Latest / SOMMELIER / Alfred Voigt – Der Bernhard-Viktor „Vicco“ Christoph-Carl von Bülow des Weines
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- 0:00[Musik]
- 0:12Ja, mein Name ist Stefan Rumpf. Ich hatte 1984 den quasi ganz kleinen unbekannten Betrieb übernommen
- 0:21und nur ganz wenige Insider haben mich vielleicht damals gekannt.
- 0:25Und damals fragte mich noch der Alfred. Wir haben uns da mal schon mal kennengelernt, ob ich nicht 1990 in der Residance
- 0:35meine vorstellen wollte, zusammen damals mit Willer Mark.
- 0:40Und das war für mich natürlich eine ganz große Ehre.
- 0:43Es war ein Schneewittchenfest dort in der Residance.
- 0:48Und ich habe wahrscheinlich dort das Glück gehabt, meinen Lieblingswein wahrscheinlich von meiner gesamten Weinkutsgeschichte
- 0:56eine 89er Pittsburgh Auslese Trockenvorstellen zu dürfen.
- 1:02Und noch viel schöner war das zusammenbringen, was auch eine langjährige Verbundenheit zu Willer Mark war.
- 1:11Dass einer der ganz großen Kollegen direkt zu Beginn meiner Weinbaukarriere erleben dürfte.
- 1:20Ganz besonders war natürlich, was ich nicht wusste, dass Willer Mark einem fast die Hand zertrübt
- 1:27und auch seine Sprüche waren, wie er sagte, der Wein hat ein Fehler, er liegt im falschen Keller.
- 1:34Aber das war wirklich der Beginn einer ganz langen Freundschaft.
- 1:40Und wir haben da immer Kontakt gehalten, mehrmals in der Residance.
- 1:45Er war sehr oft hier bei uns und hat nicht nur Geburtstage, sondern auch seine Hochzeit hier gefeiert.
- 1:54Und das ist eine ganz lange, tiefe Verbundenheit.
- 1:58Und auch ganz schön war, ich nehme an, es war sein 50er Geburtstag.
- 2:03Wie Alfred, wer ihn kennt, ist ein sehr ruhiger, zurückhaltender Mensch auf seiner Luftgitarre,
- 2:11die tollsten Lieder gespielt hat und da richtig aus sich rausgegangen ist.
- 2:17Und die Freundschaft zu Alfred hat über alle Jahre hinweggehalten.
- 2:22Und er ist ein wirklich langjähriger, ruhiger, ganz lieber Freund.
- 2:28Und die Freundschaft möchte ich nicht missen.
- 2:30[Musik]
- 2:50Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommelier", die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
- 2:57Die Vorstellung meines heutigen Gastes ist relativ kurz.
- 3:00Ehelmaliger, bester und ausgezeichneter Deutscher "Zommelier" hatte genau einen Arbeitsplatz.
- 3:05Das zwei-Sterne-Restaurant "Residance in Essen".
- 3:07Wo gibt es heute noch das ein-Zommelier ein Leben lang, 28 Jahre an einer Stelle bleibt.
- 3:14Beständig ist, konsequent ist, ein Fundament für das Restaurant für die Gäste bietet.
- 3:20Ist das nicht großartig? Warum gibt es so was nicht öfters?
- 3:23Und warum freue ich mich so sehr, dass Alfred Vogt heute unser Gast ist?
- 3:27Und bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner,
- 3:31bei der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz,
- 3:34Konsiowini Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect
- 3:38für die händische und wirtschaftliche Unterstützung aufs allerherzlichste bedanken.
- 3:42Denn dank Ihnen ist er heute hier.
- 3:44Herzlich Willkommen, lieber Alfred Vogt!
- 3:48Kennst du eine Weinregion, die nach wie vorunter bewertet ist?
- 3:52Also in Frankreich gibt es sicherlich einige.
- 3:56Also wir waren letztes Jahr in Bordeaux,
- 4:00haben den Centrum angefangen, haben aber in Montagne gewohnt.
- 4:07Also das sind ja nur ein paar Kilometer.
- 4:10Du hast ähnliche Rebsorten, du hast dieselben Rebsorten, du hast ähnliche Verhältnisse
- 4:14und du findest da sehr, sehr gute Weine, die ja keiner kennt.
- 4:20Wenn du dann aber nochmal 10 Kilometer weiterfährst,
- 4:23dann bist du direkt in Bergerac mit denselben Rebsorten, mit ähnlichen Verhältnissen.
- 4:27Und die, da musst du dich, wenn du im Geschäft bist,
- 4:32musst du dich ja ducken, weil die schmeißt dir dahinter her für den Preis.
- 4:37Das ist also, wir haben auch ein bisschen was gekauft,
- 4:41denn es ist auch touristisch sehr interessanter.
- 4:44Und da gibt es sicherlich eine Vielfalt an Regionen.
- 4:49In Deutschland ist sicherlich der Osten immer noch unterschätzt.
- 4:54Da gibt es sicherlich auch viele Vororteile noch, die wir auch lange gepflegt haben.
- 5:00Aber das ist erst so in den letzten 10 Jahren,
- 5:03haben wir uns ein bisschen mehr mit beschäftigt und sehen auch,
- 5:07dass da eine gute Arbeit gemacht wird.
- 5:10So, sonst die deutschen Regionen sind eigentlich,
- 5:15na ja, hessische Bergstraße da, haben wir,
- 5:19hat man aber auch noch nicht so,
- 5:21hat man noch nicht so die richtigen, besonderen Regionen probiert.
- 5:27Aber das gibt es immer, denke ich mal,
- 5:29das ist auch so eine Wellenbewegung.
- 5:31Manche Gebiete fallen raus aus dem Raster und kommen dann irgendwann wieder.
- 5:35So wie der Weinbau, der 30 Jahre neu erfunden wird,
- 5:39werden noch die Moden regelmäßig.
- 5:42Vielleicht habe ich von hinten oder einigermaßen hinten angefangen,
- 5:46der Osten, was ist für dich Osten?
- 5:49Also ist das Sachsen-Salle-Undtod, ist das Brandenburg, ist das Rügen,
- 5:52ist das Uckermark oder wie weit ist da...
- 5:56Das sind noch die klassischen Anbaugebiete.
- 6:00Also Sachsen-Salle-Undtod, was überraschend ist,
- 6:02aber teilweise fing es total spannend, das sind in anderen Regionen,
- 6:05wo es ja früher 15., 16., 17., Jahrhundert ja auch Weinbau gab.
- 6:09Klar, waren es andere Weinen, die dort erzeugt wurden.
- 6:12Aber das dort mittlerweile was entsteht, was erst mal vielleicht interessant ist.
- 6:17Ich weiß nicht, ob es groß sein könnte jemals in unserem Bewusstsein,
- 6:22aber eine gewisse Neugierde entlocken kann.
- 6:27Und was du gesagt hast, um zum vorherigen Thema zu kommen,
- 6:31wäre schag, es ist sowas von großartig.
- 6:34Ich habe tolle Sachen daraus probiert.
- 6:36Und ich wüsste keine Weinkarte im Augenblick,
- 6:40die wirklich becherrack in der Tiefe,
- 6:42die auch dieser Lied, was du ja auch erwähnt hast,
- 6:45und mir auch auf der Karte hatten, das wirklich lebte,
- 6:48obwohl du dort so unfassbar spannende Preis- leistungsrelationen haben kannst,
- 6:53authentische Weine, Weine mit Geschichte, Weine mit Tiefe,
- 6:56eigentlich all das, was wir haben wollen,
- 6:58man muss ihn nur erklären.
- 7:00Ja, das ist dann die Aufgabe.
- 7:03Ist sowas eher in Straf oder ist das eher eine Chance,
- 7:06um zu mir diese Weine zu erklären und sich die Weine zu widmen?
- 7:10Auch wenn die Gäste das nicht zu schätzen wissen,
- 7:13dann kann man sie immer noch selber trinken.
- 7:16Von daher ist das eigentlich nicht so ein Problem.
- 7:19Ich habe, wer scherrack habe ich zum Beispiel,
- 7:211991, ja, 1991, 1992 schon auf der Karte gehabt.
- 7:26Aber das ist, also man kann es eigentlich nur,
- 7:29wenn die Gäste im Sommelier vertrauen
- 7:32und eher ihnen das Empfehl zu probieren gibt
- 7:36und den Geschmack dann auch getroffen wird vom Gast.
- 7:43Also, Sommelier ist da sicherlich eine sehr wichtige Funktion.
- 7:49Wie baut man es Vertrauen auf?
- 7:51Schafft man das extern, dass jemand sagt, hey, du bist gut,
- 7:54man kriegt Auszeichnungen, man kriegt Artike oder sonstiges,
- 7:58man kriegt eine langjährige Beziehung zu den Gästen,
- 8:02ist es das der Chef sagt, der ist gut oder wie,
- 8:06bekommt man das Vertrauen?
- 8:08Also, das Vertrauen muss man aufbauen.
- 8:11Ich bin ja Quereinsteiger gewesen
- 8:13und habe sicherlich am Anfang auch Fehler gemacht,
- 8:15weil ich ja nie in der Gastronomie gearbeitet habe.
- 8:19Ich war ja vorher in der Küche.
- 8:22Und das dauert ein bisschen.
- 8:25Man muss sich auf den Gast einstellen.
- 8:30Es war nie mein Ding,
- 8:32natürlich habe ich immer bestimmte Weine geliebt,
- 8:35gemocht, die wollte ich ja noch verkaufen,
- 8:38aber es war nie mein Ding, mit mich selbst da zu stellen,
- 8:41sondern ich wollte immer den Gast davon überzeugen,
- 8:44dass der Wein gut ist, dass er zu ihm passt.
- 8:48Das hat natürlich nicht immer funktioniert,
- 8:51aber über die Jahre kriegst du einen Vertrauen
- 8:54und ich kann mich noch gut erinnern.
- 8:57Heute ist Jura ja in aller Munde,
- 9:00aber wir waren damals, wir haben im Jura Urlaub gemacht,
- 9:03haben ein paar Flaschen mitgebracht für die Weinkarte
- 9:06und dann war ich natürlich voller Enthusiasmus,
- 9:08so jetzt müsst ihr alle Jura Weine trinken
- 9:11und habe ich dann den guten Stammgästen angeboten
- 9:15und die haben den dann getrunken.
- 9:17Dann haben gesagt, ja, das ist ja alles sehr gut erfolgt,
- 9:20aber nächstes Mal empfehlen sonst bitte wieder was anderes.
- 9:23Also die haben dann sozusagen schon das Vertrauen gehabt
- 9:27und das wird dann auch nicht so schnell mehr zerstört,
- 9:30auch wenn man ein Wein, das ist sehr wirt,
- 9:33der ja nicht unbedingt gefällig ist.
- 9:35Du wusstest auch, wo ein Griff da neben ist.
- 9:37Ja, sie sagt, kein Griff da neben,
- 9:39das sieht die Gäste bar noch nicht so weit.
- 9:42Aber es ist manchmal ohnehin schwierig, oder?
- 9:46Dass man selber sich so intensiv mit der Weinwelt beschäftigt,
- 9:49so tief da drin steckt
- 9:52und man in Restaurants, Alltagsgeschäfts immer weiter,
- 9:56also immer wieder zurück budern muss
- 9:58und dann sich auf diese Ebene von den Gästen,
- 10:00ohne das irgendwie spekierlich oder negativ zu meinen,
- 10:04runtergradieren muss
- 10:06und versuchen muss, fast kindlich zu denken,
- 10:09also in seinem Erwachsenen zu sein.
- 10:11Ja, aber das ist halt die Aufgabe,
- 10:15du hast, sag ich mal, über Spitz 50% Graubagundertrinker
- 10:21und dann hast du 30% Chardonnay-Trinker
- 10:25und dann kommen 20% die Offen sind für alles.
- 10:29Die Riesling-Trinker haben wir noch nicht dabei gehabt.
- 10:32Das finde ich zum Beispiel so ein Zeugnis dafür,
- 10:36dass viele im Weingeschäft,
- 10:38dass mit einer gewissen Ernsthaftigkeit,
- 10:40mit einer gewissen Begeisterung,
- 10:42mit einer gewissen Authentizität auch Rücksicht
- 10:44oftmals gelebt haben, aber ich glaube, der Riesling,
- 10:47dass der wieder diese Anerkennung erfahren hat,
- 10:50ist durchaus ein Stück Arbeit gewesen
- 10:53und ein Arbeiter von vielen Seiten,
- 10:55von Zombies, von Winzern, von Journalisten
- 10:57und in den letzten 20, 25 Jahren,
- 11:00das ist ja mehr oder weniger genau der Spiegel,
- 11:02als ich auch in einer Karriere richtig eine Erfolgsgeschichte geworden.
- 11:08Ja, das hat angefangen, ganz allgemein,
- 11:11Deutsche Wein, nein, so was trinken wir nicht.
- 11:14Ja, und Deutsche Rotwein schon gar nicht,
- 11:16das war ja das Katastrophus, ja.
- 11:18Das war noch überhaupt noch ein Thema.
- 11:20Und Riesling war ja, das war, Riesling ist sauer
- 11:23und, nee, das trinken wir sowieso nicht.
- 11:26Und dann kam er hinzu, dieser Hickhack
- 11:29in den 90er Jahren mit der Bezeichnung.
- 11:32Dann gab es Spätlese trocken,
- 11:34Spätlese restüß und Spätlese trocken,
- 11:36Auslese, Restüß, Auslese trocken.
- 11:39Das haben die Gäste nie verstanden.
- 11:41Sieh dir das nicht, diese Aussprechen.
- 11:43Spätlese trocken, ja, Spätlese ist doch immer süß.
- 11:45Spätlese trocken war eine Todgeburt.
- 11:48Dann kam er so Mitte des 70er-Jahres,
- 11:51der Fall diese große Gewächsbewegung.
- 11:54Das war ja auch, hat ein bisschen gedauert,
- 11:58mit Geburtswähnen, aber im Prinzip war es,
- 12:01war das eigentlich der Durchbruch,
- 12:04weil das verstehen die Leute, das kennen sie aus Frankreich,
- 12:06da gibt es einen Grand-Grün und Trümmel-Grün.
- 12:08In Bordeaux gibt es auch,
- 12:10das haben sie dann endlich nachvollziehen können.
- 12:13Die Weinewanars war am Anfang vielleicht noch so ein bisschen,
- 12:16hatten zu viele Restüße, sind inzwischen deutlich trocken.
- 12:20Aber das ist ja, denke ich, auch mal eine Erfolgsgeschichte
- 12:26von deutschen Winzern, dass sie halt diese Rieslinge aus dem
- 12:30nicht da sein auf die Karten inzwischen
- 12:34der ganzen Welt gebracht haben.
- 12:36Aber das ist, ja, Mitte der 90er-Jahre,
- 12:40bis jetzt ungefähr, hält das ja an.
- 12:44Ist der Pieck erreicht?
- 12:46Also findest du, dass der Höhepunkt schon erreicht ist,
- 12:50oder siehst du noch mehr Potenzialen,
- 12:52Entwicklungsfähigkeit, also von Seiten der Winzer,
- 12:56als auch von Seiten des Konsumenten, des Marktes.
- 13:00Und nach wie vor ist ja der Deutsche, also,
- 13:03es gibt so unterschiedliche Betrachtungsweise,
- 13:05manche sagen auch, das ist nur eine Blase.
- 13:07Wir halten uns für die besten, sind es aber eigentlich nicht
- 13:10in der globalen Betrachtung.
- 13:12Andere sagen, dass was die Rieslinge erreicht hat,
- 13:14das ist unglaublich in den vor allem 20, 30 Jahren.
- 13:17Wiederum andere sagen, es gibt kaum einen Wein,
- 13:21der dieses Weltbewusstsein,
- 13:24diesen Weltmarschstab darstellt,
- 13:26und so unfassbar günstig ist in der Relation.
- 13:29Also wie siehst du das, oder wo ordnest du die Entwicklung
- 13:32im Augenblick ein?
- 13:34Also die Qualitätssteigerung, die ist da ziemlich steil
- 13:38nach oben gegangen.
- 13:40Es wird sicherlich in Steigerung geben,
- 13:42aber die Churbe wird deutlich flacher werden.
- 13:45Das, beim Konsumenten ist das Potenzial
- 13:48sicherlich noch viel, viel größer.
- 13:50Wir waren bei einem Winzer, obwohl das ja schon
- 13:53sehr weit gegangen ist, wir waren beim Winzer
- 13:55an der nahe, und da standen vier Paletten,
- 13:58großes Gewächs. Da habe ich den Winzer gefragt,
- 14:00wo geht das dann hin? Das geht alles nach Norwegen.
- 14:02Das heißt also vier volle Paletten, das sind
- 14:062400 Flaschen, die komplett nach Norwegen gegangen sind.
- 14:09Also die Welt trinkt großen Riesling aus Deutschland,
- 14:13auch trockenen Riesling. Vor 20 Jahren wollten
- 14:16alle nur Spätlesen und Auslesen haben aus Deutschland.
- 14:19Das hat sich stark geändert.
- 14:21Wenn man in spanischen drei Sterne Restaurants essen geht,
- 14:24was haben wir auf der Karte, deutsche Rieslinge?
- 14:27In Italien gibt es das auch sehr viel inzwischen.
- 14:30Frankreich ist da sicherlich noch ein bisschen,
- 14:32hat da noch Nachholbedarf, aber wenn wir in Frankreich sind,
- 14:36wir nehmen immer ein paar Flaschen Riesling mit.
- 14:38Und hier probiert mal, wir können auch
- 14:41guten Riesling machen. Aber ich denke mal,
- 14:45bei der Qualität des Produktes ist die Spanne
- 14:49nicht mehr so hoch, dass man da noch mal
- 14:53irgendwas sehr explosives erwarten können.
- 14:56Hat sich die Qualität in der Tat, im Vergleich zu den 90er-Jahren,
- 14:59so gravierend verändert?
- 15:01Oder hat sich das Bewusstsein und die Offenheit dafür verändert?
- 15:05Damals gab es sich schon einen guten Riesling, oder?
- 15:08Ich denke mal, dass ein dritter Faktor hinzugekommen ist,
- 15:11der Klimawandel, dass die Weine inzwischen
- 15:13mehr Schmelz haben, mehr Rundheit,
- 15:16natürlich auch mehr Alkohol, also mehr Fett,
- 15:19mehr Körper, was für viele Konsumenten sehr wichtig ist.
- 15:24So dieses Kage, gradliniger, Säurebetonte.
- 15:30Ich glaube, meine Frau denkt dann immer an
- 15:35das Forster Ungeheuer von Moosbacher, Jagen 1990.
- 15:39Das war einer ihrer besten Rieslingen, die sie hier getrunken hat.
- 15:42Aber wenn man das heute trinken würde,
- 15:45das war Kage und Säurebetonte.
- 15:48Und das könnte, glaube ich,
- 15:51nicht auf dem Markt mit den aktuellen Russengewächsen
- 15:54nicht mehr mithalten.
- 15:56Weil es nicht ausdruckstark genug ist?
- 15:59Oder kann man die Substanz des Weines nicht trotzdem erkennen?
- 16:05Muss man es immer an Kraft, an Fülle, an Stoffigkeit,
- 16:09an Textur oder so was die gemessen?
- 16:12Und die Skeletur des Weines fällt immer ab, oder?
- 16:17Ich habe da eher so an den allgemeinen Konsumenten gedacht.
- 16:22Die Spezialisten würden das sicherlich,
- 16:24oder Rieslingfreunde würden das sicherlich erkennen,
- 16:27dass das damals schon klasse gehabt hat.
- 16:31Spiegelt sich das in die ganze Welt?
- 16:33Also ist es hier zum Beispiel in Piemont,
- 16:35was ja auch für relativ kagegradlinige,
- 16:37teilweise Säurebetonteweine bekannt ist,
- 16:39grundteilweise ist es dort genauso?
- 16:41Oder ist das ein Rieslingphänomen, was hier einzigartig ist?
- 16:44Also Piemont erstaunt mich, weil das sind ja auch fordernde Weine.
- 16:50Dass die so eine große Freundeschar haben,
- 16:54wundert mich schon.
- 16:56Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
- 16:58Du stehst ja nicht in der Reihe der Jünger.
- 17:00Ich liebe das Zeug.
- 17:02Aber dass das so erfolgreich ist, das wundert mich.
- 17:07Weil das ja wirklich was sehr Spezielles ist.
- 17:10Worgrund ist anders?
- 17:12Gerade die Weißen oder auch Pinos,
- 17:16die sind ja schon, wir haben sehr viel Charme.
- 17:18Dass die so beliebt sind, kann ich gut nachvollziehen.
- 17:21Aber das Piemont, das ist ein Baolo,
- 17:23Barbaresco mit diesem bissigen Gerbststoff,
- 17:26mit diesen Ternoten, dieser Gradlinigkeit,
- 17:30dass das so erfolgreich ist, wundert mich schon.
- 17:33Hat das nicht dort mit der Möglichkeit,
- 17:37der verschiedene Qualitätsgeschmacksbewusstseinstufen zu tun?
- 17:41Das ist halt in Deutschland so,
- 17:43den jeder trinkt, der irgendwie charming fruchtig ist.
- 17:46Das ist ein Barberer, der ein bisschen anspruchsvoller ist.
- 17:48Und dann irgendwie an Feiertagen gibt es halt 'n Biolo.
- 17:51Und da sagt der Opa, der ist gut und dann muss der gut sein.
- 17:53Dann trink man es trotzdem.
- 17:55Und die, die das verstehen oder die sich darauf einlassen wollen,
- 17:59den entdecken wollen, die erkennen das?
- 18:03Schwere Frage.
- 18:06Ja, vielleicht ist es in einem Gebiet,
- 18:10was überall hoch eingeschätzt wird.
- 18:13Und deswegen muss man es mögen, das könnte schon sein.
- 18:16Aber glaube ich nicht wirklich.
- 18:20Bordeaux hat ja auch bei den meisten Konsumenten
- 18:24einen schlechten Ruf, weil sie schwer sind,
- 18:27gerbststoffreich, was ja überhaupt nicht stimmt.
- 18:30Das ist, da ist es vielleicht umgekehrt, geht es in die andere Richtung los.
- 18:38Weil Bordeaux ja auch mal schwierig ist,
- 18:40weil wir das Thema ganz auch am Anfang hatten,
- 18:43es leidet ja so ein bisschen unter seinem Ruf,
- 18:45egal in welche Richtung, ob im High-End- und Price-Bereich
- 18:50oder im kommerziellen Bereich.
- 18:53Also dieses riesige Gebiet, was so so groß ist wie Deutschland,
- 18:56findet ja nicht wirklich eine Gesamtidentifikation,
- 18:59eine Gesamtakzeptanz.
