Latest / SOMMELIER / Iiro Lutter – Architekt des Weinerlebens
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- 0:00Hallo, ich bin die Karu Bergdolt vom Weingut Bergdolt und darf heute das Intro für den
- 0:17Iro machen.
- 0:18Kurz zu meiner Person, ich bin Winterin und führe unser Familienweingut in der schönen
- 0:23Pfalz im Ortsteil Neustadt Dottweiler.
- 0:26Wir arbeiten ökologisch, sind Mitglied im Verband der Prädikatsweingüter und bei den
- 0:32traditionellen Sektmachern.
- 0:34Den Iro habe ich 2010 in einem Weinladen in Kiel kennengelernt und kurz darauf kam er
- 0:42für ein Praktikum, das er für seine Sommelierausbildung brauchte zu uns in die Pfalz.
- 0:46Iro hat dann weit mehr über sein Praktikum hinaus bei uns auf dem Weingut gearbeitet.
- 0:52Er wollte die Arbeitsabläufe nicht einfach nur einmal gesehen haben, sondern er wollte
- 0:57wirklich mit Schweiß und Muskelkater alles erleben.
- 1:01Wir haben natürlich auch immer viel probiert und über die Jahre war das so ein gegenseitiges
- 1:07Learning und ja, es ist eine richtige Freundschaft daraus entstanden.
- 1:11Unser Fokus liegt im Anbau von Berundernen und Trieslingen, aber meine große Leidenschaft
- 1:17gilt seit ein paar Jahren der Herstellung von den Schaumweinen, die bei uns im Weingut
- 1:23auch einen immer höheren Stellenwert bekommen.
- 1:25Iro ist ein ganz feiner Mensch, der genau hinhört.
- 1:29Man kann sich auf ihn verlassen und ja, er ist auch für Überraschungen gut.
- 1:36Er trommelte beispielsweise mal so kurze Hand für unsere Sektlese eine Schaf von Leuten
- 1:41zusammen, fährt diese dann auch noch von Bayern in die Pfalz und paar Tage später
- 1:47wieder zurück und ja, den Jahrgang 2022, die Sektlese 2022, die haben dank Iros Unterstützung
- 2:00so gut gemeistert.
- 2:01Wir sind ja drei Generationen, die auf dem Weingut leben und ja, von Tag eins hat das
- 2:06einfach zwischenmenschlich, mit allen gepasst.
- 2:10Freundlich, hilfsbereit, spielt mit uns Fußball, ausdauernnd, empathisch, innere Stärke, ruhige
- 2:20und zurückhaltende finnische Art.
- 2:22Das sind Attribute, die ich jetzt hier in meiner Familie gesammelt habe, die Iro beschreiben
- 2:28und wir freuen uns alle sehr, dass sich unsere Wege vor über 10 Jahren gekreuzt haben.
- 2:35Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Somie, die interessantesten Weinkellner
- 3:01unserer Zeit.
- 3:02Mein heutiger Gast symbolisiert und repräsentiert das, was man sich von einem drei Sterne Somie
- 3:07vielleicht erwartet oder erwünscht.
- 3:09Irolutter aus dem Restaurant Essence in Grashaus bei uns zu Gast.
- 3:13Und Iro ist mehr als ein Somie.
- 3:15Er ist eine Persönlichkeit, er hat eine wahnsinnige Ausstrahlung, er hat ein unglaublich fundiertes
- 3:20Wissen und er hat eine ganz außergewöhnliche Karriere.
- 3:23Er war unter anderem tätig im Vönigs in Düsseldorf, im Restaurant Schwarzer Hahn im
- 3:27Deitzheimer Hof, im Wernechhof in München, bevor er im Restaurant Essence in Grashaus
- 3:33die Erfolgsgeschichte begleitete und eine Weinkarte mit über 1300 Positionen aufbaute.
- 3:39Selbstverständlich gehört er zu den Top 50 Somie's beim Buscheverlag und beim Rolling
- 3:43Pin, er hält regelmäßig alle Erkennung für seine Weinkarte, aber eigentlich ist es
- 3:48nicht das, was ihn ausmacht.
- 3:50Und das glaube ich, was ihn ausmacht, ist in dem Gespräch sehr gut zu spüren.
- 3:54Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner,
- 3:58bei der Schlumbergergruppe, mit den Handelshäusern Segnetz, Conzio Vini, Schlumberger und dem
- 4:03Privatkundenportal Bremer Weinkollekt, für die händische und auch für die wirtschaftliche
- 4:07Unterstützung aufs allerherzlichste bedanken.
- 4:10Denn dank Ihnen ist er heute hier.
- 4:12Herzlich willkommen lieber Iro Lutter!
- 4:15Eine Frage, die stelle ich relativ selten bzw. finde ich die recht markarbar, aber ich
- 4:22wusste nicht anders zu formulieren.
- 4:23Und zwar, und ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass du es nicht bezahlen musst,
- 4:29lautet die Frage, welcher Koch darf bei deinem Begräbnis kochen und welchem Wein würdest
- 4:35du servieren?
- 4:36Diese Frage hat natürlich in deiner Situation noch mal eine ganz andere Präsenz.
- 4:39Ja genau, also ich habe, ich glaube bei Tibo hattest du die Frage.
- 4:44Kann sein, ja.
- 4:45Ich versuche es so umzuformen und dir wird es halt so brutal klingt, dann denke ich.
- 4:49Aber eigentlich soll es ja so diesen besonderen Moment, wo man sagt, was ist mir am wichtigsten.
- 4:53Ja.
- 4:54Genau, also ich habe es erst einmal gehört bei dir diese Frage und da darf ich mir so
- 4:58alter Falter.
- 4:59Ja.
- 5:00Ja.
- 5:01Ich weiß noch schon, wer.
- 5:04Und also Wein war sich keine Ahnung, aber das wäre mir auch nicht so wichtig.
- 5:09Wer darf kochen?
- 5:10Jochen Streler.
- 5:11Ah, okay.
- 5:12Ah, heißt du, dir sagt du es gar nichts?
- 5:16Ja, in der Tat.
- 5:17Ich habe das versucht zu überspielen, aber danke für deine direkte Rückfrage.
- 5:21Hilfe mit Jochen Streler.
- 5:23Entschuldigung, ich werde mich natürlich nachinformieren.
- 5:27Nee, deswegen aber, er hat mich jetzt auch gewundert, wenn du den gekannt hättest.
- 5:32Ja.
- 5:33Quasi so meine gastronomischen Anfänge in Kiel.
- 5:37Ja.
- 5:38Und der hat wirklich so eine wirklich eine schicke Holsteiner Küche gekocht.
- 5:45Irgendwie das war halt keine Ahnung, späten 90er.
- 5:49Und sowas, wo es halt noch alles auch so so so diese feinheimisch Geschichte, die es
- 5:54in Schleswig-Holstein dann als quasi regional verbannt gegeben hat oder dann Anfang 2000
- 6:03da gegründet wurde.
- 6:04Da ist er vornebei mit gewesen und wirklich so so eine Hostspeed mit Frastkartoffeln und
- 6:12Rimmolade und solche Sachen in Schick.
- 6:14Und das ist eine super Beerdigungsküche.
- 6:18Okay.
- 6:19Also das machen ich jetzt auch jetzt nicht püse, sondern ich mag ihn als Schätzchen und
- 6:26als Menschen und habe mich und ich kann mir jetzt auf einer Beerdigung kein schickes
- 6:30Menü vorstellen, sondern es sollen so Wohlfühlgerichte sein, die einen abholen.
- 6:35Und da finde ich passt das gut.
- 6:39Zwei Gedanken, ein Gedanke natürlich so wie du schilderst, wahrscheinlich eine Meisterung,
- 6:44Glanzleistung.
- 6:45Ich habe Niedersachsen gelernt, wahrscheinlich um die gleiche Zeit wie du ungefähr.
- 6:48Ich habe gar nicht gelernt.
- 6:49Erst mal.
- 6:50Oder war dort zu der gleichen Zeit, als du dort tätig warst und es war schwer dort
- 6:55einigermaßen anständige Küche zu der Zeit zu finden.
- 6:58Und da finde ich das natürlich großartig, dass du jemanden auslobst, der handwerklich
- 7:02dort gearbeitet hat und versucht hat, eben diese Küche zu transportieren.
- 7:06Ich wünschte, ich hätte solche Köche damals da gekannt.
- 7:10Da hat man lange nach suchen müssen.
- 7:13Auf der anderen Seite natürlich, ja spiegelt es deine Situation gerade.
- 7:16Du hast ja jetzt eine 180 Grad Kärtwendung aus Überholspur und Schnellfahren beruflich
- 7:24hinzu.
- 7:25Du wurdest mehr oder weniger gezwungen, komplett erst mal nicht nur vom 6.
- 7:30Den ersten Gang, sondern fast in den Rückwärtsgang zu schalten.
- 7:33Na, Rückwärtsgang will ich nicht sagen.
- 7:35Man kurz ausgebremst.
- 7:38Ja, vielleicht Leerlauf.
- 7:40Genau.
- 7:41Das ist krass, oder?
- 7:44Ist es auf jeden Fall.
- 7:46Du hast ja die letzten zwei, drei Jahre zum einen die Auszeichnung, die du bekommen hast,
- 7:52diese Weinkarte, die du aufgebaut hast, dort im Essenz, die Anerkennung, die in der Gesamtverhandlung
- 8:00hat, dann wahrscheinlich auch der Anspruch, mit dem man, obwohl der Feuer der gleiche war,
- 8:06mit einmal zu kämpfen hat und das jetzt komplett auf Null gefahren ist schon, boah.
- 8:12Ja, es ist auf jeden Fall.
- 8:14Und deswegen muss ich mal gucken, wie das dann wird.
- 8:17Also, ich werde wahrscheinlich das Tempo nicht fahren können wie vorher.
- 8:21Ich werde ja auch dann entweder 60 oder 80 Prozent Behinderung haben, was dann quasi
- 8:28auch noch arbeitsrechtliche Einflüsse hat.
- 8:32Deswegen mal gucken.
- 8:33Aber du möchtest weiter als zormäitätig sein.
- 8:36Und das, was du dir aufgebaut hast in den letzten Jahren, Jahrzehnten einfach weiterführen
- 8:41und das mit einer ähnlichen Intensität und Leidenschaft leben.
- 8:45Und Intensität ist halt die Frage, ob das geht oder auch die Intensität sich dann verschiebt
- 8:50irgendwie auch ein bisschen andere Teilaspekte.
- 8:53Aber im Prinzip schon.
- 8:55In der Klasse von Gastronomie, in der man da tätig ist, hat man ja schon mehr oder
- 9:01weniger eine Ausnahmesituation, wo eigentlich jeder Moment unfassbar wichtig und gewichtig
- 9:09ist.
- 9:10Wenn man ja ständig bewertet wird, also gerade, wenn man da im Restaurant arbeitet, was neun,
- 9:13dreidritt und sterben bekommen hat, was so schnell auch aufgestiegen ist, ist es mit
- 9:19einem unwichtig oder kannst du es nachvollziehen, dass man diese Wertigkeit dann trotzdem hat?
- 9:23Ich verstehe es nach wie vor.
- 9:25Also für mich, meine persönliche Priorität nach einem Folge hat sich natürlich verschoben.
- 9:32Also das wäre ja irgendwie absurd zu sagen, nee, das interessiert mich gar nicht.
- 9:37Aber irgendwie ein beides steht für sich und ich muss halt jetzt gucken, wie ich meinen
- 9:42Platz dazwischen finde.
- 9:43Wie bist du daran gegangen in das Restaurant?
- 9:46Dass er jetzt eigentlich erst vor drei, vier Jahren aufgemacht hat.
- 9:50Genau, drei und ein halb Jahr.
- 9:53Also im Juni, wenn es hier.
- 9:55Also wie ne Rakete durchgezündet ist, so dass die Weik hat ja, glaube ich, von 30 Positionen
- 10:00auf.
- 10:01Ich habe unterschiedliche Informationen gefunden zwischen 750 und 1200 Positionen.
- 10:05Ich habe es mal versucht, nachzuzählen.
- 10:07Ich bin bei 842 Stecken geblieben.
- 10:09Also sind über 1200.
- 10:11Ich zähle das immer einmal im Jahr, wenn es viel für diese Wine Spectator Awards geht,
- 10:17weil die wollen halt die genau wissen, die Positionen.
- 10:20Und ich war bei 1350 oder 1346 ohne Sake.
- 10:25Das darf man nicht mitzählen.
- 10:27Krass.
- 10:28Und wie bist du rankang hast du gesagt?
- 10:30Ich möchte einen der außergewöhnlichen Weinkarten in Deutschland haben oder ist das aus dieser
- 10:34Dynamik der Entwicklung des Restaurants, dass ihr schnell Stern, zweiten Stern, dritten
- 10:38Stern bekommen habt.
- 10:39Und du, das Spiegel im Volk ist oder wie hast du dich damit auseinandergesetzt?
- 10:45Natürlich hat das einen Einfluss gehabt.
- 10:49Also gerade dieses Foto auf dritte Stern hat das Spiel nochmal komplett geändert.
- 10:54Und auch die Gäste Erwartungen und so was.
- 10:58Und die Preispunkte sind komplett verschoben worden.
- 11:02Und dementsprechend habe ich dann eben auch nachjustiert, der Aufbau war erstmal relativ
- 11:11eklektisch.
- 11:12Also diese ist natürlich die eigenen Schwerpunkte, die halt hauptsächlich in Deutschland sind.
- 11:18Das war so die Basis.
- 11:21Sekt und Riesling, oder?
- 11:23Also sind mir beides wichtig, aber danach habe ich jetzt nicht die Karte aufgebaut.
