Latest / SOMMELIER / Stephan Nitzsche – Wein einfach richtig, ehrlich und authentisch
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- 0:00[Musik]
- 0:13Jochen Dreysi, Jagger. Ich bin Winzer in Rhein-Hessen.
- 0:16Ich habe Stefan Kenninglernet auf Süd in der Sanzibar.
- 0:20Damals als junger, total begeisterter, Weinverrückter.
- 0:23Der Riesling, aber auch Burgunder, sehr, sehr schätzt und liebt.
- 0:27Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, haben sehr eng zusammengearbeitet,
- 0:30haben viele schöne Momente miteinander verbracht.
- 0:32Ich war unheimlich traurig, als er da wegging.
- 0:35Ich habe mich dann gefreut, dass er in die Nachbarschaft quasi in die Pfalz gegangen ist.
- 0:39Ich glaube, da lebte er einfach seine Riesling-Leidenschaft aus, macht einen tollen Job.
- 0:45Wie gesagt, Stefan ist ein großer, der Gertüb.
- 0:48Ich freue mich, dass er in unserer Nähe ist. Liebe Grüße.
- 0:51[Musik]
- 1:10Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommi",
- 1:13die interessantesten Weinkärner unserer Zeit.
- 1:16Mein heutiger Gast hat einen sehr amüsanten Namen, zumindest der Nachname.
- 1:20Nichtsche.
- 1:21Stefan Nichtsche aus dem Ketschauer Hof in Deidesheim hat eine großartige Wieter.
- 1:25Gelernt hat er sein Kellnerhandwerk.
- 1:27Man kann eigentlich schon sagen bei Großmeistern, bei den Kieferbrüdern damals in der Residenz in Aschau,
- 1:32noch unter Heinz Winkler, hatte circa 10 höchst erfolgreiche Wanderjahre
- 1:38in sehr renommierten Häusern, bevor er 2013 bis 2005 der Restaurantlater in Zommi im Restaurantlatern mehr
- 1:43immerhin mit zwei Sternen dotiert, im Arosa in Lust auf Sylt wurde.
- 1:48Danach restauriert er in Zommi im Einsteingormit zwei Sterne im Hotel-Einstein Zangallen,
- 1:532017 bis 2021 Zommi in der legendären Sandibauf Sylt
- 1:58und seit 2021 Chef Zommi im Hotelketschauer Hof in Deidesheim,
- 2:04mit dem Restaurant L.A. Jordan ebenfalls mit zwei Sternen dotiert, Zommi Geschichte schreibt.
- 2:10Und ich freue mich sehr, dass er heute hier und bei uns ist.
- 2:13Bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner,
- 2:17beides Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger,
- 2:20segnetz Konziowini und dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg
- 2:23für die kräftige, händisch- und wirtschaftliche Unterstützung bedanken.
- 2:27Und dann Ihnen ist er heute hier. Herzlichen willkommen lieber Stefan Nietzsche.
- 2:33Ich glaube, wir müssen eines am Anfang ganz klar vorstellen, wie bei so einer offiziellen Aufnahme.
- 2:39Wir sind nicht verwandt, verschwiegert, verheiratet, sind wir verheiratet?
- 2:44Gar nicht.
- 2:46Ich habe im Laufe meines Lebens wahrscheinlich 20 Jahre niemand mit der gleichen Schreibweise kennengelernt.
- 2:52Und für das ist total witzig, dass wir parallel in die Weinbranche reingeplumpst sind.
- 2:59Und mit einmal waren da zwei Nietzsche.
- 3:02Ich würde grad sagen, ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber ich weiß nicht, wie oft die schon gefragt wurde,
- 3:09welchen verwandt- bewandtschaftlichen Verhältnis wir zueinander stehen.
- 3:13Bestimmt 50 oder 60 Mal, also wirklich sehr, sehr häufig.
- 3:16Und das finde ich eigentlich ganz niedlich. Also schön da.
- 3:20Ja, finde ich toll.
- 3:22Und jetzt in der Form, ich glaube, so ein ausführliches Gespräch haben wir auch noch gar nicht geführt,
- 3:26wie jetzt im Augenblick.
- 3:28Also ich weiß natürlich, wie ich in die Weinwelt kam.
- 3:31Wie kamst du eigentlich in die Weinwelt?
- 3:33Ich fing das bei dir an.
- 3:34Ja gut, als Kind von Gastronomie-Eltern, beziehungsweise in erster Linie meiner Mutter,
- 3:43die es auch aus ihrem Elternhaus mitbekommen hat, war relativ schnell klar,
- 3:48dass mich mein Weg auch in die Gastronomie/Hotellerie führen wird.
- 3:52Und da bekommt man ja schon ganz leufig mit dem Thema Wein in Berührung.
- 3:59Wobei, wie bei meinen Anfängen, war lange nicht klar, war mir nicht klar.
- 4:03Dass es in die Zommelierie irgendwann geht, hat dann das große Glück gehabt,
- 4:07dass ich wirklich mit tollen Zommeliers zusammenarbeiten dürfen,
- 4:09die dann auch so ein bisschen das Feuer in mir entfacht haben.
- 4:12Und so ging es halt dann einfach weiter.
- 4:13Und irgendwann kam ich eben an den Punkt, wo ich gesagt habe,
- 4:16ja, Wein ist eigentlich das, was ich hauptsächlich oder fast schon ausschließlich machen möchte.
- 4:22Und so ging es dann weiter.
- 4:23Findest du es wichtig, dass man Vorbilder hat,
- 4:25dass man mit ausgebildeten Leuten zusammenarbeiten, zu denen man aufschauen kann?
- 4:29Extrem wichtig.
- 4:30Ja.
- 4:31Also, das hat bei mir in meiner Ausbildung angefangen.
- 4:34Also, kann ich erzählen, also ich habe damals in der Residenz einen Zwingler
- 4:38meiner Ausbildung machen dürfen zwischen 2002 und 2005.
- 4:42Damals waren dann noch die Gebrüder Kiefer, meine Ausbilder,
- 4:46sowohl als Metro als eben auch als Zommelier.
- 4:49Und deswegen, also egal eigentlich, auf welche Station ich in meinem Werdegang
- 4:54oder meiner Vita blicke, ich hatte immer wirklich großartige Lehrmeister,
- 4:59zu denen ich habe aufschauen können und die teilweise bis heute auf Vorbilder geblieben sind.
- 5:04Also, ich finde das extrem wichtig.
- 5:06Wer hat dich am meisten geprägt?
- 5:07Also, die Kiefer sind ja noch legendär, sind mündlich noch tätig,
- 5:11aber glaube ich gar nicht mehr so auf dem Tablet oder auf der Bühne,
- 5:15auf der außen wahrnehmenden Präsenz.
- 5:20Aber so um 2000 bis 2700 oder so waren die ja so eingegen wertlich.
- 5:28Und was die geleistet, geprägt, was die initiiert,
- 5:32welchen Service die erlebt haben, war schon legendär.
- 5:36Das ist richtig.
- 5:38Und ich muss ehrlich sagen, also tatsächlich, auch wenn ich damals noch sehr jung war
- 5:44und dann noch nicht abzusehen war, ob ich eben wirklich mal so einen Karriereweg
- 5:48in der Gastronomie werden machen können, ist tatsächlich bis heute Fabries Kiefer,
- 5:53also der Elter der von den beiden, der ja auch bis heute noch in der Gastronomie
- 5:57sehr erfolgreich unterwegs ist, ist bis heute mein großes Vorbild geblieben.
- 6:02Also, ich könnte jetzt noch klar eines für anderen nennen,
- 6:04aber er ist eigentlich schon bis heute derjenige, der das alles so ein bisschen überstrahlt.
- 6:08Warum? Also, was hat ihn ausgezeichnet? Was macht ihn so besonders?
- 6:13Warum ist er dein Lehrvater, wenn man so möchte?
- 6:17Das ist gar nicht so einfach zu beschreiben.
- 6:20Dieser Mann hat einfach so eine ganz eigene Aura gehabt,
- 6:24dass er allein, wenn er den Raum betreten hat, das hat, wie fühlst du,
- 6:30das hat mir einfach was gemacht.
- 6:32Also, klar war ich damals noch sehr jung, aber ich weiß zum Beispiel,
- 6:36es ist noch gar nicht so lange her, also immer wenn man sich mal wieder trifft,
- 6:39klar ist es ein bisschen anders, man steht ja nicht fast erstarrt vor Erfurcht,
- 6:44dann vor ihm, das ist nicht mehr so, Gott sei Dank.
- 6:47Aber trotzdem, du wolltest, das war so dieses Vorbild,
- 6:54du hast dem, weiß ich gerade nicht, wie ich es am besten beschreiben soll,
- 7:02aber jetzt mal, das klingt jetzt vielleicht kitschig,
- 7:06aber du wolltest so sein wie er irgendwie, das ist so...
- 7:09Ist gar nicht kitschig, finde ich toll.
- 7:11Das war so der Innenbegriff an Perfektion, in allem.
- 7:16Also, das fing am äußeren Erscheinungsbild an,
- 7:20über die Art, wie er geführt hat, wie er durch den Abend moderiert hat, am Gast,
- 7:29und steht in jeder Situation, vollkommen egal, immer Souveränität.
- 7:36Also, kein einziger Anflug von irgendeiner Unsicherheit oder gar nicht.
- 7:43Aber wirklich zu jeder Zeit, immer her der Lage,
- 7:47und das fand ich extrem faszinierend und vor allen Dingen auch inspirierend.
- 7:52So alt waren die damals aber auch nicht um 2002?
- 7:56Nee, die waren ja doch um die 25 oder so.
- 8:00Renaud, glaube ich, ist der Jungere, der in erster Linie für den Wein zuständig war,
- 8:04der dürfte da dann noch so Mitte 20 gewesen sein, Fabries war ein bisschen älter,
- 8:09also wie ich damals in die Residenz kam, ja gut, das müsste da gewesen sein,
- 8:12ich glaube 30 war er schon, Anfang 30, aber ja.
- 8:16Aber trotzdem dieses fast weltmännische, was beide ausgestrahlt haben,
- 8:22ich habe sie lange nicht gesehen, also ich habe sie das letzte Mal, ich würde sagen 2005 oder 2006,
- 8:302006 habe ich sie das letzte Mal gesehen, als ich sie dort besucht habe,
- 8:33und war eigentlich aus genau den Gründen, wie du es geziert und beschrieben hast, sehr beeindruckt.
- 8:41Also auch diese Ruhe, die beide ausgestrahlt haben,
- 8:45und dieses dann trotzdem eloquente, nicht abgehobene, und wie kann man das sagen,
- 8:54über den Dingen stehen klingt immer so arrogant, aber ja, Souveräne,
- 8:57ich glaube du hast es eigentlich richtig beschrieben, die Souveräne,
- 9:00und dann aber eben auch auf der anderen Seite dieses extremen Fachwissen, was wir haben.
- 9:04War das bei denen nur auf Frankreich beschränkt, oder waren die auch...
- 9:12Aber war es schon die Vorliebe, oder? Also nicht nur durch die Herkunft mehr oder weniger,
- 9:19sondern auch allgemein durch die Vorliebe, hätte ich gedacht, das ist also Frankreich, Österreich.
- 9:26Ja, würde ich jetzt mal so sagen, also wenn ich, also klar,
- 9:31als gebürtiger Elsässer, wenn man da keine Affinität zum französischen Wein hat,
- 9:35dann wäre ja irgendwas verkehrt gelaufen, aber Deutschland war dann schon, würde ich schon sagen,
- 9:40kam dann direkt dahinter. Also ich sage jetzt mal über See, weil es vielleicht nicht unbedingt das Thema,
- 9:47aber klar, Frankreich, Deutschland, Österreich, würde ich eigentlich auch so sagen,
- 9:51ja das waren so diese drei Schwerpunkte.
- 9:54Findest du, man muss das haben als Sommi, dass man einen Schwerpunkt hat und den intensiv ausspielt,
- 10:00oder ist das manchmal eher hinterlich, weil man sich die komplett andere, oder die ganze Welt aussperrt?
- 10:10Ich würde es anders sagen, also ich würde nicht sagen aussperren, aber ich meine, wir alle wissen ja,
- 10:15das Feld beim Wein oder in der Sommilärie, das ist so unfassbar vielfältig
- 10:20und du kannst eigentlich gar nicht in jedem Bereich, in jedem Land
- 10:27so diese absolute Crack-Schrickschricks vollproof wie sein. Also ich meine, dass wir uns alle in vielen Weinregionen der Welt gut auskennen,
- 10:36das sollte so sein, wenn man diesen Beruf ergreift oder wenn man diesen Beruf ausübt,
- 10:41aber ich finde schon wichtig, dass man sich so ein, zwei Schwerpunkte setzt.
- 10:45Letztendlich ist ja auch das, was man dann in seiner Beinkarte, was ja letztendlich die Vita eines der jetzigen Sommiliers ist,
- 10:50dann da ja auch so ein bisschen bespielen möchte, weil kein Mensch oder kein Sommelier, glaube ich zumindest mal,
- 10:56hat die Möglichkeit so den ganzen Globus auf seiner Beinkarte in einer Tiefe abzubilden, die jeder einzelne Region gerecht wird.
- 11:03So, ich meine, alle einen schon aus wirtschaftlichen Aspekten und deswegen finde ich, dass man sich so Schwerpunkte setzt, finde ich schon extrem wichtig.
- 11:10Hast du Schwerpunkte? Ich meine, klar, falls auf der einen Seite logisch, du bist ja im Herzen der Fall,
- 11:15das wäre es schändlich, wenn du es nicht intensiv lebst, aber über die Falschen hinaus, gibt es da irgendwas, was dich prägt, fasziniert,
- 11:22begeistert, was du intensiv auslebst? Ja, absolut, also ich meine die Fals. Klar war irgendwo immer schon im Kontext des deutschen Weihens Thema,
- 11:31aber natürlich jetzt so intensiv geworden seit diesen vier Jahren, die ich jetzt hier in den, wie du sagst, im Herzen der Falls heimisch geworden bin.
- 11:38Aber es war schon so, ob das jetzt, wie gesagt, an den Grüdern Kiefern lag, weiß ich jetzt nicht genau,
- 11:44aber ansonsten wäre mein Profil schon sehr francophil tatsächlich. Also es ist schon so, dass speziell Bougon,
- 11:50Zeloar, als auch die Champagne waren das für mich schon die Schwerpunkte. Auch Österreich, da ich ja einige Jahre auch in Österreich verbracht habe,
- 11:57in Wien und in Salzburg, auch Italien ist über die Jahre immer so ein bisschen größer geworden,
- 12:03ein Land, das ich auch schon oft besucht habe, also ich war schon oft in Piemont, auch in der Tuscana.
- 12:08Das sind jetzt so meine Schwerpunkte. Also gibt noch so ein paar Leidenschaften, das ist Kalifornien, das ist auch Südafrika,
- 12:16aber wenn wir wirklich über Schwerpunkte reden, dann wäre es schon Deutschland, Frankreich und Österreich, Italien.
- 12:25Champagne ist natürlich wahnsinnig interessant. Also nicht zuletzt, deshalb will es ja schon ein der größeren Regionen in Frankreich auch ist,
- 12:34also auch von der Fläche selber. Aber es ist ja wahnsinnig unwohl. Also ich glaube, es gab wahrscheinlich
- 12:41neben dessen, dass es natürlich immer für viele ein vermeintliches Luxusgetränk ist, nie so diese
- 12:47Halbzeit, die so extrem ausgeprägt war wie im Augenblick für Champagne, oder?
- 12:54Das stimmt. Und was das Faszinierende an dieser Region ja eigentlich ist oder an den Weinen, die dort entstehen,
- 13:03ich glaube es gibt, klar kann man jetzt noch andere Beispiele vielleicht nennen, aber ich finde es gibt eigentlich
- 13:09eine kleine Region, die so sehr Benchmark ist für alle anderen Weineregionen der Welt, für eine Sorte Wein, also
- 13:19sprich Schaumbein. Eigentlich ist es egal wohin man schaut, wenn man Schaumbein produzieren möchte und sei das bei uns in
- 13:26Deutschland, in Österreich oder wo auch immer auf der Welt, selbst in Übersee, man orientiert sich an der
- 13:31Champagne und das finde ich schon ist in dieser Exklusivität schon eine Ausnahme-Erscheinung.
- 13:42Also ich finde es auch krass, dass viele Länder, sei es Francia, Korte, Deutschland, Österreich sich mittlerweile
- 13:47emanzipieren und sagen, okay, wir haben unseren eigenen Stil und produzieren eine ganz andere Art von
- 13:54Schaumbein, die ein ganz anderes Geschmacksprofiere hatten, seitdem werden die auch besser, wenn ich an meine
- 13:59Anfangszeiten zurückdenke, war ja so das größte Credo oder die größte Auszeichnung, wenn man sagen konnte, es ist fast
- 14:07ein Champagner. Letztlich stellten sich ja automatisch unter diesen Schäffel, aber es gibt halt mehr oder weniger
- 14:14diese Benchmark-Situation vor, dass es für viele das wohl außergewöhnlichste und größte Schaumbeingetränk ist,
- 14:24dass es in der Welt gibt. Kannst du dir vorstellen, woran das liegt?
- 14:27Naja gut, ich glaube, auch wenn man da jetzt über 100 Jahre zurückgehen muss, was ja auch mal so, dass ein
- 14:36Schaumbein da nicht aus dieser Region stammt, sich Champagner nennen durfte und darüber hinaus.
- 14:42Ich glaube, du hast gerade gesagt, Korteuro-Champagnoua ist ein eigenes Thema, aber ich glaube, weil diese Region steht
- 14:52einfach für diesen Schaumbein. Also es ist nicht so wie bei uns und du hast vollkommen recht, absolut.
- 14:59Also die deutsche Sekt-Szene, sage ich jetzt mal, dass das schon eine unfassbar dynamische Bewegung geworden ist in den
- 15:08letzten Jahren. Aber wenn man mal ein bisschen weiter zurückdenkt und teilweise ist ja heute auch noch so,
- 15:14ist ein Schaumbein oder eben ein Sekt, sagen wir mal, Teil eines jeden Portfolios eines Weinguts.
- 15:20So, also lange Zeit war es ja so, man hat halt ein Sekt gemacht, damit man einen gehabt hat.
- 15:25Aber man hat sich nicht über diese Art Wein, also sprich Schaumbein direkt definiert.
- 15:30Es mag jetzt ein paar Ausnahmen geben, wie logischerweise Folge Romland wahrscheinlich an erster Linie zu nennen.
- 15:35Aber ich glaube, das ist das Besondere an der Champagne vielleicht gewesen, einfach, dass sie sich genau über diesen
- 15:43einen Stil im Moncieb definiert haben. Und das ist dann vielleicht noch über die Jahre, Jahrzehnte gewachsen.
- 15:49Warum man jetzt über die Champagne immer mehr gesprochen hat, als beispielsweise über das Franchacorta.
- 15:54Gute Frage, das hätte ich jetzt auch zu Art Talk keine Antwort für.
- 15:57Vielleicht haben wir wahrscheinlich auch was Marketing etc. beperren geht, hat man in der Champagne vieles richtig gemacht.
- 16:04Also auch so diese großen Häuser wie Moetchandon, Wefkli Co.
- 16:08Man kann über die Qualitäten treten, wie man über Geschmack immer streiten kann.
- 16:13Aber wenn man da mal mehr in die Tiefe geht und sich auch mit den Häusern, Winzern, Eigentümern unterhält.
- 16:21Also da wird nicht so fast schon verächtlich über diese Häuser gesprochen, wie man es hierzulande tut,
- 16:27weil da sehr wohl auch wahrgenommen wird und was diese Häuser eigentlich auch für Srenomé und für den internationalen Bekanntheitsgrad dieser Region gezahnt haben.
- 16:37Und ich glaube, das ist vielleicht das, was es jetzt in anderen Regionen in der Form nicht so gab.
- 16:42Für die Außenwahrnehmung, wenn man das geschichtlich betrachtet, finde ich total spannend,
- 16:49einfach auch zu sehen, wie es so verschiedene Wellen oder Schübe gab, wenn es unterschiedlich veranlagte Situationen gab,
- 16:57sei es durch Kriege, dass die Keller geplündert wurden, die Champagnen, die Welt getragen wurden oder die Weine im Allgemeinen.
- 17:02Das ist ja manchmal oder gelegentlich ein Grund für auch die Verbreitung der Champagne.
- 17:08Manchmal eben auch diese Marketingaktivitäten, die durch die nicht unbedingt unbekannten Könige stattfanden,
- 17:14weil die halt wahnsinnig gefeiert haben, gesoffen haben.
- 17:17Und durch das viele Trinkt natürlich dann teilweise eben auch einen sehr besonderen Geschmack hatten
- 17:23und dann eben auch dieser Schaumweinausen vorstand, sei es der russische Zahr oder eben Olle Ludwig oder wie auch immer.
- 17:30Oder eben auch die deutschen Adelshäuser, die auch diese Schaumweine dann sehr genossen haben.
- 17:37Was durchaus Interessantes sein oder auf der einen Seite wahrscheinlich dieses Monopol,
- 17:43dass man nur Schaumwein produziert, auf der anderen Seite die Exklusivität.
- 17:47Ich glaube, es gibt 220 Länder in der Welt, die akzeptiert haben, dass Champagner nur aus der Champagne kommen darf
- 17:54und von dort so bezeichnet werden.
- 17:57Die sind auch extrem rigoros dabei.
- 17:59Also die sind da kräftig hinterher, dass falls ein alternatives Produkt auftritt,
- 18:06was so bezeichnet wird, dass die da sehr, sehr schnell oder Lassungsklagen aussprechen
- 18:12und das konsequent leben, was man wahrscheinlich auch muss, also gerade in der heutigen Zeit,
- 18:16was natürlich auch mit viel Aufwand verbunden ist.
- 18:19Was glaubst du, muss man über die Champagne wissen?
- 18:23Wenn man so rein die Rahmenbedingungen anschaut, muss man die Größe wissen oder ist so was eher?
- 18:29Oder wie gehst du an so ein Gebiet ran?
- 18:31Wenn du sagst, ich möchte mich intensiv damit beschäftigen.
- 18:34Wusstest du, wie groß die Champagne ist?
- 18:36Ist es für dich grundsätzlich wichtig oder ist es erstmal Sekundär?
- 18:39Also auf dem Hektar können ich es jetzt nicht sagen, glaube ich, um die Champagne kennenzulernen.
- 18:44Das ist glaube ich auch nicht so relevant.
- 18:47Ich meine, wie wir es alle auch mal gelernt haben, die drei großen Rebsorten,
- 18:54ob das jetzt der Chateau Néste, Pinot Noir oder Pinot Mognier,
- 18:57dass die Champagne eigentlich immer aus diesen drei Sorten besteht.
