Latest / SOMMELIER / Susanne Spies – Wein in und mit Harmonie
Transcript
- 0:00[Musik]
- 0:12Hi, ich bin der Jochen Bauer der Mätere im Restaurant Rosin und arbeite seit circa 20 Jahren hier im Restaurant.
- 0:20Susanne habe ich vor über 25 Jahren im damaligen Latable in Dortmund kennengelernt.
- 0:26Da habe ich mit zwei weiteren Kommilitonen von meiner Hotelfachschule für einen Champagner-Wettbewerb in Berlin.
- 0:36Bin ich da angetreten.
- 0:39Und sie hat uns durch ihre profunden Weinkentnisse und Tipps sehr gut auf diese Prüfung vorbereitet,
- 0:45die wir dann schließlich auch mit Bravour bestanden haben.
- 0:48Und dann nach ein paar Jahren später sahen wir uns dann wieder, als Susanne mit ihrem Mann Alfred im Restaurant Rosin zu Gast waren.
- 0:59Da hat es sich herausgestellt, dass die Chemie zwischen uns allen Frank Rosin, Susanne und mir sehr gut gestimmt hat.
- 1:06Der Rest ist Geschichte. Ja, und sie fing ja schließlich bei uns an.
- 1:10Ich erinnere mich an sehr schöne Erlebnisse und Weinreisen mit Susanne, als wir zum Beispiel gemeinsam nach Bordeaux zu Chateau-Cheval Blanc und zu Chateau-Die-Cham gereist sind.
- 1:23Oder auch ein gemeinsamer Wochentrip nach Südafrika mit Frank Rosin, unserem Küchenchef Oliver Engelke,
- 1:32meinem damaligen Stellvertreter Martin Fossberg, Susanne und zum Weingut Springfontein von Just Weber gereist sind.
- 1:42Und wo wir das Cool Climate an der Walker Bay kennengelernt haben und auch weitere Weingüter im Umkreis besichtigen konnten.
- 1:50Wirklich erlebnisreiche gemeinsame Zeit hatten.
- 1:53Ein wirklich gelungenes Teambuilding.
- 1:56Hier nochmals vielen Dank an Frank. Es war wundervoll.
- 1:59Ja, und seit mittlerweile über 17 Jahren arbeiten wir nun täglich gerne zusammen.
- 2:05Und ich schätze und respektiere Susanne noch wie am ersten Tag.
- 2:09Sie bringt mir immer noch etwas Neues aus der Weinwelt bei und natürlich auch mal einen guten unbekannten oder gealterten Tropfen nach den freien Tagen,
- 2:19den sie mit Alfred nicht ganz ausgetrunken hat und lässt mich daran teilhaben.
- 2:24Letztens ein 1969er Brudo aus unserem gemeinsamen Geburtsjahr.
- 2:30Ja, a vot de son t, auf Susanne und Alfred.
- 2:34Und lasst uns einfach so weitermachen.
- 2:36[Musik]
- 2:58Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier.
- 3:01Die interessantesten Weingellner unserer Zeit.
- 3:04Meine heutige Gäste verfügt über eine Eigenschaft, die ihr sicher viele neiden. Beständigkeit.
- 3:11Tätig in der Residenz in Essen, im Latable im Dortmund, im Lawinen ausner Brück und zuletzt bei Frank Rosinen Dorsen,
- 3:19lebt die ehemalige Sommeliere des Jahres das, was viele einfach leben sollten.
- 3:23Beständigkeit, Ruhe, Ausgeglichenheit, ein wahnsinnig solides Fachwissen und Vermarkt ist so,
- 3:29das zu vermitteln, was man bei einem Restaurantbesuch empfinden möchte.
- 3:34Ruhe und einen Rückzug aus der lauten Alltagswelt.
- 3:37Und bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen,
- 3:39heute liegt mich aufs allerherzlichste bei der Schlumbergergruppe.
- 3:42Bei den Handelshäusern segnet's Konziowini Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt
- 3:48für die händische und wirtschaftliche Unterstützung Gedanken.
- 3:51Dank ihnen ist dieses Projekt möglich und dank ihnen ist sie heute hier.
- 3:55Herzlich Willkommen, liebe Susanne Spies.
- 3:58Was ist Wein für dich?
- 4:01Wein gehört zu meinem Leben.
- 4:06Ich mache diesen Beruf schon über 30 Jahre und das ist einfach ein Beruf, der einfach für mich gemacht ist.
- 4:18Ich lebe das bei der Arbeit oder auch zu Hause mit unseren Weinen, dass wir sehr viel probieren und diskutieren
- 4:30und viel auf den Wein reisen sind und das auch in unseren Urlaub integrieren.
- 4:34Also das ist eigentlich voll mein Leben.
- 4:37Ist es da eher der Wein als solches oder ist es das Drumrum, also ist es das Wein trinken
- 4:43oder ist es, den Wein erklären, die Reisen das bestimmen?
- 4:47Die Reisen sind sehr wichtig, finde ich, dass man diese Anbaugebiete kennenlernt, dass man da drin steht in den Weinbergen,
- 4:56dass man sieht, wo kommen die Weine her und dass man dann auch mit den Winzerinnen und Winzern ins Gespräch kommen.
- 5:03Und da, das sind auch ganz tolle Freundschaften schon entstanden und das Wein trinken ist natürlich auch sehr schön
- 5:12und das machen wir natürlich auch.
- 5:14Und das sind so wirklich sehr karaktervolle Weine, wo man sich mit beschäftigt, die auf den zweiten oder dritten Schluck erst schmecken
- 5:23und wo man sich richtig mit beschäftigen muss.
- 5:26Kann man die Besonderheit eines Weines schon beim ersten Schluck oder beim Trinken selber erfahren
- 5:32oder muss man die Geschichte des Weingutes, des Winzers dahinter kennen?
- 5:37Es gibt Weine, die direkt schmecken, aber ich finde, dass die Weine, wo man ein bisschen mehr rein riechen muss,
- 5:50die sich mit ein bisschen mehr Luft entwickeln und die Form geschmackssich auch entwickeln,
- 5:57dass die die karaktervolleren Weine sind.
- 6:00Die Weine, die sofort schmecken, die kann man auch mal gut trinken, aber das finde ich nicht so, dass die Qualitätsweine sind.
- 6:07Und das Wissen vom Winzer, wenn das hinzukommt?
- 6:10Das ist auch schön, ja, wenn man das natürlich vermitteln kann.
- 6:13Aber verkauft man dann nicht?
- 6:15Es ist ja nicht so, dass man, wenn man weiß, der arbeitet mit dem Holz, der hat diese Praktiken dabei, der nimmt diese Hefen,
- 6:22der hat diese Böden, nimmt man sich dann nicht ein Stück vorm eigentlichen intuitiven schmecken?
- 6:28Man kann diesen Wein ja probieren, bevor man diese ganzen Informationen hat, aber wenn man diese Informationen hat,
- 6:33finde ich das noch schöner.
- 6:35Dann kann man das noch besser nachvollziehen, wie er arbeitet, mit dem Welch im Holz erarbeitet und manche Standzeiten und so was.
- 6:43Was sind die besseren Weinen-Probierer?
- 6:45Sind das die intuitiven, die, ich sag mal, Novizen, die noch nicht so viel wissen und den Wein einfach so nehmen, wie er ist?
- 6:51Oder sind das diejenigen, die so wie wir 30 Jahre in dem Business sind und schon alles rauf und runter getrunken haben,
- 6:58ganz viel Informationen haben und immer nur in Raster denken?
- 7:01Wenn man unbedarfter rangeht, ist es bestimmt besser manchmal ein Wein zu probieren,
- 7:07weil man noch nicht diese Erfahrungen hat, sondern einfach raus sagt, was man denkt.
- 7:11Man kann auch ganz viele, finde ich, Informationen als Experte von Unbedarften bekommen, die man selber überhaupt nicht geschmeckt hat,
- 7:18wenn man die zuhört und wenn man einfach auf deren Geschmack vertraut, weil die einfach geschmackstreu sind
- 7:25und nicht versuchen, das in Raster zu packen oder in Raster zu denken.
- 7:30Ja, und die Profis sind vielleicht auch ein bisschen in ihrem Schema.
- 7:35Die probieren vielleicht immer das Gleiche oder immer den gleichen Stil.
- 7:39Wenn wir hier machen, wir auch Weinproben zu Hause mit Blindproben, wo wir unsere Freunde einladen
- 7:47und das sind auch ganz tolle Sachen, die wir aufmachen.
- 7:50Aber dann denken schon, jetzt kommt der Bordon, jetzt kommt der Bugunder.
- 7:54Die denken schon, ja, jetzt kommt das und das.
- 7:57Seid ihr Gewohnheitstrinker?
- 8:00Wir trinken regelmäßig Wein.
- 8:04Ich meine, jetzt kann ich zu dir häufig sein.
- 8:08Sondern wenn ihr gerne Wein trinkt, dann ist es etwas, was euch gut tut.
- 8:14Oder sucht ihr immer so den Kick, das neue, das herausfordernde, trinkt ihr die Probenliste rauf und runter
- 8:21oder ist es dann ein Wohlfühlmoment? Also wann trinkt ihr Wein?
- 8:25Wir trinken Wein, wenn wir uns wohlfühlen, wenn wir zu Hause sind und wenn wir im Urlaub sind.
- 8:33Und wir trinken Wein, wenn wir hier zusammensitzen und essen
- 8:38oder wenn der Samstag Nacht zum Beispiel, wenn ich nach Hause komme und das Wochenende einleuten.
- 8:45Und dann ist es ein Wohlfühlwein oder ist es dann eine Entdeckung oder ein Arbeitsauftrag?
- 8:50Beides. Also kann beides sein.
- 8:52Es kann ein Wein sein, der einfach zu verstehen ist manchmal, so, an Samstag Nacht, wenn man was trinken möchte.
- 9:00Es kann aber auch ein Wein sein, der verschlossen ist und den man sich erschließen muss.
- 9:08Ich mag beide Weine. Beide Beinstiele.
- 9:12Hat man als Sommie ups and downs über all die Jahre, also über die 10, 20, 30 Jahre,
- 9:19dass man sagt irgendwann wird es langweilig oder irgendwann ist Gewohnheit oder irgendwann arbeitet man aus dem Textbook raus
- 9:25oder ist Wein in der Tat so was, was einen immer wieder am Leben erhält.
- 9:29Immer wieder faszinierend begeistert und durch die Reisen, durch die Gäste.
- 9:33Also durch die Reisen finde ich erfährt man immer neue, was Neues.
- 9:39Also neue Weinbetriebe, die aufstreben, neue Weine,
- 9:45vielleicht auch Anbaugebiete, die man noch gar nicht so erfasst hat,
- 9:50auch wenn Frankreich so kleine Anbaugebiete, habe ich ja noch gar nichts von gehört.
- 9:54Und das finde ich das Spannende.
- 9:57Ich kann das nicht immer dann in meinen Alltag einbringen, weil das dann teilweise zu komplizierte Weine sind.
- 10:04Es ist doch manchmal ein bisschen klein, ein bisschen eintönig manchmal im Restaurant,
- 10:12weil oft die gleichen Weine bestellt werden.
- 10:16Aber das ist ja auch mein Job, die Gäste da hinzuführen, auch mal was Neues zu probieren.
- 10:22Oder in den gleichen Weinen das Besondere manchmal finden.
- 10:25Das ist auch eine gewisse Herausforderung, weil viele Gäste ja nicht so erfahren sein können.
- 10:30Und dann schon in ihrem Schema auch gerne trinken möchten,
- 10:33weil es für die ja in dem Augenblick, habe ich so empfunden, ja auch eine Wohlfühlsituation ist.
- 10:38Und die wollen dann risikofrei trinken.
- 10:40Aber in dem dann irgendwas Besonderes zu finden, das zu empfehlen und zu sagen, ja so kann das auch schmecken.
- 10:45Und das ist natürlich dein Cozy Moment oder dein Wohlgefühl in dem Augenblick.
- 10:50Aber in Kombination mit dem und dem ist das dann wiederum etwas ganz, ganz Spannendes.
- 10:55Und so etwas hat man vielleicht noch nicht beachtet.
- 10:57Ja, genau.
- 10:58Weine, die den Gast, also man muss auch noch aufpassen, welchen Weinen mein Wehme empfiehlt.
- 11:08Ein Anfänger kann jetzt keinen Michael Vergoern weiß, meinen Servieren zum Start,
- 11:14wenn das würde ihn überfordern.
- 11:16Aber wenn diese Weine interessiert sind, dann kann man aufbauen.
- 11:22Dann kann man aufbauen, macht man wirklich mal einen Graubagunder am Anfang,
- 11:28so einen Wein, den viele verstehen.
- 11:31Und dann steigert man sich mit Rieslingen oder mit Chardonnay auch.
- 11:38Braucht man als Sommelier irgendwann eine Spezialisierung,
- 11:42dass man sagt, ich habe eine Kernkompetenz, auf die ich mich konzentriere,
- 11:48wo ich mich reinarbeite, wo ich mich intensiv miteinander setze,
- 11:51wo ich einen Ansprechpartner, vielleicht auch in der Szene, in der Branche für bin.
- 11:56Oder sollte man alle umfassend sich irgendwie präsentieren, platzieren
- 12:01und für alle Themen ansprechbar sein?
- 12:03Ja, also spezialisieren weiß ich nicht so genau.
- 12:11Also ich finde auch breit gefächert zu sein, finde ich wichtig.
- 12:17Wein und Speisen finde ich auch sehr, sehr wichtig.
- 12:22Daher habe ich mich auch schon am Anfang von in meiner Ausbildung durfte ich da
- 12:28für meinem Ausbilder mich näher mit beschäftigen.
- 12:31Und das begleitet mich auch das ganze Leben.
- 12:34Fingst du in der Ausbildung bereits mit Wein?
- 12:36Also da, weit davor?
- 12:39Weiter davor ist eigentlich schon.
- 12:42Meine Eltern hatten früher Gastronomie.
- 12:47Meine Mutter ist Buchhalterin, mein Vater ist Psychologe.
- 12:52Du sprichst sogar Gastronomie.
- 12:54Und die haben dann ein Restaurant eröffnet.
- 12:57Meine Mutter hat den Stern erkocht nach einem Jahr.
- 13:00Ach, ist ja verrückt.
- 13:02Und das war in den 90er/80er Jahren?
- 13:0580er Jahren, richtig genau.
- 13:07Wo Sterne noch nicht so weit gesiegt waren?
- 13:09Das waren drei Frauen in der Zeit, die den Stern hatten, glaube ich.
- 13:15Und das war schon eine Sensation nach einem Jahr schon Michelin Stern zu bekommen.
- 13:21Und das bin ich als Kind aufgewachsen.
- 13:25Ich habe natürlich auch immer gesehen, meine Eltern sind nicht zu Hause.
- 13:29Das war natürlich nicht so schön, aber ich habe die Motivation meiner Eltern,
- 13:33die auch sehr wein interessiert, hat mich da schon geprägt.
