschiedenen Ziehzeiten.
- 1:58:01Also ich glaube, wenn man das intensiv lebt, kann das durchaus sehr interessant sein.
- 1:58:05Ich kann mir auch vorstellen, aufgrund der Aromkomplexität, die man finden kann, dass
- 1:58:09es beim Kaffee eine gewisse Parallelle gibt, weil man sehr, sehr viele verschiedene und
- 1:58:15auch teilweise unterschiedliche Geschmacksmuster darin oder Arommuster darin hat, von fruchtig,
- 1:58:20überwürzig, über kräutrig hinzu Aromen, die wir vielleicht auch gar nicht so mit Kaffee
- 1:58:28beschreiben wollten, die aber durchaus darin integriert sind.
- 1:58:32Und wenn man damit verschiedenen Konzentrationen auch spielt, also die mal kräftig, mal nicht
- 1:58:38ganz so kräftig, mit verschiedenen Brüharten spielt, kann man aus dem Kaffee auch sehr viel
- 1:58:42herausholen und kann da eben auch sehr viel darüber philosophieren, über die verschiedenen
- 1:58:47Herkunftsgebiete, die verschiedenen Anbauweisen, Rösskradationen usw.
- 1:58:52Das könnte ich mir durchaus auch sehr, sehr interessant vorstellen.
- 1:58:57Ich glaube aber trotz allem, dass in dieser Vierschichtigkeit es gibt ja pro Jahr, ich
- 1:59:03glaube 140.000 neue Weine, also neue Label sozusagen, die halt durch das Jahr hervorgerufene
- 1:59:14neue Interpretationen alter Weine und das alles abzutrinken in diesem Feinweinsegment,
- 1:59:21das ist glaube ich sehr, sehr schwer und ich glaube diese Vierschichtigkeit hat kein anderes
- 1:59:25Produkt, haben auch Säfte nicht und haben auch Mineralwisse oder was auch immer, haben
- 1:59:29alle nicht, auch Likör oder Whiskey, wirken dort und im Vergleich relativ eindimensional
- 1:59:35im Vergleich zu Weinen.
- 1:59:36Deswegen glaube ich, so wie auch alles am Ende des Tages, das fasziniert uns auch so,
- 1:59:42ne?
- 1:59:43Könntest du Weinen ein Wort pressen, wenn du sagst "Wein".
- 1:59:46Lebensbereichert, wenn es nur ein Wort handt.
- 1:59:53Weil ich finde Bereichert ist etwas, was das Leben schöner macht, aber auch nicht unbedingt
- 1:59:59einnehmen muss und für alles was bereichert ist immer umbefangener und schöner als wenn
- 2:00:06es etwas einnimmt.
- 2:00:07Welcher Wein wärst du?
- 2:00:09Wenn du ein Wein wärst.
- 2:00:12Welcher Wein wäre ich?
- 2:00:13Ich glaube, ich würde irgendwas, ich meine, was würde man gerne sein, welchen Wein trinkt
- 2:00:19man gerne oder was repräsentiert man?
- 2:00:21Das sind natürlich nochmal verschiedene Sachen.
- 2:00:23Ich glaube, ich würde eher so was kontinuierliches, präsentes, strukt, so ein bisschen was, wenn
- 2:00:30es begrünt sein soll, dann wäre ich wahrscheinlich eher so ein Schammörter, der so ein bisschen
- 2:00:36eckiger ist, ein bisschen mehr Power hat und ein bisschen aber auch großartig sein kann.
- 2:00:44Aber ich glaube, ich könnte es so ganz gut zusammenfassen.
- 2:00:50Wärst du gerne irgendwas anderes als Tommy?
- 2:00:52Klar, du warst schon Koch, aber alles darüber hinaus.
- 2:00:57Ich dachte irgendwann mal, oder zumindest sagen wir mir, mir Gedanken befasst, mal Architekt
- 2:01:00zu werden.
- 2:01:01Ah cool.