- 19:00Klar, es gibt auch noch andere, die zugelassen sind, aber die drei machen es eigentlich auch nicht aus.
- 19:04Es geht so ein bisschen, glaube ich, um die einzelnen Regionen in der Champagne,
- 19:10mit dem jeweiligen Schwerpunkt der Rebsorte, also ob das jetzt im Norden die Montagne de Races
- 19:14oder Pinot Noir zu Hause ist, die Cote Blanc, wie der Name schon ein bisschen sagt,
- 19:18wo der Chateau Néste zu Hause ist oder eben das Marntal, wo der Pinot Mognier zu Hause ist.
- 19:22Das ist sicherlich so ein paar Dinge, die man wissen sollte und dann im Speziellen eigentlich auch,
- 19:27dass es, gut, kommt das Klimawandel heute nicht mehr ganz so,
- 19:31aber dass die Champagne eigentlich ja immer auch bekannt war,
- 19:35als das nördlichste Baugebiet, was wir in Europa haben.
- 19:38So, wie gesagt, das hat sich jetzt ein bisschen verändert.
- 19:41Das ist mittlerweile auch, und lustigerweise auch, tolle Champagne aus beispielsweise England kommen,
- 19:46also noch weiter nördlicher.
- 19:49Ich glaube, das wäre so das, was mir mal am ehesten einfällt.
- 19:55Und klar, dann kann man natürlich noch ein bisschen weitergehen,
- 19:59was in den Herstellungsprozess angeht, mit zweiter Gärung etc.,
- 20:03wobei ich jetzt gar nicht weiß, ob man das Konsument,
- 20:06das sind Dinge, glaube ich, über die man sich weniger Gedanken macht tatsächlich.
- 20:10Also, wie jetzt ganz blöd gesagt, die Bubbles in die Blasche kommen.
- 20:15Aber ja, das wäre, glaube ich, so das Erste, was ich denken würde.
- 20:20Ich glaube aber so in der zweiten Ebene, wenn man sagt, man beschäftigt sich intensiver damit,
- 20:24dann ist das teilweise gar nicht unwicher.
- 20:26Also, gerade wenn du eben auch die Rebsorten zum Beispiel nimmst,
- 20:30ist klar, man hat diese drei Hauptrebsorten, die eine gewisse Präsenz,
- 20:35eine gewisse Ausrichtung haben.
- 20:36Manchmal werden die Singulärangebote, was total spannend ist.
- 20:39Aber obwohl es nur 0,3% Anbaufläche sind,
- 20:43hast du aus den anderen vier Rebsorten mal ein Champagner probiert,
- 20:48also sei es keine Ahnung, Pinot Blanc oder Pinogrie oder Aban oder Petit Miss Lé,
- 20:52hast du da jemals ein Produkt konsumieren können?
- 20:56Oder sind die so selten, dass es über...
- 20:59Ja, also tatsächlich noch nie.
- 21:01Es ist vielleicht auch gestehen, dass ich mich jetzt auch nicht aktiv auf die Suche gemacht habe,
- 21:05da Erzhögenisse zu finden, die eben nur aus diesen Sorten hergestellt wurden sind.
- 21:10Aber müsste man eigentlich mal tun, hast du vollkommen recht?
- 21:14Also, weil in der Tat, kann ich da noch über keine Erfahrungen berichten.
- 21:18Selbst ein Rheinpinominier zu finden, ist ja extrem selten eingebaut, das an.
- 21:21Das schon, das schon.
- 21:24Also, da habe ich auch bei uns im Restaurant auf der Karte tatsächlich.
- 21:28Andre Öck zum Beispiel ist das so ein Name oder auch die haben eine Erstlinie eher.
- 21:35Vor 1,5 Jahren hat man mit denen auch ein Champagnerabend veranstaltet,
- 21:38weil der sich halt extrem über das Thema Pinot Mignier definiert
- 21:44und den eben auch reinsortig in seinen Champagnon ausbaut.
- 21:47Das schon und wie du sagst, das ist auch hoch spannend.
- 21:50Findest du, dass die Champagne sich seit der Zeit, wo du vielleicht doch keinen so tiefen Einblick hattest,
- 21:55also damit begonnen hast bei Winkeler in Aschau, wo der Champagner natürlich sicher auch eine gewisse Präsenz hatte,
- 22:01bis heute, dass es da eine gewisse Bewegung und Veränderung gibt, oder gab es damals die gleichen wie heute?
- 22:11Also die großen Marken, klar, die gab es schon.
- 22:14Jetzt muss ich natürlich auch fairerweise gestehen.
- 22:17Zu meiner Ausbildungszeit war ich da natürlich noch nicht so tief in der Materie drin.
- 22:21Da gab es noch viele andere Punkte oder andere Themen, sag ich jetzt mal.
- 22:25Aber so im Laufe der Jahre jetzt, der, der umlauft?
- 22:28Ja, also was man natürlich merkt und was man ja auch sieht,
- 22:37ist die Tatsache, dass es eben sehr, sehr viele kleine Häuser mittlerweile gibt,
- 22:42das neben den großen Marken, die vielleicht vor ein oder zwei Jahrzehnten kaum Beachtung gefunden haben,
- 22:50oder vielleicht die, die Winzer, weiß ich nicht, ob sie jetzt nicht über das finanzielle Kapital verfügt haben,
- 22:58oder auch nicht über den, den Mut mit ihren Produkten eigenverantwortlich nach außen zu gehen und ihre Weine zu zeigen.
- 23:07Das sieht man natürlich schon ganz extrem, was ja auch ganz eigene Geschmacksprofile sind,
- 23:12teilweise ja wirklich weit weg von den großen Marken, über die man mal gemeint hat zu lernen,
- 23:19was Champagner ist oder wie Champagner eigentlich schmecken sollte.
- 23:22Also diese sogenannten Winzer-Champagner, also das ist sicherlich eine Entwicklung,
- 23:26wenn ich da jetzt über die letzten, ein, zwei Jahrzehnte blicke, die extrem zugenommen hat.
- 23:31Ist Wahnsinn, also wie sich das eben auch multipliziert hat. Ich glaube in den letzten 20 Jahren sind dreimal so viele Champagnerhäuser entstanden,
- 23:39wie um die Jahrtausendwende bzw. seit 1990, also da wurde ganz, ganz viel Individualität letztlich gepflegt.
- 23:49Es gab aber auch kaum einen Grund für viele, es gibt ja doch 16.000 Winzer dort,
- 23:56also die im Weinbau integriert sind, die sich mit Weinbau beschäftigen und den geht es eigentlich gut.
- 24:03Ich glaube, es gibt keine Region in der Welt, wo der Traubenpreis, wenn ich reiner Traubenproduzent bin, so enorm hoch schon immer war
- 24:11und jetzt auch ist, wie in der Champagne, die zahlen ja teilweise zwischen 3 und 6 Euro, was enorm ist.
- 24:17Ich glaube, an der Mosel bist du bei, in den verschiedenen Jahren,
- 24:22natürlich auch Epochen bei 60 Cent bis 1 Euro, im Durchschnitt. Also da geht es dir schon gut.
- 24:29Und dieser Sprung rein in die Selbstständigkeit ist natürlich in der Champagne richtig krass bis enorm,
- 24:36weil du ja allein durch die Mindestreifezeit, die du hast, also beim Non-Winted Champagner 15 Monate,
- 24:43beim Winded Champagner bist du ja bei 36 Monaten, die du in Vorleistung gehen musst.
- 24:48Also nicht nur das erste Jahr oder wenn du Rehflächen neu anlegst, dass du sagst, du hast diese 4 Jahre,
- 24:54sondern du kannst mindestens 1,5 Jahre nichts verkaufen.
- 25:00Und das ist natürlich krass für einen jungen Winzer.
- 25:02Und das da mittlerweile, also auf diesen, keine Ahnung, 35, 37.000 Hektar, immer 370 Weinbaubetriebe gibt.
- 25:09Also zeigt eben, was für eine wahnsinnige Individualität dort auch gegeben ist
- 25:14und wie viel Fall dort eigentlich auch letztlich gegeben ist.
- 25:19Ja, das ist vollkommen recht.
- 25:21Das ist ehrlich gesagt, es ist manchmal auch erstaunlich, weil wie du sagst,
- 25:25und ich meine, die Häuser, die es eben auch wirklich mit Qualität halten,
- 25:31und das werden ja Gott sei Dank eigentlich auch immer mehr,
- 25:35die gehen natürlich weit über das, wie sagt man, über das geforderte Hilfe-Lager,
- 25:42wie du sagst, beim Non-Bettage von 15 Monaten weit, weit darüber hinaus.
- 25:45Also da redet man nicht über 1,5 Jahre im Prinzip kein Verdienst,
- 25:49weil du ja noch nichts verkaufen kannst, sondern redet man eher mindestens 2, wenn nicht 3 Jahre.
- 25:53Von daher finde ich das schon erstaunlich, wie das teilweise auch wirklich kleinst betriebe,
- 25:59wie das wirtschaftlich schaffen.
- 26:01Also das ist schon, da brauchst du, glaube ich, da brauchst du viel Leidenschaft,
- 26:06da brauchst du viel Mut auch, was ich gerade schon gesagt habe.
- 26:09Das ist schon schwer beeindruckend zum Teil.
- 26:13Was ich extrem auffällig finde, was ich total spannend finde in der Champagne,
- 26:18was für uns, so allein von der Kommunikation, teilweise unglaublich schwierig ist,
- 26:22dass man anfängt, wieder mit Lagen zu arbeiten.
- 26:25Und ich habe so das Gefühl, also bis wahrscheinlich 2010 hat man absolut das Wine-Making perfektioniert,
- 26:33und seitdem redet man über Lagen, über Terror, über Individualität,
- 26:38versucht eben auch sich eben nicht nur auf diese drei großen Gebiete irgendwie zu konzentrieren,
- 26:44oder die eben auszuschöpfen, sondern einfach wieder, wie es auch vor 1960 war,
- 26:50bevor man anfing, den gesamten Champagnerprozess zu industrialisieren
- 26:56und eben auch immer größer zu werden, wieder kleiner zu werden und feinsinniger
- 27:01und eben individueller eigentlich.
- 27:04Ja gut, das Thema Individualität ist es definitiv, und dann natürlich auch klar,
- 27:09was man jetzt auch in der Champagne immer mehr sieht, auch wenn man vor Ort ist,
- 27:14dass eben auch das Thema Nachhaltigkeit und Biodynamie immer ein größeres Thema wird.
- 27:23Also man hat ja immer, das fand ich persönlich, wie weiß ich nicht, wie es dir geht.
- 27:27Ich fand das immer ganz interessant, dass man, wenn man über unsere Weine gesprochen hat,
- 27:32oder man kann es vielleicht auch weiterspinnen, wenn man insgesamt über still Weine gesprochen hat,
- 27:36da war irgendwie dieses Thema Bio-Nachhaltigkeit und so weiter,
- 27:40war immer ein riesen Thema, ist auch im tagtäglichen Restaurantleben am Gast,
- 27:45also wie oft man dann nach Bio-Weinen gefragt wurde, oder ist denn dieser Wein auch biologisch erzeugt.
- 27:51Da bleibt mir Champagne, da wird nie einer auf die Idee kommen, diese Frage zu stellen.
- 27:56Und vielleicht war das auch ein Grund, warum man sich, warum man lange in der Champagne geglaubt hat,
- 28:03warum sollen wir was ändern, aber da ist definitiv, oder da hat definitiv ein Umdenken eingesetzt.
- 28:10Also das merkt man, egal mit wem man eigentlich fast spricht, also auch die großen Genossenschaften,
- 28:16wo mittlerweile reine Organic oder Bio-Champagne produziert werden,
- 28:22also das ist definitiv in den letzten Jahren auch deutlich, deutlich gewachsen.
- 28:28Also dass man da auch an einem Strang zieht, also in der Champagne hat man sich ja vorgenommen,
- 28:32bis 2030 100% nachhaltige Bewirtschaftung komplett durchzusetzen, was jetzt auch nicht so weit entfernt ist.
- 28:39Also das klingt halt immer 2030, das sind fünf Jahre.
- 28:42Und so ein großes Gebiet eben komplett umzustellen und dann vor allen Dingen in dieser Situation.
- 28:47Also natürlich gibt es Klimaveränderungen, die kommen in Gebieten wie in der Champagne natürlich extrem zum tragen.
- 28:55Seis extrem Situationen, also die hatten schon immer natürlich Spätfröste, die hatten Hagel, die hatten nicht unbedingt viel Sonne.
- 29:04Also keine Ahnung, ich glaube in verschiedenen Bereichen Italiens hast du deine 3000 Sonnenstunden,
- 29:11in der Champagne hast du um die 1600, was ja nicht wirklich viel muss.
- 29:15Ich würde gerade sagen die Hälfte, ne?
- 29:17Und das du nicht so viel Niederschlag mit 650 Milliliter, in Deutschland haben wir glaube ich 1600,
- 29:23also daher aber das eben gleichmäßig verteilt, was in verschiedenen Situationen
- 29:27einen riesen, riesen Infektionsdruck dann mitbringen kann und wenn du da dann nachhaltig und bioarbeitest,
- 29:34hast du einen enormen Aufwand.
- 29:36Da, gemeinschaftlich an einem Strang zieht und versucht alles dann doch nachhaltig zu gestalten, finde ich großartig.
- 29:43Kein Mainstream, keine Maskerade, nur purer Charakter.
- 30:05Manche Weine flüstern.
- 30:07Dieser nicht.
- 30:08Er ist droh, ungeschlüpfen voller Ecken und Kanten und genau das macht ihn so verdammt echt.
- 30:14Der Tinder-Barocker von Alles verloren ist kein gefälliger Mitläufer,
- 30:17sondern er ist ein Freigeist, der sich nichts vorschreiben lässt.
- 30:20Er passt nicht in Schubladen, er stellt keine Fragen, er ist einfach da.
- 30:23Kompromisslos und unbeeindruckt von Erwartungen.
- 30:26Ein Wein für die, die nicht nur nach Perfektion suchen, sondern nach Wahrheit.
- 30:31Trinkt ihn, wenn ihr bereit seid etwas zu fühlen.
- 30:34Im Herzen von Swatland, einer der aufregendsten Weinregionen Südafrika, liegt das Weingut "Alles verloren".
- 30:40Alles verloren zu Deutsch, alles verloren.
- 30:43Scheint nicht nur Tinder-Barocker,
- 30:46ein der wichtigsten Rebsorten Südafrikas mit den ersten Anpflanzungen 1920 regerechter Longfisch gemacht hat,
- 30:52man sagt ihn auch nach, dass sie Swatland seine Seele geschenkt haben.
- 30:56Es gibt Weinregion mit klaren Grenzen, mit Jahreszahlen, die wie Meilensteine in die Geschichte eingemeißelt sind.
- 31:03Swatland ist anders.
- 31:05Hier gibt es keine alt-erwürdigen Chateaus, kein exaktgezogenen Linien zwischen Vergangenheit und Zukunft,
- 31:10nur ein Land, das schon immer da war.
- 31:12Weit, ungezähmt, von der Sonne verbrannt und doch voller Leben.
- 31:17Der Sommer kommt hier mit einer Wucht, die unnachgiebig ist.
- 31:21Heiße Tag, an denen die Sonne schwer über den Schieferböden lastet.
- 31:25Nächte, in denen der Atlantik seine kühle Hand über die Reben legt.
- 31:29Der Wind in Swatland ist definitiv kein sanftes Streicheln, sondern eine unermüdliche Kraft, die das Land formt.
- 31:37Und die Reben zwingt, richtig stark zu sein.
- 31:40Kein Wasser wird hier verschwendet.
- 31:42Die Wurzeln, woantief, finden Nährstoffe, wo andere Längs aufgeben würden.
- 31:46Schwarz wurde das Land genannt, Swatland.
- 31:49Nach den dunklen Renosterbosch-Träuchern, die einst das Land bedeckten.
- 31:53Doch unter der Oberfläche schlägt ein anderes Herz, Schiefer, der Wärmespeichert, Granit, der Struktur gibt, Sandstein, der die Eleganz bewahrt.
- 32:02Hier geht ein Weine, die nicht nur um Allerkennung bitten, sondern sie sich nehmen.
- 32:06Konzentriert, würzig und voller Tiefe.
- 32:09Früher war Swatland ein Landstrich für robuste Massenweine.
- 32:13Winzer, die nicht mehr nach Lehrbuch arbeiten, sondern nach Gefühl.
- 32:16Die alte Buschreben entdeckten in der Trockneitschönheit, und mit Minimalintervention das Maximum mehr rausholten.
- 32:23Heute ist Swatland keine Fußnote mehr.
- 32:27Es ist eine Bewegung, authentisch, rau, kompromisslos.
- 32:30Kein Ort für langweilige Perfektion, aber ein Ort für Wahrheit.
- 32:34Und als lebendiges Denkmal für südafrikanische Weinbautradition steht seit dem 17. Jahrhundert alles verloren.
- 32:42Die Ursprünge des Weingutes reichen zurück bis in die Zeit der ersten niederländischen Siedler, die im Swatland Fuß fassen.
- 32:49Der Name "Alles verloren" entstand im 19. Jahrhundert als ein Vorfahre der heutigen Besitzerfamilie Mellon nach einem verheerenden Brandausrief "Alles ist verloren".
- 33:00Doch statt aufzugehen, baute die Familie das Gut wieder auf und schuf damit ein Symbol für Behaarlichkeit.
- 33:06Seit 1872 ist das Gut im Besitz der Familie Mellon.
- 33:10Bis zuletzt in der fünften Generation von Danny Mellon geführt, der im September 2024 mit nur 60 Jahren einem Herzinfarkt erlag.
- 33:21Starke südafrikanische Weine hervorzubringen war für ihn als Winemaker eine Berufe und er schafft es, ja für ja aufs Neue die Qualität seiner Weine zu steiern.
- 33:31Längst finden die Weine des Weingutes alles verloren, auch internationale Anerkennung und Dannys Frau und seine Kinder führen das Weingut in seinem Sinne weiter.
- 33:39Unter seiner Führung wurde alles verloren zu einem Vorreiter in der südafrikanischen Weinwelt.
- 33:44Und ein besonderes Kapitel in dieser Geschichte ist die Einführung der Tint der Barocker Rebsorte, die ursprünglich aus Portugal stammt.
- 33:52Mellon erkannte frühes Potential dieser Rebsorten, die sich perfekt an das rauere Klimaswardlings anpasste.
- 33:57Danny Mellon schuf mit seinem Tint der Barocker ein Erlebnis.
- 34:01Jeder Schluck ist alles verloren, Tint der Barocker 2020 ist eine Umarsch an ihr harte Arbeit, die Leidenschaft und die Liebe, die in diesen Wein fließen.
- 34:09Diese Rebsorte, die zu den Duro Big Five gehört, ist bekannt für ihre dunkle Farbe und ihre Fähigkeit komplexe Arumse entwickeln.
- 34:17Die Dunschaligen Bären sind zwar anfällig für Pilzkrankheiten wie Meerton-Botritis, doch in Regionen mit trockenem Klima, wie dem Swadlet in Südafrika, gedeihen sie besonders gut.
- 34:27Vielleicht sind es die 18 Monate Parikausbau, die diesen Wein Formen, Strukturierend, Zähm ihnen Form bringen.
- 34:34Denn während viele südafrikanische Weinen von fruchtiger Direktheit geprägt sind, bietet der alles verloren Tint der Barocker eine vierschichtige Aromatik und eine Struktur, die an große Weine der alten Welt erinnern.
- 34:46Und gleichzeitig bleibt er in unverkennbar südafrikanisch wilder, kraftvoller Wein voller Leben.
- 34:52Hier etwa 100 km nördöstlich von Kapstadt zwischen 170 und 370 m über dem Meeresspiegel.
- 35:00Auf den Ausläufern des Castellberges liegt das einzige eingetragene Weingut der Weinbauregion, Swadlet.
- 35:07Alles verloren.
- 35:09Und es werden Weine produziert, die nicht nur wie dieser 2020er Tint der Barocker in der Jugend schon so präsent, so perfekt, so strukturiert, so außergewöhnlich tiefsinnig sind, sondern auch 10, 20, 25 Jahre reifen können.
- 35:21In einer Welt, in der Wein auf zur Massenware wird, erinnern uns die Weine von alles verloren daran, was Wein wirklich ausmacht.
- 35:28Leidenschaft, Hingabe und die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen.
- 35:32Vielen lieben Dank dafür.
- 35:34Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 35:49Absolut, finde ich auch.
- 35:51Und ich glaube, du hast ja die Herausforderungen gerade angesprochen, die sicherlich in der Champagne aufgrund der Lage etc. Topografie noch mal deutlich anspruchsvoller gewesen sind oder nach wie vor sind als jetzt bei uns beispielsweise.
- 36:06Und trotzdem geht man diesen Weg.
- 36:08Also wie du sagst, von daher finde ich das auch, ich finde es großartig schlussendlich, dass man das tut, trotz dieser Anstrengung, die es bedarf dafür.
- 36:16Interessant finde ich auch die verschiedenen Entwicklungen, die es dort gibt, dass man Sachen ausprobiert.
- 36:20Also es ist ja sehr viel zentralisiert, also dass man schon sagt, okay, oder das das Komitee sagt, ihr dürft jetzt lesen und von dann bis dann dürft ihr lesen.
- 36:27Es wird ja noch festgelegt und man hat dann ganz, ganz klaren Ansatz.
- 36:31Es wird festgelegt, wie der Rebschnitt zu vollziehen ist, wie gepresst wird, welchen Maximalertrag man hat.
- 36:39Also von dem her gibt es das schon sehr, sehr starke Regulare, aber man versucht, so als Winter,
- 36:44oder viele Winter versuchen im Kleinen immer wieder auszubrechen und allein diese Entwicklung im Dosagebereich, finde ich wahnsinnig spannend, was da seit 10 Jahren entsteht, wie auch ganz viele Learnings sind,
- 36:58also wie ganz viele in diese Brute Zero Richtung abgedriftet sind, um vielleicht dann auch teilweise mit etwas zu kräftigen Champagnanen umgehen zu können oder eben auch das so ein bisschen auszubebalancieren,
- 37:10wie man da wieder jetzt langsam weg rudert. Das gibt sehr viel Spiel und sehr viel Farbe in die verschiedenen Champagnerqualitäten, die man findet.
- 37:19Hast du da Vorlieben oder hast du da Erfahrung mit, was interessant sein könnte, was man empfiehlt, was am besten zum Essen passt?
- 37:28Ja, durchaus. Also natürlich, klar, Thema Dosage, wahrscheinlich immer schon ein großes Thema gewesen, aber das stimmt.