- 11:31Und als ich angefangen habe, stand auch noch Bischampania vorne und danach erst die deutschen
- 11:37Sekt, jetzt habe ich es umgedreht, also vor eineinhalb Jahren oder so.
- 11:42Und deswegen war ich halt auch bei den Beinen bei Deutschland anfangen, aber dieses von
- 11:49nah in die Ferne.
- 11:50Deswegen habe ich beim Sekt halt auch so geändert.
- 11:52Aber das ist jetzt alles auch kein Togmer.
- 11:55Ich wollte eine klassische Weinkarte haben, also so eine Kombination aus klassisch und
- 12:04State of the Art Sachen.
- 12:06Bei Regionen, in denen ich mich nicht so gut ausgekannt habe, habe ich dann auch Leute
- 12:10gefragt, die sich da besser auskennen.
- 12:13Händler oder Kollegen oder Gäste?
- 12:15Sowohl als auch.
- 12:16Also gegen Gäste hätte jetzt nichts gesprochen, aber fällt mir jetzt keine Situation ein.
- 12:25Also deswegen, ich bin jemand, der gerne umrat und fragt.
- 12:29Ich bin nicht großartig.
- 12:30Ja, deswegen, warum soll ich mir Gedanken machen, wenn es glückere Leute gibt?
- 12:35Das hat ja weiter.
- 12:37Hat so was Einfluss, wenn du sagst, ich tausche einfach die Position der Sektlistung, der
- 12:44der Champagnerlistung wurde mit einmal mehr Sekt bestellt, hatte ich da jemand drauf
- 12:47angesprochen?
- 12:48Oder ist das mehr ein Gefühl für dich, dass du sagst, wir haben die und die Ausstrahlung?
- 12:52Ein Gefühl für mich.
- 12:53Also das ist das, wo ich die Schwerpunkte irgendwie setze oder wo es anfängt.
- 13:01Letzte Ende ist es aber auch so, wenn jetzt ein Gast fragt, die Weinkarte kriegt und
- 13:07deswegen frage ich dann erst mal Sparkling oder Non-Sparkling und schlag dann eben dementsprechend
- 13:15da auf.
- 13:16Und wenn einer sagt, er will Champagner, dann schlag ich auf der Champagnerseite auf.
- 13:20Also das ist für mich jetzt auch kein Ding.
- 13:23Und gehe nicht hin und sag, nee, aber weg steht er da vorne.
- 13:27Hat sich mit zunehmender Reputation die Art deiner persönlichen Weinempfehlung verändert,
- 13:36was ich erstaunlich fand, war, dass ihr nach wie vor sehr günstig seid, in meinem Empfinden.
- 13:40In der Relation auch zu anderen drei-Sterne-Restaurants.
- 13:43Dass ihr durchaus attraktive, preisattraktive und finde ich auch sehr angenehm kalkulierte
- 13:50Position auf der Karte hat.
- 13:51Hat sich bei dir da im Allgemeinen Händling was verändert?
- 13:55Was die Kalkulation angeht, mein Zünder?
- 13:57Nö, allgemein, dass du sagst, mit einem zwei Sternen habe ich Weine für 30, 40, 50 Euro
- 14:02empfohlen und jetzt sind zwei im preisstelligen Bereich oder vierstelligen.
- 14:05Nee, letztendlich kommt das ja auf die Gäste an.
- 14:09Also deswegen geht ja darum herauszufinden, was der Preispunkt für die Gäste ist, dementsprechend
- 14:16dann die Weinempfehlung auszusprechen.
- 14:19Das finde ich hat nichts mit Sternen zu tun.
- 14:22Mit dem quasi Vertrauensverhältnis zum Milieu und Gäste.
- 14:26Und der Fahrtweg in der Entwicklung der Karte hat sich geändert, dass du vorher gesagt
- 14:31hast, ich habe dir und die vorlieben und dann mit zunehmender externe Anerkennung gesagt
- 14:37hast, okay, das brauchen wir aber auch.
- 14:39Wir müssen durchaus 80 Positionen, Schatt und Schlatt, mich tut auf der Karte haben.
- 14:46Nö.
- 14:47Das kratzt überhaupt nicht.
- 14:48Also deswegen ist es so, ich merke Gäste fragen vermehrt nach Region XY oder was das
- 14:57ich pro Grund Grand Cruy nach und dementsprechend kauf ich mehr pro Grund Grand Cruy.
- 15:02Ich habe auch Sachen dann so kursive rausgenommen, die für die sich niemand interessiert hat.
- 15:08Also das ist was das ich Busch rolei fand.
- 15:11Ich finde, ist preisleistungsmäßig toll, macht Spaß.
- 15:15Aber wenn die Leute das nicht haben wollen, dann muss ich da jetzt auch nichts übers Knie
- 15:21brichen.
- 15:22Dann geht Busch rolei dann draus.
- 15:23Wie sieht es in der Kombination mit der Küche aus?
- 15:27Also versucht man nach wie vor die Küche zu supporten, zu unterstützen, zu begleiten,
- 15:33zu spiegeln, zu balancieren?
- 15:35Oder hat man da mehr die andere Betrachtungsweise, dass man sagt, auf der einen Seite ist diese
- 15:41großartige, einzigartige Küche und auf der anderen Seite versuche ich einen großartigen
- 15:44einzigartigen Wein zu präsentieren und die passen halt irgendwie miteinander.
- 15:48Sprechen wir jetzt über Weinbegleitung oder sprechen wir über Weinempfehlung?
- 15:52Weinempfehlung.
- 15:53Also Weinbegleitung ist klar, dass die ja eigentlich immer auf die Küche abgestimmt sein sollte
- 15:57und zumindest in meinem Empfinden?
- 15:59Nein, Weinempfehlung nein.
- 16:00Es gibt halt viele Gäste, die wollen, empfehlen sie mal einen Wein, der für das ganze Menü
- 16:08passt, wo ich sage, das gibt es nicht.
- 16:10Deswegen machen wir es einfach so, dass wir jetzt einen Wein aussuchen, der sie begleitet
- 16:17durch den Abend und die Küche macht dann Iris und so funktioniert es eigentlich ganz gut.
- 16:22Was ja manchmal auch ein schöner Ansatz ist.
- 16:24Also dass wenn man eine gewisse Grundsympathie dem Wein gegenüber hat und dann hoffentlich
- 16:29der Küche, dass man seine eigene Symbiose findet und manchmal eben auch eine nicht so passende
- 16:34Situation einfach Geschmacksmunter macht und man sich darauf einlässt.
- 16:38Ja, wenn Leute Rotwand trinken wollen und durchgehen, dann trinken sie Rotwand.
- 16:43Also das bin ich der Letzte, der sagt, nee, sie müssten aber jetzt zu den Gängen in
- 16:47Weißwein trinken.
- 16:48Wenn du selber essen gehst, wie sieht es da aus?
- 16:50Bist du jemand, der Kollegen vertraut sich darauf einlässt oder sagst du, nein, ich
- 16:55schaff mir meinen eigenen Moment und kämpfe mich durch die Karte und...
- 16:58Also ich gucke schon meistens, wenn es geht, vorher online.
- 17:02Ich bin immer neugierig, was Weinbegleitung angeht, was machen die Kollegen?
- 17:08Das stelle ich eigentlich immer gerne.
- 17:10Mich interessieren auch die alkoholfreien Sachen, die die Leute machen und ich lasse
- 17:14das gerne so ein bisschen kombinieren und wenn dann irgendwie ein Wein da ist, auf
- 17:20den ich wirklich Lust habe oder sowas, dann suche ich mir den so aus.
- 17:25Also so eine Combo-Geschichte ist es in der Regel.
- 17:27Was ich total spannend fand bei deiner Karte, zumindest was ich gesehen habe, ist, dass
- 17:32ihr selbst solche Sachen wie Fruchtweine aus Finnland drauf hast.
- 17:35Ja.
- 17:36Also schon, wie kommt man darauf?
- 17:39Wird so was bestellt oder wird so was nur empfohlen oder landet es doch in der Weinbegleitung?
- 17:44Ich glaube, ich habe es bis jetzt exakt einmal so gehabt, dass ein Gast es bestellt hat.
- 17:49Ja.
- 17:50Immer einfach, weil sie vorher schon davon gehört hatten.
- 17:53Das ist halt zum Großzahlen eine Storytelling-Geschichte.
- 17:56Im...
- 17:57Meine finnische Herkunft.
- 18:00Deswegen kann ich die Sachen halt auch ganz anders erzählen.
- 18:03Und ich finde die Großartig-Geschichte gerade im Dessertbereich in der Weinbegleitung wirklich
- 18:10super, weil die einfach eine Aromatik mit, letztendlich im Süßweinbereich sind die
- 18:19Stylistiken sehr schnell abgegrast.
- 18:20Also gibt es den Stil, den Stil, den Stil, den Stil.
- 18:23Und da gibt es selten wirklich überraschende Dinge.
- 18:26Und dadurch, dass da eben auch mit Bären, zum Beispiel diese Moltebären-Geschichte,
- 18:35was hier in Deutschland ja niemand wirklich aktiv kennt.
- 18:38Also das ist ja für niemand eine Kindheitserinnerung, wie es eine Erdbeere ist oder so.
- 18:42Ja.
- 18:43Und deswegen sind die Geschmacks-Assoziationen, die Menschen haben, mit was Fremden oft viel
- 18:50offener.
- 18:51Und das finde ich super spannend, wenn dann irgendwie die Leute sagen, für sie hat es
- 18:55was von Olive und so was.
- 18:57Und dann passt es zu Dessert, die so semi-süß sind.
- 19:02Das finde ich wahnsinnig gut.
- 19:03Und es hat wirklich Storytelling und Alleinstellungsmerkmal.
- 19:07Also ich mag es gerne, ich stehe dahinter und es hat sonst keiner.
- 19:10Deswegen macht mir das dann nochmal extra Spaß.
- 19:12Läuft das über die Exotik oder sind die Sachen richtig gut?
- 19:15Die sind wirklich gut.
- 19:17Also die werden jetzt bei Finn Air First Class ausgeschenkt und so was.
- 19:20Lohnt sich so was, das zu intensivieren, also einen tieferen Blick nach Finnland zu richten,
- 19:25zumindest in deiner Betrachtungsweise oder ...
- 19:30Leider nein.
- 19:31Okay.
- 19:32Also es ist der eine Betrieb wirklich, der Outstanding ist.
- 19:36Und die anderen Betriebe sind wirklich so, wie man sich fruchtfahne vorstellt.
- 19:42Also ein bisschen so wie eingelegte Früchte in süß.
- 19:45Und das ist halt auch dauernd nicht spannend.
- 19:48Also ich meine, es gibt ja in den nordischen Ländern eine Fruchtwein- und Zweilerbewegung
- 19:56und so was.
- 19:57Deswegen, da passiert schon was.
- 20:01Aber es wird halt immer eine Supernische bleiben.
- 20:03Glaubst du auch in der Zukunft, also auch mit den ganzen Sachen wie Klimaveränderung und
- 20:08so weiter, dass der eine oder andere so gestiert ja, dass Weimbau in den skandinavischen Ländern
- 20:16in den nächsten 20 Jahren durchaus eine gewisse Präsenz und Rolle einnehmen wird?
- 20:21Ja, also aber das wird dann sein, dass dann so Laris in Südschweden angebaut wird und
- 20:27was jetzt für mich jetzt keinen Quandensprung weinbaulich darstellt.
- 20:32Also das ist einfach nur, ich meine, die Weinausschläge, die Kohlsteinen interessiert ja auch niemanden
- 20:38wirklich geschmacklich, sind die ehrlich sind.
- 20:40Also das ist eine tolle Geschichte für Touristen.
- 20:44Oder ich habe meinen Weinstock auf Sylt gepachtet und kriege da zwei Flaschen im Jahr.
- 20:51Aber das ist ja eine ganz andere Geschichte.
- 20:55Da geht es ja uns um Storytelling und nicht um das Produkt.
- 20:59Und bis wirklich in den nordischen Ländern Weine, die als Produkt outstanding sind gemacht
- 21:06werden, braucht es glaube ich deutlich mehr als 20 Jahre.
- 21:11Also wenn Sie es vorher hinkriegen, toll, aber ich erwarte es ehrlich.
- 21:17Wäre in dem Sinne auch im Wunder, selbst England hat ja wesentlich länger gebraucht.
- 21:21Da gibt es ja ernsthaften Weinbau seit den 80er Jahren.
- 21:24Genau.
- 21:25Wir haben 2025, also daher selbst da hat es fast 50 Jahre gebraucht, um diese Erzhaftigkeiten,
- 21:32diese Komplexität aufzubauen.
- 21:35Genau.
- 21:36Und England finde ich auch so ein Ding, die sind noch nicht ganz bei uns.
- 21:41Also die brauchen, also die sind, von der Qualität angeht finde ich noch nicht ganz dran.
- 21:47Du hast ja da auch einige Häuser auf der Karte.
- 21:49Also du weißt wovon du redest, sind sie rein qualitativ nicht dran oder ist es einfach
- 21:57die Preis-Leistungsverhältnisse, da die Sachen teilweise nicht günstig sind, dass
- 22:02wir bessere Produkte oder vergleichbare Produkte zu einem günstigeren Preis in Deutschland,
- 22:06in Italien, Spanien, Frankreich finden.
- 22:09Genau, das ist das.
- 22:12Also die Preise, die für mittlere Produkte abgerufen werden, dafür gibt es einfach preisschleißungsmäßig
- 22:21in Deutschland, Frankreich, finde ich bessere.
- 22:24Es gibt ein paar Outstanding einzelne Posten, wo ich sage, der Wein ist jetzt großartig
- 22:30und alleinstehend ist eben auch anders.
