Latest / SOMMELIER / Hans Stefan Steinheuer – Exclusive Preview
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu Sommelier, die interessantesten Weinkeller unserer Zeit.
- 0:04Für mich muss ein Rotwein auch in der Lage sein, 20 Jahre zu halten.
- 0:09Mein Gast in dieser zweimonatlichen Extension, Sommelier & Friends,
- 0:13ist nicht nur seit über 40 Jahren einer der erfolgreichsten und außergewöhnlichsten Kirche Deutschlands,
- 0:18einer der großartigsten Gastronomen diesen Landes,
- 0:21er ist auch einer der renommiertesten, anerkanntesten Weinkeller,
- 0:25die er in unserer Gastronomie-Landschaft zu finden ist.
- 0:27Er ist ein wesentlicher Träger und Begleiter des deutschen Rotwein-Wunders
- 0:32und es ist uns eine Ehre und Freude, dass er seinen Wissen und seine Erfahrung mit uns teilt.
- 0:36Herzlich willkommen lieber Stefan Steinheuer.
- 0:39Ich erkenne da zum Teil mangelnde praktische Erfahrungen.
- 0:44Die haben einfach zu wenig probiert und sind auf einem Weg, den sie für sich individuell beschritten haben,
- 0:54aber der mich nicht trifft.
- 0:57Wir haben damals schon 67 und 61 Giacosa und Gaia gegeneinander getrunken können,
- 1:03mit Giacosa den roten Etikettendürservas.
- 1:06Dann ging das weiter, dann haben wir wie gesagt diese Besuche,
- 1:10da sind wir dann zum ersten Mal zu Renato Ratte zu einigen sehr, sehr guten Winzern gefahren,
- 1:15Giacosa, Seraphino Levi, die Schnepse und so.
- 1:18Ja, und dann ging es weiter mit der Toscana und dann hatte man mal,
- 1:25ich war ja dann in der Suche-Chef-Position, also mit das kamen dann schon mal 30 Flaschen
- 1:30beyond the santi auf den Tisch und die wurden mal probiert.
- 1:33Also insofern ist man dann da ganz stark in diesem Thema drin gewesen.
- 1:39Abends wurde dann noch mal was probiert und du lernst, man die Welt des Weines kennen.
- 1:46Beim Wein, wie in der Kunst, oder so, sie müssen einfach mehr Ahnung haben davon haben,
- 1:52sie müssen das verstehen lernen.
- 1:54Wenn man das verstehen lässt, sieht man es aus einem anderen Blickwinkel.
- 1:57Ich glaube, ich habe ganz viele Blindenproben gemacht, wo man halt nicht immer so um die
- 2:0230 große Weine Blinden probiert hat, vielleicht auch manchmal 50, das ist eigentlich schon so viel.
- 2:07Ja, das ist die ehrlichste Form.
- 2:11Ja, und es ist manchmal überraschend, wie man sich auch mal verleiten lässt,
- 2:20auch beim Blindenprobieren.
- 2:22Je nachdem, wie die Folge aufgestellt ist, dass man nicht von Jahrgang zu Jahrgang geht,
- 2:28sondern einfach so die prekären Jahrgänge so zusammen und so, in Serien nimmt,
- 2:35immer so drei oder vierer Flights, die dann irgendwo, das kann man sehr intelligent zusammenstellen.
- 2:41Und muss sagen, das habe ich bei den, ich musste einfach die, das Feinwein-Magazin loben.
- 2:48Diese Proben sind großartig und werden großartig auch zusammengestellt.
- 2:53Ja, und da immer wieder, ja, da ist man schon, da sind es dann nicht immer nur die, die man,
- 2:59also sie haben ganz viel Wein probiert, ich glaube ich auch.
- 3:02Man merkt ja, man Weine probiert international, wenn es auf die 98, 99 oder sogar 100 Punkte weinen.
- 3:09Ich bilde mir ein, das schmecke ich, dass er groß ist, aber jetzt 98 oder 100,
- 3:15weil da man merkt, das ist groß, das ist tief, dafür muss man viel probiert haben.
- 3:20Aber es ist, ja, es ist die Erde und manchmal natürlich muss man sich auch da mal ein paar
- 3:25degustatorische Fehler zugestehen und sagen, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das, das ist.
- 3:31So ein Leitbild wie so ein Zertstups in, in, in Illhäusern, ja.
- 3:37Das sind so Sommelges, den vertraue ich.
- 3:41Ja, weil die auch sehr schnell merken, was, was will der Gast trinken, was, was, bevor zuvor geht
- 3:49ja in seine Geschmacksrichtung hin, wohingegen nicht bei manchen habe ich mich mal auf die
- 3:56Weinempfehlung zu grossen Menüs oder öfters so eigentlich auch mal eingelassen und das
- 4:01mitgegangen und dann hat mir dann tatsächlich einen Wein, eine Flasche Wein bestellt, die
- 4:07ich trinke mochte, wenn mir das zu explizit war.
- 4:12Als ich dann später hier selbstständig war und lernte ja sehr früh den Warnenekel kennen,
- 4:18einer der ersten Begegnungen, da hat man direkt gemerkt, der hat eine Idee, da passiert etwas Neues,
- 4:24da sind die Weine trocken, der ist weitem noch nicht an seinem Punkt, wir waren wir ja auch nicht,
- 4:29aber wir beide, wir beide konnten hier was bewirken und haben uns dann auch, wir sind dann auch sehr
- 4:36früh gemeinsam schon auf Weinreisen gegangen, ich war, waren dann 6 oder 97 und bei Henri
- 4:42Jardier im Begrund, also dann überall Frenzel, der das damals ermöglicht hat und haben dort
- 4:47Le Flay und alle besten Winzer kennengelernt so und dann kam immer mehr Liebe dazu, ja.
