Latest / SOMMELIER / Nancy Grossmann - Die Maestra der Weinwelt oder „Eine Wein Erfolgsgeschichte"
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- 0:00Mein Name ist Karin Jens Spanier von "Button for Spain" und "Kühlingelord".
- 0:17Nennt sie, kenne ich schon seit gut zehn Jahren.
- 0:20Damals war sie noch in Beiladen Schmidt in Berlin und hat in den Läden gearbeitet und
- 0:25es war immer toll, ihre Begeisterungsfähigkeit sich aber auch vor allem anderen gegenüber zu zeigen.
- 0:30Eigentlich war ihr Weg vorbestimmt und dass sie Sommelier ist, ist kein Wunder.
- 0:35Sie ist vielen immer 'ne Nase voraus, weil sie ein unheimliches Gespür für Strömungen hat.
- 0:41Was sie aber auch hat, sie pflegt die Kontakte zu den Winzern.
- 0:47Über viele, viele Jahre kann über die Jahrgänge sprechen, kann über die Arbeit in den Weinwergen
- 0:53und das Drömme rum und die Geschichten hinter den Kulissen erzählen und das zeichnet sie total aus.
- 0:58Dass sie da einfach sich ein unglaubliches Wissen angeeignet hat.
- 1:02Und nennt sie ist für uns 'ne ganz tolle, weil sie auch einfach auf dem Boden geblieben ist trotz ihrer vielen, vielen Erfolge.
- 1:10Sie ist ein toller Mensch, ein sehr empathischer Mensch, weiß auf die Leute zuzugehen und sie gehört für uns zu einer der ganz, ganz großen in der Zähne.
- 1:19*Musik*
- 1:42Ein ganz herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Sommeliers unserer Zeit.
- 1:51Bei meiner heutigen Gäste hat man gar nicht die Chance, sich ihr in irgendeiner Form zu entziehen, denn sie strahlt mit einer unfassbaren Lebensfreude.
- 1:59Verspielerisch lebt sie Kompetenz, Authentizität und Tiefsinn und das begleitet von einem unfassbar charmanten Lächeln.
- 2:07Das einlädt nicht nur ein Wort mit ihr zu wechseln und ich freue mich auf das kommende Gespräch mit der großartigen Nancy Grossmann.
- 2:14*Musik*
- 2:39Wer Nancy Grossmann einmal privat kennenlernt, wird nicht glauben, dass sie bereits 2019 Sommiäre des Jahres bei der Frankfurt der Allgemeinen Sonntagszeitung 2020 Sommiäre des Jahres im GUMIO,
- 2:522023 Sommiäre des Jahres im Feinspecker Gastro Award, 2023 Sommiäre des Rolling Pin Award und 2023 Sommiäre des Jahres in der Falstaff Wine Trophy geworden ist.
- 3:09Weil sie so eine unfassbare, natürliche und herrlich lebensbereichernde Art hat, wer Nancy Grossmann einmal im Ruts kennenlernt hat, der weiß, warum sie all diese Titel mit nach Hause mit ins Ruts gebracht hat.
- 3:21Für sie war relativ schnell nach der Schule klar, dass sie kein Studium absolvierend und einen Beruf erlernen möchte und so.
- 3:28Er lernte sie ihr Handwerkszeug während der Ausbildung zur Restaurantfachfrau im Käfer Dachgartenrestaurant im Deutschen Bundestag.
- 3:36Direkt danach trug es sie an die Südküste Portugals in die weltberühmte Villa Joya mit zwei Sternen ausgezeichnet.
- 3:44Eine Saison in Ischke im Trofada Royal Gummy & Relax Hotel, eine Saison im Grand Restaurant des Grand Hotel Gronnhof in der Schweiz,
- 3:55eine Zeit im Gummy Restaurant Überfahrt in Rotach-Egern, eine Station im Restaurant Dalmeyer in München.
- 4:02Seit 2011 darf sie sich IHK geprüfte Sommieherin nennen.
- 4:06Eine Station im Restaurant Rheinstoff in Berlin führte sie danach in den Weinladenschmitt in der Kölwitzstraße,
- 4:13wo sie als Führjahrleiterin und Sommieherin eine ganz eigene Philosophie um den Wein und vor allen Dingen um die Weinbetreuung ihrer Gäste aufbaute.
- 4:22Als Restaurantleiter und Sommieherin im Restaurant Lessing Regensburg durfte sie fast ein Jahr die Regensburger Weinliebhaber in ihren Bands ziehen,
- 4:31bevor sie als Sommieherin zu Anton Schmaus ebenfalls in Regensburg wechselte.
- 4:37Als vorläufiges Highlight ihrer Karriere kann man ohne Frage den Wechsel zurück nach Berlin zum unvergleichlichen Marco Müller ins Restaurant Rots bezeichnen.
- 4:48Die Betonung liegt auch vorläufig, denn ich bin unfassbar gespannt, was wir alles von Nancy Grossmann noch erwarten dürfen.
- 4:54Wie schreibt gleich einer der renommiertesten Weinkritiker, wenn der Barolo der König des Nibyolo ist,
- 5:09dann ist Choretto die Royer Family von Alba in Piedmont und die des Barbaresco gleich mit?
- 5:15Seit fast einem Jahrhundert kettet man Familie im Weingut Choretto Wein auf aller höchsten Niveau.
- 5:22Doch was macht dieses Weingut so unfassbar traditionell und zugleich zeitgemäß?
- 5:27Manchmal hilft es, um das zu verstehen, die Zeit einfach ein wenig zurückzudrehen.
- 5:32Die Familie betrieb Anfang des 19. Jahrhunderts einen kleinen gastronomischen Betrieb in Santo Stefano, Belbo,
- 5:38und stellte nebenher Wein her. Riccardo Choretto lernte das Wein machen und übersiedelte in den 1930er-Jahren nach Alba.
- 5:45Er gründete die Casa Vincola Choretto und verarbeitete an gekaufte Trauben zu Wein.
- 5:50In den 60er-Jahren stiegen seine Söhne Bruno und Marcello in den Betrieb ein.
- 5:55Nach einem Besuch im Begund erwaben sie Weinberge und führten komplett neue Methoden ein,
- 6:00die nicht nur die Stilixistik ihres Hauses, sondern dann federführend nahezu einer ganzen Region verändert.
- 6:071994 wurde auch ein Betrieb für Haselnuss-Produkte gegründet und 2005 zwei Restaurants in Alba eröffnet.
- 6:15Nach der Ausbildung in Alba sammelte Alessandro, der Sohn von Marcello, Erfahrung in Weingüterl-Bordeaux, Australien, Kalifornien und Südafrika
- 6:24und ist nun verantwortlicher Onologe.
- 6:27Nach dem Abschluss der Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaft sowie eine Marketing-Zertifikat an der University auf Kalifornia
- 6:36ist Frederico Sohn von Bruno für das Zielsmanagement verantwortlich.
- 6:40Lisa, Tochter von Marcello, ist für die Administration Troperta, Tochter von Bruno für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.
- 6:47Im Jahre 1987 wurde die Cantina Charetto Monsordo Bernadina am Stadtrand von Alba erworben, wo sich der Hauptsitz des Weinbau II.
- 6:58und die "Weine" der Vierkeller Reihen gesammelt und vermarktet werden.
- 7:03Hier werden die Weine aus Lange und Rohero produziert.
- 7:07Die Weinberge umfassend zu ca. 160 Hektar.
- 7:10Natürlich ist es unfassbar spannend, gerade bei einem Traditions- bei einem Benchmark-Produzenten,
- 7:17Vicherto das Augenmerk auf die großartigen Baroli und Barbareschi,
- 7:22sprich die Minibiolo zu werfen.
- 7:24Aber gerade bei einem Produzenten, der eine solche Handfertigkeit, eine solche Eigendfinition für Rebsorten an den Tag liet,
- 7:33macht es unfassbar viel Spaß.
- 7:35Rebsorten ist durchaus attraktiv, wenn auch nicht so renommiert wie den Dolcetor, den Barbera,
- 7:40zu probieren und somit die Handschrift des Weingutes kennen zu lernen.
- 7:44Als der Weiswein im Pirmont, als der Gegenspieler zum Barolo, wird der Rohero gefeiert.
- 7:51Der Rohero annis aus dem Hause Charetto ist ein finnespeton, der knackiger frischer mineralischer Wein,
- 7:58einer ganz saden Säure und ein Wein, den man sowohl als solist als auch als Speisebegleiter für hohere elegante Meeresfrüchte oder zu Gerichten mit einer vegetabilen Lastigkeit genießen kann.
- 8:11Ein der Spezialitäten des Pirmonts und da hat Charetto ein wahnsinniges Händchen für, ist der Moskato.
- 8:17Der Moskato das, die aus dem Hause Charetto.
- 8:19Der Moskato 5,5 Volumen prozent leicht mussieren, wird die süße perfekt ausbalancierten Wein, der absolut ideal in den Nachmittag,
- 8:28der konn genial zu vielen Süßspeisen und der einfach genial zu süße verlangenden Vorspeisen passt,
- 8:36wird der nachfolgende Wein die Möglichkeit hat daran anzuschließen.
- 8:40Das Haus Charetto beweist auf einzigartige Weise, dass man nicht nur die großen, grog gelobten, die hochdigurierten, die preislich exponierten Weine suchen und genießen sollte,
- 8:51sondern dass es auf jeder Qualitätsebene eine ganz eigene Interpretation der Rebsorten, der Stilistiken, der Charakteristiken gibt und dass es einfach Spaß macht,
- 9:01das Haus und damit die Philosophie kennenlernen zu dürfen.
- 9:05Ein großes Dankeschön dem Hause Charetto für die Begleitung, für die Unterstützung bei unserem Podcastprojekt.
- 9:11Und in diesem im gleichen Atemzug möchten wir uns auch für die tolle Unterstützung bei der Firma Schlumberger dem importeur für Charetto Weine bedanken.
- 9:18Toll, dass es dank ihnen möglich ist, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen.
- 9:22Vielleicht kann ich damit loslegen, dass ich persönlich, aber es ist eine ganz persönliche Empfindung, dass was ihr hier macht, eigentlich total doof finde.
- 9:30Warum?
- 9:32Weil ihr eine Weinbar geraubt habt.
- 9:34Ihr wart ja wirklich eine Weinbar und ihr wart ihr im Begriff der Weinbar letztlich in Berlin auch zu einer Zeit, wo die Szene unglaublich explodierte.
- 9:43Also ihr hattet damals in Berlin eine ganz eigene Weinzene.
- 9:46Das ist so das Ein, das ist das persönlich, wahrscheinlich selber lange Weinbar gelebt habe.
- 9:50Auf der anderen Seite, was hier raus geworden ist, das ist so mindblowing, das ist so unfassbar.
- 9:56Das verrückt.
- 9:58Also eines der mittlerweile das beste Restaurant in Deutschland, die wurde ja gerade gekürt als bestes Restaurant in Deutschland reingebastelt habt, ja im wahrsten Sinne des Wortes.
- 10:08Also ganz am Anfang einer ultra kleinen Küche war das ja mehr ein Kunststück.
- 10:11Die Küche ist noch genauso groß wie vorher.
- 10:13Ja, dein Kunststück.
- 10:14Und auf der anderen Seite ist das Rutz ja letztlich dein Fundament, aber was du hier hingelegt hast, du bist ja eigentlich mehr oder weniger, kann man so sagen und despektierlich zu sein,
- 10:25aus dem nichts mit einmal da gewesen, war Nancy und dann ganz schnell warst du irgendwie Someris Jahres und dann ganz schnell warst du überall präsent,
- 10:34ohne und das bewundere ich halt wahnsinnig, ohne ein bunter Hund zu sein.
- 10:38Also bist ja nicht so der Lautreter oder der Schrei halt so, oder die Instamaus oder sonst irgendwas, sondern du bist einfach du und des.
- 10:45Ist der Hammer.
- 10:46Da fragt man sich immer, was ist für dich Wein?
- 10:48Was ist für mich Wein?
- 10:49Du hast jetzt so viele Themen angesprochen, schon direkt.
- 10:55Ja, Wein ist für mich ziemlich viel an der Stelle.
- 10:57Also es gibt keinen Tag in meinem Leben, wo es sich nicht irgendwie um Wein dreht.
- 10:59Es ist schon verrückt oder man eine Weinflasche in der Hand hält.
- 11:01Das ist schon wirklich besonders an der Stelle.
- 11:05Und Wein bedeutet auch einfach ganz viel Emotion, ganz viel Leidenschaft und ganz viel tolle Menschen, mit denen man Kontakt hat an der Stelle.
- 11:13Zum einen die, die gerne den Wein trinken, zum einen die, die den Wein in die Flasche bringen und natürlich auch das Team, mit dem man täglich arbeitet, um den Wein am besten strahlen zu lassen.
- 11:27Und es ist schon wahnsinn wirklich, also ich muss jetzt nochmal weiterausholen, wo du gerade gesagt hast, was hier hingelegt wurde mit dem Rutz.
- 11:35Vor 23 Jahren wurde das halt gegründet und es ist so eine Wahnsinnsgeschichte, die dahinter steht einfach auch.
- 11:41Also die Chosséstraße war ja nicht unbedingt immer so, wie sie jetzt ausschaut.
- 11:45Also das war ja da vor 23 Jahren noch so die Ehecke.
- 11:49Das war nicht die Prime Gegend.
- 11:51Das war überhaupt nicht die Prime Gegend.
- 11:53Und wenn du heute noch Menschen oder den Berliner im Restaurant sitzen hast, die dir dann erzählen, dass sie mit Lars Rutt schon eigentlich ihre besten und ersten Wein-Erfahrung gemacht haben,
- 12:03da ist das total besonders. Also da musst du erstmal so von Minute 1 schon Menschen faszinieren in unterschiedlichen Dekaden, was wirklich einzigartig ist.
- 12:14Und das jetzt wirklich, genau, ich kann das verstehen, es gibt wirklich gerade der Kiez leidet sehr darunter, dass die Weinbar nicht mehr hier ist,
- 12:20weil es war wirklich auch ein Knotenpunkt für Menschen, die hier schon sehr lange leben und auch die Weinbar immer gefeiert haben.
- 12:26Aber wie gesagt, die Küchengröße hat sich nie verändert jetzt seit dem zweiten Sternen.
- 12:32Und die zwei Konzepte, die Küche hatte am Anfang zwei Konzepte aus der Küche rausgeschickt, Weinbar nach unten und oben dann halt das Gourmet an der Stelle.
- 12:41Und das war schon, also das war jetzt nach den Lockdowns gar nicht mehr möglich, nachdem die alle nochmal mehr Zeit hatten, darüber nachzudenken,
- 12:49wie sie es jetzt noch mehr ausfallen können aus dem Teller, dass du dann zwei Konzepte weiter schickst.
- 12:54Und außerdem auch, wo diese ganzen Abstandsregulierungen auf einmal in Kraft getreten sind, hat das ja auch gar nicht mehr, da war ja kein Feeling hier unten an der Stelle.
- 13:03Das war komisch mit dem Abstand.
- 13:05Und dann haben wir natürlich gesagt, dann machen wir ein Konzept auf beiden Ebenen.
- 13:08Und so kam es dann schleichend.
- 13:10Ich hatte persönlich irgendwie so ein bisschen das Gefühl, als das Restaurant immer prominenter wurde, hat die Weinbar ohnehin Platz geben müssen oder frei gemacht für die Prominenz, für auch diese Entwicklung des Restaurants.
- 13:25Du hast ja auch einige, bei Prominenzen einige prominente Vorgänger, egal Billy oder Hendrik oder eben Lars, ist sowas eher Freut oder Leid, ist sowas Herausforderung anspuren, ist sowas, oder warst du da komplett von frei und hast gesagt, hier, ich mach mein Ding?
- 13:40Ja, ich mach mein Ding.
- 13:43Das hatte das große Glück, dass ich als erste Frau in diese Prominenzriege eingestiegen bin.
- 13:47Macht das ein Unterschied?
- 13:48Ja, ich glaube schon, dass das ein Unterschied macht.
- 13:50Das ist also nach wie vor in der Weinwelt, ist ja schon sehr männlich dominiert, was natürlich auch im Wechsel besteht.
- 13:57Aber ich glaube auch hier in der Institution war das schon nochmal anders.
- 14:02Und ich glaube auch vielleicht, der ein oder andere hatte halt extrem große Fußstapfen, die dann sozusagen ausgefüllt werden mussten.
- 14:11Und das hatte ich irgendwie nicht, weil ich irgendwie, also man hatte mit mir gar keinen Vergleichswert irgendwie großartig, denn an der Stelle mit einer Station davor, wo ich, also ich habe ja kontinuierlich, nachdem ich meine Ausbildung gemacht habe, in sehr renommierten Häusern gearbeitet,
- 14:25haben mit sehr vielen tollen Sommeliers zusammen gearbeitet und wo das im Rheinstoff dann nicht mit der Sommeliersstelle geklappt hat, bin ich ja dann in den Handel gegangen und habe mich aber kontinuierlich auf diesen Zeitpunkt vorbereitet, dass der kommen wird.
- 14:38Bewusst oder unbewusst?
- 14:40Also hattest du das im Sinn oder hast du gesagt, du kreierst?
- 14:42Ich wollte schon nochmal wirklich ins Restaurant.
- 14:44Es war immer mein großer Traum gewesen, wirklich dieses Restaurant und auch wirklich was Schönes mit zu erreichen.
- 14:48Ich war wirklich in sehr hochdekorierten Häusern und das dann wirklich am Ende so eingetreten ist, dass der dritte Stern gefallen ist.
- 14:55Wir reden ja alle immer nicht laut über so eine Sache, aber natürlich hast du einen gewissen Anspruch an dich selber und das, also ich finde, Ziele muss man haben und es ist auch nicht irgendwie verkehrt, das anzusprechen.
- 15:06Und war der Handel für dich selber dann eher eine hilfreiche Station oder war das?
- 15:11Total, total. Also um auf jeden Fall zu verstehen, wie es wirklich so Winzerseite, Handelsseite, so als Zwischendingen auch nochmal zwischen dem Gastronom, das hat schon im Verständnis sehr viel gebracht, definitiv.
- 15:24Ich finde, im Handel berät man ganz anders als im Restaurant.
- 15:27Ja.
- 15:28Hat kein direktes Feedback, was ja der große Vorteil bei Sommys ist, dass die ein direktes Feedback haben, dass die erleben können, wie die Weiner ankommen, wie die Leute damit aufgehen, wie sie auch entspannen durch den Wein.
- 15:40Da musst du erstmal umdenken. Ich hatte da schon, und gerade ich habe drei Jahre im Kowitz-Kiez den Weinern Schmidt dort gemacht und das war, ich habe direkt gemerkt, da sind natürlich ganz viele Stammkunden auch und die kommen dann samstags vom Markt, sagen jetzt gibt es das, das und das zu essen und morgen gibt es das und das.
- 15:57Dann suchst du ein paar spannende Sachen raus und ich gebe dir aber auch direkt Feedback, denn am nächsten Samstag hat gut gepasst, hat nicht gut gepasst, das mag ich so nicht, natürlich lernst du die Leute dann natürlich besser kennen und auch ihre Trinkfenster an der Stelle besser kennen, aber für mich war es ohnehin nicht wichtig auch zu, also natürlich habe ich meinen ganz eigenen Geschmack und meine eigene Handschrift, aber gerade darf man ja nie vergessen auch im Weinhandel, jeder hat ja seinen eigenen Geschmack und das dann auch entsprechend als Sommelier zu empfehlen.
- 16:26Ich finde, das muss sich Persönliche zurücknehmen in dem eigenen Augenblick, denn wie es da denn oft auch ist, ist schon wichtig auch, gerade auch um nachhaltig Wein zu verkaufen.
- 16:37Wenn du selber ein Wein wärst, welcher Wein wärst du?
- 16:39Ha!
- 16:40Kommt auf die Tageszeit drauf an.
- 16:44Ich würde schon auch sagen, Riesling, definitiv.
- 16:49Riesling, ja.
- 16:51Weil?
- 16:52Weil zum einen das Quirlige, also reden tu ich sehr gerne, schon an der einen Stelle.
- 17:00Ich glaube auch, dass ich ein sehr motivierender Mensch bin, ich finde, etwas Vitales.
- 17:05Riesling hat auch immer so eine absolute Lebendigkeit, etwas trotzdem aber elegantes, nie overdosed.
- 17:12Ja, das Eleganter auch mit dabei.
- 17:15Könntest du dir ein Leben ohne Wein vorstellen?
- 17:21Ja, gute Frage.
- 17:23Wahrscheinlich nicht.
- 17:25Weil?
- 17:26Wenn ich immer mit der Weil-Frage komme, aber es hat sich jetzt irgendwie zu ergibend.
- 17:30Ja, das ist schon der, ich bringe ja.
- 17:31Nein, ist gut.
- 17:32Nicht ohne.
- 17:34Ich glaube, ich merke das ganz oft im Vergleich.
- 17:38Wenn du, ich bin jetzt gar nicht so aus der großen Weintrinker-Familie oder Winzers-Familie oder mit so einem großen gastronomischen Background gekommen an der Stelle.
- 17:49Und wenn ich das manchmal vergleiche im Freundeskreis, wie unterschiedlich sich alle entwickelt haben,
- 17:56auch gerade dann merkst du oder da bin ich immer in dem Augenblick sehr, sehr dankbar,
- 18:01was ich für Möglichkeiten bekommen habe durch den Wein und durch den Beruf,
- 18:06weil ich unheimlich viel schmecken und erleben durfte dadurch.
- 18:10Gerade wo ich auch auf unterschiedlichen Stationen bin, Wein kann so tolle Erlebnisse hervorrufen,
- 18:17ob es jetzt das Zwischenmenschliche ist, aber auch einfach das Gaumen, das Genussvolle.
- 18:22Und mir kann keiner sagen, in den richtigen Kombinationen kann das auch absolut befriedigend sein,
- 18:27wenn du ein perfektes Food-Match hast.
- 18:30Das ist einfach, die einen gucken sich einen genialen Kinofilm an, gehen ins Theater, machen Sport.
- 18:35Ich gehe gerne essen und trinken.
- 18:38Ich finde, das wird oftmals verkannt oder gar nicht ausgiebig genug beachtet, weil ich Möglichkeiten wir durch den Beruf und den Wein auch haben.
- 18:47Also nicht nur, dass wir schöne Gegenden reisen können, das kann ganz, ganz viele andere auch,
- 18:52oder nicht nur, dass wir mehr oder weniger intensive oder lose Freundschaften quer durch Europa oder über den ganzen Globos haben,
- 19:01weil Wein halt unfassbar verbindet, auch dass man ganz viele positive Elemente hat,
- 19:06dass man überall mehr oder weniger arbeiten oder leben kann und das auch macht
- 19:10und dadurch ein unfassbares Spektrum seiner eigenen Persönlichkeit auch aufbauen kann.
- 19:17Total, also wenn ich mir überlege, wo ich überall Menschen kenne, mit denen ich,
- 19:22wenn ich sie jetzt nicht täglich sehe oder wöchentlich, aber ich einfach eine gute Verbindung habe an der Stelle.
- 19:28Und das ist wirklich, ich habe auch nach der Ausbildung,
- 19:31wir sind immer überall auf der Welt unterwegs gewesen mit der Familie,
- 19:35aber Deutschland habe ich so richtig kennengelernt, dank des Wains an der Stelle.
- 19:40Und das ist wirklich richtig schön mit der Identität und dem, was alles einfach gelebt wird in den einzelnen Regionen, super, super schön.
- 19:48Also das möchte ich gar nicht missen. Also das ist wirklich etwas, was auch den Beruf so toll macht an der Stelle.
- 19:54Das Interessante finde ich in unserem Beruf, dass man es auch macht.
- 19:57Also ein Tischler kann es auch oder keine Ahnung, kann ja auch umherreisen,
- 20:02aber die machen es teilweise nicht so intensiv oder so ausgiebig, außer wahrscheinlich den üblichen Wanderjahren,
- 20:07wie wir es in der Gastronomie oft praktizieren.
