Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #21 Folge 9: Vom Opfer zum Ingenieur: Die Kunst, das Chaos zu ordnen (CRAFT-Mindset 9/14)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich willkommen zu dieser ja gemeinsamen Erkundung
- 0:04hier, basierend auf den Ideen von Nilex Berlin.
- 0:08Ich freue mich wirklich sehr, dass du heute wieder dabei bist
- 0:11und dir ja Zeit nimmst. Zeit für dich heute wollen wir
- 0:15mal tiefer eintauchen in so n Gefühl, das glaube ich, jeder
- 0:19kennt dieses Chaos im Kopf ne wenn einfach alles zu viel wird
- 0:24und man sich so ja wie gelähmt fühlt.
- 0:27Wir schauen uns an, wie man da vielleicht rauskommen kann aus
- 0:30dieser Überforderung, hinzu, was aktivem das Stichwort heute ist
- 0:35strukturiertes Problemlösen, eine Methode, die auch im CRFTR
- 0:39Ansatz eine Rolle spielt. Es geht darum, wie du, na ja,
- 0:43vom Gefühl, im Sturm zu stehen, eher zum Architekten wirst, zum
- 0:47Lösungsarchitekten für deine eigenen Themen, die Grundlage
- 0:51dafür ist ein Artikel von Gabriel auf nielix Berlin.
- 0:55Das ist Teil 9 von seinem, wie er es nennt, Craft Mindset
- 0:59Manifest. Und da geht es genau darum, wie
- 1:02kriege ich Ordnung ins Chaos. Kleiner Hinweis vielleicht
- 1:04vorweg, das sagt Gabriel auch dieser Ansatz, der fordert schon
- 1:08den rationalen Verstand, also das Ziel ist, emotionale
- 1:13Reaktionen eher durch so klare Denkprozesse zu ersetzen, das
- 1:16kann sich erstmal ungewohnt anfühlen, vielleicht sogar n
- 1:19bisschen kühl so, aber dranbleiben lohnt sich, glaube
- 1:24ich also. Wie macht man aus so einem
- 1:26Problemwirbelsturm ja handhabbare Schritte?
- 1:30Ja, und bevor wir uns die Methode selbst so richtig
- 1:33anschauen, ist vielleicht der Kontext wichtig.
- 1:36Also wer ist Gabriel überhaupt, er ist ja der Gründer von Neelix
- 1:38Berlin und er teilte halt sehr, sehr offen seine eigenen
- 1:42Erfahrungen, gerade mit Sucht und psychischen
- 1:44Herausforderungen. Das ist, finde ich kein
- 1:47Nebenaspekt, sondern echt zentral.
- 1:49Genau das macht die ganze Perspektive so greifbar finde
- 1:52ich. Das ist keine Theorie aus dem,
- 1:54Na ja, Elfenbeinturm, wenn er über Überforderung oder
- 1:57Lösungswege schreibt, dann kommt das Halt aus einer tiefen
- 2:00persönlichen Erfahrung, er will damit ja auch sagen, so habe ich
- 2:03es verstanden, du bist nicht allein mit solchen Kämpfen.
- 2:06Absolut. Und das gibt diesen Methoden wie
- 2:09eben dem strukturierten Problemlösende ganz andere
- 2:12Wucht, finde ich. Das sind dann nicht nur
- 2:14irgendwelche Techniken, sondern Werkzeuge, die sich halt im
- 2:18echten Leben unter Druck bewähren können.
- 2:21Dieser persönliche Bezug, der schafft Vertrauen und zeigt eben
- 2:25auch, Hey, Veränderung ist möglich, selbst wenn es sich
- 2:28gerade total ausweglos anfühlt. Lass uns mal dieses Gefühl der
- 2:33Überforderung, das Gabriel da beschreibt, genauer anschauen.
- 2:36Er benutzt ja dieses Bild von diesem riesigen, Verfilzten
- 2:40Problemknäuel. Kennst du das?
- 2:42Geldprobleme, Streit in der Beziehung, Termine verpasst,
- 2:46Sorgen um die Gesundheit und alles hängt irgendwie zusammen
- 2:49und zieht sich so runter. Ja, total und.
- 2:51Man weiß echt nicht, wo man überhaupt anfangen soll, oder?
- 2:53Ja, diese Lähmung, genau das Gehirn ist dann wie im
- 2:56Krisenmodus. Wieso n überlasteter Computer,
- 2:59der nur noch rauscht, man fühlt sich wie, ja wie das Opfer der
- 3:03Umstände dem Sturm ausgeliefert und typische Reaktionen sind
- 3:07dann halt Panik oder Wut oder völlige Resignation.
