Latest / Hallo Gesundheit – Der Podcast der CSS / Emotionen unterdrücken #2 Gefühle verdrängen kann tödlich sein – mit Naëmi Huber
Transcript
- 0:00Speaker 0: Das zu wissen kann manchmal hilfreich sein.
- 0:02Speaker 0: Dass man weiss, es geht vorbei.
- 0:03Speaker 0: Und jetzt ist es schmerzhaft.
- 0:05Speaker 0: Und jetzt macht es mir Angst.
- 0:07Speaker 0: Aber ein Gefühl hat noch nie umgebracht.
- 0:10Speaker 0: hingegen gegen die Vermiedung von Gefühlen hat schon viele Leute umgebracht.
- 0:13Speaker 0: Weil dann eben auch so Sachen entstehen können, wie Sucht, dass man anfängt etwas zu konsumieren, wenn schmerzhaftige Gefühle da sind und diese Strategien zum Gefühl vermeiden sind.
- 0:23Speaker 0: Viel viel schädlicher und gefährlicher für uns als das Gefühl zu halten.
- 0:27Speaker 0: Und trotzdem machen das so viele Menschen.
- 0:29Speaker 1: Hallo und herzlich willkommen zu Hallo Gesundheit, ein Podcast der CSS.
- 0:34Speaker 1: Ich bin Manuel und ich hoste den Podcast im Wechsel mit Garla.
- 0:38Speaker 1: Einfach zum Klarstellen, ich bin keine medizinische Fachperson.
- 0:42Speaker 1: Aber als kleine Hypokonder interessiert ich sehr die Gesundheitsthemen.
- 0:46Speaker 1: Jeden Monat geht es um ein Thema aus zwei verschiedenen Perspektiven.
- 0:50Speaker 1: Einmal aus Fachsicht und einmal aus betroffenen Sicht.
- 0:53Speaker 1: Und das Beste am Ganzen ist, ich führe diese Gespräche immer an der frischen Luft auf einem Spaziergang.
- 0:59Speaker 1: Heute rede ich mit der Psychotherapeutin Naimi Huber über Emotionen.
- 1:04Speaker 0: Ich bin Naimi Huber.
- 1:05Speaker 0: Ich bin Psychotherapeutin und arbeite hier in einer Psychiotherapeutin.
- 1:09Speaker 1: In dieser Folge von Hallo Gesundheit erfährst du, was es für gesundheitliche Auswirkungen hat, wenn man die Emotionen unterdrückt und was du machen kannst, um deine Gefühle besser wahrzunehmen.
- 1:23Speaker 1: Heute spaziere ich hier zu Bern an der Ahre.
- 1:26Speaker 1: Es ist eiskalt, neben mir läuft Naimi Huber.
- 1:31Speaker 1: Man fragt immer so floskelhaft, wie geht es dir?
- 1:34Speaker 1: Was sind wirklich für Emotionen heute um bei dir?
- 1:39Speaker 0: Also ich freue mich auf unser Gespräch, weil ich finde das sehr ein spannendes Thema, das mich sehr interessiert und das ich sehr wichtig finde.
- 1:46Speaker 0: Und auf der anderen Seite bin ich auch ein bisschen nervös, weil ich mich nicht gewöhnt bin, so Intrusen zu geben und ich bin gespannt, wie es rauskommt.
- 1:54Speaker 1: Ich freue mich auch sehr aufs Gespräch.
- 1:57Speaker 1: Ich habe einen kleinen Ärger in mir, weil überall hat es Baustellen, die wir durchlaufen.
- 2:01Speaker 1: Ich
- 2:01Speaker 0: teile deinen Ärger.
- 2:02Speaker 1: Es ist langsam.
- 2:04Speaker 1: Ich bin ein bisschen ungeduldig.
- 2:06Speaker 1: Das ist, wenn man ausspaziert.
- 2:07Speaker 1: Das hat überall Geräusche.
- 2:09Speaker 1: Und meistens schaffen alle Leute genau an dem Ort, wo man spazieren will.
- 2:14Speaker 1: Aber ... Es ist auch schön, wir nehmen diese Gefühle wahr.
- 2:17Speaker 1: Mit
- 2:17Speaker 0: den Zahnen.
- 2:18Speaker 1: Mit den Zahnen.
- 2:19Speaker 0: Wir
- 2:19Speaker 1: heißen Sie willkommen.
- 2:21Speaker 0: Wir heißen
- 2:22Speaker 1: Sie willkommen.
- 2:22Speaker 1: Sehr gut.
- 2:23Speaker 1: Zu diesen Tipps kommen wir später noch mal.
- 2:25Speaker 1: Also wenn ihr irgendwelche Geklüschen gehört, das ist leider Baustellen an den Ahnen.
- 2:28Speaker 1: Ja, die gesehen ich schon wieder im Backen nicht vorne.
- 2:31Speaker 1: Wir versuchen jetzt zu handeln.
- 2:32Speaker 1: Eine kurze Frage noch, ist eigentlich Emotionen und Gefühle.
- 2:35Speaker 1: Ist das das Gleiche an sich?
- 2:36Speaker 1: Ich brauche das im Alltag Synonym.
- 2:38Speaker 1: Wie ist das bei euch in der Therapie?
- 2:40Speaker 0: Es gibt Fachpersonen, die dann Unterschied machen.
- 2:43Speaker 0: Es gibt wohl irgendwie so ganz kleine News, aber ich benutze es auch als Synonym.
- 2:46Speaker 0: Okay,
- 2:47Speaker 1: gut.
- 2:47Speaker 1: Dann machen wir das auch weiter so.
- 2:51Speaker 1: In der Gruppentherapie, die du in der Psychiatrie manchmal bist, steigst du immer mit einer recht spannenden Frage ein.
- 2:57Speaker 1: Du wirst mir das im Vorgespräch gesagt.
- 2:58Speaker 1: Was ist das für eine Frage?
- 3:00Speaker 0: Genau, ich frage die Patientinnen immer, wenn ihre Ingenieurinnen und Ingenieuren wären und der Mensch neu designen müsste, würde ihr ihm Gefühl einbauen, ja oder nein?
- 3:09Speaker 1: Das löst sicher eine direkte Diskussion aus.
- 3:12Speaker 1: Ja,
- 3:12Speaker 0: das sind kontroversen Diskussionen.
- 3:14Speaker 0: Spannend darauf finde ich, dass die meisten Leute kommen, ja, ob Psychiatrie, weil sie nicht mehr weiterkommen, allein in ihrem Leben.