- 19:01Es gibt ja so viele, die mittlerweile und teilweise am Existenzminimum
- 19:05arbeiten, die nicht gesehen werden, obwohl sie tolle Qualitäten,
- 19:09teilweise großartige Preis-Leistungsrelationen,
- 19:12auch die Flasche zaubern, wo man Bordeaux für 15 Euro bekommt,
- 19:15der durchaus eine globale Präsenz hat und überrascht
- 19:19und reifen kann.
- 19:20Also all das, was man mit einem tollen Rotwein in Verbindung bringt,
- 19:22aber ich kriege es einfach nicht verkauft.
- 19:24Und da kriegen sie auf dem Markt nicht platziert,
- 19:26weil sie da halt nicht in den entsprechenden
- 19:28Verertriebsstrukturen sind und da auch nicht reinkommen.
- 19:31Und das ist ja eigentlich bedauerlich, oder?
- 19:33Ja, gerade wenn ich einen kleinen Bordeaux kaufe, 10 Euro,
- 19:39schon, das fängt schon an, 10 Euro,
- 19:41dann bin ich mir ziemlich sicher,
- 19:43dass ich eine absolut gute Qualität bekomme.
- 19:46Warum die das nicht schaffen, diese Weine zu verkaufen,
- 19:50wahrscheinlich ist das ein Imageproblem
- 19:54oder dass die Leute denken, das ist alles teuer
- 19:59und das ist aristokratisch und das ist,
- 20:02vielleicht hat es auch damit zu tun,
- 20:04dass Bordeaux kein Winzergebiet ist,
- 20:07sondern das wird ja im Wesentlichen von großen Konzernen beherrscht,
- 20:10dass das so ein bisschen unnah war.
- 20:13Das ist, ich weiß es auch nicht,
- 20:17ich wundere mich auch immer, warum kleine Bordeaux,
- 20:20wenn ich ein Bordeaux für 15 Euro kaufe
- 20:23und Bordeaux für 10 Euro kaufe,
- 20:25bei dem Bordeaux bin ich sicher,
- 20:27bei dem Bordeaux bin ich absolut unsicher
- 20:29auf, ob ich da nicht den größten Miss mehr
- 20:31in den Zug zugelegt habe.
- 20:33Ich habe da einfach die Sicherheit, dass die Weine sind.
- 20:36Aber warum groß und unübersichtlich,
- 20:39dass das Image richtet sich an Lafitte und Co
- 20:43und es ist teuer und das trinken nur Snaps,
- 20:46ich habe wirklich keine Ahnung.
- 20:49Ich weiß auch nicht, wie es in Frankreich ist,
- 20:51dass 110% der Fläche ausreißen.
- 20:53Ich denke mal, dass der ganze Weltmarkt
- 20:56das nicht aufnehmen kann,
- 20:58was da an einem guten Proproduziert wird.
- 21:01Und darüber hinaus gibt es auch noch andere Gebiete.
- 21:04Du hast Bergerak erwähnt, K.O.R.
- 21:07Keine Ahnung, es gibt ja so viele Gebiete,
- 21:09die völlig unbeachtet sind,
- 21:11aber ihnen doch die renommierten Gebiete,
- 21:13die gesamte L'Or à, ist teilweise so einzigartig,
- 21:16hat so einzigartige Stylistiken,
- 21:18die man sonst nirgendswo auf der Welt findet
- 21:20oder deine Leidenschaft oder eure Leidenschaft,
- 21:23eigentlich viel mehr, Bougelet.
- 21:25Bougelet ist ja eigentlich,
- 21:27eigentlich ist eine Erfolgsgeschichte,
- 21:29egal in welche Richtung, oder?
- 21:31Also sowohl meines Wissens war es ja so ein Marketingprojekt,
- 21:34dass die im Weinverkommunzialisieren wollten,
- 21:36ihre Sachen verkaufen wollten,
- 21:38deswegen eben diese primären Niveau-Marketingstrategie damals etabliert haben,
- 21:44was natürlich dann letztlich ein Genickbruch für das ganze Gebiet wurde
- 21:47und in der Zeit wurde, aber auch im Neuzeitlichen,
- 21:50wie sich viele Winzer mit ihren Qualitäten langsam wieder präsentieren etablieren können
- 21:56und die Außergewöhnlichkeit der Weine darstellen können,
- 21:59ist ja auch in gewisser Weise eine Erfolgsgeschichte.
- 22:02Wenige Sehnser aber trotzdem so wie ihr.
- 22:04Ja, Bougelet ist ein Spezialfall.
- 22:07Ich habe zum Beispiel keinen Trossier gemacht
- 22:10und ich habe keinen Bougelet gemacht.
- 22:12Was mache ich dann?
- 22:14Ich sage dann, kann ja mit mir irgendwas nicht stimmen.
- 22:17Also ich muss da hin.
- 22:19Das war so die gleiche Zeit.
- 22:24Und dann kam eine Einladung von der Sub-Pexa für eine Sommelierreise ins Bougelet.
- 22:30Da habe ich gesagt, ja, das machst du jetzt,
- 22:32auch wenn dir der Wein nicht gefällt, du probierst das aus.
- 22:36Und spannend war, wir haben Reifebeine getrunken aus den 70er Jahren.
- 22:46Was ist denn in Bougelet?
- 22:48Im Bougelet haben wir dann von den Winzern Reife Sachen bekommen aus den 60er, 70er Jahren.
- 22:54Die waren großartig.
- 22:56Was dann aktuell uns zu probieren gegeben worden ist,
- 23:01das war ziemlich belanglos bei den meisten Winzern.
- 23:05Und dann habe ich gedacht, da stimmt doch irgendwas nicht.
- 23:07Und dann gehst du in jeden Keller und die Keller waren leer.
- 23:10Da waren keine Holzfessern, nichts mehr drin.
- 23:12Die haben also alles diese Matzeration, Carbonik und abgefüllt und verkauft.
- 23:19So weit es noch verkaufen konnten.
- 23:23Aber bei mir ist Hängen geblieben,
- 23:25dass die Weine irgendwann mal gut gewesen sein müssen.
- 23:28Das hat dann nur 15 Jahre gedauert oder 20 Jahre.
- 23:31Und dann haben wir gesagt, wir fahren jetzt mal wieder ein und gucken, was da los ist.
- 23:36Eine kleine andere Geschichte.
- 23:38Nach der Bougelet-Reise haben wir dann Bougelet-Abend im Restaurant gemacht.
- 23:42Und das war, glaube ich, der feuchtprüchste Weinabend, den wir je in der Resinance gehabt haben.
- 23:49Also ich glaube, 98% aller Gäste waren total betrunken, kurz betrunken hinterher.
- 23:54Die hatten so viel Spaß.
- 23:56Und da habe ich auch gedacht, irgendwas muss ja an dem Wein sein,
- 23:58wenn die Leute mit dem so so viel Spaß haben.
- 24:01War das der Wein? Also hätte man so etwas mit dem anderen Wein auch?
- 24:04Also hättest du da jetzt Zanktwese, Toskana rein spekulativ?
- 24:09Nein, ich glaube, das war, das ist diese Rebsorte, die so viel Spaß,
- 24:15so viel Freude bei den Gästen ausgelöst hat.
- 24:18Das ist, das haben wir in dem Maß nie wieder erlebt mit anderen Rebs.
- 24:24Und ja, da sind wir halt 20 Jahre später hin gefahren und haben, wie man das dann immer macht.
- 24:31Man sucht sich einen guten Gastronomen aus und fragt denen, was ist denn hier so.
- 24:35Und haben wir ein paar Winzer besucht und dann haben wir gesehen,
- 24:39dass da noch ein Einiges passiert ist, dass die wieder Fuß gefasst haben.
- 24:44Die haben ja einen Riesenschatz von uralten Rebeständen.
- 24:47Dadurch, dass kein Geld da war, haben die nie neu angelegt.
- 24:50Die Reben sind alle noch so 50 cm hoch in dieser Stockerziehung.
- 24:56Und ich glaube, alle Menschen, die dann im Weinwerk arbeiten, müssen Rückenprobleme haben.
- 25:01Das ist also ganz, glaube ich, ganz fürchterlich, da zu arbeiten.
- 25:04Wir haben auch ein paar erlebt, die aufgehört haben, die das nicht mehr, nicht mehr weitergemacht haben,
- 25:11weil es ist, wenn du fünf Euro für eine Flasche kriegst
- 25:15und dann hast du ein Frost-Schaden oder einen Hagelschaden und dann bist du ganz schnell platt.
- 25:20Also ich spreche jetzt nicht von den Grüßen, sondern von den Sachen drum herum,
- 25:25die also wirklich nach wie vor ziemlich notleiten.
- 25:28Es gibt da sicherlich einige, die durch viel Engagement sich über Wasser halten,
- 25:34aber da wird sicherlich noch viel verschwinden in den nächsten Jahren.
- 25:39Als ihr dann dort das erste Mal ernst hat wart, war das um 2000 ungefähr herum?
- 25:45Oder war es dann später?
- 25:47Nee, es war später, 2010 vielleicht.
- 25:51Und die Weine, wovon du gerade gesprochen hast, das waren also nicht die Grüßen,
- 25:58nicht diese zehn Grüßen, die ja auch eigentlich in ihrer Art liegen,
- 26:01die eigentlich so einfach zu verstehen sind, weil ja jede der größten Ereignen,
- 26:05als ich auch im Mund auch war oder was auch immer, eine eigene Identität hat,
- 26:09sondern es ist dann auch nicht ein Niveau oder Primer, sonst ist es Buschli-Village.
- 26:15Ja, genau. Das geht ja hoch bis 1000 Meter und dann gibt es...
- 26:19Wahnsinn, oder?
- 26:20Ja.
- 26:21Und da gibt es also wirklich tolle Lagen und tolle Winzer, tolle Weine,
- 26:26sehr, sehr bezahlbare Preise, sehr engagierte Leute, junge Leute, die das machen.
- 26:32Auch im Heilendbereich, also man kriegt für 20 Euro oder so viel Qualität,
- 26:35die lagerfähig, die lebensfähig ist, die großartig ist, aber es gehört ja rein Weinbaurechtlich,
- 26:43meines Wissens zum Bugund, rein vom Verwaltungsrechtlichen zum Rohnethal.
- 26:49Was ist denn jetzt, weil die einen sagen, es ist klimatechnisch eigentlich ein bisschen Bugund,
- 26:54aber eigentlich auch ein bisschen Rohne, Bodentechnisch ist ja eigentlich mehr Rohnen.
- 26:58Wie würdest du es sehen, wie wirst du es einordnen?
- 27:00Ja, Bodentechnisch, es gibt viel Granit, aber es gibt auch Vulkan und Schiefer,
- 27:05also es ist schon sehr, sehr gemischt.
- 27:08Aber kein Kalk?
- 27:10Nee, Kalk, nee, mehr gibt es nicht.
- 27:13Also daher dann eigentlich mehr Rohnen, mehr Grutti, die von der Grundrichtung,
- 27:19so vom Gefühl her, von der Nordrone, ja, also von Landschaftlich auch, ja, eher.
- 27:25Aber von den Menschen her, so ist es eher bugundisch, so der Typ,
- 27:34so mit wasken mitzke und gutes Essen, aber das hast du im Raum von Lyon ja eigentlich auch.
- 27:40Also das ist ja Übergangsregion.
- 27:47Aber sie wollen sich ja schon deutlich von Bugund abheben.
- 27:51Wollen Sie das? Sie sehen es sich selber nicht als Bugundian?
- 27:55Also die, wir kennen gelernt haben, die wollen eine eigene Identität aufbauen.
- 28:01Kann man aber die Weine, wenn man sie probiert, fast eine leihenhafte,
- 28:05nicht eine leihenhafte Frage, nicht doch mit Bugund eher vergleichen als mit der Ruhe,
- 28:12würde ich fast sagen. Also im Alter klar, ich finde im Alter werden die total bugundisch,
- 28:17wenn die 20, 30 Jahre auf dem Buckel haben, insofern man die Weine heutzutage noch bekommt.
- 28:22Aber in der Jugend, wer sind die da nicht?
- 28:27Aber findest du aber auch Gammis mit so pfeffrigen Noten, dass sie das jetzt so gut haben?
- 28:32Das ist ganz klar auch zu finden, ist es? Ja, ja, stimmt.
- 28:35Also ich würde schon als Übergang irgendwie so bezeichnen.
- 28:40Interessant, weil es ja eigentlich ein Pinoclone ist, oder eine wilde Kreuzung,
- 28:45mit der Blonde und Pinot und da ist schon dieser Ursprung dann verankert sein müsste.
- 28:51Gibt es hier Rebsort eigentlich sonst irgendwo?
- 28:53Ich habe die noch nirgends, also, hätte ich glaube ich auch noch nie jemand versucht,
- 28:57in Sachsen witzigerweise, weil du von Mitteldeutschland erwähnt hast,
- 29:01hat der Janek Schumann initiiert, dass es auf Wackerbad angebaut wird.
- 29:05Dort hat man die Zukunft dafür gesehen, sonst in der Welt glaube ich nirgends, oder?
- 29:09In Kalifornien gibt es ein bisschen, was auch mal probiert haben,
- 29:14aber, da ich mal in Frankreich ist, ist ja ganz gut verteilt eigentlich, bis zur Lvaro.
- 29:20Aber sonst in... ich wüsste dich auch nicht, dass das so irgendwie...
- 29:26aber Südafrika auch nicht.
- 29:29Ja, ich glaube nicht.
- 29:30Spannende Rebsorte, also die durchaus interessante Weine erbringt und auch lebensfähige Weine.
- 29:36Auf vielfalt auch. Man denkt ja, also klar, die zehn Grüß, unterscheiden sich schon deutlich
- 29:42und wenn du dann weiter in Süden gehst, wo wir uns gar nicht gut auskennen,
- 29:47ist das Ganze im Süden, also die goldenen Hügel da, da haben wir es noch nicht mit beschäftigt.
- 29:53Da haben wir wohl letztes Jahr ein super Chardonnay kaufen können.
- 29:58Der war also echt der Weichklasse, aber sonst...
- 30:01Was was total spannend ist, also Weißwein, das glaube ich nur ein Prozent der gesamten Anbaufläche,
- 30:07aber teilweise was ich probieren durfte, also sowohl Weißwein, sowohl Chardonnay als auch Aligothé,
- 30:13war richtig, richtig überraschend auch von der Entwicklungsfähigkeit,
- 30:17von der eigenen Identität auch in der Kombination mit den Böden.
- 30:20Was ich total interessant finde, was ich noch nie gesehen habe, also hier,
- 30:26weil das glaube ich ausschließlich für Japan produziert wird, ist Bougelet Rose.
- 30:32Die haben das glaube ich initiiert in den 90er Jahren, dass die Rose aus dem Bougelet trinken wollten
- 30:37und es gibt glaube ich im Jahr 60.000 Flaschen oder sowas, die gehen komplett nach Japan.
- 30:43Habt ihr mal einen gehabt? - Nee, hab ich nicht gehabt.
- 30:45Bittsig, also so ein Liebenzieher von mir, Bougelet Rose zu trinken.
- 30:50Das stechen mir auch vor, dass der toll reifen kann und durchaus interessant sein könnte.
- 30:55Aber die Grüße, wenn wir die so ein bisschen vernachlässigt haben,
- 30:58sind hier eigentlich in dem Sinne ähnlich wie in nördlichem Begrund, ganz einfach,
- 31:01dass jedes Grüne eigene Identifikationen, eigene Authentizität, ein eigenes Geschmacksbild hat.
- 31:07Man durchaus ein Brieh vom Mulavon, der wir gerade die beiden schon hatten,
- 31:11unterscheiden kann und das auch heraus schmecken kann, oder?
- 31:14Ja, absolut, aber natürlich hat auch der Winz einen riesen Einfluss.
- 31:21Wenn du halt mit mehr Gerbststoff arbeitest und so, dann kriegst du auch in Santa Muhr vielleicht ein Mulavon
- 31:29in der Richtung gehen. Also wir haben ein bisschen Schwierigkeiten inzwischen,
- 31:33das zu unterscheiden. Wenn du bei einer bestimmten Winzerriege probierst,
- 31:40die versuchen ja alle Struktur reinzubringen, Lagerfähigkeit und so,
- 31:45dann wird es manchmal schon sehr, sehr schwer zu sagen,
- 31:49das ist jetzt ein Renier und das ist ein Juliennast oder so.
- 31:54Wobei Renier ja eigentlich der Leichtester eigentlich ist.
- 31:59Gibt es eine Wertigkeitsabstufung, wo man sagt, das ist die absolute Potenteste,
- 32:07also das ist keine Ahnung, der Morachet, das andere ist der Chassanioepinie Morachet,
- 32:11das nächste ist der Santo Bar, das dritte ist der, also gibt es sowas bei den Grüßen auch,
- 32:16oder kann man das so gar nicht sagen?
- 32:18Ja, ich meine, auch Mor sichert, dann gibt es aber auch Morgan,
- 32:24da kommt ja der Begriff, der morgoniert, also ein Wahn kann gut reifen,
- 32:28wenn der morgoniert und dann Kote Bruy, die halt von diesem Vulkan-Gipfel da,
- 32:36die Spitze, ja, das ist und dann aber dann natürlich auch mit den Namen hat da was zu tun.
- 32:44Das Santa Muhr ist natürlich was Romantisches, was in bestimmte Kisten so reinpasst.
- 32:52Flurrie finde ich total interessant, weil in Flurrie kriegst du ganz leichter,
- 32:58einfache, einschmeichelnde, charmante Weine, aber auch unheimlich gut strukturierte und kraftvolle.
- 33:04Die Lagen sind ja auch sehr unterschiedlich.
- 33:08Wahrscheinlich ist die Einzellage sogar noch wichtiger als die Großlage sozusagen.
- 33:14Schreibt aber kaum jemand eine Einzellage drauf, oder?
- 33:16Kommt schon, ja.
- 33:18Mittlerweile ist es, ich habe das kaum gesehen, leider.
- 33:24Aber ist natürlich kompliziert für jemanden, der von außen kommt,
- 33:28das dann so nachzuvollziehen und einen einzuschätzen.
- 33:32Markt wahrscheinlich komplett Frankreich, oder?
- 33:34Also die verkaufen glaube ich alles dann irgendwie, wahrscheinlich in Paris oder Südfrancreich.
- 33:40Wir haben letztes Jahr ein junges Winzerpark kennengelernt, die Cote Bruy, angefangen haben.
- 33:48Und die haben das auch so wunderschön erklärt.
- 33:51In der Ausrichtung ist mehr der Boden, in der Ausrichtung mehr der, die machen drei verschiedene Grüß.
- 33:58Und die haben wir dann nebenan probieren können und das war total nachvollziehbar,
- 34:03wie dort die Lage und unterschieden hat.
- 34:08Und das dann einem relativ kleinen überschaubaren Weinberg.
- 34:13Das ist schon spannend, aber da muss ich mit beschäftigen.
- 34:16Das ist ein Thema, wo da erst mal sechs Wochen der Urlaub machen muss.
- 34:21Es gibt schlimmere Gegenden, das heißt doch.
- 34:24[Musik]
- 34:40Glaubt ihr, ihr könnt mediterraneelegant so ein Scham und Alpine frische und präzision euch gedanklich in einem Wein vorstellen?
- 34:48Schwierig finde ich, bis ich einen Wein aus dem Weinbaugebiet um den Kaltterer See gefunden habe.
- 34:53Und die Kellerei Kaltern, eine Institution des Südtiroler Weinbaus,
- 34:58demonstriert mit ihrem Quintessens Kaltterer See Klassico Superiore 2023,
- 35:04dass die dort zur einzigartigkeit aufblühende Rebsorte wären natsch.
- 35:08Weit mehr ist als ein einfahrer Zeuge lokaler Weintraditionen.
- 35:11Dieser Wein ist ein Ausdruck jahrhundert der alter Handwerkskunst,
- 35:15modern interpretiert in einer Perfektion vollendet, die seinesgleichen sucht.
- 35:20Ja, in Südtirol funktioniert der Genossenschaftsgedanke und die Kellerei Kaltern
- 35:24ist eine der traditionsreichsten Winzergenossenschafts Südtirols gegründet aus der Überzeugung heraus,
- 35:30dass die Stärke der Region in ihrer Gemeinschaft lieb.
- 35:32Ihre Wurzeln reichen über ein Jahrhundert zurück, als sich Winzer zusammenschlossen um gemeinsam,
- 35:38nicht nur eine besondere, sondern die höchste Qualität zu erzeugen und den Kaltterer See als exzellentes Terror zu etablieren.
- 35:44Heute zieht die Kellerei Kaltern zu den führenden Botschaftern Südtiroler Weinbaukunst.
- 35:50Was ist Ihr Erfolgsrezept?
- 35:52Wahrscheinlich, und das wird oft zitiert, es wird fast ein bisschen abgetroschen,
- 35:57aber hier wird es gelebt, die Verbindung von Traditionen und Innovationen.
- 36:00Wenn Ihr einmal dort in diesem Gebiet, einmal dort in der Kellerei seid,
- 36:04dann seht Ihr, dass die Ursprünglichkeit der Region respektiert wird,
- 36:08dass auf akribische Selektionen gesetzt wird,
- 36:11dass naturnal Bewirtschaftung keine Marketingworte sind
- 36:14und dass man es genau dadurch schafft, die Authentizität und den Tiefgang in den Wein zu etablieren.
- 36:19Und ich finde, der Quintessenz Kaltterer See 2023 ist ein absolutes Paradebeispiel dieser Philosophie und zeigt,
- 36:26das wäre natsch, wenn mit Präzisionen wieifiziert außergewöhnliche Eleganz und Komplexität entfalten kann.
- 36:32Okay, was ist mit Präzisionen wieifiziert?
- 36:35Dieser Wein beginnt seiner Reise in den besten Weinbergen rund um den Kaltterer See,
- 36:40wo alte Wernatschreben teilweise bis zu 70 Jahre alt, tief in den Böden aus Dolomitkalk, Märgel und Schotter greifen.
- 36:48Das herrlich sanfte Klima, beeinflusst vom Mediterranean Strömung und Alpinekühlelementen,
- 36:52ermöglicht eine langsame und gleichmäßige Reifung, vor allem eine Ausreifung der Trauben.
- 36:58Ja, und der Wernatsch fand hier seine Heimat.
- 37:01Historische Aufzeichnungen zeigen, dass Wernatsch im Mittelalter in Klosterweinbergen Südtirol eine große Rolle spielte.
- 37:08Der Name Wernatsch, stand vom blatteinischen Wernakulus ab, was Einheimisch bedeutet.
- 37:13Ein Hinweis darauf, dass diese Rebsorte immer eng mit der Südtiroler Weinlandschaft verbunden war.
- 37:18Klar, wir in Deutschland kennen sie als Trollinger.
- 37:20Und diese Bezeichnung stammt von Tirolinger ab und verweist auf die Südtiroler Herkunft dieser Rebsorte.