- 3:12Man zieht sich zurück, weil man denkt, jede Bewegung macht das
- 3:15Knäueln nur noch fester. Gabriel bringt da ja auch ein
- 3:18starkes Beispiel aus seiner eigenen Erfahrung.
- 3:20Dieses Gefühl, meine Beziehung ist die Hölle, das ist so
- 3:24riesig, so diffus, irgendwie unlösbar.
- 3:28Ja, genau. Das lähmt und genau da setzt
- 3:31dieser Ansatz an, den er vorstellt.
- 3:33Er sagt ja quasi, hör auf, auf diesen riesigen Drachen zu
- 3:37starren. Richtig.
- 3:38Das ist der Kern. Der erste Schritt ist dieses
- 3:41diffuse Gefühl, diesen, wie du sagst, Drachen in seine
- 3:44Einzelteile zu zerlegen statt Beziehung ist Hölle, mal genau
- 3:48hinzuschauen, was genau ist denn das Problem, vielleicht ist es
- 3:51dann Problem 1. Wir streiten ständig über Geld
- 3:54oder Problem 2. Wir haben kaum noch Nähe oder
- 3:57Problem 3. Da ist kein Vertrauen wegen
- 3:59Sache x und plötzlich sind das keine unbezwingbaren Monster
- 4:02mehr, sondern konkrete Echsen, wie er sagt, immer noch
- 4:06schwierig, vielleicht aber greifbar.
- 4:08Und dafür braucht es dann eben ein Werkzeug, eine Methode.
- 4:11Das ist dieses strukturierte Problemlösen nach Craft.
- 4:14Was genau ist das? Im Kern ist das ein ja klar
- 4:19definierter Prozess, so eine Art Fahrplan kann man sagen, um aus
- 4:23dieser emotionalen Überflutung rauszukommen und wieder
- 4:26handlungsfähig zu werden. Man wechselt bewusst vom reinen
- 4:29Fühlen des Problems zum Aktiven Analysieren und dann eben lösen,
- 4:33OK, es geht drum wieder in den Fahrersitz zu kommen sozusagen.
- 4:38Man wird, um in dem Bild zu bleiben, vom Opfer des Sturms
- 4:42zum Ingenieur, der einen Damm baut, Stein für Stein halt.
- 4:45OK, ein Fahrplan mit Schritten. Wie sieht der aus?
- 4:48Im Artikel sind ja 8 Schritte, müssen wir die alle einzeln
- 4:51durchkauen? Ach, vielleicht fassen wir sie
- 4:53eher so thematisch zusammen, damit das Prinzip klarer wird.
- 4:56Im Grunde sind das so 4 Phasen, würde ich sagen, erstens
- 5:01Klarheit schaffen, also das Problem definieren.
- 5:04Das ist der wichtigste Schritt, den wir ja eben schon hatten.
- 5:07Mit dem Drachen zerlegen. Nimm einen Faden aus diesem
- 5:10Knäuel, Benenn das Problem so spezifisch und konkret wie nur
- 5:14irgendwie möglich nicht ich bin unglücklich, sondern ich habe
- 5:18diese Woche wieder keinen Sport gemacht, obwohl ich es mir
- 5:21vorgenommen hatte, das macht es greifbar.
- 5:23Okay das leuchtet ein. Und dann?
- 5:26Zweitens Möglichkeiten erkunden, also Brainstormen und dann
- 5:31auswählen. Jetzt geht der Blick weg vom
- 5:33Problem, hinzu den Lösungen. Und hier ist erst mal alles
- 5:37erlaubt. Echt alles.
- 5:39Ja, absolut keine Zensur. Was könntest du theoretisch tun?
- 5:43Auch total absurde Ideen sind hier willkommen, sogar gut
- 5:46Quantität vor Qualität in dieser Phase und erst danach wird
- 5:50gefiltert, was ist davon realistisch?
- 5:53Was fühlt sich für mich richtig an?
- 5:55Und dann wird eine Option ausgewählt.
- 5:57Das finde ich ja spannend. Also nicht sofort nach der
- 5:59perfekten Lösung suchen, sondern erst mal den Raum aufmachen für
- 6:03Ideen. Genau das, das lockert das
- 6:05Gehirn ungemein, holt es aus dieser Problemstarre raus.