- 20:11Daher also kann ich dann nur dazu animieren, weil ich merke, dass die jetzige Generation da auch ein bisschen flechmatischer wird
- 20:17und gar nicht mehr so sehr irgendwie mal ein Jahr in, dort in dem Land oder in der Ecke verbringt,
- 20:23sondern erst mal zufrieden damit sind, was sie zu Hause haben, also dazu animieren, nach außen zu gehen.
- 20:28Ich glaube, da hat Corona auch sehr viel zu beigetragen, dass diese Sicherheit doch schon auch sehr gewünscht ist.
- 20:35Also wir merken dasselbe auch im Team, dass wir da jetzt gar nicht so eine Flutuation haben.
- 20:40Ich muss, wenn ich mir selber meinen Lebenslauf angucke, also für mich war es wirklich auch so,
- 20:44das hast du dann halbis Jahr auf der Saison gemacht und dann bist du weitergezogen, weil du mehr sehen wolltest auch an der Stelle.
- 20:50Und einfach so viel wie möglich aufsaugen, solange du extrem flexibel bist.
- 20:55Also ich habe das gemerkt, aber auch jetzt meine Abstände wohnen jetzt immer länger, wo ich natürlich auch älter geworden bin.
- 21:03Und das, weil du dann natürlich nicht mehr so super schnell einfach meinen Umzug machst mit deiner Wohnung,
- 21:08wo sich deine Jahre passen. - Passt nicht mehr in ein Auto rein.
- 21:10- Ja, genau, das passt. Das ist genau der richtige Punkt.
- 21:13Das passt nicht mehr in ein Auto rein oder noch mit zwei anderen von der Saison mit drei Koffern.
- 21:19Das funktioniert halt nicht mehr.
- 21:21Aber es ist wirklich, es ist für uns glaube ich super super wichtig, dieses genau das zu transportieren.
- 21:27Deswegen ist es echt schön hier im Podcast bei dir zu sitzen und das auch nochmal so hoffentlich weiterzutragen.
- 21:32Weil gerade der Nachwuchs, was auch Wein angeht, da müssen wir uns auch echt kümmern.
- 21:38Also es ist wirklich das dieses tolle Gefühl, was wir immer leben, wenn wir uns alle regelmäßig sehen auf den Veranstaltungen,
- 21:44dass das transportiert wird, das Wissen, dass die Kunst damit umzugehen ist zu servieren,
- 21:50die Emotionen zu transportieren, was wir bei den Winzern erleben und Menschen auch einfach dafür wirklich zu animieren.
- 21:58- Es ist das Begeistern, glaube ich, was das Ganze so sehr außergewöhnlich macht.
- 22:03Und auch die eigentliche Langfristigkeit dabei.
- 22:06Also ich habe es so oft in der Barge, habe das Leute von vor 30 Jahren in die Barge haben,
- 22:12sagten damals in Stuttgart, in der Speismesterei, da haben wir sie erlebt und wir wollten es unbedingt nochmal
- 22:17oder bei Dieter Müller oder sonstiges, so ein Hendrik.
- 22:20Thomas erzählt es auch, das ist ganz früher aus dem Jahr, aber er kriegt immer noch Anrufe, wie toll er das gemacht hat
- 22:24und bei dir wird es nicht anders sein oder du hast es vorhin erzählt beim Lars Rutz,
- 22:28der so nachhaltig in Erinnerung blieb und Leute jetzt sind auch von ihm reden und garantiert,
- 22:34hast du auch deine scharfen Fans, die für die du prägend bist, also auch in deren Wein leben,
- 22:41in deren Entwicklungen, in deren Genussmomenten und unfassbar nachhaltig.
- 22:45- Super schön. Also das ist auch etwas, was du, das kann dir ja keiner nehmen,
- 22:49das ist, glaube ich, alle, die in der Gastronomie arbeiten und wenn du einen Abendservice hast,
- 22:53wo du merkst, dass der Flo da ist, dass die Gäste das genießen, auch bereit sind, sich darauf einzulassen.
- 22:59Wir sind halt nicht das typische Gourmet-Restaurant an der Stelle, bei uns ist es halt alles sehr, also ne,
- 23:06alles erpoor, sonst wären wir nicht da, wo wir sind, aber trotzdem ist es nicht mit dieser Versteiftheit an der Stelle.
- 23:12Es ist immer mit einer gewissen Dezenten-Leichtigkeit und auch beim Wein, wir sind jetzt nicht das klassische,
- 23:19das hatte ich gerade am Wochenende des Themas, wir sind nicht so dieses klassische Gourmet-Restaurant,
- 23:23wo du jetzt alle Weine, nee, das hat mir ein Gast letzte Woche erzählt, stimmt, aus Wien hat und er hat gesagt,
- 23:27es ist nicht die klassische Weinkarte, wo du die Weine findest, die du überall findest,
- 23:32es sind im Schnitt auch oft Weine, die sind gar nicht so super teuer kalkuliert,
- 23:38aber man merkt, dass die Weine halt sehr bewusst ausgewählt wurden.
- 23:42Das fand ich so besonders, wie er das gesagt hat, weil es ja immer wieder schön, wenn Menschen das auch dann wahrnehmen,
- 23:47das ist nicht nur irgendwie, also ich will nicht sagen x beliebig, aber es ist natürlich, es geht nicht nur um den Namen,
- 23:54es geht sondern viel mehr hier tiefe Deutschland, wir sind mit an der Spitze der deutschen Gastronomie
- 24:00und zeigen halt über 30 Seiten deutschen Weine erstmal an der Stelle.
- 24:06Ich glaube das Schönste ist dabei, wenn ein Gast das dann auch zum Ausdruck bringt, wenn das artikuliert will,
- 24:13ihr habt oftmals damit ja auch zu kämpfen, kann ich mir vorstellen, dass ihr zum einen Erwartungen gerecht werden müsst
- 24:21oder Neugierde oder es muss natürlich das Beste sein, weil andere sagen, ihr seid die besten
- 24:28und wer andere euch über die Maßen hinausheben und dem gerecht zu werden, ist natürlich eine tolle Herausforderung,
- 24:35hat auch Spaß, aber wenn ein Gast sich dann doppelt ermuntert führt zu sagen, wow, das war jetzt aber,
- 24:40oh, dann ist das glaube ich ein Geschenk, dann ist das großartig.
- 24:43Das habe ich gerade sehr gut in Worte gefasst, was ich gerade gedacht habe, aber nicht so richtig formulieren konnte,
- 24:47weil das ist ja wirklich so, dass du am Anfang dann kriegst du bestimmte Namen um die Ohren geschlagen
- 24:52und dann weiß ich immer schon, welches erste, weil ich gut höre, dann sage ich immer, dann weiß ich immer schon,
- 24:57das haben wir leider nicht auf der Karte und dann weiß ich, ich komme noch drei weitere
- 25:01und dann sage ich, die haben wir leider auch nicht auf der Karte, und dann ist es aber umso schöner,
- 25:05wenn man dann sagt, ach, ich könnte aber das servieren und das und mache eine Auswahl davon
- 25:09und am Ende sagen die Gäste, sie hatten trotzdem mal einen Phänomen in den Arm.
- 25:13Man muss immer mit einem Auge natürlich auch auf die Wirtschaftlichkeit gucken, also da haben wir natürlich auch
- 25:19einen Weg gemacht an der Stelle, wo sich die Weinflaschenpreise einfach auch nach oben entwickelt haben.
- 25:27Das war sicherlich auch schon mal so, dann wurde es ein bisschen angepasst, aber ich glaube da haben wir jetzt auch
- 25:34einen extremen Sprung nach oben gemacht an der Stelle, einfach auch in der Wertigkeit, aber auch das liegt darin,
- 25:38dass das Publikum natürlich auch da ist und wenn aus Übersee jemand kommt
- 25:43oder das internationale Verständnis für sehr hochpreisigen deutschen Riesling, das geht schon auch,
- 25:49was im Vergleich zu Beginn oft immer noch sehr human ist.
- 25:53Ich glaube aber trotzdem, dass es eine Klasse oder eine Qualitäts-Ebene ist, wo mehr oder weniger der Preis relativ ist.
- 26:01Beim Chanel-Kleidchen würde ich auch nicht sagen, okay, es kostet aber 1000 Euro, das ist halt so,
- 26:06weil es halt ein eigenes Stil hat, weil es da eigene Charakteristik,
- 26:09wenn man damit natürlich auch eine Weiterentwicklung dann irgendwo garantiert.
- 26:13Und ich finde manchmal so die Preisdiskussion dann eher,
- 26:18der ist ein persönlicher Entscheidungen für ein Unternehmer, ist ohne Frage,
- 26:22oder für ein Zombie oder wer dafür verantwortlich ist, aber die Entscheidung trägt man, trägt man nicht.
- 26:27Und da will ich auch gar nicht arrogance leben, dass man sagt, dann bleibt doch weg,
- 26:31sondern es passt meistens zum Gesamtkonzept und derjenige, der sich das überlebt,
- 26:35das dann auch in seiner Art und Weise. Hat es du Vorbilder?
- 26:39Hat ich Vorbilder.
- 26:41Gibt es jemand, der dich geprägt hat, rein wie nur viel,
- 26:45als Winzer, als Zombie, als Gastronom, als...
- 26:51Also ich habe schon, also wenn ich mir überlege, das erste Buch,
- 26:58was ich in die Hand gedrückt bekommen habe, in der Ausbildung noch,
- 27:02im Reichstag, das war in der Tat von Paula Bosch,
- 27:06dann habe ich als nächstes Christina Fischer verschlungen
- 27:10und was mich dann wirklich noch so richtig in diesen deutschen Weinen mit reingeholt hat,
- 27:15was ich aufgesaugt habe zu der Zeit, waren die Bücher von Stuart Piggott in der Stelle.
- 27:20Also das war wirklich... da bin ich einmal komplett durch.
- 27:24Da war ich auch sauer, wenn ich keine Zeit hatte,
- 27:26dass ich zu den Zeitpunkten irgendwie noch zu viel arbeiten, also was heißt nur gearbeitet habe
- 27:32und keine Zeit hatte zum Lesen.
- 27:34Dann hast du deinen ersten Weinmoment.
- 27:36Also diesen wurde, sagst du, nicht einfach jetzt mit Freundin, wir trinken Glas Wein,
- 27:39sondern wurde, sagst, wow.
- 27:42Ich glaube den ersten Weinmoment, den hatte ich wirklich in der Tat, wo ich kapiert habe,
- 27:46was Aromen im Wein bedeuten.
- 27:50Das hatte ich definitiv noch in der Ausbildung, wo wir auf der ersten VDPG Tour in Berlin waren,
- 27:57da war das noch in den KPM-Hallen und das war für mich so der erste Moment, wo ich gedacht habe,
- 28:02so verrückt, was so... probiere ein Glas nach dem anderen und das ist alles so unfassbar schön.
- 28:09Was, die Unterschiedlichkeit oder war es die...
- 28:12Das waren die Aromen, es war einfach so diese Intensität, diese Tiefe, diese Strahlkraft,
- 28:17dieses Frische, diese... ach, das war alles für mich ja in dem Augenblick.
- 28:21Ich habe dann erstmal kapiert, was wir vorher in so einem "Nosing"-Seminar gemacht haben,
- 28:26dass das so auch wieder wirklich wiedererkennbar ist und dass man das auch auf eine Art wirklich
- 28:30in so kürze der Zeit eigentlich auch lernen kann und man sich da schon extrem weiter bilden kann
- 28:36in so kurzer Zeit, was Aromen angeht an der Stelle.
- 28:39Was wärst du geworden, wenn du ein Kanzomer wärst?
- 28:42Hast du schon mal dem Wunsch irgendwie einen anderen Berufszweig zu belegen oder...
- 28:48Mich hatte die Oberschule ausgespuckt und ich wollte Politikwissenschaften studieren,
- 28:52weil ich das irgendwie interessant fand, auch irgendwie Generat-Geschichte und Politik,
- 28:58aber ich bin so dankbar, dass ich das nicht gemacht habe, weil ich glaube, da wäre ich nie so glücklich geworden,
- 29:04wie ich es jetzt bin an der Stelle.
- 29:06Also Wein durch und durch.
- 29:07Voll.
- 29:08Ja.
- 29:09Bist du Gastgeber oder Weinmensch?
- 29:12Also ich weiß, man kann das ganz, ganz schlecht separieren, gerade als Sommi,
- 29:17wenn man natürlich im Fundament immer Kellner sein sollte oder Dienstleistet oder wie auch immer,
- 29:21also es ist total wertungsfrei, aber manche sind ja eher so die Weinaffinenmenschen,
- 29:27die das Ganze dann so nur Wein, Wein, Wein und andere wollen den Wein als Mittel zum Zweck nehmen,
- 29:32um den Gast glücklich zu machen.
- 29:34Kannst du dich da irgendwie...
- 29:36Kann... also das muss man einfach nochmal kurz runterbrechen.
- 29:40Also mich kannst du in ein Bankkett-Service stecken, mich kannst du in eine Station stecken
- 29:46und ich kann dir trotzdem die Station führen und den Wein dazu machen.
- 29:50Das habe ich Gott sei Dank dank meiner Ausbildung wirklich geschafft,
- 29:54dass ich da Frühstücks-, Mittags-Service-Kaffekuchen und Abendessen damit Allerkart und Wein verkauf
- 30:02oder Mittags dann auch schon mit drinne, das du wirklich machen kannst.
- 30:05Das hat sich jetzt im Laufe der Zeit so entwickelt, natürlich haben wir jetzt hier nur noch ein Abend-Service
- 30:09und ich weiß auch nicht mehr, ob ich jetzt so ein zwölf Stunden Tag mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen
- 30:13so locker packen würde in dem Alter, aber...
- 30:16Wie dem Alter ist, genau.
- 30:19Das... doch, also ich finde, es gehört auch... also ich habe keine Teller-Allergie oder Porzela-Allergie.
- 30:27Ich fasse Teller an, ich fasse Gläser an, ich fasse auch Besteck an, also ich bin da...
- 30:33ich finde, das gehört also da diese innerhalb des Service-Teams so einen Cut reinzubringen.
- 30:38Ich finde es schön, wenn Aufgaben getrennt werden voneinander, weil es manchmal schwer ist,
- 30:43zum Beispiel die ganzen Reservierungsanfragen und da bin ich ehrlich gesagt froh, dass ich das nicht mache.
- 30:48Ich bin glücklich mit meinem Artikel anlegen, von Weinpositionen und Weinkeller aufräumen, so,
- 30:54oder anderen Dingen, da muss ich jetzt nicht... da reicht mir die Konfrontation mit dem Gast am Abend,
- 31:00das ist super, also wenn wir jetzt Gastgeber und Sommelier an der Stelle so teilen würden.
- 31:05Was war die größte und kleinste Weinkarte mit der du?
- 31:08Die kleinste Weinkarte war wahrscheinlich die Station, wo ich in Regensburg war.
- 31:13Bevor ich zum Anton-Schmoss gegangen bin, ja, da war ich im kleinen Restaurant,
- 31:20was aber auch dort noch so der zweite Hotspot in Regensburg war, damals noch so wo,
- 31:25ja, wir jetzt nicht sagen kre-royal, aber in den bayerischen kleineren Verhältnissen,
- 31:30wo man dann Freitag und Samstag am Finkel ging, also da war die Weinkarte, glaube ich,
- 31:35mit am kleinsten, würde ich fast sagen, ja.
- 31:37Und die größte, hier im Rutz?
- 31:39Ich glaube nicht, ich glaube die größte Weinkarte war in der Tat in der Villa Joya Gork,
- 31:44da war die größte Weinkarte.
- 31:46Ist Größe für dich wichtig?
- 31:48Nee, ich finde mittlerweile muss es halt wirklich auch, also A, es ist ja immer so,
- 31:53dass es alles verkaufen könnte, natürlich, aber ich habe immer so einen schönen Moment,
- 31:58wenn ich dann merke, so der auch wenn, und ich kann definitiv sagen, es ist ganz schön,
- 32:03was passiert jetzt in den letzten sechs Jahren, also...
- 32:06Das war nicht ein D-Zugs, das war ein ICE, oder?
- 32:09Ja, also so dieser Wahnwert, der ist auch schon ein bisschen höher gegangen in der Stelle,
- 32:13aber was auch im Vergleich, glaube ich, zu anderen Häusern wieder vielleicht auch nur eine Position an Flasche,
- 32:20an Wert haben kann, also es muss aber so in der Relation war es ein sehr gesundes, gutes Wachstum,
- 32:25und wie sind wir jetzt darauf gekommen, wenn wir fangen können?
- 32:29Ob Größe wichtig ist?
- 32:30Ob Größe wichtig ist, genau, glaube ich nicht, aber es ist unheimlich schön,
- 32:35wenn du eine gewisse Diversität und natürlich auch eine Handschrift widerspiegeln kannst,
- 32:39und das war natürlich das Glück, dass ich wirklich das vorher sehr, sehr runtergefahren war,
- 32:43und ich das jetzt wirklich systematisch auch so die Grundlegung,
- 32:47dass wir auf Deutschland ein Fokus haben, das stand nie zur Frage, dass das irgendwie abgeändert werden wird.
- 32:52No, Las ist mit internationalen Weinen auch an den Start gegangen,
- 32:55aber in der Entwicklung des Rots hat man ja auch gemerkt, das ist immer mehr,
- 32:59natürlich haben wir die regionale Verbundenheit und auch gerade den deutschen Wein,
- 33:05und das halt auch nochmal auszubauen, aber wir haben jetzt auch so Stellenschrauben,
- 33:09wie Schaumwein wurde noch mehr, gerade auch so beim Champagner wurde noch einiges mit hinzugefügt,
- 33:15von Spanien, Portugal ist auch noch mal mitgewachsen, aber auch nicht ausflippend.
- 33:22Also es ist immer so Sachen, Positionen mit denen man spielen kann in den Augenblicken,
- 33:27wenn dann gewisse Namen nicht da sind, und man vielleicht einen Moment schaffen möchte,
- 33:31um Menschen vielleicht mit einem Wein zu begeistern, den sie gar noch gar nicht kennen,
- 33:35oder vielleicht auch in der Preisklasse, in der sie sich sonst gar nicht bewegen würden.
- 33:39Passiert so etwas aktiv oder proaktiv, oder eher weniger aktiv,
- 33:44dass du sagst, jetzt möchte ich Portugal ausbauen, und dann gehst du auf die Suche
- 33:48und setze dich abends hin und schaust 30 YouTube-Videos oder plätsch das 15-Kataloga durch,
- 33:54oder bist in dem Thema, oder fühlst du dich inspiriert, oder probierst du so etwas bei einer Probe aufmessen,
- 34:00oder bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, oder bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:04und du bist da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:08und du bist da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:12und du bist da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:16dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:20dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:24dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:28dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:32dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:36dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:40dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:44dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:48dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:52dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 34:56dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:00dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:04dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:08dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:12dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:16dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:20dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:24dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:28dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:32dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:36dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:40dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:44dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:48dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst, dann bist du da, wenn du das nicht mehr tun kannst,
- 35:52durch die Zeit dort oder? Ja, durch die Zeit dort, da ist ganz viel Portugal war ganz wichtig,
- 35:56ganz vielen Bereichen meines Lebens für mich und ich glaube, wenn ich ein portugiesischen
- 36:02Wein im Glas habe, bin ich da immer sehr, sehr glücklich. Freu mich auch drauf. Also,
- 36:06am finksten Mal, wenn man auch eine Weinreise geht, eine Woche nach Portugal, da freue ich mich schon
- 36:10sehr, sehr, sehr drauf, weil lange jetzt nicht da. Die sind so unfassbar underrated und das Interessante
- 36:14dabei ist, jeder sagt diesen underrated, aber ich sind schon seit 10 oder 15 Jahren underrated,
- 36:18traut sich keiner sich da wirklich rein zu arbeiten oder das eben auch zu leben oder
- 36:22kriegen niemals diese Präsentz, aber es ist schon... Also ich muss sagen, wirklich seitdem ich hier bin
- 36:26in der Weinbegleitung haben wir jetzt wirklich schon viel Portugal auch mitgemacht. Ich finde
- 36:32einfach so diese Konzentration der Weißen, diese unheimlich unterschiedlichen salzigen
- 36:38Komponenten, die da auch mit zum Vorschein kommen mit den ganzen Autoktorenrebsorten,
- 36:42super spannend. Also das, aber ich muss, ich habe manchmal so Phasen, ich merke das immer so
- 36:46Stammgäste von uns, die sagen auch, weil so... Die Woche war jemand aus der USA da und er meinte,
- 36:52ich habe jetzt vier Gänge gegessen und ich habe noch keinen Riesling getrunken. Und er hat gesagt,
- 36:58muss ich jetzt woanders hingehen, um Riesling zu trinken? Ich so, das tut mir total leid, Chef,
- 37:02weil diese Weinbegleitung ist irgendwie heute anders ausgestrahlt. Aber es war, so ist das halt
- 37:06manchmal mit drin und manchmal habe ich dann halt einfach vier Riesling mit drin, das passiert auch.
- 37:10Es wäre schön, wenn man das so emotional leben kann oder wenn man da nicht keinen Muss haben,
- 37:14muss man einfach so seine eigenen Phasen oder seine Entdeckungen dann auch, das wollen ja Gäste,
- 37:20glaube ich auch, dass man seine Entdeckungen präsentiert und dass man letztlich das ja auch aufs
- 37:24Menü abstimmt und manchmal gibt es Menü einfach kein Riesling. Das ist ja manchmal einfach so,
- 37:30aber deswegen haben wir trotzdem das erste Mal in sechs Jahren irgendwie drei Rotweine in der
- 37:34Weinbegleitung, was wir so noch nie hatten und sonst immer sehr dafür kämpfen mussten, dass wir
- 37:39überhaupt erst einen Rotwein mit in der Weinbegleitung haben. Aber so ist das halt, wie das so
- 37:43ist, wie das Menü das dann halt auch hergibt und das Essen steht im Vordergrund und wir versuchen es
- 37:47natürlich dann entsprechend zu begleiten und zu unterstützen und es noch toller dastehen zu lassen.
- 37:54Zu der Küche von Marco Müller würde ich total gerne einmal Wein empfehlen, denn ich glaube,
- 38:12dass er einen Küchenstil praktiziert, der uns Sommys relativ schnell an unsere imaginären
- 38:17Grenzen treibt. Es sind mit Sicherheit Gerichte, die man richtig anfühlen muss, um den perfekten Wein
- 38:24dafür auszuhebeln. Das ist manchmal mit Weißwein noch ein bisschen einfacher, aber wenn wir einen
- 38:30Gast vor uns haben, der ganz gerne Rotwein trinken möchte, ist es richtig, richtig schwer und
- 38:34meistens, denn das will beim Rotwein ganz klar und definierte Vorstellungen haben, wie der Rotwein
- 38:39sein sollte. Es gibt für mich ein Weinbaugebiet, das es schafft, ein absoluter Rounder, also nicht
- 38:47nur für viele Gerichte, als auch für viele Gäste zu sein und zugleich ist dieses Weinbaugebiet
- 38:53auch gleich, dass es für einen gewissen Grundsinn an Qualität steht, komplett unterschätzt
- 38:59und fliegt so ständig unter dem Rad dadurch, dass die Rohnen kein kleines Gebiet, 49.000 Hektar,
- 39:05also halb so groß wie die Gesamtheit aller deutschen Weinbaugebiete, und es gibt zum Teil sehr
- 39:11rumreiche Namen im Rohnenteil, wobei man oftmals auch vergisst, dass man das Rohnenteil ganz klar
- 39:17unterscheiden sollte zwischen der nördlichen und der südlichen Kuttelrom. Und es gibt namhafte
- 39:23Weinbaugemeinden wie im Süden, Schatten auf die Pap, im Norden, San Josef, Contriere, oder der
- 39:32über die Maßen rumreiche Ermitage, auf welchen damals legendär der Chevalier Steeringberg
- 39:40um 1300 das erste Mal die Sioraribe gepflanzt haben sollte. Die Weine im Ermitage sind ohne Frage
- 39:48unvergleichlich und einzigartig. Warum? Weil sie die Brücke schlagen zwischen einem kraftvollen,
- 39:55imposanten, eindrucksvollen, arombeladenen Rotwein, der aber zugleich sehr viel Filigranität,
- 40:03sehr viel Feinheit, Entwicklungsfähigkeit, reife Fähigkeit und einen recht starken Eigensinn
- 40:09in einem Artenzug in sich trägt. Es sind Weine, die in der Weinwelt eine ganz eigene Anerkennung
- 40:16und eine ganz eigene Imagepräsenz genießen und die ohne Frage sehr oft den Mittelpunkt
- 40:26in einer Genussfolge einnehmen möchten. Wo es manchmal schade ist den Wein einer Speise unterzuordnen,
- 40:33was aber wiederum die Aufgabe eines Weins oder die Größe eines Weines darstellen sollte,
- 40:39wenn er eine Küche wie die von Marco Müller begleiten sollte. Ein toller Kompromiss zum 136 Hektar großen,
- 40:49man kann schon fast sagen Monument, aber ich meine viel mehr den Weinberg, der sich oberhalb von Tarnemmitage
- 40:55erstreckt. Ist das Gebiet, welches hauptsächlich diesen Berg umgibt, ungefähr 2000 Hektar groß ist
- 41:04und den sogenannten Crossermitage ebenfalls aus der Zyrarebe herausproduzierten Wein,
- 41:11der mit Sicherheit nicht so viel Potenzial, reife Fähigkeit, Intensität, Komplexität und Eigensinn hat
- 41:19wie sein großer Bruder der Hermitage. Es gibt Ausnahmen, die durchaus überraschen und das für ein 8.000 bis 1/4.000 des Preises.