- 37:27Sie wurde vermutlich im 17. Jahrhundert über Handelswege ins Württembergische gebracht.
- 37:31Im 19. Jahrhundert war Wernatsch die dominierende Rebsorte Südtirolsten galt als Alltagsdrung für Bauern und Adlige gleichermaßen.
- 37:38Und die wichtigsten Appellation für Wernatsch in Südtirol sind Zatmaktalena, natürlich auch der Merana Wernatsch, aber überall in Schwäbend,
- 37:46ist ohne Frage die DOC Kalterer See Klassikosuperjore.
- 37:49Dort in Südtirol beträgt die Anbaufläche ungefähr ein Viertel Württemberg, nämlich 500 Hektar,
- 37:54und ist ein Geschenk für die Rebsorte, wenn sie auf diesen kalkhaltigen Dolomitböden, den lemigen Schotterböden und dem samtigen Mergel
- 38:01mit der extrem guten Wasserdurchlässigkeit, was eine tiefe Wurzelbildung fördert,
- 38:07und gerade in den warmen Sommern eine Bewässerung oftmals ausschließt, ihre Heimat findet.
- 38:13Klar kann diese Rebsorte auch zu Bastenträger werden und Spielen, 120 Hektoliter, erbringen,
- 38:17aber durch eine extrem strengen Ertragsbegrenzung von 30 bis 60 Hektolitern, biodynamischen Anbau und selektive Klonforschung,
- 38:24wird Wernatsch in den letzten Jahren wieder als hochwertige Rebsorte anerkannt.
- 38:28Und nicht zuletzt verantwortlich, zeichnet sich dafür die Kellerei Kaltern.
- 38:32Denn hier steht der Wernatsch in exponierten, in sehr außergewöhnlichen Lagen,
- 38:37in einer Höhe von idealen 2 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel.
- 38:41Ja, und wenn er solche Möglichkeiten hat, wenn er so verwöhnt wird, wenn er so gefördert, erzogen,
- 38:46wenn er so diszipliniert wird, dann kann man verstehen, warum nicht wenige den Wernatsch
- 38:52stilistisch betrachtet mit den Garmay aus dem Bourjoulet gleichsetzen.
- 38:56Und wenn er dann noch ein so typisches Aromenbild wie der Klassikosuperior 2023,
- 39:02das an rote kürschen Erdbeeren, Haargeburt, Mandel, Feicheln und leichte Kräuternoten erinnert, in sich trägt,
- 39:07wenn man diese kalkigen Noten am Gaumen spürt, wenn ein diese Geschmackslänge, diese feinen Texturen
- 39:13und diese wunderbare Frische, diese zarten Tannine faszinieren dürfen,
- 39:17versteht man, warum diese Rebsorte dort in dieser Region und weit darüber hinaus so anerkannt ist.
- 39:22Es gibt Weine, und auch unter dem Wernatschwein, die einfach nur genossen werden.
- 39:26Es gibt Weine, die Geschichten erzählen.
- 39:28Der Quintessenz Kaltere See 2023 ist zweifellos Letzteres.
- 39:32Er lädt ein, die Geschichte des Südtiroler Weinbaus mit jedem Schluck zu erleben.
- 39:36Er ist definitiv kein glattpolierter Publikumslippling, der sich überall anbietet.
- 39:40Er ist eigenständig, charakterstark und verdammt ehrlich.
- 39:44Quintessenz Kaltere See Klassikosuperior 2023 ist der geschmackvolle Beweis,
- 39:49das Wernatsch kein leichter Sommerflöhr sein muss.
- 39:52Kein Mainstream, kein Chichi, einfach purekalker in dem Glas.
- 39:56Der Quintessenz Kaltere See 2023 ist ein Statement für Südtirol, für den Wernatsch
- 40:02und für den Genossenschaftsgedanken. Vielen lieben Dank dafür.
- 40:05Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 40:10Aber warst du dort nicht so, weil du sagst,
- 40:22ihr wart in den 90er oder Anfang des 90er Jahre dort,
- 40:24habt die Sachen probiert, es gab dort noch Sachen aus den 60er/70er Jahren,
- 40:28dass wie im restlichen Beginn die Böden komplett kaputt waren,
- 40:32übersäuert waren, in voller Chemie waren, also total verdorben waren,
- 40:37war es dort anders oder war das der Grund, warum dann alles bergrundig und bergab ging
- 40:43und man total auf Kommerz gesetzt hat?
- 40:46Das war ähnlich. Es gibt ja diesen Silvernpartei,
- 40:51der so ein bisschen mit verschiedenen Weingütern da auf Bio umgestellt hat.
- 40:57Ende der 80er Jahre. Mir fällt das nicht,
- 41:01dass Weinbeteilig der Mannes gerade gestorben in Morgon.
- 41:05Die haben das damals umgestellt, die haben damit angefangen.
- 41:09Und das war auch dieser Morgon, der einzige Weinbär,
- 41:13der uns auf dieser Reise damals in Burjulei wirklich gefallen hat.
- 41:18Ungeschweffelt damals schon.
- 41:21Er war sicherlich ein Pionier, Pakalert,
- 41:27hat damit mitgearbeitet in dem Wein, wo er sich dann zu priori rockte
- 41:31und hat dann heute an einen eigenen Weinhandel.
- 41:35Aber das war da ähnlich, dass die wirklich aus diesen kaputten Böden rauskommen mussten.
- 41:42Vielleicht war es in den 60er/70er Jahren noch nicht so schlimm.
- 41:46Ich weiß nicht, dass sie dann durch Burjulei, wo, viel produzieren
- 41:51und dass sie dann endgültig den Böden den Rest gegeben haben.
- 41:56Wobei die Winzer in den Oberen rein, die haben bestimmt nicht das Geld gehabt
- 42:01für so viel Chemie. Die werden wahrscheinlich immer so gearbeitet haben.
- 42:08Aber nach wie vor ist schon Masse das, was überhand produziert wird.
- 42:16Oder hat sich mittlerweile das Kärt gewendet,
- 42:19wie teilweise in manchen Regionen in Deutschland auch,
- 42:22dass man merkt, wenn ich Qualität produziere,
- 42:25dann kann ich langfristig doch ein anderes auch wirtschaftliches Fundament bauen.
- 42:31Oder kann man das so in der Gänze gar nicht werden.
- 42:33Es gibt ja Jahre, wo in Burjulei mehr Wein produziert wird als im gesamten restlichen Begrund.
- 42:39Es wird dann auf diesen 20.000 Hektar schon noch einiges dann irgendwo herausgearbeitet.
- 42:45Aber es kommt irgendwie so um mehr, vielleicht das meine Betrachtung,
- 42:49qualitativ mehr rüber und dem mehr.
- 42:52Ich glaube, diese Burjulei in Nouveau hat, glaube ich, noch ein bisschen Berächtigung in Japan.
- 42:57Da läuft noch ein bisschen was. In Frankreich hört man immer,
- 43:00aber bei uns, ich weiß, ich habe ewig keine Verlopfmasche mehr.
- 43:04Seit Schlecker tot ist es das auch tun.
- 43:06Irgendwo gesehen, dass sie so viel produzieren,
- 43:13aber es gibt ja halt noch große Handelshäuser, die das vermarkten.
- 43:18Und das hat uns überrascht, wenn wir nach Paris kommen
- 43:23und wir gehen in ein ganz einfaches Bisto, was essen,
- 43:26die haben in der Regel alle noch drei, vier Grüß und ein Burjulei-Biblage auf der Karte.
- 43:32Das scheint in der französischen Gastronomie noch sehr gut zu laufen,
- 43:36weil sie halt bezahlbar sind und jedem schmecken und natürlich auch eine gewisse Grundqualität haben.
- 43:42Aber bei uns ist das schwierig, denke ich mal.
- 43:47Ich finde aber in dieser Grundqualität haben die immer noch,
- 43:50jetzt wenn wir im Bistro gedanklich in Paris irgendwo sitzen, trotzdem ein anderer Geschmacksanspruch.
- 43:57Die trinken den Wein einfach, weil sie den Wein trinken.
- 43:59Also es ist nicht so, dass die einen Feuertanz drum machen
- 44:01und da versuchen irgendwelche Aromen rauszulösen,
- 44:03sondern teilweise aus halben Wassergläsern, dass die den da austrinken.
- 44:08Aber sie würden nicht allen misstrinken, sondern man hat schon Geschmack.
- 44:12Und das finde ich eigentlich gewundernswert, wie der dort gelebt wird
- 44:16und dass man selbst in dieser Auswahl dort ein gewisses Qualitätsgrundbewusstsein dann irgendwo hat.
- 44:24Ja, ja. Also ich kann mich erinnern, meine ersten Reisen nach Frankreich in den 70er Jahren
- 44:32haben wir ja kein Geld gehabt.
- 44:34Wenn wir in Supermarkt gegangen, ein Liter Pfannflaschen, das war eine ordentliche Qualität.
- 44:41Dann haben wir gedacht, jetzt trinken wir, holen wir mal was anderes, Kotyronen oder so.
- 44:45Das war dann nicht gut. Also das waren ganz einfache herbeweine.
- 44:51Wenn man den anderen hat, hat man gemerkt, da hat man versucht, was besser zu machen, was das hat nicht funktioniert.
- 44:56Das haben wir über viele Jahre getrunken.
- 45:00Das waren so Literflaschen, mit so einem Plastik stopfen, da oben drauf.
- 45:04Okay.
- 45:05Der hat drei, vier Frons gekostet.
- 45:08Aber...
- 45:09Also im Prinzip gar nicht, sondern wir waren glücklich.
- 45:12Das war der Einstieg für dich beim Wein?
- 45:15Ja, ich...
- 45:17Waren es diese Pfannflaschen damals oder war es etwas anderes, wo du sagst, das war mein Opener, da bin ich...
- 45:25Das ist mein Weinvirus.
- 45:27Der Einstieg war eigentlich nach dem Abitur.
- 45:31Da sind wir mit dem VW Käfer durch Europa getourt.
- 45:35Also durch Jugoslawien, Griechenland, Italien, Frankreich zurück, haben überall Weine probiert.
- 45:41Also das war für uns Neuland.
- 45:43Wir essen und trinken das, was das Land zu bieten hat.
- 45:47Jugoslawien ging so.
- 45:50Griechenland war ganz grauslich, war alles mit Gefahrt.
- 45:56Italien hat auch nicht so recht gefunkt.
- 46:01In den 70er-Jahren war das auch nicht einfach.
- 46:03Also wenn man da nicht...
- 46:05Man sich zurückgeinnert, also da poemal nicht wirklich weiterentwickelt,
- 46:09oder keine Ahnung, Kapanien oder so.
- 46:11Und dann haben wir zufälligerweise in den Weinwerken von Chateau-Noufti-Pap übernachtet.
- 46:16Einfach den Schlosser raus und in die Weinwerke gelegt.
- 46:21Das war in Frankreich damals kein Problem, da hat sich keiner drauf gerechnet.
- 46:24Wir haben unseren Dreck wieder mitgenommen und da war es gut.
- 46:27Wir haben dann einfach in den Ort gegangen, wollten noch was zum Frühstück holen
- 46:31und haben überall auf eine Weinkeller gesehen.
- 46:34Wir haben mal gefrühstückt, haben gesagt, jetzt gehen wir mal irgendwo was probieren.
- 46:38Wir vier, zwei Mädels, zwei Jungs sind da rein und die wussten genau, die kaufen nichts.
- 46:45Aber die haben uns alles zu probieren gegeben.
- 46:48Ich habe damals bis zu 59 zurück Chateau-Noufti-Pap probieren dürfen.
- 46:53In den 70er-Jahren? 20 Jahre alt, schade ich auf.
- 46:56Da hat es Glück gemacht.
- 46:59Das Wein ist ja doch noch was anderes.
- 47:02Das ist so eine Liebe geworden und wir sind wirklich ab diesem Zeitpunkt jedes Jahr mindestens einmal noch Chateau-Noufti-Pap gefahren
- 47:12und haben da Wein gekauft und getrunken und gegessen.
- 47:16Das bestimmt über 10, 15 Jahre lang haben wir das gemacht.
- 47:20Ist jetzt aber noch erhalten, also wenn du heute noch nach Chateau-Nouft fährst, hast du das gleiche Gefühl, dass es ist?
- 47:25Die Ortschaft ist fürchterlich geworden.
- 47:27Das lohnt sich kein bisschen mehr.
- 47:29Die Weine sind ja sehr alkoholisch bis 16%.
- 47:33Ich bin so ein bisschen übergeschwenkt nach Chigondas.
- 47:37So etwas höhere Lagen Chigondas, das trinke ich dir.
- 47:40Das ist eigentlich lieber als Chateau-Noufti-Pap.
- 47:42Wobei es immer noch großartige Sachen gibt.
- 47:45Und dann, als du den Chateau-Noufti-Pap back in die Art ist, dann wolltest du sofort Sommi werden.
- 47:55Irgendwie kommt ein Studium dazwischen oder kommt da noch eine ganz andere Karriere bzw. eine andere Entwicklung?
- 48:02Wenn ich jetzt zurückrechne, die Residenz hat zugemacht, da wurdest du, glaube ich, gerade 60.
- 48:10Das waren 28 Jahre.
- 48:12Bis zum Abbey wird dann rückgerechnet ein ganz großes Stück.
- 48:16Ich habe studiert, ich wollte Lehrer werden eigentlich.
- 48:20Ich habe angefangen mit Sozialwissenschaften und Geschichte.
- 48:25Und dann kristallisierte sich heraus, dass kein Lehrer eingestellt wird.
- 48:30Damals.
- 48:32Was man im Nachhinein festgestellt hat, dass es ein großer Fehler war.
- 48:36Wie so oft immer.
- 48:38Wenn ich mich umgeschwenkt habe, nur noch Erziehungswissenschaft studiert,
- 48:42ich wollte dann halt Eheberatung machen, Erziehungsberatung, so etwas in die Richtung.
- 48:48Das hat sich dann ein bisschen hingezogen.
- 48:51Ich habe mich beworben, keine Stelle gekriegt.
- 48:54Dann musste irgendwas machen.
- 48:57Ich habe mich zum Arbeitsamt gegangen.
- 48:59Ich würde gerne eine Umschuldung zum Koch machen.
- 49:01Und die waren hell begeistert.
- 49:03Sofort suchen sie aus, wie wir bezahlen lassen.
- 49:06Das habe ich dann gemacht in der Residanz.
- 49:1089 bis 91.
- 49:13Aber während der Zeit schon in Service gegangen.
- 49:17Damals schon in der Residanz.
- 49:19Ja, das war ...
- 49:21Ich war ja schon ein bisschen weinhaft wie.
- 49:23Da gab es damals die Zeitschrift "Alles über Wein"
- 49:27vom Woszek.
- 49:29Und da waren drin die 150 besten Restaurants in Deutschland.
- 49:35Da habe ich mir alle von oben runter rausgesucht, die in Nordrhein-Westfalen waren.
- 49:40Die habe ich angeschrieben und ich beworben.
- 49:43Da war ich dann, ich habe einen Hugenpot.
- 49:45Damals im Mühlheim Kamin.
- 49:47Das war auch so ein weinerfines Restaurant.
- 49:50So war es so ein Halten in der Residanz.
- 49:52Ich kam in die Residanz rein und habe gesehen, entweder hier oder gar nicht.
- 49:56Das war so.
- 49:57Lieber auf den ersten Blick.
- 49:58Genau.
- 49:59Das ist ja schön.
- 50:00Das hat sich dann noch ein halbes Jahr hingezogen, weil die hatten keinen Platz.
- 50:04Und die hatten einen Umschüler, der wohl ein bisschen schwierig war.
- 50:07Der war auch skeptisch etwas so.
- 50:09Aber dann habe ich da die Kochausbildung gemacht bis 91.
- 50:14Während der Zeit schon in den Wein-Service als Quer-Einsteiger.
- 50:20Dann direkt in den Wein-Service.
- 50:22Es gab damit noch keine Ausbildung.
- 50:25Es gab ja noch gar nicht die Möglichkeit, irgendwie,
- 50:27wenn es dann so war, wenn es dann zum Sommer berufen hat,
- 50:30sich für einen, wie waren die Gäste damals im Vergleich zu jetzt?
- 50:35Also waren es andere Gäste, die einen Neugier, die einen anderen Wissen hatten,
- 50:38die eine andere Bereitschaft Geld auszugeben.
- 50:41Die haben die Wein mit Bier vermischt.
- 50:44Was war da dort in der Zeit?
- 50:47Ich denke, niemand kann aus der Zeit noch erzählen.
- 50:49Das finde ich so schön.
- 50:50Ich denke mal, die waren noch offener.
- 50:53Es wurden natürlich noch Bier getrunken.
- 50:56Also das war noch so eine Übergangszeit.
- 50:58Die waren aber schon sehr offen für Wein,
- 51:01allerdings dann in der Regel französischen Wein.
- 51:03Da gab es eine kurze Phase, wo alle Australischen haben wollten.
- 51:09Deutsche Wein war schwierig.
- 51:12Und so, ich mein, wir sind zwar keine richtigen Patrioten,
- 51:15aber schon Weinpatrioten haben wir natürlich versucht,
- 51:18Deutsche Weinhärren auch zu verkaufen.
- 51:20Das war am Anfang sehr, sehr mühsam.
- 51:23Ist das bei den Zwischenfragen da in der Tat,
- 51:26dass man das selber für den besten Wein hält
- 51:29oder dass man aufgrund der regionalen Nähe
- 51:32öfters halt bei deutschen Winzern sich davon inspirieren lässt
- 51:35und damit deren Arbeit wertschätzt
- 51:37und das ins Restaurant trägt?
- 51:40Ja, also ich mein, damals waren sich sicherlich
- 51:44französische Weine zwei Klassen besser als das deutsche.
- 51:48Aber wenn man halt den persönlichen Kontakt hat
- 51:52und auch so den Fortschritt sieht,
- 51:55in der Weinbereitung, dann legt man sich dafür auch ins Zeug.
- 52:01Ganz klar.
- 52:03Wenn du sagst, zwei Klassen besser,
- 52:05waren die auch zwei Klassen teurer damals schon oder war das so ein Preisen-Niveau?
- 52:09Das ist vielleicht eine klasse teurer.
- 52:12Ich habe ja das Glück gehabt, es gab halt eine gut bestückte Weinkarte
- 52:19mit Bordeaux bis in die 20er Jahre zurück,
- 52:23Burgwunder bis in die 40er Jahre,
- 52:26dass man das sich dann auch sehr gut lernen konnte,
- 52:29weil das Zeug wurde auch noch verkauft,
- 52:31weil das noch nicht so überteuert gewesen ist.
- 52:35Aber lernen war damals ein anderes Lernen,
- 52:37du hast es, ja, das ist auch stimmt,
- 52:40Learning by Drinking.
- 52:42Also es gab, ich glaube, Heidelberg hat ein Jahr später aufgemacht.
- 52:45Damals gab es in Deutschland keine Sommelierausbildung.
- 52:49Gab es für dich aber irgendein Sommelier, wo du sagst,
- 52:52der hatte einen Ruf in Deutschland oder den finde ich toll oder so,
- 52:58wie der es macht, finde ich es interessant oder es wurde auch kaum darüber geschrieben,
- 53:02es war noch kein Thema, aber hatte ich jemanden inspiriert damals schon oder?
- 53:07Also ich habe mich eigentlich mehr so an den Winzern orientiert,
- 53:11weil das ist direkt, also die kann ich dann direkt fragen,
- 53:16warum ist das so, warum ist das so, was macht ihr da und so,
- 53:20das war für mich so das Unmittelbarste.
- 53:23Und die haben ja auch manchmal das erzählt, was wir hören wollten.
- 53:30Und das hat mich dann manchmal schon geagert,
- 53:33die sollten verdammt nochmal ehrlich sein, warum das so ist.
- 53:38Und da kann ich mich erinnern, habe ich in Werner Knipser gefragt,
- 53:41warum habt ihr das jetzt so gemacht,
- 53:43warum habt ihr das so gemacht, und da hat keiner antworten mehr gewusst,
- 53:45wir haben keine Zeit gehabt, und da habe ich gesagt, genau das will ich hören.
- 53:49Ehrlichkeit.
- 53:51Das ist auch ganz wichtig fürs Verständnis selber,
- 53:54also wo man es dann einordnen kann.
- 53:56Manchmal ist es halt schwierig, weil manche mit der Ehrlichkeit nicht umgehen können.
- 54:00Und dann halt so diesen, was ich auch sehr wichtig finde, ist, das Zuhören,
- 54:05also dass man den Winzern zuhört, ist enorm wichtig.
- 54:09Und auch deren, also mit deren Information versucht zu arbeiten,
- 54:12seinen Wissensfund aufzubauen.
- 54:14Und vor allen Dingen, und was manchmal,
- 54:17das ist glaube ich ein ganz großes Problem,
- 54:20bei meiner Generation, die dann nach euch angefangen hat,
- 54:24da mehr oder weniger ist,
- 54:26dass man glaubt, Winzer belehren zu müssen.
- 54:30Und sagt, macht das doch mal so, oder das, oder das ist gut oder nicht gut.
- 54:34Also die machen es ja mehr oder weniger auch mit einem gewissen Bewusstsein,
- 54:37mit einem gewissen Erfahrung.
- 54:38Wenn sie was wissen wollen, dann fragen sie danach,
- 54:41aber mehr oder weniger die eigene Meinung dann zum Besten zu geben
- 54:45über die Reihung, die Erfahrung der Winzer zu stellen,
- 54:47finde ich manchmal ungehörig.
- 54:49Ja, wir waren eher demütig und haben zugehört.
- 54:52Ja, was ändern, glaubt man, wenn ich mal weiterbringe, glaube ich.
- 54:55Natürlich nachgefragt, das ist klar.
- 54:58Ja, warum das so und so gemacht wird.
- 55:01Wie konnte man sich damals sonst noch weiterbilden?
- 55:05Google gab es ja nicht.
- 55:07Nö, Bücher.
- 55:09Bücher, Bücher gekauft.
- 55:11Ich habe meine ersten Winzertermine in Frankreich gemacht,
- 55:15ich habe ein Brief hingeschickt.
- 55:17Ich habe ein Brief an Chatea Rayas geschickt.
- 55:21Wir sind dann und dann da, dürfen wir vorbeikommen, eine Weine probieren.
- 55:24Und die haben zurückgeschrieben gesagt heute?
- 55:26Nein, die haben nicht geantwortet.
- 55:28In der Regel haben die nicht geantwortet, dann bin ich da hingekommen,
- 55:31habe gesagt, schön brav, ich habe angerufen,
- 55:34wir waren zu viert, da hat er uns von oben bis unten angeguckt
- 55:37und hat nichts gesagt, komm rein.
