Latest / SOMMELIER / Marian Henß – Der Meister der Weinkarten
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- 0:00Hallo, ich bin Caroline Diehl, Winzerin von der NAL.
- 0:16Mit Marian Hens und seiner Frau Kerstin verbindet uns mittlerweile eine echte Freundschaft.
- 0:22Marian ist ein perfekter Gastgeber, passioniert, leidenschaftlich, herzlich, authentisch und
- 0:28nie um einen Witz verlegen.
- 0:30Nicht nur das.
- 0:31Auch seine Sohn-Wein-Empfehlung sind immer perfekt passend.
- 0:35Wenn ich an Marian denke, denke ich an Emmanuel Broucher, den Champagner mit der Leseschere
- 0:40drauf.
- 0:41Ich glaube mittlerweile ist diese Schere aber gar nicht mehr auf dem Etikett.
- 0:44Den hat Marian vor vielen Jahren mal mit hierher gebracht.
- 0:48Wir haben den zusammen an einem Sonntag Nachmittag getrunken und es war einfach genial.
- 0:52Ich habe Marian das erste Mal im Stuhl in Berlin gesehen und kennengelernt.
- 0:56Aber Sylvain hat ihn vorher auf einer Reise in die Champagne kennengelernt dürfen und zwischen
- 1:03den beiden hat sofort gefunkt.
- 1:05Mit Marian verbindet uns natürlich Wein, aber auch ganz viel Passion, Leidenschaft,
- 1:10Lebensfreude und immer der richtige Witz am Rande.
- 1:14Marian ist ein super passionierter, leidenschaftlicher Weinmensch und ich finde es immer irre, weil
- 1:22es oft nicht so ganz vorhersehbar ist, was Marian auswählen würde.
- 1:28Manchmal exotisch, manchmal klassisch, aber einsteht fest immer geil.
- 1:33Wir freuen uns total, dass Marian und Kerstin jetzt wieder im Rhein-Main-Gebiet zu Hause sind.
- 1:39Und ja, ihr wisst, der Kühltranke ist immer voll.
- 1:43Wir freuen uns auf euch.
- 1:44Ganz egal, ob Kaby, Gg oder Under Pressure.
- 1:47Bis bald!
- 1:48[Musik]
- 2:10Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkeller
- 2:15unserer Zeit.
- 2:17Mein heutiger Gast ist Marian Hens und Marian Hens hat mich mit einer unfassbaren Leistung
- 2:22dermaßen beeindruckt, als er als Group, Herr Sommelier und Metre Dorthel zwischen 2017
- 2:29und 2022 für die Restaurant Purs, Jozo und Aipero verantwortlich war und im Weinmagazin
- 2:36Wienum für alle drei Restaurants Top-Bewertungen für die Weinkarten erhielt.
- 2:41Einmalig in Deutschland, wahrscheinlich in der Welt.
- 2:44Und zu diesem Zeitpunkt war Marian Hens schon zehn Jahre als Sommelier tätig.
- 2:48Es hat begonnen im zwei-Sterne-Restaurant Willer Rothschild, wo er seine Sommelier-Laufbahn
- 2:53begann.
- 2:54Darauf folgte die Anstellung als Sommelier im zwei-Sterne-Restaurant Fischer's Fritz
- 2:57in Berlin, gefolgt von der Anstellung als Herr Sommelier und Metre Dorthel im Restaurant
- 3:02Cinco bei Park Pérez, das Stubberlin, einen kleinen, einjährigen Ausflug auf die Ballediven
- 3:08natürlich nicht zum Urlaub machen, sondern um als Wein- und Beveragemanager und Herr
- 3:13Sommelier im One-Only-Reed die hart tätig war.
- 3:16Wieder in Europa war er im zwei-Sterne-Restaurant Park Hotel Witznau in der Schweiz als Sommelier-
- 3:22und Restaurantmanager tätig, verbrachte wie eben der erwähnt fünf Jahre in Andernach
- 3:27bei der Rd Gastrogruppe mit den Restaurants Purs, Jozo und Aipero und wechselte danach
- 3:32nach Antwerpen in Belgien und war als Director of Restaurants im mittlerweile legendären
- 3:38Legenden Antwerpen tätig.
- 3:40Dem Restaurant Octiodoro stellte er in Frankfurt seine Erfahrung als General Manager zur
- 3:45Verfügung und ist seit Juni 2024 General Manager im Aramak Catering at European Central
- 3:53Bank Frankfurt.
- 3:54Und heute ist er hier und das freut mich ganz besonders.
- 3:56Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz besonders herzlich bei der Schlumberger-Gruppe
- 4:02mit den Handelshäusern Segnitz, Conziovini, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer
- 4:08Weinkolleg für die Unterstützung und die Begleitung dieses Projekts aufs allerherzlichste
- 4:13bedanken.
- 4:14Dank Ihnen haben wir Ihnen heute hier zu Gast.
- 4:16Herzlich willkommen lieber Marian Hens.
- 4:19Mich hat dein Lebenslauf dermaßen überrascht, den du mir übersendet hast.
- 4:25Ich wusste gar nicht, dass du so viel extrem hoch dotierte Positionen oder Sommelier-Jobs
- 4:32eigentlich schon hinter dir hast.
- 4:33Das finde ich wahnsinnig.
- 4:34Also diese Erfahrung, die du hast.
- 4:36Hast du noch eine Weinregion, die du allgemein für massiv unterschätzt hältst?
- 4:40Durchaus.
- 4:41Also ich finde immer die A in Deutschland bei allem Mut und Drang zum Pinot Noir immer
- 4:49noch so ein bisschen unter dem Radar, obwohl eigentlich genau das ist, was wir haben wollen.
- 4:54Also kühle, elegante Spätbegründer.
- 4:56Das Südburgenland finde ich trotz der hohen Qualität von einigen Betrieben nach wie vor
- 5:02auf den Weinkarten nur bedingt eine Rolle spielen.
- 5:06Also vielleicht nennen wir zwei Betriebe, die in Deutschland wirklich essentiell sind
- 5:10und darüber hinaus gar nicht wirklich.
- 5:13Also das finde ich sehr schade für den blaufränkisch.
- 5:15Aber vor allem ist ja meine große Leidenschaft und meine Herz in Südafrika hängen geblieben.
- 5:19Und das Land bedeutet mir menschlich total viel.
- 5:22Und auch auf der Weinseite finde ich es in den letzten zehn Jahren total spannend, was
- 5:27dort passiert ist.
- 5:28Nach der Badalität der 90er und frühen 2000er ist es ja wirklich ein sehr umtribiges, vielleicht
- 5:35sogar eines der dynamischsten Weinländer, die wir momentan haben auf dem Planeten.
- 5:38Und das sehe ich in deutschen Weinkarten eher gar nicht.
- 5:44Also Südburgenland finde ich es total toll oder richtig bewundernswert, dass da österreichische
- 5:51Einwanderer gibt, die das mit ihren Weinbasen und Weinlokalitäten ganz intensiv in Deutschland
- 5:55leben.
- 5:56Und da gibt es eine gewisse Präsenz und ich glaube auch, dass die Weine oftmals nach
- 6:01wie vor unterschätzt sind oder gar nicht so zur Geltung kommen bzw. sprechen viele,
- 6:07auch Weinexperten von der großen Zukunft des blaufränkischen.
- 6:10Ich bin gespannt, was da noch kommt.
- 6:11A finde ich total spannend.
- 6:13Also A, ich glaube auch im Zuge der Klimaveränderung bzw. eben auch diesem Bewusstsein seit zehn
- 6:17Jahren für Pino oder bzw. Spätburgunder, wie sich das entwickeln wird und freue mich
- 6:24da wahnsinnig auf die Dynamik.
- 6:26Aber Südafrika finde ich natürlich extrem spannend und du hast recht, es gibt kaum eine Weinkarte,
- 6:33in der Südafrika richtig intensiv und ich meine intensiv gelebt wird.
- 6:38Es gibt es mit Australien teilweise, mit Kalifornien, wenn wir in Übersee bleiben.
- 6:43In Neuseeland gibt es auch die eine oder andere, wo ich mich erinnere, die da mit so ein bisschen
- 6:46spielen.
- 6:47Aber Südafrika in dieser Ernsthaftigkeit, kaum woran liegt das?
- 6:50Ja, ich, das hat viele Gründe, denke ich.
- 6:53Und das einig verstehe ich nicht so ganz, denn die meisten Sommerlies aus Deutschland waren
- 6:57mindestens einmal in Südafrika vor Ort, weil es ist ein Land, das ist super einfach
- 7:01zu bereisen, wenn wir vergleichen mit Chile oder Argentinien.
- 7:04Das heißt, die Flugreise ist entspannt und ohne Zeitverschiebungen.
- 7:09Entsprechend haben viele schon diesen Weg hinter sich gebracht und dort einen tollen
- 7:13Urlaub verlebt mit wahrscheinlich gutem Essen und guten Weingurz besuchen.
- 7:17Viele berichten mir auch von Freunden oder, sagen wir, näher betrauten Sommerlies unserer
- 7:24Sparte, die dort waren, haben Weingüter besucht, aber danach kein einzigen Wein irgendwie
- 7:29für sich als relevant bezogen.
- 7:30Und auch beim Sommerlies-Summit.
- 7:33Also ich bin ja in einem kleinen Weinimport beteiligt und wir haben dort zwei Weingüter
- 7:37aus Südafrika drin, die wir auch schon beim Summit von Sascha Speicher und in Meininger
- 7:41Verlag gezeigt haben.
- 7:42Und dort gab es auch eine große, tolle Resonanz und tolles Feedback.
- 7:46Aber am Anschluss keine Aktivitäten, dass jemand einen Weininteresse hat.
- 7:49Also ich merke einfach, viele können sich für die Weine begeistern, wenn sie die im
- 7:53Glas haben.
- 7:54Aber es ist vielleicht so eine barriere Hürde oder Angst, wie du sagst, die dann im Weg steht,
- 7:59um ihn dann letztendlich auf die Karte oder noch besser in den Ausschank oder in die Weinbegleitung
- 8:03zu nehmen.
- 8:04In dem Sinne gibt es aber keinen Grund dafür, weil zum einen, ich glaube die Rekente hat
- 8:09mal so ein Ranking gemacht, wo man alle bei den 90+ bewerteten Weine genommen hat.
- 8:16Und Südafrika hatte das extrem attraktivste Preis-Leitzungsverhältnis in der Relation
- 8:23zur gesamten restlichen Welt.
- 8:25Also der Preis kann es, glaube ich, auf der einen Seite irgendwo nicht sein, auf der anderen
- 8:28Seite ist ja das Learning auch nicht so schwer.
- 8:32Denn wenn ich mich da intensiv mit beschäftige, was muss man wissen bei Südafrika?
- 8:35Was muss man wissen?
- 8:38Natürlich ist entscheidend der Faktor Mensch letztendlich, wie man bemeistens, aber, sagen
- 8:44wir jetzt, zweitwichtiges Faktor ist natürlich das Klima.
- 8:47Also wir reden ja nicht von einem in den Bereichen, den Wein wächst, also sagen wir ganz grob
- 8:52rund um Kapstadt, um das Western Cape, das ist ja im Prinzip die Weinbauwelt, sagen wir
- 8:57200 Kilometer westlich und 300 Kilometer östlich, um Kapstadt herum maximal.
- 9:02Was 95% der Produktion sind, also das hat man gar nicht vor Augen, dass eigentlich so
- 9:05der Skrodort ist, was sich so als Kerngebiet einfach verstehen muss.
- 9:09Ja, es ist sehr geballt, Stelenbosch, Franschöck, dann eben natürlich das Wortland rum herum
- 9:16und eben kleinere Enklaven entlang der Küste, aber es ist natürlich, hat das Sonnenstunden
- 9:20viel mehr als wir hier haben, aufgrund dann auch der Nähe zum Equator und der anderen
- 9:25Sonnenrotationen im Globus, aber du merkst natürlich, dass dieser kalte Ozean einfach
- 9:30ein Riesenfaktor ist.
- 9:31Also du hast kalte Nächte, du hast viele Winde, es gibt keinen Strand, sag mal rund um das
- 9:37gesamte Cap, indem du entspannt beharten gehst und es ist immer eisekalt.
- 9:4210 bis 12 Grad, das ist heftig.
- 9:44Es ist wirklich heftig, deswegen hast du da unten auch Pinguine, weiße Heie, Orcas,
- 9:49weil die sich eben genau diesen Gewässern wohlfühlen und du hast irgendwie draußen
- 9:538, 29 Grad Außentemperatur, aber eben ein eiskaltes Wasser, was aus der Antarktis hochkommt.
- 9:59Das ist schon auch ein sehr kühlender Faktor auf die Weine, klarer Grund, warum da auch
- 10:03Chardonnay und Pylonois angebaut werden oder auch, ich sag mal, Bordeaux-Rébesorten bis
- 10:09hin zum Syrat, die ist ja auch, wenn wir klassisch denken, im Bordeaux bis hier auch nur bei
- 10:1312 Grad Jahrestemperatur im Durchschnitt.
- 10:15Da ist ja nichts mit heißer Dürre in Südfrankreich, du hast da genauso Regen, du hast viele Wolkenphasen,
- 10:22du hast kühle Winde, du hast den kalten Ozean in der Nähe und genau das findest du auch
- 10:25dort vor.
- 10:26Kann man das spiegeln zur nördlichen Hemisphäre?
- 10:28Also wenn du auf welchem Breitengrad ist Südafrika, weißt du es ungefähr?
- 10:33Das ist eine sehr gute Frage.
- 10:35Ich sag jetzt mal, aus dem Bauchhaus geschätzt ist es schon irgendwo in Südeuropa von der
- 10:40Spiegelunge.
- 10:41Wegen uns ja der afrikanische Kontinent zieht sich ja so gewölbt über den Quartor rüber.
- 10:47Ich war jetzt gerade bis gestern auf Teneriffa im Urlaub, also auch da bist du ja schon gefühlt
- 10:52bei einem Drittel von Afrika und bist noch lange entfernt vom Quartor.
- 10:55Das heißt, die Welt ist ja schon eher nördlich orientiert auf dem Equator insgesamt.
- 11:01Aber das Klima ist schon sehr außergewöhnlich dort, weil du, also ich glaube es ist ja eines
- 11:04der Länder mit der meist so vielfältigsten Vegetationen, die es gibt, was man so gar nicht
- 11:10vor Augen hat und was ganz krass unterschätzt wird.
- 11:12Ich hatte schon dort Schnee erlebt.
- 11:15In Südafrika?
- 11:16Absolut, kann passieren.
- 11:17Wir waren auch noch ein Reise im November 2000 aus dem Bauchhaus.
- 11:252018, 2019 und haben dort tatsächlich Schnee erlebt.
- 11:28Über längere Zeit oder war das so ein, also ich habe los Endeffils auch schon Schnee erlebt,
- 11:34aber das war so der erste Schnee seit 15 Jahren.
- 11:37Also es ist nichts regelmäßiges und dort, dort schon?
- 11:41Ja, es gibt ja schon Berge im Hinterland, die auch eine gewisse Höhe erreichen und die
- 11:45dann einfach auch Schnee halten und der nach ein paar Tagen dort liegen bleibt.
- 11:48Also es ist nicht bei uns, wenn wir es im Alpiden Kontext sehen, dass der Schnee dort über Monate
- 11:53liegen bleibt, das nicht, aber ist ja schon mal mehrere Tage und du hast einfach, finde
- 11:56ich, extreme Wandlungen innerhalb weniger Fahrt Minuten oder Stunden von Temperatur abfällen.
- 12:03Das ist einfach Schatten, Windausrichtungen, also das macht enorm viel aus dort.
- 12:08Sind es die beiden Ozeane, die dort aufeinandertreffen, die dieses einzigartige Klima ergeben oder
- 12:14ist es die Nähe zum Pol hin oder worauf fundiert das?
- 12:20Sowohl als auch, also die Ozeane treffen aufeinander, was man auch dann dort merkt,
- 12:25dass man es hat mal Richtung, Richtung Simbapwe oder Richtung Mozambique nach oben, findet
- 12:31man auch irgendwann wirklich dann warme Ströme, die reinkommen, die aus dem indischen Ozean
- 12:34einfließen und dort oft das kalte Wasser treffen.
- 12:38Du merkst also, rund um die Weinregion ist schon eher kaltwasserdominant, aber die Strömungen
- 12:43kommen ja auch von Winden her, das heißt du hast immer diese kalten, aber auch warme
- 12:47Winde plus eben den ganzen Faktor aus der Antarktis, der einfach viel, viel kühle Temperatur
- 12:52einbringt und noch viel kühle Winde einbringt.
- 12:54Manche Weinberge stehen wirklich in absoluten Höhenlagen, 500, 600 Höhenmeter sind sowohl
- 13:02im Südosten als auch im Norden, das Wortland oder so, durchaus denkbar und bringen entsprechend
- 13:08einfach auch klar frische Temperatur.
- 13:10Was ich im Zusammenhang mit Südafrika total interessant finde, ist, dass manche Begriffe
- 13:18oder manche eben auch Erkenntnisse in der Weinwelt, obwohl es die schon unglaublich
- 13:22lange gibt, damit einmal so aufpocken und einmal präsent sind und Südafrika war das für
- 13:28mich so dieser Cape Doctor, den ich irgendwie vor 10, 15 Jahren niemals gehört habe.
- 13:32Also selbst wenn man sich mit diesem Gebiet dann intensiv beschäftigt hat, gab es für
- 13:36mich diesen Begriff nicht.
- 13:37Ich habe nögens gelesen, wenn man sich jetzt seit ein, zwei Jahren mit Südafrika irgendwo
- 13:42beschäftigt oder irgendein Artikel liest oder ist nebenher, ist es ein Begriff, der mit
- 13:46einmal omnipräsent ist.
- 13:49Und da frage ich mich, ist es was, was ein Neuerkenntnis ist oder was jemand gerade so ein bisschen
- 13:54erst hervorbringt, spannend?
- 13:58Am Ende ist ja heutzutage die, sag mal die Beschaffung von Informationen so einfach geworden,
- 14:06die Informationsfluss ist so schnell durch soziale Medien, natürlich sozusagen das
- 14:11immer weiter verbreitete Internet, im positiven Sinne, dass wir einfach so digital leben,
- 14:15dass wir einfach mit einem Klick wissen können, was wir wissen wollen oder eben per KI uns
- 14:20jemanden generieren, der uns die Frage beantwortet.
- 14:22Aber der Cape Doctor ist ja schon ein großes Thema, oder?
- 14:26War es das früher schon oder ist es das jetzt jetzt?
- 14:28Also dieser Wind, der die Trauben trocknet und mehr oder weniger gesund hält, also neben
- 14:34der Feuchtigkeit bzw. der Meeresfeuchtigkeit, weshalb eben diese Nähe zum Meer und durch
- 14:38dem Wind eben auch die Vegetation dort entsprechend existieren kann.
- 14:41Ich denke, es ist auch ein Thema, was gerade einfach präsent ist.
- 14:44Mir war es vor einigen Jahren auch nicht geläufig, da auch nie gehört, so ein erst wahrgenommen.
- 14:47Hitzig, ne?
- 14:48Das irgendwie popt so ein Ding auf und dann ist es ja quasi auch in unserem Algorithmus
- 14:53drin, der dann weiß, wir, die folgenden Links oder folgende Leuten folgen, bekommen dann
- 14:58plötzlich die Information eingespielt, ohne dass wir das eigentlich planen.
- 15:01So läuft es ja unterbewusst im Hintergrund abwahrscheinlich, ohne dass ich eine große
- 15:06Ahnung von solchen Themen habe.
- 15:07Aber du hast mal eine Wahrnehmung, dass manchmal einfach Dinge passieren, weil sie gerade so
- 15:12eingestreut werden.
- 15:13Und ja, man fokussiert sich unbewusst darauf.
- 15:15Das finde ich ist eine Tarte und kommt mir dann auch oft zuvor.
- 15:19Also wenn man sich anfängt mit Südafrika zu beschäftigen, was muss man rein vom Learning
- 15:25lernen?
- 15:26Sind die, die ich meine, die geografischen Einheiten sind ja auch relativ einfach.
- 15:29Ist es einfach, ist es vor allem sehr nah beieinander.
- 15:33Wenn wir es klassisch denken, wie wir den Buch folgen würden, sind ja auch die Regionen
- 15:39irgendwo stylistisch eingeordnet.
- 15:41Aber jetzt kommt es spannender, warum ich dieses Land so schätze, ist natürlich das in den
- 15:44letzten zehn Jahren, so dieser vielleicht so ca. 15 Jahre mit dem Start von wahrscheinlich
- 15:49war der Ausdrehungs- oder eben Sadie, einer der Pioniere, die dann eine ganze neue Generation
- 15:53geprägt haben.
- 15:54Auch eine Region neu geprägt haben, die vorher mehr oder weniger gar nicht so beachtet wurde.
- 15:58Absolut, also ein bisschen wie das Priorat in den 80er/90er, in dem ja auch witzigerweise
- 16:03eben Sadie später involviert war, ist das Wortland genauso dort, ganz von wilden übernommen
- 16:10worden, wie wir es in der Sprache sprechen wollen.
- 16:12Und viele junge Winzer haben sich dort angesiedelt.
- 16:15Der Grund ist ja klar, also die Winzer sind ja nicht wie hier organisiert.
- 16:19Das heißt bei uns ist man, man ist Winzer, man hat meistens familiär ein Weingut in
- 16:24irgendeiner Form übernommen.
- 16:25Es gibt ja ganz wenige Querinsteiger, wie wir es in Winningen an der Mosel erleben, ist
- 16:29es ja wirklich eine Ausnahme in Deutschland.
- 16:31Meistens ist es ja traditionell überliefert und übertragen worden.
- 16:34Und dort gibt es entweder große Konzerne oder Beteiligungsfirmen, die die großen Weingüter
- 16:41halten oder eben viele junge Betriebe, die gründen selbst, haben aber keinen Weinberg,
- 16:47die mieten irgendwo bei nahgesagt einer Scheune an, schuppen an eine Garage an.
- 16:51Und klar werden ja über die Jahre professioneller, ziehen mehrfach um und werden immer weiter
- 16:57in ihrer Umgebung professionellisiert.
- 16:59Aber die Weinberge sind über Jahre gepachtet.
- 17:02Es gibt Traubenbauern, die anbauen, die bis zu Ernten, im Prinzip die Trauben begleiten,
- 17:10sicher auch nach Richtlinien und Vorgaben der Winzer bearbeiten und dann eben die Abnehmer.
- 17:16Das heißt dann den Winemaker, der dann die gelesenen Trauben kauft, nach Kilo berechnet,
- 17:22vorher sich auf den Preis einägt mit den Landwirten und von dort dann eben die Trauben abholt,
- 17:29in seine Kellerei transportiert, teilweise über mehrere Stunden Autofahrt in gekühlten
- 17:33Containern, weil es anders nicht geht und dann eben ab dann übernimmt.
- 17:37Also dieses Romanzium-Ferberation.
- 17:39Das ist ein Schild, ich habe meinen Weinberg und streife das ganze Jahr durch und ernte
- 17:45dann meine Früchte.
- 17:46Das ist dort eher selten oder kann man das gar nicht so sehen?
- 17:50Ich würde sagen, es ist schon selten, aber natürlich je mehr oder je besser die Qualität
- 17:55sein möchte und je mehr der Winzer sich integriert, ist er natürlich permanent vor
- 17:59Ort.
- 18:00Dann fährt er andauer seine Runden, fährt seine weitverhalten Verzellen ab, die teilweise
- 18:04dann drei, vier Stunden entfernt sind von seinem Zuhause und fährt dann eben von der Küste
- 18:10in Hermannus bis ins Wortland und checkt natürlich permanent Zustand, Trauben, spricht
- 18:16mit den Bauern und sagt "Hey Leute, nach meinen Vorstellungen gibt es sich auch Maßgaben
- 18:21vor oder gibt ein Maßnahmenkatalog durch, wann vielleicht ausgedünnt werden sollte,
- 18:26wann man entblättert, wann man vielleicht welche Präparate nimmt oder nicht nimmt.
- 18:30Also auch da ist ja die Frage dann, wie arbeitet man im Weinberg und so wird dann eben bis
- 18:35zu Ernte begleitet und auch sicher mit gelesen, um auch dann eben einfach eine Hand drauf
- 18:39zu haben, über die Qualität und eine Kontrolle zu generieren, wer erntet hier was für mich.
- 18:44Also das ist sicher gegeben.
- 18:45Aber im Prinzip ist ja erst ab der fertigen Abnahme nach der Lese Eigentümer dieser Trauben
- 18:53und beginnt dann eben seine richtige Arbeit im Keller.
- 18:55Und wann beginnt die Deals?
- 18:57Also begleitet man die Vegetation als Winemaker oder geht fährt man?
- 19:01Die fahren ja im Frühjahr dann los, keine Ahnung im Januar los und sagt "Okay, der macht
- 19:06einen guten Job, von dem kaufe ich dieses Jahr."
- 19:08Also sind das eher Langzeitverträge oder wird das jetzt ja...
- 19:10Ja, Langzeitverträge.
- 19:11Ah, schon.
- 19:12Wir waren damals auf einer ganz spannenden Farm, also die heißt witzigerweise ist in der
- 19:16Deutsche, die heißt Christa, die hat eine eigene Farbe im Swatland südlich des Padebergs
- 19:22und ihre Farben im Prinzip, also Farben woanders heißt das Finca, ihr Gut im Prinzip ist Lieferant
- 19:31für namhafte Top-Winzer wie Chris Arlheit, eben Saadi sicher auch, die hat auch keine
- 19:38kaum eigene Weinberge.
- 19:39Also das ist einfach dann ein Gerand für Top-Chenin Blanc, den sie dann nehmen für verschiedene
- 19:44Stile, sicher auch für die Schaumweinproduktion manchmal in gewissen Ecken der Lage und vor
- 19:49allem dann eben auch viele alte Lagen, also rückwürdig altes Rebmaterial, dass die
- 19:55Jungwinzer danken entgegennehmen, weil Wein dort ja früher oftmals in der Landwirtschaft
- 19:59nur ein Nebenprodukt war und deswegen einfach viele alte Reben gerade im Swatland rekultiviert
- 20:05werden konnten.
