Latest / SOMMELIER / Louisa Maria „Lou“ Schmidt – Exclusive Preview
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
- 0:04Ich trinke Wein, weil mich das dahinter fasziniert.
- 0:07Wer den Wein gemacht hat, was der Wein über sich selber erzählt,
- 0:11das klingt immer total kitschig, aber das ist ja das, warum ich Wein als Beruf mache,
- 0:16warum Wein mein Beruf ist und ja, es ist einfach eine tolle, faszinierende Angelegenheit.
- 0:25Unsere heutige Gästin ist eine der einflussreichsten Weinpersönlichkeiten unserer Republik.
- 0:30Ich bin ja sehr früh in die Weinbranche gerutscht. Ich war 16, da habe ich angefangen, mich für Wein zu interessieren.
- 0:36Also relativ früh bin ich auch in einem Haushalt groß geworden, wo Wein und Essen immer im zentrale Mittelpunkt war.
- 0:41Ich bin in einer Gastronomie aufgewachsen und zwischen Pass und Getränkebuffet.
- 0:48Und Wein hat mich wirklich direkt zu Beginn total fasziniert, weil ich immer einen Beruf ausüben wollte, bei dem ich reisen kann.
- 0:58Und dann überlegt man halt, was fällt und wie das Raster reisen, kulinarig, mit Menschen, Geselligkeit.
- 1:06Und ich habe mich dann für Wein entschieden.
- 1:09Und dann habe ich eine Zeit lang im Export gearbeitet und auch schon bei der Arbeit beim Gast,
- 1:14die ich auch in der Gastronomie gearbeitet habe, hat mir dieses Erklären immer extrem viel Spaß gemacht, dieses Leute an die Hand nehmen
- 1:21und eben nicht irgendwie snobbisch da herreden, sondern halt Leute für das Thema begeistern.
- 1:28Das ist mir wichtig. Und dass es auch keine Tabus gibt.
- 1:32Also wenn man halt mal irgendwie was nicht mag oder sowas und so, dann soll man das sagen und gerade aussprechen.
- 1:37Und dass man so ein bisschen die ganze Thematik einfach auflockert.
- 1:42Und das, was mir auch Spaß gemacht hat, ein Verbraucher*innen, das halt einfach zu erklären,
- 1:47weil es auch eine ganz andere Dankbarkeit ist, als wenn man jetzt nur so nördig irgendwie redet.
- 1:52Oder mit Leuten, die halt auch voll im Fach sind.
- 1:55Und ja, und dann kam so eins zum anderen. Und das Steine fing an zu rollen.
- 2:01Und dann habe ich halt geguckt, ich wollte immer schreiben.
- 2:03Und dann, die sozialen Medien haben ja auch einfach so eine neue, haben dieses ganze Thema Wein demokratisiert.
- 2:11Und ich freue mich sehr über das intensive, emotionale, fachkompetente und tiefsinnige Gespräch
- 2:16mit Luisa Maria Schmidt, aka Lu.
- 2:19Der eine Seite liebe ich, ist mit Menschen zusammenzusetzen und gemeinsam den Wein zu verkosten,
- 2:24weil ich mich auch darüber austauschen möchte.
- 2:26Und auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass an wilden Abenden dann ganz viele Flaschen aufgerissen wird
- 2:31und werden und man kommt überhaupt gar nicht mehr hinterher.
- 2:34Und das ist dann, was ich dann manchmal tatsächlich schade finde, dass man gar nicht hinterher kommt.
- 2:39Aber für mich ist Wein in jeder Situation, jeder Gelegenheit einfach immer super schön.
- 2:45Also ich glaube, ich war einfach zu jung.
- 2:47Ich glaube, ich war zu jung, ich wollte aber sehr viel.
- 2:50Und war irgendwann auch total frustriert, weil ich halt keine Stelle im Export gefunden habe.
- 2:56Und dann hatte ich glaube ich mal eine Stelle, da war die Bezahlung so krottenschlecht.
- 3:00Und das kommt ja auch noch hinzu in der Weinbranche.
- 3:02Ich meine, das, was du liebst, das musst du ja erstmal monetarisiert bekommen.
- 3:06Bei aller Liebe und dann irgendwie für eins, vier, netto, dann da irgendwie, also nee, danke.
- 3:10Also das war halt auch, es ist schon, die Welt des Weins ist toll und ich liebe alles daran.
- 3:17Aber wir bewegen uns halt leider, Gott ist immer noch im landwirtschaftlichen Sektor und also gehälter.
- 3:23So ist halt echt ein riesiges Thema und ist super schwierig.
- 3:27Dann hast du das Zeug aus Plastik-Cups verkostest.
- 3:29Und dann denkst du dir halt hier so in Europa oder Deutschland, ja, es ist jetzt nicht deren Ernst.
