Latest / SOMMELIER / Mona Schrader – Wein ist natürlich weiblich
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- 0:00Ich bin Toni Hohlfeldt, Mittenhaber des Restaurants Jante mit der Mona Schrader, die hier zu Gast bei dir ist.
- 0:20Gleichzeitig Lebensgefährte und Vater des gemeinsamen Kindes.
- 0:26Wie sie jeder kennt, ist sie eine absolute Vornatur. Ich darf mich glücklich schätzen, sie noch zu Hause zu haben und mit ihr schon Jahre verbracht zu haben.
- 0:37Was ich natürlich extrem schätze an ihr, ist ihre lustige, unaufgeregte, ehrliche Art, ohne sich zu verstellen, ohne irgendwelche Blümchen drüber zu legen oder, oder, oder.
- 0:48Also, ob man es glaubt oder nicht, ist sie halt wirklich so, wie sie ist.
- 0:51Alles, was dieses ganze Restaurants-Sommelier geht, da können sich andere irgendwie ihre Meinung bilden.
- 1:00Für mich ist sie die großartigste Gastgeberin, die beste Sommelier, die wir uns hier nur wünschen können und natürlich die beste Mutter, die es gibt.
- 1:10So viel Herzblut und in alle Richtungen und sich so zu zerreißen und für alle da zu sein und immer ein offenes Wort zu haben und auch wenn es anderen schlecht geht, wie oft sie das belastet und das erfahre ich natürlich dann auch immer und wie oft ihr sich da Gedanken macht.
- 1:28So was gibt es, glaube ich, selten. Ich kann mich nur glücklich schätzen, sie an meiner Seite zu haben, weil sie mich auch immer wieder motiviert auf den richtigen Weg bringt und auch beim klaren Kopf bleibt und somit ergänzen wir uns natürlich.
- 1:43Ich kann nur meinen absoluten Hut ziehen, ich glaube jeder, der an der Gastronomie arbeitet, egal auf welchem Niveau und zu Hause Familie hat, Kinder hat und allem gerecht werden will, weiß, wie anstrengend das ist.
- 1:55Und ich kann nur sagen, welcher Bravour und Laune und guter Laune sie das meistert, es bemerkenswert und mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen.
- 2:06Ich freue mich, noch viele, viele Jahre zusammenzuarbeiten, zusammen zu leben mit ihr, weil sie bringt uns nur alle voran, sie macht uns alle glücklicher, sie bringt den Spaß mit dazu und das ist eigentlich das, was Mona ist, eine Spaßkanone, die auch noch ein bisschen Ahnung von Wein hat.
- 2:36Wow, danke lieber Toni, das waren wirklich super liebe, superherzliche Worte, sehr anerkennende Worte und nach dem Podcast glaube ich kann jeder deine Worte fühlen.
- 2:52Danke für dieses tolle Intro und ein herzliches Willkommen an euch, herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Somme.
- 2:58Die interessantesten Weinkälner, in diesem Fall Weinkälnerin unserer Zeit. Und ja, wie ihr schon gehört habt, wie ihr wahrscheinlich schon eine Ankündigung gelesen habt, ist unsere heutige Gäste Mona Schrader aus im Jante in Hannover.
- 3:10Und Mona ist lebendig, Mona ist außergewöhnlich. Und in all diesem Spirten, all dieser Energien, all dieser Strahlkraft steckt so viel Liebe für den Beruf, für den Wein für ihre Gäste.
- 3:24Und genau das spürt ihr, wenn ihr Mona zunimmt.
- 3:28Natürlich wurde sie nicht ohne Grund mit dem Michelin Service-Arwart im Jahr 2023 ausgezeichnet, aber im gleichen Jahr, im Jahr 2023, so als Zominäre des Jahres von der F-A-Z bzw. der F-A-S gekürt.
- 3:40Warum das so ist, geht bei ihr essen, dann wisst ihr warum. Und oder ich hoffe natürlich, dass ihr ein Gefühl nach den nächsten zweieinhalb Stunden dafür bekommt, was Mona so großartig macht.
- 3:50Bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz, Konzio Vini, Schlumberger und natürlich den Privatkundenportal Bremer Weinkollekt für die händische und auch für die wirtschaftliche Unterstützung ganz, ganz herzlich bedanken.
- 4:04Denn dank ihnen ist sie heute hier. Herzlich willkommen, liebe Mona Schrader!
- 4:10Wärst du lieber auf der anderen Seite der Nahrungskette? Jetzt sind nach 10 Jahren, ihr habt jetzt 10 Jahre jungen nach Revue passieren, findest du es einfacher, angestellt zu sein oder selbstständig?
- 4:24Das ist schwierig, also ich muss sagen, ich würde nichts anders machen, ich würde alles genauso machen, wie ich es gemacht habe, jeden Schritt.
- 4:36Es ist natürlich in der jetzigen Zeit in den letzten, sage ich mal, fünf Jahren schwierig. Die ganze wirtschaftliche Situation, die Verantwortung, die wir natürlich unseren Mitarbeitern wir gegenüber haben, jeder selbstständiger in Deutschland.
- 4:58Es ist hart, man kämpft wirklich, muss man so sagen, um es überleben.
- 5:08Wir sind am Limit, man stellt sich oft die Frage, was ist einfacher, also für mich persönlich, welche Seite wäre für mich einfacher?
- 5:32Wenn ich im angestellten Verhältnis wäre, könnte ich dann auch ruhig schlafen, wenn ich wüsste, meine Chefs sind in der Situation, wo sie in einer wirtschaftlichen Krise sind.
- 5:46Und ich ja auch irgendwie Teil des Unternehmens bin und ja auch alles dafür tue für dieses Unternehmen und ja auch irgendwie ein Familienmitglied.
- 6:00Also ich war ja auch schon mal im angestellten Verhältnis und habe ja auch alles für dieses Unternehmen getan oder für diesen Betrieb und habe auch genauso mitgefühlt, wenn es das Unternehmen, wo ich vorher war, war auch dann zum Ende hin,
- 6:14wurde es schwierig und da habe ich das genauso gefühlt und da habe auch genauso unruhig geschlafen. Und jetzt bin ich im Arbeitgeber, auf der Arbeitgeberseite und die ersten sieben Jahre waren grandios.
- 6:32Und ich hatte immer im Hinterkopf und Toni genauso, es kommen auch mal andere Zeiten, also es kann ja nicht das Leben lang so weitergehen.
- 6:40Und dann kam halt Corona, jetzt diese ganze andere Weltsituation, war es natürlich alles verändert und wir sind ja nicht alleine.
- 6:48Es ist ja jedes Unternehmen in Deutschland kämpft auf seine eigene Art und Weise. Und deshalb ist es eigentlich schwierig zu beantworten, welche Seite ist da besser.
- 7:02Ich glaube, das ist einfach der Charakter selber, der da anders mit umgeht. Weißt du, was ich meine? Es gibt Angestellte, die sagen, oh, das ist mir eigentlich egal, ich kriege monatlich mein Gehalt und lebe mein Leben.
- 7:15Und es gibt Angestellte, die sagen, krass, ich fühle euch. Und es ist schon krass, wie ihr damit umgeht und trotzdem alles tut und so weiter.
- 7:22Und ich glaube, es gibt auch genauso Arbeitgeber, die sagen, es ist mir eigentlich scheißegal, ich ziehe mein Ding durch und wenn es halt nicht funktioniert, dann schmeiße ich halt Mitarbeiter raus.
- 7:32Was aber rein aus dem Verständnis heraus ist so hart im Augenblick. Also, ist es, dass die Leute nicht mehr ausgehen wollen? Ist es, dass der Kostendruck so ist?
- 7:41Ist es, dass du so viele Regulare hast, dass du nicht mehr vom Schreibtisch weg kommst?
- 7:45Nein, es sind einfach Kosten, die uns alle auffressen. Es sind Ausgaben, die uns alle auffressen.
- 7:52Und das spreche ich für die Allgemeinheit, das spreche ich für den Konsument, das spreche ich für uns als Selbstständige, die natürlich auch Fixkosten haben, alles wird teurer.
- 8:05Wir haben unglaubliche Steuern, die wir zahlen müssen, also wir zahlen ja auf alles Steuern, auf alles.
- 8:15Und dann kommen natürlich, man darf nicht vergessen, wir sind an der Branche, wir haben, wir bekommen einen, ich sag jetzt mal einen Rohstoff, der wird verarbeitet.
- 8:25Der geht hier, du bekommst eine Ware, also nehmen wir jetzt mal ein Fisch, der kommt in die Küche und geht nochmal durch sechs Hände, wird verarbeitet.
- 8:37Und geht dann nochmal durch die Kellnerhand, bis er an den Tisch kommt und dann wird eventuell nochmal der Wein dazu serviert.
- 8:47Das heißt, du hast nochmal die Person. Also du hast ja dann nochmal fünf Mitarbeiter, die du bezahlen musst für ein, zwei Produkte.
- 8:58Also weißt du, was ich meine? Es sumiert sich ja.
- 9:01Also die Personalkosten sind ja für ein Produkt, für zwei Produkte enorm, die du nochmal raufrechnen musst, anders wie du jetzt zum Beispiel bei einem Juwelier hast.
- 9:13Da hast du ein Produkt, was du einkaufst und dann direkt verkaufst.
- 9:18Das heißt, du hast den E-Card-Preis und errechnest dann den VK-Preis.
- 9:26Und bei uns ist es so, dass du ja da ganz andere Kosten hast.
- 9:30Du hast den E-Card-Preis von dem Produkt und hast dann aber nochmal acht Köpfe an Personalkosten, die du ja da nochmal raufrechnest.
- 9:41Weißt du, was ich meine? Also du hast halt ein Gericht, was du kreierst, du hast eine Mannschaft nochmal dahinter.
- 9:52Ich glaube, das ist für viele Leute anders zu verstehen. Sie sehen den Menü-Preis, verstehen aber die Kalkulation dahinter nicht.
- 10:00Im Prinzip stimmt das, das trifft ja in dem Sinne, wenn du dieses Beispiel mit dem Juwelier nehmen würdest, ja rein auf die Küche zu.
- 10:06Aber beim Wein kalkuliert man ja auch nicht anders. Also beim Wein geht man ja auch hin und nimmt einen ähnlichen Aufschlag oder viele dem ähnlichen Aufschlag wie bei der Küche.
- 10:14Aber da habe ich ja eigentlich auch nur ein Handelsprodukt, was ich irgendwo einfach durchreiche.
- 10:18Ich kaufe es ein, tue es in irgendeinen Regal, nehm es raus, schenk es aus, bumm fährt.
- 10:22Na ja, nicht ganz. Du hast das Glas dazu, du hast die Erklärung dazu, du hast die Beratung dazu.
- 10:27Das heißt, du musst deine Mitarbeiter schulen, eventuell kommen sie schon geschult zu dir.
- 10:31Sie fordern natürlich dementsprechend auch ein Gehalt.
- 10:37Du hast hochwertige Gläser, du hast dementsprechend nochmal eine hochwertige Karaffe, du hast hochwertige Eiskühler, du hast Eis, wo der Wein drin gekühlt wird und so weiter und so fort.
- 10:51Das sind alles so Sachen, die halt da auch nicht mit einberechnet werden.
- 10:57Das ist alles selbstverständlich, dass du aus einem 65 Euro Glas trinkst, was dann eventuell auch nochmal am Ende des Arms mitgenommen wird, weil es so wunderschön ist.
- 11:07Ja, also das sind alles so Sachen, die halt auf dem Niveau und wir sind halt ein Luxusprodukt.
- 11:14Wir sind ein Luxusprodukt, weil wir einfach Luxuspreise nehmen, das ist anders.
- 11:20Wir sind keine, obwohl mittlerweile ja auch schon eine Pizza 20 Euro kostet, aber wir sprechen hier von einem Luxusprodukt, genauso wie eine Halskette oder sonst was.
- 11:32Es sind einfach Sachen, die jetzt nicht lebensnotwendig sind.
- 11:36Man gönnt sich das, aber wir kalkulieren anders und dementsprechend müssen wir uns auch anders rechtfertigen für das, was wir tun.
- 11:43Und das ist halt einfach, glaube ich, ein großer Faktor, was natürlich, soweit der Mensch oder auch gerade der Deutsche anfängt in Panik zu geraten,
- 11:54weil einfach die Kosten steigen, die Fixkosten wie Einkaufen, Lebensmittel, Unterhalt und so weiter Strompreise, er natürlich an sowas anfängt zu sparen.
- 12:09Und sich sagt, na ja gut, das brauche ich jetzt eigentlich nicht.
- 12:13Dann aber wiederum sagt, schade, das Restaurant, wo wir ja immer unser Geburtstag gefeiert haben oder Hochzeitstag, das gibt es ja jetzt auch nicht mehr.
- 12:22Was ist denn hier eigentlich los? Also weißt du, was ich meine, das sind immer so Sachen.
- 12:26Findest du es gut, dass man darüber spricht über Kalkulation und das so offenlegt und darlegt?
- 12:34Vielleicht darf ich meine Frage noch ergänzen, weil ich finde es insofern teilweise in der Tat dramatisch.
- 12:39Ich glaube, bei euch kostet ein Viergang kostet 140 Euro.
- 12:42Wenn du die Mehrwertsteuer einfach mal wegnimmst, dann bist du dabei 120 Euro, dann 50 Prozent Wahneinsatz vielleicht.
- 12:48Wenn es mal irgendwie nicht ganz so optimal läuft, dann bist du dabei 60 Euro, die du noch übrig hast.
- 12:53Und von diesen 60 Euro muss ein Tisch den ganzen Abend mehr oder weniger belegt werden.
- 12:57Es muss ein Tischwäsche, ne, habt ihr ja nicht, keine Tischwäsche, aber zumindest ein Serviette, dann irgendwo, dann ein paar Gläser, et cetera, et cetera.
- 13:05Ein paar Leute bezahlt werden und Strom, Musik, Traller.
- 13:10Und dann darfst du ja nicht vergessen, der Gast verbringt bei uns im Durchschnitt vier bis sechs Stunden.
- 13:16Und das runterrechnest, also du hast diese 60 Euro, die du dann runterrechnest,
- 13:21auf sechs Stunden oder vier Stunden bist du bei pro Stunde zehn Euro, was irgendwo noch verteilt werden muss.
- 13:27Das ist schon unter Mindestlohn, ne?
- 13:29Ich finde das manchmal schwierig, wenn man es so verschweigt und sagt, dann wird die Idylle weggenommen.
- 13:35Die Idylle eines Restaurants, wo man hingeht und alles ist schön.
- 13:38Aber es wird ja auch nicht so subventioniert wie manchmal, keine Ahnung, Kunst wird ja subventioniert, was ja auch richtig und gut ist,
- 13:44wenn man es dann zu fern Preisen anbieten kann.
- 13:46Das wird halt Gastronomie nicht, es ist ja ein Wirtschaftsunternehmen und da...
- 13:53Also sollten wir mehr darüber reden, was eigentlich kalkuliert werden muss oder eigentlich nicht, weil das ja jeder irgendwo...
- 14:00Ja, also meine Erfahrung ist, umso mehr du darüber redest, der Gast will das eigentlich auch gar nicht hören.
- 14:05Also das beste Beispiel ist ja die Corona-Zeit, ne?
- 14:10Wir hatten dann wieder auf, die Gäste kamen rein nach und wie geht's ihnen?
- 14:15Eine ehrliche Frage und du antwortest da mal ehrlich und sagst, uns geht's nicht gut.
- 14:22Ach, ja, na ja, ach, das wird auch schon wieder.
- 14:27Also es wird gleich, ja genau, es wird gleich runtergespielt, es wird direkt runtergespielt.
- 14:31Also es ist gleich, das wollen, es will keiner hören.
- 14:35Es wird gefragt, aber die ehrliche Antwort will keiner hören.
- 14:39Und das ist halt eigentlich auch erschreckend.
- 14:42Und wir haben uns auch damit abgefunden, dass wir sagen, ja, ganz ehrlich, eigentlich, ja, brauchen wir auch gar nicht mehr ehrlich antworten,
- 14:50weil am Ende ist es, der Gast möchte hierher kommen, will ihn schön amt haben, ja.
- 14:59Und du tust natürlich alles dafür und er hat auch ein Recht darauf.
- 15:04Es sind unsere Probleme und wir müssen damit fertig werden.
- 15:09Und ich glaube, die Medien und die, alle anderen und auch wir sind schon etwas lauter geworden.
- 15:20Es führt ja gar kein Weg darum herum und wir sehen es ja auch.
- 15:23Also die Restaurants schließen, wir haben einen unglaublichen Mangel in der Branche,
- 15:31an Personal und das nicht nur in der Branche, überall, weil einfach auch Ängste da sind.
- 15:38Die Leute sagen, ich brauche im Dienstleistungsbereich nicht mehr arbeiten,
- 15:43weil ich keinen sicheren Arbeitsplatz habe.
- 15:46Ich brauche einen sicheren Arbeitsplatz, um natürlich auch meine Kostendecken zu müssen, zu können.
- 15:53Und somit wird er natürlich in Bereichen angefangen, als Paketbote oder wie auch immer,
- 16:02wo du natürlich bessere Chancen hast, einfach dort sicher arbeiten zu können.
- 16:09Und was ich jetzt gar nicht abwärten meine, ich verstehe die Leute auch.
- 16:13Ich verstehe sie, weil du ganz anders kalkulieren kannst auch mit deinem Leben.
- 16:20Manche haben natürlich auch schon Familien oder müssen unterhalten oder wie auch immer.
- 16:26Und das haben wir hier auch erlebt.
- 16:29Also auch im Freundeskreis, wir sind natürlich auch mit Kollegen befreundet,
- 16:35wo du da Angestellte hattest, wo sie gesagt haben, ich kann das, diese Ungewissheit, das kann ich, das ertrage ich auch nicht.
- 16:46Aber hat man so eine Ungewissheit, also in der Gastronomie werden ja Leute gesucht,
- 16:50von dem ja kann ich ja davon ausgehen, dass ich zumindest über die Topf haben werde?
- 16:54Ja, aber das ist halt das, es ist ein Auf und Ab,
- 16:59du hast in der einen Woche so viel zu tun,
- 17:05und in der nächsten Woche stehst du wieder da und denkst, wo seid ihr denn alle?
- 17:09Und das ist ein großes Problem und somit kannst du natürlich auch nicht,
- 17:12du kannst ja nur mit Auslöfen arbeiten.
- 17:14Weißt du, was ich meine, du kannst ja nicht keine festen Angestellten einstellen,
- 17:18weil du nicht weißt, was erwartet dich die nächste Woche?
- 17:22Dann hast du Stornierung, dann ist die nächste Krankheitswelle da.
- 17:25Ja, dann stornieren die Leute, weil sie krank sind, was willst du denn machen?
- 17:29Bringen sie mir in gelben Schein, ich möchte den gern sehen, es funktioniert ja nicht.
- 17:33Also du kannst den Leuten ja auch nicht vorwerfen, weil sie krank sind,
- 17:36dass sie ihren Tisch nicht wahrnehmen und du leere Tische hast
- 17:39und somit die Gehälter von den Mitarbeiter nicht zahlen kannst.
- 17:42Jetzt mal dramatisch ausgesprochen.
- 17:44Aber das ist einfach, das ist ein großes Problem.
- 17:47Und da rede ich nicht nur von uns, da rede ich, glaube ich, von vielen Kollegen,
- 17:52die, glaube ich, genauso denken.
- 17:55Also es ist einfach, ja, es ist wirklich, wirklich schwierig.
- 18:02Und ich glaube, dass da, glaube ich, spreche ich auch für alle,
- 18:09aber ein großer Punkt ist einfach die Mehrwertsteuer.
- 18:12Also als sie uns die wieder erhöht haben, da haben sie uns allen das Genick gebrochen,
- 18:17weil auch da viele Gäste das auch gar nicht auf dem Schirm haben,
- 18:22dass wir, die keinen Außerhausgeschäft haben, da volles Met die 90% zahlen
- 18:29und alle, die im Außerhausbereich tätig sind, ihre 7% zahlen.
- 18:35Das ist, ich meine, wir sprechen da über große Summen.
- 18:40Ja, auch für eine Situation, wo du eben den Frauen angesprochenen Fisch für 7% einkaufst.
- 18:45Und in der Situation, wenn er verarbeitet wird, im Haus, wenn er ausgeschenkt wird,
- 18:50du 10% noch dazu weg, den muss ein 10% sind, sind ja 14 Euro dann bei euren 140-Euro-Menü.
- 18:56Und 14 Euro, die du mehr oder weniger einfach dann durchreichst.
- 19:00Und wie gesagt, unsere Lieferanten, die mit Autos kommen,
- 19:06die ja da auch ihre Steuern auf ihre Autos und Abgas und keine Ahnung, was immer wieder drauf zahlen,
- 19:14die hauen die Preise, also das Geld natürlich auch auf die Ware drauf,
- 19:20weil die ja auch zu sehen müssen, dass sie mit dem Arsch an die Wand kommen.
- 19:23Und das ist natürlich, das merken wir auch. Also wie gesagt, die Produkte steigen,
- 19:30unsere Warenkost, alles steigt an.
- 19:34Und wir wissen halt nicht wohin, wir können das nicht jedes Mal auf dem Menüpreis hauen.
- 19:39Habt ihr euch mal Gedanken gemacht, was ein vernünftiger Menüpreis für euer 4-Gänge-Menü wäre?
- 19:44Würdet ihr alles komplett durchkalkulieren?
- 19:46Dann wären wir beim 4-Gang bei 200 Euro und beim 7-Gang bei 400 Euro.
- 19:54Aber wer zahlt das? Also wir sind ja kein Dreisterner.
- 19:59Ja, ich finde aber manchmal so eine Überlegung einfach, was würde es realistischerweise kosten,
- 20:04dass wir auch unsere Angestellten einigermaßen ordentlich auch ihrer Qualifikation entsprechen
- 20:10oder ihrem Lebensweg entsprechen, dann irgendwo bezahlenden im Laufe einer Karriere.
- 20:15Das tun wir und das ist ja das. Also Personalkosten, das ist natürlich das, was uns alle auffrisst.
- 20:22Das ist halt einfach, also wir zahlen ja Brutto.
- 20:26Das ist ja, dass viele auch nicht checken. Also nicht netto ist das, was bei uns runtergeht zu einer Brutto.
- 20:32Und das ist natürlich auch ein großer Punkt.
- 20:36Also ich glaube, ja, die Endsumme, das sind halt einfach.
- 20:43Aber wie gesagt, die unsere Mitarbeiter sind das natürlich auch wert.
- 20:47Aber dementsprechend muss da halt auch das gewisse Geld auch reinkommen, um das halt bezahlen zu können.
- 20:59Wir tun alles um, also wie gesagt, wir haben jetzt, wir lassen uns immer was einfallen.
- 21:06Wir gehen auf unsere Gäste ein, wir gucken, wie verhalten sich unsere Gäste, was wollen sie gerade?
- 21:11Jetzt sind wir dabei, dass wir halt über die Sommerphase, über unsere Upgrade-Gänge als Alakard-Gänge halt verkaufen,
- 21:21dass der Gast ohne Reservierung reinkommen kann.
- 21:24Und das läuft erstaunlicherweise ganz gut, um halt da einfach leere Tische zu vermeiden
- 21:31und dementsprechend ein bisschen Kohle zu gewinnen.
- 21:35Ja, wir werden sehen, wo die Reise hingeht.
- 21:38Aber ich glaube, wie gesagt, dass wir da auch mit der Einstellung nicht alleine sind
- 21:42und ganz, ganz viele so denken und das auf jeden Fall was passieren muss, weil so funktioniert das nicht.
- 21:54Solche Ideen, wie jetzt mit diesem Upgrade mit dem Vier-Gang-Menü,
- 21:59was ihr vor einiger Zeit im Ganztags anbietet oder die ganze Woche anbietet,
- 22:04kommen die aus euch heraus? Oder schaut ihr in der Branche, wie sich das entdeckt?
- 22:09Also, ich meine, wer erfindet das Rad nicht neu, aber wir gucken halt, was passt zu uns, was können wir machen?
- 22:14Also, wir gucken jetzt nicht, was macht der, das macht keine Ahnung, der und der.
- 22:19Also, das ist schon das, was wir bei uns machen können und wie wir was machen können.
- 22:25Was passt in die Stadt, was passt zu uns, das ist das.
- 22:29Also, wenn wir jetzt ein Vier-Gang-Menü anbieten, dann sind wir halt nicht die Ersten, die Vier-Gang-Menü anbieten, wie gesagt.
