Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / HIGH PERFORMANCE mit DAN LORANG - Coach von Jan Frodeno, Anne Haug, Bora Hansgrohe und vielen weiteren Top Athleten.
Transcript
- 0:00SPEAKER_04: Also, so wie du jetzt Jan beschreibst, war er damals schon relativ zielstrebig und relativ klar, dass er auch irgendwie drei Jahre da und da sein will.
- 0:10SPEAKER_04: Würdest du sagen, das ist eine der Eigenschaften von Jan, die außergewöhnlich sind, oder würdest du noch andere Eigenschaften nennen, die auch zu der Zeit schon Jan so als sehr außergewöhnlichen Athleten darstellen?
- 0:26SPEAKER_05: Also ich meine, er hat natürlich viele Aspekte, die einen Weltklassigsportler auszeichnen, aber ich glaube, das, was ihn so erfolgreich macht, ist, dass er einfach das liebt, was er tut.
- 0:36SPEAKER_05: Also er liebt Triathlon, er liebt diese Lebensweise, er liebt das Vorbereiten auf so ein Rennen, dieses Ganze drumherum.
- 0:44SPEAKER_05: Sich mit Sachen beschäftigen, das mag er einfach.
- 0:47SPEAKER_05: Natürlich stresst ziehen manchmal auch, wenn es mal nicht so läuft, aber man hat nie das Gefühl bei ihm, dass er sich dazu quälen muss.
- 0:57SPEAKER_04: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 1:03SPEAKER_04: Mein Name ist Dr.
- 1:04SPEAKER_04: Golo Börken.
- 1:05SPEAKER_04: Ich bin Arzt und Coach.
- 1:07SPEAKER_00: Und mein Name ist Dr.
- 1:08SPEAKER_00: Leon Panchala.
- 1:09SPEAKER_00: Ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 1:11SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näherbringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 1:22SPEAKER_04: Moin dann.
- 1:24SPEAKER_05: Ja, guten Morgen, Golo.
- 1:26SPEAKER_05: Wie geht's?
- 1:27SPEAKER_04: Gut, wie geht's dir?
- 1:28SPEAKER_05: Ja, auch.
- 1:29SPEAKER_05: Also alles gut soweit.
- 1:31SPEAKER_05: Die Saison läuft ja vollem Gang im Radsport im Triadon und von dem her gibt es immer was zu tun.
- 1:36SPEAKER_05: Aber dadurch, dass unsere Arbeit jetzt Spaß macht, machen wir es gern.
- 1:40SPEAKER_04: Sehr cool.
- 1:41SPEAKER_04: Ja, erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst.
- 1:44SPEAKER_04: Du bist echt jemand, der unglaublich viel beschäftigt ist.
- 1:47SPEAKER_04: Du hast tausend Baustellen gleichzeitig und deswegen freut es mich total, dass du hier mit mir zusammensitzt und dass wir so ein bisschen über Leistungsfähigkeit, Gesundheit, über das sprechen, was, ich glaube, bei uns beiden so ein bisschen die Leidenschaft ist.
- 2:02SPEAKER_05: Ja, vielen Dank für die Einladung auch.
- 2:04SPEAKER_05: Wir hatten ja schon das Vergnügen, uns persönlich kennenzulernen.
- 2:07SPEAKER_05: Ich verfolge auch den Podcast und finde eben die Themen auch spannend.
- 2:11SPEAKER_05: Daher war es ja für mich ganz klar, wo die Anfrage kam, dass ich da auch gerne dabei sein würde.
- 2:16SPEAKER_05: Und bin schon sehr gespannt auf deine Fragen und hoffe, dass die Zuhörer nachher auch was davon haben.
- 2:22SPEAKER_04: Ja, cool.
- 2:24SPEAKER_04: Vielleicht fangen wir einmal so an mit einer Eingangsfrage: Was ist denn so für dich High Performance oder was ist für dich eine sehr hohe Leistungsfähigkeit?
- 2:37SPEAKER_05: Das ist insofern eine schwierige Frage, weil ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das verändert.
- 2:43SPEAKER_05: Also wenn du anfängst im Sport zu arbeiten, dann denkst du dir, okay, wenn ich jetzt über 10 Kilometer laufe, äh, 10 Kilometer, wenn jetzt jemand da vielleicht bei den Männern jetzt eine 33er, eine 32er Zeit läuft, dann ist das schon wow, dann ist das was, wo man sich gar nicht vorstellen kann, wenn man das auch, wenn man selber auch läuft, zum Beispiel.
- 3:01SPEAKER_05: Und je länger man dann wirklich im High-Performance-Bereich arbeitet, umso mehr verschiebt sich da die Grenze so ein bisschen.
- 3:08SPEAKER_05: Man schmunzelt dann eher so, wenn jemand sagt, ja du, ich bin da eine 31,30 gelaufen und sagt, ja, ja, und?
- 3:18SPEAKER_05: Also, was ich damit sagen will, ist, dass einfach die eigene Referenz sich verschiebt.
- 3:23SPEAKER_05: Und von dem her, sage ich jetzt einfach mal, High-Performance-Leistungen sind immer darauf bezogen, wer sie macht.
- 3:29SPEAKER_05: Also wenn jetzt ein, sag ich mal, ein Profisportler, High-Performance-Leistung, wenn ich das definieren soll, dann ist es natürlich eine Leistung, die es ihm ermöglicht, in der Weltklasse mit vorne dabei zu sein.
- 3:39SPEAKER_05: Aber es kann ja auch sein, dass der Hobbysportler, sag ich mal, eine Weltklasse oder eine High-Performance-Leistung macht.
- 3:43SPEAKER_05: Und zwar einfach, wenn er was schafft, was er vorher noch nicht geschafft hat, wenn er einfach ein Ziel gesetzt hat und das über Training, über Fleiß, über Disziplin erreicht hat, dann ist das auch irgendwo High-Performance, weil er konnte das ja vorher nicht.
- 3:58SPEAKER_05: Also er hat ja was geschafft, was er vorher nicht konnte und vielleicht auch im Rahmen seiner persönlichen Leistungsfähigkeit liegt.
- 4:05SPEAKER_05: Und von dem her würde ich das immer so ein bisschen unterteilen zwischen, ist es im Hype-, also wirklich im Hochleistungssport, im High-Performance-Sport, oder ist es einfach bezogen auf die Person, über die wir gerade reden.
- 4:16SPEAKER_04: Also es hat viel mit dem Umfeld zu tun, mit dem, wo man sich bewegt, mit dem, ja, was man auch vielleicht zeitliche Ressourcen hat und in welche Richtung man will.
- 4:26SPEAKER_05: Genau, ja.
- 4:27SPEAKER_04: Ja.
- 4:28SPEAKER_04: Okay, vielleicht für alle, die dich noch nicht kennen, du bist Coach von sehr erfolgreichen Triathleten.
- 4:36SPEAKER_04: Ich würde sagen, du bist im Moment definitiv sogar der erfolgreichste Triathlon-Coach.
- 4:41SPEAKER_04: Du bist aber auch im Radsport sehr aktiv als High-Performance Coach, da beim Bora Hans-Grohe-Team und du coachst dann auch diverse ein oder ein, zwei Läufer.
- 4:51SPEAKER_04: Vielleicht stell dich doch einmal vor und sag einmal, ja, wie hat sich das für dich, wie war so dein Weg?
- 4:57SPEAKER_04: Wie bist du dahin gekommen, was du jetzt machst?
- 5:02SPEAKER_05: Also erstmal, ich würde sagen, ich bin ein erfolgreicher Trainer, das auf jeden Fall.
- 5:07SPEAKER_05: Es gibt viele erfolgreiche Trainer draußen, auch Triathlon-Trainer, vor allem, wenn ich da die Kultstrecke anschaue.
- 5:12SPEAKER_05: Also ich sage mal, einer, der das Glück hat, mit hochtalentierten Athleten zusammenarbeiten zu dürfen.
- 5:20SPEAKER_05: Und der den Erfolg nicht verhindert hat, sage ich mal, so groß.
- 5:23SPEAKER_05: Aber wie bin ich dazu gekommen?
- 5:27SPEAKER_05: Ich habe Sportwissenschaft studiert, habe während dem Studium schon sehr früh angefangen, mit Athleten zu arbeiten.
- 5:33SPEAKER_05: Eine davon war eben Anne, also die Anne Haug, die ja 2019 auch dann Triathlon-Weltmeisterin auf der Langstrecke wurde.
- 5:39SPEAKER_05: Und sie war im Prinzip mein erstes, ich sage jetzt mal wirklich bewusst, man versucht es kein Inchen, weil sie hatte damals keinen Trainer und hat mit Triathlon angefangen.
- 5:48SPEAKER_05: Und ich hatte ja null Erfahrung, weil ich selber früher Radsportler, habe Fußball gespielt, aber nie auf diesem ganz hohen Level.
- 5:56SPEAKER_05: Und ich kann jetzt auch nicht sagen, ich hatte da Trainer, von denen ich dann sehr viel, was die Trainingswissenschaft gelernt habe.
- 6:02SPEAKER_05: Das heißt, man ist da erstmal, hat da angefangen damit und ist übers Studium reingerutscht, übers Interesse, hat sich sehr stark, ich habe mich immer sehr stark für Krafttraining interessiert, also war mit dem Thema Trainingswissenschaft schon sehr früh in Kontakt und habe dann versucht, über die Jahre über Studienlesen, Praxiserfahrung mit Athleten, Praktikas, wirklich in dieses Thema immer mehr und mehr reinzukommen, auch viel Austausch mit anderen Trainerkollegen.
- 6:30SPEAKER_05: Und so ging das über einige Jahre, während ich im Studium habe ich schon an der Sportmedizin in München gearbeitet, wo ich auch sehr viel an Basiswissen dazu bekommen habe, was ein großes Glück für mich damals war.
- 6:41SPEAKER_05: Und dann war es im Prinzip so, dass ich, also die An wurde langsam besser, also die Anat sich der, ich sage jetzt mal, der europäischen Spitze genähert.
- 6:51SPEAKER_05: Und damit wächst man eben auch als Trainer.
- 6:53SPEAKER_05: Weil du immer weiter kommst, du fängst an beim Ball- und Wiesentriaton und bist auf einmal hast du einen Athleten, der beim Europacup startet und dann mal beim Weltcup, du bist in Kontakt mit dem Nationaltrainer und das ist alles sehr aufregend.
- 7:06SPEAKER_05: Und habe dann auch meine Trainerlizenzen im Triathl gemacht.
- 7:09SPEAKER_05: Auch, denke ich, ein Baustein.
- 7:11SPEAKER_05: Da geht es nicht nur um die Inhalte, es geht vor allem auch darum, dass du einfach irgendwie auch nachweisen kannst, okay, du hast jetzt in einer Sportart, sage ich mal, das systematisch auch verfolgt.
- 7:21SPEAKER_05: Und ich habe mir immer überlegt, okay, in welcher Sportart machst du jetzt die Trainerlizenzen, weil mich viele Sportarten interessieren.
- 7:26SPEAKER_05: Und ich habe mich jetzt für Triadl entschieden, weil du da zumindest schon mal drei Sportarten drin hast.
- 7:30SPEAKER_05: Und das auch damals für mich sehr komplex war, weil Triadon ist eine Sportart, wo früher es zumindest so war, dass die Triadäden mit den Läufern zum Laufen gegangen sind, mit dem Schwimmern zum Schwimmen und dann auch mit den Radfahrern zum Radfahren.
- 7:42SPEAKER_05: Und wie kann man das kombinieren?
- 7:44SPEAKER_05: Das hat mich halt gereizt.
- 7:45SPEAKER_05: Also deshalb auch eben habe ich mit Triadon angefangen.
- 7:48SPEAKER_05: Und dann ist irgendwo mal so der Wunsch entstanden, boah, einmal, also ich würde gerne Bundestrainer werden.
- 7:53SPEAKER_05: Das wäre so irgendwo eine Idee.
- 7:54SPEAKER_05: Ich habe immer die Olympischen Spiele im Fernsehen angeschaut, die Weltmeisterschaften, also die ganzen Wettkämpfe und dachte mir, das ist so ein Ziel, auf das ich gerne hinarbeiten würde, das werden und dann eben mit den nationalen Athleten vor Ort auch arbeiten.
- 8:10SPEAKER_05: Und ich hatte dann noch eine Zwischenstation, ich war beim Cervillo-Test-Team ein Jahr, das war ein Radsport-Team aus der zweiten Liga damals, schon mit sehr bekannten Fahrern.
- 8:19SPEAKER_05: Und mit denen schon als Sportwissenschaftler gearbeitet, weniger als Trainer.
- 8:26SPEAKER_05: Also wirklich diese Wissenschaftsschiene da abgedeckt.