- 3:33Also ich hätte jetzt schon ganz gerne eine zweite Universität.
- 3:35Nein, nein, nein, Plastik-Cup und dann in Müll und dann sagt er so, ja, pass mal auf, da oben habe ich nur eine kleine Ecke im Shell frei.
- 3:42Den Platz kannst du haben, eine Woche, wenn das sich bis Ende der Woche nicht verkauft hat, dann schmeißen wir dich wieder raus.
- 3:47Und du bist so, ja, okay, danke, danke, danke, danke.
- 3:49Also das ist das System da und das ist harte Arbeit, das ist Arbeit da und da geht es jetzt nicht darum.
- 3:54Ja, ich habe ein bisschen jetzt mal richtig böse gesprochen, das meine ich aber nicht so, ein bisschen grüne Apfel in der Nase und keine Ahnung was.
- 4:00Und da geht es wirklich ums Verkaufen.
- 4:02Also ich glaube auch, dass die Gastronomie irgendwannerweise auch verpasst hat,
- 4:06vielleicht nach Corona auch irgendwie andere Spielregeln auch mal gelten zu machen,
- 4:10dass es angenehmer wird für die Mitarbeitenden und auch vielleicht mal, dass es klare Grenzen oder wie auch immer man das nennen möchte, auch für die Gäste gibt.
- 4:20Also ich habe ja ewig in der Gastronomie gearbeitet.
- 4:23Natürlich nur im elterlichen Betrieb und natürlich, wenn man das einmal gelernt hat, das Handwerk, weißte selber,
- 4:29das wirst du natürlich auch überall mit Kusshand genommen, im Sinne von Borda ist eine, die kann kloppen und kann Teller tragen und eindecken und was weiß ich.
- 4:37Und ich habe natürlich auch mir mein ganzes Studium damit finanziert.
- 4:39Ich habe 3, ich habe in Parallel in 3 gastronomischen Betrieben gearbeitet.
- 4:44Und ich glaube bei dem einen Betrieb, da war ich die komplett 3 Jahre.
- 4:49Also das war schon echt dann auch traurig als gegangen, weil es ist so Team und Gastronomie, das ist so ein Vibe,
- 4:56der der unbeschreiblich ist und dem man
- 5:01Ich glaube, ich kann nur ganz schwer klären gegenüber Menschen,
- 5:03die noch nie in der Gastronomie gearbeitet haben
- 5:05und das mit Leidenschaft tun.
- 5:07Und nein, Gastronomie war immer mein Baby.
- 5:10Und ich würde auch nicht ausschließen,
- 5:12dass ich irgendwann vielleicht wieder zurückgehe in die Gastronomie
- 5:16mit irgendeinem Konzept, das mir für mich stimmig ist.
- 5:19Für mich ist es wichtig,
- 5:21natürlich, wenn wir in Essen gehen, wir gehen viel essen,
- 5:24andere kaufen sich mit Teure Klamotten,
- 5:26wir gehen halt essen und Wein trinken.
- 5:30Und wenn wir ausgehen,
- 5:32dann achten wir natürlich schon darauf, ob die Handgriffe sitzen.
- 5:35Ganz klar, die Basics sind einfach Stimmen, sag ich jetzt mal.
- 5:39Aber wenn es nicht stimmt,
- 5:41das ist mir auch im Grunde genommen egal,
- 5:43da ist jemand dabei, der irgendwie Bock hat, was er da gerade tut.
- 5:47Worauf ach, was wäre mir wichtig, wenn ich als編ier arbeiten würde,
- 5:51dass ich mich selber nicht so ernst nehme
- 5:54und dass ich halt aktiv mich auf den Kunden einlasse
- 5:57und zuhöre und nicht nur rede, sondern zuhöre
- 6:01und mich nicht selber verwirklichen möchte,
- 6:04sondern ich möchte den Gast zufriedenstellen.
- 6:06Und das ist mir halt wichtig.
- 6:08Das wäre mir wichtig, war mir immer wichtig,
- 6:11als ich in der Gastronomie gearbeitet habe.
- 6:13Ohne irgendwelche Dogmen oder so,
- 6:16sondern mein Gegenüber ernst nehmen zuhören
- 6:18und versuchen, den Gast glücklich zu machen,
- 6:21ihn zu verstehen in seinen Kulinarischen Bedürfnissen.
- 6:24(Durchsage)
- 6:25Oft ist es schon so, dass dir ein Wein aufgeschwatzt wird,
- 6:29obwohl du halt gesagt hast,
- 6:31ja, du hättest eigentlich gerne so was in die Richtung,
- 6:34aber dann hat er halt gerade irgendwie, weiß ich nicht,
- 6:3720 Katons davon eingekauft und findet das selber so geil.
- 6:40Da muss ich dir das beweisen, dass das einfach toll ist.
