Latest / SOMMELIER / Benjamin Müller-Birkholz - Der (Wein)Fels in der Sylter Brandung
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- 0:00Mein Name ist Klaus Peter Keller. Ich bin Winzer aus Flöhrsheim Dahlsheim,
- 0:17eben schönen Rhein Hessen und führe zusammen mit meiner Familie und einem leidenschaftlichen
- 0:22Team unser Familienweingut in der 10. Generation. Ben und die gesamte Familie Müller kennen wir
- 0:29schon seit vielen Jahren und lieben ihre bodenständig sympathische Art, die tolle Küche und den
- 0:34großartigen Weinkeller natürlich. Ben ist der gute Weingeist des Hauses, der es immer wieder
- 0:41schafft uns blind mit Weinen zu überraschen, die wir eigentlich gut kennen sollten, es dann
- 0:46aber doch nicht tun. Da wir in netten Runden schon Tränen gelacht, für diese Momente sind wir Ben
- 0:53und der gesamten Familie Müller immer wieder sehr dankbar. Ein ganz herzliches Willkommen zu einer
- 1:21neuen Ausgabe von Somelie, die interessantesten Mundschenke unserer Zeit. Mein heutiger Gast ist
- 1:29ein richtiger Insidersomelie, also nicht nur, dass er selber ein absoluter Insider ist und sich in
- 1:35der Welt der großen Namen leichtfüßig bewegt, dass es kaum einen der großen Weine gibt, die er
- 1:42noch nicht getrunken, probiert oder empfohlen hat, nein auch er selber empfiehlt nicht nur Klassiker,
- 1:47sondern ist ein Klassiker und das in einem der klassischen Häuser, die es in dieser Republik gibt,
- 1:54bei Jörg Müller auf Sylt, ist Benjamin Müller Birkholz die Weinsele, derjenige, der sich für
- 2:00diese großartige Karte verantwortlich zeichnet, derjenige, der den Beruf des Sommys auf eine
- 2:06ganz eigene Art und Weise mit einer eigenen Gesetzheit einfach lebt und ist in einer Zeit,
- 2:12wo jeder auf Instamöglichst laut, möglichst selbstdarstellerisch sein möchte und glaubt sein
- 2:18zu müssen, ist er mit sehr viel Erfolg präsent, aber nicht mit sich selber, sondern mit seiner
- 2:22Arbeit. Na zutätig postet er die großartigsten Weinen dieser Weinwelt, die bei ihm getrunken
- 2:28durch ihn empfohlen und von ihm besprochen werden. Interessant ist sein Lebensweg. Als
- 2:33Quereinsteiger begann er seine Tätigkeit im bekannten Café de Paris in Hamburg, wechselte
- 2:38danach ins Hotelvierjahreszeiten, wo er mehr als nur als Beifang seine zukünftige Frau kennenlernt,
- 2:46um mit ihr später nach Freiburg zu ziehen. Für kurze Zeit im Hotelkulumbi tätig absolvierte er
- 2:52eine neunmonatige Tätigkeit beim Weingut Franz Keller in Oberbergen. Hier entwickelte er ein ganz
- 2:58eigenes Gespür für Wein und er arbeitete sich einen ganz eigenen Feinsinn, eine ganz eigene
- 3:03Interpretation dieser ganz eigenen Welt der Weinenwelt, um danach zusammen mit seiner Frau in den
- 3:09schwiegerelterlichen Betrieb zum Restaurant Jörg Müller nach Süll zu wechseln. Recht schnell
- 3:14übernahm er die Weinkarte und wurde in über einem Jahrzehnt zu dem, was er heute ist. Big Ben.
- 3:29Als ich die Weinkarte vom Restaurant Jörg Müller durchforstet habe, habe ich mich sehr gefreut,
- 3:34neben ganz ganz vielen gewechseln, einem Weingut zu finden, das mich auch durch nahezu alle meine
- 3:39Weinkarten begleitet hat. Schon vor über 20 Jahren begeistert vom Stil, von der Einzigartigkeit der
- 3:46Weine der Fatoréa Lepopil, war es nahezu ein Muss, die Weine immer bei mir auf der Weinkarte zu haben,
- 3:52so wie bei Ben. Und so wird es wahrscheinlich Ben auch gehen. Interessanterweise hatte ich vor einigen
- 3:58Tagen Kontakt mit Etora Arturriti, dem Sohn von Elisabeth Gbetti und hatte ihn gebeten, mit zwei,
- 4:05drei Sätzen, die oftmals recht unbekannte Geschichte der Fatoréa Lepopil zu erzählen. Und
- 4:11diese möchte ich zu gerne mit euch teilen. Fatoréa Lepopil was born in Marema Tuscana. Marema Tuscana
- 4:20ist die südlichste Region des Tuscans, gerade über Lazio, die auch in Rom findet. Und Marema ist
- 4:29diese Kostelparte, in Richtung der Seeside, startend von Bolgarie und in Tarquinia. Diese
- 4:39schöne Region hat Morellina di Scanzano, die OCG, die auch die einzige OCG in Tuscany, wo
- 4:47ihr findet, San Giovese, die nahe der Seeside. Also hat diese eine große Influenz auf den Stil unserer Weinen.
- 4:54Und auch in general die agronomische und die ähnliche Parte hat eine große Influenz,
- 5:03weil San Giovese, nahe der Seeside, hat eine niedliche Erste und viele Tannen. Also hat ihr eine
- 5:10mehr nahe Version von San Giovese, die auch Morellina, die einfachen Rettwine, die
- 5:20alle hier in Tarquinia trinken, für Rettivio, kann eine sehr verschiedene
- 5:26Stilistikverletzungen haben. Und Lepopil? Fatoréa Lepopil war born in Pereta. Fatoria in Italien
- 5:38bedeutet Farbe. Also, wenn Fatoria Lepopil war geplant, war es ein typischer Italien-Farm. Wir hatten
- 5:45ein paar Schiessen, um zu machen, um zu machen Schiessen. Wir hatten Koffer, wir hatten Weine,
- 5:53um zu machen Wein. Und dann haben wir alle Träger. Also war es ein typischer Tarquin-Farm.
- 5:59Der Owner der Farbe war Alfredo Gentili, auch ein Name, Freddy. Freddy ist mein
- 6:09Sister-Granddad. Ich sage mein Sister, weil meine Mutter zwei Verletzungen hatte. Die erste,
- 6:18die Clara-Engineer macht, und dann macht sie uns drei. In total, ich habe vier Sisters.
- 6:25Und nur eine, die mir ist. Freddy hat diese Farbe starten. Er war der beste Freund
- 6:34von Giacomo Tacchis. Giacomo Tacchis ist der Gottfrau des großen Italien-Wieners. Er ist der Mann
- 6:42hinter der Sicalia, hinter der Fräde, hinter der Tignanello, hinter der Salionardo. Alle
- 6:49die großen Stapels in den Italien-Wienern sind. Wir haben, sagen wir mal, die erste
- 6:56Gedanken von Giacomo Tacchis gemacht. Er war der beste Freund von Freddy und er war
- 7:02damals bei Le Poupille, als er etwas Zeit hatte, mit ihm zu spenden, um die Wiener zu
- 7:06erheben und sie zu verbessern. Meine Mutter hatte diese Belief, dass diese
- 7:14besondere Plätze, diese besondere Soil, die Le Poupille ist, wirklich ähnlich wie die Graf in
- 7:21Pesac-Leonin. Die Soilstruktur ist sehr, sehr ähnlich. Er hat gesagt, "listen, ich
- 7:28werde dir garantieren, dass hier mit Cabernet Sauignon die Möglichkeit ist, ein
- 7:32tolles Rettwain zu machen. Meine Mutter war mit meiner Mutter, die mit meinem Grandpa, der
- 7:39zum speziellen Vergnügen auf Bordeaux zu trinken, also sie liebte und noch viel Bordeauxwine.
- 7:45Und da hat sie ihre Kaffee, sie war multiple Intentions oder zusammengekommen und dann
- 7:55haben sie den Cabernet Sauignon in 1984 gesessen. Aber die Fähigkeiten haben wir in
- 8:031985 gesessen. Er hatte einen Herz-Attack, er war der Weg und so hat er nie den Binnerdorf gesehen.
- 8:11Also hat sie sich erst einmal entschieden, seinen Namen zu dem Binnerdorf zu geben,
- 8:16den Binnerdorf, den Binnerdorf von Freddy. Und dann hat sie auch mit dem Wein zu homogen,
- 8:22den Binnerdorf, der Wein "Sapp Freddy". "Sapp Freddy" bedeutet "Freddy knows". In Italien sollte die Welt
- 8:30mit dem Space gesplitten werden, "Sapp Freddy", aber sie hat entschieden, dass sie einen Wort
- 8:36gesagt haben. Und so ist es, wie sie ihre Weinstour starten und sie hat auch
- 8:47eine Art Faktorialepupille, die die Hecht begonnen hat, weil sie die Hecht transformiert hat,
- 8:54in ein Wein-Business. Ich war überrascht, weil ich mir der besonderen Geschichte dieser
- 9:02Farm gar nicht bewusst war. Vielen Dank, liebe E-Torte, für die Spiegelung deiner familiären
- 9:06Weingutsgeschichte und vor allem für die sehr berührenden, sehr besonderen, außergewöhnlichen
- 9:12Weine und für die Unterstützung der heutigen Podcastfolge. Ben, soll ich eigentlich Ben oder
- 9:17Benjamin sagen? Die Leute kennen mich unter Ben. Ich habe auch keinen Nachnamen. Du hast noch einen
- 9:27zweiten Vornamen, Big Ben. Hat ich so jemand schon mal im Restaurant angeschaut? Ja, ganz viele.
- 9:33Echt? Ist ja witzig. Das kam ja eigentlich von Herrn Gantenbein. Der hat es ja eigentlich erfunden.
- 9:40Ach, der wusste nicht. Herr Ben, hat er immer gesagt, damals, als er bei uns war. Und er meinte,
- 9:48Ach, irgendwelche Herr Ben, also Weinterminator. Und dann ja Big Ben und dann seitdem, da wurde
- 9:54es geboren quasi. Ist ja witzig. Und du hast es als Insta übernommen und bist da schon fast
- 10:02zum Held geworden auf Instagram. Also allein mehr oder weniger, fast nur durch Flaschenpostings.
- 10:07Ja, durch Lehrgut. Was ja, durch Lehrgut. Ist euer Flaschencontainer eigentlich einer der Begehrtesten
- 10:14nicht nur auf Sylt, sondern in der Republik oder? Was ihr da reinballert, das ist ja schon Wert in
- 10:21sich selber. Hätte ja auf jeden Fall schon viel gesehen. Aber kommt auch jemand rein und sagt,
- 10:27ich würde ganz gern die und die Flaschen, die ich gestern auf Instagram gesehen habe, kaufen
- 10:31oder ist sowas? Es kommen schon viele und Fragen nach, den Wein dann explizit wieder war. Und man
- 10:38merkt dann schon, dass manchmal, dass gerade dann von den jüngeren Gästen mal was bestellt wird,
- 10:43was die Tage davor auch ging. Aber es ist ja schon in dem Sinne legendär, also manche einer mag
- 10:49vielleicht am Anfang glauben, dass ihr die Flaschen sammelt und dann fünfmal da irgendwie präsentiert.
- 10:55Aber eigentlich ist es ja bei euch Realität. Also ihr verkauft den Kram ja eigentlich auch, den ihr da
- 11:02postet und zeigt und noch nicht mal zum Angeben, sondern einfach, dass man zeigt, dass so ein Laden
- 11:07noch gibt. Wir haben ja gar keine Kapazität, um so viel Lehrgut zu lagern. Das haben mich schon
- 11:14tatsächlich öfter mal Leute gefragt, ob wir das alles aufheben, ich so denke, wo soll ich das hin?
- 11:19Da brauche ich ja nochmal ein Weinkeller nur für Altglas. Im Prinzip schon. Also ich finde,
- 11:25es ist total reizvoll, wenn du in manche Läden reinkommst und dann siehst, was da schon alles
- 11:29getrunkt wurde, weil die ganzen leeren Flaschen irgendwie aufgehoben werden. Aber bei euch
- 11:33könnte man wahrscheinlich eine halbe Strand damit irgendwie säumen. Das haben wir natürlich auch.
- 11:38So ein paar Trophyflaschen, aber was steht da? Die müssen schon besonders sein.
- 11:46Wir haben 85 Klo Sondini von Dujac, da steht 69 Bonnmar von Bertot, 76 Conti Conti, 20 Flaschen
- 11:56Kortosch Alemanje von Kosch und 93 Morasche Le Flef. Ja, 90, ne auch 91 Doppelmagnum Morasche
- 12:09von Ramonet, ja solche Geschichten. Hast du für dich den ultimativen Wein? Also warst
- 12:16der erste, der dich fasziniert hat oder gab es irgendwie einen Wein, wo du sagst, wenn ich die
- 12:20Chance hätte, den nochmal zu trinken? Also diese Morasche Doppelmagnum von Ramonet,
- 12:25die würde ich schon nochmal trinken und am liebsten zu zweit. Bei der Doppelmagnum, also
- 12:33eine Magnum ist ja eine schöne Größe für zwei Personen, aber ein Doppelmagnum, da wird es dann
- 12:36schon schwierig, zumindest wenn du, wenn es im Gespräch ausarten sollte. Ja, nee, aber das war
- 12:41schon Gänsehaut, also die Lagzeit Release bei uns im Ketter, das war einfach schon gut, also
- 12:50wirklich, wirklich gut. Gänsehaut. War ja von meiner Seite ja immer ganz, ganz große Bewunderung
- 12:58für, für euch. Wir haben ja erstaunlich viele Parallelen, ich glaube, derer bist du dir gar nicht
- 13:04bewusst, aber zum einen sind wir mehr oder weniger im weitesten Sinne beides Müller Kinder. Also
- 13:09waren ja, oder du bist, ich war bei einem Müller sozusagen, Zommi und dadurch war der, der Name
- 13:18Müller bei mir natürlich immer allgegenwärtig, aber eben auch Jörg Müller allgegenwärtig.
- 13:22Also Nelson Müller ist nicht der Bruder. Ach so, ah ja gut, okay, es waren keine Trillinge und
- 13:28der eine wurde nachgeschossen. Nee, überhaupt nicht. Aber es war halt immer so Jörg Müller und
- 13:34der Dieter Müller, der Franz halt immer sehr bewundernswert, dass Jörg Müller ja schon früh
- 13:40anfing, diese, diese Weinleitenschaft richtig auszuleben und einfach auch unfassbar weitgeistig
- 13:47in, in frühem Jahr schon war und selbst in Zeiten, wo noch keiner dran gedacht hat, ein Kredit aufgenommen
- 13:54hat, Wein dafür gekauft hat, was ja total Irse nicht damals, in denen ich glaube 90er Jahren war,
- 14:00das war und Bordeaux gesammelt hat damals, oder teilweise untergesammelt. 78 war seine erste
- 14:06Subscription, also Jahrgang 78 und er hat genauso viel privat gekauft wie die Schweizer Stuben damals
- 14:13als Restaurant. Wow. Ja und alle fragten ihnen, warum er so verrückt ist und 50 Mark für eine Flasche
- 14:20Betruss ausgibt. Das ist schon irre, das würde ich auch nicht unbedingt machen. Echt war das
- 14:29damals 78, 50 Mark. Und es war Schweine teuer. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, wo es in
- 14:36der Tat 3, 400 Mark waren, das war so zu meinen Anfangszeiten, aber 50 Mark ist ja, wow, das ist
- 14:44ja crazy. Und der Keller existiert exemplarisch noch oder? Nee, ist alles jetzt mittlerweile
- 14:51verkauft ihr verkauft die Sachen ja auch, das finde ich so so außergewöhnlich. Ja also die alten
- 14:58Sachen wären halt weniger natürlich, wir kaufen ja nach und gezielt einzelne Sachen kaufe ich
- 15:03schon auch mal nach, wenn eine gute Quelle sich auftut, ist der Preis fast nebensächlich, aber
- 15:09der Wein muss dann stimmen. Das ist ja sowas, wesens sich vieler gar nicht bewusst sind, also
- 15:15dass es nur Sigg und der oftmals um den Wein geht, auch eigentlich um den Preis, sondern dass die
- 15:20Herkunft der Weine elementar ist. Ja, das ist das wichtigste. Ist es für dich da eher die Schutz vor
- 15:27Fälschung oder ist es für dich die die Lager-Situation für den Wein, die den Wein ja durchaus und massiv
- 15:35zerstören? Ja, das geht um die Nachweisbarkeit der Herkunft, was wir gelagert worden ist, dass
- 15:43der aus gutem Keller kommt, weil sonst brauchen wir keine 30 Jahre oder 40 Jahre alten Wein kaufen.
- 15:50Das Katastrophal, was man dann manchmal aufmachen kann und wenn das aus einem schlechten Keller
- 15:55kommt. Florian hatte das vor zwei Wochen auch sehr, sehr stark thematisiert, dass er sagt, also wenn
- 16:00wir beim Rheingog-Gourmet-Festival irgendeine Raritätenprobe haben, machen verschiedene Flaschen auf,
- 16:04was man da an unterschiedlichen letztlich Situationen hat und die kommt dann meistens aus einem Keller,
- 16:11aber wenn du dann einen hast, der fünf Jahre dementschreitend Heizung verbracht hat, ist das
- 16:16Katastrophal und dann ist jeder Euro eigentlich für die Flasche zu viel, du kannst doch nicht mal
- 16:19exemplarisch irgendwie wahrnehmen, was der Wein darstellen soll oder darstellen kann. Wenn man so
- 16:26gelegentlich Wein-Podcast hört, dann gibst du den einen oder anderen, der vom Wein spricht und dann
- 16:31aber eben von einer guten Flasche, was dann für jemanden, der gar nicht so bewandert ist, erst mal so
- 16:38ein bisschen skurril wirkt, aber es ist schon maßgeblich für den Wein, um eben auch die Besonderheit
- 16:43eines Weines dann greifen zu können. Das ist ja wie wenn man gebraucht Wagen kauft, wo kommt
- 16:47der Herr, wie sieht er aus? Also auf jeden Fall Füllstand geht über Etikett, das ist der Za und O,
- 16:55weil lieber ein feuchten Keller, wo das Etikett angelaufen ist, aber der Füllstand gut als
- 17:00andersrum. Kann ich mehr als nachvollziehen, ja. Und ja, ich verdiene den Vergleich mit dem Auto
- 17:08großartig, also da eben auch, wie wurde eingefahren und das ist heute nicht mehr so wichtig, aber
- 17:13damals aus den Zeiten, als ich mit Autofahren anfing, da fragte man noch, wie wurde er erstens
- 17:17200 Kilometer gefahren und so ist es beim Wein teilweise auch, was machst du, wenn du eine Flasche
- 17:22hast, die also für dich selber in einem semiperfekten Zustand ist, kann man da irgendwie den Wein
- 17:30noch retten, also versuchst du dann mit dem, mit dekantieren, mit den richtigen Gläsern, mit
- 17:36irgendwelchen Weinwerkzeugen, Weintools oder sonstiges, den in Form zu bringen oder ist er
- 17:42dann verloren? Es kommt darauf an, wie schlimm das ist, aber oft kann man schmeichelndere Gläser
- 17:49nehmen. Normalerweise haben wir Zaltu-Bordeaux-Gläser. Komplett im Restaurant, überall? Nee, und Zaltu-Uni.
- 17:57Ja, aber wir haben noch ein paar alte Serien von Zwiezel, das Modell-Riocha aus der Inotega-Serie
- 18:05und das gibt dem Wein oft viel mehr Rückgrat und ein bisschen mehr Halt, also mehr Krozet und
- 18:11schmeichelt die mehr. Also gerade wenn er so ein bisschen brüchig ist oder anfängt auseinander zu
- 18:16fallen, dann gibt man dann den guten Stütze. Finde ich teilweise elementar. Hast du Lieblingsgläser,
- 18:21also sind Zaltu-Bezirungsweise die Inotega-Deinen-Lieblingsgläser oder hast du zu Hause privat
- 18:26andere? Nee, privat haben wir Zaltu. Haben sich wunderbar durchgesetzt in ihrer Art und ihrer...
- 18:32Ja, also es gibt natürlich auch andere Gläser, auch Jusifin-Hütte, gefallen wir sensuierisch
- 18:39besser als optisch. Ja, es ist dann nicht einfach, stimmt ja. Ja, und schlechte Gläser macht ja
- 18:46eigentlich keiner mehr. Kaum noch. Also ich finde selbst im einfachsten Bereich gibt es durchaus
- 18:51anständige Gläser, also zumindest wenn du auf einen der namhaften Marken gehst, ist teilweise aber
- 18:57elementar, was so ein Glas dann auch mit dem Wein machen kann. Arbeitszu viel mit Dekantern oder?
- 19:03Wenig. Wenig. Ah, okay. Hast du eher die Chance, die Weine frühzeitig aufzumachen oder
- 19:10siehst du eher so den Weg, den der Wein im Glas nehmen sollte als das Ziel des ganzen?
- 19:15Genau, also ich mag die Entwicklung im Glas sehr gerne. Also auch der Gast kriegt es ja anders mit.
- 19:20Natürlich Dekantiere Aussachen, wenn es dann sein muss, also nicht wenn es sein muss, aber wenn es Sinn macht.
- 19:25Aber so, wenn zwei Leute eine Flasche trinken, Dekantiere ich umgern, weil die Entwicklung im
- 19:31Glas dann doch eigentlich schön ist. Auch für die Gäste, das geht ja dann so mit dem Abend.