- 22:36Ich finde dieses anders ganz spannend.
- 22:38Aber deswegen, ich habe auch wirklich oft überlegt, ob das nicht mal offen ausschank,
- 22:46aber das stellt sich preislich für mich nicht dar.
- 22:49Also das ist einfach ein Ticken zu teuer für diese gute Geschichte.
- 22:55Wahrscheinlich auch, weil es dort mehr ein Business Case ist und nicht dieses, wir bauen
- 22:59aus einer Landwirtschaft irgendwas auf, was dann irgendwie erwächst und dann irgendwie
- 23:03besonders wird, sondern werden wir uns gleich von vornherein komplett durchkalkulierten,
- 23:07dass sich natürlich in den Preisen dann auch irgendwo widerspiegelt.
- 23:09Ja, und vor allem sind in der Champagne, ich meine, in London zahlt ja auch die Preise.
- 23:16Das ist ja nicht das Problem, aber das ist dann halt in Europa, vergleicht so halt direkt
- 23:22mit Champagner und mit Topsekt, aber in der 1.
- 23:25Lene mit Champagner und da wollen sie jetzt gleiche Geld haben für Produkte, die nicht
- 23:30ganz warm sind.
- 23:31Und das finde ich halt schwierig.
- 23:33Also ich fände es viel schöner, wenn sie ein bisschen moderater rangehen würden preislich,
- 23:40um quasi das Herz der Menschen zu gewinnen und dann nachher mit auch besser werdender
- 23:47Qualität die Preise dann anzuzählen.
- 23:50Bin ich auch gespannt, wie sich das entwickelt und was daraus wird, also wie auch sich die
- 23:54preisliche Entwicklung dort entwickelt und ich kann zwar was nachvollziehen, dass es
- 23:58so ist, wie es ist, aber um eine europäische, eine globale Präsenz zu haben, wird es vielleicht
- 24:05eine Veränderung geben, aber bin ich gespannt.
- 24:07War aber auch sehr überrascht, dass der finnische Fruchtwein, wo du eben auch sagst, das ist
- 24:12einer der besten, dass du den trotz einem relativ günstig anbietest, also für 0,7er
- 24:18Fasche 60 Euro.
- 24:19Okay, ich hätte gedacht, dass der aufgrund allein auch der skandinavischen Situation
- 24:24von Haus aus teurer wäre.
- 24:26Also die skandinavische Situation, damit willst du sagen, also erst mal, sorry, für's
- 24:35besser wissen.
- 24:36Du kannst gerne.
- 24:37Jetzt will ich drupf nachgehen.
- 24:38Ja, ich kann.
- 24:39Denn in Finnland ist es nordische Länder.
- 24:42Und du meinst wahrscheinlich, dass Alkohol teuer ist.
- 24:46Ja.
- 24:47Das ist letztendlich aber ja nur eine Steuergeschichte.
- 24:50Und das ist eine Getränksteuer, die für's Getränk, aber jetzt für die Menge gezahlt
- 24:55wird.
- 24:56Deswegen, im hochpreisigen Segment spielt das keine Rolle mehr.
- 24:59Also auch in Restaurants in Finnland ist jetzt ein riesling großes Gewächs nicht unsagbar
- 25:06teuer als in Deutschland, sondern auf Augenhöhe.
- 25:10Es macht halt viel mehr bei einem einfachen Trinkwein, einem Bier und so weiter, weil
- 25:18da einfach die Steuer eben für die Menge des Getränks gezahlt wird.
- 25:21Und gerade im Hochpreissegment spielt der 1,50 Euro pro Liter eben keine Rolle mehr.
- 25:28Was ist Wein für dich?
- 25:30Ich hab mir die Frage schon oft selber gestellt, nicht das ich vorgehabt gehört hab.
- 25:37Und das ist auch, ich finde das ist immer unheimlich schwierig.
- 25:41Also das ist, weil letztendlich es ist Freudenquell, es ist Hobby, es ist Beruf, es ist irgendwie
- 25:50das Dahinter.
- 25:51Aber letztendlich geht's auch ohne.
- 25:53Also das ist so dieses, es ist jetzt auch nicht das Al-Heimmittel, sondern es ist wirklich
- 26:01für mich eine tolle Sache zu beschäftigen.
- 26:03Das hat mir schon immer Freunde gemacht, einfach weil es so wahnsinnig vielseitig ist.
- 26:09Dass du Geschichte, Geografie, Landwirtschaft, letztendlich auch wirklich politisch und also
- 26:18die meisten Weinbaulichen Entwicklungen sind hier einfach pragmatische Entscheidungen und
- 26:24wie jetzt die Geschichte, was auch die Eisenbahnen und Drehblaus in Zusammenhang steht und so
- 26:34was.
- 26:35Finde ich sind immer tolle Geschichten, die mich fasziniert haben.
- 26:37Und dann ist es halt einfach noch ein Genussmitte und irgendwo auch eine Droge.
- 26:45Also das ist alles spannend.
- 26:47Das finde ich beim Wein so unglaublich interessant, was du gerade angesprochen hast, wie eben Drehblaus,
- 26:52die Eisenbahnen, welche Einflüsse, was wie auch welche Einflüsse auf Gebietsentwicklungen,
- 26:58auf Kaufmännische, auf politische Entscheidungen, dann im Zusammenhang mit Wein dort sind und
- 27:03wie viel man da eigentlich erzählen kann.
- 27:05Das ist eigentlich manchmal schade ist, wenn man nur, der ist auf Kalk gewachsen.
- 27:08Ja.
- 27:09Zum Besten.
- 27:10Und letztendlich sind das auch die Geschichten, die dir jetzt zu sich merken können.
- 27:15Ja.
- 27:16Also nicht der Kalk, sondern die Eisenbahn.
- 27:18Ist es dein Stil, dass du versuchst das über die Geschichten zu transportieren, über die
- 27:23Emotionen oder bist du eher der Technische, der sagt?
- 27:27Nee, ich bin mehr Emotionen deutlich.
- 27:29Hast du da eine Quelle für deine Information, dass du sagst, da kann ich das am besten oder
- 27:34wie informierst du dich, wie bildest du dich weiter, wie kriegst du die Geschichten?
- 27:37Das ist ein bisschen so Sammelsurium auf der einen Seite.
- 27:41Auf der anderen Seite wähle ich natürlich auch Sachen aus jetzt für die Weinbegleitung,
- 27:47wo ich eine gute Geschichte habe.
- 27:49Also lieber als eine, wo ich mir die Geschichte selber zusammenreihen muss.
- 27:55Aber das ist, ich finde, das ist aber auch so was, was sich so ein bisschen entwickelt.
- 28:00Manchmal gibt es dazu auch keine wirklich.
- 28:02Also manchmal gibt es zu den Feldmärkern eine wahnsinnige Geschichte ein und dann gibt es
- 28:07dann auch eher über eine technischere Seite.
- 28:10Aber ich finde spannend immer die Momente, wo man merkt, dass Leute oder die Gäste anspringen
- 28:17auf irgendeinem Teil der Geschichte und da mehr darüber wissen wollen.
- 28:20Und so ändert sich die Geschichte auch.
- 28:22Dann lese ich da nochmal nach oder sowas.
- 28:24Und dann wird die Geschichte größer und anders und so.
- 28:29Das macht mir großen Spaß.
- 28:30Wer findest du es am meisten für dieses Storytelling verantwortlich, ist es der Winzer, dass er eigentlich
- 28:38eine gewisse neben dem erzeugendes Produkt ist, eine gewisse Grundverantwortung hat, auch
- 28:42dem einen Raum zu geben, auch den einen Begründung, einen Backbone oder was auch immer zu vermitteln.
- 28:49Oder es ist der Händler, sollte es der Händler sein, der versuchen sollte in gewissem Mehrwert
- 28:55dafür zu schaffen, dass er sich dieses Produkt verkauft.
- 28:58Oder ist die Verantwortung dann rein bei uns, bei den Zombies, die aufgrund der Situation
- 29:04einem Restaurant versuchen sollten, eine Story darum aufzubauen und zu inszenieren, ein Theaterstück
- 29:11aufzuführen oder wie auch immer.
- 29:13Ich find, es liegt bei uns.
- 29:15Also das ist vor allem, kann man das für mich auch nicht vergleichen, weil ich finde, der
- 29:22Winzer erzählt eine andere Geschichte.
- 29:24Er erzählt ja, dass quasi was den Wein unterscheidet von seinen anderen Weinen.
- 29:29Weil die Lage X, Y eben so ist und die andere so.
- 29:33Oder der eine im Holz ausgebaut, der einen im Edelstahl und so.
- 29:39Das ist ja quasi ein viel engerer Kontext, wie vergleiche ich meine Kinder miteinander.
- 29:47Beim Händler ist ja schon eine gewisse Vorauswahl und ich muss sagen, die Händlergeschichten
- 29:55sind mir in der Regel die am wenigsten lieben, weil die eben oft auch was mit Verkaufsdruck
- 30:03zu tun haben.
- 30:04Und ich find letztendlich für die Geschichte am Abend sind wir als Sommerjahr zu antworten.
- 30:11Niemand.
- 30:16Nein, das ist Anmassen.
- 30:29Aber kaum jemand kennt einen Weißwein aus einem der berühmtesten Rotweinanbaugebiete dieser
- 30:34Weinwelt.
- 30:35Er ist sogar Olivenöl aus den Beugeris verbreiteter und bekannter als Weißwein.
- 30:40Und es ist kein Mysterium, es ist kein Enigma.
- 30:44Es ist keine Muse eines der bekanntesten Produzenten des Weinuniversums.
- 30:48Welches?
- 30:49Einen der Leuchttürme der Supertaskens, dem Weingut On Liar.
- 30:54Lass uns zurückblicken, es war 1981 als Marqueso Lodovico Antinori, ein Mann mit einer Vision
- 31:00die Küstenlandschaft Beugeris betrat.
- 31:02Aus einer der ältesten Wein, den das Tintay entstand, wollte er etwas schaffen, dass
- 31:08die strengen regelnde Toscanischen Weintraditions sprengte.
- 31:11Inspiriert von den großen Weinbordos, pflanzt er 1982 die ersten Rebstöcke von Cabernet-Somio,
- 31:19Merlon Cabernet-Fran, auf den Kadenböden Beugeris.
- 31:22Ein Terror hat das damals noch ein Geheimtipp war.
- 31:26Sein Ziel?
- 31:27Die eleganzen Struktur eines Bordos, mit dem Mediterranean Seele der Toscanern zu vereinen.
- 31:32So wurde On Liar geboren.
- 31:34Ein Weingut, das heute als Inbegriff der Supertasking gilt.
- 31:38Die ersten Jahrgänge des Flaggschöpfweines On Liar, 1985 auf den Markt gebracht, eroberten
- 31:44die Welt im Sturm.
- 31:461998 gründete der Wine Spectator, den On Liar zum besten Rotwein der Welt, Einmeilenstein,
- 31:53der das Weingut in die internationale Spitze katapultierte.
- 31:57Unter der Leitung von Axel Heinz, der von 2005 bis 2023 das Weingut prägte, später Olga
- 32:02Fusari und aktuell Marco Balzomelli entwickelte sich On Liar zu einem Synonym für Präzision
- 32:08und Ausdruckskraft.
- 32:09Die Philosophie war klar.
- 32:11Jede Parzelle, jede Traube, jeder Jahrgang sollte das Beste des Terroirs widerspiegeln.
- 32:18Doch On Liar, und damit komme ich zurück zum Beginn, ist mehr als ein Rotwein.
- 32:24Mit dem Pocho, Allegasse, der On Liar, wartete das Weingut einen mutigen Schritt in die
- 32:28Welt der Weisweine.
- 32:29Die Entscheidung, 2008 Sauvignon Blanc anzuflanzen, war kein Zufall, sondern eine bewusste Erweiterung
- 32:35der Palette.
- 32:36Inspiriert von der Erkenntnis, dass Beugeris Terroir auch für Weisweine außergewöhnliches
- 32:41Potential birgt.
- 32:42Und heute?
- 32:43Heute steht der Pocho Allegasse, den On Liar, als Beweis dafür, dass On Liar nicht nur
- 32:48die Kunst der Rotweinemeister, sondern auch Weisweine mit derselben Hingabe und finesse
- 32:54gestaltet.
- 32:55Der Pocho Allegasse 2023 ist ein Blend, der von Sauvignon Blanc dominiert wird.
- 33:01Und er wird ergänzt durch Wermettine und Vignet.
- 33:04Was für eine konginiale Kombination!
- 33:07Der Sauvignon Blanc verleiht den Wein frische und die sandigen, lemigen Böden, die Meeresnirre,
- 33:13verstärken seine aromatischen Intensität ohne die Säure zu schwächen.
- 33:16Wermettino bringt eine salzige Mediterranennote und der Vignet verleiht den Blend eine florale,
- 33:22leicht exotische Nance.
- 33:23Das sind wahrscheinlich die Böden.
- 33:25Das Teil ist vulkanische, zum Teil von Schwemmland geprägte, erinnert an die Ursprünge des etruskischen
- 33:31Weinbaus vor 2000 Jahren.
- 33:33Die Trauben stammen aus drei sorgfältig ausgewirrten Parzellen, der im Böden eine Mischung aus Sand,
- 33:39Lehm und Schwemmland verleihen den Weinstücken Struktur und mineralische Frische.
- 33:45Ja, und sie spiegeln perfekt, das maritime Klima beugert es wieder.
- 33:49Sein heißen Tag in den kühlen Nächten und sorgen für eine langsame und gleichmäßige Reifung.
- 33:55Dies intensiviert die Aromen ohne die Säure zu opfern.