- 6:09Und manchmal liegt ja in einer verrückten Idee der Keim für was
- 6:12echt gut ist. Also wenn dir erst mal nichts
- 6:14Vernünftiges einfällt, gar kein Problem, einfach aufschreiben,
- 6:17was kommt, der Druck muss raus. Das ist wichtig.
- 6:20Verstehe und die nächsten Phasen.
- 6:23Was kommt nach dem Brainstorming und auswählen?
- 6:26Drittens Vorbereiten und planen, also Hindernisse checken und
- 6:31einen Plan B machen. Wenn du eine Lösung gewählt
- 6:33hast, sagen wir mal, ich gehe morgen früh 20 Minuten
- 6:36spazieren. Okay.
- 6:38Dann überlegst du was könnte mich daran hindern zum Beispiel,
- 6:42es könnte regnen oder ich verschlafe.
- 6:46Ja, kennt man ja. Eben.
- 6:47Und dann, was tue ich dann, wenn.
- 6:50Plan B also ich lege die Regenjacke schon mal raus oder
- 6:54ich stelle den Wecker extra früh.
- 6:56Das ist die Vorbereitung, um nicht beim ersten kleinen
- 6:59Gegenwind gleich aufzugeben. Und daraus formulierst du dann
- 7:02den allerersten konkreten Handlungsschritt ich stelle den
- 7:05Wecker heute Abend auf 06:30 Uhr ganz konkret.
- 7:09Ah OK, und dann der letzte Teil. Viertens Handeln und lernen
- 7:15umsetzen und dann bewerten, dann tust du's halt und.
- 7:20Und danach? Das ist echt wichtig, schaust du
- 7:22zurück, hat es geklagt. Wie hat sich es angefühlt, was
- 7:25habe ich gelernt und wenn es nicht perfekt war, ist das kein
- 7:29Scheitern, das ist Datensammeln. Ah OK.
- 7:33Wenn der Spaziergang nicht geklappt hat, gehst du zurück,
- 7:36wählst vielleicht eine andere Lösung aus dem Brainstorming
- 7:39oder passt den Plan an. Du bist quasi wie ein Forscher
- 7:42in deinem eigenen Leben unterwegs.
- 7:44Das leuchtet ein, das nimmt diesen riesigen.
- 7:46Ich muss mein Problem lösen, irgendwie den Schrecken oder es
- 7:50mit mehr so zu einem Experiment genau, aber warum hilft das denn
- 7:54jetzt so gut gegen dieses Gefühl der totalen Überforderung, was
- 7:57passiert da im Kopf? Ja, da kommt so ein bisschen die
- 8:00Funktionsweise unseres Gehirns. Spiel ganz vereinfacht gesagt,
- 8:04wenn wir vor so einem riesigen, unklaren Problem stehen, dann
- 8:07schlägt unser Alarmsystem Alarm. Die Amygdala, das emotionale
- 8:12Gehirn, der Panikknopf, und der blockiert dann unser rationales
- 8:16Denken, unsere Planungszentrale vorne im Hirn, den präfrontalen
- 8:19Cortex, wir sind dann nur noch im Reaktionsmodus Flucht, Kampf
- 8:24oder eben Starre. Und dieses strukturierte
- 8:27Vorgehen. Das wirkt wie ein
- 8:29Beruhigungsmittel auf diesen Panikknopf, indem du das Problem
- 8:32zerlegst. Das ist ja Schritt 1.
- 8:34Signalisierst du deinem Gehirn OK, stopp mal.
- 8:37Es ist nicht ein unbezwingbares Monster, sondern ne Reihe von
- 8:41Aufgaben. Das aktiviert die
- 8:43Planungszentrale wieder und das Brainstorming Schritt 2 lenkt
- 8:47den Fokus weg von der Gefahr hinzu Möglichkeiten, das
- 8:50reduziert Stress und setzt kreative Energie frei.
- 8:55Verstehe. Und jeder kleine Erfolg, also
- 8:57jeder umgesetzte Schritt, der stärkt ja auch das Gefühl der
- 9:00Selbstwirksamkeit. Hey, ich kann ja doch was tun,
- 9:03das baut Zuversicht auf, Schritt für Schritt.
- 9:06Hier kommt für mich auch dieser Begriff rein, den Gabriel
- 9:08benutzt Soulmaster das ist ja mehr als nur die Methode, oder?
- 9:12Das klingt nach ner Haltung. Ja, genau das ist es.