- 37:36Also da, wie du gesagt hast, ging halt die Entwicklung sehr stark in Richtung extra Brüte oder eben auch Brüte Natur am Ende des Tages.
- 37:46Ich finde, es darf halt beides geben. Also ich bin kein Freund davon, dass man, wenn man sie jetzt hinstellen würde und sagen würde, jetzt nur noch Brüte Natur oder Zero Dosage und das wäre jetzt so die einzige Wahrheit
- 38:03oder das ist jetzt so zu sagen, so muss ein Champagner mal sein. Ich finde, es muss beides geben.
- 38:09Also, weil letztendlich geht es ja auch so ein bisschen darum, wie ist das jeweilige Jahr, mit was für Gegebenheiten muss man klarkommen,
- 38:18was muss man am Ende des Tages vielleicht auch ausgleichen, wenn man das so sagen kann, was das Pairing angeht.
- 38:27Also, ich finde, als Aberitisch beispielsweise, da kann so ein extra Brüte oder Brüte Natur, das kann schon animierend sein,
- 38:37was ja auch so ein bisschen den Speichelfluss anregt und so weiter. Das schon, ich finde es impairing, also wohl als auch.
- 38:47Also das kommt immer darauf an. Also ich meine, klar, das haben wir ja im trockenen Bereich letztendlich ja genauso.
- 38:53Ich meine, da darf sich ja ein Weine auch trockenen, obwohl er durchaus mit einem oder anderen Gramm Zucker daherkommt.
- 38:58Und das ist dann immer so ein bisschen schwierig. Also, da gibt es natürlich dann irgendwo auch Grenzen,
- 39:05weil wie wir ja alle wissen, trocken ist nicht gleich trocken, Brüte ist nicht gleich Brüte, also auf die Champagner bezogen.
- 39:11Da ist dann schon oft weniger mehr in der Tat, aber ich würde eben, wie gesagt, nicht so weit gehen,
- 39:18das ist jetzt zwingend nur noch Siro-Dosage und Brüte Natur sein muss, weil das oft die Dauer dann schon auch ein bisschen anstrengend sein kann.
- 39:27Also für uns vielleicht jetzt weniger, aber für den Konsumenten dann schon.
- 39:31Total spannend, was manchmal ein halbes Gramm ausmacht. Also da wird man sich dessen bewusst, finde ich,
- 39:38wie letztlich der Restzucker oder die Dosage den Wein fundiert, eben eine ganz eigene Geschmackslänge,
- 39:44eine ganz eigene auch Texturstruktur gibt, was das mit dem Wein macht.
- 39:48Und wie es dem Wein eigentlich nur mal einen ganz eigenen Charakter gibt, eine eigene Gaumpfülle.
- 39:54Und diese Entscheidung, wie viel gebe ich dem Wein dann letztlich mit, wie viel flüg ich bei, um dem Wein nochmal einen anderen Ausdruck zu geben
- 40:04und das dann auch weiterzudenken in Richtung, was wird aus dem Wein?
- 40:09Es gab ja leider auch ganz, ganz viele Brüte Zero oder extra Brüte, die nach einigen Jahren verhungert sind,
- 40:15weil sie keinen Fundament hatten, auf uns, dass sie bauen konnten.
- 40:19Und dann nach fünf oder zehn, man sagt natürlich immer beim Champagner,
- 40:23sobald der freigegeben wird vom Weingut, hat er sein optimales Trinkfenster und kann perfekt getrunken werden
- 40:29und braucht eigentlich gar nicht Reifen. Aber manchen Charmweinen tut es ja auch ganz gut,
- 40:34wenn die mal ein paar Jährchen haben bzw. verändern, die ihr Geschmacksbild werden,
- 40:38teilweise noch interessanter, komplexer, tiefsinniger.
- 40:41Aber es gab eben auch einige im sehr trockenen Bereich, die dann extrem kark wurden und keinen Spaß mehr gemacht haben.
- 40:49Ja, das ist immer so dieser Drahtzahlakt.
- 40:52Ich meine, letztendlich muss ja, soll alles irgendwo in Balance und Harmonie sein.
- 40:56Ich meine, deswegen, dieses weniger ist mehr, deswegen habe ich extra das kleine Wörtchen manchmal dazu gesagt,
- 41:03weil es stimmt sicherlich nicht immer, weil wie du sagst, es macht ja gar keinen Sinn,
- 41:07wenn man jetzt auf Teufel kommt raus, beispielsweise ein extra Brühe oder Brühtnatür jetzt produzieren möchte,
- 41:12aber wie du sagst, diese Champagne dann eben auch wenn sie, oder wenn man das so sagt,
- 41:18dass nach Veröffentlichung, nachdem sie auf den Markt kommen, das optimale Trinkfenster haben,
- 41:24wenn sie aber dann nach einem bis zwei Jahren mehr oder weniger schon in die Knie gehen,
- 41:28dann kann man sicherlich über den Entschluss diskutieren, ob es in der richtige war.
- 41:32Also deswegen muss es am Ende des Tages, muss es beides geben und ich glaube, die Nachfrage ist nach wie vor nach beidem da.
- 41:40Also mag sein, oder was heißt mag sein, mit Sicherheit ist die Nachfrage nach extra Brühtnatür größer geworden, definitiv.
- 41:46Aber deswegen spielen Brühtchampagnen nach wie vor eine sehr große und auch noch tragende Rolle, würde ich mal sagen.
- 41:55Ist die Nachfrage größer geworden oder sind wir Freaks diejenigen, die wahrscheinlich aufgrund der Übersättigung,
- 42:02die wir manchmal beim Wein probieren haben oder beim Probieren der gängigen Qualitäten, dass wir es mehr leben.
- 42:10Also ich halte uns schon für, nicht nur uns Sommys, sondern teilweise auch Weinhändler,
- 42:15dafür verantwortlich, dass es gewisse Richtungen geben kann.
- 42:18Und ich glaube, ein ganz großer ausschlaggebender Punkt in der Wahrnehmung des Champagnas ist,
- 42:24dass wir ihn nicht mehr als Pricklwasser, sondern als Wein für uns eingeordnet haben.
- 42:30Und dadurch bauen wir ihn auch anders ins Weinmenü ein, wenn wir jetzt irgendwie Weinmenü machen.
- 42:35Er kommt nicht unbedingt immer am Anfang, kann sogar nach dem Rotwein kommen.
- 42:39Er wird erster betrachtet, wird anders serviert, man nimmt andere Gläser, man karifiert ihn teilweise und so weiter.
- 42:45Also die Gesamtbehandlung ist eine andere.
- 42:47Und so glaube ich eben auch bei diesem extremem Trend in Richtung Brühtnatür, Siodosage, extra Brüht, etc.,
- 42:55dass wir da schon schuldig dran sind.
- 42:58Also wir tragen auf jeden Fall eine Mitschuld.
- 43:01Ja, gute Frage, weiß ich gar nicht, ob man es so beantworten kann.
- 43:07Aber klarerweise haben wir da natürlich auch einflussend,
- 43:11wir haben da sicherlich auch unseren Teil dazu beigetragen, dass es so ist.
- 43:15Würde uns da aber jetzt nicht in Anführungszeichen die Alleine geschuld geben.
- 43:20Weil jetzt auch, also bei mir im Restaurant, also jetzt nicht nur ich, sondern tatsächlich auch mein Küchenchef und meine Kollegen.
- 43:30Also wir haben fast alle eine sehr hohe Affinität für das Thema Champagner.
- 43:35Und das sieht man in unserer Karte auch.
- 43:37Und weiß ich jetzt nicht.
- 43:41Also ich meine, ich habe eigentlich fast jeden Champagner eigentlich auch mit der Geschmacksrichtung ausgewiesen.
- 43:47Aber ich könnte jetzt nicht feststellen, dass explizit danach gefragt wird.
- 43:50Also das ist jetzt die Wahl zwischen einem Brüht und einem extra Brüht, wie es bestehen würde.
- 43:55Und dass der Konsument, also der Gast davon abhängig macht, mehr oder weniger Zucker oder so.
- 44:01Also das würde ich jetzt so nicht sagen.
- 44:04Ich glaube, aber klar, da ist eben jetzt mittlerweile sehr viele andere Champagner, andere Häuser, neue Häuser,
- 44:13gerade eben was, wenn es um Champagner angeht.
- 44:15Und dementsprechend auch in den Karten deutlich mehr Brüht natürlich extra Brüht angeboten wird.
- 44:19Dass ich dadurch ja vielleicht auch das Trinkverhalten oder auch die Nachfrage der Kunden der Gäste verändert hat.
- 44:27Wie steht es bei euch mit den vergessenen Kindern?
- 44:29Wie Sack, Demisec, Dus?
- 44:31Also die dann im Prinzip deutlich restsüßen Champagner habt ihr da ein Febel für?
- 44:36Habt ihr die auf der Karte?
- 44:37Weil ich finde, man findet sie kaum irgendwo auf dem Markt.
- 44:40Das ist richtig.
- 44:41Also du's habe ich keinen, Demisec habe ich genau einen.
- 44:45Witzig.
- 44:46Also die, die keine Präsenz haben, obwohl die rein vor der Speisenbegleitung genial sind.
- 44:51Absolut.
- 44:52Also den einen, den ich habe, demisec von Paul Roger, den habe ich auch schon das ein oder andere Mal in den Pairing eingebaut.
- 45:00Bin jetzt aber auch ganz ehrlich jetzt persönlich, ich habe mich jetzt auch nicht aktiv auf die Suche gemacht, eben nach mehr, nach mehr Champagner jetzt in diesem Demisec oder Gardus Bereich.
- 45:12Also die Nachfrage muss ich jetzt, also bei uns, ich weiß nicht wie das bei unseren Kollegen teilweise ist, aber die Nachfrage ist auch nicht da.
- 45:21Also ich habe diesen Champagner jetzt schon ein paar Jahre auf der Karte, aber in diesen knapp vier Jahren würde diese Flasche genau ein einziges Mal so als Flasche bestellt und das war ein Silvester.
- 45:33Also das musst du dann, wenn du das hast, dann klar, wie gesagt, du musst es dann eben auch offen einbauen, du musst es ins Pairing einbauen, weil dass dir das so als Flasche bestellt wird, also wie gesagt, ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, kommt eigentlich nie vor.
- 45:49Ich hatte da ein witziges Erlebnis mit einem Champagner aus dem Hause Röderer, der da einen Händler mich angerufen und hat gefragt, bitte kannst du mir diese 24 Flaschen abnehmen, du kannst mehr oder weniger zahlen, was du möchtest oder wie finden, fairen Preis.
- 46:07Interessanterweise kamen die Flaschen aus dem 50er Jahren, wurden damals für den amerikanischen Markt produziert, hatten eine ganz, ganz deutliche Restsüße, diese Whitefire, sie hatten ein richtiges weißes Etikett und der war so genial.
- 46:21Also es war 2000 um 2020, 70 Jahre hat der auf dem Bucke gehabt, jede Flasche war völlig intakt, natürlich keine Perlage mehr oder nur ganz, ganz extrem gering, aber richtige Erlebnisse.
- 46:33Daher kann ich mir vorstellen, dass wenn es Champagner mit einer gewissen Restsüße gibt, man diese Reife im Champagner mag, dann kann das eine tolle Präsentation haben.
- 46:43Man kann Kunden damit überraschen.
- 46:45Das ist definitiv, ja.
- 46:47Manchmal gerade selbst, ah großartig, wir haben ein ganz anderes Geschmack, eine ganz andere Tiefe, finde ich durchaus Interessanten, würde mich freuen, wenn man die öfters auf den Karten oder beim Glas findet oder da einfach dann auch manchmal davon ein Gläser gibt.
- 47:02Ich finde, man trinkt sie viel langsamer und bewusster, süße Animiert zwar auf der einen Seite, dass man natürlich große Schlücke nehmen möchte, aber man lässt sich mehr auf diese verschiedenen Geschmacksebenen im Champagner ein, das finde ich durchaus reizvoll.
- 47:18Trinkst du überhaupt noch Wein oder probierst du nur?
- 47:20Ich trinke natürlich Wein, das auch sehr, sehr gerne. Am liebsten auch in geselliger Runde, muss ich sagen. Ich bin eigentlich bis auf ganz wenige Ausnahmen, keiner der am Abend zu Hause alleine sich eine Flasche Wein aufmacht, das kann schon mal vorkommen, aber sie sind der Tat eher selten.
- 47:46Also ich genieße es mit meiner Frau, ein gutes Glas Wein am Abend zu trinken, sei es zum Essen, sei es dann aber auch einfach solo entspannt auf der Couch oder so, bei guten Gesprächen, aber genauso eben in geselliger Runde mit Kollegen, doch das muss schon sein.
- 48:05Nur probieren, aber auch nicht genießen im Ende des Tages, das wäre für mich jetzt keine Option.
- 48:10Was hältst du davon, wenn man Weinchen probieren?
- 48:12Ja, finde ich gut. Ich meine langsam wird der Graubau immer trockener, mal Zeit, nicht mehr Wein zu reden, sondern auch mal ein zu probieren.
- 48:21Du magst ja Italien, deswegen dachte ich, können wir eventuell etwas aus Italien probieren. Ich finde es für mich eigentlich eine ganz, ganz große Überraschung gewesen, als ich mich mit diesem Weinbaugebiet das erste Mal beschäftigt habe.
- 48:33Das größte in Italien, es hat kaum jemand auf dem Schirm zu zielen.
- 48:3793.000 Hektar, das ist hammer, da dreimal so groß wie Schampani, weil es vorhin das Thema war.
- 48:43Ja, gehört hat, also ein bisschen tut man das irgendwo genau, dass es so groß ist, aber total hart.
- 48:49Also durch, klar, Etna und Co. ist es jetzt in den letzten Jahren ein bisschen mehr geworden, aber im Prinzip hast du recht, das ist eigentlich immer noch eine Region, die noch nicht so viele auf dem Schirm haben.
- 49:02Jetzt haben wir eine typische Rebsorte, die eigentlich, ich weiß gar nicht, ob die Autokton ist, also gibst du sie nun, Zizilien, oder hast du Nerodavola schon mal woanders herprobiert?
- 49:12Also persönlich jetzt nicht, aber ich könnte jetzt nicht ausschließen, ob sie jetzt vielleicht auch, also quasi dann in der Spitze vom Stiefel, also weiß ich nicht, Basilikata, Apulia und so weiter, ob sie da vielleicht auch mal vorkommt, das könnte schon sein.
- 49:23Aber persönlich habe ich jetzt, glaube ich, meine ich auch nur Nerodavola in Kombination mit Zizilien probiert.
- 49:32Ich dachte eben auch, so weltweit gäbe es bestimmt auch die eine oder andere Region, wo das durchaus interessant sein könnte.
- 49:37Man die irgendwie Südamerika oder so, könnte ich mir da vorstellen, teilweise Australien, also Rebsorte kann ja extrem gut mit Hitze umgehen.
- 49:44Und eigentlich müsste sie ja prädestigniert für Australien sein, aber zumindest ist es interessant, was dort daraus wird.
- 49:52Und hier bei dem Beispiel finde ich es halt wahnsinnig spannend, dass der relativ alkoholarm ist, 30,3 Volumen pro Zett, also eigentlich schon fast ein frischer Wein für die Gegebenheiten dort, und trotzdem ein typischer Nerodavola.
- 50:08Wenn du so ein Wein vor dir hast, wie gehst du an den Wein ran? Also wenn ich dir jetzt den Wein vorstellen würde und ich würde gar nicht weiter kommentieren, würde was zum Haus sagen,
- 50:17sondern du würdest den Wein selber probieren, hast du da eine Abfolge, wie du den Wein immer probierst, oder ist das unterschiedlich oder wie näherst du diesen Wein?
- 50:27Eigentlich ist es immer gleich. Und jetzt auch gar nicht so spannend, sondern eigentlich mehr oder weniger, wie man es eben auch mal gelernt hat, dass man sich die Farbe anschaut, dass man ihnen ein bisschen Sauerstoff gibt, sprich Schwenken,
- 50:44dann nimmt man die erste Nase, dann nimmt man die zweite, vielleicht auch noch die dritte, dann den Gaumen. Also das ist eigentlich fast immer die gleiche Abfolge.
- 50:57Machst du es bewusst oder ist es unbewusst? Also gehst du hin und sagst, ich probiere jetzt den Wein, ich setze mich hin und ich nehme die Ruhe oder ist das dann so, dass der Wein auch im Vorbeigehen bestehen muss?
- 51:09Und wenn er das macht, dann fasziniert er dich.
- 51:13Das hast du ziemlich gut gesagt, ich glaube mir, ich hätte das gar nicht so ausdrücken können, aber genau das ist es eigentlich. Also Weine, die mich auch nachhaltig beeindrucken, das sind dann Weine, ich sag's dann immer so, ein bisschen suffisant, das sind so Weine, mit denen kannst du spazieren gehen.
- 51:26Das bleibt und das bleibt und das bleibt und deswegen, wenn ich so beiläufig Wein probiere, dass soll gar nicht negativ klingen, man nimmt sich dann schon die Zeit, aber spannend sind dann eben die,
- 51:42und gerade wenn man jetzt vielleicht auch mal die Vielzahl an Weinen in kurzer zeitliche Abfolge probiert, dann sind ja meistens die spannendsten, das was dem Gedächtnis bleibt, sind ja die, die bleiben.
- 51:52Und die auch immer länger Zeit rumbleiben, die eben nicht, wenn du es probiert hast, so 10 Sekunden und dann ist weg.
- 51:57Deswegen, wie du es jetzt zuletzt kommuniert hast, ja, das trifft du ganz gut.
- 52:05Wir hatten bei uns in der Weinbar witzigerweise Gäste, falls ihr's hört, liebe Grüße an dieser Stelle, wir hatten sogar zwei verschiedene Gästepärchen, die haben sich immer zum spazieren gehenden Glas Wein geholt und haben dann damit entspannt, also manche einer mag das ja vielleicht auch mit Bier machen, mit Wein macht's keiner,
- 52:22und die haben den Wein dann auch interessanterweise richtig genossen und auch richtig während des Laufens intensiv probiert und sich dann ganz anderen, aber nicht mehr in der schönen Moment mit dem Wein gemacht, das fand ich total rührt und total ergreifend.
- 52:39Also weil da eben auch kein Schott getrunken wurde, sondern es waren ihm dann teilweise auch sehr, sehr besondere Burgunder und immer auch so diese 0,2er Menge und keine Ahnung, eine Stunde spazieren gegangen und dann wiedergekommen, Gäste abgegeben, glücklich gewesen.
- 52:51Perfekt macht man glaube ich viel zu selbst, da hab ich selber noch nie gemacht, bist du mir schon mal mit Wein spazieren gegangen?
- 52:56Also das macht man hier in der Palze, wenn, dann macht man das mit einer Schor, darf ich das sagen, man macht das mit einer Schorle, ne?
- 53:04In dem schönen halb Liter Doppelglas, damit gehst du schon spazieren, mit so einem Glas Wein in der Hand glaube ich habe ich's noch nicht gemacht.
- 53:12Ja, okay. Wer vielleicht bei einer Andrigung, schreibst du mit, also wenn du ein Wein probierst und wenn der vielleicht auch eine gewisse Präsenz für dich haben soll, du bist auf der Suche nach irgendwas oder du musst Probeflaschen abarbeiten oder möchtest Probeflaschen abarbeiten, machst du die Notizen oder bist du dann derjenige, der sagt, okay, wenn der Wein muss sich einbrennen, wie eben vorhin auch mit dem nebenher?
- 53:37Sowohl als auch, ich glaube es ging zum bisschen auf die Menge an der Weine, die du probierst.
- 53:42Ja.
- 53:43Ja, man wissen wir ja alle, ich meine, wenn wir auf eine Messe gehen, ob das jetzt die Probeweine ist, ob das die Meister Weinbäuse ist, was bei mir jetzt ja um die Ecke ist oder welcher auch immer und du weißt, dass eine Vielzahl von Wein auf dich warten, dann musst du mitschreiben, das ist alles andere.
- 54:00Wer behauptet, das kann er alles ohne und das kann er nicht alles im Kopf behalten, okay, wer das kann, großen Respekt, aber ich glaube, das ist dann doch relativ schwierig.
- 54:08Aber wenn man jetzt, keine Ahnung, ich habe jetzt so ein, zwei Probeflaschen, die ich jetzt mitstriebs, vielleicht probiere oder zu Hause, dann mache ich es eher selten, das gebe ich zu, weil das behalte ich mir dann schon, weil dann geht es dann immer zipp nur um ein, zwei Weine, den ich jetzt gerade in dem Moment meiner Aufmerksamkeit schenken muss, aber wenn es halt mehr werden, dann geht es ohne Aufschreiben nicht.
- 54:34Hm, finde ich genauso. Wie würdest du den beschreiben, den Neodavila?
- 54:39Also ich finde, ich habe bisher jetzt nur die Nase gehabt, ich habe den jetzt noch nicht am Gaumen, aber ich finde es spannend, wie gesagt, du hast so eingangs gesagt, dass in den Sitzilien hat man nicht immer so offen schön und jetzt immer auch diese Rebsur, was ja eine spannende Rebsur da ist, die wahrscheinlich die typischste für Sitzilien überhaupt.
- 54:59Also ich will jetzt nicht sagen, das ist nämlich eine Biolain, das wäre jetzt vielleicht auch vermessen, aber trotzdem ist ja, das sieht man ja auch in der Farbe schon, da kommt jetzt nichts mächtiges, dunkles, Alkoholstarkes auf dich zu, was man ja aus wie die Italien mit Primitivo und so weiter ja auch kennt.
- 55:19Also ich finde es in der Nase auf jeden Fall schon extrem animieren tatsächlich, auch so ein bisschen was Medizinales würde ich jetzt mal sagen oder so ein bisschen was Ätherisches habe ich da irgendwie auch drin.
- 55:33Also weit weg von irgendwie, was man ja meinen könnte, von tiefer, dunkler, froh, teilweise was dann auch so schnell ins Gekochte übergehen kann, das habe ich da überhaupt gar nicht, was ich jetzt persönlich auch eher sehr positiv finde.
- 55:51Ich finde bei dem in der Tat so, also diese Transparenz auch in der Farbe ist sehr überraschend, dass es kein so dicke Schnecke ist, sondern ein Wein, der eine gewisse Leichtigkeit lebt oder Verspanntheit.
- 56:03Also im Prinzip der, so mal diesen Eindruck, den so eine Nase hat, der bestehlt sich im Prinzip am Gaumbast natürlich schon merkst.
- 56:13Das ist natürlich schon noch eine sehr, also wir reden über Jagen 2020, weil wir das ganz schon erwähnt haben, aber eben schon noch eine sehr lebendige Säure, sage ich jetzt mal, schon sehr animierend, ganz klar.