- 3:21Speaker 0: Und psychische Störungen und Umgang mit Gefühl gehen häufig Hand in Hand.
- 3:25Speaker 0: Und deswegen ... sind das ja auch die Personen, die viel schmerzhafte oder schwierige oder keine Gefühle erleben, wenn sie besinnvoll wären.
- 3:34Speaker 0: Deshalb gibt es immer viele Leute, die sagen, ich sei auf keinen Fall.
- 3:37Speaker 0: Dann hätte ich eigentlich keine Probleme.
- 3:38Speaker 0: Einfach
- 3:38Speaker 1: gefühllos werden.
- 3:40Speaker 1: Ja, gefühllos
- 3:40Speaker 0: wie ein Roboter durch die Welt.
- 3:42Speaker 0: Viel sagen auch solche Sachen, die ich spannend für keinen Krieg mehr geben würde.
- 3:46Speaker 1: Ah, krass.
- 3:46Speaker 1: Dann
- 3:47Speaker 0: müssen wir schauen, dass es nicht zu philosophisch abdriftet.
- 3:49Speaker 0: Das ist ja spannend, aber um das geht es dann nicht.
- 3:53Speaker 0: Genau, dann arbeiten wir weit zusammen, was ist die Funktion von Gefühl und wieso machen sie uns aus und wieso ist es so wichtig zum Gefühl zu haben in unserem Alltag.
- 4:02Speaker 1: Und dann können wir meistens alle auf der gemeinsamen Änderung, dass es doch auch gut ist, zum Gefühl zu haben?
- 4:08Speaker 0: Ja, also meine Erfahrung ist, dass die meisten an einem Punkt kommen, wo sie sagen, ich finde es zwar nicht immer lässig und angenehm, aber ich verstehe jetzt, warum es eben doch wichtig ist.
- 4:19Speaker 1: Warum ist es doch wichtig?
- 4:21Speaker 0: Erstens mal ... dass es uns um Leben wie bedeutend ist und es erst lebt.
- 4:26Speaker 0: Ich glaube, wenn wir gar keine Gefühle empfinden würden, wäre uns alles egal.
- 4:30Speaker 0: Wir würden auch keine Freude empfinden.
- 4:32Speaker 0: Und viele Leute würden sagen, dann ist das Leben gar nicht im Lebenswert.
- 4:36Speaker 1: Was ist denn ursprünglich die Funktion von Gefühlen?
- 4:38Speaker 1: Wenn es jetzt vielleicht auch so evolutionär angeht, warum haben wir Menschen Gefühle?
- 4:43Speaker 0: Ich glaube, wenn wir keine Gefühle hätten, wären wir schon lange ausgestorben.
- 4:46Speaker 0: weil Gefühlsinn so ein sehr schnelles, automatisch ablaufendes System, das viel, viel schneller greift als ... unseres analytischen Denken.
- 4:54Speaker 0: Das heisst, wenn du jetzt ein Säbelzatzatiger vor dir wirst sehen und das erste Mal musstest du überlegen, das ist es dir, das habt ihr gefunden.
- 5:02Speaker 0: Es hat vielleicht ein gestreiftes Fell.
- 5:03Speaker 0: Oh, die Zähne sind noch relativ spitzig aus.
- 5:06Speaker 0: Du bist ja schon zu Hackfleisch vermaut worden.
- 5:09Speaker 0: Hingegen, wenn dir die Angst einfach einschießt und dein Körper darauf vorbereitet, zu kämpfen oder zu flüchten, in diesem Fall vielleicht besser flüchten, dein Herz schlatschnall, der Blutdruck steigt, deine Pupille verkleinert sich damit weniger Licht in deine Augen kommt, damit und du wirst schon besser sehen.
- 5:24Speaker 0: Und wenn du einen starken Impuls hast, vorzurechnen, ist deine Überlebenschasse viel, viel höher.
- 5:30Speaker 0: Darum würde ich sagen, wir wären alle tot, wenn wir keine Gefühle hätten.
- 5:33Speaker 1: Und das ist auch das, was in der Gruppentherapie rauskommt.
- 5:37Speaker 1: Okay, Angst ist auch ein unangenehmes Gefühl, aber auch ein wichtiges Gefühl.
- 5:42Speaker 0: Genau, in diesem Fall kann man auch sagen, überlebensnotwendig, weil in der drinnen steckt die Information.
- 5:49Speaker 0: Achtung, du bist in Gefahr und sie löst ... Sie organisiert uns so, dass wir eine starke Verhaltenstendenz haben, unsere Sicherheit zu bringen.
- 5:58Speaker 0: Sie löst wie aus, dass wir uns auf eine gewisse Art und Weise wollen verhalten.
- 6:04Speaker 0: Man kann die Verhaltenstendenz auch unterdrücken.
- 6:08Speaker 0: Aber sie ploppt sofort und schnell auf.
- 6:10Speaker 1: Das wäre eine angemessene Reaktion, wenn ein Säbelzartiger auftauchte, dann gibt es das nicht.
- 6:15Speaker 1: Aber dann gibt es auch Angst, Ohne angemessen ist, wo Angst auferkommt, um euch gar nicht Angst zu haben.
- 6:23Speaker 1: Genau.
- 6:23Speaker 1: Das ist die andere Seite.
- 6:25Speaker 0: Genau, deswegen unterscheiden wir uns zwischen Adeptive und Maladaptive.
- 6:32Speaker 0: Angemässene Gefühle.
- 6:33Speaker 0: Ja, ich würde sagen, nicht angemässene Gefühle.
- 6:35Speaker 0: Das ist ein doofes Wort, aber es meint eigentlich, ist es jetzt gerade hilfreich, in dieser Situation Angst zu empfinden?
- 6:41Speaker 0: Oder hat es vielleicht eher mit Muster oder Erfahrungen zu tun, die ich in der Vergangenheit erlebt habe?
- 6:46Speaker 1: Wir sind wirklich, wir wären verfolgt von verschiedenen, von all der Variationen Kulturen.
- 6:51Speaker 1: Das ist jetzt ein Laubbläser.
- 6:54Speaker 1: Zwar elektrische immerhin, aber auch der ist nervig.
- 6:57Speaker 1: Also wenn ich jetzt ... Ich würde jetzt gerne die Podcastaufnahme machen.
- 7:02Speaker 1: Ich würde auch gerne, dass das Gespräch vorwärts geht, dass es fließt.
- 7:07Speaker 1: Was würdest du mir jetzt raten, in diesem Moment mit meinen Gefühlen zu machen von Ärgerl?
- 7:11Speaker 0: Es gibt eigentlich so zwei Fragen, die ich hilfreich finde in dieser Situation.