- 13:37Und so wollte ich schon, wusst ich dann schon sehr früh,
- 13:42dass ich dann auch meine Ausbildung in diesem Beruf machen möchte.
- 13:46War das deine gesamte Kindheit?
- 13:48Nein, nicht ganz.
- 13:50Also ab zehn Jahre.
- 13:52Aber es gibt nicht mehr das Restaurant?
- 13:54Nein, schon länger nicht mehr.
- 13:56Was kannst du dich an die Weine erinnern, die ihr da als dort hattest?
- 14:00Ich kann nicht über sie reden.
- 14:02Deutsche Weine und französische Weine.
- 14:05Loire, glaube ich war.
- 14:08Also genau weiß ich nicht, da war ich noch nicht so weit.
- 14:13Aber das habe ich schon gesehen, dass mein Vater sich da auch sehr für interessiert hat.
- 14:19Und war also Wein allgemein da schon ein Riesenthema?
- 14:23Ich habe so persönlich das Gefühl, das kam erst so Mitte der 90er,
- 14:27dass es wirklich so ein Thema wurde.
- 14:29Also Wein wurde bei uns immer am Restaurant getrunken.
- 14:33Und dann aber auch beim Glas damals schon?
- 14:37Nein, also Glasweise war ja sehr spät.
- 14:42Ja, ich glaube Tantris war eines der ersten Restaurants,
- 14:44die überhaupt Champagner beim Glas ausgeschenkt haben.
- 14:46Also vorher war das, na oder na, Aubergine, Aubergine.
- 14:49Da war das glaube ich das erste Mal,
- 14:51dass der Champagner beim Glas ausgeschenkt hat.
- 14:53Das hat lange gedauert, finde ich auch.
- 14:55Das war auch, bis man Glasweise Weine ausgeschenkt hat.
- 15:00Magst du das? Also bist du eher ein Glasfreund oder eher ein Flaschenkind?
- 15:04Ja, mittlerweile kannst du nicht mehr ohne Weinbegleitung machen.
- 15:09Also da fragen alle nach.
- 15:11Und selber, wenn du mal ein Restaurant bist?
- 15:13Selber bestellen wir Flaschen, meistens.
- 15:15Weil?
- 15:17Weil wir gerne diese Weine trinken, die wir bestellen,
- 15:23weil wenn sie spannend finden.
- 15:25Manchmal machen wir auch Weinbegleitung,
- 15:27aber es ist ganz, ganz selten, wenn wir den Zommel je sehr, sehr schätzen,
- 15:34dann machen wir auch schon mal Weinbegleitung.
- 15:38Hast du da mal ein Erlebnis, wo du sagst,
- 15:40bei dem Kollegen hat das wahnsinnig viel Spaß gemacht?
- 15:43Ja, in Bayer's Bronn bei Jogh'Vent.
- 15:47Genau.
- 15:49Und natürlich auch mit einer Akribie- und Perfektion gelebt und hat eine ganze Menge.
- 15:54Also das war das beste an Weinbegleitung.
- 15:58Und das hat auch so gut gepasst.
- 16:01Und das waren Weine, die wir auch selber bestellen würden.
- 16:07Da hat sich so genau ausgerichtet, so was wir gerne trinken,
- 16:13oder hat das erahnt.
- 16:16Weil die meisten versuchen ja, sich zu präsentieren
- 16:21und ihren Stil zu leben und den auszuleben, aber weniger hören zu.
- 16:28Oder lasse sich auf den Gegenüber ein oder versuchen das dann auch mit den Speisen zu kombinieren.
- 16:34Bei einer Weinbegleitung, wenn du die selber machst,
- 16:37natürlich orientiert man sich an den Speisen,
- 16:40aber ist es das Wichtigste oder ist es die Dramaturgie in der Weinbegleitung
- 16:44oder ist es das Spiel zwischen Neuem und Alten, also Altbekannten und Neuentdeckung.
- 16:50Also was sind für dich da Indikatoren, die Weine auszusuchen?
- 16:54Oder was viel im Keller ist oder wenig oder teuer oder billig?
- 16:58Ja, ich habe schon auch eine Auswahl an Weinen,
- 17:03wo ich denke, dass das am besten zum Essen passt.
- 17:08Aber im Gespräch mit dem Gast würde ich dann auch das wechseln,
- 17:14dass man das abhängig macht von den Gästen teilweise, was das für Gäste sind.
- 17:19Oder Gäste kommen auch zu mir, ich trink aber kein Rotwein,
- 17:24da muss man sie auch anders entscheiden.
- 17:29Ich finde schon, Arsosen ist sehr, sehr wichtig, was es für Sosen gibt.
- 17:34Ist das der Hauptorientierungspunkt für dich, die Soße?
- 17:38Ja, die Gewürznoten, aber das ist auch oft sehr schwer,
- 17:44weil die Gerichte immer komplizierter werden und immer mehr Aromen auf dem Teller kommen.
- 17:50Und das finde ich bei so einem Weinabend schön,
- 17:55weil man sich da konzentriert auf den Wein und welchen Gang man hat zu kochen.
- 18:03Das ist umgekehrt auch mal sieht.
- 18:06Ja, das stimmt.
- 18:08Ich glaube, mit den vielen Aromen, da hattest du ja vor deiner jetzigen Anstellung
- 18:13oder den Großmeister an vielen Aromen.
- 18:16Thomas Spühner, ja.
- 18:18Teilweise bist du 30 verschiedene Hauptkomponenten auf einem Teller.
- 18:22Was ja dann mehr oder weniger für einen Zomene unlösbarer Hauptgarb ist.
- 18:27Das ist sehr schwierig.
- 18:28Ich habe mich auch immer an mit Weinbegleitung in dem ...
- 18:33Nullerjahren eigentlich.
- 18:34Nullerjahren, ja, genau. Da fing das an.
- 18:37Und ich konnte da noch nicht so richtig was mit anfangen.
- 18:41Ich musste mich da erst reinarbeiten.
- 18:44Und da hat man schon immer überlegt, was passt denn dazu.
- 18:48Und mit den vielen Aromen ist es natürlich immer schwer.
- 18:51Ging durch die Weinbegleitung viel verloren, oder?
- 18:54Da haben wir viel gewonnen, also wir haben vielfach gewonnen.
- 18:57Die Akribie verloren, die Tiefsinnigkeit, oder?
- 19:00Wenn man es dann mehr oder weniger ausnimmt.
- 19:03Diese Weine, die ...
- 19:06Flaschenweine natürlich, die leiden natürlich auch.
- 19:09Weil die ganz ... ja, selten getrunken werden.
- 19:13Und Weinkarte.
- 19:15Wofür braucht man dann noch eine Weinkarte?
- 19:18Also, ich meine, es gibt tolle Häuser in Deutschland,
- 19:21die die tollsten Vordos und Burgunda ausschenken, Flaschen.
- 19:25Aber so jetzt auch im Ruhrgebiet ist das auch eher schwierig.
- 19:29Eine tolle Weinkarte zu finden, oder?
- 19:32Nee, das zu verkaufen, finde ich.
- 19:35Ja, ja.
- 19:37Das hätte sich ein wenig ...
- 19:39Ruhrgebiet finde ich schon schwierig.
- 19:41Also schon Weintrinker, aber jetzt nicht so,
- 19:44die sich so ... ervorrig sind.
- 19:47Wahrscheinlich auch in der Relation zu der Menge an Menschen,
- 19:50die hier wohnen.
- 19:52Wenn man da die Weinen, Trinker herauskristallisiert.
- 19:55Und ... ja, das stimmt eigentlich schade.
- 19:58Ja.
- 20:00Jetzt warst du ja in einigen Betrieben relativ lang beschäftigt.
- 20:06Also beim Bühne, jetzt beim Frank-Rosin,
- 20:08bist du ja auch schon zehn Jahre ...
- 20:1017 Jahre.
- 20:12Genau, 20 Jahre, fast. Ja, genau. Sorry.
- 20:14Gibt es für dich in irgendeinem Restaurant,
- 20:17wo du ja mal für einen Tag arbeiten würdest,
- 20:19oder reinzenigen würdest,
- 20:21was du dort machen oder dich das total ...
- 20:24begeistern würdest, davon würdest du auch für ein Fünffin,
- 20:27das Daseh oder für ein Jahr zu arbeiten.
- 20:29Warst du mal so ganz anders?
- 20:31Ja, Frankreich würde ich gerne gehen.
- 20:33Und da eher so die modernen,
- 20:35oder so ein altes, so ein Ducastrogroge ...
- 20:37So ein alt eingesessenes ...
- 20:39Ja.
- 20:41Das würde mich interessieren.
- 20:43Wegen der Weine oder wegen der Service?
- 20:45Wegen der Weine, ja.
- 20:47Ja.
- 20:49Ich glaube nicht, dass das so weit kommt.
- 20:51Nein, man ist ja schade,
- 20:53dass man es viel zu selten macht,
- 20:55oder dass man die Chancen nicht ergreift.
- 20:57Und dass dann irgendwie ein Julian ...
- 20:59Ich meine, ich hatte,
- 21:01als ich meine Ausbildung fertig hatte,
- 21:03habe ich auch überlegt, wo gehe ich hin.
- 21:05Gehe ich nach Frankreich,
- 21:07man hatte ja überall Möglichkeiten,
- 21:09um zu arbeiten.
- 21:11Und dann habe ich mich überall beworben.
- 21:13Und dann Frankreich, ja,
- 21:15gehst du in ein Anbaugebiet, dann hast du nur die Weine.
- 21:17Dann habe ich gesagt,
- 21:19hast du nur Bordeauxweine, hast du nur Bugunderweine.
- 21:21Aber ich will ja auch alles kennenlernen.
- 21:23Und so ...
- 21:25bin ich dann ...
- 21:27doch in Deutschland geblieben,
- 21:29mit ...
- 21:31mit Restaurants ...
- 21:33mich in Restaurants beworben, die eine tolle Weinkarte hatten.
- 21:35Genau.
- 21:37[Motor]
- 21:39[Motor]
- 21:41[Motor]
- 21:43[Motor]
- 21:45[Motor]
- 21:47[Motor]
- 21:49[Motor]
- 21:51Vergiss bitte alles,
- 21:53was du über brave, weiße Rebsorten gehört hast.
- 21:55Zumindest wenn wir über Schadoni reden,
- 21:57denn das ist die ultimative Rebsortenrebellen.
- 21:59Und ich mag solche Metapher,
- 22:01weil die ein irgendwie zum ...
- 22:03Nachdenken anregen.
- 22:05Und Schadoni wäre für mich die Traube,
- 22:07wie ein Rockstar mit Doktor Titel ist.
- 22:09Wild, anpassungsfähig und dabei verdammt intelligent.
- 22:11Geboren dort, wo unser heutiger Wein herkommt,
- 22:13nämlich im Bugund.
- 22:15Und wahrscheinlich resultiert der Schadoni
- 22:17aus einer wilden Diesson zwischen
- 22:19Gästblanc und Pinot Noir.
- 22:21Ja, richtig gehört.
- 22:23Der noble Pinot Noir hatte echten Techtel,
- 22:25Mächtel mit dem bäuerlichem Gästblanc.
- 22:27Und dem Casanova der Rebsortenwelt.
- 22:29Und heraus kam der absolute Superstar.
- 22:31Das war im Mittelalter der Wein-Skandal schlechthin.
- 22:33Und heute ist es Weingeschichte.
- 22:35Tja, und vom Bugund aus hat der Schadoni
- 22:37die komplette Weinwelt aufgemischt.
- 22:39Angefangen mit der Champagne,
- 22:41erobert der Kalifornien,
- 22:43dominierte Australien,
- 22:45revolutionierte Deutschland.
- 22:47Diese Traube ist eigentlich wie ein Weinvirus,
- 22:49der die komplette Welt infiziert hat,
- 22:51den aber irgendwie alle haben wollen.
- 22:53Diese Traube ließ das Terroir,
- 22:55wie andere Leute, die neben Kostenabrechnung
- 22:57super genau und mit vollem Durchblick.
- 22:59Und spuckte es im Glas wieder aus.
- 23:01Das war nicht selten hoch elegant.
- 23:03Aber irgendwie ist es auch nicht alles immer toll.
- 23:05In 90ern gab es eine ganz kurze Phase,
- 23:07wo irgendwie alles out war.
- 23:09Anything but Chardonnay.
- 23:11War wohl so einer der Modesprüche der Weinwelt.
- 23:13Aber es hat sich dann auch relativ schnell gegeben
- 23:15und man hat ein Stil gefunden,
- 23:17der eines sein muss, nämlich authentisch.
- 23:19Und da kommen wir zum heutigen Wein.
- 23:21Und dumm Nikolaform von der gleichnamigen Domänen im Morceau,
- 23:24hat es geschafft,
- 23:26einen komplett neuen
- 23:28und authentischen Chardonnaystier im Macronnet zu erschaffen.
- 23:31Weine, die glasklar, die brillant, die typisch, die authentisch, die bogundisch,
- 23:36die lebendig, die faszinierend
- 23:38und die erstaunlich günstig sind.
- 23:40Fürs Begrund.
- 23:41Und nicht nur fürs Begrund.
- 23:42Also selbst im globalen Vergleich.
- 23:44Weine, die Spaß machen, weine, die Speisebegleiter sind.
- 23:46Weine, die tiefer haben, weine, die reifen können.
- 23:48Aber eins nach dem anderen.
- 23:50Wer ist das, diese Levant?
- 23:52Ich meine, wir können nicht davon ausgehen,
- 23:54dass jeder in dieser Weinwelt den legendären Dominique Lafond kennt.
- 23:57Aber grundsätzlich gilt,
- 23:59wer von Lafond spricht,
- 24:01spricht von einer der legendärsten Dynastien Bugunds.
- 24:04Seit 1894 als Julius Lafond,
- 24:08die ersten Weinberge noch so erwarten,
- 24:11ist dieser Name ein Synonym für kompromisslose Qualität.
- 24:15Und die Geschichte liest sich wie ein Weinkrimi
- 24:17von den turbulenten Jahren nach der Reblos-Katastrophe
- 24:20über die Etablierung als Referenz für Weiße Bugunder
- 24:23bis zur spektakulären Übernahme
- 24:25durch Dominique Lafond 1984.
- 24:28Jedes Kapitel ist pure Spannung.
- 24:31René Lafond, Dominique's Vater,
- 24:33hat das Weingutz bereits zu einer Ikone gemacht.
- 24:35Aber Dominique, er sprengt die Grenzen.
- 24:38Nicht nur, dass er die Domäne der kommt,
- 24:41Lafond immer so auf ein völlig neues Level hebt.
- 24:45Nein, er hatte eine Vision,
- 24:47die weit über die Kotbohnen hinausging,
- 24:49die weit über die Kotdorh hinausging,
- 24:51die Marconnée Revolution,
- 24:53der Mastermind-Move,
- 24:55maßgeblich von Dominique Lafond 1999 initiiert.