- 22:39Und eine Hummerschwanz einzudippen in irgendeine Mayonnaise, auch das haben wir nicht erfunden.
- 22:47Oder keine Ahnung, ein frittiertes Huhn.
- 22:51Also, das sind jetzt keine Sachen, die wir neu erfinden, aber wir machen das auf unsere Art und Weise
- 22:57und mit unserem Taste. Und das ist, glaube ich, das, was unsere Handschrift am Ende ausmacht.
- 23:05Aber ihr seid ja trotzdem Taktgeber und auf euch schaut man noch mehr, aufgrund zum einen eures Renommés,
- 23:11aufgrund eurer Art, aufgrund dessen, weil ihr halt eben noch ein bisschen präsenter, manchmal auch ein bisschen lauter seid,
- 23:16das eben nach außen tragt und das nicht nur für euch selber macht.
- 23:19Und das hat ja auch immer mit Eigenverantwortung zu tun, wo man sagt, wenn wir das jetzt so umstellen,
- 23:24dann wieder die Angst nimmt und es ist vielleicht jemand übel oder nicht.
- 23:28Oder macht das Sinn, macht das keinen Sinn, ist das vernünftig, ist das nicht vernünftig?
- 23:32Ja, gut, also ich glaube, hier in der Stadt selber ist es schon manchmal vielleicht auch beruhigend,
- 23:40wenn wir dann etwas machen, was vielleicht für, oder ja, ich glaube schon,
- 23:49ist das, wenn wir etwas umsetzen, eine Idee, die wir haben,
- 23:54dass das natürlich für Restaurant XY beruhigend ist, wenn wir das gemacht haben.
- 24:02Die sagen, ach Mensch, das Y macht das auch, so dann können wir das auch machen.
- 24:05Ja, weil es ist dann, also nicht, dass wir dann das tolle, große Restaurant sind, wo jede Idee funktioniert.
- 24:16Also wir scheitern auch mit Sachen. Also das gehört aber im Leben auch dazu.
- 24:21Also du lernst ja auch nur durch Ideen, die halt auch mal nicht funktionieren.
- 24:27Du kannst ja nur wissen, wenn du probierst und ausprobierst, entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht.
- 24:35Und du lernst ja auch aus Situationen, die nicht funktionieren.
- 24:39Und kannst das dann ja nur noch besser machen oder optimieren, weil wie auch immer.
- 24:42Und ja, vielleicht sind wir ja da manchmal, ja, die Versuchskaninchen, kann sein, das sind wir aber auch gerne.
- 24:53Und wenn dann Restaurant XY sagt, Mensch, jetzt machen wir probieren auch mal aus
- 24:57und können dann vielleicht auch manchen Restaurants mit gewissen Ideen irgendwie unter die Arme greifen,
- 25:03ja, ist das doch cool. Also ich sag mal, solange es irgendwie Gäste bringt
- 25:07und jeder da irgendwie über die Runden kommt mit irgendeiner Idee, man, dann ist das doch mega.
- 25:12Also das freut uns.
- 25:14Vielleicht hat euch diese Mut ja auch weitergebracht, denn letztlich ist es ja bei den Kindern genauso.
- 25:18Sie können nur laufen, weil es oft hingefallen wird.
- 25:20So sieht es aus, ja.
- 25:21Und diese Fehler gemacht haben halt hinzufallen.
- 25:23Und diese Vermeidungskultur oder diese Angstvermeidungskultur, die wir da irgendwo,
- 25:28oder Fehlervermeidungskultur, die wir leben, die bringen uns manchmal nicht weiter,
- 25:32einfach einen neuen Weg zu gehen oder uns aus der Situation heraus zu erleben.
- 25:36Aber bist du damals selbstständig geworden, um dich selber zu verwirklichen
- 25:40oder hattest du da irgendein Ziel, einen Wunsch?
- 25:43Irgendwann muss ja dieser Wunsch gekommen sein.
- 25:45Ich möchte mein eigener Chef sein.
- 25:47Ja, also ich bin eine Person, die schon immer sehr willensstark ist
- 25:53und ich glaube auch schon immer sehr oft ihren eigenen Kopf hatte oder hat.
- 25:59Und ich komme aus einer Familie, also mein Opa, der hat mit sieben damals
- 26:06die Kneipe von seinem Vater übernommen.
- 26:09Der ist im Krieg gefallen.
- 26:10Und dein Opa war sieben?
- 26:12Ja, doch.
- 26:13Was?
- 26:14Und das ist, also natürlich war meine Ur-Oma dann dabei,
- 26:18aber das ist natürlich, es waren andere Zeiten.
- 26:21Wir hatten Landwirtschaft, wir haben wirklich, also wie mit Bauernhof,
- 26:24Vieh-Landwirtschaft, all das.
- 26:27Ja, der musste natürlich mit Maluchen.
- 26:30Und das war halt so eine richtige Dorfkneipe.
- 26:33Und meine Mutter sagt immer, ich habe die Gene meines Opas.
- 26:39Also ich bin auch so vom Wesen sehr, wie er, so dieses ja,
- 26:44einfach freischnauze auch.
- 26:46Und kann halt gefühlt immer so einen ganzen Raum unterhalten.
- 26:49Denke einfach auch nicht nach darüber, was ich sage.
- 26:52Und das ist, war schon von klein auf, war das mein Wunsch.
- 27:01Ich wollte immer, ich habe damals immer gesagt,
- 27:03ich möchte Kellnerin werden.
- 27:05Und meine Mutter damals, mein Opa wollte immer,
- 27:08dass sie in seine Fußstapfen tritt.
- 27:11Er wollte immer, dass die Hotelverfrau wird.
- 27:13Und sie wollte das gar nicht.
- 27:14Sie ist damit auch groß geworden.
- 27:15Also sie musste auch damals schon mit ran.
- 27:17Und musste dann immer in der Kneipe natürlich mit Saalbetrieb,
- 27:20Hochzeiten und so weiter.
- 27:21Also wir hatten da, also wirklich, wie man sich,
- 27:24wie aus einem Film, wie man sich so richtig halt eine Bühne,
- 27:28wo Kapelle gespielt hat.
- 27:30Und also so richtig Hochzeiten, wie aus einem Film früher.
- 27:34Und ja, und dann hat meine Mutter sich dann eher für die Erzieherin entschieden.
- 27:43Hat selber aber auch drei Kinder großgezogen.
- 27:45Und ja, ich bin dann aber sozusagen die nächste Generation,
- 27:51die dann aus freien Willen gesagt hat, ich möchte das machen.
- 27:56Und habe dann halt meine Ausbildung.
- 27:59Also ich habe dann mit 13 in meinem Schub-Praktikum,
- 28:02in einem Hotel mit Sternen-Restaurant gemacht.
- 28:06Und habe dann direkt nach einer Woche dort die Zusage
- 28:12für meine Ausbildung bekommen.
- 28:13Man muss dazu sagen, ich war schulisch immer so durchschnittlich.
- 28:16Ich habe das gemacht, was ich machen musste.
- 28:18Und habe dann eigentlich immer im Hinterkopf gehabt,
- 28:22naja, ich werde halt mit meiner Art alle schon irgendwie dann überzeugen,
- 28:27wenn ich dann da stehe und mit meinem Willen,
- 28:30dass ich arbeiten möchte.
- 28:32Und Theorie war halt immer so, naja, das wird schon.
- 28:35Und so war es dann auch.
- 28:36Und dann habe ich meine Ausbildung dann angefangen
- 28:38und habe dann schon in meine Ferien damals da gearbeitet.
- 28:42Und ja.
- 29:12Ich finde, es ist Gänsehutpurschen beim Erzählen.
- 29:28Ja, du interessierst dich für Wein,
- 29:30sonst würdest du nicht diesen Podcast hören,
- 29:32aber kennst du Jensen Robinson?
- 29:34Musst du nicht, aber könntest du.
- 29:37Jensen Robinson ist ein der weltweit renommiertesten Weihkritikerin
- 29:41und Master of Wine, ist bekannt für ihre präzisen, fundierten
- 29:44und oft stilgeprägten Verkostungsnotizen.
- 29:46Und sie ist Autorin, zahlreicher Standardwerke
- 29:49und das mit profunden Wissen und unabhängiger Urteilskraft.
- 29:52Und auf ihre 20 Punkte Scala, die von average mit 15 Punkten
- 29:59bis truly exceptional mit 20 Punkten reichen,
- 30:02sind die 17,5 Punkte für den 2023er Ventera Riesling
- 30:07aus dem Hause Kühlingio ein absoluter Ritterschlag.
- 30:10Was sollte man zu Kühlingio wissen?
- 30:12Also außer, dass es eines der renommiertesten Weihengüter
- 30:15nicht nur in Rheinhessen, nicht nur in Deutschland,
- 30:17ja fast in der Welt ist,
- 30:18vielleicht dass die Wurzeln von Kühlingio
- 30:20bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.
- 30:22Als die Familie Kühling begann,
- 30:25die sonnenverbührenden Hänge Rheinhessen zu bearbeiten.
- 30:27Aufnahme im VdP im Jahr 1997
- 30:30und 2002 übernahm Karolin Spaniagio die Leitung des Betriebes
- 30:35und führt ihn heute gemeinsam mit ihrem Ehemann Hans Oliver Spaniag
- 30:38in eine Allianz zweier Traditionshäuser,
- 30:40die beide biodynamisch zertifiziert sind
- 30:43und zugleich modernste Kellertechnik einsetzen.
- 30:46Aber auch Weine produzieren,
- 30:48die traditioneller und authentischer
- 30:50nicht für Rheinhessen stehen könnten.
- 30:52Bereit 2004 wurde das Weihengut Biodesertifiziert,
- 30:552005 vollständig auf biodynamische Wirtschaftsweise umgestellt.
- 30:592015 erd der Falschstaff Karolin Spaniagio
- 31:02als Winzerin des Jahres,
- 31:03eine Auszeichnung, die ihr Konzept
- 31:05von kompromissloser Qualitäten Respekt für das Tero Hauden streicht.
- 31:08Mit 25 Hektarierfläche auf den Rheinterrasen
- 31:12und am Hodenhang bewahrt die Familie
- 31:14die Balance zwischen behutsamer Bewirtschaftung
- 31:16und zukunftsweisender Winzerkunst.
- 31:19Was macht diesen 2023er Riesling, Quintera,
- 31:23aus dem Hause Kühlingio,
- 31:24der gerade diese riesen Ehren erfahren hat, so besonders?
- 31:27Fragst du dich.
- 31:28Also, es ist ein Teil der VDP-Gutsweine.
- 31:31Jeder Einstiegsserie, die fünf Dörfer
- 31:33und fünf Bodenformationen entlang der Rheinterrasen
- 31:36sich vereint, handgelesen, streng selektiert
- 31:40und spontan mit heimischen Hefen vergoren.
- 31:43Reif dieser Wein teilt
- 31:44in temperaturkontrollierten Edelstalltanks teilt
- 31:46in alten 2.400 Liter fassenden Doppelstückfässern
- 31:50und verbleibt bis weit ins Frühjahr auf der Hefe.
- 31:54Ohne dass dies die animierende frische Schmählert.
- 31:57Die Rebsort Riesling natürlich zu 100% profitiert
- 32:00vom kalkkieshaltigen Untergrund der Oppenheimer Lagen.
- 32:04Er gänzt durch feine Anteile aus dem rot liegenden
- 32:07Schieferlagen des roten Hang.
- 32:09Analythisch weiß der 2023er 5-Volumenprozent
- 32:137 Gramm Gesamtzäure, 2 Gramm Restzucker auf.
- 32:15Ein Profil, das Körper und Frische
- 32:17in perfekten Einglack bringt.
- 32:19Apropos Einklang, es ist die kraftvolle Frucht
- 32:23in Kombination mit filigraner Mineralität.
- 32:26Die ausgeprägte Helligkeit am Gaumen
- 32:28kombiniert mit dieser vibrierenden Säure,
- 32:31subtile Salzigkeit und dieser wunderbar animierende Abgang,
- 32:36was diesen Riesling zu einem absoluten Meisterstück werden lässt.
- 32:41Es ist die Gratwanderung zwischen Rückgrat und Zugänglichkeit,
- 32:44die diesen Wein diesen unverwechselbaren Charakter verleiht
- 32:48und ihn zu einem absoluten, idealen Botschafter
- 32:51eines modernen Rheinhessens werden lässt.
- 32:54Das Land der Tausend Tügel entlang des Rheinens.
- 32:58Eine der wärmsten, trockensten Regionen Mitteleuropas.
- 33:01Das Dank der Schutzfunktion vom Hund zurück
- 33:04und im Felser Bergland vor den feuchten
- 33:06Atlantikfronten geschützt bleibt.
- 33:08Es sind die berühmten Reinterassen, also insbesondere
- 33:11der rote Hang zwischen Nierstein und Oppenheim
- 33:14mit seinem Eisen und schieferreichen Böden,
- 33:16die sinnbildlich die Mineralitäten
- 33:18in Tiefgangen dem Riesling implatieren.
- 33:20Es entsteht jene Kombination aus cremiger und bekannten Bills,
- 33:23die seit Jahrzehnten international für Furore sorgen
- 33:27und eben auch Gences Robinson nicht nur einmal begeisterten.
- 33:30Und es sind Jahrgänge wie 2023,
- 33:33die solche besonderen Wein entstehen lassen.
- 33:36Sommer 2023, Hitze und Trockenstress,
- 33:40die selbst die älteren Rebstöcke auf die Probe stellte.
- 33:44Doch gerade dann, als die Sorge um die Ausreifung wuchs,
- 33:48brach im August der ergibigste Regen seit Jahrlos
- 33:51und speiste die Böden mit dringend benötigter Feuchtigkeit.
- 33:55Pünktlich zum Lesebeginn, kehrten die Verhältnisse zu sonnig warmen Tagen
- 33:59und kühlen Nächten zurück,
- 34:01wie den Traum ihrer aromatische Intensität
- 34:03und ihre charakteristische Frische verliegt.
- 34:05Ohne dieses Wetter pendeln,
- 34:07hätte der Jahrgang nicht jede Balance
- 34:09zwischen Konzentration und Lebendigkeit erreicht,
- 34:12die heute absolut begeistert
- 34:14und die eben Häuser wie Kühlingeo zu interpretieren verstehen.
- 34:17Vielen lieben Dank dafür.
- 34:19Und noch ein großes Dankeschön
- 34:21dem deutschen Vertreter, dem Handelshaus Schlumberger.
- 34:24Dann war das immer schon so im Hinterkopf.
- 34:37Ich muss und will viel arbeiten, viele Stunden machen,
- 34:41weil nur so lerne ich natürlich auch über diesen Beruf,
- 34:44weil dieser Beruf lebt von Berufserfahrung, von nichts anderem.
- 34:47Das ist ja genauso, wenn du Arzt werden willst oder Ärztin,
- 34:50du kannst ja nur lernen durch die Praxis, durch Menschen.
- 34:54Wenn du viel auf dem Arbeitsplatz bist,
- 34:57dann passieren viele Dinge
- 34:59und diese Erfahrung bringt dich im Leben weiter.
- 35:02Und so ist es in unserem Beruf auch.
- 35:04Wenn du viel mit Gästen agierst,
- 35:06dann hast du einfach auch viele Situationen,
- 35:09die dich einfach weiterbringen.
- 35:11Viele Weinfragen, die dich weiterbringen.
- 35:13Und so war es dann auch.
- 35:15Und dann habe ich damals dann in der Ohlendähle,
- 35:18irgendwann in Hannover, Toni kennengelernt
- 35:21und dann kam dann der Entschluss.
- 35:23Jetzt ist es soweit, ich, Kleiner Rebell,
- 35:27habe meinen Partner gefunden,
- 35:29mit dem ich dann in die Selbstständigkeit gehen will.
- 35:32Ich hatte immer großen Respekt,
- 35:34weil ich das halt von Kleiner schon kannte.
- 35:36Und dann kam das Jante 2015.
- 35:38Zwischenzeitig war ich ja dann noch mal im Aqua für ein paar Jahre.
- 35:41Ich habe das alles durchgemacht
- 35:43und im Positiven sind sie dann durchgemacht.
- 35:45Also ich habe da viel gelernt.
- 35:47Und mein ganzes Weinwissen
- 35:49durch meinen großartigen Mentor,
- 35:54einfach diesen Feinschliff bekommen.
- 35:57Und das hat mich sehr, sehr geprägt.
- 35:59Und da ich viel gelernt,
- 36:01viel trinken dürfen, probieren dürfen.
- 36:03Und ja, da wusste ich aber schon,
- 36:06irgendwann werde ich diese ganzen Sachen,
- 36:10die ich daraus gepickt habe,
- 36:12dieses ganze Wissen,
- 36:13ich werde dann mein eigenes Ding machen.
- 36:15Und das haben wir jetzt hier gemacht mit dem Jante.
- 36:17Und da, glaube ich, kann man wirklich sagen,
- 36:19wir haben unser eigenes Ding gemacht.
- 36:21Also es hat nichts mit der oldschool, klassischen,
- 36:26französischen Service zu tun oder sonst was,
- 36:29sondern das ist das komplette Gegenteil.
- 36:31Und das ist das, was ich wollte.
- 36:33Also wirklich dieser eigene Handschrift.
- 36:35Und ich glaube, das ist es uns auch ganz gut gelungen.
- 36:38Dein Mentor damals war Jürgen Giesel.
- 36:40Ja, genau.
- 36:41Der hat wirklich mir eine ganz, ganz großartige Zeit verschafft.
- 36:49Und ich habe damals schon unter seiner Frau,
- 36:51Michaela, in meiner Ausbildung,
- 36:54habe ich gelernt und die hat schon mir wirklich immer
- 36:59ganz viel Weinwissen mitgegeben.
- 37:02Und da hat man schon tolle Zeit.
- 37:04Und dann war das so, irgendwie so ein Zufall,
- 37:07dass ich dann ins Aqua gekommen bin.
- 37:08Ich hatte damals im Restaurant den FMB-Manager sitzen
- 37:13und der hat mich dann irgendwie über ein halbes Jahr belabert,
- 37:17dass ich dann doch mal ins Aqua kommen soll.
- 37:19Und ich sage, oh nee, drei Sterne, ich weiß nicht.
- 37:21Und auch dieses, ja, dieses wirklich diese Philosophie
- 37:25und dieses sehr perfekte, ich weiß nicht, ob ich dafür gemacht bin.
- 37:30Weil ich bin ja dann doch so sehr anders.
- 37:33Und am Ende habe ich es dann gemacht.
- 37:36Und unter Jürgen war da dann wirklich auch mein perfekter Part,
- 37:41der ja auch anders ist.
- 37:44Und wir beide haben uns sehr gut ergänzt.
- 37:46Also, ja, wir haben da unser Ding gemacht.
- 37:49Grüße Jürgen.
- 37:51Und wir hatten wirklich eine super Zeit.
- 37:54Und ja, da habe ich, wie gesagt, sehr, sehr viel gelernt.
- 37:58Und der hat mir da echt alles reingeprügelt an Weinwissen was ging.
- 38:04Und das war wirklich mega.
- 38:06Und wurde da auch deine Weinliebe geweckt?
- 38:08Nee, der Moment hatte ich eigentlich im Praktikum schon.
- 38:13Mit 13?
- 38:16Ja, da hatte ich, da stand ich, ich stand vor der Weinkarte.
- 38:20Hab meine Eltern immer gesagt, Mona, immer, immer gucken, immer was machen,
- 38:25immer, du musst immer mitmachen und immer gucken, was du mitnehmen kannst.
- 38:30Und dann habe ich die Weinkarte aufgemacht.
- 38:32Und dann habe ich da gelesen, offene Weine.
- 38:35Und dann habe ich, ich hatte wirklich keine Ahnung von Wein.
- 38:38Meine Eltern hatten auch, wir hatten früher deiner Kneipe,
- 38:40also Mosel, Riesling, der letzte Rotz.
- 38:45Und also diese ganz alten, wie die es früher halt so war.
- 38:49Hauptsache süß, Hauptsache süß.
- 38:51Und dann stand da Merlot Bordeaux.
- 38:56Das habe ich gelesen.
- 38:57Ich hatte in der Schule italienisch und Deutsch.
- 39:00Also ich war auf einer deutsche italienischen Gesamtschule.
- 39:02Französisch habe ich noch nie irgendwie Kontakt mit gehabt.
- 39:05Und dann habe ich gesagt, ach du Scheiße, wenn mich jetzt ein Gast fragt.
- 39:09Ich habe gar keine Ahnung.
- 39:11Dann habe ich nachgefragt.
- 39:13Ich sage, was ist denn, was ist das hier genau?
- 39:15Und dann haben die mich erst mal aufgeklärt.
- 39:17Ich sage, hallo, Merlot.
- 39:20Und dann war ich natürlich angefixst und habe mich da erst mal reingang
- 39:24und habe diese offene Weine gelernt.
- 39:26Und habe dann so ein kleines Weinbuch mitbekommen
- 39:28und habe mich da erst mal schlau gelesen.
- 39:30Und dann durfte ich, nach diesen drei Wochen, Schuhpraktikum,
- 39:35dann saßen wir dann nachts, also man musste zu sagen,
- 39:37ich hatte das Einverständnis meiner Eltern.
- 39:39Meine Mutter hat mich dann immer jeden Abend, jede Nacht,
- 39:42von der Arbeit da abgeholt.
- 39:45Das waren auch noch andere Zeit, muss man sagen.
- 39:48Ich wollte das auch.
- 39:49Ich wollte immer bis zum Schluss bleiben.
- 39:50Und dann saßen wir nachts um drei dann zusammen.
- 39:53Und dann durfte ich zum Abschluss einen Schluck Sautern probieren.
- 39:58Als Dankeschön.
- 40:00Und das war natürlich, ja, und das war natürlich für mich,
- 40:03ich habe diesen Wein probiert und dachte, Wahnsinn.
- 40:07Und das macht man aus Trauben.
- 40:10Also, ich habe mir halt mit 13 natürlich ein ganz anderes Verständnis.
- 40:13Also, und dann war ich so wirklich so berührt,
- 40:16weil ich dachte, das ist, glaube ich, die einzigte Frucht,
- 40:19sage ich jetzt mal in Anführungsstrichen,
- 40:21die so wandelbar ist auf Erden und die so vielfältig ist.
- 40:26Und das hat mich wirklich fasziniert
- 40:29und das ist auch das einzige Thema,
- 40:31was in der Theorie bei mir funktioniert, was hängen bleibt.
- 40:35Und dann habe ich mich rein gehangen
- 40:37und habe das Thema Wein für mich entdeckt.
- 40:39Und das ist für mich die Passion meines Lebens geworden.
- 40:43Und ja, da bin ich jetzt heute.
- 40:46Bist du eher der Schmecker dabei oder bist du eher der Wisser?
- 40:51Also, wenn du sagst, da interessiert dich auch der theoretische Teil,
- 40:54versuchst du dich da reinzugraben
- 40:56und dann so keine Ahnung, die Lebensgeschichte,
- 40:58der Winter irgendwie auszugraten?
- 41:00Beides, beides.
- 41:02Also, ich bin eher der Typ, der probiert
- 41:08und auf einmal bericht es in mir aus
- 41:11und fang an darüber zu philosophieren.
- 41:15Also, manchmal ist es schon sehr,
- 41:18ja, also ich spreche vielen Bildern.
- 41:21Also, für mich ist es immer so,
- 41:23man kann es vergleichen, Mathe ist für mich immer so ein Thema,
- 41:26ich verstehe es halt nicht, wenn es kompliziert wird.
- 41:28Für mich ist es immer einfach, wenn man den Bildern spricht.
- 41:30Und ich glaube, dass für viele Menschen da draußen Wein
- 41:33das gleiche Thema, also so ähnlich ist.
- 41:37Also, für viele ist Wein sehr kompliziert,
- 41:39weil es auch sehr kompliziert gehalten wird.
- 41:41Dann wird auf einmal mit Fachbegriffen um sich geschmissen.
- 41:44Also, wenn da ein Zombie am Tisch anfängt,
- 41:46mit Fachbegriffen zu sprechen,
- 41:48mit einem ganz normalen Gast,
- 41:50ein Glas Wein trinken möchte,
- 41:52oder vielleicht es auch verstehen möchte,
- 41:54aber halt diesen Fachjargon nicht versteht,
- 41:56was ja selbstverständlich ist, woher denn auch,
- 41:59ist es natürlich einfacher für ihn,
- 42:01wenn er einfach in Bildern gesprochen wird.