- 8:29SPEAKER_05: Und dann über, ich gehe jetzt ein bisschen schneller durch, über den Landesstützpunkt Baden-Württemberg als Triathlon-Trainer, wo ich ein Jahr gearbeitet habe, wurde ich da einen U23 Bundestrainer bei der DTU beim Deutschen Triathlonverband.
- 8:41SPEAKER_05: Da eben auch dann Jan Frodeno kennengelernt und wurde dann im Jahr darauf Nationaltrainer und habe das dann bis 2016 gemacht und nach 2016 dann bis jetzt beim Profi-Rennstör Bora Hans Grohe tätig.
- 8:56SPEAKER_04: Okay.
- 8:57SPEAKER_04: Und ich sag mal, als du Sportwissenschaften studiert hast und parallel dazwischen angefangen hast zu coachen, meinst du, das war wichtig, dass du einerseits natürlich irgendwie dir die Expertise erarbeitet hast, andererseits aber direkt auch schon praktische Erfahrungen gesammelt hast?
- 9:11SPEAKER_05: Es ist meiner Meinung nach das A und O.
- 9:13SPEAKER_05: Also du wirst kein guter Trainer, wenn du keinen trainierst.
- 9:18SPEAKER_05: Du musst einfach, ich sag wirklich, Menschen trainieren.
- 9:21SPEAKER_05: Das muss kein Hochleitungssport sein.
- 9:22SPEAKER_05: Das kann auch der Nachbar sein, der gerade mit Laufen anfängt oder der vielleicht mal einen Radmarathon fahren will.
- 9:27SPEAKER_05: Also einfach dich diesen Prozess stellen, okay, der hat ein Ziel, der hat einen Ausgangszustand, wie bringe ich ihn jetzt da hin, welche Probleme gibt es auf diesem Weg, das ist das auch und natürlich braucht man die Theorie dazu, klar, aber nur die Theorie, damit kannst du keinen trainieren.
- 9:46SPEAKER_05: Du kannst noch so viele Bücher lesen, wie du willst.
- 9:48SPEAKER_05: Du wirst damit nicht erfolgreich Menschen trainieren können.
- 9:52SPEAKER_05: Weil das eine sind halt die, die, die, sag ich mal, die, ja, ist die Theorie dahinter, wie funktioniert eine Periodisierung, wie soll ich Belastungssteigerungen machen, wie funktioniert der Metabolismus, das ist alles wichtig und gut zu wissen.
- 10:05SPEAKER_05: Aber ja, die Probleme, die einfach kommen, vielleicht, der hat gar nicht die Zeit, das zu machen, der hat anderen Stress noch das Feedback des Athleten, wie gehe ich damit um, dann ist jeder Körper anders.
- 10:13SPEAKER_05: Und je mehr Leute du trainierst, umso mehr merkst du, wie unterschiedlich die Organismen sind und wie unterschiedlich die Persönlichkeiten sind.
- 10:20SPEAKER_05: Und das gibt dir sehr viel Erfahrung als Trainer auch.
- 10:24SPEAKER_05: Und ich glaube, das ist auch vielleicht ein Rat für Sportwissenschaftler, die an der Uni sind oder gerade fertig werden.
- 10:31SPEAKER_05: Also ich halte auch manchmal vor, halt einmal im Jahr Vorlesungen auch in Basel und da sage ich den Studenten es auch immer, dass sie wirklich diese praktische Erfahrung suchen, wenn sie Trainer werden wollen oder wenn sie mit Trainern zusammenarbeiten wollen.
- 10:42SPEAKER_05: Weil es gibt nichts Schlimmeres und ich kenne das selber, ich war auch mal so, du bist Sportwissenschaftler, du denkst, du weißt alles, du redest mit einem Trainer und der guckt dich einfach nur an und sagt, Junge, du hast einfach gar keine Ahnung.
- 10:55SPEAKER_05: Also, weil dir einfach der Praxisbezug dann fehlt und von dem her sehr wichtig, ja.
- 11:01SPEAKER_04: Ja, sehe ich auch genauso wie du, auf jeden Fall.
- 11:04SPEAKER_04: Und als du dann angefangen hast, Anne zu trainieren, ist Anna auf dich zugekommen oder hast du Anne angesprochen?
- 11:13SPEAKER_05: Ich glaube, ich habe Anne angesprochen.
- 11:15SPEAKER_05: Das ist eine gute Frage.
- 11:16SPEAKER_05: Da müsste ich dir auch mal fragen, wie das war.
- 11:18SPEAKER_05: Also wir waren im selben, wir waren praktisch im selben Studiengang.
- 11:21SPEAKER_05: Also wir haben zusammen studiert.
- 11:23SPEAKER_05: Und ich glaube, ich habe sie mal beim Sport gesehen und ich glaube, sie war verletzt sogar zu dem Zeitpunkt.
- 11:30SPEAKER_05: Und dann haben wir gesagt, hey, habe ich sie, glaube ich, angesprochen und gesagt, ob sie mal Lust hätte, einfach mal nach diesen Plänen zu trainieren, zu probieren.
- 11:37SPEAKER_05: Ich war ganz offen, ich habe keine Erfahrung, aber ich glaube zu wissen, wie man es macht.
- 11:42SPEAKER_05: Ich habe das auch umsonst gemacht, also weil mir, ich hatte, ja, habe mich gar nicht getraut, dafür auch irgendwo Geld zu verlangen, weil ich ja gar nicht wusste, ob das überhaupt funktioniert, was ich da tue.
- 11:51SPEAKER_05: Das hat übrigens sehr lange gedauert, bis ich davon überzeugt war, dass es funktioniert, was ich da tue.
- 11:56SPEAKER_05: Also Jahre.
- 11:59SPEAKER_05: Und genau, so ist das entstanden mit Anne.
- 12:02SPEAKER_05: Und hält bis zum heutigen Tage noch an, was, denke ich, auch sehr außergewöhnlich ist.
- 12:07SPEAKER_04: Ja, ja, definitiv.
- 12:08SPEAKER_04: Ja, ihr seid dann, das ist ja wahrscheinlich jetzt auch schon 12, 13 Jahre oder zehn Jahre.
- 12:13SPEAKER_05: Ja, das sind schon 17 Jahre, glaube ich.
- 12:14SPEAKER_04: 17 Jahre, oh ja.
- 12:16SPEAKER_05: Mit denen wir zusammenarbeiten, sowas, ja.
- 12:18SPEAKER_04: Okay, ja.
- 12:19SPEAKER_04: 17 oder 18.
- 12:20SPEAKER_04: Ich habe mit meinen ersten Athleten auch angefangen im Medizinstudium.
- 12:23SPEAKER_04: Das war auch Trial and Error.
- 12:26SPEAKER_04: Sehr, sehr, sehr viel Trial and Error.
- 12:28SPEAKER_04: Ja.
- 12:30SPEAKER_04: Es gehört leider dazu.
- 12:33SPEAKER_04: Ja, richtig.
- 12:35SPEAKER_04: Aber dann sagst du, hast du, sag ich mal, auch so Jan Frudino kennengelernt.
- 12:39SPEAKER_04: Und wie war das?
- 12:40SPEAKER_04: Also hat Jan dich angesprochen oder hast du Jan angesprochen, oder wie kam da so die Verbindung zustande?
- 12:46SPEAKER_05: Ja, das ist eine Geschichte, die ich immer sehr gerne erzähle, weil das habe ich einfach noch sehr so vor mir.
- 12:52SPEAKER_05: Also es ist irgendwie hängen geblieben.
- 12:54SPEAKER_05: Also der erste Kontakt war damals in Saarbrücken am Olympiastützpunkt.
- 12:58SPEAKER_05: Da kam Jan zum Training und ich habe gemerkt, er war erkältet, also zu einer Nase und komisch geredet, nicht gut ausgeschaut.
- 13:06SPEAKER_05: Und ich kannte ihn natürlich vom Namen.
- 13:08SPEAKER_05: Ich meine, ein früherer Olympiasieger und alle wussten, ja, jetzt kommt Jan.
- 13:12SPEAKER_05: Und ich war da als U23-Trainer in meinen ersten Tagen und habe ihn gesehen und habe natürlich Hallo gesagt, und wie geht's?
- 13:18SPEAKER_05: Und hab dann einfach gesagt, du, ich glaube, es wäre besser, du gehst wieder nach Hause.
- 13:22SPEAKER_05: Du bist halt krank.
- 13:24SPEAKER_05: Und erstmal hat er gar nicht so richtig zugehört.
- 13:26SPEAKER_05: Dann hat er mich nochmal angeschaut und hat sich das überlegt und wollte eigentlich schon fast reinspringen.
- 13:32SPEAKER_05: Und hat dann zu meinem Erstaunen, muss ich sagen, ist er nicht reingesprungen.
- 13:36SPEAKER_05: Also er hat seine Sachen wieder genommen und hat gemeint, ja, vielleicht stimmt das ja, okay.
- 13:41SPEAKER_05: Und hat mir aber nichts groß dabei gedacht.
- 13:44SPEAKER_05: Die anderen haben auch schon so ein bisschen geguckt, okay, jetzt, so nach dem Motto, jetzt schickt er Jan Frodeno nach Hause.
- 13:49SPEAKER_05: Und dann kam Jan aber zwei Tage später, abends, es waren immer lange Tage am Stützpunkt, ich saß da im Büro und dann hat es geklopft, dann kam er rein und wollte sich mit mir unterhalten und hat ihm gesagt, ja, er wird da eine Veränderung jetzt anstreben nach Olympia 2012.
- 14:07SPEAKER_05: Wird da einen Trainer suchen, der wieder mehr vor Ort ist oder der vor Ort sein kann und der ihn auch dann auf dem Weg Richtung Langdistanz begleiten würde in den nächsten Jahren.
- 14:17SPEAKER_05: Nicht gleich im darauffolgenden Jahr, aber in den nächsten Jahren.
- 14:20SPEAKER_05: Und sein Ziel wäre es dann auch, Hawaii zu gewinnen.
- 14:24SPEAKER_05: Und dann habe ich gesagt, okay.
- 14:26SPEAKER_05: Und ich habe auch nicht viel gesagt, ich habe einfach nur gesagt, okay, ja, das machen wir.
- 14:30SPEAKER_05: Hawaii 2015.
- 14:33SPEAKER_05: Und dann hat er mich angeschaut, okay, gut.
- 14:38SPEAKER_05: Ja, im Prinzip haben wir nochmal kurz so ein bisschen geredet und haben uns die Hand gegeben und gesagt, okay, wir starten jetzt hier die Zusammenarbeit und er ist dann rausgegangen und ich musste dann erstmal tief durchatmen, weil ich mir dann erstmal bewusst werden musste, was ich da gerade gemacht habe.
- 14:54SPEAKER_05: Weil ich hatte bis dato auch noch keinen Athleten auf der Langstrecke, sag ich mal, zum Hawaii gebracht.
- 14:59SPEAKER_05: Ich hatte eine Athletin, das war die Britta Martin, eine aus München, die eine, also Münchnerin, die in Neuseeland wohnt, die schon mal auf dem Ironman erfolgreich war.
- 15:09SPEAKER_05: Ich glaube, Iron Man Neuseeland gewonnen, sowas.
- 15:13SPEAKER_05: Und das heißt, ich wusste, okay, ich kann auf ein bisschen was zurückgreifen, aber es war schon so irgendwo auch ein Risiko.
- 15:21SPEAKER_05: Und auf der anderen Seite wusste ich auch, okay, das ist die Chance.
- 15:23SPEAKER_05: Entweder du nutzt sie jetzt oder also so eine Chance kommt halt nicht so oft.
- 15:28SPEAKER_05: Ich habe es mir auch zugetraut.
- 15:29SPEAKER_05: Und so hatte ich zusammen damit mit Jan dann gestartet.
- 15:32SPEAKER_04: Okay, ja.
- 15:34SPEAKER_04: Und also so wie du jetzt Jan beschreibst, war er damals schon relativ zielstrebig und relativ klar, dass er auch irgendwie drei Jahre da und da sein will.
- 15:44SPEAKER_04: Würdest du sagen, das ist eine der Eigenschaften von Jan, die außergewöhnlich sind, oder würdest du noch andere Eigenschaften nennen, die auch zu der Zeit schon Jan so als sehr außergewöhnlichen Athleten dargestellen?
- 16:00SPEAKER_05: Also ich meine, er hat natürlich viele Aspekte, die einen Weltklassesportler auszeichnen, aber ich glaube, das, was ihn so erfolgreich macht, ist, dass er einfach das liebt, was er tut.
- 16:10SPEAKER_05: Also er liebt Triathlon, er liebt diese Lebensweise, er liebt das Vorbereiten auf so ein Rennen, dieses Ganze drumherum, sich mit Sachen beschäftigen, das mag er einfach.
- 16:21SPEAKER_05: Natürlich stresst ihn manchmal auch, wenn es mal nicht so läuft, aber man hat nie das Gefühl bei ihm, dass er dich dazu quälen muss.