- 33:59Lesen natürlich von Hand, jede Parzelle wird zum optimalen Reifezeitpunkt geerntet.
- 34:04Nach der sanften Pressung, die sich teilweise über 9 Stunden hinzieht, wird der Most weitere
- 34:1012 Stunden lang sedimentieren gelassen.
- 34:12Erst danach beginnt die Geherung.
- 34:14Teilt es in Edelstahl, teilt es in Zement.
- 34:15Zu 25% gehrt der Wein in neuem Bariks.
- 34:19Weitere 25% im Gebrauchten.
- 34:22Die Temperatur bleibt konstant bei maximal 22 Grad, um die Frische zu bewahren.
- 34:26Anschließend reift der Wein weitere 6 Monate auf der Feinhefe.
- 34:30Regelmäßige Batonage verleihen in Cremigkeit und Tiefe.
- 34:33Nach einer leichten Klärung ruht der Wein weitere 12 Monate in der Flasche.
- 34:38Erst dann betritt er die Bühne.
- 34:40Sensorisch ist der Porccio alle Gasse.
- 34:422023 ein Erlebnis.
- 34:44Die Nase öffnet sich mit strahlenden Citrusnoten, Salz-Zitrone, Limette und einer Haufe von
- 34:50Passionsrot.
- 34:51Und er malt für das ganze von subtiler Vanille und ganz fein in aber präsenten Blütennoten.
- 34:58Und kaum üppig, aber nicht schwer.
- 35:01Die Textur ist geschmeitig, säurelebendig, die Struktur klar und präzise.
- 35:04Ein Erlebnis für die Sinne.
- 35:06Ein langer mineralischer Abgang.
- 35:08Runde das Profi nicht nur ab, es prägt es.
- 35:11Dieser Wein ist jetzt zugänglich und wird in den nächsten 5 bis 10 Jahren an enormer
- 35:16Komplexität gewinnen.
- 35:17Und dieser Porccio alle Gasse, den Ornenei, ist mehr als nur ein Weißwein von Ornenei.
- 35:22Er ist ein Statement.
- 35:23Beugery kann Weißwein hervorbringen, die mit dem Besten der Welt konkurrieren können.
- 35:28Anders als viele andere toskanische Weißweine, die durch üppige Frucht oder opulente Holznoten
- 35:32beeindrucken.
- 35:33Setzt Porccio auf Eleganz und Klarheit.
- 35:35Seine mediterrane Wärme.
- 35:37Seine Reife frucht seine sonnige Fülle.
- 35:39Trifft auch Bordelezerpräzision.
- 35:41Eine Präzision, die an große Weißweine aus Pesac Leonion erinnert.
- 35:45Die Geschichte von Ornenei wird noch einmal aber anders geschrieben.
- 35:49Weiß.
- 35:50Vielen lieben Dank für dieses so besondere und komplett neu definierte Weinerlebnis.
- 35:55Dem Hause OnLayer und dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 36:00Hast du da ein Stil?
- 36:11Also dass du sagst, für mich ist immer entweder der geschichtliche Aspekt oder das Surrounding
- 36:16dieses Beines wichtig oder sind es für dich eher Metapher, die du versuchst zu finden,
- 36:20zu Musik, zu Fußballspielern, hinzustätigen oder was auch immer.
- 36:26Oder gibt es da gar nicht so das Rezept schlechthin, sondern du versuchst?
- 36:30Nie gibt es nicht bei mir.
- 36:32Also deswegen, was du jetzt genannt hast, ist eigentlich alles Sachen, wo ich sage, ja,
- 36:35habe ich alles schon mal benutzt.
- 36:36Und ich finde, da ist es halt auch wichtig, dass immer der, der, also für mich ist die
- 36:43Weimegeleitung immer so ein Gesamtkontext.
- 36:47Also dass man, also wohl geschmacklich als auch vom Storytelling, also dass man nicht
- 36:53immer denselben Ansatz hat.
- 36:54Für mich ist im Storytelling das Allerwichtigste zu erzählen, warum ich den Wein ausgesucht
- 37:02habe.
- 37:03Also warum geschmacklich zu welchen Komponenten.
- 37:05Und das ist mir auch viel wichtiger als der Winzername.
- 37:10Also das ist letztendlich auch nicht das, was die Leute sich merken können.
- 37:15Jetzt da mit Alkoholvolumenprozent und so was finde ich nicht wichtig.
- 37:22Also da, wo es wichtig ist, klar, wird es auch genannt.
- 37:27Aber sonst nicht.
- 37:29Und ich meine, die Leute, die sich für Details interessieren, die fragen das schon.
- 37:34Und aber letztendlich ist es ja, will ich ja wohlfühlen, vermitteln und das geht eben
- 37:43mit einer abwechslungsreichen Geschichte am besten, die aber auch nicht zu viel sein
- 37:49hat.
- 37:50Das finde ich ist so das, wo man auch darauf achten muss, dass es irgendwie die Geschichte
- 37:54nicht zu lang wird.
- 37:55Das ist total interessant, weil das hatte ich vor zwei Tagen, als ich liebe Gäste bei
- 38:01einer Abendveranstaltung bei Gerrit Steiner Wine Places in Stuttgart wieder getroffen
- 38:06habe und die mir gesagt haben, wir hatten damals vor, lass es 20 Jahre, also 20 Jahre
- 38:12überlegt dir es mal gewesen sein, da waren wir bei ihnen, da weimbar.
- 38:15Und wir hatten einen Nachmittag verbracht und da haben wir ein Wein getrunken, wo der
- 38:20Winzer fünf Jahre davor an seinem 54. Geburtstag in der Karibik betrunken vom Boot gefallen
- 38:26ist und tot war.
- 38:27Also es war nicht in erster Linie der Wein, den sie angesprochen hatten, wir hatten damals
- 38:32ein 2002er Angel, sondern es war die Story, dass der Winzer mehr oder weniger sein Geburtstag
- 38:38anders gefeiert hat, nämlich Unterwasser.
- 38:40Das ist ja im Prinzip genau das, was spiegelt, also dass die Story damals wichtiger war,
- 38:46also so traurig wie die ist, also aber dass in Erinnerung geblieben ist und sie haben
- 38:50den Wein natürlich dann benannt und das fand ich eigentlich so, wo ich dachte, ja genau,
- 38:55das geht eigentlich mehr ums Inszenieren und um das Vermittelte der Emotionen und das
- 39:02über das, was den Wein vielleicht ausmacht, den Winzer ausmacht, das, was man sich vielleicht
- 39:07auf einer anderen Ebene merken kann, also rein technisch und so statisch zu bleiben.
- 39:10Und was mir auch immer wichtiger wird in dem Zusammenhang ist dieses, das Gefühl, also
- 39:21dieses Mundgefühl, wie wirkt der Wein auf mich, finde ich viel wichtiger oder der Grund,
- 39:28weshalb ich ihn zu einem Gang aussuche, ist das für mich jetzt immer mehr im Vordergrund
- 39:32als jetzt irgendwelche Primärfruchtaromen oder so was, falls das letztendlich auch das
- 39:37ist, das ist das, was der Garten mitnimmt.
- 39:39Ja, also die Empfindung dann an den, am Gaumen in der Präsenz, in der Struktur, in der Tiefe,
- 39:46war für mich auch eine ganz große Veränderung in der Weinbeschreibung.
- 39:50Komplett weg von der aromatischen Beschreibung, nicht komplett weg, aber das eher der Sigg und
- 39:54der, hin zu der rein kustatorisch welches Gefühl habe, dass die Aromatik an teilweise
- 39:59Lügen kann hervorgerufen werden und die Kustatorik transportiert doch mehr Authentizität in
- 40:04dem Wein und wird intensiver wahrgenommen, aber auch unbewusster wahrgenommen.
- 40:08Genau.
- 40:09Hast du da gewisse, wie du sagst, es ist für mich eine gewisse Art von auch Inszenierung
- 40:18oder gewisse Präsentation des Weines vom Service selber.
- 40:22Punkte wo du sagst, das macht meinen Stil aus, das ist meine Handschrift, diese Ansätze oder
- 40:29diese Punkte möchte ich bei meinem Service immer darstellen, reflektieren oder das ist
- 40:34mir vom Service Aufwand wichtig?
- 40:36Also wir arvinieren bei uns alle Gläser, also außer Warmegleitung.
- 40:46Aber jetzt flaschen wir alle, aber jetzt nicht nach Wertigkeit oder so was, das ist mir
- 40:50wichtig und habe dazu auch schon tolles Feedback bekommen.
- 40:55Das ist irgendwie ein tolles Zeichen für Respekt, dass ich eine halbe Flasche röderer
- 41:01Kollektionen genauso aviniere wie ein DRC.
- 41:08Und deswegen, ich finde es auch, letztendlich mache ich es mir selber auch einfach damit.
- 41:13Also wenn ich es immer mache, dann muss ich nicht überlegen, mache ich es bei dem jetzt
- 41:16oder bei dem, sondern ich mach es halt einfach immer.
- 41:19Bei welchen Weinen, wann hört die Grenze auf und nee, der kostet 99, 50, ab 100 Euro
- 41:25abminieren wir.
- 41:26Aber das ist glaube ich auch ein schöner Moment, wo man einfach in die Kommunikation mit dem
- 41:30Gast gehen kann, dass man, du machst es vor dem Gast oder machst du es im Backoffice?
- 41:34Nein, genau.
- 41:35Nein, vor dem Gast.
- 41:36Genau, also wir haben fast an allen Tischen so kleine Gehre-Dance, wo das am Tisch funktioniert.
- 41:43Und die Zeit, um den Gast zu verbringen, ist ja auch der Mehrwert, den man dann irgendwo
- 41:46transportiert und...
- 41:47Genau.
- 41:48Und das ist ja gerade auch der Unterschied.
- 41:49Jetzt wenn jetzt keine Ahnung, ein Zweiertisch da ist, die wirklich eine Flasche Wein trinken,
- 41:55dann hat man das eine Verkaufsgespräch und ist dann im Prinzip raus.
- 41:59Also da ist es sehr schwierig, dann eine Bindung über den Abend aufzubauen, den ich an einem
- 42:06Tisch mit einer Weinbegleitung ganz anders habe oder jetzt an einer Sechserrunde, die
- 42:11zu jedem Gang, jedem zweiten Gang sich eine neue Flasche Wein bestellen und wo wir es
- 42:16immer drüber sprechen.
- 42:17Und das finde ich dann auch manchmal schade, gerade so Gäste zu denen ich es nicht schaffe,
- 42:24eine Beziehung aufzubauen im Laufe des Abends, weil sie eben nur in Anführungsstrichen ein
- 42:30Bier und ein Wasser trinken oder so.
- 42:32Weil ich dann im Zweifel gar nicht die Zeit habe da an den Tisch zu kommen.
- 42:35Was ist dein Grundanspruch, dass du sagst, ich möchte jede Weinkarte zu den Gästen bringen,
- 42:42jede Weinempfehlung machen oder kannst, musst, möchtest du auch abgeben, das transportieren
- 42:49und damit Arbeiter mit einbinden?
- 42:50Oh, ich möchte gerne abgeben.
- 42:52Also da habe ich keinen Anspruch.
- 42:54Also Anspruch ist, dass die Gäste sich wohlfühlen.
- 42:56Die sollen nicht auf eine Weinkarte warten, nur weil der Sommelier jetzt gerade an einem
- 43:01Tisch ist.
- 43:02Da hätte ich kein Verständnis für.
- 43:05Du hast den Laden ja mehr oder weniger mit aufgebaut.
- 43:08Von Weinseite, was war für dich da wichtig?
- 43:11Also dass du sagst, die und die Gläser brauche ich, alles Mund geblasen, eher maschinefertigte
- 43:17Gläser oder Maschine geblasen?
- 43:18Die Gläser gab es schon.
- 43:19Also die Entscheidung war schon, also die Szenz habe ich im Juni aufgemacht, 21.
- 43:25Ich kam im November erst dazu.
- 43:28Also ich hatte dann auch, hatte Vorstellungsgespräche im August und hatte eben noch mit drei Monaten
- 43:37Kündigungsfrist, da eben noch ein bisschen Zeit bis dahin.
- 43:42Und da waren die Gläser, es standen schon.
- 43:44Aber mit denen komme ich gut zurecht.
- 43:48Was habt ihr?
- 43:49Das sind Tridel, die Performance-Serie.
- 43:54Aber die waren zu dem Zeitpunkt die dünnste Maschine geblasene Serie, die es gab.
- 44:01Und sehr klassisch von der Formensprache.
- 44:04Was ich schön finde, weil die sehen nach dem Glas aus, was man sich vorstellt.
- 44:12Und haben eine tolle Balance, das ist mir immer wichtig.
- 44:16Und finde ich passend gut.
- 44:19Also habe ich auch.
- 44:21Die haben diese leichte Wölbung, ich weiß nicht, ob du die präsent hast.
- 44:24Ich habe die präsent, ja.
- 44:25Ich brauche auch noch die Mans dann halt so ein bisschen funkier, also dieser Schliff.
- 44:31Ist das wichtig für dich, Gläser im Allgemeinen?
- 44:33Oder sagst du, ich habe so lange gewisse Grundanspruch gegeben, arbeite ich mit dem, was gegeben ist.
- 44:39Es ist natürlich wie eine Kleidung für den Wein, aber ich hänge mich daran nicht auf.
- 44:44So würde ich es eher sagen.
- 44:46Also ich mache da kein großes Thema draus.
- 44:49Wichtig ist, dass es funktioniert.
- 44:51Beim Sekt gibt es unterschiedliche Gläser, oder ich frage nach, was die Gäste für,
- 44:56oder bei Schaumweinen, was die für Gläser haben wollen.
