Latest / SOMMELIER / Bärbel Ring - Die liebevolle (Wein)Oberin der Sylter Dünen
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- 0:00Hallo und moin moin, hier ist Johannes King. Ring, Ring, Ring, Ring, Ring, Berbering. Seit 15
- 0:20Jahren kenne ich diese knaller Frau, sommeliere Gastgeberin und Buchautorin, Coach, immer
- 0:27ansprechbar immer gut drauf, eine Wahnsinnsarbeiterin und eine grandiosen Weihnase. Ich weiß, sie
- 0:34liebt Unkonventionelles und ist doch harmoniesüchtig, keine Rebsorte und kein Weingut ist vor ihr sicher.
- 0:41Ein bisschen stolz bin ich ja schon, dass ich sie vor einigen Jahren vom Portwein auf ganz legale
- 0:48Art und Weise abhängig gemacht habe. Also viel Spaß für Berbering.
- 0:52Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommige, die interessantesten Mundschenke unserer
- 1:22Zeit. Mit meiner heutigen Gästin habe ich schon die eine oder andere Weinreise gemacht, was für eine
- 1:30faszinierende Persönlichkeit Berbering in sich trägt wurde mir nicht erst, aber ganz besonders
- 1:37während des folgenden Gespräches bewusst. Ich freue mich ungemann die vierfache Sommiere des
- 1:43Jahres, genau die vierfache 2015 Sommiere des Jahres beim Freund und Kind, 2019 Sommiere des
- 1:51Jahres beim Feinschmecker, 2019 Sommiere des Jahres im Fuguru Award, 2022 Sommiere des Jahres
- 2:00im Auffahrtsschlepperat, was zwischendurch noch miss ist viel gut vom Port Collinair und das
- 2:06zweifache 2017 und 2018 und 2018 Meisterin der Weine im Port Collinair. Best of the best und nicht
- 2:14minder interessant wie all diese Auszeichnung wie das Gespräch mit Berber ist ihr Lebenslauf,
- 2:20ob man es glaubt oder nicht, dass sie von 1997 bis 1999 ein Studium der Pädagogik in Mönchengladbach
- 2:28absolvierte eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau im Gashof Brändel, arbeitete bei jeder München,
- 2:36bei Karsten Wulf in Keitum und absolvierte die Sommierschule an der IHK Koblenz im Jahre 2008,
- 2:44welchen sie auch ein halbjähriges Praktikum Weingut Künstler eingau durch lieb um final
- 2:49eine wie sie selber sagt großartige Zeit im Kronenschlösschen in Elkville zu erleben.
- 2:552009 wow vor 14 Jahren 2009 zog sie es dann auf die Insel nach Sylt zu Johannes King und sein
- 3:05Söhringhof und von dort durfte ich sie heute sprechen. Vielen Dank, dass du unser Gaspistliebe
- 3:11Berberin. Bevor wir in die aktuelle Folge Sommier eintauchen möchte ich unseren heutigen
- 3:23Unterstützer, unseren Begleiter dem renommierten Chateau de Pez aufs herzlichsten danken, dass wir
- 3:30euch an unserer Seite haben. Chateau de Pez, westlich der Gemeindesrand der Fliegen, ist mit seiner
- 3:35Gründung im Jahre 1452 eines der ältesten Weingüter der Appellation. Es verfügt über 38 ha
- 3:43Redfläche und manchmal braucht es gar nicht viele Informationen um sich ein Bild von der Klasse
- 3:48eines Weingüters zu machen. In diesem Falle reicht es eigentlich schon zu wissen, dass Chateau de Pez
- 3:531995 vom renommierten Champagnerhaus Louis Röder halt gekauft wurde dessen Rufen bei jedem Zweifel
- 4:00erhaben ist. Aber es ist nicht das erste Mal, dass das Weingut mit einem großen Namen in
- 4:05Börlung kommt. Im 16. Jahrhundert hatte die Familie Frontac, die auch Opreon gründete,
- 4:11den Besitz erworben und schon damals exzellente Weine produziert. Das baulich beeindruckende
- 4:16Chateau mit zweiflankierenden Türmen stand aus dem 16. Jahrhundert. Ab dem Jahre 1955 wurde es von
- 4:24Robert Durson geführt, die bereits erwähntem Jahr 1995 vom Champagnerhaus Röder übernommen.
- 4:30Die Weinberge sind mit den Sorten Cabernet-Sommerung mit 45%, Mernlo 44%, Cabernet-Front 8% und 3%
- 4:41für die Verdobestocken. Der ein oder andere wird überrascht sein, dass ein erstaunlich hoher Anteil an
- 4:47Mernlo gepflanzt ist, gerade für das linke Ufer. Das begründet sich aus dem Ton Kalksockel,
- 4:54welcher diese einzigartigen Gießelböden fundiert. Die extrem langlebigen Rotweine mit eben diesem
- 5:01recht hohen Mernlo-Anteil reifen 20 bis 22 Monate in zu einem Viertel neuen Barikfässer. Im 18. Jahrhundert
- 5:10sind die Flächen für die Gründung von Lisonemnepes verwendet worden. Wenn man das Bordele mag,
- 5:14dann kommt man früher oder später in die Situation, dass man sich mit der geografischen
- 5:19Lage der Weinberge aber auch der Chateaus auseinandersetzt. Und recht schnell stellt man dabei fest,
- 5:24dass man bei einem riesengroßen Namen oft gänzlich überteuerten Namen, angrenzenden Weingütern,
- 5:31eine ähnliche Arom- und Strukturkonstellation, in denen Wein findet, aber nicht den großen
- 5:37Namen bezahlen muss. Nun ist Chateau de Pes mit Sicherheit kein kleines, kein unbedeutendes
- 5:42Weingut, aber auf der anderen Straßenseite findet sich Calanse Gure, ein Chateau, was Chateau de Pes
- 5:48gar nicht so unähnlich ist und wo sich sehr viele Gleichnisse finden lassen. Nicht zuletzt in der
- 5:54unfassbaren Langlebigkeit der einzelnen Weine. Daher noch einmal ein riesiges Dankeschön an
- 5:59Chateau de Pes für die Begleitung der heutigen Podcastfolge und ein großes Dankeschön an das
- 6:04handelshauch Schlumberger, dem Vertriebspartner in Deutschland.
- 6:08Berbel aus dem Hohen Norden, unfassbar. Das ist, ich glaube, viele kennen dich ja wirklich mehr
- 6:17oder weniger nur aus Funk und Fernsehen und Presse und deinen ganzen renommierten Auszeichnungen und
- 6:23Anerkennungen, aber wenige schaffen es nach Sylt, oder? Ja, es ist schon ganz so ein Stück weit weg.
- 6:28Ich denke immer, wenn ich in Hamburg bin, ich bin gleich da, aber von Hamburg bis hier sind es immer
- 6:33noch mal drei Stunden. Das unterschätzt man. Und dann mit der Bimmelbahn, ja genau, mit der
- 6:38Bimmelbahn bis man hier oben ist, das zieht sich dann. Hat Sylt immer noch diesen elitären Touch,
- 6:43den Smahatta oder ist mittlerweile so for everybody's? Gab es die neuen Euro-Ticketphase, wo
- 6:49sie dann die lustigen Punkern jeder Ecke irgendwie fotografiert haben, aber ich glaube,
- 6:54das ist auch wieder weg. Und Sylt ist noch Sylt, oder? Ja, Sylt ist Sylt. Sylt ist einfach eine wunderbare,
- 7:00fantastische Insel und das für jeden was dabei. Also wirklich, es gibt Ecken. Da sieht man die
- 7:06Reichen und schön, wie es halt früher war oder wie viele eigentlich denken, dass Sylt ist. Aber
- 7:10Sylt hat so viel anderes zu bieten auch. Also es gibt wunderbare Strände, es gibt aber auch die Wattseite,
- 7:17es gibt einfache Restaurants, es gibt tolle Strandbars, wo man hingehen kann. Man kann
- 7:24wunderbare Sonnenuntergänge am Strand sehen. Also es ist wirklich was für jeden mit dabei.
- 7:28Du hast mit meiner Vorstellung von Sylt total dermaßen aufgeräumt. Wenn man hat ja so diese
- 7:35elitäre Vorstellung, dann die du jetzt auch schon so ein bisschen abgebaut und revidiert hast, aber du
- 7:40bist ja so hands-on, so greifbar, so natürlich, so menschlich und das passt für mich überhaupt
- 7:48gar nicht so in dieses Sylt-Bild und dann noch im Söhringhof. Eure Gästeanzahl ist ja recht
- 7:54überschaubar, oder? Ihr seid ja eine kleine Bude, wenn man das so skizzieren kann. Also ich nenne
- 8:00sie immer Lagrand-Damen, die auf der Düne thront. Also wunderbares kleines Hotel mit 15 Zimmern,
- 8:07es ist extrem persönlich alles. Wir haben super viele Stammgäste hier und jedes Zimmer ist
- 8:12individuell gestaltet und eben halt dadurch, dass wir so klein sind, kennt man natürlich seine
- 8:19ganzen Pappenheimer und das macht unglaublich viel Spaß und für mich immer das schönste
- 8:23Kompliment ist, wenn die Gäste unten ankommen, das Tor geht so ganz langsam auf und sie müssen
- 8:31den Weg hochgehen, bis sie oben am Hotel angekommen sind und sie sagen allein, das ist schon, als wenn
- 8:36man nach Hause kommt und das ist für mich immer so das größte Kompliment. Ihr habt nur 90% Stammgäste
- 8:42wahrscheinlich, oder? Ja, es sind koffele Stammgäste. Im Restaurant auch? Ja, im Restaurant haben wir auch
- 8:49viele Stammgäste, aber nochmal ein bisschen anders, weil auch viele, die auf der Insel sind, möchten
- 8:56dann doch gerne einmal zu uns ein paar Sterne essen kommen und deswegen ist das Publikum im
- 9:02Restaurant schon auch viele außer Hausgäste. Also das switcht sich so ein bisschen durch. An manchen
- 9:07Tagen im Winter haben wir hauptsächlich Hausgäste im Restaurant sitzen. Also wie gesagt, es ist
- 9:12gerade im Sommer, es switcht es schon durch. Aber ihr seid so die Könige der Insel, oder? Ja, die
- 9:21Könige der Insel weiß ich nicht, aber ich glaube wir sind schon gar nicht so schlecht. Aber dementsprechend
- 9:25wirst du ja dem, also nicht nur weil du mehr oder weniger im Königshaus residierst oder zu
- 9:32Gegend bist, sondern der eben auch aufgrund deines Deines Renommés dann mehr oder weniger schon so,
- 9:35einen der Top-Weinfach-Leute auf der Insel selber. Das ist Wahnsinn. Ja, es hat sich irgendwie so
- 9:43ergeben. Einfach immer viel trinken. Was ist für dich Wein? Also was, wenn du Wein irgendwie so
- 9:50ein ein Wort pressen müsstest, hättest du dafür ein Wort? Was? Zwei Worte, Nectar und Ambrosia
- 9:56hätte ich dafür. Also ja, ich finde Wein ist einfach so ein wunderbares Thema und ich finde,
- 10:03es ist eigentlich nicht nur ein Getränk, manche sagen halt dringlich ein Glas Wein oder so. Nein,
- 10:08es ist einfach Geschichte, es ist Kultur, es ist Wissenschaft, es ist Geologie, es ist also es ist
- 10:15so unglaublich viel mehr als das, was man eigentlich, wenn man eine Flasche Wein kauft,
- 10:19eigentlich praktisch in seine Einkaufstasche packt, sag ich mal. Es ist unglaublich viel mehr und das
- 10:24ist für mich eigentlich Wein. Und das macht auch so viel Spaß, wenn man das so ein bisschen ja mit
- 10:30begleiten kann eigentlich auch, so als Übersetzer. Interessant, also den Gedanken mit dem Übersetzer
- 10:38finde ich cool. Letztlich ist ja das, was man den ganzen Tag macht, man ist ja ein Translator,
- 10:42man ist ja ein Übersetzer. Genau, ich sehe mich manchmal so einfach als Dollmatcher, weil die
- 10:47Leute, also wie soll man, wenn man sich nicht mit Essen und trinken und nicht nur das, sondern wenn
- 10:55man sich nicht mit seinen eigenen Sinnen auseinandersetzt, wie soll man denn das auch noch
- 10:59in Worte wiedergeben können, ist ja eigentlich unmöglich. Und das finde ich eben halt, ist ja
- 11:02die Kunst von uns Someliers da einfach der Dollmatcher zu sein und zu erkennen, was möchten die
- 11:09Leute denn, die das versuchen in ihre Worte zu packen und das zu übersetzen und das dann hinter
- 11:14ins Glas zu bekommen. So sehe ich eigentlich meine Aufgabe. Manchmal finde ich auch eine totale
- 11:18Chance, dass man so ins Innere der Leute schauen kann, also dass man, also es gibt ja kaum
- 11:25innigeres Geheimnis, außer man hat irgendwas verbrochen, also das eigene Gefühlsleben oder
- 11:29das eigene Empfindungsleben und wenn das jemand mit ihr teilt, ist das ja finde ich ein wahnsinniges
- 11:35Geschenk. Ja absolut, finde ich auch. Aber ich glaube, wenn man in einem Restaurant arbeitet,
- 11:40ist man sowieso sehr nah an den Leuten dran, was die einem so mitgeben. Ich sage mal, wir haben
- 11:48hier natürlich das Privileg, dass wir auf einer Urlaubsinsel sind. Also ich habe jetzt kein
- 11:52Business Lunch und was auch immer hier, wo viele andere in den Städten das natürlich haben. Also
- 11:57ich habe die Leute hier, die sparen extra dafür, dass sie bei mir das Geld ausgeben können. Das ist
- 12:03gut so. Was aber auch eine gewisse Verantwortung ist. Also wenn man, aber es ist natürlich eine
- 12:08andere, andere positive Einstellung. Also wie viele es irgendwo dann auch in Spanien oder Italien
- 12:13haben, wo sie sagen, der Tischwein war der Weih meines Lebens. So ist es dann wahrscheinlich bei
- 12:17euch auch, dass so der Grund, die Grundeinstellung ist eher ein bisschen positiver gestimmt, als
- 12:23wenn man so aus dem Berufsalltag dann, ah, man ist sicher, man hat eine Abendverabredung, muss
- 12:27dahin und dann sitzt man da und kann da mit überhaupt nichts anfangen. Magst du Geschäftsessen?
- 12:32Also ihr habt jetzt so wenig, aber ich habe sicher auch welche. Wer ich selber finde, wenn ich beim
- 12:36Geschäftsessen bin, ich werde dem Essen niemals gerecht und andersrum finde ich es manchmal bei
- 12:41den Leuten, die dann bei einem sitzen, auch total schwierig, wenn die zum Business-Dinner da sind.
- 12:46Also da muss ich sagen, das haben wir eigentlich, also vielleicht alle drei Jahre einmal.
- 12:53Ach so selten?
- 12:54So selten, also wirklich so extrem selten. Und dann sind es meistens Stammgäste, die sagen,
- 13:00Mensch, es kommen Gäste von uns, da würde ich gerne, die lad ich ein und das ist dann schon was.
- 13:07Also wenn Geschäftsessen hier bei uns sind, ist das dann schon doch wahrscheinlich der Abschluss,
- 13:13das Geschäft ist.
- 13:15Dann gibt es einen neuen Einwohner auf Sylt wahrscheinlich.
- 13:19Wahrscheinlich, ja. Das kann durchaus sein. Aber da muss ich sagen, die meisten Gäste,
- 13:27die hier hinkommen, also wir haben viele Gäste, die sparen wirklich darauf, dass sie sich das
- 13:32leisten können bei uns, weil man muss auch ganz klar sagen, wir sind jetzt natürlich auch nicht
- 13:36die günstigsten, aber die sparen darauf, dass sie das Erlebnis einfach mal haben können,
- 13:41dass sie einfach hier bei uns im Restaurant sitzen können, dass sie sich ein Zimmer hier
- 13:45mieten können und das ist halt das Wunderbare, finde ich. Und das ist auch der große Unterschied
- 13:50eigentlich auch zu einer Stadt. Also dass wir halt diese Rush-Auher, sage ich mal, nicht haben.
- 13:54Natürlich im Sommer, hier ist schon richtig was los, ne? Also da steppt der Bär hier auf der Insel.
- 14:01Was ist das Geheimnis vom Söhringhof und die zweite Frage, wer dann da herausresortiert,
- 14:08was ist dein Geheimnis? Also warum passt ihr beide so gut zueinander, Söhringhofen,
- 14:12du und warum wurdest du da so mehr oder weniger? Es war ja schon fast über Nacht,
- 14:17mit einem war Bärbel da. Warum wurdest du da so erfolgreich? Also da...
- 14:21Ich glaube, es liegt am Namen, im Ring. Nein, also Söhringhof. Genau.
- 14:28Das war der Einstellungsgrund, okay.
- 14:33Ich stand über mein Name drauf. Aber also es hat einfach gut gematcht von Anfang an.
- 14:40Ich war damals zum Probearbeiten hier und ich war ja vorher schon mal auf der Insel und das
- 14:47Probearbeiten, das hat mir ganz gut gefallen und ich war ja schon Somelier, als ich hingekommen bin,
- 14:52aber der Platz des Someliers war leider nicht frei und ich habe... Johannes King hat mich damals
- 14:56gefragt, also hat gesagt, wir können mich als Chefdoron einstellen. Da musste ich erst mal ein paar
- 15:01Nächte drüber nachdenken, ob ich das überhaupt möchte und dann habe ich gedacht, naja, es gibt
- 15:05ja auch immer noch eine Probezeit und ich mache das jetzt einfach und gucke mir das an und da hat
- 15:11sich so schnell so viel herauskristallisiert und ja, ich sage mal, das hat halt einfach richtig
- 15:15gut gematcht mit dieser wunderbare Ort, hat mich einfach gekäst und so bin ich einfach mit dem
- 15:23Söhringhof, ich sage mal, der Söhringhof ist mit mir und ich mit dem Söhringhof gewachsen und mit
- 15:27dem Menschen, die hier ja auch viele Jahre arbeiten mit Johannes und so weiter, also das oder Jan
- 15:32Philipp natürlich auch, das hat halt einfach gut gepasst mit uns allen. Ist ja auch was Besonderes,
- 15:38wenn sich Menschen an einem besonderen Ort treffen und alle so gut zusammenpassen. Das stimmt.
- 15:43Ja, aber was macht den Ort so besonders? Was hat dich eingefangen? Also was... Welche tolle
- 15:50Hotel gibt es ja viele in diesem Ranking, aber der Söhringhof selber hat ja doch schon eine ganz
- 15:58eigene Art der Anerkennung auch unter den Hotelliers, unter den Restaurateurn und... Also Johannes
- 16:05war ja damals hier her im Haus oder King im Haus, muss man ja sagen, Johannes King und der hat eben
- 16:13halt eine wahnsinnig coole Art, das ist einfach ein wahnsinnig toller Mensch, Menschen zu führen.
- 16:19Und das hat einfach, das hat bei mir einfach extrem gut gepasst und Johannes hat mich auch
- 16:24einfach gelassen. Ich sage mal, es ist ja nicht selbstverständlich, dass du als junger Sommelier
- 16:28irgendwo hinkommst und du hast die Möglichkeit, deinen eigenen Weinkeller aufzubauen. Du musst
- 16:33nicht fragen, auch wenn du eine Rechnung von 15 oder 20.000 Euro bestellst, du musst nicht fragen,
- 16:37du darfst einfach machen. Und das ist so selten, dass man so eine Möglichkeit hat und Johannes hat
- 16:42mir halt diese Plattform gegeben, ich durfte spielen und das ist halt großartig und so ist es halt
- 16:47ausgeartet dann auch einfach. Und bist du dort richtig aufgeblüht? Du hast als Wiener Hause
- 16:55kommen. Ja, also wir waren ja wie gesagt vorher schon auf der Insel und das wir zurück auf die
- 17:01Insel wollten war klar, dass es dann hinterher so ist, wie es jetzt am Ende bis zu diesem Punkt,
- 17:09wo ich jetzt angekommen bin, sein würde, weiß man ja vorher auch nicht. Aber wie gesagt, wenn
- 17:14man halt auch einfach die Verantwortung tragen darf als junger Mensch und gesagt bekommt, mach
- 17:19doch einfach, du wirst Fehler machen, aber was mach einfach, ist egal. Und ja, das ist glaube ich
- 17:26ein ganz, ganz großer Teil von der Geschichte, die wir hier haben. Das war vor zehn Jahren ungefähr,
- 17:34oder? 15, ich bin jetzt 15 Jahre hier. Ja, kann man gar nicht glauben, ne? Also so völlig
- 17:41ausgeartet. War aber nicht so geplant, oder? Es war mehr als eine Saison wahrscheinlich geplant,
- 17:46aber... Also es war schon geplant, dass wir hier bleiben möchten, aber es war nicht geplant, dass
- 17:53ich hier ja so lange im Söhringhof bin. Es war hinterher klar, also Söhringhof ohne mich wäre
- 17:58oder ich ohne Söhringhof, das wird auch nicht gehen. Wäre irgendwie komisch, finde ich. Schöner
- 18:05Gedanke. Ja, wir sind ganz zusammen. Leben ohne Wein wäre das für dich denkbar, oder was wäre
- 18:10für dich ein Leben ohne Wein? Also für mich überhaupt nicht denkbar, weil das, was ich ja schon
- 18:16gesagt habe, Wein hat ja so unglaublich viele Facetten. Und wenn ich mir vorstellen müsste,
- 18:22ich hätte einen Mann, der keinen Wein trinken würde oder nicht verstehen würde, was ich denn da
- 18:27tue, wenn ich Wein trinke und völlig ausflippen würde, wenn ich einen geilen Wein im Glas habe
- 18:32und denke, was ist denn mit der? Also das würde, das würde ja überhaupt nicht klappen. Also ich
- 18:37glaube, wenn man, Wein ist halt so viel Kultur, finde ich. Und wenn man in diese Richtung geht und
- 18:43sich für Kultur und sowas interessiert, dann kommt man gar nicht um das Thema Wein drumherum,
- 18:49finde ich. Und das hat ja auch nicht einfach nur was mit Beinsaufen oder so zu tun, sondern das ist
- 18:54so, so vielschichtig. Und wenn ich mir vorstelle ein Leben ohne Wein, okay, da muss man schon eine
- 19:00gute Alternative dazu haben. Also keine Ahnung. Man muss dann schon ein Thema haben, wo man sich
- 19:08dann auch so drin versinken kann. Also wenn man nur essen und trinken würde, um das Essen und
- 19:13trinkens willen, also ich glaube, ich fände es echt langweilig. Aber gibt es für dich ein Getränk,
- 19:18was mit Wein vergleichbar ist? Also was so in den auch Attributen oder in den Konstellationen oder
- 19:23in den Grundlagen, die du vorhin auch skizziert hast, was man so mit Wein einen Atemzug und wie
- 19:29benennen könnte? Also ich denke, Tee, also ich komme, Tee auf jeden Fall, Sake, Bier tatsächlich auch.
- 19:37Also ich glaube, jede Region hat ja so für sich, also wenn wir nach Japan gehen oder nach China oder
- 19:44sowas, die haben ja eine völlig andere Getränkekultur, sage ich mal, ein Anführungszeichen. Und aber das
- 19:49ist ja genau so verankert da, der Tee in China und der Sake zum Beispiel in Japan, wie Wein hier
- 19:58bei uns in Europa. Und das finde ich schon beeindruckend. Ich hatte mich damit nie so auseinandergesetzt,
- 20:03aber ich war mal eingeladen bei einem Freund, der hat eine Tee-Zeremonie gemacht hinterher. Also
- 20:11total abgefahren fand ich das. Diese ganz klassische, also die über mehrere Stunden geht,
- 20:16das ganze Extrem mit dem? Total abgefahren mit Hinknien und auf so einem Podest und also total
- 20:23abgefahren. Und der hatte mir auch erzählt, zum Beispiel diese Puertes, dass die Leute auf diesen
- 20:28Tee-Säcken schlafen und der hatte, weil die Angst haben, dass es geklaut wird. Und der hatte,
- 20:33er hatte auch in so 50 Jahre alten Tee in so einer Urne und keine Ahnung, da zahlen die ja auch
- 20:40unglaublich viel Geld für. Also total beeindruckend für mich. Aber so sehr beschäftige ich mich jetzt
- 20:45nicht mit Tee. Also wahrscheinlich, wenn man sich nicht mit Wein beschäftigt, kann man sich gut
- 20:49mit Tee auseinandersetzen. Kann durchaus sein. Ich finde es aber insofern interessant und spannend,
- 20:54warum manche Sachen, die beim Wein gelebt werden und selbstverständlich sind, warum man die zum
- 20:59Beispiel beim Tee nicht macht. Also warum gibt es keinen Jahrgangsthees? Also ein Tee, wo der gibt es
- 21:04das? Ja, gibt es. Ach. Gibt es tatsächlich. Also wie gesagt, ich kenne mich da nicht wirklich gut
- 21:09mit aus, aber das gibt es tatsächlich. Ja. Aber also jeder Tee wird ja mehr oder weniger logischerweise
- 21:16in einer Ernte eingesammelt und es gibt ja dann eben auch frühe Ernte, späte Ernte,
- 21:19bla bla bla, haben wir alles mal ganz brav gelernt. Aber... Genau. Diese Tee-Qualitäten auswendig
- 21:28lernen. Ja, es waren ein paar Buchstaben, die mussten halt nur zusammenschieben, nur da richtig
- 21:31rein folge. Nein, es ist ein super, super interessantes Thema, was ich auch total
- 21:36intensiv gelebt habe jetzt in der Weinbar, die ich ja begleiten durfte und wir hatten,
- 21:43glaube ich, 60 verschiedene Tee. Also ich fand dieses Thema schon total spannend und fand es aber
- 21:48dann auch, ich hatte es mit Sebastian Borthäuser mal, eine Zeit lang, dass es schade ist, wie das
- 21:53in Restaurants gelebt wird. Also dass es so ein total vernachlässigtes Thema ist und es eigentlich
- 21:57mehr oder weniger, es hat sich schon viel getan und auch die Ellesäcke sind jetzt mittlerweile
- 22:02aus besserer, keine Ahnung, Qualität oder aus attraktiverer geworden oder wie auch immer. Aber
- 22:10so dieses Thema wirklich in die Tiefe zu leben und auch mit Beratungsqualität zu untermalen und die
- 22:16Leute da einfach durch den Abend zu führen, vielleicht in verschiedenen Tee, das finde ich,
- 22:21wird eigentlich kaum irgendwo wahrgenommen. Und also letztlich ist der Endverbraucher ja
- 22:27unfassbar bereit, denn trotzdem auch dafür Geld oder dem Geldwert im Gegenteil dafür aufzubringen.
- 22:33Das ist eigentlich schade, dass es so ein vernachlässig wird. Ich glaube auch, wenn man einmal so ein
- 22:40bisschen, ja ich sage mal, Blut geleckt hat an dem Thema, ist es eigentlich so völlig verwerflich,
- 22:47dass wir, da hast du völlig recht, dass man eigentlich so stiefmütterlich mit diesem wunderbaren
- 22:51Thema umgeht. Aber es ist genauso wie bei Kaffee, wir haben endlos große Weinkarten und beim Kaffee
- 22:58steht auf der Karte Kaffee. Ist genau das gleiche Thema. Also eigentlich ist es so schade, dass man
- 23:04da im Normalfall ja nicht wirklich in die Tiefe geht oder weniger in die Tiefe gehen. Kaffee ist
- 23:14auch so ein wunderbares Thema. Und auch so einfach, wir hatten auch 20 verschiedene Kaffees, so Lagenkaffees
- 23:18und so weiter. Und da waren die Leute auch bereit, keine Ahnung, für ein Tasse Kaffee 20 Euro zu bezahlen,
- 23:23weil es halt, die jemand mal ausgekackt hat. Ja, es ist ja unglaublich. Ich habe zu Hause.
- 23:30Jetzt fängt es an. Bitte nicht, Bärbel, nein. Aber guck mal. Seit Jahren habe ich zu Hause,
- 23:41kaufe ich mir immer auch besondere Kaffeesorten tatsächlich. Also wir hatten auch so eine
- 23:47Espresso-Maschine zu Hause, aber das schmeckt mir heutzutage einfach überhaupt gar nicht mehr.
- 23:52Und ich habe morgens, ich habe so eine Stempelkanne oder so, wenn die dreckig ist, dann nehme ich
- 23:57halt die zweite, wo du halt so das Wasser drüber kippst, ganz gemütlich im Kreis. Und ich schaue
- 24:03halt schon immer, dass ich mir einen ordentlichen Kaffee hole. Ich bin morgens manchmal zu freu.
- 24:06Ich habe auch so eine Handmühle. Ich finde das so romantisch, so eine schöne Handmühle morgens
- 24:11zu malen. Aber das ist mir dann doch immer zu anstrengend. Also ich kaufe mit ihnen doch schon
- 24:16gemeint. Finde ich großartig. Also ich mag das Filtern auch. Habt ihr auch bei mir wieder eingeführt,
- 24:21weil das hat sowas Zelebrieren des, sowas beruhigen. Ich meine, morgens braucht man keine Ruhe, wenn man
- 24:27meistens den Tag dann schon im Hinterkopf hat. Aber man kommt anders in den Tag, wenn du anfängst
- 24:32zu filtern, finde ich. Also wenn du nur knopfprückst. Absolut, und es schmeckt auch besser. Ja, genau.
