Latest / Gute Nacht mit Fridolin / Einschlafgeschichte: Der Globus – die ganze Welt als ruhige Kugel
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- Stell dir einen ruhigen Raum vor. Ein Zimmer … am Abend … mit warmem, gedämpftem Licht. Auf einem Tisch … oder auf einem kleinen Gestell … steht ein Globus. Eine runde Kugel … so groß, dass man sie mit beiden Händen umfassen könnte. Sie ruht … ganz still … auf ihrem Fuß. Und nun … legst du einen Finger an ihren Rand … und gibst ihr einen ganz sachten Stoß. Langsam … beginnt sich die Kugel zu drehen. Ganz leise … ganz gleichmäßig … dreht sich die ganze Welt vor dir. Und während sie sich dreht … ziehen die Länder und die Meere an dir vorbei. Das weite Blau der Ozeane … das Grün und das Braun der Länder. Feine Linien … und kleine Namen … überziehen die Kugel. Berge … Flüsse … Küsten … alles ganz klein … auf einer runden Fläche. Und dann … ganz allmählich … wird die Drehung langsamer. Die Kugel dreht sich träger … und träger … bis sie schließlich … ganz sanft … zur Ruhe kommt. Ein Globus … ist ein kleines Abbild der Erde. Die ganze große Welt … verkleinert … auf eine runde Kugel. Alles, was es auf der Erde gibt … die Länder, die Meere, die Inseln … ist darauf zu finden … nur eben ganz klein. Man kann die ganze Erde … in die Hand nehmen … und langsam drehen. Was in Wahrheit unvorstellbar groß ist … liegt hier vor dir … als ruhige, runde Kugel. Ein Modell der Welt … zum Anschauen … und zum sanften Drehen. Und dass ein Globus rund ist … das ist das Besondere daran. Denn die Erde selbst … ist ja eine Kugel. Und nur auf einer Kugel … stimmt am Ende alles. Die Form der Länder … ihre Größe … ihre Abstände zueinander. Auf einer flachen Karte … muss man die runde Erde platt drücken. Und dabei … wird immer etwas verzerrt. Etwas wird zu groß … etwas zu klein … oder an die falsche Stelle gerückt. Auf dem Globus aber … ist nichts verzerrt. Jedes Land … hat genau die richtige Form. Jedes Meer … die richtige Größe. Und der Weg von einem Ort zum anderen … stimmt genau. Darum ist der Globus … das treueste Bild der Erde, das es gibt. Kein flaches Blatt … kann das so gut. Nur die runde Kugel … zeigt die runde Welt … so wie sie wirklich ist. Und über die ganze Kugel … zieht sich ein feines Netz. Ein Netz aus dünnen Linien … die von oben nach unten … und rundherum verlaufen. Manche … gehen von einem Pol zum anderen. Andere … laufen rundherum … um die Kugel … wie Ringe. Der breiteste dieser Ringe … liegt genau in der Mitte. Man nennt ihn den Äquator. Und ganz oben … und ganz unten … treffen sich alle Linien … an den beiden Polen. Und wenn du den Globus genau anschaust … steht er ein wenig schräg. Er sitzt nicht ganz aufrecht auf seinem Fuß … sondern ist ein wenig geneigt … zur Seite gekippt. Das hat einen Grund. Denn auch die echte Erde … steht schräg … während sie um die Sonne zieht. Und diese kleine Neigung … zeigt der Globus getreu. Ein wenig gekippt … genau wie die Erde selbst. So kann man an ihm sehen … wie unsere Welt … im Raum steht. Solche Kugeln … bauen die Menschen schon seit sehr langer Zeit. Schon vor mehr als zweitausend Jahren … soll ein Gelehrter … den ersten Erdglobus gebaut haben. Damals wusste man noch wenig … von der weiten Welt. Aber man wusste schon … dass die Erde eine Kugel