- 24:59Während alle Welt nach Prestigialen der Kotbohnen suchten,
- 25:03erkannte er das schlummernde Potential des Marconnée,
- 25:06eine Region, die damals noch als Lieferant netter Alltagsweinengalt,
- 25:10aber Lafond sah mehr perfekte Kaltböden,
- 25:13ein wirklich ideales Mikro-Klima und Weinberge zu preisen,
- 25:17die in der Kotbohnen utopisch waren.
- 25:20Und letztlich war es ein absoluter Geniestreich.
- 25:23Er brachte nicht nur seinen Haupt mit,
- 25:25sondern seine komplette Philosophie,
- 25:27biodynamischer Weinbau, minimale Intervention,
- 25:30maximale Präzision.
- 25:32Was irgendwie noch so funktionierte,
- 25:34sollte auch hier funktionieren.
- 25:35Und es funktionierte,
- 25:36das Marconnée, die verkannte Schapskammer.
- 25:38Und bitte,
- 25:39vergesst alles, was ihr über das Marconnée zu wissen glaubt.
- 25:41Diese Region ist ein geologisches Wunderwerk.
- 25:44Die Kalkstein-Formation hier stammt aus der gleichen Jura-Periode
- 25:48wie die Kodor. Der Unterschied.
- 25:50Und da spürt man in diesem 2023er Marconnée,
- 25:54wie Ré-Clissé, die Kalkstein-Formationen liegen an der Oberfläche.
- 25:58Man kann sie regelrecht sehen,
- 25:59wenn man dort durch die Weinberge geht.
- 26:01Und da sind wir schon bei der Landschaft.
- 26:02Ein traumsamfter Hügel,
- 26:03perfekt er exponierte Süd-Süd-Osthänge,
- 26:06geschützte Tallagen,
- 26:07das Klimas der pure Luxus,
- 26:08kontinental genug für Struktur.
- 26:11Mediterran genug für perfekte Reife,
- 26:13der Trick ist die Höhenlage.
- 26:15Viele Weinberge liegen auf 2-300 Meter.
- 26:19Ideal für die Balance von Frische und Reife.
- 26:22Und ich will hier nicht über Klimawandel reden.
- 26:24Und Lafonds Weinberge im Ré-Clissé sind wie ein Best auf der Appellation.
- 26:28Die ältesten Reben sind über Trommelwirbel 70 Jahre alt.
- 26:33Die Pflanzendichte 8000 Stöcke pro Hektar.
- 26:36Deutlich höher als üblich.
- 26:38Hier zeigt Lafonds ein ganzes Können.
- 26:4112 Monate auf der Feinehebe davon 10% in neuen Fässern.
- 26:45Von den besten Küfern ins Begunst.
- 26:47Und der Rest?
- 26:48Bei einem perfekt ausbalossierter Mix aus 1-3 Jahre Fässern.
- 26:51Das Holz muss gar nicht dominant werden.
- 26:53Der Wein hat so viel Eigenstruktur,
- 26:54das Holz gibt nur den Rahmen.
- 26:56Indem er sich entfalten kann und sein Aromenbild malen darf.
- 27:00Und ich finde, dieser Wein definiert nicht nur das Macronenoy,
- 27:03er definiert neu, was wir vom begunder Wein erwarten dürfen.
- 27:06Wenn die Preise kein Geheimnis in der Kurte bohnen durch die Decke gehen,
- 27:09zeigt davon, dass außergewöhnliche Qualität nicht von Appellationsnamen abhängt,
- 27:14sondern von Visionen können und kompromisslosen Qualitätsstrebungen.
- 27:19Der Macron, wie Riklissee,
- 27:212023 ist mehr als ein großer Wein, er ist ein Statement.
- 27:24Und das zu einem Wahnsinnspreis.
- 27:26Tja, vielen Dank, dass auch ich mir begrundleisten kann.
- 27:29Mein großes Dankeschön, dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.
- 27:33So bin ich ja dann in Hotel Resinance gelandet.
- 27:46Hansin, da habt ihr euch kennengelernt, oder?
- 27:48Ja, schöne Geschichte.
- 27:50Mein Mann kennengelernt, er war schon 2 Millen je.
- 27:53Und seitdem machen wir eigentlich...
- 27:56Und das hatte ich dann inspiriert.
- 27:57Also, wie er den Wein gelebt hat,
- 27:59also nach der älterlichen Prägung und nach der Lehre,
- 28:02dann war für dich klar, dass nicht die Oma.
- 28:05Ja, da musste ich mich natürlich viel lernen.
- 28:07Also, ich meine, diese Weine, die auf der Weinkarte waren,
- 28:10die kannte ich dir, die meisten kannte ich ja gar nicht.
- 28:12Da musste ich mich erst einarbeiten,
- 28:14habe als Kommissommel wieder angefangen
- 28:16und habe da viel gelernt und war eine tolle Zeit.
- 28:22Und danach Kampagne.
- 28:25Dann war ich noch im Schiffchen auch.
- 28:27Ein oder zwei Jahre war das noch.
- 28:29Es waren noch eine ganz andere Zeit,
- 28:31eine ganz andere Regime, oder?
- 28:33Ja, richtig.
- 28:34Da hast du Frankreich sozusagen doppelt gehabt.
- 28:36Frankreich war ein großes Thema, ja.
- 28:38Da habe ich sommerliche Vertretungen auch gemacht.
- 28:41Und das war auch eine interessante Zeit, ja.
- 28:46Stimmt.
- 28:47Ja, dann haben wir sommeriere dort.
- 28:49Das war der Sebastian Wiesander.
- 28:56Danach kamen, glaube ich, Kathrin.
- 28:58Kathrin, Tivino, ja.
- 29:00Die kamen, ja.
- 29:02Oder die Sasuke Schauten, die waren noch da.
- 29:04Ich finde, manchmal ist es so schade,
- 29:06dass man so präsent den Namen hat.
- 29:08Gut, Kathrin ist jetzt bei Knipsa.
- 29:10Das hat ja vielen Jahre, aber manchmal gehen die dann zu verloren.
- 29:13Das ist eigentlich, wenn so Weinwissen dann auch verloren geht.
- 29:17Das ist schade, ja.
- 29:18Sollte irgendwie erhalten bleiben, findest du,
- 29:20ein Zombie sollte sich verewigen,
- 29:22sollte schreiben, sollte Bücher, Publikationen
- 29:25oder ist es gar nicht so seine Kompetenzen,
- 29:27er sollte eigentlich im Restaurant für die Gäste da bleiben?
- 29:31Das ist immer so eine Sache von jedem einzeln,
- 29:34ob er was schreiben möchte.
- 29:37Aber das finde ich schon eine gute Sache,
- 29:40was aufzuschreiben.
- 29:42Für mich persönlich würde es nicht passen,
- 29:45aber ich arbeite lieber im Restaurant.
- 29:48Man braucht Zeitfenster dafür
- 29:50und eigentlich auch die Begabung.
- 29:52Also das nicht jeder irgendwas,
- 29:54das ist immer heutzutage auf Instagram,
- 29:56wenn jeder weiß, was dabei rauskommt.
- 29:59Das muss nicht unbedingt wertragend sein.
- 30:02Aber Winzerin wolltest du nie werden, oder?
- 30:04Oder gab es bei den Wunsch oder den Gedanken oder den Traum?
- 30:07Nein, das ist nichts.
- 30:09Die Arbeit im Restaurant macht mir schon unglaublich viel Spaß.
- 30:13Ich fahre auch sehr gerne zur Arbeit.
- 30:16Ich meine, es ist nicht um die Ecke.
- 30:18Das ist nicht gut.
- 30:20Ich fahre eine Stunde zur Arbeit.
- 30:23Aber ich fahre da sehr gerne hin.
- 30:26Ist das schwer mit jemanden zusammenarbeiten,
- 30:30der so präsent ist, also so Medien oder in Deutschland,
- 30:34oder ist das eigentlich egal und nichts anderes
- 30:37als jeder andere Koch?
- 30:40Du ja zum einen natürlich mit den Menschen zusammenarbeitest,
- 30:43aber wahrscheinlich mehr von der Erwartungshaltung
- 30:46der Gäste, von der Anspannung der Gäste.
- 30:49Die Gäste sind ein bisschen angespannt,
- 30:51weil sie ja den Star sehen wollen.
- 30:55Das ist manchmal ein bisschen Konflikt-Situation.
- 31:01Aber sonst hat ein ganz tolles Verständnis auch für Wein.
- 31:09Und die Küche, die dir gelebt wird, gefällt mir auch sehr, sehr gut.
- 31:18Weil es auch eine sehr schmackhafte Küche ist,
- 31:21die nicht zu kompliziert ist,
- 31:23wo man sehr gut mit Wein arbeiten kann.
- 31:26Und das ist ein tolles Zusammenarbeiten mit dem ganzen Team.
- 31:30Es ist ja auch ohnehin das Team.
- 31:33Aber es glaub ich, dass da oft Konflikte entstehen können,
- 31:36wenn halt nicht das, weil er halt viele andere Projekte hat.
- 31:39Wie viel Zeit verbringt er da?
- 31:41Oder wie viel Tagen ist er da?
- 31:43Oder wird so was vorher kommuniziert, wenn ich reserviere?
- 31:45Wir kennen den Termikalender auch nicht.
- 31:48Wir können das nicht so beeinflussen.
- 31:51Wir kommen rein und dann sind wir da.
- 31:54Aber so beeinflussen, du musst heute Abend da sein.
- 31:58Das funktioniert nicht so.
- 32:00Ist es ein Abend anders, wenn er da ist?
- 32:03Oder ist es eigentlich, weil das Team, das sonst kocht, kocht dann auch?
- 32:06Ist das egal, ob er da ist oder nicht?
- 32:09Es ist egal, ja.
- 32:12Er hält sich dann auch zurück, guckt jetzt was,
- 32:15das macht er jetzt so und so.
- 32:18Dann finde ich gut, wie er das macht.
- 32:21Es muss nicht immer von ihm aus kommen, die Ideen.
- 32:24Man kann auch mal was verändern,
- 32:27ohne dass man das groß ankündigen muss.
- 32:31Er hat ein Weinverständnis,
- 32:34ist das gut oder hinderlich,
- 32:37wenn der Koch der Chef Weinverständnis hat,
- 32:40dann in der Suppe drum rührt?
- 32:43Ja, es ist gut, manchmal ein bisschen hinderlich.
- 32:46Weil doch werden bei modernen Weinen vielleicht bestellt werden.
- 32:50Er hat auch Verständnis für Weine,
- 32:53die auf dem zweiten oder dritten Schluck schmecken.
- 32:56Aber er würde nicht auf Weine zu kochen.
- 32:59Er würde nicht, wenn du mit einem Schellenblatt
- 33:02mit einem Schellenblatt schaffst,
- 33:05mit einem Schellenblatt,
- 33:08wenn du mit einem Schellenblatt kommst,
- 33:11sagen, dazu könnte ich mir ein Gericht vorstellen,
- 33:14das kriege ich jetzt.
- 33:17Ja, das fehlt mir ein bisschen, ja, stimmt.
- 33:20Das haben wir bei Thomas Bühner öfters gemacht,
- 33:23weil Wein, Abenden, Wein zwar rießt,
- 33:26das war auch immer ein besonderes Ereignis.
- 33:29Wo wir zum Beispiel ein besonderes Thema,
- 33:32sagen wir mal Portugal, haben wir gehabt,
- 33:35wir haben das auch zusammen überlegt.
- 33:38Jetzt ist es so, dass wir auch Weinabende
- 33:41im Restaurant machen,
- 33:44wo ich das vorgebe,
- 33:47was ungefähr zu dem Wein passt.
- 33:50Und die Küche führt das aus.
- 33:53Gibt es für dich noch ein Leben ohne Wein?
- 33:56Nein.
- 33:58Das ist ein Leben ohne Wein.
- 34:01Das ist ein Leben ohne Wein.
- 34:04Nein.
- 34:07Sobald es kein anderes Element gibt,
- 34:10was du so intensiv leben könntest,
- 34:13weil Wein ist da, glaube ich, schon einzigartig.
- 34:16Ich könnte mir auch vorstellen, Yoga zu machen, zum Beispiel.
- 34:19Ach, das auch.
- 34:22Das ist sehr konträr.
- 34:25Yoga-Ausbildung oder so,
- 34:28hatte ich auch mal überlegt.
- 34:31Das ist ja eine komplett andere Richtung.
- 34:34Man arbeitet natürlich auch mit Menschen zusammen
- 34:37und hat sehr viel mit Menschen verständnis in Interpretation zu tun.
- 34:40Nein, aber Wein ist schon mein,
- 34:43gehört schon manchmal zu meinem Leben.
- 34:46Gibt es irgendein anderes Getränkelement,
- 34:49das man mit Wein vergleichen könnte?
- 34:52Was ist die gleiche Tiefe, was die gleiche Faszination,
- 34:55was ähnliche Facetten hat?
- 34:58Aber ansonsten ...
- 35:01Tee.
- 35:04Beschäftigt ihr euch mit Themen, Restaurants?
- 35:07Bittest du es auch aktiv an, oder ist das ...?
- 35:10Nein, das bieten wir nicht so an.
- 35:13Aber privat liebst du das?
- 35:16Gibt es davor, lieben?
- 35:19Verschiedene haben wir.
- 35:22Aber das finde ich in Deutschland teilweise auch begrenzt,
- 35:25was man dort an Vielfalt hält.
- 35:28Vielleicht habe ich auch nicht einen richtigen Tee-Laden.
- 35:31In Hotels, das stimmt.
- 35:34Das ist manchmal schwierig.
- 35:37Auch Schade, finde ich,
- 35:40wie gering die Beratung Freude dabei ist.
- 35:43Meistens sucht jemand die Tee-Karte zusammen.
- 35:46Wenn Tee bestellt wird, ist er, oh nee, Tee will ich nicht machen.
- 35:49Und wenn ihr nicht in der Espresso trinkt.
- 35:52Ja, genau.
- 35:55Und dann auch von der Art des Services,
- 35:58wie man das zelebrieren kann.
- 36:01Das kann und macht kaum noch jemand.
- 36:04Teilweise Tee ist auch zu alt, die es dort gibt.
- 36:07Dass die schon seit der Öffnung, also 30 Jahre lang,
- 36:10in der Dose rumhängen.
- 36:13Eigentlich komisch.
- 36:16Wo es eine Gegebenheit ist, wo man als Gastronom
- 36:19ein Tee kauft, das stimmt.
- 36:22Wenn man den Einkauf, die kann auch teuer sein.
- 36:25Aber wenn man so ein Kännchen und die 10 Euro kostet.
- 36:28Und die 15 Gramm, die da drin hängen,
- 36:31die war ja nicht unbedingt der.
- 36:34Das habe ich manchmal nicht vorhin, weil das nicht intensiver war.
- 36:37Das haben wir in Osnabrück schon gemacht.
- 36:40Da haben wir schon eine Tee-Karte gehabt.
- 36:43Das war sehr gut.