- 44:59Und da gibt es dann Rieslingen oder Chironiglas, oder eben das Sektglas, wenn sie mögen.
- 45:05Aber dass ich jetzt zu dem Wein unbedingt die Josephinehütte haben muss,
- 45:13und zu dem anderen Wein unbedingt Zaltdor und so was, das ist mir zu weit hergeholt, muss ich sagen.
- 45:20Das ist dann, finde ich, auch nicht mehr schön.
- 45:24Also ich finde, das muss ja irgendwie alles aus einem Guss sein und rund.
- 45:28Und das funktioniert vielleicht in kleiner.
- 45:33Also wo ich dann ein Restaurant habe, irgendwie so etwas wie diese Tresenrestaurant,
- 45:40wo dann 12, 14 Plätze am Tresen sind, wo du dann halt für jeden Gast möglicherweise in unterschiedliche Schränke hast.
- 45:49Was ist dir sonst wichtig beim Service?
- 45:52Also das Abinieren, dann ist es Lüftendekantieren bestimmte Tools, die du großartig findest,
- 45:59wo du sagst, ein Kentkau um jemand oder manche, wo du sagst, völlig überflüssig.
- 46:04Zum Allgemeinen.
- 46:06Also Wein ist ja eigentlich auch Wein-Service so extrem beschränkt.
- 46:10Ich bin immer neugierig.
- 46:11Was ist da gibt, was sonst vielleicht keiner macht?
- 46:13Nein, da habe ich, da habe ich, glaube ich, ich wüsste nicht, was da, wildes Gel.
- 46:20Also Lüftenkaraffieren ist jetzt bei mir keine große Nummer, ich mag es am liebsten selber auf der Flasche.
- 46:26Und also ich mache es natürlich, aber ich spreche da immer mit den Gästen darüber, wie sie es mögen.
- 46:31Und bei manchen Weinen passt es einfach besser, wenn man sie karaffiert.
- 46:35Und dann schlage ich das auch so vor.
- 46:38Oder ich finde, dass es bei manchen Wein einfach besser passt.
- 46:43Und bei manchen ist es für nicht gehobst wie gedupst.
- 46:47Und das ist dann auch gut so.
- 46:50Dann können die Gäste sich das dann auch so.
- 46:52Was ich vielleicht mehr benutze als andere, ist diese ganz einfache, dieser Spannungs-Tier.
- 47:02Den habe ich in meiner Tasche.
- 47:05Aber irgendwie nicht den Durant, sondern den hole ich nur, wenn ich irgendwas kaputt gemacht habe und wieder reparieren muss.
- 47:15Aber mit der Doppelklinge, mit der Spannung lässt sich das halt minimieren.
- 47:23Und meistens ist es ja so ein unbedarfter Moment, dass man dann sich nicht bewusst ist, wie alt die Flasche ist, die man gerade öffnet.
- 47:33Aber wie weit man jetzt den Korkenzier rein dreht, weil man im Gespräch ist,
- 47:37und dann so happler hat man den halben Korken in der Hand.
- 47:41Und wenn man sich konzentriert und quasi sich immer bewusst macht, was für eine Flasche man gerade öffnet,
- 47:49dann funktioniert es eigentlich mit dem richtigen Werkzeug ja auch ohne das jetzt.
- 47:54Auch ein alter Korkenwerk bruselt.
- 47:57Ich mag diese Spannkorkenzier auch total gerne, wer ich irgendwie das Gefühl habe.
- 48:02Und wenn man den Korken nicht durch Bord, wenn man den ruhig ist,
- 48:07und dann durch dieses langsamere Drahen, was man ja teilweise mit dem macht,
- 48:13reinigt man ja auch so ein bisschen den inneren Flaschenhals mit dabei,
- 48:17was eigentlich auch gar nicht unwichtig ist von dem, was da sonst irgendwie noch dran klebt,
- 48:22oder an Gleitmitteln oder sonstigen noch mit dabei ist.
- 48:26Ich glaube, das ist ein nicht unwichtiger Punkt.
- 48:28Und ich finde, es hat eine andere Ästhetik.
- 48:30Meinst du ernst, dass man reinigt den Flaschenhals?
- 48:32Ich glaube ja.
- 48:34Beim Reindrücken nicht auch ein bisschen was?
- 48:36Oder verspürt das?
- 48:38Ich weiß es nicht.
- 48:39Oder war für mich immer so eine Erklärung, wo ich gesagt habe, manchmal ist das ganz schön dabei.
- 48:44Ich weiß nicht ob man das...
- 48:45Das klickt gut.
- 48:46Ja, ja, eine Story, bis man es probiert hat.
- 48:50Aber ich fand es teilweise signifikant, wenn man zum Beispiel Dropsops nimmt und ein Wein aus einer Flasche mit Dropsop ausschränkt,
- 49:00eine ohne, wenn die relativ frisch ist, also vielleicht irgendwie 2, 3 Jahre,
- 49:06was also dieses über den Dropsop gleiten und daher raus,
- 49:11anstatt am Flaschenhals die Wein teilweise wesentlich anders beziehungsweise freier schmecken.
- 49:17Also gerade die ersten 1, 2 Schlüchchen später ist ja abgewaschen, dann schon gravierend anders sind
- 49:22und das wäre jetzt so meine Erklärung für den Spankkorkens hier auch,
- 49:26wenn man das so rausträgt, dass man so das Innerlich ein bisschen reinigt.
- 49:30Aber das mit dem Dropsop habe ich noch nie gehört, das finde ich ganz spannend.
- 49:34Marielin Krebs hat mir das damals vermittelt und sagte, achte mal drauf und seitdem, ja,
- 49:40kann man ja viel hin und her diskutieren, ob es nur zum Einschenkung ist, aber für mich war es immer so ein Schutz des inneren Flaschenhalts und somit das Wein ist.
- 49:50Und dann halt wichtig, dass man die Dropsop danach sauber macht, in der nicht durch 15 Flaschen durchgeht.
- 49:56Ja, ich mag Dropsop nämlich eigentlich gar nicht.
- 49:59Okay.
- 50:00Ja.
- 50:01Weil das meistens auch so ein Ding ist, da wischt man dann einmal drüber und steckt es dann irgendwie ein
- 50:06und dann ist es in der Tasche irgendwie staubig und dann und es sind halt, ob es wäre bei Aufdrücke drauf und so was.
- 50:13Also ich mag Dropsops nicht so gerne.
- 50:15Nein, ich war der große Fan von nicht so jetzt aus diesem Grund und man kann ja so weit in die Flasche reinschieben, dass man es kaum sieht.
- 50:20Man vergisst es dann meistens und schmeißt es dann mit weg, aber so teuer sind die ja auch nicht.
- 50:24Aber ja, es ist manchmal so eine Philosophie-Sache oder ist man einfach so ein Auslöserbrauch?
- 50:29Ich muss es auch einmal, ich habe es jetzt wirklich auch lange nicht bewusst zusammenprobiert, also bei mitten und ohne Dropsops.
- 50:35Ob es mich immer noch so beeinflusst, ob es damals so eine ...
- 50:39Man bildet sich ja irgendwas ein oder meint irgendwas zu erkennen und lebt es dann so automatisch über Monate Jahre.
- 50:47Ich werde es mal nachprobieren.
- 50:48Ja, ich fange.
- 50:49Aber fand ich damals also sehr, sehr großartig.
- 50:52Ich spreche jetzt in der Vergangenheitsform, weil du ja gerade wahrscheinlich nicht jeden Tag eineinhalb Flaschen trinkst.
- 50:58Wann hast du weigedrucken?
- 51:00Also wann war für dich so ein Wine Moment?
- 51:02Also ich sehe das jetzt eher als Pause, aber ich sehe das jetzt nicht, aber als ...
- 51:07Und ich sehe auch erst zwei Wochen her, also deswegen ...
- 51:10Oder drei Wochen, deswegen.
- 51:12Wurde dir eine Niere entnommen, soweit ich das?
- 51:15Genau.
- 51:16Kannst du ganz normal Wein danach weiter trinken, oder ist das ...
- 51:19Ah, schön, toll.
- 51:21Genau, keine Lieber.
- 51:23Also, Niere macht nur die Flüssigkeit.
- 51:27Ja.
- 51:28Und nee, nee, doch schon.
- 51:30Also ich habe jetzt noch keinen getrunken danach.
- 51:33Ich habe vor, keine Ahnung, drei oder vier Tagen die erste Weinflasche geöffnet.
- 51:38Da habe ich einen Wein genommen zum Kochen.
- 51:40Und fand dann das Öffnen schon so schön.
- 51:43Also das war schon so eine Bewegung oder so ein Ritus, den ich vermehrte.
- 51:51Ja, ja, ja, ja, schön.
- 51:52Herrlich, toll.
- 51:54Und also es war auch ein Wein, der da wirklich stand, damit ...
- 51:58... mit ihm gekocht hat, aber das war jetzt ...
- 52:00... aber ich habe trotzdem dann geschnuppert und fand das ...
- 52:04Also ich habe das Gefühl, dass ich sehr viel intensiver rieche jetzt.
- 52:09Also ohne Frage, wenn man da ein Stückchen von ...
- 52:12... von weg ist, dass man es intensiver riecht.
- 52:15Ich weiß auch nicht, was besser in unserer Situation ...
- 52:18... als Fachmenschen ist.
- 52:20Dieses, ich sage mal, fast jungfräuliche Wahrnehmung,
- 52:23was du jetzt dort in der Situation hast.
- 52:26Oder dieses manchmal schon zu eingetrunken und zu ...
- 52:30... desensibilisiert sein, wäre ich meinem hier einzubilden, ...
- 52:35... dass viele Gäste gar nicht so diesen Feinsinn für Wein haben.
- 52:41Und wir damit auf einer Geschmacksebene mit ihnen sind ...
- 52:45... und den Wein in ihrem Sinn beschreiben können ...
- 52:47... und nicht in diesem Hochsensiblen.
- 52:49Weißt du, was ich damit mein oder war das jetzt so kryptisch?
- 52:52Was du meinst, aber ich weiß gar nicht, ob ich da einverstanden bin.
- 52:58Weil ich finde, das sind ein bisschen zwei Paar Schuhe.
- 53:01Einmal dieses, wie sensibel man in dem Moment ist ...
- 53:04... und dann einmal dieses, wie sensibel meine Sprache ist.
- 53:08Und dann einmal noch dieses, bin ich geschult auf Aromen zu achten ...
- 53:14... oder lebe ich einfach so vor mich hin und nehme einfach alles hin, ...
- 53:19... was da kommt, sei es jetzt Fernsehprogramm, Essen, Trinken ...
- 53:25... und Konsumiere das einfach.
- 53:27Und ich denke, das sind eben viele Gäste.
- 53:29Und da ist es dann egal, ob du hochsensibel bist oder nicht.
- 53:32Sondern das ist dann, mir geht mehr um Grundrauschen.
- 53:36Also zum einen bin ich jetzt erleichtert, dass du auch wieder Wein trinken kannst.
- 53:41Weißt du, wenn man das selber nicht betroffen ist, ...
- 53:43... dann wie weitreichend das ist oder wie intensiv das einem beeinflusst.
- 53:48Wann trinkst du Wein? Also wann ist für dich ein Wine Moment?
- 53:51Also entweder so ein Gläschen ...
- 53:54Also für mich ein Glas Feierabend auf jeden Fall, in der Regel immer.
- 54:00Ist dann auch mal ein Bier oder so.
- 54:03Aber das ist auch so ein Team Moment, finde ich dann nochmal zusammenstehen, sitzen ...
- 54:10... und quasi den Tagsrevy passieren lassen.
- 54:14Und sonst in allen möglichen Situationen.
- 54:18Also ich bin jemand, der immer gerne Wein getrunken hat.
- 54:21Ist das dann immer ein besonderer Wein oder gibt es da auch ...
- 54:24... oder du sagst, heute ist mir nach Hießling Gutswein abititlich?
- 54:30Ich muss sagen, da bin ich jetzt zu Hause, bin ich sehr pragmatisch, ...
- 54:34... dass es eigentlich immer darauf kommt, was gerade da ist.
- 54:38Also ich bin auch jemand, der mich gerne Rikling schaute trinkt.
- 54:43Und das muss jetzt nichts ...
- 54:46Das muss dann ein guter Schorle Wein sein, mit einem guten Schorle Wasser.
- 54:51Was zeichnet das aus?
- 54:54Schelly hat das schon mal erklärt, war einer Folge.
- 54:59Ich bin auf deine Interpretation gespart, was ein guten Schorle Wein ausbacht, ...
- 55:02... was ein Schorle Wasser darstellt und was ein guter Schorle Glas ist.
- 55:06Ein Schorle Glas ist ein Dürre Glas.
- 55:09Jahrhunderte bewährt.
- 55:13Das muss man sich auch gar keine Gedanken übermachen.
- 55:17Dann ein Schorle Wein ist für mich ein Riesling.
- 55:21Trotz der Säure, mit der Kohlsäure.
- 55:24Ein gespritzer Schorle Wein ist Riesling.
- 55:27Für mich ist auch Riesling Schorle, die einzige Schorle, die als Schorle gilt.
- 55:31Also man kann jetzt mit einer süß gespritzten Weißherbstschorle ...
- 55:36... und so was, ist halt ein anderer Paranet.
- 55:40Ein guter Schorle Wein darf nicht anstrengend sein.
- 55:46Der muss schon eine gute Sorge mitbringen, ...
- 55:51... dass er eben dann auch in der Mischung noch da ist.
- 55:55Ich mag es persönlich nicht so gerne, wenn der dann diesen molligen Fruchtkörper hat.