- 42:03Und vielleicht auch schöner und romantischer,
- 42:05weil er ihn auf eine Reise mitnimmt.
- 42:08Und das ist, glaube ich, das, was ich tue, automatisch,
- 42:11weil ich es eigentlich ganz cool finde
- 42:13und das in meinem Hirn schon automatisch mache,
- 42:16ohne darüber nachzudenken,
- 42:18wenn ich in der Weinbegleitung
- 42:20darüber anfange zu faseln.
- 42:23Ja, dann sitzen manchmal die Gäste da und sagen,
- 42:25oh Gott, waren sie schon mal da?
- 42:27Ich sag, da jetzt ausnahmweise nicht.
- 42:29Das fühlt sich gerade so an,
- 42:31als ob sie uns auf eine Reise mitgenommen hat.
- 42:33Also, das ist, ja, das ist, ich weiß nicht,
- 42:35ich kann es manchmal nicht erklären,
- 42:37aber mir passiert das irgendwie so,
- 42:39dass ich da einfach mal abdrüfte in so eine andere Welt.
- 42:42Und das ist eigentlich ganz cool.
- 42:44Und natürlich gehört die Theorie dazu,
- 42:46weil du musst natürlich manchmal auch wissen,
- 42:48wo bin ich jetzt eigentlich hier geografisch und so weiter und so fort.
- 42:51Und da interessiert mich dann auch schon,
- 42:53was steckt eigentlich für ein Winzer dahinter
- 42:56und was fühlt ihr für ein Leben?
- 42:58Und es ist dann auch schon ein bisschen stalken,
- 43:00muss man dann auch schon mal, ja.
- 43:02Und wenn du den Wein dann beschreibst in dem Augenblick,
- 43:04hast du den dann auf der Zunge?
- 43:06Also kannst du dir jetzt imaginär vorstellen,
- 43:08wie dir das schmeckt, weil du kannst ja nicht
- 43:10den ganzen Abend mal aktiv mitdrinken?
- 43:12Nein, also, die Schubladensystem ist das.
- 43:14Das ist ein Zeug, was ich hier habe,
- 43:16was ich auschenke, habe ich schon mal probiert.
- 43:18Und das wird abgespeichert.
- 43:20Und da ist ja auch immer das Faszinierende und das Coole dabei,
- 43:23dass teilweise da ja auch so richtige Erinnerungen
- 43:26hoch herbeigerufen werden.
- 43:28Also du probierst was und denkst, ach, krass,
- 43:31das habe ich, das kenne ich.
- 43:33Und dieser Geschmack,
- 43:35das erinnert mich an manchmal auch vielleicht
- 43:38eine Person oder an einen Geruch
- 43:40oder an eine Situation.
- 43:42Also es gibt ja, manche Weine,
- 43:44die können ja richtig was Emotionales
- 43:46in die herbeirufen.
- 43:48Und das ist schon echt crazy.
- 43:50Und es gibt teilweise Weine,
- 43:52die habe ich vor, keine Ahnung, 10 Jahre oder so probiert.
- 43:55Und die sind immer noch bei mir so krass abgespeichert.
- 43:58Die könnte ich immer noch irgendwie beschreiben.
- 44:01Und das ist schon sehr geil, ja.
- 44:04Hast du ein weiteres Lebens,
- 44:06wo du sagst, der hat mich am, also warst du ja damals
- 44:09in der Southerne oder in anderer Weine,
- 44:11wo du sagst, der hat mich, keine Ahnung,
- 44:13so Tränen gerührt?
- 44:15Ja, also es war eine, ja, eine Situation,
- 44:17das war damals im Aqua, das war mit einem Service.
- 44:20Es war Chateau Coins-Lauton,
- 44:22vom André-Lauton.
- 44:24Und den hat mein Jürgen einfach so unter den Rüssel gehalten.
- 44:27Und er sagt hier, prob, riechen, was riechst du?
- 44:30Also wir hatten keine Ahnung, ich glaube,
- 44:32wir hatten 40 Kuvert oder so, wir waren mit einem Stress.
- 44:35Er sagt, riechen, was riechst du?
- 44:37Da war ich 19.
- 44:39Und ich sage, krass, das ist, also wirklich,
- 44:44ich, er sagt immer der erste Gedanke,
- 44:46was du, sofort, was du riechtst.
- 44:48Ich sage, das ist hier Rittersport rum.
- 44:51Kennst du diese, diese, diese Schokorie,
- 44:54ein bisschen Papageien drauf, diese Dinger, ja?
- 44:57Er sagt, krass, ja, Mona, geil, geil, geil.
- 45:01Und schreit mich an.
- 45:03Und das sind so Momente gewesen.
- 45:05Ich meine, das Semillon, das hab ich am Blau drin gewesen.
- 45:08Ein weißer Bordeauxblendt.
- 45:10Aber das war so mein erster Moment.
- 45:12Und da hab ich gesagt, Mona, ja, du bist auf einem richtigen Weg.
- 45:15Und das ist, das ist, das ist,
- 45:18mein Papa hat die früher immer gerne gegessen.
- 45:20Und das war einfach so, keine Ahnung, es kam mir sofort in den Sinn.
- 45:23Und ich weiß nicht, dass ich glaube,
- 45:25dieses Süßigkeit gibt's heute gar nicht mehr.
- 45:27Die gab's, glaub ich, damals schon gar nicht mehr.
- 45:29Aber es ist einfach so, und das macht so Bock.
- 45:31Weißt du, wenn du einfach mit deiner Sensorik so spielen kannst
- 45:34und arbeiten kannst.
- 45:36Und ja, und das war einfach so.
- 45:38Und den Wein, der hat mich lange, war da an meiner Seite.
- 45:42Jetzt krieg ich ihn grad nicht mehr.
- 45:44Aber ja, das sind so Momente, ja.
- 45:47Ist das nur Wein?
- 45:49Also magst du den Wein lieber singulär
- 45:51oder bist du jemand, der gerne kombiniert
- 45:53und der die Speise als Ergänzung des Weines
- 45:55oder die Wein als Ergänzung der Speise sieht?
- 45:57Ach, na klar.
- 45:58Also ich glaube, ich bin auf jeden Fall einer der Varianten,
- 46:02die hier für Weinbegleitung auf jeden Fall steht.
- 46:05Also für mich ist Wein immer...
- 46:08Also natürlich auch alleine, ganz klar.
- 46:12Also das Wein muss auch alleine funktionieren.
- 46:15Aber ich bin ein ganz großer Fan
- 46:18und ich glaube, dafür stehen wir hier auch in dem Restaurant,
- 46:21dass Wein hier für mich immer als eine Zutat,
- 46:28eine weitere Zutat für das Gericht gilt.
- 46:31Also meine Weinbegleitung ist ja teilweise auch sehr speziell,
- 46:35weil ich natürlich auch viel mit Naturweinen
- 46:38und so einen ganzen Gedönens arbeite oder auch Weine,
- 46:41das ist ja für viele immer noch so ein Thema.
- 46:44Aber das ist für mich immer ein Gericht.
- 46:50Also das Gericht steht.
- 46:52Ich probiere, das sprechen wir Toni vorher,
- 46:54ungefähr, mittlerweile kenne ich ja auch die Küche.
- 46:58Und dann kommt der Wein dazu.
- 47:01Und dann muss das immer noch mal wie so ein Gewürz sein.
- 47:07Und wenn das funktioniert, dann ist das richtig geil.
- 47:10Das macht so viel Spaß,
- 47:12weil ich kann natürlich dem Ganzen auch noch mal meinem Touch geben.
- 47:18Und ich freue mich natürlich auch immer,
- 47:21wenn meine Gäste das so mitmachen
- 47:23und auch wenn das funktioniert,
- 47:25wenn sie das verstehen, was ich da vermitteln möchte
- 47:27und wenn sie da auch so offen für sind.
- 47:30Also da geht mir echt das Herz auf.
- 47:34Wir haben ganz viele Gäste, die da sitzen und sagen,
- 47:37"Jee, boah, Weinkarte braucht man nicht."
- 47:39Wir vertrauen da wieder ihrer Weinbegleitung.
- 47:41Und ich habe da schon manchmal echt Weine drin,
- 47:44das sind schon sehr anspruchsvolle Dinger.
- 47:48Aber das ist ja das, was die Weinwelt auch ist.
- 47:51Es ist halt nicht immer nur alles geschönt,
- 47:53sondern es sind halt einfach mal,
- 47:55ich spreche mal von der umgeschminkten Wahrheit,
- 47:58diese Natürlichkeit,
- 48:00die halt vielleicht im ersten Moment,
- 48:02wenn ich mich jetzt abschminke,
- 48:04dann sagt ja auch jeder,
- 48:05"Oh, was ist mit der Schrada los?"
- 48:07Also es ist ja das.
- 48:09Wir sind ja alle so trainiert,
- 48:11dass wir alle diese Perfektion wollen.
- 48:13Wir wollen alle dieses schöne Bild.
- 48:15Und das ist ja das.
- 48:17So sind die Weinwelt teilweise auch gemacht.
- 48:19Es ist immer diese Perfektion.
- 48:21Da darf keine Ecke und Kante drin sein,
- 48:23das muss alles perfekt sein.
- 48:25Und wenn ja mal so ein Hass,
- 48:27der halt wirklich natürlich ist,
- 48:29dann braucht er diesen Tanzpartner
- 48:32und dann passiert da etwas,
- 48:34dann wird es eins.
- 48:36Und das ist geil, wenn das passiert.
- 48:38Und wenn der Gast dann da sitzt und sagt,
- 48:40krass, ich habe das verstanden,
- 48:41was Sie da gerade erklärt haben,
- 48:43da ist im Mund echt irgendwie einer abgegangen.
- 48:45Dann sage ich, ja,
- 48:47das ist das, was ich wollte.
- 48:49Und ja, da freue ich mich.
- 48:52Und das ist ja, das ist schön manchmal auch bei Speisen.
- 48:55Also wenn man sich den Speisen ähnlich nähern würde wie Wein.
- 48:58Und die auch mal richtig riechen würde,
- 49:00also richtig intensiv riechen.
- 49:02Wenn du einen Lammschulter hast zum Beispiel.
- 49:04Und du riechst dann an diese Lammschulter,
- 49:06den riecht die ja nicht nach Meiglöckchen,
- 49:08sondern die riecht eben auch noch ein bisschen,
- 49:10keine Ahnung, als wenn du ein halbes Lammfell mit drin hast.
- 49:12Oder eben das Lamm über die Wiese läuft,
- 49:14nur ist eine halbe Wiese nach mit drin.
- 49:16Und da, also gerade bei Speisen riechen die wenigstens,
- 49:18die ist jetzt mal aufgefallen,
- 49:20das wird irgendwie in den Mund geschoben.
- 49:22Also ich sag mal so, da ich mich ja fast nur
- 49:25mit irgendwelchen Gastronomen umgebe,
- 49:28die schnüffeln alle an sämtlichen Beinen.
- 49:30Okay, die riechen alle.
- 49:32Ich halte das Beispiel gut.
- 49:34Also das ist, ich sag nur Toni,
- 49:36also das ist der schnüffelt wirklich,
- 49:38der schnüffelt auch an Gegenständen,
- 49:40die eigentlich noch neutral sind.
- 49:42Und findet da was?
- 49:44Ja.
- 49:46Nein, aber ja, du hast recht.
- 49:48Der normale Mensch
- 49:50der riecht eigentlich
- 49:52eher weniger an Sachen
- 49:54oder an Speisen.
- 49:56Aber das ist ja das.
- 49:58Ich meine, du isst ja kein Fleisch
- 50:00oder auch kein Gemüse,
- 50:02also Gemüse vielleicht eher,
- 50:04aber nehmen wir jetzt mal das Fleisch
- 50:06oder den Fisch ungewürzt.
- 50:08Du haust ja meist immer Salze der Pfeffer auf.
- 50:10Und so ist es ja dann auch bei bestimmten Weinen.
- 50:12Also viele Weine
- 50:14sind für manche natürlich keine
- 50:16easy drinking Weine.
- 50:18So, sage ich dann auch mal.
- 50:20Du brauchst dazu
- 50:22den Gegenpart.
- 50:24Und das ist dann das Gericht.
- 50:26Und wenn du das dann hast
- 50:28und das gut dazu ausgesucht ist,
- 50:30aber das ist natürlich auch immer wieder Geschmackssache.
- 50:32Ich sage auch immer, hey, das ist mein Geschmack.
- 50:34Das muss nicht jedem gefallen.
- 50:36Das ist halt einfach so.
- 50:38Wie ja jedes Gericht, aber es für uns auf der Karte,
- 50:40das gefällt auch nicht heben.
- 50:42Das ist einfach Fakt.
- 50:44Und das jetzt auch dein Geschmack ist,
- 50:46dann hast du halt da einfach
- 50:48die weitere Zutat.
- 50:50Spürst du nur mit Wein
- 50:52oder sind das auch alternative Sachen,
- 50:54dass du halt irgendeinen Cocktail mit einbaust?
- 50:56Nein, da bin ich kein Freund von.
- 50:58Bei dir ist rein Wein
- 51:00und eine Weinbegleitung hat schon die Namen.
- 51:02Weinbegleitung sollte auch Wein beinhalten.
- 51:04Wir haben natürlich auch eine alkoholfreie Begleitung.
- 51:06Das ist aber Part der Küche.
- 51:08Die machen das genial, die haben der Ahnung von,
- 51:10die wissen, wie sie was da machen,
- 51:12weil ich keine Ahnung war, da halte ich mich raus.
- 51:14Ich bin für Alkohol zuständig.
- 51:16Und wenn du eine Weinbegleitung zusammenstellst,
- 51:18setzt du dich hin und guckst dir das Menü an,
- 51:20versuchst die Weine dahin zu basteln
- 51:22oder nimmst du erst Weine
- 51:24und guckst, was hat man lange nicht
- 51:26oder wie baust du das auf, damit es für dich smart ist.
- 51:28Und letztlich gestaltet man es ja auch immer so,
- 51:30dass es für einen selber ein bisschen spannend ist
- 51:32und nicht 15 Jahre derselbe Wein ausgeschenkt wird,
- 51:34wenn man sich ja dann beim erzählen, dann auch in gut langen Wald.
- 51:36Ja, natürlich.
- 51:38Bei mir ist es so,
- 51:40also ein bisschen Kleiderschranksystem.
- 51:42Also ich habe einmal
- 51:44eine Weinkarte,
- 51:46wo halt Weine drauf sind
- 51:48für die Weintrinker einer Weinkarte.
- 51:50Und dann habe ich,
- 51:52ich habe ein externes Weinlager nochmal,
- 51:54wo
- 51:56Weine liegen,
- 51:58die ich für die Weinbegleitung nutze.
- 52:00Und wenn ich jetzt auch Weinreisen mache,
- 52:02wenn ich irgendwo bin
- 52:04und ich Weine probiere,
- 52:06kennenlerne, kennenlernen darf,
- 52:08die ich mega spannend finde,
- 52:10das ist wie Menschen kennenlernen.
- 52:12Wenn ich Menschen kennenlernen sage,
- 52:14boah krass, ich finde dich total spannend.
- 52:16Und das Connected,
- 52:18dann hast du die einfach,
- 52:20dann hast du sie in deinem Handy,
- 52:22in deinem WhatsApp,
- 52:24in deinem Instagram-Account, keine Ahnung.
- 52:26Du bist mit denen in Kontakt
- 52:28und so ist es mit den Wein auf.
- 52:30Wenn ich da echt was spannend finde,
- 52:32dann ist es,
- 52:34den muss ich haben,
- 52:36dann kommt bei mir ein Weinkeller
- 52:38und dann bleibt er da erstmal
- 52:40und dann ist es manchmal auch schon so,
- 52:42dass ich im Kopf eigentlich schon
- 52:44irgendwie das Produkt dazu habe
- 52:46oder vielleicht auch ein Gericht.
- 52:48Und ich weiß,
- 52:50irgendwann wird er dann zum Einsatz kommen
- 52:52und das ist wie gesagt so ein bisschen
- 52:54ein kleiner Schranksystem,
- 52:56das ist ja wie beim Shoppen.
- 52:58Da siehst du dann irgendwas aus,
- 53:00das Teil muss ich haben.
- 53:02Ich weiß zwar noch nicht, wann ich das anziehe,
- 53:04dann kommt halt ein Kartenwechsel
- 53:06und dann
- 53:08spreche ich mit Toni vorher.
- 53:10Was gibt es?
- 53:12Wie viel Säure süße ist es geschmort,
- 53:14ist es gebraten, ist es gegrillt,
- 53:16ist es keine Ahnung was
- 53:18und dann weiß ich ungefähr,
- 53:20wie ungefähr die Richtung des Geschmackes sein wird.
- 53:22Und dann ist Foodshow.
- 53:24Ich habe dann im Kopf schon ungefähr
- 53:28meine Stilrichtung des Weines,
- 53:30habe den Wein vielleicht auch schon ausgesucht
- 53:32und dann probiere ich das Gericht,
- 53:34mache den Wein dazu auf, probiere den Wein dazu
- 53:36und entweder es matcht
- 53:38oder halt nicht.
- 53:40Ich habe manchmal auch noch Alternativen dazu
- 53:42und dann, wenn es nicht matcht,
- 53:44wird dann halt weiter probiert,
- 53:46was jetzt auch nicht schlimm ist.
- 53:48Und ja,
- 53:50wenn es aber direkt matcht,
- 53:52dann habe ich natürlich den Jackpot.
- 53:54Also in den meisten Fällen funktioniert es dann auch,
- 53:56weil wie gesagt,
- 53:58man ist natürlich jetzt auch,
- 54:00man weiß schon mittlerweile,
- 54:02was für ein Taste da am Ende rauskommt
- 54:04und dann, ja,
- 54:06ist das eigentlich dann auch schon immer eine sichere Bank.
- 54:08Aber es kommt natürlich auch mal vor,
- 54:10dass es dann eine ganz andere Normal ist.
- 54:12Also, das Überraschung gibt es immer,
- 54:14also, und dann wird man mal wieder
- 54:16ausprobiert.
- 54:18Gibt es ja für dich ein breitliches Gefühl,
- 54:20wo du sagst, das ist für mich ein Wein,
- 54:22der für ein Weinmenü in Frage kommt,
- 54:24dass du den und den Rahmen,
- 54:26also vielleicht Einkaufs, dann auf der Karte,
- 54:2850 bis 100 Euro oder
- 54:30bist du da komplett frei und versuchst mit der Mischkalkulation,
- 54:32das ist ein eigenermaßen immer gleichbleibenden
- 54:34Preis letztlich für die
- 54:36bis Menü hast.
- 54:38Das ist eine Mischkalkulation, also
- 54:40ich sage auch immer, es ist, wenn
- 54:42der Wein zu dem Gericht halt einfach passt,
- 54:44dann passt der. Natürlich ist es schon so,
- 54:46dass ich drauf achte beim Einkauf schon,
- 54:48dass ich da jetzt keinen Wein im EK für
- 54:5090 Euro einkaufe.
- 54:52Das funktioniert nicht, sind wir mal realistisch.
- 54:54Also, da müssen ja die anderen Weine
- 54:56keine Ahnung, die anderen
- 54:58sechs Weine, die ich dann dazu aussuche,
- 55:00das funktioniert, ne?
- 55:02Das, der gar nicht, also
- 55:04der muss ja billig Weine zu ausschenken.
- 55:06Das funktioniert nicht.
- 55:08Aber, weil
- 55:10es kostet nur ein Weinreise.
- 55:12Gott, wo sind wir denn da jetzt?
- 55:14Ich glaube, 118 Meter so.
- 55:16Ich kann's mir schnell googeln oder so.
- 55:18Ja, aber meine Handy liegen.
- 55:20Oh Gott, aber das ist
- 55:22das ist halt
- 55:24im Großen und Ganzen immer eine Mischkalkulation,
- 55:26weil
- 55:28ich hab da ja auch
- 55:30Sachen dabei, wo ich sage, oh, die sind halt mega
- 55:32und
- 55:34das muss halt einfach sein und
- 55:36ja, deshalb
- 55:38ja, ich
- 55:40guck dann immer, dass es einigermaßen passt
- 55:42und wenn was lecker ist,
- 55:44dann ist es halt lecker.
- 55:46Wie gesagt, auf der Weinkarte hab ich dann
- 55:48halt andere Weine und da findet man
- 55:50natürlich auch schon auch speziellere
- 55:52Sachen. Also ich bin halt kein
- 55:54großer
- 55:56Etikettensammler,
- 55:58weil das halt einfach auch
- 56:00also ich hab natürlich auch mal ein paar Bugunder hier
- 56:02und die Nachfrage ist halt auch da oder
- 56:04auch Bordeaux.
- 56:06Aber das ist halt Geld, was
- 56:08rumliegt, also bei uns läuft
- 56:10halt hauptsächlich die Weinbegleitung
- 56:12oder
- 56:14wir haben auch Gäste, die dann mal eher nach
- 56:16was außergewöhnlichem
- 56:18Fragen, aber
- 56:20das ist jetzt halt nicht so, dass hier nur
- 56:22keine Ahnung
- 56:24Le Flerf geht oder so. Also das ist schon
- 56:26ja.
- 56:28Hast du selber einen Schwerpunkt für dich selber,
- 56:30dass du sagst, du magst keine Ahnung
- 56:32aus Europa oder bist Italienerin
- 56:34oder liebst spanische Weine
- 56:36oder irgendwas? Also eigentlich
- 56:38ist es wirklich Kunderbund gemischt.
- 56:40Ich hab also, ich erwische
- 56:42mich ja schon, dass ich
- 56:44sehr in
- 56:48Europa finde. Also
- 56:50ich mag ja so Galizien
- 56:52finde ich ja echt cool.
- 56:54Also Baskenland
- 56:56und so. Ich finde
- 56:58ja Osteuropa finde ich mega.
- 57:00Ich auch Österreich.
- 57:02Es ist ja
- 57:04stehe ich ja unheimlich drauf
- 57:06natürlich unsere deutschen Sachen.
- 57:08Ich liebe aber auch Südafrika.
- 57:10Also über Seeweine
- 57:12weißt du, wenn einer sagt
- 57:14über Seeweine
- 57:16dann denke ich mir ja gut, unser Humor kommt auch aus
- 57:18Kanada, den ist der ja auch.
- 57:20Es ist so, also Südafrika
- 57:22finde ich auch großartig
- 57:24und also eigentlich
- 57:26stehe ich auf. Auch griechische.
- 57:28Oh, ich griechischer Weine. Es gibt so viel
- 57:30tolle griechische Sachen.
- 57:32Ich bin immer so großer Fan
- 57:34von diesen Weinen,
- 57:36die immer so einen schlechten Hof haben.
- 57:38Weißt du?
- 57:40Weil ich habe so ein ganz großartigen
- 57:42Moskato de Asti.
- 57:44Ich habe mich jetzt in der Weinbegleitung
- 57:46zu der Erdbeere.
- 57:48Ein ganz leichte Palage
- 57:50vom Haus
- 57:52von Hause Beera.
- 57:54Und immer wenn ich mit dem Zeug
- 57:56um eine Ecke komme
- 57:58fangen sie an zu lachen unsere Gäste.
- 58:00Ich sage ja, ich sage
- 58:02die kleine Jugendzünde
- 58:04und sagen sie, ja damit haben wir da.
- 58:06Ich sage, den kennen wir alle.
- 58:08Gefühlt wollen wir alle damit entjunkfaden
- 58:10mit diesem Zeug. Das ist der Einsteiger.
- 58:12Das ist jeder fängt mit dieser süßen Plürre an.
- 58:14Ja, und alle finden was
- 58:16eigentlich toll. Irgendwann sagen wir,
- 58:18lösen wir uns davon, weil dann kommt irgendwann
- 58:20das trockene Zeug, dann kommen die schweren
- 58:22aus dem Holz, der schwere Schaden,
- 58:24irgendwann wird es der Fette, das Stierblut,
- 58:26keine Ahnung, der Rotwein.
- 58:28Es gibt aber auch natürlich
- 58:30wie in allen Bereichen
- 58:32auch qualitativ hochwertige Sachen.
- 58:34Und auch von Moskato de Asti
- 58:36gibt es geiles, hochwertiges Zeug.
- 58:38Da gibt es immer noch Winzer, die sich da
- 58:40in die Mühe geben, weil wir dürfen ja immer nicht vergessen.
- 58:42Das ist ja genauso beim Grauburgunner.
- 58:44Es sind ja Sachen,
- 58:46die
- 58:48in die Menge gehen,
- 58:50die dann irgendwann auf Masse gehen,
- 58:52weil es halt lecker ist.