- 36:46Das haben wir nicht persönlich, aber es haben wir zusammen gemacht.
- 36:49Du machst Bühne zusammen.
- 36:52Worauf habt ihr da geachtet?
- 36:55Das waren verschiedene Tees.
- 36:59Verschiedene Fussflasche oder auch Flugtees.
- 37:02Und auch so.
- 37:05Sehr gute Fruchtetees.
- 37:08Und auch so.
- 37:11Wir haben schon eine große Auswahl gehabt.
- 37:14Die mit Sorgfalt ausgesucht.
- 37:17Wurde es angenommen?
- 37:20Ja, toll.
- 37:23Aber das finde ich toll, wenn man sich
- 37:26einer animiert für den Tee so ein bisschen intensiver
- 37:29lebt und zelebriert, weil es ein wahnsinnig spannendes Thema ist.
- 37:32Und eine schöne Geschmackseite.
- 37:35Das ist eine schöne Geschmackseite.
- 37:38Gibt es bei euch eine alternative Begleitung?
- 37:41Alkoholfrei wird immer mehr nachgefragt.
- 37:44Dann machen wir selber so
- 37:47Rosmarin Gewürzut.
- 37:50Was du mit Alkoholfreiem Sekt oder Tonik aufgießen.
- 37:53Alkoholfreie Weine bin ich nicht so überzeugt von.
- 37:56Hat zu sparen was probiert, was dich irgendwie interessiert hat?
- 37:59Ich bin auch nicht begeistert.
- 38:02Ich habe ja fast ausgeschlossen.
- 38:05Ich habe schon viel probiert.
- 38:08Aber so, dass ich es sage,
- 38:11das hat mich überzeugt, das nicht.
- 38:14Aber was aus Quitten,
- 38:17finde ich passend auch zum Essen.
- 38:20Quitten, Nektar.
- 38:23Man muss nicht immer alles selber produzieren.
- 38:26Aber das machen wir auch mit verschiedenen Essenzen.
- 38:29Das ist eine gute Frage.
- 38:32Man muss immer immer alles selber produzieren.
- 38:35Man muss immer immer alles selber produzieren.
- 38:38Man muss immer immer alles selber produzieren.
- 38:41Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 38:44Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 38:47Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 38:50Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 38:53Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 38:56Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 38:59Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:02Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:05Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:08Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:11Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:14Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:17Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:20Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:23Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:26Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:29Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:32Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:35Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:38Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:41Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:44Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:47Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:50Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:53Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:56Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 39:59Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:02Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:05Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:08Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:11Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:14Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:17Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:20Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:23Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:26Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:29Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:32Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:35Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:38Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:41Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:44Man muss immer immer alles selber konzentrieren.
- 40:47Man muss es eigentlich anbieten.
- 40:50Ach, das ist dann eher auf die interessanten Produkte
- 40:53oder auf die Kombinationsfreude mit der Küche?
- 40:56Ich versuche schon, dass es auch passt.
- 40:59Auch alkoholfrei mit dem Essen.
- 41:02Gab es für dich mal eine Weinspeisenkombination,
- 41:05die dich nachhaltig beeindruckt hat?
- 41:08Wo du sagst, das Gericht und der Wein, das ist etwas was ...
- 41:12Ja, das war ein ...
- 41:15... Rosé-Champagne,
- 41:18der leicht oxidiert war,
- 41:21mit einem Bluttaube in Kombination.
- 41:25Also selber essen warst du von einer der Küche?
- 41:28Das war ... da war ich essen.
- 41:31Das war eine Veranstaltung von Wövkli Kuh.
- 41:35Wo es halt alte Jahrgänge gab.
- 41:39Und da gab es einen Spitz,
- 41:42ein spezielles Menü dazu gekocht.
- 41:45Und das ist eine Kombination, da habe ich gedacht.
- 41:48Ich esse nicht gern Taube.
- 41:51Ich würde es nicht bestellen im Restaurant.
- 41:54Aber diese Kombination war richtig gut.
- 41:57Kein Großordnit.
- 41:59Wie wurde der Champagner serviert?
- 42:02Weißt du das noch, in was für einem Glas,
- 42:05wo der Tempariert serviert?
- 42:07Der war nicht sehr kalt, das stimmt.
- 42:10Ja, es war nicht so eine Champagnerflöte,
- 42:13sondern eher ein Weinglasstil.
- 42:16Spannend.
- 42:18Ich stelle mich großartig vor.
- 42:20Die Reife der Champagne ist eine leichte frische Säure,
- 42:23mit dem Eisengeflügel von einem Bluttaube.
- 42:26Großartig.
- 42:28Wie wichtig sind die Gläser für dich?
- 42:30Allgemein im Service.
- 42:32Ist es für dich ein Thema, was lamentar ist?
- 42:35Okay, letztlich ist nur das Gefäß.
- 42:37Ich habe es schon im Restaurant zu tun.
- 42:40Ich habe es schon im Restaurant zu tun.
- 42:43Ich habe es schon im Restaurant zu tun.
- 42:46Ich habe es schon im Restaurant zu tun.
- 42:49Ich habe es schon im Restaurant zu tun.
- 42:52Ich habe es schon im Restaurant zu tun.
- 42:55Das sind ja Weltenteilreise.
- 42:58Das habe ich schon im Restaurant zu tun.
- 43:01Man kann zum Beispiel einen roten Burgunder servieren.
- 43:04Das sollte man schon vorher überlegen.
- 43:07Dass man kleinere Gläser am Anfang nimmt.
- 43:10Man aufbaut sich auf bauchige Gläser.
- 43:13Gehst du manchmal auch über Grenzen,
- 43:16dass du ein Kiant,
- 43:18der im Weißweinglas serviert?
- 43:21Wenn das Wett z.B. reiferrot meint,
- 43:24dann kann ich ihn auch in einem schmaleren Glas servieren.
- 43:27Und ihm das letzte Leben noch in seinen Locken.
- 43:30Das passt dann aber auch.
- 43:33Total.
- 43:35Ich finde es interessant,
- 43:37auch in dieser Sensibilität,
- 43:39die wir uns ja an trainiert haben,
- 43:42das auszukosten,
- 43:44um den Gast ein neues Erlebnis zu geben und zu verleihen.
- 43:47Große Gläser sind dann oft zu viel für ein Wein.
- 43:50Hast du da bestimmte Marken, die du präferierst?
- 43:53Oder ist die Form wichtig?
- 43:56Gibt es da Lieblinge?
- 43:59Ich mag die Zeitung, die ich sehr gerne.
- 44:02Weil die so dünn sind.
- 44:05Und einfach für mich
- 44:09ein Bein perfekt zeigt.
- 44:12Aber ich habe auch andere Gläser schon von Riedel gehabt,
- 44:15die ich auch von ...
- 44:18von "Tweezle the first" z.B.
- 44:21Das fand ich auch so ein toller Weingleser.
- 44:24Du magst aber schon lieber Mundgeblasengläser?
- 44:27Ja, auf jeden Fall.
- 44:29Ich finde, das ist auch ein Restaurant,
- 44:31da arbeiten wir mit.
- 44:33Das finde ich schon wichtig.
- 44:36Er hört sich, wenn du im Restaurant bist
- 44:39und eine minderwertige Glas auswahlst.
- 44:42Das ist schon ...
- 44:45manchmal wäre es schade für den Wein.
- 44:48Ich finde, dass der Wein sich ...
- 44:51wie ein schöner Körper am Kartoffelsack.
- 44:54Da würde ich lieber die Weingleser mitnehmen.
- 44:57* Schrei *
- 44:59Ich weiß, das klingt komisch, aber ihr könnt es nachvollziehen.
- 45:14Portwein ist eigentlich kein gewöhnlicher Wein.
- 45:17Er ist, und das ist ein bisschen Bildsprach,
- 45:19aber ich finde, damit kann man es ganz gut darstellen,
- 45:21ein Abenteuer in jeder Flasche.
- 45:23Und wenn es einen Helden in dieser Welt,
- 45:26der Abenteuer gibt, dann ist es Ramos Pinto.
- 45:29Und um das ein bisschen besser zu verstehen,
- 45:31würde ich so exemplarisch den 10-jährigen Torniport nehmen.
- 45:34Warum den 10-jährigen?
- 45:36Ich finde, dieser Portwein ist nicht nur ein Getränk.
- 45:38Es ist eigentlich eine Legende, es ist ein Meisterwerk,
- 45:41es ist die Seele des Dorotals in jede einzelnen Tropfen eingefangen.
- 45:44Aber um das greifen zu können,
- 45:46muss man eigentlich die Geschichte verstehen.
- 45:48Und um diese Geschichte zu erzählen,
- 45:50muss mir weit zurückgehen, bis ins Jahr 1880.
- 45:54Als ein visionärer Mann namens Adriano Ramos Pinto,
- 45:57sein Portweinhausgründete.
- 45:59Damals konnte eigentlich noch niemand ahnen,
- 46:01dass sie damit den Grundstein für,
- 46:03einen der, ich denke, faszinierendsten Erfolgsgeschichten
- 46:06des gesamten Dorotals legte.
- 46:08Es war, das klingt immer so theatralisch,
- 46:10aber es war die Geburt einer Legende.
- 46:12Denn Adriano Ramos Pinto war kein gewöhnlicher Winzer.
- 46:15Er war ein Pionier, er war ein Geschichtenerzähler
- 46:18und er verstand die Kunst des Portweins
- 46:21und lebte das mit einer Leidenschaft,
- 46:23was heute in diesem Hause spürbar ist.
- 46:25Als er sein Weingut gründete, hatte er eine Vision.
- 46:28Und zwar sollte für ihn Portweinha nicht einfach nur ein Produkt sein.
- 46:32Er wollte schlichtweg, dass man das Land,
- 46:34dass man die Menschen und dass man die Traditionen spürt
- 46:37in jedem einzelnen Glas.
- 46:39Und man hat das Gefühl,
- 46:41wenn man diesen zehnjährigen Torny aus dem Hause Ramos Pinto
- 46:44145 Jahre später im Glas hat, als hätte er es geschafft.
- 46:49Nein, er hat es geschafft.
- 46:51Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 46:53Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 46:55Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 46:57Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 46:59Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:01Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:03Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:05Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:07Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:09Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:11Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:13Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:15Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:17Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:19Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:21Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:23Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:25Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:27Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:29Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:31Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:33Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:35Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:37Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:39Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:41Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:43Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:45Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:47Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:49Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:51Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:53Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:55Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:57Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 47:59Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:01Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:03Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:05Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:07Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:09Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:11Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:13Und das ist der Gedanke des Tornipots.
- 48:15Nothen und Struktur gegebenen Tanine bei.
- 48:18Während wiederum der Touriga Franka für würzige Komplexität sorgt.
- 48:22Die Tintaruris verleiht der Kywe Kraft und Körper, ergänzt durch die saftige Fruchtigkeit der Tintarbarocker
- 48:28und die elegante Finesse des Tintarcao.
- 48:31Und das alles zusammen bildet ein Orchester von Aromen,
- 48:35das unter der Leitung des Kellermeisters Georges Rossas zu einem richtig harmonischen Meisterwerk wird.
- 48:42Ja und ich mag solche Bildsprache, weil genau damit kann man darstellen, wie es sich eigentlich verhält.
- 48:47Der Kellermeister ist dafür verantwortlich, wer welche Tonalität bespielt.
- 48:52Und das kann Georges Rossas von Ramos Pinto absolut perfekt, mit fast sagen wie kein anderer.
- 48:58Denn das was Ramos Pinto und da explizit unser 10-jähriger Torny von seinen Mitbewerbern abhebt,
- 49:05ist definitiv die außergewöhnliche Präzision in der Assemblage.
- 49:08Und Georges Rossas, seit vier Generationen sind die dort Kellermeisters, ist Wahnsinn.
- 49:13Und so sagt er, wir verstehen uns nicht nur als Bewahrer einer großen Tradition, sondern als Interpretenden des Terroirs.
- 49:19Jedes Fass in unserem Keller erzählt eine eigene Geschichte.
- 49:23Und unsere Aufgabe wiederum ist es diese Geschichten zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk zu komponieren.
- 49:29Und das finde ich machen die verdammt gut.
- 49:31Ich habe den ganzen technischen Teil mit 6-9 Volumen prozent vergoren,
- 49:34damit Wein-Distillat aufgespritet, einfach mal weggelassen weil das ja jeder von uns in der Grundschule hatte.
- 49:38Und da fand ich zum Beispiel viel wichtiger, die Verkostungsnotizen von Master of Wine, Sarah Jane Evans,
- 49:45euch nahezubringen, also auch nicht meine, weil ich bin natürlich überzeugt.
- 49:48Aber Sarah schreibt, der Ramos Pinto, Torny 10 Years, ist wie eine perfekt orchestrierte Symphonie.
- 49:55Ich mag ja orchestrierte Symphonie, eine tolle Bezeichnung.
- 49:58Im Auftakt brillante Noten von Orangensesten und Mandeln, gefolgt von einem vierschichtigen Hauptthema
- 50:05aus Feigen, Walnüssen und Karamell oder legt mit subtilen Anklängen von Vanille geröstetem Kaffee.
- 50:11Und wenn man sich das vorstellt, man hat auf der einen Seite diese leichte Gelbfruchtigkeit durch die Orangensesten,
- 50:15man hat das Nussige, man hat diese Kaffeearum, herrlich.
- 50:18Allein das zu lesen macht Appetit.
- 50:20Und ich finde verschiedene Worte wie Authentizität zum Beispiel, klingen immer wie Marketing-Schlagworte.
- 50:25Aber wenn man den Portwain im Glas hat, hat man genau dieses Gefühl.
- 50:28Und somit finde ich, dass dieser 10-jährige Ramos Pinto ist nicht nur ein Wein,
- 50:33sondern ein zeugnis-portugiesischer Weinkultur ist, welch so was einfach nur in Portugal gibt.
- 50:38Vielen lieben Dank dafür.
- 50:40Natürlich auch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur,
- 50:43weil wir ohne den Wein hier nicht in Deutschland verfügbar hätten,
- 50:46dem Handelshaus Schlumberger.
- 50:49Wie stehst du dazu, wenn jemand seine Weine mitbringt?
- 51:01Haben wir auch schon gemacht.
- 51:03Ich finde es manchmal auch gar nicht so...
- 51:08Bevor man sich ärgert an dem Abend, dass die Weinkarte einfach nicht das hergibt, was man selber möchte,
- 51:14oder bevor man irgendwie auch den Kollegen dann überstrapaziert,
- 51:19spricht nichts ergeben, wenn nicht gerade der gleiche Wein auf der Karte ist oder, oder, oder,
- 51:23die eigene Weine mitzubringen und dann halt den Serviceaufwand einfach zu entlohnen.
- 51:27Ja, finde ich nicht schlimm, ne?
- 51:29Wenn das jetzt bei uns einem Restaurant einer macht, ja, finde ich, ist okay, also würde ich machen.
- 51:35Was kostet das bei euch ein Korkgeld?
- 51:37Haben wir keine feste Marke. Das müssen wir mal abhängiger machen.
- 51:41Ist aber auch von der Wertigkeit des Weines abhängig, wo man sagt...