- 56:02Also ich habe es ...
- 56:06... der Stefan Christmann hat mir jetzt erzählt zur Weinbörse, ...
- 56:10... dass die jetzt ein Schorle Wein gemacht haben.
- 56:13Und da bin ich auch erst ausgespannt drauf.
- 56:15Ach, ein Weidexpecit für Schorle.
- 56:18Ja genau, also kleine Serie.
- 56:20Aber wirklich mehr als Spaß.
- 56:22Für sich selber glaube ich ursprünglich.
- 56:25Und da bin ich echt sehr gespannt.
- 56:28Okay, wie heißt der? Weißt du das?
- 56:30Nee, keine Ahnung.
- 56:32Ich denke, der heißt Schorle Wein oder Weißherbstschorle.
- 56:36Okay.
- 56:38Genau, und das Wasser muss eben viel Kohlensauer haben.
- 56:42Und ich finde es ganz gut, wenn es mineralisch ziemlich kraftvoll ist.
- 56:50Also eben auch ein Wasser, was ich nicht so trinken würde.
- 56:55Welche Anstrengung ist?
- 56:57Genau, oder diese zu viel Kaltzium.
- 57:01Das ist ja bei manchen Wasser, die wirklich so eine ganz harte Perle haben.
- 57:05Das kannst du doch eigentlich nicht trinken.
- 57:08Das finde ich in der Regel genau, die gut für Schorle sind.
- 57:11Ah, super.
- 57:13Ich glaube, ich muss Ihnen noch mehr dem Schorle-Thema widmen.
- 57:16Das ist ein echt wichtiges Thema.
- 57:19Habe ich immer krass vernachlässigt.
- 57:21Und ja, es kann gerade so am Nachmittag oder am frühen Abend ...
- 57:25... oder vor allen Dingen, was ich spannend finde, zum Tagesausklang.
- 57:30Bevor man irgendwie noch eine Flasche und es wird dann zu viel,
- 57:33dann so eine Schorle zum vitalisieren und zum revitalisieren.
- 57:37Also finde ich durchaus spannend.
- 57:39Ja.
- 57:40Sommer hat er erst begonnen.
- 57:42Für dich ein Sommer-Thema oder auch im Winter-Schorle?
- 57:45Auch im Winter-Thema.
- 57:46Auch im Winter, okay.
- 57:48Habt ihr das gemacht zum Feierabend, dass ihr euch nochmal zusammensetzt,
- 57:51was sich großartig findet oder die Tage revue passieren lasst?
- 57:54Und nicht jeder ist irgendwie nach dem mal seinen Besteck poliert hat nach Hause gegangen?
- 57:58Dass ihr den Tag dann habt, Nachsinn?
- 58:00Ja.
- 58:01Ah, toll.
- 58:02Bei uns in der Fans ist das normal, ja.
- 58:03Cool.
- 58:04Ist natürlich auch ein bisschen der Tatsache geschuldet,
- 58:07dass wir auf dem Land sind.
- 58:09Und viele im Haus wohnen, in Personalzimmern oder in der näheren Umgebung.
- 58:17Und deswegen hast du immer ein Grundstock von Leuten, die da sind.
- 58:22Also das ist ja anders, wenn man jetzt in Berlin oder München oder Hamburg wäre,
- 58:27wo dann der eine mit der S-Bahn noch eine halbe Stunde fahren muss,
- 58:31und der andere den Nachtbus nimmt oder sowas.
- 58:33Da ist man näher in die Zeiten gebunden.
- 58:35Und da sind die alle schnell weg.
- 58:36Nur ist Service intern oder auch mit der Küche zusammen?
- 58:39Das ist Service-inter.
- 58:41Also die Küche ist halt eher fertig.
- 58:44Die haben ihre Momente dann meistens schon gehabt, wenn wir so weit sind.
- 58:47Ab und zu ist da noch einer über von denen.
- 58:50Aber...
- 58:51Glückwunsch.
- 58:53Einmal in der League.
- 58:56Genau, das ist ja auch keine Abgrenzung, sondern einfach nur ein anderer Rhythmus.
- 59:02Mögt ihr euch?
- 59:04Küche und Bahn?
- 59:05Sperrstliche?
- 59:06Ja, unbedingt.
- 59:08Also diese klassische Trennung, die man immer so hochstilisiert hat,
- 59:13die gibt es gar nicht mehr, dass es zwei Fronten gibt.
- 59:16Ich glaube, die gibt es schon, aber das ist dann einfach dumm Menschen geschuldet
- 59:20und nicht irgendwie...
- 59:22dass Küche und Service so unterschiedlich sind.
- 59:25Und macht ihr was zusammen?
- 59:28Also so irgendwie Freizeitgestaltung, zusammen Grillen feiern?
- 59:32Ist es so weit greifend oder?
- 59:34Relativ selten.
- 59:36Aber jetzt im Team übergreifend meinst du.
- 59:39Doch schon.
- 59:42Aber das ist halt dann eher so, dass sich Leute verabreden
- 59:46und nicht irgendwie jetzt der Service und die Küche sich zusammen.
- 59:50Dann ist es einfach dann verabredet sich der und der und der
- 59:53und die machen was zusammen.
- 59:55Ist toll für so.
- 59:56Die jetzt nun im Service oder in der Küche arbeiten.
- 59:58Also ganz normal finde ich.
- 1:00:00Schön, also schön, wenn es so was gibt.
- 1:00:02Wenn man sich da dann gegenseitig wunderbar ergänzt.
- 1:00:05Ist Wein zum Feiern da?
- 1:00:07Unbedingt.
- 1:00:08Sind das andere Weinen? Also ist das dann Schorle?
- 1:00:10Also ich finde Schorle ist ja der super Volksfestwein.
- 1:00:13Also deswegen, wenn ich jetzt Wurst mal mit Oktoberfest vergleiche,
- 1:00:17ist die Stimmung eine ganz andere.
- 1:00:19Das stimmt, das finde ich auch.
- 1:00:20Also schon beim Wein kaufen.
- 1:00:22Bewegend sich Leute anders durchs Regal als beim Bier kaufen.
- 1:00:25Ist ein anderes Grundgefühl.
- 1:00:28Entstand dieses Bewusstsein bei dir durch deine Zeit in der Falz?
- 1:00:32Oder war das vorher schon so gegeben?
- 1:00:34Ja unbedingt.
- 1:00:35Nein, das ist schon.
- 1:00:36Also ich bin ja auch in der Falz geworden.
- 1:00:38Und war da schon immer in Bezug zu.
- 1:00:41Deswegen, also das ist schon so die fälschste Seite meiner Seele.
- 1:00:48Also wo deine Milchflasche im Dübbelglas warm gemacht hat?
- 1:00:52Das stimmt.
- 1:00:53Zumgefähr.
- 1:00:54Aber wie fing das bei dir an?
- 1:00:56Wie kam sie zum Wein?
- 1:00:57Wie kam sie zu dem?
- 1:00:58Ist ja doch ein relativ ungewöhnlicher Weg zu dem, wo du jetzt bist.
- 1:01:01Zufall.
- 1:01:02Zufall.
- 1:01:03Also das sind ganz viele Zufälle.
- 1:01:05Ach echt?
- 1:01:06So wie das ganze Leben.
- 1:01:07Okay.
- 1:01:08Aber zufällig warst du ja nicht im D-Hofen, zufällig bist du ja nicht nach Bayern gekommen, oder?
- 1:01:12Na doch schon.
- 1:01:13Also das war schon immer mit Zufällen zu tun.
- 1:01:16Wann kam bei dir dieser riesen Weinmoment, wo du gesagt hast, jetzt Wein?
- 1:01:21Gab es da eine Person oder ein Vorbild oder eine Situation?
- 1:01:26Es gab in der Tat einen Wein.
- 1:01:29Das war eben auch dieses Restaurant in Kiel, wo der Jochen Streler der Küchenchef war.
- 1:01:39Und das da habe ich, eine Zeit lang hatten wir dann, war das ganze, ne, was war das, so ein Tag Mittagsdienst, also in dieser, wo wir Mittagsdienst hatten und dann abends nichts mehr.
- 1:01:50Und da habe ich mich mit einem Kollegen, haben wir uns öfter dann noch danach dann ein paar prädelt und noch im Wein getrunken.
- 1:01:57Und da war das erste Mal, das war 1998er Riesling Remigiusberg spätlese Trockeng von Tash.
- 1:02:08Und der hat mich richtig hammerhard abgeholt.
- 1:02:13Und also das war mein so Erweckungsmoment.
- 1:02:17Hast du den Wein später nochmal probiert?
- 1:02:20Nicht in dem Jahrgang.
- 1:02:21Ne.
- 1:02:22Also ich mag Remigiusberg nach wie vor gerne.
- 1:02:26Und kann das auch immer noch nachvollziehen.
- 1:02:30Aber in dem Jahrgang nicht mehr.
- 1:02:33Und du hast vorher so was noch nicht probiert, wie diesen Stil oder wie dieses Tash ist schon relativ, soweit ich mich erinnere, relativ expressiv.
- 1:02:41Hat ein gewisser Fruchtpräsent, ist sehr, sehr Riesling typisch.
- 1:02:45Genau.
- 1:02:46Und Tash-like eigentlich von der Art und Weise.
- 1:02:48Also wie klassisch.
- 1:02:49Ja, ja, genau, genau.
- 1:02:50Also vor allen Dingen so 1998er 2000er klassisch.
- 1:02:53Damals gab es ja, finde ich, ein anderes klassisch als...
- 1:02:56Genau.
- 1:02:57Als vielleicht heute sich Tash auch entwickelt hat.
- 1:02:59Da war ja mehr diese Fruchtpräsent.
- 1:03:00Und wahrscheinlich, kann ich mir vorstellen, ging es dir genauso, dass du gesagt hast, wow, diese Aprikose.
- 1:03:05Und ich kann das schmecken und ich bin davon begeistert.
- 1:03:07Und dann kommt das seure Spiel dazu.
- 1:03:08Also ich werde es nicht an der Aprikose festgemacht haben, aber das war ein toller Moment für mich, muss ich sagen.
- 1:03:14Hattest du jemand, der es dir erklärt hat, der gesagt hat, ja, das ist Riesling, das ist ein Artes Tash oder wurde es so ein Neugierigen, hast du dir ein Buch gekauft?
- 1:03:21Ja, genau.
- 1:03:22Also Bücher habe ich mir vorher schon immer gerne gekauft.
- 1:03:25Ich habe auch vorher schon quasi mit einem Freundeskreis irgendwie waren zusammenprobiert.
- 1:03:29Aber das hat halt nie so gezündet.
- 1:03:31Und das war das Ding, was echt richtig gezündet hat.
- 1:03:34Und zu dieses nächste Level von "Ich trinke jetzt gerne ein Tash Riesling", aus dem Jahr 2008 oder war es ein Tash Riesling, hinzu "Ich kann es selber erklären, wie kam das dann?"
- 1:03:45Gab es da eine Person, die oder allein Neugierte und dann angefangen Weinreisen zu machen aus Schließficherholsteinrichtungen?
- 1:03:53Ja, so ein bisschen alles.
- 1:03:55Aber klar gab es da Personen, die da wichtig waren oder die dann Rolle gespielt haben.
- 1:04:00Es war auch viel von mir aus, aus mir selber raus, also echt viele Bücher gelesen.
- 1:04:09Vor allem am Anfang habe ich, das ist mir letztens mal bewusst geworden, am Anfang habe ich immer Bücher gelesen, die eigentlich schon drüber waren.
- 1:04:18Also die dann 10, 15 Jahre alt waren und dann eigentlich nicht mehr das abgebildet haben, was im Moment passiert ist.
- 1:04:28Und das hat aber letztendlich, finde ich, ein ganz gutes Rüstzeug gegeben.
- 1:04:32Also es ist mir letztens mal bewusst geworden, als ich hier nochmal in den Buch reingeschaut habe von, ich glaube, was war es, 2014 oder was?
- 1:04:43Ein Champagnerbuch, wo ich dann gesehen habe, das hat sich ja echt viel geändert in der Zeit.
- 1:04:49Bei der Zeitraum noch geht, also wenn du aus den 2000ern oder Patentski-Champagnerbuch nimmst, da tickten die Uhren ja noch an.
- 1:04:57Genau.
- 1:04:59Also das ist die Entwicklung echt schon wahnsinnig oder enorm, groß, intensiv gewesen.
- 1:05:06Wann hast du es erstmal selber mit Wein angefangen zu arbeiten, dann dort direkt in dem Restaurant oder?
- 1:05:12Ja, in dem Restaurant schon.
- 1:05:17Aber du hast dann mit einer anderen Ernsthaftigkeit gesehen, dass du gesagt hast, jetzt bin ich selber angezündet und jetzt möchte ich das Feuer weiterbrennen lassen und sagen so.
- 1:05:26Dann kaufe ich mal das ein und probiere mal das und hast deine Profession, deine Aufgabe darin gesehen.
- 1:05:32Was kam nach dem Restaurant und warum bist du weggegangen, weil deine Zeit gekommen ist oder weil die Liga-Trix in die Stadt getragen hat?
- 1:05:38Nein, das war ja quasi, die Firma hat sich geändert.
- 1:05:41Also das wurde dann aus dem Restaurant, wurde dann eine Catering-Firma oder es gab schon das Catering nebenbei und dann wurde das Restaurant verkauft und es gab nur die Catering-Firma.
- 1:05:55Und dann haben wir Schleswig-Holstein Musikfestival und so was gemacht.
- 1:06:00Was ja keine kleinen Nummern sind?