- 58:54Und irgendwann erst steht diese Massenproduktion,
- 58:56dann wird es schluderig.
- 58:58Und dann sagen die Leute, ah nee,
- 59:00da gibt es dann irgendwann ein Discounter,
- 59:02ah nee, das kann ja nicht gut sein.
- 59:04Und dann verliert sich das.
- 59:06Dann gehen diese ganzen
- 59:08Winzer, die auf Qualität gehen.
- 59:10Das verliert sich dann.
- 59:12Und dann gibt es das irgendwann auch nicht mehr
- 59:14in irgendwelchen
- 59:16hochwertigen Weinläden, weil die sagen, ah ja,
- 59:18nee, Moskato de Asti, der hat so einen schlechten Ruf.
- 59:20Oder auch ein Lamprosko.
- 59:22Es gibt großartige Lamprosko.
- 59:24Aber ich sage jetzt mal über unseren Riesling,
- 59:26der auch auf Masse produziert wird.
- 59:28Da spricht keiner drüber,
- 59:30dass da ja schlecht sein sollte.
- 59:32Weil da haben wir ja große Gewächse.
- 59:34Also weißt du, was ich meine?
- 59:36Das finde ich irgendwie schade.
- 59:38Und deshalb habe ich gesagt, nee,
- 59:40das kommt bei mir auf jeden Fall
- 59:42in die Weinbegleitung das Zeug,
- 59:44weil es einfach auch lecker ist.
- 59:46Das sind DOCG, weißt du?
- 59:48Und das feiern die Leute hart ab.
- 59:50Und das kaufen die teilweise hier auch echt nach,
- 59:52weil die den richtig hart abfeiern.
- 59:54Und der kostet auch hier,
- 59:56also dem EK mit 20 Euro die Pulle.
- 59:58Also das ist schon ein lecker Zeug.
- 1:00:00Und zu hier manchmal auch ein bisschen mehr Mut gehört.
- 1:00:02So was dann auf die Karte zu nehmen
- 1:00:04und dann einfach erstmal gegen Vorurteile
- 1:00:06Anzug kämpfen.
- 1:00:08Aber das ist ja das.
- 1:00:10Wir sind doch auch in der,
- 1:00:12wir sind doch mittlerweile da angekommen,
- 1:00:14dass wir gegen Vorurteile ankämpfen müssen, oder?
- 1:00:16Und das glaube ich,
- 1:00:18dafür stehen wir jetzt auch,
- 1:00:20wir müssen doch, wir sind,
- 1:00:22das ist unsere Aufgabe,
- 1:00:24Weine zu erklären.
- 1:00:26Und Weine auch die Vorurteile haben
- 1:00:28zu unterstützen, oder?
- 1:00:30Und nicht immer uns überall anzuschließen
- 1:00:32und sagen, ah ja, das ist,
- 1:00:34der ist gerade in, der hat ein tolles Etikett
- 1:00:36und das verkaufen wir jetzt.
- 1:00:38Das macht doch keinen Spaß, also mir macht das keinen Spaß.
- 1:00:40Also das ist ja genauso,
- 1:00:42wenn wir immer nur High Quality Produkte
- 1:00:44Gerichte auf die Karte setzen.
- 1:00:46Das ist ja einfach zu verkaufen.
- 1:00:48Aber so ein Gemüsegericht zu verkaufen,
- 1:00:50naja, das ist schon ein bisschen anstrengender.
- 1:00:52Weißt du, was ich meine?
- 1:00:54Also deshalb, ja.
- 1:00:56Und gibt es ja für dich Grenzen, wo du sagst,
- 1:00:58nee, das würde ich nicht machen,
- 1:01:00wenn ich Grenzen sehe?
- 1:01:02Oder gibst du jedem Kind erstmal eine Chance
- 1:01:04und das musst du dann erstmal spielen?
- 1:01:06Na ja, eigentlich, ich gebe jedem Kind eine Chance,
- 1:01:08was mir persönlich
- 1:01:10auf dem Gaumen,
- 1:01:12oder im Gaumen, oder im Mund Spaß macht.
- 1:01:14Das ist so mein, also was mich überzeugt,
- 1:01:16mich persönlich überzeugt,
- 1:01:18das hat bei mir eine Chance.
- 1:01:20Und gehst du da jetzt beim Service selber
- 1:01:22auch deine eigenen Wege,
- 1:01:24dass du versuchst den Wein dann optimal zu sehen
- 1:01:26und Moskato von mir ist auch mal wieder
- 1:01:28ausschenkt, sondern die Körschale,
- 1:01:30weil du sagst, da gibst du eine gewisse Begründung
- 1:01:32oder du bist total ein bisschen vorgegeben.
- 1:01:34Ja, klar. Ich hatte damals
- 1:01:36einen Schokolib
- 1:01:38eine lange Zeit
- 1:01:40und den habe ich auch in den Schokolibächerchen.
- 1:01:42Ich habe versucht den auch so einzuschenken.
- 1:01:44Geil, da fällt er. Das ist gar nicht so einfach.
- 1:01:46Ich hatte hier diesen Aussitz, ich habe richtig geübt.
- 1:01:48Wir hatten hier in Hannover dann so einen kleinen Challenge
- 1:01:50und
- 1:01:52da ist erst mal die Hälfte.
- 1:01:54Da musste ich aber aufhören, du da sind mir ein paar Flaschen.
- 1:01:56Das war mir dann so teuer.
- 1:01:58Das ist gar nicht so einfach.
- 1:02:00Aber das war ganz geil.
- 1:02:02Das war auch in der Sommerzeit.
- 1:02:04Dann haben wir das auf der Terrasse.
- 1:02:06Ich habe die Schokolibächer immer noch hier.
- 1:02:08Das sind ja ganz geil, diese dünnen Wandigen.
- 1:02:10Und dann haben wir das in den Bächerchen.
- 1:02:12Das ist natürlich, die Gäste sitzen da,
- 1:02:14ach krass, warum kriegt das jetzt in so einem Glas serviert?
- 1:02:16Und dann erklärst du das.
- 1:02:18Aber das ist halt die Tradition.
- 1:02:20Das ist da so und so weiter und so fort.
- 1:02:22Viele Gäste hatten das dann auch schon mal,
- 1:02:24und dann haben wir das in den Pinschos und so weiter.
- 1:02:26Das macht Spaß.
- 1:02:28Aber gibt es da für dich Grenzen irgendwo,
- 1:02:30wo du sagst, das würde ich mit Wein niemals machen
- 1:02:32oder so würde ich den Wein niemals ausschenken
- 1:02:34oder sagst du, egal wie
- 1:02:36und wenn ich glaube,
- 1:02:38der müsste in diesem Glas
- 1:02:40in der Art mit der Kombination irgendwie funktionieren,
- 1:02:42dann fetzt das so.
- 1:02:44Dann versuche ich es einfach zu erklären,
- 1:02:46versuche meine Monatwelt zu erklären.
- 1:02:48Also ich glaube,
- 1:02:50eine Grenze ist bei mir,
- 1:02:52da stelle ich ihm zu seinem Wein
- 1:02:54Eiswürfel hin.
- 1:02:56Aber ich würde jetzt nicht anfangen,
- 1:02:58so etwas wie
- 1:03:00freiwillig eine Weinschorle
- 1:03:02oder Wein auf Eis zu servieren.
- 1:03:04So, ne?
- 1:03:06Wie gesagt, wenn der Gast das wünscht,
- 1:03:08wenn er das mit seinem Wein so machen möchte,
- 1:03:10dann ja, viel free macht das so.
- 1:03:12Aber das sind so Sachen,
- 1:03:14das geht wirklich gegen mein,
- 1:03:16also das,
- 1:03:18nee, das, nee.
- 1:03:20Also wenn ich Sachen
- 1:03:22für Sitt voll empfinde
- 1:03:24und
- 1:03:26ich das dann irgendwo
- 1:03:28vielleicht so kennengelernt habe
- 1:03:30auf einer Weinreise und der Winzer das oder
- 1:03:32diese Weinkultur das so hergibt
- 1:03:34und ich denke, wow, cool, das finde ich mega.
- 1:03:36Dann ja, warum nicht?
- 1:03:38Dann versuche ich das hier.
- 1:03:40Ist da beim Service bei dir auch irgendeine Idee,
- 1:03:42wo du sagst, das lebe ich unbedingt
- 1:03:44oder das möchte ich sein vom Service im Allgemein
- 1:03:46und es überhaupt nicht werden gemeint,
- 1:03:48seid ihr ja relativ stark gedowngraded.
- 1:03:50Also für das, was man normalerweise
- 1:03:52bei so einem Restaurant erwartet.
- 1:03:54Ihr habt Besteckschubladen, ihr seid
- 1:03:56und da in großer Achtung zu zweit im Service
- 1:03:58oder zu zweit bis dritt und lebt es.
- 1:04:00Ihr habt teilweise einen Einfluss von der Küche,
- 1:04:02dass die Gänge mit servieren.
- 1:04:04Also es ist ja alles von diesem klassischen,
- 1:04:06wie du es im Aquar gelebt und kennengelernt hast,
- 1:04:08alles ein bisschen anders.
- 1:04:10Gibt es da beim Wein die gleiche,
- 1:04:12Richtung gleichen Ansatz, dass du sagst,
- 1:04:14okay, im Zweifelsfall wie beim Wasser,
- 1:04:16auf dem Tisch und jeder nimmt sich selbst
- 1:04:18oder ist es da schon, dass du sagst?
- 1:04:20Ja, also weintechnisch,
- 1:04:22da ist es so, dass ich eigentlich
- 1:04:24den Weinservice ganz normal mache.
- 1:04:26Also da gucke ich schon,
- 1:04:28das ist mir ja schon wichtig,
- 1:04:30dass das diese,
- 1:04:32also es ist jetzt nicht so,
- 1:04:34wenn ich ein Wein dekantiere,
- 1:04:36dass ich da noch eine Kerze unterstelle.
- 1:04:38Das mache ich jetzt nicht.
- 1:04:40Und ich bin da auch schon,
- 1:04:42was Stoßkarafien angeht, sehr rupig.
- 1:04:44Stoßkarafien, auch Stoßkarafien,
- 1:04:46also da blubberts dann auch.
- 1:04:48Der wird auch gestoßen.
- 1:04:50Ich bin schon
- 1:04:54sehr schnell
- 1:04:56und sehr flink,
- 1:04:58trotzdem glaube ich sehr elegant dabei.
- 1:05:00Ich finde,
- 1:05:02Wein ist was sehr elegantes
- 1:05:04und was sehr
- 1:05:06eine Art,
- 1:05:08die man vielleicht auch
- 1:05:10etwas, was man zelebriert.
- 1:05:12Aber es gibt auch
- 1:05:14Weintypen,
- 1:05:16Weinsorten,
- 1:05:18Weinrebsorten,
- 1:05:20die man dies mögen,
- 1:05:22wenn sie einfach ein bisschen
- 1:05:24temperamentvoller
- 1:05:26rangenommen werden.
- 1:05:28Weißt du, was ich meine?
- 1:05:30Es klingt jetzt gerade ein bisschen,
- 1:05:32aber ich glaube einfach...
- 1:05:34So ein Wein ist ja auch nur ein Mensch.
- 1:05:36Ja, ja, eben.
- 1:05:38Also Wein ist einfach Charakter
- 1:05:40und ich passe
- 1:05:42mich dem Wein an.
- 1:05:44Das ist das.
- 1:05:46Ich bin sicher, du wirst mir zustimmen.
- 1:06:02Wein ist Reisen.
- 1:06:04Also, lass mich dich mitnehmen.
- 1:06:06In einen stillen Juliabend.
- 1:06:08Dann,
- 1:06:10wenn die Sonne harte Schatten auf die
- 1:06:12abgerundeten Kiesel des Plateaus wirft
- 1:06:14und der Mistral den klangrauer
- 1:06:16Freiheit über die kalkhaltigen
- 1:06:18Terroristen des Mont-Ré-Dans trägt.
- 1:06:20Wir haben zwei Informationen zu Beginn.
- 1:06:22Kiesel und Mistral.
- 1:06:24Also, zuallererst, es geht mir
- 1:06:26bei dieser Empfehlung um den 2024er
- 1:06:28Côte d'Irom-Blanc aus dem Hause
- 1:06:30Chateau Mont-Ré-Dans.
- 1:06:32Und ich erwähnte Kiesel und Mistral.
- 1:06:34Und in der Schattennöft-die-Pap-Lage
- 1:06:36des Mont-Ré-Dans spielen die markanten Kiesel
- 1:06:38die sogenannten "Galerulee".
- 1:06:40Eine zentrale Rolle
- 1:06:42ist ein Begriff des Einige-Gebenheit,
- 1:06:44die du dir durchaus merken kannst.
- 1:06:46Denn diese spielt immer wieder eine Rolle,
- 1:06:48wenn es um Weine aus dem südlichen
- 1:06:50Rhône-Tal geht.
- 1:06:52Und auf der anderen Seite gibt es Mistral.
- 1:06:54Den trockenen Nord-Win ertrocknet
- 1:06:56nach Regenrasch, reduziert Pilzbefall
- 1:06:58und steigert die Konzentration
- 1:07:00sowie die Fruchtzeure.
- 1:07:02Verstärkt natürlich die Struktur, die Klarheit
- 1:07:04und die Eleganzen im Mont-Ré-Dan-Wein.
- 1:07:06Dort, wo Chateau Mont-Ré-Dans zu Hause ist,
- 1:07:08im südlichen Rhône-Tal
- 1:07:10inmitten einer Landschaft, die seit der Antike
- 1:07:12Weintrôme nähert.
- 1:07:14Entfaltet sich der Côte d'Irom-Blanc
- 1:07:162024 in einer Symphonie
- 1:07:18aus Tradition und Innovation,
- 1:07:20die dich garantiert in den Band zieht.
- 1:07:22Ein richtig spannendes Weingut.
- 1:07:24Denn dessen Wurzeln reichen
- 1:07:26bis in die Antike zurück.
- 1:07:28Bereits die Römer
- 1:07:30nannten dem Montem
- 1:07:32und don-dum den runden Hügel
- 1:07:34ihr Mont-Ré-Dan.
- 1:07:36Wählt sie hier geschützt vor die Mistral.
- 1:07:38Erste Rebenpflanzen.
- 1:07:40Im Jahr 1344
- 1:07:42fährt es gut in den Besitz
- 1:07:44der Familie Pontifical
- 1:07:46und versorgt den piepstlichen Hof
- 1:07:48von Avignon mit seinen Weinen.
- 1:07:50Im 18. Jahrhundert.
- 1:07:52Ich mag die Geschichte von Weingütern
- 1:07:54manchmal unglaublich gerne aufrollen,
- 1:07:56wenn man die Tiefe und die Komplexitäten
- 1:07:58deren Entwicklung, die man meistens
- 1:08:00auch in den aktuellen Weinden wenig zu schmecken glaubt,
- 1:08:02so richtig vergegenwertigen kann.
- 1:08:04Also im 18. Jahrhundert übernahm
- 1:08:06die Familie Astille Mathieu dieses Anwesen.
- 1:08:08Damals angeführt
- 1:08:10von Ansel Mathieu,
- 1:08:12dem Marquis de Montredon,
- 1:08:14das sind feinsinnige Lyric,
- 1:08:16die Landschaft wie den Weindurchtrang.
- 1:08:18Nach der katastrophalen Rieblos-Krise
- 1:08:20kaufte Henri Plantin
- 1:08:221923 das damalige kümmerliche Gut
- 1:08:24von 2,5 Vektor
- 1:08:26und erkannte als visionär
- 1:08:28das Potenzial der sandigen Böden
- 1:08:30des organischen Kalks
- 1:08:32und der berühmten Gallerule.
- 1:08:34Und dann sind wir wieder in den 19. Jahrhundert angekommen.
- 1:08:36Und seit den 1950er Jahren
- 1:08:38erweitert die Familie Plantin
- 1:08:40Bayfabre den Besitz ständig.
- 1:08:421980 kamen 15 Hektar
- 1:08:44in der Appellation Cotyronen zu.
- 1:08:461997 erwarben 35 Hektar Lyric
- 1:08:48und 2020 bis 2024
- 1:08:50erfolgte der Zugauf
- 1:08:523er biozertifizierter Weingüter.
- 1:08:54Heute führt die 4. Generation
- 1:08:56unter der Leitung vom Pierre-Fabre
- 1:08:58und Jana Bay das Erbefort
- 1:09:00mit dem Anspruch das Théroir zu bewahren
- 1:09:02und zugleich die Zukunft zu gestalten.
- 1:09:04Am Fuss des Mont-Ré-Den
- 1:09:06reiften die Trauben
- 1:09:08für den Cotyronen-Blanc
- 1:09:102024 in Perfekt
- 1:09:12vom Mistral und mediterranen
- 1:09:14klimadurchlüfteten Anlagen.
- 1:09:16Was den Chateau Mont-Ré-Den-Blanc
- 1:09:18aus der Fülle der Rhône-Weiss
- 1:09:20war ein absolut abhebt,
- 1:09:22ist das Mikro-Klima
- 1:09:24wie seines Ursprungs.
- 1:09:26Es sind wieder einmal die Lagen,
- 1:09:28die diesen Wein so außergewöhnlich machen
- 1:09:30und du musst dir vorstellen,
- 1:09:32der nordwestliche Teil des Schatten-of-die-Pap-Gebietes
- 1:09:34in Kombination der 3 Elemente
- 1:09:36der ugonischen Kalkböden,
- 1:09:38der schimmernden Gallerolet
- 1:09:40die tagsüberwärme Speichern, die sie nachts abgeben
- 1:09:42und der Mistral
- 1:09:44mit seiner permanenten Durchlüftung
- 1:09:46für eine magelose Rebsanität.
- 1:09:48Diese 3 Elemente sind kein Garant,
- 1:09:50aber sie sind eine gute Grundlage
- 1:09:52für die wöhnliche Weine.
- 1:09:54Okay, kurz ein paar Fakten.
- 1:09:56Die Appellation Côte-de-Roublanc
- 1:09:58erstreckt sich über 120.000 Tektor
- 1:10:00entlang der Rhône,
- 1:10:02von Vien bis Avignon,
- 1:10:04das Klimas-Mediterran.
- 1:10:06Laut Appellationssatzung
- 1:10:08müssen mindestens 80% des Verschnitz
- 1:10:10aus den Haupttriebsorten Grinna-Splant,
- 1:10:12Clérette, Marçan, Hussan,
- 1:10:14Bouboulan und Vionier bestehen.
- 1:10:16Bis zu 20% dürfen aus anderen
- 1:10:18zugelassenen Weissweinsorten stammen.
- 1:10:20Côte-de-Roublanc-Chateaumeuridon
- 1:10:22besteht aus Vionier,
- 1:10:24Grinna-Splant, Marçan und Hussan,
- 1:10:26Ganztraubenpressung, Vergierung
- 1:10:28bei 14-16°C, keine malelaktische Vergierung.
- 1:10:30Was großartig ist,
- 1:10:32wälzt dem Wein diese wunderbare Frische verleiht,
- 1:10:34Reifung auf der Feinehefe
- 1:10:36in Edelstalltanks
- 1:10:38und die Apfelung erst im April
- 1:10:40des Folgejahres 13,5%
- 1:10:421,5 Gramm Restzucker
- 1:10:44und das Spannende ist bei diesem Wein,
- 1:10:46man kann ihn jung genießen,
- 1:10:48aber man kann ihn auch spieren
- 1:10:505-10, ja sogar 15 Jahre zur Seite legen.
- 1:10:52Der Wein hat so viel Potential,
- 1:10:54so viel Tiefe, so viel Eigencharakteristik,
- 1:10:56dass das zu einem Vergnügen wird.
- 1:10:58Sowohl im kleinen Glas, um diese Lebendigkeit,
- 1:11:00die Zartheit, diese Blütenarom herauszuarbeiten,
- 1:11:02als eben auch im richtig
- 1:11:04großen Begunterglas, um den Wein
- 1:11:06seine Komplexitäten, seine Kraft zu entlocken.
- 1:11:08Was für ein Erlebnis.
- 1:11:10Vielen Dank dem Chateaumeuridon
- 1:11:12für dieses großartige Rohnerlebnis
- 1:11:14und natürlich den deutschen Porteur,
- 1:11:16dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:11:18Also wenn ich jetzt einen
- 1:11:30ich will jetzt keine Namen nennen,
- 1:11:34aber keine Ahnung, wenn ich jetzt
- 1:11:36einen alten Porto aufmache,
- 1:11:38die Pulle kostet jetzt
- 1:11:40keine Ahnung, 1000 Euro.
- 1:11:42So, dann gehe ich dementsprechend
- 1:11:44auch vorsichtig damit um
- 1:11:46und so weiter.
- 1:11:48Weil dieser Wein
- 1:11:50es ist wie ein Charakter,
- 1:11:52es ist ein alter Mensch.
- 1:11:54Weißt du was ich meine?
- 1:11:56Ich gehe ja mit einer älteren Person
- 1:11:58auch vorsichtig um.
- 1:12:00Zerbrechlich, weißt du was ich meine?
- 1:12:02Und mit einem jungen Menschen
- 1:12:04gehe ich ja auch ein bisschen
- 1:12:06cool, dass du da seid.
- 1:12:08Und so glaube ich,
- 1:12:10das mache ich nicht mit Absicht,
- 1:12:12das mache ich, weil ich das jetzt
- 1:12:14gerade selber darüber nachdenke,
- 1:12:16wie mache ich meinen Wein-Service?
- 1:12:18Ich mache das, das ist mein Instinkt,
- 1:12:20so würde ich das beschreiben.
- 1:12:22Aber wahrscheinlich auch mit viel Einfühlsamkeit,
- 1:12:26denn wenn ein Mensch dann irgendwie
- 1:12:28so ganz distorsiert ist.
- 1:12:30Absolut, ja, ja, ja, ja,
- 1:12:32natürlich, ja.
- 1:12:34Dann bist du garantiert nicht hellbar,
- 1:12:36ich lass mal hier High-Five,
- 1:12:38sondern bist dann auch
- 1:12:40ein Ein-Auch, dass wenn du sagst,
- 1:12:42du hast von etwas Jugendlicheren begunder,
- 1:12:44dann nimmst du dann nicht die frische
- 1:12:46Stuhskaraffe und das dicke Glas,
- 1:12:48sondern bist dann auch feiner mit dabei.
- 1:12:50Ich probiere das Zeug
- 1:12:52natürlich dann auch
- 1:12:54und was ich dann da habe,
- 1:12:56ich glaube manchmal, es ist, ja,
- 1:12:58kommt immer drauf an, es kommt auch
- 1:13:00immer auf die Situation drauf an
- 1:13:02und aber ich
- 1:13:04öffne die Flasche klassisch auf
- 1:13:06dem Geridor, habe mein
- 1:13:08Bierglas da, habe den Korken,
- 1:13:10den ich natürlich vorsichtig anfasse
- 1:13:12und hinlege und so weiter und so fort,
- 1:13:14schenke das klassische, den probier schluck ein,
- 1:13:16warte ab, was der Gast sagt,
- 1:13:18präsentiere natürlich die Flasche vorher und so weiter.
- 1:13:20Also den klassischen Weinservice, den gibt es
- 1:13:22bei mir und dann habe ich natürlich mein Kühler,
- 1:13:24der unten im Geridor, wir haben dann noch so ein Fach,
- 1:13:26wo die Weinen, wo die Gläser auch drinnen stehen,
- 1:13:28wenn wir jetzt einen Weiswein haben,
- 1:13:30wo dann die Flasche auch reinkommt
- 1:13:32zum Kühlen.
- 1:13:34Also die Flasche kommt nicht auf den Tisch,
- 1:13:36dann muss ich sein,
- 1:13:38Wein nicht selber nachschenken,
- 1:13:40sondern das wird von uns dann gemacht.
- 1:13:42Nicht wie bei dem Wasser.
- 1:13:44Das kann er selber machen.
- 1:13:46Aber Wein.
- 1:13:48Beim Wein ist es schon so,
- 1:13:50da wird dann natürlich auch mal
- 1:13:52der Schluck, der nachgeschenkt wird,
- 1:13:54dann auch noch mal kurz mitgeschwenkt
- 1:13:56und also das sind halt einfach so
- 1:13:58Dinge,
- 1:14:00die automatisch passieren
- 1:14:02und
- 1:14:04ich glaube, da geht es einfach
- 1:14:06auch darum,
- 1:14:08die Form des Glases
- 1:14:10und das ist einfach so,
- 1:14:12es ist etwas anderes.