- 24:36Und ich finde es auf der einen Seite total bewundernswert, was für eine Riesenindustrie sich mit den
- 24:41Kapseln aufgebaut hat. Also angefangen mit Zenzio, dann kam irgendwann die Kapseln, dass sowas
- 24:45funktioniert, das Irre. Und eigentlich... Und was für ein Dreck, oder? Ja. Also interessanterweise haben
- 24:52diese Kapseln, das fand ich auch interessant, wie weit man sowas runterdeclinieren kann, eine bessere
- 24:56Ökobilanz als Filtercafé. Weil du ja zum Beispiel beim Filtercafé, da kochst du mehr Wasser oder
- 25:03machst du mehr Wasser heiß, als du eigentlich brauchst. Was ja eine höhere Energiebelastung hat und
- 25:08so weiter. Und wenn du es runterprichst auf alles, sind diese Plastikapseln wesentlich besser in
- 25:13einer Energiebelast oder CO2-Belanz als alle anderen alternativen Sachen. Das finde ich dann schon
- 25:20so ein bisschen erschreckend, aber es hat für mich nichts mit Geschmack oder mit Kaffee trinken
- 25:25oder mit all dem Kram zu tun. Daher, ich bin Team Filtercafé. Ich bin auch total Team Filtercafé.
- 25:33Ich finde das gerade voll erschreckend, was du das sagst, dass das viel mehr Energie verbraucht. Aber
- 25:37okay, ja logisch. Macht ja eigentlich Sinn, ja? Ja, macht es auch Sinn. Gebt mir im Prinzip nur den Teil
- 25:43und ja. Angeblich sind die Kapseln auch in einem gewissen Rahmen verwertbar. Bei so einem
- 25:49runterrechnen oder bei so einer Bilanzaufnahme werden natürlich die bestmöglichen Wege wie
- 25:54diese recycelt werden, wenn sie in die Teile und bla bla bla. Aber zur Kaffeekultur trägt das
- 26:00nicht viel bei. Nein, überhaupt nicht. Also Teamfiltern. Ja, ich auch. Und dann, ich wäre total
- 26:06gerne mal so in einem der Kaffeehäuser, so in 20er Jahren vor 100 Jahren. Das wäre schon cool gewesen.
- 26:12Ich habe das auch in Österreich gesucht, als ich das letzte Mal in Wien da war und habe das
- 26:16dummerweise nicht so richtig gefunden, aber wahrscheinlich war ich da nicht in den richtigen
- 26:20Orten. War auch ein Hotel-Sacher, das finde ich. Ich mag so diese alten Orte. Es hat so was,
- 26:25haben es irgendwie da. Und ich mag Sachatworte. Wir haben ja wirklich jetzt schon Pläne. Also da.
- 26:36Aber es sind so manche Orte, die so einzigartig sind und wahrscheinlich auch ja, wie der Söhringhof,
- 26:42wo ist für dich der perfekte Ort für ein Glas Wein oder was wäre so ein perfekter Ort? Also
- 26:48wahrscheinlich Urlaub, aber wenn du so rein vom Statischen ausgehen müsstest, von der Architektur
- 26:52oder von der Atmosphäre oder von der Akustik oder von allem, wo trink man Wein? Also ich würde,
- 26:59und das ist jetzt wirklich völlig pragmatisch, bei uns hier auf der Düne auf unserer Terrasse,
- 27:04da gibt es einen speziellen Ort. Das ist das Bänchen. Das Bänchen ist heilig. Das ist legendär,
- 27:08oder? Das ist total legendär, genau. Und ich weiß nicht, wie viel Hochzeitsanträge, Geburtstage
- 27:15und was auch immer dieses Bänchen schon mit erlebt hat und mit dabei gewesen ist, aber man
- 27:19sitzt halt auf dieser Düne oben auf dem Kamm, auf dem Bänchen und man schaut halt genau aufs Meer
- 27:24und genau da geht die Sonne unter. Und das ist halt wirklich für mich so, wo ich denke, wow,
- 27:31also das ist der perfekte Ort. Und abends zum Beispiel im Restaurant, im Sommer und ich sehe so,
- 27:36ah okay, gleich ist es soweit, jag ich alle Gäste nach draußen. Die müssen einmal schnell aufs
- 27:40Bänchen hoch und einmal sich schnell den Sonnenuntergang angucken, Glas Champagner dazu und
- 27:44Jan Philipp guckt immer vom Pass hoch, ist gar keiner mehr im Restaurant. Ich sage, du brauchst
- 27:47nicht schicken, ich hole sie gleich wieder. Also das ist für mich eigentlich der perfekte Ort, um
- 27:52Wein zu trinken. Also ich könnte den ganzen Tag eigentlich nur auf dem Bänchen abhängen. Also
- 27:59geht es bei dir gar nicht so sehr um keine Ahnung, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, graue Wände, sondern
- 28:05Atmosphäre. Überhaupt. 100% Teamatmosphäre. Genuss, purer Genuss. Ja, cool. Genau. Und dort
- 28:13trinkst du Wein oder degustierst du oder nicht trinken? Nee, also ich degust, also ich hab
- 28:21manchmal tatsächlich auch, wenn schönes Wetter ist, mache ich da oben auch Portweinverkostungen und
- 28:25so was mit Gästen. Das ist dann, das hat halt wirklich was. Ansonsten, was wir manchmal auch
- 28:31machen, wenn wir Feierabend machen, mit dem Service Team setzen, wir uns manchmal hoch aufs
- 28:35Bänchen und schauen uns den Sternenhimmel an und das Meer und trinken nochmal einen Absacker zusammen.
- 28:39Also das ist so für uns jetzt vom Service Team halt unser Bänchen. Wie groß ist ein
- 28:46Bänchen? Wie viel passt da auf? Nein, so viel passt da auf. 3 Leute, wenn man Zwetschstabber.
- 28:51Ihr seid ja mittlerweile auch schon einige. Ja, es zwetscht ja immer so ein bisschen hin und her.
- 28:58Also ich sag mal, die meisten bleiben so anderthalb bis zwei Jahre und dann geht es weiter. Es sind ja
- 29:06alles junge Leute. Also ich heb den Altersdurchschnitt deutlich. Mein Team hat letztens ausgerechnet,
- 29:11die sind ohne mich im Schnitt 20,6. Das ist schon sehr jung. Also ich heb den Altersdurchschnitt,
- 29:18wahrscheinlich sind wir dann dreißig. Auf 21 wollte ich grad sagen. Genau. Nein, aber das finde
- 29:24ich schon, das ist schon wirklich beeindruckend. Als sie mir das letztens gesagt haben, habe ich
- 29:27gedacht, krass, was die auch so stemmen. Dann würde ich mal fragen, wie viel Zeit habt ihr um das
- 29:31auszurechnen? Habt ihr nicht zu tun? Es ist Februar, da ist nicht so viel los. Okay. Nein, wann trinkst
- 29:42du selber Wein? Also wenn du sagst, jetzt eben keine Probe, keine Degustierung, keine mitgästen,
- 29:47keine Veranstaltung, sondern einfach jetzt ein Gläschen Wein von mir aus nicht 0,1,
- 29:51sondern 1,0. Auf geht's. Also ich trink gerne mit meinem Mann zu Hause, wenn wir frei haben,
- 29:57wir kochen total gerne und da muss man natürlich immer ein Kochwein zu trinken. Kochst du oder
- 30:02er? Beide zusammen. Also wir sind ja beide in der Gastro-Air ja auch und wir erfrühstücken
- 30:09eigentlich nur zusammen und wir essen nie zusammen zu Hause, weil jeder bei sich im Betrieb ist.
- 30:13Und deswegen ist es halt immer so schön, wenn wir zu Hause sind, ja, ne, das ist richtig,
- 30:18das ist immer so ein Event mit Musik und Wein und manchmal Tanz in der Küche,
- 30:22Wasser immer ist wirklich cool. Dann trink ich gerne Wein und wenn ich essen gehe,
- 30:29trink ich Wein. Also ja, das sind eigentlich so, wenn ich bei meinen Eltern bin, die trinken
- 30:34auch gerne Wein. Also eigentlich immer gerne mit Leuten, die gerne Wein trinken, dann trink ich
- 30:38gerne Wein. Dann Alltagswein, also hast du ein Alltagswein oder dann, wenn du sagst,
- 30:43jetzt ist der Tag in der Woche, da muss das schon von der Domäne sein. Ne, also ich habe,
- 30:51also ich trink zu Hause privat viel Riesling, ich mag Kabinett gerne, ich trink glaube ich
- 30:57hauptsächlich zu Hause hauptsächlich deutsche Weine, tatsächlich deutsche Riesling. Ich glaube,
- 31:03da bin ich aber auch bekannt für und natürlich gibt es auch andere Weine, die ich super gerne
- 31:08mag, aber ich glaube, das ist das, was man wohl am meisten in meinem, in meinem Chombräer filmt.
- 31:12So, wenn wir uns jetzt ein Fläschchen aufmachen müssten, ich wüsste nicht genau, welche Flasche
- 31:30ich mit Bärbel zusammen trinken würde. Also würde schon, dann gebe es etliche, aber mit welcher
- 31:36wir uns zusammen gemeinsam und untereinander richtig überraschen können. Ich finde einer der
- 31:43Weine, die uns deutsche Sommys nach wie vor überrascht sind, die Blaufränkisch aus Österreich. Was
- 31:49dort seit mittlerweile 20, 30 Jahren produziert wird es, Artenbarauben, nicht nur in der vordergründigen
- 31:57Präsenz, sondern auch in der Entwicklung im Reifeverlauf, in der Kombinationsfreude mit Speisen,
- 32:02unfassbar. Ich würde einen, einen Blaufränkisch vom Paul Ax vom Heideboden nehmen. Stellt sich
- 32:10natürlich die Frage, warum Blaufränkisch, aber Blaufränkisch ist so ein richtiger Mitteleuropäer,
- 32:14ist ein der alten heimischen Rebsorten. Man vermute, das wäre eine Kreuzung aus den Sorten. Spulzina und
- 32:23dem Casanova der Weinwelt, dem weißen Heunisch. Casanova will die Anzahl der Rebsorten, welchen er
- 32:31als Vaterrebsorte gilt, ist unerschöpflich. Verbreitet wurde diese Rebsorte vornehmlich in
- 32:39Ländern der Habsburger Monarchie und sie gilt als die Leitsorte Mittelbogenlands, welches man auch
- 32:45als Blaufränkischland bezeichnet. 2.580 Hektar sind mit Blaufränkisch bepflanzt, was ungefähr fast
- 32:536 Prozent der Gesamtfläche ausmacht, die in Deutschland als Lemberger in Ungarn als Kekfronkers
- 32:59bezeichnete Rebsorte hat ein unfassbar greifbares interessantes Arombild, was an Wald werden,
- 33:08was an Kirschbruch der erinnert, immer wieder begeistert. Das für mich spannend und interessant
- 33:14ist diese ganz eigene Identität der Rebsorte. Wenn man kann sie nicht mit einem Cabernet,
- 33:18nicht mit einem Merlot, schon gar nicht mit einem Cabernet Franc, mit einem Petitvertor,
- 33:22mit keiner anderen Rebsorte vergleichen, sie ist eigenständig und das macht es so besonders.
- 33:26Und wenn man dann ein Winzer wie Paul Ack hat, der es schafft, das absolute maximal aus dieser
- 33:31Rebsorte herauszuarbeiten, dann ist es ein Wein, der auch jemand wie Bärbel begeistern kann.
- 33:37Aber da stellt sich die Frage, warum den Heideboten vorm nehmen wir von Ack's keinen Ungerberg,
- 33:43keinen Spiegel, kein Altenberg, seine Parade lagen. Aber man hat es dort im Weingut mit dem
- 33:48Heideboten geschafft, einen Wein zu produzieren, der diese Lebendigkeit, diese animierende Trinkfreude,
- 33:55die Frische, die Saftigkeit und diese herrliche Fruchtpräsenz offenbart. Und der Heideboten
- 34:00versteht man natürlich keine große Einzellage, sondern es sind die Ebenen, die zum Neusiedler
- 34:07See hinauslaufen. Weinreben haben ebenso wie wir ungern nasse Füße und verabscholenden Stauhnesse,
- 34:14die in den flachen Tieflagen gerne vorkommen. Dank der Durchlässigkeit der sandig-kalkhaltigen
- 34:19Schotter und schwarz-erde-Böden des Heidebodens gedeihen die Reben dort jedoch ganz außergewöhnlich gut.
- 34:26Wo der Heideboten exakt beginnt und endet, darüber ist man sich noch nicht wirklich einig.
- 34:31Konkrete Grenzschirmen gibt es nicht. Viele Winzer aus Gold, Münchstof,
- 34:36Halbtouren, Podersdorf und Andau führen jedoch Weine mit dem Namen Heideboten im Sortiment,
- 34:42sodass man den Heideboten auf das Gebiet östlich des Neusiedler Sees und vom Weiden am See bis zum
- 34:49nördlichen Teil des Seewinkels als Kerngebiet einkrinken kann. Ja, ich denke, ein Heidebotenblow
- 34:55Frankisch von Paul Acks bei zarten 12 bis 14 Grad serviert. Ich glaube, damit mache ich
- 35:01Berge jetzt so glücklich. Ich werde es sicher einmal ausprobieren.
- 35:04Ja, und bist du mehr ein Weinfühler oder ein Weinwisser? Also fühlst du die Weine mehr oder
- 35:14bist du jemand, der die Weine dekliniert und kategorisiert und einordnet und...
- 35:21Also ich versuche sie schon dementsprechend einzuordnen. Also manchmal hat man so...
- 35:28Man schnuppert rein und man hat ja manchmal schon eine Idee dann. Aber ich versuche mich immer von
- 35:36diesem Fahrt, dass ich dann direkt rausbrille und mich auf eine Sache festlege, versuche ich immer
- 35:41wieder wegzukommen, wenn ich was blind verkoste. Ich möchte eigentlich lieber erst den Wein
- 35:45auseinanderbauen, um dann hinterher logisch dran zu gehen, wenn ich denn dann eine blind
- 35:51Verkostung habe. Was ja manchmal total schwierig ist, weil wenn jemand neben dir sitzt und sagt,
- 35:55Mensch, das könnte auf jeden Fall ein Schablis sein und denkt, ja, könnte sein. Ja, klar,
- 36:00es ist ein Schablis und dann ist es keine Ahnung. Das ist natürlich, man lässt sich so leicht
- 36:08ablenken. Total. Ja, das ist eigentlich so gemein. Da geht es eventuell in Leuten, glaube ich,
- 36:14dass also da eigentlich jeder gleich veranlagt ist und der andere verargumentiert das ja. Und wenn
- 36:20er sagt jetzt aufgrund, keine Ahnung, der grünen Arom ist es ein Schablis und kann natürlich auch
- 36:27man so nie um Blauen in einer gewissen Phase, einer gewissen Ausbaustufe, mit einer gewissen
- 36:30Entwicklungsgradation oder eben verschiedenen anderen Einflüssen ja auch zum Schablis werden.
- 36:37Also ich finde das manchmal gar nicht so verwerblich und für den Schadwind unsere Gäste sich da schieben,
- 36:42dass sie eben nicht so, es sollte ja ohnehin nie ein Sport, sondern ein Spaß sein. Genau, total,
- 36:47das soll auf jeden Fall ein Spaß sein. Also ich glaube, also für mich das Schlimmste, was man machen
- 36:52kann, ist Wein zu ernst nehmen. Dass das Schlimmste was passieren kann. Wenn man dann irgendwie da groß,
- 36:58kotzig, da herredet, boah, da kann ich ja gar nicht drauf. Das finde ich so schlimm. Ich finde Wein,
- 37:04das muss Spaß machen und man muss ja auch alle mitnehmen. Manche brauchen halt momentlänger und
- 37:08lass sie doch. Also das ist ja deren Erlebnis auch, oder? Ich glaube, da muss jeder mit rein.
- 37:14Deiner Erfolgschlüssel, dass du genau das schaffst, dass du zwar Wein ernst nimmst,
- 37:20aber nicht zu ernst. Also dass du ihn schon seriös betrachtest, aber mit wahnsinnig viel Spaß.
- 37:26Und dann, ich glaube auch aufgrund deiner Wortwahl oder deiner Art damit umzugehen oder das zu
- 37:31leben oder dann ihm auch auszustrahlen, andere weiterzugeben. Hat es zu jemals ein Vorbild?
- 37:38Also gab es jemanden, der dich geprägt hat? Also ich, in dem Bereich, also mit wem ich wirklich
- 37:48sehr gut klar kam oder wer mir auch viel gezeigt hat, war damals Helge Hagen im Kronenschlösschen.
- 37:52Wahnsinn, ja. Ja, also der war schon für mich, wo ich auch immer gedacht habe, Wahnsinn, krass,
- 37:58was der alles wusste und vor allen Dingen mit diesen ganzen alten Reingeauer Wein,
- 38:03was der da alles verkostet hatte und was der sich so abgespeichert hatte, fand ich schon krass.
- 38:07Ansonsten so Vorbild, sag ich mal, ich kann ich so gerade gar nicht sagen. Also es gibt,
- 38:15glaube ich, im privaten Rahmen immer wieder Leute, wo ich denke, oh, Mensch, toll,
- 38:19dass sie das so schön gestalten können oder auch so schöne Worte dafür finden,
- 38:24wo ich dann irgendwie einfach nur denke, so Aprikose und die Artitis haben so tolle Worte
- 38:30dafür und ich denke so, wow, wie schön, das will ich auch können. Aber manchmal wird es dadurch
- 38:36ja so ein bisschen abstrakt. Also es wertschätzen ja viele bei vielen, dass die dann eben so ganz,
- 38:42ich weiß, sie kennt, Rack Schanz-Olé kennt du ja. Der hat ja, also der hat ganze Geschichten um
- 38:49Weid erzählt. Das habe ich dermaßen bewundert und finde es so einzigartig, weil ich auch keinen
- 38:55gefunden habe, der das so unfassbar opulent ausschmücken kann. Aber so bei der Hälfte der
- 39:01Beschreibung fragte man sich dann, du bist schon noch beim Wein, oder? Also das ist dann eigentlich,
- 39:05weil ich dir aber dann von seiner Frau zu erzählen, aber das Klang halt immer alles so skurrier oder so
- 39:12abstrakt in der Art, aber ich habe es auch sehr bewundert. Also ich fand das auch sehr,
- 39:17sehr spannend interessant. Also da, ja. Also dann, ich finde das schon. Vorbilder eher aus dem Umfeld,
- 39:25also aus dem Nichtwein-Umfeld. Ja, aus dem Nichtwein-Umfeld oder ich sage mal, jetzt sind jetzt
- 39:31keine Leute, die so bekannt sind, sag ich mal. Also wer für mich immer ein großes Vorbild ist,
- 39:37natürlich habe ich schon zehnmal, glaube ich, gesagt Johannes King, aber einfach, weil er einfach
- 39:44so ist, wie er ist. Ja. Sagen glücklicherweise auch ganz, ganz viele, dass er mit seiner
- 39:49einzigartigen Persönlichkeit auch viele geprägt hat. Hast du jemand geprägt? Also kennst du
- 39:54jemanden, nämlich, weil ich kenne so den einen oder anderen, die bei dir gearbeitet haben und
- 39:58die schon wow und werbel und so und aber hast du jemanden so den Ziesohn oder Zietochter,
- 40:05wo du sagst, oh ja mein kleiner. So, in dem Sinne habe ich das nicht, aber ich glaube,
- 40:13jeder, der bei mir durch meine Schule geht, der hat dann auch schon echt, also der vergisst
- 40:17viele Sachen einfach nicht. Und das wird dem immer im Nachhain noch mal, es wird dem immer in den
- 40:23Ohren schönen. Also auf wen ich wirklich sehr stolz bin, das ist halt Niklas, der kam halt als
- 40:29junger Mann hierhin, hat sich einfach super interessiert für Wein und ja, einfach auch die
- 40:35Möglichkeit bekommen sich da dementsprechend weiter zu entwickeln. Aber ich will, also es gibt
- 40:40wirklich viele, wo ich wirklich eigentlich jeder, der einfach bei mir gearbeitet hat und egal in
- 40:46welche Richtung der dahinter geht, natürlich besonders in Richtung Wein ist natürlich dann
- 40:50immer, wo ich denke, so yes, aber da gibt es wirklich viele, die einfach einen tollen Weg
- 40:55gemacht haben und ich bin eigentlich auf alle stolz, die hier bei mir waren und das überstanden
- 40:59haben. Wir haben überlebt. Nein, so schlimm bin ich nicht. Ja, gut, von der Insel kam er ja schlecht
- 41:07weg. Also es ist für dich ein leichtes Spiel in Berlin. Wir haben das einfach, wenn wir die
- 41:12S-Fahren bei dir, muss man auch die nächste Fähre warten. Also da. Nein, aber das ist schon
- 41:20kein Vorteil. Also da. Ja. Also da bin ich wirklich, wirklich stolz eigentlich auf jeden einzeln, der
- 41:28eben halt mit mir hier zusammen gearbeitet hat und das Ding gerockt hat. Wann hat es wieder
- 41:33in den 1. Weinmoment, also wann hat es bei dir gematched mit dem Wein und dir? Ja, ich weiß auch
- 41:40noch, was es für ein Wein war. Ich habe da so ein Schlüssel, ja natürlich, ich habe da so ein
- 41:44Schlüsselerlebnis und zwar war das in meiner Ausbildung, da habe ich ein Jean-Baptiste Riesling
- 41:52von Gundaloch getrunken, 98er und das war der erste Wein, wo ich gesagt habe, hey, das schmeckt,
- 41:58ja. Ja. Und so, ja, dann nahm alles seinen Lauf. Ja, nee, das ist tatsächlich der 1. Wein und
- 42:07das ist der 1. Wein, der mich echt gekäst, gekätscht hat. Auch den tolle Erfolgsgeschichte
- 42:12von mir, Hasselbach, finde ich. Also wie es auch vom Sohn weitergeführt wird und großartig.
- 42:17Ja. Also ich weiß auch nicht, ob ich die Weine von damals, vom Vater oder vom Sohn lieber mag,
- 42:24aber ich glaube, das gibt einem im Augenblick so vielen Weingütern so in Deutschland. Also ich glaube
- 42:29bei Huber oder bei Berheims Rehpholz, also diese krassen Generationswechsel oder Nägel oder da
- 42:37haben es die Kinder in der Taue, Katharina Prümm, die Kinder geschafft, die Schraube noch so ein
- 42:42wenig weiter zu drehen im Vergleich zu der letzten Generation. Das finde ich cool. Das finde ich auch
- 42:50cool. Aber ich sage mal, alles hat seine Zeit und ich finde es auch total beeindruckend, wenn man
- 42:56einfach mal so ein bisschen den Wein, so ein bisschen rückblickend betrachtet, wie unterschiedlich
- 43:03die Weine, sag ich mal vor 10 Jahren noch geschmeckt haben und also wie die Stilistik einfach auch
- 43:09so völlig anders war und wie wir ab einem bestimmten Zeitfenster alle die Hände über den
- 43:14Kopf zusammengeschlagen haben und alle haben ganz schlechte Orange gemacht und dann gibt es mittlerweile
- 43:18so gute Sachen, also wie sich so Stilistiken über Jahrzehnte einfach völlig verändern und so
- 43:25eine dicke Mutti, sag ich mal, die früher mit so viel Holz war, die ich heute gar nicht mehr
- 43:29trinken mag, heute aber, wenn sie gereift, ist es immer noch extrem gut. So ich denke so,
- 43:33boah, ich versteh es, warum die damals so viel Holz da reingepackt haben, aber die Stilistik
- 43:37hat sich halt einfach so völlig verändert. Ist es nur die Weinstilistik oder ist die Erfahrung
- 43:42oder ist die ganze Welt, oder ist es ein Bier, so die Entfahrt? Also letztlich machen ja die Gäste immer
- 43:47was wir wollen, oder? Natürlich. Was für eine Frage, natürlich. Nein, überleg mal, du kommst doch
- 43:57als Gast hierhin und du freust dich auf einen schönen Abend, aber wir sind ja nicht einfach nur
- 44:04Kellner, wir sind nicht einfach nur Tellertaxen oder Leute, die Wein einschenken, sondern wir
- 44:08sind hier Entertainer. Uns, also unsere Aufgabe ist es dir einen schönen Abend zu machen, das ist
- 44:13unsere Aufgabe und das bedeutet auch, dass du dich einfach nur hinsetzen und feilen lassen musst
- 44:18und ich muss erkennen, worauf du Bock hast und das funktioniert ja mal in den meisten Fällen auch,
- 44:23sage ich mal, aber das ist ja die Aufgabe und deswegen ja die Gäste machen das, was wir sagen.
- 44:30Das ist ja auch gar nicht irgendwie despektierlich gemeint oder irgendwie abwertend. Nein, überhaupt nicht.
- 44:34Wir machen uns da auch sehr, sehr viel Gedanken um jedes einzelne Element, wenn wir die Weine
- 44:39aussuchen, dann versuchen wir nicht dem irgendwie dann noch an den Gast zu bringen, damit die
- 44:43Grenzen auch irgendwie möglichst weit ausloten oder wir uns eins des Fäustchen lachen, sondern
- 44:48wir versuchen da ja teilweise auch und da sehe ich unsere Aufgabe so ein bisschen die Trends
- 44:53auszuloten, wo man sagt, wie weit kann man gehen, was interessant, auch bei den teilweise schon
- 44:59fehlerhaften Natural Weins oder von uns deklinierten fehlerhaften Weinen sind es das wirklich oder
- 45:05hat das vielleicht auch andere Meilenstein oder Trends gesetzt und das ist ja eigentlich mehr
- 45:12in gemeinsamen mit den Gästen erkunden oder auskunden und das manchmal eben auch etwas
- 45:17gewagter in Weimenmenüs zu präsentieren. Bist du selber Team Weimenü oder Teamflasche,
- 45:22wenn du essen gehst oder bei jedem Restaurant? Also wenn ich essen gehe, bin ich meistens Teamflasche,
- 45:29kommt drauf an bei wem ich bin, weil ich einfach auch schon zu viele schlechte Sachen im Glas
- 45:36hatte, wo ich genau merke oder sehe, die räumen gerade ihren Weinkeller aus und ja, ich finde
- 45:41es total unverschämt so was zu machen, weil die Leute, die möchten doch eine tolle Weinbegleitung
- 45:44haben, sonst würde ich es ja nicht bestellen und ich finde es und dann gerade an Leute,
- 45:49die da keine Ahnung von haben den letzten Müll auszupacken ist doch eine Unverschämtheit und
- 45:53nein, also ich versuche nach Möglichkeit, also ich versuche eigentlich nach Möglichkeit,
- 46:02keine Weinbegleitung zu trinken, außer wie gesagt, ich weiß bei wem ich bin, dann mache ich das
- 46:06sehr, sehr gerne. Oft ist es so, dass mein Mann eine Flasche Wein bestellt und wir parallel
- 46:12noch die Weinbegleitung bekommen, was bei ich mal dann sehr schwierig sein kann, weil es dann
- 46:16irgendwann doch extrem viel ist, es ist aber, es ist halt so schön, wenn wir essen gehen, jeder von
- 46:23uns schaut in die Weinkarte und ich meine, das wird bei der auch nicht anders sein, du guckst,
- 46:27wen haben die auf der Karte, welches Wein gut, ah okay, von dem, das haben die noch,
- 46:30welchen Wein haben die von denen, aus welchen Jahr und was kostet der? So und dann findet man ja
- 46:35manchmal, weil es ja nur ein limitiertes Produkt ist es ja, es ist ja kein Coca Cola oder was
- 46:40auch immer, was es immer gleich schmecken soll, sondern es ist ja ein limitiertes Produkt und
- 46:45deswegen je älter das natürlich wird, desto rarer ist es ja auch gesehen und dann finde ich das
- 46:51so beeindruckend, wenn man das ein oder andere Schätzchen noch auf Weinkarten findet und deswegen
- 46:55trinke ich meistens dann doch Flaschen, meine. Wenn du dann so die Weinkarte aufschlägst und du bist
- 47:00mit deinem Mann alleine essen, gibst da Grenzen, also gibst da Grenzen sowohl nach unten als auch
- 47:06nach oben und was ich selber, das wäre so vielleicht die zweite Frage mit dabei, fühlt sich
- 47:12du dich dann genötigt, weil du dann wahrscheinlich auf der Insel unterwegs bist, auf der Insel bekannt
- 47:17bist, es natürlich auch getrackt wird, was du trinkst, dem Klischee zu entsprechen oder sagst du
- 47:24all okay, ich trink heute Riesling, Liter bla bla bla. Ja also mir ist es total Wumpe, es muss gut
- 47:32sein und es ist mir völlig Wumpe, was die anderen denken, was ich denn da trinke. Vom Preis, ja mein
- 47:38Mann hat gesagt, mit der Zeit werde ich immer teurer, ja okay, das kann durchaus sein, aber ich
- 47:43glaube weil sich natürlich auch Geschmack entwickelt und Preise entwickeln, sich natürlich auch, wenn
- 47:47wir uns vorstellen, was früher mal in G-Max 80 Euro gekostet hat, also sechs Flaschen im Karton und
- 47:54was das heute kostet, natürlich gibt es eine gewisse Preisentwicklung auch, aber man hat natürlich
- 48:00auch als Zommelier immer die Einkaufspreise im Hinterkopf und dann weiß ich natürlich auch
- 48:05bummelig, okay das wird das und das gekostet haben oder das kostet das und das und also ich
- 48:11sage mal mehr als, brauchen mehr als 200 Euro möchte ich eigentlich nicht ausgeben, also wenn es
- 48:15dann mehr ist, dann muss es schon, muss ich schon, dann muss ich schon in Fahrt sein, man muss das
- 48:19machen worauf man spart, worauf man Bock hat, woran man Spaß hat und ich glaube, das kann einem schon
- 48:26den Abend verhageln, wenn man sich eine Flasche Wein bestellt, die wirklich viel, also überteuert
- 48:33einfach ist, da gibt es ja einige Sachen, also da kann man sich schon den Spaß mitverderben,
- 48:38vor allen Dingen ich sage mal, gerade wenn man auch an bestimmte Weine rankommt zu anderen Preisen
- 48:45und einfach auch ein anderes Gefühl einfach dafür hat, also obwohl wie gesagt, weil man sagt immer,
- 48:51ich bin einfach viel zu teuer oder ich werde immer teurer im Laufe des Lebens, ja so ist es eben halt,
- 48:56ich glaube das ist allgemein mit den Frauen, so ist es mit den Frauen, ich glaube nicht mit den Frauen,
- 49:03die Männer schieben die Frauen nur mal von, von Pott, das kann schon sein, nein aber das ist,
- 49:12ich trinke wie gesagt sehr gerne, wenn ich bin auch bereit Geld dafür auszugeben, aber irgendwo ist
- 49:18für mich dann auch eine Grenze, ich bin jetzt ja auch nicht grösos, also dass ich sagen kann,
- 49:24das ist mir egal, gibt es Grenzen nach unten, also würdest du niemals so oder wenn du keine Ahnung
- 49:30bei der Party bist und da hat man an allem nicht gespart, nur am Wein, also es kommt auf den Wein
- 49:37an, es kommt tatsächlich drauf an und ich trinke auch sehr gerne Bier muss ich sagen, okay, also es
- 49:46kommt öfters vor, wenn ich eingeladen bin irgendwo und die Menschen meinen Gott, das muss ja nicht
- 49:49jeder was mit Wein zu tun haben, die haben andere Sorgen, also ich trinke wirklich sehr gerne Bier,
- 49:58ich trinke gerne Flaschenbier, ich trinke frisch gezapptes, whatever, also da bin ich auch, da
- 50:05habe ich gar keine Sorgen einfach mit. Und dann so handcrafted aus Südwesthamburg oder
- 50:10dann egal oder Bitburger hochleben lassen oder? Nee, schon am allerliebsten, wenn ich mich entscheiden
- 50:17dürfte, schon, ja, Croftbier ist es, ich habe ja letztes Jahr habe ich mal ein Praktikum in der
- 50:23Kehrwiederbrauerei gemacht für eine Woche, weil ich unbedingt mal wissen wollte, wie wird denn Bier
- 50:27wirklich hergestellt und das ist wirklich da ein absolutes Handwerk, es passiert wirklich alles
- 50:34mit Hand und das war ganz schön anstrengend, muss ich sagen, aber so spannend, dass einfach
- 50:38noch mal so zu sehen, was man sonst ja nur aus Lehrbüchern kennt und nicht in der großen
- 50:43Brauerei, sondern wirklich in mini kleinen Kesseln, also wirklich großartige Erfahrung. Ist es nicht
- 50:50skurril, finde ich, beim Wein legen wir unglaublich viel Wert auf Handwerk und kleiner Betrieb und
- 50:56Traalala und fünf Generationen und beim Bier, da kümmern sich viele nicht darum, sondern das ist
- 51:02ja oftmals auch nur eine Massenware von Köpi, Bitburger, Becks, Traalala und das ist egal,
- 51:08denn oftmals, also was man da irgendwie anbietet oder da geht es abwürfen. Ja, ich finde das auch
- 51:15sehr komisch, aber ich glaube, das ist genau das Gleiche wie mit Kaffee, also da dreht sich der
- 51:19Vergleich nicht um die Qualität, sondern um den Preis, glaube ich. Also die erzählten mir auch,
- 51:26dass die halt ja ihre Preise einfach mit anderen Bieren verglichen werden und wenn ich gesehen
- 51:32habe, was dafür ein Aufwand getrieben wird, eigentlich ist das Bier viel zu günstig, eigentlich
- 51:37muss man nochmal fünf Euro auf die Flasche drauf schlagen, um dem eigentlich gerecht zu werden,
- 51:40was da passiert oder auch die Wertschätzung dann auch, wenn etwas teurer ist, hat man ja auch eine
- 51:45andere Wertschätzung demgegenüber und das ist im Bierbereich leider meistens ja nicht so gegeben.