- 7:15Speaker 0: Das erste Mal ist das Gefühl angemessen.
- 7:18Speaker 0: Also passt dazu die Situation.
- 7:21Speaker 1: Äh ja.
- 7:21Speaker 1: Würden andere
- 7:22Speaker 0: Personen auch Ärger empfinde in dieser Situation.
- 7:24Speaker 0: Würde ich auch sagen, ja, weil es nervt einfach.
- 7:26Speaker 0: Und dann kann man sich noch überlegen, ist die Quantität, also die Ausbrechung des Gefühls passend.
- 7:34Speaker 0: Also bist du so hässig, dass du jetzt... Jetzt demolieren in deiner Umgebung.
- 7:39Speaker 0: Oder bist du so hässig, dass du, wie du gesagt hast, euch begnärft, ein paar Mal auf die Tour rennen und dann auch wieder das Gefühl lassen.
- 7:45Speaker 1: Ja, genau.
- 7:46Speaker 1: Also wenn
- 7:46Speaker 0: es zu intensiv wäre, würde ich sagen, ist es hilfreich, um es ein bisschen zu regulieren.
- 7:50Speaker 0: Ja.
- 7:50Speaker 1: Weil einfach rauslassen von Gefühlen ist ja nicht immer hilfreich.
- 7:54Speaker 1: Also wenn ich jetzt hier stempfele und sagen, scheisse Podcastaufnahmen, ich höre jetzt auf, ich gehe jetzt heim, alles ist scheisse, das werden dann völlig übertrieben.
- 8:03Speaker 0: Es hat einfach negative Konsequenzen wahrscheinlich für dein Leben, weil wenn das sich wiederholt, du wirst wahrscheinlich dann entlassen werden.
- 8:09Speaker 0: Du musst noch einen Job suchen.
- 8:10Speaker 1: Okay, gut.
- 8:11Speaker 1: Wieso finden Menschen Gefühle unterdrücken?
- 8:14Speaker 1: Also ich nehme auch das Foto dann schon in der Kindheit an, dass man das irgendwie auf eine Art lehrt, das Gefühl etwas ... Gefährlich sind, oder?
- 8:22Speaker 0: Es ist ganz unterschiedlich und es ist sehr wichtig, zu herausfinden, wieso es bei einer bestimmten Person dazu gekommen ist.
- 8:28Speaker 0: Das kann es zum Beispiel sein, dass es sehr negativ ist.
- 8:31Speaker 0: bewertet worden ist.
- 8:32Speaker 0: Zum Beispiel, wenn man brüht das Kind, dass jemand sagt, du bist vielleicht noch etwas zu klein für das.
- 8:38Speaker 1: Also, wenn man zum Beispiel einen Film schaut oder so.
- 8:40Speaker 1: Genau,
- 8:41Speaker 0: zum Beispiel, wenn du als Kind einen Film schaust und du brühlst und eine erwachsene Person kommt dazu und sagt, vielleicht bist du noch etwas zu klein für den Film, wenn dich das so traurig macht.
- 8:50Speaker 0: Das ist vielleicht nicht böse gemeint, aber da drin steckt ein bisschen Botschaft, dein Gefühl ist nicht richtig oder du bist falsch oder es ist jetzt nicht gut traurig zu sein.
- 8:58Speaker 0: Durch so emotionale Invalidierungen kann man nachher die Botschaft mitnehmen.
- 9:03Speaker 0: Es ist nicht okay, meine Gefühle zu zeigen oder ich bin nicht richtig, so wie ich bin.
- 9:08Speaker 1: Es ist mega spannend, ich bin gerade letzte Wochenende mit der Tochter von meinem Mitbewohner, die fünf Jahre in ein Theater gegangen ist und sie hat mega Angst bekommen im Räuberhotzenplatz.
- 9:17Speaker 1: Würdest du dann sagen, sie hat irgendwann gesagt, ich habe mega Angst, ich würde gerne rausgehen.
- 9:21Speaker 1: Würdest du dann sagen, wenn man dann würde sagen, ich komme jetzt, bleiben wir doch drin, das ist doch nicht so schlimm, das ist doch nicht so böse, dass das genau so invalidierend wäre.
- 9:30Speaker 0: Ich finde schon, dass es ein bisschen invalidierend ist, weil du sagst, deine Angst ist unangemessen.
- 9:37Speaker 0: Ich glaube, ich würde das so etwas verstehen, als du übertreibst.
- 9:42Speaker 0: Ich nehme dich nicht ganz ernst.
- 9:43Speaker 0: Ich finde, wenn ein Kind kann sagen, ich habe Angst, dann ist es gut, um aufs Bedürfnis einzugehen und zu sagen, hey, wir können rausgehen, ich bin da, es ist okay, dass du Angst hast.
- 9:52Speaker 0: Und das Ernst zu nehmen, das würde man ja bei einer erwachsenden Person im Idealfall auch machen.
- 9:56Speaker 1: Ich habe dann zuerst gesagt, vielleicht machst du mal die Ohren und Augen zu.
- 9:59Speaker 1: Und nachdem es nicht ging, ging sie mir dann raus.
- 10:01Speaker 0: Es hat mich so interessiert, dass ich nicht mehr in den Gefühlen drin bin.
- 10:04Speaker 0: Ja, ich habe
- 10:04Speaker 1: nicht mehr in den Gefühlen drin.
- 10:05Speaker 1: Ich kann mir nicht mehr in den Gefühlen auf den Platz weiter schauen.
- 10:07Speaker 1: Ich habe es rechtzeitig so, dass es jetzt ankommt.
- 10:08Speaker 1: Also
- 10:08Speaker 0: hast du dich für dich über Ihres Stil?
- 10:09Speaker 1: Ja, genau, nein.
- 10:10Speaker 1: Ich habe es nachher dann schon erkennt, dass ich wieder rausgehe.
- 10:16Speaker 1: Was gibt es noch für andere Gründe, warum dann Menschen das für die Gefühle von unterdrücken?
- 10:21Speaker 1: Man hat gesagt, dass das so ... die Mechanismen in der Kindheit vielleicht das Ding sein können.
- 10:26Speaker 0: Genau, und es gibt einfach ganz viele soziale Erwartungen.
- 10:29Speaker 0: Wir sind alle gesellschaftlich prägt.
- 10:30Speaker 0: Die Häufige wird gesagt, Männer sollen nicht brüllen, es ist schwach zu brüllen oder früher noch mehr, aber heute auch immer noch kommen weiblich sozialisierte Personen Drückmeldung über, du solltest nicht hässig sein, es gehört sich nicht für ein Mädchen, laut zu werden.
