Latest / SOMMELIER / Tobias Klaas - Zur Hälfte Brother, zur Gänze Wein
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- 0:00Hallo, hier ist der Michael Andres vom Weingut Andres aus Deidersheim.
- 0:16Ich mache das Weingut zusammen mit meinem Bruder Thomas und ich erzähle euch mal eine
- 0:24kleine Geschichte zu Tobi Glas.
- 0:27Ich kenne Tobi schon etwas länger.
- 0:29Am Anfang kennengelernt über eine Hausmesse bei Geisels Weingalerie, wie er noch im Werner
- 0:35Hof gearbeitet hat.
- 0:37Und dann während Corona war er kurzzeitig praktikant bei uns, weil wie es bei so vielen
- 0:45war, war in der Gastronik nichts mehr zu tun.
- 0:47Und natürlich die Landwirtschaft, die schläft nie.
- 0:50War eine wahnsinnig witzige Woche, wie er da war.
- 0:53Ich habe mich gefühlt wie ein Schwerstalgeholliger, weil wir haben jeden Abend gesoffen wie die
- 0:58ganz Großen.
- 0:59Er hat geile Weine bei gehabt, wirklich aus Begründ.
- 1:02Pierre-Yi, Frumier war für mich damals mega spannend auch mit ihm das zu verkosten, weil
- 1:08er hat einfach einen Super-Gaum und er probiert unheimlich viel gerade aus dieser Region.
- 1:13Und ich höre ihn da auch gerne zu, wenn er was dazu erzählt.
- 1:18Und er hat mich damals in der Woche so viel Dinge gefragt und hat immer gesagt, das macht
- 1:23Frumier so, das macht Ligebelier so, macht ihr das auch so.
- 1:27Ich habe mich dinge gefragt und ich sagte, das weiß ich gar nicht, dass du das als Leier,
- 1:35also eigentlich Somelie, nicht ganz Leier, aber nicht vom Fach so tief in die Materie
- 1:40kommt, war ich sehr erstaunt also.
- 1:42Hat mich schwer beeindruckt.
- 1:46Das hat mega Typ.
- 1:48Und ja, aus der ganzen Sache ist eine Freundschaft entstanden und immer wenn es mal geht, komme
- 1:56nach München, ist ja auch eine schöne Stadt und kennen wir auch andere viele Leute, wo
- 2:01dort sind und besuchen immer gerne mit Tobi und wieder gerne mal einen drauf machen.
- 2:07Bisschen Party natürlich nebenbei auch noch, aber immer auch ein bisschen cooles Winehasting.
- 2:13Deshalb, das ist bei einer Geschichte zu Tobi Glas.
- 2:17Super Mann, unheimlich gute Nase, unheimlich guter Gaumen, einfach top in dem, was er macht.
- 2:23Ganz liebe Grüße aus dem Kälterhaus von der Weinlese 24.
- 2:26Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Somelie, die interessantesten
- 2:53Weinkenner unserer Zeit.
- 2:54Mein heutiger Gast teilt mit mir eine liebe zu gereiften Wein.
- 2:58Und dies vornehmlich aus dem Bugunden aus dem Bordeaux.
- 3:00Die Erfahrung darum sammelte er unter anderem während eines fünfjährigen Auslandaufenthaltes
- 3:06in Australien und in England.
- 3:08So war er in Australien in den Top Restaurants Rue-Pot bei Neil Perry in Sydney sowie Harrison
- 3:14in Port Douglas, tätig um anschließend seine Weinkenntnisse bei Markus Wörrenk at the
- 3:19Berkeley in London zu vertiefen.
- 3:21Und danach im Jahre 2012, Somelie im Terine und Tantris in München im Jahr 2014, Restaurant
- 3:27Leitern Somie in Shains Restaurant, 2018 Chefs Somie bei Wernek Hof bei Geisel, tätig
- 3:32war.
- 3:33Ganz nebenher Somie des Jahres wurde 2020 die Eröffnung des Salons Rouge bei Torun Nakamura
- 3:38im München mitbegleitete um 2023 zusammen mit seinem Bruder, das kürzlich mit einem
- 3:43Michelin Stern ausgezeichnete Brothers, zu eröffnen und Gastronomie mit einer absoluten
- 3:48Leichtigheit zu leben.
- 3:49Und bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen und hoffentlich extrem viel übergreifte
- 3:54Weine erfahren, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner der Schlumbergergruppe
- 3:57mit den Handelshäusern Segnitz Konziowini Schlumberger und dem Privatkunden Portal Bremer
- 4:02Weincollect für die händische und wirtschaftliche Unterstützung bedanken.
- 4:05Dank ihnen ist dieses Projekt realisierbar.
- 4:08Und nun ist es soweit.
- 4:09Nun ist er da.
- 4:10Herzlich willkommen lieber Tobias Klaas.
- 4:13Du testest es regelmäßig fürs SZ-Magazin Weiner, oder?
- 4:17Ab und zu.
- 4:18Regelmäßig noch nicht ganz, aber immer mal wieder kommt ein Test über Rieslinge oder
- 4:23irgendwelche Rosés.
- 4:25Macht Spaß.
- 4:26Findest du es gut?
- 4:29Ich finde es sehr spannend.
- 4:30Das ist für einen selber auch nochmal eine Challenge auf jeden Fall, weil man da zum
- 4:35Beispiel vorletztes Mal war ein Discounter Rosé oder einfach sehr günstige Rosé, ich
- 4:41glaube bis 10, 11, 12 Euro.
- 4:43Und das trinkt man dann normalerweise nicht.
- 4:46Also ich trinkt das normalerweise nicht, auch nicht weil ich es jetzt nicht gut finde oder
- 4:49weil es mir nicht gut genug ist, sondern einfach weil das nicht in meine Nähe kommt.
- 4:54Also ich bin nirgendwo, wo man sowas trinken könnte.
- 4:57Und deswegen ist das sehr spannend gewesen, das mal zu probieren nacheinander.
- 5:02Und ich war überrascht, wie viel Unterschiede es gibt.
- 5:04Okay, was ist so deine Range, was du normalerweise trinkst?
- 5:06Also sei es betrieblich oder wenn du mit Freunden unterwegs bist, hast du da sowas, wo du sagst,
- 5:10ich trink keine Weine prinzipiell unter 5, 7, 100 Euro oder nicht über 20.000 Euro?
- 5:17Nee, überhaupt nicht, sondern eher was verfügbar ist.
- 5:21Also man ist ja als Somelie auch irgendwie, der Job ist ja auch irgendwie die Weinkarte
- 5:27so zu scannen, dass man den besten Wein für den besten Preis irgendwie hört sich jetzt
- 5:31natürlich nach einer deutschen Tugend gleichzeitig an.
- 5:33Ja, ist aber letztlich die Aufgabe, also das ist ja gar nicht so verkehrt.
- 5:37Absolut.
- 5:38Ja.
- 5:39Also ich sag mal so ab 50, 60, 70 Euro ist es dann schon immer was, wonach man schaut,
- 5:46was Spaß macht.
- 5:47Es geht aber auch drunter.
- 5:49Also ich hab da keine Restriktionen.
- 5:51Es ist nur so, dass wenn ich selber Wein trinke, also wenn ich selber Wein aufmache, dann ist
- 5:56das gar nicht so oft, weil einfach unter der Woche ich nichts trinke, damit ich in der
- 6:01Arbeit fokussiert bleiben kann.
- 6:03Und am Wochenende dafür dann vielleicht mal ein Flaschen mehr.
- 6:05Und da ist es dann meistens auch mal ein bisschen was Besseres oder andere Leute bringen was
- 6:12mit.
- 6:13Also meine Freizeit ist ja sehr auf Wein basiert und wenn ich mich mit Freunden anderen Wein
- 6:19verrückten treffe, muss ich da ganz deutlich dazu sagen, dann ist das schon immer eine
- 6:26sehr gute Weinrunde mit sehr guten Weinen.
- 6:28So hab ich dich auch kennengelernt, also dass dein Fokus 100 Prozent Arbeit ist und zwar
- 6:33ja auch so ein bisschen, ich sag mal so ein Problem in unserer Vorabsprache Terminfindung,
- 6:37dass du also alles, also die Arbeit über alles priorisierst und da sehr, sehr konzentriert
- 6:43bist, was manchmal bestimmt nicht einfach ist, also da auch im Rahmen der Freizeitfindung
- 6:47oder andere Sachen irgendwie zu realisieren.
- 6:49Absolut, oder die Ehe auf jeden Fall?
- 6:53Gibt's auch noch, ja.
- 6:55Gibt's auch noch, genau.
- 6:57Wir haben uns ja, das ist ja immer noch relativ frisch, ja.
- 6:59Wir sind jetzt seit zwei Jahren offen und hatten jetzt das erste Mal eine kleine Konzept,
- 7:06eine temporäre Konzeptveränderung, einfach weil unser Kükenchef eine leiste OP hatte,
- 7:11da ist zum Glück alles gut gegangen und der ist wieder wohl auf, aber mussten da ein
- 7:16anderes Konzept finden, das ohne ihn funktioniert und das hat super geklappt und die Vor- und
- 7:21Nachbereitung dazu war etwas zeitintensiv.
- 7:26Und dazu ja, Restaurant voll, aber wir haben es sehr geschafft.
- 7:32Und da werden wir ja auch nichts riskieren, also gerade mit diesem jungen Erfolg, das
- 7:36ist ja spektakulär, vier Monate nach der Eröffnung habt ihr ja bereits einen Stern
- 7:39bekommen, was ja extrem selten ist und ihr wurdet den Vorschusslobberen, die man euch
- 7:45dargeboten hat, ja mehr als gerecht und das ist eine Stadt wie München.
- 7:49Vielen Dank, das kann man natürlich, ich kann die ganze Glorie wirklich nur unserem
- 7:53Kükenchef Daniel und seinem Team geben, der von Anfang an so konsequent war und gesagt
- 7:59hat, wir machen das genauso und Michelot hat das gewertet und wir sind vor drüber.
- 8:05Also das hat uns auf jeden Fall einen Kickstart besorgt.
- 8:08Findest du es auch?
- 8:09Also findest du auch, dass es zu, keine Ahnung, zu reinen oder zu 90 Prozent Küchenleistung
- 8:15ist oder?
- 8:16Ja, ich schon mal.
- 8:17Es ist immer ein bisschen kämstere Schriftrag, gerade von Kellner Seite und es wird ja in
- 8:20den Statuten niedergeschrieben, aber ich bin einfach immer so ein bisschen skeptisch.
- 8:25Es ist eine sehr interessante Frage, also ich habe ja länger in England, in London gelebt
- 8:29und da ist Michelot ein bisschen offener.
- 8:33Also man erkennt die, die geben sich öfter zu, geben sich öfter aus dann am Schluss und
- 8:39sagen wir an von Michelot und so weiter inspektor und erzählen auch ein bisschen mehr aus dem
- 8:43Näckhäschen so nach dem Motto, worauf es ankommt und da, also UK haben sie immer gesagt, es
- 8:48kommt, ist eine reine hundertprozentige Küchenleistung und man sieht das ja dadurch, dass im Ausland,
- 8:54in Singapur zum Beispiel gibt es ja diese Nudelküchen, die auch nicht stehen haben oder
- 8:58ich glaube eine insgesamt und da ist das Service, es gibt kein Service so nach dem Motto von
- 9:02dem,
- 9:03Bangkok ist die, glaube ich.
- 9:04Oder in Bangkok, ja, also in dem Kontext Service ist wahrscheinlich bei uns einfach nur nice
- 9:11to have on top, aber man muss schon sagen, es war bei uns auf jeden Fall eine Küchenleistung,
- 9:15das kann man ganz klar sagen.
- 9:17Findest du aber, dass Essen kann schmecken, wenn der Kellner der Somie einfach muckst?
- 9:22Wie meinst du das, Tschuldigung?
- 9:25Also wenn du einen perfekten Teller bekommst und dann haut dir jemand den Teller hin und
- 9:29sagt Fris, ist der Abend gelaufen, dann kann man das Essen auch nicht mehr genießen.
- 9:35Das stimmt, ich habe das auch schon erlebt, also in anderen Restaurants, wo ich gearbeitet
- 9:39habe, dass die Gäste sich so schlecht gefühlt haben, dass das Essen dann Nebensache war,
- 9:45also oft in Deutschland jetzt weniger, auch immer mehr, aber oft wollen die Leute auch
- 9:50einfach wirklich interagieren, mit dem Kellner im Außern ist das extrem, also ich war ein
- 9:57Jahr in Australien, jeder Gäste, also wirklich 99% der Gäste wollen ins Gespräch kommen,
- 10:02sagen wo bist du her, was machst du hier und da ist das Essen schon dann nice to have,
- 10:07aber es ist Nebensache.
- 10:08Ist da noch mehr, ne?
- 10:09Also jetzt hatte ich in Kalifornien auch, als ich da gearbeitet habe oder wenn man halt
- 10:13reist, da merkt man das ja auch, dass an den Nebentischen vielmehr mit den Kellnern
- 10:18interagiert wird, außer vielleicht in Frankreich, wo warst du da?
- 10:22In Kalifornien da war ich in Oakhurst, Josemti National Park, das ist ein kleines Relais
- 10:27Châteauhaus, wo ich war, Château Surrond, Ernest Albury House.
- 10:30Cool.
- 10:31Und es war damals eine Österreicherin, die Erner Cubing Clan in, die ist nach Kalifornien
- 10:37ausgewandert, hat dort mehr oder weniger Europa gerebuildet, wenn man so möchte, und so ein
- 10:43kleines europäisches Heidway gebaut.
- 10:46Und für mich, ich bin damals rüber gegangen, damit ich Englisch lerne, weil ich relativ
- 10:51schlecht Englisch gesprochen habe und zu diesem Zeitgeist einfach so ein bisschen mitbekomme.
- 10:56Und da gab es halt hauptsächlich deutsche und österreichische Weine, was für mich halt
- 10:59ein riesengroh über, weil ich mich damit zumindest auskannte und dann so nach und nach Kalifornien
- 11:04entdecken konnte.
- 11:05Aber es war für mich eine absolut prägende Zeit und ich kann jedem eigentlich nur dazu
- 11:11raten, zumindest in gewisser Zeit einfach mal im Ausland zu verbringen.
- 11:14Wird bei dir wahrscheinlich genauso gewesen sein, oder?
- 11:16Mit England und Australien?
- 11:18Ja, absolut.
- 11:19Also sehr unterschiedliche Service-Standards, sag ich mal, sehr unterschiedliche Approaches
- 11:25zu dem Gast.
- 11:26Aber was ich eben meinte in Kalifornien ist, ist es halt, oder USA allgemein, ist ja
- 11:33eine servicestechnische Bahn.
- 11:34Also da gehst du in eine Pizzeria und wir waren ja auch in Napa Valley, Weinreise und so
- 11:39weiter und die Leute kommen halt und sind vom Service her von der Persönlichkeit auf den
- 11:44Tisch wie in einem dreistellen Restaurant.
- 11:46Also kommen her und sagen hi, Jack, I'm your waiter for tonight, anything you need, blah,
- 11:50blah, blah.
- 11:51Also das war schon eindrucksvoll, ja.
- 11:53Und muss man schon sagen, in Deutschland ist so die normale Gastro oft so eine Service-Wüste
- 12:01auch gewesen oder immer noch in Teilen.
- 12:03Also das ist schon ein großer, großer Unterschied.
- 12:05Da kann man sich schon eine Scheibe abschneiden, dass es leider war.
- 12:09Kannst du das Erfahne in Brothers übernehmen?
- 12:13Also lebst du dort australischen, englischen Service oder lässt sich das auf Deutschland
- 12:18nicht ummünzen?
- 12:19Ja, teilweise.
- 12:20Also es ist natürlich so, dass mein Buhler und ich sind sehr outgoing, sehr extrovertiert
- 12:27und wir reden einfach gern mit Leuten.
- 12:29In Deutschland ist es natürlich nicht so, dass man jetzt im Restaurant Gast Relations
- 12:32Manager braucht, weil viele deutsche ältere Gäste, Sterne, Restro-Klinetheel, die wollen
- 12:38nicht unbedingt mit einem Redner.
- 12:40Es werden immer mehr, vor allem junge Leute, die einfach viele Essen gehen, die sich dann
- 12:44natürlich, die länger zusammen sind, jetzt nicht unbedingt jeden Tag dann noch ganz
- 12:48viel zu sagen haben.
- 12:49Also das ist einfach natürlich eine natürliche Vorgehensweise, dass die Leute dann mit den
- 12:55Kellnern reden wollen.
- 12:56Die Kellner sind ja die, die die Sachen erleben, die Essen gehen.
- 12:58Hast du Tipps, was ist gerade hot, was ist new und so?
- 13:02Und das merkt man dann schon.
- 13:04Und da, Markus und ich sind in dem eigentlich immer schon naturell einfach so gewesen, dass
- 13:08wir mit den Leuten reden, ohne dass wir uns verstellen.
- 13:11Und ich finde das, was du erwähnt hast, auch ganz, ganz wichtig.
- 13:16Also man sagt ja oft, dass sich ein Pärchen am Tisch nicht zu sagen hat, wenn die 30 Jahre
- 13:19zusammen sind.
- 13:20Es gibt zwar manche Naturteilente, die sich immer noch viel zu erzählen haben, aber andere
- 13:23Verbringer hat jedes Abendessen miteinander und da passiert halt jeden Tag was Neues.
- 13:27Und wenn dann neue Personen mit dazu kommen, wie eben der Kellner, der diese Leidenschaft,
- 13:32was ja manche haben, sprich, Wein, Essen, Service als solches, vielleicht irgendwie,
- 13:37wie man sich anzieht, was gerade der Trend ist, wenn man ein Tourist in der Stadt ist,
- 13:41wo man was entdecken kann, dann ist das natürlich eine Kommunikationsperson.
- 13:45Es hat nichts mit der Beziehung oder sonstiges zu tun.
- 13:46Also das würde ich auch gar nicht immer so despäkierlich darstellen, dass man die eigentlich
- 13:50mehr oder weniger dann bedauern betrachtet.
- 13:52Ja, das ist ja interessant.
- 13:54Also das ist einfach auch irgendwie natürlich menschig, vor allem wenn dann so ein bisschen
- 13:58Alkohol noch dazu fließt oder man ein, zwei Gläser Champagner getrunken hat, dann bricht
- 14:05dann so das Eis von den Gästen und die schütten sich dann so richtig aus.
- 14:09Also teilweise auch zu viel, dass man das Auge für die anderen Gäste dann verliert und man
- 14:15will ja nicht unhöflich sein.
- 14:16Das ist extrem.
- 14:17Also das ist gut, aber man muss da irgendwie dann sagen, ja ich muss jetzt wieder was tun,
- 14:23so nach dem Motto oder...
- 14:24Irre schwer, gerade wenn du eben...
- 14:26Wie viele Tücher habt ihr, zehn bei euch, neun?
- 14:30Ja, ungefähr.
- 14:31So wie kriegen so 33, theoretisch auch 35 bei Veranstaltung kriegen wir rein.
- 14:37Dann ist das aber schon sehr proppefoll und spaßig.
- 14:40Und wenn du dich da zerteilen musst und für jeden mehr oder weniger ein kleines Weinseminar
- 14:43halten musst, kannst du das möchtest, dann ist das oftmals also schon richtig, also
- 14:49eine Zeitmanagement, eine Riesenleistung.
- 14:53Also Kardio, Sport außerhalb kann ich mir sparen eigentlich.
- 14:58Ich habe entspannte 14 bis 16.000 Schritte nur in der Arbeit teilweise, weil ich immer
- 15:03ein Keller runter muss zum Weinkeller.
- 15:05Das ist witzig.
- 15:07Also der ja auch, also mehr oder weniger von jetzt auf gleich, also richtig hingebombt
- 15:13wurde, wenn man das so sagen kann, also in dieser ab 1000 Position ungefähr, die relativ
- 15:18schnell dahingestellt und das aber mit Wein, wo viele andere, also sich einen Freundentanz
- 15:24machen würden, wenn sie die im Keller hätten.
- 15:26Ja, es war ein großer Punkt unserer Konzeptfindung, dass wir gesagt haben, wir wollen eine große
- 15:33Weinkarte mit coolen Preisen auch natürlich und querbeet, eher auf alte Welt fokussiert.
- 15:38Und das war dann zehn Monate lang in Planung eigentlich.
- 15:43Also da hat man sich dann die Händler zusammengesucht.
- 15:45Da hingegen habe ich natürlich viele Kontakte einfach noch gehabt aus den anderen Stationen
- 15:52und da hat man sich dann aus dem Pool einfach eine schöne Weinkarte zusammen gebaut.
- 15:56Schwerpunkt alte Welt, hast du deine Vorliebe selber, dass du sagst, das liegt mir besonders
- 16:03oder das habe ich im Laufe meiner Karriere oder meiner Weinleidenschaft besonders wertschätzend
- 16:08gelernt?
- 16:09Natürlich, alte Welt, begund Bordeaux war immer das Interessante, das war eigentlich für
- 16:16mich immer noch Bordeaux.
- 16:17Ich dachte so 90 Prozent sind Richtung begund abgewandert.
- 16:21Das ist eine interessante Frage.
- 16:25Also Bordeaux, ich sage immer mal, war meine große erste Liebe, weil als ich als jungerer
- 16:31Mensch das erste Mal irgendwie einen uralten Bordeaux aus den 20ern oder auch aus 1887
- 16:37getrunken habe und die noch hocharomatisch komplex, perfekt war, nicht oxidiert, nicht
- 16:44moderisiert, gar nicht, sondern einfach perfekt.
- 16:46Das ist schon ein Gänsehautmoment und dann will man das wieder irgendwie haben und befasst
- 16:52sich damit mit Jahrgängen und mit Chateaus und mit all diesen Sachen.