- 16:28SPEAKER_05: Sondern es ist immer ein, er wirklich, und ich glaube, das ist, was Besseres gibt es halt nicht.
- 16:33SPEAKER_05: Also wenn du das hast, dann fällt dir halt nicht jeden Tag schwer.
- 16:36SPEAKER_05: Du hast nicht ständig das Gefühl, oh, wann ist jetzt der nächste Ruhetag oder wann ist jetzt die nächste Entlastungsphase, sondern der gibt dir immer das Gefühl, der ist on fire.
- 16:44SPEAKER_05: Und das strahlt dir natürlich auch aus, auch auf die Menschen, die dann mit ihm zusammenarbeiten.
- 16:50SPEAKER_05: Und das war für mich auch eine ganz interessante Erfahrung, wie wichtig es im Prinzip ist, dass ein Athlet diese Energie an sein Team weitergibt.
- 17:01SPEAKER_05: Also ich vergleiche das immer gerne mit dem Radsport, wo du einen Kapitän hast.
- 17:05SPEAKER_05: Und der Kapitän, einer seiner Aufgaben ist natürlich auch, das Team am Laufen zu halten.
- 17:09SPEAKER_05: Also, weil das Team glaubt daran, dass er vielleicht die Rundfahrt das Rennen gewinnen kann.
- 17:14SPEAKER_05: Und da bist du ganz anders motiviert, wie wenn dein Kapitän halt so, ja, so ein bisschen Larifari ist, weil er ist ja schon so der, der vorangeht.
- 17:23SPEAKER_05: Und mit Jan ist es halt auch so.
- 17:24SPEAKER_05: Der ist einfach ein Athlet, der sein Team um den Rum motiviert, der ganz klar sagt, okay, wir wollen dahin, ich kann das Ding gewinnen, der 100% gibt und ob du willst oder nicht, ich meine, wenn du nicht willst, dann bist du nicht in seinem Team, aber einfach du, du kannst gar nicht anders, als auch 100% zu geben, um so zu versuchen, diese Ziele zu erreichen.
- 17:45SPEAKER_04: Also Jan sorgt dazu, dafür, dass sein Umfeld ihn einfach maximal unterstützt und erzählt ganz viel wieder.
- 17:52SPEAKER_05: Ja, genau.
- 17:54SPEAKER_05: Das ist ein großes menschliches Plus.
- 17:58SPEAKER_05: Und das geht bei ganz banalen Dingen los.
- 18:00SPEAKER_05: Also der sagt halt, als ich ihn noch trainiert habe vor Ort, da hat er nach einer Trainingseinheit, das sage ich auch oft.
- 18:05SPEAKER_05: Aber ich finde es wichtig, einfach.
- 18:06SPEAKER_05: Er sagt ja danke und nach dem Training.
- 18:09SPEAKER_05: Also einfach, hey, danke für die tolle Trainingseinheit oder dass du da warst.
- 18:12SPEAKER_05: Oder wenn wir mal telefonieren, er bedankt dich halt für so Sachen, wo du denkst, naja, ist ja normal, Athletrainer ist halt mein Job irgendwo auch.
- 18:19SPEAKER_05: Und für ihn ist es schon, er gibt dir das Gefühl, dass es halt schon noch was Besonderes ist.
- 18:24SPEAKER_05: Oder ganz banale Dinge, nicht banale Dinge, aber interessante Dinge.
- 18:29SPEAKER_05: Als Jan geheiratet hat, wenn du dann als Trainer da mit am Brauchtisch mehr oder weniger sitzt, ich meine, das ist schon was, wo du denkst, puh, wow, das ist schon toll, muss man einfach sein.
- 18:41SPEAKER_05: Also wenn wir jetzt irgendwo gesessen, hätten wir ja, hätten wir ja sich ja auch nichts dabei gedacht, hätten wir gedacht, ja klar, und ich soll einfach Gast und aber das war schon, das zeigt ihm schon, wie wichtig ihm auch das Team ist.
- 18:53SPEAKER_04: Ja, ja.
- 18:55SPEAKER_04: Würdest du auch sagen, das ist einer seiner größten Stärken, dass er es schafft, auch Menschen da, sag ich mal, so zu motivieren und auch sich dieses perfekte Umfeld zu schaffen, dass es das auch dazu führt, dass er so erfolgreich ist?
- 19:08SPEAKER_05: Ja, absolut, ja, ja.
- 19:09SPEAKER_05: Also man sieht ja auch egal, was er macht, du hast immer hast das Medieninteresse, du hast die Leute, die Fans.
- 19:15SPEAKER_05: Ich meine, er polarisiert natürlich auch wohl ein bisschen.
- 19:17SPEAKER_05: Es gibt auch sicherlich welche, die ihn nicht mögen, weil es vielleicht dann zu perfekt rüberkommt.
- 19:22SPEAKER_05: Das gibt es ja immer.
- 19:23SPEAKER_05: Aber er ist halt einfach so.
- 19:25SPEAKER_05: Er spielt das nicht, sondern der ist einfach so.
- 19:28SPEAKER_05: Aber wie du sagst, diese Fähigkeit, die Leute zu motivieren und auch für ein Projekt zu begeistern, egal was das dann ist, da ist sicherlich eine Qualität, die er mitbringt.
- 19:37SPEAKER_05: Und ja, die ihm in vielen Bereichen helfen, sportlich.
- 19:40SPEAKER_05: Sicherlich auch, wenn er mit Sponsoren agiert.
- 19:42SPEAKER_05: Ich glaube, ja, wenn er da um in so um Verträge geht oder sowas, meint, das macht er sein Manager, aber trotzdem dieses Menschliche, diese Überzeugung von sich, das ist schon, findet man nicht so oft, ja.
- 19:55SPEAKER_04: Ja, spannend.
- 19:56SPEAKER_04: Ja, ich glaube auch, wenn man sehr erfolgreich ist und dann nicht polarisiert, ich glaube, das geht ganz gar nicht.
- 20:03SPEAKER_04: Also ich glaube, es gibt immer Leute, die dich mögen und es gibt immer Leute, die dich halt nicht mögen.
- 20:07SPEAKER_05: Und damit muss man das muss man einfach so akzeptieren.
- 20:10SPEAKER_05: Also man kann nicht davon ausgehen, dass ein Mann von jedem gemocht wird.
- 20:13SPEAKER_05: Das muss nicht so sein, sonst gibt es alle nicht.
- 20:16SPEAKER_04: Ja.
- 20:17SPEAKER_04: Gibt es etwas, worauf du, sag ich mal, besonders viel Wert legst in deinem Coaching?
- 20:28SPEAKER_05: Ich glaube, also was mir wichtig ist, ist der Umgang miteinander.
- 20:33SPEAKER_05: Also ich respektiere die Leistung, die die Athleten bringen, den Aufwand, den sie dafür betreiben, alles, was dahinter steckt.
- 20:40SPEAKER_05: Und ich finde auch, dass es gegenseitig genauso gehört.
- 20:43SPEAKER_05: Also ich muss einfach merken, da ist halt Respekt füreinander da.
- 20:47SPEAKER_05: Das ist mir wichtig.
- 20:48SPEAKER_05: Und dass man dass man auch ehrlich zueinander ist.
- 20:53SPEAKER_05: Also im Prinzip ein Beispiel nehmen wir jetzt mal an.
- 20:56SPEAKER_05: Es steht ein wichtiger Wettkampf an und es ist jetzt die Frage, machen wir jetzt diese intensive Einheit oder nicht.
- 21:02SPEAKER_05: Und ich bin vom Trainertyp her so, dass ich die Athleten mit einbeziehe.
- 21:07SPEAKER_05: Also wir treffen Entscheidungen gemeinsam.
- 21:09SPEAKER_05: Außer der Wert, okay, du, ich weiß es nicht, dann sage ich, okay, ich treffe die Entscheidung, aber ansonsten treffen wir es gemeinsam und wir legen uns gemeinsam fest und sagen, hey, wir machen sie.
- 21:17SPEAKER_05: Das Risiko ist, dass du vielleicht platt bist, aber ich rechne mir aus, dass du mit dieser Einheit aber vielleicht nochmal so das letzte extra halbe Prozent hast.
- 21:26SPEAKER_05: Und nehmen wir an, es geht schief und dann gibt es nachher eine Diskussion, ja, wieso haben wir das gemacht?
- 21:31SPEAKER_05: Und du hättest, also man merkt dann auf einmal, oh, wir saßen doch eigentlich in einem Boot, aber jetzt scheint es so, dass wir die Schuldigen suchen.
- 21:38SPEAKER_05: Das wäre zum Beispiel so für mich ein No Go, wo ich dann auch einfach, was für mich dann okay ist, sage ich, ja, okay, verstehe ich, aber dann ist es so der Punkt zu sagen, dann ist es, glaube ich, besser.
- 21:46SPEAKER_05: Wir gehen auch getrennte Wege, weil einfach das Vertrauen nicht mehr da ist.
- 21:49SPEAKER_05: Also Vertrauen ist, glaube ich, enorm wichtig.
- 21:52SPEAKER_05: Vertrauen in guten Zeiten ist kein Problem, wenn alles gut läuft, dann kann man sich leicht vertrauen, aber wenn es mal nicht läuft, dann Merkst du es eigentlich dann auch, ob diese Bindung oder diese Verbindung gut genug ist, um auf sowas zu überstehen?
- 22:08SPEAKER_04: Bei dir merkt man auch immer so zwischen den Zeilen, dass Selbstverantwortung, glaube ich, was ist, was dir wichtig ist und was du auch deinen Athleten mitgeben willst, oder?
- 22:17SPEAKER_05: Ja, ich finde das essentiell.
- 22:19SPEAKER_05: Also ich finde, ein Athlet, der einfach Selbstverantwortung übernimmt, kann mehr aus dich rausholen, der kann Verantwortung übernehmen.
- 22:27SPEAKER_05: Ich bin kein Trainer, der sagt, okay, wenn der Trainer jetzt nicht am Streckenrand steht, dann weiß der Athlet nicht mehr, wo links und rechts ist.
- 22:34SPEAKER_05: Ein Athlet soll auch mal Entscheidungen alleine im Training zum Beispiel treffen können, weil das eine ist ja das Sportlerleben und das andere ist ja das Leben danach und da ist ja Eigenverantwortung, Selbstverantwortung auch ganz, ganz wichtig.
- 22:47SPEAKER_05: Und das lernst du halt in diesem Prozess.
- 22:48SPEAKER_05: Und ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ein Athlet das macht und da Verantwortung übernimmt, dass er auch leistungsfähiger wird.
- 22:55SPEAKER_05: Vielleicht ist es am Anfang ein bisschen eine Belastung, weil er mehr übernehmen muss, aber dann merkt er, okay, er steht auch viel mehr hinter seinem eigenen Projekt, weil wir müssen das immer so sehen.
- 23:04SPEAKER_05: Jeder Athlet ist ja so ein Projekt für sich.
- 23:05SPEAKER_05: Das ist ja ein Ein-Mann-Unternehmen, also sagen wir mal, so ein erstmal ein Ein-Mann-Unternehmen, was sich dann so Mitarbeiter sucht.
- 23:11SPEAKER_05: Aber im Prinzip das Produkt, was er hat, ist seine Leistung, sein Körper.
- 23:15SPEAKER_05: Und wenn er selber Verantwortung übernimmt, dann ist es halt wie so ein Selbstständiger.
- 23:21SPEAKER_05: Der muss halt einfach dann Tag und Nacht dafür was tun, dass er auch erfolgreich ist.
- 23:26SPEAKER_05: Und dann, ich sage auch, es ist am Ende des Tages ist nicht irgendwie der oder der für die Leistung verantwortlich, weil der Athlet ist am Ende immer selber für seine Leistung verantwortlich.
- 23:35SPEAKER_05: Und deshalb binde ich die ja auch mit in die Entscheidungsprozesse mit ein.
- 23:38SPEAKER_05: Denn wenn wir nochmal auf das Beispiel von vorher zurückkommen, wenn der Athlet sagt, nein, mir ist es zu riskant, diese Einheit zu machen, dann sage ich als Trainer, okay, gut, dann gehen wir das Risiko nicht ein, alles okay, weil am Ende, du bist ja der Leidtragende.
- 23:51SPEAKER_05: Natürlich als Trainer hängt man da auch mit drin, aber es betrifft erstmal den Athleten.
- 23:55SPEAKER_05: Und da, genau, da versuche ich immer, dass wir als Team eine Entscheidung treffen.
- 24:02SPEAKER_05: Nur eben als letzte Instanz, das gibt es manchmal auch, wo der Athlet einfach sagt, du, ich vertrau dir.
- 24:07SPEAKER_05: Und dann musst du als Trainer natürlich auch eine klare Entscheidung treffen und darf es dann nicht rumhampeln, sondern musst du sagen, okay, dann machen wir das.