- 10:44Speaker 0: Und das sind auch so Botschaften, die nachher Leute anfangen, diese Gefühle einfach nicht mehr zu zeigen.
- 10:51Speaker 0: Ich würde sagen, es gibt so ein paar Tendenzen, aber das hat die mega feste Suche mit der Sozialisierung.
- 10:56Speaker 0: Und nicht, dass sich das männliche Hirn unterscheidet vom weiblichen Hirn.
- 11:01Speaker 0: Es gibt ganz wenig geschlechtsunterschied in der Kognitionspsychologie und in der Neuropsychologie.
- 11:08Speaker 0: Was eigentlich viel ausschlaggebender ist, sind unsere Lernerfahrungen.
- 11:11Speaker 0: Und die sind natürlich nie loszulösen von den gesellschaftlichen Bedingungen, die in diesen Wörtern erwachsen
- 11:16Speaker 1: sind.
- 11:16Speaker 1: Also, dass Mädchen anders gezogen werden, z.B.
- 11:20Speaker 1: als Ueben.
- 11:21Speaker 1: Genau,
- 11:21Speaker 0: früher noch viel mehr, aber heute
- 11:23Speaker 1: immer noch.
- 11:24Speaker 1: Was hat das für eine Person verfolgen, wenn man Gefühle unterdrückt?
- 11:28Speaker 1: Ich stelle mir vor, ein Kopf wie Verspannung, Schlafprobleme sind die Sachen, die wir gerade in den Sinn kommen, wenn man Stress hat und das einfach so abendrückt.
- 11:37Speaker 1: Was beobachtest du für Folgen in der Psychotherapie?
- 11:40Speaker 0: Du hast jetzt schon viel ... typische Auffälligkeiten genannt.
- 11:44Speaker 0: Das kann auf körperliche, diffuse Schmerzen sein oder auch Kopf und Buch.
- 11:49Speaker 0: Das ist übrigens auch etwas, was bei Kindhäufig auffällt, dass sie nicht so sagen können, es geht mir schlecht, sondern dann haben sie in der Kopf und der Buch weg.
- 11:58Speaker 0: Das ist immer wachsende Alter eigentlich.
- 12:00Speaker 0: Ja, kann das immer noch so sein.
- 12:02Speaker 0: Es kann auch sein, dass man nicht gut schlafen kann.
- 12:06Speaker 0: Oder auf der emotionalen Ebene auch, dass du ... dich gereizt fühlst, dass du nicht weisst, wieso du irgendwie deprimiert bist, dass du vielleicht gar nichts mehr fühlst oder einfach so eine diffuse Anspannung, die du nicht kannst zuordnen.
- 12:19Speaker 1: Ich habe in einer Podcast-Episode über Burnout gesprochen und dort hat der Patient sogar seine Beine nicht mehr gespürt und hat irgendwie fast nicht mehr laufen können und hat so ein Kribbel in den Arm gehabt und so.
- 12:32Speaker 1: Und das ist schon noch heftig, dass es dann so die unterdrückten Gefühle oder so der Stress wirklich auch an so ... so krasse körperliche Symptome führen, wo man denkt, das kann niemals nur mit den Psychen zusammenhängen.
- 12:45Speaker 0: Ja, das ist faszinierend, aber ich glaube, man kann wirklich den Psychen und den Körper einfach nicht trennen.
- 12:50Speaker 0: Und wenn der Zugang zu den Eigenschaften so verschüttet ist, dass man da gar nicht herkommt, dann findet die Empfindungen einen anderen Weg, sich zu zeigen.
- 13:00Speaker 0: und das kann auch über den Körper sein und das kann wirklich ... Wie du sagst, eine krasse Ausmasse annehmen, wo man denkt, das kann wirklich nicht sein, das muss nicht körperlich sein.
- 13:08Speaker 0: Aber es hängt so nahe zusammen.
- 13:10Speaker 0: Das kann man gar nicht trennen, das Besuch unter den Körper.
- 13:13Speaker 0: Weil ich auch viel Hormon und Neurotransmitter, also die Botenstoffe im Hirn, die wirken nicht nur im Hirn, sondern auch im Körper.
- 13:20Speaker 0: Das kennen auch viele Leute, wenn sie gestresst sind, dass das einen Einfluss auf Verdauung
- 13:26Speaker 1: hat.
- 13:26Speaker 1: dass man dann schlechter verdaut und durchfallen hat?
- 13:30Speaker 1: Zum
- 13:30Speaker 0: Beispiel, dass man einen Bauch mehr hat.
- 13:32Speaker 0: Das ist auch etwas ganz Häufiges.
- 13:34Speaker 0: Man kann es wirklich nicht auseinandernehmen.
- 13:36Speaker 1: Es ist sehr absurd, dass man den Gefühl so wenig Bedeutung beimisst, dass man zuerst nicht ernst nimmt.
- 13:44Speaker 1: Und dann, wenn der Körper reagiert, sagt man, das könnte sicher ein Gefühl sein.
- 13:48Speaker 1: Das ist auch der Körper.
- 13:49Speaker 1: Wie erwachtest du das in der Therapie?
- 13:51Speaker 1: Ja,
- 13:51Speaker 0: für einen Fall.
- 13:52Speaker 0: Es gibt ja auch immer noch eine grosse Stigmatisierung gegenüber psychischen Störungen und psychischen Problemen oder eben auch Gefühle.
- 13:58Speaker 0: Die werden, glaube ich, in unserer ganzen Gesellschaft viel weniger ernst genommen, als wenn es körperlich ist, dann nicht mehr ernst.
- 14:05Speaker 0: Bis zu einem gewissen Grad ist das ja auch nachvollziehbar, weil was machen wir in der Psychotherapie und der Psychiatrie?
- 14:10Speaker 0: Man sieht ja nicht, was wir machen.
- 14:11Speaker 0: Du hast nicht einfach einen Beinbrauch, der offen liegt, wo man wieder zusammenfliegt und dann wachst du wieder zusammen, sondern wir arbeiten ja wie mit Konstrukte, die man nicht sieht und die auch abstrakt sind.
- 14:21Speaker 0: Und ich gebe für viele Menschen, die nicht selber irgendwie schon Kontakt gehabt haben mit diesem Gebiet, es ist auch schwierig, sich vorzustellen, was heisst es dann, nicht mehr aufzustehen, weil man so depressiv ist.
- 14:32Speaker 0: Wie kann das überhaupt sein?