- 16:56Und dann kam ich aber irgendwie zum Begrund, weil man sagt ja irgendwann kommt jeder zum
- 17:00Begrund, weil man was noch feineres will, was noch komplexer ist.
- 17:04Und da ist ja das Spannende, dass es eine Rebsorte gibt.
- 17:06Pinot noir, es gibt natürlich auch gamé noch, aber das ist nicht wirklich an der, an der
- 17:13Cote d'Or so wirklich interessant, sage ich mal, oder an der Cote Nuit.
- 17:16Und dann hast du ganz viele verschiedene Appellationen und die Weine sind komplett unterschiedlich
- 17:23von Appellation zu Appellation, von Lage zu Lage, von Parzelle zu Parzelle und vor allem auch
- 17:29von Winter zu Winter.
- 17:30Ja, und dann hat jeder seine eigene Schule und seine eigene Stilistik und da hat sich
- 17:34auch ganz viel verändert einfach in den letzten Jahren und viel, ja, anders einfach geworden.
- 17:42Und das ist sehr spannend gewesen, sehr anziehend.
- 17:45Und dann bin ich aber irgendwann wieder doch auf gleiche Länge mit Bordeaux, weil einfach
- 17:51Bordeaux immer noch Wahnsinn ist.
- 17:55Man hat ja begrunt weiß die Probleme, dass Prämoks dazu kam, Premature Oxidation.
- 18:00Und das hat den, ich sage mal, den Ersteigerungsspaß von älteren Weinen einfach so ein bisschen
- 18:06gedämpft.
- 18:07Und da hast du eigentlich im Bordeaux halt weniger Probleme, ja, das ist natürlich komventioneller
- 18:11und die Dinger halten einfach ewig.
- 18:13Du hast schlechten Füllstand, die Flasche sieht sonst wie aus und du machst auf und der
- 18:18Wein ist perfekt.
- 18:19Also das ist, macht Spaß.
- 18:21Kannst du Prämios kurz erklären?
- 18:22Ich finde es ist so ein Phänomen, was erst so seit zehn Jahren wirklich thematisiert wird
- 18:26und vielleicht hat sich ein oder andere noch nicht gehört.
- 18:29Gerne.
- 18:30Also früher hat man immer gesagt oder ich, in meiner Weiterziehung, hat man gesagt, weiße
- 18:35Begründer brauchen Zeit.
- 18:36So nach dem Motto, wenn der fünf, sechs Jahre alt ist, viel zu jung, braucht es gar nicht
- 18:41aufmachen.
- 18:42Vor allem wenn das größere, prästisch gerechtigere Lage ist, Alabata Morasche, Valimorasche
- 18:47und so weiter.
- 18:48Und daran haben wir uns gehalten und wir haben viel Geld und Zeit damit verbracht, alte
- 18:55Weine zu ersteigen.
- 18:56Also ich rede jetzt von weiße Weinen vor allem und die waren dann, wenn die 20, 30, 40, 50
- 19:02oder wie viele Jahre alt waren, zum Niederkniegen grandios.
- 19:07Also unfassbar gut.
- 19:08Natürlich irgendwo konventionell auch hergestellt mit Schwefel und allem drum und dran.
- 19:14Aber es hatte ja erstmal jemand nichts dagegen.
- 19:17Und dann ging das los.
- 19:21Also das war eigentlich, sagt man schon, ab den Neunzgern mit premature oxidation.
- 19:26Das bedeutet im Grunde, dass ein weiße Begründer oder es gibt es auch natürlich in anderen
- 19:31Regionen weniger oxidiert, bevor er überhaupt reif wird.
- 19:35Und in den Neunzgern jetzt weniger, aber da hat es ein bisschen angefangen.
- 19:40Aber für mich war so der Punkt, wo man es wirklich deutlich, deutlich merkt, war 2002.
- 19:46Also wenn man jetzt wirklich spezifisch rangeht und man probiert die großen Häuser aller
- 19:51Le Flèf und so weiter, ist 2001 noch alles sichere Bank, kühler Jahrgang, alles cool.
- 19:56Und ab 2002 hast du teilweise eine wirklich große, teure Weine, die 10.000 Euro kosten,
- 20:02morische und so weiter und die sind völlig, also wirklich braun und haben so dieses Karamellige.
- 20:07Und das hat sich bis jetzt, kann man eigentlich sagen, nicht wirklich verändert.
- 20:13Sie, Winzer haben alles Mögliche versucht mit Wachskapseln, mit, weiß ich nicht, Ertragsbegrenzung
- 20:22oder mit irgendwelchen Taktiken.
- 20:26Also ich bin kein Önologe, aber ich kann mich erinnern, als die Angela Flèf noch gelebt
- 20:30hat, hat sie eben gesagt, das ist eine Katastrophe und jeder, der das findet, der kriegt so viel
- 20:38Geld, wie er will, von mir, der den Fehler findet und so.
- 20:40Und dann waren Chemiker da und alles Mögliche und dann hat der eine gesagt, zu hohe Erträge
- 20:44und der eine hat gesagt, nee, zu wenig Schwefel und die anderen gesagt, zu viel Schwefel, die
- 20:48Weine sind instabil und keiner wusste es.
- 20:50Aber man sagt heutzutage, es ist wohl eine Mischung aus verschiedenen Sachen gewesen,
- 20:56dass vielleicht doch die Erträge zu hoch waren in einem Begrund, wo eigentlich eh die Erträge
- 21:02niedrig sind, aber genau wissen tut man es nicht.
- 21:05Es gab Etliche, die sich da richtig massiv drüber geärgert haben und der Trend kam ja oder
- 21:10zumindest die Aussage kam ja zuerst aus Amerika und hat sich dann so nach und nach in Deutschland
- 21:16breit gemacht und dann letztlich haben wir es hier selber auch erfahren, ja, war ein Problem.
- 21:21Absolut, also vor allem wie gesagt die großen Häuser dann, wo man wirklich viel Geld dafür
- 21:26ausgibt und eigentlich war immer der Garant, dass es auf jeden Fall, wenn es nicht korrekt
- 21:31ist, es auf jeden Fall wunderschön.
- 21:33Also egal was passiert, der Weine ist super.
- 21:35Ich erinnere mich auch an viele Weine aus den 70er, 80er Jahren, die wirklich zum Niederknie
- 21:38waren und jetzt teilweise noch sind, wenn ich die irgendwo bekommen und trinken darf.
- 21:42Bei dir ging es dann zurück zum Bordeaux, weißt du was ich ganz interessant finde, weil du
- 21:47die alten Bordeaux erwähnt hast, ich finde einen Reifenbordo, kann man eher beschreiben
- 21:53als einen Reifenbordo, ich finde für einen Reifenbordo gibt es ganz wenig Worte, weil
- 21:59das so unglaublich hier schickt.
- 22:01Ich finde es interessant.
- 22:02Beim Bugunder hast du dieses Süßsäureverhältnis am Gaumen, du hast diese teilweise Straffesäure,
- 22:08du hast ein ganz festes Arombild, wo du sagen kannst, je nach Appellation, je nach Produzent
- 22:11und so weiter kannst du es noch eher zuordnen und man kann es eher beschreiben und beim
- 22:15richtig reifen Bordeaux, also richtig reif wäre jetzt vielleicht 70er Jahre oder 60er Jahre,
- 22:22wenn es da 66 oder 64 oder 61 natürlich so was gibt, aber ich kann die Häuser, die Güter
- 22:29zuordnen, die Grünenbücher Juven sind immer raus schmecken, Fijak etc.
- 22:33Aber warum der so ist, da fehlen mir die Worte.
- 22:36Es ist interessant, dass du das sagst, also in unserer Weingruppe, die ich ja auch schon
- 22:41seit vielen Jahren habe, wo wirklich dann an einem besonderen Abendmahl wirklich viele
- 22:46Flaschen über den Tisch gehen, wir machen immer Witze über uns selber und die sind
- 22:49da sehr kritisch, wir sagen, wir erraten alles außer Grund, aber wir trinken fast nur
- 22:54vor Grund, aber die Weine sind so unterschiedlich und es ist teilweise, erräht man den Winzer
- 22:59von der Stylistik schneller als die Appellation, also es ist total abgefahren.
- 23:04Und wenn dann Bordeaux kommen, egal ob weiß oder rot, ist das relativ schnell erraten,
- 23:10also mit Chateau, also ohne da jetzt irgendwie falsch angeben zu wollen, aber das ist um
- 23:16einiges leichter oder fällt uns um einiges leichter als jetzt vor Grund, also das ist
- 23:19interessant.
- 23:20Ich glaube, ich total gerne, ich meine auch nicht das Erraten, also nicht das Blindverkosten,
- 23:25das finde ich teilweise geht in Appellationen im Begrund auch sehr, sehr gut, aber ich meine
- 23:29das Beschreiben, also wirklich Worte dafür finden, die jemand anderes versteht.
- 23:33Also wenn man mehr oder weniger Weine miteinander probiert und wir machen das aus einer Entfernung
- 23:37heraus und der eine sagt, okay, ich habe das und das und das im Glas und der andere sagt
- 23:42klar, das muss das und das sein.
- 23:43Das fällt mir beim Ordo schwer.
- 23:45Ja, gut, es gibt halt schon sehr klassische, ein sehr klassisches Vokabular mit diesen
- 23:52Suboas, Waldboden, also das ist schon relativ, ich glaube, gut anwendbar bei den meisten
- 23:58Bordeaux, aber ja, es ist eine, auf jeden Fall ist und bleibt eine Passion, also.
- 24:04Gehst du da richtig nach Jahrgänge oder was ist für dich da wichtiger, die Jahrgänge
- 24:08selber?
- 24:09Sind es die Winster, ist die Appellation, ist es ...
- 24:11Jahrgänge auf jeden Fall.
- 24:13Jahrgänge.
- 24:14Ja, Jahrgang steht über Winzer.
- 24:15Nicht unbedingt, nee, also ich finde schon, dass man jetzt, wenn wir gerade über die 60er
- 24:21gesprochen, auch die 50er teilweise, Weine sind teilweise besser beinahnt als 70er zum
- 24:28Beispiel oder besser.
- 24:29Ja, 70 war so schade, ja.
- 24:30Du bist auch ein 70er Kind, glaube ich, oder?
- 24:32Nee, du bist 80er, 87 oder so, ne?
- 24:3587er, ja genau.
- 24:36Ja genau, genau.
- 24:37Kein guter Jahrgang für den Urbauer.
- 24:3874, also von dem her, da gibt es auch nicht viel zu kaufen.
- 24:42Das ist auch schwierig, ja.
- 24:44Und das macht das Leben aber günstiger.
- 24:45Also wenn du jetzt irgendwie keine Ahnung, 75 oder 73 bist, versuchst du natürlich die
- 24:49ganzen Sachen aus deinem Jahrgang zu bekommen, um da irgendwann mal das zu genießen.
- 24:54Aber ich weiß, da gibt es nichts, da gibt es ein bisschen Portweil, ein bisschen Kalifornien.
- 24:57Aber Bordeaux brauche ich gar nicht mal.
- 24:59Ich habe bei 74er Schafe Blanc aufgemacht, das hätte ich besser nicht machen sollen,
- 25:02aber ich habe damals auch günstig für 200 Mark gekauft.
- 25:04Aber selbst damals war der schon nichts und von dem her sei froh, deine 87, das rettet
- 25:09dir dein wirtschaftliches Leben.
- 25:11Ja, wahrscheinlich schmecken die besser, weil die noch jünger sind, aber es ist auch eher
- 25:15Mau, sag ich mal.
- 25:17Also deswegen, ich bleibe dann lieber bei den guten Jahrgängen, sag ich mal.
- 25:22Würdest du das jetzt noch nachkaufen oder kaufst du das jetzt noch nach?
- 25:25Oder sagst du, nee, der Markt ist durch, keine Ahnung, was jetzt noch da ist und sowieso Fälschung
- 25:30oder oder oder Lagernfälsche oder wie auch immer?
- 25:34Also bei denen, ich sage mal bei denen Preisen, wo wir jetzt kaufen, da lohnt sich das nicht,
- 25:40zu fälschen.
- 25:41Deswegen, also das Letzte, wo ich mir, was ich denke, wäre eine Fälschung, ich denke,
- 25:46ich würde es wahrscheinlich relativ einfach erkennen.
- 25:48Also wir kaufen nach wie vor alte Jahrgänge, weil einfach Bordeaux gibt es sehr viel.
- 25:58Es gibt, ich meine, die großen Häuser, die machen in ertragreichen Jahrgängen bis zu
- 26:01den Viertelmillionen Flaschen.
- 26:03Wahnsinn, ne?
- 26:04Also das ist wirklich, wirklich viel und früher haben die Leute ja auch Bordeaux weggelegt.
- 26:08Das ist ja nicht wie heute, werden Burgunde und Bordeaux einfach sehr jung getrunken.
- 26:11Das war früher halt gar nicht so.
- 26:13Da haben die Leute auf Subscription gekauft und da haben das 20, 30 Jahre liegen gelassen.
- 26:17Und deswegen ist halt jetzt immer noch, ist es immer noch viel da, ja, auf jeder Aktion,
- 26:22die neu kommt, merkt man, wow, da ist eine unfassbare Menge an coolen, perfekten, gereiften Bordeaux
- 26:29Flaschen und teilweise auch gar nicht so teuer, ja, so wird das was man dann kriegt.
- 26:33Auch in der Relation zu dem, was die jetzt aktuell kosten, sind teilweise die gereiften
- 26:38Sachen noch günstiger als die aktuellen, das finde ich also.
- 26:40Richtig, ja.
- 26:41Das ist wirklich Wahnsinn.
- 26:42Also ich habe für einen Geburtstag zum Beispiel mal zwei Motors gekauft, ein 62, ein 66 und
- 26:50das hört sich jetzt erstmal teuer an, so uuh, kauft der Motor für seinen Geburtstag, nein,
- 26:54das war, da waren beide Flaschen, ich glaube, waren wirklich quasi für einen ablumpen Ei
- 27:00zu haben und beide waren zum Niederknien.
- 27:03Also perfekte Flaschen.
- 27:04Etikett war ein bisschen zerkratzt, das ist natürlich für viele klassische Weintrinker
- 27:10immer irgendwie wichtig, das ist mir aber nicht wichtig, weil wenn ich eine Flasche sehe,
- 27:13die ein schlechtes Etikett hat, weiß ich, der Wein wurde gut gelagert.
- 27:16Also wenn der, dieser Etikett ein bisschen, wenn es, ich sag mal, zermodert ist, aber zerkratzt
- 27:22finde ich dann schon eher skeptisch, weil ich mich dann halt immer frage, wie kann so
- 27:26ein Etikett zerkratzen?
- 27:27Also man nimmt das ja nicht irgendwie mit zur Arbeit und zurück, sondern da muss ja dann
- 27:31schon irgendein Ding passieren, also das Etikett zerkratzt.
- 27:35Ja, die wahrscheinlich beantworten, also du kennst es ja, wenn du in einem Weinkeller
- 27:38bist und du ziehst eine Flasche raus.
- 27:40Stimmt.
- 27:41Und es gibt ja diese Schubladen und diese Schubladen haben oben so eine Leiste und wenn du die Flasche
- 27:45raus ziehst, über Jahre hinweg, dann ist die irgendwann zerkratzt.
- 27:50Klar, auch wenn eine Flasche mal rüber rutscht oder was du gerade sagst, ist, wenn man sie
- 27:53rauszieht, klar macht Sinn.
- 27:55Ja, ist ein Erklärungs.
- 27:56Ich würde aber genau im Umkehrschluss auch bedeuten, dass die Flasche dann trotzdem wahrscheinlich
- 28:01im Weinklima schank, die ganze Zeit war, nur halt oft gewandert ist, weil er irgendwie
- 28:04was drunter tun musste oder was rausnehmen musste.
- 28:07Du würdest einen gefälschten Wein erkennen?
- 28:10Ich denke schon, also ich habe ja wirklich das jahrelang gemacht, also mein Hobby privat
- 28:16und wie gesagt auch mit meinen Freunden und Weingruppen ist ja wirklich alte Weine auch
- 28:22irgendwo, alte Weine verkosten und da gehört natürlich das Besorgen, Ersteigern auch dazu
- 28:27und ja, also vor allem bei Bordeaux ist es ja im Grunde einfacher, man hat ja eine Kapsel,
- 28:33man hat einen Korken, man hat eine Flasche und ich sage mal bisschen die 30er, 40er,
- 28:3950er vielleicht auch noch danach, das weiß ich gar nicht genau, ich denke aber nicht,
- 28:43waren die Flaschen ja zusammengefügt aus zwei Halbenflaschen, also längst quasi der
- 28:49Querschnitt von der Flasche und man sieht die Naht und wenn man jetzt, also ich glaube nicht,
- 28:54dass jemand eine Zwei-Dreihundert-Eurflasche fälscht und wenn du jetzt eine Flasche aus
- 28:5926 hast oder so laffiert und da ist nicht diese Naht dabei, dann wäre ich schon mal misstrauisch.
- 29:04Ich weiß nicht, ob es diese gäbe, ohne das kann ich nicht sagen, dafür habe ich zu wenig
- 29:08getrunken, aber ich würde anfangen Fragen zu stellen und wenn dann die Kapsel nicht stimmt
- 29:12oder gar keine dran ist und der Korken nicht stimmt, dann kann nur der Inhalt selbst das
- 29:20aussagen und da muss man halt dann ehrlich sein und sagen auch wenn es jetzt einer der größten
- 29:24Beine der Welt ist, dann ist es wahrscheinlich, riecht es nicht wie einer und dann ist es auch
- 29:28keiner. Also auch das Indikett, also das Papier, was damals verwendet wurde, die Druckart, die
- 29:33damals verwendet wurde, gibt viele Indikatoren, wie man darauf schließen kann, ob das einigermaßen
- 29:41echter Wein sein könnte. Von 82 Chevron wurden allein in China zwei Drittel mehr verkauft als
- 29:47je produziert wurden. Richtig, ja bei fast allen, also bei Petrius, bei Lafitte, ich hatte ein
- 29:53Someli der bei Aladou Kass gearbeitet hat in Macau und der hat erzählt, du kannst da in den
- 30:00Supermarkt gehen und Petrius kaufen, aber der sieht von 100 Meter entfernt, dass das Ding halt
- 30:04gefälscht ist und für die Leute ist es teilweise einfach so, die kaufen das dann für was für
- 30:09sich, wie viel 1000 Euro und sagen, wer am Petrius getrunken, ob das echt ist oder nicht, ist zweitrangig.
- 30:13Oder machen Instaville davon, wie sie eine Sangria-Bohle daraus machen. Ich finde gerade viral,
- 30:18wo sie da irgendwie drei Flaschen Petrius versenkt haben, aber auch keiner weiß, ob das jetzt echt war oder nicht.
- 30:23Stimmt, aber ich vermute, diese Bowl oder diese Sangria hat doch müsste, glaube ich, gut geschmeckt haben.
- 30:30Den gesunden Wein wird von Haus aus irgendwie interessant sein oder gut sein oder ich glaube,
- 30:38aber nicht, dass die die wirklich aus guten Gelesern getrunken haben oder irgendwie
- 30:43degustiert haben oder gibt es für dich irgendwas, wo du sagst, das würde ich mit Wein niemals machen?
- 30:48Sangria-Bohle. Also Sangria-Bohle, das ist schon Next Level auf jeden Fall, vor allem so teuer.
- 30:56Was würde ich mit Wein niemals machen? Also ich würde, ich würde sagen spucken, aber das stimmt
- 31:04auch nicht, weil in den letzten Verkostungen, wenn einfach so viel Weine da sind, geht es gar nicht
- 31:09anders. Und die andere Option, die man hat ist ja einfach, dass man unfassbar betrunken wird irgendwann.
- 31:15Das Problem ist immer bei so besonderen Beinen oder guten Beinen oder der muss ja gar nicht teuer,
- 31:21sondern der muss einfach nur extrem gut schmecken. Da hat man ja irgendwie fast das Gefühl,
- 31:25dass es dann einem gut tut, wenn man das trinkt, vor allem wenn man mehr trinkt. Also das ist
- 31:30ein total verrückte Denkweise, aber ja, wahrscheinlich stehen lassen. Also ich würde dann lieber die
- 31:37Flasche mitnehmen, aber wenn ich jetzt eine besondere Flasche bestelle oder zum Geburtstag oder
- 31:41Jahrestag mit meiner Frau, dann würde ich die, könnte ich das nicht ausdrinken oder stehen lassen.
- 31:47Lieber würde ich dem Someli oder dem, wer auch immer um mich da bedient, da noch ein Glas geben,
- 31:53das er damit Spaß hat, als das irgendwie stehen zu lassen.
- 32:00Wermut galt seit Jahrtausenden als Heimmittel, unter anderem gegen Verdauungsprobleme und Fieber.
- 32:17Die heutige Form des Wermuts als Apparativ oder Genussgetränk entstand jedoch erst im Piedmont des 18. Jahrhunderts.