- 20:06Wie überall in der Welt eigentlich, also da war ja Wein immer nur ein Nebenprodukt, also
- 20:10bis in 70er Jahren war es ja selbst ein Bordone-Lebenprodukt bis man es dann irgendwann auf eine Monolandwirtschaft
- 20:16dann irgendwie umgestellt hat, dass viel aus dem Haus rausgeschmissen hat.
- 20:20Da zum Beispiel ganz witzig, im Swatland gibt es ja dann auch einmal einen Landwirtschaftsgroßhandel
- 20:29und der hat oftmals dann sozusagen die Weine vor allem genommen für die Brandy-Produktion,
- 20:34man hat die Trauben eingeliefert, um dann eben daraus zu brennen und das hat man dann
- 20:39eben meistens nur eingetauscht gegen gebranntes, also Trauben gegen fertige Produkte, so war
- 20:44so ein bisschen der Nebeneffekt für den Landwirten in den, sagen wir, 50er, 60er, 70er Jahren
- 20:50bis dann irgendwann angefangen wurde, um zu denken langsam.
- 20:52Ich glaube, dass es aber auch, also diese Situation, dass es eben Grower gibt und Weimaker, ist
- 20:59manchmal auch das Problem für letztlich die Qualität, weil oder der Grund dafür, dass
- 21:06sehr viele Rebflächen gerodet wurden und teilweise Äpfel dafür gepflanzt wurden, weil
- 21:14Äpfel in dem Augenblick mehr Geld bringen oder im Böhn oder was auch immer, dass es
- 21:19dann rein wirtschaftliche Aspekte sind, gar nicht so dieses Emotionale, wo man sagt, man
- 21:24möchte diese Weinkultur mit einem ganz eigenen Bewusstsein nach vorne bringen, beziehungsweise
- 21:31auch, dass man alte Rebanlagen ganz, ganz selten bis um die 2000er vorgefunden hat, weil
- 21:41die Leute es nach 10, 15 Jahren gerodet haben, neu gepflanzt haben, weil die Erträge höher
- 21:45sind, wenn man es rein über Kommerz definiert und gar nicht diese Emotionalität.
- 21:49Bei aller Romantik muss uns ja immer klar sein, dass Gastronomie oder die Weinenwelt
- 21:56am Ende Wirtschaftsunternehmen sind, die Entschalungen treffen müssen, um am Leben zu bleiben, um
- 22:01ihre Mitarbeiter und die eigene Familie zu finanzieren und deswegen ist natürlich die
- 22:06Romantik für uns immer schön, aber oftmals eben in gewissen Phasen oder Epochen einer
- 22:10Zeit einfach nicht realisierbar.
- 22:12Wobei ich es da interessant finde, gerade in Südafrika, dass die, ich glaube Rosa Krüger
- 22:18hieß die, also der, was war der, der diesen Krüger Nationalpark, also nachdem der benannt
- 22:23wurde, zwar einer der Präsidenten meines Südafrikas, oder manchmal die Geschichte gehen, aber sie
- 22:27hat so eine Bewegung insziiert, der Old Vines, was man auch aufs Lebel schreiben darf und
- 22:33interessanterweise müssen die Rebstöcke dafür älter als nicht wie in Europa 25, sondern
- 22:38älter als 35 Jahre sein und dann kann man das als Qualitätsmerkmal aufs, aufs Lebel
- 22:44schreiben und mittlerweile sind das 4000 Hektar, die dort dieses Siegel haben, die müssen
- 22:49auch reinsortig beflannt sein, es gibt verschiedene Qualitätskriterien, die dafür anhandgenommen
- 22:56werden, dass man diesen Bestand an alten Rebanlagen nicht nur unterstützt fördert, sondern dass
- 23:02dann einfach als Schmuckstück nehmen kann, denn so eine Rebe, je älter sie ist und so
- 23:07weniger ist der Ertrag, aber umso höher ist es die Qualität.
- 23:09Ich könnte meinst das Old Vines Project.
- 23:12Genau, genau.
- 23:13Das ist wirklich eine tolle Initiative, wir haben damals auch der Weinreise auch mit
- 23:17dem, sagen wir mal mit dem Chairman, der Andre Morgental, ein paar Weinberge besichtigt,
- 23:22die wirklich spektakulär alte Weinberge, wie wir sie vielleicht nur kennen, in abgelegen
- 23:27Regionen auf Sizilien oder so zum Beispiel, oder auf Tenderiffer, wo ich gerade war, wo
- 23:31es wirklich absolute alte Weinberge gibt.
- 23:33Und die Weinberge, sie werden dann eben teilweise bewusst auch mit der Hilfe von jungen Angehenden
- 23:41Oenologen untersucht, die Weinberge werden genetisch sozusagen geprüft und erfasst und
- 23:47dann eben bereinigt, aufgearbeitet und eben wieder rekultiviert, dass sie in den Ertrag
- 23:52zurückkommen.
- 23:53Oder sind Weinberge, wie der Beispiel eben Sadi, Chris Arlheit, nur die Zvertoppelle
- 23:59zu nennen, die dann nach und nach ihre Weine bewusst eben in dieses Projekt eingeben,
- 24:04sagen schon mal, mein Weinberg ist von 1969 und die Betätigen habe ich sogar auf der
- 24:09Flasche mittlerweile das Pflanzia, das man genau sieht.
- 24:12Man darf es draufschreiben, genau.
- 24:14Man darf es draufschreiben, genau, dass dann 1969 draufsteht und dann eben die aktuelle
- 24:18Abfüllung des Jahrgangs.
- 24:19Weißt du, welche Erziehungsform man dort hauptsächlich liebt?
- 24:25Also ist es dort, wie teilweise in verschiedenen, welche Zizieren erwähnt hast, oder den
- 24:29Herifer verschiedene Buschweinsituationen oder Gioerziehungen oder was man dort präferiert
- 24:37oder gibt es das so gar nicht dort allgemein?
- 24:39Also da klar, also hat man in den großen industriellen Betrieben, ist es am Drahtrahmen gezogen,
- 24:45einfach um da eine gewisse Effizienz reinzubringen, wenn das neue Anlagen sind.
- 24:48Aber bleiben wir beim Thema der alten Weiner.
- 24:51Es ist natürlich wie in Süde Europa, deswegen schreiben wir auch auf drauf so Old Buschwein
- 24:55oder Buschweins, das ist ja oft oft mit dem Label drauf.
- 24:58Das heißt kleine Reben, die natürlich vor allem davon leben, dass sie sich selbst beschatten
- 25:02können.
- 25:03Also das ist schon eher kompakt, aber eben dann mit dickem GS und dicken Wurzel stammen
- 25:08und natürlich dann auch ertragsarm logischerweise.
- 25:11Aber die Beschaffung ist ja der entscheidende Faktor in allen südlichen oder in allen
- 25:16wärmeren, sonnigeren Weinregionen, ob das in Südspanien ist, im Süden Italien, in Südfrankreich,
- 25:22das erleben wir überall.
- 25:24So wie wir bei uns Weinen fortfinden, ist ja meistens nur in kälteren Regionen, in steilen
- 25:30Regionen oder eben dann in industriell organisierten flachen Flächen.
- 25:35Weil du gerade größere Betriebe sagst, das finde ich erstaunlich, dass es eigentlich
- 25:39acht Produzenten gibt, die zwei Drittel der gesamten Weimproduktion nicht dominieren,
- 25:47aber schon letztlich bestimmen.
- 25:49Findest du, das macht mehr oder weniger den Stil Südafrikas, wie wir es in der Außenwahrnehmung
- 25:56haben, aus?
- 25:57Oder sind es die 540 anderen Betriebe?
- 25:59Es gibt ja nur 540 Weingüter dort auf dieser hunderttausend Hektar, die es dort gibt.
- 26:03Das finde ich auch sehr erstaunlich.
- 26:05Findest du, die machen das dann eher?
- 26:07Ja, ich denke natürlich aufgrund der Wahrnehmung und wenn wir ehrlich sind, in unserer Blase,
- 26:13der wir uns befinden, findet Wein natürlich statt ab, sagt man aus dem Bauhaus, ab
- 26:19Einkaufspreis 6-7 Euro in unserer Welt.
- 26:21Aber die Realität draußen ist ja eine andere, von daher denke ich, dass viele kennen, suchen
- 26:27und wollen auch den kraftvollen, dunklen, aber eben nicht aneckenden, kein Tannin,
- 26:33keine Säure haben, den Rotwein für 350, 390, den du und ich nicht trinken wollen, aber
- 26:38das ist ja die Realität draußen auf der breiten Fläche.
- 26:41Und genau das ist vielleicht auch das Urteil, was viele Pauschale mit dem Land irgendwie
- 26:48verbinden und sagen, das ist nicht mein Stil, dass dort eben Weine mit Herkunft, mit Charakter,
- 26:53mit Handschrift durchaus hergestellt werden können.
- 26:56Und vielleicht 4, 5, 6, 7 handvoll erlesener, kreativer, mutiger Betriebe ist vielleicht
- 27:04so ein Thema für unsere Blase, deswegen eigentlich umso spannender aus meiner Sicht, dass man
- 27:08so was im Restaurant zeigen kann, dass man Weine vielleicht zeigt, die kein anderes Restaurant
- 27:13oder vielleicht nur 3, 4 andere in Deutschland seinen Gästen zeigen könnte.
- 27:17Also potenzielles Durchaus da, seine Gäste mit den Weinen qualitativ, als auch als
- 27:23A-H-Effekt zu überraschen.
- 27:25Ich finde es sind nur so wenig, nur 4, 5, 6, also ich hätte gedacht, es sind 30, 40 Ausnahmenebetriebe,
- 27:31wo man sagen kann, die leben einen Stil, wie man ihnen sonst nirgends in der Welt findet.
- 27:34Ich sagte 6, 7, handvoll, also eine Hand hat man nicht.
- 27:39Ach, okay, ich hochrechte, kommen wir auf 35, 40.
- 27:41Ja, du hast recht, entschuldige.
- 27:43Wir hören kann das Klang Vorteil.
- 27:45Da sind wir ungefähr bei der gleichen Zahl angekommen.
- 27:50Klar gibt es nahemhafte große Betriebe wie Leriche oder Canonkop als Klassiker, der
- 27:55wirklich großartige Weine macht.
- 27:57Vielleicht nicht meinst du die Weine, aber ich hatte zum Beispiel vor, ich war zuletzt
- 28:00da 2022 und hatte in einem Restaurant in Pal zusammen mit 2 Winzern, 2 von uns sind 84
- 28:10geboren, ich bin einer davon und wir haben dann auf der Weinkarte gesehen einen 84er
- 28:14Canonkop und dachten uns, was soll es für 120 Euro umgerechnet.
- 28:18Was ist schon viel?
- 28:19In Südafrika ein Wein auf der Karte für 120 Euro, ja.
- 28:23Jetzt ist ein großartiges Restaurant, die haben eine Weinkarte, der Eigentümer ist
- 28:27wohl einer der größten Weinsammler in Südafrika.
- 28:30Welches war das?
- 28:31Ein Teil, das heißt Noob, also NOOP in Pal.
- 28:35Großartiges Restaurant, kochen eine ganz traditionelle südafrikanische Küche, aber eben,
- 28:40sagt man in einem kleinen, keine großen Portion, sondern eher wie wir zeitgeistige kochen,
- 28:45drei, vier Gerichte zum Teilen und dann eben eine Weinkarte mit vielen Raritäten aus dem
- 28:50eigenen Land, die natürlich einen gewissen Preis haben, also das muss auch dann bereit
- 28:54sein, einen europäischen Preis zu zahlen für einen 10, 15, 20 Jahre gereiften Wein, mit
- 29:00vielen vertikalen, dynamhaften Betriebe, sei es traditionell, sei es modern und wir hatten
- 29:05dann eben diesen 84er Canonkop und hatten, also 84 wie wir alle wissen, ist in den meisten
- 29:10Millionen der Welt kein großartiger Jahrgang gewesen, mit wenigen Ausnahmen vielleicht
- 29:14in Portweinen.
- 29:16Ich habe gehört Kalifornien oder Napa Valley, war nicht schlecht, habe ich leider nie was
- 29:20Gutes gehabt aus 84 und dieser 84er Canonkop war dann echt für uns beide so ein "Wow,
- 29:25auch aus unserem Jahrgang kann man einen sehr guten gereiften Wein trinken", vielleicht
- 29:29wurde nie bewegt, sicher ein Faktor, dass der Wein einfach dort eingelagert wurde und
- 29:34niemals mehr dort weggetragen wurde, bis wir ihn dann endlich aufgemacht haben.
- 29:38Aber es ist durchaus möglich dort große Weine zu trinken, ja?
- 29:43Ich bin 74, habe das gleiche Problem wie du, aber witzigerweise auch Kalifornien, auch
- 29:47Portwein, also es sind so die einzigen, ein bisschen Barone noch, aber es ist sonst auch
- 29:51recht spärlich, also daher kann ich auch die Freude darüber absolut nachvollziehen
- 29:55wissen, die südafrikanische Küche, wenn du sagst, wir haben oder die machen dort im
- 30:00Noob authentische Küche.
- 30:02Also im Prinzip, na klar, der Südafrikaner liebt das Bri, also ein Barbeque, entsprechend ist
- 30:08es schon meistens eine sehr fleischlastige Küche, die auch Lamm, Antilope, Rind, Schwein,
- 30:15das ist aber im Groben, vor allem Rind natürlich ist ein Thema.
- 30:18Die Küche selbst lebt auch in den seit mal etwas feineren, gehobenen Restaurants, die
- 30:23dort in den, ich glaube, da gibt es ja kein Michelin, da kein Gourmillon, ich glaube,
- 30:27da gibt es die Eat Out Awards oder so und da die Top 10 der Restaurants, die haben schon
- 30:32eine sehr eigene kreative Stilistik und meistens ja auch sehr schöne Restaurants, die oftmals
- 30:37in einem Weingut situiert sind, also immer ein schönes Surrounding haben und die Küche,
- 30:43das hat man authentisch gesehen, lebt schon von eher kräftigen Aromen, von stärkerhaltiger
- 30:48Küche, aber auch von der gewissen Süße, also es hat schon immer bei vielen Gerichten vielleicht
- 30:53irgendwie ein kleines Benier dabei mit ein bisschen Zucker oder Zimt, also von der Aromatik,
- 30:58dass du herzhaft und süß oft verbindest.
- 31:01Wie wir es vielleicht bei uns nur kennen, in der Weihnachts- oder Winterküche, in unserem
- 31:06Breitengraden.
- 31:07Kann man so ein bisschen mit diesem Kalifornier-Style-Vergleich mit den Barbecuen sonst sehen
- 31:11oder ist es dann doch eher britisch oder ein holländisch beeinflusst irgendwie?
- 31:16Ja, die Frage ist, was ist das holländische Küche?
- 31:19Eigentlich ist es ja auch wie eigentlich Kalifornien, wie New York, ist es ja auch so ein Melting
- 31:23Pot aus Kultur und du hast ja immer eine indische Community gehabt, du hattest immer, ich glaube
- 31:29erst die Holländer und dann die Briten oder alles drum, also es ist ja schon auch viele
- 31:32Einflüsse, die zusammenkommen, natürlich der afrikanische Kontinent, der reinfließt,
- 31:37Indien mit orientalischen Aromen, also es ist glaube ich immer so ein Mix aus vielen
- 31:41Stilen, die dort zusammengeflossen sind.
- 31:43Eingespannend.
- 31:44Gereift der südafrikanische Wein?
- 31:45Also wo siehst du die Kernkompetenz?
- 31:47Dann doch schon in der Jugend genießbar trinkbar, weil die Weine einfach so aromenpräsent sind
- 31:53oder eben schon eine gewisse Vorderkundigkeit haben, also selbst in der Jugend oder ist
- 31:57es dann doch die Reife?
- 32:00Offen gesagt, klar für die traditionellen Bordelese, Weine die dort im Stil ausgebaut
- 32:08werden, bleiben beim Beispiel Kanonkopf, das kann natürlich durchaus reifen.
- 32:13Viele Betriebe, die ich in den letzten Jahren dort gesehen oder kennengelernt oder begleitet
- 32:17habe, sind, sagen wir mal schon auch in der Jugend, haben wir ihre Stärke nach zwei,
- 32:22drei Jahren in einem Trinkfenster von, sagen wir, zwei bis acht Jahren, ich denke, dass
- 32:28darüber hinaus sicher Dinge möglich sind, aber die Winzer ja oftmals vielleicht in
- 32:32dem zweiten, dritten, vierten Jahrgang waren und solche Dinge müssen sich ja entwickeln.
- 32:36Also jeder Betrieb, auch die Top Betriebe in Deutschland haben wir auch mal irgendwie
- 32:40angefangen an der Nahe, an der Mosel im Rheingau und haben die ersten Jahre sich erst mal gefunden,
- 32:45um dann ihren Stil oder in den Weg zu finden oder den eben der Generation vorher zu übernehmen.
- 32:49Und wenn du komplett bei Null anfängst, wie es eben viele Junge, das heißt Junge, die
- 32:53Winzer sind ja auch dann in unserem Alter irgendwo, in den späten Dreißigern bis Mitte 40, Ende
- 32:5840, das heißt die haben ja Top gelernt, die waren auf Praktikars in der ganzen Welt, in
- 33:04Deutschland, in Südfrankreich, in Spanien, in Nürburgrupptop Betrieben und haben dort
- 33:09durch den Wechsel zwischen der Hemisphäre im Norden und Süden können die ja wunderbar
- 33:13zu Hause und dann im Anschluss im Ausland lesen.
- 33:15Also können die ja jedes Jahr, quasi zwei Ernten machen in den jungen Jahren und einfach davon
- 33:19profitieren und Wissen und Ideen aufsammeln.
- 33:22Aber trotz allem braucht das ja erst mal ein paar Jahrgänge aus meiner Sicht, um sich
- 33:28wirklich zu finden, dann auch den Weg zu gehen.
- 33:30Merkt man ja auch bei jungen Deutschen Winzern, das ist vielleicht spannend in der Jugend,
- 33:34wenn du dann aber mal den angesagtesten deutschen Jungen Winzer, ich will jetzt keinen Namen
- 33:39nennen, trink's und dann jetzt irgendwie in 2017 oder 2018 aufmacht von denen, merkt man ja
- 33:43schon, dass dann okay, das war als Jahrgang ein, so Jahrgang zwei, das wackelt dann schon
- 33:47sehr ein paar Jahre.
- 33:48Das ist ja ein Lerningsjahr.
- 33:49Klar ist ein Lerningsjahr, wie bei allen, wie bei uns ja auch, blicken wir zurück.
- 33:52Meine erste Weinempfehlung oder meine erste Weinebetletung war sicher aus heute Gesicht
- 33:55ein No-Go, aber es war eben die Zeit und man hat sich damit weiter getastet und herangetastet,
- 34:03man hat Fehler gemacht und denkt auch so ein Try-and-Error ist ja auch ganz wichtig.
- 34:08Wir fing das bei dir an.
- 34:09Die Fehler, meinst du?
- 34:10Hörst du, du hattest gerade eine erste Weinempfehlung erwähnt hast, also wann fing das an, wie
- 34:16fing das an, wie bist du zum Wein gekommen?
- 34:18Das ist natürlich eine wichtige Frage.
- 34:20Ich würde sagen, ich bin sehr früh zum Genuss gekommen, aber nicht sofort zum Wein.
- 34:25Also ich habe schon als Kind oder Jugendlicher mich mit dem Essen beschäftigt und habe gerne,
- 34:30sag mal zu Hause, nachgewürzt.
- 34:32Also irgendwie echt.
- 34:33Ja irgendwie, ich habe immer schon die Gefühl gehabt, ich muss was irgendwie abschmecken
- 34:38oder nachwürzen und kann auch heute noch witzigerweise direkt Aromen aufrufen, wenn
- 34:42ich weiß, Sommerurlaub 1990, kann ich hier genau sagen, wie hat damals das Spiegelei
- 34:49auf dem Grill in Türkei gerochen oder der gebratene Schwertfisch, also das waren so
- 34:52meine ersten Erinnerungen an früher sind so ruhig, die ich immer irgendwie beibehalte.
- 34:56Krass.
- 34:57Und habe zum Beispiel dann auf einer Klassenfahrt in, warte, wie weit waren wir da, irgendwie,
- 35:02sag mal 14, 13, 14, alle Kinder rennen ins KDW, alle Kinder rennen vom Taschengeld Klamotten
- 35:09kaufen, Videospiele und so weiter.
- 35:11Und mein Freund Philipp und ich sind hochgefahren in die 6 Etages, glaube ich.
- 35:15Dann haben wir es da hingesetzt, da haben wir jetzt kleine Knilche, dort einfach gegessen,
- 35:20dann haben wir es hingesetzt und haben dort an dieser Seafood-Bar oben oder haben wir
- 35:24was bestellt, irgendwie haben wir einen gebratenen, wir hatten gebratenen High, wir hatten beide
- 35:28in die High gegessen, haben wir neugierig wie High schmeckt, haben uns einen High bestellt,
- 35:32dazu kein Alkologischerweise, sondern eine Kohle wahrscheinlich und bin dann raus gelaufen,
- 35:35hab dann irgendwie einen Salz oder einen Curry gekauft und kam nach Hause, meine Mutter,
- 35:39was hast du mitgebracht?
- 35:40Zwei Gewürze.
- 35:41Okay, Wahnsinn.
- 35:42Und hab die dann auch dann auch bewusst verwendet, weil ich es irgendwie spannend fand, dann
- 35:47meinen Hähnchen mal mit dem Curry zu probieren.
- 35:49Also ich bin aber nie auf den Trichter gekommen, kocht zu werden, weil ich immer mir nicht
- 35:54vorstellen konnte, in einem geschlossenen, meist weißen Raum zu arbeiten, mit Kachelwänden.
- 35:58Aber irgendwie das Thema Essen und Trinken ist schon mal hängen geblieben, deswegen ist
- 36:03dann die Berufswahl irgendwie in diese Richtung gefallen.
- 36:06Ist es bei dir älterlich geprägt?
- 36:08Also habt ihr einen gastronomischen Betrieb oder seid ihr oft essen gegangen oder habt
- 36:11ihr jeden Dienstag zusammengekocht oder wie ist das insidiert worden?
- 36:16Ist es einfach nur Leidenschaft und du hast Freude daran empfunden?
- 36:19Also meine Eltern sind beide aus dem Finanzwesen, also beide gelernte Bankkaufmann und Bankkaufrau
- 36:26und haben dann in solchen Berufen in Frankfurt eben hier, in unserer Heimat, also ich lebe
- 36:32hier aus Frankfurt oder aus Hanau bei Frankfurt um genau zu sein, haben sie dann in Finanzinstitutionen
- 36:38gearbeitet oder eben in der Verwaltung oder Buchhaltung.
- 36:41Das heißt, da gibt es keinerlei Herkunft.
- 36:43Wir haben natürlich als Familie zusammen gegessen am Wochenende, wir haben zusammen
- 36:46gefrühstückt, also solche Zusammenkünfte gab es schon im regelmäßigen Austausch vor
- 36:52allem am Wochenende, aufgrund der Arbeitszeiten und dem Kinderelternrhythmus.
- 36:57Aber beide haben keinen Background überhaupt nicht.
- 37:01Auch nicht, dass wir jetzt waren sicher, wir sind wieder ausgegangen und waren mit Freude
- 37:05meiner Eltern in Gasthäusern, aber nie jetzt in einem Sternenrestaurant, das gab es früher
- 37:09nicht.
- 37:10Aber ich bin auch schon, weiß ich noch zum Beispiel, beim Vater als zehnjähriger auf
- 37:15einer Fahrradtour im Elsass sind wir abends angekehrt und habe dann schon in dem Alter
- 37:18meinen ersten Froschenkel, meinen ersten Trüffel gegessen und das auch bis heute im Kopf
- 37:22beigehalten, waren genau wo ich diese Dinge gegessen habe, einfach aus Neugierter, weil
- 37:26ich das eben, ich wollte keine Kinderpasta oder keine Pinochio-Eisbecher, sondern ich
- 37:32wollte essen, was die Großen auch essen, das schon immer eigentlich.
- 37:35Und dann stand dein Berufswund schon fest, dass du direkt nach der Schule gesagt hast,
- 37:39ich möchte eine Gastronomie oder ist das wie bei vielen entweder eine Verlegenheit gewesen
- 37:44oder dass du es erst mal gemacht hast?
- 37:47Also ein Mix aus beidem, also ich habe dann schon relativ früh auch in der Gastronomie
- 37:53gearbeitet, nebenberuflich, als Schüler, als der Führer schon dann da war, habe ich
- 38:01in der richtigen K-Drink-Familie gearbeitet und habe dann für wirklich große Events
- 38:05für K-Fer Party Service als einer von vielen aushilfen, also nicht überhaupt nicht in
- 38:08der tragenden Rolle, sondern als das kleinste Licht im Hintergrund mitgearbeitet.
- 38:12Aber habe natürlich diese spannende Welt der Begeisterung, der Kulinarik, der auch sicher
- 38:19damals schon VIP-Gäste, die dann irgendwie im Raum waren, wie eine Bundeskanzlerin und
- 38:23so weiter, das hat schon gemerkt, okay, es ist eine spannende Welt, hier passiert viel,
- 38:27hier ist Essen und Trinken irgendwie wichtig und vor allem hat man Ambiente, Stimmung,
- 38:32eine gewisse Servicekultur und fand das immer gut.
- 38:34Und hatte auch, der Vater meines besten Freundes war immer schon der Hotelier aktiv, also in
- 38:40der Hotellerietollegung und der hat irgendwie für mich immer einen so spannenden Eindruck
- 38:44gemacht, der ist viel gereist, der war in der Welt, der konnte Geschichten erzählen,
- 38:47der war in Paris, in New York, in London, der hat irgendwie sein Leben langspannend,
- 38:51deswegen fand ich immer diese Hotellerie auch, also gar nicht so sehr auf Gastronomie
- 38:55und Wein bezogen, so erstmal Hotel, fand das irgendwie eine tolle Umgebung, um als
- 39:00junger Mensch so ein bisschen diese romantische Gedanke dann die Welt zu entdecken, sagen,
- 39:05hey, da kann ich was sehen, ich kann rumkommen, ich kann an spannenden Orten gearbeitet und
- 39:11gelebt haben zugleich und das war dann erstmal so ein bisschen mein Fokus und habe dann erst
- 39:16im zweiten Schritt dann innerhalb der Hotelausbildung die Liebe dann wirklich zu Gastronomie.