- 24:15SPEAKER_04: Ja, auf jeden Fall.
- 24:17SPEAKER_04: Und ich sag mal, siehst du da einen Unterschied zwischen dem Radsport und dem Triathlon?
- 24:24SPEAKER_05: Ja, schon.
- 24:25SPEAKER_05: Radsport ist halt dieses ganze Trainerdasein gibt es noch nicht so lange.
- 24:30SPEAKER_05: Also so lange ist jetzt, sage ich jetzt mal, seit 10, 15 Jahren irgendwann, oder da hat es angefangen.
- 24:36SPEAKER_05: Damals, sage ich mal, mit Team Mobile bzw.
- 24:41SPEAKER_05: dann High Road.
- 24:43SPEAKER_05: Das war so bekannt, die ersten Strukturen, wo richtig Trainer gearbeitet haben und dann ist es mehr und mehr gekommen.
- 24:49SPEAKER_05: Und die Athleten wohnen ja dezentral, also die wurden verteilt in ganz Europa und du hast halt weniger Kontakt mit denen, siehst du mal beim Rennen, beim Trainingslager.
- 24:58SPEAKER_05: Im klassischen Triathlon-Training war das ja früher so, dass du vor Ort warst und wirklich mit denen Kontakt hattest.
- 25:05SPEAKER_05: Dadurch, also der Radsportler musste sich irgendwie selber erstmal organisieren, weil er hatte gar nicht die Struktur.
- 25:11SPEAKER_05: Also früher hieß es, kommen halt fit zum Rennen, bevor die Trainer da waren, wie auch immer.
- 25:16SPEAKER_05: Ich meine, das hatte auch sehr viele Nachteile, aber auf der anderen Seite, die konnten sich schon organisieren, die mussten sich einfach organisieren.
- 25:22SPEAKER_05: Und beim Triathleten, vor allem auf der Kurzstrecke, war das oft schon organisiert, über die Verbände oder über meistens über Verbände.
- 25:31SPEAKER_05: Erst als sie dann Richtung Langstrecke gehen oder wenn sie Richtung Langstrecke gehen, da ist es ja dann oft so, dass nichts mehr organisiert ist.
- 25:37SPEAKER_05: Also da müssen sie sich praktisch um sich selber kümmern.
- 25:40SPEAKER_05: Sie müssen ihr eigenes Setup aufbauen.
- 25:43SPEAKER_05: Und da ist so ein bisschen der Unterschied, dass du beim Radsport halt, du hast deine Struktur und das ist der Vorteil war, du hast eine Struktur, du hast dein Gehalt und alles, aber wenn du zu Hause bist, musst du dein eigenes Setup haben.
- 25:56SPEAKER_05: Das heißt, da ist eigene Verantwortung gefragt.
- 25:58SPEAKER_05: Was da eher auffällt, ist, wenn Fahrer dann zum Rennen kommen, da ist dann schon die Verlockung groß, die abzugeben.
- 26:05SPEAKER_05: Weil da kommst du ja hin, da ist ein ganzes Team, Betreuer etc.
- 26:10SPEAKER_05: Da muss man an die Fahrer schon daran erinnern, dass sie das aufrechterhalten und dass alle Staffmitglieder sie gerne unterstützen, aber sie ihnen nicht alles abnehmen können, was keinen Sinn macht.
- 26:21SPEAKER_04: Ja, ja.
- 26:23SPEAKER_04: Ja, das fand ich auch interessant, als wir die Leistungsdiagnostik gemacht haben im Tegernsee, dass natürlich auch so ein ganzer Apparat um die Athleten herum vorhanden ist und natürlich irgendwie auch das Rad für die Athleten selber eingespannt wird und sie sich quasi draufsetzen und anfangen müssen.
- 26:40SPEAKER_04: Und das fand ich sehr interessant.
- 26:41SPEAKER_04: Und ich erkenne, ich sag mal, ich kenne nur die Triathleten, die auf der Langdistanz unterwegs sind und die sich natürlich da auch sehr viel selber organisieren.
- 26:50SPEAKER_04: Aber mir fällt es ganz oft aus, dass es sehr vielen sehr schwerfällt, sich so auch selber zu organisieren und das auch selber und selbstständig eben durchzuführen und bei sich auch die richtigen Strukturen einzubauen.
- 27:00SPEAKER_04: Also ich sehe mal meine Aufgabe als Coach auch sehr stark in der Umsetzung und sehr stark, dass ich ihnen helfe, eben so Routinen oder sonst was eben so zu etablieren.
- 27:09SPEAKER_05: Ja, genau, da gebe ich dir vollkommen recht.
- 27:12SPEAKER_05: Ich glaube, das ist einer der Aufgaben.
- 27:13SPEAKER_05: Also dass man so ein bisschen, ja, ich sage nicht Manager-Funktion jetzt, was das Finanzielle angeht, aber was das andere rundherum angeht.
- 27:20SPEAKER_05: Also einfach, wie viel Zeit hast du zur Verfügung, wie schaut dein Arbeitsalltag aus, jetzt sage ich jetzt mal vielleicht bei einer Age-Gruppe, wie ist es mit der Family und alles, wie kannst du das sinnvoll einbauen.
- 27:29SPEAKER_05: Vielleicht ist es manchmal sinnvoll, nicht die Einheit noch reinzupressen, sondern einfach mal zu sagen, hey, leg mal die Füße hoch.
- 27:35SPEAKER_05: Beim Hochleistungssportler oder sage ich jetzt mal beim Profisportler ist es vielleicht nochmal ein bisschen anders, das ist halt sein Job.
- 27:42SPEAKER_05: Aber auch da gibt es natürlich das normale Leben und da musst du einfach gucken, wie kannst du das alles managen.
- 27:49SPEAKER_05: Und von dem her, ein Trainer, also der Trainingsspield, ich sage immer, der Job des Trainingsplans schreiben, das ist eigentlich der kleinste Job als Trainer.
- 27:57SPEAKER_05: Das ist das, was am wenigsten Zeit in Anspruch nimmt, aber alles, was drumherum da kommt, was natürlich auch sehr wenig zu dokumentieren ist, das nimmt eigentlich am meisten Zeit in Anspruch.
- 28:08SPEAKER_05: Und da bist du dann auf einmal Psychologe, Ernährungsberater, Arzt, was auch immer.
- 28:14SPEAKER_05: Also ich sage immer im Kleinen, natürlich haben wir die Experten, aber so im Erstgespräch, also bist du erstmal alles und musst dann gucken, wie du das dann verteilst.
- 28:23SPEAKER_05: Und ja.
- 28:25SPEAKER_04: Ja, auf jeden Fall.
- 28:27SPEAKER_04: Und du siehst ja mit deinen Athleten auch so, sag ich mal, Gadgets oder irgendwie Sachen, die man eben neu ins Training einbaut.
- 28:35SPEAKER_04: Da siehst du viele Dinge auch erstmal kritisch, oder?
- 28:39SPEAKER_05: Also ich bin immer, ich sage immer, alles, was wir nicht brauchen, ist gut.
- 28:42SPEAKER_05: Also ich will es halt so klein wie möglich sein.
- 28:46SPEAKER_05: Also ich bin jemand, wenn wir irgendwas haben, wo wir uns davon wirklich viel versprechen, dann dürfen wir natürlich die Augen nicht davor schließen, wollen das auch nutzen, auswerten und die ganzen Daten nutzen.
- 28:56SPEAKER_05: Aber einfach nur zu messen, um zu messen und um wieder ein neues Spielzeug auszuprobieren, da bin ich halt kein großer Freund davon.
- 29:05SPEAKER_05: Man muss auch ganz vorsichtig sein, du hast so ein paar Athleten, wo du weißt, die lieben sowas, die machen das sehr gerne, die suche ich mir dann auch aus und wenn ich irgendwie denke, oh, da habe ich was Neues gesehen, das wäre immer ganz cool.
- 29:15SPEAKER_05: Oder man hat ja auch sein Netzwerk und da kriegt man so gewisse Empfehlungen und sagt, lass uns das mal probieren.
- 29:20SPEAKER_05: Dann suche ich mir schon Athleten aus, die einfach Spaß daran haben, mal was auszuprobieren und dann hole ich mir das Feedback.
- 29:26SPEAKER_05: Am besten ist, ich teste es vielleicht auch mal selber und dann geht es so Schritt für Schritt weiter ans Team oder eben auch an Athleten, wo ich weiß, okay, die machen das zwar, aber die machen es, weil ich das halt haben will erstmal, aber nicht, weil die sich noch irgendein Gerät umhängen wollen.
- 29:41SPEAKER_05: Aber ich meine, die Technologie geht weiter, es geht halt rasend schnell.
- 29:45SPEAKER_05: Man muss auch da dranbleiben und einfach gucken, was bringt die Sport am Ende weiter, weil das ist ja auch unsere Verantwortung, dass wir halt da einfach auch schauen, dass man da nicht irgendwie abgehängt wird.
- 29:57SPEAKER_04: Ja, total.
- 30:00SPEAKER_04: Generell, ich sag mal, was ich bei euch oder auch im Team einfach so cool finde, ist, dass ihr auch relativ offen seid mit euren Zahlen, mit euren Daten.
- 30:11SPEAKER_04: Und ihr habt doch, glaube ich, auch mit Peter Leo auch ein Projekt gehabt, wo ihr eine wissenschaftliche Arbeit, sage ich mal, auch so betreut habt.
- 30:18SPEAKER_04: Findest du es wichtig, dass auch immer eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Profisport da irgendwie auch stattfindet?
- 30:26SPEAKER_05: Ja, ich denke, die Wissenschaft macht halt, sag ich mal, die Grundlagenforschung.
- 30:33SPEAKER_05: Mittlerweile gibt es ja auch viel Wissenschaft, die sehr nah an der Praxis schon ist.
- 30:36SPEAKER_05: Also wenn man einfach erkannt hat, man muss diese Lücke einfach schließen, weil sonst hat die Wissenschaft keine Akzeptanz, wenn es immer nur auf Zellebene ist, aber kein Trainer was damit anfangen kann, dann ist viele gute Forschungsarbeit ja gut für die Publikation und um eine persönliche Karriere zu machen, aber nicht um den Sport weiterzubringen.
- 30:54SPEAKER_05: Und da merkt man halt, dass immer mehr die Verzahnung entsteht.
- 30:59SPEAKER_05: Und das ist ja auch so ein bisschen meine Rolle im Team.
- 31:03SPEAKER_05: Eben da zu gucken, was gibt es Neues aus der Wissenschaft, eben auch mit Leuten zu reden aus der Wissenschaft.
- 31:07SPEAKER_05: Jetzt hat ein Projekt mit Peter Leo, was du angesprochen hast, wo es darum ging, einfach mal zu gucken, wie sich Belastungsprofile unterscheiden und Erwütungen unterscheidet bei U23-Fahren und bei Profis, wo wir dann ein paar Daten zur Verfügung gestellt haben.
- 31:22SPEAKER_05: Und man erhofft sich natürlich auch selber, da irgendwas rauszukriegen, was sich wieder weiterbringt.
- 31:27SPEAKER_05: Und darum ist das auch so wichtig, dass man die Wissenschaft mit im Boot hat, weil die halt relativ neutral, wertfrei sowas auswerten.
- 31:35SPEAKER_05: Also die haben ja keine Emotionen da drin, sondern da geht es rein nüchtern darum, okay, wir haben eine Fragestellung, wir haben eine Daten, wir haben Daten und wir gucken einfach, können wir die Fragestellung damit beantworten oder wir schauen dann, was kommt raus, ohne dass man jetzt ein Benefit davon hat, ob das oder das rauskommt.
- 31:53SPEAKER_05: Das ist ja ganz wichtig.
- 31:54SPEAKER_05: So soll ja auch gute Wissenschaft gemacht werden.
- 31:56SPEAKER_05: Und darum suchen wir da auch den Kontakt.
- 31:59SPEAKER_05: Werden wir auch vielleicht da in der Zukunft noch vielleicht ein bisschen mehr machen.
- 32:03SPEAKER_05: Man sieht ja auch bei anderen Teams, was ich sehr gut finde, darum erwähne ich das hier auch bei Jumo Wismar, wo es ja auch Veröffentlichungen teilweise gibt über Fahrerprofile.
- 32:12SPEAKER_05: Oder ich glaube, bei DSM ist auch der Fall, wo einfach Leute arbeiten, die doch in der Wissenschaft verzahnt sind und wo dann einfach Publikationen rauskommen.
- 32:22SPEAKER_05: Und in die Richtung wollen wir vielleicht auch ein bisschen gehen.
- 32:26SPEAKER_04: Spannend.
- 32:26SPEAKER_04: Ja, spannend, sehr spannend.