- 55:40Und dann durften wir trinken.
- 55:43War es damals schon der große Name dieser Bewusstenname?
- 55:46Es war auf jeden Fall mit Abstand der teuerste Chatunäufig-Pap
- 55:49und den wollte ich unbedingt probieren.
- 55:52Das war so das Ziel.
- 55:55Aber ja, ein Brief zu schreiben für einen Termin
- 56:00und sich das in der heutigen Zeit vorstellen.
- 56:03Also auch diese Erfreude zu haben,
- 56:06dann manchmal auch Demut vor dem Schaffen.
- 56:09Und das viel zu manchen eigentlich.
- 56:13Und dann vor Ort immer in ein gutes Restaurant
- 56:16und in Somelier gefragt, wo müssen wir hingehen, was ist hier?
- 56:20Ist das nach wie vor ein Thema
- 56:23oder ist das aus den 80ern/90ern, wo man eben kein Google Maps hat
- 56:27oder keine Google Bewertung oder keine Parker Bewertung,
- 56:30wo man eben vor Ort fragen musste?
- 56:32Also macht ihr das nach wie vor noch so,
- 56:34in ein Restaurant, das haben wir gefragt?
- 56:36Oder ist das mittlerweile dann nicht mehr so das Thema?
- 56:39Klar, du hast ein Rieseninfobull jetzt in den Möglichkeiten.
- 56:46Aber wir haben immer noch die Hoffnung,
- 56:48dass es irgendein Winzer durchgerutscht ist, den keiner kennt.
- 56:52Und dann fragen wir, sagen wir, gibt es noch einen,
- 56:55wo wir unbedingt hinmüssen, den noch keiner kennt?
- 56:58Gibt es so was noch? Also ich habe das ja schwer.
- 57:02Natürlich der Winzer von sich aus auch eine gewisse Präsenz zeigen möchte
- 57:08und sich publizieren möchte und dann irgendjemand wird immer darauf aufmerksam.
- 57:12Das wachsen natürlich Sachen auch nach,
- 57:15es ist der Nachwuchs präsentiert sich.
- 57:19Aber hattest du jemals das Gefühl,
- 57:22dass jemand, der aus dem Nichtshaus entsteht,
- 57:25die gleiche Größe produzieren könnte,
- 57:27wie jemand, der etabliert ist und vielleicht nicht so hip oder nicht so angesagt ist?
- 57:34Weißt du, was ich damit meine?
- 57:36Manchmal heißt es ja auch, probiert den mal,
- 57:38kann den und den, der das fünf Jahre kostet
- 57:41oder seit 20 Jahren schon durchgekaut wird,
- 57:44spielen das Wasser reichen,
- 57:46hat das das Gefühl, dass das wirklich so sein kann?
- 57:48Oder ist es dann doch die Erfahrung,
- 57:50die Gesetzheit, die Routine,
- 57:53die das Bewusstsein um den, was sie schon seit Ewigkeiten machen,
- 57:57was die alten Hasen doch einzigartig macht?
- 58:01Man hat sie sicherlich schon mal was probiert,
- 58:06also beispielsweise als Säckinger anfingen.
- 58:10Da hat man gedacht, oh ja,
- 58:12wenn man das dann meist so zwei, drei Mal probiert,
- 58:17dann denkt man auch, die kochen auch nur mit Wasser
- 58:20und machen auch noch ihre Fehler.
- 58:23Und was wirklich große Winzer auszeichnet,
- 58:27ist, dass sie sich ja auch, wenn sie schon auf dem Hof und Stand sind,
- 58:30immer noch weiterentwickeln.
- 58:32Das finde ich bei Dönner so faszinierend.
- 58:35Da denkst du, du kennst schon alles und die wissen alles.
- 58:38Und dann probierst du einen neuen Jahrgang und denkst,
- 58:40wow, jetzt haben sie nochmal was.
- 58:42Ich denke mal schon, dass die da noch ein Vorteil haben.
- 58:45Wenn sie halt am Ball bleiben und nicht auf Routine gehen
- 58:49und alles so machen, wie sie immer gemacht haben,
- 58:52und dann sich vielleicht sogar auch Fehler einschleichen
- 58:55und die Qualität runter geht,
- 58:57kann man ja auch bei manchen großen Winzern den Begrund sehen,
- 59:02die von ihrem Ruhm leben
- 59:04und eigentlich nicht mehr das produzieren,
- 59:07was sie einmal produziert haben.
- 59:10Also auch die großen müssen sich weiterentwickeln.
- 59:15Evolution, einfach Leben, also ganz bewusst Leben.
- 59:17Da darf nicht auch keine Revolution draus machen,
- 59:19sondern einfach dieses Evolution initiieren das Leben.
- 59:24Wir haben letztes Jahr ein Weingut im Makri-Refleur-Land kennengelernt,
- 59:29den Dirk Brennheisen, den er eigentlich keiner auf dem Schirm hat.
- 59:33Und was der da hinzaubert,
- 59:35das ist vom kleinsten Wein bis zum Dicken,
- 59:38das ist einfach großartig.
- 59:40Müssen wir mal gucken, wie das in drei Jahren oder so.
- 59:44Das ist aber das auch nicht mehr der Jüngste.
- 59:47Ja, aber da gibt es in der Tat ja,
- 59:50teilweise in Deutschland gibt es manchmal so, auch an der Mosel,
- 59:53die schon seit 10, 20, 30 Jahren, 40 Jahren Sachen produzieren,
- 59:58die außergewöhnlich sind, wo man sagt,
- 1:00:00"Wie so hat das keine Aufenschirm?
- 1:00:02Warum ist das nicht so präsent?"
- 1:00:04Was haben wir jetzt?
- 1:00:06Wein und Meeling in deinem Saim,
- 1:00:09stammen auf einer Veranstaltung, was ist das denn?
- 1:00:12Das ist mein Mensch und es ist so gut.
- 1:00:15Manche bleiben so unter dem Schirm, die werden irgendwie nicht sich entdeckt.
- 1:00:21Aber da bist du eher eine treue Seele,
- 1:00:23also jetzt auch über die Jahre oder in den 30 Jahren Residenz,
- 1:00:26sag mal, in Residenz oder Residenz?
- 1:00:28Residenz, ja.
- 1:00:30Du versuchst so jeden Hype mitzunehmen, jede Entwicklung mitzunehmen,
- 1:00:36sondern du hast eher die Beständigkeit auch bei dem Winz eingesucht
- 1:00:39und treu gelebt, also bewusst und aktiv treu gelebt.
- 1:00:43Wir haben die Hypes initiiert.
- 1:00:45Wir haben mit Jura angefangen, mit Südwest Frankreich,
- 1:00:49mit der Loire, ich habe auf der Karte gehabt.
- 1:00:52Sabinier, Jassinier, Cahor, Matéron, sag mal,
- 1:00:59Minnetou Salon, das habe ich in den 90er Jahren auf der Karte gehabt.
- 1:01:05Wir haben den Hype initiiert, würde ich mal so sagen.
- 1:01:08Stimmt, ja.
- 1:01:10Das war jetzt so Jura oder so.
- 1:01:13Ich habe Clou Rojard, Jahrgang 90 auf der Karte gehabt.
- 1:01:16Wahnsinn.
- 1:01:18Weißt du, was der damals gekostet hat?
- 1:01:20Das waren, weiß ich nicht, 25 Mark oder was.
- 1:01:23Ich nehme die Palette.
- 1:01:26Ja, und der Händer, der den eingeführt hat,
- 1:01:30auf dem deutschen Markt, der hat das Zeug selber getrunken,
- 1:01:33und trinken müsste man als Werner gekauft hat.
- 1:01:36War auch ein Trüffel Schwein.
- 1:01:38Wir haben uns ja viel zusammen unterwählen.
- 1:01:42Großartig.
- 1:01:44Hat man damals schon die Größe der Weine erkennen, schmecken
- 1:01:48und identifizieren können?
- 1:01:52Was ich mich immer frage, ist, haben wir uns weiterentwickelt,
- 1:01:56mit einmal sind die Weine entsprechend mehr unserem Geschmack?
- 1:01:59Oder waren die damals schon so großen?
- 1:02:01Wir haben es nur nicht gesehen, haben es nicht verstanden.
- 1:02:04Ähnlich wie das mit den deutschen Weinen von versucht hast,
- 1:02:07zu erklären das, oder erklärt hast, nicht versucht, erklärt hast.
- 1:02:10Das halt ein Riesling aus Vorost, damit es halt ganz anders war.
- 1:02:14Und die Generation andere war.
- 1:02:17Oder waren die Weine eigentlich dieselben?
- 1:02:20Und wir waren anders?
- 1:02:23Ich glaube, was gerade,
- 1:02:28wenn man an die Lore denkt, was sich sehr unterschieden hat,
- 1:02:32die Weine von damals neuer ist das Klima.
- 1:02:35Ich kann mich erinnern, dass wir, wenn wir mit Winzern gesprochen haben,
- 1:02:39in Janier oder so, die hatten dreimal im Jahrzehnten total Ausfall.
- 1:02:43Die haben ganz andere klimatische Verhältnisse gehabt.
- 1:02:46Und wenn sie dann reif waren, dann waren sie immer noch knackig
- 1:02:49und sorgsamer betont.
- 1:02:51Und das ist heute anders.
- 1:02:53Die haben alle Schmelz und die ernten jedes Jahr.
- 1:02:57Also mir ist jetzt schwer zu vergleichen,
- 1:03:01aber mir gefallen die Weine von damals besser als von heute.
- 1:03:04Das ist mir heute alles viel zu fett und zu dick und zu kraftvoll.
- 1:03:09Und das war damals spannender.
- 1:03:13Ich glaube, mit einer gewissen Trinkerfahrung geht es fast jedem so.
- 1:03:16Dass man eben diese Spannung sucht, dass man das Vibrierende dabei sucht,
- 1:03:20dass man die Karkheit dann auch irgendwo sucht,
- 1:03:22die Möglichkeit zur eigenen Interpretation.
- 1:03:25Und ja, ich erinnere mich auch daran, dass man gesagt hat,
- 1:03:27in den 60er, 70er, 80er Jahren, dass es halt nur einen wirklich,
- 1:03:31vielleicht gerade Josengagern gibt, zwei, drei gute, viele Ausfälle
- 1:03:35und manche, wo man mittelmäßig ist, hat.
- 1:03:39Ich will auch die Klimaveränderung nicht absprechen,
- 1:03:42aber hat es nicht auch mit der technischen Entwicklung zu tun,
- 1:03:47auch mit der Bewusstseinsentwicklung, mit der Verständnis,
- 1:03:50mit der wissenschaftlichen Entwicklung,
- 1:03:52dass man Sachen anders analysiert, dass man Sachen anders technisch auflösen kann
- 1:03:56oder wissenschaftlich auflösen kann, dass man mit pH-Werten arbeitet.
- 1:04:00Ich kann mich an keine Erinnerung, der in den 90er Jahren
- 1:04:02oder Anfang des Jahrzehntes von pH-Werten gesprochen hat.
- 1:04:04Das soll die Sachen eine Rolle spielen.
- 1:04:07Das auf jeden Fall, wenn man nochmal bei den Loa-Winzern bleiben,
- 1:04:11die haben immer noch Obstbörme gehabt, die haben zum Teil noch Viehzug gehabt,
- 1:04:16die haben noch getreide Angaben gehabt, damit die überhaupt überleben können.
- 1:04:19Das heißt ja, dass sie sich dem Weinbau wesentlich weniger hinter sich widmen können.
- 1:04:24Heute machen die alle nur Wein, haben eine gute Ausbildung
- 1:04:29und gehen da ganz anders mit um.
- 1:04:32Das hat sich auf jeden Fall kolossal verändert.
- 1:04:35Glaubst du, dass die Weine damals die großartig waren, Zufallsprodukte waren
- 1:04:39oder waren das intuitive Produkte oder ist das eigentlich ohnehin nur spekulativ?
- 1:04:43Wenn dann intuitiv, manchmal auch Zufallsprodukte,
- 1:04:50da muss man dann vielleicht mal zurückgehen nach Italien.
- 1:04:56In Italien war ja vor dieser Revolution in den 80er Jahren in der Toskana,
- 1:05:02die Weinrevolution war ja ein Lebensmittel.
- 1:05:05Das heißt, die haben einfach Trauben geerntet und vergoren und abgefüllt, punktabend.
- 1:05:09Da gab es ja nicht diese Idee von großen Wein.
- 1:05:12Das Wein Frankreich wahrscheinlich ähnlich und in Deutschland auch.
- 1:05:17Das war ja in der Tat gegeben, Bordeaux war eine 90% aller Betriebe
- 1:05:22bis Ende der 70er Jahre Mischbetriebe.
- 1:05:25Also wo die dann halt neben Kalaurgis IV hatten.
- 1:05:28Dieses Reine, man lebt nur vom Wein, entstand eigentlich aus der Luxussituation,
- 1:05:31dass man vom Wein leben konnte, dass man das Geld dafür nehmen konnte
- 1:05:34sich darauf konzentrieren konnte.
- 1:05:37Das ist keine 50 Jahre her. Wahnsinn, wenn man das so überdenkt.
- 1:05:42Dann kann man es natürlich viel in der Seewohnen systematischer betreiben.
- 1:05:46Und weil man dann eben auch im Gedanken der Biodiversität und so weiter,
- 1:05:50ich weiß, ob man da aus den Landschaften nicht vielleicht auch 4 Jahre ausgelöst hat,
- 1:05:53weil das Pomerol ist so entstanden, es war früher mehr oder weniger eine Obstlandschaft
- 1:05:59und dann einmal wurde da ein Riesender Weinbau.
- 1:06:02Ein Weinbau gegen draußen in den 70er, 80er Jahren.
- 1:06:05Da entstand ja dieses Gebiet so richtig so prägnant und so ausgeprägt.
- 1:06:08Ja, die Monokulturen sind sicherlich ein Problem im Weinbau.
- 1:06:14Da gibt es einige Betriebe, die jetzt dagegen arbeiten.
- 1:06:17Ja, Klosmurgador, die legen ja ganz viel Wert auf die Vielfalt im Weinberg.
- 1:06:22Gar Spanien ist das sicher.
- 1:06:24Das ist ja ein Beispiel, dass die mit ihrer Trockenheit auch mal ein bisschen anders umgehen müssen.
- 1:06:30Da wird sicherlich vielleicht noch nicht im großen Stil, aber im kleinen Stil umgedacht.
- 1:06:36Wenn du durch die Weinbergen forst, zum Beispiel,
- 1:06:39überall Hecken dazwischen, du hast Vögel zwitschern, das macht wirklich schon Spaß, da wieder spazieren zu gehen.
- 1:06:46Du hast nicht diese riesen Flächen.
- 1:06:48Aber das ist, ich denke mal, wenn man nur 4 Euro für ein Wein bezahlen möchte,
- 1:06:55dann wird es nicht anders gehen mit diesen großen Flächen.
- 1:06:59Aber es gibt mittlerweile viel Umdenken dabei, was eigentlich ganz interessant und dankbar ist.
- 1:07:06Welche Entwicklungen mochtest du bei den Zombies?
- 1:07:09Weil du das ja so betrachten konntest.
- 1:07:13Viele hast Aufblühen sehen, viele hast Untergehen sehen, viele mit einem gar nicht mehr gesehen hast,
- 1:07:18weil die nur irgendwie ein halbes Jahr da waren.
- 1:07:20Also gab es irgendwelche Sachen, die du interessant fandest.
- 1:07:24Was ja doch, man kann ja keinen schon aktiver, aber manchmal auch stiller Beobachter,
- 1:07:30der bestimmt das ein oder andere Mal sich auch ins Vols ziehen gelacht hat und gesagt hat,
- 1:07:34okay, wer hoch steigt, kann tief fallen.
- 1:07:37Ja, es ist sicherlich so einiges passiert.
- 1:07:40Was ich ganz toll finde, ist, dass es inzwischen so viele Frauen gibt, die sich endlich Trauern lassen machen,
- 1:07:46die ja eigentlich einen geschmacklichen Vorteil noch haben gegenüber uns Männern,
- 1:07:51und das endlich mal ausspielen können.
- 1:07:55Also das finde ich toll.
- 1:07:57Irgendwie ist Sake in aller Munde.
- 1:08:16Also viele Zombies berichten von ihren Großartigen auch teilweise Paringer-Erlebnissen mit Sake
- 1:08:20und lassen sich davon faszinieren, aber kaum jemand kennt Umeshu.
- 1:08:24Und von dem möchte ich euch berichten.
- 1:08:26Wichtig vielleicht, es am Anfang zu erwähnen, dass ich versuche,
- 1:08:29diese teilweise relativ speziellen japanischen Begriffe, die deutsche Phonetik zu übernehmen, ums verständlicher zu machen.
- 1:08:36Und ich würde mich einfach freuen, wenn ich euch mit auf eine Reise nehmen darf.
- 1:08:39Und euch in die Sonnen durchflüteten Hügel der Hiyogo-Prefektur,
- 1:08:43wo die Transition des Sake-Browns tief in den Jahrhunderten verwurzelt ist
- 1:08:47und hin zur Akashi-Sake-Brury, einer Brauerei, die seit 1856 die Kunst des Sake-Browns in all ihrer Prachtpflege entführen darf.
- 1:08:56Denn hier, im Mitten einer Landschaft von blühenden Flaubenbäumen und weiten Reisfeddern,
- 1:09:01entsteht ein Getränk, das die Essenz Japans in sich trägt, der Sake-Girom-Ginjo-Umeshu.
- 1:09:07Ein Meisterwerk, das die Grenzen zwischen Tradition und Innovation spielend überwindet.
- 1:09:12Obwohl, auf fälschlicherweise als "Flaumensake" bezeichnet gehört, Umeshu technisch zu den Likören,
- 1:09:18da durch Mazzeration von umefrüchtenen Alkohol hergestellt wird, anstatt durch Fermentation.
- 1:09:23Der Alkoholgehalt variiert zwischen 8 und 20 Volumenprozent, wobei man sagen muss, dass es 8 bis 12 Volumen prozent ist.
- 1:09:30meist nur sehr industrielle Produkte aufweisen und ab 13 Volumen prozent beginnt die hohe Klasse der Umeschu.
- 1:09:36Grundsätzlich, das ist vielleicht auch ganz interessant, unterscheidet man in zwei Hauptsorten von Umefrüchten.
- 1:09:42Auf der einen Seite gibt es die gelbe Ume, die Kome, die als die vollreifere saftigere Ume mit mehr Säure
- 1:09:48oft für klassische Umeschu-Style genutzt wird und wie in unserem Fall die weiße Ume, die Girom.
- 1:09:55Und sie gilt als die edlere, als die feinfruchtige Ressorte, die für die Premium-Ume-Schu verwendet wird.
- 1:10:01Nun heißt das Getränk, dass ich euch empfehlen möchte, Sake, Girom, Ginjo, Umeschu.
- 1:10:06Nur was macht der Sake in diesem Namen?
- 1:10:08Als Basisalkohol kann man einen Industriealkohol, einen sogenannten Monopulssprit, einen ganz reinen Alkohol nehmen.
- 1:10:14Daraus entsteht ein sogenannte Shoshu-Umeju, man kann Brandy nehmen, was dann letztlich ein Brandy-Ume-Schu ergibt,
- 1:10:21was dann oftmals sehr vollmundig und geprägt von Vanille und Karamellnoten ist
- 1:10:25und man kann wie in unserem Fall ein Sake verwenden.
- 1:10:29Daher heraus resultiert ein Sake-Umeju und das sind die mildesten, das sind die leichtesten, das sind die feinfruchtigsten.
- 1:10:35Und so möchte ist das das Premium vom Premium.
- 1:10:38Warum Ume?
- 1:10:39Ume enthält viel Apfelsäure und Zitronensäure, was den Umeju seine frische und leichte und vor allen Dingen Herbenote verleiht.
- 1:10:46Der durchschnittliche pH-Wert liegt zwischen 3,2 und 3,8 ähnlich wie beim Weißwein.
- 1:10:51Polyphenole und Antioxidantien sind extrem hoch, denn durch die Maturation lösen sich Polyphenole und Flavonoide aus der Umeeschale
- 1:10:59und ein hochwertiger Umeju wie der unsere enthält mehr Antioxidantien als Rotwein,
- 1:11:06was sie natürlich gesundheitlich wahnsinnig interessant macht.
- 1:11:09Und obwohl Ume zur Familie der Rosengewechse gehört, wie ähnlich Apfel oder Fürsiche, enthält sie kaum Petin.
- 1:11:16Weshalb Umeju trotz langer Maturation sehr klar bleibt.
- 1:11:21Das war jetzt eine Menge Wissen um Umeju.
- 1:11:23Woher kommt das eigentlich dieses Umeju oder die Tradition darum?
- 1:11:26Japanische Aufzeichnungen belegen, dass Umeju bereits im 17. Jahrhundert als Hausbild gegen Erkältung und Magenprobleme genutzt wurde.
- 1:11:33Damals wurde er oft mit heißem Wasser getrunken
- 1:11:35und Umeju ist eines der wenigen Getränke, wo man selbst als Laie ein hochwertiges Produkt erkennen und erschmecken kann.
- 1:11:41Kommerzielle Umeju Sorten werden oft aus halbgrünen Umeher gestellt
- 1:11:45und nur sehr hochwertige Produzenten machen sich die Mühe,
- 1:11:48vollreife Ume mit natürlicher süße und tieferen Aromen zu verwenden,
- 1:11:53da der Prozess wesentlich aufwendiger ist und wesentlich mehr Sorgfalt und Fachwissen erfordert.
- 1:11:59Und für einen guten Umeju ist natürlich ein großartiger Produzent istienziell.
- 1:12:03Deswegen hier in diesem Fall exemplarisch die Akashi-Sagebrauerei,
- 1:12:07die wiederum eng verwogen mit der Hiogo-Prefektur ist,
- 1:12:11einem Landstrich, der für seine hochwertigen Sake und Umeju bekannt ist.
- 1:12:14Seit ihrer Gründung hat sich die Brauerei der Herstellung vom Premium Sake und Umeju gewidmet,
- 1:12:20immer getrieben von der Leidenschaft, die perfekte Balance zwischen Tradition und Moderne zu finden.
- 1:12:24Die Braumeister, die sogenannten Toshi,
- 1:12:27verfügen über Jahrhunderte alte Handwerkskunst, die in jedem Tropfen Girom Gijo Umeju zum Ausdruck kommt.
- 1:12:34Unglaublich wichtig für die Exzellenz der Akashi-Sagebrauerei
- 1:12:38ist die Beziehung zwischen der Akashi-Buch und den einzelnen Produktionsprozessen.
- 1:12:43Die maritime Luft, die salzigen Dünnste und die milden Temperaturen der Buchspielen
- 1:12:47eine entscheidende Rolle bei der Reifung des Umeju
- 1:12:50und verleiht ihm diese einzigartige Komplexität und diese ganz eigene, sonst nirgendszufindende Geschmackstiefe.