- 51:53Ja, man trinkt es dann auch anders, also mit einem anderen Bewusstsein, mit einem Augenmerksamkeit
- 51:57und man trinkt Bier dann nicht wie Bier, also das Schlimmste ist ja, wenn Biertrinker anfangen,
- 52:01weiter trinken, nicht so wie... Ja, alles weg. Ja, Wahnsinn, oder? Und total voll. Ja, wir hatten
- 52:09das kürzlich erst, also es war relativ, er musste leider als Krankenhaus. Und das mit 42 Jahren,
- 52:19also es hätte sich auch keiner gewünscht. Nein. Aber im Gegenzug findest du, also Bier ist ja
- 52:26oft für viele ein Feier gedrängt, bist du mal mit Wein kann man Feier? Also was sind das denn für
- 52:32Weine, was sind für dich Feierweine, wo würdest du die oder wie würdest du die aussuchen? Also ich
- 52:37würde es immer so ein bisschen auf den Rahmen ankommen lassen, wenn ich ein Wein zu einer Feier
- 52:42aussuche oder aussuchen würde, dann kommt es ein bisschen auf die Leute an, weil was soll ich
- 52:48meiner Freundin Natja ein Wein geben, wenn die gar keine Ahnung davon hat und den wahrscheinlich
- 52:55auch gar nicht, der würde ja wahrscheinlich gar nicht schmecken, also weil das dann so verkopft
- 52:59schon wieder wäre, das könnte ich mit anderen Leuten, mit denen ich dann feiern würde,
- 53:04könnte ich das machen. Deswegen kommt es ja glaube ich immer so ein bisschen auf den Rahmen an,
- 53:07wenn ich natürlich 100 Leute hätte, dann würde ich mir auch Gedanken machen, was es denn für
- 53:13ein Wein sein muss, weil da hat man ja wahrscheinlich auch so gemischtes Publikum mit dabei. Also ich
- 53:17glaube so ein Feierwein kommt halt immer darauf an, wie viele Leute und was er kostet hinterher. Und
- 53:24wer halt mit dabei ist, also ich glaube das ist das aber kein schon gut mit Wein feiern,
- 53:30habe ich schon viel gemacht. Ich finde da aber auch ganz extrem gerade bei diesen beiden Elementen,
- 53:36Wein und Bier, wie extrem Wein und Bier eine unterschiedliche Stimmung einfach auch bestimmt
- 53:42dominiert so richtig. Also wenn du bei dir auf der Bank sitzen hast du glaube ich ein anderes
- 53:46Gefühl als, oder im Bankchen, schuldigung, ein anderes Gefühl, wenn du ein Bierchen oder
- 53:51ein Flasche Bier in der Hand hast oder eben ein Weinglas. Das war eine Grundstimmung schon,
- 53:56also da war ein Pastwein überhaupt nicht? Also ich finde Wein passt überhaupt nicht,
- 54:01wenn man Auto fahren muss, da hat das nichts verloren und wenn man schwanger ist oder da hat
- 54:07das auch nichts verloren. Ich hatte jetzt ja gerade meine Kniegeschichte OP und ohne Alkohol
- 54:14halt ist auch schneller, da hat es dann auch erstmal nichts bei mir verloren, finde ich. Ja,
- 54:18ich will ja schnell wieder laufen und also ich glaube das sind so Sachen, wo da hat es
- 54:23einfach nichts verloren, da gehört es einfach nicht hin und auch wenn, also ich finde auch wenn
- 54:28man so genau wie Mütter mit Kinderwagen und Zigarette, das ist genauso schlimm finde ich,
- 54:35also da hat eine Kippe nichts verloren, bei einem Kinderwagen genauso wenig wie wenn eine Mutter
- 54:39saufen durch die Stadt rennen würde. Sich am Kinderwagen fest, ja. Genau, ich schaffe es noch.
- 54:46Nee, also das sind so Punkte, das hat einfach nichts miteinander zu tun, das gehört sich
- 54:52einfach nicht. Aber eure schwierige Aufgabe, ich denke da werden ihr bei euch im Restaurant
- 54:56oder im Hotel weniger mit zu tun haben, aber jetzt ist es für uns in der freien Wildbahn,
- 55:01damit umzugehen und nicht übergriffig zu werden, trotzdem Vernunft zu leben oder
- 55:08vorzugeben oder jemand zu disziplinieren. Also wir haben ja eigentlich reinrechtlich,
- 55:12haben wir die Aufgaben, müssten die in die Autoschlüssel abnehmen oder in den Kinderwagen
- 55:15oder wie auch immer, aber auf der anderen Seite, boah, es ist manchmal echt eine harte Nummer.
- 55:21Ich glaube einer der wenigen, die das mit ganz ganz viel charmen können, dass der andere gar
- 55:26keinen Wunsch hat irgendwie zu fahren, ist Gerhard Retter, der dann... Ja, das glaube ich auch.
- 55:30Der wird es wirklich, ja, da, ja, durchaus, ja. Ich denke, ich denke mir immer,
- 55:40du hast doch jetzt einen echt wunderschönen Abend gehabt, ihr habt echt Kohle dafür hier gelassen,
- 55:46gönn dir doch das Taxi noch. Gönn es dir doch einfach, weil du wirst nicht glücklich,
- 55:50wenn du irgendwie ein Platt fährst oder dir der Führerschein abgenommen wird.
- 55:53Ist bei euch wahrscheinlich auch ein Grundproblem auf der Insel, oder?
- 55:56Ja, es kann schon sein, also... Ich sehe die immer schlägelt voran.
- 56:04Also, ich muss sagen, es ist eine gute Taxi-Infrastruktur hier bei uns.
- 56:11Cool. Nicht wie in manch anderen Gegenden, wo man problematend Taxi zu bekommen.
- 56:17Hier sind schon viele Taxen und das ist... Ja, wir arbeiten mit einem Unternehmen zusammen
- 56:24und es läuft reibungslos. Also, ja, also das... Ich sag mal, wir haben ja seit ein paar Jahren,
- 56:30ich habe mich ja immer dagegen gestreut, eine alkoholfreie Begleitung bei uns auch.
- 56:34Du hast dich dagegen gestreut. Ja, weil bei uns war die Nachfragewanne nie so groß,
- 56:40also weil die Leute waren halt im Urlaub und die wollten halt trinken.
- 56:43Ja. Und also anders als in der Stadt und deswegen habe ich mich eigentlich immer
- 56:48dagegen gestreut und habe gesagt, nee, das braucht man nicht, weil einmal im Jahr dafür,
- 56:52dass da einmal jemand nachfragt, muss ich mich nicht dahin stellen, weil wenn ich eine
- 56:56Begleitung eine alkoholfreie habe, müsste auch selber gemacht sein. Da will ich nichts,
- 56:59möchte ich nichts einkaufen. Da möchte ich halt selber die Sachen machen. Da habe ich dann
- 57:05den einen Kollegen hier, Dennis, der war letztes Jahr noch bei mir, Somelje, den habe ich vor zwei
- 57:11Jahren dann, als wir gesagt haben, wir brauchen eine über die Pferdewiese im März gejagt und wir
- 57:18haben Wiesenkerbel gesammelt und eine ganz schlechte Limonade daraus gemacht. Aber das war
- 57:23so unser Anfang damit.
- 57:24[Musik]
- 57:41[Klopfen]
- 57:46[Klopfen]
- 57:52[Musik]
- 57:58Die legendäre Bank des Söhringhof. Ich stelle mir manchmal vor, was für ein Wein würde ich trinken.
- 58:04Welche Situation wäre es und vor allen Dingen, zu welcher Zeit wäre es?
- 58:08Klar, wenn man im Sommer dort sitzt, dann schon Panja ohne Frage.
- 58:11Aber der fast schönere Zeitpunkt ist, glaube ich, im Frühjahr oder vielleicht sogar im Herbst, wenn der Wind besonders kraftvoll ist
- 58:19und dann mit einem richtig schönen Gläschen Rotwein.
- 58:23Der Wein sollte kraftvoll, sollte ausdruckstartend, sich nicht zu sehen, den Vordergrund drängen.
- 58:28Ich denke, fast an ein Mello.
- 58:31Die geschundene Rebsorte der Weinwelt.
- 58:33Auf der einen Seite werden die Großartigsten, werden die teuersten Weine aus dieser Rebsorte produziert.
- 58:38Auf der anderen Seite ganz einfachste, billigware.
- 58:41Warum diese Kreuzung aus Cabernet Frontmodel Nordisch,
- 58:46somit braucht wird, das liegt wahrscheinlich an ihrer Unkumviziertheit.
- 58:51Die Rebsorte hat relativ geringe Ansprüche an den Boden, ist zwar anfällig für Portrides, aber kaum für Peronos Bohrer
- 58:58und hat eigentlich neben den Menschen nur einen natürlichen Feind und das sind amisanterweise die Vögel.
- 59:04Was ihr sehr wahrscheinlich auch den Namen eingebracht hat,
- 59:07den Mello-Trauben werden unfassbar gerne von Amseln gefressen.
- 59:12Amseln Französisch-Mehrle und laut der Überlieferung kommt der Name Mello von Eben-Mehrle.
- 59:18Und ein Mello von einem guten Produzenten kann so herrlich,
- 59:22nach Kürsche, nach Schokolade, nach feinen Bernduften Ausdruck haben.
- 59:27Zart von Kräuter, Aromen und Darmalt.
- 59:29Moderat in den Tarnintext, durch den Gaumenstreichen,
- 59:33eine tolle Fleischigkeit sowohl in der Jugend als eben auch mit einer gewissen Reife.
- 59:37Die Rebsorte, die 1880 das erste Mal die Internationaler Reise ins Riaul-Antrat
- 59:44fand um 1920 dann auch in Kalifornien um 1930 in Washington ein neues Heim.
- 59:50Und hier in Washington gibt es ein Weingut, was auf besondere Weise genau diesen Brückenschlag hinlegt,
- 59:56um Kompliziertheit und Großartigkeit in sich zu vereinen.
- 1:00:00Columbia Crest mit Sicherheit kein kleines Weingut.
- 1:00:032600 Hektar möchten erst mal gemanagt werden, trotz allem findet sich dieses Weingut.
- 1:00:10Zumeist im Beschreibung und im Bewertung am oberen Ende der Liste der vieler Fachmagazine und bei vielen Experten.
- 1:00:19Wahrscheinlich sind es die besonderen Bedingungen im Washington State.
- 1:00:22Die Sonne scheint im Sommer 17 Stunden und im Winter kann es relativ schnell arktische Züge annehmen.
- 1:00:28Das größte Manko ist wahrscheinlich der Regenmangel aber aufgrund eines perfekten Wassermenagement mit Bodensensoren und Tröpfchenbewässerung schafft es Columbia Crest
- 1:00:39auf verschiedenen Qualitäts-Ebenen einzigartige Qualitäten zu produzieren.
- 1:00:44Ja dieser 2022er Merlot von Columbia Crest ist ein Wein für Momente, für Situationen,
- 1:00:51wo der Wein dem Genießer zuträglich sein kann.
- 1:00:54Wo seine Perfektion, seine Außergewöhnlichkeit sein unfassbar harmonisches Aromen gerüst einlädt im Moment zu verweilen.
- 1:01:02In so einem Weingut, auch mit dieser Größe, hat einer der renommiertesten Winzer und Kellermeister Juan Miozsoka
- 1:01:12die Chance aus perfekten Traubenqualitäten und Partien zu separieren, zu differenzieren und zu kategorisieren und kann so sehr zielgerichtet
- 1:01:23vier verschiedene Qualitätslinien perfekt ausrichten.
- 1:01:27Auf der einen Seite gibt es die Two-Vines-Linie, die Weine für den täglichen Genuss, sanfte frische Rebsorten typische Weine,
- 1:01:36die aus dem Columbia Welle kommen, herausarbeiten.
- 1:01:40Hierbei liegt der Fokus in der Bewahrung der Frisch- und der Typizität der Rebsort, ohne den Holzeinfluß zu groß werden zu lassen.
- 1:01:48Wie bei diesem Melodien ich jetzt im Sinn habe, sollte es eine Speisenbegleitung dazu geben.
- 1:01:54Kann man durchaus zur Grand-State-Linie greifen, die den klassischen Stil von Columbia Crest abbildet.
- 1:02:00Hierbei geht es bei den Weinen um eine ganz ausgeprägte Würze und Kraft um ein richtiges Maß an frische und einer perfekten Integration des 12-14 hunertigen Holzausbaus.
- 1:02:13Ein Großteil der Trauben kommt aus dem Weinkutseigenen Lagen.
- 1:02:18Bei der H3-Linie, die sich aus den drei H-Wörtern, Ors Heaven Hills, zusammensetzt, geht es um die Theroirprägung der Weine,
- 1:02:29die die gesamte Phylicranität der Ors Heaven Hills repräsentieren.
- 1:02:34Nur das beste Lesegut wird für diese Weine verwendet.
- 1:02:38Die Weinen zeigen sich krachtvoll fruchtbetont mit perfekt implantierter Dezenterwürze.
- 1:02:44Zur Ergänzung werden die Weine für 20 Monate im Barrik ausgebaut.
- 1:02:49Dann gibt es noch die Reserve-Linie.
- 1:02:51Die Reserve-Linie stellt die Spitze der Weinbereitung für Columbia Crest dar.
- 1:02:56Die Trauben kommen aus den besten Einzellagen Washingtons und werden zu 100% von Hand verarbeitet.
- 1:03:02Die Weinbereitung findet im Reservekelleres Weingutse statt.
- 1:03:05Und genauso ein Reserve-Kabinett auf dem Jahr 2005 hat beim renommierten Weinmagazin "Winespec-Täter"
- 1:03:15den ersten und einzigen Number One-Wein aus Washington platzieren dürfen.
- 1:03:20Perfekt für diesen Augenblick hier auf der Bank des Söhrringes.
- 1:03:25Und jetzt haben wir mittlerweile so viel zufrieden, oder?
- 1:03:31Ja, mega zufrieden.
- 1:03:32Also es ist mittlerweile richtig, richtig gut geworden.
- 1:03:35Marie macht es mittlerweile, denn es ist jetzt in den Vondom gegangen.
- 1:03:40Ja, nicht geflogen.
- 1:03:41Er hat die nächste Stelle angetreten.
- 1:03:44Wie eine alkoholfreie Begleitung geflogen.
- 1:03:47So, nein!
- 1:03:48Nein, aber er hat das eben halt super gemacht und jetzt macht Marie das wunderbar.
- 1:03:58Und ja, also ich lerne ja auch nicht aus dabei natürlich, es macht ein Jahr auch nicht dümmer.
- 1:04:03Ich finde es manchmal gar nicht so verkehrt, das zumindest im Mix zu genießen.
- 1:04:07Weil ich finde, man probiert natürlich viel und das eine ist interessant auf der Weinkarte,
- 1:04:12dann kommt die Empfehlung und das ist spannend.
- 1:04:14Und dann fahren es doch irgendwie 6, 7, 8, 9, 10 Gläser, weil es ja auch mal 6, 7, 8, 9, 10 Gänge gibt.
- 1:04:20Und das bisher kommt dann irgendwie so vorbeigeschwebt.
- 1:04:23Und das ist dann so schade manchmal, wenn man das gar nicht so bewusst mit genießen kann,
- 1:04:27dann so eine gemischte Verteilung, also so ein halb halb finde ich, finde ich recht smart und recht cool.
- 1:04:34Ja, das stimmt.
- 1:04:36Das ist schon eine gute Angelegenheit.
- 1:04:39Und wie gesagt, die Nachfrage ist einfach gestiegen und deswegen...
- 1:04:44Also ihr macht eine wunderbare Estragon-Lemonnade mittlerweile, kann ich mich reinlegen.
- 1:04:50Für Personalverbrauch hoch 10, dann ist das wahrscheinlich...
- 1:04:53Ja, ich habe gesagt, wir müssen einen großen Vorrat dieses Jahr anlegen.
- 1:04:56Dass wir immer etwas davon im Hause haben.
- 1:05:00Und Verprobung am lieben Objekt, so mehr oder weniger.
- 1:05:03Aber wenn du sagst, Hands on, willst du jemals winzerin werden?
- 1:05:07Also gab es für dich schon mal den Wunsch, wo du sagst, jetzt habe ich die Erfahrung rein gußtatorisch gesammelt.
- 1:05:12Und ich möchte das umsetzen und möchte unbedingt meinen eigenen Wein machen.
- 1:05:16Das ist auf Süd 2 jetzt mittlerweile auch schon, aber nicht unbedingt möglich.
- 1:05:19Also Gartenbau war noch nie meins, noch nie.
- 1:05:24Ich bin ein alter Waldorfschüler und wir hatten Gartenbau und das fand ich damals ein ganz schlimmes Unterrichtsfach.
- 1:05:29Es hat mir nicht gefallen.
- 1:05:31Dann habe ich mein Praktikum, habe ich bei Gunther Künstler im Rheingau gemacht.
- 1:05:34Da war ich ein halbes Jahr und das war spannend, aber es ist einfach überhaupt nicht meins.
- 1:05:38Also ich würde mir im Leben keinen Wein gut kaufen.
- 1:05:40Okay.
- 1:05:41So, ich finde es schön, dazu sein und Sachen zu verkosten und dazu sitzen und sich das anzugucken,
- 1:05:47wie die anderen anderen arbeiten.
- 1:05:48Aber nein, überhaupt nicht meins.
- 1:05:50Würde ich nicht wollen.
- 1:05:51Ich finde es auch interessant, ich habe das auch immer konsequent ausgeschlossen.
- 1:05:55Wer ich wüsste, ich könnte niemals so gut werden, wie es die anderen sind.
- 1:05:57Und wenn es mal nach hinten geht, das ganze Jahr mit dem Kram leben und das auch noch schön finden zu müssen.
- 1:06:03Also dann irgendwie, wo man weiß, dass es richtig hässlich, dann auch nein, schmeckt das so toll.
- 1:06:08Das ist doch schwierig.
- 1:06:09Also da haben wir, glaube ich, einen ganz großen Vorteil, dass wir einfach die nächste Bestellung auslesen können.
- 1:06:14Ja, vor allen Dingen, also es gerade da sind einfach so Sachen, zum Beispiel in der Küche stehen,
- 1:06:19wäre auch überhaupt nicht meins.
- 1:06:21Also ich bin nicht in der Produktion, ich bin im Verkauf und das kann ich gut.
- 1:06:24Also muss man manchmal auch für sich selber einfach so Abstriche machen und einfach für sich entscheiden.
- 1:06:30Nee, also so gern man oder so toll man manche Sachen findet, man ist einfach dafür nicht geschaffen.
- 1:06:36Punkt.
- 1:06:37Aber wo Küche stehen, hattest du jemals diese absolute unbeschreibliche Weinspeisenkombination?
- 1:06:46Wo du sagst, das?
- 1:06:47Boah.
- 1:06:48Ja.
- 1:06:49Also wir haben ja auf der Insel hier viele Austern oben in List.
- 1:06:53Und für mich das absolut göttlichste ist es dieses Jodige der Auster mit einem gereiften, etwas restsüßen Riesling von Ermodeln.
- 1:07:03Okay.
- 1:07:04Das ist unfassbar.
- 1:07:05Da kem ich gar nicht drauf.
- 1:07:06Ja, das ist unfassbar diese Kombination.
- 1:07:09Also da kann ich mich wirklich, wirklich reinlegen.
- 1:07:12Stimmt die, die Story eigentlich, dass die Austern erst nach Frankfurt geschippert werden,
- 1:07:16dann wir jetzt zurück nach Süden verkauft?
- 1:07:18Nein, nein, das stimmt nicht.
- 1:07:20Hat mir mal irgendjemand erzählt, dass die dann da runter und dann aufgrund der Logistik, also so wie die Krappen halt nach China zum Polen geschickt werden,
- 1:07:27werden die Austern für die Verteilung nach Frankfurt geschickt und letztlich kommen sie dann acht Stunden später auf Sylt wieder an, werden dort verkauft.
- 1:07:37Nein, nein, nein.
- 1:07:39Also wir kriegen, das ist eine Story.
- 1:07:41Also wir kriegen die, da kommen dann die Leute, die die Austern ernten, die kommen schnell hier bei uns vorbei gefahren und bringen die Zeit ab.
- 1:07:46Echt?
- 1:07:47Ja, ja, ja.
- 1:07:48Also wir kriegen jeden Tag frische Austern.
- 1:07:50Was ja auch richtig cool ist, du kannst ja hier auch auf der Insel, hier gibt es so ein paar Stellen, da kannst du auf der Wattseite am besten,
- 1:07:57da kannst du auch wilde Austern sammeln, die darfst du nicht verkaufen, aber die kannst du halt selber essen.
- 1:08:02Und das macht auch echt richtig Laune.
- 1:08:04Manchmal sind das ganz schöne Brocken.
- 1:08:06Also ich suche immer die etwas kleineren, weil so eine riesige Auster ist mir dann zu fleischig einfach.
- 1:08:13Also ich bin jetzt auch kein Limfjord Auster-Esser, sondern ich mag wirklich so kleine.
- 1:08:17Schlanke Austern mag ich gerne.
- 1:08:19Aber da findet man hier schon wirklich tolle Sachen am Strand und da kann man auch echt gute Sachen mitmachen.
- 1:08:23Zum Beispiel Apfel, Ingwer-Gurke, so ein bisschen klein geschnibbelt dazu, wie so eine kleine Marinade da dran oder so ein bisschen gratiniert mit Käse.
- 1:08:30Also gibt es schon tolle Sachen, die man zu Hause dann auf dem Grill zum Beispiel schmarrt.
- 1:08:34Ist ja irre.
- 1:08:35Ist wirklich gut.
- 1:08:35Zeig du mal, weil es noch nie gehört.
- 1:08:37Mhm, ja Austern. Austern ist ein tolles Thema.
- 1:08:41Wow, kann man sich richtig reinknien, also im wahrsten Sinne des Wortes.
- 1:08:44Ja und dann einfach einen geilen Wein dazu, alter Schiff.
- 1:08:48War das dein größtes Sommelierlebnis oder also jetzt nicht vom Genuss, sondern vom Erlebnis oder was war so im Restaurant dein größtes Sommelierlebnis?
- 1:08:55Da gibt es glaube ich so viele Sachen, die man so miterleben durfte.
- 1:09:03Also ich sage mal so, als Sommelier hat man ja schon viele Möglichkeiten, Weine oder bestimmte Weine zu verkosten.
- 1:09:10Also für mich mit die wirklich besten Sachen waren oder das beste Erlebnis mit war, wenn man einfach mal die Möglichkeit hat, 13 Jahrgänge, Petrus gegen Le Panc zu verkosten.
- 1:09:23Hast du.
- 1:09:23Oder 32 Flaschen, Contis nebeneinander aufzumachen und alle gegeneinander zu verkosten.
- 1:09:30Das sind so Sachen, oder wenn du Mutant und La Fitte aus 1892 nebeneinander verkosten, also das sind schon wirklich ganz besondere Gelegenheiten finde ich.
- 1:09:39Und das hat auch nicht jeder, nicht jeder Sommelier hat diese Möglichkeiten und ich finde das muss man schon ganz tief in seinem Herzen aufbewahren und sich auch dessen sehr bewusst sein, dass es etwas sehr, sehr besonderes ist.
- 1:09:50Und trotzdem finde ich aber, hast du die große Eigenschaft, das mit so einem Augenzwinkern rüber zu bringen.
- 1:09:55Also deine legendären Challenges, Kontyflaschen aufmachen.
- 1:10:00Genau.
- 1:10:02Es ist ja auch nur Wein, es ist nur Wein, es ist nichts anderes.
- 1:10:05Stimmt, aber manche einer würde halt wahrscheinlich, wieso vom teuren Auto sich dahin stellen, posen und am besten noch irgendwie jemand daneben stellen.
- 1:10:15Aber du machst das mehr oder weniger, wie gesagt, mit dem Augenzwinkern.
- 1:10:19Und das finde ich eigentlich so bewundernswertend.
- 1:10:21Ich finde so was muss man auch können, also über den Dingen stehen, aber die Dinge dann trotzdem greifen und verstehen können.
- 1:10:26Weil das ist ja das, was ich vorhin gesagt habe.
- 1:10:30Es sind schon, es ist Kultur, es ist Geschichte.
- 1:10:33Auch wenn man sich über Kontys unterhält zum Beispiel, es ist ja, warum ist es so teuer?
- 1:10:39Warum hat das so ein Ruf?
- 1:10:40Es hat so einen wunderbaren Ruf, weil es einfach über Jahrhunderte so gewachsen ist.
- 1:10:45Es ist ein toller Weingarten, sensationell, ja, gibt es viele tolle Weingärten.
- 1:10:49Aber die Geschichte, die Historie dahinter, also das ist halt, Madame Pompadour durfte diese Weine nicht trinken, weil Prinz de Contimochte sie nicht.
- 1:10:57Und der durfte nie zu ihr ins Theater gehen.
- 1:11:01Sie hat ihn nie eingeladen.
- 1:11:02Also durfte sie sein Wein nicht trinken.
- 1:11:03All solche, das ist das, was einfach, und dann hat man die Möglichkeit das im Glas zu haben.
- 1:11:09Das ist was Besonderes, aber trotzdem ist es nur Wein am Ende des Tages.
- 1:11:12Stimmt, stimmt.
- 1:11:14Geschichte im Glas.
- 1:11:15Also finde ich ganz gravierend, aber eben auch, dass du dich dafür interessierst und dass du dich damit auskennst.
- 1:11:21Das ist so eine Sache, wo ich es manchmal schade finde, wenn jemand in dieser Materie oder auch mit dieser Materie arbeitet und dann eine zu starke, manchmal auch einstöhnliche Ausrichtung hat.
- 1:11:31Also sich gar nicht für so auch die Komplexität der verschiedenen Weingärten miteinander, miteinander irgendwie versucht, die zu verbinden, wo er dafür interessiert.
- 1:11:39Hast du selber ein Stil, wo du sagst, der ist mir, also Lieblingsfeine haben ja eigentlich die wenigsten oder sollten sie manchmal auch gar nicht haben.
- 1:11:46Find ich, weil dann fangen sie an zu, zu missionieren und andere zu überzeugen und hören dann nicht mehr zu.
- 1:11:52Also dann redet man und fängt nicht mehr an zuzuhören.
- 1:11:56Aber gibt es ein Stil, den du als dein Stil, als im Beerbilsstil bezeichnen würdest?