- 32:28SPEAKER_04: Ja, ich glaube, von UAE mit Nikosamilan.
- 32:34SPEAKER_04: Nikosamilan ist ja eigentlich auch eher so in der Diabetes- und Stoffwechselforschung relativ viel aktiv und publiziert da eigentlich auch relativ viel.
- 32:42SPEAKER_04: Ja, ich finde das super, super spannend.
- 32:44SPEAKER_04: Total.
- 32:45SPEAKER_04: Okay, vielleicht wechseln wir einmal so ein bisschen das Thema, ich sag mal, wo siehst du denn so die größten Herausforderungen auf der Langdistanz im Triathlon?
- 33:01SPEAKER_05: Ich würde sagen, das hängt jetzt ein bisschen vom Sportler ab.
- 33:04SPEAKER_05: Die größte Herausforderung ist natürlich erstmal deine Energie, also die Energie so zu managen, dass du auch bis ins Ziel kommst und das möglichst schnell.
- 33:14SPEAKER_05: Also ich glaube, das ist genau die große Herausforderung.
- 33:17SPEAKER_05: Du hast jetzt, ich sag jetzt mal, also acht Stunden Belastung.
- 33:22SPEAKER_05: Du hast ein Rennen, du hast eine Renndynamik und wie schaffst du es jetzt über diese acht Stunden so zu pacen, dass du in der Lage bist, nachher auch ein gutes.
- 33:31SPEAKER_05: Also, wie gesagt, A erstmal ins Ziel zu kommen und B auch möglichst schnell.
- 33:36SPEAKER_05: Weil wenn ich das als Hauptproblem oder als Hauptherausforderung sehe, da spielen so viele Dinge mit rein, da musst du halt dir Gedanken machen über die Ernährung, musst dir Gedanken machen über das Training, über deinen Stoffwechsel, also was für ein Stoffwechseltyp bist du, wie schaut das in diesen drei Disziplinen aus, über Positionen teilweise auch, weil vielleicht kannst du zwar super aerodynamisch auf deinem Fahrrad sitzen, dadurch ist aber dein Magel irgendwie, also die Magelaktivität oder Darmaktivität nicht so gut, oder du kriegst Probleme einfach nachher beim Laufen.
- 34:09SPEAKER_05: Also solche Dinge spielen damit rein.
- 34:11SPEAKER_05: Du musst halt die Körpertemperatur bei heißen Rennen im Auge behalten.
- 34:15SPEAKER_05: Du musst dir Gedanken eben machen, wie ich gesagt habe, über den Energieverbrauch.
- 34:19SPEAKER_05: Und das sind alles Dinge, die damit reinspielen.
- 34:22SPEAKER_05: Also das ist im Prinzip die große Herausforderung, wenn jemand auf die langen Strecke wechselt, um überhaupt über acht Stunden lang Energie zur Verfügung zu haben.
- 34:31SPEAKER_05: Und dann kommen natürlich auch ganz andere Dinge, also Ermüdungen, vor allem wenn ich das Laufen denke, ich denke, die orthopädische Belastung, die einfach hoch ist, das kann man jetzt nicht bestreiten, wenn man nach 180 Kilometern noch im Marathon läuft, das ist einfach eine hohe Belastung für den Knochenapparat.
- 34:49SPEAKER_05: Und da muss man entsprechend vorbereitet sein, um das auch unbeschadet, sage ich jetzt mal, zu meistern oder zu absolvieren.
- 34:57SPEAKER_04: Ja, total.
- 34:58SPEAKER_04: Und was du sagst, dass so Energie und Energiebereitstellung, dass man Energie über den ganzen Wettkampf, sag ich mal, zur Verfügung hat.
- 35:09SPEAKER_04: Arbeitest du da auch so an Stoffwechselprofilen mit deinen Sportlern?
- 35:13SPEAKER_04: Also dass man auch da probiert, im Stoffwechsel vielleicht Dinge zu ändern, entweder ökonomischer zu werden oder den Motor größer zu machen?
- 35:20SPEAKER_04: Oder hast du da so eine Herangehensweise, wie du das so beurteilst?
- 35:25SPEAKER_05: Ja, also wir machen erstmal, also mittlerweile Klassiker, würde ich sagen, weil es hat sich ja doch in den letzten Jahren ein bisschen etabliert, dass wir versuchen, eine maximale Sauerstoffaufnahme zu messen oder eben zu errechnen.
- 35:39SPEAKER_05: Weil beim Radsport ist es oft so, du hast die Radsportler nicht sehr oft im Labor.
- 35:43SPEAKER_05: Also es ist halt relativ schwierig.
- 35:44SPEAKER_05: Die sind viel unterwegs in Trainingsschlagern, bei Rennen.
- 35:47SPEAKER_05: Und dann auch zu sagen, wenn die zu Hause sind, jetzt sollen sie noch ins Labor, ist nicht immer so einfach.
- 35:51SPEAKER_05: Es gibt welches kein Problem, aber prinzipiell nicht so einfach.
- 35:55SPEAKER_05: Das heißt, wir versuchen das dann eben zu errechnen, genauso wie die Lactatbildungsrate dann.
- 36:00SPEAKER_05: Dann versuchen wir zu gucken, wo ist praktisch dieser Bereich, wo die maximale Fettoxidation einfach ist, also wo wird am meisten Fett umgesetzt, in welchem Bereich ist es.
- 36:11SPEAKER_05: Und es geht auch dabei nicht immer nur um die absoluten Werte.
- 36:16SPEAKER_05: Also wirklich, wenn wir jetzt ein, zwei Punkte daneben liegen, dann ist es nicht ganz so wild, solange wir die Referenzen gleich sind.
- 36:23SPEAKER_05: Also wenn wir einfach sehen, wir machen ein gewisses Training und es gibt eine Veränderung in die eine oder andere Richtung und die Veränderung beträgt so und so viel Prozent.
- 36:30SPEAKER_05: Dann sind wir schon mal ganz gut.
- 36:33SPEAKER_05: Und so versuchen wir auch zu arbeiten, dass wir am Saison anfangen, machen wir eine Labordiagnostik, einfach um mal so einen IF-Zustand zu haben und dann eben mit Feldtest versuchen zu gucken, ob das, was wir uns im Training überlegt haben, tatsächlich am Ende auch beim Sportler funktioniert, ob sein Stoffwechsel auch so reagiert.
- 36:48SPEAKER_05: Und so kann man natürlich auch definieren, wenn man jetzt sagt, wenn wir beim Trialon wieder sind und merkt auf einmal, hey, drei Monate vorher, der Sportler hat seine hohe Sauerstoffaufnahme, aber irgendwo seine Bildungsrate ist doch noch ein bisschen höher, könnte ein Problem wäre, nachher bei der Energiebereichstellung, was die Kohlenhydrate angeht, dann wird man natürlich gezielt daran arbeiten.
- 37:06SPEAKER_05: Und deshalb braucht man immer mal wieder so eine Kontrolle, wo ja auch der Trainer sich kontrolliert.
- 37:13SPEAKER_05: Das muss man ja auch sagen.
- 37:14SPEAKER_05: Der Trainer kontrolliert ja auch, ob das funktioniert, was man da tut.
- 37:18SPEAKER_05: Und zu wissen, ob der Weg, den man eingeschlagen hat, gut ist.
- 37:22SPEAKER_05: Oder ob der Sportler auch auf diese Trainingsmittel, die man einsetzt, reagiert.
- 37:27SPEAKER_05: Ich halte jetzt jetzt neulich, haben wir mit Jan mal sowas gemacht, das machen wir auch wenig, aber der war auch mal im Labor, haben wir auch mal geguckt, wo so der Fed Max-Bereich ist.
- 37:35SPEAKER_05: Und bei ihm war es aber dann so, es war genau der Bereich, den wir vermutet haben.
- 37:40SPEAKER_05: Also wir haben eigentlich eine Bestätigung bekommen für das, was wir wussten.
- 37:43SPEAKER_05: Das kommt aber dadurch, dass wir natürlich schon sehr viele Jahre, ich glaube über neun Jahre arbeite ich jetzt mit ihm, Daten haben.
- 37:49SPEAKER_05: Und dann kennt man den Athleten schon.
- 37:52SPEAKER_05: Aber trotzdem ist es gut, wenn man immer mal wieder nochmal nachguckt und sagt, naja, sind wir wirklich da auf dem richtigen Riegen, weil man kann auch wirklich falsch liegen.
- 37:58SPEAKER_05: Also ich weiß noch, wo ich den Athleten mal habe testen lassen, wo ich mir sicher war, ja, der hat eine niedrige Bildungsrate und die UNDV ist verwachsen und ich habe wirklich ein anderes Ergebnis bekommen.
- 38:10SPEAKER_05: Und dachte, erst der Test, der kann nicht stimmen.
- 38:12SPEAKER_05: Und auch die im Labor waren sich nicht sicher, weil die kannten auch den Athleten und also einfach nur von den Rennen und aus den Rennen versucht man ja schon mal irgendwie ein Profil zu erstellen, haben wir das nochmal gemacht, es kam nochmal dasselbe raus.
- 38:23SPEAKER_05: Das war damals eine Überraschung.
- 38:25SPEAKER_05: Und ich hätte tatsächlich in die falsche Richtung trainiert.
- 38:26SPEAKER_05: Also ich hätte diesen Athleten, anstatt die Bildungsrade zu senken, hätte ich versucht, sie zu erhöhen.
- 38:31SPEAKER_05: Und das war dann nochmal so ein Eye-Opener zu sagen, okay, ist doch gut, ab und zu mal zu testen nochmal.
- 38:43SPEAKER_05: Sich nicht zu viel auf Erfahrung zu verlassen.
- 38:45SPEAKER_04: Ja, auf jeden Fall.
- 38:47SPEAKER_04: Und ich sag mal, also wenn man sich jetzt irgendwie Radsport und Triathl anguckt, dann siehst du, dass es da andere Kriterien gibt.
- 38:56SPEAKER_04: Also du rennspezifisch halt einfach anders arbeiten musst, was so Bildungsraten angeht und was V2 Max angeht und die maximale Fettoxidation?
- 39:06SPEAKER_05: Ich meine, im Radsport hast du einfach schon mal unterschiedliche Anforderungsprofile.
- 39:10SPEAKER_05: Du hast halt den Sprinter, wo die Bildungsrate sicherlich höher sein sollte als nachher beim Bergfahrer oder beim Klassementfahrer.
- 39:17SPEAKER_05: Also du hast eben Sprinter, du hast Klassikerfahrer, du hast die Spezialisten im Zeitfahren.
- 39:21SPEAKER_05: Und das heißt, ein anderes Anforderungsprofil definiert dann eben auch, wo du den Sportler metabolisch hinbringen willst, theoretisch zumindest.
- 39:32SPEAKER_05: Im Triathlon auf der langen Strecke ist es meistens relativ klar.
- 39:36SPEAKER_05: Auf der Kurzstrecke ist es schon mal gar nicht mehr so klar.
- 39:39SPEAKER_05: Also da bewegen wir uns mehr in so einem Mischbereich, wenn wir jetzt von der Belastungsdauer, olympische Distanz, sage ich jetzt mal rund zwei Stunden, natürlich mittlerweile auch schon kürzer.
- 39:49SPEAKER_05: Aber da ist schon so ein Bereich, auch wenn man die Renndynamik anschaut, da ist ja mittlerweile Radrennen im Triathlon.
- 39:55SPEAKER_05: Es ist gar nicht so einfach, das einfach festzulegen und zu sagen, okay, der muss jetzt diese Bildungsrate haben.
- 40:00SPEAKER_05: Weil das ist ja sehr typabhängig und dann eben auch sehr rennsituationsabhängig.
- 40:05SPEAKER_04: Ja, total.
- 40:08SPEAKER_04: Ich meine, wenn man sich jetzt irgendwie V2 Max und Bildungsrate anguckt, ist es so, dass, wenn du jetzt die V2 Max verbessern möchtest, arbeitest du dann auch an der Bildungsrate, dass du die auch nach oben bringst?
- 40:22SPEAKER_04: Oder wie agierst du da?
- 40:26SPEAKER_05: Das hängt natürlich jetzt davon ab, wenn du einen Sportler hast, wo du das.
- 40:30SPEAKER_05: Also nehmen wir an, du hast einen Sportler, wo die V2 Max erhöhen willst und der hat eine niedrige Bildungsrate, dann bin ich vielleicht auch etwas großzügiger, was die Intensität angeht.
- 40:41SPEAKER_05: Also sprich, der kann dann auch in seinem V2-Max-Training vielleicht mal ein bisschen höher gehen, als wenn ich jetzt einen Sportler habe, wo ich auf keinen Fall will, dass die Bildungsrate weiter nach oben geht.
- 40:52SPEAKER_05: Also der Klassiker ist eigentlich so, ich habe einen Sprinter, bei dem ich die V2 Max erhöhen will, aber die Bildungsrate mir eigentlich reicht für so eine Grand Tour.