- 41:28Einer der Weine, die mich richtig überzeugt und beeindruckt begeistert haben, ist der Crossermitage aus dem Hause de Las.
- 41:36Die Vielzahl der Gerichte, die man allein zu diesem Wein, und das ist völlig unabhängig,
- 41:42ob der jetzt ein oder drei oder fünf oder zehn Jahre Reife auf der Flasche hat, präsentieren könnte, ist enorm.
- 41:49Die Faszination, die man sowohl bei einem Glas als auch bei einer Flasche,
- 41:54die Faszination, die man bei diesem Wein verspürt und dabei ist es unabhängig, ob ich ihn als ein Einglas Wein,
- 42:02ein Weinmenü, das natürlich für ein Restaurant randios ist, als auch als ein Flaschenwein,
- 42:07wenn man nicht zu oft wechseln möchte, erlebt, ist außergewöhnlich.
- 42:11Manchmal reicht es nur ein Glas von diesem Wein zu genießen, um ihn aufgrund seiner scheinbaren Perfektion zu erleben,
- 42:18sich dem zu ergeben und darin fallen zu lassen.
- 42:21Und manchmal ist es großartig, den Wein mit seinen Veränderungen, mit seinen Möglichkeiten zur Entwicklung,
- 42:28in seiner gesamten Tief- und Komplexität zu genießen und verantwortlich dafür ist,
- 42:32dass Wein gut de Las das mit unterschiedlichsten Weinbautechniken und trotzdem einer Gewissen
- 42:38und ihm eigenen Handschrift den Wein in seinem originalen Kleid zu präsentieren.
- 42:44Der Spiel mit verschiedenen Hefe-Stämmen, der Kombination aus spontan und mit Reinhochthefen vergoernen Wein,
- 42:52das Spiel mit verschiedenen Holzarten, das Spiel mit verschiedenen reife Gradationen,
- 42:57während des Leszeitpunkts verschaffen dem Wein eine ganz eigene Komplexität,
- 43:02dass man es richtig bedauert, dass er nur den Namen Cross-Emmitage trägt.
- 43:07Interessant natürlich auch für uns Gastronomen, dass die Gesamtausstattung des Wein ist,
- 43:12das wird sich mit einem eigenen Flaschenbild sehr außergewöhnlich präsentiert.
- 43:17Und der Cross-Emmitage von De Las ist ein Wein, den ich jetzt in der Tat gerne mit Nancy trinken würde,
- 43:23denn er überfordert die Situation, er kann sich dem Gespräch unterordnen
- 43:27und trotzdem dem sehr besonderen Geschmack von Nancy gerecht werden.
- 43:30Daher kann ich nur dazu animieren, trink mehr Cross-Emmitage, trink mehr De Las, trink mehr Siora und genießt den Moment.
- 43:40Gabs man ein Weinort, der dich beeindruckt hat?
- 43:43Sei es eine Weinbahn, Weinladen oder das du sagst in dem Restaurant,
- 43:47wurde Wein auf eine ganz einzigartige Weise gelebt, hat einem ein Strohheim getrunken oder?
- 43:52Strohheim.
- 43:54Das ist cool.
- 43:56Also ich muss sagen, ich war jetzt das erste Mal am Samstag in der High Fidelity-Bar vom Bernd Kreis.
- 44:02Ich fand ich wirklich einen ganz besonderen Ort, hat mich in vieler Weise sehr abgeholt,
- 44:06gerade weil ich auch gute Freunde habe, die auch so Musikerfühlen sind
- 44:10und ich da schon viel Schulung in der Vergangenheit erhalten habe,
- 44:15was wirklich auch Perfektion im Hören von Musik bedeutet.
- 44:19Und das hat mich in dem Augenblick fand ich sehr, sehr genial,
- 44:22weil es dann halt alles, es kam eine tolle Weinkarte dazu, es kam dieser Sound mit dazu,
- 44:27das fand ich, hat mich sofort entspannen lassen, fand ich richtig, richtig schön.
- 44:30Welches Instrument kann Wein am ehesten spiegeln oder reflektieren?
- 44:36Das ist ja...
- 44:41Kommt klar, kommt glaube ich auch so ein bisschen auf die Region, den Winzer und alles mit an,
- 44:44aber drauf an, aber ich werde da schon auf jeden Fall auf der klassischen Seite,
- 44:48also ich werde da eher bei der Geige, dem Cello, so dieses tiefe, dich ergreifende,
- 44:57was ich am Ende dann auch zum Heulen bringen kann.
- 45:01Findest du, dass Weinmusik passt?
- 45:03Nicht immer, aber samstags habe ich es jetzt wieder komplett auch miterlebt,
- 45:10aber das ist jetzt nicht unbedingt, dass ich jetzt sage, der Wein schmeckt wie X, Y,
- 45:15das gar nicht, aber es ist halt etwas, was es mit ihr macht, Musik kann halt auch.
- 45:19Ich weiß ganz genau, wenn ich mir gewisse Musikstücke anhöre,
- 45:24dann weiß ich, wenn ich das Lied zu Ende gehört habe, dass ich da heulend sitze,
- 45:30weil ich es einfach nur so schön finde, weil ich einfach, dass es mich emotional einfach so packt
- 45:35und ja, einmal aufreißt innerlich, das kann auch Wein natürlich.
- 45:41Aber das ist so, das ist die Frage, wie kannst du das in Worte fassen,
- 45:44wie kannst du Musik, die du hörst, die du fühlst, die etwas mit dir macht,
- 45:48wie kannst du Wein, der natürlich den schmeckst du, den hörst du nicht,
- 45:53aber der kann trotzdem auch ganz viele Wellen in deinem Körper aktivieren und Emotionen.
- 45:58Das war ich oft, was ich anfangs heulen.
- 46:00Kann ich nachvollziehen, oder was ich mich da manchmal, oder nein, anders angefangen.
- 46:07Ich finde, beides hat den Vorteil und so kann man das sehr gut vergleichen,
- 46:12man kann es genießen, ohne es kennenzulassen, also man braucht keinem Wissen dabei.
- 46:17Man kann sich einfach nur darauf einlassen, sowohl bei Musik als auch beim Wein,
- 46:21ich finde das ganz extrem bei Natural Wine.
- 46:24Es gibt so zwei Arten von Weintrinkern, die Natural Wine finde ich genießen können,
- 46:30das sind auf der einen Seite die Unwissenen und die Freaks.
- 46:33Und die Unwissenen, weil sie es einfach schmecken und sich darauf einlassen
- 46:36und das nicht rastern oder kategorisieren.
- 46:38Und die Freaks, weil sie halt genau irgendwie da meistens versuchen, finden
- 46:42oder beeindruckt sind oder sonst irgendwas, alle so inbetween, die halt Wissen haben,
- 46:48da passt das nicht ins Schema, passt nicht ins Raster und da ist es dann eher schwierig.
- 46:53Und letztlich wollte ich darauf hinaus, findest du, Wissen ist bei Wein und Musik eher förderlich oder hinten.
- 46:59Also Wissen hilft immer im Leben, das ist klar.
- 47:02Aber verkopft man zu sehr, wenn man über Wein weiß, also hoppt man sich dann selber nicht,
- 47:07eine gewisse Intuition.
- 47:13Das ist halt die große Kunst, jeden Tag wach und aufmerksam zu sein
- 47:19und sich selber so zu begeistern und Spaß und Freude an der Sache zu haben.
- 47:25Das ist, glaube ich, eine sehr, sehr große Kunst.
- 47:27Wenn du Dinge, wie soll ich sagen, wenn du Dinge,
- 47:37wenn du Dinge, wie soll ich sagen,
- 47:42vielleicht das Kindliche in einem selber noch wach hält,
- 47:45dass man einfach sich darauf einlässt.
- 47:47Also was ich so schade finde, ist, wenn man, wenn man erfahrt,
- 47:52also wenn ich was weiß über Musik gehe ich in eine Opern, hör die Fehler
- 47:56und ich störe mich so dermaßen an den Fehlern,
- 47:58dass ich mich nicht drin fein lassen kann, es genießen kann.
- 48:01Gut, aber in kockigen Weinen wollen wir auf jeden Fall auch nicht trinken.
- 48:05Also ich glaube da ist es halt, das ist auch das, was mich jetzt, glaube ich,
- 48:10so zum Überlegen gebracht hat, wo du gesagt hast, das mit den Natural Wine.
- 48:14Es ist halt das komplizierte oder vielleicht auch das,
- 48:19du nimmst halt immer mehr Dinge wahr und du weißt, was Dinge bedeuten
- 48:26und was Dinge, wenn sie fehlerhaft sind, wie sie schmecken
- 48:30und wenn du das halt nicht weißt, dann nimmst du es vielleicht auch gar nicht wahr an der Stelle.
- 48:37Aber dem Punkt, wo du dann weißt, dass es ein Fehler ist,
- 48:41gewisse Bittertöne, gewisse Sachen, die, das ist schon was ganz,
- 48:47das was Besonderes ist manchmal schon hinderlich denn an der Stelle.
- 48:52Ja, ich glaube allein darüber kann man drei, vier Stunden philosophieren,
- 48:59was ja auch viele dazu anregen, gerade eben in diesem Segment Natural Wine,
- 49:02die ja oft diskutiert werden oder wo es auch keinen richtig und falsch gibt
- 49:06und wo ich ganz oft auch unhöflich werde in der Diskussion.
- 49:11Also ich empfinde dich jetzt nicht als unhöflich,
- 49:14ich muss mich jetzt gerade wirklich nur konzentrieren,
- 49:16weil ich dazu eigentlich sehr viele Sachen zu sagen habe
- 49:19und das Ding ist halt, es ist schön, dass Wein so unkompliziert sein kann
- 49:24und das sollte es auch weiterhin gelebt werden.
- 49:27Mir geht es nicht darum, also mir persönlich, dass ich mit all dem
- 49:32und obwohl ich wirklich auch, also sagen zumindest Menschen, die mir sehr nahestehen,
- 49:37dass ich schon manchmal den Hang zum Nerdtum habe,
- 49:40aber trotzdem versuche ich Menschen trotzdem Wein sehr einfach zu transportieren.
- 49:47Ich bin auch nicht die Somelier, die am Tisch steht
- 49:52und dann nur über Boden und Höhenmeter spricht an der Stelle.
- 49:57Ich lasse das an gewisser Stelle einfließen, aber ich wege genau ab,
- 50:01welche Art Gast sitzt vor mir
- 50:03und was braucht er jetzt gerade, um hier den Wein in der Kombination
- 50:08mit dem Essen zu verstehen an der Stelle,
- 50:11weil wir haben nicht unkomplizierte Gerichte.
- 50:15Ich muss manchmal auch über das ein oder andere Gericht ein Augenblick nachdenken,
- 50:19ob es mir dann in der Kombination wie es mit dem Wein begleitet gefällt.
- 50:23Das ist, ich finde es für mich manchmal wirklich super hochkomplex,
- 50:28weil du musst, also was mir ja wichtig ist, wenn der Gast am Tisch sitzt,
- 50:31dass er nicht verstört ist, dass ich ihm mit meinem Weingespräch schon total erschlage.
- 50:39Deswegen, ich habe mir auch im Laufe der Zeit wirklich,
- 50:42und es ist mir auch wichtig, dass meine Kollegen, die über den Wein sprechen,
- 50:47dass wir es so machen, dass wir sie nicht erschlagen,
- 50:50sondern dass wir sie abholen und dass wir ihn von Komponenten auf dem Teller berichten
- 50:56und was dann passiert in Kombination mit dem Wein, was wir wahrgenommen haben.
- 51:01Ich merke, die Küche hat weniger Säure mit in dem Gericht,
- 51:05dass wir dann aber mit dem Wein und der Säure kommen.
- 51:08Dass das dann verstanden wird, was das eigentlich miteinander macht.
- 51:11Also das ist genau das, was du ja vielleicht vorhin versucht hast.
- 51:15Also du hast es schon gesagt, dass wenn du keine Ahnung hast, was macht es denn dann?
- 51:19Aber viele Menschen kriegen das so in der Form dann von uns dann halt erklärt
- 51:23und verstehen dann eigentlich, was jetzt gerade toll ist, eigentlich gerade alles stattfindet.
- 51:28Das sind ja manchmal Sekunden, die du erstmal lernen musst,
- 51:31dass du das realisierst, das Essen und Wein so was in dir auslösen kann
- 51:35oder so beeinflussen kann.
- 51:37So, das hat jetzt einen Augenblick gedauert, aber ich wollte es in die richtigen Worte fassen.
- 51:40Das war ein kleiner Break mit drin.
- 51:42Aber das ist wichtig, aber das ist halt dieses Gefühl,
- 51:45dass viele Menschen haben ja oft auch so, oh ja, oh, sorry, je seh, alle eingebildet, alle, ja klar.
- 51:52Die einen machen eine Selbstdarstellung draus, die anderen versuchen halt total, jeder ist anders an der Stelle.
- 52:00Aber wichtig ist am Ende finde ich, dass sie Gäste rausgehen und sagen, wow,
- 52:05das möchte ich jetzt genauso nochmal erleben an der Stelle.
- 52:08Und das finde ich, das leben wir, glaube ich, immer mehr, was Wein bedeutet.
- 52:14Was du gerade erwähnt hast, finde ich unglaublich schwer.
- 52:19Du sagst es, die Kombination von Weinspeisen, dass die Küche, die bei euch serviert wird,
- 52:26also ich empfinde die als, zumindest als ich sie das letzte Mal dann irgendwie kennengelernt habe
- 52:32oder was man eben auch liest und sonstiges als hochkomplex, kannst du die theoretisch begleiten
- 52:40oder musst du immer probieren, schmecken, ausprobieren.
- 52:44Also es gibt für mich so gedanklich zwei Küchen, wo ich, wo ich, es mir nicht zu trauen würde,
- 52:53die aus der Theorie heraus mit Wein zu begleiten, das ist zum einen von Christian Bauen von euch.
- 52:58Und es gibt so andere, keine Ahnung, damals Dieter Müller oder die alte Wohlfahrtküche
- 53:02oder Sonora oder sonstiges oder die Hans Haarsküche, wo man schon, okay, man siehts Gericht.
- 53:06Klar, kann es auch Überraschungen geben, aber es gibt dann so gewisse Safe Moments,
- 53:11wo man sagt, okay, das geht dazu. Aber eure Küche würde ich never.
- 53:16Und kannst du das? Also jetzt du die Küche kennst und ja auch schon damit sehr vertraut bist
- 53:22oder brauchst du immer den oder hast die großen Überraschungen?
- 53:26Ja, es gibt wirklich, es gibt, es gibt, wie nennt das hier intern, One-Shots.
- 53:30Ich kriege ja am Anfang das Gericht von unserem Küchenchef erklärt, da mache ich mir Notizen,
- 53:35kann mir schon mal Gedanken machen, was jetzt in welcher, an welchem Punkt es im Menü jetzt neu,
- 53:40einen neuen Gang geben wird, dann mache ich mir Gedanken dazu.
- 53:43Ich suche Beine mir zusammen, was vielleicht chronologisch funktionieren könnte.
- 53:49Aber das ist dann immer alles gut in der Theorie.
- 53:53Dann stelle ich mir, wenn wir dann wissen, wir haben Probe an dem Tag,
- 53:57werden die Beine aufgebaut, ich korromieren mir mein Probeglas mit rein
- 54:01und das Ding ist, dass ich schon oft festgestellt habe,
- 54:07dass auch, so gut ich es mir zurecht lege, am Ende, wenn ich es dann nochmal probiere,
- 54:12ist es komplett anders in der Stelle. Und das ist auch, auch wenn es beschrieben ist,
- 54:17kommt aber auch wirklich drauf an, wie es mir beschrieben wird.
- 54:20Und dadurch, dass Dennis unser Küchenchef mir die Gerichte erklärt,
- 54:24ist es oft schon so, dass ich schon ein sehr genaues Bild von dem, wie er mir detailliert ist erklärt,
- 54:29es umsetzen kann. Also dann kommen auch manchmal diese One-Shots-Zustande.
- 54:34Also wenn ich, wenn er zu gesagt wurde, er mir das schon genauso beschreibt,
- 54:38das hatten wir da und da, mal das hatten wir da und da,
- 54:40jetzt musst du dir das vorstellen in der Kombination.
- 54:42Und jetzt haben wir das so und so gemacht.
- 54:44Und jetzt das und mhm, mhm. Okay, so.
- 54:47Volles Brett darauf. Das funktioniert manchmal, aber auch nicht immer.
- 54:51Also wir hatten jetzt auch schon, ich glaube, letztes Jahr hatten wir zweites Herz, der Waldboden.
- 54:55Das hat mich wirklich, glaube ich, mindestens drei, vier Wochen gedauert,
- 54:59bis ich das dann auch verstanden habe.
- 55:01Echt süß.
- 55:02Ja, weil es wirklich, es hatte Fichtennadeln obendrauf, es hatte so dieses Ethärische,
- 55:07dann war es wieder super sauer. Süßwein hat gar nicht dazu gepasst.
- 55:11Und ich bin ja eigentlich da immer ein sehr großer Fan von,
- 55:14das Rest süß im Ende, aber es ging nicht, ich konnte nur,
- 55:18es ging dann am Ende mit Orange Wein.
- 55:20Okay.
- 55:21Es war so, aber es war spannend.
- 55:23Es war für mich dann auch nochmal so eine Entwicklung,
- 55:25die ich selber dann dadurch leben musste.
- 55:27Und es ist ja auch immer eine Phase.
- 55:29Es ist ja ein gesunden Eingang im Menü,
- 55:31es ist ja auch nicht, dass ja nur zwei Wochen im Menü läuft,
- 55:34sondern auch mal locker drei Monate an der Stelle.
- 55:37Und was ich immer wieder spannend finde, ist dann,
- 55:40wenn ich weiß, dass der Wein keinen drei Monate hält
- 55:43und wieder neue Weine suchen,
- 55:45manchmal ist es dann auch so, dass sich das Gericht natürlich in sich
- 55:48nochmal weiterentwickelt.
- 55:50Und dann ein neuer Wein, was mir dann am Ende noch besser dazu gefällt,
- 55:54was Neues mitfinde, weil es einfach sich das auch,
- 55:57kommt ja dann auch immer auf den Zustand darauf an,
- 55:59auf die Seizigkeit, auf mein persönliches,
- 56:02mein persönliches Zustand an der Stelle,
- 56:05wie affine ich jetzt gerade auf Gerüche bin, Säure,
- 56:09also es ist immer so eine Tagesform abhängig,
- 56:11aber dafür probieren wir es oft genug,
- 56:13dass wir das dann intensiv darauf abstimmen können.
- 56:16Menü werden wir euch selten komplett ausgetauscht,
- 56:19dann immer einzelne Gänge, wie machst du es mit der Weinbegleitung?
- 56:22Läuft das dann analog zum Gangwechsel
- 56:26oder machst du da jeden Monat, jede Woche eine neue?
- 56:29Du hast ja auch zwei verschiedene soweit ich.
- 56:31Ich hatte, also es war früher, hatten wir zwei Weinbegleitung
- 56:34und dann haben wir immer was ganz oft,
- 56:36dass die Gäste gesagt haben, machen sie doch ihr Best-of,
- 56:38was sie am besten finden.
- 56:40Und irgendwann habe ich dann gesagt,
- 56:42weil ich mir dann auch selber eingestehen musste,
- 56:44dass ich nach wie vor alleine sozusagen,
- 56:47also es ist kein offiziellen Komi-Sommelier gibt,
- 56:50ich habe eine rechte Hand, Clemens,
- 56:52aber der ist in der Ausbildung zum Sommelier,
- 56:54der hat jetzt gerade seine Ausbildung absolviert gehabt,
- 56:56das ist jetzt im zweiten Jahr bei uns,
- 56:58also er ist noch weit entfernt davon, Sommelier zu sein,
- 57:00aber er arbeitet hart daran, alles aufzusaugen, was es gibt.
- 57:04Ist aber auch irre alleine?
- 57:06Also David, wie viele Plätze habt ihr?
- 57:08Na, wenn wir voll sind, waren wir 32, ja.
- 57:11Also wir haben es jetzt auch wirklich deswegen
- 57:13im Laufe der Zeit so umgestellt, früher hatten wir nur oben,
- 57:15da habe ich das natürlich dann oben gemacht
- 57:17und dann hatten wir noch einen Barsch, der dann sozusagen,
- 57:19und wenn was war, bin ich runtergegangen mit.
- 57:22Aber das hat sich definitiv natürlich verändert,
- 57:25wir haben jetzt zwei Stationen, also ich brauche zwei Kollegen,
- 57:29die auch mit Weinbegleitung machen,
- 57:31weil du hast natürlich, muss ich auch sagen,
- 57:33eine super schöne Entwicklung, viele Menschen,
- 57:35die es so gut wie möglich haben, die Weinbegleitung zu nehmen.
- 57:38Und da ist es ganz essentiell, ich kann nicht an allen Tischen,
- 57:42wenn wir drei Tische auf einmal haben an allen Tischen,
- 57:45die Weinbegleitung machen und parallel oben noch zwei Flaschen Wein verkaufen.
- 57:49No way.
- 57:50Deswegen haben wir, wir starten zusammen in einer Station,
- 57:53dann gehe ich runter, dann spring ich wieder hoch,
- 57:56dann tauschen wir uns sozusagen die Stationen wieder aus
- 57:59und so, dass alle Tische entsprechend abgedeckt sind.
- 58:02Dass ich immer wieder in die Weinbegleitung mit einsetzen kann.
- 58:05Und wir haben, ich habe dann wirklich, glaube ich,
- 58:08das war das jetzt ein oder zwei Jahre schon her,
- 58:11ich habe aber auf jeden Fall die zweite Weinbegleitung abgeschafft.
- 58:14Ich, es war natürlich immer noch,
- 58:17wir haben sicherlich alles von der Weinqualität
- 58:23sicherlich nochmal angehoben,
- 58:25aber es ist jetzt auch nicht exorbitant jetzt nach oben geschossen.
- 58:29Aber das ist der Punkt, wo mit ich für mich am allerzufriedensten bin,
- 58:36weil wenn auch ich mal nicht da bin,
- 58:38weiß ich, dass das immer meine Wahl ist.
- 58:40Natürlich können Gäste sagen, oh, das schmeckt mir nicht,
- 58:43und wir sind auch das Restaurant,
- 58:44was dann immer eine Alternative dazu finden wird.