- 32:24Ein Meilenstein in der Geschichte des Wermuts war das Jahr 1786, als der Italiener Antonio Benedetto Capano
- 32:31erstmals in Turin seinen Wermut Turino, in welchem er weißen Wein mit Zucker, Alkohol und
- 32:37einer Geheimmischung aus 30 verschiedenen Kräutern und Gewürzen darunter vor einem Wermutkraut,
- 32:42das den Charakterischen Geschmack lieferte, kombinierte. Etwas später entstand in Katalonien
- 32:47eine florierende Wermut-Szene, die sich durch eine Vorliebe für trockenen und würzige Sorten
- 32:52auszeichnete. In dem Wermut Terias, klein Bas, die sich auf Wermut spezialisierten,
- 32:55wurde das Getränk zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Bis heute ist es
- 33:00entsteht wie Barcelona üblich, in Nachmittag mit einem Wermut etapa, zu Beginn ein Ritual,
- 33:04das als Laorda der Wermut bekannt ist. Der riesige Erfolg ergab sich jedoch aus der
- 33:08Verbindung zwischen Wermut und den Absinth-Herstellern des 19. Jahrhunderts. Während Absinth mit
- 33:14seiner berauschenden Wirkung skandal umwittert war, galt Wermut als die gesittetere und gesellschaftsfähigere
- 33:20Version eines mit Wermut versetzten Getränkes. So konnten viele Hersteller, die in Absinth verboten,
- 33:26ihre Existenz bedroht sahen, auf die Produkte vom Wermut umsteigen und damit die Tradition
- 33:30der Kräuter-Aromatisierung fortsetzen. Wermut hat eine wahre Renaissance erlebt,
- 33:35insbesondere durch die wachsende Craft und Slow Food Bewegung. Immer mehr kleine,
- 33:39handwerkliche Produzenten versuchen alte Rezepte wiederzubeleben oder neue Interpretationen
- 33:43zu schaffen. Oft mit lokal ausgebauten Kräutern und sehr innovativen Aromen. Und perfekte
- 33:48Vertreter dafür sind die vier Wermut aus dem Hause Lusthaut. Dry, White, Rose und Red.
- 33:53Handwerklich und unfassbar individuell erzeugt. Basieren dieser auf sehr hochwertigen Scherequalitäten,
- 33:58das ist Wermut in einer wirklich außergewöhnlichen komplett anderen Dimensionen, Geschmackstiefe und
- 34:04Aromfülle. Der Wermut White ist nicht umsonst als Wermut des Jahres 2019 ausgezeichnet worden,
- 34:10mit den im Jahre 2023 auf dem maggekommenen Wermut Dry. Schließlich taut die Lücke des
- 34:15klassischen trockenen Wermuts im Sortiment. Er wird aus Manzanierschere hergestellt,
- 34:19der in San Luca de Vada Meda reifte. Zart, aber komplex trocken und zugleich salzig ist
- 34:24er ein äußerst raffinierter trockener Wermut. Leuchtengeld mit goldenen Reflexen im Glas,
- 34:30in der Nase intensive Kräuter und Citrusaromen am Gaumen. Absolut trocken, nussig und den
- 34:36ebnen beschriebenen Hauch einer Meeresprise mit einer frische und Salzigkeit, die die Herkunft
- 34:41des Sherries verrät. Gewohnt bitter, mit einem langen, knackigen Nachgeschmack.
- 34:45Lustau Wermut Dry wurde von Fernando Pérez, dem Masterblende des Hauses Lustau,
- 34:49in Zusammenarbeit mit Chercho Martinez, dem Kellermeister und fünffachem besten Leaker
- 34:55Winzer der Welt kreiert. Ja, Lustau ist und war schon immer einer der besten Produzenten ihres
- 35:00jeweiligen Mediays, ob Sherry, Brandy oder eben Wermut. Und das seit jeher, die Geschichte von
- 35:05Emilio Lustau beginnt mit einer beeindruckenden Reise durch die Zeit, bereits im Jahre 1896 legte
- 35:11José Ruiz Vedejo, ein wohlhabener Landbesitzer in Herrester la Fontera, den Grundstein für
- 35:17ein Unternehmen, das sich zu einem der berühmtesten Namen im Sherry-Land entwickeln sollte. Anfangs
- 35:21noch als Hobby lagerte Ruiz Vedejo seinen Sherries in den traditionellen Zolaire-System ein,
- 35:26während er seine Trauben an große Produzenten verkaufte. Doch diese bescheidene Anfangsphase
- 35:32war nur der Auftakt zu einer glanzvollen Zukunft. Nach dem spanischen Bürgerkrieg übernahm
- 35:37sein Schwiegersohn Emilio Lustau, ein ambitionierte Visionär, das Unternehmen und führte es durch
- 35:42die schwierigen Jahre der Erholung und des Wiederaufbau. Er verlegte den Sitz des Unternehmens
- 35:47nach Harris und begann eigene Sherries zu produzieren und diese direkt zu exportieren. Dies
- 35:52war eine bahnbrechende Entscheidung, die das Unternehmen auf einen völlig neuen Kurs brachte.
- 35:56Und der Lustaus-Leitung verwandelte sich das Haus von einem bloßen Zulieferer zu einem
- 36:02eigenständigen international anerkannten Produzenten. Seine Vision war es, Sherry nicht
- 36:06nur als billiges Massenprodukt, sondern als edles, handwerkliches, gefertigtes Luxus
- 36:10gut zu etablieren. Die 1950er-Jahre brachte einen tiefgreifenden Wandel. Lustau begann
- 36:16mit der Vermarktung seine eigene Marke und erlangte schnell Aufmerksamkeit in den
- 36:20internationalen Märkten. Ein entscheidender Wendepunkt war der Erwerb mehrrad traditioneller
- 36:25Ein Maschinista, also kleiner Produzenten, die ihre Sherries nur in kleinen Chargen dreifließen.
- 36:30Lustau erkannte dieses immense Potenzial dieses Systems und integrierte Essen seinen Produkten.
- 36:35Damit brachte er eine neue Qualitätsstufe. In den Sherry-Marken erweckte ein Stück an
- 36:41der lusisches Kulturerbe zu neuem Leben. Ein weiterer historischer Moment kam 1981 als
- 36:47Emilio Lustau von der Familie Louis Caballier übernommen wurde. Unter neuer Führung begann
- 36:51eine intensive Phase der Modernisierung und Expansion, besonders die Entscheidung,
- 36:56die alten Bordeaux im Herzen von Tränen zu restaurieren. Darunter das beeindruckende Los
- 37:00Agus Gebäude demonstriert das bestreben Tradition und Innovation zu vereinen.
- 37:05Emilio Lustau steht nicht nur für Tradition, sondern auch für Pioniergeist. Das Unternehmen war
- 37:10eines der ersten, dass Sherry in die USA exportierte und trug maßgeblich dazu bei,
- 37:14diesen Wein auf dem internationalen Paket wieder salonfähig zu machen. Im Laufe der Jahre
- 37:19erhiert das Haus unzählige Auszeichnungen. Darunter den Titel "Best Spanish Wine Producer"
- 37:24dienes mehrfach bei der International Wine Spirit Competition gewinnen. Dies ist eine Ehrung,
- 37:28die den jahrzehntelangen Einsatz für höchste Qualität würdigte. Die Geschichte des Wehrmuts
- 37:34in Verbindung mit dem Haus Lustau ist also nicht nur eine Geschichte der Genusskultur,
- 37:38sondern auch eine Reise durch die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen Europas. Von den
- 37:43Apothekenesmittelalters bis hin zu den modernen Bars der Gegenwart. Danke für diese Reise und
- 37:48dem Weg, den ihr gegangen seid und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 37:53Ich hatte eine zu meiner schlimmsten Erlebnisse als ganz junger Zommelgeger und ich eingeladen wurde
- 38:09damals zu einer Weimprobe, wo ein Weinlipaber seinen Weinkeller verkauft hat für x Millionen Euro
- 38:16damals. Ne, Marc war das noch. Aber seine liebsten Weine mit seinen interessantesten Zommelges
- 38:24probiert hatten. Da gab es halt alle großen Namen und einzige Bedingung war mehr oder weniger
- 38:28nicht zu spucken. Das war dann am Schluss fast ein peinliches Erlebnis, weil ich so unfassbar
- 38:33durch war, wenn man halt auch das nicht spucken wollte, wenn man da Petrus, Romanticon etc.
- 38:38natürlich alles probieren durfte und seitdem bin ich da relativ vorsichtig geworden.
- 38:44Ja. Bei einem Fall so trinkender Öffentlichkeit. Aber genauso ist es bei solchen Weinen, da hat man
- 38:51ja fast das Gefühl, dass das irgendwie gesund wäre oder im übertragenen Sinne natürlich,
- 38:55aber wenn man jetzt irgendwie mal wirklich dann Petrus probiert oder im Glas hat, dann das muss
- 39:01runter, also das muss in den Körper. Das geht gar nicht anders. Und das Ergebnis davon ist halt irgendwann
- 39:09steigt das zum Kopf. Die 50 bis 60 Euro sind das Restaurant VK oder ist das EK? Ach so,
- 39:16also wenn wir proben machen, dann ist das meistens interessanterweise schon deutlich drüber,
- 39:22sag ich mal. Was du so als Alltag trinkst, also wenn du sagst 50 bis 60 Euro ist so dein Schnitt.
- 39:29Das ist wenn ich mit meiner Frau essen gehe oder mit Freunden ganz normal, ja, ja, dann dreht man
- 39:37jetzt nicht durch im Restaurant oder so aus, ist man irgendwie eine super Weinkarte wie Schwarzer
- 39:41Adler Oberbergen oder wo man gar nicht aus dem Schauen rauskommt, dann kann man da schon mal mehr
- 39:46sich verausgaben. Aber normalerweise, ja, ich schaue dann schon nach, ja, entweder man startet mit
- 39:56einem Champagner, gibt es ja auch wie gesagt Winzer Champagner mittlerweile für gute 100,
- 40:02120 Euro oder auch 90 Euro habe ich auch schon gesehen, Olivier-Orio, grandioser Wein und das
- 40:09ist dann schon für die Qualität wirklich günstig auch, also jetzt wirklich im Somilis Sinne, ja,
- 40:13es ist nicht irgendwie dekadent kommen, aber das sind dann 90 Euro einfach sehr, sehr gut angelegt
- 40:18und dann geht es vielleicht los mit einem deutschen weißwein Riesling oder sowas und dann
- 40:22vielleicht noch ein Burgunder, was Rot ist. Oder in Bordeaux, wenn du im Schwarzen Adler bist,
- 40:28die haben ja auch eine legendäre Sammlung, da muss Bordeaux ein Ja.
- 40:32Da sich da auch in Bordeaux reinzuknien, hast du davor lieben? Also bist du eher linkes Ufer,
- 40:37rechtes Ufer, bist du Norden Süden, bist du traditionelles Haus oder bist du Modernist?
- 40:42Ich hatte früher den Spitznamen, als unsere Verkostung angefangen haben, Pomerol-Tobi,
- 40:47weil ich fast immer Pomerol dabei hatte und Pomerol war irgendwie für mich leicht zu erkennen,
- 40:54weil es oft dann mehr lobasiert ist, außer jetzt natürlich bei den Blockbustern wie La Fleur
- 40:58und so weiter, aber ich liebe, also ich habe früher wirklich geliebt Pomerol,
- 41:04on end, also nur Pomerol, bisschen Sanct-Émillon, aber mittlerweile bin ich schon auch eher linkeseite
- 41:14und wie gesagt die aromatische Tiefe, die einfach das linke Ufer hat, also vor allem Proyac und so was
- 41:21in der Reife, das ist Wahnsinn. Also ich spreche jetzt wirklich nur von Aromatik,
- 41:26oft bei dem reinen Melo ist das, habe ich das Gefühl ein bisschen eindimensionaler vielleicht
- 41:32auch. Natürlich wenn der Reife so ein großer Wein ist von einem tollen Terroir,
- 41:36dann ist es auch sehr, sehr gut, aber wie gesagt, wenn du einen großen Bordeaux im Glas hast,
- 41:41dann merkst du das schon von 30 cm Entfernung zum Glas, merkt man das schon, also das ist dann
- 41:47wirklich so. Das ist so, das fließt da raus und sagt, trink mich. Ist das bei dir persönlich
- 41:57Entwicklung oder ist das übertrunken oder ist das einfach mit dem Alter Geschmacksveränderung
- 42:05oder warum bist du ins andere Ufer gewandert, also zumindest wie du viel? Gute Frage, also ich vermute,
- 42:12dass man als jüngerer Someli diese Fruchtkomponente bei Pomarol oder besser gesagt bei Melobasierten
- 42:19Weinen einfacher versteht und einfacher damit sich identifizieren kann und sagt, das ist lecker,
- 42:27das ist saftig, das hat diese sappy, juicy Fruit und so weiter und aromatisch ist es auch toll
- 42:34und die anderen Sachen vielleicht noch nicht so versteht oder an sich ranlässt und dann irgendwann
- 42:40versteht wie gesagt diese aromatische Tiefe von der wir sprechen und die Komplexität ist dann
- 42:45schon noch mal anders, aber vielleicht ist es auch nur eine subjektive Meinung. Die Weine sind ja
- 42:52auch teilweise einfach extrem elegant, vor allem die älteren Sachen, also ein großer Bordeaux hat
- 42:58irgendwie gefühlt 11,5-12 Alkohol, das kann man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen,
- 43:02also das ist extrem, also die Weine sind eigentlich total elegant, total leicht und haben trotzdem
- 43:08diese Kraft, früher haben Gäste immer gesagt, ich will einen kräftigen Wein, sie haben aber
- 43:12Bordeaux gemeint und der hatte aber weniger Alkohol als ein Riesling heute, also das kann man sich
- 43:17überhaupt nicht vorstellen, dass das analytisch gesehen oder technisch gesehen eigentlich total
- 43:22leichte Weine sind und deswegen ja auch ein Trinkfluss haben, also so ein linkes Uferwein,
- 43:29wenn die gereift sind aus den 60er und 70er und 80er, die haben ja ein Trinkfluss, das ist ja
- 43:33gefährlich, also das ist ja Wahnsinn. Siehst du aber grundsätzlich eine Entwicklung im, also vom
- 43:38rechten zum linken Ufer oder sagst du es ist nach wie vor immer, immer vorlieber, also würdest du dem
- 43:43rechten Ufer, es ist eine kätzliche Frage, es war auch gar nicht irgendwie blöd sein, sind die
- 43:48einfacheren Weine in die linken, sind die freaky gerinnen oder rechts sind gerne Weintrinker und
- 43:52links sind die für die Nerds oder kann man das so nicht pauschalisieren? Würde ich jetzt nicht
- 43:58pauschalisieren, also wir wissen ja sehr gut, dass die fast die teuersten Weine sind aus dem,
- 44:05von dem rechten Ufer und sind auch nicht klassifiziert, also Lafleur, Petrus und Co. Also das und genau
- 44:12diese zwei Weine sind ja in sich ein absolutes Unikum, also Petrus in fast allen oder vielen
- 44:19Jahrgängen 100% Mellow, die Weine sind also ich sag mal komplex, also alte Petrus komplexer und
- 44:26spannender Würz nicht und genauso wie Lafleur ist ja überhaupt nicht so viel Mellow basiert, wie
- 44:33jetzt die anderen, also kein klassischer Pomerol, sondern eher ausgelichen von den Rebsorten,
- 44:40Cavanairefort und so weiter und da das kann man auch blind schwierig als Pomerol dann, finde ich auch,
- 44:47festnageln, aber beides ist eben für sich halt ein totales Unikum und auch gigantisch, also die
- 44:53Weine sind Monomente im Bordeaux und hätte ich die Wahl und unlimited Cash wären das wahrscheinlich
- 45:01schon die Go-to Sachen, also so blöd es klingt, so blöd es klingt, aber man muss halt einfach
- 45:06wirklich sagen, dass auch Petrus, wenn man das mal alt probiert, kann wirklich lebensverändern sein,
- 45:12also das ist und jetzt werden die ganzen Naturweinleute sagen so, ah, so konventionell,
- 45:17reiner Mellow, das kann ja gar nicht sein, guys please try it und dann können wir noch heute
- 45:22überreden, weil es ist einfach die Wahrheit, aber auch Petrus in den verschiedenen Phasen,
- 45:28also auch vor der Übernahme bzw. vor 61, 47 und so weiter, wo man sagt man, das ist noch der
- 45:36alteste hier oder das ist noch die alte Generation gewesen, auch da oder erst in der neuen Entwicklung
- 45:45des Weingutes. Also natürlich ist das einer der torsten Weining, die es gibt auf der Welt und ich
- 45:50trink das seltenst, aber hatte natürlich das Glück durch mein Umfeld und durch meine Passion,
- 45:57schon das eine oder andere Mal halt einen im Glas gehabt zu haben, aber das Jüngste, was ich jetzt
- 46:02probiert habe, war bei einer Verkostung in der Geist des Weingalerie 2006 und das war schon
- 46:11anders von der Realistik, also es hat so geschmeckt, wie wenn das jetzt nicht, das wird kein 1955 so,
- 46:18so als wird kein Langstreckenläufer. - Ah, glaubst du nicht? - Wow! - Und das war schon aromatisch absolut
- 46:25voll da, entwickelt, es war am Gaumen Wahnsinn, also das war schon ganz klar melolastig, aber es war
- 46:31trotzdem grandios. Würde ich ein Tausender für zahlen, wahrscheinlich nicht, aber es war sehr,
- 46:38sehr gut, aber ansonsten, wie gesagt, kommt man jetzt nicht jeden Tag an den Petrus vorbei,
- 46:43deswegen kann ich das gar nicht so wirklich sagen, aber ich denke nicht, dass die in so einem
- 46:47Weingut was anbrennen lassen, also das kann ich mir einfach nicht vorstellen. - Glaub ich auch nicht.
- 46:51Hast du Angst um die aktuellen Jahrgänge mit der Stilveränderung seit, keine Ahnung, Ende der
- 46:5890er Jahre, dass man diese, ähnlich wie du es beim Begunfhorn geschildert hast, also diese lange
- 47:04Entwicklung über 20, 30, 40, 50 und darüber hinaus Jahre nicht mehr haben wird, oder sagst du, wie
- 47:11du sagst, die lassen nichts anbrennen, die betrachten nicht nur die kurzfristige Zugänglichkeit der
- 47:15Weine, was ja oft ein Grund für die Stilveränderung auch war, teilweise eben auch für die gehören
- 47:20Alkoholkreditionen, die die Weine ja zeitweise hatten und das wird dir nichts ausmachen, also ich
- 47:27werde auch mit meinen Enkeln zusammen Weine aus wo 15 genießen können. - Ja, die Weine sind natürlich
- 47:35um einiges alkoholstärker, also mit dem Jahrgang glaube ich so 2,5 war es dann irgendwann mal so,
- 47:41dass einfach eine neue Ära fängst da an, dass sie da dem nicht mehr her waren, also wie überall
- 47:47fast in Europa und dann sich zu Alkohol bekannt haben mehr oder weniger. - 2,3 natürlich auch wieder
- 47:53hier sehr speziell, weil Jahrhunderthitze und 2,4 war ja relativ kühl dann, also das krasse Gegenteil,
- 47:59aber ja du hast recht, also man hat dann irgendwann einfach nur noch sehr alkoholstärke, sehr ausladende
- 48:07Weine gehabt, die dann nicht mehr diesen Trinkfluss hatten, den man eigentlich kennt vom Bordeaux,
- 48:12aber wie die in der Zukunft werden, das ist eine sehr gute Frage, also im Begrund sieht man es,
- 48:18dass ja viele rote Begunder und auch weiße, vor allem weiße, eher schon nach 3,4,5,6 Jahren
- 48:26sehr schön zu trinken sind und wahrscheinlich auch so, dass dabei sich jemand gedacht hat,
- 48:32das gehört so, meine ich damit, wobei ich auch schon 2,17er Weißbegunten mit Prämux hatte,
- 48:38also das ist auch schon, wie gesagt, also wenn man da jetzt mal einen großen Wein gekauft hat,
- 48:43in 2,17, 2,18, 2,19 wäre ich skeptisch, ob man da jetzt dann noch 20 Jahre warten muss bis zum
- 48:5150. Geburtstag, wahrscheinlich nicht, aber im Bordeaux bleibt spannend, aber es gibt ja von den
- 48:59Jahrgängen, die jetzt langsam spannend werden, so 2000 sind natürlich noch Babys, also die
- 49:04großen oder 2002 so Zwischengangs. Ja, fast 25 Jahre, also das ist ja auch nicht mehr so jung.