- 14:33Speaker 0: Ah, komm, rieße dich doch zusammen, es geht schon.
- 14:36Speaker 0: Ja, nein, manchmal geht es halt nicht mehr.
- 14:38Speaker 1: Jetzt hättest du gerade zwei Frauen gehabt, die in den Ahren baden.
- 14:41Speaker 1: Oh mein Gott, es ist einfach zu kalt.
- 14:44Speaker 1: Es ist wahrscheinlich fünf Grad in den Ahren.
- 14:46Speaker 1: Ist das auch so, ist das etwas, das man sich wieder spüren kann, zum Beispiel?
- 14:50Speaker 1: Nein, zum Beispiel Gakko.
- 14:53Speaker 1: Eispaden?
- 14:54Speaker 1: Ist das so etwas, was du empfehlen würdest?
- 14:56Speaker 0: Ich habe auch privat sehr wenige Erfahrungen, aber wenn dir das hilft, tue
- 15:01Speaker 1: es.
- 15:01Speaker 1: So um sich nachher wieder zu spüren oder eben nicht zu spüren.
- 15:04Speaker 1: Vielleicht ist es auch die andere Richtung.
- 15:05Speaker 1: Was
- 15:06Speaker 0: es sicher kann, ist Stress reduzieren durch die starke Kälte, dass man den Stress im Körper senken kann.
- 15:14Speaker 0: Aber ich bin da nicht eingelassen in die Forschungsliteratur dazu.
- 15:16Speaker 1: Wir haben sogar mal zu Biohacking-Episoden gehabt, wo es auch etwas um das ging, um das Eispaden.
- 15:23Speaker 1: Aber das ist ja auch etwas umstritten, was da genau jetzt stimmt und was nicht.
- 15:29Speaker 1: Was kann man dann, sagen wir, jetzt mal sehr niederschwellig machen, wenn man zu Hause ist und merkt, ich merke da irgendwie, dass ich etwas unterdrücke?
- 15:40Speaker 1: Was kann man dann konkret machen?
- 15:42Speaker 0: Ich glaube, tenenzial ist das etwas, das man wirklich lernen kann.
- 15:45Speaker 0: Und es ist schon hilfreich, sich vielleicht ein paar Mal am Tag zu fragen.
- 15:48Speaker 0: Was fühle ich eigentlich jetzt gerade im Moment?
- 15:51Speaker 0: Und da ist meistens der Körper und die körperliche Empfindung recht so ein hilfreiches Eingangstort, um einfach weiter den Körper einmal durch zu scannen und nicht zu analysieren, aber einfach zu beobachten und zu sagen, was ist eigentlich gerade da und wie kann ich das verstehen, wie kann ich das einordnen?
- 16:07Speaker 0: Meistens zeigen ja, also die Gefühle gehen ja wie ein Herr mit so körperlichen Empfindungen.
- 16:13Speaker 0: Zum Beispiel kann es sein, wenn man Angst hat, dass sich der Hals zuschnürt, dass das Herz schnell erschlägt, dass man Heisse bekommt, dass man schwitzt, dass sich der Blick irgendwie verengt.
- 16:24Speaker 0: Also das Thema der Achtsamkeit ist ja auch in aller Munde und vielleicht auch ein bisschen überstrapaziert, aber was eigentlich drinsteckt in diesem Begriff, ist ja, dass wir versuchen, unsere eigenen Empfindungen zu beobachten, ohne sie zu werten.
- 16:38Speaker 0: Das ist schon eine sehr hilfreiche Fähigkeit, die man in der Therapie eine grosse Rolle spielt.
- 16:45Speaker 0: Immer wieder in sich zu schauen, was ich gerade im Körper spüre.
- 16:50Speaker 0: Das zu beschreiben, ohne zu sagen, oh nein, das ist schlecht, jetzt fühlen wir mich wieder traurig an.
- 16:55Speaker 0: Scheit, jetzt bin ich schon wieder hässig in die Sötte, nicht zu sagen, okay, ich bin gerade hässig.
- 16:59Speaker 0: Und das Gefühl versuchen anzunehmen, ohne zu werten.
- 17:01Speaker 0: Es ist immer sehr einfach gesagt in der Theorie und schwierig umzusetzen in der Praxis, aber es ist wirklich eine sehr zentrale Fähigkeit, die sich lohnt.
- 17:09Speaker 0: Ja, vielleicht den eigenen Gefühlen ein bisschen gleichgültiger gegenüberzustellen, im Sinne von sie nicht zu werten, aber sie ernst zu nehmen.
- 17:16Speaker 0: Was ich dort auch sehr hilfreich erlebe, mache ich häufig in der Therapie, dass wir den Emotionswortschatz sehr schnell vergrößern.
- 17:23Speaker 0: Es gibt auch Studien, die zeigen, dass wenn es dir gelingt, das Gefühl zu benennen, dass es automatisch schon ein bisschen weniger intensiv ist.
- 17:30Speaker 0: Zum Beispiel hat man verschiedene Versuchspersonen in Scanner hineingeleitet, also in Emery und hat ihnen Bilder gezeigt, die beängstigend sind und hat dann gezeigt, dass die Furcht ... Zentren im Hirn, am Mückdalen.
- 17:46Speaker 0: Dass die weniger aktiv sind, wenn sie sagen können, dass ich gerade Angst habe.
- 17:52Speaker 0: Das heisst, die Angst nimmt ein bisschen ab, wenn die Emotionen benannt werden.
- 17:56Speaker 0: Deshalb ist es hilfreich, zu benennen, was hier ist und dass sie das differenzieren können, weil das mit einer besseren Emotionsregulation hergeht.
- 18:06Speaker 1: Es ist mega spannend, ich habe noch mit Lukas geredet, der auch erzählt hat, wie er festste Emotionen unterdrückt hat.
- 18:11Speaker 1: Und er tut jetzt sehr viele Schreiben darüber.
- 18:13Speaker 1: Er schlippt zum Beispiel das Lammtext darüber.
- 18:16Speaker 1: Und er sagt, für ihn ist das so, wie es auch so ausserfließt.
- 18:19Speaker 0: Ja, das glaube ich.
- 18:20Speaker 0: Das ist mega unterschiedlich, der einen hilft zu schreiben.
- 18:23Speaker 0: Dann kann man sich zum Beispiel auch vornehmen.
- 18:25Speaker 0: Ich packe jetzt mal fünf Minuten hin und setze den Stift an, schreibe wirklich ohne Punkt und komme.
- 18:30Speaker 1: Das darf alles rauskommen.
- 18:32Speaker 1: Das darf
- 18:32Speaker 0: alles rauskommen.