- 19:36Ja. Finde ich genauso und bin ich zu 100 Prozent bei dir. Dazu gehört aber finde ich oftmals
- 19:45unfassbar viel Vertrauen und Vorschusslohbe anseitens der Gäste je gegenüber, weil der Wein,
- 19:52wenn er natürlich am Anfang verschlossen ist, dann muss man ja in dem Sinne Fürsprache halten und
- 19:58sagen, da kommt noch, der entwickelt sich noch und dieses Aufmachen ist ja manchmal das Schönste
- 20:03beim Wein. Also wenn man so das Gefühl hat, das letzte Glas ist das absolut Perfekte bei dem
- 20:08Wein, dann ist es ja eigentlich genau der richtige Weg, den man gehen sollte. Es ist ja eigentlich
- 20:13manchmal katastrophal, wenn der Wein schon beim ersten Glas perfekt ist und dann keine Möglichkeit
- 20:17der Entwicklung hat. Ja, bei uns in die Weine auch recht kühl. Also wenn die Rotweine ad hoc bestellt
- 20:24werden sie bei 12 Grad. Wow, super. Und die Entwicklung mit der Temperatur, also wenn die aus dem Keller
- 20:30unten kommen, klar. Im Frühstück schon im Dreh habe ich sehr wenig Kapazität für Rotweine und
- 20:37deswegen läuft es da auch über die Zeit. Sehr viel Diskussion mit Temperatur, aber gut, das sitzen
- 20:45wir aus. Ich glaube, das hast du überall. Also auch egal, welche Temperatur du wählst und
- 20:53also ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich irgendwie ein, zwei mal eine Woche keine Diskussion
- 20:57mit Temperatur hatte. Bist du da dogmatisch oder bist du da dominant, dass du einfach sagst,
- 21:04My Way or High Way oder also sprich, wenn jemand es jetzt, keine Ahnung, bestellt sein,
- 21:10sein Püben Morasche und möchte ihn ganz gerne bei 3 Grad. Ja, ich stecke den ins Eis. Also ich stecke
- 21:16die Flasche in den Güller, buddl die im Crushed Eis ein und dann soll das so haben. Meine Frau trinkt
- 21:22auch sehr gerne sehr kalt. Dann lasse ich mir einfach mehr einschenken und lasse sie im Glas warm
- 21:27werden. Ja, aber du bist ja nicht so der der Patriarch, der dann sagt, bei mir werden die Weine
- 21:33so getrunken? Nein, am Ende bezahlt er trotzdem der Gast. Also ich würde jetzt keine Eiswürfel
- 21:40zum Morasche bringen oder ich würde sie bringen, aber nicht reintun. Das war witzigerweise für
- 21:46mich auch immer ein Weg und ein Kompromiss. Also letztlich sehe ich es genauso wie du, dass der
- 21:51Gast ist letztlich ja dann doch der derjenige, der die Rechnung begleicht und glücklich werden
- 21:57muss, das ist ja eigentlich das das Wichtigste. Aber manchmal hatte ich auch so gewisse Grenzen,
- 22:01hab total gerne, wenn es jemand möchte, Eiswürfel gebracht, aber er soll damit machen, was er möchte
- 22:05und ich wollte ihn dann nicht unbedingt in den Rotwein reinschütten. Nein, also... Aber gibt es für
- 22:11dich Grenzen, wo du sagst, sowas macht man nicht mit Wein oder bist du da in dem Sinne in der Tat
- 22:17Dienstleiste oder zuträglich oder? Nein, da bin ich schon Dienstleister. Also wenn es jetzt ganz absurd
- 22:22wird, wenn einer die 45 Mutor mit Cola trinken will, dann würde ich schon mein Veto einlegen.
- 22:27Nee, aber... Der Schade wird es ihm abkaufen, wird es das Kind rauskaufen. Ja, aber sonst soll jeder
- 22:38machen, was er meint. Ja, wenn ich mein Rotwein im Restaurant kühlen las, sagen die Leute ja auch,
- 22:43der spinnt. In der Tat schon, es hat sich eigentlich dermaßen so eingeprägt, das finde ich erstaunlich.
- 22:51Wenn du im Restaurant bist, suchst du den Wein eher nach den Speisen oder die Speisen
- 22:56nach dem Wein oder ist Restaurant nach dem Wein oder ist Wein sowieso egal?
- 23:01Nee, also ich mache eher Abstriche beim Essen als beim Wein. Ja, also wir suchen Westeron nach Wein aus
- 23:10oder eben, also es gibt beim Japaner trinken wir meistens kein Alkohol, weil es da keinen Sinn macht,
- 23:17finde ich, weil es Essen so fragil, filigran und präzise ist, dass man dann nicht noch
- 23:24sich Alkohol reinschütten muss und da die meisten Japaner sowieso eine sehr spärliche
- 23:28Weinkarte haben und Sake mir nicht schmeckt, wenn es da so so schwierig ist und dann sieben Bier zu
- 23:35trinken, nur um was zu trinken macht er dann auch keinen Sinn. Das macht einen Tat keinen Sinn und
- 23:40ich finde Bier ist in der Tat einer der schlechtesten Begleiter. Sake finde ich eine total faszinierende
- 23:45Geschichte, ich weiß aber nicht, ob wir in Europa, in Deutschland wirklich diesen Feinsinn oder diese
- 23:51Sensibilität für dieses besondere Getränk haben. Ich probiere das total gerne, aber ich könnte
- 23:59davon keine Flasche trinken. Ja, ich habe es noch nie versucht, weil irgendwann hat es bei mir,
- 24:05hat sich der Hals abgeschnürt und ich hatte das Gefühl, ich komme nicht weiter. Ja, die Säure
- 24:11fehlt, die Säure. Das kann das Argument sein, ja, stimmt. Es hat ja überhaupt keine Säure. Es hat
- 24:18viele Glitzerien, also viele Glitzerien, finde ich, und das legt sich schon so über ein Hals hinten
- 24:24und nee, mir fehlt da auch der Kick. Dies animierende, was viele beim Wein einfach gerne haben wollen,
- 24:32also dass man ein Wein ja mittlerweile gar nicht über imposant oder extravergans beschreibt,
- 24:36sondern über eine gewisse Trinkigkeit oder eine gewisse Lebendigkeit oder eine Veränderungsfähigkeit,
- 24:42ich finde auch, und es soll kein Sake-Bashing sein, aber das Sake sich nicht verändert, also nicht ohne
- 24:48Grund gibt es im meisten nur in Einglas-Varianten und nicht irgendwie, also es passiert das, was man
- 24:54beim Wein hat, oftmals, oftmals nicht, aber vielleicht hatte ich den Ordnerly falsch und
- 24:58sage, also ich will da gar nicht, gar nicht niemand zu nahe. Gibt es für dich irgendwas, was dem
- 25:02Wein nahe kommt? Also hast du irgendein Getränk, wo du sagst, das macht mir genauso viel Freude oder
- 25:07das kann ich genauso einsetzen? Nee, eigentlich nicht, weil Wein ist das auch was alkoholtechnisch
- 25:16noch am verdrehtbarsten ist, weil die sind, also Whisky, Schnäpse, ist für mich einfach schwierig,
- 25:23weil ich möchte ja dann auch was trinken, wenn ich es habe, und dann so dieses Rumnippen,
- 25:29finde ich schwierig. Das machen die auf dem Land, ne? Was ist mit dem Rumnippen?
- 25:39Nee, nee, ich trink dann schon lieber und dann geht eigentlich nur Wein oder Tee. Tee hat auch
- 25:50eine gewisse Vielfalt, aber mir fehlt da so ein bisschen dann auch die die Tiefe. Kommt auch
- 25:54jemand zu euch ins Restaurant und bestellt Bier? Ja, klar, also wir haben ja auch Bier vom Fass,
- 26:00also eins. Ja. Und ja, wir sind ja schon ein normales Restaurant, würde ich mal... Ja, so ist
- 26:07normal auch nicht. Also da, ihr habt schon eine gewisse Außergewöhnlichkeit, also ihr wart ja
- 26:13schon in dem Sinne auch relativ legendär, dass ihr auf den ganzen Sternekram damals verzichtet habt,
- 26:18mehr oder weniger, aber trotzdem euren eigenen Weg gegangen seid und einfach auch da mehr oder
- 26:24weniger, ihr wart ja so mit einer der Ersten, die das ganz auch intensiv gelebt haben, gesagt
- 26:29haben, wir brauchen das nicht, sondern wir können auch so bestehen. Habt ihr es mal vermisst? Also
- 26:33fragen das Gäste auch mal nach, dass ihr... Also man merkt schon bei ein paar wenigen Gästen, die
- 26:39fanden es vorher schöner, aber ja, man verliert immer jemand, wenn man was neu macht. Ja. Aber wir
- 26:47haben viel mehr dazu gewonnen. Also auch die ganze Lebendigkeit im Restaurant ist jetzt eine andere
- 26:53als früher. Ja, nee, wir vermissen es nicht. Also ich fahre manchmal so Tablet-Service, das ist schon
- 27:00manchmal schön, ja. Wenn ich so einen Abend im Monat hätte, dann wäre das reich. Wo man das noch
- 27:08mal leben kann, ja. Hast du es damals mitgemacht? Also ich meine, es war um 2004 oder 2005, dass
- 27:14der Stern abgezieht wurde. Nee, zehn Jahre später, 14. Ach, wow, da habe ich das total falsch abgespeichert.
- 27:22Aber dann hast du es ja im Prinzip noch mitgemacht, die ersten Zeiten, dass du... Ja, ich mag das schon
- 27:28auch, ja. Aber ohne Krawatte ist mir dann trotzdem wohler. Ist da der Weinservice ein anderer gewesen?
- 27:37Also war der... Wahrscheinlich nicht der Anspruch, weil ihr das ja mehr oder weniger auch mit der
- 27:44Qualität der Weinkarte, mit der Auswahl und so weiter rechtfertigt. Aber also war man selber
- 27:50gefordert da oder ist es jetzt gefordert? Nee, die Leute haben sich mehr darauf eingelassen,
- 27:56weil man natürlich dann an einem Tisch steht und das am Tisch aufmacht und viel mehr zelebrieren
- 28:01konnte auch. Also sowohl vom Platz natürlich als auch von der Zeit. Aber ja, es ist jetzt lockerer,
- 28:10klar. Ja, ich glaube, auf die Dauer dann wahrscheinlich auch ein spannender für einen selber. Habt ihr
- 28:16Walk-ins? Also welche, die reinkommen und sagen, oh, sie haben hier eine große Weinkarte. Weil ihr
- 28:21seid ja mehr oder weniger der bunte Hund. Insofern für die Weinkarte auf Sylt, die in ihrer Art
- 28:28schon sehr außergewöhnlich ist. Also aber kommt auch jemand zufällig mal bei euch rein?
- 28:33Zufällig selten. Selten. Die meisten müssen schon, weil viele haben auch immer noch Schwellenangst.
- 28:41Ja, der Name hängt schwer. Aber ja, der hat bei der Bar kommen mal jemand rein, der mit jemand
- 28:51reinkommt und dann sagt, ihr war noch nie. Der Kampener fährt so ungern raus aus seinem Dorf.
- 28:57Also viele gibt es ja aber auch nicht mehr, oder? Ja, aber auch schon die, die in meinem Kampen wohnen,
- 29:03also ihre Ferienhäuser oder Mieten, die fahren einfach ungern ins böse Westerland.
- 29:10Ist das so parteiisch auf der Insel, dass man das so stark differenziert, also wie jetzt keine
- 29:19Ahnung, irgendwo in den Bergen die einzelnen Dörfer, dass sie so separiert sind, ist das auf
- 29:24der Insel genauso oder also dass der Kampener nicht mit dem Westerländer redet? Nein, das
- 29:29nicht. Aber der normal, also der normale Kampener Gast fährt selten woanders hin,
- 29:35wenn es nicht die Sanseba oder der Sörringhof ist. Sonst bleibt der im Dorf.
- 29:40Was ja auch schön ist. Ja, alles gut. Das ist ja legitim.
- 29:44Weil die Fizze einen tollen Weinkarten, die ihr auf der Insel habt. Also da gehst du selber gerne
- 29:51ein Weintrinker oder bist du in den Hochzeiten so eingebunden, dass du
- 29:55gar keine Chance dazu hast? Nein, wir haben ja trotzdem zwei Ruhetage. Und ja, da gehen wir auch aus.
- 30:02Und es wird nicht langweilig auf der Insel? Nein, nein, nein. Also ein Wettrüst in positiven Sinne.
- 30:12Ja. Du tut sich da viel? Öffnen ständig neue Lokale oder ist das eher
- 30:18eher dann doch beständig und der, der 1983 aufgemacht hat, der bleibt bis
- 30:242019? Nein, es tut sich viel. Also dann bei vielen, ich sag mal, normalen Restaurants hängt es dann
- 30:32am Service, wenn da mal einer kommt und da richtig Lust hat. Das wird hier, glaube ich, schon
- 30:40auch gefördert und ja, und gewertschätzt, wenn da einer kommt, um was macht.
- 30:47Und ist es, im Winter ist es ja mittlerweile auch nicht mehr so ruhig, wie es keine Ahnung,
- 30:54vor 15 oder 20 Jahren war, als man da mehr oder wieder unter sich war. So ein Saison gibt es ja
- 30:59eigentlich in dem krassen Sinne eigentlich gar nicht mehr, oder? Ja, unter der Woche.
- 31:05Dann kommt es ein bisschen auf die Flug- und Zugverbindung an durch die ganzen Streiks und
- 31:10Bauarbeiten an den Gleisen und dann keine Flüge den ganzen Dezember über. Das merken wir
- 31:16schon. Aber an den Wochenenden ist immer was los. Ja. Magst du lieber die, die etwas ruhigere
- 31:24Winterzeit, oder Sommerzeit, also Magst du mehr als Halligalli oder bist du eher so der?
- 31:28Ich mag beides. Also im Restaurant mag ich es lieber, wenn es voll ist. Also jetzt unabhängig
- 31:34davon, was für Flaschen gehen, aber einfach das Bewegung drin ist. Gibt es irgendwas von
- 31:40der Karte, was du selber noch mal trinken oder was du selber überhaupt mal trinken würdest,
- 31:43wo du sagst, ist der Screaming Eagle, wo du sagst, oh, wär so am Donnerstagabend mal gar nicht
- 31:49schlecht oder doch irgendwie ein Wein, den ich wahrscheinlich noch gar nicht. Eure Karte ist
- 31:56ja online, finde ich, mega. Also letztens habe ich die 2.1 Clot de la Roche von Leroy hochgestellt,
- 32:02weil die für ein Foto, für eine Probe kommt die und die hat so schön im Licht geleuchtet,
- 32:09dass ich sie eigentlich direkt hätte trinken wollen. Interessant. Also auch gerade wie ein Jahr
- 32:18wie 2.1 sich dann von so einem Produzenten präsentiert, es sind Jahrgänge für dich wichtig,
- 32:23also spielst du damit? Du hast teilweise von gerade auch Bordeaux-Léser gewechselt,
- 32:28tolle Jahrgangstiefen und findest du das noch interessant, wichtig oder ist das bei so
- 32:36einem Produzenten auch wie Leroy zum Beispiel eher sick und ja? Ja, im Begründ geht schon der Produzent
- 32:42über einen Jahrgang, finde ich, also generell. Also ja, das muss sie auch teuer bezahlen,
- 32:51dieses, wir sind Produzenten über Lage und Jahrgang, ja, da bestellt man dann ein Grand-Grün aus dem
- 32:58Superjahrgang von den unbekannten Produzenten, ja. Aber so unbekannte habt ihr ja eigentlich gar
- 33:07nicht so viele, also hatte ich jetzt so offen ersten Einblick wahrscheinlich, also ihr habt ja
- 33:15schon mehr oder weniger die ganz, ganz großen Namen, die man halt sonst irgendwo nur exemplarisch
- 33:19findet, die sieht man bei euch auf der Karte ja richtig gebündelt und zuhauf. Ist das denn schade
- 33:25für dich, dass du manchmal gar nicht schräg sein kannst, sondern in dem Sinne sehr, sehr konservativ?
- 33:32Nee, die großen Namen haben ja ihren Namen auch irgendwo her, meistens, weil die Qualität auch
- 33:38stimmt. Mit den jungen Bordos finde ich es ein bisschen schwierig, also generell, weil die auch
- 33:45sehr homogen geworden sind, auch die Jahrgänge nicht mehr so gravieren sind, aber früher in
- 33:5270ern und 80ern war sie natürlich gravierend, und wir versuchen wirklich nur trinkbare Jahrgänge
- 33:58auf der Karte zu haben, also auch wenn was gekippt ist, dann nehmen wir es runter. Ja, gibt es ein
- 34:05Personalfreier? Ja, oder in der Soße. Könnte die Soßen auch so nennen, wir haben heute zum
- 34:14Rinderfälle hier haben wir Chate Magaux Soße, bei die natürlich relativ, soße mit Jahrgang.
- 34:22Ja, ja auch nicht schlecht. Ah, ihr schreibt die erst rauf, sobald die trinkbar sind und lagert die
- 34:28Feuer, lagert ihr selber ein oder kommt? Wir lagern die selber ein. Also 20er Bordeaux kann man wieder
- 34:34viel, also sieben Paletten oder acht. Wow. Ja. Das heißt, es geht jetzt langsam wieder los mit
- 34:45dem Subscribieren, mit dem Einlager, mit dem Vorlegen. Das war in den Zeit lang gar nicht so ein Thema,
- 34:51oder? Nein, wir haben 2009, das letzte, was wir groß subskribiert hatten, und danach sind die Preise
- 34:57natürlich auch ein bisschen abgedreht und dann der nächste Jahrhundertjahrgang und noch ein Jahrhundertjahrgang,
- 35:02noch teurer, noch teurer, und alles wird halt auch geschmacklich immer ähnlicher. Davon geht es jetzt
- 35:09wieder ein bisschen weg, also wieder alles wieder ein bisschen individueller, was natürlich viel
- 35:14schöner ist. Ja, was sonst kann ich auch nur Dominos kaufen und dann habe ich das halbe Boyac
- 35:18abgedeckt. Mehr oder weniger stimmt. Wo probierst du selber, also nur im Restaurant oder hast du,
- 35:25also fliegst du ins Bordeaux oder fährst du ins Bugund oder ist es bei dir eine reine am
- 35:33lebenden Objekt der Flasche Trinkerfahrung? Es geht ums Trinken, also wenn mich was wirklich
- 35:38interessiert, dann kaufe ich mir eine Flasche und dann probier mir die, also auch im Team, also die
- 35:45Jungs sind ja alle immer heiß, wenn es was Neues gibt und dann kauf mal immer eine Flasche davon,
- 35:49eine Flasche davon und dann wird es probiert und dann kann man für sich entscheiden, ob man das dann
- 35:54weiter verfolgen möchte oder nicht. Die Jungs heißt ihr seid ein größeres Team von Zommies oder
- 36:00interessierten Weinkellen? Ja, also Wein interessiert sind sie alle. Dominik ist ja meine rechte Hand,
- 36:07dann haben wir jetzt neu im Team einen Winzer, der war bei Dautel Kellermeister und ist jetzt
- 36:15im Restaurant und im Weinberg und Ole. Ole kommt eigentlich aus dem Einzelhandel, aber sein Vater
- 36:21betreibt hier die Wine Bank als Partner und der wollte auch mal richtigen Wein trinken, dann ist
- 36:26er auch zu uns gekommen. Ich finde den Ansatz, den du gerade gesagt hast unglaublich spannend,
- 36:35dass ihr einen Winzer habt, der auch im Restaurant arbeiten möchte, weil für einen Winter gibt es
- 36:42ja kaum etwas Großartigeres, als in so einem Restaurant zu arbeiten und sei es mal über
- 36:48einfach nur für zwei, drei, vier Jahre die Weine zu probieren und so seine eigene Weinbibliothek
- 36:54oder seine eigenes Weinwissen nochmal ganz anders kennenzulernen, auch zu sehen, wie Gäste mit
- 37:00Wein umgehen, wie sie darauf reagieren, das machen eigentlich viel zu wenig Winzer. Ja, vielleicht
- 37:05sollte man den von der IHK auch zum Kurs, zum Praktikum in der ganzen Sonomie vorschreiben,
- 37:09wie wir im Sommer gehen, Kurs. Also fände ich teilweise gar nicht so verkehrt, aber das ist
- 37:16manchmal halt nicht so einfach, relativ schnell im Restaurant zu trinnen, da gibt es in einem
- 37:22Weinberg schon einfacher Arbeiten, die es gibt. Aber der Winzer ist nicht nur bei euch im Restaurant,
- 37:30tätig, sondern auch im Weinberg.
- 37:32So ist es manchmal bei den Winzern, dass sie das ein oder andere vergessene Schäfchen noch im
- 37:55Keller haben, so auch beim Weingut-Wagek-Faftmann aus Bissersheim in der Falz. Ein 2015er Pinot Noir
- 38:02geriet in der Tat in Vergessenheit und kann daher jetzt mit fast zehn Jahren Reife präsentiert,
- 38:09ergründet, entdeckt und für großartig befunden werden. 20 Monate in Lulaturaiche ausgebaut,
- 38:17spontan vergoren, hatte Thomas Faftmann mit dem Wein eine Vision, und zwar die Vision sich mit
- 38:24einem Bugunder Wein auf Augenhöhe zu bewegen und trotzdem eine ganz eigene, eine Felserinterpretation
- 38:31des Pinot Noirs zu definieren. Richtig spannend wurden hier Bugunderklone des Pinot Noirs
- 38:37verwendet, aber keine dieser üblichen Zahlenklone, sondern unter anderem der extrem seltene
- 38:43Volnéklone, was dem Wein, die Finesse, die Tiefe, diese ganz einzigartige Eleganz verleiht,
- 38:49aber nicht nur das ist der Grund für die Reifefähigkeit und die gerade aufblühende Präsent des
- 38:55Weines, es ist die recht lockere Bestockung des Weinberges mit gerade einmal 5000 Rebstöcken
- 39:03pro Hektar, es ist der wahnsinnig geringe Ertrag von unter 20 Hektoliter die Hektar,
- 39:08potenziell 12 bis 15 Hektoliter, was total verrückt ist, es ist dieses Spiel von Femniner und
- 39:16maskuliner Eleganz, dieses Viaduct zwischen Kraft und Feinheit, zwischen Handschrift und
- 39:22Eigenständigkeit des Pinot Noirs, die diesen Wein aus dem Hause Pfaffmann einzigartig werden lässt.