- 39:22Und es wurde geläutert und hat sich das bestätigt, dass es ein spannender Beruf ist, dass man
- 39:28aufregende Dinge erlebt, dass man gegebenenfalls durch die Welt reisen kann und dort arbeiten,
- 39:33also wie hat sich das dann letztlich entwickelt?
- 39:37Also offen gesagt, mein Elternhaus war erst nicht begeistert davon, also ganz klar gesprochen,
- 39:44ich war jetzt kein großer der Geschüler, ich habe mein Abi gerade so geschafft, wirklich
- 39:50gerade so mit Überumwege und habe dann auch in der Ausbildung, also ich habe nach dem Fachabitur,
- 39:56das war ein Fachabitur nur, ich muss korrigieren, habe ich so ein Berufsakademie, also ein duales
- 40:01System aus Ausbildung und Studium angefangen und habe dort leider das Thema Studium nicht
- 40:08so ernst genommen wie das Thema Arbeiten im Hotel und bin dann leider nach vier Semestern
- 40:13gegangen worden, also exmatrikuliert worden aus dem Studium und habe dann in Anführungszeichen
- 40:18nur die Ausbildung beendet und das war dann so ein bisschen der Wegruf, mein Eltern, mein
- 40:23Gott Marian, jetzt bist du nur Hotelfachmann, was willst du in dem Leben mal erreichen,
- 40:29was willst du mal werden, also die waren wirklich schockiert, also beides sind keine Akademiker,
- 40:33aber dann glaube ich sehr stolz, dass ich dann der erste bin, der vielleicht einen akademischen
- 40:36Abschluss generieren kann und wann dann wirklich erstmal so vor den Kopf gestoßen, aber ich
- 40:42habe dann einfach diesen Kteil gehört letztendlich und habe ich dann wirklich auf die Arbeit
- 40:46fokussiert, habe dann meine Ausbildung auch mit Bravour beendet und bin dann eben den Weg gegangen,
- 40:54sozusagen den auf den Lebensraum verfolgen kann, dass man dann eben das Thema aktiv in die Gastronomie,
- 41:00aber auch da wieder beobwäge, es war erstmal nicht geplant in einem Restaurant zu arbeiten,
- 41:04sondern ich wollte eigentlich immer eine Neugiede stillen, und würde sagen Marian,
- 41:07in einem Sternerestaurant, ich habe so viel gelesen, so viel gehört darüber, Reportagen geschaut,
- 41:12ich fahre auch mal Essen mittlerweile, aber ich will es einmal erlebt haben, wie die da wirklich
- 41:18arbeiten und was machen die anders als draußen bei uns im Catering oder draußen in dem Hotelrestaurant,
- 41:23den ich gearbeitet habe und wollte dann einfach diese Erfahrung mitnehmen und bin dann tatsächlich
- 41:28hängen geblieben. Und wann kam der Wein? Also auch da, der Wein würde ich sagen,
- 41:36hat schon in der Ausbildung angefangen, also in dem Alter von 2021, ich war spät dran,
- 41:40wieder aufgrund des Abiturs, habe ich schon immer mit der Restaurante verkostungen mitgemacht,
- 41:46habe dann immer mal bewusst, Marian probier mal das neben dem, hier ist ein Pinot Noir aus 1990,
- 41:51aus dem Beginn, das hat schon stattgefunden in einem relativ jungen Gastronomie-Alter,
- 41:55dass ich da dann gemerkt habe, okay wow, das berührt mich, das hat Unterschiede,
- 42:00habe dann angefangen, das in mein privates Kochen einzubitten, ich habe immer mit so zwei
- 42:05Freunden sehr aufwendig einmal die Woche gekocht, jeder hat Zutaten mitgebracht,
- 42:11wir haben uns vorhin auf ein Rezept geeinigt oder Rezepte und haben dann eben mit als
- 42:1418, 19-Jährige alte Witzigmann-Bücher nachgekochen usw. einfach um diesen Hunger zu stillen,
- 42:21diese Rezepte einmal von Anfang bis Ende gemacht zu haben und dann meistens war das
- 42:27Gesamterlebnis logischerweise großartig mit irgendwie einem ganzen geschmorten Lammhüfte
- 42:31mit Frischkäse und Trockenfrüchtefüllung, Lord Witzigmann und wir haben das gefeiert
- 42:37und haben uns dann angefangen auch dann bewusst zu fragen in einem Weingeschäft,
- 42:40"Wir kochen heute Lamm, welchen Wein würden Sie dazu empfehlen?"
- 42:43Dann gab es dann irgendwie G-Gondasse oder so für 15 Euro, also dass wir dann uns da herangetast
- 42:50haben, was kochen wir und was welchen Wein gibt es dazu?
- 42:53Haben den Weinkeller das einen Vaters ein bisschen geplündert entsprechend und so kam
- 42:58dann immer mehr und mehr, dass auch der Vater von ihm hat dann immer mal auch wirklich
- 43:01große Weine aufgemacht, die wir damals gar nicht so schätzen wussten, aber so kam
- 43:05dann irgendwie eine Begeisterung dafür und das ist dann immer mehr und mehr geworden,
- 43:09auch in der Ausbildung dann immer mehr Interesse dafür, dass man auch dann im Restaurant am
- 43:12Tisch Wein ausschenkt, Wein verkauft, natürlich dann nachlesen möchte, was habe ich da eigentlich,
- 43:17wo kommt der her, wie ist der gemacht, warum ist der Wein so?
- 43:20Und dann spätestens eben mit dem ersten richtigen Job als Festangestellter nach der Ausbildung
- 43:26bin ich dann vollends eingetaucht oder eingetaucht worden.
- 43:30Citrus Rüchte, Citrone, Exotik, Ananas, Gewürze Ingwer, mineralischem Grundcharakter, Feuerstein,
- 43:56Tamgom, unglaublich komplex, elegant, eine feine Seidigkeit, viele weiße Blüten, eine
- 44:03perfekt strukturierte Säure, eine herrliche Mineralität, ein ewiges Finale.
- 44:08Ja man könnte auf Riesling kommen.
- 44:11Anhand der Beschreibung könnte man vermuten, dass es ein Riesling ist, aber und das finde
- 44:15ich so schade, kaum jemand würde einen Riesling aus dem Elsers vermuten.
- 44:20Der Elsers oftmals gar nicht präsent ist, auf dem wenigsten Weinkarten im Sinne der
- 44:24wenigsten von uns und ich denke es ist eines der verkantesten Weinbaugebiete nicht nur
- 44:29in Europa, mit einem unfassbar hohem Qualitätsstandard.
- 44:33Natürlich bringt nicht jede der 52 Grandgrünlagen weltklasse Weine hervor, aber wenn wir einen
- 44:38Riesling aus dem spannenden Jahr 22, aus dem Hause Domain Schlumberger, aus der Lage
- 44:45Kitalemglas haben, eine der ältesten definierten Weinbergslagen im Elsers, die das erste
- 44:50mal 1699 bereits erwähnt wurde, im Glas haben, dann fragt man sich warum eigentlich nicht.
- 44:56Warum ist Elsers so unterrepräsentiert in Deutschland?
- 44:59Sind die Wein doch so einzigartig?
- 45:00Und nein, man kann diesen Riesling Grandgrü Kitalé, Domain Schlumberger 2022 nicht mit
- 45:08einem Wein aus Österreich, aus der Fals aus Badischen oder von der Mosel vergleichen.
- 45:12Er hat eine ganz eigene Identität.
- 45:15Vielleicht ist die Höhe der Lage 270 bis 360 Meter, wo das nicht so außergewöhnlich,
- 45:20aber trotzdem besonders ist.
- 45:21Vielleicht ist die Steigung 45 Grad, die den Einsatz von Terrassen notwendig macht.
- 45:25Vielleicht, weil es die einzige Lage ist mit einer dreifachen Ausrichtung nach Süd, Südwest
- 45:31und Südost.
- 45:32Ich meine nicht ohne Grund wurde diese Lage bereits 1983 als einer der ersten als offizielle
- 45:38Grandgrünlage klassifiziert.
- 45:40Okay, was sind die Fakten für den Wein?
- 45:42Natürlich 100% Riesling, 5000 Stöcke pro Hektar.
- 45:45Gehorerziehung.
- 45:46Durch grüne Lese auf maximal 35 Hektar pro Hektar reduziert.
- 45:50Vanuäle gelesen, schonendippt neunartische Pressung, kontrollierte Gehrung im Edelstahl
- 45:55bei 18 Grad, Reifung auf der Feinhilfe für etwa 8 Monate, leichte Filtration und nicht
- 46:01geringe, aber durchaus sehr angenehme 13,5 Volumenprozent.
- 46:04Für die ohne Frage des besonders warmen Mikrokliemer mit optimaler Sonneinstrahlung von Sonnenaufgang
- 46:10bis Sonnenuntergang, wahrscheinlich aber auch die sandigen vulkanischen Gesteinsböden
- 46:14oder vielleicht auch die 700 Milliliter Niederschlag, die den Riesling hier absolut perfekt vegetieren
- 46:20lassen.
- 46:2126 Hektar ist für eine Grandgrünlage definitiv nicht gering, aber der große Vorteil ist,
- 46:25dass die Domain Schlumberger 20 Hektar davon besitzt und somit geschmacksprigend für diese
- 46:30Lage ist.
- 46:31Und wenn eine simpellich fürs ältes ist, dann Schlumberger.
- 46:341810, von Nicolas Schlumberger gegründet, in siemter Generation immer noch in Familienhand
- 46:39140 Hektar Weinberge.
- 46:41Davon ist die Hälfte 70 Hektar als Grandgrün klassifiziert.
- 46:45100% eigene Trauben, kein Zugerb von Trauben, Most oder Wein.
- 46:49Seit 2003 nachhaltige Bewirtschaftung.
- 46:52Seit 2006 sind 30 Hektar auf bio-dynamischen Weinbauben gestellt.
- 46:58Verwendung von Pferden, natürlich nicht in Steilagen und über 120 alte Holzfässer
- 47:04mit Thermoregulierungssystem für die optimale und vor allen typische Aromenfaltung der Weine.
- 47:1050, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
- 47:1350 Kilometer Trockenmauern schmücken die terrassierten Weinberge, die mit den klassischen Rebsorten
- 47:19des Elsers bestockt sind ein Durchschnittsalter von 30 Jahren.
- 47:23Aufweisen und einen durchschnittlichen Ertrag im ganzen Weingut von 25 bis 40 Hektuliter
- 47:29erbringen.
- 47:30Das ist purer Luxus.
- 47:3120% der Rebanlagen sind über 100 Jahre alt und Geschichte wird in diesem Weingut großgeschrieben.
- 47:39Denn das Weingut verfügt über ein Archiv, das detaillierte Aufzeichnung über Jahrgänge,
- 47:43Erntebedingungen und Kellerprozesse seit dem 19.
- 47:46Jahrhundert enthält.
- 47:47Einzigartig, nicht nur im Elsers.
- 47:49Natürlich ist die Domainschlomergie weintradition pur.
- 47:53Nur man bleibt nicht stehmannblickt nach vorne und experimentiert mit widerstandsfähigen
- 47:56Rebsorten, um den klimatischen Veränderungen, die natürlich auch im Elsers-Existenz sind,
- 48:01entgegenzuwirken.
- 48:02Das Ziel des Weingutes ist, bis 2030 klimaneutral zu sein.
- 48:07Vollständig.
- 48:08Der Betrieb nutzt ausschließlich erneuerbare Energien, einschließlich solaren Wasserkraft
- 48:13und wurde nicht zuletzt deshalb mehrfach für die innovativen Ansätze und die nachhaltige
- 48:18Landwirtschaft ausgezeichnet.
- 48:20Und genauso schmeckt dieser Weing, genauso schmeckt dieser Riesling, genauso muss Elsers
- 48:25schmecken.
- 48:26Und dann verstehe ich nicht, warum es ihn so selten auf deutschen Weinkarten gibt.
- 48:30Vielen lieben Dank für dieses Meisterwerk an die Domainschlomergie und ein großes
- 48:34Dankeschön an den deutschen Importeur, das Handelshaus Schlumberger.
- 48:38Findest du, weil du es gerade erwähnt hast, man kann nicht gut genug anfangen zu trinken,
- 48:53also man sollte möglichst hochwertig anfangen oder man soll sich langsam hoch trinken.
- 48:58Was ist der bessere Weg?
- 48:59Das klingt halt bei dir so, als wärst du schon relativ hoch eingestiegen und die kindliche
- 49:05Trinkphase hat dann irgendwo gefehlt.
- 49:06Die Trinkphase kindlicher Form haben wir im Nachtleben nachgeholt.
- 49:12Der Darkseid auf ein.
- 49:15Absolut.
- 49:16Ich denke, beides geht.
- 49:18Ich kann mir vorstellen, vielleicht hat es doch geholfen, dass es ein bisschen moderiert
- 49:22stattgefunden hat, dass man Marian probiert mal das.
- 49:25Und Achtung, das ist besonders gut, weil ABC und D hier zusammenkommt aus dem und dem
- 49:30Jahrgang.
- 49:31Ich glaube, das ist in der Moderation und so, wenn ich jetzt mal nachdenke, würde ich
- 49:36auch genauso meinen Weg vorschlagen, den ich für meinen Sohn gewählt habe, dass wir,
- 49:42also ich ihnen sozusagen im Wein sozialisiere.
- 49:45Aber ich denke, das geht auch genauso, wenn du einfach anfängst, einfach mit einfachen
- 49:49Gutsweinen und dann irgendwann anfängst zu merken, 21 ist anders als 22.
- 49:57Ganz pauschal, falls anders als Mosel und dann irgendwann gehst du dann in die tiefe
- 50:01Orte, Weingüter, Lagen.
- 50:03Ich denke, das kann auch diesen Weg gehen.
- 50:05Das ist vielleicht sogar der einfache Weg zu verstehen.
- 50:07Wenn du zu hoch einsteigst, brauchst du vielleicht einen Mentor oder einen Moderator.
- 50:11Und der wäre ich gern für meinen Sohn.
- 50:13Also, mein Sohn hat einen kleinen Weinkeller schon, der ist ja für ein halb Jahre alt.
- 50:16Ich habe ihm natürlich mit seinem Geburtsjaggen angefangen, Wein zu kaufen.
- 50:21Der hat zum ersten Mal beim Leben Bordeauxubscribiert privat eben für ihn und andere, also danach
- 50:29eben deutsche Edelsüßeweine in kleinen und groß Flaschen.
- 50:33Und da geht es natürlich dann weiter mit Port, Piedmont und so weiter.
- 50:37So, wenn der 18 ist oder sobald der Wein trinken möchte, glaube ich, fangen wir schon bewusst
- 50:42an, eben seinen Jahrgang kennenzulernen.
- 50:44Und dann bin ich dann der Moderator, der ihn heranführt.
- 50:47Wenn er mir sagt, du Papa, ich mag keinen Wein, verkauf alles, dann ist das seine Entscheidung
- 50:51in dem Moment.
- 50:52Oder meine, wie ihr nachdem, werden wir sehen.
- 50:56Aber ich würde mir das so vorstellen und wünschen, dass wir diesen Weg gemeinsam so gehen.
- 51:00Was ist deine Empfehlung, wenn jemand so einen Weinkeller aufbauen möchte für seine Kinder,
- 51:06dass man auf gewisse Weine setzen sollte oder gibt es ja verschiedene Ansichten, ihr einen
- 51:10sagen möglichst hochwertig, um eben auch Werte aufzubauen, die anderen sagen nicht so hochwertig,
- 51:14aber dann wird man es auch gerne trinken.
- 51:15Die einen sagen eher Rotweine, klassisch Porto, weil die einfach eine eigene, weil die auch
- 51:20die Reife brauchen, andere sagen wiederum lieber weiß und süß, weil das Kindern anführungsreichend
- 51:25oder Jugendliche eben auch gerne mit trinken.
- 51:28Oder soll man ein Mix von allem machen, findest du lieber eine Flasche und das was Besonderes
- 51:32oder lieber 36 Flaschen von jedem, was sind deine Tipps dabei?
- 51:36Oder was von deiner herangeht?
- 51:37Ja, ich bekomme die Frage sehr oft.
- 51:38Also gerade so bei Freundes- und Bekanntenkreis, hey Marian, mein Sohn ist geboren, kannst du mir
- 51:42was zusammenstellen, Budget ist 1000 Euro oder so ein X.
- 51:45Und dann ist meistens die Gegenfrage erstmal, was willst du erreichen?
- 51:49Willst du eine Wertsteigerung haben oder willst du vielleicht, wie du es dann sagst, einen
- 51:53besonderen Moment haben oder willst du eben vielleicht mehrere besonderen Momente bereiten?
- 51:56Von daher würde ich immer eigentlich ein Mix vorschlagen.
- 51:59Also sag mal, klassisch bei uns, kannst du ja auch wirklich für kleines Geld Spätlesen
- 52:04auslesen kaufen.
- 52:05Die sind meistens nicht wirklich teuer und haben eine große Lagerfähigkeit, also dass
- 52:10du dann bei einer Spätlese fängst ja eigentlich erst nach 12, 13 Jahren richtig an Spaß zu
- 52:15machen, wo dann für mich Autolüse zusammenkommt, Gremigkeit, Mundgefühl, die Süße abnimmt
- 52:22und das Ganze in viel seriösere Weinen wird.
- 52:25Also ich will nicht sagen, dass die Jungen keine seriöse Weinen sind, aber ein Wein,
- 52:28der viel mehr Vielfalt hat, viel mehr Einsatzmöglichkeiten auch in der Begleitung zu essen.
- 52:32Von daher, ich würde immer ein Mix machen aus Süßweinen mit dem hohen Reifepotenzial,
- 52:38klassischen Rotweinen, die du hast Bordeaux genannt, Piedmont könnte man natürlich nennen,
- 52:44die große Lagerfähigkeit haben, Riocha im klassischen Sinne natürlich auch und vielleicht
- 52:51ein paar, ich will nicht sagen Blutchips, aber vielleicht eine Marktumflasche von einem
- 52:56ganz besonderen Wein, sagen wir, Sassikaya oder irgendein gutes Gewächs aus dem Bordeaux,
- 53:01dass du weißt, dass vielleicht die Flasche, die du dann an dem besonderen Anlass aufmachen
- 53:05willst.
- 53:06Mein Sohn hat zum Beispiel jetzt schon Flaschen und Keller liegen für seinen 40. und 50.
- 53:11Geburtstag.
- 53:12Also das irgendwie, Großflaschen, 12 Liter, 15 Liter, die dann auch dann aufgrund des Formats
- 53:18einfach hoffentlich die Reife mitmachen.
- 53:20Oh, sehr cool.
- 53:21Gab es für dich dann Vorbild, der dich an den Wein oder die dich an den Wein rangeführt
- 53:26oder richtig ernsthaft damit vertraut gemacht hat, war es die Restaurantleiterin damals
- 53:30in der ersten Anstellung oder während der Ausbildung oder war es jemand anderes, wo
- 53:33du sagst, da hat sich für mich die Weinwelt offenbart oder war das alles autodidaktisch
- 53:39und eigeninitiativ?
- 53:40Also sicher war in der, sag mal die Initialzündung, war in der Ausbildung durch den FNM Manager
- 53:45und die Restaurateurlatut, das ist sicher so der, das erste AHA-Erlebnis generiert worden.
- 53:50Wer war das?
- 53:51Kleine Shoutout.
- 53:52Michael Vogler und Letizia Baum, hießen die beiden.
- 53:56Oh, liebe Grüße.
- 53:57Unbekannt.
- 53:58Ich weiß noch in der Gastronomie aktiv, aber nicht bei uns sozusagen in unserer Blase
- 54:03der Sternerestaurant, nicht aktiv, aber beide noch aktiv.
- 54:06Wir haben ab und zu mal Kontakt und schreiben uns mal, also das ist nicht so 100% abgerissen,
- 54:10aber auch jetzt nicht, dass wir irgendwie eine Engelfreundschaft pflegen, dass nicht.
- 54:13Manchmal ganz schön finde ich, wenn man dann im Nachhinein erfährt, okay, den habe ich geprägt
- 54:16und der ist das geworden, wow.
- 54:18Es motiviert einen ja selber dann auch nochmal, die Jugend nochmal anders anzufassen, zu sehen,
- 54:25zu berühren.
- 54:26Und dann ist es durchaus immer spannend, wenn man das dann verfolgen kann.
- 54:30Ich kann aber dann, der wirkliche Moment war dann so um 2009 herum, also dann in meinem
- 54:35ersten Job in einem Restaurant, was eine gewisse Klasse hatte, damals im Einstellnerestaurant
- 54:42in Königstein und ich habe dann eben ein Metric gehabt, eine Jungsommuliere, die beide
- 54:50sicher mich einbezogen haben.
- 54:51Also ich war jetzt auf keinen Fall in der Rolle, dass ich dann eine Entscheidung getroffen
- 54:54habe, aber sie haben immer Marien, probiere hier, probiere da, das gibt es zu dem Teller,
- 54:59das gibt es zu dem Käse, ich würde immer von vorne rein, wurde mir eingeschenkt, probiere
- 55:03für Koste, probiere für Koste und das gab dann einfach ganz viele spannende Momente,
- 55:06dann hat man dann auch angefangen, Eigenitativ die ersten Messen zu besuchen im Rheingau,
- 55:12die erste VDP-Präsentationen im Kloster Eberbach damals, was irgendwie zu dem Zeitpunkt dann
- 55:18von mir selbst aufgesucht und dann fing ich dann eben los mit Einladung von den Importeuren,
- 55:24die in Frankfurt eine Messe oder Verkostung aufgebaut haben, dass man dann ein bisschen
- 55:28in diesen Kreis reingekommen ist und dann war es natürlich spannend, da teilzunehmen
- 55:32und mitzumachen und diese Dinge kennen zu lernen und irgendwann kennst du selbst bestimmt
- 55:37diese Termine dann deine Freizeiter, im positiven Sinne.
- 55:40Sollte man erst lernen oder erst probieren?
- 55:43Was glaubst du, ist der angenehmere, der schöner, der erlebnisreichere oder der auch fundierteste
- 55:47Weg?
- 55:48Also dass man erstmal versucht so ganz unbedarf die Sachen zu schmecken, zu erkennen, ähnlich
- 55:53wie du es dann letztlich mit den Gerichten teilweise gemacht hast und dann experimentieren
- 55:58oder soll ich mich erstmal mit dem Buch hinsetzen und gucken, was ist überhaupt ein Gutswein,
- 56:02was ist eine erste Lage, große Lage, was ist ein Kronkrül, was ist ein DO etc.
- 56:08Ich glaube es ist ein bisschen wie in der Schule, es gibt den Typen auswendig Lerner, der
- 56:14sich ja erstmal das Buch rausholt und sich vorbereiten möchte und es gibt den, der seit
- 56:19mal in Politikwissenschaften einfach seine Meinung und Kultur darauf losredet und das
- 56:24ist so ein bisschen durch die Spaltung des Lerntypen.
- 56:27Ich habe mir immer vorgenommen und ich habe als Professionell gedacht, in den letzten
- 56:32Jahren auf eine Weinreise gefahren bin, dann mach ich ein Kompon, liess ich mal rein.
- 56:36Wenn du jetzt reingehst und fährst ins Piermont, guck mal rein, was sind die Appellationen,
- 56:40was sind die genauen Lagen, welche Winzer schauen wir jetzt an und vielleicht mal diese
- 56:45Vorbereitung zu haben.
- 56:46Aber ich denke, wenn du anfängst, als junger Weintrinker, als junger Angehender oder als
- 56:52Sommelier, ist es vielleicht manchmal auch ganz hilfreich einfach anzufangen, verkosten
- 56:58und dann vielleicht zu merken, okay, ich bin auf der VdP-Präsentation, mir gefällt das
- 57:02Stil der Nahe gut und dann zu hinterfragen, warum ist das so?
- 57:05Und dann kommt man ja automatisch mit den Trichter, ich mag die Nahe mehr als den Rheingau, weil
- 57:10vielleicht der Boden oder das Klima oder der Stil der Winzer anders ist und dann glaube
- 57:14ich eher, dass man vielleicht dann auch Erkenntnisse schafft und muss diese natürlich für sich
- 57:18hinterfragen und analysieren und eben klarer Meinung daraus ziehen, um zu wissen, warum
- 57:23schmeckt eins besser als zwei und drei schlechter als vier?
- 57:26Diesen Tören zu finden, das ist manchmal eigentlich das Spannende oder das Erlebnisreichere, was
- 57:30man aber eben auch bewusst angehen muss.
- 57:32Mir ging das so mit, also zum einen mit Wein, aber auch mit Musik.
- 57:35Da ich am Anfang irgendwie fand, eine Oper berührt mich und dann immer interessierter
- 57:41wurde und mich dann irgendwann belesen habe oder eben auch schon vorgehört habe, in der
- 57:46Prävention auf einen anderen dirigenten Opernhäusern zu weitergehört habe und beim Wein genauso,
- 57:51dass ich einen Rebsort interessant fand und die dann versucht habe, aus einer Region zu
- 57:55probieren und mich damit intensiv auseinanderzusetzen und eben so diese zweite und dritte Ebene einfach
- 58:02zu erkennen.
- 58:03Und dann diese beiden Sachen zu verbinden hat sich das bei dir gewandelt, nachdem du
- 58:09mehr oder weniger der lokalische Typ warst, also dieses Essen und Genießen und der Wein,
- 58:15so habe ich zumindest verstanden, mehr das unterstützende Begleitende und ergänzende
- 58:19war, dass irgendwann Wein Nummer eins ist oder ist für dich die Kulinarik immer noch
- 58:23das Non+Ultra und der Wein begleitet das Ganze und schmeckt es aus.