- 41:00SPEAKER_05: Das ist so der Klassiker.
- 41:01SPEAKER_05: Weil der tut sich natürlich leicht, in diese hohen Intensitäten reinzugehen, aber damit schiebt er dann die Bildungsrate auch noch weiter hoch.
- 41:08SPEAKER_05: Und da muss dann dann wirklich den Sportler darauf hinweisen, dass der wirklich sehr stur sich an seine Wattvorgaben in dem Fall hält.
- 41:17SPEAKER_05: Im Gegensatz zu, wenn ich so einen GC-Fahrer habe, wo ich tatsächlich nochmal eine Anregung vom Anne Romstoff wechseln will, dem lasse ich da ein bisschen mehr Spielraum, also um jetzt mal so die zwei Pole darzustellen.
- 41:28SPEAKER_05: Das heißt, es hängt ganz davon ab, welchen Sportler ich habe und was das Ziel ist.
- 41:31SPEAKER_05: Und das ist so wird auch meine Ansage.
- 41:33SPEAKER_05: Also bei dem einen sage ich, ja, wir machen jetzt, was weiß ich, 30, 30er, also 30 Sekunden Gas, da gebe ich einen groben Bereich vor, 30 Sekunden locker und bei dem Sprinter sage ich 520 bis 530 und beim lockeren fährst du das und das.
- 41:51SPEAKER_05: Genau.
- 41:52SPEAKER_04: Okay, okay.
- 41:53SPEAKER_04: Aber das ist super spannend, was du gerade finde ich sagst, weil du sagst damit ja eigentlich auch, dass V2-Max-Intervalle nicht all out sind, oder?
- 42:03SPEAKER_05: Nein, nein, auf keinen Fall.
- 42:05SPEAKER_05: Also VO2-Max-Intervalle sind, also wenn wir jetzt die Theorie nehmen, nehmen wir die Studien, dann sagt man ja so ungefähr, sollst du möglichst viel Zeit bei 90% deiner VO2-Max verbringen.
- 42:14SPEAKER_05: Das ist ja das Ziel von einer VO2-Max-Einheit.
- 42:16SPEAKER_05: Und die V2-Max ist ja nicht, wenn du All-Out fährst.
- 42:20SPEAKER_05: Also jeder, der dafür gar kein Gefühl hat, sollte einfach einmal zumindest ins Labor gehen und das mal messen lassen und einfach, damit er sieht, wie verhält sich eigentlich meine VO2.
- 42:29SPEAKER_05: Also nicht nur die VO2 Max, sondern wie verhält sich meine Sauerstoffaufnahme.
- 42:32SPEAKER_05: Und die geht natürlich am Anfang linear hoch mit der Belastung.
- 42:35SPEAKER_05: Aber dann kommt halt irgendwann der Punkt, wo wir Richtung VO2 Max gehen.
- 42:40SPEAKER_05: Und du kannst halt noch trotzdem weitertreten, aber es geht halt nicht mehr weiter.
- 42:44SPEAKER_05: Also du kannst dann nicht mehr Sauerstoff, sag ich mal, aufnehmen.
- 42:46SPEAKER_05: Und trotzdem kannst du noch eine gewisse Zeit lang weiterfahren.
- 42:49SPEAKER_05: Aber das ist natürlich dann viel zu intensiv, um jetzt alleine die VO2 Max zu trainieren, sondern was du da machst, ist dann trainierst du halt stark anaerob und triggerst damit eben auch deine Lachtatbildungsrate.
- 43:00SPEAKER_04: Ja, und den Fehler erlebe ich immer wieder total stark bei Amateuren und gerade bei Leuten, die auch relativ vielleicht neuer so im Sport sind, dass sie natürlich irgendwie bei den High-Intensity oder V2 Max-Intervallen, sie hören halt immer nur All out, No Pain, No Gain, so hart wie es nur geht.
- 43:17SPEAKER_04: Und ich habe mal das Gefühl, dass da sie sich einfach auch viel kaputt machen, dadurch, dass sie einfach den Ansatz so fahren, dass sie eben nicht bei diesen 90% sind, sondern dass sie vielleicht mal ganz kurz auf 97% kommen, irgendwie für 30 Sekunden und dann ist einfach vorbei.
- 43:32SPEAKER_05: Genau, es führt oft dazu, dass sie die Einheit gar nicht ganz beenden können, dass sie einfach müde werden und wenn du sagst, du machst 10 mal 30, 30, auf einmal nach 6 oder 7 sagt, boah, es ging nicht.
- 43:42SPEAKER_05: Oder wenn du Blöcke hast, dass der dritte Block deutlich schlechter ist als der erste, was eigentlich nicht sein sollte.
- 43:48SPEAKER_05: Also so findet man das dann heraus.
- 43:50SPEAKER_05: Und darum ist es ganz wichtig, das zu auch zu erklären.
- 43:53SPEAKER_05: Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele einfach gar kein, also jetzt im Hobbybereich, gar kein Gefühl dafür haben, was.
- 44:00SPEAKER_05: Ist eigentlich V2 Max und V2 und darum ist es ganz gut, einmal das mal zu messen.
- 44:05SPEAKER_05: Dass man wirklich mal sieht auf dem Graphen, okay, das bin jetzt ich, das ist jetzt nicht irgendeine Person aus dem Buch, sondern das bin jetzt ich.
- 44:11SPEAKER_05: Und ich sehe einfach, wie sich das halt verhält.
- 44:14SPEAKER_04: Ja, also dass man auch so ein Körpergefühl dafür entwickelt.
- 44:17SPEAKER_04: Genau, genau, ja, richtig.
- 44:18SPEAKER_04: Wo man sich da ganz genau bewegt.
- 44:20SPEAKER_04: Ja, total.
- 44:21SPEAKER_04: Ich sag mal, wo siehst du denn so die größten Herausforderungen oder auch vielleicht Fehler, die die Athleten machen, die vielleicht neu bei dir sind oder wo du halt auch so die größten Herausforderungen siehst, generell.
- 44:36SPEAKER_05: Ich glaube, die größte Herausforderung ist meistens am Anfang, dass die Kalibration zwischen dem, was der Trainer will und was der Athlet versteht, dass das nicht immer 100% ist.
- 44:51SPEAKER_05: Also im Prinzip, du denkst dir eine gewisse Einheit aus, Schwelleneinheit, du überlegst dir, das sollte sich so und so anfühlen.
- 44:58SPEAKER_05: Der Athlet führt das aus und dann ist so ein Klassiker.
- 45:01SPEAKER_05: Ja, er hat sich an die Wattwerte gehalten, aber er ruft dich nachher an und sagt, boah, ich bin total am Ende und komplett leer und du denkst dir, oh, ups, da ist was schiefgelaufen.
- 45:11SPEAKER_05: Das war ja nie so gedacht.
- 45:12SPEAKER_05: Also das war eine Schwelleneinheit, der sollte das gut machen können, der sollte danach müde sein, aber nicht komplett leer kaputt.
- 45:19SPEAKER_05: Also im Prinzip, wenn wir jetzt so ein RPE nehmen, sozusagen von 1 bis 10, du planst als Coach vielleicht eine 7 und der Athlet spricht aber von einer 9 oder fast 10.
- 45:30SPEAKER_05: Das ist so am Anfang, wo man sich finden muss und wo der Athlet deshalb auch verstehen muss, was ist das Ziel dieser Einheit?
- 45:36SPEAKER_05: Was will der von mir?
- 45:38SPEAKER_05: Weil nur dann kann er auch im Training das vielleicht sogar nach unten korrigieren, weil es gibt mal schlechte Tage oder was weiß ich, oder der Wattmesser funktioniert nicht gescheit oder irgendwas.
- 45:46SPEAKER_05: Und wenn er dann versucht, auf Biegen und Brechen das trotzdem umzusetzen, dann macht er natürlich eher mehr schlecht als recht.
- 45:53SPEAKER_05: Und ich glaube, das ist die größte Herausforderung am Anfang, dass das, was im Kopf des Trainers vorgeht, auch in den Kopf des Athleten kommt und dass man sich da findet.
- 46:02SPEAKER_05: Und wenn das einmal der Fall ist, dann werden auch meiner Meinung nach im Training weniger, das heißt Fehler, ja.
- 46:09SPEAKER_05: Er macht das ja immer mit gutem Gewissen.
- 46:11SPEAKER_05: Er will ja was Gutes machen, aber dann versteht er immer mehr, was gedacht ist und kann selbstständiger auch gegenregulieren und einfach.
- 46:18SPEAKER_05: Oder vielleicht auch mal anrufen und sein, tu, ich bin jetzt Schwelle gefahren, aber irgendwie der Puls geht gar nicht durch, ich fühle mich nicht gut.
- 46:24SPEAKER_05: Ich glaube, so so, wenn du jetzt hier wärst, Trainer, würdest du wahrscheinlich sagen, fahr nur locker weiter.
- 46:29SPEAKER_05: Und dann ist es auch die bessere Entscheidung.
- 46:31SPEAKER_04: Ja, ja.
- 46:33SPEAKER_04: Musst du deine Athleten eher bremsen oder musst du sie eher motivieren und anfeuern, dass sie sich jetzt mal ein bisschen mehr Gas geben?
- 46:40SPEAKER_05: Nee, also normal, also die Athleten, die ich alle betreuen darf, muss ich, wenn, dann eher bremsen.
- 46:45SPEAKER_05: Das andere würde auch nicht funktionieren.
- 46:46SPEAKER_05: Ich bin jetzt nicht der, der Athleten, der peitscht und sagt, okay, und jetzt musst du nochmal raus und das würde jetzt nicht meiner Persönlichkeit entsprechen.
- 46:56SPEAKER_05: Das würde nicht funktionieren.
- 46:58SPEAKER_05: Es gibt ja auch solche.
- 47:01SPEAKER_05: Ich habe mal mit einem Schwimmtrainer gesprochen, der gemeint hat, dass das sogar da immer mal wieder der Fall ist, dass du das machen musst, weil sonst funktioniert es gar nicht.
- 47:08SPEAKER_05: Aber meins wäre das nicht.
- 47:09SPEAKER_05: Also ich habe alles erlebt, die sehr intrinsisch motiviert sind.
- 47:12SPEAKER_05: Natürlich haben die mal einen Tag, wo es regnet und ich bin müde und so, dann musst du halt einfach mal nochmal mit ihnen reden.
- 47:18SPEAKER_05: Aber jetzt prinzipiell sind die alle sehr motiviert und ich muss sie eher bremsen.
- 47:21SPEAKER_05: Also ich finde eher in der Trainingsaufzeichnung dann, dass sie zu viel machen, als dass sie zu wenig machen.
- 47:27SPEAKER_04: Ja, sehe ich genauso wie du, definitiv.
- 47:30SPEAKER_04: Und meistens, wenn, ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass wenn sie sagen, dass sie sich auf einmal irgendwie gar nicht motivieren können oder dass sie merken, so, ach, irgendwie ist mein Drive so ein bisschen weg, dann muss man, finde ich, als Coach meistens immer nochmal aufhorchen und gucken, okay, woran liegt das jetzt ganz genau.
- 47:46SPEAKER_05: Genau, also bei solchen Alleen, die von sich aus normalerweise motiviert sind, auf jeden Fall, ist so eines der Warnzeichen, zu sagen, oh oh, okay, also halt sicherlich nicht, okay, du doch, geh doch raus und mach, sondern dann muss man vielleicht eher mal hinhorchen, vielleicht nochmal sich die Aufzeichnungen anschauen und im Zweifel auch mal sagen, okay, dann mach mal einen Tag raus, geh's mal einen Tag raus, mentale Pause und dann schauen wir mal, wie es dir morgen geht, als da nochmal eins draufzusetzen.
- 48:09SPEAKER_05: Das sehe ich ganz genauso.
- 48:11SPEAKER_04: Ja.
- 48:11SPEAKER_04: Okay, ich meine, jetzt, wo du irgendwie auch viel im Radsport unterwegs bist, hast du natürlich irgendwie auch Rennen wie die Tour de France oder die Vuelta oder andere Grand Tours, die halt über leere, mehrere Wochen gehen.
- 48:24SPEAKER_04: Da ist natürlich, ich denke mal, so was Motivation und was auch viele Dinge angeht, wahrscheinlich ist auch so ein bisschen anders.
- 48:32SPEAKER_04: Wo siehst du da so gerade die Herausforderungen bei so einer Grand Tour oder wie ist da so der Unterschied, auch vor allen Dingen vielleicht auch bei Eintages-Events zu irgendwie so längeren Rennen, die über mehrere Tage gehen?
- 48:45SPEAKER_05: Ja, wenn man jetzt die Tour de France nimmt und ich denke, die größte Belastung von der Tour de France, wenn man jetzt die Fahrer anschaut, sind natürlich die Kapitäne.