- 39:29Und ich erinnere mich noch gerne an die Zeiten, die noch gar nicht so lange her sind, als der
- 39:33deutsche Spätbugunder nicht nur misst, sondern sogar verachtet wurde und Winzer wie Thomas Pfaffmann
- 39:38und Beine wie dieser Pinot Noir sind dafür mitverantwortlich, dass die deutschen Pinot
- 39:43eine eigene Anerkennung, ein ganz eigenes Bewusstsein nach außen tragen können. Allein nur,
- 39:50wenn man sich die 95 Punkte Bewertung beim Falstab aus März 23 durchließ, die Beschreibung mit
- 39:56im vielschichtigen Bukkeeunterholz, Nasezlaub, Kirschkern, dunkle Kirschen, Granatapfel, Rauch und
- 40:02auch ätherische Anklänge. Die präsente Säure nimmt einen mit auf einen langen Weg durch die
- 40:07kräftig kompakte Struktur. Die feinkönigen Gerbstoffe sind eingebunden. Feinerfiger Säure
- 40:13Strang, große Kalkmineralische Spannung bekommt man so viel Appetit auf diesen Wein, den man mit
- 40:20Sicherheit nicht nur mit einem Glas genießen möchte, sondern dessen Entwicklung im Glas
- 40:26nachvollziehend begreifen, verstehen und erleben möchte. Long Story Short, wenn das ein deutscher
- 40:33Pinot Noir ist, dann ist es eine Freude diese in der Welt zu präsentieren. Wenn das der Anfang
- 40:38dieses Weinlebens des 2015er ist, freue ich mich auf dessen Entwicklung in fünf oder in zehn oder
- 40:4515 Jahren. Wenn das ein Wein aus dem Hause Thomas Faffmann ist, um Weingut Waageck Faffmann, kann
- 40:51ich es gar nicht erwarten, all die anderen Qualitäten zu probieren. Auf alle Fälle ein Weingut,
- 40:56was durchaus auch die besten Weinkarten unseres Landes schmücken kann. So, ich werde mal zurück
- 41:01zum Gespräch. Ihr habt den nördlichsten Weinberg unserer Republik, also ihr seid so kurz vor
- 41:15Dänemark. Genau, also in Kaltung ist er. Ja, zwei Hektar Solaris. Zwei Hektar, es ist ja nicht wenig,
- 41:23in dem Sinne, wie viel ergibt es? Also 0,7 Hektar sind die Kernanlage, die wurde 2009 angelegt
- 41:33und 2018 wurden nochmal 1,3 Hektar nachgepflanzt. Also alles Solaris. Warum Solaris? Also seht ihr da
- 41:44die Zukunft drin oder? Ich weiß, Solaris war ja schon gepflanzt und das ist hier oben, sage ich mal,
- 41:50sehr verbreitet. Also auch die Dänen haben hauptsächlich Solaris. Solaris und Johannita sind so die
- 41:56Rebsorten, die man in den skandinavischen Ländern präferiert. Damals, bei mir aus der Situation
- 42:02herausgepflanzt, dass man für andere Rebsorten noch keine Zukunft gesehen hat oder keine Präsenz,
- 42:07glaubst du, das wäre jetzt anders, also wenn du jetzt die Rebsortenwahl hättest. Ich glaube,
- 42:12ihr habt ja nicht so viel Solaris bei euch auf der Karte. Ja, ein. Aber siehst du da persönlich die
- 42:24Zukunft oder ist das? Das Problem ist, ich weiß nicht, wie viele Winzer sich damit jetzt schon
- 42:30wirklich auseinandergesetzt haben oder von den guten Produzenten, sich mal mit so Pilis auseinandergesetzt
- 42:37haben. Deswegen gibt es da wahrscheinlich noch wenig brauchbares, also ja, weil ich würde natürlich
- 42:44auch Riesling und Schaddon im Pflanzen, wenn ich Zeit hätte. Aber wir müssen mit Solaris eben
- 42:51keinen Pflanzenschutz fahren, also überhaupt nicht. Wieder guckt man noch Schwefel, also Schwefel ist
- 42:57das Einzige, was zugegeben wird, aber das erst im Tank. Den Ansatz finde ich durchaus interessant,
- 43:03dass man eben keinen Pflanzenschutz anwenden muss, also sowohl für die gesamte Umwelt als auch für
- 43:11einen selber. Also ich finde auch den Gedanken, den du gerade hattest, total spannend, dass sich
- 43:18wenige Winzer ernsthaft mit diesen Rebsorten beschäftigt haben. Also vieles einfach nur entweder
- 43:23verteufeln oder eben schlechtreden, aber neben dessen, dass es ohnehin relativ wenig Erfahrung
- 43:29damit gibt, hat Kaumirwan versucht wirklich was Großes herauszu... Also in Rhein-Hessen gibt es
- 43:34ja viel Solaris, aber daraus wird Federweiser gemacht, dass er schon im August fertig ist.
- 43:38Und sonst wird es doch eher belächelt. Also auch wir mit unserem Projekt werden oft belächelt,
- 43:45mal sehen, was die Leute sagen werden. Bist du selber zufrieden damit? Also ich würde den
- 43:54Wein trinken wollen. Ist das dein Alltagswein oder hast du einen Alltagswein? Ich habe keinen Alltagswein.
- 43:59Nein, wir trinken recht wenig Wein privat und dann trinken wir schon vernünftig. Also ich
- 44:07kaufe jetzt von keinem Wein 60 Flaschen, nur dass ich jeden Abend ein Glas Wein trinken kann. Meistens
- 44:13habe ich abends auch keine Lust mehr Wein zu trinken zu Hause. Ja, es ist dann manchmal, dass man
- 44:18so eigentlich schon fast durch das erzählen oder durch das auch teilweise probieren schon so
- 44:23übersättigt ist, dass man gar nicht auch die Ruhe findet für einen Funtiesgebein. Ja, aber ich trinke
- 44:26ja keinen Wein um Wein zu trinken, sondern ich möchte mich ja dann auch mit beschäftigen und
- 44:32nach Feierabend habe ich dann keine Lust mehr mich damit noch mal auseinandersetzen zu müssen,
- 44:36weil ich es ja nicht einfach nur reinschütten möchte. Also ein Bier nach Feierabend und dann
- 44:42ist der Durst auch gestillt. Nein und dann brauche ich auch nichts mehr. Natürlich gibt es Abende,
- 44:49dann reißt man dann noch eine Flasche auf, aber in der Regel nicht. Dabei hast du bei dem, wenn ich
- 44:55da nochmal darauf zurückkommen kann, bei dem Solarispläne oder ist es einfach eine Spielerei oder
- 45:00wie kamst du dazu? Haben jemand rein sagte, ich habe mal Weinberg wollte den haben oder warst du
- 45:06davon begeistert? Ja so ungefähr war es tatsächlich. Ich habe meiner Frau irgendwann mal gesagt,
- 45:12letztens 2021 im Sommer meinte ich irgendwann, wenn der Weinberg mal frei wäre, würde ich
- 45:21ihn nehmen. Echt? Ja ja und zwei Wochen später kam einer auf mich zu, ob ich Lust hätte auf ein
- 45:30Drittel des Weinbergs. Er war ein Schwimmkamerad, mit dem wir morgens immer schwimmen gehen,
- 45:36der meinte, der Betreiber des Weinbergs, also der, der sich hauptsächlich darum gekümmert hat
- 45:45vorher, ist ausgewandert nach Island. Oh wow. Den war es hier vielleicht zu warm. So eine neue
- 45:52Möglichkeit für Weinberge oder? War es zu warm oder ich weiß es nicht. Aber der baut da auch
- 45:58Wein an jetzt im Gewächshaus. Aber wirklich? Ja aber nur auch Spaß. Also der ist ja nicht mal
- 46:02ein Weintrinker, aber dem macht es einfach Spaß, das Wachsen zu sehen und das schneiden. Ja und
- 46:11dann ging es natürlich darum, dass es ganz verkauft wird, weil die anderen natürlich keine Lust
- 46:15hatten sich darum zu kümmern. Ja Schwups hatten wir ein Weinberg. Gab es da jemals eine Bodeneinerlüse
- 46:23oder weißt du auf welchen Böden der wächst, würde wahrscheinlich Heikgestein sein oder?
- 46:27Nee ein bisschen, ein Kieschruhe war da mal drunter. Also recht hohe Trinage hat der Boden. Ja oben drauf
- 46:35ist aber ziemlich dunkle Erde. Ja, so 50 Zentimeter und dann kommt ein bisschen Geröll.
- 46:42Aber das Hanglagen gibt es ja nicht, ne? Ja so ein bisschen Hang ist es, aber jetzt kein ernsthafter
- 46:50Hang. Ja. Aber es ist nicht homogen, also man sieht schon, dass der Boden variiert und dann je nachdem,
- 46:56wo der Wind einfällt, das gibt es natürlich so Stellen, die sind härter vom Wind in Mitleidenschaft
- 47:02gerissen als andere. Weil der Wind ist ja das größte Problem. Wind und Versahne. Die,
- 47:09die Trauben fressen und dann danach bei euch auf der Karte sind. Ja hätten wir gern. Jeder
- 47:16trauben fressende Versahne kommt danach bei Jörg Müller auf die Karte. Aber es klingt halt immer
- 47:24so wie so ein Spaß und Spielerei mit zwei Hektar. Ist es ja dann irgendwie dann schon irgendwas
- 47:28ernsthaftes, was man dann... Wir haben eine richtige Arbeit. Wir haben einen Traktor,
- 47:33wir haben eine Presse. Also wir sind schon voll ausgestattet, das war ein Gut. Jetzt kommen die
- 47:39ersten Barricks. Ich kriege jetzt gebrauchte Ramonnifesser, kriege ich jetzt? Nein. Ja. Ihr packt
- 47:45Solaris in Ramonnifessers. Ja, wir machen mal zwei Barricks und dann schauen wir mal was da raus
- 47:49kommt. Gibt es da eine Warteliste dafür? Also wie sagt, klingt ja wie ein interessantes,
- 47:56spannendes Projekt. Ein Kellermeister von Daute ist ja jetzt auch nicht, wie man so schön sagt,
- 48:01von der Bettkante zu stoßen. Also der schon eine gewisse Erfahrung hat. Also da scheint schon was
- 48:06Spannendes bei rauszukommen, was glaube ich den einen oder anderen interessiert. Wie kommt man
- 48:10daran? Also gibt es da, wie gerade gesagt, eine Warteliste oder muss man bei euch fünf Reservierung
- 48:15platzieren, damit man eine Flasche kaufen kann? Wir schauen mal, also der 22er wird zugeteilt,
- 48:21weil das sind 300 Flaschen. Warum so wenig? War da noch nicht gepflanzt? Doch, doch. Wir haben
- 48:30ne 2 9, aber wir haben hart umgestellt im Weinbau. Also wir haben in der Astschere Reb-Schnitt gemacht,
- 48:38weil das doch sehr verwuchert war, sehr lieblos. Also einfach unprofessionell betrieben vorher.
- 48:45Man hat die Zucht in Ordnung reingebracht. Genau, deswegen hat der Weinberg ein Jahr gebraucht,
- 48:50glaube ich, um sich zu erholen. Das sind 320 Flaschen, glaube ich, vom 22er, aber 23 sieht
- 48:58deutlich besser aus. Was erwartet die Anmenge? 23.500 Liter Most jetzt, also Wein. Das ist
- 49:07ne Hausnummer. Ja, damit kann man arbeiten. Also das wird auch verfügbar sein, aber das mit dem 22er
- 49:13wissen wir noch nicht so ganz genau, wie der in den Vertrieb gehen soll. Alles können wir nicht
- 49:18behalten. Was für ein Preis erwartet ihr da? Also Preis im Allz-Sekundär, aber würde er wahrscheinlich
- 49:26auch, also wenn du sagst, es ist ein Weinbaubetrieb, dann muss man das ja auch ernsthaft kalkulieren und
- 49:30muss da ja auch den Aufwand, den man letztlich dort hat, auch umlegen. Was wahrscheinlich für dich
- 49:35als Zombie noch mal ein ganz neues Denken ist, eine ganz neue Herangehensweise. Ja, ich kann ja nicht
- 49:39300 Flaschen auf ein Jahr Arbeit umlegen. Da wäre ich in Dimensionen, nee, nee, ja, zum Glück ist
- 49:50das ja nicht unser Haupterwerb. Na klar, kann mal zwei Jahre ein bisschen lockerer rangehen. Hast dich
- 50:00da in ins Wein machen so ein bisschen verliebt? Also wäre es für dich denkbar, also das Vollzeit
- 50:05zu machen oder ein eigenes Weingut komplett zu haben oder ist es für dich immer eine Spielerei oder
- 50:10etwas, was du als Bereicherung deiner Berufsperspektive nutzt? Also es ist eine Erweiterung und ein
- 50:17Ausgleich vor allem zum Restaurant, weil man sieht, was man macht und es ist einfach entspannt. Man
- 50:24hat am Morgen seine Ruhe, ja, keiner redet mit einem. Ja, die Vögel zwitschern, die Sonne scheint im
- 50:32Idealfall sehr idyllisch. Also tatsächlich auch, wenn die Insel brechenvoll ist, da oben ist kein
- 50:37Mensch. Man sieht es auch nicht von der Straße, wer noch nicht da war, weiß auch nicht, wo es ist.
- 50:43Also man findet es nicht einfach, nicht zufällig. Aber es könnte für dich, also die Frage soll
- 50:49letztlich darauf hinauslaufen, wenn du jetzt selber ein Weingut hättest, wo wär das? Also wärst
- 50:53du, weil du gerne einen Begrund magst, natürlich im Begrund oder gibt es für dich ein Gebiet, wo du
- 50:58sagst, da hätt ich auch ein kleines Weinhärt drin verloren? Also im Kornass würde ich mich auch sehen.
- 51:05Haben viele witzigerweise gar nicht auf dem Schirm, ne? Also sie war auf Granit, das taugten wir schon gut.
- 51:14Nee, ich hätte ja fast mal eine Winsellehre gemacht, aber das war, das ging sich finanziell nicht aus
- 51:22damals. Für dich, wer dein Weinkonsum zu groß war oder für den Pinzern mit deine Forderung zu groß
- 51:30war? Nein, rein wirtschaftlich wäre das nicht möglich gewesen. Ich war neun Monate, neun Monate
- 51:37auf dem Weingut beim Schwarzen Adler und das war super gut. Total interessant, wenn man so sein,
- 51:47seinen Einstieg ins Weinleben findet, wenn man ja doch ne ganz andere Herangehensweise an dem
- 51:53Wein hat und dem Wein anders versteht und vielleicht auch ganz anders wertschätzt. Und gerade wenn du
- 51:57dann mehr oder weniger so ein hochklassiges Weingut wie eben das in Oberwergen. Ja, das Gute da war
- 52:05wirklich, das war wirklich transparent. Also von vorne bis hinten, da wurde nix heimlich rumgemauschelt,
- 52:10sondern ja, wenn was geschönt worden ist, dann wurde das gesagt, ein bisschen Säure zugegeben,
- 52:17also jetzt alles kein Hexenwerk, aber da wurde offen drüber gesprochen und nicht, dass der
- 52:25Kellermeister der Nachts irgendwie mit dem Eimer rumläuft und das reinschüttet, sondern hieß rüber
- 52:30mal an und schmeiß mal da rein. Nicht zuletzt, dafür spricht ihr, dass ihr die Weine nach wie vor
- 52:37auf der Karte habt, dass du dahinter stehst und war es ein rein wirtschaftlicher Grund, dass du dann
- 52:44raus aus dem Weinbau gegangen bist oder warst du dann mit einmal Strafversetzungsrestaurant,
- 52:50hast du gesagt, es ist doch gar nicht so schlecht, wie die es hier macht? Nein, wir waren in Freiburg,
- 52:54also meine damals noch nicht Frau, jetzt Frau, wir waren in Freiburg und dann war das im Restaurant,
- 53:02da war nix für mich, wo wir da gearbeitet hatten und dann habe ich gesagt, ich gehe in Weinbau und
- 53:08hat mir das tatsächlich so viel Spaß gemacht, dass ich überlegt hatte, die Ausbildung zu machen,
- 53:13aber das wäre dann nicht gegangen, also nicht, da hätten wir alles ummodeln müssen und das wäre
- 53:19dann zu auffällig gewesen. Wir haben in Freiburg gewohnt, Miete war, weiß nicht, 900 Euro warm
- 53:27und ich habe 400 Euro verdient und 200 Euro Spritverfahren. Ja, das ist grenzwertig. In Freiburg
- 53:36hast du aber nicht deine Ausbildung gemacht, wo hast du die, wenn ich so ins Griff fragen darf?
- 53:40Ausbildung? Bei Reut, wo du herkommst? Nein, ich bin Quereinsteiger eigentlich, also ich habe die Prüfung,
- 53:46habe ich auf Sylt abgelegt. Ach, also Frau Ring war meine Prüferin auch. Ist ja niedlich,
- 53:51aber so weit spät auch, du warst ja da vorher auch schon ganz anderen auch sehr darmhaften
- 53:58Häusern, also wie ein vier Jahreszeiten in Hamburg. Aber die Schwiegermutter war sehr darauf
- 54:03bedacht, dass da dann auch ein Zeugnis vorzuweisen ist, hat die drauf gedrängt. Manchmal nicht
- 54:13wichtig, aber manchmal hilft es Wirtschaften im weitesten Sinne. Da hast du dann schon im
- 54:18Brot und Butter sozusagen dann noch die Ausbildung. Nein, ich habe nur die Prüfung gemacht. Man
- 54:23muss dann nachweisen, dass man so in so vielen Jahren gearbeitet hat und dann kann man sich zur
- 54:27Prüfung anmelden. Ach, ist ja cool. Ich glaube fünf Jahre Berufserfahrung und dann geht es einfach so.
- 54:33Ja, die oder dann hat es. Und davor sozusagen in wilder Berufsehe gelebt und dich durchgekämmert.
- 54:42Ach, das ist ja. Und wie kommt man vom Bayreuth ins Kolumbi? Das ist ja eigentlich auch ein
- 54:48relativ schräger Schritt, weil das Kolumbi ist ja sehr, sehr namenhaften. Bayreuth ist ja,
- 54:52das finde ich ohnehin erstaunlich, dass ich in Bayreuth nur begrenzt sehr hochwertige
- 54:57Gastronomen etablieren konnten, obwohl es da ja schon sehr viel Zulauf zu gewissen Zeiten gibt.
- 55:03Ja, also die Region, die weiß ich, ist kulinarisch eher unterirdisch besiedelt, weil alle Leute
- 55:11essen Klos mit Soße oder Forelle und Schnitzel. Und das muss hauptsächlich viel groß und günstig
- 55:17sein, was so ein bisschen wirklich schade ist. Dann gibt es ja zwei, drei Gastronomien, die ernsthaft
- 55:22sind. Aber das ist, also wenn man von woanders kommt, das ist so günstig, dass man fast droht
- 55:28anläuft bei der Rechnung. Finde ich auch, ja. Man nimmt dem Wirt was ab. Ja, also das war schon
- 55:37komisch, dass die Leute da nicht so viel, also ja, das ist nicht so wertschätzen zumindest.
- 55:45Ich fande aber die Qualität der Landgasthöfe teilweise dort relativ außergewöhnlich. Ja, sehr
- 55:52gut, sehr gut. Aber wenn keiner was bezahlen möchte, ist halt auch schwierig. Ja, das ist
- 55:57wirklich schwierig. Und irgendwo bleibt es dann hängen, ob es dann an der Immobilie ist im Personal
- 56:03oder im Material. Irgendwo muss ja dann das Geld eingespart werden. Dann weiß es beim
- 56:08Personal, weil die Oma da noch Kartoffeln schält und der Opa, keine Ahnung, mit serviert.
- 56:13Fand ich aber, ich habe ja in Bayreuth mal gearbeitet für ein paar Jahre. Ja, wirklich?
- 56:19Ganz dankenswerter Weise. Habt da auch ganz, ganz tolle Erinnerungen. Da ist mein Weinhärz
- 56:24mehr oder weniger aufgeblüht oder ist geboren. Das war ein Restaurant, oh Gott, was mache ich,
- 56:30muss 97 gewesen, 94. Das hieß Brückenschenke vom Thomas Dötzer damals, den, ja, der Großgassonon,
- 56:38den ich großartig finde und die haben damals sehr, sehr, sehr ambitioniert gekocht und hatten
- 56:45eine kleine, feine Weinkarte und ich habe es halt total gerne gearbeitet. Aber ich fand sie eben
- 56:49auch sehr schade, dass es keine wirklichen, ich sag mal so, hin und wieder gab es mal ein Sternchen
- 56:56oder sonstiges oder halt der Flaumen in Pegnitz hat sich ja schon einen gewissen Namen gemacht.
- 57:03Ja man in einer anderen Richtung. Was sie dort geschaffen haben, keine Ahnung, um die, um 1990
- 57:13oder so, was die waren ja schon sehr innovativ auch. Ja, also Dötzer ist glaube ich immer noch der
- 57:18erfolgreichste Gastonom in der Stadt. Also ich bin jetzt lange raus, aber die Brückenschenke wurde
- 57:23zum Ponte. Ja, ja, ich weiß, es war schade, aber am Kanal Le Grande. Ja, ja, ja. Aber seine Sachen liefen
- 57:33immer gut. Eigentlich ja, ja und ist immer noch ein ganz super, super netter Mensch dahinter, also
- 57:39das finde ich, deswegen mochte ich die eigentlich sehr, sehr gerne und denke gerne an die Zeit zurück.
- 57:44Aber wie kommt man dann ins Kolumbi? Also war das eine Stelle ausschreiben? Wir waren ja erst,
- 57:48erst in Hamburg. Ach so, erst Hamburg? Ja, erst vier Jahre, also bzw. im Café Paris, ging so meine
- 57:58Restaurantkarriere erst los. Was ja auch ein witziger und cooler Laden ist eigentlich,
- 58:03oder? Den viele gar nicht so auf den Schirm haben. Ja, er wurde leider verkauft, also der Inhaber ist
- 58:08jetzt ein Teefirma, weiß ja einer der großen, weiß nicht welcher. Nee, ich weiß es nicht. Und
- 58:16vorher war es schon richtig cool. Ja, da war Schicken angesagt. Eine Station war ein Zwölftische,
- 58:23Tata am Tisch, ja kein Komi. Wow. Ja und drei Belegungen abends und zweieinhalb Mittags. Boah.
- 58:33Der hatte, hat es gerasselt. Ging, ging die Leute damals mehr weg oder warum lief so was dann eben
- 58:41auch mit dieser Frequenz oder? Ja, ganz viele Geschäftsleute und dann war das Essen da immer
- 58:47wirklich günstig. Also wirklich und ja und das Flair da drin war schon richtig gut. Also der
- 58:56Akustik war richtig laut, diese gefließte Decke, also der alten Schlachterei. Aber in diesem Lärm
- 59:03hat man natürlich für sich am Tisch seine Ruhe, weil durch den Lärm hört man nicht, was der Nachbarsches
- 59:10redet. Ja. Wenn man ist quasi unter so einer Glocke, jeder für sich und das hat da schon richtig Spaß
- 59:16gemacht. Es hat so wenig auch den Flair dann, wie man sich das selber so aus dem letzten Jahrhundert
- 59:22irgendwie vorstellt, also gute Einrichtungen und. Ja und es war einfach immer voll von morgens
- 59:28bis abends. So ein Laden lebt aber auch davon, dass er voll ist. Also wenn da irgendwie nur fünf
- 59:32Leute drin setzen, dann führt man sich nicht wohl, also egal welches Aufwand der Service
- 59:40er die Küche betreibt. Ja. Und da dann das Flair sein. Da wurde ich abgeworben. Welches Jahr war
- 59:47das? 26 oder so war das? Ja, 26. Genau. Zulande sechs ging es ins Flair sein. Er spanket dann ein
- 59:55bisschen Herlin, dann wieder zurück ins Bankett. Weißt du noch, wer damals Homme war im Herlin?
- 1:00:03Ja, Hoppenstedt, Hagen. Okay. Santos ist jetzt auch wieder zurück im Flair sein, der war Maitre. Ja.
- 1:00:08Ja. Matze, Förster und Herr Fien waren die Chef de Rons. Wurde da dein Wein Leben erweckt? Im
- 1:00:20Café Paris war das. Das dein Wachhagen? Im Café Paris schon, okay? Ja, weil da wurde, da wurde
- 1:00:26zum Personal essen abends auch Wein serviert. Ah, ist ja witzig. Man hat abends dann so,
- 1:00:30so einem halb zehn, hat man dann im Restaurant gesessen und gegessen oder auf jeden Fall nach dem
- 1:00:34Service und da gab es immer weiß Wein, rot Wein. Also je nachdem was so passt. Ja. Und ich fand
- 1:00:41diese offene Weinkarte, der hat mich ganz schön, als ich das kapiert hatte, war das schon ganz
- 1:00:47witzig. Die haben fünf verschiedene Sauvignon Blancs ausgeschenkt. Wow. Es gab ein Herr, aber nicht so,
- 1:00:54die haben ein Sauvignon Blanc de Tourin, ein Weisen Bordeaux, ja das war es glaube ich.