- 56:25Das ist aber, weiß nicht wie es bei dir jetzt in der Weinbeis, aber das wäre jetzt bei mir im Restaurant zum Beispiel, wäre das schon etwas, was du schon sehr erklären musst, jetzt auch in einem Pairing erklären musst, weil,
- 56:45Gut, ich darf jetzt nicht so sehr vielleicht jetzt bei mir das Restaurant sehen, also ich meine unsere Küche ist zu 80% Zifu, das heißt, wenn ich in dem Pairing habe, ich meistens oder in aller Regel nur ein Rout Wein.
- 56:55Das ist dann zwar auch keine Bombe, weil das unsere Küche gar nicht hergibt, aber also ich finde den Wein sehr spannend, vielleicht geht ihm hinten raus, geht ihm ein bisschen tiefer ab, so.
- 57:11Wir haben vor über Alltagswanne geredet, das ist ja jetzt zwar so nicht, aber das könnte ich mir jetzt vorstellen, das ist etwas, was man auch so entspannt trinken kann.
- 57:28Und jetzt, weiß ich nicht, was ich jetzt nicht unbedingt in einem großen Pairing sehen würde, ich weiß nicht, ob man das so richtig sagen kann, aber was sagst du?
- 57:49Ich mag dieses nicht ewig lange, würde ich eher als Frische darstellen, finde ich interessant, es gibt ja immer ganz unterschiedliche Wahrnehmungen und Interpretationen für den Wein, man kann Wein sehr kritisch oder sehr schön beschreiben, wie als Hormiz versuchen wir immer das Schöne herauszuarbeiten, um dieses Schöne dann einfach auch zu den Gästen zu transportieren,
- 58:05diesen schönen Moment dann darzustellen, finde ich interessant, dass als relativ kurz, ich empfand ihn da als animierend und lebendig dadurch, passt auch zum Gesamtkonzept mit dieser knackigen Säure, die ich wahrscheinlich der Höhenlage dort so ein wenig zusprechen würde, ich glaube der kommt von 5 oder 600 Meter höher, was ja schon recht hoch ist.
- 58:30Und das gibt ihm glaube ich dieses ganze Strafe und dieses ganze Geratlinie dort letztlich.
- 58:38Und ich finde die Frischfrucht total eben auch vom Nasenbild faszinierend, ein Wein der so ganz viele verschiedene Schichten hat, ich finde die Parallele, die hätte ich jetzt im Nebion nicht gezogen, aber ich finde sie interessant, weil wir eben auch diese leichte Sherryprägung, also dieses kürschige haben, was wir in beiden Rebsorten exemplarisch durchaus greifen können und so ein wenig eben auch dieses leicht Floreale,
- 59:05also dieses so zarten Fliedertöne oder dieses leicht blütrige, was der hat.
- 59:10Ich finde das Holz ist extrem gut eingebunden, gibt ihm ein gutes Rückgrat, man merkt, dass auch nicht vier Holz mit dabei ist, Wein der, also ich sehe ihn fast eher als singulären Wein, gar nicht so sehr als Kombiwein.
- 59:25Genau, das finde ich wiederum spannend.
- 59:28Das ist was ich sagen wollte, genau, gar nicht unbedingt als Kombiwein, sondern...
- 59:33Und hier finde ich also es eben auch signifikant, bei welcher Temperatur man den trinkt.
- 59:37Ich habe den jetzt relativ kürig, habe den bei, ich denke, um die 12-13 Grad, was ihn natürlich auf der einen Seite so ein bisschen kastriert.
- 59:46Ich würde jetzt mal behaupten, ich habe um die 16.
- 59:50Ja, was ja auch schon relativ kürs.
- 59:52Hab auch ein relativ kleines Glas genommen, was dem Wein eben auch so ein wenig in seiner Frisch- und Lebendigkeit betont.
- 59:58Ich habe von Zier des Fresh, das gibt dem Ganzen so ein knackiges Fundament.
- 1:00:04Und ich glaube, ein Wein, also wahrscheinlich, wenn du den mit deiner Frau heute Abend, morgen oder wie auch immer, dann noch probierst, der hat nochmal eine ganz andere Wahrnehmung, eine ganz andere Ausstrahlung.
- 1:00:13Das ist ein Wein, der sich sehr schön entwickelt, aber jetzt schon eine gewisse Präsentat.
- 1:00:17Ja, eine sehr schöne, freu ich mich drauf, das ist auf jeden Fall nochmal, dann noch nachzuverkosten.
- 1:00:23Hast du dein Alltagswein, den du, wenn du zu Hause beim Abendbrot oder mit deiner Frau auf der Couch Wein trinkst, ist das dein Alltagswein?
- 1:00:31Oder macht ihr euch immer die Riesengranaten auf?
- 1:00:33Nee, also tatsächlich, das ist vielleicht manchmal unser Problem.
- 1:00:36Also die Riesengranaten machen wir viel, viel zu selten auf, weil man sich dann immer denkt, ach nee, kannst du jetzt nicht oder darfst du jetzt nicht, was eigentlich Quatsch ist.
- 1:00:47Also ich meine, ich bin mir zwar vorstellen, es geht vielen so, dass man so seine Schätzchen, die man zu Hause hat, die hütet und behütet man.
- 1:00:56Und manchmal auch vielleicht, das ist mir auch schon passiert, persönlich zu lange, als dann, dass es gut für sie wäre.
- 1:01:04Deswegen, so diese großen Granaten sind es in der Tat weniger.
- 1:01:09Und dann eher ein Alltagswein.
- 1:01:10Es sind oftmals...
- 1:01:11Also du sagst, du hast deinen Standard zu Hause?
- 1:01:13Genau. Und dann, also darf ich ja sagen, klar, ich lebe in Deidesheim, meine Frau arbeitet bei Reisrad von Buhl.
- 1:01:20Also da kommt es eben natürlich schon mal vor, dass so der ein oder andere Buhl-Riesling dann bei uns auf dem Tisch landet tatsächlich.
- 1:01:30Nicht nur natürlich, weil ja auch langweilig auf die Dauer.
- 1:01:33Aber wenn es um Alltagsweine geht, ich sag mal, zu 90 Prozent ist das dann ein pälzer Riesling.
- 1:01:41Das ist nicht immer Buhl natürlich, aber häufig fällt die Wahl auf den Pälzer Riesling erst.
- 1:01:47Was muss ein Alltagswein können? Also wann stellt er dich zufrieden?
- 1:01:52Meistens noch nicht mal, dass du sagst, ich möchte fasziniert werden, sondern ich möchte ein Punkt bedürfenes.
- 1:01:56In meinem Qualitätsanspruch irgendwo dem Genüge tragen.
- 1:02:01Worauf achtest du da? Was musst du da können?
- 1:02:03Ja, das ist ja genau der Punkt.
- 1:02:04Also ich meine, er muss Spaß machen, er muss hier sowas ansprechen.
- 1:02:09Er muss auch unkompliziert sein, sage ich jetzt mal, weil ich meine, es ist ja auch so, wenn man eben über Granaten große Weine spricht.
- 1:02:19Klar kann man immer wieder so, das ist eine Definitionsfrage, was für jemanden dann ein großer Wein ist.
- 1:02:24Aber das sind ja dann schon Weine, die ja, ich will jetzt die Alltagsweine nicht so kleinreden,
- 1:02:34aber die eben auch eine gewisse Aufmerksamkeit des Konsumenten voraussetzen, sage ich jetzt mal.
- 1:02:40Und das möchte man dann ja auch. Man will sich dann ja in diesen Wein rein denken letztendlich.
- 1:02:43Man genießt es mit jedem Schluck, man findet bei jeder Nase oder eben bei jedem Schluck nochmal,
- 1:02:50ja, entdeckt man was Neues, das neue Faszination, mit noch mal anderen Noten wahr,
- 1:02:57die man vielleicht beim ersten Mal nicht wahrgenommen hat.
- 1:03:00Und man kann sich in sowas ja auch mal komplett verlieren.
- 1:03:03Ich meine, ich glaube, da spreche ich für viele von uns.
- 1:03:06Und ich glaube, das ist nicht unbedingt gewollt, wenn es wirklich um Alltagsweine geht.
- 1:03:09Also da geht es ein bisschen, sei es zum Feierabend beispielsweise oder wenn man dann abends, wie gesagt, die Arbeit ist getan,
- 1:03:16die Kinder sind im Bett und man will sich einfach nur noch ein bisschen fallen lassen und entspannen,
- 1:03:20dann muss ein Alltagswein genau eben das erfüllen.
- 1:03:25Man muss diese Entspannung fördern und dich jetzt nicht nochmal von den grauen Zellen her nochmal mehr fordern,
- 1:03:33weil das willst du dann eigentlich nicht mehr.
- 1:03:36Was ja oftmals ein komplizierter Wein auch macht, also nicht nur für uns Profis,
- 1:03:41sondern allgemein, weil der natürlich auch andere Geschmacksansprache hat,
- 1:03:45dass man richtig reingesogen wird.
- 1:03:47Wie ein schwieriges Musikstück.
- 1:03:50Man kann das nicht nebenher laufen lassen, sondern man muss dann damit arbeiten.
- 1:03:54Man muss sich da reinlassen oder damit beschätzen.
- 1:03:57Und das lieben wir ja alles.
- 1:03:59Ich meine, das lieben wir ja alles.
- 1:04:01Sonst hätte man den Beruf des Sommeliers nicht ergriffen,
- 1:04:04aber es gibt eben doch gerade im Alltag,
- 1:04:07und das wissen wir, glaube ich, auch alle Situationen, wo du eben das nicht möchtest.
- 1:04:11Und trotzdem schätzen wir ja diese Weine über die Maße gar keine Frage.
- 1:04:15Willst du sagtest, Schätzchen zu Hause sammelst du Weinen?
- 1:04:18Ja, ein bisschen.
- 1:04:19Ich muss jetzt halt sagen, ich habe jetzt leider keinen richtigen Keller.
- 1:04:23Das ist so ein bisschen doof.
- 1:04:25Und wir werden alle wissen, in der Wohnung lagern ist es nicht unbedingt so optimal.
- 1:04:29Also ein bisschen schon, aber jetzt sei jetzt mal nicht in dem großen Stil.
- 1:04:35Nicht die Wertanlage für die Kinder, wo du sagst,
- 1:04:38wenn die irgendwann 30 Jahre werden, dann haben die dort mindestens 3 Rolls in Wein vormstehen.
- 1:04:44Nee, das ist jetzt nicht.
- 1:04:45Also das ist ja nicht.
- 1:04:46Wenn ich die Lagerkapazität hätte, glaube ich,
- 1:04:48und wären wir jetzt nicht so oft umgezogen in den letzten Jahren berufsbedingt,
- 1:04:52dann wird es das vielleicht geben.
- 1:04:54Also ich habe einen Kollegen hier, der hat sich so eine kleine Lagerhalle angemietet
- 1:04:59und der ist da wirklich im ganz großen Stil dabei.
- 1:05:02Da denke ich auch manchmal auch zu meinem lieber Freund.
- 1:05:05Aber gut, auch Kinder los, da kann man sich jetzt wieder die Frage stellen,
- 1:05:09okay, wäre das mit Kindern so auch möglich?
- 1:05:11Weil klarerweise, weißt du ja auch, da verschieben sich dann hier und da auch mal so ein bisschen die Prioritäten.
- 1:05:18Aber nee, also wie gesagt, groß sammeln oder als Wertanlage Wein kaufen, das tue ich eigentlich nicht.
- 1:05:26Ich habe mal gehört, dass im normalen deutschen Haushalten Kind, wenn es großgezogen wird,
- 1:05:31den Eltern über die Jahre bis es rausgeht 250.000 Euro kostet.
- 1:05:37Ja, da kannst du mal sehen.
- 1:05:39Und ich habe zwei davon.
- 1:05:41War nicht interessant die Zahl.
- 1:05:43Das ist beim zweiten Gewürz günstiger, da kann das abgetragen werden.
- 1:05:48Aber es ist so eine Zahl, wo ich sage, wow, da dachte ich, wow, das ist interessant.
- 1:05:52Und wenn man es einmal runterrechnet, also so verkehrt ist das gar nicht.
- 1:05:55Also die Lebensbereicherung natürlich aus dem Vorgestellt, das ist größte Glück.
- 1:06:01Aber das Rheinmonitäre dabei fand ich eigentlich total spannend.
- 1:06:05Was würdest du sammeln, wenn du Wein sammeln würdest?
- 1:06:07Hättest du da eine Vorliebe, dass du sagst, es ist Champagner oder es ist Felser-Gisling
- 1:06:11oder würdest du auf was anderes gehen?
- 1:06:13Reine aus dem sammeln entweder fürs Alter oder auch aus kommerziellen Gründen?
- 1:06:17Also ich glaube, was ich sonst wie gesagt jetzt nie tun konnte,
- 1:06:23was auch jetzt für die Betriebe, für die ich gearbeitet habe, jetzt nie wirklich so dieses Thema war.
- 1:06:27Aber ich würde glaube ich tatsächlich Modo subscribirn.
- 1:06:33Also das würde ich wahrscheinlich tun.
- 1:06:37Trotz oder gerade wegen der Entwicklung, die da derzeit ist, preislich gesehen oder eben auch gesamt?
- 1:06:43Also wohl als auch.
- 1:06:45Situativ.
- 1:06:47Vermutlich nicht nur, aber das wäre sicherlich etwas, was ich dann machen würde.
- 1:06:53Und da dann eher auf, also sagst du, subskribirn, dann wahrscheinlich auf die großen Häuser
- 1:06:59oder würdest du da eher das Individuelle suchen?
- 1:07:01Ja, also wie gesagt, wenn das monetäre, wie du sagst, keine Rolle spielt,
- 1:07:07dann als Wetterlage wären es die großen Häuser und für einen selber
- 1:07:15wären es dann eher kleinere Häuser, die jetzt sich so langsam da auf den Vormarsch machen,
- 1:07:27dass die da vielleicht so in der absoluten Spitze noch nicht angekommen sind oder vielleicht
- 1:07:31doch einfach in der Wahrnehmung vieler noch nicht so angekommen sind.
- 1:07:33Aber ich glaube, da würde ich so zweigleisig fahren.
- 1:07:37Das ist nicht nur die Werbeeinblendung eines Begleiters dieses Podcastformates,
- 1:07:55das ist eine O-Marsch an ein Meisterwerk aus der Toskana, den Panizi
- 1:08:01Viennacce San Gimiano Reservat 2018.
- 1:08:05Dieser Wein ist ein Flüstern aus vergangener Zeit, eine stille Revolution.
- 1:08:11Richtig große Weine bestehen in der Stille und sind nicht banalplagativ,
- 1:08:15unsinnig arombund oder lästig laut.
- 1:08:17Der Panizi Viennacce San Gimiano Reservat 2018 ist nicht aufdringlich,
- 1:08:23nicht marktschreierisch, er trägt einfach eine andere Art von Kraft in sich
- 1:08:27und das er diese Kraft hat, zeigt er in seine Reife.
- 1:08:30Wer behauptet, ein Weißwein aus der Toskana, ein Viennacce San Gimiano,
- 1:08:33könne nicht reifen, mürte mit dem 2018 Reservat aus dem Hause Panizi
- 1:08:38seine Vorurteile komplett revidieren.
- 1:08:40Aber in allererster Linie ist er Toskana.
- 1:08:43Und wer liebt die Toskana nicht, dieses wunderbare Fleckchen Erde,
- 1:08:46das für uns ein absoluter Imbegriff von Deutsche Wieter und Lebensfreude ist.
- 1:08:51Ja, ich weiß, klingt ausgezehrt, aber es reicht ein Bild,
- 1:08:53mit welchem in uns ein Toskana-Gefühl ausgelöst wird.
- 1:08:56Gedeckt der Tisch im Garten, mit weißen Viennen Tischdecken,
- 1:08:59eine Straße mit Zypressen oder ein Bild vom New York der Toskana,
- 1:09:04also San Gimiano.
- 1:09:06Ja, ich habe das richtig gehört.
- 1:09:07Diese kleine historische Stadt in der Provenz Siena
- 1:09:11wird oft wegen seiner markanten, hochaufragenden,
- 1:09:14mittelalterlichen Türme, die an die Skyline Manhattan sehnern,
- 1:09:17als das mittelalterliche Manhattan bezeichnet.
- 1:09:21Im 13. und 14. Jahrhundert war die Stadt ein wohlhabendes Zentrum des Handels.
- 1:09:25Und wohlhabende Familien konkurrierten darum,
- 1:09:27immer höhere Türme zu bauen, um ihren Reichtum und Einfluss zu demonstrieren.
- 1:09:32Ursprünglich gab es 72 dieser Türme, von denen heute noch 14 erhalten sind.
- 1:09:37Diese Turmhäuser dient nicht nur als Status-Symbol,
- 1:09:40sondern auch als Verteidigungsbauwerke in den häufigen Konflikten
- 1:09:44zwischen rivalisierenden Familien.
- 1:09:46Dieser städtewetsch Streit um die Höhe der Türme erinnert an den modernen Wettbewerb
- 1:09:51der Wolken, grad sein New York.
- 1:09:53Während San Gimiano mittelalter seinen Höhepunkt erreichte,
- 1:09:56blieb die Stadt in späteren Jahrhunderten weitgehend unberührt,
- 1:09:59was ihr den Charme eines mittelalterlichen Manhattan bewahrt hat.
- 1:10:03Die Skylines heute ein markantes Symbol für die Stadt.
- 1:10:06Und hier kommt einer der berühmtesten Weißweine Italiens,
- 1:10:10der Vernazsi San Gimiano her.
- 1:10:12Die gleichnamige Rebsorte ist eines der ältesten und zugleich faszinierendsten
- 1:10:15Weißweinsorten Italiens und genießt einen Ruf, der weit, weit, weit über
- 1:10:20Tito's Kanne hinausgeht.
- 1:10:21Ihr Ursprung wird bis ins mittelalter zurückverfolgen, bereits 1276,
- 1:10:27wurde sie in den Archiven von San Gimiano erwähnt.
- 1:10:30Eine absolute Seltenheit in der Geschichte des italienischen Weinbaus.
- 1:10:35San Gimiano ist eines der wenigen Gebiete in Italien,
- 1:10:39das für seine Weißweine den Status einer DOCG erhalten hat.
- 1:10:44Was die Qualität und das Potenzial dieser Rebsorte unterstreichten,
- 1:10:47das ist nicht eines der wenigen, sondern das erste Gebiet.
- 1:10:49Und der Vernazsi Wein hat es verdient.
- 1:10:51Warum?
- 1:10:52Vielleicht wegen seiner strugeben Farbe,
- 1:10:54vielleicht wegen seines goldenen Glanzes,
- 1:10:56vielleicht aber auch wegen seines Ausdruckstaaten Aromas.
- 1:11:00Das nicht selten an Zitrusröschte grünen Apfelmandele erinnert
- 1:11:03und von stark mineralischen Akzenten fundiert ist.
- 1:11:06Diese Weine haben in der Regel frische und eine unglaubliche Geschmackslänge
- 1:11:11und eine besondere Eigenschaft,
- 1:11:14der wer Natzscher ist, ihre Fähigkeit durch Lagerung, Komplexität zu entwickeln.
- 1:11:19Eine unter sind wir ehrlich sehr seltene Qualität unter italienischen Weißwein.
- 1:11:23Das Weingut, Panizzi, wurde 1979 von Giovanni Panizzi gegründet,
- 1:11:27als er das Pudere Santa Marietta erwarb,
- 1:11:29das sich südwestlich der Stadtmauern von San Gimiano befindet.
- 1:11:33Die ersten Weinreben dienten zunächst der Herstellung von Wein
- 1:11:37für den privaten Genuss 1989 produzierte Panizzi,
- 1:11:40jedoch seinen ersten offiziellen Jahrgang,
- 1:11:42dessen die Dikette bis heute für Sti und Avangard steht.
- 1:11:45In 1990 und früh 2000er Jahren erlangte das Weingut bedeutende Anerkennung
- 1:11:50und das insbesondere für die außergewöhnliche Reifefähigkeit seiner Wer Natzscher Weine,
- 1:11:54wie diesen 2018 nach Reserva.
- 1:11:57Ja, Giovanni Panizzi gilt als einer der Pioniere,
- 1:12:00der die Wer Natzscher di San Gimiano wieder ins Rampenlicht rückte
- 1:12:04und deren Potential zur Entwicklung von Komplexität durch Flaschenreifung erkannte.
- 1:12:09Heute wird das Weingut von Simone Nicolai geführt,
- 1:12:12der Panizzi's Vision teilt und die Qualität der Weine kontinuierlich weiterentwickelt.
- 1:12:17Das Weingut setzt auf höchste Qualität und Nachhaltigkeit,
- 1:12:20um sowohl den Charakter des Tiroas zu bewahren,
- 1:12:23als auch innovative Ergebnisse zu erzielen.
- 1:12:26Die Weinberge von Panizzi umfassen vier Lagen,
- 1:12:29innerhalb des DOC-Gegebietes San Gimiano.
- 1:12:32Insgesamt bewirtschaft das Weingut 60 Hektar.
- 1:12:35Die Weinberge liegen in unterschiedlichen Höhenlagen,
- 1:12:39verfügen über verschiedenste Bodentypen, die zur Vielfalt der Weine beitragen.
- 1:12:43Was man diesem Reserva anmerkt,
- 1:12:45ist ein Erwähnungswein, der aus allen vier Lagen gewonnen wird.
- 1:12:49Die Weinberge der Wer Natzscher liegen auf Böden aus gelben Sand,
- 1:12:53Lehm und Hochstein.
- 1:12:54Die ältesten Reben stammen aus den 70er Jahren.
- 1:12:56Und sie sorgen wahrscheinlich dafür,
- 1:12:58dass dieser Reserva spielen 25 Jahre reifen kann.
- 1:13:03Danke für dieses Weinerlebnis.
- 1:13:05Dem Hause Panizzi und ein großes Dankeschön,
- 1:13:07dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.
- 1:13:12[Musik]
- 1:13:16[Musik]
- 1:13:19Wo man gerade im normal trinkbaren
- 1:13:24Bereich, noch bezahlbaren Bereich, wahnsinnige Schnäppchen, also im
- 1:13:27Weltspiegel finde ich, wahnsinnige Schnäppchen findet, also sei es im
- 1:13:31bis 10 bis 20 Euro Bereich ist das faszinierend, was man dort findet, wenn
- 1:13:37man eben links und rechts der großen Häuser schaut. Hast du allgemeine
- 1:13:41Sensibilität für Preis? Also dass du sagst, ich würde niemals unter dem Preis
- 1:13:45oder über dem Preis irgendwas trinken, also über dem Preis jetzt auch
- 1:13:50Kinder- und wirtschaftliche Situation einfach mal außen vorgelassen, die einen
- 1:13:54natürlich dann irgendwo hemmt, aber ich trinke keine Weine über 60.000
- 1:13:58Euro oder keine Weine unter 5 Euro, also hast du da ein ethisches oder ein fachliches
- 1:14:04Bewusstsein oder ist die es egal? Egal, es ist nicht, aber klarerweise,
- 1:14:10wir wissen ja, was schattstisch gesehen die Deutschen für Wein ausgeben und ich
- 1:14:18meine und zum Lieblingsjahr läuft es ja wahrscheinlich immer kalt in Rücken runter, wenn man diese Zahlen sieht.