- 1:14:14Und das,
- 1:14:16ja,
- 1:14:18nee, das...
- 1:14:20Es macht auch mehr Sinn, wenn du beim Wasser
- 1:14:22anfängst das Glas zu schwenken
- 1:14:24oder mehr oder weniger,
- 1:14:26dann wirkt es halt ganz schnell affektier
- 1:14:28beziehungsweise ein wenig too much
- 1:14:30oder man muss irgendwas machen,
- 1:14:32das ist ja oftmals begründbar,
- 1:14:34dass wenn man eben dieses Schwenken hat,
- 1:14:36dass der Wein sich nochmal anders entwickelt,
- 1:14:38man dem Gas auch noch bei der Entwicklung des Weines
- 1:14:40helfen möchte oder oder oder
- 1:14:42und man kann es verargumentieren,
- 1:14:44ohne irgendwie affektiert zu wirken
- 1:14:46oder zu sagen, wir machen das jetzt
- 1:14:48damit es wirklich teuer wirkt.
- 1:14:50Ich glaube einfach genau,
- 1:14:52so etwas wie Wasser-Service
- 1:14:54oder auch bei dem Besteck,
- 1:14:56es geht ja einfach auch darum,
- 1:14:58erst mal, wir hatten es vorhin schon angesprochen,
- 1:15:00ich denke,
- 1:15:02dass die Mitarbeiter, die ich habe,
- 1:15:04das sind tolle Mitarbeiter,
- 1:15:06die ein
- 1:15:08tolles Fachwissen haben
- 1:15:10und ich glaube, dass so Aufgaben wie
- 1:15:12Bestecknachdecken und
- 1:15:14Wasser-Service machen,
- 1:15:16die sind
- 1:15:18für uns hier überflüssig,
- 1:15:20die kosten mir auch zu viel Geld.
- 1:15:22Würdest du es losgelöst vom Geld auch trotzdem machen?
- 1:15:24Also angenommen jeden Morgen, wenn du aufstehst,
- 1:15:26regt denn erst mal eine große Wolke Geld
- 1:15:28da, also es wäre daran nicht gebunden
- 1:15:30und du würdest dein absolut perfekten Service
- 1:15:32zusammenbasteln, würdest du sagen,
- 1:15:34dass so mit der Schublade und mit Wasser aufwischt,
- 1:15:36das ist Mona und so möchte ich das haben.
- 1:15:38Super, perfekt.
- 1:15:40Weil ich einfach diese Aufgaben für überflüssig
- 1:15:42und störend empfinde,
- 1:15:44weil ich selber, wenn wir irgendwo sind,
- 1:15:46ich immer jedes Mal denke,
- 1:15:48ich saufe wie ein Kamell,
- 1:15:50ich saufe wie ein Kamellwasser
- 1:15:52und wenn mein Glas ist jedes Mal,
- 1:15:54ich setze an und das Glas ist leer
- 1:15:56und du nippst.
- 1:15:58Das heißt, der kommt nicht jedes Mal,
- 1:16:00jeder gefühlt alle 5 Sekunden einer
- 1:16:02und schüttet ja das Glas wieder voll,
- 1:16:04sondern das ist
- 1:16:06alle, sagen wir jetzt mal,
- 1:16:08im Durchschnitt alle 10 Minuten
- 1:16:10ungefähr.
- 1:16:12Und, na ja,
- 1:16:14ja,
- 1:16:16wenn man, ja,
- 1:16:18Tag und Tage.
- 1:16:20Kommt doch mal,
- 1:16:22ja,
- 1:16:24kommt doch das Thema drauf an.
- 1:16:26Wann könntest du auch da das Kamell,
- 1:16:28genau.
- 1:16:30Na ja, so.
- 1:16:33So, wenn du eine Weinbegleitung hast, was ja auch in den meisten Fällen hat man ja eh eine
- 1:16:37Weinbegleitung.
- 1:16:38Also, oder?
- 1:16:39Also, ich, keine Ahnung, ist ja auch egal, so.
- 1:16:42Sagen wir jetzt mal, du hast eine Flasche, so.
- 1:16:44Und, aber wenn du jetzt hin mich da, dann hast du dann, da kommt einer, so, wieder, wieder
- 1:16:49das Klass.
- 1:16:50Und du hast ja auch Themen unterhältlich und dann kommt du wieder einer.
- 1:16:52Und wir wissen noch alle, wie es ist, also auch wenn man sagt, na ja, man hört nicht
- 1:16:57zu oder keine Ahnung und, aber du hast ja dann immer, ach, wenn mir scheiß egal,
- 1:17:02ist, wenn die, wenn die Leute mitkriegen über was man sich unterhält, ähm, ich erzähle
- 1:17:07eh immer so laut, dass das ganze Restaurant alles mitbekommt.
- 1:17:09Aber es ist ja trotzdem, du hast ständig dann jemand, der da nachschenkt, sondern hast
- 1:17:14wieder jemand, der das Besteck nachlegt und ich finde, ach weiß ich nicht und dann sitze
- 1:17:19ich da auch immer, ich hab dann meine, meine Arme über einen halben Tisch ausgebreitet,
- 1:17:25weil ich mich über einen ganzen Tisch rüberbeuge und mit Händen und Füßen mich unterhalte
- 1:17:30und wenn dann natürlich auch noch mit mehreren da bist, dann äh, ist es noch schlimmer.
- 1:17:34Ich, ich persönlich finde es einfach nicht, dass ich jetzt, ich möchte jetzt kein, äh,
- 1:17:40kein Servicemitarbeiter jetzt angreifen, der mich immer schon bedient hat, das sind alle
- 1:17:43mal ganz liebe Leute, aber trotzdem denke ich, dass viele es einfach nervt und ähm, deshalb
- 1:17:51möchte ich das hier einfach nicht machen und ich glaube, die Mehrheit auch unserer Gäste
- 1:17:56findet, ist ganz toll, dass wir es nicht machen und die Leute es nicht teils finden, ja, dann
- 1:18:00ist es halt so.
- 1:18:01Also, ja, ja, wir haben da glaube ich.
- 1:18:05Ich finde, ein Punkt dann eben dabei ganz wichtig, dass man genau diese Zeit, die man sonst mit
- 1:18:08solchen Arbeiten verbringt, dass man die mit Kommunikationen, mit Unterhaltung verbringen
- 1:18:12kann.
- 1:18:13Genau.
- 1:18:14Dann einfach auf eine andere Art für den Gast dabei ist, anstatt immer um den herum
- 1:18:15zu tanzen.
- 1:18:16Man kann natürlich auch beim Eindecken unterhalten, aber dann hat man keine Ruhe da drin und wenn
- 1:18:20ich dem Gast gegenüberstehe und ich kommuniziere mit ihm und rede dann einfach diese drei Minuten
- 1:18:25nicht sonst, was er nachschenken würde, hat das eine andere Qualität, eine andere Persönlichkeitsbindung
- 1:18:29vielleicht auch und vor allen Dingen auch eine andere Art und das passt vielleicht mehr
- 1:18:33oder weniger dann auch zu euch, der Augenhöhe, weil das, was ihr ja auch mit dem Namen versucht
- 1:18:37zu leben, ist das Gleichnis oder die Augenhöhe untereinander und das bist ihr dann viel mehr
- 1:18:43wenn du redest.
- 1:18:45Genau, richtig.
- 1:18:46Und das ist das, ähm, ich kenne das ja selber noch, also ich meine, ich habe ja auch eine
- 1:18:50Zeit hinter mir, wo ich das gemacht habe, das Eindecken und du bist einfach, das ist
- 1:18:56ein ganz anderer Druck, das Restaurant ist voll und du bist die ganze Zeit nur am Nachdecken
- 1:19:00und du siehst, oh, da hat schon wieder einer ausgedeckt, da hat der Gast eine Frage und
- 1:19:02möchte was von dir wissen und du stehst ja und denkst, Scheiße, Scheiße, Scheiße,
- 1:19:06jetzt hör auf, hör auf, ich muss weiter, ich muss weiter und du denkst ja, oh nein,
- 1:19:10dann ist der nächste Tisch wieder ausgedeckt und du denkst, oh, jetzt musst du noch Bestecken
- 1:19:12holen und du bist und du kommst und du hast die Bonds schon wieder gar nicht mehr, bist
- 1:19:17schon wieder komplett durcheinander und also, ähm, das bringt dich halt halt auch hart
- 1:19:21in die Scheiße, ne, also du schwimmst am Ende des Arms, wenn der Gast nur eine einzige
- 1:19:25Frage stellt und ähm, na ja, dann äh, kriegst du am Ende natürlich dann noch einen Anschiss
- 1:19:30vom Mätere und äh, warum du jetzt da äh, schon wieder hinterher bist und noch nicht
- 1:19:34eingedeckt hast und der nächste Gang kommt und ich meine, das sind ja teilweise Minuten,
- 1:19:40aber die Minuten, die wirken für dich wie Sekunden, ne, ähm und deshalb, also ähm,
- 1:19:46für uns ist es so viel entspannter, ich glaub, für den Gast auch und ähm, ja, ich glaube,
- 1:19:52das ist ähm, also für unser Konzept eine super Lösung und ehrlich gesagt, glaube ich,
- 1:19:57auch, dass das, ähm, früher oder später, ähm, ja, wahrscheinlich auch die Zukunft
- 1:20:00sein wird, ähm, und, ja, wir haben leider noch kein Patent drauf, aber, der Zug ist
- 1:20:07auch abgefahren.
- 1:20:08Willst du zumindest ein Gedanke und ich finde aber auch jede, jede Überlegung, die man
- 1:20:11hat, wenn die irgendwie begründbar ist oder wenn die eben zum Gesamtstil passt, dann
- 1:20:14ist es einfach gut, so wie eben auch du begründen kannst, warum ihr Weinbegleitung habt und
- 1:20:19keine 8.000 Position Weinkarte, warum du es lieber, lieber lebst, weil es halt zu dir
- 1:20:23irgendwo passt.
- 1:20:24Wenn du selber rausgehst, wenn du selber im Restaurant bist, trinkst du dann auch Weinbegleitung
- 1:20:28oder sagst du, Weinbegleitung hab ich zwei Tage zuvor.
- 1:20:31Ja, also ich, es kommt natürlich auch mal drauf an, ähm, wo ich jetzt bin oder auch auf,
- 1:20:38auch auf die Tagesform, ne, was ist, wonach ist mir jetzt oder was, was muss ich am nächsten,
- 1:20:42ich meine, wir haben ja auch einen Sohn, ne, also da war ich vergessen, wir sind Eltern,
- 1:20:45das heißt der nächste Tag oder vielleicht auch noch die Nacht, äh, haben wir ein Baby,
- 1:20:50also ist meine Mutter da, passt sie gerade auf unsere Sohn, ne, das ist ja immer, man muss
- 1:20:53ja immer sich vorbereiten auf die nächsten Stunden eventuell, ne, und ähm, da ist es
- 1:21:02natürlich so, wenn wir wissen, ach, wir können hier heute noch richtig auf die Kacke hauen,
- 1:21:08also äh, lassen wir uns mal so richtig schön mit der Weinbegleitung voll laufen, äh,
- 1:21:14dann nehmen wir die Weinbegleitung, weil wir halt am nächsten Tag dann auch mal, ich sag
- 1:21:18jetzt mal, ausschlafen können, aber wir wissen, wir müssen am nächsten Tag schon wieder am
- 1:21:21Sechs Uhr aufstehen oder wie auch immer und äh, Kind bespaßen, dann äh, ist es dann
- 1:21:26vielleicht doch nur, nur die Flasche Wein, ähm, dann ja, aber sonst, natürlich, ich
- 1:21:31bin ein großer Fan von, von Weinbegleitung, weil ich einfach immer denke, ich, ich vertraue
- 1:21:36und das ist, ich, nur weil ich das jetzt auch beruflich mache und vielleicht so ein bisschen
- 1:21:41Ahnung von dem Thema habe, äh, denke ich immer, dass der Somia da, die Somia da, äh, in dem
- 1:21:47Restaurant weiß, was sie tut und die Gerichte viel besser kennt und vertraue, äh, der Person
- 1:21:53da, äh, total und lasse mich da auch gerne begleiten, äh, und ich hab, darf, ja, fühl
- 1:22:00mich da immer total wohl und, äh, lerne auch immer auch gerne Neues kennen, weil ich glaube,
- 1:22:06das ist ja auch dieses Schöne in dieser Weinwelt, dass man, ähm, nie auslernt, ne, und auch
- 1:22:12von den Kollegen immer Neues dazulernt und sich austauschen kann und das ist ja das
- 1:22:16großartige. Du bist in dieser Weinwelt, auf der ganzen Welt, aufgrund dieser einzigen
- 1:22:24Sprache, dieser Weinsprache, ja, immer connected, weißt du, was ich meine? Du, du, wir sprechen
- 1:22:31hier teilweise unterschiedliche Sprachen, aber diese eine Sprache, diese Weinsprache ist
- 1:22:35immer die Gleiche und das ist das Schöne und da, das verbindet uns alle und als ich
- 1:22:40schon in diesen Jahren für tolle Menschen kennengelernt habe, äh, mit denen ich heute
- 1:22:44noch in Kontakt stehe, ähm, das ist einfach nur großartig und das nur durch Wein, ja.
- 1:22:48Und deshalb. Finde ich ganz großartig, denn auch das Restaurant, das Gesamterlebnis nochmal
- 1:22:53anders wahrzunehmen. Ja, genau. Und sich auch dem komplett hinzugeben. Ja. Also da hat
- 1:22:57sich ja jemand, wie du eben auch mit seinem Weinmenü Gedanken gemacht. Genau. Und versucht
- 1:23:00einfach nochmal einen anderen Service zu leben, eine andere Komplexität, dann irgendwo dabei
- 1:23:05zu leben. Und es wäre dann mehr oder weniger, als wenn ich beim Konzert zum Sänger sagen
- 1:23:08würde, du singst nicht, Orchester, super, lass das mal machen. Ja, genau. Und wie gesagt,
- 1:23:12ich sitze dann auch nicht da und denke mir, ach, nee, das hätte ich jetzt so und so gemacht.
- 1:23:16Das interessiert mich gar nicht. Ich freue mich darüber, dass da eine, ein Kollege,
- 1:23:23eine Kollegin steht, die genauso viel Mühe sich äh, macht und Gedanken darüber macht,
- 1:23:29ja, was kann ich tolles äh, kreieren zu diesem Gericht? Ja, und deshalb, also da ist Null
- 1:23:37irgendwie dieses, naja, ich fette das und das gemacht gar nicht. Ich bin da ja eh, ich
- 1:23:41bin da ja gar nicht so. Ich freue mich immer umso mehr großartige Kollegen, Kolleginnen,
- 1:23:47wir, Kolleginnen, wir haben, äh, umso schöner ist das doch alles. Und immer dieses, diese,
- 1:23:53ich sag jetzt mal dieser Schwanzvergleich, den wir in dieser Branche manchmal haben,
- 1:23:57ja, darf man das jetzt hier sagen? Oder musst du das rausschneiden? Du darfst alles sagen.
- 1:24:01Nee, überhaupt gar nicht. Ja, das ist ja manchmal so. Ich schneide gern so wenige. Ja, ist ja so.
- 1:24:06Und läuft es ja darauf hinaus, also von dem her sprichst du ja da kein Geheimnis, also
- 1:24:10darum geht es ja meistens, sowohl bei der Art der Weine, also. Ja, genau, es ist ja manchmal,
- 1:24:14ist es ja so, ne, man hat ja dann doch dieses so, ach, macht euch doch mal alle locker,
- 1:24:19mensches Kinder, äh, ja, aber manchmal hast du es halt, ne, und da muss man da mal ein bisschen da
- 1:24:25tacheles reden und dann nach ein paar Gläschen sind sie dann noch alle, fühlen sich auch alle frei und so.
- 1:24:31Trauen sich dann Dinge. Aber wo Frauen jetzt vor zehn Jahren, kannst du anders Wein trinken,
- 1:24:36als du dich mit dem Thema nochmal anders beschäftigt hast? Wann trinkst du heute noch Wein?
- 1:24:40Oh, heute, also, ich trinke, also wir trinken, äh, auf jeden Fall wenn wir, ähm, Samstags nach Arbeit,
- 1:24:50da sitzen wir mit dem Team zusammen und verküstigen unsere Reste, das machen wir schon,
- 1:24:57also wir trinken auf jeden Fall alle mal noch so ein, äh, Feierabendgläschen,
- 1:25:01ähm, manchmal esgeliert ist auch, äh, das kommt auch mal vor, dann kommen auch noch mal ein paar
- 1:25:06Kollegen aus Hannover, äh, das ist dann, also wir sind hier schon immer so ne, wir haben hier so eine
- 1:25:12schöne Bar bei uns und das ist, das, das lädt dann auch immer zum Verweilen ein, das ist schon mal ganz schön.
- 1:25:18Ähm, ansonsten natürlich trinken wir Wein, wenn wir, äh, unterwegs sind, wenn wir, äh, frei haben,
- 1:25:25wenn wir irgendwo essen sind, äh, das, das schon, aber ich versuche das schon auch immer als Job dann zu
- 1:25:35sehen, wenn ich arbeite, also ich trinke nicht hier mit Gästen oder so, das ist für mich, ähm, ein No-Go,
- 1:25:42weil ich einfach denke, ähm, wenn das passiert, dann ähm, ja, ist was passiert, ähm, weil wir
- 1:25:52natürlich mit etwas arbeiten, was auch sehr gefährlich sein kann und, ähm, das ist, ja, in meiner Familie,
- 1:25:58also mein, mein Opa, der hatte natürlich dann aufgrund der Kneipe irgendwann das Problem, äh, leider,
- 1:26:04dass er dem Alkohol verfallen ist und, ähm, ja, das ist halt so, ne, wenn du dann immer zu hören bekommst,
- 1:26:10komm, Heine, wir trinken jetzt noch einen und einen Abschluss und komm, einer muss noch, ja, und wenn
- 1:26:15natürlich dann, äh, irgendwann der Schnaps und das Bier dein guter Freund wird, dann, äh, ja, ist es halt,
- 1:26:20ist es halt schwierig und deshalb habe ich da einfach eine, eine, eine Distanz und das ist so auch mein
- 1:26:28eigener Schutz und auch wenn Gäste sagen, ach, sie können noch, nehmen sie sich ein Glas und trinken
- 1:26:31so ein Glas mit, das ist für mich das, ähm, aber das kommuniziere ich auch offen und, ähm, das, äh, mache ich
- 1:26:38auch nicht und auch zu Hause oder so, äh, ich würde im Traum nicht einfallen, dass ich abends
- 1:26:44irgendwie vom Fernsehen, äh, ein Glas Wein trinke, das schmeckt mir auch gar nicht. Das ist, das, da,
- 1:26:51da fehlt mir ja dieses Feeling, da fehlt mir auch das Ambiente, also, das ist, da, nee, ich brauche das,
- 1:26:58wenn in der, in einer Runde mit, mit netten Menschen, äh, mit Freunden, ähm, zu einem guten Essen in einem
- 1:27:06Restaurant oder von mir ist auch irgendwo draußen, äh, aber das so, einfach mal so zwischendurch ein
- 1:27:13Glas Wein, das, nein, da, äh, nee, das kann ich nicht, will ich auch gar nicht, das ist, wie gesagt,
- 1:27:19glaube ich auch so mein Selbstschutz, das ist einfach dann, das eine ist beruflich, das andere ist dann mal
- 1:27:23privat, aber, ja, ich glaube, das muss dann immer ein besonderer Wein sein, wenn du Wein probierst,
- 1:27:29dass der dich für dich eine Begründung hat oder hast du dann trotzdem diese Momente, wo du sagst,
- 1:27:33jetzt sitzen wir auf der Wiese und irgendjemand hat ein Picknick mitgebracht und dann kann ich
- 1:27:37auch den aus X, Y aus dem Penkelbecher trinken und bin damit glücklich oder ist es für dich
- 1:27:42Wein immer Erlebnis und Kombination und Begründung dann irgendwo darin. Also, wenn wir jetzt zum
- 1:27:48Beispiel, nehmen wir jetzt mal das klassische, du bist jetzt auf einem Junggesellenabschied und da
- 1:27:52bringt jetzt einer diesen Fusel mit aus dem Becher, da trinke ich lieber ein Bier. Ja, also, ich muss echt,
- 1:28:00also, ich bin da, da, nee, ich kann das auch nicht mehr, wirklich, wir reden jetzt hier wirklich von
- 1:28:06diesem, von diesem richtigen Fusel. Ich kann auch mal, ja, weißt du, was ich mein, das geht nicht,
- 1:28:12ich krieg das nicht, ich krieg das auch nicht runter. Natürlich kann ich auch mal so ein,
- 1:28:19weiß ich, ja, ich will jetzt auch kein Beispiel, ich will jetzt auch kein schlecht machen, weil es
- 1:28:27ist am Ende auch alles immer Geschmackssache. Nee, will ich nicht, ich bin nicht so, ich kann
- 1:28:31das nicht, ich will kein, kein runter machen, aber es gibt halt einfach so bestimmte Sachen, wo ich
- 1:28:35sage, oh, weiß ich nicht, das ist so schwierig. Es gibt aber auch so Sachen, wo du sagst, gut,
- 1:28:43da kannst du jetzt mal vor dir jetzt, ja, jetzt hier ein Spielfall, der aber bist, mach's da mal,
- 1:28:49aber dann trinke ich lieber irgendwie ein Bier, weißt du, was ich meine, oder halt gar nichts,
- 1:28:54dann trinke ich halt ein Wasser, da bin ich auch fein mit. Aber also ich, ja, ich bin, ich brauche
- 1:29:05dann, ich freu mich noch, du meinst, wir brauchen uns nicht totreden, also Rotkettpieren halb trocken,
- 1:29:09warm serviert, mit dem Strohhalm aus der Flasche, da wärst du nicht an meiner Seite, aber wenn es
- 1:29:14ein Liter riesling, irgendwo aus der Falsse, wenn der noch einigermaßen anständig ist, dann würde
- 1:29:18du sagen, okay, geht auch noch, wenigstens ist er kalt und sonst, es muss nicht immer Alkohol sein,
- 1:29:23sondern wenn es Spaß macht, dann macht es Spaß und dann ist es okay. Im anderen Extrem, wie weit
- 1:29:29gehst du, um Weine zu kombinieren, also könntest du auch Weine mit, keine Ahnung, Farben kombinieren,
- 1:29:33mit Musik. Wer, wer das was für dich? Ja, ich bin, also da bin ich, das mach ich schon manchmal so,
- 1:29:41also gerade so mit Musik, ich bin so Stimmungst, ich bin auch so ein Stimmungstyp, dass ich auch so
- 1:29:47nach Stimmung, also wenn man jemand mich fragt, oh, dann Lieblingswein und so, so, kann ich, hab ich
- 1:29:53nicht, weil ich, ich bin offen für alles, ich hab natürlich, ich stehe unheimlich auf, ich so
- 1:30:02Chardonnay, Shannon Blanc, das holt mich voll ab, alles was so Richtung Umami geht, finde ich voll
- 1:30:08geil, aber ich bin halt, wie gesagt, ein Stimmungs, ich sag jetzt mal Stimmungstrinker, wenn ich jetzt
- 1:30:16einen Tag habe, heute ist mir voll nach irgendwie Riesling oder nach einem, keine Ahnung, Assyrtiko,
- 1:30:26weil ich da richtig Bock heute drauf hab, aber oft hab ich dann auch dieses, genau den Wein,
- 1:30:31das Weingut im Kopf, weißt du was ich meine, dann, das ist so eher so mein Ding und das ist
- 1:30:38dann auch, es ist genauso wie Musik, ich könnte jetzt nicht sagen, ich hab jetzt den, den, ich
- 1:30:43hab natürlich Lieblingssongs, aber ich bin so ein Stimmungsmusik-Höre, heute ist mir mal da nach,
- 1:30:50heute ist mir mal da nach und so ist es mit den Wein auch und da könnte ich zum Beispiel auch so
- 1:30:56Lieder mit Wein kombinieren, das ist schon, ja, das ist mir auch schon passiert und Farben
- 1:31:06tatsächlich, das erkläre ich manchmal auch am Tisch, da sage ich dann auch so, ich glaube,
- 1:31:10das macht man auch automatisch, ich glaube, das machen auch viele Kollegen, dass man davon redet,
- 1:31:14oh, das ist jetzt so ein grüner oder das ist jetzt so ein gelber oder das ist so ein orangener,
- 1:31:19das passiert im Kopf, das passiert so vor der Stirn, weißt du, man redet darüber und vor der
- 1:31:26Stirn hat man dann so die Farben des Weines, ist total strange. Finde ich total, total witzig,
- 1:31:31also kann ich so über die Aromen dekliniert, dass man sagt jetzt, es fühlt sich automatisch,
- 1:31:34ist der gelb, sind einfach vom Gefühl her, der fühlt sich gelb an oder der fühlt sich blau
- 1:31:38anders, das ist voll der Farbkreis, genau, genau, ja, ja und da die Weine auch mal so
- 1:31:44gedanklich anzuordnen oder diese so anzuführendes Gefühl. Da passiert so viel, ja genau und
- 1:31:51das passiert halt so viel im Hirn, wenn du den ersten Schluck auf der Zunge hast, schon bei der
- 1:31:58Nase, dann probierst du und du hast da wirklich diese Napsen, die sind so am Arbeiten und am
- 1:32:05Connecten und dann wirklich diese ganzen Stirnlappen und ich weiß gar nicht, also ich meine, ich bin
- 1:32:11kein Spezialist fürs Hirn, aber du merkst ja, dass da oben irgendwie was passiert und dann
- 1:32:20versuchst du zuzuordnen und dann irgendwie über die Zunge zu bringen und zu sprechen und dann,
- 1:32:26ja, versuchst du es halt zu erklären und deine Leute irgendwie mitzunehmen, mit denen du sprichst
- 1:32:32und das betel ich dann halt irgendwie zu vermitteln und dann natürlich halt auch mal in Farben zu
- 1:32:36sprechen und ich glaube, das ist halt auch wieder das, ne, sobald du was farblich erklärst, ist es
- 1:32:43schon wieder auch einfacher zu greifen, ne, ja. Für die Leute es verbindet dann auch, weil wir halt
- 1:32:49auch extrem stark visuell geprägt sind, ach, die Post hat unsere Wahrnehmung ist visuell und
- 1:32:53daher können wir da mit diesen Bildern, das viel, also wir sympathisieren nochmal auf einer ganz
- 1:32:57anderen Ebene, letztlich mit dem Erklärenden, wenn er in Bildern spricht und nicht nur in Worten,
- 1:33:01wenn er sich die Worte irgendwie visuell nicht vorstellen kann und die Wirknerin immer abstrakt,
- 1:33:05man muss es erstmal verarbeiten, das ist dann schon wieder kompliziert, das ist Arbeit,
- 1:33:07das will man nicht im Restaurant haben. Ja, genau. Daher finde ich, glaube ich, dieser, dieser
- 1:33:10Ansatz, was du sagst, man redet im Bildern und schafft schöne Momente, dann ist das,
- 1:33:16ist das, glaube ich, am besten. Welcher Wein wärst du, weil wir gerade von Bildern sind, wenn du
- 1:33:21ein Wein wärst? Ich wäre auf jeden Fall ein orange-gelber, etwas fülliger. Ja, ich glaube,
- 1:33:30ich wär, ich wär so Richtung, ich wär was so, oh, ich wär so Shannon Blanc-Lua. Wovray. Okay.