- 51:44Aber so oft wird das nicht gemacht. So oft habe ich das nicht erlebt.
- 51:47Wir haben öfters schon Weine mitgenommen in Restaurants.
- 51:50Was empfiehlst du da als angemessenen, kommt man aufs Restaurant auch drauf an,
- 51:55aber so, wo ärgerst du dich, wo du sagst, wenn da 800 Euro pro Kork, also pro Wein oder...
- 52:01Also so viel, wir haben fast kaum was bezahlt, weil wir...
- 52:06Man, nicht warum, aber wir haben mal 10 Euro bezahlt.
- 52:11Wir haben nie viel Geld bezahlt.
- 52:14Man kann ja auch mit dem Besitzer, mit dem Zombie teilen,
- 52:17dass ihr in den Gläschen mitgenießt oder, oder, oder...
- 52:20Das sind da jetzt keine Sterne, also schon mal 'nem Sternerestaurant das auch gemacht.
- 52:24Aber das sind dann mehr so einfache Restaurants.
- 52:28Nur das gefragt haben, dürfen wir ein Wein mitbringen.
- 52:31Ja. Ich finde das manchmal gar nicht verkehrt und die Situation untermalend.
- 52:37Weil das ist auch für uns ein schönerer Abend.
- 52:40Ja.
- 52:41Dann gehen wir da noch lieber hin in dieses Restaurant oder die Bar oder was das ist.
- 52:47Eigentlich eine win-win-situation.
- 52:49Wenn man nicht eben das Gefühl hat, dass der andere einen Vorteil versucht da heraus,
- 52:53also im wirtschaftlichen und als Abstilist zu erschaffen.
- 52:55Nee, das haben wir nicht erlebt.
- 52:56Sagt sein Graubuch und einem Liter bring ich selber mit.
- 52:59Was trinkt ihr dann am liebsten?
- 53:03Also gibt es da bestimmte, dass ihr...
- 53:05Ich glaube, Laura Bourjoulet, so die Richtung ist, oder?
- 53:08Ja, Bourjoulet trinken wir sehr gerne, haben wir auch 'ne schöne Auswahl zu Hause uns hingelegt.
- 53:15Aber wir trinken auch gerne Roneweine.
- 53:20Rote, drittliche Roneweine.
- 53:22Wir trinken gerne Spanier.
- 53:24Auch mal so diese neuen Wein, also aus der Madrid-Gegend.
- 53:30Oder Burgunda Chardonnay.
- 53:36Rote Burgunda, aber auch deutsche Burgunda, spät Burgunda.
- 53:41Wir mögen wir sehr gerne.
- 53:43Ich finde es bei der Rone unfassbar interessant, dass sie nie diesen übermäßigen Hype erlebt haben,
- 53:52wie teilweise Burguda begründet.
- 53:54Weiß ich noch, ob das noch kommt.
- 53:56Aber in der Relation zu vielen oder fast allen anderen Regionen in Frankreich,
- 54:01sind die teilweise wirklich noch relativ günstig, wenn wir nicht gerade Schadurier hast,
- 54:05oder keine Ahnung, welche wirklich die Benchmark-Sachen oder die Grüsse von der Galle oder sonstiges.
- 54:10Das ist richtig.
- 54:11Das ist ein toller Essensbegleiter, auf jeden Fall.
- 54:14Großartig.
- 54:15Großartig.
- 54:16Der Nachteil ist nur, dass die so hoch im Alkohol geworden sind.
- 54:19Weil wenn ich in die nördliche Rone gehe, habe ich teilweise noch 13,5, 12,5, also noch moderate Alkoholgradation.
- 54:28In der nördlichen Rone, sei es ein Emitage oder ein großer Emitage, ist schon so selbst.
- 54:34Ja, das sind auch spannende Weine.
- 54:39Es gibt teilweise im unteren, mittleren, zweistelligen Bereich, wo ich großartige, langlebige Qualitäten habe,
- 54:42die eigentlich ein totales Schnäppchen sind für das, was man dort an Qualität bekommt,
- 54:47oder dann natürlich ein bisschen Hochgradigem Alkohol im Schattennörfbereich,
- 54:51weil die 30, 40, 50 Jahre reifen können,
- 54:54und die ich auch im mittleren, unteren, zweistelligen Bereich kaufen kann.
- 55:00Und erstaunliche Preisleistungsrelationen habe.
- 55:03Ja, das ist richtig.
- 55:05Da trinken die auch viel zu früh die Weine.
- 55:07Find ich auch.
- 55:08Also, dass man dieses potenzielles Reifenpotential oftmals gar nicht ausschöpft, was die Weine bieten.
- 55:13Nichts über Rotwein, auch bei Weißwein.
- 55:16Füllig unterschätzt, finde ich auch.
- 55:18Also, Weißweine, weiße Schattennöff gibt es?
- 55:21Weiße Schattennöff, ja.
- 55:24Reif weiß ich gar nicht, ob ich sie schon mal betrunken habe.
- 55:27Aber ich denke auch an andere Weine, zum Beispiel an Südtirolerweine.
- 55:32An Silvaner und Kerner, zum Beispiel.
- 55:35Teilweise 20 Jahre alt waren und top in Form.
- 55:38Hab ich, glaube ich, noch nie auf einer Weinkarte gesehen.
- 55:42Ein gereiften Südtirolerwein.
- 55:44Ich hatte einen Kerner aus 2005.
- 55:48Und Prepositus.
- 55:52Und das war ein frischer Wein, das glaubt man gar nicht.
- 55:55Du hast ja neulich geblieben.
- 55:56Es ist jetzt ein paar Jahre her erst.
- 55:57Ja.
- 55:58Kann ich mir sehr gut vorstellen,
- 56:00dass ich den auch nicht gereifte, nur in Jugendlichen Jahren.
- 56:03Da hatte ich jetzt ...
- 56:04Haben den jetzt jung gekauft und dann ist es wie ein Zominoblow.
- 56:07Ja.
- 56:08Und verliert die Sonne-Typizität damit der Reife und wird ...
- 56:12Ja, also, man hat der Reife viel, viel besser gefallen als jung.
- 56:16Interessant.
- 56:18Ist das ne Aufgabe vom Restaurant auch, die Weiner Reif anzubieten?
- 56:25Find ich auch gut, weil man die Gäste damit auch überraschen kann.
- 56:30Weil wenn es sind 10 Jahre, 20 Jahre alter Weißwein,
- 56:34die denken ja auch immer, dass Weißweine nicht lagern können.
- 56:38Und dann so ein schön gereiften Wein zu haben,
- 56:44das finden die Gäste auch richtig toll.
- 56:48Es ist ne Besonderheit.
- 56:50Ich glaube, das wird auch nicht so oft angeboten.
- 56:53Ist auch ein Lehrstück für die Gäste.
- 56:55Also, die wenigsten trinken oder genießen ja Reife.
- 56:58Oft werden die Weine sehr jung serviert.
- 57:0099 Prozent aller Weine werden im ersten Jahr getrunken.
- 57:03Find ich gravierend.
- 57:05Also, dass Weine eigentlich ihr Potential niemals ausschöpfen können
- 57:08oder ausspielen können.
- 57:10Da muss man natürlich auch den Zeitpunkt abpassen,
- 57:13nicht, dass es dazu reif ist.
- 57:15Aber das kann natürlich auch schon mal passieren.
- 57:17Aber das sind keine großen Mengen.
- 57:19Was manchmal auch eine Messenssache ist.
- 57:21Oder was ich oft erlebt habe,
- 57:23wir haben extrem viel mit Reifenweinen gearbeitet.
- 57:26Auch in verschiedenen Qualitätsgradationen.
- 57:28Also, nicht nur die hochklassigen Qualitäten.
- 57:31Dass man zu schnell urteilt.
- 57:33Also, wenn man den Wein aufmacht,
- 57:35was man den sofort beurteilt und sagt,
- 57:37der ist jetzt schon durch, der hat die Zeit schon gehabt.
- 57:40Aber so ein Wein war ja ganz lange allein.
- 57:42Wenn man selber ganz lange allein ist,
- 57:44dann kommt dann irgendwie mit einer Gesellschaft.
- 57:46Braucht man ja auch mal eine gewisse Zeit, bis man warm wird.
- 57:49Und so braucht der Wein auch was mehr.
- 57:51Der war ja verschlossen die ganzen Jahre.
- 57:53Da muss eigentlich ein bisschen Luft bekommen.
- 57:55Man muss sich langsam daran gewöhnen,
- 57:57muss langsam aufblühen, muss seinen Feinheiten,
- 57:59dann wieder auch seinen Glanz herausputzen.
- 58:01Und die Zeit gibt man ihm ganz selten.
- 58:03Das ist richtig, ja.
- 58:05Man macht es aufprobiert und kategorisiert.
- 58:08Und viele Vergessenz auch finde ich,
- 58:10dass der Wein oft dann nachbewertet werden sollte.
- 58:13Also, dass man auch mal nach 10 Minuten,
- 58:15nach einer halben Stunde nochmal einricht.
- 58:17Und guckt, was passiert denn da eigentlich?
- 58:19Oder man muss halt bei einem sehr, sehr reifen Wein
- 58:24auch ein Gericht haben, das zu passt.
- 58:28Das kann eine schöne Kombination sein.
- 58:31Zu einem leicht oxidativen Wein.
- 58:34Und dann ist passend Gericht.
- 58:36Da muss man wirklich passend haben.
- 58:39Das muss die Küche dann wissen.
- 58:41Man hat selber seinen Feingefühl,
- 58:43dass man auch die Speise dazu empfiehlt.
- 58:46Oder wir haben halt nur Käse.
- 58:49Das war ein Paradestück.
- 58:51Also, das Reife, Wein und Käse ist eine Offenbarung.
- 58:54Das ist großartig, ja.
- 58:56Gab es für dich mal ein Erlebnis, wo du sagst,
- 58:58es war großartig oder katastrophal, sommer selber.
- 59:02Was du selber erlebt hast oder durchlebt hast
- 59:05oder gesehen hast oder ...
- 59:07Du sagst bitte so was nicht.
- 59:09Also, gar nicht um irgendwas oder wen oder sich selber zu blämen,
- 59:12sondern einfach zu sagen,
- 59:14es ist gar nicht so schlimm, wenn das passiert.
- 59:17Wenn sich jemand Cola in Rothein kippt oder so,
- 59:20ja, da guck ich weg, ich meine.
- 59:22Ich hab das noch nie erlebt.
- 59:24Ich hab's nie gesehen, dass jemand ...
- 59:26Oder wenn jemand sich Wasser in sein Wein kippt.
- 59:30Ja, gut, dann guck ich auch weg.
- 59:32Das hat mich vielleicht mal geärgert,
- 59:34ja, aber was soll ich machen?
- 59:36So Sachen.
- 59:38Aber sonst ist mir ja nichts passiert,
- 59:41was ich gesagt habe.
- 59:43Ja, aber man braucht ein bisschen Abstand,
- 59:45man muss einfach über den Dingen stehen.
- 59:47Hat es zum Beispiel ein Vorbild,
- 59:49als sich jemand, der dich geprägt hat?
- 59:51Vorbild ...
- 59:55von Christina Fisher immer ganz toll.
- 59:57Die saubern mal gut erklären können, ne?
- 1:00:00Also, sie war auch nie ...
- 1:00:02Ach so eine Person, die zum Lebenswert ist.
- 1:00:05Nach wie vor?
- 1:00:07Also, seitdem ich sie kennengelernt hab,
- 1:00:09also ich hab sie, glaub ich, 99 ...
- 1:00:12als 2000 kennengelernt und ...
- 1:00:14bis ... jedes Mal, wenn ich sie sehe, immer ...
- 1:00:17gleiche Lebendigkeit ...
- 1:00:19Die kann auch immer sehr schön erklären.
- 1:00:21Hm?
- 1:00:23Ja.
- 1:00:25Ich find bei ihr toll, dass obwohl sie ...
- 1:00:28mehr oder weniger immer dieses Thema hat,
- 1:00:30Wein und Speisen,
- 1:00:32es ist nie langweilig, es ist auch niemals das Doppelte,
- 1:00:34es ist nie immer das Gleiche, was sie erklärt,
- 1:00:36sondern auch wenn sie ...
- 1:00:39Mineralität und Viskosität miteinander kombiniert
- 1:00:42und erklärt und das in Kombination mit Speisen ...
- 1:00:45Es klingt immer anders, und das kann weniger.
- 1:00:48Ja, das klingt total spannend.
- 1:00:50Ja.
- 1:00:52Man kann von hier immer, egal, ob welchen Stand man ist,
- 1:00:54ob man angefangen hat damit,
- 1:00:56oder ob man schon total freaky dabei ist,
- 1:00:58immer was lernen und immer was mitnehmen, finde ich.
- 1:01:00Natürlich auch, ja.
- 1:01:02Richtig, richtig großartig.
- 1:01:04Und man tagt mit ihr, sind auch zu ihr
- 1:01:06und weinen proben,
- 1:01:08geben regelmäßig.
- 1:01:10Als du ein berufliches Zieg kennt,
- 1:01:12wo du gesehen hast,
- 1:01:14auch der oder die sich entwickelt haben,
- 1:01:16es ist großartig.
- 1:01:18Ich hatte nicht so Komi's oder so.
- 1:01:21Ich hab meistens alleine gearbeitet,
- 1:01:23mit anderen Servicemitarbeitern zusammen.
- 1:01:26Hm.
- 1:01:28Ist das, ist man ...
- 1:01:30da ...
- 1:01:32mit mehr oder weniger Verantwortung behaftet,
- 1:01:35wenn man alleine ist?
- 1:01:37Ja, mit gerne alleine.
- 1:01:39Was hast du dir alles auf den eigenen Schultern?
- 1:01:42Auf der anderen Seite muss man jemanden anderen immer prägen
- 1:01:45oder begleiten oder sonstiges.
- 1:01:47Ich weiß nicht, was da angenehmer oder weniger angenehm ist.
- 1:01:50Ja.
- 1:01:52Weil es ist ja schon viel Arbeit.
- 1:01:54Sehr viel Arbeit manchmal, ja, genau.
- 1:01:56Ja, man muss sich auch jemanden schon
- 1:01:59als Hilfe holen, das ist klar.
- 1:02:01Aber ...
- 1:02:03wenn man selber alleine arbeitet,
- 1:02:05kann man ein bisschen mehr Vielfalt
- 1:02:07im Wein machen.
- 1:02:09Bei der Weinbegleitung zum Beispiel.
- 1:02:11Dann muss man nicht an jedem Tisch das Gleiche machen.
- 1:02:14Wenn man jemanden hat, der einem hilft,
- 1:02:16muss man ja vorher absprechen.
- 1:02:18So kann man das individueller machen.
- 1:02:20Ja, individueller, flexibler, stimmt.
- 1:02:22Ja, genau. Richtig.
- 1:02:24Ja, genau.
- 1:02:26Richtig, das finde ich wichtig.
- 1:02:28Wie sieht bei dir ein typischer Arbeitstag aus?