- 2:01:02Aber es war auch schon länger her.
- 2:01:07Ja.
- 2:01:08Aber es gibt, ich habe irgendwann mal ein WirtschaftsbwL studiert, weil man hat ja oft die Problematik,
- 2:01:15weil man nicht genau weiß, was man möchte.
- 2:01:16Aber ich glaube, es gibt viele tolle Berufe, die alle irgendwo ihren Charme haben.
- 2:01:21Aber ich bin ganz froh, dass ich Tommy hier bin.
- 2:01:25Gibt es ein Laden, wo du gerne nochmal arbeiten würdest?
- 2:01:27Also sei es nur für einen Tag oder für einen Jahr, wo du sagst, das wäre mega zu erfahren,
- 2:01:34wie dort die Abläufe sind, wie die große kleine Weinkarte händeln oder was auch immer.
- 2:01:40Ich glaube, es gibt viele tolle Läden.
- 2:01:43Wo natürlich die Service, phänomenal, das ist im Madison, in New York.
- 2:01:50Einfach nur mal zu sehen, was für eine Dimension das hat.
- 2:01:54Klar, Tantris ist auch ein tolles Restaurant in München, was auch die Größe hätte.
- 2:01:59Und einfach mal zu sehen, wie sowas in dieser Form auch in dieser Struktur funktioniert.
- 2:02:03Es gibt tolle Restaurants.
- 2:02:06Ich glaube, es gibt zu viele, um sie jetzt alle zu benennen.
- 2:02:09Wenn man ein Eichel misst, es gibt immer mal Reingucken und Reingblicken.
- 2:02:14Oder auch mal eine Freundschaft, mal zu gucken, was dort im Abend so ist oder wie es so ist.
- 2:02:21Ich glaube, es gibt viele tolle Restaurants, wo man gerne mal Mäuschen spielen möchte.
- 2:02:26Hast du einen Weinladen, der dich teilweise begeistert hat?
- 2:02:30Also eine Bar oder einen Weinladen zum kaufen?
- 2:02:32Es gibt immer wieder welche.
- 2:02:35Oft, wenn man irgendwo in Frankreich unterwegs ist, findet man tolle Läden.
- 2:02:40Hast du einen, der dich vielleicht auch geprägt hat für deinen Laden, wo du sagst, so soll der irgendwann mal sein?
- 2:02:45Immer nicht war früher, bevor ich jedes aufgemacht habe, weil ich oft in Berlin,
- 2:02:50weil meine Freundin in Berlin gearbeitet hat, weil ich oft einfach mal im Kadevier um mir anzuschauen, wie das ist.
- 2:02:55Ich finde, dass die Weinabteilung damals da oben klar, die war ein bisschen teurer,
- 2:02:59aber die war eigentlich immer ziemlich gut, irgendwo strukturiert und aufgebaut.
- 2:03:03Da haben wir immer tolle Sachen gefunden oder Sachen gefunden, die irgendwie älter waren und nicht so.
- 2:03:08Natürlich gibt es viele andere tolle Läden auch noch.
- 2:03:10Es gibt nur großartige Weinen, die ich glaube, ich meine, Geißels oder Dalmauer macht auch fenomenal.
- 2:03:20Ich finde, es gibt zu viele gute Weinen mittlerweile.
- 2:03:25Gibt es den einen Wein, wo die Worte fehlen?
- 2:03:29Wenn du den nochmal probieren könntest, schon mal probiert hast, die du mal probieren möchtest?
- 2:03:35Oder was war das? Unultimative Wein-Erlebnis für dich?
- 2:03:39Ich glaube, wo wir damals zusammen im Keller von Rumaniconti waren, war schon fenomenal.
- 2:03:44Kann ich noch mal erinnern? Wo wir das aus dem Fass rausprobiert haben, ich glaube, da hatten wir alle in Grinsen.
- 2:03:49Und ich glaube, wenn wir als Sommer in Grinsen ins Gesicht gezauert bekommen, dann ist der Wein für uns großartig.