- 1:33:41Das wär ich. Herrlich. Ja. Vollkommen unterschätzt, finde ich, also es sind Weine, die extrem
- 1:33:47ausdruckstark sind, die wahnsinnig komplex sind, die alles können, die Multitalente sind, die aber
- 1:33:53total unterm Radar laufen. Voll. Manchmal aufgrund ihrer Attraktivität, manchmal gar nicht so
- 1:33:58tiefsinnig betrachtet, aber wenn man sich ein bisschen Zeit für diese, für Wevray, Shannon
- 1:34:03Blanc-Lua, dann kommt da so viel Tiefgang und so viel, so sieht's aus. Ja, finde ich mich richtig
- 1:34:08geil. Danke, danke. Aber das wär so ich. Ja. Herrlich. Ich habe das Gefühl, Hannover ist
- 1:34:17ein bisschen trocken. Können wir ausgleichen. Die Luft ist ein bisschen trocken. Nein, wir haben
- 1:34:24jetzt so viel über Wein gesprochen, aber jetzt, ich glaube, wir haben ein bisschen Durst. Finde ich
- 1:34:29eine gute Idee. Bist du eher die Sektmutti oder eher Rotwein? Ich bin eher die Sektmutti. Also,
- 1:34:35würde ich einmal jetzt so als Staat, würde ich einmal die Sektmutti sagen. Sekt ist ja auch so was,
- 1:34:41was total wie mit Moskato Dusty, wie imitsch geprägt ist. Ja. Und was aber teilweise so dermaßen
- 1:34:49überraschen und faszinierend. Finde ich auch sehr schade, muss ich sagen, weil wir auch gerade hier
- 1:34:54in Deutschland großartige Sekthäuser haben oder auch Winzer, die ganz großartige Sekt, Sekt, sagt
- 1:35:02mal Sekt, oder Sekt, Sekt, Sekt, ja, kreieren. Nicht die Sekthe, sondern die Sekthe. Die hier
- 1:35:10teilweise in irgendwelchen Champagnerhäusern gearbeitet haben und ihre Techniken dann zu Hause
- 1:35:17umsetzen. Und das ist, also, wenn du da mal Blindtasting machst und das gegeneinander stellst,
- 1:35:26also ich sage jetzt mal in Champagner einen deutschen Winzer Sekt, das zieht dir die Schuhe aus,
- 1:35:32der denkst du dir, leck mich am Arsch. Also, das ist schon sehr, sehr großartig. Finde ich auch
- 1:35:36in Teilweise für einen relativ... Schmaltaler. Ja, also in der Relation, genau. Wenn du das so
- 1:35:42und bei diesem Blindverkostung habe ich immer die, für mich persönlich, große Erkenntnis, dass
- 1:35:47man nicht mehr das Gefühl hat, dass eine könnte fast dem anderen das Wasser reichen, sondern hat
- 1:35:52eigenständige Produkte, die eine ganz eigene Daseinsberechtigung haben und wo man versuchen kann,
- 1:35:58eben zu einer ganz anderen Weinwelt mit diesem Schaumwein letztlich zu präsentieren. Ja,
- 1:36:02genau. Zeitlang war es so, da wollte man immer dem großen Bruder, sage ich jetzt mal, sehr ähnlich
- 1:36:08sein und jetzt, ich glaube, und das ist auch der richtige Weg, es ist genauso mit deutschen
- 1:36:12Rotweinen, dass man einfach akzeptiert, wir an Deutschland haben unsere eigene Stilistik,
- 1:36:20unseren eigenen Charakter. Wir haben, ich meine weiß, waren jetzt mal ausgenommen, aber das ist,
- 1:36:26Deutschland schmeckt nach deutschen Weinen und deutscher Sekt ist auch deutscher Winzersekt und
- 1:36:36ich finde, da muss man nicht immer versuchen zu sein wie jetzt ein Champagner oder wie ein
- 1:36:47Bugunda oder wie, na so dieses, sondern es ist doch geil, dass wir einfach diese Stilistik haben,
- 1:36:55die wir haben und dass man da versucht, alles rauszuholen. Natürlich kann man Methoden verwenden
- 1:37:02und so weiter, aber am Ende wird man das doch eh nie so hinbekommen, wie es woanders ist und das
- 1:37:06finde ich geil, dass das mittlerweile angekommen ist und dass das akzeptiert wird und ich glaube
- 1:37:12auch, dass unsere Gäste das immer mehr auch verstehen, weil wir haben natürlich ein Zeitlang,
- 1:37:18ich sage immer jetzt mal den deutschen Rotwein als Beispiel, nein, nein, deutscher Rot, nein,
- 1:37:23nein, nein, das geht nicht und dann sag ich, nee, jetzt tun Sie mir einen Gefallen, den schenke
- 1:37:27ich Ihnen jetzt mal ein, den probieren Sie mal, da werden Sie jetzt aber mal sehen, dass das nichts
- 1:37:33mehr mit dem zu tun hat, was Sie mal vor 20 Jahren probiert haben und dann wird das Zeug probiert
- 1:37:39und dann sitzen die da und denken, alter Falter, das ist ja großartig und das ist das, du musst
- 1:37:45einfach halt auch mal den Leuten einen kleinen Probierschock einschenken und sie vom Gegenteil
- 1:37:50überzeugen, dass es halt nicht mehr alles so ist wie vor 20 Jahren, sondern dass diese ganzen
- 1:37:55jungen Witze da alles für tun, dass unser Zeug halt auch großartig sein kann und ist und ja,
- 1:38:03das macht mir auch sehr viel Spaß, auch wie gesagt, unsere deutschen Rotweine, wirklich,
- 1:38:07wirklich toll. Was machst du in der Weinbegleitung, wenn jetzt jemand da sitzt und sagt, okay,
- 1:38:11jetzt mit dem Wein komme ich oder ich möchte keinen deutschen Rotwein probieren, du schenkst
- 1:38:15ihn ein, er sagt so und so und er probiert es und kommt damit nicht klar, tausst du das dann aus?
- 1:38:20Nein, also ja, natürlich nicht. Ja, ich mach das immer so, also ich bin, wenn ich weiß,
- 1:38:28wenn er ein Gast ist, der jetzt wirklich überhaupt nicht, also ich würde jetzt keinem Gast, der
- 1:38:36sagt, nein, mit dem lassen sie mich damit zufrieden, dann würde ich das nicht machen, aber wenn ich
- 1:38:42schon merke, ah, das ist, nee, mit dem, ach, vor 20 Jahren, ich sage, der ist schreckig,
- 1:38:46und dann sage ich, ja, das ist nicht mehr, ja, meinen Sie, dann weiß ich merke ich schon,
- 1:38:51ah, eigentlich, er wird schon gern machen und dann sage ich, wir probieren das jetzt mal
- 1:38:55und wenn es nicht, dann ist kein Problem, dann trinke ich das Zeug selber oder meine, meine
- 1:39:00Jungs oder wie auch immer, der verkauft das dann offen oder keine Ahnung. Also es ist,
- 1:39:04ich bin da schon manchmal auch, dass ich da ihm natürlich auch die Option lasse,
- 1:39:12wenn er das, wenn er den nicht mag, dann muss er den jetzt auch nicht nehmen oder ich habe
- 1:39:15natürlich auch offene Rotweine im offenen Ausschank und, aber ich weiß im Inneren, es wird ihm
- 1:39:24gefallen und deshalb bin ich da eigentlich auch schon sicher, dass er da von überzeugt ist,
- 1:39:32weil ich weiß, dass das Zeug geil ist. Dass er die Menschenkenntnis, die man dann auch hat. Ja,
- 1:39:35genau, richtig, genau. Wo man sich das anführen kann und das mit ihm. Ja, genau, am Ende hat er
- 1:39:41dann auch die Option, etwas anderes zu nehmen und es ist am Ende ja auch mein Laden, das heißt,
- 1:39:47ich kann das da auch machen, aber ich möchte einfach, es bringt ja nichts, wenn wir dann immer
- 1:39:51diese Weine auf die Karte nehmen und die Leute sich dann daran nicht ran trauen und wir dann aber
- 1:39:58diese deutschen Rotweine halt oder generell diese deutschen Weine halt nicht voranbringen,
- 1:40:02weil man halt den Gästen auch nie die Chance gibt, das auch mal zu probieren. Weißt du,
- 1:40:08was ich meine? Weil sie sich halt freiwillig da jetzt sich das nicht ausholen würden, ne? Ja,
- 1:40:14einfach auch die Einstiegshürde ein bisschen in der Haltung zu sagen, einfach mal probieren und
- 1:40:19sich darauf einlassen. Jetzt haben wir hier den österreichischen Sekt, also jetzt hätte ich fast gesagt,
- 1:40:24fast in deutschen, dass es auf österreichischen Sekt, aber beim österreichischen Sekt zum Beispiel,
- 1:40:32finde ich, da hat dieser in Deutschland kaum eine Präsenz, weil wir halt in unseren Sekten
- 1:40:36schon so stark geworden sind und ganz, ganz selten österreicher probieren kommt aus dem
- 1:40:40Wiener Raum spät begunden als Rebsortepinona und ich finde den von der Strukturen, von der
- 1:40:46Charakteristik so eigenständig, so außergewöhnlich, hat so eine ganz zarte, feine Perlage wirklich
- 1:40:52unglaublich nuancesiert und ist für mich eigentlich schon fast mehr als dieser ich trinke
- 1:40:59Sekt, sondern ein Speisebegleiter. Leute, ich muss mir erst mal... Übrigens ist das Schlumberger,
- 1:41:12war die erste, allererste Weinreise, die ich mit 19 gemacht habe. Ich musste lachen,
- 1:41:19also ganz lustig, das war nach Indivachau damals und da war ich 19 und das war meine
- 1:41:27allererste Weinreise, die ich gemacht habe. Sie war so großartig und deshalb, das waren
- 1:41:33so richtig Erinnerungen, die gleich hoch kamen. Ist ja schön, so was prägt wahnsinnig. Also
- 1:41:38ich habe heute noch daran erinnern, wie ich 1997 das erste Mal bei Neiberg im Weinberg stand und
- 1:41:44noch überhaupt keine Ahnung von Wein hat, aber das hat mich so nachhaltig geprägt und deswegen hat
- 1:41:49man so eine Grundsympathie irgendwie einem Gebiet oder einem Haus gegenüber, wo man sagt,
- 1:41:53ja okay und damals und man saugt das ja noch anders auf, man ist mit einer anderen Emotionalität
- 1:41:58mit dabei und man genießt das halt in dieser Unbedartheit noch mal ganz anders. Ja, absolut.
- 1:42:03Aber krass, der jahrt auf jeden Fall, der ist sehr, der ist sehr, ich sage jetzt mal sehr fleisch,
- 1:42:13sehr kompakt. Das ist gut. Ja, natürlich, ja, schöne, schöne laktische Erdbeere. Ist so richtig,
- 1:42:32erinnert mich total an, kennst du noch diese Campino-Bombons von früher, diese Sahne-Erdbeer-Bombons?
- 1:42:38Ja, zu was in der Tat ganz cremiges, weiches, aber ich finde das laktische nicht langweilig,
- 1:42:42weil er trotzdem immer noch so eine frische Säure mit dabei hat, also so ganz im Untergrund
- 1:42:45finde ich persönlich blitzend so dieses, wenn du mal so eine Schale erdbeeren, so ganz frisch. Du
- 1:42:52hast dir halt aus Transportgründen völlig umweltunfreundlich in so eine Plastetüte mit reingetan,
- 1:42:57sonst kriegst du die in die Tasche nicht rein und dann machst du diese Plastetüte auf und hast
- 1:43:00diese Aroma, diesen frischen Erdbeeren, die entgegen, boah, ja. Und genau das habe ich hier
- 1:43:05bei dem, also ich habe schon dieses so ganz leicht, zwar dann halt auch warbe im Einkaufsbeutel,
- 1:43:09dieses leicht so erwärmte und aber trotzdem frische Erdbeer-Flavour und das finde ich relativ
- 1:43:15großartig. Was für ein Glas hast du dafür genommen? Also bist du bei Sekt? Nein, also nimmst du da
- 1:43:27bestimmte Gläser oder? Ja, ich habe von Josefine Hütte, den habe ich, das schaum mein Glas,
- 1:43:33habe aber jetzt gerade das, was ist das Nummer, Nummer 3 oder was, dieses Uni habe ich genommen,
- 1:43:42weil ich mag das schon eigentlich. Bist du da so ein bisschen fitschistisch veranlagt, also bei
- 1:43:46Gläsern oder bist du eher nüchtern und? Nein, ich finde das schon geil da ein bisschen mit rum zu
- 1:43:51spielen, weil ich da immer wieder auch, und das mache ich auch manchmal mit Gästen, wenn die das
- 1:43:58Thema Glas dann irgendwie aufgreifen und sagen Mensch, warum haben sie jetzt das Glas genommen,
- 1:44:02also beim Begleitung sowieso, da ist mir das sehr, sehr wichtig, dass ich für die Weine dann immer
- 1:44:10auch das richtige Glas habe, weil du natürlich da ja auch sehr viel spielen kannst, also haust du
- 1:44:22da jetzt die Säure besser raus, rein mehr Schmelz, mehr Seizigkeit wie auch immer, also das ist ja
- 1:44:29schon abgefahren und steckst du jetzt ein Riesling in ein Bogunder Glas, hast du ihn einfach viel
- 1:44:38breiter aufgebaut, ich sage mal, das beste Beispiel ist Odinsthal, hast du den in dem Riesling Glas,
- 1:44:43ist der, fühlt er sich gefangen, baust du den in ein breites, etwas bogundisches Glas, da bläht
- 1:44:53er sich auf und ist präsent, es ist mega, und das sind halt so Spielereien, die du halt mit Lesern
- 1:45:00einfach machen kannst und somit halt auch in der Weinbegleitung zu gerichten, was möchtest du am
- 1:45:05Ende zu dem Gericht haben, welche Stilistik, welche Aromatik von dem Wein, weil der Wein,
- 1:45:14du hast natürlich ein Wein, ein Charakter, aber kannst aus diesem Wein natürlich noch bestimmte
- 1:45:20Töne hervorheben zu dem Gericht und das bekommst du mit dem bestimmten Glas, mit der Form, mit dem,
- 1:45:28mit der, ich sage jetzt mal, Josefin wird das natürlich aufgrund der organischen Form ganz
- 1:45:40spannend, dann habe ich von Marc Thomas habe ich Gläser, die haben natürlich, die ist ja alle,
- 1:45:46ich sage jetzt mal, bogundische aufgebaut, haben dann ihren kleinen Cut drinnen, wo sie dann die,
- 1:45:53die auch rumdurchbrechen, dann habe ich von Zwiegel noch ein paar Gläser, die ja wieder ganz
- 1:46:01gradlinig sind, also das ist schon sehr, sehr interessant und wie gesagt mir auch sehr wichtig
- 1:46:07und wenn dann die Frage von den Gästen kommen, dann reiche ich dann mal ein paar Gläser auf,
- 1:46:11ein Wein kommt dann in die Gläser rein und dann können die mal ausprobieren und dann stellen
- 1:46:16sie oft fest, wie faszinierend das ist, wie ein Wein in den Gläsern sich präsentiert. Und
- 1:46:24ich... Bist du da manchmal selber beleidigt, wenn du im Restaurant bist und die haben keine
- 1:46:29Glaskultur? Nein, Quatsch! Nein, Quatsch, gar nicht, gar nicht. Ich trinke nur aus Josefin Hütte
- 1:46:36und sonst kommt mir da kein Wein auf meine Zunge. Nein, nein, nein, nein. Also jeder ist da
- 1:46:44unterschiedlich und jeder sieht das auch unterschiedlich und in den meisten Fällen
- 1:46:48verstehen sie das, wenn sie den Wein dann mal so in unterschiedlichen Gläsern probieren und
- 1:46:54jeder freut sich eigentlich auch über diese hochwertigen Gläser, wenn sie daraus trinken
- 1:46:58können, aber ich verstehe das auch, wenn man zu Hause sagt, nee, da kommt mehr nur Ikea-Glas ins
- 1:47:03Haus, weil Bruch ist einfach so hoch. Wir haben keine anständige Maschine, wir können nicht
- 1:47:08polieren, wir können nicht abwaschen, was auch immer. Das ist jedem selbst überlassen.
- 1:47:29Wein ist philosophisch und ja, bei diesem Wein, den ich im Sinn habe, hat man das Gefühl, als hätten
- 1:47:35die Reben selbst einen Pakt mit dem Wind und dem Stein geschlossen. Jeder Trieb, der in den Eisen
- 1:47:42harten Schiefern und sandfarbenen Steinterassen des Whartland-Wurzeln trägt den Widerhall von
- 1:47:48Stürmen und Stille in sich. Und im Glastanz dieser Widerhall als alles verloren schennt im
- 1:47:53Blanc 2024 ein Wein, der so eigen ist, dass er dir nichts anderes als ein zustimmtes Kopfnicken
- 1:48:01entlockt. Vielleicht zuallererst, was ist eigentlich dieses Schennenblanc? Oder heißt es der Schennenblanc?
- 1:48:07Oder die Schennenblanc? Ach egal. Schennenblanc zählt zu den ältesten Rebsorten der Welt und wurde
- 1:48:13bereits im 90. Jahrhundert in Anjou, urkundlich erwähnt, als Mönchel des Klosters Monschenin damals
- 1:48:18Reben anlegten und somit der Rebsort ihren Namen gaben. In Frankreich erblüte sie ein Bouveret und
- 1:48:24Zavignier, wo sie von Straffer, mineralischer Schieferkühle bis hin zu hohenig süßer Opulenz
- 1:48:29alles beherrscht. Ihre lebendige Säure wirkt wie elektrischer Pfeffer im Glas, die frische und
- 1:48:35tiefe in einem absolut einzigartigen Schluck vereint. Was kannst du nachvollziehen, oder? Dieses
- 1:48:42vibrierende, leichte, frische, dieses salzige, dieses geschmackvolle, dieses elegante, das fast nur
- 1:48:48ein Schennaans glassobern kann. Aber es geht ja heute nicht um einen französischen Schennenblanc,
- 1:48:52sondern um einen südafrikanischen. Und hier nennt man diese Rebsorte, wer fast liebevollst dient.
- 1:48:57Dort ist sie mit 17.700 Hektar die meist angebauter Rebsort des Landes und übertrifft damit alle
- 1:49:04anderen Anbauflächen weltweit, selbst in der Loa. Leider muss man sagen, kann Schennenblanc alles,
- 1:49:10also auch von absolut billig. Sie könnte durchaus 240 Hektar pro Hektar produzieren, nur zur
- 1:49:18Orientierung. Krongrünniveau ist zwischen 30 und 40 Hektar, also kann ein absoluter Massenträger sein.
- 1:49:24Jedoch auf den kargen Schieferlagen des Wardland hat man in der Regel gemäßigte Erträger, also
- 1:49:31selbst bei einfacheren Weiden haben wir hier 40 bis 60 Hektar. Was dazu führt, ist wie eine konzentrierte
- 1:49:36Aromatik erhalten. In Swordland schwankt die Sommertemperatur zwischen 25 und 35 Grad, was in
- 1:49:43Kombination mit den kühlen Nächte eine perfekte Säurebewahrung ermöglicht und dem Schenner seine
- 1:49:47scharfe Spannkraft verleiht. Die Böden aus Malmstbury Schiefer vereint mit roten Sandstein, verleihen
- 1:49:54ihm eine salzige steinige Mineralität, die an im Regen glitzende Felsen erinnert. In den Kältern von
- 1:50:00alles verloren verkehrt er spontan, da er fast nur genau so eigenkomplex und definiert brillieren kann
- 1:50:06und dieses außergewöhnliche Mundgefühl präsentiert, was zwischen stiller einer Strenge und samtiger
- 1:50:13Cremigkeit changiert. Die Legende von alles verloren. Und ja, man muss hier wirklich von
- 1:50:18einer Legende sprechen beginnt am Rande der heute noch so raun, noch eines absolut unwirklichen
- 1:50:24Regionen Swatland. Zwischen 1696 und 1704 vermachte Governor William Adrien, von der Stil, die Länderein
- 1:50:34einer Witwecloedt, die als eine der ersten Siedler das Land zwischen Kastelberg und Riebeckwelle
- 1:50:40betrat und dessen Kages Anglitz bald mit einem mühevollen Flügen vertraut machte. 1704 kette
- 1:50:50sie von mühsamen Fahrten nach Stellenborschheim und fand Hof und Gebäude, den Schutt und Asche.
- 1:50:55"Alles sei verloren" riefen die erschöpften Gesichter. Doch aus jener Katastrophe erwuchs
- 1:51:01sein Name und ein Vermächtnis "Alles verloren". Erinnerung an Verlust und Triumph gleichermaßen.
- 1:51:07Bereits 1806 verblüfften die neuen Besitzer mit der ersten Lese ihre Weinstücke und 1782
- 1:51:14liegt die Daniel-François Marlon, Anwärter der heutigen Familie den Grundstein für die Ehrer Marlon.
- 1:51:20Aus weizen Feldern wurden Riebflächen und die Tropfen fanden schnell Freunde über die Grenzen Südafrika hinaus.
- 1:51:26In den 1960er Jahren führte man Kühen fruchtige Portexperimente ein und pflanzende portugiesische
- 1:51:31Rebsorten, die "Alles verloren" heimlich zum Portpionier machten.