- 1:12:02Also ich glaube, man verändert sich auch im Laufe der Zeit.
- 1:12:06Also ich glaube, es gibt eine Stilistik, da hat man mal mit angefangen und im Laufe der Zeit verändern sich die Geschmäcker.
- 1:12:15Also ich glaube, bei mir ist das auch so.
- 1:12:17Also im Moment, ich glaube, das mag ich halt super gerne, ist halt einfach diese Reduktion, die die Weine haben, Mineralität, Säure.
- 1:12:27Ja okay, ich bin auch ein alter Säure-Junkie.
- 1:12:30Aber das ist so das, was ich im Augenblick sehr, sehr gerne mag.
- 1:12:35Was mein Mann mag zum Beispiel lieber sehr breite Weine, das ist sehr gut.
- 1:12:39Wir trinken zwei Flassen.
- 1:12:41So mit.
- 1:12:41Ohne Streit.
- 1:12:42Nein, ohne Streit.
- 1:12:45Nein, aber das mag ich im Moment schon sehr gerne.
- 1:12:50Das bedeutet aber nicht, dass ich irgendwas anderes ausschließen würde.
- 1:12:54Und mit Sicherheit ist es auch nicht der letzte Step oder sowas.
- 1:12:58Sondern das ist einfach eine Momentaufnahme, finde ich.
- 1:13:00Wie war dein Trinkerkarriere?
- 1:13:03Also wo mit Finks an?
- 1:13:06Also was war der Stil, der nach dem Genber praktisch so dermaßen geflasht hat?
- 1:13:14Die ganz Klasse, kennst du die klassische Trinkerkurve?
- 1:13:18Also ich würde sagen, wäre anfänglich mit Süß, egal was, also wahrscheinlich erst Süß-Rot und Süß-Weiß,
- 1:13:27dann die fetten Schnecken, dass man die dann hat, also so ein bisschen overloaded, New World in die Richtung.
- 1:13:34Dann so ein bisschen Struktur, man traut sich ans Holz heran, wird immer kager, wird immer trockener,
- 1:13:39wird dann ein bisschen verbissen und fängt dann nach dieser Vordergründigkeit an, so ein bisschen zu flattern.
- 1:13:46Also man geht dann so ein bisschen, diese Feigliederigkeit traut sich meinem Barolo oder Nebiolo als solches.
- 1:13:51Und dann wird man so ein bisschen, kriegt man so die Freakshow, wo man sagt die möglich schrägenden Sachen dann irgendwann
- 1:13:56und endet dann bei purer Eleganz.
- 1:13:58Das wäre jetzt so meine Vorstellung von einer eigentlich schon oft beobachteten, aber ich finde auch durchaus ideal Trinkerkarriere.
- 1:14:05Wie war deine?
- 1:14:06Also ja, eigentlich gut beschrieben, ich, also eigentlich trifft es das genau so, ich hätte sie jetzt etwas anders beschrieben,
- 1:14:13aber eigentlich trifft es das genau so.
- 1:14:14Wie hättest du es beschrieben?
- 1:14:15Ich hätte es beschrieben, ich habe mit süßen Weißwein gestartet, irgendwann wurde der Weißwein trocken,
- 1:14:21also trockener Weißwein, Rotwein habe ich mich noch nicht so ganz ran getraut.
- 1:14:25Die ersten Rotweine waren aus Spanien, kräftig, fruchtig, wenig Tanin, dann irgendwann bin ich nach Italien gegangen,
- 1:14:32dann bin ich im Bordeaux gelandet, da bin ich relativ lange geblieben, weil ich Bougund nicht verstanden habe,
- 1:14:38dann habe ich irgendwann Bougund kapiert, da bin ich dann gelandet, aber am Ende bin ich dann doch wieder bei den Rest süß in Deutschland gekommen.
- 1:14:44Also so würde ich sie beschreiben.
- 1:14:49Ist Bougund wirklich so schwer?
- 1:14:51Aber vielleicht die Listik ist es ja so.
- 1:14:53Ist Bougund wirklich so schwer?
- 1:14:54Also so sagen ja viele und es ist auch ganz schwierig, finde ich, also so ein Paradebeispiel,
- 1:15:00also Bordeaux gegen Bougundertrinker und du kriegst den einen manchmal nicht über die Grenze zum anderen geholfen,
- 1:15:08aber ich glaube es ist nicht die Kompliziertheit, oder?
- 1:15:11Ich glaube es ist, also bei den Franzosen, eigentlich ist ja Frankreich viel einfacher als Deutschland zu verstehen,
- 1:15:16von der Qualitätsstufe in Deutschland, wir sind ja so verkopft und kompliziert, was es angeht,
- 1:15:21dann blickt ja kein Mensch durch.
- 1:15:23In Frankreich ist es ja eigentlich immer ganz klar, du hast ein Wein, der kommt von dem Ort und der hat die Rebsortepunkt,
- 1:15:29im Normalfall.
- 1:15:30Eigentlich ist es viel einfacher, aber natürlich, wenn man vom Bordeaux ins Bougund geht,
- 1:15:35im Bordeaux ist das Chateau ja gleich, ich sage mal ein Anführungszeichen, der Weingarten.
- 1:15:41Also da musst du dich nicht noch mit einem Winzer oder mit einer Lage oder Premiergrü oder Grandgrü auseinandersetzen,
- 1:15:49das musst du ja im Bougund.
- 1:15:51Also da hast du ja dann von ein und derselben Lage oder Weingarten, hast du ja einfach verschiedene Erzeuger
- 1:16:00und da musst du dich natürlich zusätzlich noch mit auseinandersetzen.
- 1:16:03Ich glaube deswegen ist der Sprung auch etwas schwieriger, weil du bei dem einen alles in einem hast
- 1:16:09und bei dem anderen teilt es sich dann eigentlich so ein bisschen auf.
- 1:16:12Dabei ist es schon ziemlich einfach, finde ich.
- 1:16:15Also wenn man sich einmal diese Stufen im Bougund verstanden hat, muss man sich ja eigentlich nur noch mit den Winzern auseinandersetzen.
- 1:16:24Deswegen, ich fand Bougund eigentlich auch niemals so schwer.
- 1:16:27Das Einzige, was ich fand, ist bei den Gästen, dass sie sich manchmal nicht trauen zu schmecken,
- 1:16:34also sich nicht selber trauen und auf ihren Geschmack einlassen und zu fühlen trauen, also ihren Geschmacks zu fühlen trauen.
- 1:16:42Und deswegen begunnt dann eigentlich immer in dieser nicht existenten Vordergründigkeit gewertet und abgewertet haben.
- 1:16:50Und das Boudot erzählt einem was.
- 1:16:52Es sind so diese Strukturweine, die sofort da sind und da braucht man, sind mehr die Unterhaltungsweine.
- 1:16:59Also das eine ist für mich so mehr oder weniger das Buch, in dem ich lesen möchte, wo ich selber Fantasie voll damit umgehen kann, mich damit auseinandersetzen kann.
- 1:17:07Und das andere sind für mich so ein bisschen die Filme, also die einem was erzählen, wo man davor sitzt, wo die bunte Leinwand dann irgendwie läuft und man kriegt es irgendwie gegriffen, auch wenn man sich nicht wirklich damit beschäftigen möchte.
- 1:17:20Ja, aber bin ich völlig bei dir.
- 1:17:23Also ich finde manchmal ist es auch so, dass es ja manche Sachen sind ja dann auch so seht Herrwelt.
- 1:17:31Ich habe mir diesen Wein gekauft.
- 1:17:33Das ist ja manchmal auszuhunders hat man im Bugund natürlich bei bestimmten Chateau, Chateaus, ich sage Domänen natürlich auch.
- 1:17:42Ja, aber im Normalfall ist Bugund ja eher so ein bisschen anders statement, wenn man einen guten Bugunder hat.
- 1:17:49Und viele zum Beispiel, das fällt mir halt immer wieder aus, aufsagen wir trinken Moragé, nicht die trinken kein Moragé, die trinken Pülenie Moragé,
- 1:17:58oder ein Chassani Moragé, die trinken Bilage, die haben halt nicht verstanden, dass Moragé was anderes als Chassani Moragé.
- 1:18:03Also das fällt mir halt immer wieder auf.
- 1:18:06Also da ist dieses Packen des Weins, was du gerade eigentlich auch schon sagst, man muss halt ein bisschen selber mitdenken und sich ein bisschen auf sich selber verlassen.
- 1:18:17Oder einen Tag damit beschäftigen und versuchen die Unterschiede dann.
- 1:18:20Da ist immer so, das finde ich persönlich total schwierig, wann fängt man an, besser wisse zu sein oder wann ist man immer noch Gastgeber.
- 1:18:30Also wenn jetzt jemand zum Beispiel sagt, ich trinke Moragé oder ich bestelle den Moragé, was der hier so teuer, nein, er wollte ja eigentlich einen anderen,
- 1:18:37sollte man ihn darauf hinweisen, also dieser Klassiker, weißt du, wenn jemand sagt, ich hätte gern Schablis, aber den Weißen heute bitte.
- 1:18:45Ja, ich würde das, das macht man nicht, finde ich.
- 1:18:48Also ich finde, also das ist ja schon ein Grätsteuer irgendwo rein.
- 1:18:52Wenn er mich fragen würde, dann ist es was anderes.
- 1:18:54Aber ich mache ihn doch, stelle ihn doch nicht vor seiner Frau oder wie auch immer, stellt man die Leute doch nicht vor.
- 1:18:59Das auch nicht, aber manchmal hat man ja mehr oder weniger auf der einen Seite die Aufgabe zu helfen.
- 1:19:03Also wer sollte ihn nicht darüber aufklären, dass Schablis von mir aus immer weiß, wenn nicht wir, also wir, wir Sommies in der Gänze.
- 1:19:13Zum anderen ist es manchmal nicht auch ein anderer Art der Bloßstellung, wenn man ihn in dem Glauben nach Hause gehen lässt oder
- 1:19:23vielleicht alle am Tisch dann ihn anlächeln und sagen ja ja, Schablis weiß es klar, dass man ihn da vielleicht einfach irgendwie mit einem leichten Wort wird,
- 1:19:31dort durch den Abend leidet oder das, also ihn nicht hochzieht oder bloß stellt, sondern mit einer gewissen Eloquenz dann versucht auf die Wege zu.
- 1:19:39Ja, das, das durchaus kann man finde ich machen, aber ich würde ihn, also ich finde man darf ihn halt nicht, also man darf ihn halt nicht das Gesicht fressen.
- 1:19:47Auf keinen Fall.
- 1:19:48Also das ist so, da gibt es ja auch den einen oder anderen Kandidaten, wo ich immer denke, so, boah, das war jetzt echt, das war jetzt Einsatz zu viel,
- 1:19:57Einsatz weniger, dann wäre es gut gewesen.
- 1:19:59Und ja, also finde ich ganz schlimm, also wenn man besser wisserisch an seine Gäste rangeht, die kommen immer noch zu uns, weil sie Spaß haben wollen.
- 1:20:08Ja, das ist ja auch die Grundaufgabe.
- 1:20:09Ja, stimmt, also es ist, finde ich manchmal sehr witzig, wo jeder sagt, okay, haben alle Heiratshaft gelacht, aber das Lachen ist leider eingefroren.
- 1:20:16Ja, genau, genau.
- 1:20:19Also das ist dann so der eine Satz zu viel gewesen, da muss man wissen, wann man einfach mal die Klappe selber halten sollte, ne?
- 1:20:24Wann ging das bei dir los?
- 1:20:26Wann hast du deine Erfahrung, die du ja ohne Frage hast aufgebaut?
- 1:20:29Was war denn die erste gastronomische Anstellung?
- 1:20:31Ich habe eigentlich vorher was ganz anderes gemacht.
- 1:20:34Ich habe Pädagogik studiert und vlogiert.
- 1:20:36Wow.
- 1:20:38Und ich habe, wollte in die Streetwork, ich habe in einem Jugendzentrum gearbeitet, ich wollte in die Streetwork Drogenberatung, war der Plan.
- 1:20:46Du hast ja gut geschafft.
- 1:20:47Ich habe halt neben, bin ich, auf der anderen Seite, ich bin vieler geworden.
- 1:20:52Nein, aber ich wollte, wie gesagt, was ganz anderes machen und brauchte Nebenjob und hatte bei uns in der Zeitung gelesen,
- 1:21:02ich komme aus Duisburg, habe bei uns in der Zeitung gelesen, dass der Gasthof Brändel hat damals jemanden für ein Service gesucht
- 1:21:10und dann habe ich gedacht, dann bewerbe ich mich mal, dann habe ich das Vorstellungsgespräch damals bei Elisabeth Brändel
- 1:21:16und die hat mich gefragt, ob ich ständig schon mal Bier gezapft habe und gekellnert habe und dann habe ich kurzüber nachgedacht
- 1:21:23und für mich war das ganz klar, dass ich das schon mal gemacht habe, ja, gesagt.
- 1:21:26So im Nachal habe ich gedacht, wahrscheinlich hat sie was anderes gemeint, weil ich war mal auf einer Party und habe ein Bier angezapft
- 1:21:31und ich war auch also so ein Fass und eine Freundin von mir, der Vater, der war Versicherungsvertreter
- 1:21:40und der hatte irgendwelche Gäste eingeladen und da habe ich ein Tablett gehalten mit Gläsern drauf.
- 1:21:46Also habe ich ganz beherzt, weil ich ganz sicher war, dass ich das beides schon mal gemacht habe, ja, gesagt und bin halt angestellt worden.
- 1:21:53So ist es eigentlich losgegangen und damals, ich habe zwei Jahre da gearbeitet,
- 1:21:59bevor ich mich dann dazu entschieden habe, das Studium zu schmeißen und eine Ausbildung als Restaurantverfrau zu machen.
- 1:22:05Und dann habe ich drei Jahre da die Ausbildung gemacht, habe noch ein Jahr dran gehängt.
- 1:22:11Ja, so ist es eigentlich, sechs Jahre war ich dann hinterher da und das hat mich so völlig gecashed.
- 1:22:17Also es hat mir richtig gut gefallen, logisch, sonst hätte ich ja keine Ausbildung gemacht.
- 1:22:21Aber, ja.
- 1:22:23Du hast die Ausbildung auch im gleichen Gashof gemacht, oder?
- 1:22:25Genau, ja, genau. Und die hatten damals schon eine recht große Weinkarte.
- 1:22:31Also, ja, große Weinkarte mit wirklich guten Weinen auf der Karte und dann hatte ich damals für meiner Chefin so ein Weinbuch,
- 1:22:39deutsches Weinbuch geschenkt bekommen mit Etiketten, die da abgebildet waren und ich war so gecashed, weil das hatten wir alles im Keller liegen.
- 1:22:46Und ich denke so, wow, die sind alle in dem Buch drin, ne?
- 1:22:48Und dann habe ich angefangen Etiketten abzulösen und zu sammeln in diesem Buch, ne?
- 1:22:53Also, ja, was man halt dann alles so macht, ne?
- 1:22:55Sehr niedlich. Und dann, was ist dann?
- 1:22:57Ja, und dann haben die, abends haben die Kollegen immer Tastings gemacht mit verschiedenen Probeflaschen und haben immer gestanden,
- 1:23:07in den Wein reingerochen, das riecht da, nach Vanille, Apfel, bla, bla, bla, und ich immer, es riecht nach Wein, keine Ahnung, was sie da erzählen, ne?
- 1:23:14Aber ich fand das so spannend, dass ich das auch, ich wollte das auch können.
- 1:23:18Und ja, dann ging das eigentlich los, dass ich mich halt in diesem Bereich eigentlich dafür interessiert habe und in diese Richtung gegangen bin.
- 1:23:27Und dann kam halt eins zum anderen, ne?
- 1:23:30Also, ja, war schon eine wilde Zeit.
- 1:23:33Also für mich damals, vorhin hattest du auch kurz gesagt, mit so abstrakten Sachen, manchmal kann ich sehr gut erinnern.
- 1:23:38Es hat irgendjemand mal gesagt, da habe ich mich noch nicht so intensiv mit Wein beschäftigt, hat gesagt, das riecht.
- 1:23:47Das riecht wie die Innenseite eines, einer Apfelschale.
- 1:23:51Und da habe ich gedacht, Idiot, was für ein Idiot, was erzählt der da, ne?
- 1:23:55Und jetzt kann ich es total verstehen, was der meint, ne?
- 1:23:58Aber damals habe ich es überhaupt nicht geschneit und habe nur gedacht, was für ein Schwetzer.
- 1:24:02Also schon wirklich beeindruckend, ja, und so nahm das Ganze dann seinen Lauf eigentlich, ne?
- 1:24:07Also dann bin ich nach München gegangen und habe bei Karl-Edera gearbeitet.
- 1:24:13Und von da aus bin ich dann nach Sylt gegangen, weil nach Sylt wollte ich unbedingt, ich hatte, wo ich gelernt hatte, da in dem Betrieb.
- 1:24:21Die waren damals viele Jahre auf Sylt in Kampen im Gogärtchen tätig, beide.
- 1:24:27Und die haben so viele lustige Geschichten erzählt, da wollte ich dann unbedingt hierhin.
- 1:24:32Und dann habe ich bei Karsten Wulf angefangen in Kaitum damals und drei Jahre.
- 1:24:36Und von da aus bin ich dann in Rheingau gegangen, ins Kronenschlösschen.
- 1:24:40Das war auch schon eine krasse Zeit. Da habe ich dann Somelge in Koblenz gemacht.
- 1:24:44Ja, das war dann Montagsdienstags, also wir haben in Wallow gewohnt.
- 1:24:48Montagsdienstags, Schule in Koblenz, Mittwochs, Donnerstags, Freitagsmittags habe ich im Weingut bei Gunther Künstler gearbeitet.
- 1:24:55Freitagsabend, Samstags, Sonntagsmittags dann im Kronenschlösschen.
- 1:24:58Das war so ein sehr kompaktes halbes Jahr.
- 1:25:01Und unsere Wohnung bestand aus überall Zettel.
- 1:25:04Also über der Spüle, die Schränke waren vollgeklebt mit irgendwelchen Zetteln und Infos.
- 1:25:09Wenn ich abgetrocknet habe, habe ich gelernt und so weiter.
- 1:25:12Und da war ich dann und von da aus bin ich dann 2009 in Söhringhof.
- 1:25:18Und seitdem hier.
- 1:25:19Wallow, das ist wahrscheinlich das bisschen Freisheit, was du hattest beim Bäcker verbracht, oder?
- 1:25:23Ja, mega Ding da unten.
- 1:25:25Ich liebe das.
- 1:25:26Ja, das ist so schön. Ja, mega.
- 1:25:28Warum sind diese Weine immer nur Insiderweine geblieben?
- 1:25:31Also ich verstehe das nicht, weil das ja eigentlich so einzigartige Geschmacksmonumente sind.
- 1:25:35Also man muss schon so leicht masochistisch veranlagt sein, um die irgendwie zu mögen.
- 1:25:39Aber wenn man diese Affinität hat, ein Kratur als eure Junkie, bist du ja garantiert mega bei.
- 1:25:47Also ich glaube, er hat ja auch nicht so viel Lust auf Menschen oder so was alles.
- 1:25:53Wenn ich das so richtig interpretiere.
- 1:25:56Und deswegen, also ich glaube, das sind, es muss ja auch so geheimnisvolle Weine geben, finde ich.
- 1:26:01Oder so Geheimtipps, wo man sagt, Mensch, kennst du das?
- 1:26:04Und dann, also das ist so ein Weingut für mich, finde ich.
- 1:26:07Und jeder, der da unten schon mal gesessen hat, ich freue mich, ich treffe immer wieder Leute, die das kennen.
- 1:26:12Und sich so eine Bretteljause da im Restaurant daneben geholt haben, um sich dann da unten hinzusetzen und die Weine zu trinken.
- 1:26:18Wunderbarer Ort.
- 1:26:19Aber ich finde das total eigentlich amüsant und witzig.
- 1:26:22Jeder schwärmt davon, aber du findest dich auch kaum auf den Weinkarten.
- 1:26:25Wahrscheinlich, weil es so schwer ist, überhaupt die Flaschen zu bestellen.
- 1:26:28Da fünf Telefonate und mit Maria zweimal rauf und runter.
- 1:26:31Ja, es kann schon nicht aus sein.
- 1:26:34Wahnsinn.
- 1:26:35Also ich muss gestehen, ich hab sie auch nicht auf der Karte.
- 1:26:38Ich frage mich gerade, warum eigentlich nicht.
- 1:26:40Ich hatte sie auf der Karte und zwar aber immer total, ja, wahrscheinlich auch, weil es schwer ist, die dann irgendwie zu empfehlen oder an Normaltränke zu bringen.
- 1:26:50Vor allem diese Sache musste ja auch reif trinken.
- 1:26:53Die Jungen, da musste sie ja liegen lassen.
- 1:26:56Und wissen wir alle, wie schwierig es mittlerweile auch ist, an gereifte Weine zu kommen.
- 1:27:01Also früher war das einfacher.
- 1:27:03Na Tatiya, gehst du eher in die Breite oder in die Tiefe bei der Weinkarte?
- 1:27:08Also eher in die Tiefe.
- 1:27:10Also ich hab über so viele Jahre jetzt halt auch versucht, wirklich Jahrgangstiefen aufzubauen.
- 1:27:17Und ist mir bei dem einen oder anderen ganz gut gelungen.
- 1:27:21Oft ist es ja auch so, da bekommst du halt dann manchmal nicht so viel von irgendwas.
- 1:27:25Gerade im Begrund ist es so schwierig, dann bekommt man von irgendwas, vielleicht drei Flaschen oder sechs Flaschen und die Leute trinken es im Augenblick halt sehr gerne.
- 1:27:32Und das ist dann halt sofort weg.
- 1:27:34Da musst du entweder was von der Karte nehmen, damit du irgendwie noch so eine Flasche überhast oder zwei und du weißt irgendwann wird jemand kommen, das wird genau dem seine Flasche sein und du wirst dich freuen und der wird sich freuen.
- 1:27:44Aber ansonsten ist es bei manchen Weinen Jahrgangstiefen aufzubauen, finde ich schon relativ schwierig.
- 1:27:51Vor allen Dingen, ich sag mal, du willst ja deine Inventur auch nicht sprengen.
- 1:27:55Und du hast natürlich auch nicht immer den dementsprechenden Platz, wo du die Sachen gut lagern lassen kannst.
- 1:28:02Das bei euch glaube ich einigermaßen ideal ist, oder?
- 1:28:05Ihr habt doch einen ganz guten Weinköll eigentlich.
- 1:28:07Ja, der ist ziemlich voll gestopft, drück ich mich was so aus. Also er ist schon sehr klein.
- 1:28:14Also wir haben letztes Jahr, haben wir umgebaut und da habe ich einen neuen Weinkeller bekommen.
- 1:28:23Der etwas Kleiner ist als der Alte.
- 1:28:25Gemein.
- 1:28:26Es ist so ein bisschen wie Tetris spielen manchmal.
- 1:28:30Aber?
- 1:28:31Und seitdem habe ich aber auch einen Außenlager, wo ich ein paar Sachen einfach auf Halde
- 1:28:34einfach mir hängen will.
- 1:28:35Speist du uns mehr?
- 1:28:36Ja, treifen sie gut.
- 1:28:37Ja, treifen sie gut.
- 1:28:38Für eine Heiligidee.
- 1:28:39Ja, damit so eine Angel so.
- 1:28:41Ich finde das manchmal total interessant, aber auch schwierig, für jemanden Außenstehenden
- 1:28:46überhaupt nicht nachvollziehbar.
- 1:28:48Ich weiß nicht, ob es dir genauso geht.
- 1:28:50Da hat man so Sachen auf der Karte.
- 1:28:52Man sollte ja eigentlich super, super, super froh sein, wenn man die dann verkauft bekommt.
- 1:28:57Wenn jemand kommt und sagt, ich hätte gern den Wein und dann möchte man so am liebsten
- 1:29:01sagen, oh, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne.
- 1:29:03Ich würde den freue ich mich so, der steht so schön da drauf und der hat so seine Freunde
- 1:29:08dabei auf der Karte und links und rechts und drauf.
- 1:29:11Man baut ja eine persönliche Verbindung zu einer Waffe auf.
- 1:29:14Total, oder?
- 1:29:15Wenn man sie hegt und pflegt im Weinkeller und jedes Mal, wenn man auf die Liste schaut,
- 1:29:19denkt man, oh, wie süß, so schön, dass du doch da bist.
- 1:29:22Und dann kommt jemand und ich habe so ein krasses, krass in Anführungszeichen, Erlebnis.
- 1:29:30Ich hatte noch eine Flasche, eine einzige Flasche 2004er Nonnenberg von Breuer auf der Karte.
- 1:29:35Und ich habe mir überlegt, nehme ich sie runter, lasse ich sie drauf und dann habe ich gedacht,
- 1:29:39ah, weiß was, ich lasse sie drauf, weil wer 4er Nonnenberg von Breuer bestellt, er
- 1:29:42wird schon wissen, was er tut und dann sei es ihm auch gegönnt.
- 1:29:45Und habe sie drauf gelassen und es bestellte irgendwann jemand diese Flasche.
- 1:29:49Und ich habe mich echt gefreut und habe denen die Flasche aufgemacht.
- 1:29:53Und dann hat er große Gläser und Eiswürfel und Wasser bestellt.
- 1:29:57Und ich bin fast nach hinten umgefallen.
- 1:29:58Da habe ich gedacht, es darf echt nicht wahr sein.
- 1:30:01Aber so ist es halt manchmal.
- 1:30:03Aber die haben auch Spaß gehabt.
- 1:30:04Aber es ist für mich so, du hast dieses Baby, hast du gehegt und gepflegt und denkst so,
- 1:30:09oh Gott, es wird jemand kommen, er wird es so wertschätzen und dann ist es so gar nicht so.
- 1:30:13Gerade wer jetzt, wo 4er auch der Jahrgang war, wo Breuer gestorben ist oder ja genau.
- 1:30:20Ah, ist ja irre.
- 1:30:22Oh nein, das ist dann so kleinstrehend.
- 1:30:24Ja, das hat mir so richtig im Herzen weh getan.
- 1:30:28War das dein schlimmster Zombiemoment oder gab es das Schlimmeres?
- 1:30:31Also ohne Gästebashing zu betreiben, sondern einfach.
- 1:30:36Ja, ja, nein, nein.
- 1:30:37Du, es gab auch schon, das tat mir schon weh, sag ich mal so.
- 1:30:41Aber es gibt auch Schlimmeres.
- 1:30:43Ich finde für mich immer mein, also das ist mir Gott sei Dank noch nie passiert, aber
- 1:30:48der Gedanke, wenn man so eine Veranstaltung hat und man hat irgendwie 16 Gäste und man
- 1:30:53weiß, es ist Raritätenverkostung, man hat genau eine Flasche oder man hat 20 Gäste,
- 1:30:59weil noch irgendjemand mit dazu gekommen ist.
- 1:31:01Man hat genau eine Flasche von diesem einen Wein und dann habe ich wirklich, ich schenke
- 1:31:07wirklich lieber zu wenig ein, als zu viel, weil irgendwie mein Horror ist, ist das, dass
- 1:31:12der Wein nicht für den letzten Reis passiert.
- 1:31:14Das ist mir passiert.
- 1:31:15Das ist immer mein Horror.
- 1:31:16Ja, es geht passiert.
- 1:31:17Das ist mir damals Speisemeisterrei in Stuttgart, ganz, ganz schlimm, irgendwie 1997 oder so.
- 1:31:22Ich wirklich ganz, ganz jung.
- 1:31:23Das war das erste Mal, dass ich überhaupt in Wein arbeiten durfte und ich hatte eine
- 1:31:28Flasche ins extrem teureen Bugundas und damit einmal hatte ich noch so viele Gäste und
- 1:31:33so wenig Wein.
- 1:31:34Und dann stehst du da und siehst noch drei leere Gläser vor dir und hast du die letzten
- 1:31:39Tropfen so rausgeschüttelt, weißt du, und zwar die letzte Flasche, du bist da.
- 1:31:42Ich hatte echt diesen Moment und da dachte ich, nein, das war so, wo man fahrt zwei,
- 1:31:46man kann nichts machen.
- 1:31:47Und du bist ja, also es war ja, ich war damals noch so jung, ich war ja auch noch nicht so
- 1:31:50eloquenter, ich sagen konnte, ey, wollte ich ein bisschen dielen oder hier fünf Euro
- 1:31:53wäre, was abgibt oder wie auch immer.
- 1:31:55Man könnte es ja auch irgendwie witzig lösen.
- 1:31:56In der Situation war einfach nur alles schrecklich und in dem Augenblick hatte man ja auch noch
- 1:32:03nicht die Position, sondern es gab ja dann so ein, zwei, drei Leute über dir, die dich
- 1:32:07dann angeguckt haben, die mit dem Kopf geschüttelt haben.
- 1:32:10Und da haben sie so Idioten.
- 1:32:13Ja, genau, also da, mir passiert.
- 1:32:17Oh, das tut mir wirklich leid.
- 1:32:20Also mir ist das Gott sei Dank noch nie passiert.
- 1:32:22Also ich habe es tatsächlich so, weil ich ärger mich immer darüber, dass die Leute, wenn
- 1:32:25man es denn dann ausschenkt, die Flasche so viel zurückgehen lassen, gerade bei solchen
- 1:32:29Verkostungen.
- 1:32:30Ich finde es so schade.
- 1:32:31Und ich schenk lieber einen Schluck weniger aus und schenk jemanden, der noch einen
- 1:32:34Schluck haben möchte, was ein.
- 1:32:36Also das ist so, aber das ist auch ein Erfahrung.
- 1:32:38Das ist ein Lehrprozess.
- 1:32:39Ja, aber ich kann es so nachvollziehen.
- 1:32:43Also das ist wirklich so mein absoluter Horror, oder?