- 48:52SPEAKER_05: Also jetzt jemand, der auf Gesamtwertung fährt, der muss vom Tag 1 bis Tag 21, sage ich mal, immer extremst konzentriert sein.
- 49:00SPEAKER_05: Der darf keine Fehler machen, darf keine Zeit verlieren, muss in der Regel ist ja so ein ganzes Team fährt ja für ihn und er hat eine große Verantwortung.
- 49:10SPEAKER_05: Da muss er noch sein Team ein bisschen bei Laune halten, muss zeigen, dass er stark ist.
- 49:13SPEAKER_05: Also das gibt es ja in vielen oder in den meisten Sportlern so nicht, dass das über drei Wochen der Fall ist.
- 49:19SPEAKER_05: Das ist nicht nur die Leistung auf dem Rad, sondern auch die Leistung neben dem Rad, die von der Psyche einiges abverlangt.
- 49:26SPEAKER_05: Beim einen Tagesrennen, beim Eintagese-Event, wenn ich jetzt meinen Ironman nehme zum Beispiel, da ist natürlich eine ganz andere Belastung.
- 49:33SPEAKER_05: Da hast du einen Tag und du weißt, okay, du hast nur eine Chance und da muss jetzt alles passen.
- 49:37SPEAKER_05: Und also du hast praktisch mehr auf den Punkt.
- 49:41SPEAKER_05: Bei einer Grand Tour hast du immer Spannung, aber vielleicht hast du die Spannung bei 90, 95 Prozent, aber bei so einem Triathlon hast du dann wirklich, das ist der Tag und du kannst ja auch nicht fünf, also du kannst schon, aber man ist wenig sinnvoll, fünf Langstrecken in einem Jahr zu machen.
- 49:57SPEAKER_05: Also du hast nicht so oft diese Möglichkeit, also dieser Druck, der dann da ist, to wissen, okay, jetzt muss es funktionieren.
- 50:03SPEAKER_05: Oder bei Olympia oder wo auch immer, wo du diese 1-Tages-Events hast.
- 50:07SPEAKER_05: Oder auch im Radsport, wenn jemand sagt, ich bereite mich jetzt.
- 50:10SPEAKER_05: Paris-Roubaix ist mein Rennen, darauf bereite ich mich jetzt vor und mache alles, was nötig ist.
- 50:15SPEAKER_05: Dann hast du das natürlich auch, diese Fixierung auf diesen einen Tag.
- 50:19SPEAKER_05: Und es ist ein anderer Druck, würde ich sagen.
- 50:23SPEAKER_05: Und du brauchst sicherlich eine andere Persönlichkeit, um beides zu machen.
- 50:27SPEAKER_05: Also der, wo einen Tag kann, kann nicht unbedingt gleich Grand Tour.
- 50:32SPEAKER_05: Andersrum ist es meistens körperlich, bringen dann nicht psychisch.
- 50:36SPEAKER_05: Also andersrum kann der das meistens auch.
- 50:38SPEAKER_05: Wenn der Grand Tour kann, dann kann er auch einen Tag.
- 50:40SPEAKER_05: Aber das sind so die Unterschiede, wo ich schon ein bisschen sehe.
- 50:44SPEAKER_05: Und beim Trialon ist es ja meistens nur, oder nur, sorry, aber es ist ein Tag, wo du halt wirklich bereit sein musst.
- 50:50SPEAKER_05: Und dann hast du wieder ein bisschen Luft auf der Kurzstrecke, hast du ja mehr Wettkämpfe, aber du hast dann wieder ein bisschen mehr Luft zum nächsten.
- 50:55SPEAKER_05: Und beim Radsport geht es einfach am nächsten Tag weiter und dann wieder und wieder und wieder.
- 51:00SPEAKER_05: Und ja.
- 51:02SPEAKER_04: Ja, total spannend.
- 51:04SPEAKER_04: Also ich finde das ganze Thema total spannend.
- 51:06SPEAKER_04: Merkt ihr auch, sag ich mal, bei so einer Grand Tour, dass die Fahrer auch mental am Ende einfach sehr stark ermüden?
- 51:12SPEAKER_05: Ja, ja, das ist, das ist ganz schön zu beobachten, wenn du, das merkst du am besten dann, wenn du frisch, nehme mal an, du bist jetzt, du kommst die dritte Woche zur Tour.
- 51:21SPEAKER_05: Und dann merkst du, also merkst du beim Stuff, bei den Fahrern, dass die müde werden, dass Kleinigkeiten schon zu leichten Aggressionen führen können.
- 51:32SPEAKER_05: Es ist kein guter Ratgeber, wenn du da dann hinkommst so in der dritten Woche und einer auf gute Laune macht und sagt, hey, unten alles gut, also das funktioniert natürlich nicht.
- 51:40SPEAKER_05: Also am besten ist man in diesem Tross mit drin und kriegt das selber mit, diese Müdigkeit.
- 51:45SPEAKER_05: Und es hängt natürlich sehr stark vom Ergebnis ab.
- 51:47SPEAKER_05: Wenn du jetzt vorne mitfährst und du fährst um den Sieg oder hast schon mehrere Etappen geworden oder fährst ums Podium oder um das Ziel, was du dir halt als Team gegeben hast, ist was anderes, wie wenn drei Fahrer gestürzt sind, eigentlich alles, die die Messe gelesen ist und du vielleicht noch hoffst, irgendwo nochmal eine Etappe zu gewinnen.
- 52:02SPEAKER_05: Natürlich eine ganz andere Stimmung für jeden.
- 52:03SPEAKER_05: Also nicht nur für die Fahrer, auch fürs Team.
- 52:05SPEAKER_05: Weil Mechaniker, Physisch, die arbeiten halt die spät in die Nacht und dann geht es am nächsten Tag wieder früh los.
- 52:10SPEAKER_05: Das ist schon, die sind vier Wochen eigentlich unterwegs, weil das Rennen ist drei Wochen, aber du bist halt vorher schon da, dann nachher nach Hause.
- 52:16SPEAKER_05: Das ist schon eine große Belastung für alle, die da involviert sind.
- 52:20SPEAKER_04: Ja, total.
- 52:22SPEAKER_04: Und ich sag mal, wenn man sich jetzt so einen typischen Alltag von dir bei so einer Grand Tour vorstellt, und jetzt vielleicht bei der Tour, wie sieht das so für dich aus?
- 52:32SPEAKER_05: Genau, also ich weiß jetzt nicht, die Hörer von deinem Podcast werden ja Radsport kennen, die wissen, da gibt es sportliche Leiter, die sportlichen Leiter sind ja die, die, sag ich mal, die Taktik festlegen, die im Prinzip die CEOs vom Rennen, würde ich jetzt mal sagen.
- 52:43SPEAKER_05: Also die entscheiden, wie ist die Taktik, auf wie wen wird gefahren.
- 52:47SPEAKER_05: Und als Trainer bist du halt, ist deiner, einer deiner Aufgaben natürlich da beendet, in dem Moment, wo die an die Startledie gehen.
- 52:54SPEAKER_05: Also deine Aufgabe ist, die Fit dahin zu bringen.
- 52:56SPEAKER_05: Außer du hast jetzt ein Zeitfahren, da gibst du noch, sag ich mal, das Pasting vor und sowas.
- 52:59SPEAKER_05: Aber dann ist meine Aufgabe vor allem mentale Betreuung oder wenn es Fragestellungen der sportlichen Leiter gibt, zu, ja, wer, wie ist der drauf, wie er müdet ist er?
- 53:09SPEAKER_05: Man schaut sich natürlich jeden Tag die Daten an.
- 53:12SPEAKER_05: Und das schaut dann so aus, du stehst halt um 6 Uhr auf, ich mache meistens dann einen kleinen Lauf, einfach um gut in den Tag zu starten.
- 53:20SPEAKER_05: Und dann schaust du dir an, gibt es irgendwelche Probleme bei den Fahrern, redest du mit dem Teamarzt, zwar was in der Nacht, ist irgendwas, hat jemand Halsschmerzen bekommen oder irgendwie sowas, gehst du denen in den Kitchentrag, guckst, wie die Stimmung ist, dann wird das Gewicht genommen und du redest eigentlich mit allen vor Ort.
- 53:36SPEAKER_05: Einfach mal guckst, passt alles, sind wir vorbereitet für den Tag?
- 53:39SPEAKER_05: Und dann bist du tagsüber, hängt von deiner Rolle ab.
- 53:41SPEAKER_05: Entweder bist du im zweiten Auto mit dabei und bist da im ständigen Kontakt mit den sportlichen Leitern.
- 53:46SPEAKER_05: Oft ist es aber auch so, dass du einfach eine, ich sage auch mal, eine Helferrolle in dem Sinne hast, dass du irgendwo an der Strecke stehst und Flaschen gibst oder Verpflegungen gibst und du einfach das Team unterstützt, verschiedene, weil du musst halt verschiedene Punkte da anfahren.
- 53:59SPEAKER_05: Und dann die Hauptarbeit kommt eigentlich, wenn die Fahrer im Ziel sind.
- 54:02SPEAKER_05: Ich mache es oft so, ich bin dann im Bus mit dabei, fahre dann zum nächsten Hotel mit, da kriegst du dann die Stimmung schon mit, du werst schon mal die ersten Daten aus.
- 54:09SPEAKER_05: Einige Fahrer wollen gar nicht reden, andere wollen suchen den Kontakt und du versuchst die Stimmung so aufzufangen.
- 54:15SPEAKER_05: Und dann eben auch am Abend, oder Abend ist es dann aber, wenn du im Hotel bist, wieder mit der sportlichen Leitung zu überlegen, was machen wir am nächsten Tag, wie geht es denen.
- 54:23SPEAKER_05: Da kannst du schon mal viele Infos aus dem Bus mitbringen.
- 54:27SPEAKER_05: Und ja, ich sage immer zu den Fahrern, ich bin da, wer reden will, reden, wer nicht, alles gut, es tut, wie wenn ich Luft wäre und man verhält sich da eher unauffällig und guckt dann einfach, wer was braucht.
- 54:38SPEAKER_05: Und das immer gemeinsam auch mit dem Arzt, der ist dann auch da drin, der hilft bei den regenerativen Maßnahmen.
- 54:44SPEAKER_05: Wir haben schon mal Kühlhosen angelegt, gucken, dass sie was essen.
- 54:47SPEAKER_05: Also diese ganzen Dinge.
- 54:48SPEAKER_05: Also da versuchen wir wirklich eine entspannte Atmosphäre dann herzustellen.
- 54:54SPEAKER_05: Und so geht es jeden Tag weiter.
- 54:56SPEAKER_05: Haben noch vergessen, gucken, wie viel Energie sie verbraucht haben, dann gemeinsam mit dem Erinnerungsberater überlegen, okay, was sollte der abends essen?
- 55:04SPEAKER_05: Wie gehen wir den nächsten Tag an?
- 55:05SPEAKER_05: Das sind dann so Dinge, die da mit reinspielen.
- 55:08SPEAKER_04: Okay, okay.
- 55:09SPEAKER_04: Ja.
- 55:10SPEAKER_04: Hast du, du hast gerade angesprochen, dass du dann morgens laufen gehst, hast du auch für dich so eine Routine, wo du sagst, okay, damit bin ich leistungsfähig?
- 55:18SPEAKER_05: Also dieser Lauf gehört im Prinzip da dazu.
- 55:22SPEAKER_05: Ich merke einfach, wenn ich das mache, dann dusche und dann geht der Tag los, fühlt sich deutlich besser an, weil du sitzt halt sehr viel im Auto.
- 55:28SPEAKER_05: Ja.
- 55:28SPEAKER_05: Und das Hirn arbeitet besser, du fühlst dich besser.
- 55:33SPEAKER_05: Und von dem her, dann schaust du noch, was auch nicht ganz einfach ist, dass deine Ernährung einigermaßen vernünftig ist.
- 55:39SPEAKER_05: Ich meine für die Fahrer, die kriegen, also die haben top Essen, muss man sagen.
- 55:43SPEAKER_05: Aber so als Duff, wenn du den ganzen Tag unterwegs bist und so ist es nicht immer ganz so einfach.
- 55:47SPEAKER_05: Dann guckst du halt einfach, dass du, dass du dich jetzt da nicht irgendwie gehen lässt und nur irgendwie snackst und sonstiges isst, sondern dich vernünftig ernährst.
- 55:56SPEAKER_05: Und weil du hast halt wenig Schlaf in diesen dreieinhalb Wochen.
- 55:59SPEAKER_05: Das heißt, du musst das irgendwie kompensieren mit, also das heißt kompensieren, aber du kannst, du sollst es nicht an allem an deinem Körper kratzen, sondern ihm schon noch gewisse Ressourcen da lassen.