- 1:02:31Es ist ja, glaube ich, kaum, dass man reingeht.
- 1:02:34Kurz, der Star ist,
- 1:02:36der an zweitischen Wein empfiehlt
- 1:02:38und dann nach Hause Wein trinken geht.
- 1:02:40Sonst hat er meistens viele andere Aufgaben,
- 1:02:42die viele, glaube ich, gar nicht so auf dem Schirm haben, oder?
- 1:02:45Ja, ich fahr zur Arbeit,
- 1:02:47fülle meine Sachen auf,
- 1:02:49meine Weine auf,
- 1:02:51schau, was reserviert ist.
- 1:02:53Guck, was die für Besonderheiten haben manchmal.
- 1:02:56Wenn die jetzt vegetarisch sind oder so.
- 1:02:58Überleg ich, was ich zu denen empfehlen könnte.
- 1:03:01Viele Vegetarier mittlerweile auch die reservieren.
- 1:03:04Und dann mache ich mal eine Gläser.
- 1:03:07Und gibt es so andere Arbeiten, die noch dazukommen.
- 1:03:11Und dann habe ich noch eine andere Arbeit,
- 1:03:14die ich noch nicht mehr habe.
- 1:03:16Ich habe noch eine andere Arbeit,
- 1:03:18die ich noch nicht mehr habe.
- 1:03:20Und dann gibt es so andere Arbeiten, die noch dazukommen.
- 1:03:23Gäste anrufen,
- 1:03:26Menükarten machen,
- 1:03:29Abbrech noch machen.
- 1:03:32Genau, und dann irgendwann
- 1:03:34Service, 18 Uhr fangen wir schon an.
- 1:03:36Wann suchst du die Weinpfadikate aus?
- 1:03:39Also läuft das dann doch in der Freizeit,
- 1:03:41dass du umherfährst und die Weine einsammelst?
- 1:03:44Ja, eher nach Freizeit, ja.
- 1:03:46Oder ist das Katalogarbeit, wo du einmal die Woche
- 1:03:49am Tisch sitzt und sagst, die 15 Händler
- 1:03:52muss ich noch mal bearbeiten und muss da die Weine aussuchen?
- 1:03:55Oder ist das was sowieso da ist, wird ergänzt?
- 1:03:58Bei Weintouren, bei den Reisen
- 1:04:02kommen so Ideen, die man gerne einsetzen möchte.
- 1:04:07Die Weine, die man gerne hätte.
- 1:04:10Oder auch mit Händlern,
- 1:04:12wo man schon lange zusammenarbeitet,
- 1:04:15dass man sich da mal trifft
- 1:04:17und die einem eine Empfehlung machen.
- 1:04:19Zum Beispiel habe ich auch volles Vertrauen
- 1:04:22zu einigen Weinhändlern, die wirklich
- 1:04:24ein tolles Angebot haben.
- 1:04:27Und natürlich auch mal in den Urlaubsregionen,
- 1:04:30wo wir sind.
- 1:04:32Dass man auch mal Weine findet, die
- 1:04:35weniger bekannt sind.
- 1:04:38Es ist bei neuen Wein eher,
- 1:04:42dass du die Gäste siehst, die das trinken könnten.
- 1:04:45Das ist das, was du sagst,
- 1:04:47Herr Schmidt, Frau Müller, Herr Heinrich,
- 1:04:50oder wie auch immer,
- 1:04:52dass du die Küche verschiedene Gerichte vor Augen hast.
- 1:04:55Oder ist es der Wein selber,
- 1:04:57dass der dich begeistert?
- 1:04:59Oder ist es die Komplettheit in der Karte,
- 1:05:02dass du sagst, wir brauchen mal wieder,
- 1:05:04wir brauchen mal wieder Spanien.
- 1:05:07Das spielt alles mit, das stimmt.
- 1:05:10Ich denke auch manchmal schon, wenn ich ein Wein probiere,
- 1:05:13dass das für die und die Gäste sein.
- 1:05:16Aber ich habe natürlich auch eine große Weinkarte,
- 1:05:19die gepflegt werden muss.
- 1:05:22Wo ich denke, ja, das und das
- 1:05:25könnte ich noch aufnehmen.
- 1:05:27Das ist so eine Sache, das wird es vielleicht nicht getrunken,
- 1:05:30aber es ist sehr schön für die Karte.
- 1:05:33Und dann denke ich natürlich,
- 1:05:36auch wenn ich Wein probiere, die könnten perfekt zu unsern
- 1:05:39vegetarischen Gang passen.
- 1:05:42Es gibt ja immer mehrere Möglichkeiten,
- 1:05:45irgendein Wein ganz speziell zu finden, der zu passen.
- 1:05:48Es gibt auch andere Möglichkeiten, die auch passen würden,
- 1:05:51finde ich immer.
- 1:05:54Da bin ich schon, gucke ich schon,
- 1:05:57dass es auch beim Essen sehr gut harmoniert.
- 1:06:00Ist der Preisausschlaggebend?
- 1:06:03Ja.
- 1:06:05Gibt es für dich da Grenzen?
- 1:06:07Also wo du sagst, ich würde grundsätzlich keinen Wein
- 1:06:10über 18.950.
- 1:06:13Also es gibt auch gute Weine in Rhein-Hessen,
- 1:06:16die unter 4 Euro kosten.
- 1:06:19Und das muss man sagen, das sind wirklich richtig gute Weine.
- 1:06:22Das ist jetzt
- 1:06:25weniger ein Riesling,
- 1:06:28das nicht unbedingt,
- 1:06:31aber das sind Weine, die mir wirklich gut verkaufen können.
- 1:06:34Das würde ich jetzt nicht,
- 1:06:37das gibt es zu Regionen, wo man wirklich noch gute, günstige Weine bekommt.
- 1:06:40Und Rhein-Hessen ist da so eine Region,
- 1:06:43die vielleicht auch unterschätzt ist.
- 1:06:46Ja, manchmal auch einfach,
- 1:06:49oder in Regionen, wo Weine einfacher zu produzieren sind,
- 1:06:52weil die klimatischen Bedingungen das anders hergeben,
- 1:06:55wenn man in anderer Aufwand leben muss,
- 1:06:58wie teilweise in Südeuropa.
- 1:07:01Oder diese Süßweine werden auch bei uns,
- 1:07:04also Glasweise sehr viel trinken.
- 1:07:07Auch gründlich weisen, die es hier geben.
- 1:07:10Und zum Dessert oder auch zum Fisch.
- 1:07:13Zum Leber zum Beispiel.
- 1:07:16Da mache ich klassisch einen Sotern meistens.
- 1:07:19Das passt einfach ganz toll.
- 1:07:22Was ich schön finde, weil so etwas kaum noch geliebt wird, die Klassik,
- 1:07:25viele sind dann irgendwie,
- 1:07:28da muss man das aus der Ecke rausgezottelt.
- 1:07:31Ganz selten zu probieren.
- 1:07:34Ja, das stimmt.
- 1:07:37Das schätzen die Gäste auch, wenn ich einen klassischen Sotern mache.
- 1:07:40Das ist was.
- 1:07:43Das ist teuer.
- 1:07:46Das steht für Qualität.
- 1:07:49Das kennen auch viele, das benötigt mich.
- 1:07:52Und zwar nach der Sicht.
- 1:07:55Ich finde es manchmal bedauerlich,
- 1:07:58dass man die Begründung von gewissen Namen,
- 1:08:01sei es von Regionen, sei es Winzer, umgehen.
- 1:08:04Weil die halt auch zu bekannt sind manchmal.
- 1:08:07Und die haben aber eine gewisse Begründung darin,
- 1:08:10dass sie so bekannt sind.
- 1:08:13Und manchmal auch eine gewisse Erfahrung letztlich in ihrem Tunen
- 1:08:16und schaffen, was andere einfach nicht haben.
- 1:08:19Und von dem her sollte man,
- 1:08:22vielleicht auch die Aufgabe von Weinmenü,
- 1:08:25die es nicht mehr auslebt.
- 1:08:28Man muss ja auch preislicht ein bisschen gucken.
- 1:08:31Dass man das so ein bisschen preislicht gestaltet,
- 1:08:34dass es passt.
- 1:08:54Zwischen Orange und dem atemberaubenden Dorn,
- 1:08:57Tellen, dem Montenay explodiert gerade die Weinzene.
- 1:09:00Was da los ist?
- 1:09:03Seit 1990 mischt Wackerad die südliche Rohn komplett auf.
- 1:09:06Von der Standardkortironnummer zum absoluten Krüüberflieger.
- 1:09:091300 Hektar.
- 1:09:12Pure Weinmagie.
- 1:09:15Und das Beste, die Winzer wissen genau, was moderne Weinfriks wollen.
- 1:09:18Sie bleiben aber dabei kompromisslos authentisch.
- 1:09:21Die Geologie ist unglaublich.
- 1:09:24Im Norden diese unfassbaren Kalksteininformationen von den Dorn-Tell.
- 1:09:27Im Süden dieser fantastischen Mix aus rotem Ton
- 1:09:30und diesen legendären Flussstein, den Galerule,
- 1:09:33in der Mitte mehr getrifft auf sandigen Lehmen.
- 1:09:36Und das ist die absolute Champions League der Bodenarten.
- 1:09:39Und die Reben gehen total darin auf.
- 1:09:42Das Wetter hier regiert ihr misstral.
- 1:09:45Der absolute Superstar unter dem Winden.
- 1:09:48Dieser fegt 150 Tage im Jahr.
- 1:09:51Alles blitzsauber und hält die Reben fit wie Spitzenathleten.
- 1:09:54Die Dorn-Tell sind dabei der perfekte Bodyguard der Region.
- 1:09:57Halt ne Wind genau richtig in Schach.
- 1:10:00Das große Plus? 2800 Sonnenstunden.
- 1:10:03Das ist wie ein endloser Sommermarathon für die Trauben.
- 1:10:06Die Ansage ist klar, mindestens 50% Grenage müssen rein.
- 1:10:09Das ist der absolute Superstar der Region.
- 1:10:12Und natürlich sind Zürichs, die die
- 1:10:16unverzichtbaren Powerpakete im Team.
- 1:10:19Das wirklich absolut genialste Maximal.
- 1:10:2236 Hektoliter pro Hektar.
- 1:10:25Herr, da geht es kaum.
- 1:10:27Ich meine, das ist woanders Kronkrün-Niveau.
- 1:10:30Und Maschinenlese? Absolut nicht.
- 1:10:33Hier zählt pure Handarbeit.
- 1:10:35Nicht wenige behaupten, dass Schatten auf die Papp und Gion das einpacken können.
- 1:10:38Vacherat zaubert die Weine, die die ultimative Balance
- 1:10:41zwischen Power und Finesteln legen.
- 1:10:43Die Tanninesen messen scharf.
- 1:10:45Und diese mineralische Not ist wie ein Überraschungseffekt, den niemand kommen sah.
- 1:10:498-12 Jahre können diese Powerpakete spielen dreifen,
- 1:10:52wenn nicht sogar 15, 20, 30 Jahre.
- 1:10:55Und bei ehrlich, eigentlich machen sie schon ein Jugendspaß.
- 1:10:58Und das wirklich allerbeste dabei ist, man zahlt kein halbes Vermögen
- 1:11:01wie die Nachbarappellation.
- 1:11:03Für diese Qualität sind das einfach Schnäppchen.
- 1:11:05Ist wie ein Luxusticket zum Normaltarif.
- 1:11:07Und viele sagen, das ist kein Wein, das ist die absolute Zukunft
- 1:11:10der südlichen Rohn in Flaschenform.
- 1:11:12Wer jetzt nicht zuschlägt, wird sich in einigen Jahren mächtig ärgern.
- 1:11:15Darauf könnt ihr wetten.
- 1:11:17In den sanften Hügeln der südlichen Rohn, dort wo der Mistral die Reben
- 1:11:20wie ein unsichtbarer Gärtner pflegt, entfaltet sich eine Geschichte,
- 1:11:24die von Tradition, Handwerkskunst
- 1:11:27und von der unermüdlichen Suche der Vollkommenheit erzählt.
- 1:11:30Der Delas Vacherat, domendische Nähe 2022, ist mehr als nur ein Wein.
- 1:11:35Er ist das Ergebnis einer fast 200-jährigen Reise, die 1853 mit der Gründung
- 1:11:41von Delas Frey begann und sich heute in jedem Tropfen
- 1:11:45dieser bemerkenswerten Küwe widerspiegelt.
- 1:11:48Das Erbe einer Winzerdynastie.
- 1:11:50Die Geschichte von Delas Frey ist so tief verwurzelt in der Tradition des Rhônetals.
- 1:11:55Was Philipp Delas und Charles Audibére vor fast 200 Jahren
- 1:11:59als bescheidenes Familienunternehmen Toran Syromf gründeten,
- 1:12:03entwickelte sich zu einer der renommiertesten Weingüter der Region.
- 1:12:07Die Familie Delas verstand von Beginn an, das Théroir der Rhône zu lesen
- 1:12:11und wie eine alte Handschrift.
- 1:12:13Jede Nonce.
- 1:12:15Jede Eigenheit wurde ein Teil ihrer Weinphilosophie.
- 1:12:19Die Domendgenie, benannt nach den charakteristischen Ginstersträuchern,
- 1:12:23die die Weinbergesäume, repräsentiert diese Philosophie in ihrer reinsten Form.
- 1:12:27Hier, auf 38 Hektar der Appellation Vacherat,
- 1:12:31zeigt sich die Symbiose zwischen Tradition und Innovation besonders eindrucksvoll.
- 1:12:36Das Théroir, eine Symphonie der Elemente.
- 1:12:39Die Weinberge der Domendgenie liegen auf einer privilegierten Terrasse,
- 1:12:43die von den Dorn-Tel-Demons geschützt wird.
- 1:12:46Der Boden erzielt die geologische Geschichte der Region,
- 1:12:49eine komplexe Komposition aus roten Ton,
- 1:12:52der sich mit zerklüfteten Kalkstein abwechselt.
- 1:12:55Durchzogen von Kieseln wie ein natürlicher Wärmespeicher funktioniert das.
- 1:13:00Von der 2022er-Jahrgang präsentiert sich als Meisterwerk der Assemblage-Kunst.
- 1:13:06Der dominante Grenage ist mit 65% vertreten, bildet das Fundament
- 1:13:11und bringt die für vacherratypische Würze und Kraft ein.
- 1:13:15Der Syrah verleiht mit seinen 25% dem Wein seine elegante Struktur und komplexe Aromatik,
- 1:13:21während der Mouvel-Tran-Type mit 10% für zusätzliche Tiefe
- 1:13:24und ein faszinierendes Alterungspotenzial sorgt.
- 1:13:26Die Winifikation folgt einem präzisen, fast choreografischen Ablauf.
- 1:13:30Nach sorgfältiger Handlese werden die Trauben separat winifiziert.