- 1:32:45Was auch mein Horror ist, wenn man eine Veranstaltung hat und man geht davon aus, die werden so
- 1:32:52und so viel Flaschen Wein trinken, weil das so, ich sage mal, bummelig der Standard
- 1:32:56ist, damit kalkulierst du eben halt.
- 1:32:58Und die haben aber alle richtig große Lebern.
- 1:33:00Also die saufen richtig.
- 1:33:02Und du stehst am Ende da und denkst, alter Schwede.
- 1:33:05Also es ist erst halb zwölf.
- 1:33:07Es gibt aber nur noch drei Flaschen Wein für die 50 Leute.
- 1:33:10Schlecht.
- 1:33:11Also das ist so auch ein Horror, wo ich immer denke, so, boah, das brauche ich nicht.
- 1:33:17Andersrum ist aber auch nicht so ideal, wenn man die Flaschen im Vorfeld aufmacht.
- 1:33:21Also wenn du relativ unerfahren bist und dann trinken die so wenig und dann fragst du am
- 1:33:25Schluss, oh ja, genau so schlimm.
- 1:33:27Bricht doch jemand Champagner?
- 1:33:28Ja, genau.
- 1:33:29Ja, genau so schlimm.
- 1:33:30Dann die ganze Bevkost durcheinander schießt.
- 1:33:35Ja, also das sind so die Punkte, die man nicht braucht.
- 1:33:41Also alles, was irgendwie so unangenehm am Gast ist, was so peinlich ist, oder zum Beispiel
- 1:33:47du, das ist schon jedem von uns passiert und es wird uns allen auch noch mal mindestens
- 1:33:52einmal im Leben passieren, dass du dem Gast den falschen Wein auf seinen alten Wein ins
- 1:33:56Glas schenkst.
- 1:33:57Das irgendwie du hast einen Kühler, da sind mehrere Flaschen drin und du bist völlig
- 1:34:02im Stress und du siehst nur aus dem Augenwinkel, du musst danach gießen und schnappst dir
- 1:34:06die Flasche und schenkst einen und guckst aufs Etikett und denkt, oh, hat er's gemerkt?
- 1:34:11Also das wird uns allen weiterhin auch weiter passieren, denke ich, aber das sind so wirklich
- 1:34:18unangenehme Situationen und wenn man halt älter wird, dann kann man die natürlich
- 1:34:22dementsprechend auch lösen, aber wenn du so ein ganz junger Bängel oder ein Mädel bist
- 1:34:26oder was, dann ist das, da hast du schon Pipi in den Augen und willst am liebsten nach
- 1:34:30Hause gehen und dir die Decke über den Kopf schlagen.
- 1:34:32Oder selbst so Flasche greifen.
- 1:34:35Das sind so die schlimmsten Momente, genau.
- 1:34:37Das sind so schlimme Momente für dich.
- 1:34:40Aber das ist dann auch die Kunst, glaube ich, des Restaurantleits, das ist familiäre, die
- 1:34:44jungen Menschen in die Hand zu nehmen und dann irgendwie zu sagen, nicht alles, alles
- 1:34:48schlimm.
- 1:34:49Es war schlimm, aber es ist nicht schlimm.
- 1:34:51Und morgen ist ein neuer Tag.
- 1:34:53Gott sei Dank ist das ja bei uns im Beruf so.
- 1:34:55Morgen ist ein neuer Tag und dann sieht die Welt auch wieder anders raus.
- 1:34:58Das ist in der Tat ein Berufsgeschenk.
- 1:34:59Also, dass wenn man, wenn man in der Gastro ist oder wenn man so im Restaurant Alltag
- 1:35:05ist, also nicht nur, dass man Menschen glücklich machen kann oder dass man strahlende Gesichter
- 1:35:08sieht in der Regel oder meistens oder dass man schöne Momente verschenkt, man hat auch
- 1:35:13eine abgeschlossene Arbeit.
- 1:35:15Das merke ich jetzt gerade mit meinem neuen Projekt.
- 1:35:17Du fängst an Tunnel zu arbeiten.
- 1:35:19Also, du hast halt ein Langzeitprojekt und bist dabei, aber du hast nichts am Tag wirklich
- 1:35:24abgeschlossen und dieses Erfüllende, was man dann in der Gastro hat, wo man sagt, ja,
- 1:35:28morgen ist ein neuer Tag oder das war heute toll, ist unbezahlbar.
- 1:35:32Das ist richtig, richtig großartig.
- 1:35:34Und eigentlich, was wärst du jetzt, wenn du kein Zormierer wärst?
- 1:35:39Also, du hast ja mal was anderes im Sinn gehabt oder wolltest du mal was anderes machen,
- 1:35:42aber hast du einen alternativen Berufswunsch, wo du sagst, auch wenn es jetzt keine Ahnung
- 1:35:46aus Gründen X, Y, dann würde ich ...
- 1:35:49Nee, ich glaub, also für mich, es gibt wirklich für mich nichts Schöneres, als im Restaurant
- 1:35:58zu stehen.
- 1:35:59Ich liebe es, wenn ich richtig im Stress bin.
- 1:36:01Aber du musst noch so das Gefühl haben, du musst noch die Zügel in der Hand halten.
- 1:36:06Aber du drehst dich schon um deine eigene Achse, du bist wirklich am Rennen und alle
- 1:36:11gucken dich erwartungsvoll an und das ist alles schön und alle sind glücklich und happy.
- 1:36:15Also, ich find, für mich gibt es nichts Schöneres.
- 1:36:17Also, da gibt es überhaupt ... also auch nicht, dass ich irgendwie sage, okay, es machen ja
- 1:36:23viele, dass die sagen, okay, ich hab einen bestimmten Alter, geh ich jetzt in den Handel
- 1:36:28oder dies und das hab ich alles überhaupt nicht, null.
- 1:36:31Also, da bin ich ... ich liebe es, mit den jungen Leuten zu arbeiten und das ... ja, ich brauch
- 1:36:38diesen Stress, brauche ich.
- 1:36:40Aber ich glaube, ganz, ganz, ganz früher, als ich klein war, wär ich kein Automechaniker
- 1:36:45geworden.
- 1:36:46Nein, ich war kein Automechaniker.
- 1:36:47Wow.
- 1:36:48Ja, also ...
- 1:36:49Wegen dem Ruffenton in Duisburg oder warum?
- 1:36:52Also, weil da ...
- 1:36:53Rrrr, das ist ja nicht.
- 1:36:55Nein, aber ... also, ich glaube, ich ... also, Tatsache ist, glaube ich, es wäre immer
- 1:37:01irgendetwas mit Menschen oder vielleicht Tiere.
- 1:37:03Tiere wäre vielleicht noch eine Alternative.
- 1:37:06Ja.
- 1:37:07Was mir gefallen würde.
- 1:37:08Ja, aber ansonsten ... ne, ich liebe das, was ich tue.
- 1:37:13Aber ich finde, man muss ... oder man kann den Stress ganz gut kompensieren, wenn man
- 1:37:16einen ganz guten Ausgleich hat.
- 1:37:18Hast du irgendeinen alten Oldtimer bei dir in einer Garage stehen, wo du schraubst oder
- 1:37:22was dein Hobby, was deine ... wie findest du Ausgleichen?
- 1:37:24Hast du Zeit dafür?
- 1:37:25Also, ich hab genau genommen ein PS, also ich hab ein Pferd.
- 1:37:29Wow.
- 1:37:30Und ... ja.
- 1:37:31Und die hab ich jetzt seit ein paar Jahren.
- 1:37:34Ich bin als Kind viel geritten, dann 30 Jahre nicht mehr und dann hab ich aber gedacht,
- 1:37:38ich hab das, wenn ich ein Traum von mir immer mal mit dem Pferd an den Strand zu reiten,
- 1:37:43so ein richtig Mädchentraum, ne?
- 1:37:45Und das wollte ich immer machen und dann hab ich irgendwann angefangen, Reitunterricht
- 1:37:49zu nehmen.
- 1:37:50Es ist ja immer meistens der Punkt, dass man irgendwas anfängt, weil wenn du drin bist,
- 1:37:53dann ist das okay, ne?
- 1:37:54Und dem Punkt hab ich Gott sei Dank irgendwann gefunden und hab Reitunterricht genommen und
- 1:37:58hab mir eine Reitkappe gekauft und dann Reitschuhe und irgendwann Reithose und irgendwann Pferd.
- 1:38:04Und ...
- 1:38:05Zum Glück in der Reitfolge.
- 1:38:07Genau.
- 1:38:08Weil es war halt auch immer die Frage, hab ich denn überhaupt die Zeit dafür.
- 1:38:12Ja.
- 1:38:13Und weil es ist ja dann doch eine Verantwortung, ich kaufe mir nicht ein Pferd, um es nächstes
- 1:38:16Jahr zu verkaufen, sondern es ist halt ein Familienmitglied, auch wenn sie nicht bei uns
- 1:38:20in der Wohnung logischerweise wohnt, aber es ist ja trotzdem ein Familienmitglied von
- 1:38:23uns.
- 1:38:24Und das war trotzdem mit einer der besten Entscheidungen, die ich hier für mich in meinem
- 1:38:31Leben mitgetroffen hab.
- 1:38:32Es ist großartig.
- 1:38:33Am Anfang wollte sie allerdings noch nicht mal mit mir über die Straße gehen, als ich
- 1:38:36gedacht hatte, Alter, da soll ich lang gehen, mit dir ich vertraue die kein bisschen.
- 1:38:41Und mittlerweile geht sie aber tatsächlich mit mir schwimmen.
- 1:38:44Ich bin super viel mit ihr am Strand vor der Arbeit.
- 1:38:47Und also es ist wirklich ... also das ist ein ... wir sind eine echt gute Kombo.
- 1:38:52Darf man das?
- 1:38:53Also an den Strand?
- 1:38:55Dass man mit dem Pferd an den Strand?
- 1:38:57Ja.
- 1:38:58Also es gibt spezielle Reitwege, es gibt auch Übergänge durch die Dühne, wo du halt langreiten
- 1:39:03kannst.
- 1:39:04Also du solltest halt grundsätzlich nicht da langreiten, wo Strandkorbe sind.
- 1:39:07Das ... wenn die da mal abäppelt oder so, ist ein bisschen ungünstig, sag ich mal.
- 1:39:14Das ... ja, wär blöd.
- 1:39:15Aber es gibt tatsächlich einfach so spezielle Stellen, da kannst du hin, da kannst du auch
- 1:39:19ein bisschen hin und her reiten.
- 1:39:20Auf der Wattseite gibt es wunderbare Stellen Richtung Braderupper, Heide und so, da kannst
- 1:39:25du ... sind geile Reitwege.
- 1:39:26Und ansonsten auf die Strandseite sollte man im Sommer zu bestimmten Uhrzeiten, sag
- 1:39:32ich mal.
- 1:39:33Und dann ist das okay, so bis zehn und dann ab 17 Uhr.
- 1:39:36Halt immer, wenn irgendwo viele Menschen sind, ist halt blöd.
- 1:39:39Cool, ist ja so ...
- 1:39:42Aber es gehört ja auch zum Söldurlaub mit dazu.
- 1:39:44Also bis hier Gas und gehst an Strand und da ist auf einmal der Schimmelreiter am Strand
- 1:39:48und das ist schon cool.
- 1:39:49Also du machst einfach nur Imitschpflege, das ist gar nicht für dich, sondern ...
- 1:39:52Ja natürlich.
- 1:39:53Und für der Schimmelreiter.
- 1:39:56Cool, mega.
- 1:39:58Du hast ja aber Eltern bekommen oder von ...
- 1:40:01Ja, ja.
- 1:40:02Das ist ja auch ne Aufgabe, ne?
- 1:40:03Weil es sind ja auch richtige Dieven oder noch mehr als die Katzen oder Hunde.
- 1:40:09Oder es sind richtige Charaktere.
- 1:40:11Ja, aber wir passen gut zusammen.
- 1:40:14Cool.
- 1:40:15Ja, das ist ne gute Kommo.
- 1:40:17Ja, es hat viel Spaß und ...
- 1:40:19Gebundene, zum Glück magst du den Söldringhof.
- 1:40:21Geh bis trotzdem irgendwie in ein Ort, wo du sagst, da würde ich echt total gerne noch
- 1:40:26mal Wein empfehlen.
- 1:40:27Also gar nicht so vielleicht irgendwie dauerhaft arbeiten, sondern irgendwie ein Abend oder
- 1:40:32ein Moment oder mit dem oder so was, was du gerne noch mal erleben würdest als Sommiäre.
- 1:40:38Also kann ich mir, hab ich eigentlich gar keinen Wunsch, wenn ich es drüber nachdenke,
- 1:40:45was ja eigentlich ganz witzig wäre, am Strand zu laufen mit so einem kleinen Weinbauch laden.
- 1:40:49Das find ich eigentlich ganz witzig, ne?
- 1:40:51So, aber nee, hab ich überhaupt nicht.
- 1:40:53Also ...
- 1:40:54Ich finde auch, es gibt zu wenig Weinbarz an Stränden.
- 1:40:56Das ist so witzig, dass ich das eigentlich niemals ...
- 1:40:59Ja, finde ich auch.
- 1:41:00Gut, ihr habt ne ganz berühmte bei euch.
- 1:41:02Aber sonst eigentlich kaum und jeder mag das eigentlich.
- 1:41:06Also es wäre vielleicht eine schöne Geschäftsidee.
- 1:41:09Man muss sich alles zum Geschäft machen, aber durchaus find ich total reizvoll.
- 1:41:16Also was ich halt immer unseren Gästen hier mitgebe oder nicht allen, manchen, wir machen
- 1:41:23dann so Strandtaschen fertig.
- 1:41:24Da ist dann so mein Beachkühler ist mit drin und Flasche Wein mit rein, zwei Gläser in
- 1:41:30so einer kleinen Tasche.
- 1:41:32Und jeder Zimmer hier bei uns im Süringhof hat ne eigenen Strandkorb unten, also so
- 1:41:37wie so ein kleiner Privatabschnitt.
- 1:41:38Und da gehst ihr halt hier einmal kurz ums Haus.
- 1:41:42Du musst ja noch niemals über ne Straße laufen.
- 1:41:44Du musst ja nur ums Haus gehen, dann bist du am Strand und dann mit deiner Tasche, mit
- 1:41:47deinem Wein, also ich würde den ganzen Tag eigentlich nur unten am Strand abhängen
- 1:41:50und zwischendurch kurz mal neun Wein holen.
- 1:41:55Oder alle Rufen mal bestellen lassen.
- 1:41:58Ja runterbringen ist immer etwas schwieriger.
- 1:42:01Also wäre schön, aber dafür sind wir dann einfach zu wenig Leute.
- 1:42:06Weil das ist dann doch, also bist du dann in deinem Anzug, bist du da unten angekommen
- 1:42:10bist, das ist dann nicht schön.
- 1:42:13Was ist so, also das ist wahrscheinlich kein klassischer Tag von dir, dass du sagst, in
- 1:42:19der Mittagspause lege ich wie man Strand trinkt, ne Flasche Wein und dann gucke ich, dass
- 1:42:23der Abend dann irgendwann kommt, was ist für dich so ein klassischer Tag, wie kann man
- 1:42:27sich das vorstellen?
- 1:42:28Weil du ja schon, zwar ich glaube nicht immer, aber schon gelegentlich im Restaurant zu
- 1:42:31finden bist.
- 1:42:32Aber trotzdem noch viele andere Aufgaben hast.
- 1:42:36Also ein klassischer Tag von mir fängt sehr, sehr früh an.
- 1:42:41Ich stehe meistens so zwischen 6 und 7 auf morgens und dann mache ich erstmal, ich sage
- 1:42:46mal Büro.
- 1:42:47Ja.
- 1:42:48Ich habe ja auch so ein bisschen Lust, aber der Tag hat einfach, mein Tag könnte 48
- 1:42:51Stunden haben, er hat mir einfach zu wenig Stunden, deswegen muss ich früh ein.
- 1:42:55Und ich schreibe morgens, weil wir haben fast alles online und ich check morgens immer
- 1:43:01die Reservierung, ich schreibe die Tischpläne.
- 1:43:04Das haben wir auch alles online, damit die Kollegen aus der Küche dann dementsprechend
- 1:43:08auch weiterarbeiten können.
- 1:43:09Das ist, dauert je nachdem was los ist, im Sommer brauche ich dafür eine Stunde, im
- 1:43:15Winter brauche ich dafür eine halbe Stunde, um das einmal zu checken, Mails abzuarbeiten
- 1:43:19und so was.
- 1:43:20Und dann gehe ich eigentlich meistens zum Pferd oder manchmal auch zum Yoga, das mache
- 1:43:26ich auch sehr gerne.
- 1:43:27Und dann mache ich irgendwas mit Pferd, Yoga, was auch immer.
- 1:43:32Und dann Frühstücke, ich komme mich nach Hause, Frühstücke mit meinem Mann und dann
- 1:43:35fahre ich meistens gegen eins ungefähr bummelig in Söhringhof.
- 1:43:38Und da mache ich weiter Büro meistens, aber ich bin eigentlich so Comedy-Lux sage ich
- 1:43:44immer.
- 1:43:45Ich springe dann da einen Tag über, wo es brennt.
- 1:43:47Und wenn es im Restaurant eindecken brennt, dann deck ich das Restaurant ein.
- 1:43:52Wenn Tischdecken gebügelt werden müssen, dann bügel ich von mir aus Tischdecken.
- 1:43:55Oder wenn halt Service gelaufen werden muss, glaube ich Service.
- 1:43:59Also, ansonsten mache ich halt dann so meine Büroaufgaben und so was.
- 1:44:03Und ja, dann ist kurzes Meeting, wir machen immer so ein Power-Meeting.
- 1:44:07Und dann geht es auch in den Abend-Service los.
- 1:44:10Und dann endet mein Tag, also ich versuche mittlerweile, früher war es immer später,
- 1:44:14ich versuche mittlerweile so am liebsten vor zwölf zu Hause zu sein.
- 1:44:18Das wäre schon schön.
- 1:44:19Ist noch ein trotzdem kurzes Nächte.
- 1:44:21Das ist ein klassischer Tag.
- 1:44:22Ja, du, schlagen kann ich immer noch.
- 1:44:25Aber gelegentlich lässt man dich ja auch frei.
- 1:44:29Also dann sind der Weinreisen auch angesagt, bei der ein oder anderen durften wir uns ja
- 1:44:34glücklicherweise auch treffen.
- 1:44:35Ich finde das wirklich immer noch so schade, dass wir es so teils verpennt haben bei der
- 1:44:39letzten, als wir uns getroffen haben, wirklich noch ein Flaschen im Wein am Schluss zu trinken.
- 1:44:43Das haben wir zu selten und das nehme ich mir ganz, ganz fest fest.
- 1:44:47Nächste Mal voralles, du musst da wirklich Angst haben.
- 1:44:48Sehr gut.
- 1:44:49Hast du jemals die Erfahrung gemacht, wo du sagst, das ist meine absolute Weinlocation
- 1:44:58gewesen oder was war für dich so die Weinbar oder der Weinladen, der dich über die Maßen
- 1:45:06beeindruckt hat?
- 1:45:08Kann ich so auch gar nicht sagen.
- 1:45:13Was mich immer wieder beeindruckt ist, wenn ich in ein Restaurant komme oder Gasthaus
- 1:45:19oder so was ganz unkompliziertes, ganz unkompliziertes, gutes Essen macht und eine wirklich gute
- 1:45:26Weinkarte hat.
- 1:45:27Also das finde ich immer wieder wirklich beeindruckend, weil ich immer denke, Mensch,
- 1:45:31hier steckt wirklich jemand dahinter, der auch beim Wein einfach Herzblut hat.
- 1:45:35Die haben vielleicht irgendwann das mal gekauft und entweder gehegt und gepflegt im Keller
- 1:45:41und die Leute haben es nicht verstanden, weil die vielleicht das Klientel gar nicht haben,
- 1:45:46dass die vielleicht schöne gereifte Sachen trinken können.
- 1:45:49Und da bin ich doch immer wieder von beeindruckt.
- 1:45:53Ansonsten habe ich eigentlich gar nicht den Laden, wo ich sage Mensch, das ist jetzt,
- 1:45:58da müssen wir jetzt hin, um Wein zu trinken oder so, gar nicht eigentlich.
- 1:46:02Also es gibt in Tasmanien, habe ich mal, wir waren letztes Jahr in Horbert.
- 1:46:07Da habe ich eine wunderbare Weinbar entdeckt.
- 1:46:10Also das war wirklich auch cool, aber das war halt genau das.
- 1:46:12Damit hast du nicht gerechnet, es gab unkomplizierte Sachen zu essen, am Tresen einfach und es
- 1:46:18gab einfach wirklich geile Weine dazu.
- 1:46:21Also das finde ich schön.
- 1:46:23Willst du dann eher Klassiker oder eher so den Newcomer oder die, die du vielleicht nicht
- 1:46:28kennst oder es warten?
- 1:46:29Also ich finde das persönlich immer total schwer auf der einen Seite.
- 1:46:32Keine Ahnung, wenn du einen Reingau fährst und du siehst einen Künstler auf der Karte,
- 1:46:36vielleicht schön gereift, eine tolle Lage, dann ist es eine Riesenfreude, auch das, was
- 1:46:43man sich geschmacklich aufgebaut hat, da nochmal zu erneuern oder den Wein nochmal zu entdecken
- 1:46:47oder alte Erinnerungen damit aufzurufen oder ein Bräuer oder was auch immer.
- 1:46:50Auf der anderen Seite ist das ja so furchtbar langweilig.
- 1:46:52Das so, das eine auf der anderen Seite finde ich auch, wenn ich im Restaurant stehe oder
- 1:46:56in der Weinbar und ich empfehle etwas, es ist ja immer so leicht, was Neues zu empfehlen
- 1:47:01und manchmal so schön, aber auch ein Klassiker zu empfehlen.
- 1:47:04Aber dann gilt man vielleicht irgendwie so als langweilig oder als eingefahren oder
- 1:47:07das kann ja jeder, wie machst du das?
- 1:47:10Also wo beim Empfehlen, als auch beim Selber trinken.
- 1:47:12Sind es die Klassiker, ist es ein Newcomer oder ist es ein Mix oder?
- 1:47:18Also ich glaube für mich selber, für mich selber bin ich dann auch gech, glaube ich,
- 1:47:24auch eher in die Richtung, dass ich eher das trinke, was ich kenne.
- 1:47:27Aber ich glaube, das sind wir Menschen einfach.
- 1:47:29Ich glaube alle Menschen trinken meistens das, was sie kennen.
- 1:47:34Aber ansonsten, manchmal habe ich das, dass ich auch auf Karten irgendwas finde, was ich
- 1:47:40noch nie verkostet habe, aber schon oft bei Insta oder wo auch immer gesehen habe.
- 1:47:44Das würde ich mir auch immer bestellen.
- 1:47:46Im Restaurant selber, im Restaurant selber ist es völlig unterschiedlich, es kommt halt
- 1:47:53auf die Person an.
- 1:47:55Viele haben ja das, dass die nicht wissen, was sie gerne trinken.
- 1:48:03Sie mögen gerne irgendwas ohne Säure haben und sagen dann Grauburgunder.
- 1:48:07Und das ist ja manchmal, es ist ja so gemein in der Rebsorte gegenüber, weil es ja eigentlich
- 1:48:11von uns allen immer so ein bisschen verteufelt wird.
- 1:48:13Und es gibt tolle Grauburgunder.
- 1:48:15Aber oft ist einfach auch nur die Verzweiflung der Leute, weil sie einfach es nicht besser
- 1:48:19wissen.
- 1:48:20Und sagen ja, wir trinken gerne Grauburgunder, aber die haben ja noch viel andere Geschmecke.
- 1:48:26Also musst du dich ja eigentlich nicht auf das Wort Grauburgunder verlassen, sondern
- 1:48:29auf das, was sie damit interpretieren.
- 1:48:32Und dann kannst du ja meistens anfangen zu spielen, finde ich auch mit den Leuten.
- 1:48:36Also so ist meine persönliche Erfahrung.
- 1:48:39Wenn du in die Richtung Insider gehst, was wäre für dich eine Region, wo du selber sagst,
- 1:48:43ist es total unterbewertet?
- 1:48:45Oder was wäre für eine Art von Wein, was so mega übertrendig sind in deinem Sinne
- 1:48:51oder in deiner Welt oder in deinem Bewusstsein?
- 1:48:53Also was ich im Augenblick super, super spannend finde, ist der ganze osteuropäische Raum.
- 1:48:59Da kommt im Augenblick so viel gerade spannende Sachen.
- 1:49:01Ich habe einen ganz, ganz tollen Wein aus Transsilvanien entdeckt und Rebsorte nennt sich
- 1:49:08Grünspitz.
- 1:49:09Ich weiß nicht, ob sich Grünspitzer ausgesprochen wird, steht auf jeden Fall drauf.
- 1:49:13Und das sind so Sachen, die das feier ich im Augenblick schon wirklich hart.
- 1:49:17Und meine Gäste müssen einfach mit da durch.
- 1:49:19Weil genau solche Sachen, weil genau solche Sachen nehme ich dann auch gerne mit in die
- 1:49:24Weinbegleitung, wenn es denn dann passt.
- 1:49:26Und in der Weinbegleitung probiere ich auch sehr viele Sachen aus.
- 1:49:30Also neue Sachen probiere ich aus oder wo ich auch genau weiß, okay, ich stehe total auf
- 1:49:37diesen Wein.
- 1:49:38Das ist genau das, was dieses Gericht eigentlich als Partner braucht.
- 1:49:42Aber eine Flasche ist zu viel.
- 1:49:45Eine Flasche kann man davon einfach nicht trinken.
- 1:49:46Aber so ein Glas, ein Glas ist perfekt.
- 1:49:48Und das sind genau solche, weil ich dich manchmal sehr gerne mit draufnehme.
- 1:49:51Wow, cool, welcher ich bin.
- 1:49:52Und wo da trauen sich die Leute auch dran.
- 1:49:54Ja, auch wenn das gerade beim Glas anbietet, dann ist so die Hürde, diesen Arm, damit nicht
- 1:50:00zu ruinieren, doch ein bisschen geringer, als wenn sie jetzt eine ganze Flasche davon
- 1:50:04bestellen oder dadurch müssten.
- 1:50:06Und manchmal ist die Überraschung dann eben auch mit den Speisen da phänomenal.
- 1:50:11Interessant ist, dass diese Region überhaupt keine Präsenz haben.
- 1:50:15So allgemein in der, ich glaube, in der Hiesigen oder in der nationalen Weinzene.
- 1:50:20Es redet kaum jemand über Bulgarien, Ungarn, Rumänien oder Slowenien oder was auch immer.
- 1:50:26Also Kroatien kommt noch zwischendurch mal durch.
- 1:50:28Und es gibt so spannende Sachen dort.
- 1:50:31Ja, mega spannend.
- 1:50:34Und da passiert so viel gerade.
- 1:50:35Und das ist, also da bin ich immer auf der Suche.
- 1:50:39Das ist ja immer so ein bisschen mit der Aussprache der Sachen manchmal.
- 1:50:43Ich spreche wahrscheinlich immer alles so sehr deutsch aus.
- 1:50:48Und es gibt ja so den kleinen Trick, das mache ich immer bei uns im Meeting.
- 1:50:52Ich gebe es einfach immer in den Google-Übersetzer und übersetzt mir das dann immer in, also
- 1:50:55übersetzt nicht, sondern spricht es richtig in der Sprache aus.
- 1:50:58Da kannst du hier auf, dass der das sagt.
- 1:51:00Und dann üben wir immer alle, wie es richtig ausgesprochen wird.
- 1:51:03Das sind wir Deutschen, aber glaube ich die einzigen, die da so versuchen, alles in der
- 1:51:07absoluten Perfektion zu leben.
- 1:51:08Also kein Franzose oder kein Italiener oder kein Amerikaner interessiert sich dafür.
- 1:51:12Selbst wenn die Amerikaner dann irgendwie versuchen, die französischen Appellationen
- 1:51:15auszusprechen, dann ist es halt so, wie sie es machen.
- 1:51:18Und wir sind dann irgendwie mit unserem Chabless dann so ein bisschen selbstdiszipliniert.
- 1:51:23Das war das so.
- 1:51:24Auf der einen Seite vielleicht auch cool.
- 1:51:26Auf der anderen Seite ist schade, wenn wir uns selber so verkrampft dann irgendwie mit
- 1:51:29der Thematik noch so ein bisschen auseinander.
- 1:51:32Aber ich finde es manchmal super lustig, wenn wir dann alle im Kreis stehen.
- 1:51:37Und das sprechen.
- 1:51:38Und einfach diese Handy nachsprechen, gemeinsame, ist schon lustig.
- 1:52:02Jetzt sind wir bei diesem Podcast-Format in der vierten Folge.
- 1:52:06Und wenn wir nach einem Monat schon ein Branding haben oder für etwas bekannt sind, dann ist
- 1:52:14es die Zeitlosigkeit.
- 1:52:15Manchmal dauert eine Folge zwei Stunden, manchmal fünf Stunden.
- 1:52:19Und das ist, was ein gutes Gespräch aber auch einen guten Wein ausmachen sollte, eine
- 1:52:25Entwicklungsfähigkeit.
- 1:52:26Und das ist auch das, was historisch die Weine des Bordelis ausgezeichnet hat.
- 1:52:31Ein fast unkapputbaren Grundcharakter.
- 1:52:34Bärbel ist ohne Frage schon lange im Geschäft.
- 1:52:37Und so als, man kann schon fast sagen, Klassiker, Markmar-Klassiker.
- 1:52:41Man sucht natürlich immer nach neuen Wein, aber eine ganz besondere Erfüllung hat man,
- 1:52:45wenn man so einen richtig renommierten Wein aus einem renommierten Gute, aus einem renommierten
- 1:52:50Gebiet, von einer renommierten Rebsorte, mit einem gewissen Renommee, dann probieren kann.
- 1:52:55Wenn man die Größe und die Besonderheit des Weines greifen kann.