- 49:09Absolut, aber du weißt es ja selber, wenn du jetzt Latour aus 82 probierst, das ist infantil,
- 49:17also das ist lecker zu trinken und es ist voll da, aber es hat nicht, es hat nicht dieses
- 49:23kratzile, tänzlende, tief aromatische, diese absolut diese neue Dimension an Aromatik hat
- 49:34das noch nicht, sondern das ist eher fleischig, saftig, konzentriert, wie Latour eigentlich auch ist,
- 49:38aber das nochmal 30 Jahre drauf und das ist Wahnsinn und da ist aber um auf seine Frage
- 49:44zurückzukommen, Jahrgänge wie 2,2 so Zwischenjahrgänge, die im Bordeaux auch nicht wirklich teuer sind,
- 49:48die langsam gut rumkommen von der physiologischen Reife schon irgendwie da sind, das ist ja immer
- 49:55noch sehr gut erhältlich, da glaube ich kann man dann auch noch in 10 Jahren darauf zugreifen,
- 50:00teilweise auch günstiger als, hat der René Gabel glaube ich berichtet, die Weine werden günstiger
- 50:08als die Leute, die damals in den Subscriptionen gekauft haben. Ach so echt? Bestimmte Jahrgänge,
- 50:14und das ist ja nicht alles natürlich, aber schon einige, also da Preise sind explodiert,
- 50:22die Leute haben trotzdem gekauft und Preise sind gesunken und ja. Ja stimmt, ja, macht
- 50:28Sinn. Wenn du so auf der einen Seite Nostal geschpisst oder eben auch traditionell, wie findest du so
- 50:35Entwicklungen wie im Saint-Domingue, also wo ja teilweise alles mit auch eintritten, austritten
- 50:39Veränderungen der Gesamtkonstellation, findest du sowas gut und sagst, das ist zeitgemäß oder
- 50:46fandest du es vor fünf oder zehn Jahren, also alles beim Alten war es besser? Also ich finde
- 50:54es schon wichtig, dass man auch in einer, wie gesagt, altehrwürdigen, wunderschönen Gegend wie
- 50:58Saint-Émileur, die wirklich deutlich schöner ist als auf der anderen Seite. Super schön steht
- 51:06hier, stimmt. Also ich find Bordeaux auch nicht hässlich, also Bordeaux ist für mich ein der schönsten
- 51:10steht in Frankreich. Ja also jetzt rein von Appellationen und von dem wirklich Weimar-Orion,
- 51:18aber ich find das schon okay, dass man mit dem aktuellen auch irgendwie Stand hält und nicht
- 51:24irgendwie, weiß ich nicht, im letzten Jahrhundert irgendwie festhängt, das macht ja auch keinen Sinn,
- 51:30also es gibt natürlich Grenzen oder es sollte Grenzen geben, aber ich persönlich hab damit
- 51:36kein Problem, also es ist ja schön, wenn mehr Leute hinkönnen und sehen, was da passiert und die
- 51:41Sachen probieren können, vielleicht nicht gut für die Preisentwicklung, aber das hängt ja dann doch,
- 51:47mein Tourismus auch irgendwie mit unserem Job zusammen im entferntesten Sinne und deswegen,
- 51:53ich find das okay, also ich hab damit kein Problem. Aber hast du graviert, was da so vor zwei, drei,
- 51:58vier Jahren, wie sich also das Gesamtgebiet letztlich verändert hatten, was da ausgehebelt wurde? Jetzt
- 52:04bist du ins linke Ufer gewechselt, welche Appellation hast du da Favoriten? Wir haben relativ viel
- 52:09Projacke in letzter Zeit gedrungen, also auch wirklich kleinere Sachen, so Ebaykäufe für 60,
- 52:1470 Euro und so weiter, und das war immer super, also oder auch Südbordeaux, Pesach, Leonern, Graf und
- 52:21so was auch wunderbar, also diese erdige Komponente, die dann auch so ein bisschen dazu kommt,
- 52:27das kann echt Spaß machen und wie gesagt, wenn du im Borgund richtig Spaß haben willst, dann
- 52:33wird es halt mittlerweile, muss man einen kleinen Kredit aufnehmen, so ungefähr und in Bordeaux
- 52:38schon krass, ja. Habe ich das Gefühl, mal nicht unbedingt ein Block, was da Namen nimmt,
- 52:43dass man da noch mehr kriegt für den Euro im Bordeaux. Ja, gerade weil das Gebiet ja auch
- 52:50wirklich relativ groß ist und es teilweise auch Weine gibt, die überhaupt keine Aufmutter hat,
- 52:55die aber teilweise auch eine gewisse Reife-Fähigkeit haben und wo man dann ein richtiges Schnäppchen
- 53:01hat, trotz dessen finde ich und da kannst du mich total gerne belehren, das glaube ich
- 53:06als vorhin schon mal erwähnt einige Weingüter einen Stil haben, ähnlich wie im Borgund manche
- 53:12Produzenten, den halt kein anderer kann, also Bechwell finde ich ist einzigartig in seiner Art,
- 53:18oder du hast vorhin Latour erwähnt oder Pichon oder Contest oder was auch immer, also es sind alles
- 53:23sehr unig unfassbar und dann ja eben auch in dieser Größe der Weingüter, also wo du auch über
- 53:30die Jahre kontinuierlich diesen Stil beibehältst und auch mit der Veränderung ist halt ein Fischak,
- 53:35trotzdem noch ein Fischak, auch wenn es ein anderer Fischak ist, also aus den 70er Jahren. Absolut,
- 53:39absolut, ja. Empfiehlt es auch dein Guest. Wir haben auf unserer Weingarte gerade eher noch den
- 53:45Fokus auf Borgund, also wir haben leider nur eine Seite Bordeaux, die ist gut selektiert,
- 53:50aber es ist leider nur eine Seite und die absolute Grüße eigentlich oder der Platz geht schon ins
- 53:57Borgund, also muss man schon sagen. Das ist auch immer noch wie gesagt die bleibende Passion,
- 54:01aber mittlerweile, wenn wir uns jetzt treffen mit Freunden und so weiter, dann, der Stefan Grabler
- 54:08zum Beispiel, einer meiner besten Freunde, also wenn wir uns treffen, dann sagen wir eigentlich
- 54:12immer, es muss unbedingt ein Bordeaux dabei sein. Was wir sonst trinken ist egal, aber es muss ein
- 54:17Bordeaux dabei sein. Und er ist auch so ein, er sagt immer, es ist ein Alternwein, was ich sehr
- 54:21witzig finde. Ja und dann wird das immer öfter dann auch wirklich eine Flasche Bordeaux dabei,
- 54:31also es macht Spaß. Was aber, also Alternwein, die Bezeichnung finde ich gar nicht irgendwie so negativ,
- 54:35wie es im ersten klingt, weil es ja auch von Erfahrung spricht, von Gesetzheit, von wir müssen
- 54:40die Welt nicht sofort alles verändern oder alles über einen Haufen werfen, es hat ja auch was mit
- 54:43Genügsamkeit zu tun und so finde ich Bordeaux. Es war so eines der kommerziellsten Gebiete,
- 54:48die es gibt und lebt letztlich vom, vom Kommerz ist es wahrscheinlich so als Amerika Frankreichs,
- 54:52aber was dort, was dort bewegt wird, finde ich und trotzdem eben behalten wird,
- 54:57finde ich schon großartig. Warum habt ihr begundet, ist das München, also es so wie Hamburg,
- 55:01Bordeaux, ist München begundet oder ist das einfach damals persönliche Vorliebe oder will
- 55:06das zufällig irgendwo in der Liste stand oder wie hat sich deine Karte darin umgesetzt?
- 55:10Okay. Schon eine Mischung heraus, also ich bin ja eigentlich, wie gesagt, die letzten,
- 55:16das letzte Jahrzehnt schon deutlich mehr auf der Begründerschiene, auch privat, man sieht es
- 55:22an wie gesagt meinem Instagram. Ich liebe Begründer, ich habe unfassbar viel Spaß damit,
- 55:27wirklich auch eine fast teilweise besessene Passion davon, auch irgendwie zu sammeln oder
- 55:36oder die Weine aufzumachen, zu trinken, drüber zu reden, blind verkosten, mit Freunden zu teilen
- 55:41und das ist natürlich mit eingeflossen in die Weinkarte und Bordeaux haben wir gar nicht so
- 55:49viel immer verkauft, auch in den anderen Stationen, sondern es war immer eher begund, also München
- 55:53hast du absolut recht, ist schon eher begund, wobei man auch sagen muss, jung und alt, also das ist
- 56:02schon verrückt, also wir haben auch teilweise ganz normale Gäste, super liebe Pärchen, die aussehen,
- 56:09wo wenn die eine ist vielleicht ein Lehrend, der andere ist vielleicht ein, weiß ich nicht,
- 56:13Konsulting, klassisch München oder sowas und dann bestellen die aber zwei Flaschen begund,
- 56:17pro Flasche 3-400 Euro, also völlig ohne Wartel, also du siehst den gar nicht an,
- 56:23dass die so eine begunder Liebe dafür haben, weil oft denkt man, das sind vielleicht dann
- 56:27Gasturleute oder Weinsammler oder Weinhändler, die sowas trinken, aber nein, es sind teilweise
- 56:32total normale Leute, die da sich richtig verausgaben, also auch finanziell, das ist verrückt zu sehen
- 56:38auch irgendwie. Glaub ich ja, und auch eine gewisse Freude, sammelst du Weinen, sammelst du bestimmte
- 56:43Weine oder gerade was du bekommst für eure Weinenrunden zum selber trinken oder eher als dann doch
- 56:48Wertanlage oder will du nicht glaubst, dass die günstiger werden oder? Also wenn was übrig bleibt,
- 56:54natürlich versuchen wir, wenn wir Weine bekommen fürs Restaurant natürlich alles zu haben,
- 57:00das ist schwierig, weil um gewisse Weine zu bekommen, das weißt du, weil jeder muss man andere
- 57:06Weine kaufen, damit man eine Allokation bekommt. Es gibt den einen oder anderen Händler, der mir
- 57:12netterweise ein, zwei Flächen pro Jahr gibt für mich privat, das hat dann auch nichts mit dem
- 57:16Restaurant zu tun und das wird gesammelt, aber das ist eher irgendwann zum trinken, weil das ist
- 57:22ja im Runde meine ganze Legacy auch irgendwie Wein, also das irgendwann zu verkaufen, das würde
- 57:29mir überhaupt nichts bringen, aber andererseits ist gar nicht so viel Wein da, dass man den so
- 57:36groß sammeln kann, also ich würde jetzt mir keinen weißen Burgunder, nichts gegen weiß Burgunder,
- 57:43ich I love it, aber ich würde mir jetzt nicht in jedem Jahrgang weiß Burgunder von dem Winzer in
- 57:47den Keller liegen, sondern das ist eine Weine, die halt sofort getrunken werden, sondern wenn
- 57:52dann sind das Weine, die einfach wirklich ein paar Jahre brauchen, vor allem Rotweine, die Champagner,
- 57:57viele, meine Frau liebt Champagner zum Beispiel und wenn die Geburtstag hat oder ich Geburtstag
- 58:02haben und wir essen gehen oder wir sind irgendwo, dann wird mal ein Flächen was besseres aufgemacht
- 58:08und dafür sammelt sich eigentlich ja so. Jetzt verstehe ich es aber auch, was du am Anfang gesagt
- 58:12hast, dass es für dich ungewöhnlich ist bei so einer SZ-Magazinverkostung mal ein Rose von 5 bis
- 58:2012 Euro zu probieren, kannst du die Weine dann werten und einschätzen oder wundervolle bewertest
- 58:25du die Weine dann nach, nach Lecker oder Trinkba oder morgen keine Kopfschmerzen oder verstehe ich
- 58:30sofort oder was da der Ansatz dabei, also gerade bei dem Riesling waren es ja auch, dass da unter 16
- 58:35Euro war, glaube ich, also da schon Grenzen gesetzt sind. Du, ich gehe da eigentlich genauso ran wie
- 58:42bei jedem anderen Wein, also ich habe damit und es waren auch wie bei diesen Rieslingen wirklich
- 58:46Überraschungen dabei von Winzern, wo ich gesagt habe, das schmeckt ja gar nicht wie ein Basiswein,
- 58:52sondern das schmeckt ja schon wie ein Lagenwein und das ist schon Wahnsinn. Also was da in der Basis
- 58:58abgeht, ist ja unfassbar. Haben die deklassifiziert oder was haben die damit gemacht? Warum ist
- 59:02es so gut? Also ich probiere das ganz normal und gehe da eigentlich genauso ran wie wenn ich jetzt
- 59:09irgendwie mit jemandem einen großen Wein hinstellt. Das macht für mich eigentlich keinen Unterschied.
- 59:14Und im Gegenteil, ich war wie gesagt überrascht, dass doch diese Weine, die ja oft, vor allem
- 59:19bei den Roseweinen ja gar nicht so bei den Rieslingen so ein bisschen gemacht sind. Also wo man weiß von
- 59:24vornherein, das sind gigantische Tanks mit Milliarden von Litern und da wird einmal drüber gebügelt
- 59:31so nach dem Motto und dann schmeckt das alles gleich. Aber es waren extreme Unterschiede
- 59:35bei den Rosés, also wirklich gravierende Unterschiede und das war interessant zu schmecken. Ich habe das
- 59:41so nicht erwartet. Also vieles natürlich schlecht, aber vieles auch trinkbar und völlig okay,
- 59:47also Preisleistung super. Wie geht ihr bei so einer Verkostung ran? Also wenn ich jetzt keine Ahnung
- 59:52für ein Vino-Wein-Guy probiere, dann ist es meistens so, dass man so als Verkoster hier
- 59:58ausgesucht wird, wenn man ein gewisses Geschmacksbild vertritt, was der Chefredaktion, dem Vino-Wein-Guy
- 1:00:03oder sonstigen entspricht, wo man sagt, man hat mehr oder weniger alles aus einem Guss. So wie
- 1:00:07keine Ahnung, seinerzeit bei Parker sucht erseh natürlich auch seine Verkoster so aus, die nach
- 1:00:11seinem Geschmack mehr oder weniger verkostet haben, damit ein Stil darin gegeben ist, weil er natürlich
- 1:00:16nicht die ganze Welt mit einmal probieren kann. Ist so was bei einer SZ-Verkostung auch oder bei einer
- 1:00:21SZ-Magazin-Verkostung auch, dass man sagt, okay, wir wollen die und die Weine finden,
- 1:00:25hilf uns dabei, Tobi. Oder sagt man, setz dich mal davor, trink die mal und sag mal, was du interessant
- 1:00:32findest. Also bei der SZ war alles bis jetzt blind, tatsächlich. Also das heißt, die suchen die
- 1:00:38Weine aus und das ist blind und dann danach wird erst gezeigt, was es ist. Findest du es gut?
- 1:00:44Ja, schon. Es gibt natürlich so zwei Ansätze, finde ich. Auf der einen Seite, wenn du es blind
- 1:00:50probierst, konzentrierst du dich rein auf deinen Geschmack. Aber wenn du halt siehst, was es ist,
- 1:00:55kommt diese Wissensebene mit dazu, was dich natürlich manchmal beeinflusst, manchmal auch
- 1:00:58manipuliert, aber manchmal eben auch so ein Verständnis entgegenbringt. Wenn du das Grau von
- 1:01:03Gerhard Richter siehst und denkst du auch, welcher Male hat ein Dargemalt, bist du die
- 1:01:07Schaffensebene verstehst. Und so finde ich es beim Wein ja manchmal auch, dass man zumindest um die
- 1:01:10Handschrift des Winters zu verstehen, gerade wenn du nur einen Wein oder ein Glas probierst,
- 1:01:15dann hilft es manchmal zu wissen, welcher Winzer das ist. Genau, aber es spoilt ja auch deine,
- 1:01:22deine unbeeinflusste Meinung. Also das ist ja ein Problem, wenn du jetzt Rieslinge hast und du
- 1:01:29siehst schon das Dönhof Label, so nach dem Motto. Ja. Und jetzt bin ich natürlich Dönhof Fan,
- 1:01:34dann weiß ich, okay, der Basiswein wird auf jeden Fall einer der besten sein, in meinem Kopf,
- 1:01:38obwohl ich ihn noch nicht probiert habe. Das bedeutet, ich gehe da eher unbedarf dran und sage,
- 1:01:44ich probiere das alles, weil die Wissensebene kommt sowieso dazu. Also wenn ich mir sicher bin,
- 1:01:48dass der Wein von der Nahe ist, weil er einfach dieses Weißfleisch gehabt oder was auch immer,
- 1:01:52dieses puristische, mineralische, dann ist er wahrscheinlich auch von der Nahe. Also dann liegt
- 1:01:57das relativ nahe und dann, es war ein Wortspiel. Ja, ich war gerade in der Licht. Es liegt tatsächlich
- 1:02:04einfach nahe, dass es diese Region ist, weil diese Rieslinge haben wir trotzdem auch alle
- 1:02:10eine Stilistik für sich, die Applation in Deutschland. Und wenn das einfacher rausgeschmecken ist und man
- 1:02:15sich sicher ist, dann ist es halt auch der Wein, der es ist. Und dann weiß ich auch danach, okay,
- 1:02:19es war dann doch der Dönhof. Und dann ist ja die Wissensebene, dann kommen sie dann quasi von der
- 1:02:24anderen Seite. Es gibt kaum eine international ausgerichtende Weinkarte, auf der kein Wein aus
- 1:02:45Neuseeland zu finden ist. Das scheint einfach erstaunlich, da das gesamte Land lediglich über
- 1:02:51und jetzt haltet euch fest, so viel Anbaufläche wie die Toskana oder Oregon verfügt, sage und schreibe
- 1:02:5638.000 Hektar. Aber jeder will diese Weine haben. Warum? Weil unsere Gäste diese Weine lieben.
- 1:03:01Sie sind greifbar, sie sind verständlich und doch authentisch und einzigartig und sinnbildlich
- 1:03:06dafür stehen die Weine der Babich Winery, eines der ältesten und bedeutendsten Familien geführten
- 1:03:12Weingüter Neuseelands. Deren Geschichte beginnt mit einem Traum und einem mutigen Jungen aus
- 1:03:17Kroatien. Joseph Babich war erst 14 Jahre, als er 1910 nach Neuseeland auswanderte, allein ohne
- 1:03:23Besitz, aber mit einem festen Ziel vor Augen. Sechs Jahre später pflanzte er seine ersten
- 1:03:29Reben in der wilden Landschaft von Henderson in West-Augland und legte damit den Grundstein für
- 1:03:34das, was später zu einem weltweiten Erfolg werden sollte. Was damals als keiner Familiebetrieb
- 1:03:39begann, steht heute als Symbol für Neuseeländischen Pioniergeist und Innovation im Weinbau. Jeder
- 1:03:44Wein, der heute, wie damals das Weingut verlässt, erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte von
- 1:03:49harte Arbeit von Generationen, die mit Leidenschaft an einem Traum festhalten und von einem unermüdlichen
- 1:03:54Streben nach Exzellenz. Klingt polemisch, ist aber nicht übertrieben, denn selbst die Geschichte
- 1:03:59der Babich Winery ließ sich wie ein Roman von dem bescheidenen Anfängen als einfache Tafelweine
- 1:04:04den Großteil der Produktion ausmachten bis hin zur Entscheidung, in den 1970er Jahren die
- 1:04:09Ausrichtung komplett zu verändern und auf Premiumweine zu setzen. Diese Weichenstellung war revolutionär.
- 1:04:15Die Babich wollten nicht nur irgendein Wein herstellen, sie wollten Wein erschaffen,
- 1:04:19die auf der internationalen Bühne bestehen. Und genau das gelang ihn. Heute genießt Babich
- 1:04:24weltweit einen Ruf für exzellente Neuseeländische Weine, die in über 50 Ländern exportiert werden
- 1:04:31und insbesondere in den USA und Europa geschätzt werden. Ein entscheidender Wendepunkt in dieser
- 1:04:34Erfolgsgeschichte war der mutige Schritt nach Marlboro, der Weinregion, die wie geschaffen war
- 1:04:40für Sauvignon Blanc zu gehen. Er kannte das Potential dieser regionen Kombination mit
- 1:04:44Sauvignon Blanc frühzeitig und begann, die Rebsorte anzubauen, die heute das Aushängestild des
- 1:04:48Weingutes ist. Der Babich Black Label Sauvignon Blanc wurde schnell zu einem Bestseller und
- 1:04:53eine feste Größe unter den Premiumweinen Neuseelands und spiegelt, dass Potential Marlboro
- 1:04:58es ein beeindruckender Weise wieder, seine lebendige Aromatik für ein tropische Fruchtestachelbäre
- 1:05:03Citrusnoten mit einer fein mineralischen Frische, typisch für diese Region. Was ihn besonders
- 1:05:08auszeichnet, ist seine Präzision, eine perfekte Balance zwischen knackiger Säure und ausladener
- 1:05:14Reifer leicht zugreifender Frucht. Ergänzt durch subtile Kräuter-Norhosen, das ist,
- 1:05:19was unsere Gäste lieben. Dieser Wein wird aus handverlesenen Trauben vom Babich eigenen
- 1:05:23Weinbergen in Marlboro gewonnen, die unter nachhaltigen Bedingungen bewirtschaftet werden,
- 1:05:28um anschließend in der Edelschaltank, um die charakterische Frische zu bewahren, zu fermentieren.
- 1:05:32Marlboro ist das unangefochten Herdstück des neuseeländischen Weins mit einer Anbaufläche
- 1:05:38von über 27.000 Hektar, das größte Weinamtbaugebiet Neuseelands. Und verantwortlich für etwa
- 1:05:4475 Prozent der nationalen Weinproduktion. Interessant ist dabei die Konzentration auf
- 1:05:50rund 85% der Anbaufläche einnimmt und zum Markenzeichen des Landes geworden ist.
- 1:05:55Das Klima in MyBro ist ein Schlüsselfaktor für den außergewöhnlichen Charakter der
- 1:05:59Weine.
- 1:06:00Die Region verzeichnet ein Jahresdurchschnitt von rund 2.400 Sonnenstunden.
- 1:06:05Bei moderaten Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad.
- 1:06:07Diese kühlen Traumtemperaturen sorgen für die langsame Reifung der Trauben, was den
- 1:06:11Wein, ihre aromatische Intensität und ihre knackige Säure verleut.
- 1:06:15Trotz der vielen Sonnenstunden bleiben die Niederschläge relativ gering mit durchschnittlich
- 1:06:18650 Milliliter pro Jahr.
- 1:06:20Dies zwingt die Reben dazu, tief in den Boden vorzudringen, um was da zu finden, was den
- 1:06:24Weinen zusätzliche Komplexität verleiht.
- 1:06:27Besonders spannend ist die Geologie der Region.
- 1:06:29Die Böden im Ray Ravelle bestehen aus Schwemmland, Kies und Lehm, während im Award Ray Valley
- 1:06:34Steinigere von kalkdurchsogene Böden dominieren.
- 1:06:37Diese Unterschiede prägen den Stier der Weine, die von fruchtbetonten mineralischen bis hin
- 1:06:41zu straffend strukturierten Profilen reichen.
- 1:06:43Gerade diese geologische Vielfalt gibt den Winzern die Möglichkeit einzigartige,
- 1:06:47Kiroa geprägte Weine zu kreieren, die international immer mehr Anerkennung finden.
- 1:06:52Mit mehr als 140 Weingütern und über 500 registrierten Weinmarken ist Marlboro ein
- 1:06:57pulsierendes Zentrum der neuseeländischen Weinenindustrie.