- 58:46Aber die Gäste fangen nicht an,
- 58:48sich ihre Weinbegleitung selber zusammenzubauen an der Stelle.
- 58:52Wenn zu dem Gang der Wein nicht passt,
- 58:55und wir noch, dann ist das aber intern geklärt,
- 58:57es gibt noch zwei Weine, die können wir alternativ anbieten.
- 59:00Im Idealfall funktioniert das,
- 59:02wenn nicht, ist ein besonderer Abend.
- 59:06Nein, ich finde es auch ganz wichtig,
- 59:08also es ist ja mehr oder weniger wie eine Geschmacksgemehl-Sammlung,
- 59:11die man dort präsentiert,
- 59:13und wenn im Museum ich das eine Bild nicht so schön finde,
- 59:16und das in meiner eigenen Dramaturgie da nicht hinpasst,
- 59:19dann kommt ja auch niemand in den Tausch das Bild aus,
- 59:21sondern ich habe dann eigene Präferenzen,
- 59:24oder gebe mich dem hin, oder gebe mich in deren Händen,
- 59:27wie ich in ein Theaterstück gehe.
- 59:29Genau.
- 59:30Wie wichtig ist die Dramaturgie dabei für dich?
- 59:32Also natürlich die Kombinatur mit den einzelnen Gängen.
- 59:34Aber ich denke, du machst dir auch Gedanken über die Dramaturgie,
- 59:38also welcher Wein eben anfängt,
- 59:40welcher dann am Schluss, oder wie intensiv,
- 59:43oder wie die miteinander.
- 59:44Ich finde es super wichtig, dass die Gäste,
- 59:47und machen wir uns nicht vor, wenn du das volle Programm nimmst,
- 59:50dann hast du 9 Weine plus den Apparativ.
- 59:54Ich bin mittlerweile wirklich schon so,
- 59:57dass wir auch dadurch, dass die Küche so aromstark startet,
- 1:00:00dass du auch schon richtig den Kracher am Anfang mitsetzen kannst,
- 1:00:05ob das jetzt ein großes Gewächs ist,
- 1:00:07oder ein Mörso, das kann gleich von Anfang an Feuerwerk im Glas sein,
- 1:00:11an der Stelle.
- 1:00:12Also ja, da muss ich jetzt sagen nicht,
- 1:00:14dass man früher hat, und man hat gesagt,
- 1:00:16"Mh, so was ganz leichtes, und Silvana,
- 1:00:18das ist immer gut zu Fischgerichten am Anfang."
- 1:00:20Das ganze Silvana auch, aber auch natürlich nicht unbedingt nur
- 1:00:25als Einstieg an der Stelle.
- 1:00:27Es ist wirklich so, dass, ich finde, von der Dramaturgie,
- 1:00:30mir ist es wichtig, dass die Menschen animiert sind,
- 1:00:32auch wirklich Wein zu trinken.
- 1:00:34Es geht nicht um darum, dass wir eine Doktorarbeit schreiben,
- 1:00:37sondern es soll, A, natürlich sehr gut zum Gang passen,
- 1:00:40es soll ein Trinkfluss da sein,
- 1:00:42wenn mir natürlich der Wein nicht schmeckt,
- 1:00:44dann ist auch kein Trinkfluss da, dann ist es halt so.
- 1:00:47Aber dafür haben wir ja alle unterschiedliche Trinkfenster.
- 1:00:50Aber in der Dramaturgie ist es mir super wichtig,
- 1:00:53dass die Gäste halt auch nicht erschlagen rausgehen.
- 1:00:56Also, dass jetzt nicht irgendwie drei Rotweine da sind,
- 1:01:00und in der Abfolge, und du drei Tanninbomben bekommst,
- 1:01:04wo du danach dann eigentlich am besten auf die Couch
- 1:01:07oder ins Bett gehst, und hinten drauf noch irgendwie
- 1:01:10einen aufgespritteten Bein, damit es dir denn gar nicht gut geht.
- 1:01:13Also, es ist schon so von der Dramaturgie,
- 1:01:15so wie die Küche es auch aufbaut, dass du sagst,
- 1:01:18dir sollen ja hier auch rausgehen, die Gäste,
- 1:01:20und es soll nicht über, also es soll nicht so,
- 1:01:23es gibt hier nicht vollgefressen, wenn du rausgehst.
- 1:01:25Es ist immer ein gutes Körpergefühl an der Stelle.
- 1:01:28Also, so fühlt es sich gut, und so soll es auch mit Wein sein.
- 1:01:31Natürlich, der eine verträgt mehr, und der andere verträgt weniger Wein.
- 1:01:34Aber ich glaube, von der Menge an der Stelle,
- 1:01:37oder von der Intensität und diesem Alkohol, der dann drin sein ist,
- 1:01:41versuche ich so aufzubauen, dass es halt auch Rotweine sind,
- 1:01:44die vielleicht auch nur zwölf und ein halb Alkohol haben, oder 13,
- 1:01:47und dann hat vielleicht mal ein Weißwein,
- 1:01:49weil er aus einer super heißen Ecke kommt, 15 oder 14,
- 1:01:52habe ich auch früher gedacht, dass ich das niemals machen werde,
- 1:01:55aber das ist halt auch so eine Entwicklung,
- 1:01:57das hat bei mir stattgefunden in den letzten Jahren,
- 1:01:59dass, wo ich gesehen habe, dass Santorini,
- 1:02:01Lanza rote Tenderifer, halt schon auch höhere Alkoholgehalte
- 1:02:04mit transportieren können, aber trotzdem eine Wahnsinn,
- 1:02:07Zeitigkeit und Mineralität, wo man denn gar nicht den Alkohol,
- 1:02:10wenn es gut gemacht ist, so vordergründig schmeckt.
- 1:02:13Aber da musste ich dann für mich auch einfach sagen,
- 1:02:15das habe ich jetzt einfach mal ganz anders kapiert.
- 1:02:18Ist es aber nicht irre über, wie viele Sachen man sich mittlerweile Gedanken macht,
- 1:02:22was früher keine Angst 2003, 2005, ein Thema gewesen wäre,
- 1:02:26also dass man viel sensibel auch mit dem Thema,
- 1:02:28auch mit der Dramaturgie der Weine, der Präsenz,
- 1:02:32auch wie viel oder wenig man von einem oder anderen ausschenkt,
- 1:02:35auch in welcher Komplexität und Intensität die Leute es noch verarbeiten können,
- 1:02:39oder eben auch welches Körpergefühl letztlich dabei wichtig ist,
- 1:02:42und fast mal spannend, bist du selber mehr Teamflasche oder Teamweinbegleitung?
- 1:02:47Zum einen vom Servieren, was findest du spannend,
- 1:02:49interessant, und zum anderen, wenn du selber essen gehst?
- 1:02:52Kommt drauf an, also wenn du eine Truppe hast,
- 1:02:55die du lange nicht gesehen hast und eh alle die ganze Zeit am Schnattern sind,
- 1:02:58muss ich ganz ehrlich sagen, dann finde ich es besser,
- 1:03:00wenn wir Flaschen machen an der Stelle, weil dann kriegt jeder mal,
- 1:03:02der ist kurzruhe, wenn jeder mal die Weinkarte bekommen hat
- 1:03:04und was ausgesucht hat.
- 1:03:06Ansonsten bin ich aber auch definitiv Teamweinbegleitung
- 1:03:11und Teamalkoholfrei,
- 1:03:13es hat auch immer viel mit den Menschen,
- 1:03:17der im Restaurant steht, zu tun, ob ich das probieren möchte an der Stelle.
- 1:03:22Also es ist schon immer, ja, also muss ein gutes Gefühl genauso haben,
- 1:03:27aber in der Regel, wenn ich irgendwo hingehe,
- 1:03:28gucke ich mir das vorher an, ob mich das reizen würde,
- 1:03:31und dann gucke ich, was ich gerade spannender finde,
- 1:03:34eine Flasche oder Weinbegleitung.
- 1:03:36Welcher hat dich beeindruckt?
- 1:03:37Also hat es eine Weinbegleitung, wo du sagst,
- 1:03:39Und sagst du, da auch eine alkoholfreie Begleitung?
- 1:03:42Oder sagst du, das hat mich in der Tat so viel für mich persönlich.
- 1:03:46Sei es von den Menschen oder von einer…
- 1:03:48Ich glaub jetzt schon eine ganze Weile her, weil das war definitiv im Windom bei Marco
- 1:03:55Franzelin, da habe ich, muss ich mittags sagen, eine hatte eine Megabhain-Begleitung herausgehoren.
- 1:04:00Der ist ja auch so einer, der nicht nur, der macht halt auch etwas, was jetzt auch mal
- 1:04:0615 Euro kosten kann im EK und dich aber total wegbeamt.
- 1:04:10Und dann wiederum aber ein Rich im Hauptgang, blind, wo alle denken, sie sind im Bordeaux.
- 1:04:16Ja, fand ich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, superstimmig.
- 1:04:20Ausnahmeteilent, oder?
- 1:04:21Ja, das war unfassbar.
- 1:04:22Fand ich also…
- 1:04:23Das war so inspirativ.
- 1:04:24Das gleiche Erlebnis hatte ich auch bei René Antrack im Steirereaktor, war auch sehr…
- 1:04:29Also das fand ich auch super faszinierend an der Stelle.
- 1:04:31Warte mal, bei Alkoholfrei war… wo war ich denn letztens, was ich auch so unfassbar
- 1:04:37gut fand?
- 1:04:38Fällt mir gleich nochmal ein.
- 1:04:40Ist das vor euch ein Thema, Alkoholfrei?
- 1:04:42Ja, total.
- 1:04:43Also das war schon ein Einstellungsgespräch mit… also Marco hat auch immer gesagt, dass
- 1:04:47ihm Alkoholfrei super, super wichtig ist.
- 1:04:49Ja.
- 1:04:50Es ist auch sehr viel von der Küche begleitet wird.
- 1:04:53Es auf jeden Fall ein Projekt ist, was nicht nur vom Service bespielt werden kann und das
- 1:05:00ist halt auch die Getränke wirklich auch aus der Küche mitproduziert werden.
- 1:05:04Das Zustand ist jetzt, dass wir wirklich einen Teammitglied aus dem Service haben, was täglich
- 1:05:10Kumbucher, Muttern alles pflegt.
- 1:05:13Die alkoholfreien Begleitung in beiden Ebenen, vom Restaurant vorbereitet mit Eiswürfel,
- 1:05:19mit einem vorneigen Gläsern etc.
- 1:05:22Flaschen abfüllt.
- 1:05:23Das hat sich schon extrem zum Maximum haben, dass wir da, wie die Optimierung stattfindet,
- 1:05:29das Wahnsinn.
- 1:05:30Also wie wir da angefangen haben und wie sich das jetzt weitergelebt hat, ist wirklich
- 1:05:35fast am Zenit, würde ich fast sagen.
- 1:05:37Läuft das bei dir noch mit rein oder ist der Mitarbeiter dann separat dafür?
- 1:05:42Der ist für die Produktion zuständig und Dennis, unser Green Chef, ist definitiv auch
- 1:05:50das Magic Mind an der Stelle.
- 1:05:53Also wenn die Gerichte mit Marco entstehen, läuft da schon parallel der Gedanke zur alkoholfreien
- 1:05:59Begleitung.
- 1:06:00Wir probieren das dann genauso, wie wir den Wein zusammen mit dem Essen probieren.
- 1:06:05Probieren wir es dann.
- 1:06:07Und das ist halt dann, ich glaube, da ist jetzt auch, hat auch eine sehr starke Entwicklung
- 1:06:12stattgefunden, indem wir uns so gut abstimmen, weil du halt oft manchmal auch die Harmonie,
- 1:06:19klar geht es nicht um die Harmonie zwischen alkoholfreien und Wein.
- 1:06:22Aber manchmal ist es schon auch wichtig, dass sich das alkoholfreie ein wenig am Meer,
- 1:06:26am Wein orientiert oder am Gericht an der Stelle, dass dann der selbe Effekt entsteht,
- 1:06:33fast wie beim Wein.
- 1:06:34Und das finde ich immer sehr beeindruckend.
- 1:06:36Und das stimmen wir schon sehr genau ab, wie in welcher Form, Säure, Seizigkeit, Frucht,
- 1:06:42Rauch, Aromatik mit vorhanden ist.
- 1:06:44Aber es ist Wahnsinn, das schaffst du.
- 1:06:46Alleine ist das unmöglich.
- 1:06:47Das geht nur im Team.
- 1:06:48Anders geht das nicht.
- 1:06:49Ja, glaube ich.
- 1:06:50Dann werden wir jetzt über den Weihnacht denken, der absolut perfekt passen würde,
- 1:07:06der kommunikativ ist, der anspruchsvoll und trotzdem leicht fühl sich ist und der genau
- 1:07:12jetzt in das Gespräch passen würde.
- 1:07:14Mir denkt dabei an weiß Wein, dann darf natürlich eine Rebsorte nicht fehlen.
- 1:07:19Es ist ohne Frage die Königin der Rebsorten.
- 1:07:22Es ist eine der außergewöhnlichsten Rebsorten, die es in dieser Weinwelt, die es in dieser
- 1:07:27Rebsortenlandschaft gibt.
- 1:07:28Es ist der Riesling.
- 1:07:30Und ich finde, bei dem Exemplar, welches ich jetzt im Sinn habe, aus dem Hause Green
- 1:07:37Jot von Karolin, Spanier, aus dem Jahre 2018, den Riesling aus Nackenheim, hat man ein so
- 1:07:44exemplarisches Beispiel.
- 1:07:46Dadurch, dass er jetzt eine absolute perfekte Trinkreife hat, offenbart er seine Gänze,
- 1:07:51seine Komplexität, seine Fruchtpräsenzen.
- 1:07:54Das aus so einem intensiven warmen Jahrgang wie 2008 hat man so viel Wein, dass man es
- 1:08:02fast gar nicht in Worte kleiden kann.
- 1:08:03Dass man ihn nicht mit einem Schluck, dass man ein Glas fast die ganze Flasche braucht,
- 1:08:07um den Wein seiner Gänze aufzulösen und zu verstehen, ihn aber auch nur einen Schluck
- 1:08:12lang genießen kann.
- 1:08:13Die Gelbfruchtigkeit, die leichte Exotik, die den Riesling auszeichnen kann, die zart,
- 1:08:18grünen, frischen Apfel, nur außen das leicht erdige, kräutrige, würzige, was diese Rebsorte
- 1:08:25auskleidet und dann kombiniert mit der Kühle des roten Hang.
- 1:08:29Haben wir ein richtiges Parade-Exemplar, was die Drittelung der Elternkulturen in dieser
- 1:08:35Rebsorte perfekt repräsentiert.
- 1:08:38Ein Elternteil ist Wittis-Vinferre.
- 1:08:40Ein weiteres, der weiße Heunisch und der Tramine.
- 1:08:44Geben dieser Rebsorte in ihren eigenständigen Charakterbildern das Ehre mit auf dem Weg.
- 1:08:49Der Traminer mit seiner ausladenen Aromintensität, der Heunisch mit seiner Struktur, seiner
- 1:08:55Kernigkeit, seiner Puristik und das leicht wilde, durch den Wittis-Viniferre.
- 1:09:00Riesling ist eine der Rebsorten, die einfach alles kann.
- 1:09:04Die immer präsente sind man sie dann so zwischen den Welten, zwischen Jugendlichkeit und Reife,
- 1:09:08zwischen extrovertiert haltend Tiefsinnigkeit, zwischen Eigenständigkeiten, Kombinationsfreude,
- 1:09:14sich präsentiert wie dieser 2018er Nackenheimer Riesling, den man fast als Plusvariante hin
- 1:09:21zu den großen Gewachsen sehen könnte, sehen kann, sehen darf wer eigentlich sehen muss.
- 1:09:26Und das aus Rheinhessen, was Karolin Spanier da auf die Flasche, man muss schon fast sagen
- 1:09:31zaubert es unbeschreiblich.
- 1:09:33Undenkbar, dass dieses Gebiet vor 30 Jahren auf einer so renommierten Weinkarte wie die
- 1:09:40des Ruts zu finden wäre, sei denn es gebe damals schon eine Sommiere wie Nancy Großmann.
- 1:09:45Dann packe ich den mal ein, gehe zurück zum Gespräch und ich bin sicher Nancy wird sich freuen.
- 1:09:51Aber auch so denke ich, ist es glaube ich oft unterschätzt, so wirst wahrscheinlich
- 1:10:02nicht unbedingt einen Arbeitstag haben, wenn ihr um 18 Uhr anfängt, dass du 17, 55 Jahre
- 1:10:06reinkommst und sagst jetzt mal los, sondern ist wahrscheinlich schon alles ein bisschen
- 1:10:12umfangreicher, oder?
- 1:10:13Was ist so ein typischer Arbeitstag bei dir?
- 1:10:15Der typische Arbeitstag hat heute früh um 10 Uhr angefangen, dass mich der Data mange
- 1:10:19angerufen hat und nochmal Zugriff auf die Kassen brauchte.
- 1:10:23Also das ist immer...
- 1:10:25Das ist unterschiedlich, ne?
- 1:10:29Also du hast Tage, wo du...
- 1:10:31Wir versuchen da sehr auch auf unsere Stunden zu achten.
- 1:10:34Aber definitiv ist so ein normaler Arbeitstag.
- 1:10:39Ich jähne es auch immer gerne, heute ist ja alles anders Tag.
- 1:10:43Es gibt Tage, da fangen wir um 14 Uhr 30 an oder um 13 Uhr oder um 12.
- 1:10:50Das ist unterschiedlich.
- 1:10:51Ich muss jetzt für mich eintackten an der Stelle.
- 1:10:53Ich betreue das Ruts-Sollhaus mit der Weinkarte auch an der Stelle.
- 1:10:57Wir hatten...
- 1:10:58Wow!
- 1:10:59Ja, und das ist sozusagen unsere kleine Schwester, die ja da in Corona geboren wurde.
- 1:11:03Und enorm erfolgreich ist, oder?
- 1:11:05Ja, das ist schon...
- 1:11:06Mit einem der besten Weinlokalitäten auch ausgelobt wurde und...
- 1:11:09Ja, und die Weinkarte hat sich da jetzt auch nochmal...
- 1:11:12Wir haben ja letztes Jahr ganz schön viel dran gedreht, auch nochmal mit drin, was wirklich...
- 1:11:19Was ein schönes Ergebnis rausgekommen ist an der Stelle.
- 1:11:22Und das ist wirklich toll, was jetzt für uns...
- 1:11:24Früher, wenn ich zurück denke, die ersten Male, wo ich um Ruts war, habe ich bei Hendrik Thoma
- 1:11:32zur Bourgoulet-Verkostung hier gesessen in der Weinbahn.
- 1:11:36Und das war natürlich...
- 1:11:38Das leben wir jetzt nicht mehr so, dass hier im Ruts jetzt an der Stelle Verkostung durchgeführt werden.
- 1:11:44Wenn sowas mit Winzern oder den Weingutern stattfindet, dann machen wir das im Zollhaus.
- 1:11:49Da haben wir jetzt die Schmugglerscheune an der Stelle, wo es wirklich nochmal der Platz da ist.
- 1:11:56Auch mittags schon mal was gekocht werden kann, was damit nicht hier alles komplett aus dem Rhythmus rausgeht.
- 1:12:01Das ist schon ein toller Zugewinnen an der Stelle.
- 1:12:04Aber auch eine mega Aufgabe.
- 1:12:06Also wenn du da neben deiner eigentlichen Aufgabe noch so eine starke Präsenz hast.
- 1:12:11Ja.
- 1:12:12Also du bist auch noch auf jeden Fall für den Standort ein wirklich junges Homelier an der Stelle.
- 1:12:16Der Lust hat sozusagen in guten Strukturen sich an der Stelle auch wirklich...
- 1:12:23Da kann man viel lernen.
- 1:12:24Ich meine, da gibt es viel Freiheit, eine tolle Weinbahn.
- 1:12:26Aber da sind wir definitiv auch noch auf der Suche.
- 1:12:28Ein größeres Spiel fällt Gips, glaube ich gerade.
- 1:12:30Und dann als Biring-Partner mit dir.
- 1:12:32Ja, und dann kannst du da wirklich viel breiten.
- 1:12:35Aber es ist halt auch nicht so einfach.
- 1:12:37Ja, aber aus der Herausforderung wächst man.
- 1:12:40Das ging dir ja dann genauso letztlich, dass du dadurch,
- 1:12:43wenn man das dann leben muss, dann lebt man es.
- 1:12:46Und dann nimmt man das als Chance.
- 1:12:48Wann trinkst du selber Wein?
- 1:12:49Also nicht degustieren oder nicht nur,
- 1:12:51ich muss mal 10 Probeflaschen durchprobieren,
- 1:12:53ich sitze da und volles Glas und los.
- 1:12:56Also es geht nicht ums Saufen, sondern um einfach sich drinnen fallen lassen.
- 1:12:59Die Dynamik kommt ja dann erst später.
- 1:13:01Wie oft?
- 1:13:04Na ja, am Wochenende passiert das schon, gerne.
- 1:13:07Ja, aber auch nicht jedes Wochenende.
- 1:13:09Wann ist für dich der absolute perfekte Weinmoment?
- 1:13:12Also findest du, man kann den schaffen, ist Wein planbar?
- 1:13:15Oder ist das immer eine...
- 1:13:17Planbar ist es schon, wenn du ins Restaurant gehst an der Stelle,
- 1:13:20denke ich, und du tolle Kollegen triffst, da ist es schon auf jeden Fall planbar,
- 1:13:24da weiß man, dass was passiert an der Stelle.
- 1:13:26Oder halt eine tolle Weinbar, wo du weißt, das ist ein tollen, ja,
- 1:13:30mit tollen Leuten.
- 1:13:32Da denke ich, es sind schon tolle Weinmomente planbar an der Stelle.
- 1:13:35Das definitiv.
- 1:13:36Auch zu Hause, dass man sagt, die Musik und das oder...
- 1:13:40Ja, aber ich merke, also ich trink momentan gar nicht wirklich viel,
- 1:13:44ich habe jetzt glaube ich das letzte Mal Wein getrunken,
- 1:13:46zu Hause, an Weihnachten.
- 1:13:50Das ist jetzt schon noch eine Weile her.
- 1:13:52Hast du zu Hause ein Alltagswein, wo du sagst, der ist immer am Kühlschrank?
- 1:13:55Nein, ich trinke, also da bin ich ganz weit von entfernt.
- 1:13:58Ich habe keinen...
- 1:14:00Ich trinke zu Hause, glaube ich, nur Wein, oder was ich glaube, ich weiß,
- 1:14:04ich trinke Wein eigentlich nur, wenn ich Besuch bekomme an der Stelle,
- 1:14:07und dann eine Flasche aufmache an der Stelle,
- 1:14:10aber ansonsten wird zu Hause nicht getrunken.
- 1:14:15Findest du, es gibt, oder findest du, dass es ein Getränk gibt,
- 1:14:21was mit Wein vergleichbar ist?
- 1:14:23Nein.
- 1:14:25Auch nicht irgendwie spirituosen Tee, sonstige Mixgetränk oder...
- 1:14:32Ich finde, natürlich hast du andere Getränkegruppen,
- 1:14:36die dir ganz viel geben können, aber die nicht vergleichbar sind
- 1:14:40in den subtilen Momenten wie Wein, finde ich persönlich.
- 1:14:45Also natürlich kannst du auch eine Spirituose haben.
- 1:14:47Die Spirituose ist aber nochmal ein ganz eigenes Universum,
- 1:14:51was durch den Alkoholgehalt, finde ich, nochmal ganz anders wahrgenommen wird
- 1:14:56an der Stelle.
- 1:14:57Und auch Tee, Tee finde ich, ist hochkomplex und hat super elegante Züge,
- 1:15:02gar keine Frage, wo du dich auch nochmal auch anders ausnirten kannst,
- 1:15:06als wie bei der Spirituose.
- 1:15:08Aber es ist nicht wie beim Wein.