ist. Und man wollte diese Kugel … nachbilden … im Kleinen … zum Anschauen. So entstanden … die allerersten Globen … vor unvorstellbar langer Zeit. Der älteste Globus … der bis heute erhalten ist … ist ganz klein. Eine Kugel aus Bronze … kaum größer als eine Handfläche. Nur etwa elf Zentimeter … misst sie im Durchmesser. Und auf ihr … sind nicht die Länder abgebildet … sondern die Sterne. Ein kleiner Himmel … aus Bronze … fast zweitausend Jahre alt. So lange schon … ruht diese kleine Kugel … und trägt ihr stilles Bild des Sternenhimmels. Die große Zeit der Globen … kam dann viel später. Vor etwa fünfhundert Jahren … zogen die Menschen hinaus … über die weiten Meere … um die Welt zu erkunden. Immer neue Küsten … wurden entdeckt … immer mehr von der Erde … wurde bekannt. Und all das … wollte man festhalten. Auf Karten … und vor allem … auf Globen. So wurde das Bauen von Globen … zu einer bedeutenden Kunst. Eine der ersten großen Werkstätten dafür … lag in Nürnberg. Dort … in dieser alten Stadt … wurden kunstvolle Globen gefertigt. Sorgfältig … von Hand … von geschickten Meistern. Nürnberg … wurde das erste große Zentrum … dieser Kunst in Europa. Und aus einer dieser Werkstätten … stammt ein ganz besonderer Globus. Der älteste Erdglobus … der heute noch erhalten ist. Er hat sogar einen eigenen Namen. Man nennt ihn … den Erdapfel. Ein Erdapfel … eine runde Kugel … die die ganze Erde zeigt. Gebaut wurde er … vor über fünfhundert Jahren … im Jahr vierzehnhundertzweiundneunzig. Von einem Mann … in Nürnberg. Und dieser Erdapfel … existiert bis heute. Er ruht in einem Museum … sorgsam gehütet … seit mehr als fünfhundert Jahren. Der älteste Erdglobus der Welt … eine stille, alte Kugel. Und dieser alte Globus … hat etwas Merkwürdiges an sich. Denn er wurde gebaut … in genau dem Jahr … in dem man begann, ferne neue Länder zu entdecken. Zu dieser Zeit … kannte man noch gar nicht … die ganze Welt. Weite Teile der Erde … waren den Menschen damals unbekannt. Und darum … fehlen auf diesem Erdapfel … ganze Länder. Er zeigt die Welt … so wie man sie damals kannte … und wie man sie sich damals vorstellte. Ein Bild der Erde … aus einer Zeit … in der noch so vieles verborgen war. Doch nach und nach … füllte sich das Bild. Nur wenige Jahre später … erschienen die neu entdeckten Länder … zum ersten Mal … auf einem Globus. Von Werkstatt zu Werkstatt … von Jahr zu Jahr … wurde die Kugel vollständiger. Immer mehr Küsten … immer mehr Länder … kamen hinzu. Bis am Ende … die ganze Erde … auf dem Globus zu sehen war … so wie wir sie heute kennen. Ein langsames Wachsen … über viele Jahre … Kugel um Kugel. In dieser Zeit … blühte die Kunst der Globen … in ganz Europa auf. In den Niederlanden … in der Stadt Amsterdam … entstand ein großes Zentrum dieser Kunst. Ganze Familien … arbeiteten dort … über Generationen … und schufen Globen … von großer Schönheit. Auch in Venedig … am Wasser … baute ein berühmter Meister … prächtige, große Kugeln. Und in England … fertigte man Globen … für die Königin. Überall … in vielen Ländern … drehten sich nun … kunstvolle Welten. Die schönsten dieser Globen … waren wahre Kostbarkeiten. Fein bemalt … mit ruhiger Hand … und viel Geduld. Auf den Meeren … sah man kleine Schiffe … und manchmal … Fabelwesen. Die Länder … waren zart getönt … in weichen Farben. Solche Globen … waren nicht für jeden. Sie standen … in den Häusern der Reichen … und in den Sälen der Könige … als kostbarer Schmuck … und als Zeichen von Wissen. Und auf vielen alten Globen … findet sich ein besonderes Feld. Eine kleine, verzierte Tafel … mitten im Meer … oder an einer freien Stelle. Man nennt sie … eine Kartusche. Darauf steht … wer den Globus gemacht hat … und in welchem Jahr. Und oft … ist der Globus … einem König gewidmet … oder einem hohen Herrn. Ein kleines, geschmücktes Feld … das dem stillen Globus … seinen Namen und seine Geschichte gibt. Aber wie baut man so einen Globus eigentlich. Das ist gar nicht so einfach. Denn man kann ein flaches Blatt Papier … nicht glatt auf eine Kugel legen. Es wirft immer Falten … an den Rändern … und lässt sich nicht anschmiegen. Darum … haben sich die Globenbauer … etwas Kluges ausgedacht. Sie zerschneiden die Karte … in schmale Streifen. Und diese Streifen … lassen sich dann … glatt auf die Kugel legen. Diese Streifen … haben eine besondere Form. In der Mitte sind sie breit … und zu beiden Enden hin … laufen sie spitz zu. Wie die Schale einer Apfelsine … die man in Streifen abzieht. Oder wie die Blätter … die zu einer Knospe zusammenlaufen. Meist sind es zwölf solche Streifen … die man nebeneinander … um die Kugel legt. Einer neben dem anderen … von oben bis unten … bis die ganze Kugel … bedeckt ist. Und das Aufkleben … geschieht mit großer Sorgfalt. Streifen für Streifen … wird auf die Kugel gelegt … und glatt gestrichen … ganz behutsam. Die Ränder … müssen genau aneinanderstoßen … damit keine Lücke bleibt … und nichts sich überlappt. Ganz oben … am Pol … und ganz unten … laufen alle Spitzen zusammen. Dort … klebt man oft noch ein kleines rundes Stück darüber … wie eine Kappe … die alles sauber abdeckt. Und so … entsteht … aus vielen Streifen … eine ganze Welt. Und ist die Kugel erst beklebt … wird sie noch versiegelt. Man überzieht sie … mit einer dünnen Schicht Lack. Das schützt die Karte … und gibt der Kugel … einen sanften, warmen Glanz. Streicht man mit der Hand darüber … fühlt sie sich glatt an … und rund. Aus Papier … und Kleister … und Lack … ist nun ein ganzer Globus geworden. Fertig … um sich zu drehen … für viele, viele Jahre. Die Kugel selbst … war früher oft aus Pappmaché. Aus zwei hohlen Halbkugeln … die man zusammensetzte. Darüber … kam eine dünne Schicht … aus Gips … die man ganz glatt schliff. So wurde die Oberfläche … eben und weich … bereit für die Streifen. Und durch die Mitte der Kugel … führte ein hölzerner Stab. Um diesen Stab … konnte sich der Globus drehen. Eine leichte, hohle Kugel … auf einer ruhigen Achse. Lange Zeit … war das die einzige Art … einen Globus zu machen. Alles … von Hand. Die Kugel geformt … die Streifen geschnitten … alles aufgeklebt … und bemalt. Eine geduldige Arbeit … die viele Tage dauerte. Jeder Globus … war ein kleines Kunstwerk … langsam aufgebaut … Schicht um Schicht … Streifen um Streifen. Etwas Kostbares … das man sorgsam behandelte. Die allerersten Globen … zeichnete man ganz von Hand. Da gab es noch keinen Druck … keine gleichen Streifen. Jede Linie … jeder Name … jedes kleine Land … wurde einzeln … mit der Hand … auf die Kugel gemalt. Man nennt sie … handgezeichnete Globen. Manche entstanden … auf Kugeln aus Holz … andere sogar … auf Elfenbein … oder auf Metall. Jeder einzelne … ein Unikat … das es nur ein einziges Mal gab. Ganz und gar … das Werk … einer geduldigen Hand. Später … lernte man, die Streifen zu drucken. Da musste man sie nicht mehr … einzeln von Hand malen. Man druckte sie … und konnte so … viel mehr Globen machen. Und mit der Zeit … wurden sie erschwinglicher … und fanden sich in immer mehr Häusern. Was einst … nur wenige besaßen … stand nun … in vielen Stuben und Schulen. Der Globus … wurde vertrauter … Stück für Stück. Und heute … macht man die meisten Globen … aus Kunststoff. Zwei dünne Halbschalen … werden bedruckt … in Form gepresst … und zusammengefügt. So entsteht … ganz schnell … ein leichter, runder Globus. Der einfache Globus … wie er heute in vielen Zimmern steht. Und doch … die teureren, schöneren Globen … werden noch immer … von Hand gefertigt. So wie vor langer Zeit … mit Streifen … und Geduld. Vor etwa zweihundert Jahren … wurde der Globus … zur Massenware. Man konnte die Streifen nun … in schönen Farben drucken … und viele gleiche Globen … in kurzer Zeit herstellen. Dadurch … wurden sie erschwinglich … für immer mehr Menschen. Und vor allem … kamen sie in die Schulen. Wo früher … nur ein reicher Gelehrter … einen Globus besaß … stand nun … in vielen Klassenzimmern … eine drehbare Erde. Die ganze Welt … war nicht mehr … nur den Wenigen vorbehalten. Sie stand … greifbar … in immer mehr Räumen. Und damit ein Globus sich drehen kann … braucht er ein Gestell. Bei den alten Globen … war das oft ein Ring … aus Holz … der um die Kugel herum lief … auf vier Beinen. Und über die Kugel … spannte sich ein zweiter Ring … meist aus glänzendem Messing. In diesem Ring … war die Kugel aufgehängt … an ihrer Achse … oben und unten. So konnte man sie drehen … und wenden … und von allen Seiten betrachten. Manche dieser alten Gestelle … waren wunderschön geschmückt. Und ein Bild … kehrte dabei immer wieder. Eine kleine Figur … die den Globus trägt … die Weltkugel … auf ihren Schultern. Man kennt sie … aus alten Sagen. Ein Träger der Welt … der die schwere Kugel … geduldig hält. So stand mancher Globus … auf den Schultern einer stillen Figur … und drehte sich … über ihr … ganz langsam. Ein Globus … war früher aber nicht nur zum Anschauen da. Er war auch … ein Werkzeug. Fast … wie ein kleiner Rechner … aus Holz und Papier. Die Seefahrer … und die Sternforscher … nutzten ihn … um Dinge zu berechnen. Mit den Ringen … und den Skalen … am Gestell … konnte man messen … und ablesen. Der Globus … half, den Weg zu finden … über das weite, offene Meer. Denn auf einer Kugel … kann man den kürzesten Weg … leicht finden. Legt man einen schmalen Streifen … von einem Ort zum anderen … und schmiegt ihn an die Kugel … dann zeigt er … den kürzesten Weg über die runde Erde. Etwas … das auf einer flachen Karte … gar nicht so einfach ist. Auf dem Globus aber … stimmt es von selbst. Ein kleiner Griff … ein Streifen an die Kugel gelegt … und der Weg … lag klar vor einem. Und um den Globus herum … waren oft mehrere Ringe angebracht. Ein Ring … waagrecht … rund um die Kugel. Ein Ring … senkrecht … über die Pole hinweg. Und feine Skalen … mit Zahlen … an den Rändern. Mit all diesen Ringen und Skalen … wurde der Globus … zu einer