- 1:07:01Dank seiner konstanten Qualität hat die Babbage Winery und damit deren Vorreiter der
- 1:07:05Babbage Black Label zahlreiche Auszeichnungen erhalten und gilt heute als eine Referenz
- 1:07:10für den neuseeländischen Zovnion Blanc.
- 1:07:12Schon sehr früh setzen die Babbage auf nachhaltige Anbaumethoden.
- 1:07:15Heute bewirtschaften sie einige ihrer besten Weinberge nach biologischen Prinzipien und
- 1:07:21gehören zu den Vorreitern im ökologischen Weinbau.
- 1:07:23Sie verstehen, dass großartige Weine nicht nur im Keller gemacht werden, sondern bereits
- 1:07:28im Weinberg.
- 1:07:29Doch es ist nicht nur das Naturbewusstsein, der erfolgt der Beeindruck.
- 1:07:32Es ist auch die ständige Suche nach Perfektion.
- 1:07:34Innovation liegt in der DNA des Unternehmens.
- 1:07:36Babbage hat sich der Forschung verschrieben und arbeitet eng mit Universitäten und Weinbau-Instituten
- 1:07:42zusammen, um die beste Anbaubedingungen für ihre Reben zu schaffen.
- 1:07:45Diese, wissenschaftlicher Rangehensweise gepaart mit einer unbändigen Leidenschaft für Wein,
- 1:07:50hat Babbage zu einem der beständigsten Weingüter Neusilanz gemacht.
- 1:07:53Unter der Leitung der dritten Generation Peter and Joey Babbage hat das Weingut modernste
- 1:07:58Technologien wie Temperaturgesteuerte Gärung und den Einsatz von Edelstalltags eingeführt.
- 1:08:02Techniken, die den Wein eine Frische und Kleid verleihen und die zum Markenzeichen vom
- 1:08:07Babbage geworden sind.
- 1:08:08Und die nächste Generation steht bereits in Stadion durch einen David und Andrew Babbage
- 1:08:12für die Familientradition fort und treibt die Vision ihres Urgroßvaters weiter voran.
- 1:08:16Babbage war eines der ersten Weingüter, das Social Media nutzte, um auch eine jüngere
- 1:08:21Zielgruppe anzusprechen und positionierte sich dabei geschickt als modernes Unternehmen mit
- 1:08:25tiefen Wurzeln.
- 1:08:26Und dank ihres weitsichtigen Bewusstseins unterstützen sie auch uns bei diesem Partnersprojekt.
- 1:08:30Und dafür sagen wir ganz vielen Dank der Babbage Winery und dem deutschen Importeur, dem Handelshaus
- 1:08:35Schlumberger.
- 1:08:36Findest du, wir können das genauso wie im Bordeaux oder teilweise im Bugunt, dass man sagt,
- 1:08:52okay, man hat einen Riesling bei der Rebsorte zu bleiben, von der Mosel ein, von der Nahe
- 1:08:57ein, aus dem Reingau, dass man den erkennen kann.
- 1:09:00Und darüber hinaus die Winzer und das Ja und...
- 1:09:03Auf jeden Fall.
- 1:09:04Also ich finde, im Bordeaux kann man...
- 1:09:06Genauso ausgeprägt wie im Bordeaux?
- 1:09:07Also jünger, jetzt in jünger Jahren nicht mehr.
- 1:09:10Also ich würde sagen, dass wir bis 2000, das ist vielleicht die schwierige Jahre, weil
- 1:09:16alle Weine einfach saukonzentriert sind.
- 1:09:18Aber ich sag mal, bis in die 90er, glaube ich, würde ich meine Handelsfeuer legen, könnten
- 1:09:25wir in einer guten Runde sehr wohl sagen, in welcher Applation wir sind.
- 1:09:30Ab 2000 nicht mehr, oder?
- 1:09:33Ja.
- 1:09:34Also bei jungen Weinen, es sieht vielleicht noch 2004 oder sowas, wo dann die Weine doch,
- 1:09:39wie gesagt, physiologisch einfach reifer sind, schon da.
- 1:09:43Aber jetzt bei dem ganz jungen Bordeaux, glaube ich, finde ich es schwierig, muss ich ehrlich
- 1:09:47sagen, weil das einfach so konzentriert ist und so saftig.
- 1:09:51Und da fehlt natürlich dann so, weißt du, da ist man dann kein Parker, das jahrelang
- 1:09:57dann 100.000 Bordeauxverkosten innerhalb von ein paar Tagen.
- 1:10:00Und dafür in Gauhmann haben, dass da als Sommerli versucht man die Weine natürlich eher reif
- 1:10:06zu trinken oder zumindest in dem Fenster.
- 1:10:08Also mein Gedanke ist, ist das dem Stil und der Veränderung des Stils der Weine geschuldet
- 1:10:12oder ist es einfach der Wein als solches, wo man sagt, in der Jugend hat er eine Primäraromatik,
- 1:10:16die halt aus der Traubenglut heraus resultiert, die so überdeckend ist, dass man da mehr oder
- 1:10:23weniger halt Carbonium Melodzitter rausschmeckt.
- 1:10:25Dann später kommt dann die Sekundäraromatik und bis ich so Terziaromatik eigentlich komme,
- 1:10:30brauchst du halt Reife.
- 1:10:31Und wenn wir den Wein in die Zeit geben, ist es 10er, 25, 10er oder für mich ist es auch
- 1:10:36so andere Jahre wie 214 oder 211 oder sowas, dann durchaus greifbar und auch dann wieder
- 1:10:44identifizierbar.
- 1:10:45Oder findest du, dass das ab 2, was wir vorhin gesagt haben, 3, 2, 5 komplett verloren ging
- 1:10:49und die Weine uniform sind, so uniform, dass sie nicht mehr identifizierbar sind?
- 1:10:54Dafür bräuchten wir eine Zeitmaschine, um das rauszufinden.
- 1:10:58Also ist klar, weil rein aus deiner Erfahrung oder aus deinem persönlichen Empfinden dabei,
- 1:11:02was du, wo du da vor dem Wein sitzt, vorm 2, 10er und sagst, das ist nicht mehr Poyac.
- 1:11:07Ich vermute, dass da schon was daran ist, dass es einfach anders sein wird.
- 1:11:16Ich glaube jetzt nicht, dass natürlich die großen Häuser das jetzt ganz viel anders machen
- 1:11:21als davor, das glaube ich auch nicht.
- 1:11:22Es gibt ja auch durch diese neue Zeit absolute Gewinner, also wenn man jetzt zum Beispiel
- 1:11:27ganz spezifisch rangeht, St.
- 1:11:29Émileon, Chateau la Confession, weiß ich nicht ob du das kennst, mit diesen zwei blauen Flaggen,
- 1:11:34zwei 9, zwei 10, unfassbar, die Weine sind unfassbar, die kosten 40 Euro oder 50 Euro mittlerweile.
- 1:11:40Die Weine sind wahntin, wahntin und die haben auch keinen 14er, halben Alkohol, sondern die
- 1:11:44sind entspannter.
- 1:11:45Also es gibt ja schon auch gute Sachen und ich kann mir nicht vorstellen, dass in Hauswieler
- 1:11:50Fid oder Motor oder Großestonell oder so was, dass die das irgendwie zulassen.
- 1:11:56Also ich glaube schon, dass man irgendwie da noch rangehen kann und ich denke, dass diese
- 1:12:00Weine schon auch noch in 20, 30 Jahren große Weine sein werden, aber vielleicht früher
- 1:12:05reif sind.
- 1:12:06Aber auch hier bin ich kein Önologe und kann nicht in die Zukunft schauen, aber das Gefühl
- 1:12:11habe ich, wenn ich diese Weine jung probiere auf jeden Fall.
- 1:12:13Und Deutschland?
- 1:12:16Wir freuen ja die Frage hatten, also kann man das in Deutschland genauso greifen, kann
- 1:12:22man es genauso differenzieren und runterdeklinieren in unterschiedliche Gebiete bei einer Rebsorte
- 1:12:29oder aber eine Handschrift, unterschiedliche Winzer, Jahrgänge oder ging das?
- 1:12:33Ja mittlerweile ist das ja auch wieder, wenn man zum Beispiel die Pfalz nimmt, früher
- 1:12:39gesagt Rieslinge, die haben in der Pfalz sind, wie gesagt, sauer, haben niedrigen pH-Wert.
- 1:12:46Früher hat man Witze gemacht bei Moosbacher Weinen, die ich natürlich liebe.
- 1:12:50In der Sechserkiste ist eine Packung Panther Porzol-Säureblocker mit da drin.
- 1:12:55Und jetzt machen trotzdem aber viele Weingüter unfassbar gute Pinot Noirs in der Pfalz,
- 1:13:07egal ob Brings oder Christmann oder Andres oder Fusser und so, das ist eine Rotweine,
- 1:13:12Pinot Noir in so einer Region.
- 1:13:14Ich glaube vor 20, 30 Jahren, auch wenn es das vielleicht schon gab, gar nicht so gedacht,
- 1:13:21dass dann mal ein Pfälzer Spätburgunder so der beste deutsche Spätburgunder ist.
- 1:13:24Man hatte ja die anderen Regionen wie Baden oder weiß ich nicht, die klassisch für Spätburgunder
- 1:13:32waren und das hat sich schon so ein bisschen verändert.
- 1:13:37Aber wenn man da, sieht man doch in Baden jetzt nicht, wie soll ich sagen, nicht die Soliveränderung,
- 1:13:46die Jungs machen immer noch, grandiose Weine, wie gesagt Friedrich, Julian, alle, wenn man
- 1:13:52das die junge Sache mal probiert, das ist ja unfassbar.
- 1:13:55Also im Gegenteil bei manchen, bei Friedrich zum Beispiel ist es ja, dass die Weine ja
- 1:13:59immer feiner werden.
- 1:14:01Gegensatz zu früher waren ja doch weiße, wenn du um Schwarze und Adler bist, weil wir
- 1:14:04vorhin darüber geredet haben, die Weisen doch so ein bisschen schmelziger, cremiger, das
- 1:14:09war halt so die Stilistik.
- 1:14:10Aber es war gut, es war lecker, die Weine haben ewig gehalten.
- 1:14:13Also wie es mir dann da ist, kriegen wir einen 2/2 aus der Marken umserviert, weiße Weine,
- 1:14:18weiße Burgunder und die Weine sind top, aber die sind halt ein bisschen, haben mehr dieses
- 1:14:23Chooseier und jetzt wenn du weiß und rot probierst, wird es feiner, obwohl man irgendwie sagt,
- 1:14:29keine Ahnung, Wärme, Klimawandel, Pipapot und die Weine sind total schlank, elegant,
- 1:14:33fein, aber nicht nur eher alle, also auch die Kollegen dort, die Fülle an guten, großen
- 1:14:43Weinen, die man in Deutschland bekommt und auch nicht unbedingt immer große Namen, sondern
- 1:14:47auch andere kleinere, ist Wahnsinn.
- 1:14:50Ja, gerade an so einem Gebiet wie an der Mosel, wo du ganz viele kleine Produzenten hast,
- 1:14:56wo du manchmal einfach davor schießt und sagt, wow, und das für den Preis und das
- 1:15:00für diese Stilistik und Qualität, du findest, dass wir in Deutschland genauso die einzelnen
- 1:15:06Charakteristiken, gebietstypisch herausarbeiten können wie in anderen Regionen, also keine
- 1:15:11Ahnung, auch Italien, Piedmont und Toscana im Vergleich, wenn du jetzt eine Rehsorte vergleichst
- 1:15:17oder in Spanien oder sonstiges, oder wird es hier, was ich halt so ein bisschen manchmal
- 1:15:20finde, Uniforme aufgrund der manchmal gleiche Handschrift heraus, umgangsweise mit den
- 1:15:26Weinen und Stilmittel, die manche verwenden.
- 1:15:28Ja, du meinst jetzt, rausarbeiten als Verkoster oder als Winzer?
- 1:15:36Dass ich halt ein Wein probiere und sage, okay, das ist ein Wein aus der Mittelharte
- 1:15:42oder es ist einer aus dem Preiskau oder es ist einer aus der Hochheimer Hölle oder von
- 1:15:48einer Haare.
- 1:15:49Verstehe, also beim Riesling definitiv, da finde ich, sind die Unterschiede schon klar,
- 1:15:54deutlich erkennbar, das habe ich beim ST, bei der Verkostung gemerkt, aber auch natürlich
- 1:16:01wenn man die Sachen trinkt, wobei auch hier wie gesagt Veränderungen sind.
- 1:16:06Manche Winzer machen mittlerweile so feine Weine, die früher sehr kräftige, hochbetonte
- 1:16:12Rieslinge gemacht haben, machen jetzt sehr feine Weine, man kann aber trotzdem noch irgendwie
- 1:16:18durch ein gewisses, weiß ich nicht, diese Gelbfuchtigkeit oder so dann doch noch drauf
- 1:16:23kommen, dass es dann vielleicht doch reinhessen ist oder irgendwas.
- 1:16:26Das funktioniert schon sehr gut, bei den Roten ist es schwieriger natürlich, weil meiner
- 1:16:31Meinung nach, also hat Deutschland in der Vergangenheit viel zu viel Holz verwendet, neues Holz,
- 1:16:39das steht manchen bei den sehr gut, vor allem in der Reife, wenn sich dann die Elemente
- 1:16:42integrieren und so weiter, dass alles zusammenkommt, dann ist das super, aber oft, wenn man das
- 1:16:46jung trinkt oder auch jetzt irgendwie so 2014, 15, 16, 17 merkt man, dass viele schon Vollgasholz
- 1:16:54genommen haben und das steht dem Wein so ein bisschen im Weg und das merkt man jetzt
- 1:16:58bei den Winzern, über die wir gerade schon gesprochen haben, die alle weniger Holz verwenden
- 1:17:03und die Weine strahlen mehr, ja auch beim Weißwein, die Weine sind strahliger, sind brighter,
- 1:17:08sind heller, sind wie soll ich sagen, die Mineralik ist immer so ein schlimmes Wort, aber es kommt
- 1:17:13alles etwas mehr zur Geltung und die sind irgendwie gestreamlined, glaube ich, ist das Wort, was
- 1:17:18man sagen kann und haben eine unfassbare Aromatik, also da hat sich da hingegen schon viel, viel
- 1:17:25getan und das kann man auch dann trotzdem noch rausschmecken, also.
- 1:17:29Also gehe ich völlig konform, finde auch, was da an Entwicklung passiert ist, auch in
- 1:17:33diesen verschiedenen Ebenen, mit Holz ohne Holz oder überhaupt eine Identität finden,
- 1:17:37also ich bin ja aber ein bisschen früher, als du mit Wein angefangen und wenn ich mich
- 1:17:40an die 90er erinnere, da war Rotwein im Restaurant aus Deutschland ein totales, also es war ein
- 1:17:47Schimpfwort, mehr oder weniger, man hat sich das gar nicht geholfen, dass das mehr oder
- 1:17:50weniger akzeptiert wurde oder dass es eine Präsenz bekommen hat und die Winter, da auch
- 1:17:55stetig dran gearbeitet haben, also Spätbegründer hat eine ganz andere Präsenz, früher galt
- 1:18:00es noch oder in meinen jungen Jahren ein Spätbegründer als die höchste Aufgabe für einen Winter
- 1:18:07und heutzutage ist eine Selbstverständlichkeit und Winter lernen voneinander, also es ist
- 1:18:10schon eine richtig, richtig tolle Entwicklung, die da mittlerweile und dann auch eben nicht
- 1:18:15nur nationalen, sondern auch europäischen oder globalen Vergleich, was wieder teilweise
- 1:18:19abfüllen ist, durchaus und sehr, sehr interessant.
- 1:18:22Absolut, ja.
- 1:18:24Hat es du mal ein absolutes Weinerlebnis, was dich wahnsinnig geprägt abgeholt hat, also
- 1:18:31war es, waren es diese alten Weine oder irgendwas anderes, wo du sagst, wow, davon träume ich
- 1:18:35nachts.
- 1:18:36Allgemein Wein auf jeden Fall, also da kommen wir wieder natürlich relativ schnell zum
- 1:18:42Burgunder Bordeaux-Thema.
- 1:18:43Also eines ist zum Beispiel, dass ich mal einen, bei der Munich Wine Company einen ganz alten
- 1:18:53Laphit für eine Weihnachtsverkostung bei einem sehr guten Freund und Weinhändler
- 1:18:59steigert habe und das Etikett war so zerkratzt und kaputt, dass dieser Wein war wirklich
- 1:19:06für das, was es ist und es waren 1926 Laphit, wenn mir nicht alles täuscht, dachte ich mir,
- 1:19:14den muss ich haben, weil ich wusste durch den Füllstand und die Originalkapstel und
- 1:19:18der Korken und alles drum und dran, der Wein wird auf jeden Fall, wenn er nicht korkt,
- 1:19:22wird intakt sein, wenn er echt ist.
- 1:19:25Und da der ja echt ist, weil ein Auktionshaus muss natürlich den Garant geben, dass der
- 1:19:30Wein echt ist, also die Bürgen dafür mit ihrem Namen so nach dem Motto und da habe
- 1:19:34ich ihn mitgenommen und normalerweise in unserer Runde, wenn man einen ganz alten Wein aufmacht,
- 1:19:40einen großen Wein, der jetzt auf Wine Searcher irgendwie 10.000 Euro kostet, dann sagt schon
- 1:19:46mal der eine oder andere Udess, muss eine Fälschung sein, so einfach, weil es nicht sein kann.
- 1:19:49Und da war es wirklich so, da habe ich den Korken mit dem Durand rausgemacht, habe mir
- 1:19:54einen kleinen Schluck eingeschänkt und der Wein war ganz hell wie ein Roseefast, aber
- 1:19:59eben nicht oxidiert.
- 1:20:00Also es hat keinen Sediment, es war nicht irgendwie sandig, sondern es war ganz klar,
- 1:20:06ganz helle Farbe und aromatisch ist das aus dem Glas explodiert.
- 1:20:11Und da habe ich zuallererst, habe ich gedacht, das ist der Grund, warum ein großer Wein
- 1:20:16oder ein großer Bordeaux so was wie Lafitte, warum das groß ist, also warum Leute sagen,
- 1:20:21dass kann mitunter einer der besten Wein in der Welt sein.
- 1:20:24Das ist der Grund.
- 1:20:25Jetzt gerade habe ich es live erlebt und es wird es natürlich wie gesagt wieder jüngere
- 1:20:30Kollegen geben oder irgendwelche Naturmeinverfechter, die sagen, ah das kann ja nicht sein, da war
- 1:20:35sie bestimmt betrunken und Habzeugtart ist dazu eingebildet.
- 1:20:39Der ganze Tisch war für ein paar Minuten sprachlos und haben gesagt, wow, also das war
- 1:20:45ein ganz erlaubt Moment.
- 1:20:46Und das werde ich bis heute nicht vergessen und solche Momente hat man dann halt leider
- 1:20:55nicht oft, viele gute Momente, aber das ist was Besonderes und da sucht man dann natürlich
- 1:21:00danach wieder.
- 1:21:01Das war schon ...
- 1:21:02Das ist das Problem, glaube ich, wenn man so einen Moment mal hatte, man wird zum Suchenden,
- 1:21:07zum Süchtigen.
- 1:21:08Hat das dann auch ...
- 1:21:09Ich hatte es in der Tat mal mit einem 66er Claude Larroche von Prenso.
- 1:21:15Der mehr oder weniger blind serviert wurde und es ist so ein Wein, der einen auf einer
- 1:21:21Ebene berührt, die man nicht beschreiben kann.
- 1:21:23Also wo man, so vorallem, ich finde ich, Anfang zu heulen oder Gänsehaut oder so was, aber
- 1:21:28wo man richtig innerlich sehr, sehr berührt ist.
- 1:21:33Also da ...
- 1:21:34Kann ich mir vorstellen ...
- 1:21:35Das war für mich der Moment, wo ich sagte, wow, kann ich nicht beschreiben.
- 1:21:40Also da ...
- 1:21:41Ja.
- 1:21:42Und denke ich immer gerne zurück.
- 1:21:43Ich habe so was auch oft mit gereiften Wein vom Prüm.
- 1:21:46Und DJ Prüm, wenn ich da ...
- 1:21:48Welche aus den 80ern probieren darf, aus den 70ern, auslesen Qualitäten teilweise spätlesen,
- 1:21:54das sind so Weine, wo man so eine ...
- 1:21:56Also es klingt immer so doof, wenn man das sagt, wo man so eine Trinksucht bekommt, also
- 1:22:01wo man gar nicht genug bekommen kann.
- 1:22:02Also so, als wenn man irgendwie lange keine Luft bekommen hat und einmal einatmet, so
- 1:22:06möchte man den Wein trinken.
- 1:22:07Weil da so diese perfekte Balance, dieses Flattriege, diese leichte Säure und diese
- 1:22:13wunderbar definierte Lehre hat, die man sofort wieder mit Aromen auffüllen möchte und sich
- 1:22:19einfach ständig sagt, das kann nicht sein, das kann nicht so schmecken, das kann nicht
- 1:22:23so wunderbar sein, so filigran und so, trotzdem so präsent.
- 1:22:27Genau.
- 1:22:28Das sind so Weine, wo ich sage, wow.
- 1:22:30Eben, bei der Mosel ist ja auch wirklich noch diese extreme Balance, die die Weine halt
- 1:22:35dann ...
- 1:22:36Mhm.
- 1:22:37... den Wein dann halt diesen extremen Trinkfluss gibt.
- 1:22:39Mhm.
- 1:22:40Ich kann das natürlich nicht so wirklich trinken, weil ich kein Zucker haben kann, aber wenn
- 1:22:44ich es probiere, dann finde ich es auch eigentlich immer sehr eindrucksvoll.