- 1:15:11Also ich bin da komplett bei dir, aber ich kann es irgendwie nicht akzeptieren,
- 1:15:15dass Wein so in seiner Art so einzigartig, so ein Alleinstellungsmerkmal hat.
- 1:15:19Warum kannst du es nicht akzeptieren?
- 1:15:20Muss ja irgendwas geben, was da eine ähnliche Geschmackserfüllung hat,
- 1:15:24was eine ähnliche Neugier daraus...
- 1:15:25Ich will nochmal ganz schön die Vergleiche Wein und Bier, das ist ja ganz...
- 1:15:27Also das muss ich dann auch erstmal, also das habe ich auch total rausgestrichen,
- 1:15:31gab es auch oft immer irgendwie noch ein Bier in der Weinbegleitung
- 1:15:34oder Getränkebegleitung, das sind dann persönliche Vorlieben,
- 1:15:37aber ich finde halt Bier kann sicherlich auch eleganz transportieren an der Stelle,
- 1:15:42aber nur bis zum bestimmten Punkt.
- 1:15:45Und wenn es dann wirklich in die Höhere gerade geht, dann ist es immer Wein.
- 1:15:49Für mich persönlich.
- 1:15:51Bier hat auch nicht die Komplexität oder auch nicht die animierende Genussfreude, finde ich.
- 1:15:57Also das, gerade wenn man gehaltvolle Biere hat, dann ist man irgendwie nach einem zweiten Glas geschmackst hat.
- 1:16:02Also das bleibt einem oftmals im Halt stecken,
- 1:16:04dann kann man Bierblaming machen oder Bierbashing, sondern...
- 1:16:07Das ist schon gut, da muss ich das jetzt gerade nicht übernehmen.
- 1:16:10Nein.
- 1:16:12Wie wichtig sind für dich, wenn du Wein servierst oder wenn du Wein trinkst, die Rand-Elemente?
- 1:16:20Also wie wichtig sind Gläser, wie wichtig ist der Service als solches?
- 1:16:26Oder ist das eigentlich, ist der Wein das Maß der Dinge?
- 1:16:31Nein. Also die Person, die den Wein serviert, kann ganz viel beeinflussen an der Stelle
- 1:16:37und kann ganz viel Gutes tun und kann aber auch ganz, ganz viel Schlechtes tun.
- 1:16:41Ich habe da so ein paar Erlebnisse auch schon gehabt an der Stelle, wo...
- 1:16:47Du hast das Glas, du kannst noch...
- 1:16:51Ganz schwierig finde ich immer, wenn eine Karaffe mit ins Spiel kommt
- 1:16:54und das nicht besprochen wird, dass die Karaffe mit ins Spiel kommt.
- 1:16:57Bist du sauer? Bin im Restaurant ein bisschen, dann geht der Zomin der Kellner hin
- 1:17:01und ballert das Ding in die Karaffe rein oder sagst du dann okay, your choice?
- 1:17:06Your choice, aber ich finde es ein Schade, wenn es sich funktioniert.
- 1:17:10Ja.
- 1:17:11Also es muss schon funktionieren an der Stelle, weil das ist dann halt auch genau das,
- 1:17:16was du in der Verantwortung hast, wenn du so ein Produkt präsentierst,
- 1:17:20dass du halt dann mit dem Fingerspitzengefühl an der Stelle agierst
- 1:17:25und du überlegst, muss es jetzt in die Karaffe oder nicht oder oxidiert jetzt einfach zu schnell
- 1:17:30und reicht vielleicht einfach das Glas, was ich ausgewählt habe.
- 1:17:34Und da finde ich Kommunikation ist so unfassbar wichtig.
- 1:17:36Also einfach in die Kommunikation mit dem Gas gehen und sagen,
- 1:17:39man braucht es ja nur erwähnen, ich würde das jetzt.
- 1:17:42Also ich habe da ganz, ganz extreme persönliche Erlebnisse mit Pino, mit Spätbegründer,
- 1:17:48die ich niemals lüften würde.
- 1:17:50Oder eine Biolo finde ich auch ganz brutal, wenn man den in die Karaffe haut,
- 1:17:53weil es den Wein oftmals zum banalen Fruchterlebnis verkommen lässt,
- 1:17:57in jeglicher Art von Feinheiten raubt und eigentlich die Finesse komplett dabei auf der Strecke bleibt
- 1:18:04und man dann sagen möchte, nein danke, ich möchte die 200 Euro nicht bezahlen.
- 1:18:07Weil das ja eigentlich das, warum man ihm dem Mehrwert bei dem Wein dann oftmals aufbringt,
- 1:18:12um die Besonderheit zu spüren.
- 1:18:14Ohne du hörst, also ich habe das auch nur mal, also es ist eine sehr lustige Geschichte,
- 1:18:19wo du dann einfach nur hörst hinter dir, dass auf einmal eine Flasche geöffnet wird
- 1:18:23und du hörst dann so ein Wasserfall, der in die Karaffe einprägt.
- 1:18:27Und es dann halt, also du dann siehst, was für eine teure Flasche am Nachbar-Tisch aufgemacht wurde
- 1:18:32und es ist halt einfach, es ist da reingeschossen in die Karaffe
- 1:18:36und das kann halt nicht gut sein mit dem ganzen Depot.
- 1:18:41Da war dann am Ende alles drinnen in der Karaffe.
- 1:18:44Gott, das will nicht. Nein, ich würde da, ich musste das auch lernen.
- 1:18:52Nur weil ich es schöner finde, ist manchmal nicht zu karafieren
- 1:18:56oder es dann in der Karaffe schon habe.
- 1:18:59Das habe ich gelernt.
- 1:19:01Ich finde, diese Kommunikation mit dem Gast ist ganz, ganz wichtig
- 1:19:03und gerade wenn es auch in hochpreisigere Flaschen geht,
- 1:19:05dann ist es für die Gäste das oft sehr, sehr, das ist super wichtig
- 1:19:11und wie sagen dann auch, was würden sie empfehlen?
- 1:19:13Oder die sagen, nein, bitte auf gar keinen Fall in die Karaffe.
- 1:19:16Ich finde, das ist auch ein Teil des Service an der Stelle, den wir definitiv liefern sollten.
- 1:19:22Aber glaube ich auch, Teil des Spaß, dann letztlich auf der einen Seite bist du ja Nancy Grossmann.
- 1:19:27Also du bist ja im Prinzip die Sommiäre von hier
- 1:19:29und du musst Autorität auch strahlen, dass erwarten die Leute
- 1:19:32und auf der anderen Seite dieses Feingefühl dann auch manchmal fragen,
- 1:19:36die Verantwortung nicht zu übergeben, aber einfach zu teilen
- 1:19:40oder sich da gegenseitig reinzuteilen.
- 1:19:42Und das ist ja eigentlich auch das Spiel, was man jeden Tag,
- 1:19:46aber was glaube ich auch gerade, wenn man lebendigen Abend hat,
- 1:19:49dann so wach und so munter zu sein.
- 1:19:53Ja, und es auch einfach zu sehen, ob der Wein denn jetzt wirklich noch viel, viel mehr bringt,
- 1:19:57wenn du ihn dann jetzt in die Karaffe geben würdest
- 1:19:59oder die zwei Stunden, die er jetzt in der Flasche ist
- 1:20:01und sich immer wieder bewegt beim Ausschenken, ob das dann reicht.
- 1:20:06Also ich finde das immer, ich finde das hoch spannend.
- 1:20:08Das sind Sachen, die sowas endet ja nie in der Weinreise.
- 1:20:12Das sind ja Sachen, wo du anfängst Erfahrungswerte zusammen.
- 1:20:15Für uns ist das jetzt, wo wir uns darüber unterhalten, total normal.
- 1:20:19Aber jetzt ganz ehrlich, also wie viele Menschen machen sich darüber Gedanken,
- 1:20:23dass wenn die Flasche ausgeschenkt wird, dass sie da schon weiter oxidiert
- 1:20:26an der Stelle in unterschiedlichen Kategorie.
- 1:20:29Das ist unsere kleine Bubble, in der wir uns bewegen,
- 1:20:32die wir auch total, also voll da sind und was auch von uns erwartet wird.
- 1:20:36Aber wenn wir jetzt über normalen täglichen Weingenuss sprechen,
- 1:20:39denken da gar nicht viele darüber nach.
- 1:20:42Aber ist es nicht das, was genau der Gast spürt?
- 1:20:45Also das, was man nicht erklären kann oder was man nicht außen vorstellen muss,
- 1:20:50sondern wo dieses intuitive Wohlfühlen ist.
- 1:20:52Wie finde ich manchmal bei einem besonderen Wein?
- 1:20:54Man kann nicht sagen, der ist jetzt so besonders,
- 1:20:56weil der halt irgendwie Fett nach Johannesbärisch schmeckt.
- 1:20:59Das sind ja meistens nicht so die besonderen Weine,
- 1:21:01sondern es ist ein Wein, der einen intuitiv anspricht,
- 1:21:03was man nicht erklären kann.
- 1:21:05Wenn man nicht mehr Worte kleiden kann, wenn man nicht mehr ergreifen kann,
- 1:21:07wenn man nicht mehr das beschreiben kann,
- 1:21:09was dann eigentlich fasziniert, dann ist es ja genau dieses Magic-Experience-Ding.
- 1:21:15Und so ist es, glaube ich, dann mit einem guten Zombie auch,
- 1:21:18wenn man nicht weiß, warum das jetzt gerade so perfekt ist.
- 1:21:22Absolut total.
- 1:21:24Und ich bin auch, also mich zerknüchen auch, auch hier pfiffst du täglich Fehler.
- 1:21:31Und ich könnte sterben jedes Mal, wenn da Sachen passieren,
- 1:21:34wo ich sagen würde, so gut, ich weiß jetzt gar nicht,
- 1:21:36ob es jetzt oben jemand aufgefallen ist an der Stelle,
- 1:21:38oder jemand anderes hat im Bereich ein Fehler gemacht an der Stelle,
- 1:21:43was natürlich dann wir sind und immer die Weinkompetenz am Ende bei mir liegt,
- 1:21:47das könnte ich sterben.
- 1:21:49Das ist halt auch einer der Gründe,
- 1:21:51warum wir jetzt nur noch eine Weinbegleitung haben,
- 1:21:53weil da können auch schon mal werden auch diese Möglichkeit,
- 1:21:56dass Fehlentscheidungen getroffen werden,
- 1:21:58können nicht mehr stattfinden an der Stelle.
- 1:22:00Und ja.
- 1:22:02Achso Worst Moment, wo du sagst, den will ich nie wieder,
- 1:22:05über den du auch reden möchtest, das hört ja keiner auf.
- 1:22:08Ja, ja, ja, ja.
- 1:22:10Ich muss ja wirklich immer wieder feststellen,
- 1:22:13ich glaube Worst Moments, das hört nie auf.
- 1:22:17Also es gibt schon immer wieder mal Begegnungen,
- 1:22:19wo du sagst, so möchte ich so nicht noch mal haben.
- 1:22:22Also ich glaube, jetzt gerade diese Woche hatte ich einen dieser Momente,
- 1:22:26wo ich den großen Fehler gemacht habe,
- 1:22:28was ich auch wieder dazugelernt habe,
- 1:22:30was ich nicht noch mal machen werde.
- 1:22:32Ich habe es eingeräumt, dass wir sagen,
- 1:22:37dass in der Weinbegleitung, dass ich darauf eingegangen bin,
- 1:22:40dass kein portugiesischer Wein und kein spanischer Wein genommen wird.
- 1:22:45Und ich habe Alternativen dafür gebracht.
- 1:22:47Was aber dann am Ende, wo ich kapiert habe,
- 1:22:52ich habe den Gast komplett falsch gelesen habe,
- 1:22:55dass es ihm eigentlich total scheißegal war,
- 1:22:58weil sie die ganze Zeit während der Weinansprache stattgefunden hat,
- 1:23:01nackte Frauen beim Skifahren sich angeguckt wurden,
- 1:23:05während du den Wein beschreibst.
- 1:23:07Und dann am Ende aber, also es war ein Paar,
- 1:23:09und die haben sich auch lustig gemacht,
- 1:23:11oder was auch immer sie sich da angeguckt haben,
- 1:23:13dass es total, da ist ein Fehler gemacht,
- 1:23:17ich hätte direkt einfach sagen müssen,
- 1:23:19es gibt leider nur eine Flasche an der Stelle,
- 1:23:21die werde ich so nicht mehr machen.
- 1:23:23Es war total komisch.
- 1:23:25Schade, schade um den Menschen, schade um die Vierengedanken,
- 1:23:28die du dir in die Schälterin umgabst.
- 1:23:30Ja, und du machst zusätzlich noch die Alternativfeine rein,
- 1:23:33und dann wurde das dann auch abgelehnt.
- 1:23:37Und ich habe aber einfach gemerkt,
- 1:23:38dass eigentlich die Aufmerksamkeit überhaupt gar nicht da lag.
- 1:23:42Es war einfach nur, warum auch immer,
- 1:23:44was jeder für sich selber entscheiden kann,
- 1:23:46wenn er dieses Weinland nicht gerne trinken möchte,
- 1:23:49was aber für den Abend völlig kontraproduktiv war.
- 1:23:53Interessant ist dabei,
- 1:23:54also wir haben es früher den 13. Tisch genannt,
- 1:23:56also so ein Depechttisch,
- 1:23:57oder wenn du so eine total glatt, perfekt gemauerte Wand hast,
- 1:24:01und dann guckst du so ein Stein raus,
- 1:24:02man stört sich nur an dem Stein.
- 1:24:04Und dieser ganze Abend oder die ganze Woche,
- 1:24:06ist dann wahrscheinlich voll im Eimer,
- 1:24:07weil dieser eine Tisch,
- 1:24:08der mir irgendwie so ein Bad Moment ausgelöst hat.
- 1:24:12Ach, es war ja dann auch okay,
- 1:24:14aber ich habe mich einfach über mich selber geärgert.
- 1:24:17Ich glaube, es ist dann eher so diese Unzufriedenheit,
- 1:24:19dass ich das an der Stelle nicht groß an einfach begrenzt habe,
- 1:24:23und dann einfach an der Stelle viel zu lieb war.
- 1:24:27Aber gut, ja.
- 1:24:29Das war jetzt das Neuste, die anderen...
- 1:24:33Ja, selbst so Kleinigkeiten wie,
- 1:24:35als wenn ein Gläschen runterfällt oder sonstiges.
- 1:24:38Ich hatte mal einen wirklich,
- 1:24:40einen ganz, ganz schrecklichen Moment.
- 1:24:43Also es war die allererste Flasche in einem Restaurant,
- 1:24:46wo ich anfing zu arbeiten, war Penfold's Grange.
- 1:24:49Und aus denen war 90er oder so,
- 1:24:52damals haben die diese ganz weichen,
- 1:24:55diese Butterkorken genommen,
- 1:24:56wo du mit dem Kältermesser reingehen kannst,
- 1:24:58und raus, und dann bleibt der Korken immer noch drin stecken,
- 1:25:00die kennst du nicht, ich habe den Korken nicht rausgekriegt.
- 1:25:03Ich stand mit dem Geridam vor dem Gast,
- 1:25:06und habe zehn Minuten dort rumgefummelt, um den Korken rauszunehmen,
- 1:25:09weil es der erste Tag war, war ich so unsicher.
- 1:25:11Und ich bin da so gestorben.
- 1:25:13Also das ist so, wo man einfach nur beiden möchten,
- 1:25:17wieder nach Hause gehen möchte,
- 1:25:19sagen, ja, ich bin hier heute leider nicht die richtige Person.
- 1:25:22Das ist nicht mein Leben.
- 1:25:24Aber es gibt auch genügend schöne Momente,
- 1:25:27also wo man einfach zu Tränen gerührt ist,
- 1:25:29wo man, ich finde es immer so ergreifend,
- 1:25:32wenn Leute oder wenn Gäste rausgehen, sich nochmal umdrehen,
- 1:25:35nochmal Danke für den schönen Abend, sagen.
- 1:25:37Eigentlich erbringt man Leistung, sie bezahlen dafür,
- 1:25:40also von dem ist der Dir ja durch.
- 1:25:42Aber wenn sie dann auch so emotional ergriffen sind,
- 1:25:45dass sie sich nochmal bedanken,
- 1:25:47das ist so was Menschliches und Rührendes, das finde ich...
- 1:25:50Das ist super schön.
- 1:25:52Und das ist auch einfach, das ist das, wovon wir jeden Abend leben,
- 1:25:55an der Stelle, dass wenn du Menschen begeisterst,
- 1:25:57Menschen einfach abholst auch.
- 1:26:01Also ich habe das oft auch mit Gästen,
- 1:26:04die sonst eigentlich viel, viel schwerere Weine trinken würden,
- 1:26:07aber sich dann einfach sagen, sie machen, sie lassen sich darauf ein
- 1:26:10und leben den Moment an der Stelle und gehen raus und sagen,
- 1:26:14sie hätten den Wein sich sonst so nie selber bestellt
- 1:26:17und würden den auch so wahrscheinlich zu Hause nicht trinken,
- 1:26:19aber in der Kombination mit dem Essen war es für sie total perfekt an der Stelle.
- 1:26:23Was heißt perfekt, aber einfach dieses so, es hat sie glücklich gemacht.
- 1:26:27Und ich finde, wenn wir das erreichen, dann ist das schon alles fertig.
- 1:26:31Habt ihr einen Glas oder habt ihr verschiedene Glas?
- 1:26:34Ich habe mit Stölzler angefangen, mit der Q1-Serie
- 1:26:39und bin jetzt gemischt unterwegs mit Zwiesel und Stölzler an der Stelle.
- 1:26:47Finde ich auch einen riesen Sprung früher, als ich mit der Gastronomie anfing.
- 1:26:52Da gab es halt eine, irgendwie so Glasentscheidung,
- 1:26:54es gab halt eine Marke fürs Haus, die hat man immer gehabt.
- 1:26:57Und es kam erst später, dass man eben doch ein bisschen riegel,
- 1:27:00ein bisschen, hast du Präferenzen persönlich?
- 1:27:03Ja, also ich... es gibt Gläser, die machen wirklich sehr viel mit dem Wein
- 1:27:10und auch sehr viel Negatives.
- 1:27:12Ich bin eher Freund von dem Glas, was den Wein sich erstmal in Ruhe entwickeln lässt.
- 1:27:19Ich brauche nicht ein Glas, das den Wein schon sofort aussieht.
- 1:27:24Also sprich, es gibt ja... ja, also ich beschreibe es gerne einfach so,
- 1:27:29dass das Gefühl heißt, dass wie beim Wein, dass dann auf einmal schon alles gezeigt wird,
- 1:27:34was er kann und was er hat und dass aber die Phase,
- 1:27:36dass sich dorthin entwickeln, übersprungen wird.
- 1:27:39Und das mag ich eher nicht so.
- 1:27:40Ich mag eher das Pure-Glas, das, was auch wirklich so,
- 1:27:42denn dieses karge, mineralische zeigt und nicht sofort,
- 1:27:44Bibelspeck und alles nach oben drückt.
- 1:27:46Das finde ich immer schwierig.
- 1:27:48Also ich sehe es auch so, der Weg ist das Ziel.
- 1:27:50Deswegen bin ich da auch ganz toll bei dir,
- 1:27:52beim Nicht-Karaffieren ganz oft, weil da ist auch der Weg das Ziel.
- 1:27:55Also wenn man den Moment hat, dass man sagt,
- 1:27:57jetzt ist der perfekt, dann fehlt mir oftmals genau der Weg dahin.
- 1:28:01Und dann, wenn das letzte Glas das Gefühl hinterlässt,
- 1:28:04jetzt ist er perfekt und ich hätte gerne auch mehr davon,
- 1:28:06dann finde ich, es ist eigentlich absolut genial.
- 1:28:09Und dann macht es auch richtig Spaß,
- 1:28:10wenn man es bewusst und sich auch vergegenwertigt hat.
- 1:28:13Aber das ist auch so ein Wahnsinnsprozess.
- 1:28:17Also das muss ich sagen, das ist auch, glaube ich,
- 1:28:20eine Never-Ending-Story,
- 1:28:21dass du Weine halt einfach mehrere Male getrunken haben musst,
- 1:28:25dass du da wirklich auch verstehst, was Lage bedeutet,
- 1:28:29was Terroir bedeutet, was bedeutet Handschrift des Winzers.
- 1:28:32Das macht so viel aus, das ist unfassbar.
- 1:28:36Und das ist auch, das ist ein Prozess.
- 1:28:38Also ich muss sagen da, also ich, Never-Ending-Story.
- 1:28:41Darf ich fragen, wo du Ausgleich findest?
- 1:28:43Also Megasportlerin oder Kino-Genf am Oben ist unten?
- 1:28:48Oder einfach nur selber Restaurants niedermachen?
- 1:28:53Oder?
- 1:28:55Ich finde, was immer ein sehr, sehr schöner Ausgleich ist,
- 1:28:57ist es wirklich in der Tat draußen in der Natur zu sein.
- 1:29:00Auch durch den Weizulaufen an der Stelle.
- 1:29:04Auch wirklich gerne zu reisen.
- 1:29:06Ich bin super gerne unterwegs an der Stelle.
- 1:29:09Das mache ich wirklich gerne.
- 1:29:10Mir gibt es immer sehr, sehr viel.
- 1:29:11Auch gerade wenn man am Wochenende mal sagt,
- 1:29:13man reist jetzt in die Region.
- 1:29:15Und natürlich hat es dann irgendwie was mit Wein zu tun,
- 1:29:17aber ich mache es super gerne.
- 1:29:19Das muss ich sagen.
- 1:29:20Auch im Urlaub, dass du da in Sachen Wein unterwegs bist.
- 1:29:23Voll total.
- 1:29:25Obwohl ich muss jetzt sagen,
- 1:29:26Anfang des Jahres war man auf Mallorca,
- 1:29:27da war es jetzt wirklich mal gar.
- 1:29:29Also kein Wein, das war nur Lichttanken
- 1:29:31und gutes Essen genießen an der Stelle.
- 1:29:33Und viel Licht aufnehmen, der dunklen Jahreszeit an der Stelle.
- 1:29:37Aber ja, Ausgleich.
- 1:29:39Ich habe einen Garten von meinen Großeltern immer noch.
- 1:29:41Oh, Megas hier in Berlin?
- 1:29:43Ja, in Tegel, das mache ich auch gerne.
- 1:29:45Also das tut mir mal ganz gut,
- 1:29:46wenn du mal eine Runde gehakt hast,
- 1:29:48bevor du dann um...
- 1:29:50Man ist in einer anderen Welt, oder?
- 1:29:52Ja, es ist total in einer anderen Welt.
- 1:29:54In der Laum-Pieper-Kolonie, wo du weißt,
- 1:29:56du bist ja schon als kleines Kind durch die Gegend gelaufen,
- 1:29:58aber hast total andere Kontaktpunkte.
- 1:30:02Und die Menschen kennen dich super, super gut.
- 1:30:04Und das ist halt nicht die Weinbubble
- 1:30:06und die Gastrobubble.
- 1:30:08Das ist immer sehr erdend und auch sehr gut an der Stelle.
- 1:30:11Ich finde, da merkt man eben auch,
- 1:30:13wie diese einzelnen Bubblings funktioniert.
- 1:30:15Wenn man außen vor ist, man ist einfach Mensch.
- 1:30:18Also man ist hier auch Mensch, na klar.
- 1:30:20Aber man hat eine andere Natürlichkeit dabei.
- 1:30:22Das ist toll, wenn man so einen Ort hat,
- 1:30:24wo man sich da zurückziehen kann.
- 1:30:26Und es gibt kaum so was Zeitloses wie Garten.
- 1:30:28Also wenn man da irgendwie anfängt, umzugraben,
- 1:30:31dann denkt man, eigentlich hatte ich heute noch was vor.
- 1:30:35Ja, gut, ich gehe dann schon noch dann arbeiten.
- 1:30:37Aber das ist dann immer schon sehr entschleunigend.
