Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #7 Folge 2: TEK-Revolution Tag 2: Der Detektiv – Warum deine Gedanken lügen (ABC-Modell)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen. Ich freue mich riesig, dass du
- 0:03heute wieder eingeschaltet hast, um dir Zeit für dich und deine
- 0:06Themen zu nehmen. Wir schauen uns heute eine Idee
- 0:10an, die also die ist auf den ersten Blick ziemlich radikal.
- 0:13Was, wenn unsere Gefühle uns nicht einfach so überfallen,
- 0:17was, wenn wir sie meistens ja völlig unbewusst selbst
- 0:20herstellen und was, wenn das bedeutet, dass wir auch die
- 0:22Macht haben, das zu verändern? Um das zu untersuchen, haben wir
- 0:26uns Material aus einem Online Workshop angesehen.
- 0:29Der heißt Teka Revolution. Wir konzentrieren uns da auf den
- 0:32zweiten Teil mit dem Titel der Detektiv Entlarve die Lüge
- 0:36hinter deinen Gefühlen. Mhm und wichtig zu wissen der
- 0:40Workshop ist ursprünglich für Menschen mit Suchterfahrung
- 0:43gemacht, aber die Techniken darin, die sind absolut
- 0:46universell, also für jeden von uns, der seine innere Welt
- 0:49besser verstehen will. Genau, wer da vielleicht ein
- 0:52bisschen mehr. Zum Pilot statt zum Passagier
- 0:54werden möchte. Unsere Mission für dich ist
- 0:56heute also, diese verborgene Kette zu entschlüsseln.
- 1:00Diese Kette aus Auslöser, Gedanke und Gefühl.
- 1:04Wir wollen gemeinsam rausfinden, wie du lernst, die zu erkennen
- 1:07und ja zu deinem Vorteil zu nutzen.
- 1:10Absolut. Aber bevor wir da voll
- 1:13einsteigen, müssen wir einen Punkt aus der Quelle direkt an
- 1:16den Anfang stellen. Der ist wirklich entscheidend.
- 1:19OK, was wir hier besprechen, sind im Grunde
- 1:21selbsthilfewerkzeuge, die sind unglaublich mächtig, aber, und
- 1:25das ist das große, aber sie ersetzen keine professionelle
- 1:28Therapie. Ein sehr wichtiger Hinweis, ja.
- 1:31Also wenn du dich gerade in einer akuten Krise befindest,
- 1:34vielleicht starken Suchtdruck spürst oder sogar Suizidgedanken
- 1:37hast, dann ist jetzt nicht der Moment für Analyse.
- 1:40Sondern für akute Hilfe genau zögere keine Sekunde und wähle
- 1:45die 112 oder wende dich an die Telefonseelsorge.
- 1:49Hilfe ist da und es ist ein Zeichen von Stärke, sie
- 1:52anzunehmen, absolut. Gut, dann lass uns mal
- 1:56eintauchen. Die Kernaussage, mit der uns die
- 1:58Quelle konfrontiert, ist ja schon fast eine Provokation, da
- 2:02steht sinngemäß, Gefühle, gerade die heftigen wie Wut oder Angst,
- 2:07fühlen sich an wie Überfälle. Mhm, aus dem Nichts.
- 2:10Genau, aber das sei eine Illusion.
- 2:13Und dann kommt dieser Satz, Gefühle fallen nicht vom Himmel,
- 2:17sie werden gemacht und wahr von dir.
- 2:21Puh. Das ist ne Ansage, oder?
- 2:24Ja, das muss man erst mal verdauen, weil es sich einfach
- 2:27nicht so anfühlt. Es widerspricht ja unserer
- 2:29gesamten Erfahrung. Total.
- 2:31Und doch steckt dahinter ein sehr robustes Modell aus der
- 2:34Psychologie. Die Quelle nennt es das ABC der
- 2:38Gefühle. Das kommt ursprünglich aus der
- 2:40Verhaltenstherapie. ABCOK kannst du das mal für uns
- 2:44aufschlüsseln? Wofür stehen die Buchstaben?
- 2:47Gerne. Also A steht für activating
- 2:49Event das auslösende Ereignis. Der Auslöser genau etwas
- 2:53passiert ein Geräusch, eine Mail, ein Blick.