- 18:33Speaker 0: Zum Beispiel schauen, was ist gerade um... Andere Leute helfen Musik.
- 18:37Speaker 0: Wenn man so etwas Mühe hat, in die Emotionen zu kommen, kann es auch hilfreich sein, traurige Musik zu lassen.
- 18:42Speaker 0: Wenn
- 18:42Speaker 1: es einem
- 18:45Speaker 0: schlecht geht, sagt man nicht auch, traurige Musik zu lassen.
- 18:48Speaker 0: Aber manchmal kann es auch helfen, das Gefühl zu haben und zu halten und mit dem Gefühl zu sein, bis es sich automatisch wieder wegräguliert.
- 18:56Speaker 0: Es ist auch etwas ganz Wichtiges, das viele Menschen Angst vor haben, ein Gefühl zu fühlen.
- 19:03Speaker 0: Aus der Befürchtung, dass es dann nie mehr weggeht.
- 19:06Speaker 0: Aber die Gefühle sind ja Aktivierungen in mich hier rein, mit chemischen Signalen, die am Körper geschickt werden.
- 19:13Speaker 0: Und die regulieren sich automatisch wieder weg.
- 19:16Speaker 1: Ist das, was die Angst die Leute haben, dass es eigentlich sehr lange bleibt und dass man immer traurig wird, zum Beispiel?
- 19:22Speaker 0: Es gibt häufig, dass Menschen Angst haben, die Kontrolle zu verlieren.
- 19:26Speaker 0: Also wenn ich ... z.B.
- 19:28Speaker 0: einen Schmerz wie zuzulahnen, dass er mich überwältigt, dass ich nichts mehr machen kann, dass er für immer hier ist, dass ich Kontrolle verliere, dass ich nicht mehr funktionsfähig ist, dass ich nicht mehr aufstehe.
- 19:38Speaker 0: Und das sind meistens Annahmen, die in der Realität nicht zutreffen, weil die Gefühle im Hirn nicht anders funktionieren.
- 19:47Speaker 0: Das sind eigentlich wie Erregungsmuster, das sind Netzwerke, die im Hirn aktiviert werden, die sich aber auch selber wieder wegregulieren.
- 19:58Speaker 0: Zum Beispiel eine Panikattacken, das ist etwas super Unangenehmes, die Menschen innerhalb einer halben Stunde extrem starke Panik und Angst erleben.
- 20:07Speaker 0: Das Gefühl, sie sterben, das Gefühl, sie haben einen Herzinfarkt, das ist etwas grauer, volles zu erleben.
- 20:12Speaker 0: Aber rein biologisch, rein körperlich, kann das nicht länger als eine halbe Stunde gehen, weil der Körper das gar nicht schafft.
- 20:18Speaker 0: Und das zu wissen, kann manchmal hilfreich sein.
- 20:21Speaker 0: dass man weiss, es geht vorbei.
- 20:22Speaker 0: Und jetzt
- 20:23Speaker 1: ist es
- 20:23Speaker 0: schmerzhaft.
- 20:24Speaker 0: Und jetzt macht es mir Angst.
- 20:26Speaker 0: Aber ein Gefühl hat noch nie jemanden umgebracht, hingegen gegen die Vermiedung von Gefühlen.
- 20:30Speaker 0: Es hat schon viele Leute umgebracht, weil dann eben auch so Sachen entstehen können, wie das Sücht, dass man anfängt, etwas zu konsumieren, wenn es schmerzhaftige Gefühle sind.
- 20:40Speaker 0: Meistens sind diese schädlichen Coping-Mechanismen, also diese schädlichen Strategien.
- 20:46Speaker 0: Zum Gefühl für mich sind viel viel schädlicher und gefährlicher für uns, als einfach das Gefühl zu halten und trotzdem machen das so viele Menschen.
- 20:53Speaker 1: Was gibt es sonst noch für Sachen, die man machen kann, zum Gefühl wahrnehmen, bewusst?
- 21:00Speaker 0: Vielleicht ist es auch spannend, um sich gewisse Fragen zu stellen.
- 21:04Speaker 0: Wie geht es mir, wenn mich jemand fragt, wie es mir geht?
- 21:06Speaker 0: Also stresst mich das?
- 21:07Speaker 0: Oder wie ist das für mich?
- 21:08Speaker 0: Oder wie reagiere ich, wenn ich brühe?
- 21:12Speaker 0: Kann ich mir das selber wie erlauben?
- 21:13Speaker 0: Oder was für Gedanken gehen wir dann durch den Kopf?
- 21:15Speaker 0: Habe ich das Gefühl, oh nein?
- 21:17Speaker 0: Hoffentlich sieht es nicht mehr.
- 21:18Speaker 0: Oder ich bin so eine Drama Queen, jetzt berühmst du mich, das ist doch gar nicht so schlimm.
- 21:22Speaker 0: Vielleicht sind es wichtige Hinweise darauf, um herauszufinden, was für Bereitungen vielleicht uns auch schwermacht.
- 21:29Speaker 0: Mit dem Gefühl, in Kontakt zu treten, dass es hilfreich ist im Alltag.
- 21:33Speaker 0: Das, was wir ja vorhin besprochen haben, ist, dass Gefühle die Funktion haben, uns Informationen zu geben.
- 21:38Speaker 0: Gefühle, wenn wir etwas sagen.
- 21:39Speaker 0: Und wenn wir aufhören aufs sitzlose, gelingt es uns auch viel schlechter, unsere psychischen Bedürfnisse im Alter zu befriedigen.
- 21:45Speaker 0: Was vielleicht auch wichtig ist, ist zum Kopfhalter, dass Gefühle aber auch keine Wahrheiten sind.
- 21:50Speaker 0: Gefühle sind zwar echt und sie sind unsere subjektive Empfindung in einer Situation.
- 21:54Speaker 0: Aber nur weil ich Angst habe, bevor ich einen Vortrag halte, heisst es nicht, dass er reali gefahren ist.
- 21:59Speaker 0: Ja, das kann auch einfach mit meinen Prägungen zu tun haben oder mit meinen Unsicherheiten und meinen Befürchtungen.
- 22:05Speaker 0: Also es ist wichtig, auf die Eignung fühlen zu lassen.
- 22:09Speaker 0: Sie versuchen, zu benennen, einzuordnen, einen Sinn zuzusprechen.
- 22:14Speaker 0: Aber dann ist der zweite Schritt doch noch... Es ist sehr wichtig, sich zu fragen, wie ich mit diesem Umwilke gehe.