- 58:28Also Wein, die Deko und das andere, das Fundament.
- 58:31Also sicher war, hast du es gut beschrieben, dass das mein Anfang war, so habe ich angefangen,
- 58:36sensorisch wahrzunehmen, aber klar, irgendwann kam der Turnaround.
- 58:40Als junger Sommer habe ich sicher meine Empfehlungen, meine Begleitungen eher Gerichte unterstrichen,
- 58:49versucht zu fördern und je älter man wird, je reifer man in seiner Weinsozialisation wird,
- 58:56desto mutiger wird man ja auch und klar hat man irgendwann auch so eine Sturm- und Drangphase,
- 59:00macht auch sicher Fehler aufgrund von "ich will den Wein zeigen und ich will das jetzt
- 59:04hier provozieren", aber wenn man dann irgendwann als Erwachsener gefestigt ist, so ein Mal
- 59:08je, hat man schon irgendwann noch den Drang in so einem, ich finde es immer spannend,
- 59:12dann auch mal ein Gericht zu dominieren oder sagen, der Wein gibt den Takt vor oder auch
- 59:17das Wichtigste ist ja vor allem auch die Abwechslung, dass man irgendwie in der, du hast sieben Gänge,
- 59:21sieben Weine als Beispiel, dass du vielleicht mal zweimal anext, zweimal auch den Leuten
- 59:25so ein bisschen einfach ein viel gut Wein gibst, vielleicht brauchen die auch mal dann, bleiben
- 59:29wir klassisch bei einem gebraten Steinboden mit Bourblanc, echt wollen die auch einen Chardonnet
- 59:33haben, der ein bisschen Holz hat, der ein bisschen Cremigkeit hat, einfach nur, dass
- 59:36die Gäste dieses Wohlbefitten haben und sagen, wow, das war jetzt ein großartiger Wein zu
- 59:39dem Gericht und ich wurde nicht überfordert, weil oftmals sind ja dann so groß im Hünnüß
- 59:44mit vielen Gängen und vielen Weinen auch schon für die meisten unserer Gäste, also für mich
- 59:49ist das eine Höchstleistung, das sensorisch wahrzunehmen und wir machen das professionell
- 59:52jeden Tag, das heißt unsere Gäste, klar gehen die oft essen, aber ich kann mir schon vorstellen,
- 59:58dass dort oftmals eine reizte Beflutung herrscht und die dann natürlich irgendwann einfach
- 1:00:03zu machen, irgendwann bist du dann angedruckt oder beetrunken und dann können die gar nicht
- 1:00:08mehr aufnehmen, was wir eigentlich alles zeigen wollen, deswegen, es muss doch nix sein aus
- 1:00:13lauten Weinen, die sich Breitschulterie zeigen und präsentieren wollen, aber hin und wieder
- 1:00:18auch mal ein Wein, der den Gang runter schaltet und dem Gast auf Platz lässt, sein Abend
- 1:00:23oder seinen Moment zu genießen.
- 1:00:24Kann man das schon als junger so müde oder braucht man dafür Erfahrung?
- 1:00:28Ich brauche überhaupt die Brauchste für Erfahrung, also ich denke in wie jung Jahren haben wir
- 1:00:32alle, also wie ich eben sagte, erstmal vielleicht zu soft, dann zu provokativ, weil man dann
- 1:00:38irgendwann meint oder gewisses Selbstbewusstsein entwickelt, man wächst ja dann noch so ein
- 1:00:42bisschen im Raum und merkt okay, das ist meine Bühne hier und dann eckt man auch mal an
- 1:00:48und macht sich auch fehlerrückwirkend, wo man dann sagt, hey jetzt ist gerade, als
- 1:00:52er anfing mit meische vergohnenen Wein irgendwie vor zehn, zwölf Jahren, als es dann Trendy
- 1:00:58wurde mit orange Wein zu arbeiten, hat man dann sicher hier und da auch ein Wein einfach,
- 1:01:02ich möchte den einbringen, ich möchte jetzt hier diese Listik zeigen und die nicht 100%
- 1:01:07zur Küche gepasst hat, das gab es sicher auch mal, ne?
- 1:01:09Was glaubst du, wie lange braucht man, bis man einigermaßen versiert ist?
- 1:01:13Ich glaub große Talente brauchen vielleicht wenige Jahre, andere brauchen vielleicht zehn
- 1:01:19Jahre, auch ganz kleine Trinkerfraugen, also wenn du in der Sommer die mit ein, zwei Jahren
- 1:01:23Berufsgefraugen, woher soll das nehmen, was du hast, wie viele Jahre hast du Berufsgefraugen
- 1:01:29als bei?
- 1:01:30Ich weiß nicht.
- 1:01:3130, genau, das ist ja einfach dann, das sind ja Welten dazwischen, wie viele Jahrgänge
- 1:01:34du mehr kennengelernt hast, wie viele Weine du mehr kennengelernt hast, also das sind schon,
- 1:01:39das ist ein entscheidender Faktor.
- 1:01:41Wie würdest du das einbringen?
- 1:01:44Apropos Wein, ja.
- 1:01:46Wo wir eigentlich ein Glas Wein trinken zwischendurch?
- 1:01:49Da fängt einer hervorragende Idee.
- 1:01:50Magst du lieber was weiß oder was rotes?
- 1:01:54Ich fühle mich eher nach weiß gerade, wenn du eine Idee hast.
- 1:01:59Hast du da Lieblingsrebsorten im Allgemeinen?
- 1:02:01Bisschen neben dem Wein, den wir vor uns stehen haben.
- 1:02:06Die Rebsorten nenn ich bewusst nicht, nein, ich stelle im Blaumark, ich sehr gerne Chardonnay
- 1:02:13aufgrund seiner Vielschichtigkeit, aufgrund seiner Eigenschaft Herkunft zu zeigen und
- 1:02:19tatsächlich komme ich auch immer wieder mehr und mehr zum Riesling zurück, gab es eine
- 1:02:22Phase, habe ich den Riesling so ein bisschen in meinem privaten Konsum gedrosselt, sicher
- 1:02:26auch in meinen Restauraktivitäten, aber irgendwie seit so 2-3 Jahren habe ich immer wieder gefühlt,
- 1:02:32ich komme wieder näher in den Riesling gerade und ich habe eine große Begeisterung wieder
- 1:02:35entwickelt dafür.
- 1:02:36Gedrosselt aus, also bewusst oder unbewusst, sprich er hat dir nicht mehr geschmeckt oder
- 1:02:40fand es, jeder macht Riesling, dann brauchst du den Kram nicht.
- 1:02:43Nee, offen gesagt, ich war ja 5 Jahre in Andernacht tätig beim Christian Eckert im Restaurant
- 1:02:50und dort, ich fand seine Küche war, also die Küche mag ich sehr gerne, meine größte
- 1:02:55Küche, einen tollen Weinkeller, aber ich habe damals die Weinkerter aufgebaut, bevor
- 1:03:01wir zusammengearbeitet haben und entsprechend war der Weinkeller auch mit einer Großzahl
- 1:03:06an deutschen Top-Rieslingen bestückt, aber seine Küche, finde ich, hat oftmals mir keinen
- 1:03:11Platz gelassen, diese Weine einzusetzen, bin Gäste nach Riesling fragen, frei raus
- 1:03:15damit flaschenweise, aber ich habe mir wirklich schwer getan, obwohl ich das vorgenommen
- 1:03:18habe, in den Weinbegleitungen mit den Rieslingen, die ich hatte, die ich vorriert hatte, sei
- 1:03:24es trocken, sei es Lagenweine, sei es Restsüße, aktiv in der Gastronomie dort zu arbeiten,
- 1:03:31weil mir immer dann so ein bisschen die Küche ist oftmals sehr fruchtig gewesen, das ist
- 1:03:36ein Stil und dann war mir das immer so ein bisschen zu banal, Frucht mit, oftmals auch
- 1:03:40Frucht, also, ich hatte von meinem Rieslingen immer einen gewissen Grad an Frucht, Intensität,
- 1:03:47mal mehr, mal weniger und das ist mir schwergefallen, da unter einen Hut zu bekommen, ich war dann
- 1:03:51immer eher auf einer kageren, leiseren, vielleicht würzigeren Stilistik, Weine, die mich da mehr
- 1:03:57begeistert hat in der Begleitung.
- 1:03:59Das war ja nicht die Weinkarte, sondern die Weinkarten, die du dort gelebt hast, also
- 1:04:04du hast ja für alle Restaurants, also für alle vier Restaurants mehr oder weniger die
- 1:04:10Weinkarten gemacht, oder?
- 1:04:11Vollkommen richtig, ich habe drei Restaurants waren es dann, das vierte Restaurant, ich
- 1:04:15habe jetzt erst auch gemacht, vor wenigen Wochen dort, war damals schon eine Planung,
- 1:04:19aber es waren drei Restaurants oder eigentlich vier Restaurantkonzepte, wovon zwei im gleichen
- 1:04:24Gebäude und im gleichen Raum mehr oder weniger stattfinden mit der gleichen Weinkarte, es
- 1:04:28waren drei verschiedene Konzepte, koreanisch mit Einflüssen aus allen asiatischen Ländern,
- 1:04:36italienisch, von Trattoria bis zu einem kleinen Feindinning-Konzept nebenan und eben dann
- 1:04:41das Pours von Christian Eckhardt damals mit einer, ich habe mal, francophil geprägten Küche,
- 1:04:50die sich einflüssen aller Reisen, die er so privat macht, bedient hat.
- 1:04:54Also schon auch drei völlig andere Weinenwerte, die auch alle sehr erfolgreich waren, also
- 1:04:58zwei Sterne, zwei Sterne, beziehungsweise siebzehn Punkte.
- 1:05:00Hast du dann eine große Karte gemacht und dann für die anderen beiden Restaurants Outlet-Karten,
- 1:05:05also Auszüge aus der großen Karte, oder hast du für jedes Restaurant ein eigenes Kartenkonzept
- 1:05:09gehabt?
- 1:05:10Na da die drei Restaurants schon sehr nah beieinander sind, aber nicht im gleichen Gebäude
- 1:05:14und teilweise auch dann mit, sag mal, es ist nicht weit, aber drei Minuten Fußweg verbunden
- 1:05:18waren und die hatte jedes Restaurant tatsächlich eine eigene Keller und eine eigene Karte.
- 1:05:22Wow, was für ein Aufwand.
- 1:05:24Also klar, dann wurden die Weinenkeller und Karten auch mal kleiner und ich habe vor allem
- 1:05:30aus dem, damals aus dem Hauptkeller im Pours zum Beispiel, habe ich schon von da aus die
- 1:05:35anderen bedient, ich habe sozusagen intern dann umgelagert und in die anderen Restaurants
- 1:05:40gebracht, aber vielleicht im Pours eingekauft und dort eingelagert, um sie dann später mal
- 1:05:44einen anderen Punkt einzusetzen.
- 1:05:46Und so haben ja alle hochdotiert, also hast du für alle Karten Auszeichnungen bekommen?
- 1:05:49Oder zumindest für die beiden, ich glaube im Pours im Joso hast du Auszeichnungen bekommen,
- 1:05:53ist die in einem Jahr?
- 1:05:54Ich habe tatsächlich so im Jahr in der Wien um in allen drei war mit dem Aipero mit
- 1:06:00der Italiener, war das die Weinkeller des Jahres in der Kategorie Weltküche, ich glaube
- 1:06:03Platz zwei war das Joso mit dem koreanischen Konzept von Sarah Henke und hatte im Pours
- 1:06:09in der Kategorie Gourmet auch Platz zwei, also wirklich drei Restaurants, alle waren top
- 1:06:15platziert in dem einen Jahr.
- 1:06:16Das war gut, das hat ja, war sicher eine Frage, wo man, war gut, wo man gemerkt hat, man kommt
- 1:06:23an, man ist in seiner Weinsozialisation nicht so gerne sage irgendwo gefestigt und die
- 1:06:28Dinge greifen ineinander, die Wahrnehmung, die Akzeptanz auf Grundtenseite ist da, dann
- 1:06:34hat man auch schon gemerkt, dass es irgendwie Hand und Fuß hat, was man dort aufgebaut
- 1:06:36hatte.
- 1:06:37Jetzt haben wir einen Grünfeld Lina im Glas.
- 1:06:38Könnte man sagen, jetzt ist es ein bisschen provokant formuliert, wahrscheinlich kriege
- 1:06:42ich dafür die ein oder andere verbale Schelle, dass der Grünefeld Lina der Südafrikaner
- 1:06:47und den Rebsorten ist.
- 1:06:48Also er hat für mich dieses Zwischenweltliche.
- 1:06:52Also Südafrika sehe ich jetzt in dieser Überseesituation in einer Zwitterigkeit zwischen alter Welt
- 1:06:59und Neue Welt.
- 1:07:00Es hat durchaus die strukturtive Authentizität, die man in der alten Welt findet, aber eben
- 1:07:04auch diese Attraktivität bei vielen, weil die man in der neuen Welt findet.
- 1:07:07Und genau das habe ich beim Feld Lina oftmals auch.
- 1:07:09Man hat mit Riesling vergleichbar Lagerfähigkeit, man hat Struktur, man hat Tief, man hat eine
- 1:07:15wahnsinnige Medialität, wenn er gut gemacht ist.
- 1:07:17Auf der einen Seite, auf der anderen Seite hat er immer so was Zugängliches, was Attraktives,
- 1:07:22dieses Abfliege, dieses Würzige, dieses Fruchtexpressive, was eben auch eine gewisse Attraktivität mit
- 1:07:29sich bringt.
- 1:07:30Also könnte man das so sehen oder ist es jetzt einfach nur ein Hahn herbeigezogen?
- 1:07:32Ich habe einen Schuss.
- 1:07:33Ich bin vollkommen bei dieser Review.
- 1:07:35Ich muss einmal kurz zurück ausholen zum Thema Südafrika.
- 1:07:38Ich habe damals einen spannenden Platz mitgenommen.
- 1:07:40Der hat genau das eben beschrieben, was du gesagt hast.
- 1:07:43Südafrika muss für sich entscheiden.
- 1:07:45Ob sie das älteste Land der neuen Welt sind oder das jüngste Land der alten Welt.
- 1:07:51Sowohl von ihrer Weinkultur als auch von der geologischen Situation.
- 1:07:56Von daher ist das eine sehr richtige Aussage für Südafrika.
- 1:07:59Und ich kann mir vorstellen, dass Grüner Bettliner hat sehr ähnliche Eigenschaften.
- 1:08:03Der kann ja auch genauso enorm großartig und lagerfähig sein, kann für absolute Herkunft
- 1:08:09stehen, für Eigenschälichkeit, für eine Stilistik von der Winze und einem Weinberg.
- 1:08:13Oder er kann so ein bisschen brav daherfließen und so ein bisschen vorsichtig gesagt in
- 1:08:20einer gewissen Banalität enden.
- 1:08:22Das ist schon der Rebsorte sicher eher zugetan als im Riesling.
- 1:08:27Ein Riesling kann nie, glaube ich, so einfach werden, wie es im Grüner Bettliner passieren
- 1:08:32könnte, wenn man eben Erntemengen zu hoch zieht oder die Lage ist, ist nicht hergegibt.
- 1:08:36Findest du, man muss sich beim Feld Lina entscheiden.
- 1:08:39Es gibt ja so ein absolutes, was gab er vor fünf oder zehn Jahren.
- 1:08:42Ich glaube mittlerweile immer noch so ein absolutes Feld Lina-Bashing auf der einen
- 1:08:46Seite, dass viele diese alte Stilistik aus dem 90er, 2000er Jahren richtig verurteilt haben,
- 1:08:53wie sie teilweise in der Wachau zu finden ist.
- 1:08:55Und auf der anderen Seite dieses ganz klare kristalline puristische, extrem feiern, wie
- 1:09:03man so in diesem neuzeitlichen Bewusstsein irgendwo versucht zu leben und umgetreten
- 1:09:07genauso.
- 1:09:08Es gibt diese zwei krassen Welten, die sich selten vereinen.
- 1:09:12Ich denke, ich muss offen sagen, ich bin mit dem Thema Grüner Bettliner, habe ich mir
- 1:09:19nie so ganz tief beschäftigt.
- 1:09:20Ich bin nicht selten in Österreich gewesen.
- 1:09:22Ich habe da geheiratet zum Beispiel.
- 1:09:24Ich habe schon auch eine gewisse Trinkerfahrung mit den Weinen, aber ich bin nie so tief ins
- 1:09:29Thema eingetaucht, wenn ich auch in der Verkostung bin und habe irgendwie, sag mal, Kampthal,
- 1:09:35Wagramm, das Dreißental, also die Nicht-Wachau-Herkünfte für die Gräbsorte.
- 1:09:42Im Glas bin ich oft mal total begeistert und denke mir, wow Marianne, ich habe oftmals
- 1:09:46auch die Rieslinge von dort und bin oftmals dann total angetan von der Stilistik und denke
- 1:09:51mir, vielleicht müsste ich doch ein bisschen mehr, habe ich damit schon viel häufiger
- 1:09:55trinken, aber irgendwie kommt es dann, der Klick ist nicht dauerhaft, sondern nur für
- 1:10:00den Moment bei mir.
- 1:10:01Klar ist die Meinung, das ist schon eine abbeweiligte Zwei-Style zwischen diesem klassischen Fettensmark,
- 1:10:09den du angesprochen hast und eben dieser prachialen, ehrsteinigen, kagen, mineralischen,
- 1:10:14würzigen Seite dieser Rebsorte.
- 1:10:16Weniger, den haben wir jetzt im Glas, vorzweninger, den finde ich, der ist zwischen den Welten.
- 1:10:21Also er hat beides, er hat Ausdruck, er hat Kraft, er hat Intensität und trotzdem eine
- 1:10:26ganz eigene Authentizität, also eine ganz eigene Mineralität, eine ganz eigene Säuresstruktur,
- 1:10:30eine gewisse Trinkfreude dabei.
- 1:10:33Ich finde, Wien hat kaum jemand auf den Schirm.
- 1:10:36Absolut, ich hatte auch gerade eine Verkostung in Wiener gemischten Satz vor Kurzem und
- 1:10:44da waren auch alles so, oh wow, in Wien wächst Wein, also Privatkunden, in Wien wächst Wein,
- 1:10:48wussten wir gar nicht, dann sagen wir klar.
- 1:10:49Wien ist, glaube ich, die größte Hauptstadt.
- 1:10:53Die größte Weinbau in der Hauptstadt der Welt.
- 1:10:55Ich glaube, Stadt überhaupt.
- 1:10:57Also, dass ein einer Stadt Wein wächst, der unter der Stadt bezeichnet läuft, hat Wien
- 1:11:02die meiste Anbaufläche.
- 1:11:03Genau, und ich glaube, ich habe noch ihre Repetage gesehen über Wien und auch die größte Forstfläche.
- 1:11:10Also, Wien hat enorm viel, den klassischen Wiener Wald, wir kennen das als Hühnchenrestaurant
- 1:11:14in den 90ern.
- 1:11:15Also, Wien hat wirklich einen eigenen, riesigen Forstbetrieb und ich glaube sogar, jeder,
- 1:11:21jeder 18-jährige Wiener Stadtbürger darf einen eigenen Baum pflanzen.
- 1:11:27Okay, witzig.
- 1:11:28Toll, schöne Idee, also wirklich ganz großartige Idee und so was sollte Schule machen.
- 1:11:32Genau, die ist da wirklich so ein Happening, die fahren dann raus und pflanzen ihren Baum
- 1:11:37selbst, da gibt es dann drum herum, da gibt es dann irgendwie Glühwein oder was so übergetränkt,
- 1:11:41aber man macht dann richtig Happening draus und dann hat die da seinen eigenen Wein im
- 1:11:46Rahmen der Aufforstung.
- 1:11:47Ah, cool, das ist sein eigenen Baum, nicht wahr?
- 1:11:50Wein, Weinstock wäre auch schön, jeder hat seinen eigenen Weinstock.
- 1:11:53Das wäre auch eine eigentlich großartige Idee, gemischter Satz, war Wieninger dabei?
- 1:11:57Wird es jetzt so, dann in der Verkostung nur ein einziger gemischter Satz, aber das
- 1:12:03ist ein Klassiger.
- 1:12:04Ach so, okay.
- 1:12:05Das müsste eigentlich dabei sein.
- 1:12:06Ja, das ist ja, glaube ich, derjenige, der es durch Zufall hat.
- 1:12:08Ich glaube, es war derjenige, der es ganz initiiert hat oder der es ganz wieder, er gilt
- 1:12:12er als der Fahrt, der ist wie ein gemischter Satz.
- 1:12:14Der, das mehr oder weniger ein Lokalpfeil.
- 1:12:17Der, der nach außen trägt.
- 1:12:18Ja.
- 1:12:19Und die Weine, ich meine, wir wissen ja selbst, ein gemischter Satz, wir haben zwar keinen
- 1:12:22vor uns gerade, aber ist natürlich heute im Rahmen des Klimawandels wieder ein sehr
- 1:12:26spannendes Thema, weil du einfach so eine gewisse Grundkomplexität in den Wein generierst
- 1:12:31und natürlich die anderen reife Stadien, der Rebsorten, irgendwo sich spürbar machen,
- 1:12:36vielleicht hast du nie den perfekten Wein, du hast vielleicht nie einen großen Wein,
- 1:12:40du kannst aber einen sehr, seinen sehr spannenden, guten Wein generieren, ist meiner Sicht.
- 1:12:44Ich finde es schön, beim gemischten Satz, das schweift man vom Grundwert liener, aber
- 1:12:48es ist egal, ist das die verkopften Deutschen, das klingt jetzt relativ brachial, ist auch
- 1:12:55so gemeint, aufhören, das immer in Kategorien zu sehen.
- 1:13:00Also das muss ein Riesling sein, der muss greifbar sein, der wahrscheinlich aus dieser
- 1:13:03Unsicherheit der 80er Jahre heraus resultiert oder 70er, 80er Jahre, wo man wissen musste,
- 1:13:08was man trinkt, dass man wusste, es ist vielleicht nicht gesundheitsgefährdend und dafür immer
- 1:13:14die Sicherheitsmerkmale brauchte, sondern dass man einfach, wie es teilweise im Frankofilen
- 1:13:19oder im Italienischen, im Spanischen ist, auf den Geschmack vertraut.
- 1:13:22Und das ist ja letztlich beim gemischten Satz, dass man Wein trinkt, wenn man den Wein trinkt,
- 1:13:25den Wein mag und der Wein das repräsentiert.
- 1:13:27Und das hilft bei den Leuten wirklich so ein wenig loszulassen oder bei den Wein trinkern
- 1:13:32loszulassen.
- 1:13:33Und dafür ist das gut, glaube ich.
- 1:13:35Vielleicht vorwärts im Wein kommen, ein letzter Satz dazu.
- 1:13:38Ich finde es genauso auch im Restaurant spannend, du empfiehlst den Wein, den der Gast nicht
- 1:13:41kennt.
- 1:13:42Er ist ja auch von der Herkunft hier nicht kennt.
- 1:13:44Bleiben wir in meinem Urlaub gerade, ein Wein aus Tenderiffer.
- 1:13:47Und schon hat er keine Schubladau offen, er will es gar nicht vergleichen, er kann es
- 1:13:50nicht vergleichen.
- 1:13:51Sonst verkehrt er nämlich nicht an das mit seinem Wein, ah ich habe zu Hause auch ein
- 1:13:54Riesling vom Weingut, Mayer Möder Schmidt, der ist aber besser.
- 1:13:58Das ist ja meistens so, dass man muss sich irgendwie als Gast profilieren, irgendeiner
- 1:14:01Form.
- 1:14:02Und wenn der Wein aber so fremd es für ihn, dann lässt er ihm auch Platz und nimmt sich
- 1:14:05Zeit dafür und kann ihn auch einfach wahrnehmen, ohne ihn vergleichen zu wollen.
- 1:14:09Wie probierst du Weine?
- 1:14:12Wenn wir jetzt den Verdiener nehmen, genau, wie gehst du an den Wein ran im Allgemeinen?
- 1:14:16Gehst du erst dort wissentlich rein oder schenkst du ein und probierst erst mal?
- 1:14:22Also je nachdem wie ich wäre, wenn ich es verkoste nur, um es für mich sensorisch wahrzunehmen
- 1:14:29und einzuordnen, dann mache ich auf den Schenk ein.
- 1:14:32Ja und dann fange ich quasi meinen Prozede ran, wenn ich den Wein aber wirklich beschreiben
- 1:14:37soll, also ich mache so Weintexte und Sensorische Beschreibung für Weine nebenberuflich, dann
- 1:14:43recherchiere ich erst, bereite mich heute den Wein vor, lese zu, sage jetzt mal, Jahrgang,
- 1:14:49Anbau, Lage, Winze usw.
- 1:14:51Mach mir dazu meine Notizen und Gedanken und fange dann erst an.
- 1:14:54Und dann gehe ich eigentlich klassisch ran, ich schaue mir den Wein an, ich finde jetzt
- 1:14:58Farbe nicht wirklich wichtig für mich, aber ich schaue zumindest rein, ob ich jetzt irgendwie,
- 1:15:03was kann ich erkennen, hat der irgendwie vielleicht eine Trübung, hat der vielleicht
- 1:15:07ein Rotstich oder so, was mich vielleicht auf den Anbau oder die Rebsorte irgendwie bringen
- 1:15:12könnte, dann schwenke ich, rieche, schwenke nochmal, nimm den ersten Schluck und so gehe
- 1:15:17ich dann quasi, taste ich mir den Wein hervor, dass man erst nase und dann die haptische,
- 1:15:23die geschmackliche Wahrnehmung angeht.
- 1:15:25.
- 1:15:40Es gibt und da bin ich sicher bei jedem Weinfreund schwarze Flecken im Wissenswundament.
- 1:15:47Also Gebiete oder Weine die man nicht behandelt hat, keinen Zugang dazu hatte oder sich einfach nicht getraut hat.
- 1:15:52Das hatte ich natürlich auch und bei mir war Sardinien.
- 1:15:55Ja ich habe es gemieden. Ich hatte schlichtweg keinen Grund Sardinien auch noch irgendwie zu bespielen.