- 1:12:56Man könnte noch so unzählige einzelne Komponenten aufzählen, wie zum Beispiel das Miyami-Zu-Wasser,
- 1:13:01die außergewöhnlichen handwerklichen Fähigkeiten der Akashi-Brauerei,
- 1:13:05aber letztlich muss man ihn probieren, denn der Girom Gijo Umeju von der Akashi-Sagebrauerei
- 1:13:11ist mehr als ein Getränk, ein Erlebnis, das die Seele berührt.
- 1:13:14Vielen Dank dafür und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:13:20Also nicht nur das Geschmackliche, sondern auch in der Menschenkenntnis,
- 1:13:33in Umgang mit Menschen manchmal, wesentlich versierter sind, wesentlich charmanter sind.
- 1:13:38Das finde ich auch interessant und wie das auch aufgeblüht ist.
- 1:13:41Ich werde mich an das Spiel auch besser zuhören können.
- 1:13:44Ja, kommunizieren können, den Abend erlebensreiche gestalten können.
- 1:13:48Das ist wirklich großartig.
- 1:13:52Ich habe angefangen in 1997, da gab es glaube ich 3 oder 4 Zoll Meeren in Deutschland
- 1:13:58und mittlerweile kann es eigentlich schon fast halb halb irgendwie so sehen.
- 1:14:02Das geht so in die Richtung.
- 1:14:04Spannend, stimmt das.
- 1:14:06Eine ganz, ganz großartige Entwicklung.
- 1:14:08In welche Richtung wird es noch gehen?
- 1:14:12Das hatte ich von dir mal gehört, insofern die Monokultur der Sommel gestübt mir mehr oder weniger aus,
- 1:14:20dass jemand allein nur für Wein und dafür, wie du es praktiziert hast, 30 Jahre,
- 1:14:25sondern man ist da ja alle umfänglich irgendwie, hier noch ein bisschen Instagram,
- 1:14:29da noch ein bisschen Veranstaltung machen, dort 3 Moderationen.
- 1:14:32Im Restaurant ist man Serviceleiter noch nebenher und Personalorganisator.
- 1:14:37Aber ich kümmer mich um den Wein, komme rein, schreibe die Weinkarte,
- 1:14:42berate den ganzen Abend, bin Ansprechpartner.
- 1:14:45Dieses Erhaben, das geht ja so ein bisschen verloren.
- 1:14:48Das ist auch unnötig oder das ist...
- 1:14:51Ist unnötig?
- 1:14:52Nein, das ist unnötig, diese Entwicklung.
- 1:14:55Oder nein, das ist das falsche Wort, die ist nicht sinnvoll, die Entwicklung.
- 1:14:59Ja.
- 1:15:00Also, du kannst es...
- 1:15:06Wir haben es in einer Resilien noch mal ausprobiert oder ausprobieren müssen,
- 1:15:10weil wir gern Personal hatten, dass ich dann beides gemacht habe.
- 1:15:14Du kannst es nicht 100%ig machen, ganz einfach.
- 1:15:18Wenn du 10 Gäste hast, okay, aber wenn der Laden voll ist, geht...
- 1:15:2250, 60 Leute, also wahrscheinlich sind es so 12 Tische,
- 1:15:26der Punkt, wo man es einfach nicht mehr meistern kann, beides.
- 1:15:29Also, sowohl die Serviceorganisation als eben auch die Weinorganisation.
- 1:15:33Dass eben der, lieber nicht nur abarbeiten,
- 1:15:36bin ich total bei dir, hat Thomas noch mal auch gesagt,
- 1:15:39dass er einer seiner nicht unbedingt schönsten Entscheidungen,
- 1:15:43wo dir gestellt wurde, war, dass er beides machen musste, Metresommi.
- 1:15:48Ja.
- 1:15:49Wenn man sich mit Aggravie, den Gastwittern, den beschäftigen möchte,
- 1:15:54dann lebt er von der Kommunikation und sich darauf einlassen.
- 1:15:57Aber es hat natürlich auch mit dem Personalmangel zu tun.
- 1:16:02Die Leute sparen auch, Gäste sparen, Gastronom sparen.
- 1:16:07Es wird ja kein Weinkeller mal eingelegt, weil du brauchst ja keinen,
- 1:16:10weil alle Weinbegleitung nehmen.
- 1:16:13Es ist eine Entwicklung, die wir eigentlich nicht schön finden.
- 1:16:18Also, du hattest damals aber schon große Weinkarte,
- 1:16:20also Weinkarte, aus der Weinkarte heraus empfehlen,
- 1:16:22die Weinkarte pflegen, Weine einlagern, entscheiden,
- 1:16:25welche Wein im Augenblick trinkbar sind, die auf die Karte nehmen.
- 1:16:30Also, die langfristige Gedanken, denken so, bist du in dem Beruf geboren,
- 1:16:34groß geworden, hast dich entwickelt und das war dein Daily Business.
- 1:16:39Ja, Gäste kümmern, also, dass du den Rücken frei hast.
- 1:16:43Natürlich, wenn ich gesehen habe, da stehen drei Teller,
- 1:16:46die wollen jemand aussehen, habe ich das mitgemacht.
- 1:16:49Das ist ja ganz logisch, das machst du nicht.
- 1:16:52Das machst du auf jeden Fall, du ziehst dich ja nicht raus,
- 1:16:55wie eine Diwa, die sich nur um das kümert.
- 1:16:58Aber wenn wirklich der Laden voll ist und alle Leute rein trinken,
- 1:17:03dann bist du voll beschäftigt, dann hast du keine Chance,
- 1:17:08auch noch das Essen zu erklären und Essen anzunehmen.
- 1:17:14Vor allen Dingen auch ein Fulltime Job.
- 1:17:16Man fängt ja am Anfang mit der Begrüßung der Gäste an,
- 1:17:18man nimmt den in den Scheu, sowohl vom Restaurant als auch vom Wein selber,
- 1:17:22man begleitet die durch den Abend mit den verschiedenen getränkten Weinen,
- 1:17:26die man serviert, bis zum Schluss, bis zum Schluss,
- 1:17:28die was eben doch vergessen wird, dass das ja eigentlich allumfänglich
- 1:17:31so um die Arbeit ist, bis hin zu den Ziganen, die wir damals im Restaurant
- 1:17:35noch ankobeln durften und anzünden durften und zelebrieren servieren
- 1:17:41und dass ja noch mal eine eigene Kultur war.
- 1:17:43Oder heutzutage halt irgendwelche anderen Annehmlichkeiten,
- 1:17:46die man dann irgendwie dennoch mitvermitteln darf,
- 1:17:48was dann eben doch oft vergessen wird.
- 1:17:49Ja, zu jedem Tisch fahren mit einem Digi-Siefwagen, Digi-Siefanbieten
- 1:17:53und das war ja das Gäste alles dazu.
- 1:17:56Trinkt ihr das? Also, ob es möglich ist, schnebst du brennendig,
- 1:17:59ich finde es wird manchmal vernachlässigt von vielen Zominäges.
- 1:18:02Persönlich haben wir immer so 2, 3 und trinken dann 1 Nöner Woche,
- 1:18:07nach dem Essen meistens irgendwie so.
- 1:18:10Ja, es gibt schon tolle Zolle.
- 1:18:12Gibt es auch Vollin?
- 1:18:14Mordvisky und Obstwander.
- 1:18:18Okay.
- 1:18:20Auch eine Kultur, die aber leider jetzt so visky nicht,
- 1:18:23wahrscheinlich weil bei visky noch extrem viel spekuliert wird,
- 1:18:26was ich glaube, hier so ein gewisser Motor auch dafür,
- 1:18:28diese Geschichte ist, beziehungsweise auch für viele, die jetzt neu anfangen.
- 1:18:31Obstwander habe ich das Gefühl, es ist so eine fast aussterbende Zunft,
- 1:18:35weil es halt auch in dieser Anti-Alkoholbewegung sich unterordnet,
- 1:18:39weil es kaum noch konsumiert wird, weil es mit dem Fahren kaum noch in Restaurants,
- 1:18:45teilweise weil es auch viel kalkuliert wird, finde ich.
- 1:18:49Zu hoch, ja.
- 1:18:51Wenn du bei 50 Euro dann irgendwie mit 2 CL bist,
- 1:18:55das ist aber fast pauschal, also übertrieben,
- 1:18:57wo nicht gerade übertrieben ist, manchmal so,
- 1:18:59ist schon dann 30, 40 Euro für einen Brand bezahlt,
- 1:19:02wo du sagst, okay, da werde ich noch ein Flasche Wein trinken können.
- 1:19:05Und eine Relation zu dem Aufwand, den man dabei hat,
- 1:19:08finde ich, das ist völlig unrealistisch.
- 1:19:11Ja, das stimmt.
- 1:19:13Also das ist eingebrochen,
- 1:19:16als von 0,8 auf 0,5 die Prümee dann so runtergingen.
- 1:19:20Wann war das?
- 1:19:21Ich weiß das weiß ich nicht mehr,
- 1:19:23aber da ist das ganz schön eingebrochen.
- 1:19:25Und dann kam natürlich hinzu, dass die Spesenritter schwerer hatten,
- 1:19:30die nicht selber bezahlen mussten,
- 1:19:32was sie gehabt hat, dann noch so den Rest gegeben.
- 1:19:34Also die letzten Jahres, Schnaps kaum gelaufen.
- 1:19:37Netter hatte er.
- 1:19:39Also ich finde, da ging es manchmal auch gar nicht so sehr darum.
- 1:19:41Ich brauche jetzt noch einen zusätzlichen Umsatz,
- 1:19:43oder ich muss noch ums辆 noch Geld generieren,
- 1:19:45sondern ich komplitiere das anders.
- 1:19:48Ich habe noch eine Überhaltungsleistung,
- 1:19:50ich kann noch was erzählen von dem Brenner,
- 1:19:52wo ich war, vom, keine Ahnung, von der Machart,
- 1:19:56oder von der Entwicklung, oder das Konjak,
- 1:19:59das zu leben, ein bisschen das letzte Rum, oder wie auch immer,
- 1:20:03zu deklinieren, das ist eine Kultur, die komplett verloren ging.
- 1:20:07Ja, dann sind ja auch Fragen, was ist der Unterschied zwischen Konjak und Ahmanyak, oder so.
- 1:20:11Das gehört einfach dazu.
- 1:20:15Können Brennende das was weihen kann?
- 1:20:17Können die genauso begeisternd faszinieren,
- 1:20:19sind die, oder ist Wein dann trotz allem facettenreicher und tiefsinnig?
- 1:20:25Die ist auf jeden Fall facettenreich, aber wenn man bedenkt,
- 1:20:29was aus einem Whiskey wird, das ist ja einfach nur ein neutraler Getreidebrann.
- 1:20:34Gibt es sicherlich auch getreide Unterschiede,
- 1:20:37aber die werden minimal sein.
- 1:20:39Was man dann macht mit Torf, ohne Torf,
- 1:20:42und was dann rauskommt hinterher in die Erdnigerlagerung,
- 1:20:45das ist schon spannend, man kann natürlich nie die Vielfalt von Wein erreichen.
- 1:20:49Das wäre eher unfair, weil das eine Getreide,
- 1:20:54es gibt was, was ich 1000 Rebsorten und Getreidesorten,
- 1:20:59die einen ungeschmacklichen Unterschied machen,
- 1:21:02das sind vielleicht 10 oder 20, das wäre unfair.
- 1:21:05Und Fässer gibt es vielleicht 50, die unterschiedlich sind,
- 1:21:11aber Wein ist viel mehr.
- 1:21:14Ja, ich verstehe den Stellschrauben, die es da auch gibt.
- 1:21:16Also neben den Rebsorten, Böden, Klima, Ausbau, Entscheidungen, die man dann hat,
- 1:21:21also gibt es da, gibt es auch sonst keinen Getränker, kein Element,
- 1:21:24glaube ich, was, die Vielschichtigkeit von Wein?
- 1:21:27Ne, ein Wort für Wein gibt es das?
- 1:21:31Weinen schafft.
- 1:21:34Weinen schafft, ja, stimmt.
- 1:21:36Gefühl, Gefühl, Wein ist, also Wein trinken ist für mich ein Gefühl.
- 1:21:41Ja, irgendwie so.
- 1:21:43Kann man wahrscheinlich auch erst richtig empfinden,
- 1:21:46wenn man Wein fühlen kann, also wenn man aufhört, mit Rasteln zu arbeiten.
- 1:21:50Daher finde ich also gerade, ich habe die Empfindung gemacht,
- 1:21:53dass manchmal jemand, der noch keine Weinhahnung hat,
- 1:21:58auch komplizierte Weine wesentlich einfacher einschätzen kann,
- 1:22:03als jemand, der einen Hypewissen hat,
- 1:22:05oder die Weine anfühlt, also irgendwelche Orangeweine
- 1:22:07oder irgendwelche weitvergottene Weine oder Naturalweine,
- 1:22:10kann die natürliche Einschätzen, weil er die fühlt und intuitiv beschreibt
- 1:22:14und sich da einfach drauf einlässt, als jemand, der mit Hypewissen sagt,
- 1:22:17okay, der schmeckt jetzt nicht nach Rikose.
- 1:22:19Ich habe immer meine Probleme gehabt mit Weinbeschreibungen,
- 1:22:24die mir oft sehr aufgesetzt, sehr fantasiereich vorkamen.
- 1:22:31Wenn jemand aus einem Wein 50er umraus gelesen,
- 1:22:34rausgeschmeckt hat, da habe ich nie nachgerichtet.
- 1:22:40Ich habe immer probiert, einen eigenen Weg zu finden,
- 1:22:43um Weine einzuschätzen und zu beschreiben.
- 1:22:47Das perfekte Stichwort, wir haben Weinen vor uns.
- 1:22:49Wie beschreibst du den?
- 1:22:51Das ist ja eine solche Brücke, oder?
- 1:23:00Das ist schon so Aromen von Kirsch, Schwarzkirche,
- 1:23:04auch Kirschkern, Schmatipan.
- 1:23:09Der Fruchtbeton der Wein.
- 1:23:14Mit der Körper, eine sehr schöne Frische, sehr lebendig,
- 1:23:19Gerbstoff, der aber eher unterstützt.
- 1:23:23Junger Wein, Triebzog ist immer schwierig.
- 1:23:34Aber so kirschig.
- 1:23:37Das war kein Spätboden.
- 1:23:41Dafür wäre auch zu derbst, rustikal, zu markant von der Art her.
- 1:23:50Der Kirsch und das finde ich total irreführend.
- 1:23:52Kann ich da vollziehen?
- 1:23:57Der Nachtteil ist ja natürlich dabei, ich weiß, was es ist, du nicht.
- 1:24:01Man ist natürlich immer leicht, dass man sich dem Bogen spannt,
- 1:24:05dass man sich da Sachen teilweise auch her konstruiert
- 1:24:09oder versucht zu erklären, die man unbedarflich nicht weiß.
- 1:24:13Das Kirschige würde ich zu einem Milliarde Prozent der Region zuordnen.
- 1:24:19Bittigerweise, also gar nicht.
- 1:24:21Das habe ich, oder auch diese Fruchtpräsent, diese Fruchtaustrahlung.
- 1:24:24Obgleichs ein Wein ist, der schon sehr stark regional geprägt ist,
- 1:24:28aber das ist nicht seine Kernkompetenz.
- 1:24:31Ich finde, auch mit den Aromen, mit den Beschreibungen,
- 1:24:34man kann fokussieren, man kann nicht manipulieren,
- 1:24:37auch wenn man es den Gästen dann irgendwo näher bringt
- 1:24:40und denen versucht, dass im Vorfeld schon so wenig zu skizzieren,
- 1:24:45wie der Wein sich präsentieren könnte.
- 1:24:49Ich finde, hier die Säure Tollte hat eine gewisse,
- 1:24:51obwohl er recht kräftig ist,
- 1:24:53ist er für mich nicht zu alkoholschwanger, nicht zu mächtig,
- 1:24:55er hat trotzdem noch ein gewisser Weiß animiert,
- 1:24:57hat eine gewisse Frischte, Temperatur ist großartig,
- 1:24:59Anfang hatte ich Angst, dass er zu kühl wäre.
- 1:25:02Ich habe eigentlich Angst gehabt, den Wein zu servieren.
- 1:25:05Was ich auch mal ganz wichtig finde, gerade bei Bindproben,
- 1:25:08was oft ein Riesenthema ist, es geht niemals darum,
- 1:25:11irgendjemand, wenn das so wäre, dann wäre es total falsch,
- 1:25:14aufs Glatais zu führen, sondern es geht einfach darum,
- 1:25:16sich den Wein unvereingenommen zu nähern.
- 1:25:19Und gar nicht in diesem Raster zu arbeiten, wo man sagt,
- 1:25:22jetzt habe ich Michael Jackson, das muss ich das hören,
- 1:25:25und diesen Schrei hören, oder wie auch immer,
- 1:25:28sondern es geht darum, den Wein einfach in seiner
- 1:25:31Natürlichkeit greifen und fassen zu können,
- 1:25:34schmecken zu können. Es ist Toskana, ich hatte Angst davor,
- 1:25:37wenn du mal irgendwann gesagt hast, ich hatte nie solche
- 1:25:40Weine wie online oder wie, was seht du da so was auf der Karte?
- 1:25:43Es sollen die Leute bei mir nicht trinken,
- 1:25:45und deswegen hatte ich denen dabei, dass sie le Wolte von online,
- 1:25:48eigentlich ein Koppeler da fehlt, Griff,
- 1:25:51aber denen ich trotzdem sehr wertschätze,
- 1:25:54weil es für mich ein Gastronomie-Wein ist, den ich
- 1:25:56einfach als solche sehr mag, und hier auch, also da zu
- 1:25:59ein Stück Fleisch, stell ich mir einfach richtig wunderschön vor,
- 1:26:01da habe ich richtig, richtig viel Freude.
- 1:26:04Und die Kirschigkeit, wenn ich dem probiere,
- 1:26:07klar, Sanschwesekirche, ist das für mich Toskana,
- 1:26:11also wenn ich da rein rieche, ich habe dieses Urlaubsgefühl sofort.
- 1:26:15Und da habe ich irgendwann mal gelesen,
- 1:26:18dass deine Frau Toskana gern mag, deswegen war das für mich
- 1:26:20ein anderes Punkt, dass sie den nicht trinkt.
- 1:26:23Das war, was für mich damals Chatunuf de Pap war,
- 1:26:27das war für sie Brunello, die Montalcino,
- 1:26:30aber es hat sich ein bisschen geändert, glaube ich.
- 1:26:34Also schon insgesamt sehr bogund dafür.
- 1:26:39Das ist so, kann man zwar nicht sagen,
- 1:26:43aber das wäre so die Leib und Magen gegen inzwischen.
- 1:26:48Ist das die Trinkerkarriere, die jeder Sommer je dann irgendwann absolviert,
- 1:26:53weil 90% aller sagen, also ist es die hohe Schule oder ist es ...
- 1:26:58Man sagt ja, dass man in der Jugend, wo du dringst und im Alter,
- 1:27:01wo du bist, man muss die gewisse Reife haben, um wo du dazu versteht.
- 1:27:05Ich habe es eigentlich immer gehabt, ich habe per Zufall in Norsi,
- 1:27:14in einem Weinladen für 20 Mark ein Promar von 1959 gekauft,
- 1:27:21kaufen können, ich weiß nicht warum, ich kann sie sagen.
- 1:27:26Mich hat das gereizt.
- 1:27:28Und das war dann auch so, ja, das ist es irgendwie.
- 1:27:32Und dann, ja, das war auch so die zweite,
- 1:27:38in Initialzündung, in die Richtung, glaube ich,
- 1:27:41habe ich erst an der 18. Wahl, weiße Bergunda zum ersten Mal getrunken,
- 1:27:46und das habe ich auch von Anfang an fasziniert.
- 1:27:49Also das sind so Weine, da macht es Klick, da musst du dich nicht eindrinken,
- 1:27:55obwohl die komplex und kompliziert sind möglicherweise,
- 1:27:59aber das macht so, ihr oben macht das so, ja, das ist es.
- 1:28:03Wenn du den Wein hattest, ähnlich wie die Schattenlöftchen,
- 1:28:07dann ist es so, wenn du sie dann mal schlafen kannst,
- 1:28:10wie hast du sie getrunken?
- 1:28:12Also war das dann, dass ihr dann zu viert im Käfer saßt
- 1:28:15und Flasche auf und ballern?
- 1:28:17Oder war das jetzt auch mit dem 59er, hast du gesagt,
- 1:28:20ok, heute ist der Heilige Tag, jetzt holen wir die Riedelzomme raus
- 1:28:24und zelebrieren das und wären die mit dem Konjakbärm noch vorher an?
- 1:28:28Oder ist das einfach nur der Moment, oder ist das die Sacherlebnis,
- 1:28:32oder ist das egal welches Glas, oder was war?
- 1:28:35In der Einkaufbelege lege ich in erstmal einen Keller,
- 1:28:38der manchmal 10 Jahre, manchmal 20 Jahre, manchmal 30 Jahre,
- 1:28:43den habe ich natürlich früher getrunken,
- 1:28:46aber der musste erst mal ein Jahr liegen.
- 1:28:49Ich denke mal, ich habe damals auch schon gerne gekocht
- 1:28:56und habe dann ein paar Freunde eingesahnt,
- 1:28:59ich kann mich nicht mehr so detailiert daran erinnern,
- 1:29:02dass ich mir dann zum Essen getrunken habe.
- 1:29:05So an einem besonderen Tag, wo ich gedacht habe,
- 1:29:08jetzt ist er reif.
- 1:29:11Da hast du gesagt, das ist begründet, das kann auch wein,
- 1:29:15das kann auch begründet, das berührt mich.
- 1:29:18Ja, ich weiß es nicht, es wird der Name Promage gewesen sein,
- 1:29:22der mich irgendwie so angefixt hat, ich kann das echt nicht mehr sagen.
- 1:29:26Da war ich 18 oder?
- 1:29:28Ach, ok.
- 1:29:2918, 19, 20.
- 1:29:30Das klingelt nach 35 und war unter 23.
- 1:29:3323, so.
- 1:29:34Was?
- 1:29:36Und sich dann 59 auch schon zu kaufen, also mit 20,
- 1:29:39der auch schon eine gewisse Offerheit neugierte.
- 1:29:42Vielleicht hat das ja schon viel früher angefangen.
- 1:29:45Ich habe einen Partner-Onkel gehabt, der hat eine Bordeauxammlung gehabt.
- 1:29:52Ich kann mich als Kind nicht daran erinnern,
- 1:29:55aber da wäre ich so 10 Jahre alt gewesen,
- 1:29:57dann gab es eine Bordeaux aus dem Jahr 1999.