- 1:30:40Weil das ist dann im Augenblick, wenn du wirklich körperlich,
- 1:30:42dann sage ich mal an der frischen Luft, was machst,
- 1:30:44sehr gut.
- 1:30:46Ich finde, wenn man sich mit Kollegen trifft,
- 1:30:59es ist immer ein großes Erlebnis,
- 1:31:01welche Weine man sich gegenseitig präsentiert.
- 1:31:03Auf der einen Seite versucht man natürlich die Insiderweine,
- 1:31:06die etwas unbekannte, den gerade existenten heißen Scheiß irgendwie
- 1:31:11zu präsentieren oder den miteinander zu probieren,
- 1:31:14um eben auch die Meinung des Gegenüber zu erfahren.
- 1:31:18Auf der anderen Seite ist es manchmal umso interessanter
- 1:31:21und entspannter, einen der großen, der renommierten,
- 1:31:26der außergewöhnlichen Wein dieser Weinwelt zu probieren.
- 1:31:29Ich glaube, wenn ich jetzt für genau den Moment
- 1:31:32einen Wein aussuchen müsste, dann wäre es ein Barolo.
- 1:31:35Wäre es ein Barolo von Chereto.
- 1:31:37Ich wüsste noch nicht, ob es ein Jugendlicher
- 1:31:40oder ob es ein Reifer Barolo sein sollte.
- 1:31:42Wenn ein Barolo gut gemacht ist,
- 1:31:44wenn ein Nebiolo so perfekt gearbeitet ist,
- 1:31:46macht er sowohl Jugendlich mit einer gewissen Fruchtpräsenz,
- 1:31:49mit einer gewissen Filigranität,
- 1:31:51mit einer gewissen vordergründigen Attraktivität,
- 1:31:53sehr viel Freude als eben auch gereift.
- 1:31:55Wenn er schon so in diese ziegelfarbene,
- 1:31:57aromtiefe, sehr ärdige Würze genoten,
- 1:32:00wenn er diese leichte Reife süße bekommt.
- 1:32:02Chereto gerade mit seinem Brick-Goracke,
- 1:32:04mit seinem Brunnate, mit seinem Busjia,
- 1:32:06einer der absoluten Benchmark-Produzenten im Piedmont.
- 1:32:09Für Nebiolo, für Barolo, für Barresco.
- 1:32:13Und ich finde es interessant, zu erleben und zu sehen,
- 1:32:17wie ähnlich wie ein Nensis-Geschichte
- 1:32:19sehr außergewöhnlich ist,
- 1:32:21manchmal eben auch die Geschichte,
- 1:32:23zu mancher großer Weine total unvorhergesehen sich entwickeln.
- 1:32:27Wenn man mit dem heutigen Weinbewusstsein ein Barolo denkt,
- 1:32:30glaubt man fast, das wäre seit Jahrhunderten
- 1:32:32einer der großen Weinen dieser Weinwelt.
- 1:32:35Das aber eigentlich noch vor 200 Jahren,
- 1:32:38vor nämlich restlöse Weine,
- 1:32:40außer Nebiolo-Traube erzeugt wurden,
- 1:32:42die so als Alltagswein mehr oder weniger gängig waren,
- 1:32:45hat kaum jemand auf den Schirm.
- 1:32:47Und damals gab es einen französischen Inologen,
- 1:32:50namens Louis, oder der 1850,
- 1:32:53in die Gemeinde Barolo berufen wurde,
- 1:32:56um dort unterstützen beraten zu sein.
- 1:32:58Oder setzte ganz klar auf Techniken,
- 1:33:01die er aus der kühlen Champagne kannte,
- 1:33:03um man die gleichen Gerprobleme hatte, wie im Barolo.
- 1:33:06Long story, make short, der neue Barolos D war geboren
- 1:33:09und man erkannte, welche Großartigkeiten
- 1:33:12dieser extrem fragilen, zarten,
- 1:33:15aber zugleich unvergleichlichen Nebiolo-Rebe stecken.
- 1:33:19Nebiolo ist ähnlich wie Pinot, ähnlich wie Riesling,
- 1:33:22eine Rebsorte, die was ganz Großartig ist,
- 1:33:25aber auch was ganz Banales erbringt,
- 1:33:27an die höchst anspruchsvoll, an den Boden,
- 1:33:30an den Klima, an den Jahrgang, aber eben auch an das Händchen,
- 1:33:33an die Philosophie, an die Interpretation seitens des Winzers gebunden ist
- 1:33:37und extrem zickig darauf reagiert,
- 1:33:40wenn man sie nicht in ihrem Sinne zu händeln weiß.
- 1:33:43Und umso mehr und um eine so größere Freude ist es,
- 1:33:46wenn man ein nahezu perfektes Exemplar wie dieses hier von Chereto
- 1:33:50im Glase hat sich darauf einlässt,
- 1:33:53in eine ganz eigene Welt, in eine ganz eigene Umwelt eintaucht
- 1:33:56und ähnlich wie in einem guten Gespräch
- 1:33:58sich davon regelrecht fesseln lässt.
- 1:34:00Apropos gutes Gespräch, ich glaube, ich muss zurück.
- 1:34:03Teamfilm oder Buch?
- 1:34:08Momentan, glaube ich, leider beides viel zu wenig.
- 1:34:13Ich gucke erschreckend wenig Fernsehen oder Film
- 1:34:16und ich lese auch erschreckend wenig.
- 1:34:19Das Einzige, was ich jetzt wirklich angefangen habe
- 1:34:21mit Anfang des Jahres,
- 1:34:23ist wirklich das jetzt wieder,
- 1:34:25um die Zeitung zu lesen, was ich lange nicht gemacht habe,
- 1:34:29um mein junger Kollege, der die Sommelierausbildung macht
- 1:34:35oder die Sommelierschule besucht.
- 1:34:37Wir haben uns jetzt vorgenommen, dass er jetzt da im April,
- 1:34:40da jetzt wirklich meine ganzen Orne herausgesucht.
- 1:34:42Und wenn wir gucken wir sowas wieder an,
- 1:34:44das ist schon spannend, was auch so fragentechnisch geht.
- 1:34:47Momentan wirklich so ein Buch gelesen.
- 1:34:51Schwer.
- 1:34:52Teamfilm ist leider immer nur irgendwie Krimi und Tatort.
- 1:34:56Das ist manchmal aber auch gar nicht verkehrt.
- 1:34:58Es ist manchmal auch Wasting-Time.
- 1:35:01Wenn man sich da einfach bedudeln lässt,
- 1:35:03das ist natürlich immer eine persönliche Entscheidung,
- 1:35:05aber ich bin auch über die Phasen froh,
- 1:35:08wenn ich kein Fernseh gucken kann,
- 1:35:10wenn ich genügend andere Sachen zu tun habe,
- 1:35:12aber intuitiv oder grundsätzlich,
- 1:35:13da findest du Entspannung eher,
- 1:35:15dich im Buch zu vergraben oder vom Film ins Bild zu lassen?
- 1:35:19Nein, ich glaube, es ist eher Musikhörend,
- 1:35:20an der Stelle wahrscheinlich Musik zu hören und aufzuräumen.
- 1:35:24Ich bin jemand, der unheimlich viel kompensiert,
- 1:35:26indem sie aufräumt und putzt.
- 1:35:28Oh, ich hätte Möglichkeiten.
- 1:35:30Ja, aber da merk ich immer, das ist entrannt.
- 1:35:34Geht mir aber genauso, also es versteht bei mir im Umfeld,
- 1:35:37aber auch keiner, dass ich so gerne aufräume und putze.
- 1:35:40Ich finde, es hat was und es schafft was Neues,
- 1:35:43es schafft Klarheit.
- 1:35:44Sehr viel Klarheit.
- 1:35:46Ich bin da auch, kann ich wirklich sehr, sehr verstehen,
- 1:35:49finde ich sehr interessant.
- 1:35:51Bist du digital oder analog?
- 1:35:53Analog, würde ich sagen.
- 1:35:55Also Kalender immer noch in, ja, wirklich?
- 1:35:58Nein, also das jetzt, also gut, ich habe jetzt auf dem Handy
- 1:36:01natürlich meinen digitalen Kalender,
- 1:36:03aber ich habe trotzdem parallel, da drüben siehst du ein Doro,
- 1:36:08das ist Büro Zollhaus und da ist Büro Rots,
- 1:36:11also die zwei Sachen, die ich sehr erfolgreich mit mir durch die Gegentrage
- 1:36:15an der Stelle, also das mag ich schon sehr.
- 1:36:18Also ich bin auch eine völlig überzeugte Listenschreiberin
- 1:36:22und Strukturierin, in dem ich mir Punkte aufschreibe,
- 1:36:26aber schon immer, das mache ich seit der Schulzeit.
- 1:36:29Oh cool.
- 1:36:30Also ich brauche das, brauche Sachen, die ich wegstreichen kann.
- 1:36:34Liebe es am Ende des Tages, zwei Zettel zu zereißen
- 1:36:37und wegzuschmeißen, ist das wunderbar.
- 1:36:40Ich bin eher digital geworden, weil es halt einfach,
- 1:36:43ich habe auch zu viele Zettel verloren
- 1:36:45und da war das ein bisschen einfacher,
- 1:36:47aber auch da ist es mir ganz, ganz wichtig,
- 1:36:49da ich wegstreich und es dann noch sehe,
- 1:36:51was ich dann, also was ich weggestrichen habe,
- 1:36:53weil es so ein bisschen das Erfolgserlebnis verletzt ist.
- 1:36:55Total wichtig, also das ist wirklich, das mache ich sehr, sehr gerne.
- 1:36:58Und bei Weinkarten auch analog oder digital?
- 1:37:01Magst du iPad-Weinkarten oder findest du die als Buchschöner oder?
- 1:37:06Ich mag das Buch schon sehr gerne, aber ich kann verstehen,
- 1:37:09das ist natürlich, wenn du sowas ist, auch immer,
- 1:37:11hat immer auch was mit Pflegeaufwand und, ja,
- 1:37:18Nachhaltigkeit lasse ich jetzt mal kurz noch vorne weg,
- 1:37:20aber es ist schon schön, wenn du eine Weinkarte hast,
- 1:37:22die ausgedruckt ist, die du dir angucken kannst.
- 1:37:25Kann jetzt jeder natürlich, ob es jetzt ein Ringbuchhalter ist
- 1:37:28oder das gebundene, ja.
- 1:37:32Das hat eine eigene Ästhetik, finde ich, wenn man die und blättert.
- 1:37:35Errest du dich, wenn du irgendwo essen gehst, in der Weine ist aus?
- 1:37:39Es ist ein Naturprodukt, es passiert.
- 1:37:43Also, ich weiß immer ganz genau, die Karte ist perfekt aktualisiert
- 1:37:46und es gibt zwei Positionen, wo ich die Karte jetzt noch nicht ausgedruckt habe,
- 1:37:49zwei Seiten, weil ich gesagt habe, ich mache das jetzt
- 1:37:51Ende der Woche einmal geballt.
- 1:37:54Und es ist natürlich Murphy's Law, das dann, ich sage das dann auch schon immer,
- 1:37:59also wenn sie es wirklich gut versuchen,
- 1:38:02dann finden sie die zwei Positionen, die nicht gerade verfügbar sind,
- 1:38:05wo ich aber weiß, dass sie nächste Woche wiederkommen.
- 1:38:07Da bin ich es nicht nochmal extra aus.
- 1:38:09Aber es ist spannend.
- 1:38:13Kann man sich auch mit geiseln, das ist so.
- 1:38:15Total.
- 1:38:17Man kann ja nicht immer alles, alles da haben.
- 1:38:20Manchmal hat es auch diesen Hang zum Menschlichen.
- 1:38:23Was habt ihr?
- 1:38:24Außer Gläser, Karaffe habt ihr es noch irgendwelche Wine Tools?
- 1:38:29Oder braucht man nicht mehr?
- 1:38:31Braucht man Dropstop?
- 1:38:33Gibt es irgendwas anderes?
- 1:38:35Gibt es was, was du liebst?
- 1:38:37Ich möchte so nicht ohne Korrava in den Tag starten.
- 1:38:40Ich finde jetzt wirklich, also wir arbeiten jetzt seit einiger Zeit vor Weihnachten
- 1:38:45mit dem Korravan für Schaumweinen mit zusammen.
- 1:38:47Also es ist wirklich ziemlich stark.
- 1:38:49Tolle Innovation.
- 1:38:51Ja, und es ist wirklich, dass du etwas über so langen Zeitraum,
- 1:38:54also was heißt langen Zeitraum, aber ich finde es ist halt von qualitativ,
- 1:38:57wenn du wirklich jetzt eine Flasche noch am Abend als letztes Glas irgendwie aufmachst
- 1:39:01und dann das die Flasche abziehst und du noch drei bis vier, fünf Gläser drin hast.
- 1:39:05Und es gibt nicht Schlimmeres, als wenn du im Restaurant bist
- 1:39:07und Christen Champagner serviert und du merkst, okay, zwei Tage.
- 1:39:11Du denkst, oh nein, warum? Bitte.
- 1:39:14Also es ist immer noch ein guter Wein meistens, aber das wollte ich in dem Augenblick nicht.
- 1:39:17Nein, genau das nicht.
- 1:39:19Und dann ist es zu peinlich dann irgendwie, also soll man da was sagen,
- 1:39:21dann nimmt dem Augenblick oder?
- 1:39:23Ja, das ist ja auch nicht im Sinne des Produzenten
- 1:39:27und sicherlich auch eigentlich nicht in dem Anspruch deiner selbst,
- 1:39:30dass du das dann trinkst an der Stelle.
- 1:39:34Aber ich habe das oft schon gemerkt, ich bin nicht die Reklamiererin an der Stelle.
- 1:39:39Das ist schon, aber sofort, aber ich finde es schon wichtig, dass man es macht.
- 1:39:45Und ich kann es auch immer sofort nachvollziehen, wenn Gäste etwas nicht machen.
- 1:39:48Aber ich versuche auch wirklich alles da so zu machen, dass sie Gäste halt nicht zum Reklamieren haben.
- 1:39:53Aber wenn sie was haben, dann ist es halt so.
- 1:39:56Also schauen wir in Korrava?
- 1:39:58Ja, das haben wir. Ich arbeite mit dem allerersten Korrava noch zusammen.
- 1:40:02Wenn ich Proben habe, die Probeflaschen, die ich zu den Gerichten habe, die korravenierig.
- 1:40:07Wenn wir jetzt keine extra Korravan-Karte stand, jetzt oft zur Debatte,
- 1:40:12ob wir das machen an der Stelle ist, aber auch immer wieder,
- 1:40:15aber musst du auch mit sehr viel Gefühl rangehen.
- 1:40:19Ich finde halt, die Flaschen, wenn du dann auch in längeren Zeitraum stehst,
- 1:40:23das oxidiert herweiter.
- 1:40:26Also so, wie es am Anfang gelebt wurde, dass die Flasche ist dann noch genau so in 25 Jahren,
- 1:40:31als wenn sie nicht angestochen wurde, wissen ja alle mittlerweile,
- 1:40:37it will not happen an der Stelle.
- 1:40:41Also das haben wir noch für Tools. Das war es auch schon.
- 1:40:44Ich habe gestern das erste Mal seit langem wieder mit einem Dropstop gearbeitet.
- 1:40:47Das lag aber daran, dass wir eine Flasche Riesling hatten,
- 1:40:50wo wir uns zu entschlossen haben, sie nicht zu karafieren.
- 1:40:53Aber der Korken so im Flaschenhals drin geklebt hat, also nicht, dass da Bröcke waren,
- 1:41:00aber manchmal ist ja nicht eine ganz leichte Partie.
- 1:41:02Ich finde es immer schön, wenn dann der Wein nicht da drüber raus riecht.
- 1:41:05Das macht enorm viel aus.
- 1:41:07Ja, finde ich. Und da habe ich jetzt ja lange mal wieder ein Dropstop benutzt an der Stelle.
- 1:41:11Weil die Flasche hat so eine geniale Mineralität und Frische,
- 1:41:16aber das hätten wir ihr sofort genommen, wenn wir sie einmal umgestürzt hätten an der Stelle.
- 1:41:21Und das wäre jetzt gar nicht so schön gewesen in der schmalen Karaffe.
- 1:41:24"Felix Wine 2 is overrated?"
- 1:41:26Oder alle anderen außerdem?
- 1:41:28Ja, aber nee, weiß ich gar nicht.
- 1:41:30Nur weil ich nicht mit arbeite, heißt es ja nicht overrated.
- 1:41:33Aber ich bin da plain, würde ich sagen, finde ich.
- 1:41:37Ja, ich habe auch das Gefühl, man braucht da irgendwie nicht mehr.
- 1:41:42Gibt es für dich eine Situation, wo du sagst, da passt Wein überhaupt nicht?
- 1:41:47Das passt halt.
- 1:41:50Jetzt außer zum Frühstück halt an manchen Tagen.
- 1:41:52Wein geht auch zum Frühstück.
- 1:41:55Legende erste Kombination ist, glaube ich, eine Auslese zu einer sehr interessanten Leberwurststulle.
- 1:42:04Kann ich mir gut vorstellen.
- 1:42:06Ja, ich habe auch Angst.
- 1:42:08Gott sei Dank mache ich das nicht kontinuierlich und regelmäßig,
- 1:42:10weil sonst hätte ich wirklich das Wort "Defizitproblem".
- 1:42:14Wo passt Wein gar nicht?
- 1:42:17Ich muss sagen, ich habe jetzt im Laufe der Zeit wirklich gemerkt,
- 1:42:19dass wenn ich nach dem Feierabend mal durchstabe und vielleicht noch jemanden treffe,
- 1:42:24im Anschluss in der Freundschaft, das ist mich da ganz hofft,
- 1:42:27da habe ich das erst mal ein Dostlöscher Bier brauche.
- 1:42:29Und dann kann ich weinen.
- 1:42:33Manchmal findet man auch Wein gegen Durst.
- 1:42:36Das passt schwierig.
- 1:42:38Man kann es machen, aber es ist dann irgendwie spätestens nach dem zweiten Glas,
- 1:42:43dann zeigt man Reue, weil man sagt, oh, boom.
- 1:42:46Genau, das ist mit dem Bier anders.
- 1:42:48Das merke ich immer wieder, dass das gerade so, das ist das gerne als Alternative.
- 1:42:53Ist natürlich fatal, dass die Freundschaft mehr oder weniger fußläufig von hier entfernt ist?
- 1:42:57Ja, definitiv, das stimmt.
- 1:43:00Aber es kommt immer zu Phasenweise.
- 1:43:04Wenn die Gastrowelt trifft sich, oder wenn man weiß, dass sich alle da am Ende noch treffen,
- 1:43:09dann geht es um die Parte.
- 1:43:12Muss nicht jede Parte mitnehmen?
- 1:43:14Nein, auch dem Aussehmärter bin ich Gott sei Dank raus.
- 1:43:17Was würdest du mit Wein niemals tun?
- 1:43:22Gibt es irgendwas, wo du ethische oder mentale Grenzen hast, wo du sagst,
- 1:43:27ich bin nicht der Schorletyp oder diese Nummer mit den Eiswürfeln
- 1:43:31oder schütte eure Kohle selber rein oder sagst du,
- 1:43:35wenn ihr glücklich werdet, ist das mein Glück und ich mache alles, was ihr wollt.
- 1:43:41Ja.
- 1:43:44Es ist immer so eine Sache mit diesen Weinduschen.
- 1:43:49Beim Champagner ist es ja immer noch sehr klassiker bei der Formel 1
- 1:43:52oder generell der große Trenn des Sebelns.
- 1:43:57Bei Wein kann ich mir das gar nicht vorstellen.
- 1:44:00Da jetzt noch an der Stelle.
- 1:44:03Es ist immer noch ein Lebensmittel an der Stelle.
- 1:44:07Also die ganzen Nummern sammieren bist du nicht dabei?
- 1:44:11Ach doch, schwierig.
- 1:44:14Ich würde jetzt gar nicht so viel Gedanken darüber machen.
- 1:44:19Das kann man vielleicht auch gar nicht so werden.
- 1:44:22In den Westen sind hier auch 10 Flaschen und alle siebenden einmal.
- 1:44:27Also das ist klassiker.
- 1:44:30Hast du aktuell noch Ziele, Wünsche oder einen Vorhaben, wo du sagst,
- 1:44:34das möchte ich hier im Zollhaus, das möchte ich irgendwie noch umsetzen, machen, planen?
- 1:44:41Ich glaube, die Reise ist nie zu Ende an der Stelle,
- 1:44:45was irgendwie Planung oder ob es jetzt eine Weinkarte ist
- 1:44:50oder du weiter das Personal noch mit involvierst an der Stelle
- 1:44:55oder gerade auch zum Thema Wein einfach weiterbildest.
- 1:44:59Aber ich glaube, das ist ein ewig haltender Prozess an der Stelle.
- 1:45:03Aber gerade auch nach dem letzten Jahr, ich muss sagen,
- 1:45:06ich habe ganz wenig Zeit überhaupt gehabt, um das alles zu realisieren,
- 1:45:11was letztes Jahr passiert ist, weil es auch wirklich in so einem Galopp
- 1:45:15von Statten gegangen ist, dass ich gedacht habe,
- 1:45:20ich habe irgendwie Weihnachten da nochmal so einen Augenblickruhe darüber nachzudenken,
- 1:45:23der ist dann ausgeblieben, das ist eigentlich generell.
- 1:45:26Und jetzt merke ich so, jetzt ist es schon wieder Februar.
- 1:45:28Und wenn du mich fragst, wann hast du das letzte Mal Wein zu Hause getrunken,
- 1:45:32sage ich dir irgendwie Weihnachten und Heilige Abend, das ist schon verrückt.
- 1:45:35Ist das irre, oder?
- 1:45:36Ja, also das ist wirklich so, da habe ich es jetzt gerade wieder selber gemerkt.
- 1:45:39Das ist vielleicht auch so der Safe Point, wo man sagt.
- 1:45:41Also da steht auch immer noch eine Magnumflasche, wo so ein bisschen,
- 1:45:43weil also Sekt drin ist, das steht da seit, stimmt, das wäre ein Punkt,
- 1:45:48aber das ist nicht mal leer, also an der Stelle, das ist schon, ja.
- 1:45:52Aber das ist auch gesund, du musst das auch machen, das geht halt also.
- 1:45:55Ja, ich finde, man braucht Orte, wo man einen Abstand hat,
- 1:45:58wo man sich einfach so zurückziehen, das wahrscheinlich auf der einen Seite garten,
- 1:46:02aber eben auch, wenn das zu Hause ist, dann konnten Gäste bei mir auch nie verstehen,
- 1:46:08dass ich gesagt habe, nein, ich trink zu Hause ganz, ganz selten, ich trink halt auf Arbeit,
- 1:46:12also da probier auf Arbeit, da halt, und zu Hause, da brauche ich das in dem Augenblick nicht.
- 1:46:18Das ist wahrscheinlich so diese andere Ausgleich.
- 1:46:20Und bei den meisten Gästen ist es ja so, dass die auf Arbeit nicht trinken,
- 1:46:24aber halt zu Hause.
- 1:46:26Das ist halt total, alles anders, ne, eine Stelle.
- 1:46:29Bei uns geht der Arbeitstag los, du bereitest die Weine vor für die Weinbegleitung,
- 1:46:33da hast du ja schon mal, also, ne, das passiert ja manchmal sogar noch vor dem Kaffee,
- 1:46:38wenn du kein Kaffee zu Hause getrunken hast an der Stelle.
- 1:46:40Kann bei mir, wenn keine Milch wie heute früh im Haus ist, auch mal passieren,
- 1:46:44dann trink ich halt kein Kaffee zu Hause.
- 1:46:47Wenn du noch eine Chance für ein Wein-Speisen-Match hättest, also du hättest keine Ahnung,
- 1:46:52letzter Tag oder keine Ahnung, du, du durftest ja nach keinem Wein mehr trinken,
- 1:47:00also rein fiktiv, welche Wein-Speisen-Kombi hättest du?
- 1:47:04Also was würdest du deinen Gästen servieren, was würdest du offerieren, welche Speise, welche ...