- 1:16:00Bis sich das Weingut Arjolas aus eben Sardinien kennenlernen durfte.
- 1:16:03Und hier explizit den Kurem Isola de Nuragi Rossa.
- 1:16:07Mit seinem Rebsortenspiel aus 85% wo Val Sardin, 10% Cariniano und 5% Canonar.
- 1:16:14Ihr kennt die Situation, wenn ihr oder ein Freund oder ein Gast von einem Urlaub oder einer Weinreise wiederkehrt
- 1:16:20und schlichtweg so begeistert von einer Entdeckung war, dass er jedem aber auch wirklich jedem davon berichten musste.
- 1:16:26Und so ging es mir mit dem Kurem Isola de Nuragi Rossa selbst ohne dort gewesen zu sein.
- 1:16:32Rein aus dem wie nur fehlenden Geschmackserlebnis und es ist einer der Weine, die sich ins Geschmacksgedächtnis einbrennen.
- 1:16:39Diese leichte Brombeernote, diese lakritzigen Töne, dieses ganz zarte, raurige, würzige, diese perfekte Glaubenstruktur,
- 1:16:47diese Geschmackslänge, diese feinen, seidigen Tandinen die trotzdem präsent sind, unvergleichlich das ist Sardinien.
- 1:16:54Also noch einmal, Bovalesado als Hauptrebsorte, ist eine autoktonen rote Rebsorte mit sehr kräftigen Charakter.
- 1:17:00Carignano wird vor allem im Südwesten der Insel kultiviert und Canonau, welches die am häufigst angebaute rote Rebsorte auf Sardinien ist.
- 1:17:08Manuelle Ernte der 2. Septemberhälfte, Mazzuration 10 bis 12 Tage, kontrollierte Gärtemperaturen zwischen 25 und 28 Grad,
- 1:17:16anschließt manlaktische Gärung in glasbeschichteten Zementtanks, Reifung für 10 bis 12 Monate in französischer Eiche,
- 1:17:23von denen etwa 30 Prozent neue Bariks sind, schonende Filtration vor der Abfüllung, minimaler Einsatz von Schwefeldioxid zur Stabilisierung
- 1:17:32und im Anschluss darf jede einzelne von jährlich 30.000 produzierten Flaschen noch 6 Monate im Weingut verbleiben,
- 1:17:40bevor sie mit dem außergewöhnlichen Etikett, das eine antike griechische Münze darstellt, die seinerzeit im Weinberg gewunden wurde,
- 1:17:48ausgestattet und für den Verkauf freigegeben wird. Und es ist einer der Weine, die jederzeit eine wunderbare Trinkbarkeit hat,
- 1:17:56die man sehr gerne mindestens 2 Stunden vor dem Servieren dekantieren kann, im großen Bug-Gunder-Glass servieren
- 1:18:02und bei einer Temperatur um die 16 Grad also relativ kühl, singulär oder zu dunklen Gerichten wunderbar genießen kann.
- 1:18:101997, also ungefähr 60 Jahre nach der Begründung dieses Weingutes, dass von Antonio Arjolas 1938 ins Leben gerufen wurde,
- 1:18:22wurde dieser Wein das erste Mal abgefüllt. Das Besondere sind die kalkhaltigen Lehmböden und eine ausgesprochen guten Körnung
- 1:18:29in der Region Zatanka bei Sziligas im Süden Sardinien. Das Klima ist typisch.
- 1:18:34Wir haben 2.500 Sonnenstunden, wir haben eine Jahresdurchschnittstemperatur von 16 Grad und wir haben 600 Milliliter durchschnittlichen Niederschlag
- 1:18:42und wir haben dem Astralwind, der für eine natürliche Belüftung der Weinberg sorgt und einen naturnahen Anbau
- 1:18:50auf den 230 Hektar Weinbergsfläche, die dem Weingut zu eigen sind und die sich auf fünf verschiedene Lagen in Südsardinien verteilen,
- 1:18:58möglich macht. Das Weingut wird mittlerweile in dritter Generation von Valentina, Francesca und Antonio Arjolas geführt.
- 1:19:06Ohne Frage war einer der qualitativen Meilensteine innerhalb des Weingutes, dass Gis, das Weingut über viele Jahre betreute
- 1:19:15und letztlich auch den Stil, die Geschmacksprägung des Weingutes fundierte.
- 1:19:20Giacomontag gießt es einer der absoluten italienischen Kult-Innologen aus dem Piemont und er hat es Ende der 80er Jahre geschafft, dieses Weingut ins Premium-Sigment zu heben.
- 1:19:31Bevor Marianne Muru, der Leitende Innologe des Weingutes wurde pro Jahr, werden 2,5 Millionen Flaschen abgefüllt
- 1:19:39und insgesamt beschäftigt dieses Weingut 100 Mitarbeiter und doch lebt man pure Individualitäten im Weingut und sind Begriffe wie Mikrovenifikation, absolut keine Fremdwörter.
- 1:19:51Vielen Dank an das Haus Arjolas, dass ihr mir Sardinien greifbar gemacht habt und auch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Konziowini.
- 1:20:03[Motor]
- 1:20:12Immer im gleichen Glas?
- 1:20:13Immer im gleichen Glas, achso.
- 1:20:15Welche Gläser nimmst du da?
- 1:20:17Ich habe viele Gläser, also ich habe zu Hause relativ viele Gläser, also angefangen von Zalto in 3 Sorten, über Zwieze the first, finde ich sehr gut,
- 1:20:30ein tolles Burgunderglas, vielleicht ein bisschen aus der Zeit gefallen, weil es irgendwie sehr star ist, es ist ein bisschen Globig gefühlt in der heutigen Weinenwelt
- 1:20:39und ich komme immer mehr und mehr, wenn ich im Restaurant bin, gerade im Piermont vor 2 Wochen, finde ich eine große Begeisterung für die Qualität von Riedelgläsern.
- 1:20:47Wir hatten dort häufig Riedelgläsern, dachte mir, wow, wie großartig Nebbiolo aus diesem Glasplatz geschmeckt oder auch das Riedel-Emitage-Glas ist sendational gut.
- 1:20:57Aber tatsächlich habe ich mich entschieden und für mich das Beste festgestellt, wenn ich Wein sensorisch verkoste, ich habe gewusst verkoste, nicht trinke,
- 1:21:05nämlich immer das Josefin-Hütte-Glas mit dieser leichten Welle und für den Darf war für mich, der Wein öffnet sich mir in dem Glas mehr,
- 1:21:14er zeigt eine ganz andere Aromenwelt, wenn ich ihn verkosten möchte, aber daraus trinke ich eigentlich nicht, witzigerweise.
- 1:21:22Also wenn ich Wein trinke, ist das für Josefin-Glas nie da.
- 1:21:25Okay.
- 1:21:27Weil ich mag, wenn ich trinke, eigentlich nicht so viel Aromenwelt, nicht so viel Wucht.
- 1:21:31Wie viel Prozent macht das aus für dich?
- 1:21:33Das Glas macht also weit über 50 Prozent aus.
- 1:21:38Geh ich für dich und fahr.
- 1:21:40Vielleicht sogar 70, 80 Prozent, würde ich sagen, ist der Glas der entscheidende Faktor, wie erfolgreich der Wein ankommt.
- 1:21:47Kannst du dich mit dem falschen Glas nicht fallen lassen oder würdest du in einem Restaurant einen Wein nicht bestellen,
- 1:21:53wenn du die eine falsche Glaskultur leben willst?
- 1:21:57Dann wäre ich ja oftmals im Ausland völlig verloren.
- 1:21:59Also die Glaskultur kommt ja klassisch aus dem deutschsprachigen Raum,
- 1:22:03heißt in unseren Deutschland, Österreich, Schweiz hast du von vornherein ein sehr hohes Niveau
- 1:22:07und so langsam ziehen die guten Restaurants auch nach oder eben Weinaffine Restaurants in den Anbaugebieten,
- 1:22:14haben natürlich irgendwann entwickelt, oder gemerkt, dass sie danach ziehen müssen
- 1:22:18und auch die guten Weingüter kommen nach und nach auf den Trichter.
- 1:22:21Ich hatte schon Momente, wo man irgendwie im Keller war von Costa Rí,
- 1:22:25hatte so kleine, so ein Metallbaum und hat das wie bei uns in Frankfurt in den Abstand begneiden,
- 1:22:30gibt es Mispelchen, so einen kleinen Schnaps mit eingelegtem Trockenobst,
- 1:22:35kleinen Mispeln eben, dass man genau so ein Glas hat zur Verkostung von Cronkrü im Burgund.
- 1:22:41Oder man ist in Frankreich in einem Top-Restaurant und hat dann irgendwie ein größeres Wasserglas,
- 1:22:45als ein Weinglas und leckst dich, warum? Das sind die Relikte der alten Zeit.
- 1:22:50Muss es Muntgeblasen sein oder gibt es auch gute maschinengeblasene, maschinengefertigte?
- 1:22:57Also was findest du da im Restaurant? Wichtig, wenn du jetzt in einem kultivierten Restaurant,
- 1:23:02in einem Restaurant, das eine gewisse Glaskultur hat, bist.
- 1:23:06Also ich erwarte kein Muntgeblasensrestaurant, das ist natürlich ein Kostenfaktor.
- 1:23:10Wenn ich ein Restaurant sehe, das Glas muss zum Restaurant passen
- 1:23:13und das vor allem die Logistik, der Rücklauf, die Lagerfähigkeit,
- 1:23:18der Spülbereich ist der entscheidende Faktor.
- 1:23:21Habe ich ein Gourmet-Restaurant mit zwei Kombis in Weißgenau, abends hat der Kombisomelier
- 1:23:26und die Kombis vom Restaurant Pullin die Gläser per Hand.
- 1:23:30Dann kann ich mich auch trauen, mit einem Muntgeblasen leichten Glas zu arbeiten,
- 1:23:33aber in einem, sag mal, einem großes Restaurant in der Innenstadt mit 150 Gästen am Tag,
- 1:23:39mit entsprechendem Durchlauf, da ist eine Osmoseranlage entscheidend,
- 1:23:43dass du das Glas nicht polierst, sondern nur eigentlich spülst, trockenest weiter geht's.
- 1:23:47Die haben keine Kapazitäten für feine Gläser, also oftmals nicht.
- 1:23:51Oder nehmen sie nur für besondere Weine raus
- 1:23:53und selbst dann ist das Glas eigentlich in höchster Gefahr,
- 1:23:56weil es dann in den Ablauf des normalen Restaurantbetriebs kommt
- 1:24:01und dort oftmals unter die Räder geht.
- 1:24:03Wenn du den jetzt rein hochsensurisch beschreiben müsstest,
- 1:24:06wie würdest du da von der Nase über den Raum oder probierst du erst oder riechst du erst?
- 1:24:12Also klassisch riecht man ja erst, logisch erst guckt man, dann riecht man,
- 1:24:15dann probiert man, aber machst du das genauso oder gießt du da anders an dem Wein ran?
- 1:24:19Ich mach's genauso, also ich rieche erst, dann schwenke ich, rieche nochmal
- 1:24:24und würde dann den ersten Schluck nehmen
- 1:24:26und dann will ich wieder zurück zur Nase gehen
- 1:24:27und dann spreng ich zwischen den beiden eigentlich dann ohne System hin und her,
- 1:24:31wo ich gerade irgendwie was finde, wo ich anknüpfen kann,
- 1:24:34gehe ich dann halt vielleicht tiefer rein, schwenke nochmal, rieche nochmal, rieche nochmal, rieche nochmal.
- 1:24:38Aber wie Anjans gesagt, ich bin momentan so ein bisschen eingeschränkt sensurisch,
- 1:24:42das heißt ich rieche gar nicht so viel, ich hatte erst Covid und dann ein leichter Erkältung,
- 1:24:47deswegen kann ich jetzt gar nicht so viel Preis geben.
- 1:24:49Also was ich jetzt sagen würde, wäre wahrscheinlich eher das abgerufene Wissen der Weine und Rebsorten,
- 1:24:56die ich so vermuten würde, ohne jetzt eine klare Aussage zu treffen zu können.
- 1:25:00Aber was ich sagen kann, ist der Wein lebt von Würze, also die Frucht, wie ich sie wahrnehme,
- 1:25:06spielt eine untergeordnete Rolle, es hat für mich eher so ein was Nussiges, was Pfeffriges, was Würziges,
- 1:25:13eher auch, sagen wir so, eine Richtung getrocknete Majoran, also bewusst auch heimische Kräuter,
- 1:25:20jetzt kein nichts Militeranes.
- 1:25:22Und die die Frucht spielt eine entscheidende Rolle, aber eben nicht, dass sie mich laut anspringt.
- 1:25:29Was ich sehr schön finde, der Wein spricht mich in der Form sehr an.
- 1:25:32Ich habe ein extrem großes Glas dafür gewählt, also ein begunder ähnliches, das Balance von Zier,
- 1:25:37weil ich ihn in der ersten Wahrnehmung relativ opulent fand, geschmackvoll und ich wollte ihn vielschichtig erleben.
- 1:25:45Und deswegen die Glaswein, um den Wein schnell zu öffnen, schnell an ihn hinanzukommen,
- 1:25:51ihn auch so ein wenig ausduften zu lassen, ihn auch so ein bisschen zu fordern.
- 1:25:55Ich finde den Gaumen angenehm cremig, ich finde die Säure sehr, sehr gut implantiert.
- 1:26:00Ich habe eine totale, eine totale Aversion, wenn Säure zugesetzt ist oder wenn sie so extrem künstlich in dem Wein implantiert ist,
- 1:26:08was hier überhaupt nicht der Fall ist.
- 1:26:10Und ich habe das manchmal so, wenn man nach ganz, ganz vielen Wochen, Monaten mal ein Glas Cola trinkt,
- 1:26:15da merkt man so richtig diese extreme, separierte Säure, die so über die Zähne geht und ist ganz krass so.
- 1:26:20Und das habe ich manchmal beim Wein, dass die Säure da so sehr, sehr stark separiert wirken.
- 1:26:26Ich finde hier ist es so ein geschmackliches Ganzes.
- 1:26:29Auch diese 13 Volumenprozent, die das Ganze eben sehr, sehr weich sanft, mit einer ganz leichten Süße
- 1:26:37und dann kommt diese eigentlich verspielte, so fast zwitschende, so wie so ein Vogelschwitschern der Säure
- 1:26:42und dann hinten hinaus kommt so dieses salzige, gleich gerbige und so ganz, ganz frische, was animierten,
- 1:26:49wo man nachschmatzen möchte und dann bleibt da eigentlich nur Salz über und das finde ich echt total interessant.
- 1:26:54Total. Meine Frau kauft abend eine linsen Risotto oder eine linsen Curry, sorry, eine linsen Curry,
- 1:26:59ich glaube das könnte nachher der Wein dazu werden, das könnte Sinn machen.
- 1:27:02Kann ich mir vorstellen.
- 1:27:03Und der Wein finde ich auch, das ist tatsächlich, sprich, für den Wein, den könnten wir zwei,
- 1:27:08wie wir es jetzt gerade machen, zusammen trinken.
- 1:27:10Ja.
- 1:27:11Wir als Profis aus der Blase heraus haben ein gutes Glas Wein vor uns,
- 1:27:16so würden die Schlasche euch auch leer machen, aber auch genauso meine Mutter würde es als Gast kommen
- 1:27:21für den Weinanschenken, die ist eher, sagt man, der Typ, wo das bürstet zu meinen, der Typ Grauburgunder,
- 1:27:27Weißburgunder, die findet die Säure oftmals erstörend, also Rieslingen, das würde sie immer so abwinken kategorisch,
- 1:27:34aber ich habe mit dem Wein trotz der vorhandenen Säure, aufgrund dieser Haptik, der Struktur,
- 1:27:39der Schmelze, der Cremigkeit, glaube ich, dass sie sagen würde, mach' ich, das ist ein toller Wein,
- 1:27:43und ist das ein bisschen, wie du schon sagst, der Schwank zwischen den Welten, der kann auf beiden Seiten die User abholen.
- 1:27:49Der schlägt die Brücke zwischen Attraktivität und einer gewissen Typizität, also was eigentlich ein Glasweißer Wein
- 1:27:56auf einer Weinkarte bringen muss.
- 1:27:58Also dafür wäre das für mich so ein Parade-Stück.
- 1:28:03Wann trinkst du Wein? Also einfach trinkt nicht, degustieren, sondern ein großes Glas.
- 1:28:09Oder machst du es überhaupt?
- 1:28:11Ein großes, der hat doch schon.
- 1:28:13Also ich trinke Wein, also in den letzten Monaten immer weniger.
- 1:28:18Irgendwie habe ich bevorgenommen, dass man im Alltag an Momente zu setzen, wann das Sinn macht,
- 1:28:25also das man nicht sagt, man trinkt jetzt ein Glas Wein, um es gedrucken zu haben,
- 1:28:29sondern ich trinke Wein zum Essen, also eigentlich immer, wenn wir zu Hause kochen, also auch wenn wir
- 1:28:33an einem freien Tag, am Sonntagmittag was zu essen machen, dann machen wir uns ein fascher Wein auf
- 1:28:38oder haben ein fascher Wein sowieso offen.
- 1:28:40Meine Frau und ich, wenn Freunde kommen sowieso immer, es passiert, also unter der Woche trinke ich meistens keinen Wein,
- 1:28:47sondern arbeite, komme nach Hause, vielleicht gibt es kein gemeinsames Abendessen,
- 1:28:52weil ich später nach Hause komme als meine Familie, dann trinke ich keinen Wein.
- 1:28:56Ich trinke natürlich immer Wein in Gesellschaft, also mit Freunden auf Reisen im Restaurant, zum Essen, zum Kochen,
- 1:29:03an den Momenten, wenn man auch die Zeit hat, das bewusst wahrzunehmen.
- 1:29:07Und Wein lebt ja für mich auch ganz klar vom Moment von der Gesellschaft, von der Umgebung.
- 1:29:11Also ist Wein auch für mich was, was ich mir teilen muss.
- 1:29:14Also ich trinke gerne auch mal ein Glas Wein alleine, ich habe kein Problem, ein Wein aufzumachen
- 1:29:19und das Wein oder zwei zu trinken, ich würde jetzt nie einen großartigen oder guten Wein alleine aufmachen,
- 1:29:25das finde ich, ergibt keinen Sinn.
- 1:29:27Wenn ich alleine einen Wein aufmache, dann gibt es irgendwie einen Gutswein, einen Ortswein so in den Preissniveau
- 1:29:33und dann ist das auch okay für den Moment.
- 1:29:35Oder wenn was für eine Verkostung da ist, dann gibt es natürlich auch einen besseren Wein,
- 1:29:38dann gibt es auch mal einen Kronkrö, wenn es einfach da ist, aber jetzt eigentlich fast eine Keller zu gehen,
- 1:29:44aufzumachen, zu entkorken, dann muss schon wenn du einen guten Wein jemand dabei sind, das zu schätzen, weiß.
- 1:29:51Warum?
- 1:29:52Warum teilst du das? Möchtest du die Meinung des anderen haben, der dann sagt, ich empfinde das
- 1:30:01oder möchtest du deine Meinung mitteilen? Also man kommuniziert ja doch irgendwie über den Wein,
- 1:30:05sonst bräuchte man ihn nicht zusammentrinken.
- 1:30:07Und ist da die Meinung des anderen wichtiger oder möchtest du dich öffnen,
- 1:30:12möchtest du dein Wissen anbringen, möchtest du das Wissen vom anderen haben, also was ist der Grund dafür?
- 1:30:16Also mein Wissen anbringen möchte ich gar nicht in dem Moment, man sagt mir eine gewisse Großzügigkeit nach,
- 1:30:21deswegen, ich bin einfach jemand der solche Dinge gemeinsam erlebt, dass man dann darüber sagen kann,
- 1:30:26wow, sagen kann, schau mal Silvio, finde ich auch, dass der Wein eine ganz großartige Länge hat
- 1:30:31oder die Säure ist so gut, wie sie gerade gesagt hat, so gut implementiert,
- 1:30:34dass man solche Momente eben auch gegenseitig wahrnimmt und einfach den Wein eine ganz andere Bühne schenkt
- 1:30:40und dann einfach finde ich auch dann das Produkt, diesen Genussmoment viel, viel höher einschätzt,
- 1:30:45weil man eben gemeinsam vielleicht sich Dinge zu, den Ball zuwirft, Elemente und Eigenschaften erarbeitet,
- 1:30:52die vielleicht der andere eher wahrnimmt als man selbst, sondern ist glaube ich so ein Kollektiv auch unabhängig vom Wissenstand des anderen,
- 1:30:58kann man dann sagen, meine Frau ist eine sehr gute Weintrinkerin für Kosteren, aber hat das niemals gelernt,
- 1:31:04sondern die genießt gerne, aber sie hat einfach finde ich ein gutes Verstättes dafür,
- 1:31:10um Dinge frei raus aus dem Bauch zu beschreiben, zu sagen, oh, den Wein mag ich, weil der Trinkfluss ist gut
- 1:31:16oder den mag ich nicht, weil irgendwie die Säure zu spitz ist oder das Tannin ist spröde
- 1:31:21und das finde ich immer spannend, dass man dann einfach gemeinsam drei, vier Sätze verliert,
- 1:31:26wie findest du den Wein, warum und dann hat man einfach nicht eine ganz andere Bühne,
- 1:31:30eine ganz andere Blickwinkel auf den Wein gewonnen und kann das natürlich mit zwei sind gut,
- 1:31:35drei, vier, fünf Menschen sind umso mehr, umso besser ist das Produkt beleuchtet.
- 1:31:39Also ich habe da Verspars dabei, die Dinge gemeinsam zu erleben.
- 1:31:42Behandelst du ein Wein zuhause anders als im Restaurant, also im Restaurant dikantieren, bestimmte Glaswahl,
- 1:31:50irgendwelche Tools oder sonstiges und zuhause anders oder ist das bei dir alles gleich,
- 1:31:56und du siehst immer dieses Element Wein und versuchst es optimal in Szene zu setzen?
- 1:32:00Also grundlegend denke ich, dass ich sehr ähnlich vorgehen würde.
- 1:32:06Ich bin vielleicht ein bisschen freier zuhause mit dem Thema Temperatur,
- 1:32:09weil ich einfach bei einem Weißwein aus dem Chomperea hole und dann nicht mehr nachkühle,
- 1:32:14sondern den lasse ich dann warm werden zum Beispiel, also über das Trinkfenster dann bewusst warm werden,
- 1:32:20was im Restaurant teilweise schwierig wird mit den Gästen.
- 1:32:23Was schade ist, ne?
- 1:32:24Da müsste ich vielleicht zwischendurch mal nachkühlen, aber ich habe jetzt auch kein Eiskühler zur Hand.
- 1:32:29Aber ich finde, das sollte man für öfter machen, dass man den am Anfang kühler einfach draußen stehen lässt
- 1:32:35und dass man dem Gas zusammen dann auch durchlebend, also sich austauscht, kommuniziert und den Wein,
- 1:32:41wenn er denn das Potenzial dafür hat, das kann man jetzt nicht mit jedem Liter-Riesling machen,
- 1:32:45Glas langsam aufgehen lässt und mit der Temperatur sich entwickeln lässt.
- 1:32:51Ich habe es meistens so gehandhabt, Wein aufgemacht, den Gas probieren lassen,
- 1:32:56dann gesagt, ich würde den Wein persönlich nicht kühlen, meinen Vorschlag wäre,
- 1:33:01schenke dann Glas ein, ich lasse ihn sozusagen neben dem Kühler stehen.
- 1:33:05Wenn Sie das Gefühl haben, der Wein wird den zu warm, bitte melden Sie sich aktiv,
- 1:33:09dass wir dann fünf Minuten auf Eis legen.
- 1:33:11Aber so, dass man immer seine Idee teilt, mit dem Gas offen kommuniziert,
- 1:33:15aber auch eben den Spielraum lässt, sich einzubringen.
- 1:33:18Also am Ende gibt es auch Gäste, die sagen, ich hätte gerne die Toplage aus dem Begrund für 2000 Euro,
- 1:33:24aber der Pinot Noir muss bei mir kalt sein, wir legen den auf Eis.
- 1:33:27Dann finde ich, sind wir auch Dienstleister am Ende des Tages
- 1:33:31und wenn er das möchte, dann würde ich dem auch so folgen,
- 1:33:35ich würde es auf keinen Fall kategorisch ablehnen,
- 1:33:38ich würde vielleicht nicht sagen, ich möchte die Kohle rein, sondern würde sagen,
- 1:33:41jetzt machen Sie selbst, aber die Gegenfrage könnte laufen, Eis und Zitrone im Spaß.
- 1:33:46Aber im Prinzip würde ich schon dann auch der Idee folgen, zu sagen,
- 1:33:50okay, er möchte sein Pinot Noir so treu als er sein mag, auf Eis haben, dann ist das eben so.
- 1:33:55Ich finde es interessant, weil letztlich ist der Gast dir zufriedenzustellen,
- 1:34:00oder ist es ja die Aufgabe, letztlich auch der Service zu leisten in einer gewissen Form?
- 1:34:05Man hat wahrscheinlich dann schon, wie du sagst, ich würde es nicht mischen,
- 1:34:08ethische Grenzen für einen selber, die man irgendwann gesteckt hat,
- 1:34:11aber gegen zu reden bringt keinen weiter und hilft keinem dann irgendwo.
- 1:34:16Gibt es für dich, weil du gerade 2000 Euro sagst, Grenzen nach oben oder unten,
- 1:34:20wo du sagst, ab da sollte Wein beginnen, sowohl für mich als auch vielleicht in der Auswahl
- 1:34:25für meine Weinkarte und bis dort darf es maximal gehen oder darüber hinaus,
- 1:34:31das möchte ich nicht unterstützen oder das ist keinen Sinn?