- 1:14:24Aber ich glaube, es geht in beide Richtungen, also ich sage mal,
- 1:14:30wird es mal ganz überspitzt gesagt, nehmt das Counter in der Flasche Wein für 1,99 Euro,
- 1:14:34das ist wie bei jedem anderen Lebensmittel, da muss man sich dann, glaube ich, die Frage
- 1:14:39nicht stellen, wie das mal hergestellt oder produziert worden ist, um diesen
- 1:14:43Preis erzielen zu können oder dass es mit diesem Preis in den Markt kommt.
- 1:14:48Und nach oben hin ist halt so das andere extrem, also ich meine, wir kennen alle die
- 1:14:54großen Weinmarken, die großen Labels dieser Welt, die teilweise halt
- 1:14:57astronomische Preise erzielen und da kommt es, glaube ich, schon darauf an, wie man
- 1:15:08halt selber persönlich konstituiert ist irgendwie, also ich meine, wenn man sich eine Flasche Wein,
- 1:15:14einfach jetzt mal so dahin gesagt, eine Flasche Wein, die 5.000 Euro leistet,
- 1:15:19so, dann muss das eine Flasche Wein sein, auf die man vermutlich hingespart hat, also das
- 1:15:24würden wir zwei jetzt wahrscheinlich tun müssen und dann entwickelst du ja darüber hinaus eine
- 1:15:29irre Erwartungshaltung an diesen Wein und diese Erwartungshaltung meiner Meinung nach,
- 1:15:32kann diese Wein danach nicht erfüllen. Das heißt, so eine Flasche kannst du eigentlich nur
- 1:15:37genießen, wenn für dich diese, eben Beispiel, 5.000 Euro genauso viel sind,
- 1:15:44überspritz gesagt, wie für uns vielleicht 50 oder 500. So und deswegen, ja, also wie gesagt,
- 1:15:52da geht es so in beide Richtungen, also ein Limit für mich persönlich habe ich jetzt so nicht,
- 1:15:57da kannst du jetzt nur sagen, okay, kann ich es mir leisten oder kann ich es mir nicht, aber klar,
- 1:16:02nach unten hin dann vielleicht schon, das ist dann irgendwann schon sage, okay, da bin ich jetzt
- 1:16:07raus, aber nach oben hin, also wie gesagt, es gibt schon Preisentwicklungen, wo man sich schon fragt,
- 1:16:13mein lieber Freund, wo soll das mal auch hingehen, also wenn man jetzt nicht nur als Privatperson,
- 1:16:18sondern auch als als Einkäufer denkt, der das Ganze ja dann auch nochmal kalkulieren muss und dann
- 1:16:24ja auch immer noch mit dem gewissen Gewinn im Restaurant verkaufen möchte, da wird es dann
- 1:16:31teilweise schon schwierig, das attraktiv zu preisen, das muss man sich dann schon auch gut
- 1:16:37überlegen, ob man da den einen oder anderen Weg noch mitgeht oder dann sich dann vielleicht doch
- 1:16:41auch nach Alternativen umschaut. Wo bist du nach unten raus? Nach unten. Also was ist die Schmerz
- 1:16:46für dich? Das hat so ein Betrag jetzt schwierig, aber wie mein Beispiel gerade, also ich glaube,
- 1:16:52in beiden für 1,99 Euro würde ich mir persönlich nicht kaufen. Also es wird ja oftmals dieses
- 1:16:567 bis 10 Euro genannt, auf der anderen Seite hat man gerade nach Falz, weil du ja da gerade bist
- 1:17:01teilweise Shoppenweine, die von durchaus anständigen Produzenten sind, wo du den Liter für
- 1:17:07einen einstelligen Betrag bekommst, der erstmal erschreckend überraschend ist, aber dann durchaus
- 1:17:14auch nachvollziehbar ist, also daher finde ich es auch manchmal schwierig, so eine Grenze zu ziehen
- 1:17:18oder das immer so festzunageln. Also ich gehe mit dir total konform, man kann viele Weine im
- 1:17:24hochklassigen Bereich wirklich nur trinken und genießen, auch Werten, wenn man sie nicht bezahlt
- 1:17:29hat oder die für einen Wert frei sind. Ein Wein, das eben oftmals nicht erbringen kann. Hast du
- 1:17:34einen Wein, den du gerne mal probieren möchtest, den du noch nicht probiert hast? Also gibt es da bei
- 1:17:37dir eine Wunschliste, wo du irgendwas mal trinken musst? Die Wunschliste gibt es jetzt vielleicht so
- 1:17:44in dem Punkt nicht, aber klar, ich habe ja ganz am Anfang unseres Gesprächs auch davon gesprochen,
- 1:17:53dass ich natürlich eine große Leidenschaft insgesamt für das Weinland Frankreich habe und
- 1:17:57dementsprechend vermute ich nur ganz wenige unsere Kollegen auch, nämlich es begund. Und da wäre es
- 1:18:05natürlich mal sehr selten. Also ich weiß, ich habe mal, das war ein großes Erlebnis, das war
- 1:18:12mal, das war noch zu meiner Schweizer Zeit, da hatte ich mal einmal das Glück gehabt, dass ich eine
- 1:18:19Magnumplasche Latache aus dem Jahr 2004 probieren dürfen. Das war schon sehr eindrücklich und wenn
- 1:18:27man da dann noch mal dazu kommen würde oder jetzt überhaupt meiner von der Domaine, also was ist
- 1:18:36halt so oder was wird immer so als Benchmark hochsterellisiert aus dem Bogund? Wenn weiter Zugang
- 1:18:43zu diesem Wein ein bisschen einfacher wäre, das wäre vermutlich ganz schön oder auf der anderen
- 1:18:49Seite den Wein, den ich schon mal probiert habe, was auch unfassbar war und was mich einfach
- 1:18:55wahnsinnig interessieren würde, wie das ich heute präsentiert, das war auch wenn es ein großes
- 1:18:59Label ist 1985, saß ich kaja, damals zu meinem, ich glaube zu meinem 30 jährigen Geburtstag habe
- 1:19:06ich den getrunken, genau. Das war auch, das war auch eine absolut perfekte Flasche, also das wird
- 1:19:12mich von interessieren jetzt so nach knapp zehn Jahren, wie der sich heute präsentieren würde.
- 1:19:17Wenn du so ein Wein hast, ist das Setting für dich wichtig? Also brauchst du, legst du dir Musik auf,
- 1:19:23musst der Raum eine bestimmte Farbe haben, Größe ist eher im Restaurant, ist es eher zu Hause, also
- 1:19:30was ist für dich der Grundanspruch an einen perfekten Weinmoment vom Gesamt Setting?
- 1:19:37Das kann ganz unterschiedlich sein, also ich meine klar, wenn man jetzt solche Weine spricht,
- 1:19:45dann hat man, das ist dem hat man ja auch gerade, dann trinkt man die vermutlich nicht im Alltag so,
- 1:19:51dann sind das ja vielleicht ja, sind es Fährlichkeiten, ob jetzt Geburtstage, Hochzeitstag, wie auch immer
- 1:19:58und dann klar, also man schafft dann schon dafür eine besondere Atmosphäre, das ist jetzt gar nicht
- 1:20:06mal jetzt nur wegen dem Wein, sondern halt jetzt auch, wenn man jetzt, wie gesagt, Hochzeit,
- 1:20:12Zeitgeburtstag, vielleicht sind die Kinder außer Haus oder die Oma passt auf sie auf, man hat
- 1:20:18mal ein bisschen Zweisamkeit und wie du sagst klar, dann läuft ein bisschen Musik im Hintergrund,
- 1:20:24du hast ein bisschen gedientes Licht, vielleicht, du schaffst einfach so eine, ja für dich selber,
- 1:20:32so eine Wohlfühlatmosphäre, in der dann dieser Wein halt wirken kann, weil das kann er halt nicht
- 1:20:38in der Form, wenn, ich will nicht immer, also nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, ja ich liebe
- 1:20:44meine Kinder, aber wenn dann zum Beispiel man versucht so einen Moment herzustellen und dann
- 1:20:53schaltet es auf den Nachbarzimmer, im 10 Sekunden sagt Mama, Papa, Mama, Papa, dann wird es schwierig,
- 1:20:58sich auf diesen Moment und eben auch auf diesen Wein wirklich vollumfänglich einzulassen, also
- 1:21:04das ist glaube ich ganz wichtig, wobei ich glaube, das kann auch in einer Runde passieren, also wenn
- 1:21:12man jetzt, keine Ahnung, sich mit ein, zwei Freunden, Kollegen wie auch Oma jetzt irgendwie
- 1:21:16trifft und man sitzt zusammen, das kann privat sein, das kann auch in einem Restaurant,
- 1:21:23an einer Weinbar sein und vielleicht hat man sich ja vorher auch schon mal ein bisschen besprochen
- 1:21:28und man hat gesagt, weil man sich auf die Weinkarte angeschaut hat, so Mensch komm, wir schmeißen
- 1:21:33alle zusammen und gönnen uns halt dieses oder jenes und kann das auch ein unfassbarer Moment sein,
- 1:21:39also ich glaube wichtig ist so der Anlass muss glaube ich irgendwo auch stimmen und dann glaube
- 1:21:45ich auch, dass man, das ist immer wieder bei dem, dass ich das selten alleine tu, dass man diesen
- 1:21:50Moment teilen kann, ich glaube das ist auch ganz elementar, ob das jetzt wie gesagt mit der Partnerin
- 1:21:55oder mit Freunden ist, weil das macht dann dieses Moment irgendwo auch perfekt, wenn du eben auch die
- 1:22:00Faszination deines Gegenübers vielleicht auch wahrnimmst und da einfach ein Moment entsteht,
- 1:22:05von dem du einfach noch lange zähren kannst, über den du lange sprechen wirst, der lange
- 1:22:09in Erinnerung bleibt. Ja, da wahrscheinlich eben auch die Situation, dass geteilte Freude,
- 1:22:14doppelte Freude ist, wenn man sich dann mitteilt austauscht, ganz genau, die Wahrnehmung des
- 1:22:18anderen dann irgendwo auch greifen kann, dessen Interpretation des Wein ist, wenn man zum Wein
- 1:22:23ja immer nur und oftmals an einer gewissen Oberfläche abkratzen kann, seit man hat irgendwie ganz,
- 1:22:31ganz viel Zeit um ihn irgendwie wahrzunehmen und durch dieses gemeinsame Bereichernde kriegt man
- 1:22:36immer wieder verschiedene Facetten und Eindrücke von denen, Wein sind so eine Sache wie Gläser,
- 1:22:41Service und sowas alles für dich wichtig, also hast du da einen Anspruch an Gläser, möchtest du
- 1:22:46definitiv. Wo liegt der Anspruch dort? Also, müssen es mindestens Markengläser sein oder reicht
- 1:22:54auch in Kea, müssen es Muntgeblasene sein, gibt es da Vorlieben bei dir? Vorlieben, also tatsächlich
- 1:23:01in Kea Glas habe ich jetzt keins zu Hause, ich habe jetzt aber auch nicht nur Muntgeblasene zu Hause,
- 1:23:06das ist immer so ganz unterschiedlich, also ich glaube, es muss ja am Ende so ein bisschen klar
- 1:23:11entscheidet dabei ja das Glas und da tun wir uns jetzt vielleicht, die das Hauptberuflich machen
- 1:23:19ein bisschen leichter, weil wir halt von vornherein schon eher wissen welches Glas zu welchem Wein
- 1:23:26passt und welches eben auch nicht und dementsprechend hat man ja auch unterschiedliche Gläser,
- 1:23:32Gläsertypen, Gläserformen bei sich zu Hause und bild eben das entsprechende. Wenn der Wein das
- 1:23:36entscheidet, wie entscheidet er das? Also nur hochwertige Gläser für hochwertige Weine oder
- 1:23:41nee, ich meine jetzt eher also die jeweilige Form eines Glases gibt und das Wein das entscheidet
- 1:23:48meine ich auch, habe ich ein Bordeaux, habe ich ein Bougunder, habe ich ein Felser Riesling,
- 1:23:52wenn ich ein Riesling habe über welche Qualitätsstufe sprechen wir etc. und da gibt es ja
- 1:23:59verschiedene Serien, also wer es fast schon ein bisschen zu sehr auch die Spitze treibt,
- 1:24:07es ist ja Riedl, die ja mittlerweile glaube ich gefühlt für fast jede Rebsort dieser Welt
- 1:24:12irgendwie ein eigenes Glas aufgelegt haben, wo es da auch schon Serien gibt, also das finde ich
- 1:24:16schon sehr cool, die ich auch zu Hause habe, also so ein bisschen Rebsorten spezifisch,
- 1:24:23das habe ich eigentlich damit gemeint, dass der Wein eigentlich das Glas entscheidet so ein
- 1:24:27bisschen. Oder versuchst du mit dem Glas den Wein zu betten und ihn ein absolut perfektes Umfeld
- 1:24:34zu geben oder versuchst du ihn heraus zu fordern und eigentlich ein völlig kontreres Glas zu wählen?
- 1:24:40Also ich weiß nicht ob ich da jetzt zu konservativ bin, aber ich glaube da bin ich definitiv
- 1:24:46bei Esterem, also ich sage mal in einem pairing klar, da bin ich natürlich dann auch mutiger,
- 1:24:54da will man das ja auch so manchmal auch diese Gegensätze zusammenbringen, damit sich ja
- 1:24:58wenn er so ganz neue geschmackte Dimensionen auftun, aber beim Glas da bin ich schon eher so
- 1:25:04unterwegs, dass ich sage, es muss eben das perfekte Glas für diesen oder das annähernd
- 1:25:08perfekte Glas für diesen Wein sein, also da würde ich mich jetzt in keine Experimente
- 1:25:15verstricken worden. Da hat sich auch jemand Gedanken gemacht, wie man eben dem Wein absolut
- 1:25:19perfekt darstellen kann und oftmals ist ja eben auch dieser einen Wein Moment, den man dann hat,
- 1:25:23den möchte man natürlich denn unterstützend im Restaurant selber, was ist für dich vom
- 1:25:27Service wichtig? Worauf achtest du? Ich weiß nicht ob Demut das richtige Wort ist, aber
- 1:25:33vielleicht auch wiederum schon, weil ich mir halt denke, das ist ja egal welche Flasche
- 1:25:44Wein du in der Hand hast und wenn du gerade im Restaurant, wo du ja nochmal etwas aus deinem
- 1:25:48Keller oder von deiner Weinkarte servierst, dann stehst du ja in aller Regel da ja auch voll dahinter,
- 1:25:54sonst hättest du diesen Wein im Sortiment nicht und da aber auch mit so einer gewissen Demut diesen
- 1:25:59Wein vorzustellen zu präsentieren, weil du ja weißt, wie viel Herzblut davor möglich auch in
- 1:26:05der Flasche steckt oder was es halt alles bedurbt hatte, diesen Wein zu produzieren. Das finde
- 1:26:14ich irgendwie ganz wichtig, weil es mich so ein bisschen persönlich auszeichnet im Service,
- 1:26:18würde ich jetzt mal persönlich sagen, ich versuche halt immer so diese Faszination,
- 1:26:22die ich für das Thema habe, was so ich eigentlich am Gast eben rüber zu bringen,
- 1:26:25ich würde jetzt mal behaupten, das gelingt mir in der Regel ganz gut, weil es für mich einfach
- 1:26:31wie gesagt danach wie vor unfassbar faszinierendes Thema ist, es ist Leidenschaft, es ist Hobby,
- 1:26:37also wir könnten ja eigentlich sagen, da uns glaube ich das Gefühl irgendwo eint,
- 1:26:42dass wir das große Glück haben unsere Leidenschaft und so Hobby irgendwo auch zum
- 1:26:46Beruf gemacht zu haben, weil irgendwann ein weiser Mann hat mir gesagt, wenn du etwas tust,
- 1:26:52was dir Spaß macht, dann musst du nie wieder arbeiten. Das hat natürlich auch gibt ein paar
- 1:26:57Schwächen dann der Aussage, aber im Kern trifft es das eigentlich ziemlich gut. Bin jetzt vielleicht
- 1:27:02ein bisschen abgedriftet, weil jetzt ging drum, okay, wie arbeite ich im Restaurant, aber ich glaube
- 1:27:08am Ende mache ich nicht viel anders als die Kollegen auch, aber ich glaube, was gerade was
- 1:27:15Präsentation angeht, das fängt ja bei der Empfehlung schon an und wie gesagt dann beim Präsentieren,
- 1:27:20beim Öffnen, wie du diesen Wein eben auch behandelst, was du tust, damit sich der Wein
- 1:27:27eben auch vollumfänglich zeigen kann, das fängt da wie gesagt klar, bei der Wahl des
- 1:27:31richtigen Glases an, dann dich an Tjern Karafjelen, wie wir das halt alle kennen, tust du es ja
- 1:27:38nein, das Glas eventuell eben auch definieren, dass es eben einfach schon so ein bisschen vorbereitet
- 1:27:43wird auf dem Wein, also im Prinzip, dass du versuchst alles zu tun, dass ich der Wein bestmöglich
- 1:27:49am Gas zeigen kann und schlussendlich ja auch dem Gas damit einen ganz besonderen genussvollen
- 1:27:56Moment oder mehrere Momente über den Abend hinweg oder über die eine oder andere Flasche hinweg zu
- 1:28:02bereiten. So, das ist meine Aufgabe und der gehe ich nach wie vor, wie gesagt, mit großer Leidenschaft
- 1:28:09nach. Wenn du sagst, dass du für deine Leidenschaft bekannt bist, wie zeichnet sich die aus? Ist es
- 1:28:14immer die Ansprache und falls ja, was für eine Ansprache hast du? Also hast du ein Stil, wo man dich
- 1:28:22wiedererkennen könnte, ähnlich wie ein Koch manchmal einen Signature-Disch hat? Ja gut, so was wie
- 1:28:28den Signature-Disch, das ist bei uns ja vielleicht ein bisschen schwieriger, aber also meine Ansprache
- 1:28:35ist natürlich da nicht immer gleich, das wäre ja auch komisch, glaube ich, aber ich glaube,
- 1:28:41und das Besondere ist ja, würde ich jetzt mal behaupten, oder das ist ja etwas, was du nicht
- 1:28:49steuern kannst, so was man sieht dann einfach so aus, die rausbricht, wenn du über etwas sprichst
- 1:28:55und gleichzeitig auch über etwas nachdenkst, was ich einfach begeistert so und das eins zu eins zu
- 1:29:02transportieren. Also ich habe auch schon mit, wie ich quasi noch nicht Hauptberufler als Hominier
- 1:29:09gearbeitet hatte, auch mit einem anderen Kollegen gehabt, die das meinen, persönlich meiner Meinung
- 1:29:16nach jetzt nicht ganz so rübergebracht haben, für die war das halt so Business as usual und dann
- 1:29:21erzählst du das einmal von oben nach unten und war so wirklich ein Funkel, springt da halt nicht
- 1:29:30über so, das ist halt gar nicht meins, deswegen einfach so diese Leidenschaft dann am Gast zu
- 1:29:42zeigen und sie eben auch zuzulassen, jetzt nicht künstlich irgendwie versuchen, zurückhalten
- 1:29:46zu wollen oder ja, dann darfst du strahlen, dann müssen die Augen funkeln, dann du zeigst einfach
- 1:29:53und wie gesagt und dann ist es auch nicht gestellt, du zeigst einfach, wie sehr du für dieses Thema
- 1:30:00brennst und wie toll du es letztendlich dann in dem Moment ja auch findest, den Gast jetzt diesen
- 1:30:08Wein zu präsentieren, zu öffnen und zu servieren. So und ich glaube, das muss aus einem, tief aus
- 1:30:13einem selbst kommen, das kannst du nicht, ja, das kannst du nicht lernen, ist doof, aber das ist
- 1:30:20einfach so, ich glaube so diesen inneren Antrieb, den wir glaube ich irgendwo alle haben müssen,
- 1:30:25sonst könnten wir glaube ich diesen Beruf zumindest über längere Zeit gar nicht in der Form
- 1:30:28ausüben. Gibt es verschiedene Tools, die du brauchst, also neben natürlich Karaffe, Gläser,
- 1:30:35Kellnermesser, Handseherwerte, irgendwas wo du sagst, das würde ich total gerne empfehlen oder
- 1:30:40das sollte auf keinen Fall fehlen. Ja den Durant so oder manche nennen sie noch hip ammel, glaube
- 1:30:47ich, ich weiß gar nicht, ich werde den einmal erfunden. Hip ammel ist was anderes, das ist ja so wie
- 1:30:51so eine Zange, so eine langgezogene Zange, wo du einen Korb der reingerutscht ist, bedrausziehen kannst,
- 1:30:55gibt es witzigerweise auch kaum noch auf dem Markt und Durant ist ja wo du einen Spankkorkenzier und
- 1:31:01einen normalen Korkenzier in einem hast und den Korken stabilisierst und dann die Seele
- 1:31:06reindrehst und den somit von innen und außen zusammen zusammen raus bewegen kannst, den
- 1:31:14bei den Korken. Aber hip ammen sind auch extrem hilfreich, wie der passiert ist, gerade wenn man
- 1:31:19mit vielen alten Weinen arbeitet, was bei euch ja wahrscheinlich nicht selten ist und der Name
- 1:31:25daher ist ja, welts mehr oder weniger wie die Zange ist, der Korken umgriffen wird und dann
- 1:31:29rausgezogen wird. Sind auch ganz ganz interessante Handwerksäule, ja gibt es viel viel zu selten,
- 1:31:35also mehr hip ammen dieser Beinwelt bitte. Sonst noch irgendwas wo du sagst, das ist super
- 1:31:41hilfreich oder vielleicht auch was was total nutzlos ist, wo du sagst, boah das, wenn ich so was geschenkt
- 1:31:47bekomme bitte nicht. Also was du im Service jetzt nicht brauchst, ich weiß es noch, das ist
- 1:31:52schon natürlich auch schon Jahre her, da wollte man mir mal, ich weiß gar nicht irgendwo aus
- 1:31:58meinem Verwandtschaftskreis ein Geschenk machen, das war auch so ein so genanntes Somelier Set,
- 1:32:05wo dann auch so mit Thermometer und so weiter, das mag jetzt mal ganz interessant sein, aber ich finde,
- 1:32:14das brauchst du jetzt im Restaurant nicht, ich hatte mal einen Gas, ja er hat immer seinen
- 1:32:20Weinthermometer mitgebracht und wenn man dem Glas Wein eingeschänkt hat, das erste was er
- 1:32:25gemacht hat ist das Thermometer in dieses Glas rein zu halten. Das finde ich dann, also natürlich
- 1:32:30klar, perfekt, die Temperatur etc. Wobei es da ja auch unterschiedliche gibt beziehungsweise,
- 1:32:37das nimmt ja auch jeder Gast irgendwo anders wahr, für den einen ist der Rotwein jetzt zu kalt,
- 1:32:41für den anderen ist er zu warm. Das finde ich jetzt im Service, finde ich das jetzt übertrieben,
- 1:32:45also das bräuchte ich jetzt nicht. Also ich würde jetzt nicht im Service irgendwie mit
- 1:32:48Weintemometer oder so arbeiten. Aber Temperatur ist für dich grundsätzlich schon wichtig oder
- 1:32:54extrem wichtig? Ja, natürlich klar. Ich meine jetzt, also weiß ich nicht, also sag gerne,
- 1:33:01sehe ich das falsch, hast du schon mal mit dem Thermometer gearbeitet? Ich finde es manchmal
- 1:33:05interessant, um sich selber so ein wenig abzugleichen oder einzunorden und sehr überraschend,
- 1:33:10wie man, wenn man Temperatur ja unterschiedlich war, nachdem wie viel Alkohol der Wein hat,
- 1:33:14wie welche Säure der Wein hat, welche, also eben auch Viskosität er da herausresortieren,
- 1:33:19dann letztlich auch hat, kann man Temperatur manchmal total unterschiedlich taxieren und
- 1:33:26einschätzen und das finde ich überraschend. Ich habe dummerweise in der Tat auch kein Weintemometer
- 1:33:31überhaupt, also hatte glaube ich auch noch nie eins, aber wenn wir es mal nachgeprüft haben,
- 1:33:38einfach für den Betrieb, wir haben es mit anderen Thermometern probiert, also meist mit
- 1:33:45Küchenthemometern, wo wir da geguckt haben, welche Temperatur das hat, war es sehr, sehr
- 1:33:49überraschend. Für mich ist es immer so ein Leidenschaftsthema, wer ich nicht weiß,
- 1:33:53welche Temperatur nimmt man, nimmt man die Gasttemperatur, weil viele Gäste ja die
- 1:33:58Weine anders genießen würden, als wir es normalerweise in unserer Weinwelt anders empfehlen
- 1:34:06würden. Da ist nicht nur immer das ewige Thema Weißwein, wo man sagt, ich würde den total
- 1:34:11gerne, weil er das Potenzial hat bei 13, 15 Grad, fast wie ein Rotwein eigentlich servieren und der
- 1:34:17Gast hätte ihn aber lieber bei 3 Grad. Und was ist da richtig, also in der Form, der Gast
- 1:34:24natürlich König und man steht da selber immer so ein bisschen außen vor, aber manchmal sehen
- 1:34:28auch so der Kompromiss, den man irgendwo eingeht oder wo man versucht, damit auch zu spielen,
- 1:34:34ein zweites Glas temperiert dazu zu stellen und einfach zu sagen, probiert es mal in der Form.