- 1:13:34Die temperaturkontrollierte Gehrung bei 28 bis 30,
- 1:13:37Rad-Zelsios und einer verlängerten Matzerationszeit von 3 bis 4 Wochen
- 1:13:41ermöglichen die optimale Extraktion von Farbe, Tannin und Aromen.
- 1:13:45Der anschließende Ausbau erfolgt zu 20% in französischen Eichenfässern,
- 1:13:50der Rest in traditionellen Beton-Tanks.
- 1:13:53Eine Kombination, die Frisch- und Komplexität perfekt ausbalanciert.
- 1:13:56Jacques Grange, der technische Direktor von Delas,
- 1:13:59präsentiert den Wein einer ausgewählten Gruppe internationaler Sommelys
- 1:14:03in historischen Kellergewölbe des Weingutes.
- 1:14:05Dieser Vakaras zu Grange verkörpert perfektes Potenzial unseres Tiroas.
- 1:14:09Er zeigt die Kraft eines südlichen Rohneweins,
- 1:14:12aber mit der Finesse und der Präzision, die man eher im Norden erwarten wird.
- 1:14:16Dieser Wein seien würdiger Botschafter nicht nur für Delas Frer,
- 1:14:19sondern auch für die gesamte Appellation Vakara.
- 1:14:22Vielen lieben Dank dafür.
- 1:14:24Noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:14:28Sollten Bekannte mehr oder weniger kosten als Unbekannte?
- 1:14:41Vor dem Bergen mehr.
- 1:14:43Weil sie einen renomenen Namen haben und ein Unbekannte doch mehr Aufwand pflegen muss
- 1:14:49und sich ein Marketing um sich da zu publizieren.
- 1:14:52Rein also reine Spekulation oder reines Gedankenspiel.
- 1:14:57Manchmal, wenn man unbekannt ist, muss man ja noch mehr am Markt arbeiten,
- 1:15:01als jemand, der schon einen Namen hat.
- 1:15:03Man hat einen anderen Investitionsdruck letztlich mit dabei, wenn man es auch neu anschafft.
- 1:15:08Man braucht mehr Geld, wenn man jung ist als wenn man ...
- 1:15:12Ja, das ist richtig.
- 1:15:16Die Weine sollten ja gut.
- 1:15:19Aber meistens sind auch die Weine von den Etablierten doch teurer.
- 1:15:23Oder es gibt auch so Neulinge, die direkt mit hohen Preisen kommen.
- 1:15:28Ja.
- 1:15:30Kann Neulinge das Erbringen, was ein eingefahrene, eingesessener Winzer
- 1:15:36mit seiner Erfahrung erbringen kann?
- 1:15:38Oder schmeckt man dann schon die Erfahrung des alten heraus?
- 1:15:42Ja, es gibt schon neue Betriebe, die eine tolle Qualität zeigen,
- 1:15:51die auch Zukunft haben, finde ich.
- 1:15:54Ich habe jetzt nicht so ein Beispiel jetzt gerade barat,
- 1:15:57aber da habe ich doch schon öfters welche probiert,
- 1:16:02die auch an die alten Betriebe rankommen.
- 1:16:07Ich finde es, oder mir persönlich ging es dann oftmals so,
- 1:16:11dass wenn ich Klassiker probiert habe, hat niemand trotz einem ihre Berechtigung.
- 1:16:16Wo ich dachte, warum sind das Klassiker?
- 1:16:18Berechtigung auf jeden Fall.
- 1:16:20Ich wollte auch nie sagen, ich mache keine Klassiker mehr.
- 1:16:24Dass man so eine Mischung hat, das finde ich schön.
- 1:16:28Dass man auch mal ein leichten Süßwand zum Dessert,
- 1:16:31der nicht so viel Alkohol hat, der nicht alles erschlägt.
- 1:16:36Das ist auch zum Schluss immer schön zum Dessert.
- 1:16:39Wenn man manchmal den Gast auch füge, ist der jetzt schon eine lange Geschmackstrecke hinter sich hat?
- 1:16:43Ja, genau.
- 1:16:44Und dann einfach mal einen einfachen...
- 1:16:46Ja, genau.
- 1:16:47Und wenn dann der Baller noch hinten ankommt, der einen dann wirklich fertig macht,
- 1:16:50dann ist es auch keine Gespachsfreude oder keine Genussfreude mehr am Schluss.
- 1:16:54Ja, und das schätzen die Gäste auch, dass sie sagen,
- 1:16:57das ist jetzt ein leichter Wein.
- 1:16:59Ich sage, das sind leichte Süßweine, die müssen ja nicht Opulenz sein,
- 1:17:03sondern man kann auch mal einfach umwas leichtes zum Abschluss sein.
- 1:17:06Und wenn die dann zum Dessert trotzdem bestehen können,
- 1:17:08ist das, finde ich, teilweise ganz großartig.
- 1:17:11Zum Dessert ist es auch oft schwierig, mit passenden Weinen zu finden,
- 1:17:15weil doch so viele Adroben auch im Teller sind.
- 1:17:18Ich glaube mittlerweile, weil es ja auch so teilweise schräg wird,
- 1:17:21oder ungewöhnlich wird mit Gemüse, Kräuträgen, Vegetabieren, auch ungenau.
- 1:17:27Mit Petersilie.
- 1:17:28Ist das für uns Zamees manchmal eine große spannende Herausforderung?
- 1:17:37Es ist schon manchmal so, dass es doch nicht so richtig passt, denke ich mal.
- 1:17:42Aber das denkt man sich, also man denkt, ich denke mir das aus.
- 1:17:48Wir probieren die Gänge natürlich auch, wenn die neu sind,
- 1:17:51aber es ist ja nicht jeden Tag, dass ich da Wein und Essen zusammen probiere,
- 1:17:54sondern das meiste passiert im Kopf.
- 1:17:57Und meistens passt es auch.
- 1:17:59Kann man das im Kopf oder ist das limitiert?
- 1:18:05Ich kann das schon im Kopf, aber ich mache das auch gerne,
- 1:18:09wenn wir hier zu Hause sind, dass man da wirklich mal was ausprobieren
- 1:18:13und dann denke ich, das passt ja auch,
- 1:18:15dass man da wirklich das auch mal aus richtig essen und trinken muss.
- 1:18:19Ich habe da so viel Überraschung, wenn ich dann doch live probiere.
- 1:18:22Ich glaube, man kann vieles imaginär auflösen,
- 1:18:25dass man sagt, okay, das Sorgefalten, den Beinen, die Mineralisierung,
- 1:18:30der Alkoholgehalt, in Kombination mit der Speise vom Grundarom-Profi,
- 1:18:35kann das auch funktionieren.
- 1:18:37Und wenn ich es dann probiere, nicht, dass es nicht passt,
- 1:18:40manchmal überrascht mich noch mehr, wenn dann so Entwicklungen entstehen
- 1:18:44oder Sachen, Komponenten entstehen, wo ich sage, wow, das habe ich jetzt nicht gedacht.
- 1:18:48Ja, dass man überrascht wird, ja.
- 1:18:50Total.
- 1:18:51Dass man selber überrascht wird, wenn man sich schon so lange Erfahrung hat.
- 1:18:54Ja.
- 1:18:55Und das ist irgendwie, jedes Mal ein neues Abenteil.
- 1:18:57Geht mir bei Gläsermäher vorhin das Thema, hat mir genauso,
- 1:18:59dass ich ganz oft sage, logisch nehme ich das Glas,
- 1:19:02weil das könnte so passen, wenn ich dann richtig rieche und auflöse,
- 1:19:05dann sage ich, wow, das habe ich jetzt nicht gedacht.
- 1:19:08Das ist wirklich dieser Aromen, da so perfekt rauskommen
- 1:19:10oder eben das überhaupt nicht, weil der Wein da so dermaßen kastriert wird
- 1:19:14und mit einem überhaupt keine Präsenz hat.
- 1:19:16Die Säure sich so anders präsentiert.
- 1:19:18Wie arbeitest du mit den Wein im Restaurant?
- 1:19:21Brauchst du gewisse Handwerkszeugtools, also Außenflaschenöffner und Gläsern
- 1:19:27und Karaffe, gibst du irgendwas, worauf du nicht tatsächlich möchtest?
- 1:19:31Ich habe Gläser, Karaffen, normalen Öffner.
- 1:19:36Ja, sonst brauche ich nicht viel.
- 1:19:40Es gibt nicht viel, es gibt viel Spielzeug, aber wenige Sachen, die essenziell sind,
- 1:19:45was ist total unnütz?
- 1:19:46Also hast du mal irgendwo was gesehen, wo du gesagt hast,
- 1:19:48wir hätten sowas erfunden, sowas gibt dir Geld aus.
- 1:19:52Wir fällten mal jetzt nichts ein.
- 1:19:54Manchmal ist ein Sieb, finde ich, noch ganz hilfreich,
- 1:19:57wenn man das hat, Karaffe, Alte, Weile.
- 1:19:59Ja, noch Siebstück habe ich auch, mit so die Brüche gekorken oder so.
- 1:20:03Ja, das habe ich auch.
- 1:20:04Wie kann man mit alten Korken umgehen?
- 1:20:07Hast du da irgendwie so einen guten Duralenkammern nehmen,
- 1:20:10der hilft manchmal aber sonst, ist das schon...
- 1:20:13Also rausziehen, ne?
- 1:20:15Sonsten?
- 1:20:20Also Butterkorken finde ich auch schon.
- 1:20:22Wenn man da, also so, das kann ich dann mit so rein und dann wieder raus,
- 1:20:25ist es wie so, als würde man durch Butter gehen,
- 1:20:27oder wenn noch ein Loch reinbohren.
- 1:20:29Ja, stimmt, ja.
- 1:20:30Dann muss man den Weinfiltern danach.
- 1:20:32Ja, kurz vor der Verzweiflung.
- 1:20:34Und dann wollte ich mal irgendjemand, der sich damit auskennt,
- 1:20:36auch fragen, ob das eine bestimmte Korkart ist, warum manche Korken,
- 1:20:40also auch schon, wenn sie jung sind, so weich sind.
- 1:20:43Okay.
- 1:20:44Das habe ich nie irgendwie mehr laut gedacht.
- 1:20:48Also bei alten, bei einem alten Bordeaux oder so,
- 1:20:50dann erkläre ich das aber auch dem Kast,
- 1:20:52dass ich dann halt, wenn er reif ist,
- 1:20:56dass ich halt durch den Filter gieße und so, ja, das...
- 1:20:59Was ja dann für den Wein auch,
- 1:21:01ja, oder wie gerne die im Augenblick,
- 1:21:03natürlich fürs Trinkgefühl von Vorteil ist,
- 1:21:05wie kauft die alte Weine?
- 1:21:07Also seid ihr da auf Auktionen unterwegs?
- 1:21:09Oder ist es rein über Händler
- 1:21:11und dann aufgrund der Verlässlichkeit?
- 1:21:13Über Händler verkaufe ich einzelne Weine nach,
- 1:21:17mal einzeln.
- 1:21:19Ansonsten haben wir auch Reifeweine auf der Karte.
- 1:21:22Aber lasst die selber Reifen im Haus da,
- 1:21:24dass ihr die einigermaßen jung einkauft
- 1:21:26und dann hat es schon mal eine Fälschung?
- 1:21:29Würde ich nicht, nee.
- 1:21:31Ist eigentlich so ein präsentes Thema,
- 1:21:33was wirklich objektiv hat,
- 1:21:35hat sie die wenigsten wahrgenommen oder...
- 1:21:38Ist man nicht bewusst.
- 1:21:41Gibt es Weinfehler, die du akzeptierst
- 1:21:45oder manche, die du überhaupt nicht tolerieren würdest?
- 1:21:48Abgesehen vom Kork, das ist klar, wenn man den...
- 1:21:51Weil das auch mal so ein Kantiemer ist.
- 1:21:53Also man hat ein Wein wirklich Kork,
- 1:21:55man kann das greifen,
- 1:21:57manchmal sind es ja auch verschiedene,
- 1:21:59keine Ahnung, 93 Kliné war ja fast das ganze Jahr Kork.
- 1:22:03Wie geht man mit den Weinen um?
- 1:22:05Die Gruppe Kajou hat mein Maskeführer immer Kork,
- 1:22:08weil der also diese Teilweisen sehr extrem Noten hat,
- 1:22:11aber das ist natürlich kein Kork.
- 1:22:13Mit Weinfehlen in allgemein deklarierst du die auch vor dem Gast,
- 1:22:19akzeptierst du die, reklamierst du die beim Händler.
- 1:22:23Wie kann man damit?
- 1:22:25Weinfehler würde ich jetzt...
- 1:22:27Also Kork ist klar oder auch so ein schleichender Kork,
- 1:22:31da muss man ja erstmal drauf kommen.
- 1:22:34Wenn man jetzt zum Beispiel in Wein gar nicht so kennt,
- 1:22:38denkt man nachher, der schmeckt so.
- 1:22:40Also das ist schon schwierig,
- 1:22:42da muss man schon auch sehr, sehr gut probieren können.
- 1:22:45Bei so einem...
- 1:22:47Ich glaube, bei Wein mit Weinfehlern
- 1:22:52würde ich jetzt auch dem Gast gar nicht zu probieren gehen.
- 1:22:55Die würde ich schon aussortieren
- 1:22:57und dann gucken, wenn sich das häuft,
- 1:22:59dass ich das natürlich reklamieren kann.
- 1:23:01Was ist das so für Fehler,
- 1:23:03die dich stören oder wo du sagen würdest es...
- 1:23:06Also ist es da, wenn es ein reduktiver
- 1:23:09oder ein oxidativer Ton ist bei den Wein
- 1:23:11oder ist es, wenn er meuselt oder ist es, wenn er...
- 1:23:14Oxidativ bei jungen, jungen Wein, ja.
- 1:23:18Reifenwein ist es ja normal.
- 1:23:20Aber wenn es ein Wein relativ jung ist
- 1:23:22und schon oxidativ ist,
- 1:23:24das finde ich auch, das würde ich auch nicht ausschenken.
- 1:23:27Hast du Vorlieben bei den Verschlüssen?
- 1:23:30Also ich mag jetzt mittlerweile sehr gerne Schraubverschlüsse.
- 1:23:34Aus servicetechnischen Gründen,
- 1:23:37weil es halt einfach ist, den aufzudrehen
- 1:23:39oder aus Entwicklungsgründen,
- 1:23:41wie der Wein sich daran präsentiert
- 1:23:43oder daraus ressortieren präsentiert?
- 1:23:45Die Entwicklung ist sehr, sehr gut.
- 1:23:47Also muss ich sagen, von Wein,
- 1:23:53wo ich das nicht so erwartet habe,
- 1:23:56auch von relativ einfachen Wein,
- 1:23:58die sich sehr gut halten mit Schraubverschluss.
- 1:24:00Und die Qualität ist halt bei jeder Flasche gleich.
- 1:24:03Das ist halt, wenn man in einem Tisch
- 1:24:05mehrere Flaschen ausschängt,
- 1:24:07dann schmeckt jeder gleich.