- 2:57Wichtig ist das Ereignis selbst ist erst mal neutral, reine
- 3:01Information, OK und C. C.
- 3:05Ist die Konsequenz, die Konsequenz, das ist dein Gefühl,
- 3:08deine körperliche Reaktion. Wir glauben ja meistens, A führt
- 3:13direkt zu C. Die Mail kommt rein, deshalb bin
- 3:15ich gestresst. Aber der entscheidende, oft
- 3:18unsichtbare Schritt dazwischen ist B für belief.
- 3:22Dein Gedanke, deine Interpretation, deine
- 3:25blitzschnelle Bewertung von A die Kette ist also immer A führt
- 3:30zu B führt zu C. Nicht das Ereignis ist der
- 3:33Auslöser, sondern meine Bewertung davon.
- 3:36Genau da liegt der Hebel. Das Beispiel mit dem Handy aus
- 3:39dem Artikel macht das so wunderbar klar.
- 3:41Stell dir vor, dein Handy vibriert, das ist A der
- 3:45Auslöser. Ein neutrales Ereignis.
- 3:47Genau, wenn jetzt dein B dein Gedanke ist.
- 3:51Oh Gott, das ist der Chef, ich hab was falsch gemacht, dann ist
- 3:54C sofort Stress Kloß im Hals klar wenn dein Gedanke aber ist.
- 4:00Super, das ist die Nachricht, auf die ich warte.
- 4:02Dann ist C Freude, Aufregung, das Vibrieren war identisch, nur
- 4:07die Geschichte, die du dir erzählt hast, hat alles
- 4:09verändert, der Schalter liegt bei B und zu erkennen, dass es
- 4:13diesen Schalter überhaupt gibt, das ist der erste und größte
- 4:15Schritt, wir glauben wir reagieren auf die Welt, aber wir
- 4:18reagieren die ganze Zeit auf unsere Gedanken über die Welt.
- 4:20OK, wenn der Gedanke der Täter ist, wie fassen wir ihn dann?
- 4:25Er ist ja oft zu wahnsinnig schnell, das ist die große
- 4:28Herausforderung. Und die Quelle schlägt da eine
- 4:30sehr praktische Übung vor. Sie nennt das Deine Mission,
- 4:34finde das Motiv, du wirst sozusagen zum Detektiv in deiner
- 4:38eigenen Gedankenwelt, ein Detektiv, das gefällt mir ja und
- 4:42es gibt 3 ermittlungsschritte, erstens die Spur, welches Gefühl
- 4:47spürst du genau, also nicht nur schlecht, sondern es ist Wut,
- 4:51Unruhe, Enttäuschung, präzise sein.
- 4:54Der Tatort. Was ist in den Sekunden davor
- 4:57passiert? Was war der neutrale Auslöser a.
- 5:00Und der dritte Schritt ist dann das Motiv.
- 5:03Exakt das Motiv. Welcher Gedanke schoß dir
- 5:07blitzschnell durch den Kopf, was war deine sofortige
- 5:09Interpretation? Um das zu illustrieren, teilt
- 5:12der Autor der Quelle, Gabriel, eine sehr persönliche
- 5:15Geschichte. Das war an seinem 10.
- 5:17Tag ohne Suchtmittel. Die Situation, also der Tatort.
- 5:24Jemand war im Alltag sehr unfreundlich zu ihm.
- 5:28Die Konsequenz, die Spur, sofort aufsteigende Wut und der alte
- 5:33Reflex, der Gedanke an Konsum und da beginnt die
- 5:37Detektivarbeit, anstatt dem Impuls nachzugeben hat er
- 5:41innegehalten, er hat sich gefragt, was war das Motiv, was
- 5:46war der Gedanke, der diese Wut ausgelöst hat.
- 5:49Und er hat ihn gefunden, ja. Der Gedanke war, die
- 5:52respektieren mich nicht und in dem Moment, in dem er diesen
- 5:56Gedanken als seine Interpretation entlarvt hat und
- 5:59nicht als absolute Wahrheit, verlor der Gedanke seine Macht
- 6:03und mit ihm der Suchtdruck. Wow, dieser Prozess schafft
- 6:07quasi eine Pause. Taste für automatische
- 6:10Reaktionen Es geht darum, vom Blinden reagieren zum bewussten
- 6:15Agieren zu kommen und hier wird es richtig interessant.