- 22:18Speaker 0: Nur weil wir ein Gefühl haben, müssen wir nicht noch handeln.
- 22:21Speaker 0: Ich glaube, wenn wir das machen würden, würden wir in eine Katastrophe laufen, gesellschaftlich.
- 22:25Speaker 1: Der erste Schritt wäre, die Gefühle wahrnehmen und aufschreiben zu können, benennen.
- 22:29Speaker 1: Das habe ich jetzt ausgehört.
- 22:32Speaker 1: Auch vielleicht in diese Gefühle gehen, durch Musik oder Film.
- 22:35Speaker 1: Männern können gerne an den WM und EM brüllen, weil endlich können sie dann mal Freude trainen, verliessen.
- 22:42Speaker 1: Das wird dann sozial akzeptiert.
- 22:43Speaker 1: Ja, das wird sozial akzeptiert, wenn die Schweiz gönnt oder verliert, dass man dann brült.
- 22:49Speaker 0: Und all die Heimforderkisten freuen sich an so schönen Männer, die
- 22:52Speaker 1: brüllen.
- 22:52Speaker 1: Ja, genau, genau.
- 22:53Speaker 1: Und jetzt wäre es schön, wenn man das noch transportieren könnte.
- 22:56Speaker 1: und andere Lebensbereiche.
- 22:57Speaker 1: Was mir selbst auch aufgefallen ist, wenn ich so im Stress bin und wieso überfordert bin mit all diesen Sachen, die passieren in meinem Kopf.
- 23:05Speaker 1: Ich gehe einfach an das Handy.
- 23:07Speaker 1: Würdest du sagen, da wäre es gescheitert, das Handy mal weglegen und mal schauen, was das Gefühl ist.
- 23:14Speaker 1: Und dann vielleicht aufschreiben.
- 23:16Speaker 0: Ich glaube, es kommt auf die Situation darauf an.
- 23:18Speaker 0: Wenn du das systematisch machst und die Gefühle wegdruckst durch das Handy, das ist eine Ablenkungsmanöver, und es ist gut, dass es auffällt, dann ist es problematisch, wenn es ein Muster ist, weil du immer wieder weglos bist.
- 23:34Speaker 0: wenn dir deine Gefühle etwas drückmeldet, darüber, wie es läuft in deinem Leben.
- 23:38Speaker 0: Hingegen können wir da vielleicht auch noch abgrenzen, was ist dann das Gefühl unterdrücken, versus was ist das Gefühl regulieren.
- 23:45Speaker 0: Und eine Ablenkung kann ja auch eine Gefühlsregulation sein.
- 23:49Speaker 0: Und wenn du in fünf Minuten ein Gespräch mit deiner Chefin hast, aber eigentlich noch aufgewählt bist wegen etwasem, was die Heimat passiert ist, kann es auch funktional und hilfreich sein, zum kurzen Handy zu gehen und zu sagen, okay, ich lenke mich jetzt kurz ab.
- 24:00Speaker 0: Ich stelle mich auf das Gespräch, das ich gerade habe.
- 24:03Speaker 0: und wenden mich nachher aber wieder meinen Gefühl zu.
- 24:06Speaker 0: Und das ist ganz wichtig, weil Probleme nicht weggehen, wenn man Gefühle ignoriert.
- 24:10Speaker 0: Aber manchmal kann die Situation erfordern, dass wir sie gerade auf die Zeit schieben.
- 24:14Speaker 0: Aber ich würde sagen, auf die Zeit schieben ist es nicht gleich wie unterdrücken.
- 24:16Speaker 1: Ah, mega spannend, das finde ich mega wichtige Unterscheidung.
- 24:20Speaker 1: Man denkt dann immer so, man muss immer Gefühl geben.
- 24:24Speaker 1: Aber das ist ja gar nicht unbedingt möglich im Alltag.
- 24:26Speaker 1: Ich glaube,
- 24:27Speaker 0: es ist vor allem nicht förderlich für unsere Beziehungen, weil wenn wir das die ganze Zeit machen können, dann muss ich gegenüber eingehen.
- 24:32Speaker 0: Es gibt so ein Bild, das ich ganz hilfreich finde.
- 24:34Speaker 0: Und wenn wir uns vorstellen, unsere Gefühle sind wie ein Wasserball.
- 24:38Speaker 0: Ein Wasserball hat die Eigenschaft, dass er schwimmt auf dem Wasser.
- 24:41Speaker 0: Jetzt wollen wir entscheiden, unsere Gefühle zu unterdrücken.
- 24:44Speaker 0: Braucht das erst mal sehr viel Energie, den Ball immer unter Wasser zu drucken, man hat alle Hände voll, das heisst auch keine Kapazität uns auf andere Sachen zu konzentrieren.
- 24:53Speaker 0: Und irgendwann sind wir vielleicht müde und mögen nicht mehr und den Ball spickt um.
- 24:57Speaker 0: Und das kann auch dazu führen, dass man eben eine Wut-Explosion hat, wobei es vielleicht besser gewesen wäre, früher ein Ärgerat zu sprechen, das noch nicht so gross war.
- 25:06Speaker 0: Das wäre ... Ein nicht hilfreicher Umgang mit Emotionen.
- 25:09Speaker 0: Ein hilfreicher Umgang mit Emotionen wäre, wie der Wasserball eigentlich vor sich schwimmen zu lassen auf der Wasseroberfläche.
- 25:15Speaker 0: Manchmal kommt der Wellen, dann geht er etwas an.
- 25:17Speaker 0: Manchmal gibt es ein Stahl, dann geht er etwas runter.
- 25:19Speaker 0: Und manchmal ist es auch notwendig, den Ball auf die Seite zu schieben, dass man trotzdem sieht, was vor uns ist, was die Situation gerade erfordert, aber uns nachher trotzdem wieder den Ball zuwenden.
- 25:29Speaker 0: Es ist nach meiner Erfahrung hilfreich, Gefühl im Blick zu haben und sie zu regulieren.
- 25:34Speaker 0: uns ihnen zuzuwenden, wenn es möglich ist.
- 25:39Speaker 0: Und sie aber auch bei Seite zu legen, wenn das Alta gerade erfordert.
- 25:44Speaker 0: Aber was ich aber schon noch wichtig finde ist, ich glaube, viele Menschen haben wirklich Mühe zum unangenehme Gefühl auszuhalten.
- 25:50Speaker 0: Und wir haben auch sehr viele verschiedene Möglichkeiten, uns die ganze Zeit abzulenken.
- 25:54Speaker 0: Was helfen kann zu üben, ist schon unangenehme Gefühl auszuhalten.