- 1:01:04Ausgeschenkt. Also stand nur bei einem Sauvignon Blanc dabei, aber es waren einfach fünf Sauvignon
- 1:01:08Blancs. Und das fand ich schon ganz schön witzig eigentlich. Also wenn man das mal kapiert hat,
- 1:01:14dass die Leute sagen, dann den trinke ich auf keinen Fall, aber den und im Endeffekt, also es ist
- 1:01:20nicht alles das Gleiche, aber es ist alles trotzdem ähnlich. Fand ich schon witzig. Interessant.
- 1:01:25Und dann der Sprung in die große Weite Gastruwöl, das ist das Viare-Zeiten hat sich ja über eigentlich
- 1:01:31schon mehrere Jahrzehnte auf einem Level gehalten, was legender und was einzigartig ist, oder? Ja.
- 1:01:38Das finde ich sehr bewundernswert. Das ist einfach schönes Haus auch. Wie viele Jahre warst du?
- 1:01:43Zwei, ne? Ja, zweieinhalb. Und nach dem kühlen Hamburg dann ins warme Freiburg? Genau. Also in
- 1:01:51Hamburg mit der Frau quasi dann nach Freiburg gegangen, um auch nochmal was anderes zu sehen,
- 1:01:57weil meine Frau da der Ausbildung gemacht im Viare-Zeiten. Und dann sind wir zusammen nach
- 1:02:02Freiburg. Die ja auch außergewöhnlich gut sein soll im Viare-Zeiten, habe ich mal gehört. Also es gibt
- 1:02:07ja so einige Gastronomen, Kinder, die da ganz bewusst hingeschickt wurden. Ja, ja, also sie ist
- 1:02:14schon umfangreich auch die Ausbildung und eben sehr klassisch. Da geht es dann auch viel um Umgang
- 1:02:21und solche Geschichten, was dann auch was noch selten gelehrt wird, glaube ich. Also auch so bei
- 1:02:27Staatsbanketten und solche Geschichten. Hattest du im Herrlin oder im Viare-Zeiten auch schon
- 1:02:34Weinaufgaben oder da noch nicht? Ja, so ein bisschen. Der Oberkennner im Bankett hat mich laufen lassen,
- 1:02:41weil er meinte ja, du machst das schon. Aber das war natürlich jetzt ohne fundiertes Wissen und
- 1:02:47ich hatte einfach mehr Bock als die anderen, glaube ich. Was sich dann meistens bezahlt macht?
- 1:02:53Ja. Auf die lange Strecke. Ja. Das war aber krass nach Freiburg in Breisgau, oder? Ja, das war
- 1:03:00schon anders. Also in jeglicher Hinsicht. Zum Leben würde ich da nicht nochmal hingehen. Das ist
- 1:03:08auch zu warm. Tatsächlich. Wir haben dann einen fünften Stock gewohnt, in so einer Misonettwohnung.
- 1:03:17Ja. Und 2.9 war ja der Sommer bekanntlich sehr warm. Ja, das war sehr anstrengend. Da machen wir Fenster
- 1:03:25auf, kein Wind. Es kühlt ja nachts dann auch nicht ab. Aber die Lebenskultur in Freiburg ist
- 1:03:31schon, finde ich, sehr außergewöhnlich. Ja. Also die Art der Außenpersonalie, die Lebendigkeit,
- 1:03:37wie man rausgeht, diese Kombination von Studentenkultur oder eben allgemeiner Lebenskastronomie-Kultur.
- 1:03:44Das habe ich eigentlich persönlich immer sehr bewundert. Ein sehr großes Dorf eigentlich. Also
- 1:03:51ich meine, das ist jetzt nicht negativ. Nein, nein. Das hat er durchaus sehr heimlich als. Aber da bist
- 1:03:58du ja von einem Dorf ins nächste Dorf danach. Ja. Also fast ja. Dann süllt es ja auch in einem Dorf,
- 1:04:06also wie vorhin schon gesagt. Ja, ist es. Und da gleich mit der Aufgabe, dass du gesagt hast,
- 1:04:12ich rocke hier die Weinwelt oder bist du da sanft eingestiegen? Oder wie kommt man in so ein,
- 1:04:18damals dann auch schon etabliertes Haus wie Müllers? Also ich habe damals noch mal als Chefderoor
- 1:04:23angefangen im Gourmet. Also mit meiner Frau dann, der abberufen wurde nach Hause. Das war ein
- 1:04:33richtiger Einberufungsbefehl, der da kennig kam. Ja, nicht so direkt. Aber in Freiburg hat uns
- 1:04:40jetzt auch nicht wirklich was gehalten und dann wurden wir gefragt, ob wir nicht Lust hätten,
- 1:04:45nach soll zu kommen. Oh, gerne. Na gut. Lieben vorbei. Ja, nee und dann war da noch ein Sommelnjewer
- 1:04:58damals, Herr Chemnitz, der ist jetzt in Hamburg. Also ich habe im April angefangen und er hat
- 1:05:06im Oktober aufgehört, glaube ich. Ja, dann stand ich da allein. Ich glaube, zum Glück überreist
- 1:05:13man am Anfang nicht die Tragweite seines Handelns und die Verantwortung, die man dann übernimmt,
- 1:05:18weil das macht es dann doch einfacher, wenn man dann bis in der E-Fran geht, glaube ich. Also
- 1:05:25wie ich damals angegangen bin. Das glaube ich, dass das in der Tat hilft. Also wie so eine Hummel,
- 1:05:31die ich weiß, dass eigentlich gar nicht fliegen kann. Ja. Und dann fliegt sie halt einfach und
- 1:05:36dann sieht es auch noch witzig aus oder ist eben interessant oder hilfreich. So ist das manchmal
- 1:05:41eben auch, dass man so an diesem Hands-On manchmal mehr lernt, als wenn man sich Jahrzehnte vorbereitet,
- 1:05:47um dann diese Aufgabe zu übernehmen. Einfach, wenn man da, glaube ich, auch eine ganz andere
- 1:05:51Natürlichkeit dem Gast gegenüberlebt und leben kann. Aber ich glaube, man kann so was nur machen,
- 1:05:57wenn man auch den unbedingt und festen Willen hat, dass man daran wachsen möchte und etwas
- 1:06:03Besonderes daraus erwachsen lassen möchte und für dich so eine Karte zu übernehmen,
- 1:06:09wenn du sagst, du hast vorher noch nicht so super viel mit Wein zu tun gehabt,
- 1:06:13ist es klar nicht so einfach. Aber ich glaube, da kam ich aus dem Weinbau dann.
- 1:06:18Wenn man dann im Freiburg war, im Schwarzen Adler dann neun Monate im Weinbau und da hat
- 1:06:25er da auch viel probiert und man unterhält sich dann mit Leuten, da geht es dann schon vorwärts.
- 1:06:31Aber trotzdem weiß Gott keine Expertise für ein Sterne-Restaurant mit so einer Weinkarte eigentlich.
- 1:06:37Ich finde, dennoch, wenn man ein Kommunikationsansatz hat und den hattest du ja dann beim Wein machen,
- 1:06:44dann hat man eine andere Sicherheit und vieles ist wahrscheinlich über die Kommunikation
- 1:06:51mit dem Gast definiert sich über die Sicherheit nicht arrogant, sondern dass man erklären kann,
- 1:06:57dass man unterhalten, dass man erzählen kann dann irgendwo und dann auch raten kann oder
- 1:07:01eben auch durch selber probieren, wertschätzen kann, was ist gut oder was ist nicht gut.
- 1:07:04Ja, war schon spannend am Anfang.
- 1:07:09Wie lange hat es ungefähr gedauert, bist du sagen konntest, jetzt bin ich angekommen,
- 1:07:15jetzt bin ich versiert, jetzt ist es meine Karte?
- 1:07:188 Jahre bestimmt.
- 1:07:20Wow, das ist eine richtige Hausnummer, 8 Jahre. Also ich bin ja auch der Überzeugung selbst.
- 1:07:26Ja, wie gesagt, da geht es ja um viel mehr, da geht es ja dann um die Strukturen im Ganzen
- 1:07:32und bis man alle Händler kennt und alle Vorgänge und bis man alle Weine drauf hat und sich sicher
- 1:07:39ist und man alles probiert hat, was man probieren sollte oder mal probieren zu müssen, das dauert
- 1:07:46einfach und bis alles so eingeräumt ist, wie man das selber haben möchte, dass man da zurecht
- 1:07:51kommt, ich glaube, das ist ja nicht 500 Flaschen, die man da einmal ins Regal räumt, aber bei uns
- 1:07:58sind es ja schon Massen, die bewegt werden mussten und bis man das abverkauft hat, was
- 1:08:04man nicht so mag oder was an der Grenze ist, was weg muss, das hat ewig gedauert.
- 1:08:09Bis man das auch einschätzen kann, bis man das auch in irgendeiner Form kategorisieren
- 1:08:14oder katalogisieren kann. Ich bin auch der Meinung, dass jemand der sagt, okay, ich möchte
- 1:08:19mich jetzt mit Weinen beschäftigen, mindestens 10 Jahre braucht, um genau diese Versiertheit
- 1:08:23zu haben, die du dann da an den Tag legst.
- 1:08:26Da hat man so alles mindestens 3 Jahre im Vorlauf. Also ich muss ja erstmal 5 Jahre abverkaufen
- 1:08:33von einem Wein, um den überhaupt los zu werden. Also wenn man was Neues einkaufen möchte,
- 1:08:39bringt ja nichts, nur Neue zu kaufen und das alte liegt da immer noch. Mein Ansatz war
- 1:08:44dann schon erstmal das alte raus, bevor was Neues kommt und das dauert halt. Dann Gourmet-Restaurant,
- 1:08:50das waren 10 Tische am Abend, wenn es voll ist, idealerweise. Und wie viele Flaschen
- 1:08:56bei einem verkauft man da? Wenn dann von einem großen Gewächs 5, also von allen Produzenten
- 1:09:025 Jahrgänge hintereinander liegen, 3 großen Gewächse, 36 Flaschen, da hat man schon was
- 1:09:09zu tun.
- 1:09:10Da ist es nicht hart, was zu tun. Also gerade wenn du sagst 10 Tische, bis du ja vielleicht
- 1:09:13bei 40, 50 Gästen am Abend, jeder trinkt maximal in der Regel eine Flasche bei.
- 1:09:1825, also eher 25.
- 1:09:20Man kann es dann 20, 25 Flaschen drehen und ihr kauft hier nicht wenig, da ist das nicht
- 1:09:25einfach für viel Gerede und für viel Arbeit dann auch, beziehungsweise um dann die Karte
- 1:09:30auch weiterzuentwickeln, den neuen Jahrgang auch mitzunehmen. Und manchmal ist es ja so,
- 1:09:33wenn du eine gewisse Kontinuität beim kaufen hast, bekommst du ja auch die neuen Sachen
- 1:09:38dann eigentlich nur.
- 1:09:39Ja, so wie gesagt, das ist viel aufwendiger als die meisten Leute sich vorstellen, glaube
- 1:09:43ich. Und dann ist das Lager umgezogen und das noch, und das noch, weil da gab es schon
- 1:09:50einige große Baustellen.
- 1:09:52Ich glaube ich, also das Lager ist größer geworden oder ein komplett anderes Lager?
- 1:09:56Oder ist das?
- 1:09:57Es kam noch ein Lager dazu.
- 1:10:00Oh.
- 1:10:01Ja und dann noch eins und dann sind die alten Lager natürlich aufgelöst worden und haben
- 1:10:08wir wieder alles neu sortiert und dann dauert ja Monate bis da der Raum dann eingeräumt
- 1:10:13ist, also bei uns zumindest.
- 1:10:15Habt ihr einen Lager nur fürs Lager oder fürs Reifen und eines für ein Tageslager oder
- 1:10:22wie kann man sich das vorstellen?
- 1:10:24Also der Tageslager ist der Weinkeller bei uns unten.
- 1:10:27Also wir haben ein Champagnerkühlhaus, 8 Quadratmeter, 9 Quadratmeter, das sind die
- 1:10:33weißen Großflaschen und Champagner drin.
- 1:10:36Und hier unser Weinkeller, da sind ja 10.000 Flaschen vielleicht drin und Außenlager ist
- 1:10:46so knapp, eine gute 200 Quadratmeter.
- 1:10:50Wow.
- 1:10:51Ich glaube das ist...
- 1:10:53Also ein Kistenlager, ein Bogunderlager und einmal das Steckoboxenlager.
- 1:10:58Das ist glaube ich etwas, was viele eben auch unterschätzen oder was euch auszeichnet,
- 1:11:05viele von einem Wein, den ihr auf der Karte habt meistens nicht nur eine Flasche oder
- 1:11:09irgendwie eine Restflasche oder zwei, sondern dass da ja auch richtig Flaschen hinter stehen
- 1:11:14und dass man auch zum Wein trinken kommt, kann also auch mit vier Leuten, dass man da
- 1:11:18eine zweite und dritte Flasche teilweise bekommt, was natürlich die Organisation dann teilweise
- 1:11:23nicht einfach macht.
- 1:11:24Wie schätzt du selber die Relation zwischen deiner eigentlichen, wie wir es sehen, Tätigkeit
- 1:11:30im Restaurant, wo du sagst, ich würde jetzt gerne Chateau Margot X Y trinken und dem
- 1:11:36ganzen Randtätigkeiten wie Weinkarte schreiben, Lager koordinieren, sortieren, Ware annehmen,
- 1:11:45leergut wegbringen oder was da alles noch dazugehört.
- 1:11:47Welchen Verhältnis steht das?
- 1:11:50Also zwei Stunden Lagerarbeit sind, also zu zweit sind schon jeden Tag dabei, ne?
- 1:11:55Jeden Tag.
- 1:11:56Also ja, Logistik, zwei Stunden.
- 1:11:58Dann haben wir ein bisschen Weinshop, weil der ja aus Corona entstanden, was uns natürlich
- 1:12:05super geholfen hat beim Abfließen lassen.
- 1:12:07Also gerade im Lockdown war das ja absurd, was da passiert war.
- 1:12:12Und jetzt bummelt es so schön dem bei, eine gute Plattform noch für die Leute auch, also
- 1:12:19dem bei bis in was zu bestellen.
- 1:12:21Das ist jetzt nicht unser Fokus, aber das läuft gut.
- 1:12:26Ja, also kann ich jeden Wein von der Karte auch online bestellen oder habt ihr einen
- 1:12:30separaten Shop oder?
- 1:12:32Nein, natürlich nicht.
- 1:12:34Das ist was, viele versuchen.
- 1:12:37Ein paar Bugunde mit nach Hause zu nehmen, aber nee.
- 1:12:41Ben sagt, er probiert alles und ich frag mich womit ich ihn herausfordern könnte, ihn
- 1:13:03geschmacklich begeistern könnte.
- 1:13:05Beziehungsweise habe ich als eine meiner Fragen immer im Hinterkopf gibt es eingetränkt,
- 1:13:10was dem Wein ebenwürdig ist.
- 1:13:12Bisher hat nahezu jeder Somelier in den letzten Folgen das absolut dementiert.
- 1:13:18Ein kleines Arbe hat der ein oder andere bei Whiskey angebracht.
- 1:13:21Ich habe deshalb einen Whiskey ausgegraben, den ich richtig spannend, richtig außergewöhnlich
- 1:13:28finde und wähl.
- 1:13:29Gerade Ben offen für neue Sachen ist, ich ihn den zu gern präsentieren willte.
- 1:13:34Und zwar handelt es sich dabei um den Kavalan Triple Cherry Cast.
- 1:13:38Der Kavalan Triple Cherry Cast ist ein einzigartiger Whiskey und weit darüber hinaus ist ein Geschmackserlebnis.
- 1:13:45Weil er sowohl die Spiritosen als auch die 45 Weinwelt miteinander verbindet.
- 1:13:49Ein Whiskey, den man aufnehmen, wo man Stunden damit verbringen möchte, den zu differenzieren.
- 1:13:55Und natürlich ist es Gang und Gebe Whiskey in Cherry Fässer zu, zur Vollreife zu bringen.
- 1:14:00Aber dafür drei verschiedene Charaktertypische Cherry Fässer zu nehmen, das ist außergewöhnlich.
- 1:14:06Fässer, die von Olo Rosso, Perre Rennes und Moskadell geprägt sind, ergeben dieses Putpuri
- 1:14:12von unterschiedlichsten Charinonxen.
- 1:14:15Und das aus dem Hause Kavalan, einen Whiskey aus Taiwan.
- 1:14:19Ein taiwanischen Whiskey und ich weiß nicht, wie lange ich mich zurück erinnern kann.
- 1:14:23Ich hatte noch nie einen taiwanischen Whiskey.
- 1:14:25Nach nun fast 20 Jahren ist Kavalan, Taiwan's berühmte Single Maltmarke und einen der
- 1:14:31häufigste ausgezeichnissen Whiskey-Brennereien der Welt.
- 1:14:35Der Märchenhaft der Erfolg der Brennerei hat jegliche historische Wiedrigkeit des Landes
- 1:14:39getrotzt und sich an die Weltspitze der Single Maltkategorie gearbeitet.
- 1:14:44Die Kavalan Distillery befindet sich unter dem Dach der taiwanesischen Kingkagu, die Brennerei,
- 1:14:50die südlich der Hauptstadt Taipei im Jilan Country im Norden.
- 1:14:53Die Ureinwohner der Region Jilan heißen Kavalan.
- 1:14:56Tiancailie wehrte diesen Namen für den Single Malt aus.
- 1:15:00Er wollte die Landschaft, Kultur und Tradition der Region erhren.
- 1:15:04Kavalan ist heute eines der erfolgreichsten und meist ausgezeichnete Whiskey-Marken der
- 1:15:09Welt.
- 1:15:10Bei kaum einer internationalen Whiskey-Competition fehlt es an mindestens einer Kavalan-Apfüllung,
- 1:15:15die eine Medaille oder eine Auszeichnung in der Hause bringen.
- 1:15:18Kavalan ist bei Kritikern und Whiskey-Liebhabern gleichermaßen beliebt.
- 1:15:21Umso beeindruckender ist dieser Status, wenn man die repressive Geschichte Taiwanzen Sachen
- 1:15:26Alkohol bedenkt.
- 1:15:27Bis 2002 gab es nämlich ein staatliches Monopol auf die Alkoholproduktion.
- 1:15:31Umso glücklicher können wir uns heute schätzen, dass Kavalan Single Malt Whiskey so weitreichend
- 1:15:36verfügbar ist.
- 1:15:37Doch wie wird da eigentlich so ein exotischer Whiskey wie der Kavalan produziert?
- 1:15:41Es dürfte keine Überraschung sein, dass die lokale Wetterbedingungen für einen komplett
- 1:15:45veränderten Reifeprozess beim Whiskeysorge in gemäßigten Klimaschottlands und Irlands
- 1:15:50liegt der verdunnste Alkohol, besser bekannt als Angelshare, bei 2-3% in Taiwan hingegen.
- 1:15:56Dort sind es in den hohen Lagerhäuser der Brennereien von Kavalan 8-15%.
- 1:16:02So ist das Klima neben dem Wasser der einzig gravierende Unterschied beim Herstellungsprozess.
- 1:16:08Im Vergleich zum schottischen Single Malt, der Whiskey reift schneller und dementsprechend
- 1:16:12dürften viele überrascht sein von der wunderbaren Komplexität der Kavalan Whiskey.
- 1:16:17Das subtropische Klima Taiwanz lässt den Anbau von Gersten nicht zuwischen, weil die Gerste,
- 1:16:22der Sorte, Optik bzw. das Gersten malz aus Schottland und Finnland importiert wird.
- 1:16:26Kavalan verwendet zumeist ungetorftes Malz.
- 1:16:29Das verwendete Wasser entspringt hingegen lokalen Quennen, nahegelegenen Suchangenbögel.
- 1:16:36Es ist bekannt für seinen weichen Charakter und seinen süßlichen Geschmack.
- 1:16:39Seit der Erweiterung 2016 brennt Kavalan auf stolzen 20 kupfernden Potsdels aus dem Hause
- 1:16:46Fortes aus Schottland.
- 1:16:47Der Grundstein für die Brennerei wurde im April 2005 gelegt.
- 1:16:51Nicht einmal ein Jahr später, am 11.
- 1:16:54März 2006 um 15.30 Uhr Zeit um genau zu sein, wurde der erste Tropfen distilliert.
- 1:17:00Dass die Brennerei dieses Ereignisse so miniziös dokumentiert hat, weist auf die große historische
- 1:17:05Bedeutung hin.
- 1:17:06Denn bis dahin musste politisch Einiges in Taiwan geschehen.
- 1:17:09Denn erst seit dem Beitritt Taiwan zur Welthandelsorganisation im Jahr 2002 war das Staatsmonopol
- 1:17:14für Brandwein aufgehoben.
- 1:17:16Wie der Gründer der King Car Group widerte seine Chance und erweitete sein Getränke-Sortiment
- 1:17:21um seine Lieblingsgetränke.
- 1:17:22Aufgrund seiner hervorragenden Wasserqualität wurde die Region Jilan als Standort für die
- 1:17:27Brennerei ausgewählt.
- 1:17:28Diese besonderen klimatischen Bedingungen erforderten eine entsprechende Anpassung
- 1:17:32der Prunktabläufe und der Whiskey-Kennart.
- 1:17:35Vor allem die Unterstützung des britischen Chemikers Dr.
- 1:17:38Jim Swarn ist es zu verdanken, dass Kavalan sich in kürzester Zeit zu einem der renommiertesten
- 1:17:43Marken entwickeln konnte.
- 1:17:44Dr.
- 1:17:45Swarn konnte mit Rat und Tat der jungen Brennerei zur Seite stehen.
- 1:17:48Leider verstarb Dr.
- 1:17:49Swarn im Februar 2007.
- 1:17:51Ihr Beispiellose-Fport-
- 1:17:53Der Jungbrannerei liest sich wie ein Whiskeymärchen.
- 1:17:54Der nicht abreichende Strom von Auszeichnungen, Trophäen,
- 1:17:58geben dem Erfolgskonzept von Karl-Werlandrecht.
- 1:18:00Also, vielleicht sollte man sich in der Tatmai
- 1:18:02wieder in die Whiskeywelt begeben und schauen,
- 1:18:05ob es nicht vielleicht doch ein Getränk gibt,
- 1:18:07was dem Wein gleich kommt.
- 1:18:09(Schreie)
- 1:18:10(Schreie)
- 1:18:12Ihr seid ja auch überraschend bei manchen Bugundern,
- 1:18:18als wenn man ein kleines Euglein drauf habt.
- 1:18:19Ihr seid schon relativ up-to-date,
- 1:18:21aber bei manchen auch großen Bewechslungen.
- 1:18:24Sonst ist es sehr, sehr angenehm kalkuliert.
- 1:18:27Ich versuche mal, das Wort "Fair" zu vermeiden,
- 1:18:29weil das ist ...