- 1:06:02Nö, das war auch schön. Also das war ein Salzhaus, ich weiß nicht ob dir das versagt, also zwischen Kiel und Lübeck mitten in Holstein, wo eben das Schloss war, wo die Orchesterakademie gewohnt hat und da waren dann die Konzerte draußen und so weiter.
- 1:06:24Und da hatten wir dann so ein kleines Bistro, was ich dann gemacht habe, glaube ich, zwei Jahre.
- 1:06:31Und dann hat sich aus der Catering-Firma eine Weinstfirma und eine Catering-Firma aufgesplittet und ich bin dann in die Weinstfirma und quasi habe im Handel gearbeitet.
- 1:06:47Auch eine Firma, die von Null angefangen hat, von daher war von Anfang an direkt, haben alle alles gemacht und also von Katalogtexten zu Palettenablagen und so was.
- 1:07:00Und das war mir dann aber letztendlich auf langen Gesicht dann doch zu wenig und ich wollte wieder ins Restaurant.
- 1:07:12Wie alt war's da?
- 1:07:13Das war so in meinen Dreißigern, ich glaube, ich habe mich dann angemeldet für den Sommelier Kursus und das war, da war ich dann, genau da war ich grad 40 und so quasi in echter Spätschater quasi.
- 1:07:33Und geil dann bei uns im Sommelier Kursus auch als der Professor, weil ich halt deutlich älter war als die meisten anderen.
- 1:07:43Und der Abwohlfrag eigentlich gar nicht so sehr.
- 1:07:45Also wenn ich jetzt heute höre von den Jungen, da sind ja nur 20-Jährige dann.
- 1:07:50Also wir hatten schon viele, viele auch ältere in der Sommelier Schule.
- 1:07:55Aber auch die Zeit wo die Sommelier schon nochmal eine andere Präsenz hatten, wo viele das einfach nochmal gemacht haben, um auch den Schein zu haben, um selber auch eine gewisse Anerkennung oder etwa die Erfahrung zu bekommen oder das Wissen zu vermitteln bekommen.
- 1:08:08Und das hat sich ein bisschen gewandelt, also so wo davor als auch danach, soweit ich das so als Außenstehender betrachten kann.
- 1:08:15Wir können ja Yviko oder Jürgen Hammer mal anrufen und fragen ob das so ist.
- 1:08:18Aber die haben sich ja auch selber geändert, deswegen ist es so dieses immer.
- 1:08:23Ich finde das immer schwierig, so dieses dann rückwirkend, dieses, das Einflussortieren.
- 1:08:28Vielleicht verromatisiert man das dann auch rückblickend dann irgendwie so ein Zeug nicht.
- 1:08:32Ja genau.
- 1:08:34Okay, und nach der Sommelier Schule hast du dann für dich gesagt, ich muss in Weinberggebiet und muss das in...
- 1:08:41Nee, nee, nee, nee, dann war ich zuerst in Düsseldorf angefangen.
- 1:08:47Da war ich aber nicht Sommelier, sondern Betriebsleiter.
- 1:08:49Stimmt ja.
- 1:08:50Im Phoenix und was eine super Farben für mich war, aber im Wein technisch nicht so, obwohl das war meine erste Weinkarte, die ich selber geschrieben habe.
- 1:09:01Ziemlich klein und überschaubar nach und nach.
- 1:09:04Das war heutigen Mal stehen.
- 1:09:06Das heißt, wie viel Position hattest du da?
- 1:09:08Ich weiß es gar nicht. Ich glaub, die habe ich nie gezählt.
- 1:09:11Also 150 oder so.
- 1:09:15War es ja auch nicht so klein eigentlich, also 150 Positionen?
- 1:09:19Nee, und da wollte ich... da war halt... wollte ich möglichst...
- 1:09:23Also das war noch so ein bisschen so ein vielleicht WRCT-Geprägtes, denken, dass ich dann möglichst viel abbilden wollte.
- 1:09:32Also möglichst viel klassische Region.
- 1:09:34Und das führte dann halt so eine Karte in der Größenordnung dazu, dass viele Regionen dann eben mit einigen
- 1:10:02eine Wein quasi ihren Check bekommen haben und das macht dann halt nicht so spannend.
- 1:09:46Aber es ist halt ein Learning, was man auch hat.
- 1:09:50Ja, genau.
- 1:09:51Gerade so Weinkarten schreiben bzw. ganz so eine, basiert ja eigentlich auf Learning-Erfahrung.
- 1:09:57Sachen, die laufen, was ankommt, was bei den Gästen ankommt, was wirtschaftlich ist und
- 1:10:04so weiter.
- 1:10:05Also, cooles Saison-Learning, dort mitgenommen hast.
- 1:10:08Genau, und dann halt trotzdem noch die Sachen, die man selber gern mag.
- 1:10:12Das muss auch mal ein Platz sein.
- 1:10:14Genauso verkehrt rum, wie ich es finde, nur Sachen auf die Karte zu schreiben, die man
- 1:10:19selber gern mag.
- 1:10:20Es ist die Gefahr, in manchen Betrieben größer, dass man es genau andersrum macht.
- 1:10:27Ja, das stimmt.
- 1:10:29Das ist manchmal auch schwer, da einen Mittelweg zu finden bzw. in den Sachen, die man selber
- 1:10:33nicht mag, die aber andere mögen, etwas zu finden, was man trotzdem vertreten kann.
- 1:10:37Ja, genau.
- 1:10:38Gibt es ja ständig dieses ewige Bashing gegen irgendwelche Rebsorten oder irgendwelche
- 1:10:44Gebiete, wo man sagt, nein, auf keinen Fall, es sollte nicht auf der Karte, gibt es auch
- 1:10:47unterschiedliche Ansichten.
- 1:10:48Ich finde alle Ansichten sehr interessant.
- 1:10:50Was ist deine Meinung?
- 1:10:52Also, bist du da der riesen Lugana-Premitivo, Graubuck und der Blababla-Fan oder eher jemand, der
- 1:10:59sagt, nein, es gibt tolle Alternativen, die Weinwelt ist so groß, warum soll ich den
- 1:11:03Kram auf die Karte nehmen?
- 1:11:04So wohl als auch.
- 1:11:06Ich habe Grauburgunder auf der Karte und das ist sogar relativ viele.
- 1:11:11Und habe da halt aber auch Grauburgunder dabei.
- 1:11:18Jetzt, wenn Gäste dann Grauburgunder bestellen, ich weiß, was ich von Carsten Saal wechsche,
- 1:11:25dann frage ich dann schon, ob sie den Wein kennen, weil das eben nicht der mollige Grauburgunder
- 1:11:30ist, den sie sich vielleicht vorgestellt haben und guckt dann halt, dass sie das richtige
- 1:11:34finden für das, was sie haben wollen.
- 1:11:36Lugana gibt es bei uns einen für die, die es haben wollen.
- 1:11:42Und das ist dann aber auch so ein Ding, damit spare ich mir dann die Leute, die es haben
- 1:11:47wollen, die kriegen das und wir verdienen da Geld mit und ich spare Zeit.
- 1:11:53Also da dann irgendwie so ein Bekehrungsgespräch, nein, aber versuchen sie doch mal die und
- 1:11:59die Alternative.
- 1:12:00Ich weiß nicht, ob das Sinn macht.
- 1:12:02Also das macht für den Betrieb, jetzt kaufen wir nicht keinen Sinn und ich glaube auch
- 1:12:06nicht, dass das ein Plus ist für die Gäste.
- 1:12:10Na ja, weil sie einfach mit dem Wein, den sie immer zu Hause trinken, glücklich sind und
- 1:12:15warum soll ich das ändern?
- 1:12:16Die Leute sollen sich bei uns wohlfühlen und mich irgendwie bekehrt werden.
- 1:12:19Kaum eine Rebsorte polarisiert so stark wie Graubugunder.
- 1:12:40Doch was ist da eigentlich ein Graubugunder?
- 1:12:43In erster Linie eine Mutation des Pinot Noir aus dem Begrund.
- 1:12:46Die von Johann Seger Ruhland in Speyer 1711 unter dem Namen Ruhländer in Deutschland
- 1:12:54eingeführt, aber relativ schnell auch wieder vergessen wurde.
- 1:12:57Und doch sorgte dieser Kaufmann für erste Rebflächen und die Namensprägung Ruhländer.
- 1:13:02Im 19.
- 1:13:03Jahrhundert hatte er Graubugunder ein kurzes Technikmittel mit dem Elsass.
- 1:13:07Er lebte eine kurze Blütezeit und vor allen Dingen erhielt er dort den Namen Tokaitalsass.
- 1:13:12Und natürlich kann so was zur Verwechslung mit dem ungeraschen Tokai erführt.
- 1:13:16Und wurde deswegen später von der EU untersagt.
- 1:13:19Eine weitere Region spielte eine entscheidende Rolle in Entwicklung hochwertiger und außergewöhnlicher
- 1:13:25Graubugunder, Südtirol.
- 1:13:27Das kühle Alpine, Klima und die keighaltigen Böden Südtirols boten ideale Bedingungen
- 1:13:32für diese Rebsorte.
- 1:13:34Historische Aufzeichnungen zeigen, dass diese Autor um 1850 in Südtirol dokumentiert wurde,
- 1:13:39als Winzer begann sie gezielt anzubauen.
- 1:13:42Und sind wir mal ehrlich und betrachten diese heute so unbeachtete und zugleich geschundene
- 1:13:47Rebsorte.
- 1:13:48Dieses Arbeitstier, diese Marionette, dieses Bauernopfer, dieses Systemknächt, dieses
- 1:13:53System Nutzling.
- 1:13:54Denn fast jeder in der Weinbranche hat eine Meinung zu dieser Rebsorte.
- 1:13:58Und viele von denen, die ihn gerne trinken, betrachten aber beachten ihn nicht.
- 1:14:03In den 1960er Jahren erlebte Pinot Grigio einen absoluten Boom, als die Nachfrage nach
- 1:14:08leichten frischen Weisweinwuchs.
- 1:14:10Die DOC Anerkennung für Südtiroler Pinot Grigio kam 1975, was die Qualität und Herkunft
- 1:14:17abzichern sollte.
- 1:14:18Und diese Erfolg brachte zwar Popularität, aber auch ein Imageproblem.
- 1:14:23Pinot Grigio wurde zum Synonym für Beliebigkeit.
- 1:14:26Eine Region jedoch, verlor den Fokus auf Qualität niemals aus den Augen.
- 1:14:32Südtirol.
- 1:14:33Und wahrscheinlich ist das eine der Gründe, warum der Südtiroler Pinot Grigio oft komplexere
- 1:14:38um narralische Noten entwickelt, als Varianten aus anderen Regionen.
- 1:14:43Eingrundsicher.
- 1:14:44Aber ein Anderes sind die besonderen Produzenten.
- 1:14:47Ja, und ein Keim für die qualitativsten aller Pinot Grigio wurde zwischen den Schroffenlinien,
- 1:14:54der Dolomiten und den sanftfallenden Hügeln des Edgstals geflanzt.
- 1:14:59Hier erhebt sich Einnahme, der im Trentino mehr ist als ein Weinlabel.
- 1:15:04Castel Virmian.
- 1:15:06Inspiriert vom historischen Castel Virmian, bei Metzger Grona, das im 15.
- 1:15:11Jahrhundert erbaut und später zu einem kulturellen Bezugspunkt der Region wurde, trägt dieses
- 1:15:17Haus mehr als nur einen Namen.
- 1:15:19Es trägt die Last und Würde einer Landschaft, die seit Jahrhunderten mit Klima, Stein und
- 1:15:25Reben ringt.
- 1:15:26Castel Virmian ist kein Zufallsprodukt, eines globalen Marktdenkens, sondern Ergebnis
- 1:15:33einer tiefen Verwurzelung im regionalen Selbstverständnis.
- 1:15:37Die Pinot Grigio, die hier entstehen, folgen keiner Mode.
- 1:15:40Vielmehr versucht Castel Virmian das zu erfassen, was man heute kaum mehr beschreiben kann,
- 1:15:46ohne in Kitzchel verfallen.
- 1:15:48Ein Gefühl von Ort.
- 1:15:50Der Ursprung von Castel Virmian liegt in einer Idee, den Charakter des Trentino in einer
- 1:15:56modernen Form zu überführen.
- 1:15:59Geradlinig, klar und präzise.
- 1:16:01Doch das hätte auch beliebig wirken können, wäre es nicht von Anfang angekoppelt gewesen
- 1:16:06an eine Qualitätsphilosophie, die auf Radikalität verzichtet, aber auf Eindeutigkeit besteht.
- 1:16:14Pinot Grigio muss nicht laut sein, um gehört zu werden.
- 1:16:17Er muss lesbar sein, wie eine Handschrift, die ohne Schnörkel auskommt, aber viel erzählt.
- 1:16:23In jeder Hinsicht steht Castel Virmian für einen schmalen Grad zwischen Alpine Authentizität
- 1:16:29und internationaler Zugänglichkeit.
- 1:16:31Zwischen der Klarheit einer Landschaft, die von Wind und Gestein gezeichnet ist und
- 1:16:36dem Wunsch, diese Klarheiten ein Glas zu überführen, ohne ihre Seele zu verlieren.
- 1:16:41Ok, was hebt jetzt konkret Castel Virmian Pinot Grigio 2024 von der Fülle norditalienischer
- 1:16:48Weißweine heraus?
- 1:16:49Diese Antwort beginnt nicht im Glas, sondern im Gebirge.
- 1:16:54Während große Teile der Pinot Grigio Produktion der Ebene der Veneto-Reaktion stattfinden,
- 1:17:00wo Bewässerung und industrielle Effizienz dominieren, entstehen die Trauben dieses
- 1:17:05Weines in einem Spannungsfeld aus Höhe, Wind und Stein.