Art Rechenmaschine. Man konnte an ihm ablesen … und einstellen … und schwierige Fragen … ganz ohne Rechnen … lösen. Eine ruhige, hölzerne Hilfe … für die Fragen der Seefahrer und Sternforscher. Oft … gehörten zwei Globen zusammen. Ein Erdglobus … und ein Himmelsglobus … beide … gleich groß … nebeneinander. Der eine … zeigte die Länder und die Meere. Der andere … zeigte die Sterne … und die Bilder am Himmel. Unten … die Erde … oben … der Himmel. Ein Paar … das zusammengehörte … und die ganze Welt … oben wie unten … abbildete. Ein Himmelsglobus … ist etwas Eigenartiges. Denn er zeigt die Sterne … von außen. So … als stünde man außerhalb des ganzen Himmels … und blickte von dort auf die Sternbilder. Alle Sterne … liegen dabei … auf der Außenseite der Kugel. Ein Himmel … den man in die Hand nehmen kann … und langsam drehen. Die ganzen Sternbilder … ruhig … auf einer runden Fläche. Solche Himmelsgloben … nahmen die Seefahrer sogar mit … auf ihre Schiffe. Weit draußen … auf dem offenen Meer … hatten sie den ganzen Sternenhimmel … als kleine Kugel bei sich. Und nach den Sternen … fanden sie ihren Weg … durch die Nacht. Der Himmel … als treuer Begleiter … an Bord … in Form einer stillen, runden Kugel. Und es gibt noch andere Globen … nicht nur von der Erde und vom Himmel. Später … baute man auch Globen … vom Mond. Und sogar … von anderen Welten … von fernen Planeten. Kleine Kugeln … die zeigen, wie eine andere Welt aussieht. Der Mond … mit seinen Kratern und Ebenen … als runde Kugel … zum Anfassen. So kann man ferne Welten … ganz nah betrachten … und in Ruhe … über sie streichen. Die runde Form des Mondes … die weiten, grauen Ebenen … die vielen kleinen Krater … alles liegt vor dir … auf einer Kugel, die du drehen kannst. Eine ganze fremde Welt … ruhig … in deinen Händen. Und jeder alte Globus … ist auch ein Bild seiner Zeit. Er zeigt die Welt … nicht wie sie heute ist … sondern wie man sie damals kannte. Alte Namen … alte Grenzen … alte Küstenlinien. Manches … was es längst nicht mehr gibt. Wer einen sehr alten Globus dreht … schaut auf eine Welt … die es so nicht mehr gibt. Ein stilles Fenster … in eine vergangene Zeit … festgehalten … auf einer runden Kugel. Auch bei den Erdgloben … gibt es viele Arten. Manche … zeigen einfach die Länder und die Meere. Andere … zeigen die Gebirge … ganz fein erhöht … zum Ertasten. Man nennt sie Reliefgloben. Doch die Berge darauf … sind winzig. Selbst der höchste Berg der Erde … wäre auf so einer Kugel … nur einen halben Millimeter hoch. Ein kaum spürbarer Hügel … unter der Fingerkuppe. Und für Menschen, die nicht sehen können … gibt es Globen … die man ertasten kann. Die Küsten … die Gebirge … die Grenzen … sind darauf … fühlbar erhöht. Mit den Fingern … kann man über die Welt streichen … und sie so … Stück für Stück … begreifen. Die Form der Länder … unter den Händen … ganz ruhig ertastet. So kann jeder … die runde Erde … kennenlernen … auch ganz ohne das Auge. Es gibt sogar Globen … die frei zu schweben scheinen. Mit unsichtbaren Kräften … mit Magneten … werden sie in der Luft gehalten. Die Kugel … schwebt … ohne dass sie etwas berührt … und dreht sich … ganz sanft … für sich allein. Ein stilles Bild … eine Welt … die frei in der Luft ruht … und sich leise dreht. Nichts hält sie … und doch fällt