- 2:03:58Ich fand es interessant, dass damals die Erwartungshaltung natürlich dementsprechend hoch war.
- 2:04:05Und ich niemals damit gerechnet hätte, dass der Wein oder die Weine, die wir probieren durften, der Erwartungshaltung gerecht wird.
- 2:04:13Und war sehr überrascht, dass er es wurde. Also, dass man etwas hatte, was man nicht beschreiben kann.
- 2:04:20Und was man einfach gefühlt hat. Also, man konnte den Wein und selbst im noch nicht fertigen Zustand vom Fass regelrecht fühlen.
- 2:04:28Die Energie einfach spüren. Es ist diese dritte oder vierte Dimension, die Wein erreichen kann, wenn es nicht nur einfach ein alkoholisches Getränk ist.
- 2:04:38Natürlich sind wir als Sommerjähs mit großen Augen dort gestanden, aber ich denke manchmal, ich finde ich dieses Grinsen ist mit diesem Unterbewusstsein verbunden,
- 2:04:48was wir für uns gut und schlecht empfinden. Und es kann manchmal so was Panales sein wie ein Riesling oder irgendwie ein einfacher Riesling.
- 2:04:55Wenn es für uns so sexy ist oder wenn es für uns einfach so Lust macht, da rein zu riechen und diese verschiedenen Strukturen,
- 2:05:05dann irgendwie verschiedene Elemente zusammenfügen und dann irgendwie diese Verbindung zu dem, wo es herkommt.
- 2:05:12Ich finde manchmal hat irgendwann mal jemand gesagt, es war diese Thematik mit Mineralität, man schmeckt sie nicht.
- 2:05:18Und dann kam mal so eine andere Studie, es gibt eine andere Studie, die darum geht es, dass wir Menschen, wir haben eigentlich ein genauso gutes Riechorgan wie die Heige,
- 2:05:29nur dass wir halt anders sensibilisiert sind. Ein Heikan, ein Tropfen Blut, ein Riesenmeer riechen und wir können Ozone extrem gut riechen und wahrnehmen.
- 2:05:40Und Wetterumschwünge und ich finde dieses Element von diesem Wetterumschwung, wenn man mal in Toskana ist und es regnet,
- 2:05:48dann hat man diesen Geruch, der speichert sich ab und den findet man manchmal auch in Weinen.
- 2:05:53Und ich finde, dass manchmal diese Aromatik so zusammensetzt, dass man eben diese geliebte, abgespeicherten Moment,
- 2:06:00die man dort eben hatte oder man ist an der Mosel, man riecht in das Schiefer oder das sind so diese Elemente,
- 2:06:05die riecht man ja nicht per se, sondern man hat die mal wahrgenommen und so abgespeichert.
- 2:06:09Dass diese, das ist irgendwie auch ein ganz spannendes Thema ist irgendwie, was noch viel zu wenig erforscht ist.
- 2:06:15Wieso, weshalb, warum man das alles so riecht und schmeckt.
- 2:06:18Aber ich fand es eigentlich ganz interessant, dass man, dass hier Menschen eigentlich sehr guter sind, irgendwie um Wetterumschwünge zu riechen.
- 2:06:25Das ist halt aber unterbewusst. Und es passiert halt auch so viel unterbewusst, auch im Weinen.
- 2:06:31Ist oftmals bei so genialen Verkostern, finde ich, auch zu beobachten, dass die den Wein nageln können,
- 2:06:39ist aber auch nicht beschreiben können, warum, nur weil sie diesen Wein schon mal probiert haben
- 2:06:43und vielleicht sind das diese intuitiven Moment oder Erinnerung, an die die das binden, kann ich mir vorstellen.
- 2:06:52Ja, bestimmt.
- 2:06:54Wow, gab es für dich schon mal ein schönstes und ein schlimmstes Sommererlebnis?
- 2:06:58Eines, was dich richtig schockt.