- 1:30:00Und den habe ich dann wohl auch schon in kleinen Schlucken trinken dürfen.
- 1:30:04Ja, das ist eine Kindheitsprägung.
- 1:30:07Kindheitsprägung, keine Ahnung.
- 1:30:10Manchmal ist es wahrscheinlich auch das,
- 1:30:12dass man das intuitiv damit bekommt,
- 1:30:16also wie die Eltern damit umgehen,
- 1:30:18also deswegen ist dieses zelebrierte Wein trinken zu Hause,
- 1:30:21finde ich, ganz wichtig,
- 1:30:23dass man das mit den Kindern oder wie man auch immer dann
- 1:30:27selber genießt und intensive auslebt und das mit auf den Weg gibt.
- 1:30:31Also da diese Prägung im Trinkverhalten,
- 1:30:35denn irgendwo auch, also das Bewusste genießen dabei.
- 1:30:3829er. Krass.
- 1:30:41Aber habe ich natürlich kein Erinnerung mehr daran.
- 1:30:46Glaubst du, man könnte dieses Erlebnis mit dem 59er-Porma
- 1:30:50nochmal rekonstruieren.
- 1:30:52Also wenn ich jetzt zufällig im Auto 59er-Porma hatte,
- 1:30:55der seit ein Jahr in dem Auto liegt und wir haben freundliche
- 1:30:58und das Gleiche wäre doch mal das Gleiche
- 1:31:00oder ist es immer der Moment und der Augenblick,
- 1:31:04so diesen besonderen Wein als besonders zu empfinden?
- 1:31:07Ich würde es mit anderen Augen sehen jetzt.
- 1:31:10Ganz klar, mit Trinkerfahrung, dann siehst du das anders.
- 1:31:15Damals habe ich ja keine Vergleichsmöglichkeiten gehabt.
- 1:31:19Da war das für mich so.
- 1:31:21Das war der Stand da wie ein Fels.
- 1:31:23Und heute würde ich ja vergleichen, wie schmeckt er.
- 1:31:26Vielleicht dazu oder dazu oder das wird zu anders.
- 1:31:30Das geht nicht mehr.
- 1:31:32Kann man auch nicht sagen, das eine ist die schönere Art
- 1:31:35Wein zu trinken und Vergleich zum anderen.
- 1:31:38Ja, ich meine jedes neue Art eine Faszination in sich.
- 1:31:44Man kann hier sagen, man kann nicht wiederholen.
- 1:31:46Aber gibt es Grundvoraussetzungen oder glaubst du ein toller,
- 1:31:49besonderer Wein?
- 1:31:50Keine Ahnung, wir nehmen da ein 90er-Reihe Ass
- 1:31:53und sitzen zuviert im Käfer mit vier Wassergläsern.
- 1:31:57Glaubst du, die Größe des Weines könnte trotzdem gegriffen werden
- 1:32:00oder wäre es dann einfach nur Situationstrinken oder Alkohol?
- 1:32:03Ich weiß nicht, ob ich das...
- 1:32:06Wir haben auch schon mal Chateau-Briand,
- 1:32:09was aus dem Pappbecher getrunken ist.
- 1:32:11Kefer, okay.
- 1:32:19Kefer kann alles sein.
- 1:32:21Aber es sind vier Leute okay, aber es müssten anständige Gläser sein.
- 1:32:25Also da ist ein Grundanspruch.
- 1:32:27Wo fängt der Grundanspruch an?
- 1:32:30Also ab Weinglasform, Supermarkt oder...
- 1:32:33Wie heißt das?
- 1:32:35Nicht nicht Maschinen gefertigt und aber großer Name
- 1:32:38oder unbedingt Mund geblasen?
- 1:32:40Ne, also muss eine ordentliche Größe haben.
- 1:32:43Darf nicht so dick sein oben, das ist allgemein, das ist immer nicht so.
- 1:32:47Also wenn sich die Situation ergibt,
- 1:32:50kann es auch ein ordentliches Glas sein.
- 1:32:53Kein Mund geblasen, kein Feinness.
- 1:32:56Aber ein Glas halt.
- 1:32:58War das für dich im Restaurant auch mal wichtig,
- 1:33:00dass du sagst, okay, wir brauchen hier Grundanspruch von Gläsern,
- 1:33:03weil du ja auch in der Zeit groß geworden bist,
- 1:33:05dass ja auch parallel dazu Gläser groß geworden sind.
- 1:33:08Also parallel in der Zeit, wenn du sagst, 89,
- 1:33:11da kam ja gerade erst Riegel mehr oder weniger nach Deutschland.
- 1:33:14Da fing es an, mit der Sommlisärie.
- 1:33:16Später kamen Spiegelau, die mehr oder weniger,
- 1:33:19kann man ja schon fast so sagen, die Riegel edekopiert haben
- 1:33:22und das restaurantfähig und preislich fähig gemacht haben.
- 1:33:25Und dann später kamen die nach und nach,
- 1:33:27also war das für dich immer was, was du mitinitiiert hast,
- 1:33:30wo du auch getroffen hast.
- 1:33:32Und du hast dann fast eben vom letztlich bezahlenden Chef vorgegeben.
- 1:33:37Ich hatte das Glück, dass einmal schon für die Sondern
- 1:33:40bei einer Riedel Gläser da waren, große Riedel Gläser.
- 1:33:43Toll, das gab es damals schon.
- 1:33:45Aber natürlich für den täglichen Bedarf fing das dann so allmählich an.
- 1:33:50Das war, wie du schon gesagt hast, die Zeit,
- 1:33:53wo das mit den Gläsern anfängt.
- 1:33:55Da waren meine Chefs, also deutlich, auf meiner Seite.
- 1:33:59Ja, müssen wir uns natürlich gucken, dass es nicht in Rahmen springt.
- 1:34:03Aber wir haben eigentlich so für fast jede Rebsorte
- 1:34:07ein extra Glas gehabt, das man austauschen konnte.
- 1:34:10Toll.
- 1:34:11Das war schon, da kommt man so aus dem vollen Schöpfen eigentlich.
- 1:34:16Und das jetzt, magst du das?
- 1:34:17Also, sie überpropfizierte mit den Gläsern,
- 1:34:19dass halt alles zur Philosophie, nie zur Religion wird
- 1:34:22und dass eigentlich auch rücksichtslos dann irgendwie ausgelebt wird.
- 1:34:25Sprich, die XY-Jünger sagen, alles andere ist sport und wie hässlich sind die
- 1:34:29und auch Weyer mit der Form und warum könnt ihr das?
- 1:34:32Und das hat eben doch teilweise Social Media-Like rauf und runter
- 1:34:36und da eben doch keinen Respekt mehr in der Ansicht der anderen dann geliebt wird?
- 1:34:40Wir haben so unsere vier oder sechs Standardsorten,
- 1:34:44wo wir dann noch gerne hin und her schieben.
- 1:34:47Also, wir fangen dann, was war, sich mit dem Uni-Welt-Sage-Last an für Riesling.
- 1:34:52Nee, das ist nicht, das zeigt sich nicht.
- 1:34:55Dann kommt das bei Gunderglas her manchmal auch um umgekehrt.
- 1:34:58Also, wenn wir ein Wein probieren und denken, nee, das kann nicht so,
- 1:35:02der ist nicht optimal, dann wird halt umprobiert.
- 1:35:05Aber ich sage mal so vier, vier Standard oder fünf Standard Wein,
- 1:35:10mein Gläser, das reicht dann.
- 1:35:12Das ist jetzt nicht für Syrah, für Tempaniu und Sanctuevese,
- 1:35:17für alles ein extra Glas zu haben, das ist schwierig.
- 1:35:21Beim Service selber, was war, wenn die bei den Gläser schon so
- 1:35:24so fortschrittlich war, was war dann sonst wichtig?
- 1:35:28Eine bestimmte Art von Dekantern, Karaffen, sonstiges,
- 1:35:31irgendwie jetzt Werkzeug, was für dich ist denn sie,
- 1:35:34der war Dropstop, bist du da jemand, der so was liebt?
- 1:35:37Bist du Lagiol-Fanat oder irgendwas, was ...
- 1:35:42Lagiol ist das für ein Glasstrang zum Ausstellen.
- 1:35:47Und da sehen sie toll drin aus.
- 1:35:49Ich habe auch mit Lagiol angefangen, dann hast du 20 Flaschen geöffnet
- 1:35:52und dann war das Ding schon ausgeleiert.
- 1:35:54Erstmal das, bei Begunnerflaschen hatten die ja immer
- 1:35:56diese ganz schreckliche, die zum Aufsetzen oben,
- 1:36:01ich weiß gar nicht, wie das heißt.
- 1:36:03Und du bist bei Begunnerflaschen immer abgerutschen,
- 1:36:05da hast du die Hand gejagt, das war katastrophal.
- 1:36:08Nee, also seit 20 Jahren nutzen wir die Werbegeschenke.
- 1:36:13Super, perfekt. Best ever.
- 1:36:15Ja, wir haben natürlich auch, also für alte Korken,
- 1:36:19so diese Stächer, diesen Stächerkorken,
- 1:36:22der aussieht, die steigen genau, und auch einen mit Luftpumpe.
- 1:36:26Die habe ich nie ausprobiert.
- 1:36:28Manchmal funktioniert es, manchmal nicht.
- 1:36:31Manchmal ein bisschen, weil es nervt schon,
- 1:36:34wenn da diese Korkbrösel,
- 1:36:36dieses kleinen feinen Korkbröselchen im Wein landen,
- 1:36:39die du noch kaum nach rauskriegst.
- 1:36:41Das nervt dann schon.
- 1:36:43Ja, es sind auch die Momente dann so ein bisschen,
- 1:36:45bis man dann, bis dann heiß auf den Wein
- 1:36:48und erst mal eine halbe Stunde arbeiten,
- 1:36:52bis du den noch richtig ins Glas gekriegt hast.
- 1:37:12Es gibt in der Tat einen Schaumwein, der zwei Welten in sich vereint.
- 1:37:16Oder anders gesagt, in der Welt der Schaumweine gibt es nur wenige Häuser, die es verstehen,
- 1:37:20die Essenzweier Kontinent in einer Flasche zu vereinen.
- 1:37:24Das Rödere Estate, ein kalifronischen Anderson Valley,
- 1:37:27hat mit seinem Quartett Brüt genau das erreicht.
- 1:37:31Eine meisterhafte Verbindung, traditionellen französischen Champagnerkunst
- 1:37:34mit der lebendigen Frische Kaliforniens.
- 1:37:37Die Wurzeln des Rödere Estate reichen zurück bis ins Jahr 1982
- 1:37:42als Jean-Claude Rousseau,
- 1:37:44damaliger Präsident des renommierten Champagner aus Louis Röderer Beschloss,
- 1:37:47die Grenzen der Champagner zu überschreiten und in die neue Welt zu expandieren.
- 1:37:51Seine Vision war es, ein Schaumwein zu kreieren,
- 1:37:54der die eleganz und finesse der französischen Traditionen
- 1:37:58mit der einzigartigen Terrorcharakteristik Kaliforniens verbindet.
- 1:38:03Nach sorgfältiger Suche fand er im Anderson Valley nur 18 km von der Pazifiküste entfernt
- 1:38:07das ideale Terror für dieses ambitionierte Projekt.
- 1:38:11Mit dem Erwerb von 340 Hektar Land legte Rousseau den Grundstein für das Rödere Estate,
- 1:38:16das heute für seine herausragenden Schaumweine bekannt ist.
- 1:38:20Der Quartett Brüt ist ein Küwe aus 60% Chardonnay und 40% Pinot Noir,
- 1:38:24die ausschließlich aus eigenen Weinbergen des Estate stammen.
- 1:38:28Diese Eigenständigkeit ermöglicht es dem Weingut,
- 1:38:31die Qualität und den Charakter der Trauben von der Rebe bis zur Flasche zu kontrollieren.
- 1:38:36Ein besonderes merkweites Quartett Brüt ist die Hinzufügung
- 1:38:40von den eichenfässern gereiften Reserveweinen zu jeder Jahresgewähn.
- 1:38:44Eine Praxis, die an die traditionelle Methode des Hauses Louis Rödere erinnert,
- 1:38:49verleiht dem Wein tiefe Komplexität und eine bemerkenswerte Konsistenz über Jahre hinweg.
- 1:38:55Das Groh der Weine gerte Edelstahltanks, um die frische und präzisione Aromen zu bewahren.
- 1:39:00Und das fühlt man und das schmeckt man.
- 1:39:03Man schmeckt auf der einen Seite die Besonderheit der Erfahrung und der Handschrift des Hauses Louis Rödere
- 1:39:08und auf der anderen Seite das Anderson Valley.
- 1:39:11Ein wahnsinnig spannendes Gebiet, das zeigt, wieviel Falt eigentlich in Kalifornien steckt.
- 1:39:16Die meisten kennen vielleicht das Napa Valley, Sonoma Valley, Cornarius,
- 1:39:19vielleicht die Sandro Coast oder Sandro Valley,
- 1:39:21aber das Anderson Valley zeigt uns, wieviel Individualität in Kalifornien steckt.
- 1:39:25Ein Gebiet, gelegen im Herzen von Mendelstein & County,
- 1:39:28das bekannt für seinen kühles Klima und seine vielfältigen Bodentypen ist.
- 1:39:32Es ist, wie gesagt, die Nähe zum Pazifik, 18 Kilometer,
- 1:39:36die für die morgendlichen Nebel- und gemäßigten Temperaturen sorgen,
- 1:39:40das natürlich perfekt für die Trauben ist, und denen eine gleichmäßige Reifung ermöglicht.
- 1:39:44Das Anderson Valley eingebettet in die sanften Hügel des Mendelstein & County in Nordkalifonien
- 1:39:49ist ein Weinbauggebiet von bemerkenswerte Tiefe und Komplexität.
- 1:39:53Seine Geschichte, Geologie und das einzigartige Mikro-Klima tragen zu weinen bei,
- 1:39:58die weltweit einzigartig sind.
- 1:40:00Die ersten Europäische Sieder erreichten das Anderson Valley in den 1850er Jahren
- 1:40:05angezogen von den Möglichkeiten der Holzindustrie und der Landwirtschaft.
- 1:40:08Benannt wurde das Tal nach William Anderson,
- 1:40:11einem frühen Siedler, der sich in der Region niederließ.
- 1:40:14Das Anderson Valley erstreckt sich über 24 Kilometer in nordwestliche Richtung
- 1:40:18entlang des Highway 128 von den Yorkville Highlands bis nach Navarro.
- 1:40:22Die Geologie des Tals ist geprägt von einer Vielzahl alluvialer Böden,
- 1:40:27die durch die Erosion der umliegenden Hügel entstanden sind.
- 1:40:30Diese Böden bestehen aus Schiefer, Sandstein und Ton
- 1:40:33und bieten so mit hervorragenden Drainage und Tragen zum Integralität der Weine bei.
- 1:40:37Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt etwa bei, man mag es nicht glauben, 12 Grad,
- 1:40:42wobei die täglichen Temperaturschwankungen oft mehr als 10 Grad betragen können.
- 1:40:46Diese erheblichen Unterschiede zwischen Tag und Nacht Temperaturen
- 1:40:49fördert eine langsame und gleichmäßige Reifung der Trauben,
- 1:40:52was zu einer idealen Balance zwischen Zucker, Säure und Aromen führt.
- 1:40:57Die kühlen Bedingungen des Anderson Valley sind ideal für den Anbau
- 1:41:00der für uns wichtigen Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir.
- 1:41:04Also, das Tal wurde nicht ohne Grund ausgewählt.
- 1:41:06Ja? Und eigentlich war der bedeutendste Meilenstein in der Geschichte des Anderson Valley
- 1:41:11die Gründung des Röderer Esthete im Jahr 1982.
- 1:41:14Das Haus Louis Röderer hat dieses Gebiet wachgeküsst.
- 1:41:17Die wohl größte Aufgabe war, dieses besondere Klima und diese außergewöhnlichen Böden
- 1:41:23im Zusammenspiel zu verstehen, was Röderer absolut perfekt zu interpretieren vermag.
- 1:41:28Und selten findet man ein so perfektes Zusammenspiel,
- 1:41:31zwei Erwelten, sprich des Französischen des amerikanischen Teams, im Hause Louis Röderer.
- 1:41:36Diese transatlantische Partnerschaft hat zu einem ständigen Austausch von Wissen und Techniken geführt,
- 1:41:41was die kontinuierliche Verbesserung der Weine des Röderer Esthete ermöglichte.
- 1:41:45Und weit darüber hinaus setzt sich Röderer auch für die Erhaltung der Kultur und der Geschichte des Gebietes ein.
- 1:41:51So hat sich Röderer, u.a. für die Weiterentwicklung und Erhaltung der lokalen Volkssprache, den Bootleg eingesetzt.
- 1:41:59Eine einzigartigen Wortmischung aus Englisch, Pomo, Indianerwörtern und erfundenen Begriffen,
- 1:42:04die ursprünglich von den Bewohnern des Talgesprachen wurden und ein Zeugnis der isolierten engen Gemeinschaft, die hier existierte sind.
- 1:42:10Vielen Dank für die besondere Interpretation eines Schaumweines, welches wir nicht zuletzt mit dem Quartettbrüht erleben dürfen.
- 1:42:16Und noch ein ganz großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:42:21Und sonst irgendwie ja?
- 1:42:32Wir hatten allerdings für Portwein oder für alte Bordeaux ein Gerät, was du dann kobeln konntest.
- 1:42:40Langsam ausgeschenkt wurde?
- 1:42:42Genau, langsam ausgeschenkt werden konntest.
- 1:42:44Sehe ich nirgends mehr, was ich so schade finde.
- 1:42:46Eigentlich hat man die Flasche dann liegen gehabt, dass dann langsam ausschränkt ist, hat sowas zelebrieren das auch mit dabei.
- 1:42:54Ein Sebel hatten wir auch für Champagner.
- 1:42:56Weit bevor Instagram das Raufen runterspielen musste und jeder sich das um die Ohren hauen musste.
- 1:43:02Habt ihr das mal gemacht im Restaurant?
- 1:43:04Ich nicht, aber andere haben es gemacht.
- 1:43:08Das haben wir in den sonst gar Affen, das hat man sicherlich auch eine Vielfalt an verschiedenen Karaffen.
- 1:43:15Angefangen mit diesen klassischen Enden und dann aber auch die Riegel-Karaffen, so was auch schickes, so ein bisschen stylische Karaffen haben wir auch gehabt.
- 1:43:25Damals auch schon, ich habe so das Gefühl, es kam erst so 2,10 wirklich auf, war präsent.
- 1:43:32Wir hatten schon um 2.000, aber Weißweinen gelüftet und Karfiert.
- 1:43:38Ja, da habe ich auch schon.
- 1:43:40Das war aber irgendwie ein Zufall.
- 1:43:43Ich habe, bevor ich, oder ganz am Anfang, war ich bei einem Freund und der hatte ein Rüberwein, ein Aufsehser irgendwas aus den, weil sie in die 50er, 60er Jahren.
- 1:43:58Der war ganz enttäuschlich, den trinken wir jetzt, wir machen den auf, das Zeug hat nicht geschmeckt, war fürchterlich.
- 1:44:05Er wollte schon in die Suppe oder ein Ausguss kippen, aber ich ne, lass mal stehen.
- 1:44:10Dann haben wir das am anderen Tag probiert, das war großartig.
- 1:44:13Da habe ich auch gedacht, alte Weine, die kannst du dedikantieren, die sind nicht so unempfindlich.
- 1:44:22Da ist das irgendwie daraus entstanden, weil Weißweinen, die sich nicht gezeigt haben, sind, dann werden die kurz umgekehrt.
- 1:44:31Und das hilft dann hoffentlich.
- 1:44:34Und da war es ja dann wahrscheinlich erst recht eine Revolution, also dass man in einem Restaurant,
- 1:44:39Das heißt, man kann den kippen, warum das denn?
- 1:44:41Das habe ich dann erklärt, warum und dann war gut.
- 1:44:44Ja, und dann wieder die Vertrauensbasis, was man am Anfang hatten, dass man dann, wenn man das Vertrauen genießt, mit dem Wein fast machen kann, was man möchte,
- 1:44:51möchte zu langes Leben zugunsten des Weines ist.
- 1:44:58Also wenn du jetzt diesen 59er-Promaren dabei zu bleiben und es nicht totzureiten bekommen würdest du irgendwelchen Settings machen,
- 1:45:07wo du sagst, damit wäre der perfekt, irgendeine Musik zum Beispiel, um den zu untermalen zu begleiten oder ist das alles pipapont zu viel?
- 1:45:18Ich würde nicht dekantieren, wobei ich den Kanteil selten.
- 1:45:23Wir höchstens, wenn was manchmal ein Problem ist bei alten Burundern, diese ganz feine Staub.
- 1:45:29Wesen, wie feiner ist als bei vielen, vielen anderen Weinen.
- 1:45:32Das ist manchmal ein Problem, aber ich liebe es auch, die Entwicklung im Glas mitzumachen.
- 1:45:42Bei 59er müssten bestimmt was leckeres zu essen daneben stehen.
- 1:45:48Was würdest du zu essen?
- 1:45:49Ganz wichtig.
- 1:45:50Also wahrscheinlich die Nizern aus, zum einen aus der Erinnerung heraus, zum anderen wahrscheinlich auch mit einer Erfahrung?
- 1:45:55Poma, Bœuf Bourguignon, also ganz klassisch.
- 1:46:02Aber auch für so feine Rotweine hat man ein sehr schönes Erlebnis in Steinburt mit einer kräftigen Soße.
- 1:46:10Sehr cool.
- 1:46:11Das ist auch super, wenn du ganz feinen Rotwein hast.
- 1:46:16Weil das für dich das ultimative Weinspeisenelbensatz, ein anderes, wo du sagst, das war für mich die Offenbarung.
- 1:46:24Das war schon sehr gut, das war längst ein Zentimeter, ein reifer Zentimeter mit Steinburt.
- 1:46:32Zum Steinburt, da käme ich ja nicht mal im Traum drauf.
- 1:46:35Super.
- 1:46:40In der Beziehung probiere ich mal viel aus, um auch die Grenzen auszutasten.
- 1:46:48Aber ich erinnere mich noch an Zossier.
- 1:46:54Da haben wir im Weinkeller gestanden, die Früße abgefroren, es war im Winter.
- 1:46:59Dann gab es einen frischen, krottanischen Avignon, dazu einen 20 Jahre alten roten Zossier.
- 1:47:08Das war eine traumhafte Kombination.
- 1:47:12Wahrscheinlich auch dann bei der Kellertemperatur.
- 1:47:15Toll.
- 1:47:17Ah wow.
- 1:47:19So was.
- 1:47:20Aber war es da die Atmosphäre oder war es die Kombination?