- 6:19Der Artikel zitiert im Psychiater Viktor Frankl
- 6:22zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.
- 6:25In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Antwort.
- 6:29Dieser Satz ist das Herzstück des Ganzen, sucht aber auch
- 6:33Angststörungen oder Depressionen machen genau eines.
- 6:37Sie lassen diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion kollabieren.
- 6:41Er wird winzig klein, genau, er ist fast nicht existent, es gibt
- 6:45nur noch den Reiz, Stress, Kränkung und die sofortige
- 6:49automatisierte Reaktion, Konsum, Rückzug, keine Wahl mehr und die
- 6:54Detektivmethode zielt darauf ab, diesen Raum, den der Artikel,
- 6:59die Lücke der Freiheit nennt, wieder zu vergrößern.
- 7:02Exakt. In dieser Lücke hast du
- 7:05plötzlich die Möglichkeit, dir die alles entscheidende Frage zu
- 7:08stellen. Moment mal, muss ich diesem
- 7:10Gedanken glauben, hilft er mir gerade, man wird vom Opfer
- 7:14seiner Gedanken zum Wähler. Du entscheidest, welchem
- 7:17Gedanken du folgst. Das verändert die Spielregeln
- 7:20fundamental. Das klingt sehr ermächtigend.
- 7:23Aber lass uns noch mal auf die Praxis schauen.
- 7:25Was ist, wenn ich da in diesem Raum stehe und nichts finde,
- 7:29wenn der Gedanke sich so gut versteckt, dass ich ihn nicht
- 7:32greifen kann. Eine total wichtige Frage.
- 7:34Auch dafür bietet die Quelle zum Glück Hilfe an in einem
- 7:37Abschnitt, den sie Safer Use für Gedanken nennt.
- 7:40Okay da gibt es ein paar Hilfsfragen quasi wie
- 7:44Scheinwerfer, um in die dunklen Ecken zu leuchten.
- 7:48Die erste lautet was befürchte ich, was passieren könnte.
- 7:53Ah, die deckt also Zukunftsängste auf.
- 7:56Fast immer. Die zweite Frage ist, was sagt
- 7:59das über mich aus? Die Ziel trägt auf den
- 8:02Selbstwert ein Streit ist der Auslöser, aber der Gedanke, der
- 8:06wirklich wehtut, ist vielleicht das sagt, dass ich nicht
- 8:09liebenswert bin. Uff.
- 8:11Ja, das sind die tiefen Dinger, das sind die Kerngedanken.
- 8:15Und die dritte Frage ist, was hätte nicht passieren dürfen?
- 8:20Die ist ein super Detektor für unsere inneren Regeln, wenn wir
- 8:24wütend sind, wurde fast immer eine unserer ungeschriebenen
- 8:26Regeln verletzt. Ich kann mir vorstellen, dass
- 8:29bei dir, der uns zuhört, jetzt ein paar ja, aber im Kopf sind.
- 8:33Das ist völlig normal. Lass uns die häufigsten mal
- 8:36durchgehen, die im Artikel auch stehen, erstens.
- 8:40Ist der Gedanke denn immer schuld?
- 8:41Ja, das Wort Schuld ist hier schwierig, die Quelle schlägt
- 8:44vor, es durch Ursache zu ersetzen, es geht nicht um
- 8:47moralische Schuld, diese Gedanken sind antrainierte
- 8:51Reflexe, die wir oft seit der Kindheit haben, du bist also
- 8:54nicht schuld daran, sie zu haben, aber, und hier kommt die
- 8:58Verantwortung. Du bist verantwortlich dafür, ob
- 9:01du ihnen glaubst. Es geht also um macht, nicht um
- 9:03Schuld. Sobald man die Ursache kennt,
- 9:05hat man einen Hebel. Ganz genau.
- 9:07Funktioniert das auch bei Langeweise?
- 9:09Das ist ja für viele ein riesiger Auslöser.