- 2:07:00Ich glaube, das Schlimmste ist es, wenn du was ausrufst und dann entweder eines besseren belehrt wirst oder der quasi seine, also,
- 2:07:11ich finde halt, wenn ich irgendwas Gast bin, möchte ich natürlich auch als Gast sein.
- 2:07:17Und wenn halt dann jemand daherkommt und sagt, hier, das, was ich mir ausgelebt habe, ist Scheiße, dann finde ich, dann hat er einfach seinen Thema verfehlt.
- 2:07:25Okay.
- 2:07:26Bei, bei erstens, habe ich als Sommer nur Wein auf der Karte, die ich geil finde.
- 2:07:30Also, wenn ich was aussuche, was scheiße ist, dann hat er offensichtlich in der Gestaltung seiner Weinkarte versagt.
- 2:07:35Hat es dir das schon mal, dass jemand sagt, das finde ich aber scheiße, was du dir jetzt ausgesucht hast?
- 2:07:40Ja, ich glaube, es hat man jeder schon mal gehabt oder hey, das würde ich mir jetzt nicht aussuchen, würde lieber das nehmen oder so, oder sonstige.
- 2:07:45Okay.
- 2:07:46Okay, krass.
- 2:07:48Ja, das ist dann die Situation, wo dann im Sommer jeder über seine Grenzen hinausgeht.
- 2:07:53Ja.
- 2:07:54Und das quasi wie eine Hecke zu stürzen, so wie er es sich gerne hätte.
- 2:07:57Ja.
- 2:07:58Herr Sturz.
- 2:07:59Und ich dann wundert, warum das Rest auch dann irgendwann leer bleibt.
- 2:08:01Und schönstes, also irgendwas, was du dich gut hättest?
- 2:08:03Ja, die ganzen Male, wo natürlich meine ganzen Vorbilder mir einen tollen Wein serviert haben.
- 2:08:08Das Beispiel.
- 2:08:09Die ganzen Erlebnisse.
- 2:08:11Ja.
- 2:08:12Die mich natürlich dann irgendwo berührt haben.
- 2:08:14War es dann eher die Beratung oder war es dann das Endprodukt oder war es das Auftreten?
- 2:08:18Ja, alles komplett.
- 2:08:19Okay.
- 2:08:20Ja.
- 2:08:21Alles, denke ich mal.
- 2:08:23Es ist ja, ich finde, es gehört ja auch alles zusammen.
- 2:08:25Ja.
- 2:08:26Was ist dein Gieblingsblume?
- 2:08:27Gieblingsblume, schwierig.
- 2:08:30Ich bin eher nicht so der größte, sage ich mal, Blumenbotaniker.
- 2:08:35Ich kaufe natürlich gerne mal welche, um meine Freundin glücklich zu machen.
- 2:08:38Aber ich finde, dass Blumen generell alle eigentlich wunderschön sind.
- 2:08:43Und jeder für sich halt schön.
- 2:08:44Er stimmt.
- 2:08:45Ob es jetzt irgendwie in den Frühlings eine Pfingstrose ist oder auch eine Idee oder ein Feilchen oder so Mikelöckchen.
- 2:08:53Ich finde, das sind diese, das ist, ich finde, Blume hat eben eine Aufgabe, die er freut dich manchmal in ganz unerwarteten Momenten.
- 2:09:00Ja, stimmt.
- 2:09:01Manchmal reitet es auch einfach nur zu sehen, dass eine Blume da irgendwo rausgeht, weil es so diese, ich finde, Blumen sind für mich etwas,
- 2:09:06was sehr stark mit Hoffnung und Optimismus verberunden sind, weil es immer irgendwie so Leben und irgendwie Neues irgendwie bringt.
- 2:09:14Schöne Gedanke.
- 2:09:16Ein schönes Geschenk oftmals.
- 2:09:18Also ein schönes Mitbring, so was viel zu selten in letzter Zeit oder jetzt gerade in den letzten Jahren praktiziert wird.