- 1:34:35Also offen gesagt natürlich bin ich zu Hause aufgrund meiner finanziellen Situation
- 1:34:39irgendwo eingeschränkt und kann natürlich mit Flaschen gewissen Preisen irgendwo
- 1:34:43nicht oder nur sehr selten leisten und wollen, aber gleich im Restaurant finde ich,
- 1:34:47ich mach das ja die Vielfalt aus, ich muss eine Weinkeit schaffen, je nach Restaurant,
- 1:34:51und da muss man auch genau schauen, was ist das Preis, Niveau der Karte,
- 1:34:55was ist das Ziel des Restaurants, also vielleicht welchen Prokofenmussatz möchte man generieren,
- 1:35:00an welchem Standort ist man, welche Kosten muss man denken,
- 1:35:02das hat ja auch am Ende ist der Wein ja ein entscheidender Faktor
- 1:35:05auf der betriebswirtschaftlichen Ebene gesehen für ein Restaurant
- 1:35:08und dann eben zu bestimmen sind wir hier in Restaurants die viel Wein drehen,
- 1:35:13weil wir einfach bei uns Leute viele Flaschen zu einem niedrigen Preissig Niveau konsumieren
- 1:35:18oder sind wir in Restaurants, in dem wenige Gäste sehr hochwertig trinken
- 1:35:22und darüber eben man seine Marge oder seinen Umsatz generiert
- 1:35:26und dann finde ich ist das ja die Aufgabe des Somaldies,
- 1:35:29nicht sein Ego einzubringen später vielleicht, aber erstmal um sich dem als Teil des Gefüges
- 1:35:36Restaurant aus Raum, Konzept, Küche und Service
- 1:35:41dem zu fügen und zu sagen wir wollen folgendes Ziel erreichen
- 1:35:47und dazu braucht es eben folgenden Weinkeller oder eben folgendes Weinangebot.
- 1:35:51Also sollte es keine ethischen Grenzen in irgendeine Richtung geben
- 1:35:55sondern immer nur naturgegebene oder konzeptionsgegebene Grenzen, die das Ganze dann vorgeben.
- 1:36:02Wenn das sind wir Wirtschaftsunternehmen, wie ich schon vorgesagt habe,
- 1:36:06wir sind Unternehmen, die irgendwie Ziele erreichen müssen, um ein Gewinn zu wirtschaften
- 1:36:11und regelmäßig die Gehälter der Mitarbeiter zu zahlen.
- 1:36:14Aber ganz offen gesagt, ich finde Wein hat natürlich eine Grenze.
- 1:36:17Ich habe das Gefühl, also in meiner Wahrnehmung,
- 1:36:20dass eine Flasche Wein in der Produktion, im Aufwand ist ja limitiert.
- 1:36:25Die Arbeitszeit, die Materialien, das Barikfass kann auch nur einen gewissen Preis haben als Beispiel
- 1:36:33und entsprechend würde ich behaupten, dass ein Wein in der Extreme kaum über 150 Euro kommen könnte
- 1:36:41und da sind die Spanne darüber hinaus, ist dann ja meistens so eine Frage von Verknappungen
- 1:36:47oder von Image, eine gewisse Marke, die sich gebildet hat.
- 1:36:51Der größte Wein der Welt kostet dem Aufwand nicht mehr als der Ortswein von dem VDP-Wienster.
- 1:37:00Im Aufwand, ganz zu übertrieben gesagt.
- 1:37:02Klar hat er vielleicht hier und da mehr Gänge in Weinberg, mehr Arbeit in der Vor- und Nachbereitung,
- 1:37:08ein teureres Gebinde, also fast genommen, eine bessere Flasche, ein aufwendiges Etikett.
- 1:37:14All diese Dinge spielen eine Rolle in einem Wein, aber bei 150 Euro würde ich sagen,
- 1:37:18ist ungefähr die Grenze und darüber hinaus spielen dann eben Verknappungen,
- 1:37:22also die Regeln des Marktes in der Rolle oder eben die Qualität,
- 1:37:27das Image, was der Winzer über Jahre, Jahrzehnte oder Generationen aufgebaut hat.
- 1:37:32Ich habe mal von 250 Euro gelesen, wenn man einen Bodenpreis und so weiter mit einkalculiert,
- 1:37:36der ja einer Mosel anders ist als im Bugund Napaveli Pirmont.
- 1:37:40Durch Hausser.
- 1:37:42An der Mosel zahle ich für eine gute Lage ja um die 50.000 Euro pro Hektar,
- 1:37:49im Schnitt, im Pro Hektar, im Pirmont, also jetzt nicht spitzen wir reden nicht vom Schadsofberg,
- 1:37:53sondern wir reden von einer guten Durchschnittslage, im Pirmont fängt es bei einer Million an,
- 1:37:58oder im Napaveli oder im Bugund.
- 1:38:00Und sowas letztlich dann auch wieder umgeschlagen, einkalculiert, letztlich auch der Leseaufwand,
- 1:38:06dass man teilweise in verschiedenen Gebieten, teilweise Minuten genau liest
- 1:38:11und dann um die 200 Erntehilfe hat, die dann halt raus und rein.
- 1:38:16Und woanders streckt man das halt mehr oder weniger über zwei oder drei Wochen,
- 1:38:19wenn man teilweise auch verschiedene Rebsorten hat,
- 1:38:21oder verschiedene Vegetationsphasen in verschiedenen Weinbergen.
- 1:38:24Also ich glaube, das nimmt schon Einfluss, aber ja, ich habe auch von 250 Euro gehört.
- 1:38:29Und wenn dann der Wein das 10 fache, teilweise 20 oder manchmal sogar 100 fache kostet,
- 1:38:34dann ist das viel Spekulation oder viel auch Marktpreis oder Marktsituationen mit dabei.
- 1:38:42Genau, der Markt ganz klar.
- 1:38:44Wer will Krapie Monten?
- 1:38:45Sagt man, der Krokülage im Bugund hat ein Limit an Flaschen aufgrund ihrer kleinen Hektarzahl.
- 1:38:52Und die hat eine Nachfrage in allen Herren Ländern,
- 1:38:55versus, sagt man, ein absolutes Top-Stattor im Bordeaux,
- 1:38:59der Motor rutschelt, macht von einem Jahrgang auch mal 180.000 Flaschen.
- 1:39:04Darüber hinaus.
- 1:39:05Darüber hinaus, ja.
- 1:39:07Das sind teilweise das 100 fache von einem Krokül aus dem Bugund von einem sehr guten Winzer,
- 1:39:15einfach nur in der Relation, welche Menge da auf dem Markt draußen in der Welt kursiert.
- 1:39:19Das ist schon manchmal absurd, oder?
- 1:39:21Was glaubst du ist schwerer?
- 1:39:23Ein Wein mit Krokrü-Status im Bugund zu produzieren, der die Typizität dieser,
- 1:39:31oder auch der Erwartung der Weingenise an diese Krokülage erbringt,
- 1:39:39oder glaubst du, ein Wein mit 200.000 Flaschenproduktion in diesem Standard,
- 1:39:44das Jahr für Jahr, ist schwieriger?
- 1:39:46Jetzt sind wir beide keine Unterlogen, aber rein aus unserem Zombie-Bewusstsein.
- 1:39:49Mein emotionales Herz sagt mir natürlich, ist es schwerer, die kleine Lage zu bewirtschaften.
- 1:39:56Aber ich denke rein pragmatisch gesehen, wenn die Frage so stellt,
- 1:39:59würde ich ehrlich sein, da würde überhaupten,
- 1:40:01dass es ja in der kleinen Lage eher ein mühsames Arbeiten im Weinwerk ist,
- 1:40:07ein begleitendes Jahrgangs, ein begleitendes Weinwerdens,
- 1:40:11aber die Lage sehr viel selbst spricht.
- 1:40:13Man sieht eher, dass man ganz sachte anfasst.
- 1:40:15Und dann eben, sagt man, das große Weingut, die auch den hohes Preisenniveau generieren,
- 1:40:20die Jahr für Jahr auch natürlich einen gewissen Druck haben,
- 1:40:24vielleicht in Punkten 96 plus Punkte zu erreichen,
- 1:40:28die haben natürlich schon einen enormen Aufwand,
- 1:40:31dann das Gesamtgefüge aus Lagen zusammenzufügen zu einer Einheit,
- 1:40:36die Komplexität, Lagerfähigkeit, Struktur, aber auch eben die gewisse Klasse in Güte hat.
- 1:40:43Ich denke schon, eine sehr große Leistung, so was zu generieren
- 1:40:46und dann eben so ein Masterblender oder so, wie man sie nennt,
- 1:40:49das Jahr für Jahr hinzubringen.
- 1:40:52Beispiel Champagner, also die großen Häuser liefern natürlich ja auch Jahr für Jahr eine Qualität ab.
- 1:40:58Die mag vielleicht für dich oder mich nicht die Spanne zu sein in der Weinwelt,
- 1:41:02aber es ist schon eine Leistung, 10, 15, 25 Billionen Flaschen abzuliefern,
- 1:41:07die auf einem gleichen Niveau sind.
- 1:41:08Das ist schon irgendwie eine große Kunst der sensorischen Fähigkeiten der Leute
- 1:41:12auf der anderen Seite.
- 1:41:13Ich denke auch sensorisch ist da wirklich was, also es ist außergewöhnlich,
- 1:41:17was für einen Spackmann da haben muss, dass man auch imaginär die verschiedenen Lagen,
- 1:41:21Entwicklungssituationen in den einzelnen Fässern, Kellern etc.,
- 1:41:26den einzelnen Rebsorten miteinander abstimmen kann, um das wie so eine Sinfonie zusammenzusetzen
- 1:41:30und den typischen Schatogeschmack dann letztlich am Ende herauskommen zu lassen.
- 1:41:35Ich glaube in der Größe ist es manchmal einfacher, wenn man mit einer Rezeptur arbeiten kann,
- 1:41:41wenn man teilweise wahrscheinlich auch Sachen ausgrenzen kann, wenn ein Fass jetzt irgendwie
- 1:41:45nicht so gut entwickelt ist und verkaufst es halt irgendwie als Fass oder nimmst du es irgendwie als C-Ware
- 1:41:50und verkaufst es unter einem anderen Brand oder was auch immer, was du jetzt mit einer kleinen 1 ha Grung Größe-Situation
- 1:41:56nicht so gut kannst, aber das dann trotzdem zu einem Gesamtkunstwerk am Schluss zusammenlaufen zu lassen,
- 1:42:03finde ich schon beeindruckend.
- 1:42:05Oder das ist ja, sagen wir, so eine große Marke wie Theo Pepe von Gonzales Bias,
- 1:42:12also ein Finocering, der aus eigentlich relativ vielen kleinen Gebitten zusammenkommt
- 1:42:18und klar ist eine der größten Weinmarken der Welt, aber wenn ich ihn Theo Pepe sehe
- 1:42:23und weiß in einem Restaurant gewisse Schereikultur da, oder dass sie die Flasche nicht irgendwie im Regal hinten links stehen lassen,
- 1:42:29sondern gekühlt und am besten jeden Tag davon 2, 3 aufmachen, dann trinke ich auch gerne so ein Glas Fino
- 1:42:34und freue mich darüber und weiß es dann zu schätzen, dieses klare, feine, salzige Filigrane,
- 1:42:39das ist offenbar eine große Leistung, so ein Produkt, Jahr für Jahr abzufüllen.
- 1:42:44Sollte man sowas auch berücksichtigen in seiner Auswahl oder sollte man große Produzenten,
- 1:42:50wenn man sagt man macht so eine besondere Weinkarte wie du sie erschaffen hast,
- 1:42:54dann nur mit individuellen und kleineren Produzenten?
- 1:42:59Offen gesagt, ich bin der Meinung, auch wenn ein kleines Restaurant, das man vielleicht als Sommerli
- 1:43:05am Ende doch jeden Tisch berührt und jeden Tisch mit dem kommunizieren kann, würde man erstmal annehmen,
- 1:43:11man kann auch mit nur unbekannten Winzern zurechtkommen und weil man ja mit jedem Gast in die Interaktion geht
- 1:43:17und das dann vielleicht erklären kann und seine Bedürfnisse herausfindet.
- 1:43:21Aber es gibt so viele Gäste, die wollen ja auch gar nicht kommunizieren, die wollen die Weinkarte aufmachen
- 1:43:24oder haben vielleicht auch den Druck oder das Gefühl vor ihren Geschäftskunden oder ihrem Partner,
- 1:43:29was sie überweisen, weil sie natürlich irgendwie als Weinkänder bekannt sind und wollen gar nicht beraten werden.
- 1:43:34Also braucht jede Weinkarte aus meiner Sicht auch so ein paar Eckpfeiler, ein paar Marken,
- 1:43:40ein paar Namen auch so als Preisindikator.
- 1:43:42Sag mal, als Beispiel im Rheingau Robert Weill ist so einer der größten deutschen Weinmarken in meiner Wahrnehmung.
- 1:43:49Du siehst das Label, du siehst die Farbe, du weißt sofort, das ist Weil.
- 1:43:53Mach ich die Weinkarte auf und sehe vielleicht einen Robert Weill und kann dann einen Stufen, ah, der kostet hier 69 Euro,
- 1:43:58in meinem Stammrestaurant kostet der 55, also weiß ich ungefähr, wo bewege ich mich in diesem Restaurant unterbewusst,
- 1:44:05wenn du so ein Bauchgefühl der Gäste und schon hat man vielleicht ein ganz anderes Gefühl, wie man agieren kann,
- 1:44:10wo man in welchem Preissegment man sich bewegen kann hier und wo man vielleicht merkt, okay, wow,
- 1:44:15der Winzer X von der Nahe ist ja hier nur mit 110 Euro betätet, dann habe ich letzte Woche 130 Euro gesehen.
- 1:44:21Schatz, heute Abend trecken wir in Dönhof, der ist hier super günstig oder der ist ja fair bepreist, wie wir sagen würden
- 1:44:27und vielleicht könnte sich dann vielleicht ein Wein, den man sonst nicht trecken würde, aber dann unterbewusst
- 1:44:31eine Stufe hochgehend in seinem Preisgefühl.
- 1:44:33Also Eckpfeiler für dich schon in der Weinkarte immer sehr wichtig, um den Leuten so einen Punkt geben, sich heranzuhannen.
- 1:44:39Letztlich spiegelt man damit ja auch die eigene kalkulative Situation.
- 1:44:46Also es ist ja wie mit dem Kaffee und dem Wasser, dass man daran unbewusst die Kalkulation des Restaurants messen kann.
- 1:44:54Und wenn ein Kaffee eben nur 150 kostet, hat man ein anderes Wohlgefühl, als wenn er jetzt 7 Euro kostet,
- 1:45:00egal wie manch andere Sachen, wenn die Pädifurst dazu 15 Euro kosten, habe ich trotzdem nicht so dieses Gefühl,
- 1:45:05es ist überteuert, als wenn der Kaffee 7 Euro kostet im normalen Lokal.
- 1:45:10Und ähnlich kann man es ja auch bei den Wein spielen, dass wenn man ein Wein, der eine gewisse Präsenz,
- 1:45:14eine gewisse Marktwahrnimmung hat, wenn ich den einigermaßen niedrig kalkuliere, habe ich ein intuitives Wohlgefühl.
- 1:45:25Da löse ich ein intuitives Wohlgefühl letztlich seitens der Gäste aus.
- 1:45:30Wir hatten das zum Beispiel im The Jane in Antwerpen, wo ich zuletzt war vor 2 Jahren.
- 1:45:35Da hatten wir, im Menü waren keine Pädifur inkalkuliert, das Menü endete mit dem Dessert.
- 1:45:40Und die meisten Gäste tricken ja dann schon eigentlich nach dem Menü ein Espresso oder ein Tee oder ein Cappuccino.
- 1:45:48Und hier, bald ein Kaffee bestellt wurde, kam der Borg in der Küche raus für die Pädifur.
- 1:45:53Dann war der Espresso dort bei 12 Euro, glaube ich, sehr, sehr hoch für unsere Verhältnisse, aber eben 12 Euro,
- 1:46:00ein Espresso plus 5 Pralinen selbst gemacht im Haus und auf Nachfrage ein zweiter Espresso.
- 1:46:07Also es gab immer so ein Repass, sozusagen ein Nachfüll-Service.
- 1:46:12Dann ist es wieder eigentlich, wenn du dann so siehst, 12 Euro bis zu 2 Espresso, 5 Pralinen sind wieder eigentlich preiswert.
- 1:46:19Und dann war das ein krasses Umdenken, als du von Deutschland nach Antwerpen oder von anderen nach nach Antwerpen denken musstest,
- 1:46:27ein anderes Klientel, ein anderer Einkauf, eine andere Kalkulation, eine andere Kollegen-Situation.
- 1:46:35Also wie heftig war die Veränderung, auch die Veränderung hin zu Maldiven oder zurück.
- 1:46:40Also wenn du alles in deinem Topf würfst, wo waren die Herausforderungen, was war krass anders.
- 1:46:47Wolltest du so etwas empfehlen, sich da zu verändern?
- 1:46:50Oder wenn man einmal im zwei-stelligen Restaurant war, sollte man in Deutschland bleiben.
- 1:46:53Man sollte diesen Fehler auf keinen Fall machen, dann ins Ausland zu gehen,
- 1:46:57wenn man natürlich auch seiner Karriere mehr oder weniger in den Kart innerhalb des Landes verpasst.
- 1:47:03Was ist in deiner Erfahrung?
- 1:47:05Also ich würde sagen, Rückwecken gesehen, ich habe schon häufiger mal gewechselt, was man mir sicher auch vorwürfen kannte.
- 1:47:12Ich habe gemerkt, wie viel ich mir erzählt habe in anderen nach fünf Jahren, dass man schon irgendwann merkt,
- 1:47:16das waren alles 100% meine Weinkarten, das war 100% meine Handschrift.
- 1:47:20Das hat schon irgendwie ein anderes Standing gehabt.
- 1:47:22Man weiß, du, das bin 100% ich.
- 1:47:24Das strahlst du doch außen aus am Tisch.
- 1:47:27Dass du sagst, hey, das ist mein Laden gefühlt, das ist meine Weinkarte.
- 1:47:31Vielleicht hätte ich dann in Rückwecken gesehen, in manchen Orten länger bleiben sollen.
- 1:47:36Aber ich fand es immer auch spannend, diese Branche zu wählen, genau dafür,
- 1:47:39um andere Orte kennenzulernen, um rumzukommen, um zu reisen.
- 1:47:43Deswegen, weil diese Neugede nach mehr, dieses manchmal ein sehr frühes Gesättigtein,
- 1:47:47vielleicht auch einfach mein Charakter, wie ich mein Leben beruflich gesehen angegangen habe.
- 1:47:53Ich fand den Wechsel damals enorm lehrreich nach Berlin.
- 1:47:58Zu Christian Lose ins Fischers Fritz, weil es einfach ein sehr großes Restaurant war.
- 1:48:03Ich kam aus einem kleinen Gummirestaurant mit 10 Tischen, bin rein in den Betrieb sieben Tage,
- 1:48:08mittags und abends, zwei Sterne, 19 Punkte und bis zu 70 Gäste.
- 1:48:13Das war schon für Damalige, ich glaube bis heute gibt es keine Restaurants in Deutschland,
- 1:48:18in der Größe Tantris in München bestimmt, aber die haben nicht sieben Tage die Woche offen.
- 1:48:22Also eigentlich rückwirkend einmalig, damals das einzige zwei-Sterne-Restaurant der Hauptstadt,
- 1:48:28mit 19 Punkten, 14 Service pro Woche.
- 1:48:31Das ist schon ein eigenes Großstadtniveau, das sieht man in New York, das hat man in Paris.
- 1:48:36In Deutschland ist eigentlich immer der Koch so sehr im Mittelpunkt,
- 1:48:40dass er dann zwei Ruhe Tage für sich in Anspruch nehmen muss.
- 1:48:44Ist auch okay, völlig ohne Wertung. Lose selbst war ja nie so im Mittelpunkt,
- 1:48:50dass er immer da sein musste, sondern er hatte zwei Küchenchefs und zwei Suchchefs darunter,
- 1:48:55die eben diese sieben Tage Woche abgewickelt haben.
- 1:48:57Und da war das Niveau einfach sehr, sehr gleichbleibend bei einer sehr gleichmäßigen Auslastung,
- 1:49:02was einfach für mich als Jungesammel die beeindruckend war,
- 1:49:06in der Großstadt mit plötzlich nur großen Weinen zu arbeiten, also vor schon ein sehr gutes Weinenniveau,
- 1:49:12dann aber wirklich jeden Tag ein großes Weinenniveau und das eben in der permanent vollen Auslastung.
- 1:49:18Das war für mich ein spannendes Umdecken, um so aus diesem kleinen, kleinen Heraus zu kommen,
- 1:49:22in ein breitgefächertes und vor allem effizienteres Arbeiten.
- 1:49:27Und danach waren die Restaurants, ich will nicht sagen ähnlich,
- 1:49:31aber sie waren in ihrer Struktur und Größe sich oftmals ergleich.
- 1:49:34Oder man hat eben seinen Stempel aufgedrückt,
- 1:49:37hat eben die Abläufe, den Serviceablauf an sich, die herangehensweise seinem Stil angepasst.
- 1:49:44Das heißt, man hat dann sich selbst mehr eingebracht und das Team hat man entsprechend geschwult,
- 1:49:50sodass es dann eigentlich immer so eine Homebase war.
- 1:49:54Und dann war klar, dass Jane an Werpen ist dann wieder aufgrund der Dynamik
- 1:49:59und des Tempos deutlich mehr als Berlin früher gewesen, aber eine ähnliche Größe mit jeden Tag
- 1:50:0460 Gäste im Mittag, 60 Gäste abends plus zweites Restaurant im ersten Stock.
- 1:50:08Also da war natürlich die Intensität, die Länge der Service,
- 1:50:12die ganze Dynamik war dann schon die große Umstellung, die auch sicher anfangskörperlich vegetal hat.
- 1:50:18Ich glaube, beim Lose aber auch, oder? War es da 7 Tage die Woche da oder hattest du
- 1:50:23Kommisommeliers, die das dann übernommen haben und dich dann vertreten haben?
- 1:50:29Also ich war da mal, ich habe als Kommisommelier oder als Juniorsommelier angefangen,
- 1:50:33habe dann irgendwann die Aufgabe übernommen und bin dann eben weitergezogen
- 1:50:37und dann kam das tief hartstreckt nach mir rein, also wir haben uns sozusagen abgeklatscht dort.
- 1:50:41Das heißt, es gab immer zwei Sommeliers, man hatte dann ein Kommisommelier
- 1:50:44und hat dann eben klar an den starken Tagen, Freitag, Samstag, waren beide dort.
- 1:50:49Aber ich sage mal Sonntag, Montag, Dienstag waren die klassischen Tage, wo man eben im Wechsel frei gemacht hat.
- 1:50:55Das waren dann auch Tage, in denen man 70 Gäste im schlimmsten Fall, also mal die alleine abfrisch dückte.
- 1:51:01Da hat man dann den Chef de Rans hier und da mal in die Warmböckleitung integriert,
- 1:51:06aber primär hast du dann schon eigentlich die Rollschuhe anziehen müssen.
- 1:51:09Ja aber auch in den Tagen, wo du nicht da bist, dass die Leute so trainst und so stuffst,
- 1:51:14dass sie dich vertreten können, ohne dass du halt alle fünf Minuten deinem Freie angerufen wirst
- 1:51:18und gefragt wird, wo ist der Wein B, was soll ich dazu empfehlen?
- 1:51:22Oder C, der hat jetzt grad Mouton 90, was mache ich danach?
- 1:51:26Ich behaupte einfach mal, dass jeder, der diesen Podcast hört, Gian Di Kent.
- 1:51:47Und ferner behaupte ich, dass jeder, der Gian Di Kent, sich schon einmal gefragt hat.
- 1:51:52Also ist eigentlich der Unterschied zwischen meinem Gian Di und einem Gian Di Klassiko.
- 1:51:55Gian Di und Gian Di Klassiko sind beides Weine aus der Toskana und unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Herkunft
- 1:52:01und in ihren Qualitätsstandards, während Gian Di ein größer definiertes Gebiet umfasst
- 1:52:06und Weine verschiedener Qualität hervorbringt stammt Gian Di Klassiko aus dem historischen Kerngebiet
- 1:52:12und unterliegt strengeren DOCG-Regeln. Das Gebiet ist stark bewaldet und umfasst rund 70.000 Hektar,
- 1:52:20von denen etwa 7.000 Hektar für den Weinbau genutzt werden.
- 1:52:24Die ursprüngliche Zone wurde 1716 vom Großherzog Cosimo de Medici definiert
- 1:52:30und 1932 durch die Höhenzufügung weiterer Gemeinden erweiterten, bildet seither das heutige Gian Di Klassiko Gebiet.
- 1:52:38Die Grenzen werden im Norden durch die Vororte von Florenz, im Osten durch die Gian Di Berge,
- 1:52:43im Westen durch die Flüsse Pesar und Elsa sowie im Süden durch Sierner definiert.
- 1:52:48Das besondere im Gian Di Klassikos sind die Böden, Galestro, das ist lockerer Kalkmergel
- 1:52:53und Alba-Rese, hier hier der verwirrte Sandstein bezeichnet wird.
- 1:52:57Gian Di Klassiko zeichnet sich seit 1924 durch seinen ikonischen Gallonero,
- 1:53:02den Schwarzen Adler, als Markenzeichen außen gilt als Premium-Variante des Gian Di's.
- 1:53:07Und wenn man Gian Di Klassiko richtig kennenlernen möchte, muss man Gian Di Klassiko trinken
- 1:53:12und deswegen empfehle ich einen 2020er Gian Di Klassiko-Reserver aus dem Hause Rockadelle-Marchier.
- 1:53:19Für mich der Imbegriff eines Gian Di Klassikos.
- 1:53:22Ganz kurz die Fakten.
- 1:53:23Zu großen Anteilen also mindestens 80% muss in einem Gian Di Sanjuvese sein.
- 1:53:28Hier Sanjuvese ergänzt durch die Anteile von Colorino & Cabernet Saugnon.
- 1:53:32Verspürte 14 Volumprozent, ganz kurz für die Nerds in 450m Höhe gewachsen.
- 1:53:37Es wurden etwa 5000 Rebstöcke pro Hektar gepflanzt.
- 1:53:40Diese Rebstöcke sind im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre alt.