- 1:34:40Normalerweise serviere ich den eher ungern, für euch serviere ich den gerne bei 3 Grad,
- 1:34:44weil ihr das Glas beschlagen sehen wollt oder wer ihr einen Erfrischungsgetränk sucht,
- 1:34:51aber man verschenkt sich halt so, so eine Spielerei, also mag ich dann immer ganz, ganz gerne.
- 1:34:56Ja, das ist echt. Also gerade eben auch jetzt zum Beispiel, was ich mal krass finde bei Roséwein.
- 1:35:01Roséwein halte ich oftmals für völlig unterschätzt oder eben auch manchmal falsch serviert,
- 1:35:07aber Roséwein wie ein Rotwein zu servieren mit viel Potenzial, mit viel Entwicklungsmöglichkeiten
- 1:35:12im entsprechenden Glas, finde ich einfach großartig. Da hast du vollkommen recht.
- 1:35:16Also Temperatur ist immer so ein ganz, ganz heigtes Thema, wo man eigentlich mehr falsch
- 1:35:19machen kann, als man richtig machen kann. Ja, am Ende ist es so und genau, du hast die
- 1:35:25Beispiel genannt, ich meine, wenn man an Wein so kalt sein muss, dass das Glas beschlägt.
- 1:35:29Ja gut, dann wie du sagst, dann ist der Gast am Ende König, auch wenn man selber sich denkt,
- 1:35:35auch wie schade, aber ja, so ist es. Aber der Gast trinkt dann dem Augenblick das Gefühl,
- 1:35:40das ist dann eben auch schön, weil er dann eben einfach, und kommt wahrscheinlich auch mit dem
- 1:35:44entspannenden Alkohol dann einen schönen Moment hat, aber ja, man mag ja gerne. Gibt es irgendwas
- 1:35:50beim Wein, was du nicht machen würdest? Also wo, wenn das der Gast bestellt, du sagen würdest,
- 1:35:54nee bitte nicht. Keine Ahnung, großgewecks vom Bull als Glühwein zum Beispiel.
- 1:35:59Stellt euch vor, ihr sitzt in einer altwürdigen Whiskeybahn in Edinburgh. Der Raum durfte nach
- 1:36:21Leder, Eiche und Jahrzehnte langer Tradition. Ein Glas wird vor euch abgestellt. Ihr nehmt einen
- 1:36:27Schluck und plötzlich passiert etwas Unerwartetes. Kein vertrauter Scotch, kein japanischer Mord.
- 1:36:33Stattdessen eine Welle von tropischen Früchten, dunkler Schokolade und würzigen Holz. Die
- 1:36:38Kette um euch, man erstaunt. Der Parkkeeper grinst. Das ist Kavalan aus Taiwan. Taiwan? Whiskey? In
- 1:36:46einer Welt, die von Highlands, Islay und den Brednereien Japans dominiert wird, klingt das wie ein
- 1:36:51Widerspruch. Und doch, Kavalan hat bewiesen, dass Whiskey nicht nur von Traditionen lebt,
- 1:36:56sondern Mut und Innovation. Ein Whiskey aus einem Land, das für seine Hightech-Industrie und
- 1:37:01seinen T-Platagen bekannt ist. In wenigen Jahren, die ihr Lied herausfordert, das ist nicht nur
- 1:37:06eine Geschichte, das ist eine Revolution. Als 2008 der erste Kavalan Single Mord auf dem Markt
- 1:37:12kam, war die Skepsis, es könnt ihr euch alle denken, groß. Whiskey aus Taiwan? Die Transitionalisten
- 1:37:17rümpfen die Nase. Doch dann kam der Moment, der die Szene veränderte. 2010 gewann Kavalan
- 1:37:24in einer Blindverkostung gegen die etablierte Elita aus Schottland. Whiskey-Kritiker verstummten.
- 1:37:29Juroren riemen sich die Augen und eine neue Ära begann. Plötzlich war klar,
- 1:37:34Excellenter Mord-Wiskey kennt keine greografischen Grenzen. Nur Handwerkskunst, Leidenschaft
- 1:37:39und Mut zur Innovation. Die Distillery ist das Werk von Titili, ein Mann mit einer Vision. Er wollte
- 1:37:46nicht nur einfach ein Taiwanischen Whiskey, er wollte dem besten Whiskey der Welt. Die Antwort
- 1:37:52auf die Frage, warum sich Taiwan als perfekter Ort für Whiskey eignet, liegt in einem unerwarteten
- 1:37:58Verbündeten. Dem Klima. Vergiss, was du über die Whiskey-Reifung zu wissen glaubst. Während sich
- 1:38:04in Schottland fesser Jahrzehnte lang Zeit lassen, arbeitet Taiwan im Zeitraffer. Das tropische
- 1:38:10Klima von Jilan ist nicht nur eine Herausforderung, sondern ein Katalysator. Die hohen Temperaturen und
- 1:38:14die feuchte Luft sorgen für eine schnellere Interaktion zwischen Holz und Distillat. Ein
- 1:38:18vierjähriger Kavalan kann es geschmacklich mit einem 15-jährigen Scotch aufnehmen. Verrückt? Nein.
- 1:38:24Pure Wissenschaft. Und es geht noch weiter. Das Wasser für Kavalan stammt aus den klaren
- 1:38:30Quellen des Snow Mountain. Es ist weich, es ist rein und es ist voller Mineralien. Die perfekte
- 1:38:36Basis für ein Distillat mit Tiefe und Charakter. Dazu kommen. Und wir wissen alle, wie immens
- 1:38:42wichtig das ist, speziell ausgesuchte Fesser, die eine intensive Reifung ermöglichen. Besonders
- 1:38:47spannend bei Kavalan ist, dass sie eben nicht nur auf Bourbon oder Sherryfesser setzen, sondern eben
- 1:38:51auch mit Weinfesser, mit Cognacfesser, mit Portweinfesser und mit hartgetostem Eich experimentieren.
- 1:38:56Das Ergebnis? Eine Aromexplosion, die euren Gaumen nicht nur fordert, sondern zugleich verführt.
- 1:39:01Also Zuckerbrot und Peitsch in Whiskyform auf der Zunge. Super. Und das ist super. Kavalan verfolgt
- 1:39:06einen einzigartigen Distillationsansatz. Klassische Kupferbremblase aus Schottland.
- 1:39:11Treffen auf modernste Überwachungstechnologien. Nichts, aber auch wirklich nichts bleibt in
- 1:39:16Zufall überlassen. Die Kunst besteht darin, den perfekten Cut zu setzen, den Moment zu bestimmen,
- 1:39:21wenn das Distillat seine maximale Ausdruckskraft erreicht. Der Kavalan Distillery Select Nummer
- 1:39:272 hebt sich durch eine raffinierte Fas-Auswahl hervor. Hier verschmilzen Vanille, dunkelschokolade und
- 1:39:34geröstete Nüsse im Aromenbild mit der unverwechselbaren Fruchtigkeit tropischer Früchte, was Kavalan
- 1:39:41so einzigartig macht. Die Holznoten sind natürlich präsente, aber niemals dominant.
- 1:39:46Alles ist im Perfekt, da haben wir ihn nicht ausgewogen und wahnsinnig elegant. Jetzt mal ehrlich,
- 1:39:51was macht diesen Whisky wirklich einzigartig? Es sind drei Dinge. Zum einen die Geschwindigkeit der
- 1:39:57Reifung. Tropisch Temperatur ermöglichen eine intensive Extraktion der Holzaromen,
- 1:40:02mit dem ganz einfachen Resultat viel mehr tief in kürzester Zeit zu erreichen. Punkt zwei,
- 1:40:06die Textur. Der Whisky ist samtig. Er ist rund und zugleich aber wahnsinnig voluminös. Trotzdem
- 1:40:13leichtfüßig und durch die Fruchtigkeit überraschend frisch. Punkt drei, die Arombalance. Wir haben
- 1:40:19auf der einen Seite diese fruchtige Süße, wir haben die würzige Tiefe, wir haben die Dezenten
- 1:40:24mit der Noten und die verschmelzen zu einem Spiel, das am Gaumen noch ewig lange nachhalt. Also bitte,
- 1:40:30vergiss überholtedokument. Kavalan Nummer zwei ist nicht nur ein Whisky, es ist ein Statement. Eine
- 1:40:35Rebellion gegen Konvention. Er zeigt, dass Whisky sich weiterentwickeln kann, ohne seine Seele zu
- 1:40:42verlieren. Es ist einfach an der Zeit, den Begriff Terror komplett neu zu denken. Während in Schottland
- 1:40:47nebefangene Hügel die Fässer umarmen. Herrscher, im Teil war eine ganz andere Bedingung. Feuchte
- 1:40:52Hitze, starke Winde und rapide Druckveränderungen. Manchmal geschieht Geschichte nicht in Schlachten.
- 1:40:57Oder in politischen Entscheidungen. Manchmal geschieht sie auch an einem schlichten Verkostungstisch.
- 1:41:032010. Schottland. Eine Blindverkostung mit den besten Mold-Wisky der Welt. Niemand wusste damals,
- 1:41:10dass in den Gläsern ein Herausforder aus Taiwan auf sie wartete. Und dann Kavalan gewann. Und
- 1:41:16mittlerweile ist Kavalan kein Geheimtipp mehr. Es ist ein Phänomen. Und das Beste daran,
- 1:41:20das Abenteuer hat gerade erst begonnen. Vielen lieben Dank dafür. Und noch ein großes Dankeschön
- 1:41:26dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:41:30Ja, zum Beispiel. Ich finde Eiswürfel ganz fruchtbar. Jetzt habe ich eine Zeit lang auf
- 1:41:47Sylt gelebt und gearbeitet. Da war das Thema ja allgegenwärtig. Auch immer gut. Immer
- 1:41:57schön Eiswürfel. Also jetzt nicht selber, aber das ist natürlich nicht selber, aber das ist
- 1:42:00halt die Gäste, das wollten. Damit musste man halt ein Leben. Da konnte man dann irgendwie
- 1:42:06so machen, was ich nicht konnte. Schön, dass du es fragst, weil das ist jetzt auch gar nicht
- 1:42:13so lange her, dass ich diesen Fall hatte. Da haben Gäste ... Ich hatte einen Champagner getrunken,
- 1:42:21tatsächlich. Und ich meine auch, dass es Domperiowa. Und die eine Dame wollte das in der Tat mit
- 1:42:29Cola trinken. Champagner und Cola, habe ich ja noch nie gehört. Witzig. Ja. Und da habe
- 1:42:36ich gesagt, die waren dann auch cool, es war dann auch witzig. Aber ich habe dann gesagt,
- 1:42:42also, ich serviere Ihnen das Glas Champagner, ich serviere Ihnen die Cola. Was sieht man
- 1:42:46damit anstellen? Oblegt dann Ihnen, aber ich werde es nicht vorab mischen. Das werde ich
- 1:42:53nicht tun. Witzig. Das müsste ja extrem überschäumen. Das kann ich mir fast gar nicht mal ausprobieren.
- 1:43:00Ja, also man wollte das dann auch in einem großen Glas. Man sollte dann auch in einem
- 1:43:04Bugunderglas serviert werden und so weiter, dass eben genau genug Platz da ist. Aber das
- 1:43:09war dann sowas, das tue ich dann nicht. Das könnte ich dann nicht. Ich hatte Cola-Nummer
- 1:43:14nie. Also ich habe viele oder jeder erzählt darüber, aber ich hatte das nie diese Situation
- 1:43:20des Problems, dass ich das irgendwie machen musste, konnte, durfte, sollte, wie auch immer.
- 1:43:25Daher. Ja. Habt ihr wahrscheinlich die seltenen Gäste, die das lieben oder eben diese Vorliebe
- 1:43:31haben? Sonst findest du eine Situation, wo Wein überhaupt nicht passt? Also fäll dir
- 1:43:36da irgendwas ein, wo du sagst, da bitte kein Wein? Ja, wobei das tatsächlich ...
- 1:43:42Also dieser Entschluss, dass man merkt, so in dieser Situation bitte kein Wein, das
- 1:43:49musste jetzt auch, sagen wir mal, über mehrere Berufsjahre, glaube ich, reifen. Also was mich,
- 1:43:53also persönlich bin ich mittlerweile so, dass ich sage, in so richtigen ... Also in
- 1:44:00Situationen, wo man so einen richtig harten Tag hatte, jetzt auch eben auch von der Arbeit
- 1:44:05schwierige Gäste, es waren langer Tag, viele Stunden und man, ich weiß nicht, ob ich das
- 1:44:12jetzt hier sagen darf, aber wo man einfach nur so richtig abgesagt eigentlich ist. Und
- 1:44:17man dann als Kompensation Alkohol trinkt und dann eben Wein, um irgendwie auf diesen
- 1:44:26Tag klarzukommen oder wie auch immer, das ist etwas, was ich heute nicht mehr tue. Weil
- 1:44:33ich dann für mich auch festgestellt habe, das geht dann auch eigentlich konträr zu dem,
- 1:44:38wie ich Wein ja auch sehe und lebe. Das ist da Wein, es ist Emotion, es ist Genuss, es
- 1:44:45ist wieder das Wort Leidenschaft. Und wenn man dann in Situationen, wo es ja eigentlich
- 1:44:53in Anfangs sage ich nur, um den Alkohol geht, Wein zu sich nimmt, dann kontaktiert man eigentlich
- 1:45:02die ganzen Gründe, für die man sich eigentlich mal für dieses Thema entschieden hat. Und
- 1:45:08das habe ich auch viele Jahre gemacht, das gebe ich auch offen und ehrlich zu, aber
- 1:45:11dann irgendwann festgestellt, dass das falsch ist und dass man das eigentlich nicht tun
- 1:45:17sollte. Schöne Ansatz. Kannst du Wein, wenn du sagst Leidenschaft, ist Wein für dich
- 1:45:22Leidenschaft oder gibt es ein anderes Wort, mit dem du Wein darstellen könntest? Emotion.
- 1:45:28Es ist sowohl für einen selber, als eben auch diese Emotionen, die man transportiert und
- 1:45:36die dann beim Gast ankommt. Also es ist so eine Energie, die dann irgendwie spannend ist.
- 1:45:40Kannst du noch ein Leben ohne Wein vorstellen? Schwierig. Sehr schwierig. Ja, tatsächlich.
- 1:45:46Kavins Muskel geht alles, aber schön. Also wenn man so tief in dem Thema drin ist, kann
- 1:45:51das nur Wein oder gibt es irgendwas, was genauso vielschichtig, vielfältig ist, genauso tiefsinnig,
- 1:45:58genauso komplex, genauso kulturell? Also ist da Wein das Einzige? Das Einzige ist es vermutlich
- 1:46:05nicht. Also für mich ist es das Einzige. Also mir würde jetzt so spontan nichts anderes
- 1:46:08einfallen, was genau diese ganzen Punkt abdeckt, die du eben auch gerade gesagt hast. Also deswegen
- 1:46:17für mich ist es das Einzige. Wie man Wein kombinieren kann, das finde ich total spannend.
- 1:46:22Ist es bei dir nur ein Speisenthema, wie du Wein kombinierst oder könntest du Wein darüber
- 1:46:29greifend auch mit anderen Dingen, mit Musik zum Beispiel, kannst du Wein mit Musik kombinieren?
- 1:46:33Ich weiß, dass das wohl geht. Jetzt noch nicht so die allergrößte Erfachung,
- 1:46:42jetzt muss ich jetzt sagen, aber ich habe es so noch nicht probiert direkt. Also wo wirklich
- 1:46:46jetzt die Musik auf den Wein und umgekehrt irgendwie abstimmen, das hatte ich selber
- 1:46:51noch keine Erfahrung mitgemacht. Ich finde aber, dass beide Elemente was mit einem machen.
- 1:46:54Ja, ja. Aber spannend ist es. Aber ich finde auch total schwierig, wenn man zwei so super
- 1:47:00komplexe Themen hat, wie Musik und Wein, die jeder ja anders empfindet, das so zu kombinieren,
- 1:47:08dass der Anderes genauso wahrnimmt. Das ist genau der Punkt. Für einen selber mag das dann
- 1:47:13vielleicht total stimmig sein, weil ich habe gerade von Emotionen gesprochen und das ist
- 1:47:20ja bei Musik definitiv auch so. Also jeder hat ja so seine Musikrichtung ist klar,
- 1:47:27aber es gibt ja einfach Songs, Lieder, wie auch immer, mit denen man irgendwas verbindet,
- 1:47:32die etwas in einem auslösen. Das ist dann aber nur bei einem selber vielleicht und
- 1:47:37jetzt bei deinem Gegenüber. Und deswegen, das ist eigentlich extrem schwer. Auch wenn man
- 1:47:43meinen sollte, beides hochemotional komplexe Themen muss man doch eigentlich zusammenführen können.
- 1:47:48Kann man sicherlich auch. Aber dass das dann für jeden stimmig und schlüssig ist,
- 1:47:53glaube ich, ist extrem schwer. Gebe es, wenn dann ein perfektes Instrument für Wein oder
- 1:47:58ein Instrument, was Wein perfekt reflektiert? Klavier. Klavier. Ja. Spannend, wenn man es
- 1:48:05ja eben auch unterschiedlich bespielen kann. Ja. Also ich liebe dieses Instrument. Meine
- 1:48:09große Tochter ist auch fleißig am Lernen. Schon sehr gut. Also ich finde Klavier passt da sehr,
- 1:48:17sehr gut. Musik kann auch ein totaler Ausgleich sein. Das finde ich manchmal total fasziniert.
- 1:48:21Also hast du irgendwas zum Ausgleich, wo du Ruhe vom Wein findest oder Abstand von der Welt
- 1:48:29sozusagen? Ja, das Sport. Also ich bin Supersportler. Ja, Supersportler vielleicht jetzt nicht mehr ganz
- 1:48:37so. Aber jetzt für meinen, sagen wir mal, für meinen wöchentlichen Ausgleich, also so zumindest
- 1:48:44zweimal die Woche muss ich ins Fitnessstudio. Das ist zwingend notwendig. Also wenn ich das nicht
- 1:48:51schaffe, dann werde ich da noch mal ganz unleidig zu Hause. Also das brauche ich halt. Also ich bin
- 1:48:58jetzt keiner, der das jetzt jeden Tag braucht oder alle zwei Tage. Aber so bis ein bis zweimal die
- 1:49:03Woche muss das schon sein. Und dann, wenn du mich nach meinen Hobbys fragst, also wer es jetzt für
- 1:49:10mich nicht in die Gastronomie in Huzellerie gegangen war eben der große Berufswunsch früher noch
- 1:49:17als Teenager eben ja Fußballprofi zu werden. Okay, cool. Und das ist ein Sport, der mich
- 1:49:28bis heute eben auch nicht losgelassen hat. Und natürlich habe ich eben auch in einem Verein,
- 1:49:32den ich schon über jetzt mittlerweile schon über drei Jahrzehnte die Treue halte und
- 1:49:38kann ich ja sagen und das ist ein Antrag Frankfurt. Und da ich jetzt hier in der Pfalz seit vier Jahren
- 1:49:44lebe und zum ersten Mal seit langer Zeit wieder so relativ nah dran bin, also ich habe es nur eine
- 1:49:50Stunde bis nach Frankfurt, dann gucke ich natürlich auch, dass ich so das ein und andere mal an
- 1:49:55einem Sonntag ins Stadion komme und das ist dann wirklich für mich so dieser komplette Ausgleich.