- 1:52:58Deswegen würde ich am liebsten für und mit Bärbel einen ganz klassischen Bordeaux trinken.
- 1:53:05Mitzigerweise war ich mit Bärbel schon auf verschiedenen Weinreisen unter anderem im
- 1:53:08Burgund, am Piedmont, aber wir waren zusammen noch nie ein Bordeaux.
- 1:53:11Deswegen wäre es ein schöner Anlass, einfach mal einen 2019er Chateau de Pest zu öffnen
- 1:53:17aus der Gemeinde Saint-Eau-Stéph.
- 1:53:18Ein Jahrgang, den man als sehr außergewöhnlich bezeichnen kann.
- 1:53:23Wenn man sich Chateau de Pest in seiner Rebsortenkultur betrachtet, ist schon ein relativ großer Anteil
- 1:53:29mehr Lohm mit dabei.
- 1:53:30Ein Wein, der sowohl den Gespräch in seiner Leichtfüßigkeit, aber auch in seinem Tiefgang
- 1:53:35gerecht werden könnte.
- 1:53:36Und so ist der Wein, auf der einen Seite leichtfüßig, auf der anderen Seite kraftvoll, konzentriert,
- 1:53:42ausdruckstark.
- 1:53:43Wahrscheinlich aufgrund der Kombination aus 51% Carbonis, 43% Melod, 3% Petit, werdet
- 1:53:51und ein bisschen Carbonifron.
- 1:53:53Nase richtig gehaltvoll, stoffig, schwer, intensiv, erinnert an Waldbeeren, an Brombeeren,
- 1:54:00getrockneten Kräutern, Mocker.
- 1:54:02Am Gaum kraftvoll sanft, weich, feinkönig, die Tanninkultur, ein geschmeidiges Mundgefühl,
- 1:54:08eine animierende, zart bittere Kerncharakteristik als hätte ich pure schwarze Schokolade auf
- 1:54:13der Zunge.
- 1:54:14Dennoch eine richtig angenehme, frische ein Wein, der fordert und befriedigt, der schenkt
- 1:54:22und fragt, ein Speisebegleiter oder einfach ein Wein dehen.
- 1:54:27Man im Glas wachsen, sich entwickeln, der aufblüht darf.
- 1:54:30Ein richtig typischer Bordeaux und absolut perfekt für zwei So-Wein-Nasen wie wir es
- 1:54:36sind.
- 1:54:37Perfekt für den Moment, für jeden Moment.
- 1:54:39Wie kommst du auf die Weine?
- 1:54:42Ist es Insta oder ist es außer digitalen Welt oder sind es Gäste-Empfehlungen oder sagst
- 1:54:50du selber, ich rufe mal Boller an in Berlin, die sind sowieso trendy oder was?
- 1:54:58Total unterschiedlich.
- 1:55:00Also manche Sachen sind von Insta, von den Kollegen eben halt ruhig denkmensch.
- 1:55:06Das könnte auch interessant sein oder so.
- 1:55:09Manche Sachen sind von Weinhändler meines Vertrauens, weil ich hasse es, wenn mir einfach
- 1:55:16irgendjemand Probeflaschen schickt.
- 1:55:17Ich hasse es, ich möchte sie nicht haben.
- 1:55:19Katastrophal.
- 1:55:20Ich möchte sie nur haben, wenn ich sage, ich möchte sie haben.
- 1:55:22Dann will ich sie auch wirklich haben und dann bin ich interessiert.
- 1:55:24Aber ansonsten ist es nur vergebene Liebesmüse, sie stehen mir im Weg und, ah das nur mal
- 1:55:30kurz zu Probeflaschen, sorry.
- 1:55:32Nein, aber deswegen Händler meines Vertrauens, da sage ich dann auch manchmal gerne, du pass
- 1:55:36auf.
- 1:55:37Das interessiert mich, hast du da irgendwas oder die wissen schon, was mir gefällt.
- 1:55:43Manchmal sind es dann aber auch tatsächlich Gäste, die sagen Mensch, hm, das haben wir
- 1:55:48mal getrunken, da müssen sie mal gucken.
- 1:55:50Und ansonsten muss ich halt, weil ich ja die Weinkolumne für Salonmagazin schreibe, muss
- 1:55:56ich auch immer wieder ein Thema raussuchen und relativ viel recherchieren dazu.
- 1:56:00Und da kommen manchmal halt auch Sachen einfach bei raus.
- 1:56:04Das ist dann auch ganz spannend, was man dann so rausbekommt.
- 1:56:07Also gerade Probeflaschen finde ich ist ein Riesenthema, kann auch keiner nachvollziehen,
- 1:56:12der nicht in dem Thema drinsteckt.
- 1:56:14Und ich werde oder wurde da oftmals auch sehr, sehr unglaublich angeschaut, wenn teilweise
- 1:56:20ganz liebe Winzer oder eben Lieferanten vorbeikamen und sagen, oh, kann ich nicht drei Flaschen
- 1:56:24oder wir schicken euch ein sechser Paket.
- 1:56:25Und ich sage, nein bitte nicht, weil das ist manchmal mehr eine Strafe als wirklich Freude.
- 1:56:30Wahrscheinlich, weil ich so eine gewisse Verbindlichkeit habe und ich möchte ganz gerne dann einfach
- 1:56:34auch, wenn mir jemand was schenkt, möchte ich zumindest irgendwie dann Berichten darüber.
- 1:56:39Aber ich komme nicht dazu, ich würde mir jeden Tag eine Flasche in den Kopf stellen, wenn
- 1:56:42ich das alles durchprobieren würde.
- 1:56:45Und man kommt sich dann immer so undankbar vor, dass es halt doof ist.
- 1:56:49Der andere übergibt mir damit automatisch ein doofes Gefühl, was ich nicht haben will.
- 1:56:52Wenn ich das möchte oder wenn ich das brauche, dann suche ich auch danach wie du auch.
- 1:56:56Und dann ist es ganz schwierig.
- 1:56:59Aber wenn ich das irgendwie in einem Akseli sage, du gibst mir das nicht mal.
- 1:57:02Und das müsste man vielleicht auch so argumentieren, dass man einfach sagt, stellst du auf die
- 1:57:06Straße, kommst sowieso hin nachher.
- 1:57:08Also von dem her ist es dann schwierig.
- 1:57:11Also ich finde immer, dass es Geld, was Leute investieren und von mir erwarten, es ist
- 1:57:18ja dann der Ball zu mir gespielt, sag ich mal, von mir erwarten, dass ich einen Feedback
- 1:57:22gebe und ich habe überhaupt gar keinen Interesse in Feedback zu geben.
- 1:57:25Ich bin aber genötig dazu, das zu tun.
- 1:57:27Und das ist einfach vergebene Liebesmüe.
- 1:57:30Also ich finde, das ist so völlig unnütz einfach.
- 1:57:33Ja und im idealsten Fall, dass man irgendwie sagt, ja okay, Peter, gib mir zwei Flaschen
- 1:57:39rein, kein Problem, ich probier sie.
- 1:57:41Ich weiß noch nicht, wann ich dazu komme und ein Wochen später kommt ein Anruf nachher
- 1:57:44schon probiert.
- 1:57:45Ja genau.
- 1:57:46Hey, what?
- 1:57:47Genau.
- 1:57:48Ganz, ganz schwieriges Thema.
- 1:57:51Und ich finde, man wird den Sachen ja auch gar nicht gerecht, wenn man es inzwischen Tür
- 1:57:56und Angel verkostet.
- 1:57:57Ja.
- 1:57:58Also zwischen Herr Müller und Frau Meier und dann abends will ich mich beeilen und möchte
- 1:58:05gerne nach Hause und dann habe ich aber dann noch die Flasche.
- 1:58:08Also nee, es ist einfach der Flasche und dem Inhalt und den Winzer einfach nicht gerecht
- 1:58:12und es ist unfair.
- 1:58:13Ja, ich finde die auch.
- 1:58:14Wenn man die Schraube so ein bisschen weiter rückdreht und der Winzer hat ja auch eine
- 1:58:18gewisse Vorstellung oder Vision oder Gedanken, wo man sagt, oh, und dann gibt es vielleicht
- 1:58:23noch irgendwie den Kommentar, oh, die Probeflasche habe ich zur Berbe geschickt und tolles Haus
- 1:58:28und super und du wolltest sie aber nicht.
- 1:58:31Also du bist dann eigentlich mehr oder weniger.
- 1:58:33Ja, genau.
- 1:58:34Das ist dann sehr, sehr schade.
- 1:58:36Wie machst du das?
- 1:58:37Aber wenn du jetzt Probeflaschen hast und ihr die vielleicht irgendwie probiert, gibt
- 1:58:41es dann ein Berber-Rating, wo du sagst, der kriegt von mir drei Gläser oder fünf Sternchen
- 1:58:47oder 99 Punkte.
- 1:58:49Also arbeitest du mit Ratings?
- 1:58:50Sagst du es, gehst du selber nach Ratings oder findest du es alles doof und findest auch
- 1:58:56für Gastronomie doof, dass die gerated werden oder von der Bank doof?
- 1:59:00Also ich finde, wenn man in der guten Runde ist, zum Beispiel bei der Fokusverkostung
- 1:59:07als Beispiel, da finde ich das absolut sinnvoll, weil man ja aus einer subjektiven Situation
- 1:59:15etwas objektiv beschreiben soll.
- 1:59:17Und da ist es natürlich absolut sinnvoll, dass man, ich sag mal, einen klassischen Pegelwein
- 1:59:23nimmt.
- 1:59:24Also alle haben sich jetzt bei diesen Weinen auf so und so viele Punkte eingepegelt in
- 1:59:28Anführungszeichen und alle anderen Weine daran misst, die man danach verkostet.
- 1:59:31Und das ist, ergibt natürlich total Sinn mit Punkten zu arbeiten.
- 1:59:35Egal welches System jetzt spielt ja keine Rolle dann.
- 1:59:38Aber ansonsten für mich persönlich arbeite ich eigentlich nur nach Geschmack tatsächlich.
- 1:59:44Also ich würde jetzt für mich, wenn ich die Weine verkoste, also wenn ich Weine verkoste,
- 1:59:49ich arbeite im Kopf mit einer Tabelle einfach von eins bis zehn und dann kann ich sie intern
- 1:59:54bei mir vergleichen.
- 1:59:55Das macht sie objektiver irgendwie, finde ich.
- 1:59:59Aber das ist meine Variante, Weine zu verkosten.
- 2:00:03Also zu sagen, okay, der Wein hat Säure fünf, keine Ahnung, der davor hatte Säure vier,
- 2:00:09wie auch immer.
- 2:00:10Das ist für mich einfacher, sie miteinander zu vergleichen und dann auch dementsprechend
- 2:00:13mir das Profil, das Geschmacksprofil einzuprägen oder zu behalten.
- 2:00:17Aber da Punkte zu vergeben, das mache ich jetzt so nicht.
- 2:00:21Schreibst du da mit oder bist du jemand, der sich daran erinnern kann?
- 2:00:25Ich schreibe manchmal mit, die Zettel wandern dann in eine Schublade und drei Jahre später
- 2:00:33mal schmeiß ich sie mal weg.
- 2:00:35Geht mir genauso.
- 2:00:36Ich finde es manchmal, also es gibt so, wenn ich es mit Situationen verbinden kann, kann
- 2:00:41ich mich auch sehr gut an die Weine erinnern, egal in welcher, also keine Ahnung, von der
- 2:00:44Begunterreise oder sonstiges.
- 2:00:45Da brauche ich nicht mit schreiben, aber manchmal, wenn ich so diese langen Verkostung bei,
- 2:00:50keine Ahnung, bei den großen Gewächsverkostungen, Wiesbaden oder in Österreich oder sonstiges,
- 2:00:55da finde ich das Mitschreiben ganz gut, weil man sich selber diszipliniert aufmerksam
- 2:00:58zu bleiben.
- 2:00:59Wenn du dann irgendwann beim hundertsten Wein bist, dann fängt es irgendwie an zu schmecken
- 2:01:03oder keine Ahnung oder man schweift ein bisschen ab und das Wetter draußen ist ja auch schön
- 2:01:07und durch diese Schreiben hat man dann so diese Eigenart, dass man doch ein bisschen aufmerksam
- 2:01:12hat, finde ich, dabei.
- 2:01:14Also wenn ich sie verkoste, so dann schreibe ich schon mit, aber wie gesagt, so dass ich
- 2:01:20dann irgendwo abhefte oder so, also nein, was ich gerne, was ich mache oder was ich mir
- 2:01:26angewöhnt habe, ist, dass ich Weine, die mir besonders gut fallen, dass ich gut gefallen,
- 2:01:31dass ich die einfach abfotografiere.
- 2:01:32Dann kann ich halt hinterher irgendwann, ich weiß halt, wenn ich mein Handy durchblätter,
- 2:01:37weiß ich noch genau, wo habe ich welchen Wein getrunken.
- 2:01:39Und vor allem die Erinnerungen auch bei dem Moment und mit der Situation und mit der,
- 2:01:42ah, das ist so schön, finde ich also.
- 2:01:44Ja, genau.
- 2:01:45Und das ist für mich viel effektiver als auf irgendwelche Zettel drei Jahre später
- 2:01:50zu gucken.
- 2:01:51Bist du gut?
- 2:01:52Ich meine, bis dahin hat sich der Wein ja sowieso verändert.
- 2:01:54Total.
- 2:01:55Aber man kann es dann irgendwie immer noch nachvollziehen.
- 2:01:56Das war für mich so eine der schönsten Lehrstücke, dass man irgendwann das Leben eines Weines prognostizieren
- 2:02:01kann.
- 2:02:02Ah, okay.
- 2:02:03Also sich schon bei der Jugend geschmacklich vorstellen kann, wie er irgendwann in der
- 2:02:07Reife sich präsentiert.
- 2:02:09Bist du grundsätzlich eher der Digital- oder Analogetyp?
- 2:02:11Wenn du sagst, abfotografieren.
- 2:02:13Ja, also ich glaube, wenn ich, eigentlich bin ich wahrscheinlich eher der Analogetyp.
- 2:02:19Oh, okay.
- 2:02:20Ich mag gerne Weinverkostung face to face.
- 2:02:24Ich mag gerne mit Gästen hier sitzen, allerdings am allerliebsten mag ich keine großen Runden.
- 2:02:29Ich mag es am allerliebsten sehr persönlich.
- 2:02:31Also ich habe ganz oft Verkostung, dass ich wirklich einfach zwei Leute oder vier Leute
- 2:02:35hier sitzen habe in Mini-Runden.
- 2:02:37Und dann mache ich die Verkostung mit denen und das gefällt mir total gut.
- 2:02:41Weil die Leute trauen sich auch, wenn sie nur zu zweit sind, auch Sachen zu fragen.
- 2:02:47Was man sich ja manchmal, wenn man keine Ahnung von der Materie hat in der größeren Runde,
- 2:02:51wenn man die Leute nicht kennt, nicht traut.
- 2:02:52Und das ist dann schon, das taugt mir total.
- 2:02:57Also was mir eben halt zur Corona-Zeit war ja dieses ganze digitale Ding.
- 2:03:02Das hat mir auch gefallen, aber es hat mich gelehrt.
- 2:03:05Man muss sich ja komplett anders darauf vorbereiten.
- 2:03:09Man muss das ganze ja eher moderieren, also noch mehr moderieren.
- 2:03:14Und in der Verkostung ist es ja dann doch oft, dass es ein Gespräch irgendwann ist oder so was.
- 2:03:19Und bei einer digitalen Verkostung finde ich, alle scheiten sich den Ton bei sich ab und man denkt eigentlich irgendwann so,
- 2:03:29ist eigentlich noch irgendjemand da.
- 2:03:31Also hat alles seine Vor- und Nachteile, denke ich, und alles seine Berechtigung.
- 2:03:37Aber für mich tatsächlich, ich mag das dann doch lieber face to face, gefällt mir besser.
- 2:03:43Hattest du mal eine Online-Verkostung, wo du gesagt hast, das war richtig, super gelungen oder so,
- 2:03:49wie ich es mir vorgestellt habe.
- 2:03:50Ich finde persönlich auch sehr schwierig und ich hatte ganz selten so dieses wirkliche Boah.
- 2:03:56Also ich habe tatsächlich ein Programm, also für mich ein Programm geschrieben,
- 2:04:04wie ich das an Fotos und Punkten abarbeite, sag ich, mein Anführungszeichen oder wie ich mich da lang arbeite.
- 2:04:13Und da mussten dann meine Nachbarin und mein Cousin mussten dran glauben am Anfang.
- 2:04:18Und da habe ich gesagt, ihr müsst alles sagen, was schlecht war.
- 2:04:21Und dann haben wir drei, vier Tests gemacht und da haben wir ein ganz gutes Programm mitgeschrieben, finde ich.
- 2:04:26Und das habe ich mit einigen Gästen, als wir hier zu hatten, im Lockdown habe ich mit einigen Gästen Online-Verkostungen gehabt.
- 2:04:33Und das war eigentlich immer sehr, sehr gut.
- 2:04:34Es hat immer viel Spaß gemacht.
- 2:04:35Es wurde aber auch nie wirklich intensiviert.
- 2:04:39Also es war dann nach dem Lockdown, war es immer durch und...
- 2:04:41War es der auch, es beggt auch weg, ja.
- 2:04:43Ja.
- 2:04:43Auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite vielleicht gibt es eine Begründung für warum.
- 2:04:48Warum es die mal wirklich eine Präsent bekommen hat.
- 2:04:50Also was, was mir auf jeden Fall seitdem gut hängen geblieben ist, ist, dass wenn jemand ein Vorstellungsgespräch hat,
- 2:04:58finde ich so, wenn man es online machen kann und sich sieht, einfach finde ich es schon besser, als wenn man nur telefoniert.
- 2:05:07Ja.
- 2:05:07Finde ich angenehmer einfach, wenn man jemanden auch einfach mal sieht dabei und ja, das mag ich schon gerne.
- 2:05:15Und ich kann das auch manchmal verstehen, Leute, die dann irgendwie in Österreich arbeiten und für irgendwie zwei Tage nach oben,
- 2:05:20nach Sylt kommen, zum Proberbeiten oder sowas.
- 2:05:22Puh, das ist schon schwierig dann, ne.
- 2:05:23Und wenn man da vorher einfach mal so ein Call hat, ist das glaube ich ganz gut.
- 2:05:28Wenn man sich einfach mal gesehen hat und dann die Entscheidung treffen kann, möchte ich da jetzt tatsächlich einfach mal hin zum Proberbeiten.
- 2:05:34Lohnt es sich denn überhaupt für mich oder ist es völlig bescheuert, die zwei Tage sich da freizunehmen?
- 2:05:38Also das finde ich, das ist schon, das nutze ich schon gerne.
- 2:05:42Auch im Allgemeinen finde ich das bei Meetings, wenn man die hat oder wenn man irgendwelche sonstigen Gespräche mit Winzer, Lieferanten oder Kollegen.
- 2:05:50Ist es so oft besser, dass man das irgendwie visualisiert durchführen kann, wenn man es ist dann doch ein bisschen menschlicher und es ist doch ein bisschen persönlicher,
- 2:05:59als wenn man so rein über die Kustik lebt.
- 2:06:02Das finde ich.
- 2:06:02Sonst bist du da eher Buch- oder Filmtyp?
- 2:06:06Also würdest du lieber deinen selten, viel zu selten freien Abend mit einem schönen Film oder mit einem Buch in der Ecke und einem Kilo Wein verbringen?
- 2:06:14Also ich würde, also ich lese schon sehr viel, aber ich lese fast nur Fachliteratur.
- 2:06:19Schrecklich.
- 2:06:20Ich kricke in all meinen Büchern rum.
- 2:06:22Wie ich auch, ja.
- 2:06:22Und ich kricke da drin rum in meinen Büchern, damit ich, wenn ich nochmal die Infobrauche auf einen Blick ist, wieder finde, wir sind in der Schule gelernt haben.
- 2:06:31Super.
- 2:06:31Und und ich versuche, wenn ich im Urlaub bin, keine Fachliteratur zu lesen.
- 2:06:37Ich liebe zum Beispiel die ganzen Bücher von Frank Schätzing.
- 2:06:40Ich bin ein großer, großer Fan von ihm.
- 2:06:42Und wenn ich Urlaub habe, versuche ich dicke Bücher zu lesen.
- 2:06:49Am Pool, was auch immer.
- 2:06:51Und was ich gerne mache ist, ich höre gerne Hörbücher.
- 2:06:54Wenn ich Auto fahre, wenn ich weite Strecken fahre.
- 2:06:58Dann, wenn ich im Zug fahre, höre ich meistens keinen Hörbücher und nehme auch eher Fachliteratur mit oder ein Computer, um zu arbeiten.
- 2:07:05Aber wenn ich ansonsten so zu Hause bin und dann gucken wir schon eher irgendein Film oder so.
- 2:07:11Ich liebe, ich liebe L'Oreo.
- 2:07:13Ich liebe L'Oreo.
- 2:07:14Ich bin großer L'Oreo-Fan.
- 2:07:15Ich liebe diesen mega deutschen Humor, den er da so in die Szene richtet.
- 2:07:21Das finde ich mega.
- 2:07:22Und man kann das ja immer in den Alltag übertragen.
- 2:07:25Und was ich auch liebe ist zum Beispiel Monty Python, diese englische Dreckige Humor ist auch großartig.
- 2:07:31Also sowas gucke ich sehr gerne.
- 2:07:32Oder Klassiker.
- 2:07:34Klassiker wie Star Wars, Hader Ringe.
- 2:07:37Das finde ich auch gut.
- 2:07:39Also das habe ich auch schon.
- 2:07:40Ich weiß nicht, wie oft schon gesehen alles.
- 2:07:41Musik?
- 2:07:42Also findest du Musik und Wein passt gut?
- 2:07:44Oder ist das ist es eher schwierig?
- 2:07:47Ich finde so in einem Restaurants die Musik teilweise essentiell.
- 2:07:51Ein Raum wirkt manchmal tot, wenn da die Musik irgendwo fehlt.
- 2:07:55Und ich finde manchmal praktiziert man es viel zu selten mit Wein,
- 2:07:59dass man den Wein ausleuchtet mit Musik oder ihm begleitet.
- 2:08:03Oder findest du es ist ein guter Begleiter?
- 2:08:04Musik und Wein?
- 2:08:06Das ist ein mega Begleiter, finde ich.
- 2:08:08Aber ich mache das auch viel zu selten.
- 2:08:10Ich finde ja, Justin hat das ja so schön in seinem Buch beschrieben
- 2:08:14und hat ja für jede Rebsorte und Wein einfach eine bestimmte Stilistik oder Musikrichtung
- 2:08:20ja eigentlich beschrieben, was ich großartig finde.
- 2:08:22Weil ich finde, das trifft schon manchmal den Nagel auf dem Kopf.
- 2:08:25Und also ich höre viel zu wenig Musik eigentlich, wenn ich Wein trinke.
- 2:08:30Eigentlich muss ich mehr Musik hören dabei.
- 2:08:33Macht ihr doch eigentlich automatisch, wenn ihr bei kocht und Musik hört und tanzt?
- 2:08:36Dann seid ihr eigentlich da schon voll in dem Game drin.
- 2:08:38Das stimmt.
- 2:08:39Ja, das stimmt.
- 2:08:40Dann ist es auch keine bestimmte Musikrichtung.
- 2:08:43Das ist manchmal auch das Schöne, wenn man so über seine Grenzen, also nicht nur beim Wein,
- 2:08:47sondern auch bei der Musik hinweg, dann denkt und arbeitet und dann einfach Sachen macht,
- 2:08:52die man sonst wahrscheinlich nicht so macht.
- 2:08:54Und findest du, es gibt ein Instrument, das Wein ganz gut spiegeln oder reflektieren kann.
- 2:08:58Also so Lieblingsinstrument, was du dort siehst oder eins, was du für so komplex hältst,
- 2:09:06dass es dem Wein ebenbürdig ist?
- 2:09:08Also ich finde Geige, Geige oder Cello, dass du so wunderbare Töne damit erzeugen, wenn du gut bist.
- 2:09:18Wie beim Wein von Anfängern ist es schrecklich, genau.
- 2:09:22Genau.
- 2:09:23Ich hab mal als Kind, als Kind hab ich also alter Waldorfschüler, da haben wir alle Geige oder Cello gespielt.
- 2:09:28Ach echt?
- 2:09:28Und ich glaub, meine Eltern, ja, ich glaub, meine Eltern waren ganz froh, als ich die Geige beiseite gelegt hab.
- 2:09:32Ich glaub, das war richtig schlimm.
- 2:09:35Ist da Geigen muss in der Waldorfschule?
- 2:09:37Das wusste ich gar nicht.
- 2:09:38Ist ja krass.
- 2:09:39Nee, kein Muss, aber du, du, also das ist ja schon sehr musikalisch alles.
- 2:09:44Und es haben fast alle Geige oder Cello oder Klavier oder sowas gespielt.
- 2:09:50Einer hat Bratche gespielt.
- 2:09:51Ich hab auch gedacht, Flöte und dann Gitarre und dann Klavier und im schlimmsten Fall.
- 2:09:55Wenn du das Kind nicht abhalten lässt, dann kommt die Geige.
- 2:09:58Nee, nee, also Flöte war ja Grund, also mussten ja alle.
- 2:10:03Und nee, das andere war also Geige oder Cello.
- 2:10:08Ja.
- 2:10:09Okay, weh.
- 2:10:10Das war, und deswegen, also ich finde, dass wenn das so, wenn du so ein tolles Konzert hast oder so, das das Catch-tein schon, finde ich.
- 2:10:15Also das schleicht sich so in deine Seele, so ein wunderschönes Stück.
- 2:10:21Ja, Fisch und toll.
- 2:10:22Und da finde ich aber auch in Konzerthäusern gibt es viel zu schlechte Weinkarten.
- 2:10:25Es gibt wahrscheinlich auch nur schlechte Weine im Konzert.
- 2:10:28Ja, das ist total katastrophal und traurig.
- 2:10:30Und jetzt, wir haben hier in Dresden relativ berühmte Oper, Senb-Oper und da war eine der größten
- 2:10:36Neuerungen waren, dass die überhaupt Champagner angeboten haben.
- 2:10:40Also ich bin nicht unbedingt nur Champagner, sonst gibt es auch eine andere schöne Schaumbweine.
- 2:10:43Aber sonst darüber hinaus ist das alles gänzlich erbärmlich und du machst dich auf der einen Seite so richtig festlich und schick und
- 2:10:50tra-la-la und dann gibt es da, also fein ist nicht alles in der Welt, aber manchmal ergänzt es Ganze so wunderbar und wenn man da so eine Kalle aus.
- 2:10:58Ja, weil es einfach Kultur ist, das ist halt, das hat doch auch was mit Kultur zu tun.
- 2:11:02Und ich kann es auch absolut nicht verstehen, wenn man irgendwo einfach nur so eine Drecksplöre ins Glas bekommt.
- 2:11:08Und dann hat man doch, man hat sich für die große Oper angezogen und
- 2:11:12also ja, kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen, warum man da wirklich in meinen Augen am falschen Ende spart.
- 2:11:20Aber auch umgetreten selbst beim Rockkonzert oder so, was auch immer Jazzkonzert oder Blues.
- 2:11:25Man sollte da ein bisschen an der Weinkultur arbeiten, finde ich.
- 2:11:29Also es wäre durchaus...
- 2:11:30Oder der Bierkultur.
- 2:11:31Oder der Bierkultur wahrscheinlich, ja.
- 2:11:33Das wäre auch eine durchaus vernachlässigte Aufgabe, die durchaus interessant wäre.
- 2:11:40Welcher Wein wärst du, wenn du dich da irgendwie sehen würdest?
- 2:11:44Oder welches Bier?
- 2:11:49Ich glaube, ich wär ein Altbier.
- 2:11:51Ich liebe Altbier.
- 2:11:53Okay.
- 2:11:54Kindheitsprägung.
- 2:11:56Aber als...
- 2:11:57Ja, genau.
- 2:11:59Nee, aber wenn ich ein Wein wäre, also ich glaube, ich wäre ein totaler Klassiker,
- 2:12:05aber ich glaube, das ist auch das, was man mit Wein trinkt.
- 2:12:07Also da verändert sich auch der Geschmack.
- 2:12:09Und ich glaube, früher war ich ein anderer Wein.
- 2:12:11Ich bin mittlerweile, glaube ich, eher so auch Richtung begund.
- 2:12:15Also das wäre ich so eine Pinot Noir, Diva oder sowas.
- 2:12:19Du wärst ein Klassiker.
- 2:12:20Das hätte ich zum Beispiel nie gedacht.
- 2:12:21Also schon, dass du Klassiker magst, aber dass du dich ja selber so siehst,
- 2:12:26hätte ich da wahrscheinlich eher irgendwie nach Georgien gesteckt.
- 2:12:29Also ist ja auch ein Klassiker, aber trotzdem irgendwie anders und mit für uns
- 2:12:35in der eigentlich so verfrieden Welt modern traditionellen Ansätzen
- 2:12:41und irgendwie trotzdem flippig und da aber...
- 2:12:45Vielleicht ändert sich das ja.
- 2:12:48Nee, aber früher, vor ein paar Jahren, als du das Buch gemacht hast,
- 2:12:52da war ich noch ein völlig anderer Wein.
- 2:12:53Da war ich ein...
- 2:12:55...Cherline Blanc von Nicolas Jolie eindeutig.
- 2:12:59Sehr gut.
- 2:13:00Und nicht Everybody's Darling, aber mega gut.
- 2:13:03Und das hat sich aber, aber ich glaube, mit den Aufgaben, die man auch übernimmt
- 2:13:08im Laufe der Zeit, verändert sich dann vielleicht auch einfach der Blick auf einen selber.
- 2:13:12Man reift ja auch und man wächst ja auch mit seinen Aufgaben
- 2:13:16und so verändert sich vielleicht auch einfach der Wein, der man selber wäre.