sie nicht. Und andere Globen … kann man aufblasen. Sie sind aus dünnem, leichtem Stoff … und liegen zusammengefaltet … ganz klein. Bläst man Luft hinein … so wächst … langsam … eine ganze Welt heran. Aus einem kleinen, weichen Bündel … wird eine große, runde Kugel. Und lässt man die Luft wieder heraus … faltet sich die Welt … wieder ganz klein zusammen. Eine Erde … zum Aufblasen … und wieder Zusammenlegen. Und es gibt Globen … die es gar nicht mehr wirklich gibt. Globen … die nur im Inneren eines Rechners leben. Man kann sie auf einem Bildschirm drehen … mit einem Finger … und immer näher heranrücken … bis man einzelne Straßen sieht. Man nennt sie … virtuelle Globen. Auch sie … zeigen die Erde … ganz ohne Verzerrung. Eine Kugel … aus Licht … die man drehen kann … so lange man mag. Manche Globen … zeigen gar nicht die Länder … sondern etwas ganz anderes. Auf manchen … sind die großen Meeresströmungen eingezeichnet … die warmen … und die kühlen … wie sie durch die Ozeane ziehen. Auf anderen … sieht man die Wolken … wie auf einem Bild aus großer Höhe. Wieder andere … zeigen die Wege der Schiffe … über die Meere. Und es gibt Globen … die man öffnen kann. Sie zeigen im Inneren … wie die Erde tief in sich aufgebaut ist … Schicht um Schicht … bis zur Mitte. Eine Welt … die man aufklappen … und hineinschauen kann. Und weißt du … wie klein ein Globus sein kann. Es gibt Taschengloben … kaum größer als ein Ei. Aber der allerkleinste … den man je gemacht hat … ist so winzig … dass man ihn kaum sehen kann. Kleiner … als ein Staubkorn. Eine ganze Erde … so klein … dass sie auf einer Fingerspitze verschwinden würde. Vom winzigsten Körnchen … bis zum Riesen so groß wie ein Haus … gibt es die runde Welt … in jeder Größe. Und es gibt Globen … die von innen leuchten. Bei Tag … sieht man auf ihnen … das eine Bild. Und schaltet man das Licht darin an … erscheint … ein anderes. Manche zeigen so … den Tag … und die Nacht. Eine Kugel … die sanft von innen glüht … im dunklen Zimmer … ein warmes, rundes Licht. Die ganze Welt … als leise leuchtende Lampe. Manche dieser Leuchtgloben … zeigen zwei Bilder in einem. Bei Tageslicht … siehst du das eine … die Länder und ihre Grenzen. Und schaltest du das Licht darin ein … tritt ein zweites Bild hervor … die Berge und die Meere. Zwei Welten … in ein und derselben Kugel. Es gibt sogar solche … die den Tag … und die Nacht zeigen. Am Tag … die helle Erde … und bei Licht … die nächtliche Seite … mit ihren stillen Lichtern. Ein sanfter Wechsel … je nachdem … ob das Lämpchen brennt. Viele Globen … stehen in Schulen. Dort … zeigt man den Kindern an ihnen … wie sich die Erde dreht. Wie Tag und Nacht entstehen … und die Jahreszeiten. Wie unsere Welt … im Raum steht … und sich bewegt. Ein Globus … zum Lernen … und zum Staunen. An dem man begreift … ganz in Ruhe … wie groß … und wie rund … unsere Erde ist. Und mit einem Globus … kann man Tag und Nacht sehen. Man muss nur … eine kleine Lampe … von der Seite … darauf scheinen lassen. Dann ist die eine Hälfte der Kugel … hell … im Licht. Und die andere Hälfte … liegt im Schatten … im Dunkeln. Dreht man die Kugel nun … ganz langsam … so wandert die Nacht … rund um die Erde. Genau so … wie in Wahrheit … die echte Nacht … über die Länder zieht. Ein kleines Licht … eine Kugel … und schon sieht man … wie die Nacht kommt. Manche Globen … sind ganz schlicht. Auf ihnen … stehen gar keine Namen. Nur die Umrisse der Länder … und das Netz der Linien. Man nennt sie … stumme Globen. Ganz ruhig … ohne ein einziges Wort … zeigen sie nur die Formen … der Länder und der Meere. Eine stille Welt … ohne Beschriftung … ganz einfach. Und dann … gibt es die ganz kleinen. Taschengloben … nennt man sie. Winzige Kugeln … kaum größer als ein Ei. Bewahrt … in einem kleinen Kästchen … aus feinem Holz. Man konnte sie mitnehmen … in der Tasche … und die kleine Kugel herausnehmen … wann immer man wollte. Die ganze Welt … in einem winzigen Ei … das in eine Hand passt. Und am anderen Ende … stehen die Riesen. Globen … so groß wie ein ganzer Raum. Vor über dreihundert Jahren … baute man einen … der war begehbar. Von außen … zeigte er die Erde … und trat man hinein … sah man an der Innenwand … die Sterne. Mehr als drei Meter … war diese Kugel groß. Man konnte hineingehen … und mitten im Sternenhimmel sitzen … in einer riesigen, langsam drehenden Kugel. Auch für Könige … baute man solche Riesen. Ein berühmter Globenbauer … schuf für einen König … ein Paar gewaltiger Globen … fast vier Meter groß. Und der größte drehbare Globus … den es heute gibt … misst über zwölf Meter. So hoch … wie ein Haus. Eine riesige Erde … die sich langsam dreht … und die man nur noch … von unten … bestaunen kann. Manche dieser Riesen … sind sogar aus Stein. Aus schwerem Marmor … oder aus großen Steinblöcken … zu einer gewaltigen Kugel gefügt. Sie drehen sich nicht … sie ruhen einfach … an ihrem Platz … und wiegen viele Tonnen. Ein anderer Riese … steht in einer großen Stadt … im Freien … als schlichtes Bild … der ganzen Erde. Aus Stahl … luftig gebaut … mit den Umrissen der Länder. Eine Weltkugel … so groß … dass man ganz klein davor steht. Und manche alte Globen … zeigten Erde und Himmel zugleich. Von außen … die Länder und die Meere der Erde. Und darüber … eine zweite, durchsichtige Hülle … mit den Sternen des Himmels. So lag … um die kleine Erde herum … der ganze Sternenhimmel. Eine Kugel in einer Kugel … die Welt … und der Himmel darüber … in einem einzigen … stillen Ding vereint. Doch die meisten Globen … sind klein und ruhig. Ein Tischglobus … misst nur etwa … eine Handspanne … im Durchmesser. Auf ihm … ist die Erde … viele Millionen Mal verkleinert. Und weil er so klein ist … zeigt er die Erde … als vollkommene Kugel. Denn in Wahrheit … ist die Erde … an den Polen ein winziges bisschen abgeflacht. Aber das … ist so wenig … dass man es auf einem kleinen Globus … gar nicht sehen könnte. Und so … ist der Globus … eine schöne, runde Kugel. Seit jeher … war der Globus auch ein Zeichen. Ein Zeichen … für Wissen … und für die ganze weite Welt. Wer einen Globus besaß … zeigte damit … dass er die Welt kannte … oder kennen wollte. Die Weltkugel in der Hand … galt als Sinnbild … für Bildung … und für Weitblick. Darum stand mancher Globus … in einer Bibliothek … oder in einem Arbeitszimmer … als stilles Zeichen … für die ganze, weite Welt. Und in dieser runden Kugel … steckt ein sehr altes Bild. Schon vor langer Zeit … hielten Herrscher … eine kleine Weltkugel in der Hand. Ein rundes Zeichen … mit einem Kreuz darauf … das man den Reichsapfel nennt. Es stand … für die ganze Welt … die man in der Hand hält. Die runde Kugel … als Sinnbild … für alles … was unter dem Himmel liegt. Ein uraltes Bild … das noch heute … in jedem Globus mitschwingt. Die Welt … klein genug … um sie in einer Hand zu halten. Und wenn du einen Globus vor dir hast … kannst du deinen eigenen Ort darauf suchen. Dein Land … deine Gegend … die Stelle, an der du gerade liegst. Ein winziger Punkt … kleiner als eine Fingerkuppe … auf dieser großen, runden Kugel. Rundherum … all die anderen Länder … all die Meere. Und irgendwo darauf … ganz klein … bist du. Es ist ein ruhiger Gedanke … den eigenen kleinen Platz zu sehen … auf der ganzen weiten Welt. So klein … und doch … genau dort … zu Hause. Und von dort … kannst du mit dem Finger … eine Reise nachfahren. Über die Meere … zu fernen Küsten … an ferne Orte. Ganz langsam … gleitet dein Finger … über die glatte Kugel … von einem Land … zum nächsten. Kein wirkliches Reisen … nur ein sanftes Wandern … in Gedanken. Über Ozeane … und über Länder … die du vielleicht nie sehen wirst … und doch … hier … ganz nah … unter deiner Hand. Und nun … stell dir wieder … diesen einen Globus vor. Auf dem Tisch … im ruhigen, warmen Licht. Du gibst ihm … noch einen letzten … ganz sachten Stoß. Und wieder … dreht sich die Welt … langsam vor dir. Die Meere … die Länder … die feinen Linien … ziehen vorbei. Und ganz allmählich … wird die Drehung langsamer … und langsamer … bis die Kugel … ganz sanft … zur Ruhe kommt. Du weißt nun so vieles … über diese runde Kugel. Dass sie ein treues Abbild der Erde ist … auf dem nichts verzerrt ist. Dass die Menschen schon seit zweitausend Jahren … Globen bauen. Dass der älteste Erdglobus … der Erdapfel … über fünfhundert Jahre alt ist. Dass man die Karte in schmale Streifen schneidet … und sie geduldig auf die Kugel klebt. Dass es winzige Taschengloben gibt … und Riesen … so groß wie ein Haus. Dass manche von innen leuchten … und manche frei zu schweben scheinen. Dass ein Globus früher … fast ein kleiner Rechner war … mit Ringen und Skalen … für die Seefahrer. Und dass er immer auch … ein Zeichen war … für die ganze, weite Welt. Aber du musst dir nichts davon merken. Du darfst alles wieder loslassen … und nur … an die ruhige, drehende Kugel denken. Der Globus … steht jetzt still … im dunklen Zimmer. Ganz ruhig … auf seinem Fuß. Und während er dort steht … dreht sich die echte Erde … ganz langsam … unter dir hinweg. Sie trägt dich … Stunde um Stunde … durch die Nacht … dem Morgen entgegen. Du musst nichts dafür tun. So wie der Globus … sich von allein zur Ruhe dreht … darfst auch du … jetzt ruhig werden. Und der Globus … wird noch lange dort stehen. Länger vielleicht … als der, der ihn gemacht hat. Von Hand zu Hand … von Zimmer zu Zimmer … über die Jahre. Ein ruhiges, rundes Ding … das bleibt … während die Zeit … ganz sacht … vergeht. Und immer wieder … gibt ihm jemand einen sanften Stoß … und die Welt … dreht sich weiter. Die ganze Welt … liegt still vor dir … klein und rund. Alle Länder … alle Meere … ruhen in dieser einen Kugel. Und du … hältst sie … ganz sacht … in Gedanken. Du musst nichts mehr suchen. Du musst nichts mehr wissen. Die Welt dreht sich … ganz von allein … ruhig weiter. Und du darfst jetzt schlafen. Schlaf gut. Gute Nacht. Bis morgen Abend.