- 1:47:09Ach so, ich dachte für mich selber oder für die Gäste, okay, das ist nochmal ein Unterschied.
- 1:47:12Ach du.
- 1:47:14Ich glaube, was das letzte wäre, ich glaube, ich würde es definitiv so aussehen,
- 1:47:23dass ein Riesling im Glas landen würde und der Riesling wahrscheinlich den Hauptgang so begleiten würde,
- 1:47:32dass es einfach alle sagen würden.
- 1:47:34Das Thema, was ja ganz oft auch im Raum steht, dass der Riesling früher viel mehr Wert hatte als der Bordeaux-Wein
- 1:47:40und dass das der große Weinungs- und dass das ja eigentlich immer so unser täglich Brot,
- 1:47:44oder zumindest hier das tägliche Brot auch ist, zeigen, dass das nicht nur Süßweine sind,
- 1:47:48sondern dass es auch unfassbar tolle, komplexe, elegante große Weine sind mit Herkunft, wo du sagst,
- 1:47:54so das kann auch locker zum Hauptgang gehen an der Stelle.
- 1:47:57Also das habe ich jetzt glaube ich, das wäre wahrscheinlich bei mir etwas, was für Sie noch steht.
- 1:48:02Welche Speise?
- 1:48:03Ach welche Speise.
- 1:48:05Also wer ist unbedingt eine von Marco Müller oder das Erstmausen vor?
- 1:48:11Also ich finde so Köche, die einem begleiten, Köche, die man selber begleiten kann, die prägen einen schon unfassbar.
- 1:48:16Mir geht es halt ganz oft, dass ich, wenn ich da etwas raus zitieren möchte, kann, darf, muss,
- 1:48:21dann fall mir automatisch immer intuitiv von meinen Köchen in dem Sinne die Gerichte ein.
- 1:48:27Aber es ist bei dir auch so, also hast du das?
- 1:48:29Das ist sicherlich irgendwie in die Fischrichtung an der Stelle, das könntest du super gut machen.
- 1:48:33Wir haben gerade ein Gericht mit drin, was den Längenfisch beinhaltet, wo Krabben, Muschel mit dabei sind,
- 1:48:40ein bisschen Sauerkraut an der Stelle, eine super elegante Soße noch mit dazu.
- 1:48:45Da ist halt einfach, wir haben zwar gerade Schaumball mit dazu, aber Riesling würde das auch sehr gut verkraften an der Stelle,
- 1:48:50was einfach so ein Butterrückhalt hat an der Stelle.
- 1:48:54Es ist, ja, sofort, also gar keine Frage drin.
- 1:48:58Aber auch einfach super perfekt garter Fisch, Nussbutterpüree, es gibt ja ein bisschen Trüben im Zoon,
- 1:49:06aber es ist auch heute reingegesgefordt.
- 1:49:08Aber ich lege pläne.
- 1:49:09Ja, sehr, ja.
- 1:49:11Findest du, Wein ist eher was für den Moment für einen selber zum Sitzen, zum Probieren oder es ist mehr ein Feierelement?
- 1:49:19Hm.
- 1:49:21Also kann man mit Wein feiern? Findest du so groß tanzen, trallala und dann Wein?
- 1:49:27Auf jeden Fall, ja.
- 1:49:29Okay.
- 1:49:31Morito überlebe ich nicht.
- 1:49:33Ich würde das tanzen komisch, ne?
- 1:49:36Ja, so.
- 1:49:38Und dann Wein? Also sollte man da auch nicht an Qualität sparen oder ist es, dass man dann,
- 1:49:44das dann wasted money oder wasted experience ist, wenn man sagt man, man nimmt den zuguten Wein dafür?
- 1:49:50Ach, du ganz ehrlich. Also ich finde da, wir haben so tolle Qualitäten und wenn du ein bisschen die Augen aufmachst auf dem Weinmarkt,
- 1:49:57gibt es ja wirklich, ich muss jetzt sagen, wirklich, also ich habe da auch gar keine Scheu.
- 1:50:03Es gibt unterschiedliche Trinkfenster und ich finde, ich muss auch nicht alle immer damit überfordern, auch im Freundeskreis.
- 1:50:11Ich habe das ganz oft, dass die sagen, oh, der Graubugunder aus dem Liter, der gefällt mir jetzt gerade eigentlich viel besser und der Riesling.
- 1:50:17Da kommen wir noch drei Eiswürfel mit rein, als wenn ich jetzt aus der Magnum einen Riesling von der Mose,
- 1:50:23was vielleicht ein bisschen restlösend noch mit drin ist, das verstehen die, möchten die denn auch gar nicht,
- 1:50:28aber wenn man die Fenstern ist, dann ist das auch okay. Aber trotzdem kann ich unfassbar tolle Partys mit den Leuten feuen.
- 1:50:34Also von daher, Wein geht auf jeden Fall, jeder hat halt seine Art und Weise das zu machen,
- 1:50:39die haben sicherlich alle schon viel dazu gelernt, aber ich muss da auch keinem belehren.
- 1:50:43Also ich weiß ja nicht, ich habe dann mein Glas und weiß, damit habe ich für mich selber ganz viel Spaß und fertig.
- 1:50:48Gibt es für dich ethische Grenzen, also wo du einfach sagst, entweder hier im Restaurant, wenn jemand kommt und sagt,
- 1:50:54keine Ahnung, rot, lieblich, einfach, dass du sagst, nee, sowas nehme ich nicht auf die Karte, auf der einen Seite
- 1:51:02oder auf der anderen Seite, wenn du selber Wein trinken musst, dass du sagst, never ever.
- 1:51:10Ja, wenn es mich nicht abholt und ich das Weinangebot nicht trinken möchte und es nicht nur darum geht,
- 1:51:16dass ich mein Durstlöscher an der Stelle, dann verzichte ich und trink lieber in der Hoffnung,
- 1:51:24dass der Zapf fahren fließt, ein frisch gezaftes Bier oder trink auch einfach mal ein Wasser aus.
- 1:51:29Gibt es nach oben Grenzen? Also wo du sagst, ich würde niemals, also nicht nur selber, das oder so viel Geld dafür ausgeben,
- 1:51:36sondern ab dem Segment ist es für mich unmoralisch, dass man so viel Geld für Wein ausgibt oder dass man...
- 1:51:44Ja, habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken darüber gemacht, weil ich in diese Situation noch nie gekommen bin,
- 1:51:49dass ich unmoralisch viel Geld für Wein ausgeben kann.
- 1:51:52Hm.
- 1:51:53Nein, also...
- 1:51:54Sammelst du Wein?
- 1:51:56Ich habe einen relativ, nein, ich habe schon einen großen Storage-Schwambert zu Hause, aber ich würde es jetzt nicht sammeln.
- 1:52:05Es sind Flaschen, die mich begleiten zu unterschiedlichen Phasen meines Lebens, wo ich sage, ich packe Flaschen weg an der Stelle.
- 1:52:14Hm. Ja.
- 1:52:15Kommst du beim Nacharbeiten hinterher? Also ich finde es persönlich manchmal ganz schwierig,
- 1:52:22alle Flaschen, die man trinken möchte, auch zu trinken, also zu Hause da.
- 1:52:28Und so manches Mal denkt man, boah, jetzt sind die noch oder die noch oder ich habe auch ganz viele Gäste und Kunden,
- 1:52:34die haben dann irgendwann einen viel zu großen Weinbestand für das, was sie eigentlich schaffen oder noch verarbeiten können.
- 1:52:41Also spätestens seit Corona muss ich sagen, bin ich...
- 1:52:45Einmal aufgeräumt.
- 1:52:46Ja, das auch, einmal aufgeräumt, genau.
- 1:52:49Und ich muss auch sagen, ich hatte extremer Angst, weil ich wirklich auch ein, zwei Menschen kenne, die wirklich nicht mehr riechen und schmecken können an der Stelle.
- 1:53:00Dass ich wirklich Angst habe, dass ich diesen Beruf nicht mehr ausgeben könnte an der Stelle.
- 1:53:07Und das wäre für mich wirklich mit das Größte und Schlimmste, dass wenn ich nicht mehr richtig riechen und schmecken könnte,
- 1:53:13das würde schon extrem viel in meinem Leben ausmachen.
- 1:53:18Krass, ein Nummer, oder? Also es war auch meine Angst.
- 1:53:21Ja.
- 1:53:22Die ganze Story war es ja nicht. Also als Erkenntnisse dann mit einmal präsent wurden, dass man, wenn man an Corona erkrankt ist,
- 1:53:32eventuell komplett seinen Geschmack, seinen Geruch verliert und ich dachte, boah, es ist ja als wenn du ein Klavierspieler hier hinten abhackst.
- 1:53:38Genau.
- 1:53:39Man hat keine Chance, keine Möglichkeit. Man kann natürlich nur aus seinem Wissen, seiner Erfahrung heraus agieren.
- 1:53:43Man hat es situativ manchmal, wenn man stark erkältet ist, wo man natürlich auch nicht arbeiten sollte, wenn man natürlich kein Ansteckt,
- 1:53:50aber trotzdem dann hin wieder in Situationen hat, wenn es anfliegt, wo man sagt, jetzt rieche ich nichts mehr.
- 1:53:55Und das war auch meins, wo ich dachte, wenn dich das jetzt irgendwie, und ich habe da auch einige bekannte, auch Gäste,
- 1:54:03in eine Weiberkommar wahrscheinlich öfter als in einem drei Sternerestaurant, deswegen hatte ich die gelegentlich öfters bei mir
- 1:54:11und die auf dem Weg begleitet, wieder Wein zu schmecken oder Wein zu riechen und eben auch deren Verzweiflung dann irgendwo gemerkt.
- 1:54:19Also wie viel das mit einem Menschen macht, wenn man nicht mehr riecht, nicht mehr schmecken kann, wie Intuiti oder wie essentiell das dann eigentlich auch ist.
- 1:54:27Da ja, ja, ja, teile ich das.
- 1:54:29Also total, also ich finde, dafür muss man wirklich immer wieder einfach dankbar sein, dass man gesund ist, dass man, dass das alles genauso funktioniert
- 1:54:37und ich das machen kann, was mich glücklich macht. Das ist finde ich super, super wichtig.
- 1:54:42Und seitdem muss ich auch wirklich sagen, ich habe eine Zeit lang immer so dieses Schoen, so die Flasche muss ich jetzt noch auf der Weinkarte irgendwie halten,
- 1:54:50weil die ist jetzt da unter, das ist ja dann immer, man fühlt sich ja dann immer wie mein Schatz, aber nee, gar nicht.
- 1:54:56Also ich bin froh über jede Flasche, die ich probieren darf, kann und dadurch, dass die Weinwelt ja so ist, wie sie ist, wird das auch.
- 1:55:04Also du weißt, es gibt einzigartige Momente an der Stelle, aber es gibt auch immer wieder noch viele neue Sachen, die du einfach, wo noch viel dazu kommt im Import
- 1:55:14und all das, was man probieren kann, glaube ich, und man das wach und konzentriert tun kann, das ist super.
- 1:55:23Also von daher werde ich da keine Chance mehr an der Stelle mit auslassen an der Stelle.
- 1:55:27Hast du persönlich eine Weintrinkerkarriere, also wo du sagst, ich habe damit angefangen, mit dem Ausbaustil, keine Ahnung, fettrot, 19 Volumenprozent und bin dann zwischendurch zum klaren Silvana und dann irgendwann Riesling, Kaby, Tra-La-La, kannst du es bei dir beobachten?
- 1:55:41Nee, also ich wurde schon in der Ausbildung immer liebevoll genägt für die Affinität für Spätbeugner.
- 1:55:52Es war genau so in der Zahl, also ich weiß nicht, noch in der Ausbildung, es kam gerade so die ersten Black Prince, gerade weil es ja auch da eine deutsche Weinkarte war im Bundestag, oder war halt immer so diese kräftigen konzentrierten Weine mit drin und ich habe schon immer gesagt, ich finde den Spätbeugner super, hat er der Stelle.
- 1:56:10Also es hat sich aber nach wie vor nicht geändert, dass ich einfach Spätbeugner unfassbar toll finde, auch mit der Mischung.
- 1:56:16Spätbeugner oder Pinot Noir oder Oversea oder...
- 1:56:20Oversea weniger, also es ist wirklich dann auch natürlich erstmal Deutschland Spätbeugner und der Pinot an der Stelle, definitiv.
- 1:56:27Gibt es für dich einen Wein-Land, vielleicht Außer-Portugal, wo du sagst, ihm sollte man mehr Beachtung schenken, das wäre...
- 1:56:36Ich durfte jetzt zwei Reisen mit nach Griechenland machen, Griechenland ist unfassbar, das ist genau...
- 1:56:43Wahnsinn, ne?
- 1:56:44Das ist ein Koloss neben Portugal, was da stattfindet, was dafür Wahnsinns, Weine schlummern, das ist gigantisch, richtig, richtig gut.
- 1:56:54Gibt es für dich eine totale Overrated Geschichte, wo du sagst, total, also eigentlich affig, dass man so viel Wert auf diese Art von Wein oder hat doch jedes seine Berechtigung.
- 1:57:05Ja, es hat alles seine Berechtigung an der Stelle. Es gibt die einen, die feiern das total und die haben auch das nötige Kleingeld, das genauso auszugeben, das brauchst du auch.
- 1:57:14Da möchte ich mich gar nicht so weit aus dem Fenster hängen, weil es ist wie in der Automobilbranche oder in der Haife-Geschichte.
- 1:57:25Es gibt Menschen, die bereit sind, ganz, ganz viel Geld für Sound auszugeben, es sind Menschen bereit, ganz, ganz viel Geld auszugeben für gewisse Automobile und es sind Menschen bereit, ganz, ganz viel Geld für gewisse Weine auszugeben.
- 1:57:41Und ich finde, da möchte ich mir gar nicht anmaßen an der Stelle, es hat alles an der Stelle, es ist gewisch.
- 1:57:46Erratst dich, wenn Wein verkommensialisiert wird? Also wenn man jetzt ein Wein, keine Ahnung, als Anlage nimmt, als Spekulationsobjekt, als viele sind da ja regelrecht erbost rüber, dass es begund dermaßen.
- 1:57:57Also das ist keine Ahnung, Romier jetzt mit einmal von 60 Euro auf 600 Euro schießt und derjenige, der ihn gerne trinken möchte, ihn sich nicht mehr, vermeintlich nicht mehr leisten kann, darf möchte oder keine Ahnung, prümmen oder was auch immer,
- 1:58:12dass die Weine oder der berühmte G-Markt, das ist da, lokale gibt die da eben 3, 4.000 Euro für aufrufen. Findest du so wahrscheinlich verwerflich oder sagst du, hey, ist das Markt oder ist es ...
- 1:58:25Es ist halt immer wieder die Frage, inwieweit es auch, natürlich bringt es dir in dem Augenblick natürlich, es ist super, was es alles für Preise erzählt und da kann der deutsche Weinbau natürlich auch froh sein, dass so eine Ergebnisse erzielt werden.
- 1:58:38Es ist halt immer nur die Frage, ob sie dann weiter auch getrunken werden, ne, weil so ein Verkommensialisierter. Danke.
- 1:58:48Das führt ja auch oft dazu, dass so ein Brand auch sterben kann an der Stelle, ne. Ich glaube das Wichtige ist, dass die Flasche halt am Tisch steht und dass sie halt auch getrunken wird und dass die Menschen das wahrnehmen.
- 1:58:59Die Marke, weil was bringt dir das, wenn du noch weitere, sich XY-Weine da stehen hast, aber die dann beim Händler oder nicht beim Händler beim Endverbrocher im Keller liegen. Das ist schön.
- 1:59:11Da hat er, ne, im Idealferwurzeln irgendwo bei Sosselbees weiter versteigert, aber ...
- 1:59:17"Winster von der Mosel" hat das mal erwähnt, sagte, ich finde das ganz toll, was für ein Erfolg wir haben, aber ich finde es schade, dass wir in keinem Restaurant mehr genossen werden.
- 1:59:26Ich finde es schade, dass wir als Gelddruckmaschine geh- und missbraucht werden, was natürlich toll ist, weil Leute Geld dafür ausgeben oder viel Geld oder unmoralisch viel Geld, aber wir werden nicht mehr, wir sind nicht mehr greifbar für die Menschen.
- 1:59:43Das ist eigentlich fast das Schlimmste, was so ein emotionales Produkt wie Wein passieren kann, wenn es ...
- 1:59:49Genau, das würde ich eigentlich als ... Ja, so ist es.
- 1:59:53Es muss gelebt werden, es ist Emotion, also Wein, der nicht ausgeschenkt wird. Natürlich weiß es nicht, dass man jetzt permanent Baby Mode bittet gehen sollte, aber es ist ja trotzdem etwas, was geschmeckt, du war gesprochen wird.
- 2:00:08Es ist doch viel ... Ja, was ganz anderes.
- 2:00:11Bist du eher im Team Reif oder Jungeweine? Also magst du so Weine aus den 60er, 50er, 70er-Jahren, irgendwelche Rieslinge oder sonstiges, oder findest du das schwierig?
- 2:00:23Gereifend Riesling, finde ich schon toll, gar keine Frage, aber es ist jetzt ... also ich trinke jetzt nicht regelmäßig 50er und 60er Jahre, das auf gar keinen Fall, also das nicht, so no way, gar nicht.
- 2:00:35Und wann findest du, ist immer schwer zu pauschalisieren, aber hat ein Riesling so seine Blütephase, wenn du für mich auch so ein großes Gewächs nimmst, sollte man in den ersten 3, 4 Jahren oder mit 10 Jahren oder ...
- 2:00:49Ich finde schon, dass du ... du hast halt die ersten 2 Jahre, wo es zeigt und sich dann natürlich nochmal verschließt und dann aber so nach 10 Jahren ist es halt immer, also ich finde so 5 bis 6 Jahre und dann geht es halt wieder richtig los, das ist schon schön.
- 2:01:02Also wir versuchen das auch wirklich kontinuierlich hier einzuhalten, dass die GGs erst darauf kommen, wenn sie 4 Jahre alt sind an der Stelle und das nicht vorher machen, was definitiv schmeckbar ist auch an der Stelle.
- 2:01:14Ich hatte das Empfinden, dass die Weine weniger, wie kann man das sagen, weniger lebhaft insofern geworden sind wie früher, wo man das Gefühl hatte, man hat natürlich eine primäre Aromatschephase, man hat eine Pubertät, wo man sie nicht trinken kann, ich hatte bei Bordeaux oder teilweise Rieslinge, dieses extrem verschlossene, das gibt es nicht mehr oder täusche ich mich da.
- 2:01:38Ich glaube, dass sich da auch ganz, ganz viel einfach weiterentwickelt hat, ich glaube, dass da auch die ewige ... Nein, Entschuldigung zurück, so wie sich alle Menschen weiterentwickeln im Idealfall und man dazu lernt und so wie die Schommelges das auch machen, das ist ja beim Winzer und der Winzerin genau das Gleiche.
- 2:01:59Die sind ja auch am Gucken, wie sie sozusagen mit jedem Jahrgang etwas Optimales Neues auf die Flasche bringen. Da hat sich natürlich auch das Verhalten in den ganzen Weinkellertechniken schon auch noch mal verändert, ob vielleicht dann am Anfang an der Stelle eine Phase hat, wo alle extrem viel noch geschweffelt haben und es soll jetzt kein Schwefelbashing sein an der Stelle, aber das da vielleicht auch einfach sich noch viel mehr besser auch einfach eingepäckt hat.
- 2:02:28Das Gleiche Zeitpunkt, man es macht, wie es sich dann am Ende sozusagen auf der Flasche auch präsentiert, das finde ich schon, also da entwickelt sich ja alles weiter und auch die Hefen, die eingesetzt werden, das Puro, das Wein, das alles wieder spült.
- 2:02:47Ich glaube, da hat sich auch einiges getan und deswegen ist es auch, viele Wein sind natürlich jetzt nicht nur dafür raus ausgelegt, dass sie jetzt einfach den nächsten 25 Jahre wegelegt werden.
- 2:02:57Also das hat sich, glaube ich, auch gedreht, dass die Menschen halt einfach auch jetzt nicht mehr 25 Jahre warten wollen und 25 Jahre Kapital binden möchten. Also, no.
- 2:03:07Es gibt halt nur noch ganz, ganz wenige, die das an Geld mit in die Hand nehmen an der Stelle.
- 2:03:12Soll man Wein verschenken? Also, findest du, das ist ein gutes Geschenk oder?
- 2:03:16Ja, ich mag das sehr. Ich verschenke gerne Wein.
- 2:03:18Okay, und woran machst du das fest an Wein, die dir selber gefallen oder stellst du dir vor, was dem anderen gefallen könnte?
- 2:03:25Genau.
- 2:03:26Und suchst du die Geschichte dabei?
- 2:03:27Die Geschichte und auch, ich glaube auch, ich habe oft, wenn ich Wein verschenke, sind die Menschen auch wirklich sehr, sehr dankbar, weil die wissen, dass sie halt, dass mir sicherlich Gedanken darüber gemacht habe, was ich mir für ein Bein mitbringe oder einfach ihnen auch zeigen möchte, was es tolles gibt,
- 2:03:41was sie vielleicht noch gar nicht probiert haben an der Stelle oder eigentlich sonst immer so ihr absolutes Trinkfenster haben, wo nichts anderes reinkommt.
- 2:03:50Ja, das habe ich oft, ja.
- 2:03:52Und fragst du danach, also fragst du dann, ob die oder möchtest du am liebsten Flaschen mit denen zusammendrinken oder möchtest du im Moment dann auch mitschenken, dass das...
- 2:03:59Ich habe oft das erlebt. Die Flasche wird dann immer beiseite gestellt. Also, es gibt natürlich manchmal auch so Geschenkflanschen, wo ich dann sage, so, die habe ich mitgebracht, dass wir sie trinken und die kannst du gerne als Geschenk beiseite stellen.
- 2:04:08Ist es frech, wenn man das macht oder solltet? Da bin ich immer so ein bisschen unsicher. Also manchmal wünschte ich mir, ich könnte es machen, weil ich mir natürlich bei dem...
- 2:04:16Man sucht sich immer die besondere Flasche und dann möchte man die gerne mitprobieren. Ich bin da immer so, ich weiß, soll ich da jetzt sagen, auch macht die da auf und dann oder...
- 2:04:26Ja, ganz schlimm finde ich, finde ich, aber dann, wenn die Flasche wieder mitgenommen wird, das geht gar nicht.
- 2:04:31Ich habe eine Flasche mitgebracht und ach ja, haben wir nicht getrunken, nehme ich jetzt wieder mit einem "Nee". Nein, also ich würde es immer so machen, eine Flasche fürs gemeinsame trinken und eine Flasche fürs...
- 2:04:42Sehr gute Idee.
- 2:04:43Das ist so, da bist du auf der Sicherhand, Alter. Aber bei der anderen auch wirklich sagen, sie müssen wir jetzt die ganze schon mal aufmachen, bitte schön.
- 2:04:50Ich auch sicher, wenn man nicht weiß, was einen erwartet in dem Kühlschrank, wo man hin kommt.
- 2:04:55Findest du es persönlich wichtig, neben deiner eigentlichen Arbeit hier, was für die Weimwelt zu tun, also keine Ahnung zu publizieren, es gibt ja viele, zumindest die Schreiben oder sagst du, es ist eine Grenzüberschreitung, dass man seine Aufgabe im Restaurant hat und sich da konzentrieren sollte.
- 2:05:13Es gibt halt, finde ich, so zwei zweilei Ansichten dabei und ich weiß nicht, was richtig oder was falsch ist, wahrscheinlich gibt es keinen Richtig oder kein Falsch.
- 2:05:19Ich finde es bei den Ärzten zum Beispiel gut, dass die regelmäßig publizieren müssen. Zum einen, um andere weiterzukriegen, Gedanken auszutauschen, einen Abgleich vorzunehmen, sich selber zu entwickeln, mit der Sache auseinanderzusetzen und ihm nicht immer nur so sein Daily Work dann zu hängen.