- 1:51:351986 wurde das Gutgründungsmitglied der Swatland Wine Route, eine Rebellion gegen Traditionen,
- 1:51:42die das Kageland bekanntmachte. Mit dem Aufbruch ins neue Jahrtausend kehrte Danny Marlon als
- 1:51:47fünfte Generationen zurück in die Kellerei. Seine Rückkehr 2003 war das Versprechen
- 1:51:52den Geist der Gründer weiterzutragen. Erst 2017 wagte "Alles verloren" den Sprung in Zweisweinreich.
- 1:51:59Chanel Blanc wurde geboren und ist seither Leitfigur einer komplett neuen Ehrer.
- 1:52:05Und auch wenn Danny, einer der schillerndsten und großartigsten Persönlichkeiten,
- 1:52:10nicht nur des Swatlands, des südafrikanischen Weinbaus, am 21. September 2024 von uns gegangen ist,
- 1:52:17haben sich seine Frauen, seine Kinder zur Aufgabe gemacht, seinen Erbe,
- 1:52:21seine Vision nicht nur weiterzuführen, sondern weiterzuentwickeln.
- 1:52:26Die Reben, aus dem der 2024er Chanel entsteht, sind stämmige Buschreben mit mehr als 25 Jahren auf dem Buckel,
- 1:52:34gepflanzt in den trockenen Parzellen auf etwa 322 Meter. Ihr Terror!
- 1:52:40Ein Schichtwerk aus Schiefer und Sandstein verleiht jedem Glas eine kühle Mineralität und unverwechselbare Tiefe.
- 1:52:48Gelesen wird zwischen 2 und 10 Uhr morgens, um die Aromträger zu bewahren.
- 1:52:53Im Keller gilt die Devise sanftes Pressen, raschigerung und langsames Reifen,
- 1:52:59bis die Hefekaskaden das Bokeh umschmeicheln. Danke für diesen außergewöhnlichen Wein, dem Hause alles verloren.
- 1:53:05Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:53:10Ich glaube, das ist auch das, wenn du in so ein Restaurant kommst, dann kannst du das vielleicht auch erwarten,
- 1:53:27anständiges Glas, weil da sind wir über ein Thema Kalkulation und so weiter.
- 1:53:31Preis, das ist halt das. Das macht sowas dann natürlich auch wieder aus.
- 1:53:35Da sind Leute, die machen sich Gedanken und geben sich Mühe für sowas.
- 1:53:40Und ich finde aber, gerade beim Sektor kann man es am optimalsten darstellen,
- 1:53:44weil ich finde persönlich Aromatik, darüber kann man diskutieren,
- 1:53:47wer jeder eine unterschiedliche Sensibilität hat, manchmal auch eine unterschiedliche Erfahrung,
- 1:53:51Dinge in der Saal aufzulösen, aromatisch aufzulösen, aber diesgeschmacklicher.
- 1:53:55Also gerade, wenn du diesen Sekt nimmst, der hat eine wahnsinnig feine Perlage,
- 1:53:59den im falschen Glas serviert, wirkt er mit einmal relativ rustikal.
- 1:54:03Du hast diese unterschiedlichen Bittertöne, die sich komplett anders präsentieren,
- 1:54:08nachdem, wo der auf der Zunge aufkommt, was du natürlich auch mit dem Glas steuern kannst.
- 1:54:12Und wenn man das mal erleben möchte, dann ist Sekt oder eben so ein Pinot Noir Sekt,
- 1:54:16der natürlich dann auch ein leicht Titaninkultur hat und unterschiedliche Gläser ganz großartig.
- 1:54:21Bis hin zum Igea-Glas, wo man sagt, oder wo man erlebt, wie stark man den Schaumwein dann eigentlich kastriert.
- 1:54:27Ja, richtig, ja. Also ich sage mal so, beim Schaumwein ist es, wenn du bei einem Apparativ,
- 1:54:37also ich muss sagen die von Josefine Hötte, die Schaumweinglässer, die finde ich sind schon sehr, sehr geil gemacht.
- 1:54:45Also da hast du einfach, du gibst ihm, egal was du da reinkippst, an Schaumwein,
- 1:54:52du gibst dem Zeug einfach genügend Freiraum, um sich entfalten zu können, die Palage ist halt eigentlich.
- 1:54:57Also zumindest das Zeug, was ich hier mal ausschenke, der wird nichts erdrückt.
- 1:55:03Trotzdem ist die schöne Frische da, gerade wenn du im Apparativbereich unterwegs bist.
- 1:55:10Weil da willst du ja das, du möchtest diese, diese erfrischende Prickelbrause haben.
- 1:55:15Aber es darf halt nicht zu aggressiv und zu aufdringlich sein, dass du die ganze Zeit z.B. aufstoßt oder so.
- 1:55:20Nimm mal diese klassische Sektflöte, wer zur Hölle hat die eigentlich erfunden.
- 1:55:25Also mein Zinken zum Beispiel, der da jedes Mal drin stecken bleibt.
- 1:55:29Ich kipp mir da jedes Mal alles über den Latz, da bist du auf einer Konformation.
- 1:55:37Ja, diese scheiß Banquetgläser, ich weiß von der, von der, auf so ein Tabel oder kriegst du halt 20 Gläser drauf und so eine Sektflöte.
- 1:55:46Alle anderen Gläser sind halt immer nicht so schön, Banquet technisch vorzubereiten.
- 1:55:52Aber trotzdem schrecklich, schrecklich.
- 1:55:55So, aber ich finde, ein Weinglas für, wenn du Schaumwein als Essensbegleiter nutzt, ist ein Weinglas.
- 1:56:06Nehmen wir jetzt mal einen Chardonnay-Glas, jeder weiß ja jetzt ungefähr, oder etwas Breiteres.
- 1:56:13Find ich ist angenehmer, weil du den Wein etwas Breiter machst, etwas weicher und sich das Ganze natürlich dementsprechend dann,
- 1:56:23weil meist wählt man ja dann auch ein Schaumwein, der etwas fülliger, üppiger ist und somit du halt eine Palage hast, die dann dementsprechend auch weicher zu dem Essen wird.
- 1:56:38Und deshalb bin ich immer ein Freund, dann auch, wenn wir, wir haben natürlich auch Gäste, die dann mal einen Schaumwein als Essensbegleiter auswählen
- 1:56:46und dann biete ich das auch immer an und frage, ob ich da ein Weinglas zu, also einen, ich stelle dann immer das Glas dann dazu
- 1:56:55und frage, ob ich das dann nutzen darf und da sind immer alle begeistert, dass das angeboten wird,
- 1:57:02weil ja, in den meisten ist es dann halt nicht so der Fall.
- 1:57:07Was ich öfters gemacht habe, was ich total witzig fand und was vonseiten der Gäste auch relativ gut ankam,
- 1:57:12hier haben Schaumwein getrunken und wollten bei dem Schaumwein bleiben, also eine Flasche mindestens
- 1:57:16und ich habe zu jedem Gang habe ich ein anderes Glas genommen, da hatten die ein unglaubliches Wein-Erlebnis dabei
- 1:57:21und hatten halt so Vorspeiser, hatten die ein klassisches Riesling-Glas, zum Mittelteil hatten die halt ein Chardonnay-Glas
- 1:57:27und dann zum Hauptteil hatten die ein Bordeaux-Glas und diesen Wein.
- 1:57:31Ich habe dann aber den Lieblings-Glas dann trotzdem immer so als Konter-Glas mit dabei gelassen und die natürliche Entwicklung des Schaumweines,
- 1:57:38der Champagnas damals mit erleben können, aber hatten jedes Mal eine komplett unterschiedliche Wahrnehmung letztlich für diesen Wein
- 1:57:45in Kombination mit den Speisen, weil du den ja dann eben auch anders präsentierst und sich entwickeln lässt
- 1:57:50und das fand ich eigentlich damals ganz, ganz witzig, also man sagt man hat einen Grundwein, spielt mit den Gläsern,
- 1:57:55ist natürlich also es wäre fünfmal weniger abwaschen oder polieren, wenn du das nicht anders hältst, du kriegst auch nicht mehr Geld dafür,
- 1:58:01aber die Leute waren geflasht und es ist genau dieser Moment, den man damit erzeugen wollte.
- 1:58:05Genau, das ist so eine coole Idee, aber wie du schon sagst, dann hat natürlich mehr Arbeit dadurch, aber es ist halt,
- 1:58:13du bist, du entertainst einfach und es ist eine coole Geste und wenn die Gäste da irgendwie interessiert sind
- 1:58:22und daran Spaß haben, dann hey, ist doch egal.
- 1:58:26Und es bleibt eine Erinnerung, also irgendwann sagen sie mal, und damals hat man einem eine Flasche getrunken und da haben wir fünf Gläser bekommen,
- 1:58:31oder das es aufdringlich wirkt oder man stellt fünf Gläser danebeneinander und sagt, hier probieren sie mal, dann wird sie wieder Arbeit trinken,
- 1:58:37aber so war das einfach dieses, wo man sagt, man hat diesen Fluss einfach aufgenommen und unterhalten.
- 1:58:43Ja, find ich cool.
- 1:58:47Den Roten gleich hinterher damit war...
- 1:58:50Können wir machen, Warte.
- 1:58:52Den ernsthaften Teil mit abgehakt haben.
- 1:58:54Findest du Rot ernsthafter als Weißwein oder kann man das gar nicht so sagen?
- 1:58:57Das kann man nicht so sagen, kommt doch mal drauf an.
- 1:59:00Warte mal, ich finde, es gibt auch sehr ernste Weißweine und es gibt sehr lockere Rotweine.
- 1:59:18Und deshalb finde ich, kann man das gar nicht so sagen.
- 1:59:23Also natürlich ist es so, dass man, wenn man jetzt klassisch von dem Weiß und dem Rotwein ausgeht, man ja dann meist immer von dem,
- 1:59:32man sagen würde, der Rotwein ist der ernste Part.
- 1:59:38Tanine, Strengen und so weiter.
- 1:59:42Aber wenn man dann mal tiefer in die ganze Weinwelt eintaucht, sich da Beispiele rauspickt,
- 1:59:56der z.B. von, oh, wenn schwer es ist, der Pushta von Preisinger aus Österreich,
- 2:00:07das z.B. so ein verspieltes Gesöpf, das ist ja auch ein Roter.
- 2:00:11Das ist das Zweigeld, ich glaube, das ist ein Keveh, der gekühlt, ich meine allein die Flasche schon,
- 2:00:16sieht aus wie so eine alte Bluna Flasche, früher, weißt du, die Brause, steht drauf gekühlt servieren.
- 2:00:23Und das ist halt z.B. auch, das ist so ein verspieltes Zeug, genial.
- 2:00:29Und das ist halt nichts mit Ernst zu tun, das ist halt alles andere.
- 2:00:34Da gibt es teilweise Weißweine, die, wo du denkst, so alter Falter, steifer geht es eigentlich nicht.
- 2:00:42Und deshalb, also ich glaube, das ist nicht mehr zeitgemäß.
- 2:00:48Früher ja, aber ich glaube heute kann man das nicht mehr sagen.
- 2:00:52Ist aber nicht erstaunlich, dass, zumindest habe ich das Gefühl, bitte korrigiere mich,
- 2:00:55in dieser Natural Wine World, die du ja ganz gerne angrebst,
- 2:00:59dass da Weißpräsente ist als Rot, dass das finden sich teilweise, okay.
- 2:01:05Ja, also ja, Weiß ist schon eher, weil natürlich auch viel so diese Orangweingeschichte und so weiter.
- 2:01:15Aber ich glaube, Rot ist eigentlich genauso viel vertreten.
- 2:01:25Es wird aber wahrscheinlich weniger wahrgenommen, weil du beim Roten,
- 2:01:32weil auch viel natürlich auch dieses Nichtfiltern ist ja auch eine Sache,
- 2:01:40die auch so mal gerne genutzt wird, oder wenig gefiltert oder wie auch immer.
- 2:01:45Du hast mal so ein leichtes, dieses leicht trübe dann drin, so ein bisschen mehr Grip und so weiter,
- 2:01:49weil es einfach auch ein geiles Feeling ist.
- 2:01:52Und dann spricht man ja auch nicht gleich von einem Naturwein.
- 2:01:56Und deshalb ist glaube ich da dieses Zuordnen bei einem Rotwein von Naturwein
- 2:02:00und einem nicht Naturwein schwieriger, als wenn du einen Weißen hast.
- 2:02:05Ich glaube, da fällt es dann eher auf und auch von der Nase.
- 2:02:08Es ist manchmal schneller zu erkennen.
- 2:02:11Weißt du, was ich meine, als bei einer roten Geschichte?
- 2:02:14Weil der Rote verhält sich da nicht so auffällig,
- 2:02:18weil beim Roten hast du auch diese, ich sag jetzt mal lederstallig und so weiter,
- 2:02:23gehen wir mal nach Südafrika, da hast du das ja auch ganz oft,
- 2:02:26diese strenge, intensive, das sind keine Naturweine.
- 2:02:29Und bei der weißen Geschichte ist es glaube ich einfach, der ist einfach auffälliger.
- 2:02:39Da kann ich so...
- 2:02:41verschiedene Elemente, die wir dem Naturwein zusprechen, finden sich im Rotwein,
- 2:02:46ja, dann ohnehin die Meisterstandshalz, etc.
- 2:02:49Genau, richtig, genau.
- 2:02:50Wie du sagst, es fällt nicht so auf.
- 2:02:52Und letztlich gibt es ja auch keine Grenze für dieses Naturding,
- 2:02:56außer dass man sagt, sollte vielleicht biodynamisch produziert werden
- 2:02:59oder im Schwefe ein bisschen vorsichtiger oder gar nicht umgegangen werden, etc.
- 2:03:03Aber es gibt diese Grenze nicht und viele Rotweinproduzenten
- 2:03:07arbeiten sehr natürlich, reduzieren das andere auch,
- 2:03:10aber arbeiten ja dann trotzdem in unserem Gedankenschema.
- 2:03:14Und das, was dann als Naturwein irgendwie aus dem Vorschicht ist,
- 2:03:17dann halt das schräge, was dann irgendwie nach Fähen auf dem Bauernhof riecht.
- 2:03:21Ja, genau.
- 2:03:22Ja, genau, das ist ländliche.
- 2:03:24Der Güllewagen, der jetzt durchs Dorf fährt.
- 2:03:27Und das hast du ja schon öfters, ja, er ist ja so, ne?
- 2:03:30Ich liebe das ja, ich bin ja so ein richtiges Dorfkind.
- 2:03:33Also für mich ist das ja einfach immer wieder Heimat und mein Zuhause.
- 2:03:37Und da, ja, ist das, deshalb ist es wahrscheinlich auch,
- 2:03:43deshalb bin ich da auch so angefixt von.
- 2:03:45Aber ich muss auch dazusagen, ich verstehe natürlich auch viele,
- 2:03:47die da immer sagen, ah, diese Naturweingeschichten, das ist immer alles schwierig.
- 2:03:51Weil es ist schon, du musst natürlich aufpassen, es gibt auch viel Schrott auf dem Markt.
- 2:03:56Also du hast natürlich auch viele Geschichten, wo du sagst, so alter Fall da, Leute.
- 2:04:00Das Zeug ist, weiß ich nicht, da sind nur Fehler drin
- 2:04:05und ich weiß gar nicht, warum das überhaupt verkauft wird.
- 2:04:08Also das ist halt auch, du hast natürlich auch Winzer, die dann sagen,
- 2:04:13oh, jetzt müssen wir das jetzt mitmachen und dann sagen sie ja,
- 2:04:18gut, das fällt doch eh keinem auf, weil das ist doch Naturwein so.
- 2:04:22Also das ist halt auch, du hast natürlich auch, ich sag mal, diese ganzen Weinbars
- 2:04:26und so, dann hast du da Leute, die dann das Zeug auskippen,
- 2:04:29die da die Flaschen aufziehen, ja, die verstehen jetzt halt nicht,
- 2:04:32ist das jetzt, soll das so sein oder soll das nicht so sein?
- 2:04:35Weißt du, was ich meine?
- 2:04:36Und dann wird es ausgekippt, dann hast du die Gäste da sitzen
- 2:04:38und die sagen sich, das weiß ich nicht.
- 2:04:41Irgendwie schmeckt es, da ist es komisch und dann hast du sie versaut.
- 2:04:44Dann sind die durch mit dem Thema Naturwein.
- 2:04:46Weißt du, was ich meine?
- 2:04:47Dann sitzen die hier bei mir und sagen sich, oh, ich hatte schon mal Naturwein.
- 2:04:51Da war ich in unserer Hauptstadt und nee, danke, brauche ich nicht nochmal.
- 2:04:57Dann sage ich ja, ich verstehe das alles.
- 2:04:59Ich würde Ihnen dann trotzdem gerne nochmal den Wein einfach nur so einen kleinen Schluck zum Gericht
- 2:05:03und probieren Sie den mal, kriegen trotzdem von mir eine Alternative,
- 2:05:06wenn es nicht funktionieren sollte, ne?
- 2:05:08Naja, dann kriegst du es dann doch nochmal aus dieser Anti-Naturwein.
- 2:05:14Und man schafft es dann auch, also man schafft dann, genau, genau.
- 2:05:16Ja, genau.
- 2:05:17Und wenn man es dann entsprechend erklären, begründen kann, begleiten kann, dann ist es
- 2:05:20und wenn man es auch nicht so radikal sieht, wie du es gerade gesagt hast, in der Hauptstadt.
- 2:05:24Ja, ich will die Tipp ja.
- 2:05:27Aber es ist ja so, weißt du was ich meine?
- 2:05:29Ich will da ja auch nicht immer darauf umhacken, aber du hast halt immer,
- 2:05:33es ist alles immer so schnell und viel und unüberlegt manchmal.
- 2:05:37Weißt du, was ich mein, jeder will und dann hast du halt,
- 2:05:40ich will da auch keinem irgendwas vorwerfen,
- 2:05:42aber du hast natürlich dann da viel Welt mit Aushilfen gearbeitet und, und, und.
- 2:05:46Das sind natürlich dann auch keine Leute, die dann Ahnung von dem Ganzen haben
- 2:05:51und dann knallen die das Zeug raus und dann wird, ich meine,
- 2:05:55so eine Naturwein, die Flasche wird aufgemacht, dann steht die da manchmal,
- 2:06:00weil es nicht wie lange, weil die natürlich auch die Weinkarte, offene Weine, so und so viel.
- 2:06:05Hey, und dann ist der vielleicht auch schon drüber
- 2:06:09oder wie auch immer oder war auch schon drüber beim Aufmachen.
- 2:06:12Kann man auch mit Natur verargumentieren?
- 2:06:15Ja, das meine ich ja, weißt du, und dann heißt es nicht, der muss so sein.
- 2:06:18Nee, muss er nicht, beim besten Wehen. Ja, genau.
- 2:06:21Und dann ist die Nummer durch und dann heißt es alle Naturweine so ein Scheiße
- 2:06:24und das nervt mich dann auch, weißt du, das ist so unfair, das ist kacke, das macht man nicht.
- 2:06:29So, und natürlich diese ganzen Geschimpfdingen.
- 2:06:31So kennt man aber ganz oft irgendwelche Weinsachen mit irgendwelchen, also wie Bordeaux auch,
- 2:06:36wenn du den klassischen Reuil wie Chiant, die wir gerade, also mehr oder weniger Chiant in Glas haben,
- 2:06:40hat der natürlich ein Branding, aber das ist jetzt so eine ganz andere Richtung, finde ich,
- 2:06:44die auf der einen Seite schon ein bisschen moderner ist, die ein bisschen greifbarer,
- 2:06:47ein bisschen fruchtiger ist, auf der anderen Seite, finde ich, hat der Wein sehr viel Ebenen,
- 2:06:52sehr viele Geschmacksebenen, die total spannend sind und wo du so auch so ein bisschen dieses dreckige Därbe hast,
- 2:06:57aber im positiven Sinne, wo schon der zwangsche Wese mit einem hohen Anteil durchblitzt,
- 2:07:02aber eben auch noch Cabernet Merlomet drin ist, wo du ein bisschen Holzspiel drin hast,
- 2:07:06wo du eine Geschmackskomplexität, aber trotzdem finde ich zumindest ein Wein, den man versteht,
- 2:07:11also den sogar ich verstehe.
- 2:07:13Was heißt denn sogar ich?
- 2:07:16Das sollte eher spaßig sein, wenn ich manchmal auch so freaky und nördig bin,
- 2:07:22also an mich in die Weine so rein arbeite und die manchmal auch zu Verkopf sehe oder zu überemotional sehe.
- 2:07:28Das ist schön, das ist aber schön.
- 2:07:31Manchmal will ich auch einfach.
- 2:07:32Ja, aber das ist schön.
- 2:07:34Also, ich bin jetzt gerade sehr überrascht.
- 2:07:38Was ist positiv? Was hast du gesagt, Merlot ist noch mehr drin und?
- 2:07:45Cabernet Sauvignon Zwangsche Wese.
- 2:07:47Ah, Zwangsche Wese ja.
- 2:07:49Merlot 50% Cabernet und dann 70% Zwangsche Wese.
- 2:07:52Zwangsche Wese, ich spreche immer französisch aus.
- 2:07:54Ja, ich weiß.
- 2:07:55Zwangsche Wese.
- 2:07:56Ja, Zwangsche Wese, ja.
- 2:07:58Aber ich bin jetzt gerade überrascht.
- 2:08:01Du hast dieses leicht zimtig Vanillige, das passt.
- 2:08:11Er hat aber trotzdem, er hat so eine ganz leichte Eisenkirschenhote.
- 2:08:16Dieses Eisen, also weißt du, wenn du Nasenbluten hast.
- 2:08:19Krass, ja.
- 2:08:20Ja, stimmt, du hast recht.
- 2:08:22Und das hinten.
- 2:08:23Und das läuft hier runter und du schmeißt es dann, ja.
- 2:08:25Aber das ist geil, es wirkt so vital.
- 2:08:31Ist auch mal gefährlich, wenn ein Wein so isotonisch oder vital wird.
- 2:08:35Ich bin gerade sehr, ich habe eigentlich ihn sehr etwas fetter und schwerer erwartet, muss ich sagen.
- 2:08:43Es ist jetzt gerade sehr, aber das ist richtig krass von diesem Eisen.
- 2:08:58Es kommt aber, wenn du sagst, Melo, ich finde, ich krieg ganz stark durch, irgendwie.
- 2:09:08Einmal so ein, der macht so vorne einer Spitze, der Zunge macht er so einmal so plopp.
- 2:09:16Ich finde, die Kirsche gerade ganz krass.
- 2:09:22Durch den Zwangsche Wese, ja.
- 2:09:24Ich finde, auch so ganz präsent und aber so ein schwarzes Kirschfleisch.
- 2:09:28Genau, genau.
- 2:09:30Und das aber so richtig, als würdest du so von der Schale wegkratzen und dir die Nase stopfen.
- 2:09:35Ja, krass.
- 2:09:40Ganz toll.
- 2:09:46Auch nicht so anstrengend, aber trotzdem anspruchsvoll.
- 2:09:48Genau.
- 2:09:49Weil wie viel gerade hast du denn?
- 2:09:51Ich muss zu lügen, ich glaube, was habe ich denn hier?
- 2:09:56Ich hatte den, oh, was habe ich denn hier drinnen?
- 2:10:01Zwölf?
- 2:10:04Ich habe ihn auch relativ kühl, also ich habe ihn auch so bei 15 Grad ungefähr, finde ich auch schön.
- 2:10:09Der ist ohnehin nicht so alkoholastig, mit Reizen noch irgendwas,
- 2:10:12aber dadurch wirkt er noch frischer und lebendiger und die Tanine werden extrem gut reguliert.
- 2:10:17Obwohl zwölf ist ein bisschen, doch, ja, das ist vielleicht 14 sein.
- 2:10:28Weil ja, hier drinnen nicht, aber ich hatte ihn vorher im Dings,
- 2:10:36weil ich den einmal, ich hatte ihn nämlich mit der Technik zusammen
- 2:10:43und dann habe ich ihn einmal kurz kalt gestellt und war gut jetzt.
- 2:10:49Also ja, vielleicht ist er jetzt bei zwölf, ich mag das immer, ich finde das immer geiler,
- 2:10:54weil es ist ja das, was ich auch generell immer bei Rotwein im Restaurant selber,
- 2:11:02der Raum ist ja relativ warm, wir haben viele Kerzen
- 2:11:07und das ist immer, alles was du ja da an Rotwein aus schenkst, wird ja schnell warm.