- 1:18:30"Fair" ist keine faire Aussage sozusagen,
- 1:18:34aber angenehm, dass man gerne die Flasche bestellt
- 1:18:36und dass man sagt, ja, der Preis ist durchgeguckt.
- 1:18:39Ja, einer der Ansätze ist, dass wir kein Museum sind,
- 1:18:43sondern eine Wirtschaft.
- 1:18:45Ja, dass die Leute schon trinken sollen.
- 1:18:48Also, es sollen auch schon animiert werden.
- 1:18:50Natürlich guckt man, nach den Preisen passt die manchmal ein bisschen an,
- 1:18:54aber ich versuche, sie doch trinkenfreudig zu halten,
- 1:18:58also, weil es geht.
- 1:19:00Kann man sagen, dass du das Anstrengender findest,
- 1:19:03wenn ein Gast sehr versiert und sehr etabliert
- 1:19:06und sehr eingetrunken ist, oder wenn er unbedarf ist?
- 1:19:09Also, macht ihr mehr Spaß oder was ist anstrengender?
- 1:19:13Also, unbedarf ist natürlich einfach,
- 1:19:15als würde man auf einem weißen Blatt Papier anfangen.
- 1:19:18Ja, die sind auch viel dankbarer meistens und offener,
- 1:19:24weil sie ja sowieso wenig Vorkenness und wenig Erwartung haben,
- 1:19:28glaube ich, oder weniger Erwartung.
- 1:19:31Die ist niedriger als bei höchst professionellen Trinkern.
- 1:19:35Ja.
- 1:19:37Wobei ich die Challenge natürlich auch mag.
- 1:19:40Also, da nicht rein zu fuchsen, wenn einer sagt,
- 1:19:44er hätte gerne das und das und sehr speziell wird,
- 1:19:47dann versuchen wir das natürlich zu übertreffen, was er möchte.
- 1:19:50Ist es da aber manchmal nicht so, dass man dem Raster,
- 1:19:53also entspricht du dann eher dem Raster und sagst,
- 1:19:56okay, der mag gerne Pomeroll,
- 1:19:58klar empfehle ich ihn Pomeroll,
- 1:20:00oder versuchst du ihn ganz bewusst davon abzubringen
- 1:20:04oder weiterzuleiten oder andere Ebenen zu offenbarren?
- 1:20:08Das kommt darauf an, weil wenn einer sagt,
- 1:20:12er trinkt gern Petrus,
- 1:20:13muss ich ihm kein Melo aus Argentinien aufmachen.
- 1:20:16Ja, nur um ihm zu zeigen, dass es noch andere Schöne mehr losgibt.
- 1:20:20Also, dann ist die Situation abhängig, glaube ich.
- 1:20:25Was ist auch einer bereit auszugeben?
- 1:20:28Wie weit kann man spielen?
- 1:20:29Wie ist der Habitus sonst?
- 1:20:32Also, ob es auch mal ein bisschen experimenteller sein darf
- 1:20:36oder so, weil da die Möglichkeiten bei uns auch recht eingeschränkt sind.
- 1:20:40Also auf der Karte, weil so experimentell sind wir dann doch nicht unterwegs.
- 1:20:46Ich finde aber, dass man im Rahmen dessen auch spielen kann.
- 1:20:49Also, manchmal sind es ja dann eben gerade die Feinheiten,
- 1:20:51um die Schraube ein bisschen weiter zu drehen,
- 1:20:53dass wenn jemand Burgund mag,
- 1:20:55kann man auch mal zu einem extrem gut gemachten Weißburgunder,
- 1:21:00also als Next Step dann irgendwie das Ganze entwickeln.
- 1:21:03Und dass ihr nicht so die,
- 1:21:05der Natural Wine-Schuppen seid, das ist klar.
- 1:21:08Und deswegen kommt man wahrscheinlich auch gar nicht dahin,
- 1:21:10aber das sind ja manchmal die Spielarten,
- 1:21:12die man dann dabei leben kann, jeden Tag im Service.
- 1:21:18Ja, wir haben natürlich schon unsere Spezies,
- 1:21:19die auch gerne mal was probieren.
- 1:21:20Und dann kann man da auch schon mal was aufmachen,
- 1:21:24was man ein bisschen ab der Norm schlägt.
- 1:21:26Aber im Großen und Ganzen kommen die Leute ja,
- 1:21:29weil sie auch große Weine trinken wollen,
- 1:21:31also auch klassische Weine,
- 1:21:33auch junge Hauptstädter mit Oberlippenbad und vielen Tattoos
- 1:21:37und Strickmütze trinken bei uns Kosterie,
- 1:21:40weil sie es sonst auch nicht kriegen.
- 1:21:42Das ist das Schöne,
- 1:21:43als dass ihr in der Tat einen Zugriff und einen Zugang dazu habt.
- 1:21:49Und das für die Weinhändler, die Winzer,
- 1:21:52manchmal einfach auch ein Schmuck ist,
- 1:21:54bei euch zugegen zu sein und Präsenten auf der Karte zu sein
- 1:21:58und durchaus von euch repräsentiert zu werden.
- 1:22:01Aber neben den zwei Stunden Kellerarbeit,
- 1:22:04was fällt da noch an Arbeit an, also so im täglichen?
- 1:22:08Das ist ja nicht nur Keller und Restaurant.
- 1:22:09Ja, und dann abends ist es Restaurant, ne?
- 1:22:11So Weinkarte oder allgemein informierst du dich?
- 1:22:15Ja, das würde ich jetzt in Kellerarbeit mit reinziehen.
- 1:22:19Wenn abends wenig los ist,
- 1:22:21hau ich mich vorne an PC und dann schreibe ich Weinkarte.
- 1:22:24Das geht dann eher nebenbei oder mal mittags.
- 1:22:27Ist es bei euch Chefarbeit,
- 1:22:30also dass du dann die Weinkarte alleine schreibst
- 1:22:33oder ist das Teamarbeit, das jeder mal ran darf?
- 1:22:36Ja, das Problem ist,
- 1:22:37ich bin ein bisschen der Monk manchmal mit den Taps.
- 1:22:42Das macht mir jemand ganz verrückt.
- 1:22:44Deswegen schreiben Sie es gerne vor
- 1:22:46und dann soll ich das dann in die richtige Ordnung bringen.
- 1:22:48Formatieren.
- 1:22:49Ja.
- 1:22:51Ja, da machen wir so Tiere in einzelne Positionen,
- 1:22:54aber das ist dann so, da wird es dann auch manchmal nötig.
- 1:22:57Gibt es eine Weinkarte oder gab es eine Weinkarte,
- 1:23:00die dich selber mal richtig beeindruckt hat,
- 1:23:03die du in der Hand sagst und sagt, wo?
- 1:23:06In der Hand? Ja, es gibt schon ein paar.
- 1:23:09Aber...
- 1:23:12Ich suche immer noch die perfekte Weinkarte in der Aufteilung.
- 1:23:17Also ich hätte gerne mal so eine Doppelweinkarte
- 1:23:19mit Cool Climate und Hot Climate
- 1:23:22und dann nach Bodenarten sortiert.
- 1:23:25Aber das gibt mir keiner.
- 1:23:29Ja, glaubst du, würde die Gäste mitgehen,
- 1:23:31dass die das verstehen oder akzeptieren würden?
- 1:23:34Nee, natürlich nicht.
- 1:23:36Aber es wäre natürlich cool, wenn man...
- 1:23:38Das wäre so geil.
- 1:23:39Nach Schiefer sortiert oder nach Kalk oder...
- 1:23:42Ja, so was suche ich.
- 1:23:44Aber nee.
- 1:23:46Sonst sind ja Weinkarten nur noch mehr
- 1:23:49von dem Zeug, dass man sowieso kennt, drauf ist.
- 1:23:54Das ist ja eigentlich, dass es immer mehr, mehr, mehr...
- 1:23:57vorne ich natürlich kein Feind bin, aber...
- 1:24:00Es kommt dann schon...
- 1:24:01Also für mich ein bisschen drauf an, wie es korratiert ist.
- 1:24:03Das ist auch...
- 1:24:05enorm wichtig, auch welche Dramaturgie man da drin hat.
- 1:24:07Dass man auch ein bisschen die Handschrift sieht
- 1:24:09und ein bisschen...
- 1:24:10Ein bisschen Inuvalität,
- 1:24:12dass nicht alles nur Namen sind,
- 1:24:14sondern...
- 1:24:16ja, die Seele auch erkennbar ist.
- 1:24:19Ja.
- 1:24:21Ich mag die Dramaturgie in eurer Weinkarte.
- 1:24:23Ich mag die Jahrgangsfolgen.
- 1:24:26Ich mag teilweise auch im Rahmen des Klassischen
- 1:24:28die Fächer, die dabei aufgehoben werden
- 1:24:31und die Möglichkeiten, die es dort gibt.
- 1:24:33Auch dieses Spiel teilweise mit...
- 1:24:35oder zumindest im begrenzten Rahmen
- 1:24:37mit der neuen Welt, das ihr durchaus lebt.
- 1:24:40Und glaube ich, wo ihr grundsätzlich auch
- 1:24:42eine gewisse Offenheit für habt, oder?
- 1:24:44Ja.
- 1:24:46Alles so Südafrika ist für uns irgendwie...
- 1:24:48also für mich persönlich irgendwie nicht greifbar.
- 1:24:50Südamerika ist auch nicht so...
- 1:24:52Also ja, da habe ich einfach keinen Fokus drauf.
- 1:24:55Da gibt es ganz sicher sehr viele gute Weine.
- 1:24:57Aber ja, irgendwo muss man...
- 1:25:00sich versuchen, zumindest ein bisschen zu spezialisieren
- 1:25:03oder seinen Fokus draufzulegen.
- 1:25:05Und die Leute erwarten bei uns auch keine
- 1:25:07große Südafrika-Auswahl, glaube ich.
- 1:25:10Oder Petnat.
- 1:25:12300 verschiedene Petnats.
- 1:25:14Das ist nicht so unser Ding.
- 1:25:16Aber ich finde es dann interessant,
- 1:25:18wenn man für sich selber eine ganz klare Linie gefunden hat
- 1:25:21und hin und wieder schon eine gewisse Offenheit hat,
- 1:25:24einfach um die Kommunikation mit dem Gast zu gehen.
- 1:25:27Also probieren tun wir alles.
- 1:25:29Und gerade wenn so viel gehypt wird,
- 1:25:31man sieht ja dann im Netz, was so rumschwirt.
- 1:25:34Das probieren wir dann auch.
- 1:25:36Und gab es für dich mal...
- 1:25:38Die Art von Weim, wo du sagtest,
- 1:25:40auch schade ist, wie so klasse es stimmt.
- 1:25:42Das würde mich dann trotzdem abholen und begeistern.
- 1:25:45Sind es Petnats oder ist es irgendwas anderes?
- 1:25:47Nee, Petnats ist nicht.
- 1:25:49Also ich mag ja...
- 1:25:51Ich dring total gerne Falkenstein.
- 1:25:54Also Hofgut, Falkenstein.
- 1:25:56Das ist ein unverkäufliches Restaurant eigentlich.
- 1:25:58Wenn ich das auf unsere Gäste los lasse,
- 1:26:00da habe ich zu viele Diskussionen.
- 1:26:02Also sowas in die Richtung.
- 1:26:04Wenn es zu ekst, also ich mag es gerne sauer.
- 1:26:06Wenn dann Rotweine dünn und sauer sind,
- 1:26:08dann ist es auch immer schwierig.
- 1:26:10Das versteht dann keiner mehr.
- 1:26:12Und diese Diskussion muss man sich dann nicht an das Bein binden.
- 1:26:15Also nur aus Ego.
- 1:26:18Da...
- 1:26:20Um mit den Gästen zu diskutieren.
- 1:26:22Man macht es ja trotzdem für die Gäste am Ende.
- 1:26:24Am Ende des Tages noch.
- 1:26:26Und ihr habt ja eine Linie gefunden.
- 1:26:28Also warum soll man das, was beständig und was Gutes
- 1:26:30und seit Jahren etabliert ist?
- 1:26:32Warum soll man das verändern?
- 1:26:34Also daher bin ich da ganz gerne bei dir.
- 1:26:37Jetzt habt ihr schon, ich glaube um 1500 Position ungefähr.
- 1:26:40Also Größe ist ja nicht unbedingt wichtig,
- 1:26:42aber hättest du es gerne manchmal größer oder kleiner?
- 1:26:44Also würdest du manchmal sagen, es laufen ohnehin nur 40 Positionen
- 1:26:47und wir brauchen die anderen 1400 gar nicht.
- 1:26:50Oder würdest du gerne so eine 4000 Position Weinkarte haben,
- 1:26:54um einfach zu spielen und alle Karten ziehen zu können,
- 1:26:57die es irgendwo gibt?
- 1:26:59Oder bist du zufriedenfrohen glücklich mit dem, was ihr habt?
- 1:27:02Also um alles noch zu zeigen, was im Keller ist
- 1:27:05und auf Karte soll, bräuchte ich locker noch 500 Positionen.
- 1:27:08Okay.
- 1:27:10Ja, das wird ja logistisch irgendwann auch.
- 1:27:12Das geht es an die Grenzen.
- 1:27:14Der Keller bei uns im Haus ist klein.
- 1:27:17Und man muss es ja auch noch finden.
- 1:27:20Was manchmal gar nicht so einfach ist.
- 1:27:232000 kann man schon gut machen.
- 1:27:26Also ja, das wäre jetzt ohne Probleme auch ad hoc möglich.
- 1:27:30Ist auch schön, wenn man weiß, dass man könnte,
- 1:27:33aber ich muss in dem Sinne, also dass man aus dem einfach
- 1:27:37seinen herausleben kann, gibts für dich ein Laden,
- 1:27:40wo du sagst, da würde ich total mega gerne mal arbeiten.
- 1:27:43Also keine Ahnung.
- 1:27:45Also, um mit der Karte zu arbeiten, die Leute kennenzulernen,
- 1:27:49die Gäste kennenzulernen, mit den Kollegen zusammen zu arbeiten.
- 1:27:53Ich weiß nicht, ob ich mal da so ein Espen zum Laden arbeiten
- 1:27:57wollen würde, wenn es dann zu Hochseisungen,
- 1:28:01wenn da diese ganzen ganz wilden unterwegs sind, zum Skifahren.
- 1:28:05Da gibt es auch brutale Weinkarten.
- 1:28:08Also wirklich krass.
- 1:28:10Oder ein Bahn-Stakehouse oder so.
- 1:28:13Ja, wow.
- 1:28:15Ich weiß gar nicht, wie viele Positionen die haben.
- 1:28:18Ich glaube, die haben 150.000 Flachen oder so.
- 1:28:21Aber die haben ja doch auch noch...
- 1:28:23Ja, auf jeden Fall.
- 1:28:25Und endlich groß und einfach, um zu sehen, wie das abläuft.
- 1:28:28Wenn man da auch so 400 Gäste jeden Tag durchjagt,
- 1:28:31auf dem Niveau, was da geht.
- 1:28:34Also, das würde mich schon mal interessieren.
- 1:28:37Mich auch.
- 1:28:38Ich war leider noch nicht mal zum Essen da,
- 1:28:40oder sonst die Gäste da.
- 1:28:42Ich auch nicht.
- 1:28:44Oder da in Taiwan, in diesem Casino,
- 1:28:46ich weiß nicht, 12.000 Positionen.
- 1:28:48Da ist alles drauf, was es gibt.
- 1:28:51Also alles, was Rang und Namen hat, ist da drauf vertreten.
- 1:28:54Und in Menge.
- 1:28:56Der Preis ist natürlich absurd, aber...
- 1:28:58ist ja im Casino da.
- 1:29:00Irgendwann hatte er immer Glück.
- 1:29:02Ja.
- 1:29:04Ich habe das Gebühren begießen.
- 1:29:07Ja, da geht es dann einfach um die schiere Größe, glaube ich,
- 1:29:11dass man das mal...
- 1:29:13oder da auf dem Bahamas, Nassau,
- 1:29:15in dem Hotel...
- 1:29:17Nassau, Nassau, Nassau,
- 1:29:21weiß ich, auf dem Bahamas,
- 1:29:23da gibt es auch so einen ganz brutalen Weinkeller.
- 1:29:27Oder ein Tour der Genre natürlich.
- 1:29:30Da einmal eine Inventur mitmachen.
- 1:29:35Vielleicht nicht nur in Inventur.
- 1:29:37Aber das finde ich das Interessante einfach auch bei uns im Job,
- 1:29:41dass man sich allein durch den Anblick schon erfreuen kann.
- 1:29:44Dass man das sieht und sagt, wow, und toll, und auch super.
- 1:29:47Und das, und vielleicht kenne ich mal, oder das Erlebnis damit,
- 1:29:50oder damit habe ich die Gäste auch glücklich gemacht,
- 1:29:53also man freut sich dann ja auch an der Freude der anderen.
- 1:29:56Was großartig ist, wenn man eben so den Abend kuratieren kann bei denen
- 1:30:00und mit der entsprechenden Dramaturgie untermalen.
- 1:30:03Dann kennen sie vielleicht das, oder man hat das andere noch mit dabei
- 1:30:07und macht richtig viel Spaß.
- 1:30:10Hattest du ein Vorbild unter den Zommeris?
- 1:30:12Also, dass du sagst, grad ein junger Jahr,
- 1:30:14keine Ahnung, Hagen-Hoppenstädte oder sonstige,
- 1:30:16die im Vier-Ausseiten nicht geprägt haben,
- 1:30:18oder jemand anderes, wo du im Adler oder sonst wer dich beeindruckt hat?
- 1:30:25Also, schwierig, weil so Zominis...
- 1:30:29Henryk Thomas war ja damals so eine Lichtgestalt, jung in Hamburg,
- 1:30:36und dann war das schon der Zominier, auch von seinem Reden, von seinem Auftreten,
- 1:30:41schon eine gute Person natürlich.
- 1:30:44Aber so richtige Vorbilder, schwierig mochte immer so alte Metres,
- 1:30:49irgendwie die Wirken immer so erhaben, das war ja auch im Schwarzen Adler,
- 1:30:56wenn über da kamen.
- 1:31:00Der erstrahlte einfach eine Autorität aus, ohne je laut werden zu müssen.
- 1:31:06Das war gut.
- 1:31:11Gibt es kaum noch, oder gibt es gar nicht mehr?
- 1:31:14Ja, schwierig, selten geworden.
- 1:31:16Und im Café Paris war natürlich einer, der hat mich bis in Tom,
- 1:31:19hier ist der junge Mann damals,
- 1:31:21hatte für mich natürlich unendlich Ahnung.
- 1:31:23Und jetzt im Nachhinein natürlich ganz anders.
- 1:31:27Aber der hat mich halt mal in die Hand genommen und gesagt,
- 1:31:29"Probier mal das, probier mal das", hat so ein bisschen erklärt.
- 1:31:32Und da ging das dann richtig los.
- 1:31:35Ich finde auch diese Charaktermenschen,
- 1:31:39wie sie fast noch mehr in den 80er, 90er oder Anfang der 2000er Jahre gab,
- 1:31:44diese Metres, teilweise auch Zominis,
- 1:31:46das ist schade, dass die so ein bisschen auf der Strecke geblieben sind.
- 1:31:51Und diese Autorität gar nicht mehr so krass oder so intensiv geliebt wird.
- 1:31:55Und da gibt es den einen oder anderen, wo ich auch sage,
- 1:31:58wow, also diese Ausstrahlung, diese Präsenz, das war schon...
- 1:32:01Genau, darum geht es.
- 1:32:03Es geht ja nicht darum, ob er viel redet oder wenig redet,
- 1:32:07das ist ja relativ egal, aber merkt einfach, wie er im Raum wirkt.
- 1:32:11Ja.
- 1:32:12Wenn alle still sind, wenn er läuft, dann...
- 1:32:15Ja.
- 1:32:16Diese Ausstrahlung haben wenige heutzutage noch.
- 1:32:21Ja, und auch gar nicht, also es geht gar nicht um Dominanz, sondern Autorität.
- 1:32:25Wie man es manchmal bei so besonders großen, berühmten Menschen hat,
- 1:32:30wenn die in den Raum betreten, man spürt das irgendwie,
- 1:32:32man hat diese Energie, die hier mit einmal da sind und präsent sind.
- 1:32:36Und finde ich sehr außergewöhnlich.
- 1:32:40Ist es bei euch so, dass Wein nur, ich sag mal, erhaben getrunken wird?
- 1:32:46Oder gibt es auch so die große Sause, wo ihr manchmal die Flaschen aufreißt
- 1:32:49und einfach Spaß und Party und...
- 1:32:52Oder ist Wein zu ernst?
- 1:32:53Die große Sause gibt schon recht regelmäßig.
- 1:32:57Findest du mal kein Gut mit Weinfeiern?
- 1:32:59Kommt auf die Party drauf an.
- 1:33:02In der Disco bräuchte ich es nicht, glaube ich,
- 1:33:05aber man kann ja auch eine coole Party in dem Restaurant feiern.
- 1:33:08Und dann habe ich schon gerne Wein.
- 1:33:10Also wie sagt man, Tanzen und Wein, naja, muss nicht unbedingt.
- 1:33:16Also dann tut es auch ein Bier oder Nongring.
- 1:33:19Oder eben Champagner.
- 1:33:21Was für Weine findest du zum Feiern gut?
- 1:33:24Also es sind dann wahrscheinlich nicht die Burgunder, sondern...
- 1:33:26Ja, da hat auch so junge Burgunder, also die Trinkig sind nicht zu hoch klassifiziert,
- 1:33:31würde ich jetzt mal sagen.
- 1:33:33Ja, das böse Wort darf man natürlich nicht sagen, also so ein Village.
- 1:33:39Ne, ja, nein, sowas.
- 1:33:45Was Trinkiges einfach.
- 1:33:47Und deutsche Pinos können das auch super gut mittlerweile.
- 1:33:50Da tut sich viel.
- 1:33:53Aber schon seit einigen Jahren, finde ich, also sehr erstaunlich,
- 1:33:56wie diese Welt sich da verändert hat
- 1:34:00und wieder allein in so einem eigentlich kleinen Zeitraum von 10, 15, 20 Jahren so viel passiert ist.
- 1:34:06Es hat mich immer und sehr nachhaltig beeindruckt und da sind...
- 1:34:10Ja, super. Also diese neue deutsche Identität, also ohne was zu kopieren, ist das wirklich gut.
- 1:34:16Das macht doch richtig Bock und ich glaube, wir können Pino schon ziemlich gut in Deutschland.
- 1:34:21Ja, denke ich auch.
- 1:34:23Hast du da Favoriten persönlich, dass du sagst?
- 1:34:25Also von dem muss ich immer auf der Karte haben oder das sind meine Sachen, die ich besonders interessant finde.
- 1:34:35Also was jetzt neu supergut ist, ist natürlich Christmann, da mit dem Zugewinnen der Tochter in der Winifizierung supergut.
- 1:34:47Also auch schon im Basissegment macht das richtig Spaß.
- 1:34:51Die Ringsbrüder auch.