- 1:22:48Also kann ich nachvollziehen.
- 1:22:50Und es gibt einige Weine auch so in den letzten Jahren, so im Pinot Bereich aus Deutschland,
- 1:22:54die mich ähnlich begeistert und fasziniert haben.
- 1:22:57Also da ... es gibt vieles.
- 1:22:59Also da, dadurch, dass wir so viele Weine probieren, ist es immer schwer, so den Singulären oder
- 1:23:03den einen dabei herauszuheben, aber ich glaube mit dem 26er Lafites kann ich in der Tat nachvollziehen,
- 1:23:08dann hat sowas auch mal in der Kombination mit Speisen, dass du eine Speisen-Weinkombie
- 1:23:12hattest, wo du sagst, das kann nicht von dieser Erde sein.
- 1:23:15Äh, ja, wir hatten letztes Jahr bei dem Trüffel-Dinner mit Freunden, hatten wir ein paar alte Weine
- 1:23:22dabei und da haben wir zusammengelegt, haben wir einen kleinen weißen Trüffel gekauft
- 1:23:27und haben dann ... was hatten wir, 76, Pyloni Moraché, von Carillon, Kompett und dann auch
- 1:23:36...
- 1:23:37Wow.
- 1:23:38Carchambol Mousini, 76 von Houdelouna.
- 1:23:41Und den habe ich sage und schreibe für, ich glaube, 80 Euro wie besteigert und das war
- 1:23:47unfassbar und das haben wir aber mit einem Stück Fleisch gemacht, da bin ich mit Rinderfilet,
- 1:23:53mit irgendwie Schü dabei und dann triff ich drüber und das war einfach die absolute Perfektion.
- 1:23:58Also das war eine Symbiose, also das ist jetzt der private Aspekt natürlich, aber in der
- 1:24:06Arbeit bei Begleitungen gibt es auch immer wieder mal Momente, wo man sagt, wow, da hatten
- 1:24:09wir jetzt ... weiss nicht, ob es dein Glück war, vielleicht eine Ahnung gehabt, da könnte
- 1:24:13jetzt der Wein besonders gut dazu passen und dann passt er aber noch besser, als man sich
- 1:24:17das gedacht hat.
- 1:24:18Mhm.
- 1:24:19Ähm, weiß ich, Thema Bordeaux, Zitronengrasrisotto mit Rotbarbe und dann halt ein weißer Bordeaux
- 1:24:24dazu.
- 1:24:25Ah, schön, ja.
- 1:24:26Wo das ist halt ... dann das geht dann auch fast nicht besser, also das ist dann einfach
- 1:24:30perfekter.
- 1:24:31Und so einfach manchmal, ne?
- 1:24:33Also es wirkt so textbuckmäßig und dann ...
- 1:24:35Total.
- 1:24:36Ja, genau, darum.
- 1:24:38Ja.
- 1:24:39Kann ich also total, total nachvollziehen.
- 1:24:42Du hast jetzt eine relativ blöde Situation, sofern dass du ja fast gefangen bist durch
- 1:24:46einen eigenen Laden, aber wenn du jetzt den Wunsch äußern könntest mal für einen Tag,
- 1:24:51eine Woche in irgendeinem Lokal zu, zu arbeiten, Tommy zu sein, um das System zu kennen zu
- 1:24:57lernen oder einfach dort mal zu arbeiten, den Background dort mal Wein zu empfehlen,
- 1:25:02die Gäste kennenzulernen.
- 1:25:03Welches wäre das?
- 1:25:04Oder welche wären das?
- 1:25:05Also immer eindrucksvoll ist natürlich El Sey de Canroca gewesen in Girona, in der
- 1:25:15Nähe von Barcelona, weil der Someli, das sind ja drei Brüder, hat einfach unfassbare
- 1:25:23Kontakte, also der kennt die Winzer, die größten Winzer unserer Zeit alle persönlich, hat
- 1:25:28eine Weinkarte vor allem früher gehabt, mittlerweile natürlich die Weinpillger, haben das schon
- 1:25:33etwas dezimiert.
- 1:25:34Meere Weinkeller, ich glaube, der hat vier, fünf Weinkeller und auch alles mit Musik verbunden,
- 1:25:41macht auch so Tours, also total abgefahren, also ein totaler Freak eigentlich, also wirklich,
- 1:25:47wenn du den kennenlernst, dann denkst du, der macht gar nichts anderes außer Wein, also
- 1:25:51der ist gar nicht sozialfähig, irgendwas anderes zu machen.
- 1:25:55Wahnsinn, aber ein Weinkeller unfassbar, also da konntest du Wein trinken für ein Apfel
- 1:26:01und ein Ei und das war extrem, also da aus dem Weinkeller mal zu schöpfen, das wäre
- 1:26:07glaube ich spannend gewesen.
- 1:26:09Spanien sowieso hat da sehr viel zu bieten, Re condo früher auch, Re condo, die haben
- 1:26:16natürlich ganz viele alte spanische Sachen gehabt, Riojas und so weiter, On Masse, ja
- 1:26:22ansonsten, ja es gibt einige, die unfassbare Weine, French Laundry, weil wir gerade über
- 1:26:29die Kalifornien geredet haben, die haben ja auch einen gigantischen Weinkeller.
- 1:26:32Aber du würdest das über den Weinkeller definieren, wenn du sagst, ich habe da eine
- 1:26:36kleine Stache, also du würdest es nicht aufgrund der Küche, aufgrund der Gäste, aufgrund
- 1:26:41keine Ahnung, der Inszenierung, es gibt ja teilweise in Asien so verrückte Restaurants,
- 1:26:44wo ganz viel mit Licht gearbeitet wird, mit Videoprojektionen und so weiter, wo es bestimmt
- 1:26:49auch mega cool ist mal ein Wein zu empfehlen oder keine Ahnung, einige von meinem Interviewpartner
- 1:26:56haben gesagt, im alten Tantris oder in der Oberginen oder im Adlon oder, also bei dir
- 1:27:03wäre schon der vom Wein.
- 1:27:04Ich habe schon absolut Wein basiert, wichtig, aber klar, altes Tantris früher, das sicherlich
- 1:27:13Wahnsinn gewesen ist, dort zu arbeiten, aber ich glaube, weil du austagst Gäste und Klientel
- 1:27:20und so weiter, ich glaube so was wie French Laundry in Napaveli, das wäre schon spannend,
- 1:27:24weil du hast einen gigantischen Weinkeller, du hast coole Gäste, glaube ich, du hast
- 1:27:32einen sehr ältesten, traditionellsten Restaurant überhaupt dort von der absoluten Legende,
- 1:27:38Thomas Keller, also ich glaube, das wäre schon cool.
- 1:27:40Wobei man da als Mitarbeiter glaube ich gar nicht so viel zu lachen hätte, auch in der
- 1:27:43Führungsposition.
- 1:27:44Glaubst du?
- 1:27:45Weil du halt, ich glaube du musst da, also wir kennen das ja, mein Bruder und ich auch
- 1:27:50aus London diese Doppelschichten, diese 14, 16 Stunden Arbeit pro Tag und ich glaube,
- 1:27:57das ist da immer noch gang und gäbe, also ich könnte mich täuschen, aber das ist schon
- 1:28:02du sehr viel Arbeit, sehr, sehr, sehr viel Arbeit, das muss man schon wollen, also.
- 1:28:07Ohne Frage.
- 1:28:09Aber es war ja bei den, oder ist bei den anderen Restaurants ja auch nicht, oftmals nicht anders,
- 1:28:14also ich glaube, dass da hat in wenigsten haben geregelten 6 Stunden Tag, 30 Stunden
- 1:28:21Woche oder wie ich auch immer, da.
- 1:28:23Was du gerade erwähnt hattest, was ich total interessant und wichtig fand bei den Rockerbrüdern,
- 1:28:28die das Element mit der Musik, weil es für dich ja auch ein ganz, ganz wichtiges Element
- 1:28:32zumindest in deiner Lebensprägung ist, dass du ja eigentlich fast einen anderen Weg eingeschlagen
- 1:28:37hättest als Kellner, sondern eher Musiker, also ihr habt ja ein Jahr lang nur Musik gemacht
- 1:28:42und du bist schon dein Bruder, oder?
- 1:28:44Ja, auch früher, also bevor ich die Ausbildung angefangen habe, habe ich elektronische Musik
- 1:28:49produziert, habe aufgelegt als DJ und war auch bei dem Label am Chiemsee unter Vertrag
- 1:28:57quasi und die haben uns Auftritte besorgt, es war cool, also man hat dann irgendwie 3,
- 1:29:014, 5 Mal am Wochenende aufgelegt.
- 1:29:03Das Problem ist bei so was, wenn man nicht produziert Musik und das halt 100% macht und
- 1:29:09lange Atem hat, dann ist das, ist und bleibt das ein Hobby, also das ist leider war, man
- 1:29:17sieht das jetzt mit vielen so DJs, die jetzt gerade einen absoluten Glow-Up haben und
- 1:29:22einen Hype, wenn man jetzt nach Ibiza schaut oder überhaupt in die DJ-Welt, viele, die
- 1:29:27da jetzt Star sind, die sind einfach seit 12 Jahren am, am Arbeiten, am Buckeln und haben
- 1:29:34jetzt halt den Glow-Up, weil sie einfach lange Atem hatten, ja und das ist, wenn man da
- 1:29:39nicht voll dahinter ist und dabei, dann muss man sich irgendwann entscheiden und das
- 1:29:43musste ich, will man einen professionellen Job oder will man jetzt irgendwie quasi,
- 1:29:49das haben eigentlich Schwanz hinterherjagen und das war dann irgendwann nicht erfolgreich
- 1:29:54genug und ist ein Hobby geblieben.
- 1:29:57Ich glaube, dass da aber teilweise die gleichen Vorurteile oder die gleichen Traumgedanken
- 1:30:05sind wie bei uns, die mit dem Wein arbeiten, dass man eben das Schöne dabei sieht und
- 1:30:10so beim DJ wahrscheinlich auch, dass man denkt auch ja so den ganzen Tag Party und
- 1:30:13abends und tralalala, aber so dieses ganze Aufbauen, Abbau und den ganzen Kram drumrum
- 1:30:18oder eben auch die Ruhephase, wenn du halt keinen Job hast oder keinen Auftrag, dass
- 1:30:22das ganz schön ausbrennend sein kann und so ist beim Wein ja da manchmal auch, dass
- 1:30:26man denkt auch, ein ganzes Tag schön Wein probieren, aber dass das halt auch richtig
- 1:30:30Arbeit ist und man nicht mal gar nicht so romantisch, wie man, wenn man es eben nur
- 1:30:35am Wochenende macht oder eben nur Gast ist, dass da vielleicht auch so ein bisschen ja
- 1:30:41falsch eingeschätzt wird, da hilft dir die Musik beim Wein oder ist das, sind das völlig
- 1:30:45zwei total Konträre und völlig separierte Elemente?
- 1:30:48Ich würde sagen eher separiert, wenn ich im Weinkeller bin und was einräume oder aufräume
- 1:30:55oder irgendwas macht, dann habe ich schon Musik immer auf dem Handy an.
- 1:30:58Klar, ja.
- 1:30:59Einfach so zum Zeitvertreib, aber ansonsten würde ich das eher separat sein.
- 1:31:04Also ich weiß, es gibt ein paar Leute, die das immer irgendwie vergleichen mit Musik
- 1:31:09und Wein, aber das für mich hat es nie wirklich den Stellenwert gehabt.
- 1:31:14Also ich würde eher noch die Parallelisillen, dass wenn man weiß ich nicht, als DJ oder
- 1:31:19als Musiker einen coolen Auftritt hat, einfacher noch als DJ, als richtiger Instrumentenmusiker,
- 1:31:24dass man eine geile Flasche Champagner trinkt nebenbei.
- 1:31:28Okay.
- 1:31:29Das haben wir zum Beispiel gemacht, wenn wir jetzt mal einen cooleren Auftritt hatten
- 1:31:33oder irgendwie damals im Harri Klein aufgelegt haben, was etwas Besonderes war, dann haben
- 1:31:37wir gesagt, damals schon in meiner Jugend, jetzt dafür könne ich mir jetzt eine Flasche
- 1:31:42Champagner trinken nebenbei, anstatt jetzt ein Vodka Soda, also die Verbindung sehe
- 1:31:46ich noch, aber ansonsten finde ich etwas farfetscht und vielleicht weit hergeholt.
- 1:31:52Wer gibt sie nicht?
- 1:32:11Die Toskana.
- 1:32:12Es reicht ein Bild, mit welch Mann in uns ein Toskana-Gefühl auslöst, ein Gedecktertisch
- 1:32:17im Garten, mit einer weißen Venentischdecke, eine Straße mit Südpressen oder ein Bild vom
- 1:32:22New York der Toskana, also San Gimiano.
- 1:32:24Diese kleine historische Stadt in der Provinz Jena wird oft wegen seiner markanten, hochaufragenden,
- 1:32:30mittelalterlichen Türme, die an die Skyline Manhattan sehnern, als das mittelalterliche
- 1:32:34Manhattan bezeichnet.
- 1:32:35Im 13.14.
- 1:32:36Jahrhundert war die Stadt ein Zentrum des Handels und wohlhabende Familien konkurrierten
- 1:32:40darum, immer höhere Türme zu bauen, um ihren Reichtum und Einfluss zu demonstrieren.
- 1:32:45Ursprünglich gab es über 70, diese Türme, von denen heute noch 14 erhalten sind.
- 1:32:50Diese Turmhäuser dient nicht nur als Statussymbol, sondern auch als Verteidigungsbauwerke in
- 1:32:55den häufigeren Konflikten zwischen rivalisierenden Familien.
- 1:32:58Der Städtewettstreit um die Höhe der Türme erinnert an den modernen Wettbewerb der Wolken
- 1:33:03Kratzer in New York.
- 1:33:04Während San Gimiano mittelalter sein Höhepunkt erreichte, blieb die Stadt in späteren
- 1:33:08Jahrhunderten weitgehend unberührt, was ihr den Charme eines mittelalterlichen Manhattan
- 1:33:12bewahrt hat.
- 1:33:13Die Skyline ist heute ein markantes Symbol für die Stadt und die zahlreiche Besucher
- 1:33:17an und von hier kommt auch einer der berühmtesten Weißweine Italiens, der Vernaccia di San
- 1:33:22Gimiano.
- 1:33:23Die Rebsorte Vernaccia ist eine der ältesten und zugleich faszinierendsten Weißweinsorten
- 1:33:27Italiens und genießt einen Ruf, der weit über die Toscana hinausgeht.
- 1:33:31Und hier kommt das Weingut Panizzienspiel.
- 1:33:33Das Weingut Panizi wurde 1979 von Giovanni Panizi gegründet, als er das Puderis Santa
- 1:33:39Magrid der Erwab.
- 1:33:40Das ist südwestlich der Stadtmauern von San Gimiano befindet.
- 1:33:43Die ersten Weinreben dienten zunächst der Herstellung von Wein für die Privaten in
- 1:33:471989, produzierte Panizi jedoch seinen ersten offiziellen Jahrgang, dessen Idikett bis
- 1:33:53heute für Sti und Avagard steht.
- 1:33:55In den 1990er und frühen 2000er Jahren erlangte das Weingut bedeutende Anerkennung und das
- 1:34:00insbesondere für die außergewöhnliche Reifefähigkeit seiner Vernaccia Weine.
- 1:34:05Giovanni Panizi gilt als einer der Pioniere, die die Vernaccia di San Gimiano wieder ins
- 1:34:10Rampenlicht rückten und dessen Potenzial zur Entwicklung von Komplexität und Flaschenreifung
- 1:34:15erkannten.
- 1:34:16Heute wird das Weingut von Simone Nicolai geführt, der PanizziensVisionentheid und
- 1:34:20die Qualität der Weine kontinuierlich weiterentwickelt.
- 1:34:23Das Weingut ist jetzt auf höchste Qualität und Nachhaltigkeit, um den Charakter des
- 1:34:26Teroir zu bewahren, als auch innovative Ergebnisse zu erzielen.
- 1:34:30Die Weinberge von Panizi umfassen vier Lagen, innerhalb des DOC-Gebietes San Gimiano, Santa
- 1:34:36Margarita, Lanniano, Montanana und Lazareto.
- 1:34:39Ein weiterer Weinberg Pia della Quetsche befindet sich am Fusel des Monte Amiade in Cigiano.
- 1:34:45Insgesamt bewirtschaftet das Weingut über 60 Hektar.
- 1:34:48Die Weinberge liegen in unterschiedlichen Höhenlagen und verfügen über verschiedenste
- 1:34:53Bodentypen, die zur Vielfalt der Weine beitragen.
- 1:34:56Im Hinblick auf Nachhaltigkeit ist San Gimiano Vorreiter.
- 1:34:59Viele Winzer setzen auf biologische und biodynamische Anbaumethoden, um den natürlichen Reichtum
- 1:35:05der Region zu bewahren.
- 1:35:06Dabei bleibt die Liebe zum Detail ein zentrales Element und beginnt mit der Pflege der Weinberge
- 1:35:11bis hin zur Lese von Hand.
- 1:35:13Eine Philosophie, die natürlich auch bei Panizi seit vielen Jahren zum Tragen kommt.
- 1:35:17Der Vernace San Gimiano ist das Aushängeschild des Weingutes und zeichnet sich durch seine
- 1:35:21frische mineralische Art.
- 1:35:23Und zugleich und das findet man selten seine Fähigkeit zur Reifung aus.
- 1:35:27Die Weinberge der Vernace liegen auf Böden aus gelben Sand, Leben und Hochstein und befinden
- 1:35:33sich in einer Höhenlage von bis zu 400 Meter.
- 1:35:36Der Wein wird nach einer Ganztraubenpressung und einer viermonatigen Reife auf der Feinhefe
- 1:35:41in Edelstall ausgebaut.
- 1:35:43Er begeistert mit Aromen von Citrusbrüchten, Fürsich und den typischen weißen Blüten,
- 1:35:48sowie einer lebendigen Säure und Salzigennoten, die an die Nähe zum Meer erinnern.
- 1:35:53In den 1960er Jahren erlebte Vernace eine Renaissance, als der Fokus wieder auf die Qualität der
- 1:35:58Weine gelegt wurde.
- 1:35:59Der Region erhielt 1966 die DOC Anerkennung, was sie zur ersten in Italien machte und
- 1:36:051993 erfolgte der DOCG-Status.
- 1:36:08Eine interessante historische Fußnote ist, dass Vernace der Lieblingswein von Pap Smati
- 1:36:13dem 4.
- 1:36:14gewesen sein soll, der ihn im 13.
- 1:36:16Jahrhundert mit Vorliebe zu Allgerichten genoss.
- 1:36:18Eine Delikatesse der damaligen Zeit.
- 1:36:20Das Terror von San Gimiano ist dabei entscheidend.
- 1:36:23Die Kalk und Lehmböden.
- 1:36:25Der Region angereichert mit fossilen Muschelschein verleihen dem Vernace eine markante Mineralität.
- 1:36:30Die kühlen Priesen, die von den Hügeln und den nahen Wäldern her wehnen, sorgen zudem
- 1:36:35für eine hervorragende Balance zwischen Reife und Säure.
- 1:36:38Und ein richtig herausragendes Merkmal des Vernace San Gimiano ist seine Vielseitigkeit.
- 1:36:43Während er oft und getrunken wird, bietet er mit zunehmender Lagerung überraschende
- 1:36:47Tiefen, besonders die Reserverqualitäten wie der Viniers Santa Magritte, die mindestens
- 1:36:5212 Monate Reifen entfalten eine einzigartige Harmonie von Fruchtsäure und mineralischen
- 1:36:57Noten.
- 1:36:58Die frische lebendige Säure ist Vernace, sorgt zudem dafür, dass er ein oft unterschätzter
- 1:37:02Speisebegleiter ist.
- 1:37:04Der Krü, Viniers Santa Magritte und nehmen wir ruhig den 2021er, der aus dem gleichnamigen
- 1:37:09Weinbeckstand gehört zu den Spitzenweinen vom Panetti.
- 1:37:12Der Wein wird heils in Edelstahl, heils in Barique ausgebaut und vereint eleganz und
- 1:37:15Reifenpotenzial.
- 1:37:16Die ältesten Reben stammen aus den 1970er Jahren und tragen zur Komplexität und Struktur
- 1:37:22gutes Wein-Spie.
- 1:37:23Sage und schreibe 25 Jahre Reife-Fähigkeiten für den Wein absolut kein Problem.
- 1:37:28Was für ein Wein, was für ein Genuss, was für ein Erlebnis.
- 1:37:31Vielen Dank, nicht für die Neuerfindung, aber für die Erweiterung, die Ergänzung
- 1:37:35des Bewusstseins um Vernace Sanjimiano.
- 1:37:37Dem Weingut Panitzi und auch ein großes Dankeschön dem deutschen Impoteur, dem Handelshaus
- 1:37:42Segnetz.
- 1:37:43Also auch gar nicht, dass du findest, dass man Wein mit Musikvergleichen oder verbinden
- 1:37:58könnte.
- 1:37:59Dass man sagt, man hat den einen Wein und den empfindet man so, vielleicht auch mit
- 1:38:02dieser Geschmackstaktung und dazu würde die oder die Musik passen.
- 1:38:06Also jetzt keine Ahnung, zum Beginn passt.
- 1:38:09Toten Hosen sind scheiße dazu, aber Bach passt.
- 1:38:12Man könnte das schon in diese Richtung pressen, wenn man das wollte.
- 1:38:18Für meinen Teil, weil ich weiß nicht, wenn man jetzt ein offener Musikhörer ist, dann
- 1:38:26hat man ja mehrere Stile, die man hört.