- 9:12Absolut. Lass es uns mit ABC durchspielen
- 9:15A der Auslöser du sitzt auf dem Sofa, nichts zu tun C die
- 9:20Konsequenz eine unerträgliche Unruhe, der Drang zum Handy oder
- 9:24Kühlschrank so und was ist das B dazwischen?
- 9:28Oft ist es ein Gedanke, wie, das halte ich nicht aus.
- 9:31Stille ist unproduktiv. Dieser Gedanke bewertet den
- 9:34neutralen Zustand als bedrohlich.
- 9:36Wenn ich es also schaffe, den Gedanken zu ändern, zu, ich darf
- 9:40mich jetzt entspannen, dann. Ändert sich auch das Gefühl C.
- 9:44Die Unruhe wird zu Gelassenheit. OK, und die letzte, vielleicht
- 9:49schwierigste Frage, was, wenn der Gedanke wahr ist?
- 9:53Zum Beispiel, Ich habe wirklich Schulden.
- 9:57Ja, das ist ein Fakt, keine Interpretation.
- 9:59Genau was macht man dann? Man kann sich ja nicht einreden,
- 10:02die Schulden seien nicht da. Hier argumentiert die Quelle
- 10:04sehr klug, das Gefühl C, also Sorge ist in dem Fall absolut
- 10:09angemessen, Sorge ist ein Motor um Probleme zu lösen.
- 10:12OK, aber oft folgt dann ein zweiter Gedanke B 2.
- 10:16Und weil ich Schulden habe, bin ich ein Versager und dieser
- 10:19Gedanke führt zu C 2 Hoffnungslosigkeit und dem
- 10:23Impuls, sich zu betäuben. Ah, es geht also darum, den Fakt
- 10:27vom Drama zu trennen. Genau das den Fakt anerkennen
- 10:31und die Sorge als Signal zum Handeln nutzen, aber die
- 10:34dramatische Geschichte, dass das alles über dich als Mensch
- 10:37aussagt, die musst du nicht glauben.
- 10:40So fassen wir zusammen. Was bedeutet das alles für dich?
- 10:44Die Kernbotschaft ist, du bist nicht das hilflose Opfer deiner
- 10:48Gefühle, du bist der Schöpfer deiner Bewertung, du kannst den
- 10:51Regen nicht ändern, aber du kannst entscheiden, ob du ihn
- 10:54als Ärgernis oder als Segen für die Pflanzen siehst.
- 10:57Das ist der Weg, sich die Macht zurückzuholen.
- 11:00Und wenn dir dieser Ansatz gefällt und du die Arbeit von
- 11:02Nelix Berlin wertvoll findest, würde sich Gabriel riesig über
- 11:06deine Unterstützung freuen. Du kannst helfen, indem du
- 11:08diesen Beitrag auf Social Media teilst und.
- 11:10Oder den Podcast bewertest. Das Projekt wird komplett von
- 11:13Gabriel allein finanziert und erstellt.
- 11:15Jede Form der Unterstützung hilft ihm mit diesem Projekt,
- 11:19sich selbst und gleichzeitig anderen zu helfen.
- 11:23Sein Motto, das ihn antreibt, ist aus allem schlechten in
- 11:27seinem Leben etwas Gutes zu machen, ein starkes Motto und es
- 11:32passt perfekt zu dem, was wir besprochen haben.
- 11:35Der Artikel verweist ja auch auf das Buch lieben was ist von
- 11:38Byron Katie. Ja, ihre Kernaussage fasst das
- 11:42Prinzip perfekt zusammen. Glaube nicht alles, was du
- 11:45denkst. Deine Gedanken sind nur
- 11:47Angebote, du musst nicht jedes Annehmen und das bringt uns zu
- 11:51einem letzten Gedanken für dich zum Mitnehmen eine Frage zum
- 11:55Weiterdenken, wenn du deinem nächsten stressigen,
- 11:58schmerzhaften Gedanken nicht glauben müsstest.
- 12:01Wenn du nur für einen Moment so tust, als wäre er nicht die
- 12:03absolute Wahrheit, was wärst du dann frei, stattdessen zu tun,
- 12:08zu fühlen oder zu sein? Vielen Dank, dass du dir die
- 12:11Zeit genommen und zugehört hast. Pass gut auf dich auf, bis zum
- 12:14nächsten.