- 9:15Es ist die Haltung dahinter. Gabriel beschreibt das als
- 9:18dieses Tiefe wissen, ich bin nicht mein Problem, ich bin
- 9:23derjenige diejenige, die die. Fähigkeit hat, Lösungen zu
- 9:27finden und umzusetzen es ist das genaue Gegenteil der Opferrolle,
- 9:31die sucht, die Depression, die Krise, die wollen dich ja quasi
- 9:35klein und hilflos machen. Der Soulmaster in dir sagt aber
- 9:39ich sehe dich Problem, aber ich bin hier der Gestalter.
- 9:42Also ist es nicht nur ein technischer Prozess, diese 8
- 9:44Schritte, sondern ein Akt der Selbstermächtigung, wie du
- 9:47vorhin schon sagtest. Exakt.
- 9:49Die craft Methode gibt das Handwerkszeug, das wie und
- 9:53dieses soulmaster Mindset liefert, das ich kann das also
- 9:57die innere Überzeugung. Genau diese Kombi ist das Starke
- 10:00daran finde ich. Es ist nicht nur positives
- 10:02Denken oder wünschen, nach dem Motto wird schon.
- 10:05Sondern es ist strukturiertes Handeln, getragen von der
- 10:08Überzeugung, ich habe hier Gestaltungsspielraum.
- 10:11O. K das klingt echt überzeugend,
- 10:13aber die Frage kommt ja immer. Wie kriegt man so was in den
- 10:15Alltag rein, wer hat schon Zeit ständig 8 Schritte
- 10:19aufzuschreiben, wenn es brennt? Ja, total berechtigte Frage.
- 10:23Am Anfang fühlt sich das vielleicht auch ein bisschen
- 10:24aufwendig an. Klar, wie Fahrradfahren werden
- 10:26Halt, aber Gabriel schlägt dir diesen 10 Minuten lösungssprint
- 10:30vor. Und das ist ein super
- 10:32Trainingstool, finde ich. Erzähl mal, wie geht der genau?
- 10:35Total easy Timer auf 10 Minuten stellen, ein Blatt Papier
- 10:39schnappen und ein aktuelles kleines Problem aussuchen.
- 10:43Minute 1 bis 2 das Problem ganz spezifisch aufschreiben, nicht
- 10:48Chef nervt, sondern zum Beispiel ich ärgere mich, dass mein Chef
- 10:53mir gestern kurz vor Feierabend noch diese dringende Aufgabe
- 10:56reingedrückt hat. Okay.
- 10:57Minute 3 bis 5. Mindestens 5 Lösungen
- 11:00brainstormen egal wie verrückt die sind, also kündigen ihn
- 11:05ignorieren, mit ihm reden, einfach früher gehen.
- 11:08Aufgabe heute als erstes erledigen, alles Draufschreiben.
- 11:12Auch kündigen. Ja klar, Brainstorming ist ja
- 11:14ohne Zensur. Minute 6 bis 7 dann eine
- 11:18realistische Lösung auswählen sagen wir mit ihm reden Minute 8
- 11:24bis 10, dann kurz überlegen, größtes Hindernis.
- 11:27Vielleicht. Ich trau mich nicht okay Plan b.
- 11:31Ich schreibe mir Stichpunkte auf, was ich sagen will und der
- 11:34allererste Schritt, ich bitte ihn morgen früh um ein kurzes
- 11:38Gespräch, fertig, wow, in 10 Minuten vom Ärger zum ersten
- 11:42konkreten Schritt, das ist doch machbar, oder?
- 11:45Das klingt echt machbar, das kann man ja wirklich mal
- 11:47ausprobieren und ich nehme an, mit der Zeit denkt man dann
- 11:51automatisch strukturierter, auch ohne Zettel.
- 11:54Absolut. Das Gehirn lernt das, man fängt
- 11:57an, Probleme automatisch anders zu betrachten, sie innerlich zu
- 12:00zerlegen und nach Handlungsoptionen zu suchen.
- 12:03Das wird zur Gewohnheit. Gabriel hat ja noch ein anderes
- 12:06Beispiel, diesen Geldtest das Szenario, dein Partner
- 12:10vielleicht mit einem Suchtproblem, bittet dich wieder
- 12:12um Geld und du weißt eigentlich, es wird wahrscheinlich nicht
- 12:16für, na ja, das Nötigste verwendet.
- 12:18Genau und die typischen Reaktionen darauf sind ja oft A
- 12:22die emotionale Explosion. Immer dasselbe.