- 1:47:23Die Kombination war.
- 1:47:25Weil die Atmosphäre spielt ja auch dort, dass du da im Keller bist.
- 1:47:28Da war man auf die Nüchtern.
- 1:47:30Ja gut, da ist ja kein Atmosphäre.
- 1:47:33Der Atmosphäre ist tot.
- 1:47:35Dann bist du eher aus.
- 1:47:39Bei Weinbegleitung machen wir eher selten.
- 1:47:44Wir stellen am meisten schon eine Flasche, vielleicht dann zu dem einen oder anderen Gang noch ein Glas dazu.
- 1:47:54Wir fällt jetzt nichts anderes mehr ein.
- 1:47:58Kann man Weine sonst irgendwie begleiten?
- 1:48:01Mit Farben, mit Musik, mit Musik hatte ich vorhin schon gesagt.
- 1:48:05Aber beeinflusst das Weine irgendwie, wenn wir jetzt hier nicht in Bischen, sondern in Grünraum sitzen würden.
- 1:48:10Oder in Blauen oder in Schwarzen würde man den Wein anders empfinden als ...
- 1:48:16... dann würden wir zu Bache oder Totenhosen oder was da rum spielen würde man.
- 1:48:20Wie war das empfinden oder sollte der Weine über den Ding stehen und ein besonderer Wein?
- 1:48:25Ruhig, sag mal, eine entspannte Musik dazu wäre sicherlich von Vorteil.
- 1:48:31Aber wenn ich einen großen Wein trinke, dann konzentriere ich mich voll darauf.
- 1:48:35Dann ist alles anders herum, ist weg.
- 1:48:38Da ist dann auch ...
- 1:48:40... ein Mauern um meinen Kopf.
- 1:48:43Und Beine dann lieber, also wenn du wirklich einen großen Wein hast, lieber singulär?
- 1:48:47Oder dann ist die Speise dann trotz allem das, was den Wein nochmal rauskitzelt ...
- 1:48:51... oder eine extrawa ganz in dem Endblock, die ich sonst wahrscheinlich gar nicht gesehen hätte?
- 1:48:55Ja, das ist eine gute Frage.
- 1:48:57Also ich finde, beim Essen geht manchmal bei großen Weinen so ein bisschen die Größe verloren.
- 1:49:02Also man sollte es dann sicherlich kombinieren, dass man den Wein auch in einem großen Schluck mal ...
- 1:49:07... ohne Essen probiert und dann dann nochmal zum Essen.
- 1:49:11Also im ganz normalen Essen würde ich nicht unbedingt immer die ganz großen Weine, ...
- 1:49:18... sondern vielleicht eher die mittleren Trinken zum Durchtrinken.
- 1:49:22Weil dann doch vielleicht von der Größe ein bisschen verloren ist beim Essen.
- 1:49:27Also das ist eine schwierige Sache.
- 1:49:30Wir haben auf dem Restaurant sogar schon mal La Trafit getrunken, kürzlich erst.
- 1:49:36Das hat auch funktioniert, aber ich weiß nicht, ob es dann vielleicht, ...
- 1:49:42... wenn man es so dringend hätte, vielleicht noch ein bisschen mehr Glück gemacht hat.
- 1:49:47Und alleine dann lieber den Wein oder im Begleitung?
- 1:49:52Also zieht der Wein dann ...
- 1:49:53Nur in Begleitung, nie alleine.
- 1:49:55Nie alleine.
- 1:49:56Nie alleine.
- 1:49:57Weil du sagst, es ist eben so Wacke um Glocke und das klingt so nach alleine ...
- 1:50:00... und ich bin mit mir und bitte redet nicht mit mir, ich bin jetzt gerade ...
- 1:50:02Nehm.
- 1:50:03Und ansprechbar und darauf konzentriert.
- 1:50:06Aber Wein nie alleine.
- 1:50:08Das hat überhaupt Alkohol an den Trinken, finde ich ...
- 1:50:12... grusig.
- 1:50:14Das ist schon da, da hätte ich Angst vor.
- 1:50:18Wann trinkst du sonst?
- 1:50:19Also gibt es einen Alltagswein, den du hast, wo du sagst ...
- 1:50:23... Rieslingliter, Winzer, bla bla bla, so von Montag bis Donnerstag ...
- 1:50:29... mein Alltagsgetränk oder ist Wein immer was Besonderes?
- 1:50:33Also wir haben inzwischen, haben wir vier Tage die Woche, wo wir kein Alkohol trinken.
- 1:50:38Deswegen ist an den drei anderen Tagen Alkohol immer was Besonderes.
- 1:50:42Sondern trinken wir sehr bewusst und auch was ...
- 1:50:46... nehmen auch was Spezielles, wo wir gerade Lust drauf haben.
- 1:50:51Also den Alltagswein, das haben wir eigentlich nicht mehr.
- 1:50:55Allein auch um Alkohol ist Alkohol, das muss man ...
- 1:51:00... denken wir so ein bisschen einschränken.
- 1:51:02Also drei, vier Tage die Woche trinken wir kein Alkohol.
- 1:51:06Gibt es einen Beruf, den du trotzdem noch mal gerne gemacht hättest, außer ...
- 1:51:12... außer vielleicht Lehrer, was ja der Ursprung war, außer Koch, was du ...
- 1:51:16... dann doch gelebt hast, außer Sommelier und Weinhändler, was du ja jetzt ...
- 1:51:21... in dem Sinne auch noch bist.
- 1:51:22Also hat es immer so einen heimlichen Traum, wo du sagst, ist das ...
- 1:51:26Also meine Idee ist, ich weiß nicht, ob ich es noch mal schaffe, noch mal ...
- 1:51:32... Geologie zu studieren, weil ich endlich ein bisschen mehr Ahnung haben möchte ...
- 1:51:36... von dem Boden, auf dem der Wein wächst.
- 1:51:40Ja.
- 1:51:41Das könnte ich in Bochum machen, dann muss ich gucken, ob ich irgendwann ...
- 1:51:44... noch mal die Kurve kriege, als Gastthörer dann natürlich.
- 1:51:47Aber dann auch nur in Bezug des Weines.
- 1:51:49Also das ist dann schon plötzlich der ausschlaggebende Punkt und darum ...
- 1:51:53... dann Geologe zu werden.
- 1:51:55Hättest du es für die wichtigste Komponente beim Wein, also dass der Boden ...
- 1:51:59... das Ausschlaggebende und Prägnante bei dem Wein ist?
- 1:52:03Ja, das ist für mich das, was ich am schwersten durchschauen kann, weil ...
- 1:52:08... weil es so kompliziert ist, von den Zeitabläufen, von den Bodenschichten ...
- 1:52:13... und von allem.
- 1:52:14Deswegen möchte ich da noch mal, hätte ich gerne mal so einen richtigen ...
- 1:52:18... Durchspeck.
- 1:52:19Ich glaube, man kann den Boden raus schmecken.
- 1:52:21Es ist ja viele dies und drüber, manche sagen überhaupt nicht, andere sagen ...
- 1:52:27... klar, kann zu schiefer schmecken, also da ...
- 1:52:29... damit meine ich nicht den Petrolton, also da weiß ja in der Anzüge jeder, ...
- 1:52:32... als der aus dem Schiefer kommt.
- 1:52:34Erde schmeckt nicht, das ist schon richtig, aber ich denke mal, dass die ...
- 1:52:37... dass die Stoffe, die die Gurze aufnehmen, einen geschmacklichen Einfluss ...
- 1:52:41... auf den Wein haben.
- 1:52:42Auch geschmack abgeben, also dass man die durch die Mikroporen letztlich ...
- 1:52:47... im Wein dann spüren kann oder sind es Entwicklungen in der Traube, ...
- 1:52:50... die durch die Stoffe ausgelöst werden und verschiedene Aromenkomponenten ...
- 1:52:54... oder verschiedene Strukturen ...
- 1:52:55Gute Frage, gute Frage.
- 1:52:56Ja, dafür soll es ja studieren, genau.
- 1:52:58Was fragt ihr, ist eigentlich ...
- 1:52:59... jetzt habe ich eigentlich geklärt.
- 1:53:02Ja, ich wollte nur so die Grenzen ausloten.
- 1:53:05Ja, ich meine, es hat ja einen riesen Einfluss irgendwie ...
- 1:53:12... das ist ja da, man muss dann noch wissen, wie es dann ...
- 1:53:17... rübergebracht wird.
- 1:53:18Ja, ich kann aber auch keine Erklären, das bin ich so, ...
- 1:53:20... so bitterartig, also ich habe schon so viele gefragt, ...
- 1:53:22... also auch um zu meiner Tätigkeit, ...
- 1:53:25... uns kann nicht wirklich jemand fundiert erklären, ...
- 1:53:28... sondern teilweise Thesen ist wissenschaftlich nicht fundiert, ...
- 1:53:31... wie so viele Dinge, also selbst die alkoholische Regierung ist ja ...
- 1:53:34... wissenschaftlich doch nicht komplett aufgelöst.
- 1:53:36Er hat keinen Kommerz, wo er dahinter ist und niemand wirklich Geld dafür in die Hand nimmt.
- 1:53:41Das ist eigentlich so traurig, also es ist eine Wissenschaft, ...
- 1:53:43... die seit 4, 6, 8000 Jahren irgendwie existent ist, ...
- 1:53:48... wo man sich beschäftigt, was man aktiv lebt, ...
- 1:53:50... oder manchmal auch inaktiv aber lebt.
- 1:53:52Und eigentlich so tief sind die, kann das keiner irgendwie ...
- 1:53:56Ja, ist die Frage, muss das sein?
- 1:53:58Darfst du nicht auch noch Geheimnisse um den Wein geben?
- 1:54:01Stimmt, aber die Weiterentwicklung könnte man da ja weiter vorantreiben, ...
- 1:54:04... dass man sagt, okay, wenn ich das verstehe, ...
- 1:54:06... verstehe warum der Boden so ist ...
- 1:54:09... und den Wein so beeinflusst, kann ich das noch mehr intensivieren ...
- 1:54:11... oder für die Rebsorte noch mal anders ...
- 1:54:13... oder dann vielleicht auch in anderen Rebsortensegmenten denken, ...
- 1:54:15... dass halt, dass man halt, ...
- 1:54:18... dass einfach anders angeht.
- 1:54:21Also dann, die Weinproduzenten müssen das wissen, ...
- 1:54:24... aber auch der Weinkonsument nicht.
- 1:54:26Der muss die Mystik behalten.
- 1:54:29Stimmt, das sind so zuverkopf.
- 1:54:31Und sonst versucht man es nur noch mehr in Rastern zu sehen und, ...
- 1:54:34... und ja, gibt es einen Ort, wo du gerne mal gearbeitet hättest?
- 1:54:38Was jetzt so, ...
- 1:54:39... von vorne bis hinten Residanz, aber gab es irgendwie mal so ein Restaurant, ...
- 1:54:42... wo du gesagt hättest, du warst mal für einen Tag, ...
- 1:54:44... für einen Woche, für einen Monat, für einen Jahr, ...
- 1:54:46... für eine kurze Auszeit, ...
- 1:54:48... wo ich mich das ...
- 1:54:50... Schwarzen Adler im ...
- 1:54:52... Oberbergen.
- 1:54:54Aber es ist dann nicht so reinwahrscheinlich berufkant gefragt, ...
- 1:55:00... eigentlich nicht das Gleiche gewesen, was ihr gemacht habt, ...
- 1:55:03... also dieses eigentlich urklassisches, dieses schonbewusste Weinkarten ...
- 1:55:07... und und Zombie-Lieben.
- 1:55:09Und das halt alles nur ein bisschen mehr?
- 1:55:11Ja, ein bisschen mehr.
- 1:55:13Ja, ich weiß nicht, also ...
- 1:55:15... wir waren, ...
- 1:55:17... ist das 20 Jahre her, ...
- 1:55:19... wir waren Martin Berastati-Tegin in Spanien.
- 1:55:23Und er hat mich fasziniert, ...
- 1:55:26... dass er Tischlehr war.
- 1:55:29Also ich hätt' dann gerne auch schon mal in so einem Restaurant gearbeitet, ...
- 1:55:35... so halt einen ganz anderen modernen Umgang damit hat, ...
- 1:55:38... nicht wie in der Residion aus der ganzen Tisch voll ...
- 1:55:40... voll besteck und gläsern war.
- 1:55:43Also dieser etwas, ich weiß nicht, wie soll man das nennen?
- 1:55:45Spatanisch?
- 1:55:47Ja genau, so war es vielleicht.
- 1:55:49Und dann, ...
- 1:55:51... du musst doch keine riesen Weinkarte haben, ...
- 1:55:55... kannst auch mit wenig Sachen viel, viel Spannung erzeugen.
- 1:55:59Das ist, das wär's vielleicht nochmal gewesen.
- 1:56:03Die mal eine Größe für eine Weinkarte, ...
- 1:56:04... weil es gibt der Weinkarten mit 3000 Positionen, ...
- 1:56:06... es gibt manche mit 100, ...
- 1:56:08... ihr hattet, glaube ich, so um die 800, 900 ungefähr.
- 1:56:10Also ich denk mal, um gut zu arbeiten, ...
- 1:56:13... reichen 4, 5, 600 aktive Weine.
- 1:56:17Ich zähl jetzt mal alles das ab, was keiner trinkt, ...
- 1:56:20... was da drin liegt, ...
- 1:56:22... weil's teuer ist oder irgendwann mal angeschafft worden ist.
- 1:56:24Also so aktive Weine, die wirklich laufen, ...
- 1:56:27... 3, 4, 500, ...
- 1:56:29... reicht eigentlich.
- 1:56:32Also wenn ich nur aktiv sein will, der Restkram noch da rumliegt.
- 1:56:35Also wenn ich nur die aktiven hätte, ...
- 1:56:37... wär dann die Weinkarte nicht auch, ...
- 1:56:39... und wir nicht ...
- 1:56:41... spartanisch.
- 1:56:45Also wenn ich jetzt nur, ...
- 1:56:47... zu Saucerzeiten, ...
- 1:56:49... nur Saucerzeiten da drauf hab, ...
- 1:56:51... und halt kein Mentousalon, ...
- 1:56:53... kein irgendwie, wo ich hin wieder mal so ein bisschen mitspiele, ...
- 1:56:55... oder kein ...
- 1:56:57... baron de elle oder wie auch immer, ...
- 1:56:59... sondern nur den Steiner Saucer, ...
- 1:57:01... der dann trotzdem noch die Präsenz, ...
- 1:57:02... wenn da eben baron de elle draufstieg.
- 1:57:04Vielleicht wäre es dann eine Karte mit Schwerpunkten, ...
- 1:57:07... dass man nicht jetzt, ...
- 1:57:10... ein Australier und zwei Kalifornien und so was haben muss, ...
- 1:57:14... sondern sich konzentriert aus drei französische, ...
- 1:57:17... drei deutsche, ...
- 1:57:19... zwei Schweizer oder so.
- 1:57:21Wir waren essen in, ...
- 1:57:23... wer ist das, ...
- 1:57:25... Markt Breit, der hat nur freckische Weine, ...
- 1:57:29... aber in welchem Umfang ist es unglaublich, ...
- 1:57:32... das finde ich auch toll.
- 1:57:34Wir sind hier, ...
- 1:57:36... das ist unser Gebiet, wir spezialisieren uns da auch, ...
- 1:57:39... das ist doch viel besser als wenn ich zwei, ...
- 1:57:42... zwei Neuseeländer, zwei Australier oder so.
- 1:57:45Das finde ich ...
- 1:57:47... so allibiemäßig ist, ...
- 1:57:49... dass wir müssen auch was von da haben, ...
- 1:57:51... wir müssen auch was von da haben.
- 1:57:53Wie wäre in deinem Sinne, ...
- 1:57:55... also eine optimale Einteilung einer Karte?
- 1:57:58Das ist klassisch nach Region.
- 1:57:59Das ist ja meist die Region, ...
- 1:58:01... danach kommt dann irgendwie Wind sein, ...
- 1:58:03... kommt Rebsort, dann Qualitätsstufen.
- 1:58:05Ist das wirklich so die extrem smarte Gestaltung einer Karte, ...
- 1:58:08... oder werden Definitionen über die Rebsorten, ...
- 1:58:10... oder über die Klimazonen, ...
- 1:58:12... oder über die Geschmacksbilder, ...
- 1:58:14... oder über die Jahrgänger, ...
- 1:58:16... vielleicht nur die 90er, oder nur die 80er?
- 1:58:18Zum Ende einer Zeit in der Residanz wollte ich die Karte eigentlich ...
- 1:58:20... völlig umstukkurieren nach Geschmacksbildern.
- 1:58:22Also, ...
- 1:58:24... jetzt mal so plakativ, ...
- 1:58:27... der unkomplizierte Weißwein für jeden Tag, ...
- 1:58:29... der ...
- 1:58:31... der komplexe Weißwein mit ...
- 1:58:34... irgendwas, der ...
- 1:58:36... besondere Weißwein mit Charakter, ...
- 1:58:39... also, was habe ich mal von meiste Verworen, ...
- 1:58:41... bis zu irgendwas, ...
- 1:58:43... so 5, 6, 7 Stufen dann zu haben, ...
- 1:58:46... dass der Kund dann auch was mit anfangen kann.
- 1:58:49Obwohl man macht sich dann als Tomi auch so ein bisschen, ...
- 1:58:52... klein bisschen überflüssig, ...
- 1:58:54... wenn man das macht.
- 1:58:56Nicht manchmal aber auch das Leben schwerer, ...
- 1:58:58... und dann trotzdem präsenter, ...
- 1:59:00... wenn man es ja trotzdem umso mehr erklären muss, ...
- 1:59:02... wer manchmal dann doch, dass man ...
- 1:59:04... gerade dann darin seine Aufgabe sieht, ...
- 1:59:06... und das eigentlich neu zeitlich denkt, ...
- 1:59:08... hätte ich fast gedacht.
- 1:59:10Ja, aber das habe ich leider nicht mehr geschafft, ...
- 1:59:12... aus irgendwelchen technischen Gründen.
- 1:59:14Ja.
- 1:59:16Oder anderen.
- 1:59:18Gabs man Beinladen, der dich beidrückt hat?
- 1:59:20Also, warst du ja, wo du deinen 59er-Promal kauft hast, ...
- 1:59:23... oder irgendwie ...
- 1:59:25... also du hast dich schon viel gesehen, ...
- 1:59:26... bei dir ja viel Reis, ...
- 1:59:28... und vor allen Dingen auch viele dieser authentischen ...
- 1:59:30... Beinladen, aber einer der ...
- 1:59:32... da gibt es glaube ich mehrere, ...
- 1:59:35... einer in Südfrankreich, in Mont-Payet, ...
- 1:59:38... da bin ich reingekommen, ...
- 1:59:40... und da gab es alle Weine, ...
- 1:59:42... die ich sonst nur irgendwo bekommen habe.
- 1:59:44Also, da stand, was weiß ich, ...
- 1:59:46... Hulon neben, ...
- 1:59:48... also alles was du das Herz begehrt hatten, ...
- 1:59:51... ich habe den Typ nur angeschaut und gesagt, ...
- 1:59:54... was ist hier los?
- 1:59:55Ach, sie kannten uns nicht.
- 1:59:57Das war, das war unglaublich.
- 1:59:59Und dann ...
- 2:00:01Ja, da hast du nachher, gibst du bitte nur mir.
- 2:00:03Ich weiß nicht, ob es das noch gibt.
- 2:00:05Natürlich gibt es es nicht mehr.
- 2:00:07Und dann gab es in Chavignol, ...
- 2:00:09... einen ganz kleinen Beinladen, ...
- 2:00:11... da hast du von den ganzen Stabewinzern, ...
- 2:00:14... in allen größten Magnumflaschen, ...
- 2:00:17... in verschiedenen Jahrgängen, ...
- 2:00:19... aber den gibt es schon lange nicht mehr.
- 2:00:21Da habe ich noch, da haben wir noch ...
- 2:00:24... einem Magnum von Cotard, ...
- 2:00:27... mit dem falschen Etikett Chavignol.
- 2:00:30Also, da hat der Strafe höher bezahlt.
- 2:00:32Ach, was ist das?
- 2:00:34Der muss von Serra aufschreiben, ...
- 2:00:36... aber er hat Großchavignol draufgeschrieben.
- 2:00:38Hat die Strafe bezahlt, das war ihm egal.
- 2:00:40Hauptsache, er konnte auf seinem ...
- 2:00:42... so Serra Chavignol draufschreiben.
- 2:00:44Ach, wow.
- 2:00:46Ja.
- 2:00:50Das ist ja krass.
- 2:00:51Aber es hat er nur über kurze Zeit gemacht, ...
- 2:00:54... nicht, ob in ein, zwei Jahren, oder?
- 2:00:56Ja, das wird ihm dann zu teuer werden.
- 2:00:59Zu teuer werden.
- 2:01:01Ja.
- 2:01:03Was muss ein guter Beinladen können, ...
- 2:01:05... muss er so diese Klassiker haben ...
- 2:01:08... oder eher Individualitäten, ...
- 2:01:10... also ähnlich wie bei einer Weinkarte wahrscheinlich, ...
- 2:01:12... oder kann man das so gar nicht sagen, ...
- 2:01:14... sondern das Gesamtbild muss stimmen?
- 2:01:16Er muss die Weine haben, die ich gerne hätte ...
- 2:01:19... kaufen kann.
- 2:01:20Also schon das Besondere, ...
- 2:01:22... nicht jetzt hoffend unter, was man kennt, ...
- 2:01:25... sondern ...
- 2:01:27... ja, schon so sehr spezielle Sachen.
- 2:01:31Und muss natürlich auch beraten können, ...
- 2:01:34... wenn man das nicht, ...
- 2:01:36... ob Annib sieht, was man gerne hätte, ...
- 2:01:38... dass man fragen kann, ...
- 2:01:40... ob sie sowas in der Richtung oder in der Richtung haben.
- 2:01:42Da gibt es auch ein paar, ...
- 2:01:44... sicherlich Leute, die das gut erklären können.
- 2:01:48Und die ja auch sehr prägend sind, ...
- 2:01:49... also die dann, ja, finde ich auch, ...
- 2:01:51... gibt es für dich eine Person, ...
- 2:01:53... historisch oder aktuell, ...
- 2:01:56... die mehr oder weniger fast am meisten ...
- 2:01:58... für die Weinkultur in Deutschland getan hat?
- 2:02:01Bernard Preuer, ...
- 2:02:06... Graf Matuszka, ...
- 2:02:08... das waren so die, ...
- 2:02:10... am Anfang, dann natürlich hier, ...
- 2:02:13... hier die Felser, ...
- 2:02:15... Christian Mosbacher, ...
- 2:02:17... die Gruppe, die das mit den Russen erwachsen, ...