- 1:34:54Entschuldige, eine so tolle Geschichte, dass die Tochter ihre eigene Geschichte gefunden hat
- 1:34:59und ihre eigene Identifikation innerhalb des schon bestehenden Weingutzen des erfolgreichen Konzepts.
- 1:35:03Die Rings finde ich auch ganz... ich wollte die nicht unterbrechen, Entschuldige.
- 1:35:07Nein, also Rings macht Spaß, also so ein bisschen mehr auf der maskulinen Seite, wenn man das noch sagen darf.
- 1:35:13Also ein bisschen expressiver, ein bisschen mehr Holz, ein bisschen mehr Druck.
- 1:35:19Aber natürlich nicht zu viel von Holz oder... das macht Spaß.
- 1:35:26Also der Oberbergen, der Schwarze Adler, natürlich Huber, Keller, Rheinhessen, Fürst natürlich.
- 1:35:35Richard Österreich haben wir viel, da ist er immer mehr. Ja, tut sich was.
- 1:35:43Gibt es für dich... also sind das ja alle Namen, wo viele sich wahrscheinlich nicht nur die zehn Finger,
- 1:35:50sondern auch die zehn dazu ablecken würden, wenn sie da die eine oder andere Flasche von bekommen.
- 1:35:55Ihr habt ja eine relativ breite Auswahl, wahrscheinlich, weil ihr schon früh angefangen habt.
- 1:36:00Auch die Weingüter zu begleiten, ich finde nicht unbedingt unterstützen sein,
- 1:36:03sagen, weil es ja immer so eine gegenseitige Bereicherung ist.
- 1:36:06Aber gibt es für dich Grenzen, also gibt es irgendwas, wo du sagst, wenn ich das kaufen könnte,
- 1:36:10oder dürfte, oder wie auch immer, oder ihr habt ja eigentlich Zugang zu allem, oder was ihr auch schon privilegiert habt.
- 1:36:16Ja, in Deutschland gibt es ja wenig Grenzen, würde ich mal behaupten.
- 1:36:20Aber sonst, ja, muss ich jetzt... also Burgunder kaufe ich schon über die Importeure.
- 1:36:27Ja, das sind ja von den meisten doch sehr gut zugeteilt.
- 1:36:33Also auch aufgrund der langen Geschäftsbeziehungen.
- 1:36:37Ja, der Partnerschaft. Was finde ich auch etwas sehr Interessantes, insofern ist,
- 1:36:44dass viele das eben nicht pflegen, dies geben und nehmen und diese lange Partnerschaft
- 1:36:49und dies gegenseitige begleiten eigentlich.
- 1:36:52Ja, das mit dem Zug Kauf ist natürlich so eine Unart geworden, die man früher einfach gemacht hat,
- 1:36:57ohne dass man drüber sprechen musste.
- 1:37:00Also man kauft nicht nur die Rosinen, sondern man kauft halt auch einfach was dazu.
- 1:37:06Das war früher Gang und Gebe, aber das ist halt heute... diese Kultur ist ein bisschen verramscht worden.
- 1:37:13Leider.
- 1:37:14In welche Richtung?
- 1:37:17Dass man da einen Taschenrechner braucht, um seine Zuteilung auszurechnen.
- 1:37:22Ja.
- 1:37:24Ja.
- 1:37:25Und früher war es der andere Seite sehr gut, wenn es dann offen kommuniziert wird, wie viel man tatsächlich braucht.
- 1:37:31Aber zum Teil ist halt echt affig geworden.
- 1:37:35Ja, stimmt. Weil viele Rosinenpicker aber auch einfach unterwegs sind, die entweder versuchen,
- 1:37:40einen gewissen Kommerz damit zu leben oder wahrscheinlich dann sich nur darauf zu fokussieren und zu konzentrieren.
- 1:37:50Hat es nicht damit auch zu tun, nur so als Gedankenansatz, dass diese üblichen Handelstrukturen einfach aufgebrochen wurden,
- 1:37:59wie es sie halt früher gab und dann diese Stufe, die dafür sorgt, dass sowohl die normalen Qualitäten
- 1:38:07als auch die hochklassigen Qualitäten vertrieben werden und im Markt verteilt werden, dass es die kaum noch gibt,
- 1:38:15sondern dass es mehr und mehr Direkt-Situationen gibt und diejenigen, die es sich irgendwo,
- 1:38:22ich sag mal, leisten können oder leisten möchten, eben nur diese Rosinen suchen, damit das Ungewicht reinbringen.
- 1:38:29Weißt du, wie ich meine?
- 1:38:32Also das ist ein Händler, der jetzt eben früher nur Adressions verkauft hat, jetzt auch privat verkauft
- 1:38:37und da ruft halt einer an, sagt hier, ich hätte ganz gerne den Blabla-Blah-Krö und das andere will ich aber nicht kaufen
- 1:38:44und somit ist natürlich eine einseitige Auslastung, die früher anders war.
- 1:38:48Ja, man muss der Händler ihm dann nur den Grand-Grün verkaufen, ist die Frage.
- 1:38:53Daher ist er eben so.
- 1:38:55Also ich würde dem ja nur einen Grand-Grün verkaufen, wenn er vorher auch schon mal was anderes gekauft hat.
- 1:39:00Also ich würde den jetzt nicht da an dieser einen Position aufhängen, aber wenn er sonst auch kauft, dann kann man es ihm ja geben.
- 1:39:07Dann ist ja das Gleichgewicht da, aber ich würde ja nicht irgendjemand meine beste Flasche geben beim ersten Mal.
- 1:39:15Wir haben ja auch Sachen, die nicht auf gerade stehen und die muss man sich ja auch verdienen.
- 1:39:19Die kriegt man angeboten, danach fragt man nicht.
- 1:39:23Also daher hatte ich den Gedanken, dass aufgrund dessen, weil viele so versuchen zu kaufen oder auch von mir aus Wein anzulegen oder sonstiges
- 1:39:34und dieses Gleichgewicht nicht gewahrt haben, dass die Händler von sich aus aktiv geworden sind und gesagt haben,
- 1:39:41du darfst nur den Grand-Grün, was ja viele automatisch machen, aber eben manche nicht,
- 1:39:46wenn du auch vom Entweder-Village oder vom Gutswein noch die und die Menge mitnimmst,
- 1:39:53dass dann eben offen kommuniziert wird, was früher nicht so war.
- 1:39:57Ja, ich glaube die Kaufkultur hat sich ja auch verändert.
- 1:40:01Dass die Leute viel mehr Rosinen picken als früher.
- 1:40:04Früher war es ja glaube ich normal, dass man eine Allokation von irgendeinem Wein gut hat.
- 1:40:11Also wenn es jetzt Kosterie, Romanikontie oder irgendwas ist, ist es jetzt egal,
- 1:40:17dass man das einfach jedes Jahr bekommen hat und der Händler ausgesucht hat, wie viel von jedem.
- 1:40:24Dass man das sowieso nur im Paket kaufen kann, dann finde ich das ja völlig in Ordnung.
- 1:40:29Also um eine Flasche Korndorschale mann zu kriegen, dass ich nicht nur den Korndorschall,
- 1:40:33kaufen kann, finde ich schon in Ordnung.
- 1:40:36Weil theoretisch kann ich den direkt mal drei weitergeben und dann ist er weg.
- 1:40:41Das hätte der Händler ja auch selber machen können.
- 1:40:43Ich find's bei manchen.
- 1:40:45Nee, aber das muss schon so ein Gleichgewicht irgendwie.
- 1:40:47Finde ich auch und dann, wie du vorhin auch sagtest, finde ich es eigentlich ganz gut,
- 1:40:52wenn es offen kommuniziert wird und man sagt, wer uns unterstützt,
- 1:40:56unterstützen wir auch in dem Sinne und mit dem Reigen.
- 1:41:00Es ist natürlich manchmal schade, wenn jemand eine besondere Flasche einmal trinken möchte
- 1:41:05und vielleicht nicht die Möglichkeit aus irgendwelchen Gründen, sei es vom Trinkverhalten
- 1:41:11oder wirtschaftlich, sich die anderen Sachen mit dazu zu kaufen.
- 1:41:14Aber dafür gibt es dann Restaurants wie euch, wo man halt noch Kosterie auf der Karte findet.
- 1:41:19Oder Leroy oder was auch immer.
- 1:41:23Dann ist es da wieder eine Unterstützung des Systems oder ein stimmiges System.
- 1:41:30Wenn man dann sagt, okay, dann gehe ich dahin oder gehe zu einer Probe
- 1:41:33oder hol sie mir dann in einem Weinladen,
- 1:41:36muss ich nicht direkt vom Importeur oder von irgendwo her beziehen.
- 1:41:40Also da finde ich ein bisschen Stimmigkeit eigentlich auch.
- 1:41:43Ja, vernünftig.
- 1:41:45Wo trinkst du gerne Wein oder hattest du mal den Laden,
- 1:41:48wo du sagst, das war der Kultladen schlechthin?
- 1:41:53Auf Sylt, da gibt es ja einige wie vorhin schon gesagt,
- 1:41:57aber in Deutschland selber während dein Reisejahren,
- 1:42:02hatte ich ein Laden beeindruckt, wo du sagst,
- 1:42:04wenn ich irgendwann mal selber ein Weinladen hätte, dann wäre der so?
- 1:42:06Nee. Also nein, das hat mich nicht keinen Weinladen beeindruckt,
- 1:42:12sondern das lebt schon immer von den Leuten, die da sind, finde ich.
- 1:42:17Ja, und dann am Ende braucht man drei gute Weine auf der Karte.
- 1:42:22Mehr schaffen wir ja sowieso nicht.
- 1:42:25Und dann, ja, deswegen muss es keine Riesenweinkarte sein
- 1:42:28und deswegen sollte es auch so gerne individuell sein wie möglich.
- 1:42:32Das finde ich gut.
- 1:42:35Also wenn da gute Leute sind und man dann einen guten Abend hatte,
- 1:42:38dann ist es in dem Moment die beste Weinwahr der Welt
- 1:42:41oder das beste Restaurant.
- 1:42:43Also es liegt mehr von den Leuten.
- 1:42:45Es gibt sonst irgendwelche Grundvoraussetzungen,
- 1:42:48dass du sagst, wenn das so wäre, dann müssen die Wände grünen sein.
- 1:42:53Ja, ein paar Gläser.
- 1:42:55Gute Gläser sollten schon da sein.
- 1:42:58Die ganze Temperaturgeschichte sollte halbwegs stimmen.
- 1:43:02Und dann kann von mir aus jeder machen, was er möchte.
- 1:43:07Bist du, wenn du selber weg?
- 1:43:09Ja, nicht raucher, wäre gut.
- 1:43:11Ja, gut, das kann sich nur an die Zeiten erinnern.
- 1:43:13Das war das, als ich damals beim Müller gearbeitet habe.
- 1:43:17Also beim Meilenmüller gearbeitet habe.
- 1:43:19Ja, machen wir eine Aschenbecher runter.
- 1:43:21Das ist so krass.
- 1:43:23Das war immer praktisch, es war immer jemanden Raum.
- 1:43:26Und so notgenau kannst du die Aschenbecher austauschen.
- 1:43:29Wenn du nicht so tun hattest, dann irgendwie und dreimal abgeascht.
- 1:43:33Und dann wurde das...
- 1:43:35Aber wir hatten ja teilweise Tische, die standen so 20 cm aus und dann.
- 1:43:39Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen.
- 1:43:41Dein Menü dort hattest und neben dir saß einer, der geraucht hat.
- 1:43:45Du hast ja davon nichts mehr geschmeckt.
- 1:43:47Also es ist ja heute so unvorstellbar.
- 1:43:49Da merke ich eigentlich, wie alt ich bin, wenn ich an so etwas denke.
- 1:43:51Ja, weil mein damaliger Oberkälner hat immer gesagt,
- 1:43:53in der Hamburger S-Bahn wurde bis 1993 geraucht.
- 1:43:56Das finde ich so richtig krass.
- 1:43:58Echt?
- 1:43:59In der S-Bahn.
- 1:44:00Ja, bis 1993.
- 1:44:02Das habe ich nie bewusst mitgehecht.
- 1:44:04In der S-Bahn durfte geraucht werden.
- 1:44:06Das ist ja irre. Also in der Bahn selber.
- 1:44:08Ich habe das Flugzeug, als ich das erste Mal geflogen bin.
- 1:44:11Da gab es noch Aschenbecher in den Sitzen. Daran erinnere ich mich auch.
- 1:44:14Ja.
- 1:44:15Aber in der S-Bahn.
- 1:44:17Wow.
- 1:44:18Bis 1993.
- 1:44:20Das ist jetzt auch nicht 1973, sondern schon greifbar.
- 1:44:25Also ich so sehr sehe, wie sich damals alle massiv dagegen gestreut haben.
- 1:44:30Ich fand es eigentlich sehr, sehr gut, dass dieser Schritt dann letztlich entstanden ist.
- 1:44:34Wir hatten in der Bank eine Veranstaltung.
- 1:44:37Der damalige Oberkälner ist Herr Meier.
- 1:44:40Da kam mein Gast.
- 1:44:42Meier!
- 1:44:44Wo ist mein Aschenbecher?
- 1:44:46Okay.
- 1:44:47So nein, sie dürfen ja nicht mehr rauchen.
- 1:44:50Nur setzt das neue Gesetz.
- 1:44:52Meier!
- 1:44:54Ich baue mir ein Restaurant.
- 1:44:56Dann stelle ich sie ein und rauchsehe den ganzen Tag voll.
- 1:44:58Also er hätte natürlich auch die finanziellen Möglichkeiten gehabt.
- 1:45:03Ein Restaurant zu bauen.
- 1:45:05Das war schon richtig witzig.
- 1:45:07Das waren Situationen.
- 1:45:09Am Anfang waren es gerade vier Jahre, als Traum verboten wurde in Gasträumen.
- 1:45:15Und dann kam Alkanza Schmidt natürlich.
- 1:45:19Hast du erlebt?
- 1:45:20Ja.
- 1:45:21Wow.
- 1:45:22Und den hat man dann in die Bar geschoben und er durfte, den er dann weitergeraucht werden.
- 1:45:27Man hat ihm natürlich einfach einen Aschenbecher gebracht, ohne zu fragen.
- 1:45:31Ja.
- 1:45:32Es ist ja so ein Simpelt fürs Rauchen.
- 1:45:35Also ich wollte nicht das Rauchen glorifizieren.
- 1:45:38Aber es hat schon manchmal sehr interessante Situationen dabei ausgelöst.
- 1:45:43Und heute ja, wie gesagt, unvorstellbar.
- 1:45:46Zu allen anderen hat man Nein gesagt.
- 1:45:48Aber bei Herrn Schmidt konnte man da nicht Nein sagen.
- 1:45:51Ja, der Chef, ne?
- 1:45:53Chef of everything.
- 1:45:57Wenn du in einen Weinurlaub fahren könntest, wo würdest du hinfahren?
- 1:46:02Die skandinavischen Länder.
- 1:46:05Ja, einfach weil diese Weinkultur, der Zugang ist natürlich ein ganz anderer.
- 1:46:12Das Monopol, glaube ich, kalkuliert alle Weine stumpf durch.
- 1:46:18Ja.
- 1:46:19Also ob das jetzt der Raste, Graukrüse oder Amorös von Rumi, ja, das kostet halt alles so viel, wie es kostet.
- 1:46:26Und der Marktpreis interessiert da keinen Mensch.
- 1:46:29Und die Verkaufen dahin schon seit Jahrzehnten.
- 1:46:35Und deswegen sind die Preise auch gut.
- 1:46:38Also wer einmal da nach Oslo fährt, die anderen werden jetzt schon lachen.
- 1:46:42Wenn sie das hören, aber da schneidet man ab.
- 1:46:48Ja.
- 1:46:49Da zahle ich oft mehr beim Impoteur hier netto fürs Ressort,
- 1:46:53als sich da im Ressort inklusive Steuern bezahlen.
- 1:46:57Und alle reden davon, dass die Skandinavien so teuer sind.
- 1:47:01Wahnsinn, haben, glaube ich, aber die wenigsten auf den Schirm.
- 1:47:04Ich glaube, du hättest das jetzt nicht verraten sollen.
- 1:47:07Die Buchungsrate von Oslo ist jetzt enorm mit die Höhe geschwählt.
- 1:47:12Also Baroli mit Lage von Rinaldi, die Reservers für 350 Euro im Ressort.
- 1:47:19Das gibt's nirgends.
- 1:47:22Nirgends mehr.
- 1:47:23Vielleicht den Piermont noch in dem Dorf, aber...
- 1:47:25Ja, aber dann auch nur wahrscheinlich, wenn es irgendwie der...
- 1:47:28So läuft es halt durch.
- 1:47:29Der Freund vom Winzer ist.
- 1:47:30So läuft es halt durch.
- 1:47:31Ach, ne.
- 1:47:32Nee, weil das Monopol da seit Jahrzehnten kauft.
- 1:47:35Ja, und die, ich glaube, das Gefühl schlagen die 10 Prozent drauf
- 1:47:39und verkaufen es an die Restauers weiter.
- 1:47:41Die ist dann aber auch teilweise anständig weiterkalkulieren.
- 1:47:46Also das eben nicht in...
- 1:47:47Ja, für die ist das ja normal.
- 1:47:49Ja, ja.
- 1:47:50Also das ist ja für die kein großes Geschäft.
- 1:47:53Also doch Geschäft schon, aber kein großer Akt da irgendwie mehr zu nehmen,
- 1:47:57weil ja alle das kriegen.
- 1:48:00Also jetzt ist es einfach verrückt.
- 1:48:03Das wird einfach nicht so hochstilisiert.
- 1:48:07Eines zum Trinken da und dann bringen so einen anderen, wenn der nicht ausfällt.
- 1:48:12Ja, kann man auch so sehen.
- 1:48:15Auch von der Küche.
- 1:48:16Also alles junge Weinkarten von der Küche.
- 1:48:19War das supergut.
- 1:48:21Ja, also relativ entspannt.
- 1:48:26Natürlich gibt es diese extremen Läden überall, aber das muss man ja nicht.
- 1:48:30Also ich glaube, gerade wenn man einen Abend mit viel Wein hat,
- 1:48:33darf sich das Menü oder die Küche ein bisschen zurücknehmen in der Komplexität.
- 1:48:40Findest du mal keine...
- 1:48:41Nicht in der Qualität, aber in der Komplexität.
- 1:48:43Findest du mal keine beides auf gleicher Ebene verarbeiten,
- 1:48:46also dass man eine mega high-Enschregel gewagt oder anspruchsvolle oder anstrengende Küche hat
- 1:48:53auf der einen Seite und auf der anderen Seite sehr intensive Weinerlebnisse
- 1:48:58oder sollte man eines dem anderen immer so ein bisschen unterordnen,
- 1:49:02damit man das eine in seiner Großartigkeit genießen kann?
- 1:49:07Also ich glaube, mit dem Wein kann man relativ hoch gehen,
- 1:49:12wenn man eine Küche ganz oben ist, dann wird es schwierig für den Wein, glaube ich.
- 1:49:16Oder sich auf beides zu konzentrieren auf dem Level ist dann schon anstrengend.
- 1:49:22Also mehr anstrengend, als es dann Spaß macht, finde ich.
- 1:49:26Also ich habe immer noch den Ansatz, dass man in ein Restaurant geht, um Spaß zu haben.
- 1:49:31Also jetzt unabhängig vom Ranking des Restaurants,
- 1:49:36man geht hinten, weil man Freizeit hat und Spaß haben möchte.
- 1:49:40Also ich möchte Spaß haben in meiner Freizeit, man hier sehen das vielleicht anders,
- 1:49:44aber ich gehe mit einem positiven Weib in ein Restaurant
- 1:49:49und gehe davon aus, dass ich einen schönen Tag haben werde, oder Abend oder was so immer.
- 1:49:55Das finde ich eben auch etwas ganz, ganz Wichtiges,
- 1:49:58dass man eben dieses positive In sich trägt und genießen und sich dann auch darin fallen lassen kann,
- 1:50:04davon möchte und sollte.
- 1:50:06Das ist das, was Gäste immer fragen, wenn sie einen anderen Restaurant sehen.
- 1:50:10Ja, können sie das überhaupt genießen?
- 1:50:12Oder wollen sie auch mal was anderes essen?
- 1:50:15Ja, die weiß ich nicht.
- 1:50:17Also man muss sie da ein bisschen frei machen, glaube ich.
- 1:50:20Also einer der Autos baut, kann ja auch andere Autos fahren, als die er baut.
- 1:50:25Oder ein Koch kann ja auch was anderes essen, als das, was er kocht.
- 1:50:29[Musik]
- 1:50:46Fattoriale Pupile.
- 1:50:47Und solange ich mich zurück erinnern kann, hatte ich immer den Morolinus ganz an der Reserve
- 1:50:51und den Safredi auf der Karte.
- 1:50:53Aber es gibt noch einen weiteren großartigen Wein, den ich niemals so richtig präsent hatte,
- 1:50:58den es jetzt auch mittlerweile schon über 20 Jahren in dem Weingut gibt.
- 1:51:02Portio Valente.
- 1:51:03Wieso habe ich mich um diesen Wein nicht gekümmert?
- 1:51:06Und was macht eigentlich diesen Wein so besonders?
- 1:51:08Ich glaube, ich frage nochmal im Weingut bei Tore nach.
- 1:51:11[Musik]
- 1:51:40[Musik]
- 1:51:50[Musik]
- 1:52:00[Musik]
- 1:52:10[Musik]
- 1:52:20[Musik]
- 1:52:30[Musik]
- 1:52:40[Musik]
- 1:52:42[Musik]
- 1:52:44[Musik]
- 1:52:46[Musik]
- 1:52:48Stimmt jetzt, dass wir sehr viele Menschen in Marema بنachten,
- 1:52:54es wird größer, aber es wird noch ein sehr gelлуgliches Thema,
- 1:53:03mit einer bestimmten Wanderung zu sprechen.
- 1:53:07Und ja, daraus ist die Geschichte behindert,
- 1:53:13dass wir uns in Poggio Valente, Morino Viscanzaro, in 2014,
- 1:53:17den Blenden in San Giovese, bis 2014,
- 1:53:23dann haben wir uns auch mehr wichtig zu geben,
- 1:53:27um in San Giovese zu machen, alle von Poggio Valente zu kommen.
- 1:53:32Das ist das größte Vineyard, das wir haben.
- 1:53:35Wenn du in Poggio Valente bist, ist Poggio Valente am Topf,
- 1:53:40das ist das Tuscany, das ist das Brico in Piemonte.
- 1:53:44Und wenn du in Poggio Valente bist, überlegst du in Saferedi.
- 1:53:48Poggio Valente hat eine Exposure, die Fähigkeit Nord.
- 1:53:51Wir haben das neue Plot, das ist nicht neu, es ist 20 Jahre alt,
- 1:53:56es war in 2006 geplant, also 18 Jahre alt.
- 1:54:01Und die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:07dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:09Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:13dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:16Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:20dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:23Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:27dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:30Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:35dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:37Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:40dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:43Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:46dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:49Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:52dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:54:55Die Fähigkeit Süd, wenn du in Saferedi bist,
- 1:54:58dann ist Poggio Valente am Topf.