- 12:25Ich bin so sauer oder C. Die Resignation dieses Enabling,
- 12:30also das ermöglichen des problematischen Verhaltens.
- 12:33Was heißt enabling genau? Enabling heißt hier, dass man
- 12:37durch sein Nachgeben, auch wenn man es gut meint, das
- 12:41Problemverhalten wie zum Beispiel den Substanzkonsum
- 12:44indirekt unterstützt oder aufrechterhält.
- 12:47Also man gibt nach, um vielleicht kurzfristig Ruhe zu
- 12:50haben, aber langfristig hilft es nicht, im Gegenteil.
- 12:53Reaktion C wäre also sowas wie Ach komm, ich geb s ihm halt,
- 12:58dann ist Ruhe. Verstehe und die strukturierte
- 13:02Reaktion B wäre dann was. Innehalten und das Problem
- 13:06definieren. Also Schritt 1.
- 13:08OK, das spezifische Problem jetzt ist, wie reagiere ich auf
- 13:12diese konkrete Bitte um Geld, so dass ich die sucht nicht
- 13:15unterstütze, aber auch keinen riesigen Konflikt vom Zaun
- 13:19breche und meine eigenen Grenzen wahre.
- 13:22Allein diese Frage zu formulieren, das ist schon der
- 13:24erste Schritt des Problemlöseprozesses es stoppt
- 13:27die Automatikreaktion, die emotionale oder die resignierte,
- 13:31und es öffnet den Raum für die nächsten Schritte, Lösungen
- 13:33Brainstormen, eine auswählen und so weiter.
- 13:36Das bringt mich zu einer Frage, die sicher viele kennen, gerade
- 13:39in Beziehungen. Was ist denn, wenn der Partner
- 13:42bei der Lösung gar nicht mitzieht?
- 13:44Man kann ja nicht alles allein ändern, oder?
- 13:46Ja, ganz wichtiger Punkt. Das ist im CR 8 Ansatz generell
- 13:50zentral. Konzentrier dich auf das, was du
- 13:52kontrollieren kannst. Dein eigener Einflussbereich
- 13:55Formulier das Problem also so um, dass es in deinem Bereich
- 13:58liegt. Statt wie bringe ich ihn dazu,
- 14:00pünktlich zu sein Versuch s mal mit, wie gestalte ich meinen
- 14:04Abend damit ich ich nicht frustriert da sitze und warte
- 14:06wenn er mal wieder zu spät kommt.
- 14:08Ah okay. Der Fokus liegt auf deiner
- 14:10Handlung, deiner Reaktion, deinem Wohlbefinden.
- 14:14Das nimmt enorm den Druck raus, andere Menschen ändern zu
- 14:17müssen, was ja meistens eh nicht funktioniert.
- 14:19Du holst dir die Kontrolle zurück über das, was du tun
- 14:21kannst. Und was ist mit Problemen, die
- 14:24sich halt sehr emotional anfühlen?
- 14:27Hilft da diese Logik überhaupt so was wie ich fühl mich einsam,
- 14:32wie soll man das denn strukturieren?
- 14:34Auch da gilt, jedes Gefühl hat oft auch eine praktische Seite
- 14:37oder zumindest Aspekte, an denen man praktisch ansetzen kann.
- 14:41Das Gefühl Einsamkeit ist erst mal diffus, ja, aber du kannst
- 14:44es übersetzen, Operationalisieren sozusagen,
- 14:47welchen einen kleinen Schritt kann ich heute tun, um mich
- 14:50weniger einsam zu fühlen oder um besser mit diesem Gefühl
- 14:53umzugehen? Das könnte sein, ne Freundin
- 14:55anrufen oder bewusst unter Leute gehen, auch wenn es schwerfällt
- 14:59oder dir was Gutes nur für dich tun oder eben einen 10 Minuten
- 15:02Sprint machen zu einem Teilaspekt davon wie wie schaffe
- 15:05ich es mich heute Abend nicht nur passiv vom Fernseher
- 15:08berieseln zu lassen. OK, verstehe.
- 15:11Die Methode hilft also, vom lähmenden Gefühl wieder zur
- 15:13konkreten Handlung zu kommen, auch wenn die Handlung klein
- 15:16ist. Das macht Sinn.