- 1:53:44Der Ertrag wird auf etwa 6000kg pro Hektar begrenzt
- 1:53:48und es wird keine künstliche Bewässerung eingesetzt,
- 1:53:51sodass die Reben auf natürliche Niederschläge angewiesen sind.
- 1:53:55Von Hand und in der ersten Oktoberwoche gelesen, zwischen 26 und 28° vergoren
- 1:54:00und das in etwa 10 bis 12 Tagen.
- 1:54:03Eine verlängerte Maturation von 15 bis 20 Tagen,
- 1:54:06um die Farb- und Aromastoffe zu extrahieren
- 1:54:09und einer anschließenden malaktischen Gehrung im Edelstahl.
- 1:54:13Dann darf der Wein für 24 Monate, sowohl in großen Fässern, so genannten Botti,
- 1:54:18als auch bei Riks mit 225 L. Inhalt Reifen.
- 1:54:21Die Fässer stammen aus Frankreich und Slowenien
- 1:54:24und der Anteil an neuen Holz liegt etwa bei 30%.
- 1:54:27In diesem Fall werden die 200.000 Flaschen alljährlich von diesem Wein abgefüllt.
- 1:54:32Es ist für mich einer der typischsten, authentischsten und außergewöhnlichsten
- 1:54:37Chianti Classico, mit dem man sich einen exemplarischen Geschmack
- 1:54:40von Chianti auf die Zunge und nie Nase zaubern kann.
- 1:54:431998 wurde er erst mal produziert und ist ohne Frage eine Erfolggeschichte.
- 1:54:48Wahrscheinlich, weil er von einem der erfolgreichsten Macher Italiens ins Leben gerufen wurde.
- 1:54:53Aber fangen wir ein wenig eher an, denn diese Geschichte erzählt sich fast wie ein Märchen.
- 1:54:57Es begann 1973, als der bekannte italienische Filmproduzent Italo Zingarelli
- 1:55:02sich in Chianti Classico, die Weine und vor allem in das Weinmachen verliebte.
- 1:55:07Er kaufte das Weingut "Limacire in Castellina", das später "Rocca de Limacire" genannt wurde.
- 1:55:13Mit 93 Hektar Land, aber mit nur 2 Hektar Weinreben.
- 1:55:18Italo Zingarelli war ein begnadeter Unternehmer, ein Self-Made Man,
- 1:55:22den bei all seinem Vorhaben nie die Intuition und die Liebe zu seinem Unternehmungen fehlte.
- 1:55:28Hervorgehann hat er sich als leidenschaftlicher Boxer,
- 1:55:32der sogar bis ins Finale der italienischen Newcomer Mannschaft, im Mittel- und Schwergewicht schaffte.
- 1:55:37Es ist nicht abwegig, dass ein Boxer Stuntman wird, auch nicht, dass ein Stuntman Produktionstechniker
- 1:55:43und später Produktionsleiter wird, aber dass der Produktionsleiter dann seine eigene Produktionsfirma gründet
- 1:55:50und zum Erfinder der Italo-Vester wird, das ist außergewöhnlich.
- 1:55:54Und da kommt der Punkt, wo es bei vielen Klick macht.
- 1:55:56Ja, Italo Zingarelli hat die Erfolgs Italo-Vestern mit dem italienischen Comica-Doo,
- 1:56:02but Spencer und Terencell, zu verantworten.
- 1:56:04Und nun kommt der Schwenk zum Wein, denn zusammen mit seiner Ehefrau,
- 1:56:07Laura Spano, entschied er sich in den 1970er Jahren, also als die Landflucht tausende Italiener
- 1:56:13in die Städte flürte für den umgekehrten Weg
- 1:56:16und investierte in Land, genauer gesagt, in den Weinbau.
- 1:56:20Italo Zingarelli ist 2000 in Rom im Alter von 70 Jahren verstorben.
- 1:56:26Die Führungsrollen, in dem weit unternehmen Rocke della Macille,
- 1:56:29übernahm seine beiden Söhne Sergio und Fabio und seine Tochter Sandra.
- 1:56:33Seit 1985 war Sergio Zingarelli der Vertriebsmanager der Firma
- 1:56:38und seit 1989 bekleidete er zusammen mit seiner Frau Daniela, das Amt der Firmenpräsidenten.
- 1:56:45Mittlerweile ist in das Unternehmen die nächste Generation fest eingebunden.
- 1:56:49Sergio Zingarellis Kinder Andrea und Julia, sowie sein Neffe Fabio Seri,
- 1:56:54sind in dem Unternehmen tätig, das ohne Frage zu den größeren Betrieben in der Region gehören.
- 1:57:00Rocke della Macille besteht insgesamt aus 600 Hektar,
- 1:57:04wovon für Weinberge mehr als 200 Hektar und für Olivenhaine sogar 22 Hektar bestimmt sind.
- 1:57:11Und Rocke della Macille möchte neben allen zeitgeistigen Innovationen innerhalb des Weingutes
- 1:57:17immer einem treu bleiben, dem klassischen Chianti Klassico.
- 1:57:21Und das kann man schmecken. Vielen Dank dafür.
- 1:57:23Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:57:39Das ist eigentlich generell der Weg, den wir gehen müssten in der Branche.
- 1:57:42Wir müssten uns eigentlich viel mehr Gedanken machen.
- 1:57:44Nicht, wie können wir die Mitarbeiter entlasten und weniger arbeiten.
- 1:57:48Das ist für mich vor vier Tage Woche.
- 1:57:50Ich habe die vier Tage Woche sehr genossen als Beispiel.
- 1:57:52Aber ich finde eher, rein betriebswirtschaftlich gesehen, müsste man eher belegen,
- 1:57:55wie kann ich ein Restaurant sieben Tage die Woche führen.
- 1:57:58Vielleicht hat man dann zwei Teams und sagt Team A, Team B, die sich in nichts nach sind,
- 1:58:03die regelmäßig rekrutieren.
- 1:58:05Dann bist du Team A, Team B, auf jedem Posten in der Küche,
- 1:58:09du hast zwei Sommelis draußen, du hast vier Chefdorfs oder so.
- 1:58:13Dass du eigentlich das Team doppelst und dein Restaurant eben,
- 1:58:16als wir reden natürlich von einem Restaurant, was irgendwie durch den Hotel,
- 1:58:20in der Fähnestination oder in der Großstadt, die die Ausrüstung generieren kann,
- 1:58:24müsst ihr eigentlich ein Restaurant, Tim Rauhe, also wirklich ein Restaurant
- 1:58:28von der globalen Wahrnehmung, müsst ihr dann eher diesen Weg gehen.
- 1:58:31Wir gehen das sieben Tage im Mittagsabend und wir füllen die Nachfrage,
- 1:58:37sofern sie da ist, komplett aus und nehmen uns nicht eben als Restaurant raus
- 1:58:41in den Ruhetag, sondern bauen das Team so auf, dass der Mitarbeiter nicht leidet,
- 1:58:46also dass er trotzdem geregelt zwei Tage frei hat.
- 1:58:49Er hat seine Arbeitspension pro Woche, aber das Restaurant kann ja
- 1:58:53einen viel höheren Deckungsbatter generieren, wenn es eben kein Schlittstand hat,
- 1:58:57sondern diese Ruhetage sind der Prinzip verlorenes Geld.
- 1:58:59Wenn man ja trotzdem zumindest die Mietkosten etc. hat und die dann auf die anderen Tage umlegen muss,
- 1:59:06das Problem ist glaube ich dabei, was wir auch manchmal mit dem Wein haben,
- 1:59:10dass wir uns wenig auf den Grundgeschmack verlassen möchten,
- 1:59:15sondern immer Names brauchen und so eben auch, wenn wir ein Zommelier haben,
- 1:59:20dann denken wir selten, so wie teilweise in Amerika, dass du ein Wine Director hast,
- 1:59:24der das Programm initiiert und die Leute dafür auswählt,
- 1:59:27sondern du möchtest diesen Star mehr oder weniger dann in dem Augenblick greifen,
- 1:59:32mit dem Reden, von dem die Wein Empfehlungen haben,
- 1:59:35sehen wie der sich artikuliert, wie der die Weine auswählt,
- 1:59:39so wie eben viele auch in der Küche den Chefkoch sehen wollen,
- 1:59:43unabhängig davon, ob der kocht oder nicht, aber wenn der nicht da ist,
- 1:59:46dann schmeckt es halt nicht ganz so toll, obwohl eben die gleichen Leute in der Küche sind, wie sie sonst da sind.
- 1:59:50Und ich glaube davon müssen wir so ein wenig loslassen können und sagen können,
- 1:59:54okay, wenn jemand als Wine Director das Ganze initiiert, die Karte gestaltet,
- 1:59:57dann ist das gut und dann hat das seine Handschrift, ob der jetzt da ist oder nicht.
- 2:00:01Und das ist für vermitteln ist glaube ich schwer.
- 2:00:03Das ist glaube ich ein kulturelles Thema, das ist im Deutschsprachigen Raum,
- 2:00:08in Zentral Europa, erwarten wir das ja irgendwie.
- 2:00:11Ich war vor ziemlich genau einem Jahr in Stockholm im Urlaub für eine Woche
- 2:00:17und wir waren natürlich Essen, wie wisst ihr, Reste Rode Name entfallen,
- 2:00:20das berühmte Reste in Stockholm, wie heißt das gerade?
- 2:00:22Franzien.
- 2:00:24Franzien, genau.
- 2:00:26Und wir waren Franzien Essen, hatte einen großartigen Tag dort,
- 2:00:29also Mittagessen und wusste am Ende nicht, wer war der Küchen.
- 2:00:33Also er selbst war nicht natürlich da, der würde natürlich nie mehr da sein.
- 2:00:36Der Wine Director war auch nicht da, aber ich hatte einen tollen Sommelier im Tisch,
- 2:00:39ich hatte einen tollen Sushi Chef oder Küchen Chef oder so.
- 2:00:42Also es war, wir hatten einen tollen Mittag und ich habe auch nichts vermisst,
- 2:00:45also ich habe diesen Personenkult gar nicht gehabt,
- 2:00:47wenn wir bei uns zu Dieter Müller gehen, zu Harald Wulfat,
- 2:00:51um die großen Namen zu nennen, der Vergangenheit,
- 2:00:53also der uns prägenden Generationen oder eben heute zu Christian Bau oder Nils Henkel,
- 2:01:00dann erwartet der Gast, glaube ich, immer das der Vorort ist.
- 2:01:02Ich denke, dass er der Nils gerade genauso erfahren,
- 2:01:04im seinem Wechsel raus aus Lärbach, in den Rheingau oder wo ist er jetzt?
- 2:01:10In Bingen, dass er dort irgendwann, ich habe es auch genauso in den Kritikmarg gelesen,
- 2:01:16ich kenne ja dort die, du kannte damals die Restaurantleitung sehr gut,
- 2:01:19dass man erwartet hat, ah, der Henkel war gar nicht da,
- 2:01:23aber es ist ja nicht verzebbt, dass er da sein muss.
- 2:01:26Also ich denke, da müssen wir hinkommen, dass wir seine Qualität erwarten,
- 2:01:29sein Stil, also es geht jetzt ja für Wein, wie auch für Küche, diese Aussage,
- 2:01:34dass man nicht an der Person hängt, weil die Person hat vielleicht ein zweites und drittes Restaurant,
- 2:01:39die sie in diesem Land befolgen muss.
- 2:01:41Und genau da ist ja vielleicht auch der Erfolg der Restaurants im Ausland da,
- 2:01:44weil eben die großen Küchenchefs in Spanien, in Frankreich, in Italien,
- 2:01:50in skandinavischen Ländern, in USA sowieso,
- 2:01:52vielleicht in drei Großstädten ein Restaurant betreiben,
- 2:01:55oder in drei globalen Metropolen und dort entsprechend vielleicht einmal Monat auftauchen.
- 2:02:01Und sonst haben sie eben einen langjährigen Küchenchef, den sie geprägt haben,
- 2:02:05der das vor Ort als Stadthalter eben ausführt.
- 2:02:07Was natürlich auch eine Kreativität ganz, ganz stark befeuern kann,
- 2:02:13dass wenn man kreativ versucht auch verschiedene Plätze zu bespielen,
- 2:02:19sich dort anders auslebt und nicht auf diesen kleinen, einen Raum,
- 2:02:24das irgendwie beschränkt und sich dort mehr oder weniger eingezwenkt führt,
- 2:02:28um dieses Thema zum Anfang nochmal zurückzuspielen.
- 2:02:30Also sagen ja viele, dass Südafrika in seiner Entwicklung eigentlich erst richtig frei werden konnte,
- 2:02:37frei agieren konnte, als die Apartheid aufgehört hat und man wieder international spielen konnte.
- 2:02:42Den Vergleich damit auch ganz aktiv leben konnte und schauen konnte,
- 2:02:46wo stehen wir eigentlich in der internationalen Weinwelt?
- 2:02:48Wie werden wir wahrgenommen? Wie können wir unser Winemaking auch verbessern, intensivieren,
- 2:02:55wenn wir uns mit der gesamten Welt messen?
- 2:02:57Und so kann es im Koch ja auch gehen, dass wenn er in verschiedenen Städten,
- 2:03:01verschiedene Lokalitäten irgendwo begleitet und betreut,
- 2:03:05nochmal ganz anders sich ausleben kann und eben auch gezwungen wird, kreativ zu sein,
- 2:03:10ist sowas bei Zombies auch so. Also sollten wir verschiedene Restaurants betreuen, begleiten
- 2:03:15und die bespielen oder ist da das Persönliche am Gast oder kann man das gar nicht verallgemeinern?
- 2:03:21Ich würde sagen grundlegend ja, also auch, dass man die Personal-Situation, der Engpass,
- 2:03:26der Mangel an Fachkräften würde jetzt ja genau da hinführen,
- 2:03:29dass vielleicht am Ende des Tages ist, sagt man, Sommer die Eins in einer Stadt,
- 2:03:33bleiben wir hier in Frankfurt, für fünf Restaurants verantwortlich,
- 2:03:36und hat die vielleicht sogar im Idealfall als eigenes Unternehmen selbstständig
- 2:03:41und betreut verschiedene Restaurants und taucht dort an mehreren Tagen im Monat auf
- 2:03:46und hat eben die Verantwortung qualitativ, so wie auch für die Mitarbeiter
- 2:03:51oder auf Schulungsebene, um dann eben dem Restaurant gerecht zu werden.
- 2:03:55Wir reden natürlich nicht von den absoluten Spitzenrestaurants,
- 2:03:59Klammern wir mal die 302 und 10 Draschen Restaurants aus, wie die wir haben,
- 2:04:03ich kenne die Zahlen nicht genau so aus dem Bauchhaus, weil ich wahrscheinlich
- 2:04:06sind es mehr mittlerweile, Klammern wir die mal aus, indem eine sehr persönlich betreuung benötigt,
- 2:04:10aber hat man in den vielen guten bis sehr guten Restaurants, die wir haben,
- 2:04:15vielleicht mit Empfehlungen 13, 14, 15 Punkte, Feinschmerker 3, 4, 11 so,
- 2:04:21in der Kategorie, vielleicht macht es halt auch da genau Sinn,
- 2:04:24weil die vielleicht finden gar keine eigenen Summel, also für gibt es ja gar nicht draußen
- 2:04:27aus der Fläche, die den Job machen könnten pro Stadt oder pro Land,
- 2:04:30und dann kann es nur hilfreich sein, wenn man jemanden hat, der ein Restaurant aktiv berät,
- 2:04:36seinen Stöppel aufdrückt, für die Qualität bürgt und eben bei Fragen immer da ist.
- 2:04:41Und der Gast auch gar nicht mal auf den Sommer, die das bezieht, sondern einfach sagt,
- 2:04:45okay, im Restaurant Müller-Meier-Schmidt in Frankfurt, da kann ich gut essen
- 2:04:49und trinken sehr gutes Glas Wein, und da hat der tollen Auswahl immer spannende Empfehlungen,
- 2:04:53Glasweise, und kann ja dann genauso auch das Thema so ein bisschen unpersönlicher ziehen,
- 2:04:58aber dadurch einfach globaler gedacht, vielleicht den höheren Erfolg generieren.
- 2:05:02Also ich hatte immer meine Inspiration, kam immer von Reisen, von auswertigen Essen,
- 2:05:08sei es bei einem Freund, sei es bei der Familie, sei es im Urlaub oder auf einer Weinreise,
- 2:05:13und hab dann dort Dinge entdeckt oder Kombination wahrgenommen, die ich so vielleicht vor nicht kannte
- 2:05:20und hab die dann für mich bewertet und vielleicht einfließen lassen in meinen Stil.
- 2:05:24Also ich fand immer Reisen inspirierend.
- 2:05:26Würdest du gern nochmal in einem lokal Wein empfehlen, oder hättest du ein lokal, wo du sagst,
- 2:05:30boah, wenn ich da mal einen Tag, eine Woche, ein Monat zum Nähe sein könnte, die Küche oder die Gäste begleiten könnte,
- 2:05:38also kann auch völlig skurril sein oder ein Ort, das muss auch kein Restaurant sein.
- 2:05:42Ein Ort oder ein Skurril?
- 2:05:47Ich denke jedes große Restaurant mit einer spannenden Weinkarte kann spannend sein,
- 2:05:54ich würde sagen so ein handrises München unter Hans Haas, wäre glaube ich schon was gewesen,
- 2:06:00was ich gerne gemacht hätte, auf der Sommerlie eben die große Klassik aus Elsass, Burgund usw.
- 2:06:07zu Küche spielen zu können.
- 2:06:09Ich glaube, das hätte ich schon als so eine absolute Sommerlie-Spielwiese,
- 2:06:14oder bleiben wir auf Sylt, Jörg Müller, die klassische Küche,
- 2:06:19mit einer großen Weinkarte, mit großer Jagenstiefe, oder was ich auch gespannt finde,
- 2:06:25ich will leider nicht in die Essen dort, aber ich höre immer sehr, sehr gutes vom Restaurant von Jan Hartwig in München,
- 2:06:29also alle sagen, wow, das ist vielleicht gerade das stärkste Drei-Stand-An-Deutschland, den wir haben,
- 2:06:33also diese Meinung höre ich oft, dass man da wirklich so eine, ich nehme sie als sehr aromostarke Küche war,
- 2:06:39die mich auch selbst sehr anspricht, ich habe es ja nicht hingeschafft bis jetzt,
- 2:06:42dass sowas auch genauso funktionieren könnte und sagen, wow, das könnte ein spannender,
- 2:06:46umgebung sein, um eben sein Stil Wein zu beweisen.
- 2:06:49Ich möchte auch gerne mal erleben, ja. Gab es für dich mal ein Weinladen, der dich absolut beeindruckt hat,
- 2:06:53in wer Wein baute, wie Nutteek oder Weinverkaufsgeschäft?
- 2:06:59Also es gibt eine ganz spannende, völlig unter dem radarlaufende Weinbar in Deutschland,
- 2:07:04die ich sehr gerne aufsuche, die sind in Limburg, also in Limburg, also in Limburg ist es zwischen Köln und Frankfurt,
- 2:07:11auf halber Strecke, gibt es das Café Meloni, Familienbetrieb hat angefangen als Espresso und Grossober,
- 2:07:20ist gewachsen, ihr kommt aus Meiland, die Familie, also der Walter Meloni, der Betreiber heute,
- 2:07:26ist glaube ich in Limburg groß geworden, also spricht zumindest ordentlich Dialekt und hat einen riesigen Weihkeller aufgebaut über die Jahre,
- 2:07:33klar Italien spielt eine Rolle, Piedmont, Südtirol, Toscana, Sizilien und die Champagne,
- 2:07:39also eigentlich diese fünf Kerngebiete und das in einer unfassbaren Jahrgängstiefe zu absolut fairen Preisen,
- 2:07:46dann hast du dir halt einfache so eine Weinbarküche, Darklemaschine, Schinken, Käse, Salome,
- 2:07:55bisschen Focaccia, ein paar Oliven, bisschen Sardine aus der Dose, also mehr brauchst du ja meistens nicht zum Wein
- 2:08:00und dann eben eine sensationelle Karte zu absolut fairen Preisen für großartige Gewächse aus den genannten Regionen,
- 2:08:06das ist für mich so ein absoluter Wohlfühlort, den ich immer wieder gerne aufsuche und noch nur empfehlen kann.
- 2:08:11Oh, ein Grund nach Limburg zu fahren, sonst so von Alpen.
- 2:08:14Ich würde sagen, ja.
- 2:08:15Da kommt man ja ganz selten dahin, daher großartiger Typ, toll. Wolltest du mal Winzer werden?
- 2:08:20War das für dich so ein Wunsch oder kannst du das nicht vorstellen?
- 2:08:25Nein, nein, nein.
- 2:08:27Ich bin, also ich finde draußen arbeiten super, ich fand immer auch gerne in Restaurants toll,
- 2:08:32mit Terrassen aufsicht, draußen zu arbeiten.
- 2:08:35Wir hatten auch zwei Sterne 18 Punkte, höchstes Niveau in der Schweiz,
- 2:08:41und waren einfach vier, fünf Monate mehr draußen aufgrund der Wetter-Situation.
- 2:08:44Das war ein großer Dick, draußen zu arbeiten, ein volles Menü zu schicken und eben auch den Sonnenuntergang,
- 2:08:50die Temperatur mitzunehmen, auch mal nass zu werden im Regen, aber ich habe immer das immer gerne gemacht, draußen zu arbeiten.
- 2:08:55Aber als Winzer das ganze Jahr, der Natur so ausgeliefert zu sein und genau wissen,
- 2:09:03wenn deine Wetter eblich warnt, Gewitter, Sturm, Hagel, Regen, also all diese Dinge,
- 2:09:08die du nicht beeinflussen kannst, also klar im Restaurant passiert auch Dinge, die du nicht beeinflussen kannst,
- 2:09:13aber dass du so abhängig bist von dem da draußen, ich glaube ich würde mich wahnsinnig machen.
- 2:09:18Ich habe höchsten Respekt davor, vor diesem Mut, vor dieser cowboyartigen Gangart,
- 2:09:27aber es ist schon wild, ich habe großen Respekt davor.
- 2:09:31Find ich interessant, dass du dir das genauso kategorisiert oder genauso einstuft,
- 2:09:36weil die meisten sagen keine Ahnung, zu viel Arbeit oder ich könnte meinen idealen Wein nicht realisieren,
- 2:09:41weil ich überhaupt nicht die vielen Jahre Erfahrung habe, aber allein diese risikorhafte Situation,
- 2:09:47dass man am Anfang des Jahres nicht weiß, wie viel Flasch man am Ende oder ob man überhaupt irgendwelche Weine liest
- 2:09:53oder erntet, ob man was daraus machen kann, ob man zukaufen muss, nicht, das ist schon was, was man,
- 2:09:58was viele vergessen, was aber in der Tat ganz, ganz wichtig wäre, was wärst du für ein Wein, wenn du ein Wein wärst?
- 2:10:06Ich wäre, glaube ich, ein Nebiolo.
- 2:10:11Nebiolo?
- 2:10:12Nebiolo, ja.
- 2:10:14Ach, ich wäre ein Nebiolo, ja.
- 2:10:16Also, ich wäre Barolo oder Barbaresco, und wahrscheinlich eher Barbaresco,
- 2:10:20aber ich würde das auch relativ gut begründen können, glaube ich.
- 2:10:24Ich finde, die Hebsorte hat Spiel zwischen Kraft und Eleganz.
- 2:10:30Ich bin eher ein Fan von Eleganzen, von Schlanken, von leiseren Weinen.
- 2:10:35Also, ich mag jetzt keine breitschultrigen Weine, so von meinem persönlichen Geschmack her.
- 2:10:40Ich finde, dass diese Leichigkeit und Finesse der Boden selbst das Erdige, das Mineralische, eine Rolle spielen,
- 2:10:47aber auch hier natürlich der Winzer kann sehr viel Einfluss nehmen, so ein Handschrift,
- 2:10:51in Form von Tanninzulassen, Tanninvermeiden, Reduktiv oder Oxidativ,
- 2:10:56ist ja schon ein entscheidender Faktor, den der Mensch hier auf den Nebiolo nimmt.
- 2:11:00Das heißt, der Wein kann jedes Jahr anders, also komplett anders sein, auch bei nahemhaften Betrieben,
- 2:11:05kannst du schon, hast du ja schon starke Schwankungen zwischen den Jahrgängen positiv gesehen.
- 2:11:09Die Würze der Charakter, die Eigensständigkeit, das, ich sehe mich nicht als maskulierender Mensch,
- 2:11:16aber das Mal maskulieren, mal Feminine, also das ist ja schon, kann sehr schwanken, das schätzt dich sehr.
- 2:11:23Sehr, sehr interessant, wer wir gerade beim Piemont sind, wollen wir eine Runde Piemont spielen?
- 2:11:27Eine Runde Piemont spielen, ja, immer.
- 2:11:29Eine Runde Rotwein?
- 2:11:30Piemont, das sage ich nie, nein.
- 2:11:31Bist du, ist das deine Vorliebe, Piemont, also neben Südafrika?
- 2:11:35Ich würde sagen grundlegend, also Südafrika ist ein Thema, der letzten Jahre geworden,
- 2:11:41aufgrund von vielen Reisen dorthin und aufgrund von persönlichen Bindung und Beziehungen zu Menschen,
- 2:11:47die ich wirklich mag und schätzen gelernt habe.
- 2:11:50Nutztend bin ich hier schon eher in der klassischen Regionenwelt zu Hause, also sagen wir,
- 2:11:55begund Champagne, Piemont, mehr und mehr wie der Rieslinggebiete, also von da ist schon,
- 2:12:02ich mag zwar auch so die Abwechslung wie Sizilien oder Teneriffa, wie da ich gerade war vor Ort,
- 2:12:08das finde ich immer wieder spannend, aber das grobe Mann des privaten Konsums in Restaurants zu Hause
- 2:12:13spielt sich in den klassischen Anbaugebieten ab.
- 2:12:15Also wir haben Barbara das Teamglas und wenn man über Piemont redet, dann ist man ja meistens,
- 2:12:20entweder Annibiolo denkt oder versucht teilweise auch extravaganten zu leben, also irgendwelche Rebsorten,
- 2:12:26die man da nicht vermutet, oder teilweise auch weiß, auch Moskater oder sonstiges,
- 2:12:31aber ich finde so Dolcette und Barbara, die sind oft krass unterschätzt.