- 1:55:02Ich finde das auch ganz enorm wichtig.
- 1:55:05Gerade wir können das umso mehr genießen,
- 1:55:09weil man zum einen um die Besonderheit weiß.
- 1:55:13Oder wenn man weiß, dass das Restaurant nur dafür da ist,
- 1:55:17dass man sich gut fühlt in dem Augenblick.
- 1:55:20Es geht auf keinen Fall irgendwelchen um Fehler zu suchen,
- 1:55:24weil ich gar keine Lust habe, auf mir meine Freizeit mit so etwas zu verderben.
- 1:55:30Wenn du weggehst, bist du Team ...
- 1:55:33Ich such mir eine Flasche aus oder ich trink verschiedene Weine
- 1:55:37zu den verschiedenen Gängen.
- 1:55:40Also magst du lieber Weinmenü, Weinbegleitung, Empfehlung vom Zombie?
- 1:55:44Oder bist du da eher eigenaktiv und ...
- 1:55:47Weinbegleitung, nur Flaschenweise.
- 1:55:50Du bist ohne. Nein, dein ...
- 1:55:53Aber du bist gar nicht so der Glasweise-Trinker, oder Glasweise?
- 1:55:58Ja selten.
- 1:56:00Nein, schon Flasche.
- 1:56:03Meine Frau ist auch sehr picky, was das angeht, was die Weine angeht.
- 1:56:07Und dann gibt es das meistens nicht per Glas.
- 1:56:11Okay, darfst nur du ihr Zombie sein?
- 1:56:14Nein, sie weiß schon selber, was ihr schmeckt.
- 1:56:18Aber es gibt meist nicht die Qualität im Glas,
- 1:56:22die sie trinken möchte.
- 1:56:26Und sie hat auch keine Lust, sich dann über den Abend damit auseinanderzusetzen.
- 1:56:29Über wechselnde Weine.
- 1:56:32So eine Flasche lässt man sich ein und dann läuft es.
- 1:56:35Dann ist es so ein angenehmes Hintergrundrauschen.
- 1:56:38Also im besten Sinne.
- 1:56:41Oder wenn neuer Wein, dann ist es ja okay,
- 1:56:44weil das ist ja kein abrupter Wechsel die ganze Zeit,
- 1:56:47sondern kann sich ja mental verabschieden vom alten Wein
- 1:56:51und dann einen neuen bestellen.
- 1:56:55Das ist schon ein bisschen schwierig.
- 1:56:57Aber meistens ist das dann dramaturgisch aufgebaut.
- 1:57:01Also dass man da versucht, eine Folge festzulegen,
- 1:57:05findest du es interessanter mit dem besten Wein anzufangen
- 1:57:09oder mit dem besten Wein aufzuhören,
- 1:57:12wenn du jetzt zwei, drei, vier verschiedene Weine probierst.
- 1:57:16Da ist es immer schwierig.
- 1:57:19Man weiß man, wann der beste ist.
- 1:57:23Der hat nicht ganz am Anfang.
- 1:57:25Ein bisschen eintrinken.
- 1:57:28Der vier Leute.
- 1:57:31Die dritte Flasche darf schon die beste sein.
- 1:57:34Aber danach muss man schon den Stil wechseln,
- 1:57:37weil sonst wird es immer schwierig.
- 1:57:40Wenn du gleich da einen großen Burgunder als dritte Flasche machst,
- 1:57:44dann kann es dann auch keinen Pino mehr zu trinken.
- 1:57:47Dann kann man Bordeaux, Syrah mal weg, was auch immer trinken.
- 1:57:52Aber man muss den Stil wechseln.
- 1:57:55Das finde ich hilft oftmals.
- 1:57:58Ich falle ja alle anderen Weine ab.
- 1:58:01Ich finde es schade, wenn die hochklassigsten Weine,
- 1:58:05obwohl es natürlich von der Tiefe und der Komplexität,
- 1:58:08manchmal ratsam wäre, in der Phase kommt,
- 1:58:11wo man dann vielleicht nicht mehr ganz so aufmerksam ist.
- 1:58:14Aus welchen Gründen auch immer.
- 1:58:17Wenn man übersättigt ist oder vielleicht zu viel Wein probiert hat.
- 1:58:21Dann wünschte man sich, ob man die Weine,
- 1:58:23auf die man sich den ganzen Abend aus dem ganzen Leben freut.
- 1:58:27Ob man die wirklich als Finale genießen sollte.
- 1:58:30Als Finale ist es schwierig.
- 1:58:33Aber oft ist es dann in alkoholgeschwängerten Runden,
- 1:58:37dass die Weine immer besser werden.
- 1:58:40Weil die Stimmung natürlich auch immer besser wird.
- 1:58:43Wo man sagt, jetzt sind wir bei dem Level, was kommt danach?
- 1:58:47Und kaum jemand möchte einen Schritt zurücktreten.
- 1:58:50Ja, ja.
- 1:58:52Das Schlimme ist nach unten, merkt man den Schritt nach oben nicht.
- 1:58:56Manchmal ist es auch so ein Schritt nach unten gar nicht so verkehrt.
- 1:59:00Man wird sich der Besonderheit des Vorweines noch mal ganz anders bewusst,
- 1:59:04wenn man das macht.
- 1:59:07Man muss ja nicht unbedingt auf den Gutsrichtling zurückgehen.
- 1:59:11Aber um diese fordernde Sättigung irgendwie trotzdem zu bekommen,
- 1:59:15finde ich auch manchmal gar nicht so schlecht.
- 1:59:18Ja, aber dann ein Schluck, also einmal zum Kaliberieren,
- 1:59:21vielleicht auf den Boden zurückholen.
- 1:59:24Ja, das stimmt.
- 1:59:27Was wärst du für ein Wein, wenn du ein Wein wärst?
- 1:59:30Vielleicht der Kornass.
- 1:59:37Okay.
- 1:59:39Nein, vielleicht ein bisschen ruhiger.
- 1:59:42Ja, nicht ganz so.
- 1:59:46Nicht ganz so schlank.
- 1:59:48Nein, keine Ahnung.
- 1:59:53Ein bisschen unaufgeregt hat, weil Kornass kann viel spielen.
- 1:59:58Aber es ist nie laut eigentlich.
- 2:00:01Aber Kornass ist schon aufregend, finde ich. Man muss es nur sehen wollen.
- 2:00:05Ja, deswegen passt es frei.
- 2:00:09Stimmt.
- 2:00:11Du gehst jeden Tag schwimmen?
- 2:00:15Nein, jeden Tag.
- 2:00:17Ich dachte, es ist im Sommer weniger, im Winter mehr.
- 2:00:21Im Winter? Ja.
- 2:00:23Nein.
- 2:00:25Immer mehr.
- 2:00:27Das Meer ist für alle da.
- 2:00:30Aber es ist ja richtig kalt da.
- 2:00:33Das ist ja krass.
- 2:00:35Jeden Morgen eine Runde, rein und raus.
- 2:00:38Alles Kopfsache.
- 2:00:40Machst du sonst was zum Ausgleich?
- 2:00:44Ja, aber nach einer gewissen Zeit wahrscheinlich auch nicht mehr.
- 2:00:47Also, wie wir alle wissen, von Kälte wird man nicht krank.
- 2:00:52Das finde ich cool.
- 2:00:55Und dann immer die gleiche Stelle zur gleichen Zeit, wo man dich findet.
- 2:00:59Ausgleich ist der ... ja, ja, ja.
- 2:01:02Ich fahre morgen die Kinder in den Kindergarten und dann an den Strand, kurz ins Wasser und wieder zurück.
- 2:01:07Und sonst noch ein Ausgleich? Also hast du irgendwie Weinberg?
- 2:01:12Weinberg, ja.
- 2:01:13Das reicht.
- 2:01:16Ist ja auch richtig Arbeit.
- 2:01:18Machst du das alleine, also komplett alleine, von der Idee an?
- 2:01:22Oder hast du da Berater oder hast du jemand, der dich begleitet oder wo du Tipps bekommst?
- 2:01:28Also Felix Keller hat sich, sagen wir mal, sich aufgedrängt.
- 2:01:32Oh, das gibt es ja Schlimmerer.
- 2:01:35Nein, ja, ja.
- 2:01:39Nein, wir hatten darüber gesprochen und er war sofort ...
- 2:01:42... hatte sprudelnd vor Ideen und dann war er dabei quasi.
- 2:01:47Es war jetzt nicht so, dass ich jemand gesucht hätte oder gefragt ...
- 2:01:52... also ja, das war dann da und er war auch da und hat sich so ergeben.
- 2:01:58Sehr positiv.
- 2:02:00Sie strecken ja die Fühler in verschiedene Richtungen und Regionen aus.
- 2:02:05Versuchen Sie sich jetzt wahrscheinlich gerade auch Sylt zum wenig.
- 2:02:08Noch ein neues Gegehensleben.
- 2:02:11Also für den Winzer auch spannend?
- 2:02:14Total, ja.
- 2:02:16Also einfach zu sehen, was passiert woanders.
- 2:02:19Ja.
- 2:02:21Ja, für uns natürlich auch.
- 2:02:24Ich glaube, da begibt man sich dann mit dem Winzer nochmal auf eine ganz andere Gesprächs-Ebene.
- 2:02:31Also wenn du nicht nur der Sommie bist, der hinges.
- 2:02:34Fachkollegen.
- 2:02:35Ja, der sozusagen ja natürlich auf einer ganz anderen Ebene.
- 2:02:39Du kannst ihm ohne Frage in vielen Gedankenprozessen gar nicht das Wasser erreichen.
- 2:02:44Aber man lernt den Winzer glaube ich dabei nochmal anders kennen oder vielleicht auch in einer anderen Akribie.
- 2:02:50Jetzt ist ja schon ein ernsthaftes Projekt, was du doch verfolgst.
- 2:02:53Ja und wir versuchen also unser Anspruch natürlich auch ein Wein zu produzieren, ...
- 2:02:59... der mehr ist als trinkbar.
- 2:03:03Ja.
- 2:03:04Also ein Wein, den man bestellt, das Wein deswegen nicht, weil er von Sylt kommt oder weil da eine Robbe auf dem Etikett ist, ...
- 2:03:14... sondern weil der Wein gut ist.
- 2:03:17Das ist unser Anspruch.
- 2:03:19Siehst du dich da auf einem guten Weg?
- 2:03:22Ja.
- 2:03:25Und es ist leider erschreckend, wie leicht es ist, vernünftigen Wein zu produzieren.
- 2:03:32Ist das so?
- 2:03:33Mhm.
- 2:03:35Aber ist es dann dem, dass sei provokant gefragt, ist es der Größe geschuldet, ...
- 2:03:40... weil ich glaube manchmal schon, dass man ein kleines Wein gut mit Ernsthaftigkeit anders händeln kann, ...
- 2:03:45... als wenn du jetzt 20 Hektar hättest oder sehe ich das falsch?
- 2:03:49Aber ich meine, ich mache das im Nebenerwerb und ...
- 2:03:54... also im Nebenerwerb von der Zeit meine ich jetzt ...
- 2:04:01... und den Zeitnutzenfaktor, ...
- 2:04:06... also es ist brutal, wie gering das eigentlich ist, also jetzt auch auf die Fläche runtergerechnet.
- 2:04:11Wenn das einer ein voller Werb macht, dann müsste der locker 8 Hektar, glaube ich, oder 10 Hektar bespielen können, ...
- 2:04:19... mit 2 Leuten oder 3.
- 2:04:22Ja, ich hatte ...
- 2:04:25Ja, wie gesagt, und dann finde ich es erschreckend, wie einfach es ist.
- 2:04:29Gut, wir müssen keinen Pflanzenschutz fahren.
- 2:04:30Ja.
- 2:04:32Ja, aber trotzdem.
- 2:04:34Ist vielleicht aber auch ein riesen Punkt, also ich hatte auch mal gehört, 3 Personen sind 7,5 Hektar von der Umrechnung, ...
- 2:04:40... oder 2,5 Personen sind 7,5 Hektar, ...
- 2:04:42... weiß ich, ob das noch stimmt, das ist jetzt auch schon ein paar Jährchen her, ...
- 2:04:45... dass vielleicht bei dir dieser ganze Marketingkram alles wegfällt, ...
- 2:04:51... was ja auch ein riesen Zeitfresser manchmal ist.
- 2:04:54Und dass du dich rein auf den Weinberg das Wein machen und der verkauft sich, ...
- 2:04:58... haben wir auch da weniger selber organisiert, oder sehe ich das falsch?
- 2:05:02Also Wein machen war bei uns, das kam von der Presse in Tank, also jetzt Ende September letzten Jahres, ...
- 2:05:11... ist da vergoren komplett, wir haben das einmal beigefüllt, nach dem Gern, ...
- 2:05:18... und haben das letzte Woche von der Hefe gezogen.
- 2:05:22Und da liegt jetzt also auf der Feinhefe quasi bis zur Füllung.
- 2:05:25Wie viel Stecken?
- 2:05:27Wie viel Stecken von dir da drin, also dass du gesagt hast, ich mache Reinhachthefen, ...
- 2:05:32... ich mache Spondi, ich lass ihn für Triebe, ...
- 2:05:35... also ich habe Hefe bekommen am Anfang bei 250 Litern, wenn es nicht gerbt, ...
- 2:05:43... das hat auch blöd, ich musste sie aber glücklicherweise nicht einsetzen.
- 2:05:49Also ich wollte schon spontan vergehen, also das ging da rein in Tank und ging von alleine los.
- 2:05:57Am Anfang den Mosten ein bisschen wärm, weil der kommt bei uns relativ kalt rein.
- 2:06:01Ist ja süld.
- 2:06:0316 Grad, ja ja, kommt mit 16 Grad rein, 14 bis 16 Grad.
- 2:06:08Und dann hänge ich da einen Schlauch rein, zum Erwärmen.
- 2:06:12Was die anderen als Kühler nehmen, nehme ich als Wärmschleife.
- 2:06:18Ja.
- 2:06:19Ich habe noch nie so laere Spondi probiert, das ist natürlich jetzt eine Aufgabe.
- 2:06:23Cool.
- 2:06:25Auf deinem Miss gewachsen oder hast du dann Felix angerufen und gesagt, du sag mal.
- 2:06:31Nö, ich wollte es schon einfach mal laufen lassen, was ja auch funktioniert hat.
- 2:06:38Wie gesagt, Erdmeer und die Hefe gegeben, nur zur Sicherheit.
- 2:06:41Aber ja, und der 23.Gang genauso wieder an.
- 2:06:47Also es geht immer relativ spät los, außer 5 Tage, bis er richtig gern anfängt.
- 2:06:52Aber dann gärt er auch in 10 Tagen durch.
- 2:06:55Bist du nervös geworden, als 5 Tage nichts passiert ist?
- 2:06:58Ja, aber einfach guckt man schon, aber jetzt Geduld sei eine Tugend, sagt man mir.
- 2:07:06Weil machen kann man also so nix, außer dass ich dem ein bisschen wärmen kann, kann ich ja wenig machen.
- 2:07:12Eigentlich.
- 2:07:15Das klingt schon verrückt zu Laris 2023 aus Ramonni, Fessern spontan vergoren.
- 2:07:20Nicht filtriert.
- 2:07:22Ja, unfiltert auch.
- 2:07:24Krass.
- 2:07:26Also Presse, Tank und wieder zurück.
- 2:07:31Auf die Füllanlage legt der Wein 50 Meter zurück.
- 2:07:35Leider nicht nur mit Schwerkraft, also Pumpen muss ich, weil in der Ebene, es ist schwierig mit Schwerkraft und ohne Gagelstab nach.
- 2:07:44Ja, hast noch Ziele, sag ich mal, wenn es richtig läuft.
- 2:07:47Wenn deine eigene Sechserkiste für die Versteigerung preigeben kannst, dann kannst du wahrscheinlich auch damit mit Schwerkraft arbeiten.
- 2:07:57Oder kannst du das Kellergebäude dafür etablieren?
- 2:08:00Ja, das ist aufs Bild ein bisschen intensiver.
- 2:08:03Ja, das haben wir.
- 2:08:05Einige Keller gebaut in die Dünnen hinein, dann noch andere Sachen.
- 2:08:08Demnächst ein Weingut.
- 2:08:13Natürlich dann schade so ein Wein mit eben doch so einer Idee oder mit so einem Aufwand, wenn der nur als Verschenktroffee genommen wird,
- 2:08:20sondern der sollte natürlich auch irgendwo getrunken werden.
- 2:08:23Bin ich gespannt, ich versuche mal eine Flasche umgezucketscht.
- 2:08:25Findest du, Wein ist ein gutes Geschenk, also jetzt nicht unbedingt dein Wein von Sylt,
- 2:08:29aber so im Allgemeinen, oder ist Wein immer so ein Behälfsgeschenk, oder verschenkst du gerne Wein?
- 2:08:35Kommt immer auf die Leute drauf an.
- 2:08:42Also ich habe zu Hause immer Handwerkerweinen, die ich mir geschenkt bekommen, die kriegen dann Handwerker.
- 2:08:47Das ist dann ein Weißwugunder oder Graubugunder, irgendwas Einfaches.
- 2:08:52Das hat mir jemand dann mal mitgebracht, aber bevor ich das dann weiss nicht wegschütte,
- 2:08:59gebe ich es lieber jemanden, der sich dann auch wirklich drüber freut.
- 2:09:01Total.
- 2:09:02Also das ist ja auch in Ordnung und legitim, aber ich verschenke,
- 2:09:10eigentlich sehr wenig.
- 2:09:12Also wenn man irgendwo hingeht, bringen wir eine Flasche mit, aber die dann zum Datrinken ist eher.
- 2:09:18Aber sonst bringen wir selten Wein mit.
- 2:09:24Findest du es aber schade, dass Flaschen mitgebracht werden, also fast niemals die Frage kommt,
- 2:09:29soll ich mir den gleich aufmachen.
- 2:09:31Weil das ja auch schon einige Flaschen ausschließt, die man mitbringt.
- 2:09:35Nur Flaschen mit, ja.
- 2:09:37Ne, ich bringe nur Flaschen mit, eigentlich, wenn wir sie auch gleich öffnen.
- 2:09:41Dann passen sie auch in den Rahmen und in den Abend und für die Stimmung, dann habe ich mir schon was beigetagt.
- 2:09:48Genau, man hat sich Gedanken dazu gemacht.
- 2:09:50Aber so einfach so ein Wein zu verschenken, weil es ein Wein ist.
- 2:09:54Eine Flaschchampagne geht schon immer, aber das ist auch ein bisschen unpersönlich eigentlich.
- 2:10:02Seiden dir jeden gerade eine Verbindung zu dem Wein?
- 2:10:06Was ist eigentlich Wein für dich?
- 2:10:08Könntest du sagen, was Wein dir bedeutet oder was Wein so in deinem Leben ist?
- 2:10:14Ja, das Gute am Wein ist, es hat ja viele, also Satelliten in Form von Beschäftigung, Arbeit, Freunden.
- 2:10:25Ja, das ist gestaltet, ja, das Ganze drumherum.
- 2:10:31Natürlich die Ressorts, Winzer, Leute, die Wein trinken, sind meistens der Nette.
- 2:10:36Ja.
- 2:10:38Also Wein ist ja vielleicht nicht der Mittelpunkt, aber schon eine Achse auf jeden Fall.
- 2:10:44Ja, kann man ja wahrscheinlich auch in einem...
- 2:10:48Familie geht dann schon vor, ne?
- 2:10:50Ohne Frage, also es wäre wahrscheinlich auch nicht so vernünftig, wenn man Wein darüber setzen würde.
- 2:10:56Nein, das auf alle Fälle.
- 2:10:59Wein ist eine Achse irgendwie oder Wein ist Satelliten.
- 2:11:02Total spannend, aber du kannst ja auch ein Leben ohne Wein vorstellen.
- 2:11:05Also wenn du... oder ist das für dich unschmortial?
- 2:11:08Ja, ungern, aber ja.
- 2:11:11Also ich finde Wein gibt eben mit der Geselligkeit, die da einherkommt, schon sehr viel.
- 2:11:17Das muss jetzt auch nicht immer der Teuerste sein, aber man sitzt zusammen und kann sich drüber unterhalten oder auch nicht.
- 2:11:26Aber... ja.
- 2:11:28Das Schöne ist, also bei jemand, der Wein in der Tat als Leidenschaft nimmt, man muss nicht drüber reden.
- 2:11:34Man kann und man kann abendfühlen darüber kommunizieren, aber es ist in dem Sinne kein Muss, was ich auch dann total gerne mag.
- 2:11:43Also hast du das ultimative Sommelier-Erlebnis, wo du mit einem kleinen Tränchen nach Hause gegangen bist?
- 2:11:51Ja, das muss nicht unbedingt jetzt mega Wein gewesen sein, sondern einfach so eine Situation.
- 2:11:55Also vielleicht so positiv als auch negativ, wo du sagst, Freudentränen oder Verzweiflungstränen?
- 2:12:04Ja, manche Leute sind ja wirklich beratungsresistent.
- 2:12:10Ja, ich weiß nicht, ob man einen jungen Rotwein zu Ausland trinken muss.
- 2:12:14Das ist krass. Ich habe das mal ausprobiert, also einfach so aus Neugier.
- 2:12:20Boah, das ist schon hart.
- 2:12:23Ja, ja, da gibt es ja so ein paar Kombinationen, die einfach in keinem Falle funktionieren und dann raten, dann wird es trotzdem gemacht und sagen, na ja, das ist ja gar nicht so gut.
- 2:12:37Überraschung.
- 2:12:40Ja, da werden die so vorwuchsvoll. Man kann es ja gestern nicht verbieten.
- 2:12:46Aber wie gesagt, immer eine Empfehlung aussprechen, die manchmal ein bisschen eindringlicher ist, aber ja.
- 2:12:52Es gibt ja Gäste, die fragen nach, was sie trinken möchten und manche Gäste fragen, was passt.
- 2:12:59Also das sind auch schon zwei ganz verschiedene Ansätze, einen Wein zu bestellen, finde ich.
- 2:13:04Und auch zu empfehlen natürlich.
- 2:13:07Aber so, die weiß ich nicht.
- 2:13:12Also manchmal, was man eben mitprobiert, da gibt es dann schon die wenigsten Weine berühren ein, aber wenn, dann ist es schon krass.
- 2:13:21Hm. Ja.
- 2:13:24Da stimmt. Was war deine ultimative Food-Wein-Kombie, wo du gesagt hast, das berührt mich?
- 2:13:34Auf Food und Wein, das ist eine Kombi. Weiß ich nicht. Nee, das bin ich auch, das sehe ich zu differenziert.
- 2:13:45Also zu getrennt.
- 2:13:47Diese perfekte Kombi, nee, dann ist es wieder eher die perfekte Situation oder also das Ganze in einem.
- 2:13:56Und dann würde ich da abstrehe machen. Also auch gerne abstrehe machen, wenn alles andere dafür passt.
- 2:14:03Hm. Hast du eine Situation, die entweder, die du mal richtig krottenschlecht fandest, wo du sagst, da habe ich, wenn ich nachts einen Albtraum habe, dann ist es der.