- 2:13:20Ich glaube, es hat auch mit einer gewissen Größe zu tun,
- 2:13:22sich selber so ein bisschen immer wieder neu einzuorten, zu sagen, bin ich das wirklich nur?
- 2:13:26Bin ich das aber möchte ich das?
- 2:13:28Ja, genau.
- 2:13:28Hast du Lieblingsrebsorten?
- 2:13:29Also hast du...
- 2:13:31Ist es auch der Riesling wie bei allen?
- 2:13:33Ja, das ist nicht die Bösch gemeint.
- 2:13:36Ja, aber da...
- 2:13:38Aber...
- 2:13:39Ja.
- 2:13:40Okay, Rot, auch eine Lieblingsrebsorte oder Spätburgunder oder Pinot oder...
- 2:13:46Nein, kann ich gar nicht sagen.
- 2:13:47Also ich trinke deutlich mehr Weißwein als Rotwein.
- 2:13:50Ich kann gar nicht sagen, also blaufränke schmarke ich schon extrem gerne, wenn es gut gemacht ist.
- 2:13:55Der kann großartig sein, oder?
- 2:13:56Und ich finde das so witzig eine Rebsorte, die vor 20 Jahren noch überhaupt keine Präsenz hatte
- 2:14:01oder vor 30 Jahren und überhaupt gar nicht auf dem Tablett von vielen waren.
- 2:14:05Jetzt mit einmal wird es in der Tat richtig stark gefeiert bzw.
- 2:14:09Gibt es da auch so tolle und teilweise hochmineralisierte Exemplare und
- 2:14:15finde ich, da hat Österreich einiges für getan, was Deutschland verschlammt hat.
- 2:14:19Mittlerweile gibt es aber in Deutschland auch ganz interessante Exemplare.
- 2:14:24Aber das österreichische Weinmarketing hat sehr viel für den Weinbau da getan, finde ich.
- 2:14:31Also die sind ja damals wirklich raus und haben uns ja alle, sag ich mal,
- 2:14:37zum österreichischen Wein bekehrt.
- 2:14:39Also die haben ja wirklich viel, viel in super Job gemacht und viel dafür getan,
- 2:14:44dass da auch einfach die Qualität und sowas alles doch sehr im Vordergrund steht.
- 2:14:49Aber ich finde nicht nur für den Wein.
- 2:14:50Sie wüsste jetzt kein anderes Land, was so engagiert ist.
- 2:14:53Ich wüsste jetzt kein anderes Land, was so engagiert war.
- 2:14:56Also jetzt vielleicht, aber früher halt.
- 2:14:58Ja, ich finde die Gesamtgenusskultur dann österreichisch ist.
- 2:15:01Ist also unglaublich.
- 2:15:04Du gehst dann einfach in den Gasthof und kriegst zumindest eine anständige Mahlzeit,
- 2:15:07was hier manchmal mündschutzwert ist.
- 2:15:09Was ist für dich das Land so mit der größten Genusskultur oder mit der
- 2:15:13größten Genussaffinität?
- 2:15:15Ist es für dich österreichisch oder Frankreich?
- 2:15:19Frankreich, Frankreich und ansonsten.
- 2:15:21Ansonsten so, wenn wir uns in Deutschland bewegen, ist es auf jeden Fall der Süddeutsche Raum.
- 2:15:27Im Norddeutschen Raum ist es dann manchmal doch etwas schwieriger.
- 2:15:30Es gibt bestimmt hier auch sehr gute Sachen, aber oft findest du einfach nur
- 2:15:33Pizza, Burger, whatever.
- 2:15:35Und also dann, wenn wir uns in Deutschland bewegen würden, eher der Süddeutsche Raum.
- 2:15:40Da findest du viele tolle kleine Gasthäuser.
- 2:15:43Und ansonsten Frankreich ist für mich so der Gottvater auf Gummä.
- 2:15:49Irgendwie.
- 2:15:50Nach wie vor.
- 2:15:51Ja, das.
- 2:15:52Ja, nach wie vor.
- 2:15:54Komisch, dass sich das für dich als Duisburgerin Dani wirklich durchgesetzt hat.
- 2:15:59Weil eigentlich ist es ja so ein richtiges Ballungszentrum.
- 2:16:01Also es ist ja eins und so viele Menschen und eigentlich müsste sich daher
- 2:16:05eine ganz eigene Genusskultur auch durchsetzen.
- 2:16:08Ich fand es interessant, dass Köln das geschafft hat.
- 2:16:10Finde ich also damals durch wahrscheinlich aber auch Leitfiguren oder auch Berlin,
- 2:16:14wo man es auch nie vermutet hätte.
- 2:16:16Oder habe ich dann falschen Blick auf Duisburg?
- 2:16:19Also gibt es da so die die Secret Spots, wo heimlich geschlemmt wird und
- 2:16:23die Spätis, wo die Petrus stehen und.
- 2:16:26Ja, gibt es.
- 2:16:29Echt? Gibt es?
- 2:16:30Meine Freundin.
- 2:16:31Ja, Freunde von mir haben jetzt gerade einen neuen Laden aufgemacht.
- 2:16:35Der heißt Frau Specht.
- 2:16:36Das ist auch ein ziemlich geiles Konzept.
- 2:16:39Du musst vorher da anrufen, logischerweise, um ein Tisch zu reservieren.
- 2:16:43Aber das ist nur Mini Mini.
- 2:16:44Es gibt 16 Plätze, dir kocht direkt im Laden.
- 2:16:48Also du kannst auch direkt bei ihm am Herd sitzen.
- 2:16:50Und du musst klingeln, um reinzukommen.
- 2:16:53Und wenn es voll ist, wird die Klingel und das Telefon ausgemacht.
- 2:16:55Mega.
- 2:16:56Und genau.
- 2:16:58Und es ist eine.
- 2:17:00Also es gibt keine Speisekarte in dem Sinn.
- 2:17:02Es gibt ein Menü und er sagt dir halt, was es an dem Tag gibt.
- 2:17:05Also super, super Konzept, was die da haben.
- 2:17:07Tolle Weinkarte und die sind auch wirklich sehr Weinaffin.
- 2:17:11Also die haben viele neue Sachen mit dabei, aber auch viele Klassiker.
- 2:17:15Also bin ich wirklich großartig, toller Laden.
- 2:17:18Gibt es aber viel zu wenig.
- 2:17:20In Duisburg.
- 2:17:21Ja, in Duisburg.
- 2:17:22Aber es hat lange gedauert, bis der Laden endlich dann irgendwie so aufmacht.
- 2:17:25Oder?
- 2:17:26Also die haben, der ist jetzt tatsächlich neu.
- 2:17:29Gibt es erst seit letzten Jahr vorher.
- 2:17:33Hatten sie das einfach brennt?
- 2:17:34Das war auch sehr, sehr gut.
- 2:17:37Ja, also tolle Geschichte.
- 2:17:39Auch man muss halt manchmal ein bisschen schauen, was man, wo man halt da ist.
- 2:17:43Und dann geht dann doch der Blick eher Richtung Düsseldorf, sag ich mal,
- 2:17:48wenn man sich gerade in dieser Region befindet und nicht nach Duisburg rein.
- 2:17:51Eigentlich eher von dir.
- 2:17:53Entschuldige, bitte, dass ich Köln erwähnt habe gerade.
- 2:17:55Das meint alles gut.
- 2:17:57Was auch erstaunlich ruhig mit einmal.
- 2:18:00Nein, aber es ist eine faszination,
- 2:18:06die man so eigentlich in den Schlaf vollziehen kann, wenn man wahrscheinlich nicht aus der Gegend kommt.
- 2:18:09Da hast du.
- 2:18:13Ja, weil da gibt es auch.
- 2:18:14Entschuldige.
- 2:18:15Da gibt es.
- 2:18:15Auch in Köln gibt es halt.
- 2:18:16Entschuldigung.
- 2:18:17Auch in Köln gibt es natürlich wunderbare kleine Brauhäuser und so was alles.
- 2:18:21Aber wie gesagt, Duisburg ist halt der nächste größere Ort, ist dann halt Düsseldorf.
- 2:18:26Und dann ergibt sich das natürlich aus der Sache.
- 2:18:28Sammelst du selber Wein?
- 2:18:32Also hast du Weine, die du zur Seite tust für schlechte Zeiten, egal aus welchen Gründen.
- 2:18:38Und ja, du hast es schon beantwortet.
- 2:18:41Ja, gibt es gibt es ja bestimmte Sammels.
- 2:18:42Also gibt es einen festen Winzer, wo du sagst, dem will ich irgendwann mal in kreisend Tagen
- 2:18:48entweder verkaufen oder selber trinken.
- 2:18:50Also ich habe eine Jahrgangstiefe von Nonnenbergs zu Hause für Breuer.
- 2:18:56Dann habe ich auch Schlossberg, habe ich Jahrgangstiefen zu Hause.
- 2:19:01Dann bin ich ja großer bekennender Fan von Schäfer Fröhlich, Felsenegg.
- 2:19:05So diese Richtung, das sammel ich wirklich, dass man irgendwann mal so eine richtig geile
- 2:19:11Vertikale machen kann.
- 2:19:12Und ansonsten, also ich es ist es ist schon immer, ich sage mal, es sind so bummelig.
- 2:19:19Ich weiß nicht, 400 Flaschen.
- 2:19:22Ich weiß nicht genau.
- 2:19:23Also so und es ist von allem eigentlich so ein bisschen was dabei.
- 2:19:26Immer, wenn ich irgendwann mal gedacht habe, so brauche ich jetzt eine Flasche und die
- 2:19:29lass ich noch liegen und oft habe ich bei manchen Flaschen so ein Zettelchen drum erst
- 2:19:342030 trinken oder so.
- 2:19:37Super, wenn man das dann irgendwann verkostet hat und halt ansonsten geht man manchmal,
- 2:19:42du hast vielleicht nur ein oder zwei Flaschen, dann gehst du einfach zu früh dran und das wäre schade.
- 2:19:45Ich finde das eine absolut geniale Idee, weil es manchmal schade ist, also nicht nur zu früh,
- 2:19:50sondern auch zu spät dran zu gehen und dann selber so das Gefühl zu haben, auch Mensch und
- 2:19:54damals und das mit den Zettelchen finde ich genial auch bei Geschenken.
- 2:19:58Weil ich also nicht selten vorm Champere oder irgendwo im Keller stehe und denke, woher kam
- 2:20:03der noch mal? Ich wollte mir es merken, ich wollte mir es wirklich merken.
- 2:20:06Und manchmal ist ja so mit einer Flasche Wein ganz viel Persönlichkeit verbunden.
- 2:20:12Und ich finde es manchmal auch so schade, wenn Leute sagen, auch dir braucht er kein Wein schenken,
- 2:20:16warum nicht?
- 2:20:16Weil gerade ist die Geschichte darum, warum ich den Wein dann irgendwie bekomme, so reizvoll
- 2:20:22oder so interessant oder so spannend, welche Gedanken sich der andere auch gemacht hat.
- 2:20:27Findest du, Wein ist ein gutes Geschenk oder eher schwierig?
- 2:20:31Es kommt drauf. Ich finde es kann schwierig sein und es kann gut sein.
- 2:20:36Es kommt darauf an, wer ihn schenkt und wem er ihn schenkt.
- 2:20:39Also ich finde zum Beispiel, wenn eine Freundin von mir, die vielleicht gar keine Ahnung von der
- 2:20:47Materie hat, mir was Gutes tun will und eine Rosebeie, wo auch immer herkauft und mir den dann mit
- 2:20:55einer Schleife schenkt, dann macht sie mich nicht glücklich.
- 2:20:58Damit macht sie mich nicht glücklich und das ist kein gutes Geschenk, finde ich.
- 2:21:02Also dann lass es lieber weg. Wenn natürlich mein Mann mir eine Flasche schenkt, weil er genau
- 2:21:10weiß, dass ich das schon immer haben wollte oder trinken wollte, also es ist ein wunderbares Geschenk.
- 2:21:15Also ich glaube, es ist immer mal, es ist so ein bisschen so eine Gratwanderung.
- 2:21:19Also es wäre auch zum Beispiel andersrum. Es wäre ein schlechtes Geschenk, wenn ich einen ganz
- 2:21:23besonderen Wein, ich sage mal, meinem Vater schenken würde, der das vielleicht gar nicht mag,
- 2:21:31weil das ist einfach gar nicht seine Geschmacksrichtung, obwohl es was ganz Besonderes wäre auch ein
- 2:21:36schlechtes Geschenk. Also ich glaube, da muss man schon sehr, aber ist egal, es ist glaube ich wie
- 2:21:42bei allen Geschenken, oder? Also es gibt manchmal ja so schlechte Geschenke, wo man denkt, Alter,
- 2:21:46das ernsthaft jetzt, das stelle ich direkt in den Schrank und in drei Jahren werde ich es wegschmeißen.
- 2:21:52Also es ist ja wie mit Dekoartikeln oder sowas. Also man muss ja schon, egal was man jetzt verschenkt,
- 2:21:58ob es jetzt Wein oder Deko ist, man muss schon den Geschmack dem Menschen kennen, finde ich.
- 2:22:02Ansonsten mach lieber irgendwas auf und lass es zusammen trinken.
- 2:22:06Genau, das finde ich halt immer so schön, aber den Gedanken, deswegen finde ich es war ein
- 2:22:10schönes Geschenk entweder, wenn man eine Geschichte dabei hat, dass man sagt, aus den und den
- 2:22:14Gründen, keine Ahnung, da haben wir uns kennengelernt oder in dem Jahr oder wie auch immer, oder wenn
- 2:22:18man das einfach als Anlass nimmt, sich wieder zu treffen und dann das gemeinsam trinkt oder
- 2:22:23miteinander trinkt oder das ist ein wunderbares Geschenk, finde ich.
- 2:22:27Sind dann, wenn du mit Freunden zusammensitzt, Gläser für dich wichtig oder ist so dieses
- 2:22:31ganze Drum rum oder ist es dann einfach der Moment?
- 2:22:34Oh, das ist eine schwierige Frage. Also ich glaube, es passiert, es gehört alles dazu.
- 2:22:41Ich denke, Gläser, wenn man sich einmal mit dem Thema Wein auseinandersetzt, kommt irgendwann
- 2:22:46die Frage des Glases und dann irgendwann wird es auch absolut, das ist ein absolutes
- 2:22:52Fundament, dass man ein gutes Glas haben muss, finde ich.
- 2:22:55Weil ich sage mal, es ist ja wie das Dessut einer Frau, finde ich, also der Wein und das
- 2:23:02Glas dazu, also das so gehört einfach irgendwie zusammen, oder?
- 2:23:06Und wenn man zum Beispiel einen guten Wein aus einer Kaffeetasse trinkt, wie schlimm ist
- 2:23:13das denn? Also das, was hat ihr überhaupt gar nicht, du hast ja gar nicht den Effekt
- 2:23:18davon, das ist ja auch so, für mich, also mir fällt es immer wieder auf, meine Hand
- 2:23:23geht immer wieder zu einem Glas mit Stil zum Beispiel. Also ich schwenke das, ich dreh
- 2:23:28das, ich spiele die ganze Zeit mit diesem Glas eigentlich rum, deswegen trinke ich meistens
- 2:23:32auch zu wenig Wasser, wenn ich Wein trinke, weil ich habe meistens keinen Stil.
- 2:23:35Ist wirklich so, ja?
- 2:23:37Ja, es ist so. Aber trotzdem, ich finde, ein Glas ist schon extrem wichtig. Aber ansonsten
- 2:23:45natürlich auch, wenn du bei Freunden bist und die haben jetzt nicht das Glas deiner
- 2:23:49Wahl, dann ist ja eigentlich die Situation eher die wichtige, den Leuten Wein zu trinken,
- 2:23:54ja, dann ist es halt so, ne?
- 2:23:56Aber den Gedanken finde ich wirklich interessant, das ist mehr so ein Disziplinierungstrinken,
- 2:24:00wenn man Wasser trinkt, wenn man da halt aus dem Becher trinkt, man muss ansetzen, dann
- 2:24:03kippt man sich so den ganzen Becher hinter und hätte man da wahrscheinlich schönere Gläser
- 2:24:07oder weidehnliche Gläser oder so Stilgläser, würde man da vielleicht auch ein bisschen
- 2:24:12verspielter und vielleicht auch die gedankenlose Momente einfach mit Wasser ausfüllen und
- 2:24:16die Gedanken vollen, wenn man sich den Wein widmen würde, dann eher so sich auf dem Wein
- 2:24:20konzentrieren, das finde ich interessant.
- 2:24:23Ja, glaube ich auch. Also ich glaube, die Hand greift automatisch zum Stil.
- 2:24:28Ja, ohne Frage. Hast du Lieblingsgläser dabei? Ist die Marke für dich da wichtig oder habt
- 2:24:34ihr selber im Restaurant, habt ihr rauf und runter gemixt oder hast du zu Hause andere
- 2:24:39Gläser?
- 2:24:40Ist das irgendwie...
- 2:24:41Ich habe zu Hause andere Gläser, also ich habe zu Hause habe ich Zaito und Josephine
- 2:24:48Hütte, auch ein bisschen gemischt eigentlich alles, ein bisschen Gabriel Gläser und so,
- 2:24:56aber das ist wahrscheinlich eher, du hast irgendwann mal 6 gekauft, irgendwann sind
- 2:24:59welche kaputt, dann siehst du andere Gläser, dann kaufst du da wieder welche zu, also so
- 2:25:02ist es tatsächlich eher, aber ich mag die eigentlich alle sehr gern, für mich müssen
- 2:25:06sie halt einfach dünnwandig sein und ich mag am liebsten zu Hause aus einem Universalglas
- 2:25:10trinken.
- 2:25:11Das ist für mich eigentlich das ehrlichste Glas in Anführungszeichen im Betrieb, habe
- 2:25:18ich es anders, weil wir doch sehr wenig Platz haben für Weinbegleitung, wir haben 80%
- 2:25:28Weinbegleitung im Sommer bei einem 8-Gang-Menü, dann haben wir um die bummelig 50 Gäste,
- 2:25:33dann kann man sich das mal ausmalen, wie viel, was es für ein Gläserwald ist, bei ganz
- 2:25:37wenig Platz hinten raus und meistens keinen, der gerade spontan die Gläser wegspülen
- 2:25:42kann.
- 2:25:43Wir haben da schon ziemlich viel Bruch, da muss man manchmal auch so ein bisschen überlegen
- 2:25:50und anfangen zu rechnen, nämlich jetzt das Glas für 40 Euro, wo pro Tag 3 Gläser kaputt
- 2:25:55gehen und dann fange ich mal an zu rechnen und für, ich sag mal, die normalen Weine,
- 2:26:02also ich habe immer Gläser dafür, für besondere Weine, für besonders teure Weine, für Contis,
- 2:26:11was auch immer, wo ich da eben halt, dass dementsprechend auch gerne mit dazu gebe.
- 2:26:18Aber ansonsten, wir haben sehr gute Gläser, aber ich sag mal, welche, die auch restauranteuglich
- 2:26:26sind.
- 2:26:27Bist du sonst im Wine-Tool-Game, dass du irgendwie, also Korra warst du zu Hause, aber brauchst
- 2:26:33du unbedingt einen Belüfter oder brauchst du einen 3 Thermometer an jedem Tisch 1 oder
- 2:26:39gibt es irgendwelche Tools, die noch keiner kennt, die du innovierst oder spielst du damit
- 2:26:44oder findest du es alles quatsch und Karaffe, Glas, Korkenzieher reicht?
- 2:26:50Also für mich das, das schlimmste, das schlimmste Tool ist ein Thermometer.
- 2:26:56Also in meinen Augen, ja der Wein sollte eine bestimmte Temperatur haben, aber jetzt
- 2:27:00mal ganz ehrlich, im Hochsommer, wenn ich den Wein aus dem Keller hole, bis ich oben
- 2:27:05angekommen bin.
- 2:27:06In dem Glas, was jetzt auch in der normalen Temperatur des Restaurants steht, den Wein
- 2:27:12einschenkel, hat der vielleicht ein Grad mehr bekommen oder zwei, als er vielleicht aus
- 2:27:17dem Keller gerade hatte.
- 2:27:18Also und dann mit einem Thermometer da anzufangen, halte ich für ziemlich, ja.
- 2:27:22Schwierig.
- 2:27:23Kann man machen, muss man nicht.
- 2:27:25Aber was ich für das allerbeste Wine-Tool halte und mit dem ich super gerne arbeite,
- 2:27:31ist ein Dropstop.
- 2:27:32Dropstop ist eine der besten Erfindungen, du kannst sie ja nicht nur zum Ausschenken
- 2:27:36nehmen, ich nehme sie ganz oft als Karaffe, sage ich als Filter, als Trichter.
- 2:27:41Trichter ist das gesucht worden.
- 2:27:42Also wenn ich zum Beispiel schnell irgendwas dekantiere oder doppelt dekantieren will,
- 2:27:47dann schütte ich schnell in die Karaffe und dann nehme ich den Dropstop und halte ihn
- 2:27:50wie ein Trichter und schenke eben halt die Karaffe zurück in den Wein.
- 2:27:53Mega, ich brauche immer Dropstop um mich herum.
- 2:27:56Und es ist eigentlich so ein günstiges Tool.
- 2:27:58Also es ist ja nicht unbedingt die große Investition, wenn du und die halten ja glücklicherweise
- 2:28:03auch über Jahre, die gehen ja nicht irgendwie kaputt oder...
- 2:28:06Ja, die werden nur geklaut ständig.
- 2:28:08Ja, weiß.
- 2:28:09Das ist so.
- 2:28:10Aber das ist so.
- 2:28:11Das Feuerzeug den nicht raucher, ne?
- 2:28:13Ja, genau.
- 2:28:14Ja, ganz genau so.
- 2:28:16Gehen halt immer.
- 2:28:17Also das ist eine Mega-Erfindung, also die will ich auch nicht missen.
- 2:28:21Also dann gibt es natürlich andere praktische Sachen wie zum Beispiel hier diese dreiarme
- 2:28:26Gehebarme, weißte, dieses Ding, wenn du mal den Korken in der Flasche verloren hast.
- 2:28:30Die gibt es doch gar nicht mehr, oder?
- 2:28:32Gibt es die noch?
- 2:28:33Ich hab die...
- 2:28:34Ich hab noch welche.
- 2:28:35Echt?
- 2:28:36Wow.
- 2:28:37Jetzt müsst du fragen, ob ihr zu kaufen wird.
- 2:28:38Hey, bist du kauft?
- 2:28:39Ach echt?
- 2:28:40Ich hab hier tatsächlich noch welche.
- 2:28:42Wow, cool.
- 2:28:43Ja, und die kommen tatsächlich also gerade bei alten Portweine oder so aus, kommen die
- 2:28:50durchaus zum Einsatz.
- 2:28:52Was ja bei euch ein riesen Thema ist, Portweine.
- 2:28:54Nach wie vor oder?
- 2:28:55Mega-Thema, also nach wie vor.
- 2:28:57Also ich glaube, jeder der hier gearbeitet hat, also Johannes hat ja damit angefangen,
- 2:29:02der hat uns alle damit so krass angesteckt und das ist ja so, da sind wir genau wieder
- 2:29:07bei meinem Thema.
- 2:29:08Es hat halt sehr viel mit Kultur zu tun, es hat viel mit Generationsverträgen zu tun.
- 2:29:13Also heutzutage im Normalfall machst du ein Wein, dann verkaufst du den vielleicht nicht
- 2:29:17jetzt, sondern erst in drei Jahren Punkt.
- 2:29:20Aber im Portwein-Bereich oder Madeira-Bereich hast du ein Wein, den machst du und dann überlegst
- 2:29:26du, ob deine Kinder oder Enkelkinder den vielleicht verkaufen können.
- 2:29:31Und das läuft ja dieser Generationsvertrag, läuft ja seit Jahrhunderten schon.
- 2:29:35Und wie beeindruckend ist das, wenn man irgendwo steht bei einem Winzer da im Durotal und der
- 2:29:42holt unter seinem völlig unromantischen Labor, in dem man dann steht, vielleicht
- 2:29:46eine kleines Plastikflasche mit einer braunen Flüssigkeit aus, schenkt das aus und sagt,
- 2:29:50das ist 100 Jahre alter Collator-Port, aber ich werde den noch nicht abfüllen, vielleicht
- 2:29:55meine Kinder dann irgendwann mal.
- 2:29:56Und du bist, also ich finde, das ist so beeindruckend und das ist das, was ich meine mit.
- 2:30:02Wenn ich mir vorstelle, ich würde kein Wein trinken, wie schlimm wäre das denn?
- 2:30:05Ich würde das verpassen.
- 2:30:06Wow, nee, das geht nicht.
- 2:30:08Und das finde ich aber dann auf der anderen Seite auch so unfassbar erstaunlich, dass
- 2:30:12diese Wein eine Präsenz haben, aber eigentlich kaum wahrgenommen werden.
- 2:30:17Also es gibt ja kaum jemand, der so intensiv und so fast exzessiv liebt, wie ihr es tut.
- 2:30:22Das, obwohl sie sind ja eigentlich überall verfügbar sind, natürlich oftmals nicht
- 2:30:26günstig, aber auch nicht so teuer wie vergleichbare Weinen dieser Güte oder dieser Qualität.
- 2:30:32Und es wird kaum trotzdem irgendwo zelebriert.
- 2:30:35Und selbst dieses System zu verstehen ist unfassbar einfach.
- 2:30:39Also das Portwain-System, da bist du innerhalb von einer halben Stunde durch, wenn dir drei
- 2:30:43Wikipedia-Artikel durchgelesen hast, mehr oder weniger um das große so ein bisschen zu
- 2:30:47checken.
- 2:30:48Du musst da kein Studium für zu praktizieren und kaum jemand lebt das wirklich intensiv.
- 2:30:52Ja, und ich ist so unglaublich schade.
- 2:30:56Es ist so eine kleine Nische, sage ich mal, und das ist Portwain und Madeira ist ja noch
- 2:31:01kleiner Nische.
- 2:31:02Also das ist ja, ja, Madeira, also ich bin totaler Madeira-Fan.
- 2:31:08Ich war, ich weiß nicht, wie oft schon auf der Insel, wir haben auf einem Weingut auf
- 2:31:12Madeira geheiratet.
- 2:31:13Mit Blick auf die Fässer habe ich ja gehört.
- 2:31:16Oh mega, wow.
- 2:31:17Und ja, und das ist ja noch filigraner, noch seltener und die Leute haben noch weniger
- 2:31:25Ahnung davon.
- 2:31:26Und es ist aber genau so beeindruckend und so langlebig.
- 2:31:30Also das Älteste, was ich von Madeira Wein getrunken habe, ist aus dem 18.
- 2:31:38Jahrhundert.
- 2:31:3918.
- 2:31:40Jahrhundert.
- 2:31:41Das ist schon verrückt.
- 2:31:42Oder ich finde mal, wenn du so ganz alte Sachen trinkst, kennst du noch der Highlander,
- 2:31:45den Film?
- 2:31:46Ja.
- 2:31:47Dann haben die sich doch da geköpft und dann ging die Energie von dem einen auf den anderen
- 2:31:51über und so habe ich immer das Gefühl, wenn ich so alte Weine trinke, dass die Energie
- 2:31:55der Leute, die zu diesem Zeitfenster gelädt haben, die sind ja alle schon tot, dass
- 2:31:59die Energie so auf mich übergeht.
- 2:32:01So finde ich, fühlt sich das immer an.
- 2:32:03Und ich finde bei diesen alten Weinen auch bei alten Rieslingen teilweise aus, keine Ahnung,
- 2:32:08jetzt der aktuell 50er, 60er-Jahren, man hat das Gefühl, man würde eine Geschichte trinken.
- 2:32:13Also gar nicht so sehr, du würdest jetzt das über Aromen deklinieren oder irgendwie
- 2:32:20versuchen einzustufen, sondern man hat das Gefühl, es auf dem Bad sich auf der Zunge
- 2:32:24eine richtige Geschichte und man könnte die mit seinen Sinn irgendwie lesen.
- 2:32:28Oder man bekommt irgendwie so was in das Geschmacksor geflüstert und man wird so einen Teil von
- 2:32:33dem Ganzen, also man verschmilzt mit dem Wein oftmals.
- 2:32:36Wenn man diese Ruhe hat, den Wein zu probieren, sich darauf einlassen kann und das geht mir
- 2:32:41bei Madeira in der Tat genauso und bei Portwein teilweise auch oder eben auch bei Reifen, Restsüßen
- 2:32:46Rieslingen.
- 2:32:47Das ist so ein richtiges Geschenk für die Sinne.
- 2:32:49Ja, finde ich auch total beeindruckend.
- 2:32:52Ich finde es auch total beeindruckend.
- 2:32:54Wo ist denn diese Flasche eigentlich überall gewesen?
- 2:32:57Wenn du so alte Flaschen hast, die müssen ja auch mal irgendwo rumgelegen haben.
- 2:33:01Wer hat diese Flasche eigentlich aufbewahrt und angefasst, dass wir die jetzt hier trinken
- 2:33:04dürfen, muss man ja sagen.
- 2:33:06Also die Geschichte der Flasche finde ich allein auch schon beeindruckend.
- 2:33:10Und dann ist da noch so alter Staub drauf und so.
- 2:33:12Das kenne ich, wenn man manchmal bei Wintern ist, so einen alten Weinklam, die haben ja
- 2:33:16immer so ihre Ecke und dann ist das dann teilweise zugewachsen und dann gibt es ja manchmal so
- 2:33:20den Moment, wo die dann um einen zu erren oder einen besonderen Moment wollen, die dann
- 2:33:25so eine Flasche aus, keine Ahnung, 1970 irgendwie aufmachen.
- 2:33:28Und dann möchte man selber so, die ist schon so lange, lasst die doch mal liegen, sieht
- 2:33:32doch so schön da aus.
- 2:33:33Die fährt doch dann da.
- 2:33:35Die vermissen die bestimmt.
- 2:33:37Auf der anderen Seite ist es wirklich so schön, dann den Wein zu probieren und dann auch dort
- 2:33:45in dem Moment dort zu bringen.