- 1:24:09Das ist der Vorteil, wenn man ein Kork,
- 1:24:11Wein mit Kork hat,
- 1:24:13dann könnte jede Flasche anders schmecken.
- 1:24:15Natürlich ist Kork,
- 1:24:17idealer Kork natürlich für hochwertige Weine,
- 1:24:22ist bessere für die Lagerung.
- 1:24:25So ein Wein mit einem sehr, sehr guten Korken
- 1:24:27und ein Wein mit Schraubverschluss,
- 1:24:29glaube ich, merkt man schon den Unterschied,
- 1:24:31dass der Kork dann vielleicht doch das Bessere ist.
- 1:24:33Interessieren die, die hier mit den Abläufen dabei?
- 1:24:36Also interessiert dich dann, was wirklich dabei passiert
- 1:24:39beim Schraubverschluss, beim Korken und so weiter?
- 1:24:42Warum sich das auch verändert hat in den letzten 15 Jahren?
- 1:24:44Also ich glaube schon,
- 1:24:46dass die Winzer sehr viel gelernt haben,
- 1:24:48mittlerweile die Weine auch anders verschließen,
- 1:24:50mit einem Ananziot 2 Gehalten,
- 1:24:52mit einem anderen Füllstand,
- 1:24:54die Weine anders vorbereiten und so weiter beim Schraubverschluss.
- 1:24:57Ist das für dich elementar oder sagst du, das ist halt einfach so?
- 1:25:02Das ist nicht so, dass ich mich damit so beschäftige.
- 1:25:06Aber es ist schon prekant für dich,
- 1:25:09teilweise vor 10, 15 Jahren hat man so das Gefühl hat,
- 1:25:13die sehen irgendwie alle, schmecken alle gleich
- 1:25:17oder die fühlen sich alle gleich an nach einer gewissen Zeit
- 1:25:20und mittlerweile, glaube ich, haben die Winzer den Dreh auch raus,
- 1:25:23denen auch zuzugestehen, dass Weine mit Schraubverschluss auch altern können
- 1:25:27und wissen auch, wie sie es denen irgendwie...
- 1:25:30Bei den Rotweinen ist es ja noch nicht so angekommen.
- 1:25:33Wundert mich aber auch manchmal, wenn die Winzerinnen und Winzer dann sagen,
- 1:25:38der Weine, das ist so schwierig mit dem Kork,
- 1:25:42haben so Schwierigkeiten mit dem Kork, ist ja...
- 1:25:46Und dann habe ich gesagt, dann mach doch Schraubverschluss,
- 1:25:49nä, nicht die Rotweine.
- 1:25:51Da interessant ist, dass es Regionen gibt wie New Zealand, Australien,
- 1:25:55die ja, glaube ich, 99 Prozent mit Schrauber verschließen.
- 1:25:59Aber qualitativ wäre das für dich kein...
- 1:26:02Marco hat ja auch mal darüber nachgedacht, mit Schrauber zu verschließen,
- 1:26:05ich glaube vor 7 oder 8 Jahren.
- 1:26:07Haben aber Abstand genommen, weil es war für viele,
- 1:26:11gerade im asiatischen Raum so ein gravierender Wertverlust wäre
- 1:26:15oder eine Werteinbuße, aber...
- 1:26:18Ja, auch wenn man einen hochwertigen Bordeaux bekommt mit Schrauber.
- 1:26:21Schrauber ist schon wieder durch.
- 1:26:23Es ist ein bisschen schwierig, aber auch nicht...
- 1:26:25Da begunden, also wenn da irgendwie, keine Ahnung, Latasch.
- 1:26:28Ja, genau.
- 1:26:30Das wäre dann irgendwie...
- 1:26:32Passt nicht so zusammen, ne?
- 1:26:34Aber vielleicht kommt es irgendwann mal...
- 1:26:36Ja, auch nur...
- 1:26:38Man hat es, das finde ich eigentlich so spannend,
- 1:26:40ist nie über ein Schrauber geschafft.
- 1:26:42Also auch für dich, ich finde, Glaskorken haben sich kaum durchgesetzt.
- 1:26:45Obwohl das ja eigentlich, beweisen Sie die Champagne,
- 1:26:48der optimale Verschluss ist, gibt ja kaum einen Verschluss,
- 1:26:51der so perfekt ist wie Kronkorken.
- 1:26:54Ja.
- 1:26:56Aber rein im Markt,
- 1:26:58eigentlich haben Sie alternativ versucht zwischendrin, aber...
- 1:27:02Ne, ist da...
- 1:27:04ist für dich sowas Nachhaltiges wie...
- 1:27:07wie ein Pfandsystem.
- 1:27:10Bei Weinflaschen denkbar, sinnvoll,
- 1:27:13Quatsch...
- 1:27:15noch nie drüber nachgedacht.
- 1:27:17Noch nicht oben nachgedacht.
- 1:27:19Ne, also vor ein, zwei Jahren,
- 1:27:21ein Riesenthema und irgendwie...
- 1:27:23hab ich das Gefühl, es blieb so irgendwie auf der Strecke,
- 1:27:25aber vielleicht ist es auch nicht unsere Art von Wein, Konsum,
- 1:27:29sondern eher so die Liter-Geschichte,
- 1:27:31wo man dann, wie in der Fall, aktiv trinkt
- 1:27:34und eher in 0 als 0, 2 Einheiten denkt.
- 1:27:38Da, ja.
- 1:27:40Ja, aber vielleicht ist es auch so eine gewisse...
- 1:27:43Wenn du über die vegetarischen Menüs und die Auswahl...
- 1:27:47nachdenkst, ist da die Weinbereitung für dich auch wichtig dabei?
- 1:27:51Also denkst du dann auch an vegane Weine
- 1:27:53und versuchst vegane Weine dazu auszusuchen
- 1:27:55oder ist das nicht so das große Thema daran, die man auch übernimmt?
- 1:27:59Das große Thema nicht, nee, das große Thema nicht.
- 1:28:02Viele, die vegetarisch essen, wollen auch Rotwein.
- 1:28:05Also ich finde das auch,
- 1:28:07das passt auch ganz gut,
- 1:28:09weil das eine Soße ist aus rote Beete mit Rötzelbäste und so.
- 1:28:15Das passt auch ganz gut.
- 1:28:17Und ja, vegan haben wir auch vegane Weine, ja.
- 1:28:28Aber es ist jetzt nicht so, dass wir das so aufschreiben oder so.
- 1:28:34Ja, genau.
- 1:28:36Die hier das nicht nachher hatten, also welcher Wein vegane sind,
- 1:28:38ob gibt es manchmal Leute, die gezielt danach fragen?
- 1:28:41Wenig.
- 1:28:43Schwäfe haben schon öfters welche Probleme.
- 1:28:47Schwäfe freie Weine, da haben schon mal welche nachgefragt.
- 1:28:51Halt ich auch öfters das Gefühl, dass das durchaus ein Thema wird
- 1:28:56und ist aber nicht so, dass du Schwäfe verteufelt, sondern...
- 1:29:02Es gibt Gäste, die das nicht vertragen.
- 1:29:06Das habe ich mal in ein oder anderen Schwäfe vor ein Wein gehabt.
- 1:29:10Und eigentlich mein biologisch, biodynamisch dekariert ihr das in der Karte?
- 1:29:17Nein, aber es sind viele Weine, die biodynamisch arbeiten, viele Weingüter.
- 1:29:23Ich glaube, ab einer gewissen Klasse sind es 98% aller Produzenten, die zumindest biologisch, dann die biodynamisch arbeiten oder sich daran orientieren, dann ausrichten.
- 1:29:34Ja, bestimmt.
- 1:29:36Und irgendwo, also habe ich persönlich das Gefühl, dass die Winzer nicht mehr weiterkommen
- 1:29:42und der große Schritt nach vorne ist, der Schritt zurück, also der Schritt in Richtung Bewusstsein,
- 1:29:47sich mit der Herkunft, mit der Natur auseinanderzusetzen, wo kommen wir her,
- 1:29:51und wir letztlich auch wieder in der Natur zurückgeben, um das wieder zu bekommen,
- 1:29:55dass das ein ganz großer Lärmprozess in den letzten zehn Jahren ist.
- 1:29:58Ja, viele machen das, ja.
- 1:30:01Haben sich da viele Gäste nach, dass sie sich gezielt daran orientieren?
- 1:30:07Es wird nicht so nachgefragt.
- 1:30:12Aber viele gehen auch davon aus, dass wir die biodynamischen Weine, Bio-Weine haben.
- 1:30:20Da wird es auch so eine Frage des Gesamtbewusstseins irgendwo ist.
- 1:30:26Was wärst du für ein Wein, wenn du ein Wein wärst?
- 1:30:33Ich wäre schon ein Wein.
- 1:30:40Ich finde es keine einfache Frage, wenn wir da irgendwie zu einer dieser Inzidenzsegmenten denken
- 1:30:45und dann auch, wie kann man sich selber irgendwie so sehen, einschätzen?
- 1:30:49Das ist ja nicht das, was ich gerne trinke, sondern das ist das.
- 1:30:56Silvana.
- 1:30:59Eine Ruhe.
- 1:31:04So ein geerdeter Wein.
- 1:31:07Ich finde es interessant, weil ich Silvana ganz viele Jahre nicht verstanden habe,
- 1:31:10weil ich nicht gefühlt habe.
- 1:31:12Ich brauchte eine Erklärung für Wein.
- 1:31:14In Silvana muss man fühlen, muss man anfühlen, muss man versuchen zu greifen
- 1:31:17und sich darauf einlassen.
- 1:31:19Also die Ruhe auch dabei, bei Silvana zu finden.
- 1:31:21Weil das hat keinen guten Ruf, Silvana, immer noch nicht.
- 1:31:24Also dem nach wie vor nicht gerecht.
- 1:31:27Also da, glaubst du Silvana könnte außerhalb von Rhein-Hessen und Franken
- 1:31:33oder vielleicht irgendwie Südtirol bestehen,
- 1:31:36wäre das eine internationale, internationale, globaler Rebsorte
- 1:31:40oder braucht die genau diese Komponenten, wie wir es in den Regionen,
- 1:31:46wo er jetzt im Augenblick zu finden ist, gegeben sind?
- 1:31:52Also Silvana ist eh schon schwierig außerhalb Frankens, finde ich.
- 1:31:58Also Franken hat schon die Berechtigung, die Tradition.
- 1:32:02Andere Regionen Rhein-Hessen haben es schwer, finde ich.
- 1:32:06Und das dann noch weiter auszuführen, noch in eine neue Region
- 1:32:11wäre für die Silvaner traurig, glaube ich, nicht so passend.
- 1:32:14Warum weiß ich nicht, aber es sind auch ja toll, eigentlich Essensbegleiter,
- 1:32:20die passen sehr gut zum Essen.
- 1:32:22Aber die sind und sind unterschätzt
- 1:32:28und werden eigentlich kaum bestellt von alleine.
- 1:32:36Niemals. Also es vermisst sie auch keiner, wenn sie nicht da sind.
- 1:32:39Das finde ich sehr erstaunlich.
- 1:32:41Also ich hatte sie kaum auf der Karte, weil ich sie wie gesagt nicht verstanden habe.
- 1:32:43Es hat aber ganz selten, wie man nachgefragt.
- 1:32:46Und aber man kann so damit begeistern, wenn man sie auf der Karte hat,
- 1:32:49wenn man sie gereift anbietet, wenn man sie in den verschiedenen
- 1:32:52Interpretationen anbietet, großartig. Und es ist eine Rebsorte, finde ich,
- 1:32:57die die Kunst des Winters perfekt darstellt.
- 1:33:02Also wie er sie anführen kann und ihm gleiten, interpretieren kann.
- 1:33:07Gibt es auch viele Spielarten von Silvaner.
- 1:33:11Sehr schön.
- 1:33:14Hast du einen Ausgleich oder ein Hobby in Sport?
- 1:33:17Ja, Yoga mache ich. Wander, walken. So, aktiv.
- 1:33:24Und dass, obwohl du ja eigentlich im Beruf schon aktiv bist.
- 1:33:28Und Ziele oder Wünsche für die Zukunft?
- 1:33:32Das würde ich gerne nochmal oder das kann ich mir vorstellen.
- 1:33:35Das wäre für mich...
- 1:33:36Ich bin eigentlich so sehr zufrieden, wie ich jetzt arbeite.
- 1:33:41Danke liebe Susanne, danke für dieses angenehme Gespräch,
- 1:33:49danke für deine Herzlichkeit, danke für deine Ruhe,
- 1:33:53danke für deine Beständigkeit.
- 1:33:55In einer Zeit, wo alles bunt sein muss, wo alles laut sein muss,
- 1:33:59wo jeder möglichst viele Sachen erleben muss, tut sowas gut.
- 1:34:03Es war einfach genug mit dir zu reden. Vielen Dank, dass du unser Gast warst.
- 1:34:07Und noch ein ganz großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs Begleiten.
- 1:34:12Dafür, dass ihr bei uns seid. Dafür, dass ihr uns Sozialmedial begleitet,
- 1:34:16den einen oder anderen Leihgschenken. Einfach bei uns seid.
- 1:34:19Vielen lieben Dank dafür.
- 1:34:21Und noch ein ganz großes Dankeschön, der Schlumbergergruppe.
- 1:34:24Mit den Handelshäusern Segnetz, Schlumberger, Conceo Vini
- 1:34:27und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect.
- 1:34:30Dank Ihnen ist dieses Projekt möglich.
- 1:34:32Und dank Ihnen ist es doch wieder nach dem Podcast vor dem Podcast.
- 1:34:36Und ich freue mich auf den kommenden Freitag.
- 1:34:38Ich freue mich auf unseren nächsten Gast.
- 1:34:40Ich freue mich einfach wahnsinnig auf den großartigen Markus Delmonego.
- 1:35:05Hallo, mein Name ist Michelle Tafana.
- 1:35:07Ich bin als Jahrehung, arbeite als Betriebsleiterassistentin
- 1:35:11im Schönes Leben in Dorken.
- 1:35:13Und ich kenne Susanne Spiesen und seit fast acht Jahren.
- 1:35:16Und sie ist und war immer meine Mentorin beim Thema Wein.
- 1:35:20Und da muss ich auch ein ganz, ganz großes Danke für ausrichten
- 1:35:24oder auch loswerten.
- 1:35:26Weil durch sie habe ich mich überhaupt getraut,
- 1:35:29mein Zommerger durchzusetzen und den auch zu machen.
- 1:35:32Mit Level 3 nach WZ Standard.
- 1:35:36Und da hat sie mich immer ganz fleißig mit begleitet
- 1:35:39und mich auch in allen Bereichen gefördert.
- 1:35:42Im Restaurant, wo ich auch nicht mehr Jahre tätig war,
- 1:35:47waren wir immer ein eingespieltes Sonnegithemen.
- 1:35:50Und das hat mir auch immer sehr viel Spaß und Freude bereitet.
- 1:35:53Ich habe mich auch sehr viel gefreut.
- 1:36:03[Musik]