- 1:50:00Also da kann ich wirklich komplett abschalten, da geht es nicht um Wein, da geht es nicht ums
- 1:50:06Restaurant oder den Betrieb. Das ist so dann so meine Auszeit. Also das klappt natürlich nicht jede
- 1:50:16Woche ist klar, aber jetzt schon deutlich öfter als eben noch in vergangenen Jahren, wo ich noch
- 1:50:19auf Sylt gelebt habe oder in Österreich. Deswegen, das mache ich in der Tat sehr, sehr gerne.
- 1:50:24Da gibt es auch nicht so viele Sonntagsspiele?
- 1:50:26Ja eben, so viele gibt es nicht. Ja, bei Samstag klappt es eben eigentlich ja so gut wie nicht
- 1:50:32logischerweise, aber Sonntags hingegen schon. Also wenn immer möglich findet man mich Sonntags
- 1:50:38zum Stadion.
- 1:50:38Alleine oder mit Freunden dann? Also es ist so ein Socializing dann oder gehst du da alleine
- 1:50:43hin und prult sich selber die Seele aus dem Leib?
- 1:50:45Also ich habe das auch schon alleine gemacht, ich habe damit gar kein Problem. Ich bin grundsätzlich
- 1:50:51auch jemand, der diese Ruhefasen, also wenn man nur für sich alleine ist, also ich genieße das.
- 1:50:58Also ich meine, es gibt viele Menschen klar, die das gar nicht können, die es allein sein. Ich habe
- 1:51:04das da gerne, was vielleicht auch daran liegt, dass ich zu selten bin zu Hause. Und ja, Stadionbesuche
- 1:51:11klar. Also mal mit Kollegen, jetzt in letzter Zeit auch öfter, also dass ich alleine im Stadion war,
- 1:51:15das kam schon länger nicht mehr vor.
- 1:51:16Und da bist du dann der Sitzgenießer, der sich das Spiel anschaut oder der die Sitze rausreißt und
- 1:51:24laut brüllt?
- 1:51:26Also erstes ist auf gar keinen Fall. Sitzen dem Stadion finde ich ganz ruhig war. Aber ich bin jetzt
- 1:51:34ja auch schon ein bisschen älter und ein bisschen reifer geworden. Also Sitzschalen reiß ich jetzt
- 1:51:41keine mehr raus, aber ich bin schon jemand, also ich bin jetzt vielleicht komisch, aber ich bin ein
- 1:51:46Kind der Kurve, ich bin so groß geworden und da stehe ich im Prinzip wie gesagt, wenn immer möglich
- 1:51:52auch heute noch, bin dann auch lautstark dabei. Also nicht selten, dass ich mit relativ wenig Stimme
- 1:51:57am Abend dann nach Hause komme oder dass am nächsten Tag auch noch merke, aber das gehört für mich
- 1:52:02dazu. Also irgendwo da auf der Tribüne sitzen, also das ist gar nicht meins.
- 1:52:07Der Wein-Darn-Thema, also findest du Fußball und Wein, das ist kompatibel oder sind das für dich
- 1:52:12zwei total unterschiedliche Welten und du könntest das für dich selber nicht zusammenführen?
- 1:52:19Ja, es gibt Apfelwein in Frankfurt.
- 1:52:22Stimmt.
- 1:52:24Ja, ja, also das ist ja, muss ich ja sagen, also ich bin ja so zwischen Frankfurt und Fulda,
- 1:52:30bin ich ja auch gewachsen tatsächlich, deswegen bin ich mit Apfelwein auch schon relativ
- 1:52:37in jungen Jahren in die Büroung gekommen. Ich trinke es bis heute leidenschaftlich gerne
- 1:52:42tatsächlich, dementsprechend dann eben auch beim Fußball, aber das andere könnte ich jetzt nicht.
- 1:52:47Also ich hatte jetzt mal ein Erlebnis, da war ich eingeladen nach München von Stammgästen seiner
- 1:52:54Zeit und die hatten eine Loge in der Allianz Arena so und ich war natürlich, oh wow, toll,
- 1:52:58zum ersten Mal in der Loge, war natürlich irgendwo auch cool, du fährst dann mit dem Auto
- 1:53:01da in den Stadion rein, fährst dann mit dem Lift nach oben, das hatte schon was, aber dieses
- 1:53:06Erlebnis dann da mit Catering und dann gab es natürlich auch Wein, das passt für mich jetzt
- 1:53:11so gar nicht, ehrlich gesagt. Das war nicht meins.
- 1:53:16Und so grundsätzlich Wein und Feiern ist das kompatibel, also...
- 1:53:20Ja, das schon.
- 1:53:21Da würde ich jetzt lügen, würde ich sagen, das ist Quatsch, also das geht auf jeden Fall.
- 1:53:27Mit jedem Wein oder muss man da gezielte Weine aussuchen?
- 1:53:29Ja, das kommt immer so drauf an. Also jetzt, wenn wir jetzt wirklich von Feiern sprechen,
- 1:53:36das heißt, man geht jetzt irgendwie abends noch aus oder jetzt einem Sommertag zum Beispiel,
- 1:53:42jetzt hier bei uns in der Pfalz, ich meine, gibt es viele schöne Ecken und Plätze, wo man
- 1:53:46sich dann auch im Freien treffen kann, da reden wir dann eher wieder über, ja, in Anführungszeichen
- 1:53:52jetzt Alltagsfeine oder sowas, also dann brauchst du dann definitiv nichts, nichts Große zu sein,
- 1:53:57weil dann sind wir wieder an dem Punkt. Ich meine, da willst du dich ja rein denken, da brauchst du,
- 1:54:02da bedarf ja diese Wein einfach auch eine gewisse Aufmerksamkeit und diese willst du dann
- 1:54:05vielleicht nicht, weil du das Produkt nicht schätzt, aber das sind einfach dann andere Themen,
- 1:54:10die dann vielleicht eher im Vordergrund stehen, gerade wenn man über Feiern im klassischen Sinne
- 1:54:13spricht. Das geht schon, aber wie gesagt, dann eher ja so der Alltagswein, wenn überhaupt.
- 1:54:21Jetzt haben wir noch einen zweiten Wein, sollen wir den probieren?
- 1:54:24Jetzt geht es ja, was der gesagt, einmal ganz in den Süden und einmal ganz in den Norden.
- 1:54:28Das ist für mich eigentlich so eine Art von Wein, so ein Gebiet, was, finde ich, total gebrandet ist,
- 1:54:38fast ein bisschen verbrannt ist, also vom Image oder von der Ausrichtung und wo kaum jemand,
- 1:54:45irgendwelche, entweder Experimente oder neue Ausrichtungen oder sonst irgendwas zulässt,
- 1:54:52es muss dann mehr oder weniger dem dem entsprechend, was man sich vorstellt.
- 1:54:59Und das finde ich manchmal ein bisschen schade. Also auch das Spiel mit den Rebsorten,
- 1:55:04das heißt Corvina, Rondinella, Cortina, also es wird selten, sag ich mal, überstrapaziert,
- 1:55:12sondern man versucht eigentlich immer nur den Vorstellungen zu entsprechen und diese dann
- 1:55:16irgendwo zu erfüllen. Oder wie stehst du zum Walpulchella?
- 1:55:20Ja, eigentlich ganz ähnlich, ich muss jetzt gestehen, das ist jetzt eine Region oder
- 1:55:32eine Art von Wein, die jetzt nicht nur aktuell im Restaurant ist, sondern wenn ich mich jetzt
- 1:55:40auch so bitte zurück erinnere, die jetzt nicht den größten Raum eingenommen hat, da bin ich ehrlich.
- 1:55:47Aber ich finde es schon durchaus spannend, ich meine klar, das ist schon irgendwo,
- 1:55:59es ist so eine Schublade, wenn man natürlich dann auch immer über einen höheren Alkohol
- 1:56:04sprechen und so weiter, das ist alles eher, das geht dieser Stil, finde ich jetzt persönlich,
- 1:56:10da geht halt ein bisschen konträr zu dem, was eigentlich immer mehr gefragt wird. Deswegen
- 1:56:18hat es trotzdem am Ende des Tages seine absolute Daseinsberechtigung und können auch ganz tolle
- 1:56:25Weine sein, also Gottes Willen. Würde es im allgemeinen Alltag in der Tat gefragt oder wollen
- 1:56:31wir als vier Weinkonsumenten, dass es gefragt wird? Also wir haben es ja ganz gerne ein bisschen
- 1:56:38niedrig Alkoholischer, weil wir halt viel probieren oder weil wir halt einfach auch den nächsten
- 1:56:42Tag erleben möchten oder was gestalten möchten, aber wenn oder ich habe die Erfahrung oft in der
- 1:56:48Praxis gemacht, dass es nach wie vor viele Gäste gibt, die durchaus alkoholschwangere
- 1:56:54Weine, Rotweine, Weisweine eigentlich unerheblich durchaus gerne trinken, weil sie dieses Momentum
- 1:57:02suchen und sich einfach Geschmacks nicht betäuben, sondern beeindrucken möchten. Ich finde, wenn man
- 1:57:10dann sowas wie diesen Valpocella hat, der durchaus 15 Volumenprozent hat, der vollmutter
- 1:57:15schmeckt er saftig, der Gaumpfüllen schmeckt aber trotzdem appetit auf den zweiten Schluck macht,
- 1:57:20also eine gewisse Lebendigkeit, eine gewisse Kernigkeit, eine gewisse Säure mit dabei hat,
- 1:57:23dann ist es durchaus so ein Kompromiss für beide Welten, also wir, die es eigentlich anders wollen,
- 1:57:30auch servieren wollen, als auch die Gäste, die dann doch richtig in die Alkoholkiste greifen möchten.
- 1:57:35Da hast du völlig richtig, ich habe gerade probiert, also in der Tat, also da bin ich gerade
- 1:57:40sehr überrascht, also vom Gaumen sehr positiv überrascht, muss ich sagen, also wie viel Vitalität
- 1:57:48da nochmal drüber kommt in der Nase, ist es schon so, ja, da hast du so das, was man, glaube ich,
- 1:57:56auch erwartet, ich meine, das ist schon, das ist schon eine sehr opulent Befrucht, es hat auch
- 1:58:02ein bisschen was eingebacht, es ist halt jetzt noch keine Rumtopf, das nicht, aber du spürst einfach
- 1:58:07eine gewisse Fülle, eine gewisse Schwere, sage ich jetzt mal, und dann bist du tatsächlich in der Tat
- 1:58:11am Gaumen, wie ich jetzt finde, sehr positiv überrascht, da ist da doch noch viel Frische da,
- 1:58:17es ist viel dragende Säure da, es ist wie gesagt Vitalität, habe ich gerade gemeint und du hast
- 1:58:23gerade eigentlich perfekt beschrieben, muss ich sagen, also das ist eigentlich so eine schöne
- 1:58:27Brücke ist oder so diese beiden Welten, da man davon zwei Welten sprechen möchte, also ich frage
- 1:58:32das, was der Gast dann in dem Moment sucht, eben Momentum, was uns vielleicht als Zomoliers eher
- 1:58:43anspricht. Cool, muss ich sagen, also auf diesem Sinne sehr viel Dank, weil ich habe das in der Tat
- 1:58:49schon lange nicht mehr probiert und besonders nicht so animieren, wie das jetzt daherkommt. Cool.
- 1:58:54Warum hat es bei dir eine Präsent? Also war das, dass du am Aron, weil Portella als solches oder das
- 1:59:02Gebiet nicht mochtest oder seid ihr immer auf die Majorgebiete wie Piedmontos, Kana gegangen?
- 1:59:07Oder, weil Italien dich da ja eigentlich schon? Absolut, definitiv ja, da will ich auch ganz
- 1:59:13offen ehrlich sein, das hat natürlich auch was so mit dem eigenen persönlichen Geschmack zu tun.
- 1:59:18Natürlich ist es so, wir hatten ja ganz am Anfang schon mal gesprochen, alles abbilden kannst
- 1:59:24du nicht, klar, Platz für die eine und die nächste ist immer gegeben, aber da will ich gar nicht
- 1:59:30bestreiten, dass da so der Fokus jetzt Piedmontos, Kana und das eine und andere dann nochmal hinten
- 1:59:37runterfällt, also das auf der einen Seite und dann auf der anderen Seite, weil eben gleich ist auch die
- 1:59:43Nachfrage danach nicht unbedingt da ist. Aber wie gesagt, wenn man das mal wieder probiert und
- 1:59:47dann kommt man dann mal wieder drauf, ach Mensch, das kann da durchaus wirklich spannend sein und ich
- 1:59:53meine, es wird ja uns ja auch die eine und andere Weidenmesse demnächst bevor. Von daher kann
- 2:00:00das dann ja in der Tat spannend sein auch sich da mal wieder so ein bisschen in dem Thema schlauer zu
- 2:00:05machen, strichstrich auf die Suche zu begeben. Warum nicht? Also, weil in der Tat, das macht echt Spaß,
- 2:00:12muss ich sagen. Man hat manchmal so auch sein beigefahrendes Fahrwasser, was man irgendwie über
- 2:00:16be- Definitiv. Da will ich mich gar nicht von von frei machen oder von los sagen, das ist definitiv so,
- 2:00:22dass man da auch manchmal so in seiner in seiner Bubble sitzt oder so seine Sicht irgendwie immer
- 2:00:29auf die Dinge hat und dann manchmal auch vielleicht bewusst, also eben ungewusst vergisst, auf meiner
- 2:00:35rechten noch links zu schauen. Deswegen, ich mir dann genau solche kämpfen, denn ich es jetzt mal,
- 2:00:40wie wir heute eins haben, dann ja auch mal ganz hilfreich, um mal wieder den Blick etwas zu
- 2:00:44weiten. Ihr seid wahrscheinlich jetzt ein bisschen ruhiger geworden durch die Kinder bzw. Familie
- 2:00:49im Allgemeinen, aber hättest du irgendein Restaurant oder ein Laden, wo du gerne noch mal arbeiten
- 2:00:54willst und sei es auch nur für einen Tag oder für eine Woche, wo es dich so wahnsinnig interessiert,
- 2:00:58wie das Weilprogramm ist, wie die Wein leben, die du auf der Wunschlisse hast? Ja, tatsächlich gibt's
- 2:01:04da eins, wo ich das schon mal fast gelandet wäre. Ich war knapp drei Jahre lang im Hangar 7 in
- 2:01:13Salzburg tätig, kenne ja sicherlich die meisten mit dem Gaskochkonzept und so weiter. Und das sollte
- 2:01:19damals eigentlich für mich auch so ein bisschen der Sprung über den großen Teich werden, da ich da
- 2:01:24gerade hier vornen wollte und ganz speziell nach Jaund Willen die French Laundry zu Thomas Keller.
- 2:01:28Das hätte auch klappen können, aber wie es Leben dann immer so spielt, lerne ich in Salzburg auch
- 2:01:36meine Frau kennen und mit der war dann dieser Plan so nicht umzusetzen und dann stand es halt
- 2:01:43irgendwann für deine Entscheidung. Gehst du und verlierst sie oder bleibst du und behältst sie und
- 2:01:50ich habe mich eben für zweiteres entschieden, was ich nachher in deinen Gott sei Dank, weil wie gesagt
- 2:01:53mittlerweile sind wir verheiratet, glücklich verheiratet, haben zwei ganz tolle Töchter und
- 2:02:00deswegen ich will es mir gar nicht ausmalen, wenn ich mich damals anders entschieden hätte. Aber
- 2:02:03trotzdem ist es eben noch so, ja ich will jetzt nicht von einem wundem Punkt sprechen, das wäre
- 2:02:09jetzt übertrieben, aber einfach so ein ganz großer Wunsch, eine Chance, die ich damals eigentlich
- 2:02:14schon wie gesagt sehr gerne ergriffen hätte und wo ich heute auch noch drüber nachdenke,
- 2:02:19ach Mensch, das wäre doch mal so was, also wahrscheinlich ist es nicht wirklich realistisch,
- 2:02:23dass sowas nochmal zu schandekommt, aber das wäre wahrscheinlich das eine.
- 2:02:27You never know, manchmal ist es nie zu spät für irgendwas und wer sagt, dass man sowas mit
- 2:02:33keine Ahnung 20 oder 25 machen muss, manchmal kann man es vielleicht einfach mit 50 machen
- 2:02:38oder mit 50, wenn die Kids ausmachung sind und das finde ich also sind manchmal Freierheiten,
- 2:02:45die sich jetzt auch mittlerweile gesellschaftlich irgendwie auftun, die durchaus interessant
- 2:02:49sein können und warum nicht dort mal in Stash oder für ein halbes Jahr oder für ein Jahr. Manche
- 2:02:53machen einen Aussteigerjahr, das dann dein Aussteigerjahr oder dein Aussteigermonat oder
- 2:02:59wie auch immer, also da kann sowas durchaus super, super interessant sein. Warst du dort mal essen?
- 2:03:05Ja. Der Frischland? Okay. Ich war überhaupt, ich war, nee, ich war noch, ich war noch gar nicht
- 2:03:11drüben. Also ich hätte damals während meiner Sandsieberzeit, da hätte es mal fast geklappt,
- 2:03:15dass wir für ein paar Tage seine Tour machen, das hat sich dann leider zerschlagen. Das war
- 2:03:20nicht schade, weil es eigentlich schon alles geplant war, extra noch, da ich damals keine Reisepass
- 2:03:26hatte, alles noch beantragt und so weiter. Dann hat es dann leider noch nicht funktioniert,
- 2:03:30das war echt schade. Aber das ist auf jeden Fall, man hat ja vielleicht dann auch so seine
- 2:03:38Wunschliste mit Ländern, die man in seinem Leben noch mal bereisen, bereisen möchte und
- 2:03:43mein Top 3 zählt sicherlich eben auch die USA oder eben auch ganz speziell eben Kalifornien durch,
- 2:03:49ja, durch die Weinregion, so normal Napper. Das würde ich schon gerne noch mal sehen, ja.
- 2:03:54Was sind die anderen beiden? Südafrika und Japan.
- 2:03:59Japan wegen dem Weinen oder wegen der allgemeinen Kulinarik?
- 2:04:02Wegen der Kulinarik und weil mich dieses Volk, die Art, wie sie leben, extrem fasziniert,
- 2:04:17schon immer. Also ich habe zum Beispiel auch als, ja, letztendlich war ich noch Teenager,
- 2:04:22ne? Also ich habe bücherweise alles verschlungen, was über Samurai ging und so weiter. Also
- 2:04:31das hat, das fasziniert mich extrem, diese Lebenskultur dieser Menschen dort. Also das
- 2:04:38eigentlich in der Tat sogar noch mal ein bisschen mehr als die Kulinarik, aber mittlerweile
- 2:04:41natürlich hat die Kulinarik fast den gleichen Stellenwert angenommen. Aber ja, das wären so die 3.
- 2:04:49Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?
- 2:04:52Welcher Wein? Oh wow. Welcher Wein ich wäre? Dann wäre ich, glaube ich, dann der Biolo.
- 2:05:01Okay. Weil?
- 2:05:03Ja, glaube ich, weil es auch eine Rebsorte ist, die nicht ganz einfach zu verstehen ist, die in der
- 2:05:17Regel auch mehrere Jahre der Reife braucht, um sie vollumfällig zu verstehen, beziehungsweise
- 2:05:25um auch ihre ganze Schönheit eigentlich zu verstehen, da ihr in der Wohnt, was nicht immer so auf
- 2:05:31dem ersten Blick jedem, als sich jedem erschließt, weil es eine Rebsorte ist, mit der man sich schon
- 2:05:39auch intensiv auseinandersetzen muss, um eben dann auch die Größe des Weines feststellen zu können,
- 2:05:48die einen Biolo haben kann, sicherlich nicht immer hat, aber sehr wohl haben kann. Deswegen,
- 2:05:54glaube ich, wäre ich dann der Biolo.
- 2:05:57Piermont auch da die Lieblingsregion?
- 2:05:59In Italien auf jeden Fall ja. Also Italien auf jeden Fall. Also Piermont auf 1, dann kommt die Tuscana.
- 2:06:07Okay.
- 2:06:08Jetzt muss ich sagen, ob ich noch nicht die Möglichkeit gehabt habe. Okay, und dann,
- 2:06:12wenn man, es zählt ja auch noch zu Italien, dann kommt Südtirol. Das sind die drei.
- 2:06:15Großartig. Hättest du da oder hättest du überhaupt gerne mal ein Weingut?
- 2:06:19Extrem gerne.
- 2:06:21Okay, in welcher Region hättest du es am allerliebsten? Wär es dann Champagne,
- 2:06:25wäre es diefalls, wäre es Piermont oder was ganz anderes?
- 2:06:28Ja, gut. Das ist immer so ein bisschen schwierig, dann noch zu beantworten. Ich meine klar,
- 2:06:33ich meine, als realistisch ist zum Beispiel ein Weingut in Piermont, wenn man jetzt als
- 2:06:40Deutscher dahin kommen würde, von daher wäre es wahrscheinlich dann schon eher diefalls,
- 2:06:43weil, also wir fühlen uns in der Falls wahnsinnig wohl, also in meiner Familie nicht, und wir
- 2:06:48sehen uns ja eigentlich auch langfristig in der Tat. Deswegen wäre, glaube ich, dann die erste
- 2:06:54Wahl, wäre schon pfals. Ja, das ist schon, glaube ich, mit dem Gedanken oder mit dem
- 2:07:02Wunsch oder mit dem Traum vielleicht auch spielen sich ja viele unsere Kollegen. Ich meine,
- 2:07:07man arbeitet mit Wein, aber man macht ihn eben nicht selber. Und die Chance dazu zu haben,
- 2:07:12mal eben auch selber Beinen zu machen oder auch so die Ideen, die man eben auch selber im Kopf hat
- 2:07:21oder wie man selber Wein versteht, dass sie eben auch wirklich in die Tat umzusetzen, das wäre schon,
- 2:07:27das wäre schon cool. Ist ein Gesetzerplan oder einfach nur Traum? Nein, von einem Gesetzerplan ist es
- 2:07:36nicht. Also da red man eher über Raum, Wunsch. Wie gesagt, man ist jetzt hier in einer sehr,
- 2:07:48sehr schönen Weiner Region, wo ich dann über die vier Jahre teilweise auch schon vorher, aber jetzt,
- 2:07:52da die mich erleben natürlich umso mehr, wo schon viele Kontakte geknüpft hat, natürlich
- 2:07:58wahnsinnig viele Weingüter kennengelernt hat, die Menschen dahinter teilweise immer Freundschaft
- 2:08:02geschlossen hat. Und wer weiß, ob dann daraus mal irgendwas entstehen kann. Das muss dann nicht
- 2:08:06immer dann so 100, dass das so, dass die eigene, also das komplett eigene Weingut sein. Ich glaube,
- 2:08:10das ist ohnehin nicht ganz so einfach. Aber wenn sich in der Richtung irgendwann mal eine Tür
- 2:08:16auftun sollte, weil ich jetzt ja auch ehrlicherweise sage, ich bin jetzt immerhin auch schon seit
- 2:08:22über 20 Jahren in der Gastronomie dabei. Ich werde nächstes Jahr 40. Ich habe zwei Kinder,
- 2:08:26also natürlich bis zum Renteneintritt sehe ich mich jetzt nicht unbedingt im Restaurant,
- 2:08:30da bin ich ganz ehrlich von daher mal gucken, wohin es geht oder was nachkommt. Wohin der Weg
- 2:08:37auch bringt. Und letztlich ist so ein Weingut natürlich auch mal eine wirtschaftliche Belastung.