- 1:38:28Und dementsprechend ist ja, also ich habe auch schon Leute gesehen, die Burgund und
- 1:38:35Lafitte auf einer Party getrunken haben in Südfangreich.
- 1:38:38Und dann passt Bach auch nicht mehr, sondern dann ist es halt irgendein Partylied oder
- 1:38:43irgendein Hausmusik und dann passt es genauso gut dazu.
- 1:38:46Weil es die Stimmung irgendwie anhebt.
- 1:38:48Dann sagt man, wow, ich trink gerade Lafitte und ich bin am Strand und ich habe geile Musik
- 1:38:52und coole Leute herum und dann hebt das ja genauso die Stimmung.
- 1:38:55Also in dem Kontext könnte man, wenn man wollte, sich das hinschauen, wie man will,
- 1:39:01glaube ich.
- 1:39:02Findest du, man kann das?
- 1:39:03Man kann Lafitte bei einer Party trinken?
- 1:39:05Also ich glaube, wenn man der, also ich hätte damit natürlich kein Problem, ich hätte
- 1:39:12damit kein...
- 1:39:13Also von Geld mal losgelöst und von ethischen Gedanken oder sonstigen, sondern rein vom
- 1:39:17"Was macht der Wein mit mir?
- 1:39:19Wie fühlt sich der Wein an?
- 1:39:20Hebt er meine Stimmung?"
- 1:39:21Ja, wieso nicht?
- 1:39:23Also natürlich, wenn man, glaube ich, auf einer Party eingeladen ist und man kriegt einen
- 1:39:28besseren Wein ausgeschenkt, fühlt man sich ja irgendwie elevated und spezieller.
- 1:39:32Also ich habe das erlebt auf einer Hochzeit, auf der ich war in Mallorca und die Hochzeit
- 1:39:41war, wir waren mehrmals in Mallorca auf einer Hochzeit, nicht dass sich jemand angesprochen
- 1:39:44fühlt.
- 1:39:45Aber das Vereine davon war unfassbar teuer.
- 1:39:50Man hat einfach gesehen, da ist ganz viel Geld rein geflossen in die Location, in die Vorbereitung,
- 1:39:55die Band, alles Wahnsinn, das Essen war von einem Sternekoch und der Wein war untrinkbar.
- 1:40:01Also so, dass ich gesagt habe, ich würde jetzt gerne bei Bier bleiben und dann kommt da
- 1:40:08ein Stück Limette in das Bier rein, weil dann will man einfach nur noch trinken, einfach
- 1:40:12nur Party machen, weil das hat ... und da haben die quasi einfach gesagt, das ist uns nicht
- 1:40:18wichtig, da haben wir keinen Stellenwert dafür.
- 1:40:20Und dann, ich sage mal, ein Teil der Gäste war das völlig egal, vor allem der Familie,
- 1:40:26die hat gesagt, unser Kind heiratet da jetzt, das ist natürlich völlig eine Lebenssache,
- 1:40:33aber es waren schon auch Gäste dabei, die gesagt haben, man war sich einig am Tisch,
- 1:40:38der Wein ist absolut schlecht und dann fühlt man sich auch irgendwie, ja gut, geht es denen
- 1:40:45jetzt nur darum, dass das schön aussieht und man ist den quasi egal und wo ist der bessere
- 1:40:53Wein oder der gute Wein.
- 1:40:54Deswegen, ja, wenn jemand Lafitte auf einer Hochzeit ausschenken würde, bring it on.
- 1:40:59Ich bin bereit.
- 1:41:00Ich bin bereit.
- 1:41:01Ich nehme das Ticket.
- 1:41:03Cool.
- 1:41:04Also finde ich auch interessant auch den Gedanken, weil manch einer ja dann schon Berührungsängste
- 1:41:10hat, also zwischen dem Wein und zwischen dem, zwischen der Situation oder der Feierlichkeit
- 1:41:17oder ...
- 1:41:18Ja, es ist natürlich schon auch ein Someliding, man sieht das zum Beispiel beim, bei den Grablers
- 1:41:24Hochzeit, also Stefan und Lissy, die haben Chakraur als Apparativ gehabt, also das müssen
- 1:41:29wir auch erst mal machen.
- 1:41:30Ja, auch nicht schlecht.
- 1:41:31Also die richtigen guten Champagner quasi, das hat für uns Weinmännchen natürlich einen
- 1:41:38ganz anderen Stellenwert, glaube ich.
- 1:41:40Ja, das stimmt.
- 1:41:41Für andere Menschen.
- 1:41:42Gibt es für dich irgendwas, was vergleichbar ist mit Wein, als was dem Wein nahe kommt?
- 1:41:46Ich würde sagen ein ganz trockenes Nein.
- 1:41:53Also ich würde den Gedanken an sowas wie Gut Petnat ist ja auch im Grunde noch Wein, aber
- 1:42:01auch irgendwie diese Zwischendinger oder alkoholfrei ... also kommt Wein nahe, ich glaube nicht.
- 1:42:10Nee, also ...
- 1:42:11Nee, ich glaube, ich würde da beim Nein bleiben.
- 1:42:16Also, finde ich manchmal besser als dann irgendwie was hinzubasseln zu sagen, auch deswegen könnte
- 1:42:20es so sein, dann lieber, ja, dass man sagt, nee, ist nicht so ... meins, wie kam das eigentlich
- 1:42:26bei dir?
- 1:42:27Also hattest du ein Vorbild, hattest du eine Initialzündung, warum bist du Wein oder
- 1:42:31war es Verzweiflung nach dem Jahr Musik machen, wo du sagst, das ist doch nicht meins, ich
- 1:42:36nehme eine andere Droge als Musik, sondern ich nehme Wein.
- 1:42:41Genau, ich habe das nebenbei, also auch in London am Anfang haben wir Wein nebenbei gemacht
- 1:42:46und wir haben festgestellt, dass wir in einer Stadt wie dort, wo natürlich viele die dort
- 1:42:51arbeiten aus Economy, Week, Countries kommen, also die quasi dort arbeiten müssen, weil
- 1:42:59daheim einfach nicht so viel geht und die haben natürlich dann keine Ausbildung, so wie
- 1:43:04jetzt gehabt, also eine klassische Restaurantfachmann-Ausbildung und nicht unbedingt eine Instemperation
- 1:43:08dafür und dann hat man gemerkt, wow, man ist ja eigentlich mit dem Wissenstand schon weiter
- 1:43:13als andere Inführungspositionen da, das kann ja gar nicht sein und habe dann irgendwann
- 1:43:18gesagt, okay, weil mich das privat auch einfach so interessiert und ich da irgendwie dann
- 1:43:23doch irgendwie jetzt ganz gut schon eine gute Basis habe, muss ich das ausweiten.
- 1:43:29Tatsächlich kam aber erst das auf der privaten Ebene, dass man Wein getrunken hat, sich
- 1:43:34getroffen hat, Blindverkostungen und so weiter, alte Weine, das kam als erstes und dann hat
- 1:43:39man irgendwann gesagt, okay, das ist mir im Restaurant nicht sachlich genug, wenn ich
- 1:43:44nicht nur Wein mache und habe dann irgendwann gewechselt in die Summary, zum Glück.
- 1:43:52Gab es da jemand, der dich an die Hand genommen hat und gesagt hat, so und das und oder wo
- 1:43:59du so sein wolltest wie der oder wo du einfach toll fandest, wie jemand was wusste, jemand
- 1:44:04was inszeniert hat oder war das rein reiner freier Wille und rein eine autodidaktische
- 1:44:09Eigenentwicklung?
- 1:44:10Ich würde sagen in Mischung daraus, ich habe nie ein großes Vorbild im Wein gehabt, weil
- 1:44:15einfach ich wusste oder kennengelernte, dass man sich wissen aneignen kann, für mich war
- 1:44:24immer spannender zu sehen wie manche Somelis oder auch jemand wie die Powder Bosch damals
- 1:44:33im Tantris, was für ein Gefühl die für Wein hat, was für einen Umgang mit den Gästen,
- 1:44:38weil wenn wir uns jetzt hinsetzen und natürlich die 8 Subregionen in Wino Verde kennen oder
- 1:44:43wie auch immer, dann ist es cool, aber es bringt einen jetzt halt nicht unbedingt weiter
- 1:44:48im Leben oder in unserem jeden Tag sein und deswegen war für mich immer irgendwie spannender
- 1:44:55bei anderen Somelis oder bei Wein Persönlichkeiten zu sehen wie die damit umgehen, was haben
- 1:45:01die für ein Gefühl für Wein haben, wie verkossen die, wie schmecken die und jeder,
- 1:45:08den ich in meiner Vergangenheit irgendwie um mich hatte, war da irgendwie interessant,
- 1:45:12aber so richtig als großes Vorbild, das ist vielleicht wenn überhaupt dann in der neuen
- 1:45:16Zeit jemand wie William Kelly, der jetzt einer der Chefs d'Aubereau Parker ist, weil der
- 1:45:22Typ ist einfach mehr als ein Wandel des Sexycons, das ist einfach nicht nur normal und es macht
- 1:45:28auch noch Wein nebenbei, der unfassbar gut ist, aber ja das ist so eine Vorbildfunktion
- 1:45:34auf jeden Fall, also der Typ ist Next Level.
- 1:45:37Hast du ihn mal kennengelernt?
- 1:45:39Leider nicht, noch nicht, nee.
- 1:45:41Aber ist so was für dich ein Ziel, als solche besonderen Menschen irgendwie innerhalb
- 1:45:46deiner Karriere mal kennenzulernen oder sagst du nein, die haben ihr tun, ich hab meinen
- 1:45:49Tun, man lernt sie ohnehin nie kennen, sondern man sieht sie nur in dem Augenblick, ist ja
- 1:45:52bei Musikern ähnlich wo man sagt also die möchte ich gern, aber eigentlich lernt man
- 1:45:56sie auch nie kennen, das ist ja so ein Wunschtraum.
- 1:45:57Ja gut, also ich weiß Zeit ist ein Faktor für beide Seiten und viele meiner Freunde,
- 1:46:04guten Freunde die haben ihn oder auch andere solche Kaliber schon mal kennengelernt und
- 1:46:09natürlich macht er Spaß, also mit dem mal zwei, drei ältere Weine trinken macht glaube
- 1:46:14ich schon Spaß, also das wäre schon witzig, aber Zeit ist der Faktor der da entgegen steht,
- 1:46:22leider.
- 1:46:23Glaub ich gerne, bist du lieber on oder auf Wein?
- 1:46:27Also magst du lieber Wein trinken oder über Wein reden und dich darüber austauschen?
- 1:46:32Beides, aber nacheinander, erst trinken, dann reden.
- 1:46:36Okay.
- 1:46:37Also nur das Austauschen ist natürlich auch spannend, aber es ist, also wenn du darüber
- 1:46:45redest die ganze Zeit nur, dann willst du es halt auch irgendwann haben, also wenn ich
- 1:46:49dir erzähle wie geil der neue Jahrgang von Prüm ist, dann denken wir uns beides, wo
- 1:46:54jetzt aber so ein Gläschen wäre schon irgendwie was.
- 1:46:55Das ist so krass, das ist so hart finde ich in unserer Branche und daher bewundere ich
- 1:47:00es auch so wie du es sagst, dass du halt nur am Wochenende trinkst, weil du ja im Restaurant
- 1:47:04den ganzen Tag über Wein redest und also mir geht es so, ich stelle mir diesen Wein
- 1:47:09dann während ich darüber rede, geschmacklich immer gehen hervor.
- 1:47:13Also ich habe ihn auf der Zunge und beschreibe ihn und dann wenn du dann abends nach Hause,
- 1:47:19in den Trocken nach Hause gehst, das ist immer wie so ein kleines Stückchen Enttäusch,
- 1:47:23man muss natürlich, man kann sich ja nicht jeden Abend irgendwie die Birne voll zu leiern,
- 1:47:27aber das ist manchmal hart.
- 1:47:29Ich habe die Tage da dachte ich, jetzt davon ein Gläschen, das wäre nicht schlecht und
- 1:47:35dann ist es dann eigen Disziplin, also da bewundern es wert, dass du das so durchziehst.
- 1:47:38Wenn man macht sich einen ganzen Tag heiß damit, weißt du ja, erzählt es und dann auch
- 1:47:45die Euphorie mit den Gästen mitlebst, wenn die sagen, der Champagner ist so genial und
- 1:47:49dann ist man selber in der Stimmung dabei, auch wenn du so ein bisschen angeheizt bist
- 1:47:53dann von der stressigen Abendphase, dann liegt man trocken da.
- 1:47:58Absolut.
- 1:47:59Aber just for the best sage ich da nur, also ist er dann doch, wenn man viel Arbeit, Stress
- 1:48:06hat und noch nebenbei Alkohol trinkt, das ist einfach keine gute Mischung und klar,
- 1:48:11es gibt schon mal einen Feierabendrink und so auch unter der Woche, aber ich würde das
- 1:48:17dann nicht als wirklich Wein trinken bezeichnen, sondern dafür im Wochenende lieber ein Flaschen
- 1:48:22mehr und das kann man dann auch besser wegstecken, wenn man wie gesagt da nicht unter der Woche
- 1:48:28schon irgendwie anfängt.
- 1:48:29Klar, ohne Frage.
- 1:48:30Bist du lieber filmen oder Buch?
- 1:48:34Film definitiv.
- 1:48:35Okay.
- 1:48:36Film definitiv.
- 1:48:37Welche Genre?
- 1:48:39Also ich finde Filme spannend, die so in die Western Richtung gehen, also keine eigenen Westernfilme,
- 1:48:52wo jemand jetzt blöd rumschießt, sondern alles was die Coenbrüder zum Beispiel gemacht
- 1:48:58haben, no kind before old men, die ganzen Fargo-Sachen oder auch True Crime Sachen oder sowas wie
- 1:49:09True Detective zum Beispiel, fand ich absolut grandiose.
- 1:49:11Das finde ich schon sehr gut.
- 1:49:15Leider gibt es da nicht so viele Sachen, ich finde zum Beispiel auch die Denis Villeneuve-Sachen
- 1:49:18alle grandiose.
- 1:49:19Also Dune ist natürlich der neueste Top, aber auch alle anderen Sachen, die der gemacht
- 1:49:24hat, sind unfassbar.
- 1:49:27Also ich bewundere das, wie man so viel Spannung in einen Film reinkriegen.
- 1:49:31Dieser Spannungsbogen, der hört ja nicht auf bei diesen Filmen, das ist schon grandiose.
- 1:49:36Also da ich selten Filme anschaue, wie du gerade raushörst, sind es dann doch eher immer Blockbuster,
- 1:49:43da ich nicht wirklich der Fernsehmenschen bin.
- 1:49:45Also ich schaue dann eher vielleicht noch, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, irgendein
- 1:49:48Reportage an über irgendwas, um irgendwie runterzukommen.
- 1:49:50Meine Frau macht sich dann mal lustig drüber, weil es teilweise dann wirklich Archäologie-Dokuss
- 1:49:57sind, aber ich finde das dann auch wirklich spannend, weil es so anders ist, als das, was
- 1:50:00ich den ganzen Tag mache.
- 1:50:01Und Sie haben so eine ruhige Kameraführung und da erzählt jemand, ich kann das so nachvollziehen.
- 1:50:06Und dann aber trotzdem auch mit diesem Effizienzgedanken, also zumindest gegen mir das so, deswegen kann
- 1:50:11ich das sehr gut verstehen, dass man trotzdem auch diesen Moment noch was lernt, was man
- 1:50:15vielleicht in einer späteren Kommunikation mit den Gästen dann irgendwo noch gebrauchen
- 1:50:18oder verwerten kann und sich dann in einer gewissen Form dann irgendwie trotzdem weiterbildet
- 1:50:22und nicht nur brieseln lässt von, keine Ahnung, wer wird Millionär oder was, da kann es vielleicht
- 1:50:26auch was lernen, weiß ich nicht.
- 1:50:28Aber man hat einen Tiefsinn dabei, also teile ich sehr.
- 1:50:34Digital oder analog?
- 1:50:36Was liegt dir mehr?
- 1:50:38Also musikalisch muss man natürlich sagen, trotz der fortgeschrittenen Softwaretechnik
- 1:50:43ist analog natürlich schon geiler.
- 1:50:45Ach, auch bei elektronischer Musik, wie ich dachte, wäre da alles digital?
- 1:50:50Also bei elektronischer Musik ist natürlich analog sehr, sehr anstrengend, sehr schwierig,
- 1:50:55weil du halt riesige Türme von Tinscisern und so weiter hast, das machen die wenigsten.
- 1:50:59Aber wenn man jetzt von Gitarrenmusik spricht oder Rockmusik oder keine Ahnung, sowas wie
- 1:51:06weiß ich nicht, aber oder Rockmusik früher, weißt du, so eine Röhrenverstärker, der
- 1:51:10erst mal warm werden muss und diese Power, diese Hitze von dem Marshall Stack und so,
- 1:51:15das ist einfach, das ist schon eine andere Nummer, deswegen analog ist schon krass.
- 1:51:20Aber du kannst natürlich mit moderner Technik und Software heutzutage ganz, ganz viel machen,
- 1:51:26also Home Recording, Wahnsinn, also was da, mit wenig Aufwand viel machen, das ist schon
- 1:51:31klar.
- 1:51:32Aber trotzdem, ich würde analog sagen auf jeden Fall.
- 1:51:35Okay, hat es da den gleichen Effekt bei der Fotografie, dass du selbst als Laie ganz
- 1:51:42viel hinbasteln könntest und ein Musikwerk erschaffen könntest, aber wenn du Freak bist,
- 1:51:47dann trotzdem das Analoge immer fühlen würdest.
- 1:51:51Weißt du, wie ich das meine?
- 1:51:54Warscha.
- 1:51:55Also ich finde, beim Wein ist genauso, kannst du zwei Industrieweinen nehmen, die sind lecker
- 1:51:57und die können viele irgendwie hinbasteln, die mit Wein, Seele nicht zu tun haben, wenn
- 1:52:02du dann einen handgemachten Wein hast, dann fühlst du die Seele dabei und so geht es
- 1:52:06mir bei Fotografie manchmal auch.
- 1:52:08Und wahrscheinlich bei Musikern auch, oder?
- 1:52:10Absolut, ja natürlich, ja die Passion, die Seele definitiv, also schon was dran würde
- 1:52:16ich auch sagen.
- 1:52:17Ich finde so was geht auch mit Wein-Läden, dass also ein Wein laden, du kannst einen
- 1:52:23wirklich seelemberhafteten Wein laden, niemals künstlich hinbasteln mit einer riesen Weinkarte
- 1:52:28oder mit irgendwie einem Wahnsinn-Interieur, da gehört immer eine Seele zu, gabs für dich
- 1:52:32mal ein Wein laden, wo du absolut aufgegangen bist und sagst, hier will ich einziehen?
- 1:52:39Ja, das ist tatsächlich vor kurzem erst wieder der Fall gewesen, ich war mit dem Kumpel
- 1:52:44in London für zwei Tage und wir waren im Restaurant und haben noch eine Flasche Wein gebraucht
- 1:52:50und es darfst du dreimal raten, was wir für ein Wein gekauft haben dort, also aus welcher
- 1:52:55Region?
- 1:52:56Ja, es war ein Bordeaux.
- 1:52:58Bordeaux?
- 1:52:59Waren 50/50 Chance?
- 1:53:00Nein, 50/50 Chance, weil alte Liebe und so, aber es war im Heddonism in London, da am
- 1:53:07Berkeley Square und das ist unfassbar, da es gibt jeden Wein aus jedem Jahrgang, Wahnsinn,
- 1:53:14also es ist unfassbar und auch ein Service, ja am Sonntag haben die auf und liefern die
- 1:53:19das und Wahnsinn, also das ist Wahnsinn, also auch mein Kumpel war total beeindruckt,
- 1:53:25am Sonntag schreiben die dir per WhatsApp, wo sie dürfen, sie den Wein hinliefern und
- 1:53:30kostenlos und richtig krass, also auch du gehst da drin und du rehst da rein und verlierst
- 1:53:36dich komplett in dem Angebot, das war sehr interessant.
- 1:53:41Die Freude, das zu sehen und die Flaschen dort zu sehen und sich da auch die Sachen, die
- 1:53:46man getrunken hat, einfach nochmal zu rekonstruieren, wie hat der geschmackt, wie war das Erlebnis,
- 1:53:51wie mag der sich jetzt entwickelt haben.
- 1:53:54Es geht mir manchmal auch so im eigenen Weinkeller oder mit einer Weinkarte oder mit einer eigenen
- 1:53:58Weinkarte, wo man so diese Neugierde und die Freude einfach an den Flaschen und an den
- 1:54:03Gegebenheiten so unfassbar hat.
- 1:54:06Wenn du sagst, du holst dort so ein Wein für ein Abend, was ist da für dich der Mindestanspruch
- 1:54:12an Service, den du dann selber zum Wein trinken haben möchtest, also brauchst du bestimmte
- 1:54:17Gläser, brauchst du Karaffe, keine Karaffe, musst du unbedingt einen Durant haben oder
- 1:54:23reicht auch das mit einem Schraubens hier rein zu drücken, den Korken, also wo sind deine
- 1:54:30Limit oder was ist für dich Wein Service?
- 1:54:33Also tatsächlich ist es mir wirklich und das meine ich ernst, eigentlich egal.
- 1:54:39Wenn man kennt das nämlich aus Frankreich, dass man die kleinsten Gläser für den größten
- 1:54:46Wein kriegt oder im Paris zum Beispiel kriegt man ja Wassergläser, teilweise auch in besseren
- 1:54:49Restaurants.
- 1:54:50Wenn ich jetzt mit meiner Frau unterwegs bin, dann würde ich jetzt niemals irgendwie einen
- 1:54:55Aufstand machen und sagen, haben sie nicht die Riddle Performance Gläser oder die Salz
- 1:54:59oder die Spiegel oder was auch immer.