- 56:11SPEAKER_05: Und ja, wie gesagt, dieser Lauf gehört dazu und dann auch abends, wenn man ins Bett geht, dass man wirklich versucht, okay, ab zwölf, halb eins wird dann der Laptop ausgeschaltet und dann ist's gut.
- 56:22SPEAKER_04: Ja, ich glaube, dass es super wichtig ist, dass man einfach auch selber auf sich immer von solchen Phasen achtet und guckt, dass man da auch weiterhin leistungsfähig ist.
- 56:30SPEAKER_05: Ja, ich sage ja immer den blöden Sporas im Erste-Hilfe-Kurs, wenn du dir selber, also wie willst du einem anderen helfen, wenn du selber in Probleme bist?
- 56:39SPEAKER_05: Also erstmal gucken, dass du dir, dass es dir selber gut geht und dann kannst du auch jemand anders helfen.
- 56:43SPEAKER_05: Also wenn du dich da komplett gehen lässt und in der dritten Woche solche Augenringe hast, komplett fertig bist, ja, wie willst du dann irgendjemandem da noch unterstützen können?
- 56:51SPEAKER_05: Das funktioniert dann nicht.
- 56:53SPEAKER_04: Ja, total.
- 56:54SPEAKER_04: Das ist genauso wie im Flugzeug, dass du, wenn die Atemasken runterfallen, dass du dir zuerst deine anziehst und danach deinem Kind.
- 57:04SPEAKER_04: Weil sonst kannst du deinem Kind auch nicht mehr so richtig gut helfen.
- 57:06SPEAKER_03: Ja, ja, ich so.
- 57:09SPEAKER_04: Ja, tausend Dank, Dan für deine Zeit.
- 57:11SPEAKER_04: Echt, das war super, super cooler Input.
- 57:15SPEAKER_04: Vielleicht noch eine kleine Frage und zwar so, was sind denn deine drei, ich sag mal, Lieblingsquellen, Bücher oder hast du irgendwie Mentoren, die dich dahin gebracht haben, wo du jetzt irgendwie stehst?
- 57:30SPEAKER_05: Ja, die Frage kommt immer wieder und ich muss leider immer wieder dieselbe Antwort geben.
- 57:34SPEAKER_05: Ich habe leider nichts, wo ich sage, das muss man jetzt gelesen haben.
- 57:37SPEAKER_05: Also ich könnte natürlich jetzt ein paar Sachen sagen, aber das Wichtigste ist eigentlich, dass man halt ein Netzwerk hat von, sag ich mal, Experten, die bereit sind, auch Sachen zu teilen.
- 57:54SPEAKER_05: Also es hat keinen Sinn, man kennt Experten, aber jeder sagt, ja, weiß ich jetzt nicht so richtig und nee, kann ich jetzt nicht sagen, da macht das keinen Sinn, sondern ein Netzwerk von Experten, die auch bereit sind, was zu teilen, dann kannst du musst bereit sein, was zu teilen und die dir auch einfach mal Sachen zuschicken, wo halt jemand sagt, du, ich habe das einen Test gelesen, den Artikel, vielleicht auch für dich interessant, oder ich habe mit einigen Kollegen über Dropbox so eine Ordner, wo wir halt Studien reinpacken, oder mit Kollegen, wo ich einfach einmal im Monat telefoniere, oder jetzt vorher vor diesem Call habe ich gerade mit Kollegen aus Norwegen telefoniert, wo man sich einfach austauscht, ganz offen.
- 58:29SPEAKER_05: Also unter Kollegen.
- 58:31SPEAKER_05: Das funktioniert natürlich sehr gut, auch wenn man sich menschlich gut versteht.
- 58:34SPEAKER_05: Aber dass man einfach sagt, okay, was können wir Gutes für unser Leben tun?
- 58:38SPEAKER_05: Welche Probleme habt ihr so?
- 58:40SPEAKER_05: Das ist eigentlich das Zentrale, dass man sich ein gutes Netzwerk aufbaut.
- 58:44SPEAKER_05: Und mittlerweile über ein Internet, meine, du kannst so viel Literatur finden, dir so viele Bücher kaufen, das ist, ja, das ist nett und auch gut, aber vor allem im Hochleistungssport ist nicht das, was dich weiterbringt, sondern es ist meiner Meinung nach wirklich der Austausch oder dass dir dich jemand mal darauf bringt, sagt, hey, hast du dir schon mal Gedanken gemacht über das und dann überlegst und sagst, okay, ja, stimmt, könnte ich mal gucken.
- 59:07SPEAKER_05: Weil du kannst selber nicht mehr das ganze Wissen haben.
- 59:09SPEAKER_05: Es gibt zu viele Wissen, es gibt zu viele Möglichkeiten.
- 59:11SPEAKER_05: Und das kann eine Person nicht abdecken.
- 59:13SPEAKER_05: Das heißt, du brauchst ein Team, was dir einfach hilft, die ganzen Bereiche abzudecken.
- 59:18SPEAKER_05: Und Podcasts sind finde ich auch eine ganz gute Quelle mittlerweile, dass man sich einfach mal andere Leute anhört, andere Experten anhört, auch aus ganz unterschiedlichen Bereichen.
- 59:28SPEAKER_05: Auch das finde ich sehr wichtig, dass man jetzt nicht nur Radsportrial anguckt, sondern was machen die in anderen Sportarten, was machen die in Unternehmen zum Beispiel, wie gehen die da mit Problemen um.
- 59:37SPEAKER_05: Also eher so, dass man offen ist und einfach mal guckt, was gibt es und eben auch versucht, sich in seinem Netzwerk gegenseitig zu bereichern.
- 59:47SPEAKER_05: Das finde ich viel wichtiger als jetzt irgendeine Buchempfehlung oder jetzt einen Podcast speziell anzugeben oder sowas.
- 59:55SPEAKER_04: Ja, also dass man offen, ehrlich, transparent ist, dass man praxisbezogen nachagiert und sich ein gutes Zeug aufbaut.
- 1:00:04SPEAKER_05: Und man kann sehr viel sagen, ohne, man muss ja nicht jede Training, also ich kann ja, ich werde jetzt auch nicht jede Trainingsanheit von Jan Fordeno hier aufzählen.
- 1:00:12SPEAKER_05: Das ist normal, aber man kann sich trotzdem sich schon mal sehr gut austauschen, auf einem guten Level austauschen, dass der andere was mitnimmt, ohne jetzt jedes kleine Detail preiszugeben.
- 1:00:22SPEAKER_05: Ich denke, das sollte möglich sein.
- 1:00:24SPEAKER_05: Das ist auch ein bisschen ein Wandel.
- 1:00:25SPEAKER_05: Früher war das gar nicht möglich mittlerweile, wenn das immer mehr Coaches, Wissenschaftler, Experten, die genau dieselbe Meinung haben.
- 1:00:32SPEAKER_05: Und deshalb ist dieser Austausch, finde ich, mittlerweile einfacher, als das noch zu meinen Studienzeiten der Fall war, wo ich mal, weil ich noch ganz genau, schreibe ich dem Nationaltrainer von Luxemburg, Trialon, eine E-Mail.
- 1:00:43SPEAKER_05: Also ich bin Luxemburg, deshalb, ob man sich mal zusammensetzen könnte und austauschen könnte.
- 1:00:47SPEAKER_05: Und ich da eine Rückantwort kriege nach dem Motto, währ du erstmal was, bevor ich mich mit dir unterhalte.
- 1:00:53SPEAKER_05: Also, wo ich mir gedacht habe, okay.
- 1:00:57SPEAKER_05: Ja, gut.
- 1:00:58SPEAKER_05: Ich habe mir damals nur geschworen, so eine E-Mail werde ich nie verfassen, egal wer mir irgendwie antreibt.
- 1:01:05SPEAKER_04: Ja, das ist, glaube ich, auch eine sehr gute Einstellung.
- 1:01:09SPEAKER_05: Genau, also da haben sich schon die Zeiten auch, glaube ich, ein bisschen geändert.
- 1:01:12SPEAKER_04: Ja, total.
- 1:01:13SPEAKER_04: Also ich komme ja auch, sag ich mal so, aus dem medizinischen Kontext und ich bin zwar nicht mehr im Krankenhaus, aber wenn du da deinen Chefarzt hattest oder deine Oberarzt oder irgendwie sonst jemand und du hast dir eine E-Mail geschrieben, dann kam eigentlich kategorisch erstmal so eine Mail, die du gerade beschrieben hast, zurück.
- 1:01:30SPEAKER_04: Und vielleicht da auch noch eine kleine Anekdote und zwar, Julian, ein sehr, sehr guter Freund von mir, hat dir mal 2015 eine E-Mail geschrieben und du hast direkt eine Dreise-Seiter zurückgeschrieben, wo wir beide gedacht haben, oha, das ist aber echt cool und mega, mega nett.
- 1:01:45SPEAKER_04: Also du scheinst das da echt auch zu leben, was du so sagst.
- 1:01:51SPEAKER_04: Ja, tausend Dander.
- 1:01:53SPEAKER_04: Tausend Dank, Dan.
- 1:01:54SPEAKER_04: Echt.
- 1:01:55SPEAKER_04: Möchtest du noch irgendwas sagen?
- 1:01:56SPEAKER_04: Wo findet man dich?
- 1:01:57SPEAKER_04: Wo kann man dich antreffen?
- 1:01:59SPEAKER_04: Hast du noch irgendwas, was du irgendwie sagen möchtest?
- 1:02:02SPEAKER_05: Nee, also im Antreffen, ich denke, wenn man mich sucht, im Internet findet man nicht, wenn man mal irgendwie eine Frage hat.
- 1:02:08SPEAKER_05: Also ich mittlerweile ist es leider so, es gibt halt einfach sehr viele Sachen und man hat einfach viel zu tun.
- 1:02:13SPEAKER_05: Ich kann tatsächlich nicht alles beantworten.
- 1:02:16SPEAKER_05: Aber wenn man was ist oder wenn man mich vor allem auch sieht, wenn ich mal bei Zwälder verweisen, weil beim Radrennen immer jederzeit ansprechen, ist nie ein Problem.
- 1:02:24SPEAKER_05: Ich helfe auch gerne.
- 1:02:25SPEAKER_05: Oder auch wenn es mal Studenten gibt, die das hören und sagen, hey, ich weiß da nicht weiter oder ich brauche mal einen Tipp.
- 1:02:32SPEAKER_05: Einfach mal melden.
- 1:02:34SPEAKER_05: Ich verspreche es nicht 100%, weil wie gesagt, das mittlerweile einfach teilweise viel wurde.
- 1:02:39SPEAKER_05: Aber ich werde versuchen, zu helfen oder zumindest meine Meinung abzugeben und hoffe dann nur, dass die Leute das auch so mitnehmen und eben genauso sind, wenn sie in entsprechenden Positionen mal sind.
- 1:02:50SPEAKER_04: Ja, cool.
- 1:02:52SPEAKER_05: Genau, und vielleicht als Abschluss noch für, das sage ich auch immer zu den Studenten, die wo Sport studieren.
- 1:02:57SPEAKER_05: Also damals hat unser Professor gesagt, naja, es ist ja nett, dass ihr Sport studiert, aber eigentlich, ja, ihr wisst genau, ihr kriegt nachher keinen Job.
- 1:03:06SPEAKER_05: Also das war die beste Motivation ever.
- 1:03:12SPEAKER_05: Also ich bin froh, dass ihr das gemacht habe.
- 1:03:14SPEAKER_05: Und ich glaube, es ist einfach wichtig, dass ihr, dass ihr euch da nicht nur Ziele setzt, sondern einfach eine Leidenschaft habt für das, was ihr tut.
- 1:03:23SPEAKER_05: Und dann wird daraus, als ob das jetzt Medizin ist, Sportwissenschaft oder sonst was.
- 1:03:27SPEAKER_05: Einfach wichtig ist es, einen Weg zu finden, die Leidenschaft auszuleben, die ihr habt.
- 1:03:32SPEAKER_05: Und dann bin ich auch davon überzeugt, dass man glücklich ist.
- 1:03:35SPEAKER_05: Also erfolgreich muss ja nicht immer glücklich sein.
- 1:03:37SPEAKER_05: Darum habe ich jetzt bewusst nicht das Wort erfolgreich gesagt, sondern dass man einfach glücklich ist in dem, was man tut.
- 1:03:43SPEAKER_04: Ja, 1000 Prozent.
- 1:03:46SPEAKER_04: Cool.
- 1:03:47SPEAKER_04: Okay.
- 1:03:48SPEAKER_04: Vielen Dank.
- 1:03:48SPEAKER_04: Danke dir.
- 1:03:49SPEAKER_04: Und mach's gut bis dahin.
- 1:03:51SPEAKER_05: Ja, du auch.
- 1:03:52SPEAKER_05: Danke dir.
- 1:03:53SPEAKER_05: Ciao.