- 2:08:41Ich glaube, Günther Jauch hat das mal gesagt, dass man oder auf die Frage, wie kann man mit
- 2:08:47einem Weingut ein kleines Vermögen machen, wenn man vorher ein großes hatte. Und das finde ich
- 2:08:53eigentlich sehr, sehr sinnwachtlich, also dass man, also gerade mit Wein auch sehr viel Geld verbrennen
- 2:08:56kann bzw. der Markt natürlich auch einen Blick. Und dann auch die Entscheidung geht man dann in der
- 2:09:02Tat in so ein bekanntes Gebiet wie die FALZ oder eher dann doch ein Unbekanntes und versucht,
- 2:09:06eben Sachen neu zu definieren. Findest du, es gibt eine Region, die noch unterbewertet ist oder
- 2:09:12kennst du eine Region, die noch unterbewertet ist oder ist der Markt komplett abgegrast?
- 2:09:16Du meinst jetzt nicht nur Deutschland, ne? Allgemein weltweit. Oder allgemein weltweit.
- 2:09:22Ja, global betrachtet. Wo man, wo du dazu aufrufen würdest, darauf einen größeren
- 2:09:26Fokus zu richten und großartige Erlebnisse hattest, wie nur viele Art. Da gibt es natürlich,
- 2:09:34also von diesen Erlebnissen, wo ich Empfehlungen aussprechen könne, gibt es natürlich viele,
- 2:09:39wobei, also weiß ich nicht, also ich meine, man muss jetzt wahrscheinlich jetzt niemanden das
- 2:09:44Piedmont irgendwie ans Herz legen, das mal zu entdecken, weil das viele schon getan haben. Aber
- 2:09:49deswegen so diese, also ich finde Südafrika beispielsweise extrem spannend, wobei das
- 2:09:56ist jetzt auch, wobei mit der Empfehlung ich jetzt wahrscheinlich auch jemanden komplett überrasche,
- 2:10:04weil da gab es ja jetzt auch schon, ich glaube beim Spring Summit vor zwei Jahren war ja
- 2:10:10aus Südafrikam aber ein großes Thema, also das ist ja auch teilweise auch wahnsinnig spannend,
- 2:10:16was da passiert. Eben auch nicht mehr so, wie man es vielleicht mal kannte, so diese dicken,
- 2:10:27übigen Blockasterweine, so weiß wie im Rutweinbereich, sondern das ist da ja auch deutlich,
- 2:10:33viel, viel mehr Richtung Kühle, Finesse, Eleganz geht und das finde ich schon sehr,
- 2:10:41sehr spannend, das würde ich manchmal sogar noch, also ich bespiel das bei mir schon,
- 2:10:45ich würde es manchmal sogar gerne noch ein bisschen tiefer, noch ein bisschen breiter machen,
- 2:10:49was nicht immer so möglich ist, weil klarerweise, wir sind in der sehr, sehr schönen Weinregion
- 2:10:56hier und da muss man eh schon aufpassen, wenn man in einem Weinbegleitung an Südafrikaner
- 2:11:01vorzeigt, da kommt die, tatsächlich kommt die Nachfrage nicht nur einmal so nach dem Motto,
- 2:11:09warum denn der Wein eine so weite Anreise machen musste, wo es so viele in direkter Nachbarschaft
- 2:11:15gibt, ich meine jetzt mag die Frage berechtigt sein, aber auch nicht, weil ich meine, wir sind
- 2:11:19in der Weinregion klar, aber ich meine, wir fahren ein paar Kilometer weiter Richtung Karlsruhe,
- 2:11:27ich meine da sind nur 30 Minuten, da sind wir schon in keiner Weinregion mehr und da wäre es dann
- 2:11:30okay, also deswegen ist das immer so ein bisschen, aber ja, Südafrikas sind die sehr spannend,
- 2:11:38auch wenn man es wahrscheinlich, ja.
- 2:11:40Entschuldigung, letztlich möchte man natürlich auch eine gewisse Vielfalt präsentieren, um
- 2:11:46auch diese Weinbegleitung dann irgendwie bunt zu gestalten und es gibt halt verschiedene
- 2:11:50Weine, die halt nicht in dieser Art in dreifbarer Nähe wachsen und diese dann zu präsentieren,
- 2:11:59also wenn man jetzt keine Ahnung, Riesling, Sauvignon Blanc, der ähnlich in der Fals wachsen
- 2:12:04könnte aus Südafrika holt, dann ist da keine Daseinsberechtigung für den Wein, aber wenn
- 2:12:08es halt eine ganz andere Stil ist, eine ganz andere Geschmacksfarbe, die man so vielleicht
- 2:12:13gar nicht erahnt hätte, dann finde ich kann das durchaus bereichernd sein und dann lohnt
- 2:12:17sich auch diese Weite Anreise von Südafrika und gerade wenn du sagst Südafrika oder eben
- 2:12:23auch das Piedmont, dass das keine Geheimtipps sind, finde ich gerade in Südafrika braucht
- 2:12:27man ja auch nicht auf die Majorregion gehen, also es muss ja nicht immer das Western Cape
- 2:12:32sein, sondern es gibt auch andere Regionen dort oder im Piedmont gibt es eben auch die
- 2:12:36eine oder andere Ecke, die kaum jemand kennt und kaum jemand auf dem Schirm hat oder eben
- 2:12:41auch Rebsorten, die so gar nicht präsent sind und womit man überraschen kann, womit man
- 2:12:46faszinieren kann, keine Ahnung, süßen Wein aus dem Piedmont haben die wenigsten eigentlich,
- 2:12:51die jemals probiert oder wenn man wieder mal auf Fraser oder was auch immer setzt, gibt
- 2:12:56ja dort eben auch eine gewisse Rebsortenkultur, die viel zu selten gelebt wird, wenn man
- 2:13:01sich da eben auf die Majorrebsorten konzentriert hat.
- 2:13:05Hast du mal ein Sommi-Erlebnis, was dich total geflasht hat und eines, was total schrecklich
- 2:13:09war, also dein schönstes und dein schrecklichstes Sommi-Erlebnis?
- 2:13:12Ganz allgemein oder?
- 2:13:14Genau, und wie was dir selber passiert ist und da geht es doch gar nicht mal darum, dass
- 2:13:19man sich irgendwie selber bloßstellt, sondern ich finde die Frage ganz gut, weil man damit
- 2:13:23auch manchmal ganz klar darstellt, okay, selbst so was ist mir passiert, ist eigentlich gar
- 2:13:28nicht so schlimm und eigentlich gibt es für alles eine Lösung.
- 2:13:31Also was das negative angeht, das sind dann eher so, das hat dann eher so persönliche Gründe
- 2:13:41gehabt, jetzt mal gar nicht mit meiner Aufgabe als Sommi, also bei sonst sind das ja dann
- 2:13:48eher so, ja eben so, ich will jetzt nicht sagen Kleinigkeiten, aber halt das, was sich glaube
- 2:13:56ich so im beruflichen Alltag, was dir ja immer wieder mal begegnet, ob das, wir hatten
- 2:14:00es vorher von Temperaturen, wir hatten es über Polar im Wahn etc., ich mein so was passiert
- 2:14:06eben ab und zu mal, wo er wie gesagt, wo es einem schon ein bisschen komisch beiwählt,
- 2:14:12ja gut, dann soll es halt so sein, bei jetzt so als Sommi oder so eine ganz schlechte Erfahrung,
- 2:14:23es ist gar bestimmt eine, aber ich frage mich jetzt gerade welche.
- 2:14:29Doch ich habe mal eine, doch ich habe eine, das ist aber Gott sei Dank auch schon ein paar
- 2:14:33Jährchen her, die kann ich ja erzählen, es war eine Gruppe, 20 Leute, die Weine waren
- 2:14:40ausgewählt, waren Magnumflaschen und beim Routwein angekommen, eingeschenkt, alle 20
- 2:14:50Gläser verteilt und der Wein hatte ein Fehler, was mir nicht in der vom aufgefallen ist,
- 2:14:55weil dem natürlich auffallen müssen, war aber der Meinung, dass der Wein sauber war,
- 2:15:01der Gast war andere Meinung, so und normalerweise würde man dann ja die leeren Gläser absolvieren,
- 2:15:08neue Gläser einstellen, neue Flasche Wein aufmachen, so was habe ich gemacht, das werde
- 2:15:13ich jetzt, hoffe ich mache ich mich nicht komplett lächerlich von meiner vor allem Kollegen
- 2:15:18da draußen, ich bin mit dem Kühler hingegangen, habe die Gläser sozusagen, die vollen Gläser
- 2:15:24mit eben den angeblich fehlhaften Wein in diesen Kühler ausgelehrt, wieder eingestellt
- 2:15:30und in dieses Glas den neuen Wein eingeschenkt.
- 2:15:33Und das kam beim Veranstalter so gar nicht gut an und das kann ich natürlich vor allem
- 2:15:38im Nachhinein sehr, sehr gut nachvollziehen, das ist vielleicht nicht so ein smarter Muffer,
- 2:15:43was eben auch darin begründet war, dass ich mich eben dann auch so ein bisschen auf dem
- 2:15:46Schlüpp getreten gefühlt habe von wegen der fehlhaften Wein, ich habe gesagt, er hat
- 2:15:49kein...
- 2:15:50Ja, und habe dann da etwas getan, was ich so in der Form sicherlich hätte nicht tun
- 2:15:54sollen.
- 2:15:55Macht sowas aber einen selber nicht auch menschlich auf der einen Seite und zeigt es eben nicht
- 2:15:59auch, dass man Lernprozesse durchlaufen muss und wenn man dann selber für sich die Einsicht
- 2:16:05hat und sei es ein paar Jahre später, okay, lief doof, aber oftmals hat man eine Situation,
- 2:16:11dass man keinen hat, der einem das nicht wirklich beibringt oder so eine Situation auf
- 2:16:15so eine Situation vorbereitet und dieses Spiel mit Ego hat man ja ohnehin immer, also da...
- 2:16:22Danke für das Beispiel, also für dich finde ich großartig und hat dir wahrscheinlich auch
- 2:16:27in der Akzeptanz der Gäste in ihrer Situation oder ihrer Präsenz im Restaurant nochmal
- 2:16:34ganz anders geholfen, dass man anders mit den Gästen künftig umgeht.
- 2:16:38Das finde ich da eigentlich gar nicht so verkehrt.
- 2:16:40Nee, danke für die Geschichte.
- 2:16:41Auf jeden Fall.
- 2:16:42Ich gebe es ein Schönstes, was dich total beeindruckt hat, sei es also, dass du selber
- 2:16:45erlebt hast, dass Gäste unglaublich rührend waren oder dass du beim Kollegen zu Gast
- 2:16:48warst und dort auf Knien rausgerutscht bist.
- 2:16:52Also gastronomische Erlebnisse, ja, also Restaurantbesuche, die dann einfach im Gedächtnis geblieben
- 2:17:05sind, da gab es jetzt mal...
- 2:17:06Da waren meine Frau nicht so lange zusammen, das war am Geburtstag meiner Frau und da waren
- 2:17:11wir...
- 2:17:12Da waren wir damals im Köln, wenn meine Frau kommt aus der Nähe von Gummusbach und da
- 2:17:15waren wir in Köln in dem Limousine, zwei Sterne.
- 2:17:20Und da hatten wir definitiv einen unvergesslichen Abend.
- 2:17:25Das war echt toll.
- 2:17:28Und ansonsten...
- 2:17:30Also was wirklich wahnsinnig viele schöne Momente waren tatsächlich, da kommen meine
- 2:17:36Kinder wieder ins Spiel, weil die haben schon relativ viele Weingüter gesehen und überall,
- 2:17:39wo wir waren, waren wir in den meisten Fällen auch im Keller und auf jedem Weingut-Domäten
- 2:17:44im Keller haben wir ein Foto gemacht.
- 2:17:46Damals noch von meiner Großen, die eben noch ganz klein war, jetzt von der Kleinen und
- 2:17:51die Collage mit diesen Bildern wird immer größer und wenn ich da draufschau, das ist
- 2:17:56einfach...
- 2:17:57Ja, was soll ich sagen?
- 2:17:59Also da geht einem einfach doppelt das Herz auf, weil auf der einen Seite eben, natürlich
- 2:18:05als Vater, aber eben auch als Vomilier, dass meine Kinder einfach auch damit eben auch
- 2:18:10mit aufwachsen.
- 2:18:11Und das ist auch jetzt, wenn ich so drüber rede.
- 2:18:15Das gibt einem einfach jedes Mal ein wahnsinnig schönes Gefühl.
- 2:18:19Schöner Gedanke, schöne Inspiration.
- 2:18:21Also finde ich toll.
- 2:18:23Hast du noch Ziele und Wünsche für die Zukunft, so als letzte Frage vielleicht?
- 2:18:30Ja, also ich bin ehrlich, man soll natürlich nicht nach...
- 2:18:36Was heißt man, man soll das nicht, aber nach irgendwelchen Auszeichnungen, Streben, wo
- 2:18:44man sie am Ende nicht wirklich selber vielleicht in der Hand hat, aber nur bedingt.
- 2:18:48Aber ich bin ganz ehrlich, ich bin jetzt auch schon ein paar Jahre dabei und natürlich,
- 2:18:54auch wenn das vielleicht keiner so offen aussprechen würde, so eine Auszeichnung wie, keine
- 2:18:58Ahnung, Vomilieres Jahres oder so was in der Richtung, das wäre natürlich mal was
- 2:19:02ganz, ganz großartiges.
- 2:19:03Da bin ich ganz ehrlich, wenn der Frau sagt immer zu mir, dass ich so eine kleine Rampensau
- 2:19:07bin und dass ich das immer so ein bisschen brauche, diese Bauchpinseli und das...
- 2:19:13Das würde mich immer ganz toll finden.
- 2:19:16Also ganz stimmt das nicht, ein bisschen, aber hast du damit schon recht.
- 2:19:19Und natürlich wäre das irgendwo ein Ziel, aber am Ende des Tages, ich kann nur meine
- 2:19:29Arbeit im Restaurant am Gast so gut machen, wie ich kann, mit genau der Leidenschaft,
- 2:19:34die ich vorhin auch beschrieben habe und jeden Tag aufs Neue und ob es da rüber hinaus
- 2:19:39dann irgendwann mal zu seiner solchen Auszeichnung reicht, das wird man dann halt dann sehen,
- 2:19:42weil wie gesagt, das habe dann ja nicht ich alleine in der Hand, weil ich sehr wohl weiß,
- 2:19:46dass wir ganz, ganz, ganz, ganz großartige Kollegen auch in Deutschland haben, wo es
- 2:19:51genügend gibt, die es genauso verdient hätten, wenn ich noch mehr.
- 2:19:54Aber du hast mich ja so persönlich danach gefragt, deswegen wäre das natürlich mal
- 2:19:58eine tolle Sache.
- 2:19:59Herr ist irgendwie komisch, wenn man sich selber anspricht, also seinen eigenen Namen ausspricht,
- 2:20:09Nicht sche Steffan nicht viel lieben dank lieber stellverd scooterst du heute unser guest war's es war eine große freude
- 2:20:14Deine leidenschaft zu spüren es war toll zu erleben wie du die welten miteinander verbindest also sprich deinen ursprung
- 2:20:21damals in der resistenzen a schaue unter den kiefer viele das handwerk gelernt diese leidenschaft weitergetragen
- 2:20:27Bisschen zum ketscherhof deine weim prägung natürlich boils auf der einen seite ist es sehr fast ins homininkrankheit natürlich die falz
- 2:20:34wohnst du gerade aber eben auch die lure italy in spanien
- 2:20:39Und nicht zu vergessen die champagne großartig danke dass du uns daran hast teile haben lassen zwar einen vergnügen
- 2:20:45Die einfach zuzuhören noch ein ganz großes dankeschön an euch fürs zuhören fürs uns begleiten fürs bewerten fürs teilen fürs kommentieren fürs einfach
- 2:20:53Bei uns sein danke fürs feedback und danke auch michael dass du uns die anregung gegeben hast mit den fremdwörtern
- 2:20:59Auf instagram versuchen wir diese fremdwörter aufzuarbeiten und versuchen sie hier nicht zu überproportieren darzustellen aber einfach nicht zu vergessen
- 2:21:07Danke für die anregungen wenn die anregungen habt bitte schreibt uns wir sind sehr dankbar dafür per email per
- 2:21:12dmpm oder wie auch immer wir freuen uns darauf von euch zu hören
- 2:21:15Und noch ein großes dankeschön unserem partner der schlumbergergruppe mit den handelshäusern segnitz konzihovini
- 2:21:22Schlumberger und dem privatkunden portal bremer weinkolle für die händische und natürlich auch für die wirtschaftliche unterstützung
- 2:21:27Denn dank ihnen freue ich mich auf die kommende woche und ich freue mich auf den kommenden freitag nicht freue mich auf einen langjährigen
- 2:21:32Bekannten einer der ich somies sehen über viele jahre begleitet ja geprägt hat der somio union aktiv ist und mit seinem
- 2:21:40Unternehmen zum illkonsult ganz viel in deutschland bewegt hat moderation neu gedacht hat format in eugedacht hat ich freue mich auf christian frems
- 2:22:01Hallo silvio mein namens basti ich komme vom kimsey und freue mich sehr dir heute ein paar worte über meinen langjährigen besten freund den steffern nitsche
- 2:22:10sagen zu dürfen
- 2:22:14Den steffern kenne ich mittlerweile seit ja jetzt ist es glaube ich um die ver 25 jahre her wir haben uns in den teenie jahren kennengelernt dass er mit seiner
- 2:22:23Familie an den kimsey gezogen ist
- 2:22:26kennengelernt haben wir uns eigentlich übers fußball weil wir beide
- 2:22:30sehr sehr
- 2:22:32starke fußballfreunde sind
- 2:22:34Und auch sei mal glaube ich beide auch sehr ehrgeizige typen
- 2:22:38mit steffern war dann im ersten training bei uns in der damaligen manschaft
- 2:22:43Und ich war total begeistert von ihm weil er einfach ein grandioser toerhüter war mit riesen talent
- 2:22:51Also dann zwar leider so nicht ausleben konnte sich dafür aber natürlich für die somielaufbahn entschieden hat was ihnen ja
- 2:22:57wie man weiß sehr weit gebracht hat und in meinen augen auch mit sicherheit noch weiter bringen wird weil er einfach ein
- 2:23:02wahnsinnig ehrgeiziger typ ist
- 2:23:05jedenfalls haben wir uns da
- 2:23:08kennengelernt ich bin dann auch glaube ich der erste gewesen der bei seiner familie aufgeschlagen ist und weil nach diesen fußballtraining ich mich gleich
- 2:23:16gefreut habe dass ich ihn irgendwie so ein bisschen ketschen kann und
- 2:23:19auch
- 2:23:21wie sage ich sagen so ein bisschen gleich in die freundschaftliche schiene zu gehen
- 2:23:25Was dann entsprechend ja auch passiert ist wir haben dann zusammen relativ schnell auch rausgefunden dass wir
- 2:23:32ähnliche leidenschaften haben sind dann
- 2:23:35was uns eigentlich ausmacht zu
- 2:23:38Die haben die liebe gemeinsam zu rocky ball boah geteilt
- 2:23:43Haben dann eigentlich auch wie die besessenen trainings einheiten gemacht uns da total angestachelt
- 2:23:51Die musik gehört werden wir dann irgendwelche sport einheiten gemacht haben und haben das halt ziemlich stark dann ja fabriziert und
- 2:24:00Was uns dann aber auch ja dabei geholfen hat dass wir auch mit unserer damaligen dorfmannschaft relativ starke erfolge
- 2:24:06eingefahren haben
- 2:24:09kleine anekdote vielleicht auch zu dieser rocky ball boah geschichte als der
- 2:24:16Ja der der teil rocky ball boah dann in die kinos gekommen ist ich weiß nicht genau wann es war aber irgendwann
- 2:24:21Mitte der
- 2:24:24Mitte der zweitausender jahre glaube ich war das
- 2:24:27Sind wir glaube ich viermal oder fünfmal hintereinander in diesen rocky ball boah film innerhalb von zwei wochen ins kino gegangen
- 2:24:36Haben dafür sogar einmal eine ein treffen mit ein paar medels die wir damals kennengelernt haben
- 2:24:42je beendet
- 2:24:44Als die uns eingeladen haben zu sich nach hause wir dort dann auch gewesen und verweilt sind
- 2:24:49Dann aber festgestellt haben dass wir nach einer stunde eigentlich gar nicht mehr so große lust haben und dann von dort aus gleich mal wieder ins
- 2:24:56Kino aufgebrochen sind
- 2:24:58genau das ist eigentlich so meine
- 2:25:00Geschichte mit steffern die ich verbinde und wie gesagt was ich eben sehr sehr sehr an ihm schätze ist dass er erstens ein
- 2:25:06sehr sehr loyaler typ ist dass er einfach
- 2:25:09seit x jahren
- 2:25:11Mein bester freund ist obwohl wir seit eben auch jetzt seit wird jetzt mal sagen 15 jahren
- 2:25:17Geografisch relativ weiter auseinander wohnen aber das interessante ist wenn wir uns treffen ist es eigentlich jedes mal wieder so wie wenn wir nie auseinander leben
- 2:25:28und das ist also wie wenn wir nie auseinander gelebt hätten und das ist was ganz besonderes für mich und
- 2:25:34wie gesagt ich weiß ich wahnsinnig an ihm schätze ist sein ehrgeiz und
- 2:25:41Ich habe es ja eingangs schon erwähnt ich glaube und bin davon überzeugt dass ihn das noch weit weit
- 2:25:45mehr nach vorne bringt dass es ihn ihr schon nach vorne gebracht hat genau deswegen freue ich mich heute ein paar worte über ihn
- 2:25:53Verlieren zu dürfen verloren haben zu dürfen und
- 2:25:56freue mich zu lauschen was steffern zu sagen
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