- 1:55:01Aber als wir jetzt in London waren, zum Beispiel diesen Wein mitgenommen haben, wusste ich,
- 1:55:05dass in einem Resturboy waren, die haben die besten Karaffen alles drum und dran und das
- 1:55:09macht dann einfach mehr Spaß, da hat man dann auch mehr so das Gefühl, dem Wein ist jetzt
- 1:55:15alles gerecht geworden, quasi die Karaffe, die Gläser, der Service und dann kommt eine,
- 1:55:21wie nennt man die, so ein Behälter dazu, wo man den Wein reinlegt, so wie im schwarzen
- 1:55:27Adler, weißt du diese, diese Beinkörpchen.
- 1:55:29Ein Korbkörpchen, genau und das sieht einfach cool aus, ja und dann sitzt du da da und schwenkst
- 1:55:35den Wein und siehst dieses ganze Equipment, das man dabei hat.
- 1:55:39Aber ich habe genau so viel Spaß, wenn ich irgendwo in Paris rangehe und die stellen
- 1:55:43den Wein einfach umgekühlt auf dem Tisch und dann weiß ich halt, sage ich zu meiner
- 1:55:46Frau, jetzt muss man halt schneller trinken, die Atmosphäre, also es ist mir sozusagen
- 1:55:51eigentlich ehrlich gesagt egal.
- 1:55:53Okay und selber im Lokal, also was war für dich der Mindestanspruch, ihr habt das ja mehr
- 1:55:57oder weniger aus dem Nichts erleben lassen, aus der Taufe gehoben, wo hast du gesagt,
- 1:56:01das ist mir wichtig, waren es die Gläser, waren es bestimmte Karaffen, waren es irgendwelche
- 1:56:06Tools, die du brauchtest oder?
- 1:56:08Also Gläser wussten wir direkt, dass wir einfach unsere Spielau Definition nehmen und auch
- 1:56:15nur die wollen und Karaffen haben wir dafür Riedel Melodik Hunter und ich wollte auch
- 1:56:20nichts anderes, ich wollte das relativ streamlined und einfach klar ersichtlich haben, weil ich
- 1:56:27auch einfach nicht die Zeit habe.
- 1:56:28Also ich habe, ich liebe natürlich wie gesagt Weinservice und mit Glas abonieren und drum
- 1:56:33und dran mit Kerze, aber dafür haben wir im Restaurant einfach nicht die Zeit, dass
- 1:56:38es einfach nicht machbar ist und deswegen wir machen die Flasche auf, gratius genug
- 1:56:44und dekantieren die, wenn es passt und dann war es das und dann wird das getrunken.
- 1:56:50Also ich habe da auch nie verstanden in anderen Restaurants oder in Sterne Restaurants, die
- 1:56:55ich gearbeitet habe, ich habe mir gesagt unbedingt bloß mit der Handsewette die Flasche anfassen,
- 1:57:01wir sind ja nicht in der Wirtschaft und jetzt denke ich mir so, wenn ich das in meine Hand
- 1:57:06nehme, einfach so viel mehr Gefühl und es fühlt sich einfach so viel besser an und
- 1:57:12dann nehme ich lieber die Handsewette und wich den Topfen oben ab oder so, also ich habe
- 1:57:16das, diese ganzen Riedeln waren für mich immer irgendwie nicht nachvollziehbar unpraktisch
- 1:57:21irgendwie, ich weiß nicht also.
- 1:57:23Welches Weintool war für dich der größte Blödsinn?
- 1:57:27Also ich glaube es gibt so Erreiter, die den Wein anscheinend beim Ausgießen schon
- 1:57:35gelüften sollen, da würde ich mal gerne eine Studie dazu sehen, weil das kann ich mir
- 1:57:39einfach nicht vorstellen, weil ich weiß nicht ob ein mechanisches Vorgehen eine Zeit ersetzen
- 1:57:46kann.
- 1:57:47Ich könnte mich täuschen wie gesagt, but I don't think so.
- 1:57:49Das finde ich Quatsch, also wenn das so rausgesprüht wird und dann irgendwie so total schaumig
- 1:57:56ist, nur das Sauerstoff reinkommt, das glaube ich einfach nicht, weil große Faktoren sind
- 1:58:01einfach beim Weinbelüften Wärme und Zeit, also ein Sauerstoff natürlich, aber der ist
- 1:58:07ja sowieso gegeben von dem her.
- 1:58:10Ich habe da eigentlich immer positive Erfahrungen mitgemacht, ich finde die Ruhe und die Zeit
- 1:58:15tut dem Wein manchmal gut, als wenn man ihn ganz schnell belüftet, aber manchmal hilft
- 1:58:20es, gerade in dem Augenblick wo du aufgrund von Gründen XY das probieren musstest.
- 1:58:26Ich habe bei mir im Büro einen Ionisierer liegen.
- 1:58:31Also es ist wie so ein Bierdeckel und da sind Ionen eingearbeitet und die lassen den Wein
- 1:58:37anders entwickeln, als wenn er ohne Ionisierer dort ist.
- 1:58:41Das ist auch ein schräges Teil.
- 1:58:42Das habe ich schon ewig nicht mehr probiert.
- 1:58:43Ich fühle mich jetzt nur gerade ein, als du das mit ihm Ereda erzählt hast.
- 1:58:47Ja, es gibt ja schon verrückte Geschichten.
- 1:58:50Ich bin gespannt, ob sich das entwickelt und wie sich das irgendwie entwickelt.
- 1:58:53Ja, mal schauen, aber manchmal braucht man auch gar nichts einfach, weil der Wein in
- 1:58:57sich selber schon so schön ist, man lieber sich die Zeit nehmen sollte, um sich damit
- 1:59:00auseinandersetzen und damit beschäftigen sollte und dieses Trinken einfach manchmal
- 1:59:05das Schöne ist und nicht immer dieses Analysieren und gucken, haben wir jetzt noch irgendwie
- 1:59:09fünf Minuten Vorsprung geschafft und kriegen wir das noch irgendwie hin, so ein einfach
- 1:59:14sein lassen.
- 1:59:15Absolut.
- 1:59:16Wolltest du schon mal Wein machen?
- 1:59:20Hattest du ja schon mal den Wunsch?
- 1:59:22Also ist bei dir Entziel Winzer oder ist das, was die anderen machen sollen?
- 1:59:26Ich glaube eher nicht.
- 1:59:27Ich glaube, das können andere besser und also hätte ich alles Zeit und Geld der Welt,
- 1:59:34dann wäre es ein anderes Thema, aber ich glaube, das überlasse ich denen, die das wirklich
- 1:59:39gut können.
- 1:59:40Aber du würdest es nicht ausschließen, also könntest du dir schon vorstellen zu sagen,
- 1:59:43irgendwie mal ein Wein zu machen oder so die Dille darin zu sich?
- 1:59:47In welchem Gebiet?
- 1:59:48Ist es dann wieder Bordeaux-Bogund oder ist es, wenn ich es dir schenken würde?
- 1:59:52Also wenn ich es mir aussuchen würde, dann wäre es auf jeden Fall natürlich begund,
- 1:59:58ja also es ist wahrscheinlich auch egal wo.
- 2:00:01Ah, glaubst du nicht, dass man da an der Perfektion scheitern würde?
- 2:00:05Wenn du im Begründ wärst und du vornimmst und wirklich dabei ist, dann kann man das
- 2:00:12schaffen, man braucht natürlich Erfahrung und Know-how, aber das wäre spannend sicherlich.
- 2:00:19Obwohl wir jetzt ja schon genügend Geld in die Hand genommen haben, das Wein gut zu
- 2:00:24kaufen, dann kriegen wir auch die Berater dafür, also von dem her müsste ja funktionieren.
- 2:00:27Welche Region ist unterbewertet?
- 2:00:29Unterbewertet, also nach wie vor war einer meiner spannendsten, tiefgreifendsten Weinreisen
- 2:00:40in Galizien, in Spanien.
- 2:00:41Also ein sehr guter Freund von mir, der Daniel Varela, der auch ein Weinhandel hat, Viniverica,
- 2:00:46der hat uns damals mitgenommen und das war unfassbar, also kulinarisch unfassbar, nie
- 2:00:53erreicht, weintechnisch auch im Inland von Galizien, Ribeiro, Ribeira Sacra, Wahnsinn.
- 2:01:01Also Rias Baichers kennt man natürlich, Albarinio und Co, aber die Weine haben so viel Ausdruck,
- 2:01:07sind so Maritine so unfassbar, also es ist wirklich also und auch rote Sachen gibt es
- 2:01:13gar nicht, also erwartet man gar nicht, ja wirklich so eineinhalb Stunden weg von der
- 2:01:17Küste im inneren, im grünen Herzen quasi von Galizien gibt es Weine, die glaube ich
- 2:01:22der Großteil nicht kennt, das ist krass, also auf jeden Fall most underrated Weinreisen
- 2:01:27kann man wirklich sagen.
- 2:01:28Kann ich teilweise wirklich teilen, also selbst in Albarinio Sinn, wo man sagt, es haben
- 2:01:32viele irgendwie schon mal gehört, vielleicht nicht Native probiert, aber wenn du da was
- 2:01:35probierst, was eine gewisse Authentizität oder eine gewisse Typizität oder eben noch eine
- 2:01:39gewisse Ernsthaftigkeit hat, ist selbst das, also selbst der Mainstream ist der Mindblowing.
- 2:01:43Und eigentlich erstaunlich, dass das so wenige wirklich offen oder im Sinn haben.
- 2:01:51Was ist für dich Wein in einem Wort?
- 2:01:56Passion.
- 2:01:57Schön.
- 2:01:58Wer das nächste Wort, das mir dazu einfällt natürlich, ja.
- 2:02:02Und Leben ohne Wein, könntest du dir das jetzt noch vorstellen, also dass du ...
- 2:02:06Leben ohne Wein ist möglich, aber nicht so schlimm wie Leben ohne Kaffee ist meine Ansicht.
- 2:02:16Okay, krass.
- 2:02:17Also das ist, glaube ich, meine größte Sucht ist Kaffee.
- 2:02:24Also ...
- 2:02:25Kann ich witzigerweise nachvollziehen, ich habe damit aufgehört seit Anfang des Jahres,
- 2:02:29und zwar die härteste Entzugskur, die ich je durchgemacht habe.
- 2:02:32Und das ohne Alternativdroge, also kein Marte, kein grünen Teel, kein schwarzen Teel und
- 2:02:36daher, ich habe es halt mehr oder weniger, ich habe Kaffee geliebt, mochte auch den Geschmack.
- 2:02:40Aber es war für mich eben auch eine Geschmacksdroge eigentlich in dem Sinne.
- 2:02:45Somit kann ich diese Aussage mehr als teilen, dass du sagst, ich könnte nicht ohne.
- 2:02:49Das dachte ich auch immer und manchmal ist einfach die Situation, wo man sagt, dann
- 2:02:53braucht man es, aber manchmal muss man es auch nicht.
- 2:02:56Großer Respekt auf jeden Fall von meiner Seite.
- 2:02:58Na ja, ich wollte es hier nicht fischungsvoll Kompliments machen, also da.
- 2:03:02Was war für dich das schönste und das schrecklichste Somelierlebnis?
- 2:03:09Schönste und schrecklichste Somelierlebnis.
- 2:03:13Da muss ich auch mal kurz nachdenken.
- 2:03:15Gut, ich sehe immer wieder Weinkarten, wo die Somelys, die Rebsorten mit drauf schreiben,
- 2:03:36das ist ja im Grunde kein Problem, man spart dich zur Zeit.
- 2:03:39Aber oft stimmt es halt hinten und vorne nicht.
- 2:03:41Das ist krass, das ist wirklich schlimm.
- 2:03:43Wenn du dann keine Ahnung, du hast XY-Brodonen, dann sind da Rebsorten mit drauf, die dann
- 2:03:49überhaupt niemals was zu suchen hatten.
- 2:03:52Vor allem denke ich mir halt so, du machst ja nichts anderes.
- 2:03:56Also dein Hauptjob, du bist ja Somelier als Somelier angestellt.
- 2:03:58Ja.
- 2:03:59Wenn es jetzt ein Geschäftsführer ist, der halt sowieso im Stress ist und zu viel Arbeit
- 2:04:03hat, dann verstehe ich das ja noch.
- 2:04:05Ist trotzdem blöd, aber wenn du jetzt wirklich ein Somelier hat, der nur das macht, dann
- 2:04:10denke ich mir halt so, you had one job, so warum, du kannst doch googeln.
- 2:04:14Also du kannst ja wirklich, du kannst, du kannst Siri fragen, was für Rebsorten in
- 2:04:17dem Wein drin sind.
- 2:04:18Du musst es ja gar nicht eintippen.
- 2:04:20Warum klappt das nicht so nach dem Motto?
- 2:04:23Und ja, die schönsten Somelier-Erlebnis sind natürlich immer, wenn ein Somelier einem
- 2:04:29was empfiehlt, was man selber gar nicht so kennt und man denkt natürlich als versierter
- 2:04:33Somelier, dass man irgendwie dann doch Jahrgänge und Weine irgendwie alles kennt.
- 2:04:37Aber oft bin ich dann so, dass ich mich vor allem bei guten Somelys, wenn man jetzt zum
- 2:04:41Beispiel einen schwarzen Adler geht, zum Josef oder auch Melanie, da weiß ich ganz genau,
- 2:04:47die sind egal, was ich für eine Frage stelle, die sagen ja, so und so.
- 2:04:52Und dann gibt man sich da in die Hände und dann hat man auch so wahnsinnig schöne Somelerlebnisse.
- 2:04:58Und dann sehen die auch, dass ich total glücklich damit bin und sind auch glücklich.
- 2:05:00Das ist schon cool.
- 2:05:03Stimmt.
- 2:05:08Also kann ich 100 Prozentig nachvollziehen.
- 2:05:09Gibt es bei dir noch Ziele und Wünsche?
- 2:05:12Also ihr habt es zwar gerade aufgemacht, wahrscheinlich ist ein ganz großer Wunsch,
- 2:05:16dass das Restaurant so weiter blüht, wie es jetzt aufgeblüht ist.
- 2:05:19Aber darüber hinaus, hast du persönlich oder beruflich irgendwelche Ziele oder Wünsche
- 2:05:25oder sagst, ich glaube, ihr wollt eine Weinbar aufmachen, die "Sisters" heißt oder sowas,
- 2:05:31ne?
- 2:05:32Wäre witzig auf jeden Fall?
- 2:05:35Nein, also erst mal natürlich.
- 2:05:36Wir müssen noch bei Mädels finden dafür.
- 2:05:39Wir hatten ja doch jetzt ein, glaube ich, für ganze Gastronomie, Scherenegastronomie,
- 2:05:44war dieses Jahr nicht so einfach.
- 2:05:46Einfach der Market war ein bisschen langsamer, die Konjunktur war schwächer.
- 2:05:52Man sieht es, ließ jeden Tag in der Zeitung so nach dem Motto.
- 2:05:56Und jetzt ist erst mal wieder einfach wichtig, dass unser Restaurant weiterhin gut läuft
- 2:06:04und so läuft, wie es jetzt schon läuft, aber einfach das alles passt.
- 2:06:08Das ist ja trotzdem, da ist ja auch Arbeit drin involviert.
- 2:06:11Also es ist ja noch keinelei Routine drin, sondern es ist ja immer noch jeden Tag, denkt man sich,
- 2:06:16was für ein Weinabend könnten wir machen, was könnten wir ändern.
- 2:06:20Jetzt haben wir Mittags unsere Öffnungszeiten geändert, von Sonntagmittag auf Freitag und
- 2:06:24Samstagmittag.
- 2:06:25Also es ist schon noch täglich ein Austausch da von Ideen und man spricht sich ab und
- 2:06:33redet drüber und so weiter.
- 2:06:34Also es ist gut, wenn das erst mal so bleibt und weiterhin dynamisch Ideen in den Pool
- 2:06:40kommen und so weiter.
- 2:06:41Und dann kann man ja ein paar Jahre immer noch überlegen, ob man irgendwie eine Sisters
- 2:06:46Weiber aufmacht oder so.
- 2:06:48Aber schöner Gedanke.
- 2:06:50Ein Like.
- 2:06:51Danke für die Namensvernungen.
- 2:06:53Wir haben schon auf jeden Fall schon einen Namen für eine Weinbar.
- 2:06:56Ich war leider noch nie ein Brothers.
- 2:07:04Statt ganz weit oben auf meiner Wunschliste und rück definitiv nach dem Gespräch einige
- 2:07:08Plätze weiter nach vorne.
- 2:07:09Was für ein angenehmer Kollege, was für ein angenehmer Zeitgenosse, wie viel lebendige,
- 2:07:14lebhafte und trotzdem bodenständige Sympathie.
- 2:07:17Danke für das tolle Gespräch, Lieber Tobias.
- 2:07:18Hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht.
- 2:07:20Aber kurzweilig war lebendig und es wirkte so authentisch.
- 2:07:23Vielen lieben Dank dafür.
- 2:07:24Und noch ein großes Dankeschön euch, dass ihr jetzt noch da seid, dass ihr zugehört
- 2:07:27habt, dass ihr Spaß daran hoffentlich zumindest hattet.
- 2:07:29Und ich hoffe, dass ihr uns weiter empfiehlt.
- 2:07:31Ich hoffe, dass ihr uns like, dass ihr uns bewertet.
- 2:07:33Dass ihr uns tipps, dass ihr uns Kommentare hinterlasst, wenn ihr das ein oder andere
- 2:07:38Verbesserungswürdig findet und einfach, dass ihr bei uns seid.
- 2:07:40Dank euch ist das Projekt zu dem geworden, was es jetzt ist.
- 2:07:43Und dank euch macht dieses Projekt so unfassbar viel Spaß.
- 2:07:46Ganz lieben Dank.
- 2:07:47Ein großes Dankeschön der Schlummbäckergruppe.
- 2:07:50Zu welcher?
- 2:07:51Die Handelshäuser.
- 2:07:52Segnetz, Konzio Vini, Schlummbäcker und auch das Privatkundenportal Bremer Weinkollekt
- 2:07:57gehören und die uns sowohl wirtschaftlich als auch händisch richtig kräftig unterstützen.
- 2:08:01Vielen lieben Dank dafür.
- 2:08:02Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:08:05Und ich freue mich auf die kommende Woche.
- 2:08:06Ich freue mich auf Freitag und ich freue mich, dass wir in München bleiben können und sich
- 2:08:10für uns die Türen des legendären Restaurant Tantris öffnen werden.
- 2:08:14Und diese öffnet für uns der großartige Sommi, Julia Grunwald.
- 2:08:17Hallo, grüß euch.
- 2:08:21Hier ist Stefan Grabler aus dem Gast aus Maldsee München.
- 2:08:35Und ich habe die Ehre überworte über Tobi Glas aus dem Restaurant Brothers zu verlieren.
- 2:08:42Und da fällt mir natürlich in aller, aller erster Linie direkt mal das Weinbordland
- 2:08:47Frankreich ein an Förderster Front, die Weinberregion begumt, wo er eine Korriffe ist, wo er was
- 2:08:57Jahrgänge lagen.
- 2:09:00Weingüter angeht, ist er ein absoluter Perfektionist.
- 2:09:05Kennt sich da aus wie kein zweiter.
- 2:09:08Merkt man auch an seinen Weinkarten oder jetzt auch an der Weinkarte in seinem eigenen Restaurant.
- 2:09:13Das ist immer sehr fein aufgestellt.
- 2:09:16Nur das Erlesenste von den Erlesenen Saftal finden da den Weg auf seine Karte, was immer
- 2:09:25geil ist.
- 2:09:26Klar, er ist hin und wieder ein Klassiker.
- 2:09:30Das heißt, auf Lasschall Reifenbordlo kann man immer ganz gut wegzischen mit ihm.
- 2:09:36Er hat immer Bock drauf und bleibt nicht stehen.
- 2:09:41Er hat sich sicher in den letzten Jahren auch Gott sei Dank weiterentwickelt.
- 2:09:45Was Jura angeht, was ein bisschen natürliche Geschichten angeht, bleibt aber seiner großen
- 2:09:52Liebe für die Klassiker dieser Welt.
- 2:09:55Immer treu, was sehr, sehr schön ist.
- 2:09:57Er ist als Gaskäber im Restaurant sehr feinfüllig, sehr elegant und ein großer Somerli.
- 2:10:07Es ist geil, dass er jetzt so einen Negaladen mit seinem Bruder in München aufgemacht hat.
- 2:10:13Als Mensch muss man zu Tobi natürlich sagen, dass er ein großer Freund ist.
- 2:10:22Er hat immer ein offenes Ohr, wenn es um Fragen rund um die Selbstständigkeit geht.
- 2:10:29Er hat immer einen sehr ehrlichen Austausch mit ihm, mit immer ehrlichen Kritik an unserem
- 2:10:38eigenen Laden üben, was natürlich sehr, sehr feines.
- 2:10:41Wenn man so einen geilen Gastronomen hat, der einen immer mit Rat und Tat zur Seite steht,
- 2:10:48ist natürlich cool.
- 2:10:50Stellvertretend spreche ich heute natürlich auch für meinen Cliffs partner, für den
- 2:10:57Marco Vielschla.
- 2:10:58Aber dem hat es gestern ein bisschen zu gut geschmeckt.
- 2:11:02Von dem her soll er sein Rauschen ausschlafen.
- 2:11:07Schönen Tag euch!
- 2:11:09Ich würde mich über einen Daumen hoch freuen.
- 2:11:14Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:18Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:21Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:24Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:27Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:29Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:32Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:35Ich wünsche euch einen guten Tag.
- 2:11:40*Titelmelodie*