- 6:43Aber ich wollte was anderes,
- 6:45ich bin dann auch immer so jemand, der schlechten Nein sagen kann.
- 6:48Dann hab ich den Wein da vorne stehen
- 6:50und will nicht verdrehen, weil wir denken,
- 6:53er ist glücklich, er ist glücklich, er hat uns den Wein ausgeschenkt.
- 6:56Hauptsache, er hat einen guten Tag.
- 6:58Ja, ich verkaufe eine Flasche, hat man schon oft.
- 7:01Aber für mich ist es irgendwie schön zu sehen,
- 7:04ob da jemand arbeitet, der sein Handwerk verstanden hat,
- 7:08der die Komposition der Gerichte verstanden hat,
- 7:10ob der eine Ahnung hat von der Kombination von Wein und Speisen,
- 7:14ob das sich kontrastriert, ob das sich ergänzt,
- 7:19ob das Sinn macht.
- 7:21Diese aktive Kombination von Wein und Speisen
- 7:24finde ich unglaublich faszinierend.
- 7:26Das ist etwas, was mir selber auch sehr viel Spaß macht.
- 7:29Wenn du natürlich in ein gutes Restaurant fährst
- 7:31und die sind bekannt für eine gute Weinkarte
- 7:34und für die Arbeit, die sie dort leisten,
- 7:37dann wähle ich im Grunde genommen immer die Weinbegleitung.
- 7:41Nicht nur, weil ich sehen möchte, ob das passt.
- 7:44Ich nehm ja keine Prüfung ab, das meine ich nicht.
- 7:47Aber du lernst ja auch immer wieder dazu.
- 7:50Du lernst ja immer wieder neue Jahrgänge kennen,
- 7:52neue Produzenten kennen, neue Rebsorten kennen.
- 7:55Selbst wenn ein Wein mal nicht zu dem jeweiligen Gang passt,
- 7:59geht ja bei mir direkt das Türchen auf.
- 8:01Warum passt denn der Wein nicht dazu?
- 8:03Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommelier,
- 8:07die interessantesten Weinkenner unserer Zeit,
- 8:09auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.
- 8:12Und das heißt, egal, ob das jetzt spektakulär war,
- 8:16die Weinbegleitung oder semi-spektakulär,
- 8:19ich lern ja immer dazu.
- 8:21Das ist das Schöne daran.
- 8:23Deswegen wählen wir immer eine Weinbegleitung.
- 8:26Wie die macht das mittlerweile auch total viel Spaß.
- 8:29Wir fragen dann immer, ob es möglich wäre,
- 8:32dass wir eine Weinbegleitung, wir brauchen nur so ein Schlückchen,
- 8:36wir wollen halt nur was kennenlernen, was neu ist.
- 8:39Und dann bestellen wir uns halt immer so ein Zwischenfläschchen dazu.
- 8:43Und trinken die halt auch in der Zeit.
- 8:45Also das, wo wir sagen, Mensch, das kriegen wir sonst nicht.
- 8:48Aber hier ist was Neues aus der Region,
- 8:50das wollen wir unbedingt mal ausprobieren.
- 8:52Ich könnte jetzt nicht nur Weinbegleitung machen,
- 8:55also komplett abgeben, kann ich das doch nicht.
- 8:57Aber diese Mischung macht es dann für mich.
- 9:00Diese Folge wird begleitend unterstützt von der Schlumpegergruppe
- 9:04und den Weingütern, Freier von Gleichenstein,
- 9:06Giuseppe Giusti und Rat Moon Sparkling.
- 9:09Vielen lieben Dank dafür.
- 9:11Und wenn du so ein Service ...
- 9:13Da haben wir dann so, kennst du selber einen Leerlaufhaar,
- 9:16ein kleiner Kreislauf-Anheber, was auch immer, wie man das nennen will.
- 9:20Und weil du alles aus dem FF konntest,
- 9:22das war jetzt nicht so, dass ich so ein Gläschensekt
- 9:25oder ein halbes Gläschensekt irgendwie aus dem Konzept gebracht hätte.
- 9:29Und ...
- 9:31dann musste ich in die Küche oder bin in die Küche gegangen.
- 9:35Und ich kannte zwar jeden Handgriff meines Fahrt,
- 9:38ich wusste, wie was angerichtet wird und alles drum und dran.
- 9:41Das ist aber eine andere Form der Konzentration.
- 9:44Töpfelgeklapper, die Service ...
- 9:46gelabert dich voll, kaudiert ein Ohr ab,
- 9:49die Bongleiste hängt voll und so.
- 9:51Ich weiß nicht, ob meine Mutter mir ein kleines Pilzmer hingestellt,
- 9:54und hab einen genippt von und sagt mir,
- 9:56kannst du grade wieder abräumen?