- 2:33:48Eine Sache, die total underrated ist, finde ich auch, diese Spangenkorkenzier.
- 2:33:51Also nicht so mit einer Spindel, einer Mitte, sondern die links und rechts.
- 2:33:55Und ist witzigerweise auch erst vor fünf oder sechs Jahren wieder aufgekommen und die waren
- 2:34:00wie vom Erdboden verschlungen.
- 2:34:02Und glücklicherweise gibt es die, aber die sollte auch jeder unbedingt im Haushalt irgendwo
- 2:34:07haben, wenn man einen älteren Wein trinkt.
- 2:34:10Ja, und da gibt es, kennst du die Kombi, ich habe die, ich habe die, ich habe die, die
- 2:34:15Spindel noch in der Lese, erst die Spinde, dann rechts links die Spangen.
- 2:34:19Ja, mega Dinger, gerade für die ganzen alten Sachen.
- 2:34:21Habe ich aber auch erst vor dem Jahr gesehen, die hatte ich vorher nie gesehen oder vielleicht
- 2:34:25ist vielleicht auch der, der Fokus, dass man vorher nie darauf geachtet hat, aber mit
- 2:34:30einmal waren die da und ja.
- 2:34:32Weißt du, was mir dabei passiert ist, da sind doch, wenn du die, wenn du die verpackst,
- 2:34:38dann sind da doch so zwei kleine Löcher und da steckst du diese Spangen, Spangen in diese
- 2:34:41Spindel rein, um sie zu verstauen.
- 2:34:43Ja.
- 2:34:44Und ich habe immer, ganz am Anfang, als ich es nicht besser wusste, habe ich erst diese
- 2:34:48Spindel reingedreht und bin mit der Spange auch in diese zwei kleinen Löcher rein, habe
- 2:34:52mir gedacht, das geht gar nicht richtig.
- 2:34:54Also dafür sind sie gar nicht da, die sind ja nur zur Aufbewahrung da und habe das danach
- 2:34:58erst geschneit, dass es ja ein bisschen anders funktioniert, einfach drum herum machen.
- 2:35:02Und aber ich beobachte das immer wieder, dass junge Kollegen, die hier anfangen und wo
- 2:35:07ich sage, pass auf, nimm das kurz, dann zeige ich das einmal, aber die haben das nicht,
- 2:35:11logisch, woher denn auch, die haben nicht darauf geachtet, dass ich das rechts und links davon
- 2:35:14gemacht habe und nicht in die Löcher und das beobachte ich halt immer wieder so, ah, dieses
- 2:35:17Verkampf sind da rein.
- 2:35:18Aber die sind, wenn man weiß, wie sie funktionieren, sind sie großartig.
- 2:35:21Ich habe auch immer einer, der ist schon teilweise verbogen mittlerweile, weil ich schon so
- 2:35:25viele Flaschen damit aufgemacht habe.
- 2:35:26Und es gibt ja nichts Schlimmeres, als wenn du dann irgendwie vor dem Gast ist und machst
- 2:35:30die Flasche auf und das erste Mal abgebrochen, das zweite Mal und dann, ah, das ist ja größter
- 2:35:35Horror.
- 2:35:36Eigentlich.
- 2:35:37One of these moments, ja.
- 2:35:38Ja, genau, genau, einer dieser Momente.
- 2:35:41Wer dürfte bei deiner Beerdigung kommen und welchem Wein würdest du ausschenken?
- 2:35:44Also, es ist natürlich was, wo man nicht dran denken möchte, um mit zu willen.
- 2:35:48Aber es ist halt so ein Moment, wo du selber nicht bezahlen musst und ...
- 2:35:51Eigentlich ganz praktisch.
- 2:35:53Genau.
- 2:35:54Wer muss sich noch mal darüber nachdenken?
- 2:35:57Genau.
- 2:35:58Ich würde meine Überlegung noch mal neu bestellen.
- 2:36:02Neubestellung.
- 2:36:03Zahlungsziel 30 Tage nach Ausschanken.
- 2:36:07Nee, ich würde tatsächlich, also, ich glaube, ich würde gar kein tolles Menü oder so.
- 2:36:16Also, ich glaube, ich würde einfach gute Musik haben wollen.
- 2:36:20Ich würde einfach ein Lieblings-Punk.
- 2:36:23Ja, cool.
- 2:36:24Oder alter Punk.
- 2:36:25Englischer Punk oder Kalifornier-Punk?
- 2:36:29Das dürfte alles gemischt sein.
- 2:36:33Es dürfte auch Deutsch-Punk sein.
- 2:36:35Also, normal oder so was oder Slime oder was auch immer mag ich sehr, sehr gerne.
- 2:36:38Eigentlich gut, also halt richtig gute Musik.
- 2:36:43Und was würde man dazu trinken?
- 2:36:47Also, entweder, wie gesagt, das, was ich am allerliebsten trinke, einfach irgendein
- 2:36:50guten Riesling oder ich trinke auch super gern Champagner, Schaumweine, whatever.
- 2:36:55Es dürfte aber auch Bier getrunken werden.
- 2:36:57Und ich würde eigentlich gar nicht wollen, dass irgendjemand großartig kocht.
- 2:37:00Ich hätte eigentlich am liebsten so was wie einfach so einen richtig guten Burger mit dazu
- 2:37:06oder so, weißt du so, was unkompliziert ist.
- 2:37:09Was in die Hand?
- 2:37:10Einfach, einfach genau was in die Hand und ja so.
- 2:37:15Weißt du, ich finde immer so, die, die wir so viel in Restaurants arbeiten und sich
- 2:37:21auch so viel damit auseinandersetzen.
- 2:37:23Ich glaube, dass man irgendwann, wenn ich zum Beispiel in einem Restaurant bin, man
- 2:37:28ist schon sehr verkopft.
- 2:37:29Man sieht so viele Sachen.
- 2:37:31Man denkt, so können ich das auch machen oder Menschen, das machen die ja hier so oder
- 2:37:34meine Güte, das machen die so oder was auch immer.
- 2:37:36Und ich gehe am allerliebsten, gehe ich wirklich in so unkomplizierte Sachen oder ich mag
- 2:37:41gerne Street food oder sowas.
- 2:37:44Da, da habe ich halt nicht, dass man so verkopft ist.
- 2:37:47Und ich glaube, das würde ich auch so genauso wollen.
- 2:37:49Hast du noch Cilo oder?
- 2:37:51Oh, draußen Grab.
- 2:37:52Sehr, sehr, oh, sehr gute Idee.
- 2:37:54Ich war Samstag, letzte Woche Samstag war ich bei Wizow.
- 2:37:57Kennst du die?
- 2:37:58Ja, ja, natürlich kenn ich den auch.
- 2:38:00Die haben Dresden gespielt und das war seit langm mal wieder ein paar Konzert.
- 2:38:04War sehr, sehr großartig.
- 2:38:06Ah, cool, mega.
- 2:38:07Hätte ich das gewusst, dann hätte ich dich hier angerufen, dann wärst du eingereist.
- 2:38:12Ja, irgendwann war ich mal mit Andreas Schumann von Odinsthal auf dem Slime-Konzert in Wiesbaden.
- 2:38:21Oh, nice.
- 2:38:22Und das war, das ist etwas ausgeartet.
- 2:38:26Also da habe ich auch, wusste ich auf jeden Fall, am nächsten Tag sah ich aus, als wenn
- 2:38:31ich verprügelt worden bin, weil ich ja immer mittendrin bin, dann beim Pogen.
- 2:38:34Ich witzigerweise auch, also mit meinen 1,70 und dann, ja, okay, oh.
- 2:38:40Aber die Leute helfen einem ja auch wieder auf, oder?
- 2:38:43Ja, das ist ja das Schöneinpogen.
- 2:38:44Wer richtig prägen kann, der weiß es.
- 2:38:46Ja, das kommt darauf an, wo du bist, in Berlin nicht.
- 2:38:48Ah, okay.
- 2:38:49Und in Berlin ist das wirklich, ja, es ist krass.
- 2:38:51Also zum einen wissen sie nicht, dass wenn du wirklich...
- 2:38:53Schweinepogo.
- 2:38:54Voll bist du das nicht machst und die Leute auch nicht drauflässt, einfach aus deren
- 2:38:58gesundheitlichen Gründen heraus.
- 2:39:00Und zum anderen, dass man respektvoll miteinander umgeht.
- 2:39:03Und das ist, muss man erst lernen, beziehungsweise, nee, in Berlin war, hatte ich schlimmste Erfahrung.
- 2:39:07Okay, krass.
- 2:39:08Ja.
- 2:39:09Also ich war irgendwann mal auf einem Konzert, ist aber schon ewig, ja, da konnten die auch
- 2:39:13alle nicht pogen.
- 2:39:14Da habe ich auch gedacht, nee, das macht keinen Spaß, ne.
- 2:39:17Aber im Normalfall, ich denke mir immer, halte ich einen, irgendjemand großes hier, der
- 2:39:20würde dich aufheben.
- 2:39:21Dummene Wände über dich rüber rollen, ne.
- 2:39:27Genau.
- 2:39:28Niedlich, schön.
- 2:39:29Da haben wir ja gemeinsam mit Siel und Wunsch.
- 2:39:32Sehr gute.
- 2:39:33Oder?
- 2:39:34Ja, großartig.
- 2:39:35Hast du sonst Ziele und Wünsche, wo du sagst?
- 2:39:38Das möchte ich gerne noch machen oder das möchte ich gerne noch einmal erleben oder
- 2:39:44das wünsche ich mir für die Zukunft oder?
- 2:39:48Also ich glaube, es gibt so viele kleine, coole Wünsche, sag ich mal, ne.
- 2:39:55Also ich möchte auf jeden Fall mal nach Japan, da bin ich noch nie gewesen.
- 2:40:00Das würde ich mir gerne mal anschauen, ich würde mir gerne mal diese Kirschblüte da
- 2:40:03anschauen, die ja auch gerade jetzt, glaube ich, ist, wenn ich mir nicht irre.
- 2:40:06Müsst ihr ja.
- 2:40:07Das würde ich gerne machen.
- 2:40:08Ja, ich glaube schon.
- 2:40:10Und das, ja, das sind so Ziele, ich war zum Beispiel noch nie in Südamerika, ich würde
- 2:40:17gerne nach unten nach, wie heißt es da unten?
- 2:40:20Peru, Kiel, die Ecke.
- 2:40:24Madagaskar.
- 2:40:25Genau, das, das Patagonien.
- 2:40:29Patagonien würde ich gerne mal hin, das würde ich mir sehr gerne mal anschauen.
- 2:40:33Ich glaube, das wird mir taugen.
- 2:40:34Ja, also so was eher ansonsten.
- 2:40:38Ein großes Ziel habe ich ja gerade abgeschlossen sozusagen.
- 2:40:45Australien.
- 2:40:46Ja, ja auch.
- 2:40:47Ach so, Entschuldigung.
- 2:40:48Das manische Teufel sehen.
- 2:40:51Ja.
- 2:40:52Nee, aber ich habe ja gerade mein Buch geschrieben und habe das jetzt beim Verlag und da kriege
- 2:40:58ich jetzt nächste Woche einmal das Manuskript zurück.
- 2:41:00Das ist dann das, muss ich jetzt nur noch einmal schauen, ob alles passt.
- 2:41:05Ja.
- 2:41:06Es ging jetzt schon ein paar mal hin und her und also das habe ich mir auch schon immer
- 2:41:08gewünscht und das ist auch so ein Wunsch, den ich mir jetzt einfach, ja, das hat jetzt
- 2:41:12geklappt und verwirklicht haben.
- 2:41:14Was ist das für ein Buch und wann kommt es raus?
- 2:41:16Das kommt am 24.
- 2:41:204.
- 2:41:21Das Datum, wann es rauskommt und es dreht sich logischerweise über Bein.
- 2:41:24Nein, wirklich.
- 2:41:25Zufällig.
- 2:41:26Das überrascht.
- 2:41:27Aber es ist halt eher ein Weinbuch für Leute, die eigentlich gar keine Ahnung haben und
- 2:41:36auch gar nichts mit der Materie zu tun haben, dass man einfach wie versucht, einen leichten
- 2:41:42Eindruck zu bekommen.
- 2:41:43Das Schwierigste dabei war Sachen wegzulassen.
- 2:41:45Wenn man ja doch dazu neigt, viele Begriffe als selbstverständlich zu verwenden, weil
- 2:41:51die einfach so in unserem Someliersprach gebraucht sind und einfach Begriffe weglassen, war
- 2:42:00eigentlich das große Thema dabei, dass man Sachen einfach erklärt.
- 2:42:03Ja.
- 2:42:04Das ist das Schwierigste.
- 2:42:05Da freu ich mich wirklich sehr.
- 2:42:06Also ich finde, also so als würde man Kindern was erklären, was ja auch das Schwierigste
- 2:42:12ist und letztlich sind ja viele, die sich anfangen mit Wein zu beschäftigen oder vielleicht
- 2:42:17gar nicht so tief in der Materie drin sind, obwohl sie vielleicht Schlangewein trinken
- 2:42:21ja auch Geschmackskinder und denen was zu erklären und ohne irgendwie zu, es noch
- 2:42:26bistisch zu wirken oder die Lust daran zu nehmen, das ist unfassbar schwierig.
- 2:42:33Wie heißt das?
- 2:42:34Das heißt Wein, sonst nix.
- 2:42:37Ah cool.
- 2:42:42Und gibt es in welchem Verlag, zu welchem Preis?
- 2:42:43Bist du vorne drauf?
- 2:42:44Wie erkenne ich das?
- 2:42:45Also ich bin sehr groß vorne drauf und dazu gibt es in pinker Schrift natürlich meine
- 2:42:54Lieblingsfarbe, pink.
- 2:42:55Echt nein.
- 2:42:56Wein steht halt dann drauf.
- 2:42:58Kneipink, also ich wollte dich gerne.
- 2:43:00Ah cool.
- 2:43:01Und es gibt es im Südwestverlag.
- 2:43:05Ich bin jetzt nicht sicher, ich glaube 22 Euro wird das kosten.
- 2:43:08Und es gibt nach jedem Kapitel gibt es, weil ich ja so, ich mache hier bei mir im Team,
- 2:43:14mache ich immer das Power Meeting, also ich frage halt immer ab und nach jedem Kapitel gibt
- 2:43:18es halt ein Fragebuch, das ist relativ interaktiv.
- 2:43:20Sehr cool.
- 2:43:21So wie man dann ankreuzen kann.
- 2:43:24Das hast du dir dieses Kapitel, hast du dir das gemerkt?
- 2:43:27Ja.
- 2:43:28Das war dein großer Wunsch, ein Buch zu schreiben.
- 2:43:30Ja, das war immer ein großer Wunsch von mir.
- 2:43:33Cool.
- 2:43:34Und ich habe dann mal, bin ich mal angegangen.
- 2:43:36Wie viel Zeit, wie viel Kilo?
- 2:43:39Ich glaube es hat über 200 Seiten.
- 2:43:43Doch so umfangreich.
- 2:43:44Und Kilo weiß ich gar nicht genau.
- 2:43:45Aber es sind auch wieder viele geile Bilder.
- 2:43:48Ja.
- 2:43:49Also erstaunlich, dass du neben der geringen Zeit, also mit Pferd und Mann und Beruf,
- 2:43:56dann noch Zeit für ein Buch hast.
- 2:43:58Wow.
- 2:43:59Da frage ich mich auch, wie ich das gemacht habe.
- 2:44:02Ja.
- 2:44:03Das ist kein Corona-Baby, oder?
- 2:44:04Das werden der Corona-Zeiten.
- 2:44:06Nee, da ist die Idee dazu entstanden, weil ich habe eine junge Dame, die hat viel mit
- 2:44:17Wein oder mit Restaurants und sowas zu tun.
- 2:44:21Und sie hat sich immer geärgert, dass sie, wenn sie mit, also es ist halt die einzige
- 2:44:26Frau dabei in dieser Runde immer gewesen, sie hat sich immer zu Tode geärgert, wenn
- 2:44:29sie dann mit den Jungs unterwegs war und die haben dann gesagt, das schmeckt danach,
- 2:44:34das schmeckt danach, das ist das, das ist der und der Wein, Bums.
- 2:44:37Und sie hat immer gedacht, so, boah, keine Ahnung, das ist, also ich möchte eigentlich
- 2:44:41ganz gerne das auch verstehen.
- 2:44:44Und ich möchte, das geht mir zu schnell hier, was zu machen oder wie die das machen.
- 2:44:49Oder es ist mir, ich sage mal, manchmal ist es ja so ein Schwanzvergleich einfach.
- 2:44:52Und da hatte sie einfach keinen Bock drauf und hatte mich angefragt, ob ich mit ihr
- 2:44:57eine Verkostung machen könnte.
- 2:44:58Und das ging dann damals auch alles online.
- 2:45:01Und dann sind wir wirklich von A bis B bis Z einmal alles durchgegangen.
- 2:45:05Wie verkostet man richtig, wie funktioniert das eigentlich?
- 2:45:09Und dann habe ich ihr immer Weine geschickt, ich habe ihr auch Weine blind geschickt, die
- 2:45:11habe ich dann eingepackt und sowas.
- 2:45:13Und das hat sehr, sehr gut funktioniert.
- 2:45:16Und dann haben wir gesagt, Mensch, es wäre doch eigentlich ganz cool, wenn wir aus dieser
- 2:45:20Idee und mit diesem Aufbau, den ich da eigentlich auch hatte, wenn man da ein Wein, ein Buch draus
- 2:45:24machen würde, ein Weinbuch draus machen würde.
- 2:45:27Und so ist es eigentlich entstanden.
- 2:45:28Und seitdem sie eben halt, seitdem wir das gemacht haben, also jetzt nicht das Buch geschrieben,
- 2:45:32sondern die Verkostung hat sie gesagt, kommt sie einfach viel besser mit diesen Verkostungen
- 2:45:39klar, wenn sie das einzige Mädel da auch ist.
- 2:45:41Also eine Buchempfehlung ganz klar für alle, die ein bisschen weiter in der Weinwelt zurechtkommen
- 2:45:48möchten oder mit dem Snobismus keine, keine nichts am Hut haben oder wer, wer sollte das
- 2:45:56Buch lesen?
- 2:45:57Also was wäre so deinem Wunschkandidat, wo du sagst, bei dem unter dem, na gut, Weihnachtsbaum
- 2:46:01ist jetzt ein bisschen lang hin, aber bei dem auf dem Gabentisch zum Geburtstag oder zu
- 2:46:06Ostern.
- 2:46:07Hey, zu Ostern, mega.
- 2:46:08Also ich finde, das ist für Leute, die Bock auf Wein haben, keine Ahnung, darüber haben,
- 2:46:15aber sich dafür interessieren und am Ende dann doch irgendwo einfach mal in den Restaurant
- 2:46:21gehen möchten und aus einer Weinkarte nicht nur die lesen können, sondern auch verstehen
- 2:46:26können, einfach sich was aussuchen, mit Freunden weggehen und einfach eine Flasche Wein aussuchen
- 2:46:31und dann auch einfach mit einer Selbstsicherheit was zu bestellen.
- 2:46:35Also so ist der Hintergrund, würde ich sagen.
- 2:46:38Wie war's das Gefühl, als fertig war?
- 2:46:41Maw, mega.
- 2:46:43Also wenn ich es wahrscheinlich in der Hand halten werde, werde ich wahrscheinlich immer
- 2:46:46völlig ausflippen.
- 2:46:47Und ein Bier trinken.
- 2:46:50Vielleicht.
- 2:46:51Aber vielleicht werde ich es jetzt wirklich machen, weil du es gesagt hast, kann ich mir
- 2:46:57es gut vorstellen.
- 2:46:58Genau, dann denkst du, du hast es gesagt, genau.
- 2:47:03Du bist schuld.
- 2:47:06Nein, aber egal, also ich werde es auf jeden Fall so bein, die es in der Hand halten, werde
- 2:47:10ich es mega feiern.
- 2:47:11Ich werde es mir definitiv kaufen.
- 2:47:14Danke.
- 2:47:15.
- 2:47:17.
- 2:47:17.
- 2:47:19Danke.
- 2:47:20Danke.
- 2:47:21Danke.
- 2:47:22Danke.
- 2:47:23Danke.
- 2:47:24Danke.
- 2:47:44Ohne Frage ist ein solches Projekt wie unser Podcast, nur möglich, wenn es Euch als Hörer
- 2:48:07kommt.
- 2:48:08Daher noch mal riesendank für die tolle Unterstützung, die Begleitung für das Hören und des tiddies
- 2:48:14Podcast.
- 2:48:15Ohne Frage ist dieses Format auch nur möglich, wenn es so großartige Gäste wie heute Werbeling,
- 2:48:23Rückblickend Johannes und Willi, bzw. Nancy und nach vorne schauen noch den ein oder anderen.
- 2:48:30Sehr, sehr spannend wie das, wenn es so tolles Sommies gibt.
- 2:48:34Und ohne Frage lässt sich so ein Projekt nur realisieren, wenn es so großartige Unterstützer
- 2:48:39wie die Begleiter, wie Gefährten, wie das Haus Kohlachs gibt, welche die heutige Folge
- 2:48:44begleitet haben.
- 2:48:45Daher ein herzliches Dankeschön, dass Paul Ackes eine richtig faszinierende Zweihung
- 2:48:52nicht zurückdenke, wenn ich mich auch meine ersten Tage, die ersten Jahre als Zommiegesinne,
- 2:48:59eine Rotwein aus Österreich war damals Undenker und so wahrscheinlich auch im Hause Ackes.
- 2:49:05Paul Ackes absolvierte die Weihungsschule in Eisenstadt und arbeitete nachhin einen kalifornischen
- 2:49:11Weihngut, was damals schon undenkbar und unglaublich visionär war.
- 2:49:15Damals heißt vor über 30 Jahren, das Praktikum prägte ihn ungemein als in 1991, dass älterliche
- 2:49:22Weihngut übernehmen durfte, das noch sehr stark auf Weis und Süßweine fokussiert war, stellte
- 2:49:28Paul Ackes Anfang der 90er Jahre radikal die gesamte Produktion um und die Lagen, die
- 2:49:34besten Lagen wurden vom Blumen an einen hauptsächlichen Blaufränkisch bestuft.
- 2:49:39Rotwein zeichnet dieses Weihngut zu über 80% aus und hierbei vornehmt ihr Rebsorten Blaufränkisch,
- 2:49:46Zweigeld und Pinot.
- 2:49:48Paul Ackes, der sich über 5 von 5 Sternen im Faltstaff freuen und oft auf den Siegertreppchen
- 2:49:54des Faltstaffs Rotweinpreises sind durfte, hat es geschafft, Rotwein ein hatsgeschaffen
- 2:50:00und Blaufränkisch in Europa neu zu definieren und das österreichische Rotweinwunder nicht
- 2:50:07nur einzuleuten, sondern strahlen zu lassen.
- 2:50:10Aber apropos Wunder, ein Wunder war es nicht, dass Paul Ackes' älterliche Weihngut eingestönd ist,
- 2:50:15es ist ein Familienbetrieb, der auf 300 Jahre Familiengeschichte erzielt war.
- 2:50:20Bereits 1684 ist der Weihenbau der Familie der Mittelpunkt ist.
- 2:50:25Damals wurde aus einer gemischten Landwirtschaft ein nahezu reiner Beimord.
- 2:50:30Paul Ackes hat die Größe des Betriebes von 12 auf 25 Hektar ausgebaut,
- 2:50:35eine stabile Größe, die bis heute bestand hat.
- 2:50:39Die bekanntesten Weihnesweinbittes sind die Kaffeebannmobile und die Blaufränkischen
- 2:50:45aus dem Lagen Ungerberg, Spiegel und Altenberg.
- 2:50:49Seit 2006 ist dieses Weihngut biodynamisch zertifiziert, aber auch schon davor
- 2:50:54lassen sie keine Herbizide an. Unkraut wurde immer mechanisch und nicht chemisch entfernt.
- 2:50:58Das Anlege von Gründdecken dem Weihengärten war und ist selbstverständlich.
- 2:51:03Sie tragen zu ihrem Teil der Biodiversität bei und beliebt die Böden mit natürlichen Maßen.
- 2:51:10Schon Paul Ackes sehen nun und dessen Vaterbetriebe viel wird schon.
- 2:51:15Der Stallmis wurde in den Weihengärten ausgebracht.
- 2:51:18Das arbeiten in sinnvollen Kreisleuten war damals selbstverständlich.
- 2:51:23In der Mitte ist es dringlicher dem Weg. Ein vitaler Boden unterstützt den Pfeifeverlauf
- 2:51:28der Traubenpositiven. Statt blanker Erde, die Hitze abstrahlt wirklich ein vielfältig
- 2:51:34bewachsenen Boden, die Blätter samt der bären Kühler gehalten.
- 2:51:39Bei starken Regen bleibt der Boden stabil und wird nicht ausgespült.
- 2:51:42Achsamkeit und Respekt vor der Natur schafft und bewahrt Werte damals wie heute.
- 2:51:48Und so war man im Hause Ackes immer einen Schritt voraus und legte dennoch auf die Erkenntnisse
- 2:51:54der Vergangenheit. Die Weinberge von Paul Ackes lieben auf verschiedenen Bodentyptern
- 2:51:59unter Kalksteinschiefer und Lössen lief den Weinen ihre krankte russischen Achtern verlangen.
- 2:52:05Und so bin ich unfassbar gespannt welche Entwicklung die Weinen in den nächsten Jahren verziehen werden.
- 2:52:10Danke für das fast Lebenswerk in den vergangenen letzten 30 Jahren
- 2:52:16und danke zugleich dem Weingut Paul Ackes und dem Handelshaus Schlumberger,
- 2:52:20dem Exklusivvertrieb des Hauses Ackes in Deutschland für die großartige Unterstützung.
- 2:52:27[Musik]
- 2:52:52Ein ganz besonderes Dankeschön gilt an dieser Stelle zum einen euch als Zuhörer,
- 2:52:57dass ihr dieses Projekt mit so vielen positiven Kommentaren,
- 2:53:01mit so vielen angenehmen Likes, mit so vielen großartigen Bewertungen,
- 2:53:05ja auch mit der Neugierde in solches mehrstündiges Hörvermarkt zu verfolgen und zu begleiten,
- 2:53:12dafür ein ganz großes Dankeschön.
- 2:53:15Und eigentlich minder intensives Dankeschön gehört der Schlumberger Gruppe,
- 2:53:19zu welchen die Handelshäuser Schlumberger, Segnet, Konsei Nauini und das Privatkunden-Portal Prima Weinkollekt gewinnen.
- 2:53:27Dank derer wirtschaftlichen und händischen Unterstützung ist es mir möglich,
- 2:53:31dieses wunderbare Projekt ins Leben zu rufen, weiterzuführen und zu präsentieren.
- 2:53:36Vielen Dank und schon ein großes Dankeschön für all die Neugierde,
- 2:53:41die sich jetzt aufbauen wird, wenn wie jede Woche annonziert wird, wer mein nächster Gast ist.
- 2:53:47Ein Somie, der schon seit einigen Jahren nicht mehr als Somie tätig ist,
- 2:53:51aber in seiner Zeit Somie Geschichte geschrieben hat.
- 2:53:54Er ist das Vorbild für unzählige junge Kollegen.
- 2:53:58Er ist das Somie-Erlebnis für eine, für wahrscheinlich Tausende von Gästen.
- 2:54:03Er ist der großartige und einzigartige Hendrik Thomaud.
- 2:54:07Ich freue mich, ihn in der kommenden Woche als Gast präsentieren zu dürfen.
- 2:54:11Bis dahin heißt es nur sieben Mal schlafen.
- 2:54:13Vielen Dank und auf ganz bald Silvier Nünsch.
- 2:54:16[Musik]
- 2:54:34Mein Name ist Andreas Schumann.
- 2:54:35Ich arbeite fürs Weingut-Odienstal in Wachenheim in der Pfalz.
- 2:54:40Ich habe die Bebel-Ring. Die Bebel kam zu unserem Wein ja eigentlich ein bisschen unfreiwillig,
- 2:54:47weil sie nicht da war, als ich das erste Mal unsere Wane im Söldringhof vorgestellt habe.
- 2:54:52Aber ihr damaliger Restaurantleiter der Alf Wimmer, da fand es gut und hat dann gleich einiges gekauft,
- 2:54:59und zwar in Magnum. Als Bebel zurückkam, als er erstmal gesagt,
- 2:55:03ach du Scheiße, was hast du denn da wieder angeschleppt und auch noch in Magnum.
- 2:55:07Aber als es dann probiert hat, fand es irgendwie auch gut und seitdem ist der Söldringhof ein ganz guter Kunde von uns.
- 2:55:14Wirklich kennengelernt habe ich die Bebel eigentlich erst deutlich später, als es irgendwo ein Artikel gab,
- 2:55:20den sie dann auch in Instagram gepostet hat über ihren Werdegang, wo sie, sagen wir, im Teenie-Alter
- 2:55:27mit einem riesen Erokesenschnitt zu sehen war und auch so ein bisschen über ihre Punkrocker Vergangenheit berichtet hat.
- 2:55:35Und dann habe ich irgendwie eher darauf geantwortet, von mir gibt es ähnliche Bilder.
- 2:55:40Und in der Tat haben wir uns dann auch schon zweimal verabredet zu Punkrock-Veranstaltungen,
- 2:55:47wo wir dann wirklich wie Teenies völlig im Mosch-Pitt eskaliert sind und am nächsten Tag deutlich von Hematomen und Muskelkatern geprägt waren,
- 2:55:58wo man dann merkt, dass wir irgendwie doch nicht mehr die ganz jungen Punkrocker sind.
- 2:56:03Aber Punkrock hat ja nichts mit dem Alter zu tun und im Herzen kann man das immer bleiben.
- 2:56:11Insofern auf dich Bebel, Punk ist keine Religion und auf bald.
- 2:56:17[Musik]