- 2:02:19... ans Laufen gebracht hat, ...
- 2:02:22... Franks Keller sicherlich, ...
- 2:02:27... der Vater schon, ...
- 2:02:29... und jetzt der Enkel, ...
- 2:02:31... der sehr viel macht für den Wein, ...
- 2:02:34... Salwei, ...
- 2:02:36... der alte Salwei, ...
- 2:02:38... der in den ...
- 2:02:40... 90er Jahren ...
- 2:02:42... sein ganzes Konzept über einen Haufen geworfen hat ...
- 2:02:45... und von vorne angefangen hat, ...
- 2:02:47... und sein Sohn das jetzt macht für den Weißwein, ...
- 2:02:51... das sind schon, ...
- 2:02:53... Huber natürlich, ...
- 2:02:55... Bernard Huber der Vater, ...
- 2:02:57... Fürst, ...
- 2:02:59... für diese finessenreichen, feinen Weine, ...
- 2:03:02... von Fürst, Weiß oder Rot, ...
- 2:03:04... das gibt es nicht noch mal in Deutschland, ...
- 2:03:07... das ist unglaublich gut.
- 2:03:09Schneidmann, ...
- 2:03:11... fand ich so toll in den Nullerjahren, ...
- 2:03:14... wie der durchgestartet ist.
- 2:03:16Rudolf May, ...
- 2:03:18... wie der aus dem Nichts sich an die Spitze ...
- 2:03:20... des Silvanerskatkatapultiert hat.
- 2:03:22Und da gibt es viele.
- 2:03:24So immer ungerechnet, ...
- 2:03:27... also jede Liste liebt er von denen, ...
- 2:03:29... die nicht genannt werden ...
- 2:03:31... und die einen dann irgendwo auch begleitet haben ...
- 2:03:33... und die einen dann auch ja bereichert haben ...
- 2:03:36... über all die Jahre.
- 2:03:38Welchen Ausposttier magst du eigentlich?
- 2:03:40So mehr oder weniger ...
- 2:03:43... kann man das irgendwie überhaupt in Worte kleiden ...
- 2:03:44... oder kann man das irgendwie kategorisieren ...
- 2:03:46... oder ist es ohnehin so allumfänglich?
- 2:03:48Eigentlich der ...
- 2:03:52... Auspostier, ...
- 2:03:54... der den Wein am ...
- 2:03:57... puristisch rüberbringt, ...
- 2:03:59... der relativ wenig Einfluss hat.
- 2:04:01Hm.
- 2:04:03Aber nicht in Naturlichkeit in Richtung Natural Wine ...
- 2:04:06... oder ...
- 2:04:08... möglichst unbehandelt oder ...
- 2:04:10... unbedarft oder doch.
- 2:04:12Behandelt schon.
- 2:04:13Also schonmal, ...
- 2:04:15... darf schonmal mitgemacht werden.
- 2:04:17Auch geringe Schwefelung.
- 2:04:19Weil ich finde, wenn du gar keinen Schwefel hast, ...
- 2:04:21... dann geht der Epsorte, ...
- 2:04:23... Jahrgang, geht alles verloren irgendwie.
- 2:04:25Also schon eine gewisse Schwefelung.
- 2:04:27Ähm ...
- 2:04:29... Charakter muss das haben.
- 2:04:31Ecken und Kanten muss der Wein haben.
- 2:04:33Auspostier ...
- 2:04:35... ich glaube, da gibt es viele Wege ...
- 2:04:37... dahin zu kommen.
- 2:04:39Ob du nur Holz hast ...
- 2:04:41... oder am Foren ...
- 2:04:42... oder Beton Ei ...
- 2:04:44... die Kombination.
- 2:04:46Ich weiß nicht, ...
- 2:04:48... ich glaube, da habe ich mir auch noch nicht so das, ...
- 2:04:51... das Abschließende Meinung.
- 2:04:54Aber ich denke mal, ...
- 2:04:56... das ist viele Wege, ...
- 2:04:58... gibt nach oben ...
- 2:05:00... und viele Möglichkeiten, ...
- 2:05:02... spannende Weine zu machen.
- 2:05:04Auch wenn du nur um Edelstahl ausgebaut ist, ...
- 2:05:06... gibt es auch tolle Sachen.
- 2:05:08Das ist ...
- 2:05:10... ich war nie so der Meinung, ...
- 2:05:12... das muss nicht barrikt, ...
- 2:05:14... das muss nicht großer Holz, ...
- 2:05:16... das darf in keinem Holz sein.
- 2:05:18Das hat mich auch nie so wirklich gestört.
- 2:05:20Der Wein muss funktionieren, ...
- 2:05:22... wenn am Schluss er dann nicht funktionieren, ...
- 2:05:24... sondern muss eine eigene Identität haben.
- 2:05:26Ja.
- 2:05:28Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?
- 2:05:30Chaturayas natürlich.
- 2:05:32Was du da hast.
- 2:05:34Und nur 90, oder?
- 2:05:38Am liebsten, ja.
- 2:05:40Können Sie die Chaturayas mit Schrauber vorstellen?
- 2:05:43Also der Weinkeller ist so knöselig, ...
- 2:05:50... da passt kein Schraubverschluss rein.
- 2:05:52Das muss mit Korkenverschluss her.
- 2:05:54Aber ich finde auch keinen Grund, ...
- 2:05:56... den Wein nicht mehr zu kaufen.
- 2:05:58Also so ...
- 2:06:00Wenn ich mir das leisten könnte, ...
- 2:06:02... würde ich mir Chaturayas auch mit Kronkorken ...
- 2:06:05... oder Glasverschluss kaufen.
- 2:06:07Das würde man dann egal.
- 2:06:08Aber der Preis ist ja ja, ...
- 2:06:10... das Hindernis dafür.
- 2:06:12Mittlerweile ja.
- 2:06:14Findest du es ja noch gerechtfertigt?
- 2:06:16Also wenn Wein diesen Preis aufruft, ...
- 2:06:18... ist ja nicht der einzige, der, ...
- 2:06:20... sage ich mal teurer als 12,50 Euro ist.
- 2:06:23Jetzt mintst du eine Eindelflasche.
- 2:06:25Findest du das dann angemessen, ...
- 2:06:27... weil der Geschmack so außergewöhnlich ist?
- 2:06:29Oder sagst du einfach, ...
- 2:06:31... eigentlich macht das alles kaputt in der Kommerz.
- 2:06:33Es ist schade, dass es so ...
- 2:06:36... nicht mehr besteht.
- 2:06:37Es ist ja Spekulation, ...
- 2:06:39... ob auch wieder geht.
- 2:06:41Das hat mit dem eigentlichen Wert, ...
- 2:06:43... das war ja nichts mehr zu tun.
- 2:06:45Ich denke mal, ...
- 2:06:47... die Weinproduktion, ...
- 2:06:49... die hört spätestens bei 100 Euro ...
- 2:06:51... auf.
- 2:06:53Die kosten dafür oder ...
- 2:06:55... die ganzen Umständen.
- 2:06:57Alles, was drüber ist, ist ja Spekulation.
- 2:06:59Und das war uns im Restaurant ...
- 2:07:02... dienlich oder eher erhinderlich?
- 2:07:05Wir kennen das nur hier natürlich dann auch.
- 2:07:06Wenn wir den auf der Karte haben, ...
- 2:07:08... können wir mehr als die üblichen ...
- 2:07:10... 5 % aufschlagen.
- 2:07:12Wir wissen, ...
- 2:07:14... wir haben den oder war es hinderlich, ...
- 2:07:16... weil wir ohnehin nur an den Preis gemessen wurden ...
- 2:07:18... und sowieso immer den falschen Preis ...
- 2:07:20... letztlich dafür nehmen.
- 2:07:22Also die waren ja oft nur dazu da, ...
- 2:07:28... damit die Leute sehen, ...
- 2:07:30... das ist eine gute Weinkarte.
- 2:07:32Diese Petrusonko, ...
- 2:07:34... die waren ja für das Image da.
- 2:07:36Das ist ...
- 2:07:38... dann hatten wir mal die Taktik, ...
- 2:07:40... wir hatten so viele Bordeaux noch im Keller.
- 2:07:43Dann habe ich mal Chateau Magaux ...
- 2:07:45... günstig auf die Karte gesetzt.
- 2:07:47Der war natürlich in drei Wochen weg.
- 2:07:49Das war dann auch nicht so ...
- 2:07:51... so prickelnd.
- 2:07:53Das waren dann alle Gewinne.
- 2:07:55Dann ist das nicht mehr da, ...
- 2:07:58... weil das, ...
- 2:08:00... das was zu einkaufen, ...
- 2:08:03... das muss ja auch dem Gast Spaß machen, ...
- 2:08:06... das muss dem Betriebs Spaß machen.
- 2:08:09Also diese Mittelweg zu finden.
- 2:08:11Wir haben es dann halt nur gemacht, ...
- 2:08:13... wenn dann noch eine Flasche da war, ...
- 2:08:15... dann haben wir einen Monpreis ...
- 2:08:17... dahinter gesetzt, damit er nicht ...
- 2:08:19... damit er nicht auch noch weg ist.
- 2:08:21Also ich denke, ich muss mal sehen.
- 2:08:23Die Erfahrung und Balance, die man auch dann herausfindet, ...
- 2:08:26... was man auch nicht vermitteln kann, ...
- 2:08:28... finde ich das immer so eine Gefühlssache.
- 2:08:30Aber über die Karte zu schauen ...
- 2:08:32... ist harmonisch kalkuliert.
- 2:08:33Das ist manchmal gar nicht, wo man sagen kann, ...
- 2:08:35... okay, da stand jemand mit einem Tascherechner, ...
- 2:08:37... sondern ja, das gibt ein Bild, ...
- 2:08:40... es gibt ein Gefühl, es gibt ein ...
- 2:08:42... da hat eine Identität.
- 2:08:44Ja, das haben wir nie gehabt, ...
- 2:08:46... dass du auf jeden, da, da, da, ...
- 2:08:48... oder so was aufschlägst.
- 2:08:50Wir haben also wirklich am Anfang mit, ...
- 2:08:52... vielleicht nicht einfach ein Prozent, ...
- 2:08:54... am Anfang vielleicht mit 400 Prozent gerechnet ...
- 2:08:56... und dann ging das runter.
- 2:08:58Bei den teuren Weinen waren es dann noch ...
- 2:09:01... letztlich seinen Serviceaufwand dann trotzdem relativiert ...
- 2:09:04... bekommt in der Form.
- 2:09:06Wenn du so viel fragst, bei dem Winter, ...
- 2:09:08... so viel zuhörst und so neugierig bist, ...
- 2:09:10... dann ist jetzt auch schon mehr als drei Jahre.
- 2:09:12Glaubst du, du könntest selber Wein machen?
- 2:09:14Nein, wir haben 16 Stöcke Riesling ...
- 2:09:19... und ich sehe jedes Jahr, wie schwer es ist, ...
- 2:09:22... da ein Wein rauszumachen.
- 2:09:24Also mit allen Hindernissen, ...
- 2:09:28... mit Westen, falschen Mehltau, echten Mehltau, ...
- 2:09:31... Vögel, ...
- 2:09:33... will nicht gären, will nicht durchgären ...
- 2:09:36... und oxidiert und alles was es ist.
- 2:09:39Ich weiß, ich habe sehr viel Respekt davor.
- 2:09:41Und du hast die oder ihr habt die gepflanzt, ...
- 2:09:44... weil ihr den Plan hattet, selber Winter zu werden?
- 2:09:46Oder war das nun als wirklich ein Thema?
- 2:09:48Nein, das war alle.
- 2:09:50Da war, da ist so ne weiße Wand halt ...
- 2:09:52... und da muss es ...
- 2:09:54Die sollte schön werden, da muss ein bisschen was hin.
- 2:09:57Dann haben wir das ein bisschen ausgedehnt hier.
- 2:09:58Aber es ist mühsam, ist das echt nicht.
- 2:10:02Finde ich auch, also wertschätzt eigentlich fast jeder, ...
- 2:10:05... der wirklich intensiv sich mit dem auseinandersetzt ...
- 2:10:07... und eigentlich sieht also welche Arbeit die ...
- 2:10:10... die Winzer in der Form und dort dort leisten.
- 2:10:13Grundsätzlich lieber analog oder digital?
- 2:10:16Gemischt.
- 2:10:20Kann man es zwischen Beruf und Privat teilen?
- 2:10:23Also ist du beruflich eher digital und privat?
- 2:10:26Oder überall gemischt und die beiden besten Seiten weiter?
- 2:10:29Überall nicht, überall.
- 2:10:31Und ein Buch oder Film?
- 2:10:33Film, glaube ich.
- 2:10:36Lieblingsfilme?
- 2:10:38Das Meer in mir.
- 2:10:44Das sind Spanischer Filme.
- 2:10:46Hat er nicht gesehen, aber er hat schon gehört.
- 2:10:49Das war, der war unheimlich berührend.
- 2:10:53Und also ich gucke unheimlich gerne von französischen Filmen her.
- 2:11:00So von der Stilrichtung her.
- 2:11:03Gibt es ein Weinfilm, den du empfehlen kannst?
- 2:11:06Weil ich finde, es gibt so wenig Weinfilme.
- 2:11:08Es gibt auch einen aus Burgundens.
- 2:11:11Da winden der Weinen.
- 2:11:13Ja genau, das fand ich ganz gut, weil da auch gut recherchiert war.
- 2:11:18Ja, fand ich auch.
- 2:11:20Erschau'n nicht gut dargestellt, nicht zu plagativ.
- 2:11:22Nicht zu sidewish, storymäßig, sondern mit einem gewissen Tiefsinn.
- 2:11:25Trotzdem, es gab so die übliche Lieblingsgeschichte,
- 2:11:27aber trotzdem mit ein bisschen Trage.
- 2:11:29Stimmt, einer der schönsten Begunschenen und überhaupt Weinfilme.
- 2:11:32Erschau'n nicht, dass dieses Thema niemals wirklich aufgegriffen wurde.
- 2:11:35Kann man, glaube ich, nicht so transportieren, was eigentlich total schade ist.
- 2:11:42Ist auch schwer, so Weine im Fernsehen nachzustellen.
- 2:11:48Christina Fischer ist da letztendlich auch dran gescheitert.
- 2:11:51Irgendwie klappt das nicht mit Wein, mit Essen.
- 2:11:55Obwohl die Leute kochen trotzdem nicht hinterher.
- 2:11:58Aber mit Wein ist es irgendwie...
- 2:12:00Ich glaube, es gibt mehr Prozesse beim Kochen, die man nachvollziehen kann beim Wein nicht.
- 2:12:07Du machst halt eine Flasche auf, gießt die ein.
- 2:12:09Und dann erzählt dir irgendjemand über Rom, was man nicht nachvollziehen kann.
- 2:12:13Und dann ist es irgendwann schnell langweilig.
- 2:12:16Das ist, glaube ich, da schwieriger.
- 2:12:17Und diese ganzen Prozesse beim eigentlichen Produzieren von Wein interessieren auch nicht wirklich jeden.
- 2:12:23Da ist das Thema schnell ausserzählt.
- 2:12:26Das ist, glaube ich, so ein bisschen der Schade.
- 2:12:28Da war das Bedauerlicher dabei.
- 2:12:30Was ist dein Ausgleich?
- 2:12:32Hast du ein Hobby oder irgendwas?
- 2:12:34Hast du jetzt so viel Zeit als zum ERD?
- 2:12:38Yoga, klar auch.
- 2:12:40Auch hier schon seit zehn Jahren, machen wir das schon.
- 2:12:45Wandern?
- 2:12:46Schön.
- 2:12:48Immer durch Weinberge oder?
- 2:12:50Auch hier nicht.
- 2:12:52Auch in Alpen oder auch schon so ein bisschen höher.
- 2:12:55Das ist es eben wesentlich.
- 2:12:57Ja.
- 2:12:59Wünsche, Ziele, Gedanken, Pläne.
- 2:13:02Gesund bleiben, lange Wein trinken können.
- 2:13:06Die ganze Familie hat einen Gesund bleiben, lange Wein trinken.
- 2:13:11Und das ist vielleicht etwas, dass die Kriege langsam mal aufhören auf der Welt.
- 2:13:16Das ist ein toller Wunsch.
- 2:13:18[Musik]
- 2:13:24Ja, Alfred hat eine Meinung.
- 2:13:26Alfred hat immer Vision.
- 2:13:28Alfred war neugierig.
- 2:13:30Alfred hat sich auf die Sachen eingelassen, auf die Weine eingelassen und hat es aber geschafft.
- 2:13:34Das finde ich so unglaublich interessant, den Brückenschlag hinzulegen,
- 2:13:38um den Gästen hinzu den innovativen oder manchmal auch sehr traditionellen Weinen.
- 2:13:41Darum konnte er sich in den Wein der Loire fallen lassen,
- 2:13:44als die meisten nur Püffi, Miraud, Saint-Saint-Cainten.
- 2:13:46Darum hat er es bourgouillé wieder entdeckt.
- 2:13:48Darum ist er so wahnsinnig geschmackstroll.
- 2:13:50Darum liebt er Wein.
- 2:13:52Und darum ist er eine so großartige Bereicherung der deutschen Zomberhehlandschaft.
- 2:13:56Und darum hat nicht zuletzt Sebastian Georgi in seiner Episode "Alfred Vogt"
- 2:14:00als ein der besten Verkoster gewürdigt.
- 2:14:02Vielen lieben Dank für deine Inspiration, für seinen Sein,
- 2:14:05für deine Beständigkeiten einfach für dich, lieber Alfred.
- 2:14:07Und noch ein ganz großes Dankeschön an unserem Partner, der Schlumbergergruppe.
- 2:14:10Mit den Handelshäusern Segnetz, Konzio Vini, Schlumberger
- 2:14:13und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect für die Unterstützung,
- 2:14:17fürs Bayernszeichen.
- 2:14:19Und dafür, dass ihr es ermöglicht, dass ich mich nicht zuletzt auch
- 2:14:22auf die nächste Woche freuen kann.
- 2:14:24Denn nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:14:26Und ich freue mich eben auf die kommende Woche.
- 2:14:28Ich freue mich auf den kommenden Freitag.
- 2:14:30Ich freue mich auf unser nächstes Gas.
- 2:14:32Ich freue mich auf den großartigen Master of Wine auf Janek Schumann.
- 2:14:36Hallo, hier ist Daniel Mariano vom Weinhandel aus Bochum Terror Unlimited.
- 2:14:43Und ich soll ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial
- 2:14:48Alfred Vogt sagen.
- 2:14:50Unsere gemeinsame Zeit ist jetzt bestimmt schon knapp 25 Jahre her.
- 2:14:55Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial
- 2:14:59Alfred Vogt sagen.
- 2:15:02Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.
- 2:15:06Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.
- 2:15:10Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.
- 2:15:15Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.
- 2:15:20Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.
- 2:15:25Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.
- 2:15:30Und als es quasi Vorgänger gegangen ist, hat er mich dann unter seine Fittiche genommen
- 2:15:34und mich langsam ran geführt, was dazu geführt hat.
- 2:15:39Natürlich, dass er klar Mentor kann man dann in dem Fall schon sagen.
- 2:15:44Was man auch tatsächlich heute noch sieht in unserer Weinhandlung,
- 2:15:48wir haben eine starke Affinität zur Falsse.
- 2:15:52Das haben wir damals schon als so das ganze große Gewächs.
- 2:15:57Also Anfang der 2000er, als es alles so rauskam.
- 2:16:00Und wir hatten uns sowieso irgendwie, ich würde das heute sagen,
- 2:16:04würde man das wahrscheinlich schon fast fetisch nennen,
- 2:16:07wir hatten so eine wirkliche Liebe zur Falsse.
- 2:16:10Wir haben dann irgendwann so im Spin während des Service,
- 2:16:14wo auch sehr viel gelacht wurde, weil der Alfred eine sehr, sehr,
- 2:16:17sehr humorvoller Mann, junger Mann ja immer noch ist.
- 2:16:21Und wir haben dann irgendwann angefangen,
- 2:16:25eine Karte nachzudenken, wahrscheinlich 20 Jahre vor der Zeit,
- 2:16:28wo man sowas hätte machen sollen.
- 2:16:30Was aber auch dann dazu geführt hat,
- 2:16:32dass wenn ich in der Residanz angerufen habe,
- 2:16:35habe ich mich mit Herr Kichenstück gemeldet,
- 2:16:37weil ich vielleicht manchmal keine Lust hatte, meinen Namen zu sagen,
- 2:16:39und den ich weiß ich auch nicht, warum.
- 2:16:41Fakt ist, er wusste dann immer sofort wer am Telefon ist,
- 2:16:44und dann haben wir halt unsere Sache besprochen.
- 2:16:46Ja, so waren, das waren so ein paar Highlights.
- 2:16:49Ich könnte jetzt wahrscheinlich noch eine Stunde erzählen.
- 2:16:51Nichtsdestotrotz zum Alfred.
- 2:16:54Alfred ist, glaube ich, einer der ganz, ganz großen des Business gewesen
- 2:16:59und auch heute noch ruhig, sachlich, immer sehr präzise,
- 2:17:05in dem was er sagt, sehr eloquent, wenn er was sagt.
- 2:17:10Aber es hat halt auch immer Gewicht.
- 2:17:12Er sagt meistens vielleicht auch nicht so viel,
- 2:17:14aber es passt meistens immer wie die Faust aufs Auge.
- 2:17:17Und ich glaube, das zeichnet den Alfred auch aus.
- 2:17:22Er ist ja auch ein bisschen lauter, er ist vielleicht etwas zu leise,
- 2:17:26oder vielleicht auch gar nicht.
- 2:17:29Und im Prinzip eigentlich das Paradebeispiel
- 2:17:34vielleicht für einen extrem guten Sommelier,
- 2:17:37ein bisschen zurückhaltender, sehr, sehr stark am Gast,
- 2:17:40immer das Wohl des Gastes im Fokus und im Prinzip auch immer seiner Zeit voraus,
- 2:17:47würde ich mal behaupten,
- 2:17:50dass die Kliniken, die heute gehypt oder modern sind,
- 2:17:53Stichwort Jura, Stichwort Loire, das hatten wir schon alles,
- 2:17:59das wollte halt nur keiner.
- 2:18:01Und da ist er immer, glaube ich schon, und immer noch ein Trüffelschwein gewesen
- 2:18:05und wahrscheinlich auch immer noch,
- 2:18:07wir haben ja immer noch Kontaktarbeits,
- 2:18:09eher freundschaftlich, nicht mehr professionell.
- 2:18:12Es gibt noch sehr viel zu erzählen,
- 2:18:14aber ich glaube, das würde jetzt hier auch einfach mal den Rahmen sprechen.
- 2:18:18Und der Alphid Vogt, einer der ganz Großen unserer Zunft.
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- 2:18:58SWR 2019