- 2:14:13Wenn das passieren würde, dann machst du eine Flasche Screechiegel auf und die hat gekauft.
- 2:14:18Nee, das ist ja noch halb so schlimm.
- 2:14:23Aber wenn so alle Flaschen auslaufen würden im Keller oder alle Flatten tropfen würden, das wäre schon ein Horror.
- 2:14:32Und da hatten wir hier einmal eine Weinprobe, da hat einer eine 89er Probe mitgebracht und wir haben sie ausgeführt.
- 2:14:40Das war ein Weinklub, dem auch René Gabriel war da dabei, unser sehr hochdekorierte Weintrinker.
- 2:14:46Und dann gab es 89er, also alles 89 und da war also wirklich alles dabei.
- 2:14:53Und dann habe ich ihn nachmittags angerufen, als die Weine aufgemacht hatten, habe ihn gefragt, ob er sitzt,
- 2:15:00und also welcher Wein hat Kork, ist er nein, aber beim 89er Petrus steht 87er auf dem Kork.
- 2:15:06Au wei, was? Nein.
- 2:15:09Ja, und das war krass, da wird er mal anders.
- 2:15:16Wow, das gab es eine Erklärung dafür, also war es eine Fälschung, war es Schlampperei vom Weigut, war es Bordegriche Gänsehaut.
- 2:15:27Ja, das war eine Fälschung, man wusste auch, wo die Flasche herkam natürlich.
- 2:15:32Ja, und die Flasche wurde ja auf jeden Fall finanziell ersetzt von dem Händler.
- 2:15:41Ja, für dich sonst ein Thema Fälschung? Also, ihr habt ja jetzt Weine, die gerne ...
- 2:15:48Deswegen passen wir beim Einkauf, passen wir einfach auf, keine dubiosen Quellen.
- 2:15:55Also ...
- 2:15:57Immer lieber ein bisschen mehr bezahlen.
- 2:16:00Aufs Rechnungsadress habt ihr eher selten IB stehen?
- 2:16:03Genau, also bei IB kaufe ich gar keinen Wein, weil das ist mir zu suspekt.
- 2:16:10Das hat man früher alles ja mal gemacht, aber dann kriegt man da Flaschen, also auch privat, fürs Restaurant sowieso nicht,
- 2:16:16war für privat und dann, poh, da haben wir das auch schnell wieder gelassen.
- 2:16:21Kann ich auch eigentlich, ich habe dann noch in der Tat noch nie eine gute Erfahrung witzigerweise gemacht,
- 2:16:27aber bei jedem Kunden oder Gast, die bei mir anfragen, die haben diese eine Flasche vom Opa bekommen,
- 2:16:34was soll ich damit machen, ich empführe immer Ibel.
- 2:16:37Der liebe Gott schickt jeden Tag drei Dove los, man muss nur einfinden.
- 2:16:41Wir haben eine, da kommen wir eine Flasche Petrus, da ...
- 2:16:47So trinken sie die doch einfach.
- 2:16:49Wenn man das Geld nicht braucht, dann was soll's, sich den Stress anzutun.
- 2:16:55Und dann wir haben im Internet geguckt und der kostet so und so viel.
- 2:16:58Ich so ja, das ist eine perfekte Flasche aus einer Zwölferkiste, perfekt gelagert von einem guten Händler.
- 2:17:04Und nicht ein Kellerfund.
- 2:17:06Das wollen die dann auch nicht hören.
- 2:17:09Ja, ja, es sind dann manchmal auch ganz falsche Vorstellungen, was man denen auch nicht übel nehmen kann.
- 2:17:14Was auch nicht der Materie ist.
- 2:17:15Nicht anders, aber es sind dann eben auch diese Empfehlungen, die wir nur geben können,
- 2:17:18aufgrund der Erfahrungen, die wir dann wahrscheinlich haben.
- 2:17:22Da, ja.
- 2:17:24Also es ist auch ein Thema, wo ich es total bedauerlich finde,
- 2:17:27dass das weniger präsent publik ist oder weniger auch von Seiten der Produzenten aufgenommen wird.
- 2:17:34Es gibt also einfache Möglichkeiten, auch Flaschen teilweise zu schützen,
- 2:17:40in dem Sinne, sei es mit irgendwelchen NFC-Codes oder sonstigen Sachen,
- 2:17:43dass man da wenig, also keine Wissen gibt.
- 2:17:47Also diesen Temperaturaufkleber finde ich ganz gut.
- 2:17:50Die Porto damals hatte, wo man die Farbe, wo sich die Farbe verändert hat, das finde ich auch großartig.
- 2:17:55Was man da teilweise sieht, also...
- 2:17:57Also das macht ja eigentlich auch Sinn.
- 2:17:59Total.
- 2:18:01Als wenn der einmal gekocht wurde, dann kannst du den natürlich gerne dann verkochen.
- 2:18:07Einmal bei 40 Grad am irgendein Lkw von A nach B.
- 2:18:09Aber auch so eine Möglichkeit, dass man zum Beispiel den Lebenslauf des Weines irgendwie sehen könnte
- 2:18:15oder nachvollziehen oder tracken könnte, finde ich auch total...
- 2:18:19Es gibt so viele moderne Lösungen, beim Wein kommt sowas nicht an.
- 2:18:23Ich hatte bei Jaboulet damals gefragt, wie es bei denen mit Fälschungen aussieht,
- 2:18:29weil die ja mit ihren Emitage auch gar nicht so unrenommiert sind.
- 2:18:35Die wissen darum, aber haben auch noch nie darüber nachgedacht,
- 2:18:38dass jetzt mittlerweile haben sie, glaube ich, ein Hologramm drauf.
- 2:18:41Aber damals hatten sie das...
- 2:18:43Die hatten eine Zeit lang, bei jeder Flasche noch eine Karte dabei, so eine EC-Karte aus Plastik.
- 2:18:50Was natürlich auch keinen Sinn macht, da jede Flasche so mit einer einzelnen Nummer auszustatten.
- 2:18:54Ja, keine Ahnung.
- 2:18:59Die NFC, sie werden dann wahrscheinlich auch das zu aufwendig, glaube ich, für 99,9% der Weine.
- 2:19:07Ja.
- 2:19:09Ich weiß nicht, was so ein Chip kostet.
- 2:19:112 Euro maximal.
- 2:19:13Dann muss sie eine Einpflege auch, eine Einscannen.
- 2:19:16Ja.
- 2:19:18Da wird es wahrscheinlich eher billigem Kauf genommen, dass halt irgendein Nasenbeeren gibt,
- 2:19:22der sagt, okay, da speichst 10 Euro oder 100 Euro, 1000 Euro.
- 2:19:26Ja.
- 2:19:28Aber wir sagen, das lohnt sie ja meistens nicht.
- 2:19:32Die will lieber 1000 Euro für einen guten Wein, außer als 800 Euro für einen schlechten.
- 2:19:36Total.
- 2:19:38Das sind dann jeder Euro zu viel.
- 2:19:40Ja.
- 2:19:42Wenn man auch keine Vorstellungen hat.
- 2:19:44Ein Riesenpunkt ist da wahrscheinlich, dass die meisten ohnehin nicht wissen, was sie erwarten,
- 2:19:49können von dem Wein und dann auch nicht wissen, ob das jetzt ein gutes oder nicht gutes Exemplar ist.
- 2:19:55Wahrscheinlich nur Leute wie du, die den Wein schon öfters probiert haben und das dann irgendwo einschätzen
- 2:20:00oder taxieren können, wo man auch eine gewisse Garantie hat, dass der Wein gut gelagert ist
- 2:20:06und aus einem guten Keller kommt.
- 2:20:09Und daher kann man eigentlich nur dazu raten, mehr Gastronomen wie euch zu gehen und das dort.
- 2:20:15Oder wirklich beim Fachhändler kaufen.
- 2:20:19Ja.
- 2:20:22Gibt es aber auch immer weniger gute Interessante oder gut aufgestellte,
- 2:20:29weil es für die oftmals auch nicht ganz so attraktiv ist.
- 2:20:33Zwei große Bayerische, die sehr viel in Lager investieren auch.
- 2:20:37Ja.
- 2:20:39Die verkaufen ja beide viel Altwein und lagern auch für Kunden ein.
- 2:20:43Ja.
- 2:20:45Da würde ich auch kaufen.
- 2:20:47Da kaufen wir auch bei beiden.
- 2:20:49Also Alpina und Unger.
- 2:20:51Ja, es ist teurer, aber natürlich kostet Lagerung ja auch was.
- 2:20:54Und da habe ich die Gewissheit, dass der Wein ein gutes.
- 2:20:57Und das ist mir ja dann sehr recht.
- 2:20:59Ja.
- 2:21:01Hast du selber für euren Laden, für dich irgendwelche Vorstellungen, Ziele, Wünsche, Gedanken,
- 2:21:09in welchen Wohin die Reise gehen soll, irgendwie, oder?
- 2:21:15Weil ihr seid ja schon jetzt so präsent, also für alles, ihr habt in dem Sinne alles erreicht.
- 2:21:20Ist das gut so oder sagst du, hey demnächst machen wir eine zweite Strandbar auf?
- 2:21:26Nee, nee, das machen wir auf keinen Fall.
- 2:21:29Klar, ein Resort mit einem bisschen Hotel beschäftigt einen schon ausreichend,
- 2:21:34dass man nicht noch eine zweite Gastronomie braucht.
- 2:21:38Weil wie gesagt, das lebt von den Menschen und wenn man es dann nicht mehr selber steuern kann,
- 2:21:44gibt man es in andere Hände, ne?
- 2:21:46Und das ja nicht so.
- 2:21:49Also nicht, was man selber haben möchte, finde ich.
- 2:21:53Es gibt andere Konzepte, die natürlich fremdgesteuert sind, aber das wäre ja nicht unsass, auf jeden Fall.
- 2:21:59Aber bei euch steht keine große Veränderung an, also dass ihr ...
- 2:22:04Nee, so ein Weichel, das ist ja trotzdem auch organisch.
- 2:22:09Bei uns wächst an anderen Stellen mal mehr, mal weniger und es bewegt sich immer was.
- 2:22:15Es fliegt mal einer raus, kommt neu dazu, von der Weinkarte.
- 2:22:19Aber halt stetig und also fertig ist es nie.
- 2:22:24Deswegen gibt es ja immer was zu tun.
- 2:22:27Irgendwelche Länder, oder sagst du?
- 2:22:29Oder hast du deine Weinkarte je als perfekt gesehen?
- 2:22:32Niemals.
- 2:22:33Nein, niemals.
- 2:22:36Aber da hat man mal einen Effekt, den fahrt ich schrecklich und ich glaube, da geht es dir noch krasser, als es mir ging.
- 2:22:42Wenn ich die Weinkarte schreibe, ich denke so oft bei dem ein oder anderen, oh, den würde ich jetzt so gerne trinken.
- 2:22:48Ja.
- 2:22:51Oder freut man sich über die Weine, wenn die da draußen sind.
- 2:22:54Es sagt zu den Jungs, wenn er ... der Beides, Beides.
- 2:22:57Als er den Jungs war, wenn er was probieren wollten, müsste er ihn verkaufen.
- 2:23:00Stimmt.
- 2:23:03Bestes Argument fürs Business.
- 2:23:05Ja.
- 2:23:08Das funktioniert auch ganz gut.
- 2:23:10Also in der Regel ist es ja auch immer nur das erste Mal den Wein zu probieren, das macht dann ja so fuchssig, also mich meistens.
- 2:23:21Wenn ich weiß, wie es schmeckt, bin ich auch beruhigt.
- 2:23:24Ja.
- 2:23:27Dann kann ich das auch in Jahrzehnte liegen lassen, aber wenn ich nicht weiß, wie es schmeckt, dann macht mir das schon ein bisschen verrückt.
- 2:23:33Ja, manchmal habe ich das auch, wenn ich den Geschmack einmal auf der Zunge hatte, dann möchte ich den Wein probieren oder trinken.
- 2:23:43Dann habe ich so dieses, wie so ein ganz entferntes Gefühl oder ein Lied, das man mal gehört hat, das man irgendwie doch mal hören muss.
- 2:23:50Und das löst bei mir manchmal so dieses Zuckern.
- 2:23:54Ich möchte, kann man das nicht oft genug haben.
- 2:23:57Ja.
- 2:23:59Suchtverhalten ist ein sehr gutes Wort.
- 2:24:02Weißt du, was ich ganz gerne am Schluss noch anbringen würde, was ich aber als mehr oder weniger ganz großes Lob sehen würde?
- 2:24:10Es gibt ja so manche Sachen im Berufsleben, die man total bedauert.
- 2:24:13Und ich fand es damals total schade, dass ich dich beim Buch nicht mit dabei hatte.
- 2:24:20Ich hatte verschiedene Leute gefragt, wie man da dabei haben muss.
- 2:24:23Und weil du diese wunderbar zurückhaltende Art hast, die ich super angenehm finde, weil du halt kein Lauttreter bist, bist du total durch eine Radar gerutscht.
- 2:24:34Das tat mir total, als es fertig war.
- 2:24:36Ich dachte, ich scheiße Ben.
- 2:24:38Und das fand ich so schade.
- 2:24:40Ich würde da jetzt am liebsten noch eine Seite reinkleben, um so glücklicher bin ich, dass du...
- 2:24:46Ich habe da witzigerweise zwei Exemplare von dem Buch zu Hause.
- 2:24:49Ah, witzig.
- 2:24:51Also ich habe zwei Geschenke gekriegt und einem steht drin, einer fehlt.
- 2:24:53Ja.
- 2:24:55Und das ist in der Tat auch ganz doll so, kann ich mehr als attestieren.
- 2:24:59Es entstand aus der Situation heraus und wahrscheinlich, weil du genauso bist, wie du bist, was aber sehr, sehr positiv gemeint ist.
- 2:25:15Ich bin ein herzliches Dankeschön an den heutigen Supporter, den Begleiter dieser Podcastfolge, an das Felser Weingut "Wage Quaffmann" für die Unterstützung dieser Podcastfolge.
- 2:25:25Ich fand es mehr als beeindruckend, dass es dieses Weingut ja schon seit 100 Jahren gibt.
- 2:25:31Und finde es sehr erstaunlich, welche besondere Qualitäten in diesem kleinen Felser-Örtchen bisersheim erzeugt werden.
- 2:25:39Am 20. November 1900 erblickte Wilhelm Wageck das Licht der Welt, zusammen mit seinen sechs Geschwistern Wuchsheer im kleinen Örtchen bisersheim auf.
- 2:25:46Und seit 1924, also eigentlich genau vor 100 Jahren, führte er mit seiner Frau Luise den damaligen Gemischbetrieb, teils durch sehr schwierige Zeiten.
- 2:25:57Der Weinbau beschwierte damals nicht die große Hauptrolle, aber das sollte sich im Laufe der Zeit ändern.
- 2:26:04So richtig fahrt nahm dieser Betrieb als Gunther Pfaffmann 1973 in die Familie einheiratete auf, der dem heißt das Weingut, Wageck Pfaffmann.
- 2:26:13Dem ursprünglichen Namen lieben die Winzer dennoch treu und fokussieren sich auf hochklassige Wageckweine.
- 2:26:19Seit Gunther Pfaffmann das Weingut führt, vollzog sich im Hause Wageck Pfaffmann ein gewisser Wandel.
- 2:26:25Das Haus konzentriert sich zunehmend auf anspruchsvolle sowie originellen Weinen.
- 2:26:31In der Schule ist der Generationswechsel geschafft.
- 2:26:33Frank und Thomas Pfaffmann führen in der vierten Generation das Weingut gemeinsam mit den Eltern Gertraut und Gunther.
- 2:26:40Heute steht Wageck vor allem für die Spitzen, Schadonis und Spätbegundener.
- 2:26:45Die Winzer möchten mit dem Weingut, Wageck Pfaffmann, neues Wagen und unter anderem ein noch stärkeren Akzent auf die biologische Bewirtschaftung der Weinwerke setzen.
- 2:26:53Auf 50 Hektar breiten sich die Weinwerke des Weinguts in der Fals aus.
- 2:26:595% der Lagen sind mit Spät, Grau und weiteren Begundener Sorten bestockt.
- 2:27:03Zum Weingut gehören bekannte Spitzenlagen wie der Wissersheimer Goldberg, einem Südhang mit lemigen Kalk gegen Böden, Großkahlbacher Burgweg,
- 2:27:10eine alte Lage, die seit Ende des 15. Jahrhunderts existiert und sich durch Boden mit hohem Kalkgeheit auszeichnet,
- 2:27:16Kirchheimer Steinacker, Geißberg und Schützenhaus.
- 2:27:20Die Weine der Weine sind sehr hoch, mit mehreren Mikrokliefern und Tärzern Kalk, lässt sowohl die roten als auch die weißen Sorten gedeihen und verleiht den Weinen eine extrem elegante Mineralität.
- 2:27:31Thomas Pfaffmann strebt eine breitgepfeicherte Weinkollektion an und seine Weinwerke bieten dafür die besten Ausgangsbedingungen.
- 2:27:38Und egal, bei welcher Verkostung man schaut, Wageckweine sind immer unter den Top der verkosteten Weine.
- 2:27:45Nur dieses Weingut auch höchst positiv, bei Weim plus mit 4 von 5 Sternen, beim Pfeilstaff mit 4 Sternen, beim Gomiometreitrauben, beim Eichelmann und beim renommierten Wienumweingeit mit 3,5 Sternen gelistet.
- 2:27:58Und, und, und, dass die Kreation nicht unter dem Namen Pfaffmann, sondern vorrangig als Wageckweine auf den Markt gelang, hat mehrere Gründe.
- 2:28:07Zum einen ermöglicht der Fokus auf den Namen Wageck eine Verbindung zu den Wurzel des Hauses und der bewährten Tradition.
- 2:28:14Zum anderen bleibt der Name Pfaffmann, auf den die die Kettweine des Gehende außen vor, weil in der Fals hohe Verwechslungsgefahr mit anderen Weingütern namens Pfaffmann herrscht.
- 2:28:23Das Ziel von Frank und Thomas Pfaffmann ist es, hochwertige Weine zu kreieren und das Terroir ihre Heimat greifbar zu machen.
- 2:28:31Die Beine sind mineralisch und offenbar einen klaren Falscharakter. In die Händespielen dem Brüdern, Thomas und Frank Pfaffmann, vor allem auch das Klima und die Böden der Region, um bis er sein.
- 2:28:42Auf den tersären, kaltgeprägen Lagen, gedeinen Reben vortreffliche und Gewinn ein facettenreiches Profil, nicht zuletzt deshalb sehen die beiden die Bugunderrebsorten wie Chardonnay oder Spätbugunder, respektive, bzw. Pinot Noir, als ihre Pflicht, nein, als ihre Herzensaufgabe.
- 2:29:00In den Weinbergen von Waage Pfaffmann wachsen natürlich verschiedene Rebsorten.
- 2:29:06Chirotweine von Waage Pfaffmann gern spontan, der Maische und Reifen im Anschluss im Kleinen sowie großen Holzfässern.
- 2:29:12Für die Weißweine verwenden die Winzer nicht nur Edelstalltanks, sondern auch Holzfässer unterschiedlichster Größe.
- 2:29:20Das Portfolio des Hauses ist breit gefächert, ein Großteil neben die Bugunderrebsorten, jedoch gibt es auch herrliche, rassige, lebendige, strukturierte, mineralische Falzrieslinge.
- 2:29:30Durchweg überzeugt Waage Pfaffmann mit frischer, junger und dynamischer Weichmotor.
- 2:29:36Mit guten Qualitäten gibt man sich im Weingut Waage Pfaffmann nicht zufrieden.
- 2:29:41Thomas Pfaffmann will zu den besten Erzeugern Deutschlands gehören und hat darauf sein gesamtes Handeln ausgelegt.
- 2:29:49Die Qualitäten sind begeistert und ich bin unglaublich gespannt, was wir künftig noch aus dem Hause Waage Pfaffmann zu hören und zu probieren bekommen.
- 2:29:58[Musik]
- 2:30:07Das mag ich an diesem Podcastformat.
- 2:30:10Jede Folge ist richtig individuell, jeder Sommel so unterschiedlich in einem, in seinen Ansichten, in seinen Erfahrungen, in seinen Entwicklungen und in seiner Art, sich zu artikulieren.
- 2:30:21Und nach den Berliner Gästen, nach den Güterslohren, nach unseren Zugereisten aus Österreich, nach den Oberfälzern, war es für mich total spannend, mich auf diese norddeutsche Mentalität einzulassen,
- 2:30:34mit Moin Moin statt Moin schon als Klappermau gilt und diesem Podcastformat dieser Podcastfolge einen ganz eigenen Rhythmus zu geben.
- 2:30:40Ich mochte die Ruhe und der erfahrene Tiefsinn, der von Ben ausging und die Folge ohne Frage sehr geprägt hat.
- 2:30:48Und ich mag auch den Drive, den die Folge nach und nach und immer weiter aufgenommen hat.
- 2:30:52Und eigentlich ist es richtig schade, dass sie jetzt ist schon vorbei ist.
- 2:30:58Für alle, die die nicht genug von Ben bekommen konnten, kann ich nur dringend einem Besuch im Restaurant Jörg Müller mit einer unfassbar interessanten Weinkarte, die wie im Podcast geschildert auch gerne online einsehbar ist und durchaus auch als Lehrstück verwendet werden kann, wahrzunehmen.
- 2:31:13Vielen lieben Dank, lieber Benjamin Müller-Bürgholz, dass du heute mein Gast warst und deinem Wissen, deine Emotion, deine Erfahrung mit uns geteilt hast.
- 2:31:22Wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast. Und nach der gelebten Ruhe vom Big Ben bin ich richtig gespannt, welche Facetten dieses Beruf ist und es einer der lebendigsten und zugleich der musikalischsten Zombies dieser Branche, offeriert und offenbart.
- 2:31:38Justin Leone ist in der kommenden Woche mein Gast und ich freue mich sehr auf ihn und auf seine Geschichte.
- 2:31:45Ich bedanke mich aufs allerherzlichste bei euch, ihr Liebenhörer. Für das kann man jetzt nach den Folgen schon sagen, für eure Treue, für eure Unterstützung, für den ein oder anderen Gedanken, den ich per Zuschrift bekommen habe, für die Fürsprache, für dieses Projekt für diesen Podcast,
- 2:32:02dass ihr mir oft eine richtige Gänsehaut verliehen hat und einfach fürs Zuhören, fürs Kommentieren, fürs Liken und fürs Bewerten. Und natürlich möchte ich mich abschließend auch ganz herzlich bei der Schlumberger Gruppe mit den Handelshäusern Segnetz, Schlumberger, Conziovini und dem Privatkundenportal Prima Weinkolleg für die aktive wirtschaftliche und händische Unterstützung bedanken.
- 2:32:24In den letzten Jahren ist es möglich ein so besonderes und branchenrelevantes Projekt wie Sommie ins Lebenshof und vielen, vielen Dank.
- 2:32:31[Musik]
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