- 2:11:14So, das heißt, ich habe es dann doch lieber immer ein bisschen kühler
- 2:11:17und weil wenn du es im Glas hast und diese Raumtemperatur,
- 2:11:24ich meine, wenn du es dann schon auf perfekter Temperatur hast,
- 2:11:27dann hast du ja im Glas irgendwann Glühwein, weißt du, was ich mein?
- 2:11:30Also da bin ich immer eher ein Freund oder generell,
- 2:11:34ich mag es einfach auch ein bisschen lieber, wenn der Rotwein ein bisschen kühler ist.
- 2:11:38Und ja, ich glaube, die Gäste finden das eigentlich auch mal ganz gut.
- 2:11:42Und wenn ich komme da einmal kurz aufs Eis oder so, ist dann auch in Ordnung.
- 2:11:46Wie wirst du noch inspiriert?
- 2:11:49Also mein, du bist ja jetzt eigentlich total overload, mehr oder weniger,
- 2:11:53weil selbstständig auf der einen Seite, mutti auf der anderen Seite
- 2:11:56und ich glaube, ihr fahrt nicht jede Woche in irgendwem Weinbaugebiet
- 2:11:59oder auf einem Weinmesser und findet da nur schöne Momente,
- 2:12:03sondern ist ja mehr oder weniger Alltag, aber trotzdem muss die,
- 2:12:06man ist ja gezwungen, manchmal immer wieder doch was Neues zu finden
- 2:12:10und zu sagen, okay, wir haben ja auch ein paar Stammgäste,
- 2:12:12ich muss auch noch was irgendwie überraschen.
- 2:12:14Wie schaffst du das?
- 2:12:16Also ich habe, ich sage mal, in den letzten zwei Jahren war ich viel unterwegs.
- 2:12:21Ich habe ganz viel Weingüter besucht.
- 2:12:25Ich war viel im Ausland, ganz viele tolle Sachen gesehen.
- 2:12:29Ja, also das war auch echt, ich glaube, ich fühlte jeden Monat irgendwo.
- 2:12:34Diese typischen drei Tage drin.
- 2:12:37Toll, dass du es einrichten kannst, super.
- 2:12:39Ja, es war schon, es war, ja, du weißt ja, wie das immer abläuft.
- 2:12:44Also das ist ja dann, du schläfst drei Stunden
- 2:12:47und du versachst ja dann abends immer noch mit der ganzen Gang,
- 2:12:52da bist du, das ist ja auch mal herrlich.
- 2:12:55Also das ist ja immer schön und macht immer viel Spaß
- 2:12:58und ist natürlich auch immer sehr viel Input.
- 2:13:01Und ja, das hat unheimlich viel gebracht natürlich.
- 2:13:05Ganz viele großartige Weingüter, neue Sachen kennengelernt
- 2:13:10und dementsprechend auch viel den Weinkeller gefüttert.
- 2:13:14Das war so die letzten zwei Jahre, zwei, drei Jahre.
- 2:13:21Dieses Jahr war ich jetzt noch gar nicht.
- 2:13:26Also ich habe viele Sachen dieses Jahr absagen müssen,
- 2:13:33weil ich einfach auch gesagt habe, personalbedingt, ich schaff das nicht.
- 2:13:37Ich konnte nicht weg, weil wir einfach hier einen großen Wechsel auch an Mitarbeiter hatten.
- 2:13:44Aber das ist so eigentlich immer das, was mein Input ist.
- 2:13:52Ich bereise eigentlich die Weinwelt und hole da meine Inspiration und mein...
- 2:14:02Inspiration.
- 2:14:03Ja, das ist so das, was ich liebe und was mir auch immer wieder so diese Kraft auch gibt.
- 2:14:11Also das finde ich mal ganz toll.
- 2:14:13Und ja, das ist wie gesagt sehr anstrengend, sehr viel, aber das ist das, was ja auch diese Weinwelt ausmacht.
- 2:14:24Sind das dann die singulären Weine, die du dort probierst und die dann für deine Karte aussuchst?
- 2:14:29Oder sagst du, ich probiere die trotzdem zu Hause im realen Leben nochmal nach
- 2:14:33und möchte dieses Urlaubsfeeling nicht haben, wo wir alle beeinflusst sind?
- 2:14:39Also es ist so, dass ich, nee, ich bin da schon, ich sage profigenug,
- 2:14:45dass ich vor Ort dann auch sage, das, ja, das, nein, das, ja, das, nein.
- 2:14:51Ich habe da meine Liste, ich check dann zu Hause immer nochmal, okay, ich gehe dann auch nochmal geschmacklich,
- 2:14:56meinen Raster da durch und gucke im Kopf, ja, ja, nein, nein, ja, ja, nein.
- 2:15:03Also, weil es ist ja natürlich, man ist schon ein bisschen von dem Ort dann auch geflasht.
- 2:15:10Das ist ja, ich meine, das ist ja alles immer wunderschön und die sind alle super lieb und so weiter und so fort.
- 2:15:15Aber ich versuche schon immer dann auch, mich da nicht zu sehr beeinflussen zu lassen und professionell durchzuprobieren.
- 2:15:25Brauche ich das jetzt oder fühle ich das einfach nur lecker?
- 2:15:28Also das ist halt, weil am Ende könntest du ja oftmals auch alles mitnehmen.
- 2:15:33Aber ich habe natürlich auch manchmal Sachen, wo ich sage, okay, das ist jetzt, das ist alles super schön, alles nett,
- 2:15:39aber der Weinstil an sich ist jetzt nicht meins. Also das habe ich auch so.
- 2:15:44Und das vermerke ich mir dann aber auch direkt und dann ist gut.
- 2:15:50Ja, aber klar, ich gehe dann hier zu Hause nochmal durch und check das dann nochmal, bevor ich da meine Bestellung durchgebe.
- 2:15:58Aber es kommt auch mal vor, dass ich direkt vor Ort eine Bestellung durchgebe.
- 2:16:02Manchmal sind es aber eben auch so die nachhaltigen Erinnerungen, dass man sagt, okay, vor zwei Jahren war man Bordon,
- 2:16:07da hatten wir bei dem Wein gut den Wein und das kommt dann irgendwann nach zwei Jahren erst,
- 2:16:12dass es sich dann entwickelt und man nicht sofort eine Kaufentscheidung trifft oder sich die Wein entscheidet.
- 2:16:17Na klar, das habe ich auch. Aber trotzdem geprägt ist, gab es ja mal ein Weinladen oder ein Weinbar oder irgendwas,
- 2:16:22was dich absolut beeindruckt hat, wo du gesagt hast, wow, so wie die Wein leben, das finde ich großartig beim Versacken mit der Klicke.
- 2:16:32Oh, das ist jetzt krass, sicherlich, da, also wir waren, oh Gott, ich, also einige, aber jetzt, dass ich jetzt genau eine sagen kann,
- 2:16:48weil ich finde halt, es gibt auf der ganzen Welt, ich hatte wirklich jetzt schon, ich durfte auf ganz vielen unterschiedlichen Orten dieser Welt schon sein
- 2:17:01und habe ganz viele tolle Konzepte kennenlernen dürfen und Menschen, die dahinter stecken.
- 2:17:07Und ja, da waren schon so einige, wo ich gesagt habe, boah krass, das ist schon echt durchdacht und cool gemacht.
- 2:17:17Aber ich kann jetzt, also Napa Valley zum Beispiel, da waren auch einige Sachen, wo ich da saß und dachte, oh krass, ey, wie das hier alles so funktioniert
- 2:17:33und wie die das machen und so einige Weinbars und so, das ist schon cool durchdacht und gemacht.
- 2:17:39Aber es sind natürlich so Konzepte, wo du da sagst, sehr gut, es funktioniert halt hier perfekt, weißt du, was ich mein?
- 2:17:46Das ist so, also du weißt halt auch, das funktioniert nur hier so.
- 2:17:52Oder auch Südafrika, dieses, was ich auch mega cool finde, also generell diese Weingüter, wo du da hinkommst und dann deine,
- 2:18:03dieses Snacks bekommst und dann kannst du dann dein Tasting und also weißt du dieses, also mal komplett weg von so einer Weinbar,
- 2:18:12sondern einfach nur diese Weingüter besuchen, du kannst dann, kannst dich hinsetzen und kannst diese so unkompliziert,
- 2:18:20was ja in Deutschland manchmal sehr kompliziert wirkt, dieses romantische, was ja immer alle haben, auch so von unseren Gästen,
- 2:18:29ja ja, dann kann man an die Mosel fahren und kann die Winzer abklappern, ja das ist nicht mal wie früher, die Winzer sind alle gestresst,
- 2:18:36die haben keinen Bock, die sind teilweise mitten in der Ernte oder in der Vorbereitung, wenn ihr da mit dem Fahrrad eure Radtour macht,
- 2:18:44das ist nicht mehr wie früher, so und das ist, ja weißt du, was ich meine, unsere Gäste, die haben da manchmal keine Vorstellungen,
- 2:18:50denken, die können da einfach anklopfen und sagen, wir würden jetzt gerne mal ihre Weine probieren, das ist ja gerade diese kleinen Winzer,
- 2:18:56das funktioniert aber nicht, die sind busy, das sind Bauern, weißt du, was ich meine, die haben zu tun und das ist halt manchmal schade,
- 2:19:08weil ich denke, man könnte das einfach viel geiler aufbauen, aber es kostet natürlich auch alles Geld
- 2:19:14und das ist natürlich in den Ländern alles besser durchdacht, wahrscheinlich auch aufgrund von anderen Geldern,
- 2:19:25dass du halt dann einfach dieses Weingut besuchen kannst, du kannst da hinfahren, dann hast du da deine Mitarbeiter, die dann halt so ein Flying vorbereiten,
- 2:19:34dann kannst du dich hinsetzen, kannst auf dem Weinberg gucken, hast dann dann einen kleinen Snacks, probierst das Flying durch und sagst,
- 2:19:39oh, der Wein hat mir besonders gut gefallen, also nehme ich da jetzt mal 12 Flaschen von mit oder bestell sie mir nach Hause,
- 2:19:44also weißt du, was ich mein, das ist halt, das finde ich ein geiles Konzept eigentlich und hast dann da die Studenten, die dann vielleicht die Weine mal kurz erklären
- 2:19:52und das ist etwas, was, glaube ich, hier in Deutschland mir so noch nicht direkt aufgefallen ist.
- 2:20:00Du hast das natürlich, du hast diese großen Weingüter, die das natürlich auch so anbieten, aber ich glaube, so kleine Weingüter würden da cooler zur Geltung kommen,
- 2:20:12aber es ist auch alles immer Zeit, Kosten und so weiter, die da halt, was ich auch alles verstehe.
- 2:20:18Das ist aber das, was ganz, ganz viele mehr oder weniger als zukunftsträchtig erachten.
- 2:20:22Aber für die Weinbranche, dass dieser Weintourismus ja halt gerade extrem im Napper, teilweise übertrieben wird, in Südafrika intensiv geliebt wird,
- 2:20:29teilweise in Italien natürlich perfekt praktiziert wird, dass der die Zukunft für Deutschland in Österreich sein könnte, wo es noch ein bisschen verkümmert ist.
- 2:20:37Das liegt natürlich auch an unserer Politik, also das ist natürlich, das muss unterstützt werden, das ist halt natürlich, das ist in den anderen Ländern glaube ich auch,
- 2:20:50die haben das gecheckt, dass diese Staaten dann davon auch leben, von diesem Tourismus, Südafrika, Kapstadt und Stelenbosch und so weiter, die leben davon.
- 2:21:03Ja, die Leute reisen da hin, die klappern diese Weingüter ab, die haben ihre Hotels, ihre Restaurants, alles da dran.
- 2:21:09Und das hat unser Land hier, hat es doch nicht gecheckt, dass wir auch eigentlich eine Menge zu bieten haben.
- 2:21:17Wir haben Weingüter, wir haben Restaurants, wir haben Hotels und wir können das alles aufbauen.
- 2:21:23Also wir haben auch Spots in diesem Land, in diesem Land, die man abklappern kann.
- 2:21:29Aber es ist natürlich ein, diese Unternehmen, diese kleinen Unternehmen können das nicht alleine stemmen, man braucht halt da auch so ein bisschen Unterstützung.
- 2:21:39Und das ist halt, es wird irgendwie falsch angepackt und ja, aber das ist jetzt viel zu viel ein Thema, das ist alles schon wieder zu kompliziert und zu wir und wo Fenckland wird.
- 2:21:49Wenn wir da weiter drüber nachdenken, dann machen wir uns die zweite Plasche auf oder die drinnen.
- 2:21:52Ja, genau. Aber weißt du, was ich mein, das ist halt, ja, ich glaube, und dann würde man wahrscheinlich auch viel mehr im Inland noch mehr Urlaub machen und das alles, ja, aber gut, okay.
- 2:22:08Wenn du, um nochmal auf den Punkt zurückzukommen, wenn du in so einem Laden bist, was fasziniert dich persönlich da am meisten?
- 2:22:14Ist es die Weinauswahl oder die Weine? Ist das Konzept, das durchdacht ist oder ist es möglichst natürlich ist?
- 2:22:19Oder ist es die Person, die dahinter steht und mit der Emotionalität das Ganze transportiert?
- 2:22:25Wenn ich jetzt auf dem Weingut bin, meinst du?
- 2:22:27Oder im Weinladen oder wie auch immer. Also wenn du Wein irgendwo in einer Einrichtung konsumierst oder der, die vorgestellt wird, ist es der Wein?
- 2:22:35Ist es das Surrounding oder ist es das Mentil?
- 2:22:39Also in den meisten Fällen, wenn ich irgendwo bin, ist es natürlich so, dass es ja dann meist von dem Winzer oder von der Person, die das da alles macht, ja, dann meist persönlich vorgestellt wird, weil es ist ja, ich kann ja meist nirgends mal irgendwo hingehen, ohne dass man, es ist ja meist schon immer irgendwie, man ist ja nicht an der Cover unterwegs.
- 2:23:08Weißt du, was ich meine? Es ist ja meist schon irgendwie, dass man irgendwie kennt oder man ist es dann schon mit Vorankündigen oder wie auch immer.
- 2:23:15Und deshalb ist es natürlich so, dass es schon immer alles ein bisschen anders ist, als wenn ich jetzt als normaler Kunde oder so da reingehen würde.
- 2:23:24Deshalb bin ich natürlich da, ich will jetzt nicht sagen, ich werde dich anders behandelt, aber ja, genau.
- 2:23:30Also deshalb bin ich ja eh immer...
- 2:23:31Doch, du wirst noch anders behandelt, also dir werden Sachen anders erklären, dir wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
- 2:23:35Genau, genau, ja.
- 2:23:36Du bist nicht nur, weil du potenzieller Kunde bist, sondern weil du einfach auch ein anderes Fachverständnis hast.
- 2:23:40Ja, genau.
- 2:23:41Dass du da andere Ansprache vielleicht auch verstehen kannst.
- 2:23:43Ist das schon so, glaube ich, dass du da anderes Treatment hast als jemand anderes, der einfach so da reinschneidet und sagt, mach mal zwei große Fertig-Plaue.
- 2:23:51Schon ein Shoppen, bitte.
- 2:23:54Genau, ja.
- 2:23:56Ja, also deshalb ist es halt immer, ich bin immer von einem Menschen, die irgendwas sich trauen, die etwas geschafft haben, die eine Passion haben und die, die damit ganz viel Leidenschaft und Herzblut hinter ihrer Idee stehen, bin ich beeindruckt.
- 2:24:19Und findet das einfach großartig und in den Weg gehen.
- 2:24:23Und ja, das fasziniert mich immer und das gibt mir persönlich auch immer wieder auch Kraft und ganz viel Motivation für das, was wir hier tun.
- 2:24:36Nicht, dass ich das sonst nicht habe, aber es ist immer wieder schön, wenn man auch woanders ist und dann andere Menschen sieht, die ja im Endeffekt das Gleiche tun wie wir.
- 2:24:48Und auch vielleicht Ängste und Sorgen haben und auch abends nach Hause gehen und sagen, oh Gott, Mensch, es ist ja, wir sitzen ja irgendwie alle immer im selben Boot.
- 2:24:58Wir haben Mitarbeiter, wir haben mit dem Staat zu tun, wir haben ein privates Leben und das ist halt etwas, was wir alle gemeinsam teilen.
- 2:25:08Und deshalb ist es dann irgendwie so schön, wenn man dann auch dann andere Menschen sieht, die dann ja genauso das dann auch mal zur Seite stecken und sagen, hey, aber das ist ja eigentlich das, was wir hier tun und wofür wir das tun.
- 2:25:28Und ich kann mir auch nichts anderes vorstellen, wenn man sich dann auch mal direkt austauscht und sagt, ja, das ist manchmal auch schwierig.
- 2:25:36Aber ich könnte mir nichts anderes vorstellen.
- 2:25:40Und du kannst es, glaube ich, nochmal ganz anders nicht nur wertschätzen, sondern auch anerkennen.
- 2:25:44Weil du ja deinen Laden von Grund auf an aufgebaut hast, auch weil du wahrscheinlich durch deinen Großvater, der aus einer richtigen Wurstsituation, das nochmal ganz anders gewährt, also leben musste, auch wenn du in dieser ersten Phase wahrscheinlich nicht kennengelernt hast.
- 2:25:59Sehr wahrscheinlich nicht kennengelernt hast, aber trotzdem eben auch aus den Geschichten heraus das nochmal anders definieren kannst und aus der Erzählung deiner Mama.
- 2:26:06Daher hast du nochmal eine andere Anerkennung wahrscheinlich dafür, wenn jemand etwas ganz Großartiges irgendwo geschaffen hat oder das einfach mit Herz macht und einfach mit Liebe macht und dahinter steht.
- 2:26:16Aber gibt es da Sachen noch für dich, wo du sagst, das ist mein Ziel, das würde ich gerne noch oder da sehe ich mich in 10, 20, 30 Jahren.
- 2:26:23Und jetzt losgelöst davon, dass es gerade ein bisschen schwierig ist oder die letzten 5 Jahre schwierig war, aber hast du Träume, Ziele, Wünsche?
- 2:26:31Ach, ich habe also mein Ziel oder meine Träume, das ist eigentlich Gesundheit ist eigentlich immer das, was ich sage, dass alle gesund und glücklich sind.
- 2:26:43Das ist immer das A und O, aber ansonsten, dass das hier weiter läuft und dass wir erst weiter machen können, wofür wir eigentlich jeden Tag aufstehen.
- 2:26:54Das ist das und alles andere, das kommt und ergibt sich immer von selbst, so wie es eigentlich mein ganzes Leben war.
- 2:27:03Ich habe nie großartig in großen Schritten geplant, also für mich war immer, ich hatte immer so kleine Ziele, aber ich habe immer, sage ich jetzt mal, von Tag zu Tag gelebt und habe dann gesagt, das ergibt sich immer alles.
- 2:27:19Das Schicksal löst es schon und so ist das jetzt eigentlich auch, also es kommt schon, wie es kommt und ich glaube, das ist immer wichtig.
- 2:27:29Man darf Träume und Ziele haben und sollte sie auch haben.
- 2:27:34Wir haben unseren Traum, den wir jetzt erfüllt haben und der sollte erhalten bleiben und das ist das, was wir eigentlich möchten und deshalb, unser Traum ist somit eigentlich erfüllt und er soll bleiben.
- 2:27:57Danke liebe Mona, ich muss sagen, du hast mich überrascht, dass du nicht nur deine Gedanken so geöffnet hast, dass du deine Lebendigkeit hast, um dich schlagen lassen,
- 2:28:07sondern dass du eben auch zum Nachdenken angeregt hast, dass du über die Situation der Gastronomie gesprochen hast, über eure Situation so offen gesprochen hast,
- 2:28:15aber eben nicht missmutig oder nicht völlig verzweifelt, sondern optimistisch nach vorne blicken, aber realistisch, das fand ich großartig.
- 2:28:23Das hat Spaß gemacht, es hat unglaublich Spaß gemacht, die zuzuhören und es war ein tolles Gespräch.
- 2:28:28Vielen lieben Dank, dass du unsere Gast warst und vielen lieben Dank, dass du mit deiner Art nicht nur Instagram, sondern auch unser tägliches Leben so wahnsinnig bereich warst.
- 2:28:35Es ist ein riesen Fall genügend, dich um uns zu haben.
- 2:28:38Und so komisch wie das klingt, kann man einfach nur sagen, bitte weiter so.
- 2:28:43Bitte weiter so mit dieser Lebensfreude, mit dieser Lebendigkeiten einfach, ja mit dir selbst.
- 2:28:49Vielen lieben Dank und ein ganz großes Dankeschön an die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segneskonsiownini, Schlumberger und den Privatkundenportal Bremer Weinkollekt.
- 2:28:59Dafür, dass sie dieses Projekt unterstützen, dass sie die Branche unterstützen, dass sie an die Zombies glauben.
- 2:29:05An die Mittler im Restaurant, ja auch an die Entertainer im Restaurant, die, die den Abend der Gäste eigentlich unvergleichbar werden lassen.
- 2:29:14Und das mittels Wein, das mittels eben auch ihrer Erfahrung.
- 2:29:18Und dass wir mit diesem Format die besonderen Menschen im Monat präsentieren dürfen.
- 2:29:24Und dank der Firma Schlumberger und der jeweiligen Folgen begleitenden Weingütern dürfen wir sagen, nach dem Freitag bis vor dem Freitag.
- 2:29:34Nach dem Podcast ist vor dem Podcast und nach Monashrada reisen wir nach Köln.
- 2:29:38Zu einem der renommiertesten, außergewöhnlichsten, interessantesten und spannendsten Gastronomen, die es eigentlich in Deutschland gibt.
- 2:29:46Ein Wall Franzose, der sich ganz bewusst und mit ganzem Herzen für Deutschland entschieden hat.
- 2:29:51Und die Domstadt von links auf rechts gekrimpelt hat.
- 2:29:54Ich freue mich sehr auf Monsignet.
- 2:30:09Ein warmes Hallo an alle Zuhörer, lieber Silvio.
- 2:30:13Heute zu einer Folge mit meiner engen Freundin, meiner Benussbegleiterin, Sommelier, ausgezeichnete Gastgeberin, Mona Schrada.
- 2:30:23Mein Name ist Burcu Liekenbrocker. Ich lebe und genieße im schönen Hannover.
- 2:30:28Im November 2015 habe ich Mona das erste Mal im Jante erfahren, erleben, ihr Zuhöhren dürfen.
- 2:30:35Ihre besondere Energie, ihre Persönlichkeit, Ausstrahlung habe ich als Gast umgehend erfasst.
- 2:30:41Viele, viele weitere Besuche im wunderbaren Jante folgten.
- 2:30:45Zudem dann auch gemeinsame Genussreisen zu den Sterneküchen dieser Welt, zahlreiche gesellige Abende am gemeinsamen Ästisch,
- 2:30:54sodass ich in nächsten Monaten nach nun zehn Jahren meine Freundin und Vertrauten nennen darf.
- 2:30:59Sie ist meine Seelenverwandte, aber auch diejenige, mit der ich in die Welt der Weine tiefer eintauchen konnte.
- 2:31:06Mutig vom Labeltrinker zum Geschmackstrinker transformieren mich Traute, erleben, Wertschätzung des Weines und sein Weg ins Glas sind ebenso wichtig,
- 2:31:15als auch Geselligkeit und Achtsamkeit für die Momente, die das Wein teilen und schenken.
- 2:31:21Mona gelingt es, ihre Gäste in ihren fein abgestimmten Wein reisen, kreativ, präzise, spritzig, wortgewandt abzuholen.
- 2:31:31Dabei ist sie manchmal frech und prätenziös.
- 2:31:34Sie schafft es, überraschende Aromen in Worten zu beschreiben, Welten zu erschaffen, mit bunten Bildern, Landschaften und Düfte im Glas einzufangen.
- 2:31:45Jeder, der neugierig ist, ist stets mehr als willkommen.
- 2:31:49Dies zeichnet sie ganz besonders aus.
- 2:31:53Ihre Weinsprache schöpft aus einem unendlich scheinenden Gedächtnis ein Geschmackserinnerung,
- 2:31:59die den Gerichten ihres Mannes Toni Hülfeld im Jante oftmals als E-Tüpfelchen aufsetzen und so die Seelen auf Teller und im Glas vereinen.
- 2:32:08Dies ist für mich einzigartig in der Spitzengastronomie.
- 2:32:13Dies passiert immer wieder bei jedem Biss und Schluck im Jante.
- 2:32:19Viel Spaß bei diesem Monabag.
- 2:32:44[Musik]