- 15:17Es geht also nicht darum, das Gefühl einfach wegzumachen,
- 15:20sondern handlungsfähig zu werden, trotz des Gefühls
- 15:24vielleicht. Genau das ist der Punkt und oft
- 15:26ist es ja so, dass sich das Gefühl dann auch durch die
- 15:29Handlung verändert. Wenn du merkst, du kommst ins
- 15:31Tun, dann fühlt sich die Einsamkeit vielleicht schon n
- 15:33kleines bisschen anders an. Gabriel empfiehlt ja im Artikel
- 15:36auch noch ein Buch zur Vertiefung, den Suchtkreislauf
- 15:39durchbrechen von Meiers und Smith.
- 15:41Das scheint ja so ne Art Standardwerk für CIF zu sein,
- 15:44gerade für Angehörige. Ja, das ist es wohl.
- 15:47Da geht es sehr detailliert darum, wie man eben genau nicht
- 15:50in diese typischen Streit und Vorwurfsfallen tappt.
- 15:53Sondern lernt problematisches Verhalten.
- 15:55Klar, aber ohne Eskalation zu begrenzen und gleichzeitig jedes
- 15:59kleine positive Verhalten zu fördern und zu verstärken.
- 16:03Ein sehr, sehr hilfreicher Ansatz für Angehörige.
- 16:05Sein Fazit im Artikel fand ich auch sehr ermutigend.
- 16:09Er schreibt ja, du musst nicht die ganze Schlucht auf einmal
- 16:13überfliegen, es reicht den nächsten Stein zu finden und zu
- 16:16legen, um eine Brücke zu bauen. Dieses strukturierte Vorgehen
- 16:20ist wie ein Gegenmittel zur erlernten Hilflosigkeit.
- 16:24Exakt das ist es. Es bricht dieses riesige,
- 16:27übermächtig scheinende Problem auf Augenhöhe herunter.
- 16:31Gabriels eigene Erfahrung war ja, dass dieses Monster sucht
- 16:35und ihre Folgen durch diese Methode zu einer Liste von
- 16:38kleinen, ja lösbaren Herausforderungen wurde, seine
- 16:42Botschaft ist ja quasi, hör auf, auf das Monster zu starren.
- 16:46Nimm ihm seine Macht, indem du es in seine Einzelteile
- 16:49zerlegst. Du bist nicht hilflos, du
- 16:52brauchst dir vielleicht nur das passende Werkzeug an die Hand.
- 16:54Und dieses Werkzeug, diesen Ansatz, den haben wir uns ja
- 16:57jetzt mal genauer angeschaut. N starker Impuls finde ich echt
- 17:01so und wenn dir dieser Einblick jetzt gefallen hat und du die
- 17:04Arbeit von Nelix Berlin generell wertvoll findest.
- 17:08Dann würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung freuen.
- 17:11Du kannst Gabriel helfen, indem du vielleicht diesen Beitrag aus
- 17:14Social Media teilst oder die Inhalte hier auf den
- 17:16Plattformen, also Spotify oder Apple Podcasts, bewertest und
- 17:19vielleicht auch likest man muss wissen, das Projekt Neelix
- 17:22Berlin wird komplett allein von Gabriel finanziert und auch
- 17:26erstellt, jede Form der Unterstützung hilft ihm dabei,
- 17:29mit diesem Projekt sich selbst, aber eben gleichzeitig auch
- 17:32anderen Betroffenen zu helfen. Sein persönliches Motto, das ihn
- 17:35da antreibt, ist ja aus allem schlechten.
- 17:37In seinem Leben versuchen, etwas Gutes zu machen.
- 17:39Vielleicht noch so ein Gedanke zum Mitnehmen für dich das
- 17:42Gegenteil von Überforderung ist ja nicht, keine Probleme mehr zu
- 17:45haben, die gehören halt zum Leben dazu irgendwie, sondern
- 17:48das Gegenteil von Überforderung ist vielleicht eher das
- 17:50Vertrauen darauf, dass du Werkzeuge und Strategien hast,
- 17:53um mit dem Problem umzugehen, wenn sie denn auftauchen.
- 17:57Wenn du also das nächste Mal vor so einem gefühlten
- 18:00Problemgebirge stehst, frag dich doch mal was.
- 18:03Was wäre der allererste winzigste Baustein, den ich mir
- 18:06anschauen könnte, anstatt auf diesen ganzen riesigen Berg zu
- 18:09starren, welchen einen kleinen Faden kann ich jetzt mal
- 18:12greifen? Ein schöner Gedanke.
- 18:13Zum Abschluss finde ich. Vielen Dank, dass du dir die
- 18:16Zeit genommen hast und zugehört hast.
- 18:18Passt gut auf dich auf und ja, bis zum nächsten Mal.