- 2:09:24Ich finde es schade, dass das auch von der Floristik gar nicht mehr so geliebt wird.
- 2:09:28Findest du, Wein ist ein gutes Geschenk?
- 2:09:30Also klar, du hast ein Weinladen.
- 2:09:32Du musst jetzt dir ja sagen, natürlich, aber grundsätzlich.
- 2:09:36Bein ist immer ein gutes Geschenk.
- 2:09:38Okay.
- 2:09:39Also es kommt natürlich immer darauf an, wie man was schenkt.
- 2:09:42Worauf muss man achten?
- 2:09:43Wenn ich jemanden Wein schenke, der keinen Bock auf Wein hat, dann bringt das ja nichts.
- 2:09:48Wenn man dort schon irgendwie feine Gefühle haben, auch ...
- 2:09:52Ich denke mal, wie gesagt, wir als Sommerjähs wissen ja, was wir ihm schenken.
- 2:09:57Es gibt Menschen, die wollen Etiketten, es gibt Menschen, die wollen gewohntes, es gibt Menschen, die wollen irgendwas anderes.
- 2:10:02Wenn Kunden zu mir kommen, sage ich denen immer, wem wollt ihr was schenken und wieso wollt ihr es ihm schenken.
- 2:10:07Und ich sage halt meistens leider, wenn ich als Non-Sommel jeweils schenke, dann ist besser, man schenkt etwas, was bekannter ist.
- 2:10:17Weil eben diese Wertigkeit dann mittransportiert wird, wenn wir wieder Sommerjähs schenken, dann ist natürlich was anderes.
- 2:10:22Dann ist die Wertigkeit, wer wir sind, ob wir uns dann beschäftigen.
- 2:10:26Aber wer wann ist immer ein gutes Geschenk?
- 2:10:28Worüber freust du dich, wenn du ein Wein geschenkt bekommst?
- 2:10:31Er was Unbekannteres oder er was Bekanteres?
- 2:10:34Bei das, bei das.
- 2:10:36Wenn ich weiß, wer mir was schenkt, weil ich finde, das ist wichtig.
- 2:10:39Wenn ich mir irgendjemand irgendwas schenke und wein, meistens trauen sich nicht ein Wein zu schenken, das ist eher das Problem.
- 2:10:46Aber wenn irgendjemand mir ein Wein schenkt, was dann keine Ahnung, so ein was einfaches, so ich habe das mal gekauft, so ungefähr.
- 2:10:54Ich finde, ich glaube, es gibt nichts schwieriges als ein Sommerjäh eine Flasche Wein zu schenken.
- 2:10:59Weil wir alle sehr, sehr spezifisch sind mit dem, was wir mögen, was wir nicht mögen.
- 2:11:04Und dann kommt nichts Einfacheres als ein Sommerjäh ein Flasche Wein zu schenken, weil er eine Grunddankbarkeit hat und ein Grundrespekt den Produkt gegenüber.
- 2:11:13Und wenn man jetzt nicht irgendwie den 2,99 aus dem Lidl mitnimmt, dann hat man ja schon ein Grundverständnis dafür.
- 2:11:21Ich komme doch immer darauf an, was für ein Geschenk, was für eine Wertigkeit das Geschenk haben soll.
- 2:11:27Wenn wir halt einen Wein bekommen, dann denken wir, der Winzer ist vielleicht nicht ganz so unser Favorit, das stellt man mal ins Regal.
- 2:11:33Wenn man verstaubt, dann ist auch niemand geholfen.
- 2:11:36Hast du selber noch Ziele und Wünsche?
- 2:11:38Ja, ich würde gerne irgendwann mal mein Master bestehen.
- 2:11:42Ich meine, es ist ja wie wenn man ein Gipfel besteigt, man muss zumindest mal versuchen hochzukommen.
- 2:11:47Und kurz vom Gipfelanstieg aufhören wäre ja schade.