- 4:54Das ist auch wenn man mal nicht so viel Geld ausgeben will, da kam noch mal Meo Kammer,
- 5:00Sie probieren. Tja, ich glaube, von einem Somalia muss ich, möchte ich schon erkennen, dass er
- 5:08nicht nur dieses fachliche Wissen hat und, sondern dass er auch, sag ich mal, eine große Kenntnis hat,
- 5:18auch probiert hat, sag ich mal große Weine, nicht nur teure Weine, aber auch das, was wir
- 5:26so ein bisschen unter Klassik verstehen, dass das auch ein Fundament ist, aus dem man da schöpft und
- 5:31kann dann sagen, was sich dann eher wieder umkehrt, was ich dann nicht so mag ist, wenn ich
- 5:38Weine empfohlen bekomme, die ja, wie soll man es sagen, ohne dem zu nahe treten zu wollen, die
- 5:48wirklich so ein Einzelgeschmack sind. Das ist sehr deutlich zu merken bei dem einen früher, bei dem
- 5:54anderen später, bei, ja, wozu sagen, ja, bei Nickel vielleicht auch schon mit 2005, 2006,
- 6:04dann war ja dieser eigentlich eher verschriehende 2010er Jahrgang, der ist bei Stotten Outstanding,
- 6:13bei Nickel auch, zwölf bei Nickel, Pfarringert, das Beste, was ich in den letzten Jahren von
- 6:19denen getrunken habe, ja. Wenn man das blind machen würde unter, ja, da haben wir auch Kennern,
- 6:26dann glaube ich, würde man ein ähnliches Ergebnis bekommen, dass einfach unzrück für 2014 gigantisch
- 6:34groß ist. Ja, schauen Sie, wir haben da ein ähnliches Problem bei uns in den Küchen, ja. Ich komme aus
- 6:44einer Zeit, da hat man mindestens zehn Jahre gearbeitet gehabt, eh man Zuschäf wurde. Oder wenn man
- 6:51Postenchef wurde, dann hatte man nach der Ausbildung schon mal zwei, drei Jahre Erfahrung. Heute ist das
- 6:59aufgrund des harten Wettbewerbs oder reden wir unter Kollegen, unter den Kochkollegen sehr viel
- 7:05darüber. Heute kommen die sehr schnell in Positionen, denen sie eigentlich schon nicht gewachsen sind. Wenn
- 7:15ich eine Chefposition oder eine Sue Chefposition oder eine Postenchefposition, da muss schon auch
- 7:21ein Fundament da sein, was mich befähigt, auch, ja, mich mehr einzubringen. Das geht über Bestellungen,
- 7:30das geht aber auch über eine gewisse Kreativität, eine Eigenständigkeit, etwas dazu beizutragen,
- 7:37ja. Und vielleicht kann man schon sagen, da ist Gott sei Dank, es sind sehr viele junge Leute,
- 7:44zusammen, die es ausgebildet wurden, aber denen fehlt einfach die fachliche Reife. Auch Romani
- 7:51Conte ist von dieser Welt und zum Beispiel dagegen unterschätzt ist, das bestimmt, ich würde
- 7:57mal sagen, seit den 2010er Jahren ist Comcheaus de Foucault. Wir haben das letztens mal gehabt und
- 8:05hatten Szena-Mycinille und davor gab es auch Romani Conte, das war neuner Jahrgang und danach gab es
- 8:15noch um je Bonn-Mar. Dann waren wir alle der Meinung und eindeutig einhellig der Meinung dieser
- 8:25Szena-Mycinille ist über alles. Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommli,
- 8:33die interessantesten Weinkinner unserer Zeit auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.
- 8:39Wenn es Märkte gibt, wo diese Preise hochgezogen werden und man muss sich vielleicht auch mal von
- 8:48manchen Dingen verabschieden, ja, würde man sagen, grundsätzlich man weiß, was eine Traube auf einem,
- 8:54an einem Stock, welche Arbeit die macht, wie alt die sein muss, wie lange man die gepflegt haben muss.
- 9:01Aber in dem Moment, als Michel Arnaud 15.000 Euro für einen Stock bezahlt hat, am Claude Lombray,
- 9:11war der Preis in der anderen, da war es ein Luxus gut und es ist von diesem Naturprodukt
- 9:18nichts mehr übrig geblieben. Diese Ausgabe Sommli & Franz wird unterstützt und begleitet von der
- 9:25Schlumbergergruppe und dem Weingütern Pico Macario aus dem Piedmont, Babbage aus Marlboro und Rudi
- 9:31Pichler aus der Wachau. Ein ganz herzliches Dankeschön dafür. Ich finde auch die Küche muss sich
- 9:40manchmal auch etwas zurücknehmen, um den Wein die Chance zu geben, diese Harmonie eingehen zu können,
- 9:48da kann man nicht mit zu vielen prekären gegeneinander arbeitenden Aromen oder Gewürzen
- 9:54arbeiten. Sonst hat der System das Schade für den Wein, der kann nicht wirken.