- 2:12:36Siehst du es genauso oder wie würdest du persönlich Barbara einstufen?
- 2:12:41Ich bin vollkommen bei dir Silvio, ich hatte ja in meinen fünf Jahren in Andernach eben das italienische Konzept
- 2:12:46und hab dort auch ganz aktiv Barbara und Dolcetto als rote Rebsorten, Fräser leider nicht.
- 2:12:54Ach, großartige Rebsorte, völlig unter.
- 2:12:56Ich war jetzt gerade im Restaurant in Barolo, in La Mora vor zwei Wochen,
- 2:13:02und hatten dort von Bullotto einen Fräser bestellt aus 2021, der Weinkarte für 23 Euro.
- 2:13:09Herrlich.
- 2:13:10Das ist so ein schlussartiger Wein, also Wahnsinn, also das ist so elegant, leicht und fruchtig Wahnsinn.
- 2:13:16Also das würde ich mir wenn es ähnlich günstig wäre bei uns wie dort,
- 2:13:19kann ich Palettenweise nach Hause bestellen als Alltagswein.
- 2:13:22Also ich bin in Barbera und Dolcetto, weiß ich sehr zu schätzen, ich habe manchmal das Gefühl,
- 2:13:27dass unser Markt Dolcetto nicht so versteht und nicht so annehmen möchte,
- 2:13:31denn das ist ja dort in Italien, ist ja der Wein für jeden Tag.
- 2:13:34Barbera hat schon bei uns einen gewissen Stellenwert, weil man ja, man hat schon eine saftige, sehr fleiche Gestruktur.
- 2:13:42Man hat aber auch eine gewisse Säure drin in den Wein, die eigentlich nicht so massentauklich ist,
- 2:13:47trotzdem hat man der Klassiker Brico del Uchalone von Bari da oder so, Giacomo Bologna,
- 2:13:53dass man einfach irgendwie hat der deutsche Markt ein gewisses Verstättennis für einen kraftvollen Barbera der Alba oder Barbera der Asti,
- 2:13:59der eben dunkle Frucht hat, aber am Gaumen seidig steht, der halt kein Tannin zeigt,
- 2:14:03der Würze hat, aber nicht aneckt. Ich glaube genau, das ist der Faktor, der eigentlich der Erfolg in der breiten Masse darstellen kann.
- 2:14:09Und ich mag tatsächlich nicht, nicht anecken finde ich nicht spannend,
- 2:14:13ich finde aber eher dieses saftige, seidige Fruchtige mit dieser packenden Struktur
- 2:14:19und gleichzeitig eine sehr zugreifenden, adsträngierenden Säure essentiell in Barbera.
- 2:14:25Ich glaube oder gebe dir ganz, ganz doll recht dabei, dass wir in Deutschland Dolcetto kaum einordnen können,
- 2:14:32wie wir dieses Alltagswein trinken nicht haben. Was Dolcetto wunderbar bespielen kann,
- 2:14:36eine gewisse sehr gute Grundqualität, die man einfach trinken kann, wo man nicht ein Feuertanz drum machen muss.
- 2:14:43Und ich finde Barbera hat den Hang zur Größe und jetzt sind diese vom Pico Maccaria, den wir jetzt beide im Glas haben,
- 2:14:51als 22er, wo ich finde, das Tolles ist, dass der nur 13, 2 Alkohol hat, also nicht so extrem überextrailliert ist,
- 2:14:58aber der hat so dieses Säurefundament, also man hat den Hang Raum und man hat diese herrlichen trockenen Tanine,
- 2:15:05die ihn dann wiederum ganz toll als Speisebegleiter fungieren lassen, weil der Wein dadurch geglättet wird,
- 2:15:12seine Tiefe offenbaren kann. Ich finde es ist auch ein toller Wein, der sich nach und nach offenbart,
- 2:15:17der so ganz fein ausduftet, den ich großartig im Bordeaux-ähnlichen Glas finde,
- 2:15:21weil er da die Maskuline in richtig skalettierter Art präsentieren kann
- 2:15:26und der nicht zu einen Dimensionale oder überextrailliert von Fruchtseite ist,
- 2:15:30sondern auch selbst im ersten rein riechen Wahrnehmen sehr viel Spiel und Spaß vermittelt.
- 2:15:37Da kommt man mir gerade aus dem Chombré, der hat so 14 Grad, und deswegen kommt auch gerade dieses seidige, wunderbare Raus.
- 2:15:47Ich habe wirklich ein sehr saftiges, sehr ansprechendes Glas Wein von mir,
- 2:15:51das ich auch offen gesagt auch völlig ohne Essen mir vorstellen kann, am Abend zu Hause mit einem Freund oder meiner Frau,
- 2:15:57vor allem Gespräch nebenbei, zack, zack, zack, zwei, drei, Gesa, den Wein zu genießen und wehrzuschätzen,
- 2:16:03aber klar auch Küche macht hier Sinn durchaus. Toller Wein, danke dafür.
- 2:16:07Sehr, sehr gerne. Er hat sich vor der Reif, also würde es Ihnen jetzt als 22er schon trinkfertig sehen.
- 2:16:14Oder glaubst du, barbeere kann man zum einen liegen lassen oder der sollte liegen?
- 2:16:20Tatsächlich mag ich barbeere oft sehr gerne in der Jugend, so für meinen persönlichen Geschmack,
- 2:16:24weil eben dieses Fruchtseurespiel noch so aktiv ist darin.
- 2:16:28Es gibt Beispiele natürlich, das kann reifen, das kann sich gut zeigen.
- 2:16:32Ich habe nicht so viel Trinkerfahrung mit Reifenbarbeeras, außer wenigen Ausnahmen,
- 2:16:35von daher würde ich für mich nicht behaupten, also für meinen persönlichen Geschmack in der Jugend.
- 2:16:40Ich würde, macht auch viel Spaß. Also es ist ein ganz spannender Wein.
- 2:16:45Was ist Wein für dich im Allgemeinen? Könntest du Wein einen Wort pressen?
- 2:16:48Ein Wort pressen, wow.
- 2:16:53Gegenfrage, was ist Wein nicht?
- 2:16:56Also Wein ist natürlich schon sehr viel für mich.
- 2:16:59Ich finde, es ist alles, das wäre zu übertrieben gesagt.
- 2:17:02Vielleicht diskutiere ich gegenüber meinem Umfeld.
- 2:17:05Aber Wein ist sehr viel in meinem Menschenkosmos.
- 2:17:10Hobby, Beruf, Lachen, Reisen, Freude, Kochen, Menschen, Liebe,
- 2:17:17schon sehr viel.
- 2:17:21Hast du Erfahrung mit Reifenbarbeeras?
- 2:17:23Viel zu wenig, wenn man sich durch die Frucht manchmal blenden lässt.
- 2:17:27Und ich glaube, wenn man sich ganz, ganz oft und ganz häufig davor scheut,
- 2:17:35Barbeera in der Tat wegzulegen und die Reife auszuspielen, wenn man da diese Sicherheitsdenken hat.
- 2:17:41Bei mir in der Weinbar hatte ich immer die Philosophie, auf der Flaschenweinkarte
- 2:17:48nur trinkreife Weine zu haben.
- 2:17:50Also Weine, die mindestens 3, 4, 5 Jahre Reife haben.
- 2:17:54Und das ist eine jegliche Wertigkeit.
- 2:17:56Also dass man nicht nur die großen oder die exponierten oder die renommierten Weine reifen lässt,
- 2:18:01sondern manchmal auch etwas bodenständigere Weine und haben da ganz, ganz großartige Erfahrungen mitgemacht.
- 2:18:08Man muss auch jahrelweise dazu sagen, dass wir Reife an das spielen konnten,
- 2:18:11weil wir bei uns nur Wein und Käse hatten.
- 2:18:14Und durch dieses Käsefundament kannst du automatisch ganz toll mit Reifen spielen.
- 2:18:17Und da hatten wir großartige Erfahrungen auch mit Reifenbarbeeras gemacht.
- 2:18:22Ich hatte jetzt auch den Pico Macario, hatte ich auch mal Reif probiert, also was heißt Reif mit 9 Jahren Reife.
- 2:18:27Und das war toll, was sich dort langsam entwickeln hat, aber in der Breite leider auch nicht.
- 2:18:34Da fehlt mir auch die Erfahrung mit.
- 2:18:36Sollte man glaube ich aber öfters auch mal machen.
- 2:18:39Ich glaube auch.
- 2:18:41Aber auch gerade im Piedmont hast du auch den Weinkarten ja oftmals eine Jagenstiefe für Nebiolo,
- 2:18:48aber Bhabe Berra, nicht ganz so oft glaube ich.
- 2:18:51Eher selten.
- 2:18:52Da ist das Verständnis, die Kultur anders.
- 2:18:54Eher selten, ne?
- 2:18:55Finde ich.
- 2:18:56Also eine Frage, ein Leben ohne Wein.
- 2:18:58Hm.
- 2:19:00Wahrscheinlich nur schwer.
- 2:19:01Ich habe jetzt gerade diese Erfahrungen tatsächlich gemacht in meinem Leben, dass ich nach der Corona-Erkrankung,
- 2:19:06also mein drittes Mal Covid, sensorisch wirklich sehr eingeschränkt bin und teilweise auch über Wochen nichts gerauchen habe.
- 2:19:14Ach krass.
- 2:19:15Nur Retro-Nasal war nehmend.
- 2:19:17Also es ist wirklich sehr erschreckend, dass du dann, du merkst dann, einer hat ein starkes Paffeur oder es brennt,
- 2:19:25solche Dinge hätte ich nicht gemerkt.
- 2:19:27Und aber Retro-Nasal über diesen Mundrachen-Raum hast du dann immer noch so 20% wahrgenommen.
- 2:19:32Okay, alljahr klar hier, da ist die Frucht.
- 2:19:34Also auch beim Essen genauso.
- 2:19:35Oder da ist ein Röstarom und so weiter.
- 2:19:37Hätte ich schon sehr erschreckend.
- 2:19:39Also ich habe trotzdem Wein getrucken tatsächlich,
- 2:19:41einfach aus Gewohnheit, weil ich dann so ein bisschen teilhaben wollte,
- 2:19:45an diesem Retro-Nasalen-Erlebnis was wahrzunehmen.
- 2:19:49Und weil ich dann natürlich auch Geschmack, also haptik, säure Süße, Salzigkeit,
- 2:19:53die Dinge habe ich schon wahrgenommen nach wie vor.
- 2:19:56Aber eben nicht das was aromatisch passiert.
- 2:19:59Und es ist schon ein, ich will nicht sagen einschleitend gewesen,
- 2:20:03aber es ist schon beängstigend gewesen.
- 2:20:05Von daher ohne Wein als Genussmittel, nicht als mittelsensweck zum Rausch,
- 2:20:10kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
- 2:20:12Gibt es eine Alternative zum Wein?
- 2:20:14Also könntest du dir vorstellen, es gäbe kein Wein oder bräuchtes eine Alternative,
- 2:20:19dass irgendein Getränk das Alternativ in dir befriedigen kann,
- 2:20:26jetzt vorausgesetzt, du kannst richtig schmecken oder riechen, ähnlich wie Wein.
- 2:20:30Also diese gußtatorische Beansprung, vielleicht auch die Kombinationsmöglichkeit,
- 2:20:34vielleicht auch dieses Spiel in verschiedenen Sektoren wie Temperatur, Gläser etc.,
- 2:20:41als es dir wehnen kann.
- 2:20:43Ich kann es mir offen gesagt nicht vorstellen.
- 2:20:46Vielleicht im spiritosen Segment, wie man sagt, Whiskey ist sehr komplex,
- 2:20:52ist ja überhaupt nicht meine Welt, deswegen habe ich damit niemals eintauchen können.
- 2:20:55Aber da gibt es natürlich auch, ich glaube es gibt tausend Facetten,
- 2:20:58die für Whiskey eine Rolle spielen.
- 2:21:00Ich habe mit Sage berührungsschwierigkeiten.
- 2:21:04Ich kann mir vorstellen, dass es eine große Vielfalt geht,
- 2:21:08aber bei Weitem nicht die, die Wein generiert.
- 2:21:11Tee würde man auch sagen, aber auch da habe ich keine großen, also ich trinke Tee,
- 2:21:16aber nicht eben in der aromatischen Tiefe, wie ich es vom Wein kenne.
- 2:21:19Da würde ich die Frage klar beantworten, dass der Wein relativ einmalig steht.
- 2:21:22Gibt es für dich da irgendein Spielfeld, wo du sagst, das möchte ich aber noch bespielen
- 2:21:27und möchte mich da reinarbeiten und das interessiert mich
- 2:21:30oder ist Wein in sich selber schon zu all umfassend, dass du dich da komplett drauf konzentrierst?
- 2:21:37Ich glaube, ich bin beim Wein auch nur bei 8% oder 10% angekommen,
- 2:21:42weil die da draußen sind.
- 2:21:44Ich denke immer, ich muss viel mehr mit den klassischen aufgespritteten Wein,
- 2:21:50Masala, Port, Sherry, Madeira würde ich gerne viel tiefer eintauchen.
- 2:21:54Aber es ist aber manchmal eine Frage der Möglichkeiten,
- 2:21:59wann will sie das noch machen, wann will sie das noch für Kosten, Trinken kaufen und so weiter,
- 2:22:03oder bereisen.
- 2:22:05Ich glaube, für mich ist Wein schon eine neverending Story,
- 2:22:09die bis zum Ende meiner Tage versuche, das Spiel sozusagen durchzuspielen,
- 2:22:14ohne Hoffnung auf Erfolg zu haben.
- 2:22:18Dass man da irgendwie durchkommt, das ist in der Tat.
- 2:22:20Ich habe gerade gehört, jemand hat Tetris auf dem Gameboy, war vor drei Wochen im Radio,
- 2:22:25hat jemand Tetris durchgespielt.
- 2:22:27Nein.
- 2:22:28Hat jemand wohl seinen Gameboy gefilmt und irgendwie bei Level 2.250 war wieder Level 1 zurück.
- 2:22:36Krass.
- 2:22:37Durchgespielt.
- 2:22:38Wow.
- 2:22:39Ich wünschte, wir könnten das beim Wein auch.
- 2:22:41Findest du, man sollte sich ständig neu erfinden,
- 2:22:44oder man sollte eine Kernkompetenz haben und die herausarbeiten.
- 2:22:48Also ich bewundere beides, wenn jemand immer wieder neu angreifen kann,
- 2:22:53nach Hesling von mir aus, Schadonehmperfektion, Spiel, da ganz viel weiß,
- 2:22:56oder eben nach Bordeaux-Bogund.
- 2:23:00Oder wenn jemand sagt, das ist der Ansprechpartner für dieses Gebiet
- 2:23:04und ist da der Crack schlechtehin.
- 2:23:09Ich bin vollkommen beide, ich bewundere auch beides.
- 2:23:11Mein Lebenslauf hat aufgrund von verschiedenen Restaurants die Listiken
- 2:23:14mir so ein bisschen was abverlangt, dass ich mich in verschiedene Themen einarbeiten musste,
- 2:23:19bzw. durfte.
- 2:23:21Von daher bin ich jetzt keinem Thema der Absolute Crack,
- 2:23:25aber es gibt Menschen wie die Nicola Spanier,
- 2:23:28die im Begrund Lagenkatastor auf dem Aufschlagen im Hinterköpfchen
- 2:23:33und da dann abliefern können, finde ich auch beeindruckend.
- 2:23:36Wenn jemand sagt, er hat seinen Kerngebiet, seine Kernkompetenz so tief gemastert,
- 2:23:42dass er da vielleicht einer von wenigen ist in seinem Sprachgebiet,
- 2:23:46in seinem Sprachraum, die das beherrschen.
- 2:23:48Das finde ich schon eine große Kunst, wenn es dein Restaurant oder dein Arbeitgeber zulässt.
- 2:23:54Sich so sehr spezialisieren.
- 2:23:56Um den Bogen zum Anfang zu schlagen, was muss man über Südafrika wissen?
- 2:24:00Also muss ich die Aufteilung der einzelnen Weinregionen wissen,
- 2:24:03dass es halt geographical Unions als große übergeordnete Rolle gibt,
- 2:24:08danach dann Regions, dann Wards, dann Single-Vignettes
- 2:24:11und die halt Single-Vignettes maximal 5 Hektar sein müssen,
- 2:24:15muss ich sowas wissen oder muss ich die historischen Fakten wissen,
- 2:24:20dass 1625 oder 59 oder so was war das, dass da Jan von Rebek den ersten Wein gekeltert hat am 2. Februar
- 2:24:31oder muss ich die Geschichte vom Pinotage wissen, dass der 25 gekreuzt wurde
- 2:24:36und 59 das erste mal offiziell abgefüllt wurde.
- 2:24:38Was muss ich von Südafrika wissen?
- 2:24:40Ich denke, es sind weniger die Fakten des Ehrenverstätten,
- 2:24:44es für das heutige Wein sein, wo es herkommt und warum es da ist,
- 2:24:48dass man weiß, warum die heute Jungen Winzer arbeiten, wie sie arbeiten
- 2:24:52und warum eben in den 90ern man gearbeitet, wie man gearbeitet hat.
- 2:24:56Also das ist eher ein historisches Verständnis, das ist immer hilfreich, Schlüsst ziehen,
- 2:25:01aber ich bin der Meinung, dass man eigentlich mehr aus dem Sensorischen
- 2:25:05oder dem Kennenlernen, dem Menschen, dem Dialog mit den Menschen
- 2:25:09und verstehen ihrer Herkunft oder ihrer Vita beruflich gesehen,
- 2:25:13wenn ich mehr rausziehen kann, warum es so ist, wie es ist.
- 2:25:16Also ist das "Fühlen" mehr wert in dem Sinne als das eigentliche Wissen?
- 2:25:21Oder ist das zu plakativ?
- 2:25:23Aus meiner Sicht ja, ich bin eher der Mensch, bin ich der Auswendiglerner,
- 2:25:28wie ich nun sage, ich bin eher der Mensch, der Dinge fühlt und verstehen möchte,
- 2:25:31deswegen ist das für meinen Verständnis der richtige Weg.
- 2:25:33Und braucht man manchmal aber so ein Insiderwissen, wie zum Beispiel,
- 2:25:36dass ich Smoke Damage einordnen kann?
- 2:25:39Ja, das ist schon wichtig, also, das ist halt immer Kennenlernen
- 2:25:42und dann hinterfragen und reflektieren.
- 2:25:44Also Wissen anzueignen mit einem gewissen Verständnis für den Zustand.
- 2:25:49Ich finde aber so eine Region, wie auch Südafrika,
- 2:25:53ist auch wie eigentlich fast jede Weinregion so ein Never-Ending.
- 2:25:57Also man kann es nicht wie Tetris, finde ich, durchspielen,
- 2:25:59wenn es sich eben jahre Jahr, wie du von auch gesagt hast, renoviert,
- 2:26:02hast du im Allgemeinen noch Ziele, Wünsche,
- 2:26:04irgendwie vorhaben, irgendwas, was wir unbedingt wissen müssen,
- 2:26:07irgendwas, was du selber planst?
- 2:26:10Also klar, natürlich wichtig ist, dass man für mich eine Balance zu finden,
- 2:26:17aus Arbeit, Leben, Familie, Beruf zu sagen,
- 2:26:21dass für mich sozusagen ein Weg zu finden in allen Bereichen,
- 2:26:26Grund, um zufrieden zu sein, das ist so mein persönliches Ziel.
- 2:26:29Was nicht einfach ist als Hochleistungshommis, also,
- 2:26:32wenn man hat ja für viele Jahre diesen Fokus, Beruf, Beruf, Beruf
- 2:26:35und dann irgendwann zu sagen, hey, Family oder Freunde oder Familie
- 2:26:41ist auch ganz wichtig oder Ausgleich.
- 2:26:44Ich denke, das ist ein Teil des Lebens oder am Ende ist es ja jedes Individuum
- 2:26:49frei und selbstverantwortlich, wo er hingeht und welchen Weg er gehen möchte.
- 2:26:53Aber ich denke, es ist sicher hilfreich und ein Teil davon,
- 2:26:57für sich selbst die Erkenntnis zu haben, was einen glücklich macht
- 2:27:00und das ist eben mein Weg, ohne jetzt jemand anderen Werten zu wollen,
- 2:27:04aber ganz im Gegenteil, gar nicht urteilen.
- 2:27:08Aber für mich sozusagen ist der Weg gerade, alles unter einen Hut zu bekommen,
- 2:27:12um den Dingen gerecht zu werden, die mir wichtig sind.
- 2:27:14Das ist eben der Wein, aber vielleicht auch mein Sohn, meine Frau und meine Freunde,
- 2:27:18dass man in jungen Jahren oft im Freundeskreis
- 2:27:21unser Berufsschutz zurücksteckt und sich demütig den Beruf und der Berufung widmet.
- 2:27:28Aber die Erkenntnis ist dann vielleicht auch irgendwann,
- 2:27:30dass man auch andere Dinge manchmal pflegen muss.
- 2:27:33Ich habe auch meinen Learning in den letzten Jahren gewesen.
- 2:27:37Was wünsche ich mir noch?
- 2:27:39Ich wünsche mir manche unserer Branche, die eigentlich sehr kollegial agiert,
- 2:27:43die eigentlich sehr auf Augenhöhe sich präsentiert,
- 2:27:47dass eine gewisse Verbindlichkeit herrscht.
- 2:27:49Ich habe oft das Gefühl, dass Dinge gesagt haben, nicht gemacht werden,
- 2:27:54dass man Dinge verspricht, nicht gehalten werden.
- 2:27:57Ich weiß nicht, woran das liegt, offen gesagt.
- 2:28:00Das Feedback habe ich auch von anderen Weinhändlern und Akteuren der Branche.
- 2:28:05Aber scheinbar sind wir in unserem Wesen, die sich sehr professionell nach außen geben,
- 2:28:10oftmals in ihren Abläufen gar nicht so gut organisiert oder nicht so verbindlich,
- 2:28:15wie wir uns gerne zeigen.
- 2:28:17Das habe ich so einen Weg, den ich mit der Branche mitgehen möchte,
- 2:28:20um einfach straight zu bleiben und zu sagen,
- 2:28:23wir gehen diesen Weg und wir entscheiden etwas
- 2:28:26oder wir treffen eine Aussage, es wird dazu stehen.
- 2:28:29[Musik]
- 2:28:35Südafrika, das stimmt in der Tat.
- 2:28:37Südafrika ist viel zu unterpräsentiert auf deutsche Weinkarten
- 2:28:40und vielleicht, und das würde mich natürlich sehr freuen,
- 2:28:43fühlt sich der ein oder andere inspiriert,
- 2:28:45diesen besonderen Weinland ein zusätzliches Augenmerk zu schenken
- 2:28:48und vielleicht doch die ein oder andere Position auf der Weinkarte zu implantieren
- 2:28:52oder auszubauen oder eine Vertikale aufzubauen
- 2:28:55oder eine gewisse Vielfalt einfach zu leben.
- 2:28:57Vielen Dank für diese Inspiration, lieber Marian,
- 2:28:59zwar toll, dich als Gesprächspartner zu haben,
- 2:29:01von deiner Erfahrung zu profitieren
- 2:29:04und dich einfach so menschlich kennen zu lernen.
- 2:29:07Noch ein großes Dankeschön an euch,
- 2:29:09dass ihr nach 2,5 Stunden immer noch hier seid
- 2:29:11und zuhört und euch begeistern und ja, vielleicht sogar inspirieren lasst.
- 2:29:15Und es wäre großartig, wenn ihr jetzt noch einen kleinen extra Weg
- 2:29:19über Spotify oder Apple Podcast nimmt und uns bewertet.
- 2:29:22Das hilft uns wahnsinnig in der Wahrnehmung
- 2:29:25und in der Präsenz.
- 2:29:27Gerne könnt ihr uns auch abonnieren.
- 2:29:29Und natürlich ein großes Dankeschön für die Begleitung
- 2:29:31auch in den sozialen Medien auf Instagram oder Facebook,
- 2:29:33für jeden Kommentar, für dieses Like
- 2:29:35und das ihr einfach bei uns seid.
- 2:29:37Und noch ein großes Dankeschön dafür, dass sie bei uns sind,
- 2:29:40der Schlumbergergrube mit den Handelshäusern
- 2:29:42Segnetz, Conziowini, Schlumberger
- 2:29:44und den Privatkundenportal Bremer Weinkolleg.
- 2:29:47Für die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch händische
- 2:29:50und vor allen Dingen ideelle Unterstützung,
- 2:29:52denn dank ihnen ist dieses Projekt möglich.
- 2:29:55Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast,
- 2:29:58bis vor dem Podcast.
- 2:29:59Und ich freue mich auf den kommenden,
- 2:30:01ja eigentlich müsste es Freutag heißen,
- 2:30:03dann auf den kommenden Freitag
- 2:30:04und auf unser nächsten Gast,
- 2:30:06auf die großartige Siebille Bultmann.
- 2:30:09[Musik]
- 2:30:22Mein Name ist Jose Segura.
- 2:30:25Ich arbeite seit 13 Jahren für die Firma Biennatorel
- 2:30:29und meine letzte Summilistation war im Falco in Leipzig.
- 2:30:35Marian ist ein leidenschaftlicher Mensch,
- 2:30:38seine Begeisterung für Dinge, die er anpackt, ist ansteckend.
- 2:30:42Er hat eine unglaubliche gastronomische Karriere hingelegt
- 2:30:45vom Pizza-Lieferdienst, wo er Pizza ausgefahren hat,
- 2:30:49zum Head-Sommelier in The World's 50s Best Restaurant.
- 2:30:53Er ist ein guter Gastgeber, Somelier,
- 2:30:56man kann sich in seine Hände begeben
- 2:30:58und einen fantastischen Abend verbringen.
- 2:31:00Aus unserer gemeinsamen Leidenschaft zum Wein
- 2:31:03wurde eine Freundschaft mit gemeinsamen Kochabenden
- 2:31:06und legendären Beinreisen.
- 2:31:09[Musik]