- 25:57Speaker 0: Und sie auch nicht müssen zu verändern, sondern einfach mit ihnen zu sitzen und sagen, okay, ich fühle das und das gerade jetzt.
- 26:03Speaker 0: Ich finde das vielleicht nicht lässig, aber ich nehme das an.
- 26:06Speaker 0: Meine Erfahrung ist, wenn man das Gefühl nicht annimmt, ist es schwieriger, sie zu verändern oder mit ihnen einen Weg zu finden.
- 26:11Speaker 1: Das finde ich schon sehr straub, warum wir das haben.
- 26:13Speaker 1: Dass viele Leute das wie nicht können.
- 26:16Speaker 1: Weil irgendwie ein Gefühl, um alle Wände glücklich zu werden und zufrieden zu sein und so.
- 26:21Speaker 1: Und so mega den Druck um, dass man zufrieden ist.
- 26:24Speaker 1: Und dass wenn dann unangenehme Gefühle sind, die ja auch mega zum Mensch zuhören.
- 26:28Speaker 1: Dass man sich einfach so weckt, dass das nicht in das Schema passt.
- 26:32Speaker 1: Ich will eigentlich möglichst glücklich sein.
- 26:34Speaker 0: Aber ich glaube, jetzt sind wir wieder bei der Funktion von Gefühlen.
- 26:36Speaker 0: Es ist super wichtig, dass wir auch unangenehme Gefühle haben, weil sie uns Feedback geben über die Situation und Umwelt und uns sagen, wie gut es uns gerade gelingt, unsere psychische Bedürfnisse zu befriedigen und wo unsere Bedürfnisse auch verletzt werden.
- 26:51Speaker 0: Und wenn wir alle unangenehme Gefühle gar nicht hätten, wüssten wir auch gar nicht, was wir brauchen.
- 26:56Speaker 1: Also es ist auch ein Hinweis auf unsere Bedürfnisse.
- 26:58Speaker 0: Genau.
- 27:00Speaker 0: Wenn man es ganz genau nimmt, kann man sagen, dass es keine negativen Gefühle gibt.
- 27:04Speaker 0: Denn sie sind wichtig.
- 27:05Speaker 0: Es sind unangenehme Gefühle.
- 27:07Speaker 0: Und es ist ja auch gesund, zu merken, dass es unangenehm ist, Angst zu empfinden.
- 27:12Speaker 0: Wir haben Angst, die auch wieder vermieden, so gut zu gehen.
- 27:15Speaker 0: Aber sie sind komplett ausschalten.
- 27:18Speaker 0: Meistens mit höheren Kosten.
- 27:20Speaker 1: Im Abellen anzeichen wäre es wichtig, in die Therapie zu gehen.
- 27:23Speaker 0: Die meisten Leute kommen dann in die Therapie, wenn sie Symptome entwickeln.
- 27:26Speaker 0: Wenn sie über längere Zeit weiss, wie sie es nicht geschafft haben oder es nicht möglich war, ihre psychischen Bedürfnisse so zu befriedigen, dass sie gesund sind.
- 27:33Speaker 1: Das sind dann auch wirklich eine schlimmer psychische Symptome, als du jetzt vorstattest.
- 27:38Speaker 0: Genau, wenn man ab und zu traurig ist, das ist ja auch nichts krankes oder schädlich.
- 27:41Speaker 0: Das ist etwas menschliches und das gehört zum Leben.
- 27:44Speaker 0: Und dann, wenn man das jetzt als ... Als Schlimm bewertet, geht es mehr darum, das zu hinterfragen.
- 27:51Speaker 0: Wieso haben wir das Gefühl, das gehört nicht zum Leben, sondern immer glücklich zu sein?
- 27:53Speaker 0: Ich glaube, das ist einfach eine Tatsache, dass auch unangenehme Gefühle zum Leben gehören.
- 27:58Speaker 0: hingegen, wenn das nicht mehr weggeht in die Traurigkeit oder wir eingeschränkt sind, in unseren Beziehungen dadurch oder weniger Freundinnen treffen, nicht mehr arbeiten zu können, dann ist es super wichtig zu schauen, was eigentlich das Problem ist, wenn uns das Funktionsniveau beiträchtigt ist.
- 28:15Speaker 0: Was man machen kann, ist mal gehen und zusammen mit der Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut schauen.
- 28:21Speaker 0: Es ist eine Indizierte Therapie zu machen, es ist hilfreich.
- 28:25Speaker 0: Es ist auch nicht immer nötig, eine Psychotherapeutin zu machen.
- 28:27Speaker 0: Ich glaube, häufig kann es schon Sinn machen, sich selber damit auseinandersetzen oder mit nachstehenden Personen darüber zu sprechen, sich auszuschauen und sich mitzuteilen.
- 28:38Speaker 1: Das ist Hallo Gesundheit, der Podcast der CSS, die immer beim Spazieren aufgenommen wird.
- 28:43Speaker 1: Warte noch mit abzustellen.
- 28:44Speaker 1: Naimi sagt dir am Schluss noch etwas.
- 28:47Speaker 1: Und ich sage dir, was ich mitgenommen habe aus diesem Gespräch.
- 28:50Speaker 1: Erstens, ohne Gefühl hättet mir als Spezies nicht lange überlebt.
- 28:55Speaker 1: Zweitens, unangenehme Gefühl zu unterdrücken, ist langfristig viel schädlicher, als die Emotionen auszuhalten.
- 29:02Speaker 1: Erwähnt sich das im Moment selber sehr schlimm fühlen kann.
- 29:06Speaker 1: Und drittens, wenn du über deine Angst strechst, hast du am Schluss weniger Angst.
- 29:10Speaker 1: Das sagt übrigens auch Lukas, die seine Emotionen sehr lange unterdrückt hat.
- 29:14Speaker 1: Die Folge mit ihm ist auch schon online.
- 29:16Speaker 1: Was ist deine wichtigste Erkenntnis aus dieser Folge?
- 29:19Speaker 1: Schreibt es uns in die Kommentare.
- 29:21Speaker 1: Und am besten abonnierst du den Podcast, damit keine Folge verpasst ist.
- 29:25Speaker 1: Und lasst uns noch ein paar Sterne da.
- 29:27Speaker 1: So.
- 29:28Speaker 1: Und jetzt noch das Schlusswort der Naimi.
- 29:30Speaker 0: Ich glaube, was hilfreich sein kann, wie so eine Neugierde zu entwickeln, gegenüber sich selber und der eigenen Gefühl, dass man sich einfach mit mir interessiert, auch macht Zuerwände.