- 2:05:37Auf der anderen Seite kann es ja so sein, dass man seine eigentlichen Aufgaben dadurch dann vielleicht vernachlässigt.
- 2:05:45Es gibt ja auch genügend Kollegen, die halt mehr irgendwo in XY Shows unterwegs sind und gar nicht mehr im Restaurant stehen. Daher, wie siehst du das?
- 2:05:56Es macht wie immer der Mix, macht es aus. Das ist wie wenn du nur auf Instagram unterwegs bist und auf den sozialen Medien. Ich glaube, dadurch kriegst du das Restaurant auch nicht nur voll.
- 2:06:08Das funktioniert nicht. Aber du musst eine gewisse Präsenz haben, du musst auch ein gewisses B2B-Leben an der Stelle, das finde ich in der gastronomischen Welt, du auch wahrgenommen wirst, du auf Verkostungen.
- 2:06:21Ich überlege, wie kontinuierlich ich schon zu den Verkostungen ganz brav schon immer gelaufen bin und immer probiere und mache und tue.
- 2:06:29Es gehört aber einfach dazu, dass du dich einfach kontinuierlich weiterbildest und ein stetiges Probieren funktioniert es halt nicht, dass du immer aufzack bist und weißt, was jetzt gerade Phase ist an der Stelle.
- 2:06:41Ich finde wirklich, dass es immer noch mal was anderes, ob du vor Ort bist oder nicht da bist. Ich finde es ganz, ganz wichtig, dass es auch funktionieren muss, wenn man mal nicht da ist.
- 2:06:53Aber es ist natürlich auch wichtig, dass alle diese Philosophie leben an der Stelle. Also wir machen das wirklich sehr kontinuierlich, auch wenn ich nicht da bin.
- 2:07:02Aber alle Weine werden zusammen probiert, besprochen, meinen Blickwinkel auf das Gericht mit der Kombination des Weins.
- 2:07:10Ich kann dir hier jeder im Haus sofort sagen zu jedem Gang und da habe ich seitdem, wir das so machen, eigentlich ein sehr gutes Gefühl mit drin.
- 2:07:18Aber ich weiß auch, es gibt einfach Sachen, die müssen stattfinden. Manchmal muss auch ein gewisser Egoismus walten.
- 2:07:25Wie eine Weinreise nach Griechenland, wo ja auch der Gast letztlich erwartet, dass man mal da war, dass man in Spanien, mal in Riocha oder in Bordeaux.
- 2:07:34Und man kann natürlich vieles im Urlaub an freien Tagen, aber eben nicht immer das dort machen.
- 2:07:40Wenn man natürlich dann auch den Abstand, den Ausgleich braucht und hast dann wahrscheinlich manchmal die Tage, wo du hier nicht zugegen bist, was aber auch schwierig ist.
- 2:07:47Weil der ja eigentlich der Weinster. Und ich mache auch schon wirklich viel in meinem Urlaub, aber jetzt zum Ende Februar ist jetzt von Ende Januar eine Reise verschoben worden in die Toskana.
- 2:07:57Das ist Montag und Dienstag, aber ich weiß, es ist ein Programm, was elementar sein wird für mein Weinverständnis, was das Chiantigebiet angeht.
- 2:08:09Es wird einfach monumental sein. Es wird einfach ein extremen Sprung für mein ganzes Weinverständnis machen.
- 2:08:16Es ist einfach auch wichtig und sich gerade täglich mit den Menschen auseinanderzusetzen und sie auch teilhaben zu lassen an dem Wissen und dem Gelebten.
- 2:08:27Das brauchst du ja, weil wir vergessen ja oft, dass wir ja auch einfach, wir sind ja so übergreifend für so viele Themen verantwortlich,
- 2:08:36das Gästeklientel, was zu dir kommt, das unterhält sich, wo es Urlaub macht, was es für Weinreisen macht, die machen das ja auch alles parallel.
- 2:08:43Und es wird natürlich auch erwartet, dass man in dem kleinen Dorf südwestlich von Siena unbedingt mindestens auch zwei Wochen verbracht hat
- 2:08:50und genau dem Pool an der Ecke links, rechts kennt und da natürlich als kompetenter Ansprechpartner dort letztlich auftreten kann.
- 2:08:57Das ist manchmal der Brückenschlag, was das Ganze so schwer macht und Mut zur Lücke ist zwar wichtig, aber nach der dritten Lücke ist es irgendwie doof.
- 2:09:04Genau, nein, und du wirst es einfach. Also ich glaube, da ist es immer gut, dass man da auch wirklich viele Sachen auch mit,
- 2:09:08auch gerade mit internationalen Gästen, gestern hatte ich auch wieder Gäste und die kamen aus Kalifornien
- 2:09:13und konnte halt von meinem Ausflug letztes Jahr nach Kalifornien in Snappa Valley berichten.
- 2:09:18Und es ist halt einfach, ich bin für so eine Sache, für so eine Momente super dankbar, weil das brauchst du auch einfach.
- 2:09:23Also dafür liebe ich den Beruf auch einfach, dass ich so was machen kann und so was kennenlernen kann
- 2:09:28und dadurch die Welt sehe, mich mit Menschen austauschen kann und trotzdem ja, eine gute Zeit habe. Super wichtig.
- 2:09:37Möchtest du ein Buch schreiben?
- 2:09:39Oder ein Film machen? Oder hast du da in diese Richtung irgendwas, wo du sagst?
- 2:09:45Habt ihr du nachgedacht?
- 2:09:46Du bist jetzt noch nicht.
- 2:09:47Wahrscheinlich, weil der ICE gerade so schnell fährt.
- 2:09:49Dass man da gar nicht sagt, dass es irgendwann irgendwann mit der langen Weile kommt, wo man sagt,
- 2:09:52"Du, eigentlich das wollte ich noch mal winzerin werden. Also willst du selber mal ein Wein machen?"
- 2:09:57Oder kannst du dir das vorstellen, würdest du das zutrauen?
- 2:10:00Oder sagst du, Schuster bleibt bei deinen Leisten und hey, das können die anderen?
- 2:10:05Genau, ich glaube, ich glaube, ich verkaufte den Wein und mache dir das Wine pairing dazu.
- 2:10:10Und ich gerne in Kooperation und mit der Idee, aber das Know-how, was die Winzer da mit draufbringen,
- 2:10:19ich merke, ich glaube, ich bin da auch ein bisschen kälter empfindlich.
- 2:10:24Also es war ganz, also Clemens zum Beispiel, hat seinen Wein Praktikum jetzt bei Clemens und Rita Busch gemacht.
- 2:10:32Der hatte die ganze Zeit T-Shirt-Wetter dort.
- 2:10:35Als ich dort war, waren es zwei Wochen, drei Schichten und Glühwein an der Stelle.
- 2:10:40Und ich muss sagen, ich habe jeden Augenblick darauf gehofft, dass die Sonne über die Marie,
- 2:10:45wo blitz damit so ein Ticken wärmer wird und ich wirklich so gemerkt habe, wo meine Finger, die sterben gerade.
- 2:10:52Das finde ich auch so hart, Kors.
- 2:10:54Ich habe gerade eine ehemalige Mitarbeiterin zum Wein gut geschickt, zwei Wochen.
- 2:10:59Und dann auch minus 7, 8 Grad. Sie mag Kälte. Sie liebt Schnee über alles.
- 2:11:03Und sie hat gesagt, bitte, lass es wärmer werden. Daher ist es schon in dem Bezug eine harte...
- 2:11:08Aber gut ausgestattet, aber wirklich so...
- 2:11:10Ja.
- 2:11:11Mit der Präzision und mit den Fingern. Du musst an einem gewissen Geschwindigkeit arbeiten.
- 2:11:14Es ist nicht nur "Sommelier, guck'n schön" hier, Haar, Fotos.
- 2:11:18Also wenn du wirklich so wirklich bedruckt, dass du auch mit dem Team mithalten kannst,
- 2:11:22ist jetzt auch eine Weile her.
- 2:11:24Also da habe ich für mich gemerkt, hui.
- 2:11:28Das ist so eine Frage, die ich selber auch ganz oft gestellt bekommen habe.
- 2:11:31Ob man selber irgendwann mal Wein machen möchte.
- 2:11:33Und ich habe für mich auch ganz klar definiert, nein.
- 2:11:35Also so ein Anderen machen.
- 2:11:37Und man braucht ja auch so viel Zeit, um es wirklich dann gut zu machen.
- 2:11:41Und den eigenen Vorstellungen entsprechend dann auch zu gestalten.
- 2:11:44Wahrscheinlich ist das Produkt, was dann rauskommt, ohnehin anders, als man es selber gerne hätte.
- 2:11:49Und der Garten hat mir da immer eine gewisse Devotei dann auch vermittelt, wo ich sagte,
- 2:11:53wow, so der Zyklus in einem Jahr ist so komplex und so schwierig.
- 2:11:59Was mich extrem glücklich gemacht hat in der Zeit war,
- 2:12:03dass ich wirklich, ich bin sehr früh aufgestanden,
- 2:12:06weil natürlich auch komplett meines ganzen Biorithmus ist.
- 2:12:09Aber ich war um 7 Uhr fix und alle und habe so gut geschlafen.
- 2:12:14Also wirklich einfach nur hingelegt und fertig.
- 2:12:17Also bis der Wecker wieder, also es passiert mir jetzt natürlich auch.
- 2:12:21Aber das war schon mit der frischen Luft, das hat mir schon gut getan.
- 2:12:25So ist das nicht.
- 2:12:27Aber ich glaube nicht für ein Leben lang könnte ich das in diesem Moment.
- 2:12:32Ich denke dafür muss man auch irgendwie geschaffen sein.
- 2:12:36Oder ich finde es interessant, ich habe das Gefühl, es gibt keine unglücklichen Winzer.
- 2:12:40Das macht wahrscheinlich nicht der Alkohol.
- 2:12:42Also ich habe irgendwie so ein Grundglück.
- 2:12:44Ich würde das der Natur irgendwie dann zuschreiben,
- 2:12:46dass das schon was Erfüllendes haben muss.
- 2:12:48Aber ich glaube man muss dafür dann irgendwie gemacht sein.
- 2:12:52Wenn du ein Weingut hättest, also gesetzt dem Fall,
- 2:12:54du entschließt dich doch, das wäre dann wahrscheinlich ein Portugal oder ein anderes Land, wo du sagen würdest.
- 2:13:00Das könnte ich mir vorstellen.
- 2:13:03Dann kein Weingut, kein Weingut einen lokal zu haben.
- 2:13:07Meine Weine bei meinem Restaurant aufzumachen, die Ruts dahin zu transplitzen.
- 2:13:12Ich glaube das müsste jetzt gar nicht so weit nach Portugal sein.
- 2:13:15Also ich glaube, was ich immer wieder total am Wert schätze,
- 2:13:18ich finde die Menschen in der Fall so cool.
- 2:13:20Deshalb finde ich wirklich genial an der Stelle,
- 2:13:24auch mit einfach so dieser Freude und dieses Gut drauf zu sein.
- 2:13:28Es ist schon so wie du auch gerade sagst, es ist schon sehr, ist doch mal ganz anders.
- 2:13:32Gerade so auch so immer, krummigen Berlin.
- 2:13:36Ich finde Berlin hat sich gebessert.
- 2:13:38Ja, ich finde es schon.
- 2:13:40Früher war das richtig krass.
- 2:13:42Mittlerweile habe ich heute zwei Lächeln gesehen.
- 2:13:45Vielleicht waren es Touristen.
- 2:13:47Ja, ich kann alle sprechen Englisch, genau.
- 2:13:50Aber die Falsen finde ich schon spektakulär.
- 2:13:53Also Lebensfreude, die dort gelebt wird, also auch im täglichen.
- 2:13:56Und wie auch selbstverständlich, also wie wein da nicht, dass das Happening aus Event ist,
- 2:14:01sondern wie man es einfach genießt, wie so diese Lebensqualität.
- 2:14:05Ich habe auch immer ein bisschen das Gefühl,
- 2:14:07dass man einen Schritt weiter was Genuss angeht an der Stelle.
- 2:14:11Und jetzt mal nicht nur Saumagen an der Stelle,
- 2:14:14sondern wirklich, dass da auch noch mal ein bisschen anders auch die Kulinarik mitgelebt wird.
- 2:14:18Das ist auch so einfach, auch wenn es weiter in den Süden geht.
- 2:14:21Da haben wir halt auch wirklich, finde ich mal so, dieses Nord-Süd-Gefälle.
- 2:14:25Also jetzt mal die Inseln ausgespart oben, die haben immer ein ganz anderes Standing.
- 2:14:30Aber ja, schon unterschiedlich, definitiv.
- 2:14:36Verrückt. Aber ich weiß nicht jetzt, ob ich in Feingut, nein.
- 2:14:39Also große Fragen.
- 2:15:05Selbst wenn man die Fakten kennt, 25 Hektar, über 70 Prozent Riesling, 15 Prozent Spätbegunter,
- 2:15:11kann man dieses Feingut aus Bodenheimen in Rheinhessen einfach nicht auf die Fakten runterbrechen.
- 2:15:17Es steckt so viel mehr in diesem Feingut.
- 2:15:20Seit über 200 Jahren als Familie im Betrieb wird hier Weinbau betrieben.
- 2:15:24Und interessanter und witzigerweise wurde dieses Feingut bis zur Einheirat von Roland Geo
- 2:15:31im Jahr 1970 immer von Frauen geführt, so auch von Karolin Spanier Geo.
- 2:15:36Die zusammen mit ihrem Mann Hans-Oliver Spanier in der Branche als HO bezeichnet,
- 2:15:42es geschafft hat, zwei Markenweingüter in dieser Weinlandschaft,
- 2:15:46um das auf absoluter Spitzenebene zu etablieren.
- 2:15:50Selten ist ein Weingut so imbegrifflich für Riesling, für einen eigenen Stil, für eine eigene Handschrift,
- 2:15:56für einen ganz eigenen Weingart.
- 2:15:59Selten steht eine Frau im Gleichklang mit ihrem Mann so ihrem Mann
- 2:16:04und symbolisiert eine ganz eigene Charakterdimension von Wein.
- 2:16:09Der Rote Hang, die Heimat von Karolin Spanier, die Heimat ihrer Weine,
- 2:16:14geht an einiger Produzenten, welche Hand in Hand zusammen an einem Strang gezogen haben,
- 2:16:20sei Jahrzehnten wieder als Sinnbild des typischen deutschen Rieslings,
- 2:16:25über die grenzeninaustrahlenden Qualitätsweinen, die Heimat einzigartiger Riesling-Kulturen,
- 2:16:30die unvergleichlich sind.
- 2:16:32Seit 2006 wird das Weingut von Karolin Spanier und Hans-Oliver Spanier
- 2:16:36vom zweiten Familienweingut-Buttonwelt Spanier geführt.
- 2:16:40Es gibt also kühligen Geo- und Buttonwelt Spanier als zwei getrennte Marken.
- 2:16:45In den letzten zehn Jahren wurden die Flächen erweitert,
- 2:16:47neuer Worben rekultiviert, neu beflanzt und schonend in den Ertrag gebracht.
- 2:16:51Extrem renommierte Lagen wie Hebbing, Ölberg, Petenthal, Rotenberg,
- 2:16:55wie nennt das Weingut sein Eigen?
- 2:16:57Die Bewirtschaftung erfolgt seit dem Jahr 2005 nach den Regeln des biodynamischen Weinböses.
- 2:17:03Und das, was die Weine so besonders macht, lässt sich einfach in sieen Pfakten,
- 2:17:07nicht in Worte, nicht in Beschreibung kleiden, man muss sie fühlen,
- 2:17:10man muss sie schmecken, man muss sie erleben, die Weine von Karolin Spanier.
- 2:17:14Vielen Dank für die Begleitung und vielen Dank für so besondere Weine.
- 2:17:19Und ein herzliches Dankeschön auch an die Firma Schlumberger,
- 2:17:22den Vertriebspartner in Deutschland für die Weine des Weingutes
- 2:17:25für die Unterstützung des Podcasts und die Begleitung.
- 2:17:28Ganz herzlich möchte ich an dieser Stelle bei der Schlumberger Gruppe bedanken,
- 2:17:41zu denen die Häuser Schlumberger, Segnetz, Konsejuvini
- 2:17:45und das Privatkundenportal Bremer Weinkollekt gehören.
- 2:17:49Dank ihrer sowohl wirtschaftlichen als auch händischen Unterstützung
- 2:17:52ist es uns möglich, dieses tolle Podcastprojekt zu lieben.
- 2:17:55Ein weiteres ganz riesiges Dankeschön gilt all den lieben Hörern,
- 2:17:59die dieses Projekt haben, so schnell erfolgreich werden lassen.
- 2:18:02Danke für die vielen Likes, für die Kommentare, für das Teilen,
- 2:18:05für das Bewerten und einfach fürs Unterstützung und Dasein.
- 2:18:09Lieben Dank, es macht unfassbar viel Spaß.
- 2:18:11Nancy hat netteres geschafft, wovon ganz viele ihrer Kollegen träumen.
- 2:18:19Und damit meine ich nicht die unzähligen Auszeichnungen,
- 2:18:23der ständig ihr Lob gesang auf ihre Arbeit und ihre Personen,
- 2:18:26die bräuchten weiter Anerkennung, sondern dass sie neben all dem Erfolg
- 2:18:30so greifbar, so menschlich und so sehr sie selber geblieben ist.
- 2:18:34Ein auch für mich sehr prägendes Gespräch.
- 2:18:37Vielen Dank, liebe Nancy, dass du die Zeit genommen hast.
- 2:18:40Ich fand es bemerkenswert, mit wie viel Offenheit du scheinbar durchs Leben,
- 2:18:45aber auch durchs Berufsleben gehst.
- 2:18:47Ich finde es sehr beeindruckend mit wie viel Respekt
- 2:18:51und in welcher gleichen Tonalität und Anerkennung du sowohl überkäferst,
- 2:18:57als über Anton Schmaus, als eben auch über das Rutz redest.
- 2:19:01Ich finde es toll, wie viel persönlicher Einblicke du uns gestattet hast
- 2:19:06und dass du einfach genauso bist, wie du bist.
- 2:19:11Vielen Dank dafür.
- 2:19:13Es ist mit Sicherheit auch für mich ein Gespräch, was ich mehr und öfters als einmal hören werde.
- 2:19:18Denn jetzt schon beim Bearbeiten der Soundfiles habe ich gemerkt,
- 2:19:22wie viele extrem interessante Zwischentöne zwischen den einzelnen Gesprächs-Elementen verborden sind
- 2:19:29und wie viel tief sind Nancy prägt.
- 2:19:31Da muss ich mich aber ganz schön ran halten,
- 2:19:33denn ich freue mich natürlich auch schon auf die nächste Woche, auf die nächste Folge und auf unser nächsten Gast.
- 2:19:38Kein geringerer als Gerhard Retter hat sich bereit erklärt,
- 2:19:41uns die ein oder andere Minute, nein, ich glaube bei Gerhard werden es eher,
- 2:19:45die ein oder andere Stunde zur Verfügung zu stehen
- 2:19:49und seine Gedanken zu diesem wunderschönen Berufsommer je,
- 2:19:53zu unserer Weinwelt, zu den Kollegen zum besten zu geben.
- 2:19:56Bis dahin, vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
- 2:19:59Ein ganz großes Dankeschön euch fürs Folgen, fürs Liken, fürs Kommentieren und fürs Teilen
- 2:20:06und für jegliche Art von Bewertung auf Spotify oder Apple Podcast.
- 2:20:11Ein Element, das für uns in der Wahrnehmung und auch im persönlichen Antrieb immens wichtig ist.
- 2:20:16Daher wäre ich sehr dankbar dafür, wenn der ein oder andere sich kurz die Zeit nimmt
- 2:20:20und eine Bewertung oder einen Kommentar abgibt.
- 2:20:23Vielen Dank und auf ganz bald.
- 2:20:25[Musik]
- 2:20:39Hallo, mein Name ist Jürgen Hammer.
- 2:20:41Ich arbeite jetzt als Prof. in der Sommerie seit etwa 36 Jahren.
- 2:20:46Bin jetzt seit 20 Jahren in Berlin, arbeite hier als Sommerie nach wie vor
- 2:20:51und leite seit 15 Jahren die Niederlassung der Deutschen Beine Sommerie-Schule hier in Berlin für die Sommerieausbildung.
- 2:20:58Wenn ich so zurück überlege, das nennt sie war in der ersten Sommerieklasse,
- 2:21:04die ich damals vor, boah, das sind die jetzt auch schon 13, 14 Jahre hier in Berlin übernommen habe
- 2:21:12und ich habe sie natürlich in sehr, sehr guter Erinnerung auch noch aus der Zeit.
- 2:21:17Wir hätte gedacht, dass da so eine Karriere draus wird.
- 2:21:23Vielversprechend ist sie auf jeden Fall gewesen, die die Nenzi das kann ich sagen,
- 2:21:29aber ich meine, wir hätten gedacht, dass sie dann am Ende auch Sommeriere
- 2:21:33im ersten drei Sterne Restaurant in Berlin wird.
- 2:21:37Die Anlagen, wie gesagt, waren da, aber geträumt habe ich das natürlich nicht,
- 2:21:43unbedingt muss ich ganz ehrlich sagen.
- 2:21:46Ja, was kann man sagen über Nenzi oder was kann ich über Nenzi sagen?
- 2:21:50Also ganz ehrlich gesagt, wenn ich schrägen Anekdoten habe, habe ich nicht anzubieten,
- 2:21:56aber ich denke, man kann Folgendes sagen.
- 2:22:00Ich habe Nenzi als jemand erlebt, der nicht so auf dieser Nerdschiene gewesen ist,
- 2:22:07also niemand, der jetzt hingegangen wäre und den Ehrgeiz gehabt hätte.
- 2:22:11Was weiß ich, alle Prämiegrüß aus dem Begrund auswendig hier wehten zu können
- 2:22:19oder eben halt sämtliche amerikanischen ABAs aus dem FF aus der Hüfte schießen zu können.
- 2:22:27Das war irgendwie nie ihr Ding.
- 2:22:29Aber sie hat schon sehr früh auch in der Ausbildung damals ein unglaubliches Gespür bewiesen
- 2:22:39und zwar ein Gespür in vielerlei Hinsichten, ein Gespür dafür, was Weinqualität,
- 2:22:46was Klasse von Wein betrifft, ein Gespür dafür, was Kunden wollen
- 2:22:54oder woran sie eben Spaß haben könnten oder womit man ihnen eine Freude machen könnte
- 2:23:00und vor allem auch ein Gespür hinsichtlich Speise und Weinkombination,
- 2:23:05also etwas, was auch bei ihr irgendwo aus dem Herzen oder aus dem Bauch kommen,
- 2:23:11weniger etwas, was auch intellektueller Ebene funktioniert.
- 2:23:15Und ich glaube, das macht es so authentisch und macht es so zu einem besonderen Erlebnis,
- 2:23:22wenn sie eben eine Weinempfehlung macht oder wenn sie ein Menü mit Wein begleitet.
- 2:23:29Das auf jeden Fall, glaube ich, ist Teil des Vollwes, den sie ja unbestritten hat
- 2:23:36und das ist sicherlich auch der Grund für die vielen Ehrungen,
- 2:23:40die ihr vollkommen zu Recht auch in der letzten Zeit zuteil geworden sind.
- 2:23:45Kann ich an der Stelle auch nochmal gratulieren.
- 2:23:49Also nennt sie Mensch, der besonders ist, der mir, ja,
- 2:23:57und ich kann schon sagen, auch als Kollegin ans Herz gewachsen ist,
- 2:24:01ich freue mich immer, wenn wir uns sehen
- 2:24:04und freue mich auch sehr, dass sie da jetzt bei dir im Podcast mit dabei ist in dieser Runde,
- 2:24:11ist sie definitiv richtig aufgehoben.
- 2:24:14Und ja, ich wünsche alles Gute und hoffentlich bis bald, Mann. Danke.
- 2:24:20[Musik]
- 2:24:23[Musik]