- 1:17:08Es ist das Spiel der Gegensätze, das ihn prägt.
- 1:17:12Warme Tage, kühle Nächte, trockene Dolomitenwinde.
- 1:17:17Geologisch betrachtet ist es Rantino, ein Mosaik.
- 1:17:20Wir haben auf der einen Seite Morén aus der Eiszeit, Dolomitenfels aus der Kreidezeit,
- 1:17:24eisenhaltiges Profi, sandige Schwemmlandböden jeder Quadratzentimeter.
- 1:17:29Erzielt von Millionen Jahren tektonischer Bewegung.
- 1:17:32Und genau diese Vielfalt ist kein Stilmittel, sondern die strukturelle Grundlage für Weine
- 1:17:38mit Charakter.
- 1:17:39Der Castel Virmian Pinot Grigio 2024 schreit nicht nach Aufmerksamkeit, er zieht sie auf
- 1:17:45sich.
- 1:17:46Durch Klarheit, durch Balance, durch ein Verständnis von Herkunft, das weder vollklogistisch
- 1:17:50verklärt, noch global verwässert ist, sondern durch einen einzigartigen authentischen
- 1:17:55Austrub grilliert.
- 1:17:56Vielen lieben Dank dafür.
- 1:17:57Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.
- 1:18:02Primitivo zum Beispiel habe ich keinen.
- 1:18:14Einfach weil ich auch...
- 1:18:17Also ich bin selber mit Italien nicht so richtig dicke.
- 1:18:20Also da kenne ich mich auch nicht so wahnsinnig gut aus.
- 1:18:23Und deswegen schreue ich mich da auch jetzt irgendwie in Primitivo drauf zu nehmen, der
- 1:18:31okay ist, weil ich das selber nicht so wirklich...
- 1:18:33Also ich war noch nie groß da in den Regionen unterwegs und habe jetzt irgendwie Primitivus
- 1:18:39probiert, um einen schönen Primitivo für die Karte zu finden.
- 1:18:43Also meine klassische Alternative ist da jetzt dann ein Sinnvandel, wo wir sowohl preislich
- 1:18:49als auch geschmacklich meistens genau auf der Linie sind.
- 1:18:53Und da habe ich noch nie ehrlich gesagt gehört, dass es den Gästen nicht gefallen hätte.
- 1:18:57Also eher im Gegenteil.
- 1:18:58Wenn du so einen für dich Kompromissprodukt hast wie jetzt in Lugana, gehst du damit besonders
- 1:19:03viel Engagement und die Sache und versuchst da den besten ever oder sagst du einfach,
- 1:19:08nee anständig gut, vielleicht irgendwie gute Ratings irgendwie oder und der funktioniert
- 1:19:15von preisend funktioniert.
- 1:19:16Und das ist eigentlich am meisten meiner Vorstellung nach typisch.
- 1:19:19Ja.
- 1:19:20Ratings so was für dich, was dich steuert?
- 1:19:23Also dass du sagst, hat die und die Bewertung oder dort und dort das in dem Segment oder...
- 1:19:29Kommt immer darauf an, wer das bewährt ist.
- 1:19:31Also ich gehe jetzt nicht zum Gast und sage, der hat so und so viel Parkerpunkte oder so
- 1:19:37was.
- 1:19:38Für mich selber ist es halt schon, also deswegen, ich kann halt nicht alle eine probieren und
- 1:19:43deswegen gibt es halt Bewerter, denen Geschmack ich kenne und kann mir direkt was vorstellen
- 1:19:52von deren Sowohlbeschreibung als auch der Punktarrange in etwa.
- 1:19:58Wer ist das zum Beispiel?
- 1:20:00Also jetzt gerade Bewertung oder wie Christoph Raffelt finde ich ist für mich absoluto Nummer
- 1:20:081.
- 1:20:09Ja.
- 1:20:10Also da weiß ich sofort was er meint.
- 1:20:14Manche Sachen sieht er anders als ich.
- 1:20:16Ich kann es aber sofort rauslesen.
- 1:20:18Mhm.
- 1:20:19Sehr gut.
- 1:20:20Dann Meininger auch.
- 1:20:21Also sowohl Sascha als auch Christoph weiß ich, hab eben oft genug mit denen zusammenverkostet,
- 1:20:35dass ich das auch sofort weiß, was die meinen, ich verstehe deren Bewertungen sofort.
- 1:20:41Dann jetzt hier bei den Stuart Piggich und Stefan Reinhardt und so was, dann ist es schon
- 1:20:50so, dass ich das nie nicht zu 100 Prozent nachvollziehen kann, wo immer.
- 1:20:56Also ich weiß immer schon in welche Richtung es geht, aber ich fühle das nicht so sehr.
- 1:21:05Mhm.
- 1:21:06Und aber trotzdem ist da so so ein Grundvertrauen schon da auf jeden Fall.
- 1:21:11Aber dass wenn die jetzt sagen, der ist super duper, dann weiß ich, der kann nicht schlecht
- 1:21:15sein.
- 1:21:16Kann ich nachvollziehen.
- 1:21:17Aber das sind ja keine Lugana Ratings.
- 1:21:20Ja.
- 1:21:21Und da muss ich sagen, habe ich überhaupt keinen Bezug.
- 1:21:24Aber ich wüsste nicht, wo ich nachgucke oder nachlesen würde nach Luganas oder so was.
- 1:21:30Gibt es auch Gabber Rosses oder so?
- 1:21:33Gibt es auch einige Publikationen, die sich damit beschäftigen?
- 1:21:35Aber das, was du eben sagst, finde ich halt so unfassbar wichtig, dass wenn man jemanden
- 1:21:40hat, der halt mehr oder professionell probiert und man kann sich mit deren Geschmack identifizieren
- 1:21:45kann, hat man ein gewisses Grundvertrauen oder kann das zumindest einordnen und dann
- 1:21:49helfen Ratings.
- 1:21:50Also es ist nicht Nonplus Ultra und über alles stehend.
- 1:21:53Aber man muss sich halt mehr oder weniger seine Richtung, seine Stierrichtung, seine Verkosterrichtung
- 1:21:58auch irgendwo aussuchen.
- 1:22:00Findest du blind oder offenverkost interessanter?
- 1:22:03Blind.
- 1:22:04Ah, okay.
- 1:22:05Ich finde, das Gespräch gab es, glaube ich, bei den letzten Schummer und also ich bin für
- 1:22:13blind auf jeden Fall, weil ich dann nichts vor eingenommen bin.
- 1:22:16Also ich finde es interessanter.
- 1:22:18Ich glaube, manchmal hat es auch mit einer gewissen Sensibilität zu tun.
- 1:22:23Also dass man für blind Verkostung einen höheren Grad an Sensibilität braucht, um sich darauf
- 1:22:28einlassen zu können und das wahrnehmen zu können, wahrscheinlich bin ich zu grob motorisch,
- 1:22:33weil ich das offener doch aufpräferiere, um manchmal eben Obbaustellen zusammensetzen
- 1:22:38zu können und mehr Verständnis aufzubauen.
- 1:22:40Nee, ich meine jetzt auch nicht damit, ich meine damit jetzt nicht dieses Weinraten,
- 1:22:45den Wein nageln, sondern Bewerten.
- 1:22:48Nee, gar nicht.
- 1:22:49Das geht rein ums Bewerten und gar nicht das Weinraten.
- 1:22:52Mein Raten ist interessant, lustig.
- 1:22:54Du kannst aber so schnell daneben liegen, ohne dass das was mit Kompetenz zu tun hat.
- 1:22:59Genau.
- 1:23:00Sonst ist manchmal einfach nur eine Frage der Situation, einmal falsch abbiegen, einmal
- 1:23:03total ...
- 1:23:04Und aber ich finde blind auf jeden Fall, Töner.
- 1:23:06Und dann nach Düsseldorf kamen?
- 1:23:08Nach Düsseldorf kamen München, also Wernekow und das war so mein ... das war im Prinzip meine
- 1:23:16erste Somnilie-Somnilie-Stelle.
- 1:23:17Ja, vor allem auch in dieser Liga, in der du jetzt spielst, die erste Stelle, die sich
- 1:23:21dort so positioniert hat.
- 1:23:23Genau, also da kam ich gerade im Moment, also den Sprung von einem auf zwei Sternen habe
- 1:23:30ich damit gekriegt.
- 1:23:31Und das war ... ist es eine Stelle in Ausschreibung oder wird man da hin empfohlen oder war das
- 1:23:37einfach mal essen und fragen, ob es hier noch einen anderen gibt?
- 1:23:42Nee, das kam über Beziehungen.
- 1:23:45Ist ja manchmal interessant, wie sich die Wege dann letztlich finden, dass man eine für
- 1:23:49eine selber prägende Anstellung damit einmal findet und dort nochmal ganz anders aufblüht
- 1:23:55und eine andere Präsenz bekommt.
- 1:23:57Ja, und auch neue Sachen lernt.
- 1:23:58Kam da deine Sake-Prägung her?
- 1:24:01Da war mein erster Kontakt zu Sake auf jeden Fall.
- 1:24:05Aber ich würde mich auch nicht als Sake geprägt.
- 1:24:08Nein, das nicht, aber so ein gewisses Grundverstätte, so eine gewisse Affinität oder ein gewisses
- 1:24:13... dass man es überhaupt auf der Karte listet und eben auch andere Sachen nebenbei.
- 1:24:18Ja, aber ich fühle mich eher so, als hätte ich ein gewisses Sake Grundunverständnis.
- 1:24:23Muss ich sein.
- 1:24:24Ja, ich glaube aber das hat viele, die sich nicht vernatscht mit dem Thema beschäftigen,
- 1:24:28weil es ja wirklich ein ganz eigenkomplexes Thema ist.
- 1:24:30Genau.
- 1:24:31Und ich habe auch viel so viel Respekt vor dem Thema, als dass man das so nebenbei quasi
- 1:24:39auch zu nehmen.
- 1:24:40Ich habe so ein paar Momente, wo ich gerne Sake benutze in der Weinbegleitung, einfach
- 1:24:46da, wo ich sonst nicht weiter weiß, das sind oft so oft Käsengänge.
- 1:24:51Käs und Sake, okay.
- 1:24:54Ja, was mir schon oft geholfen hat.
- 1:24:58Ja.
- 1:24:59Und ich habe Sake auch schon mal in der Weinbegleitung zu einem Fleischgang gehabt, als Alternative,
- 1:25:06wird das aber heute nicht mehr machen.
- 1:25:08Sind das erstmal theoretische Herangehensweisen, dass du sagst, okay, das könnte da passen
- 1:25:14oder ich habe kein weiterer passen könnte und probierst mal mit Sake oder ist das, dass
- 1:25:18du sagst, ich brauche ein Bundesbild und es hat verschiedene andere Getränke und einer
- 1:25:22davon könnte das sein oder wie gehst du da an, wie kommst du zum Sake?
- 1:25:26Also, wenn ich nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll, dann überlege ich so, vielleicht
- 1:25:31musst du jetzt mal über den Teller ran gucken und da findet man dann manchmal.
- 1:25:36Gibt es noch andere Getränke, die so komplex sind wie Wein oder Sake?
- 1:25:41Also, du arbeitest ja auch mit Tee relativ viel, du Fruchtweine hatten wir ja vorhin.
- 1:25:46Ich glaube, kurze Antwort, nein.
- 1:25:48Also, ich wüsste nicht, welche.
- 1:25:50Ja, schwer, stimmt.
- 1:25:51Ich finde Wein deutlich komplexer als Sake, also in meiner Wahrnehmung.
- 1:25:55Aufgrund der Vierfalt, die es dort gibt, weil es halt global betrachtet mehr Weine gibt
- 1:26:00oder aufgrund des Weines, des Geschmacks, des Getränkes selber.
- 1:26:04Die Bandbreite ist deutlich, also dieses "Von bis" ist bei Wein, finde ich deutlich, deutlich
- 1:26:11vielseitiger als bei Sake.
- 1:26:13Mag sein, dass ich dann noch nicht die Sake kennengelernt habe, aber ich meine, alleine,
- 1:26:20dass wir weiß und rot haben, die eben auch ein ganz anderes Geschmacksbild mitbringen,
- 1:26:27das gibt es beim Sake nicht.
- 1:26:29Also, für mich nicht.
- 1:26:30Immer da vorsichtig bleiben.
- 1:26:32Wenn du über Sake redest, ist es dann immer automatisch japanischer Sake oder ist das
- 1:26:38...
- 1:26:39Ist das für mich ja.
- 1:26:40... spanischer Sake.
- 1:26:41Okay.
- 1:26:42Genau, ich habe es schon ein anderer Mal probiert, aber mich ... da bin ich auch echt nicht weit
- 1:26:48genug drin im Thema, um zu sagen, oh, der schmeckt jetzt nach einem Österreicher oder so.
- 1:26:53Also, dafür ist es mir zu fremdwörtendig.
- 1:26:58Spiretourosen-Thema dabei, also arbeitest du damit und baust du sowas in eine Getränkebegleitung
- 1:27:04ein oder macht das die Leute nur fertig und ist eigentlich too much?
- 1:27:08Also, das wird mir selber keinen Spaß machen und deswegen mache ich das auch nicht.
- 1:27:11Also, wenn das jemand macht mit Cocktails und sowas, habe ich da viel Respekt vor.
- 1:27:16Das funktioniert bestimmt gut, aber da muss man sich halt auch ganz anders mit beschäftigen
- 1:27:21und dann muss man halt auch die Zeit dafür haben, dann irgendwie aller Minute Cocktails
- 1:27:25zu machen in einer Weimgleitung und da denke ich nicht mehr darüber nach.
- 1:27:30Ich dachte eben gerade auch nur bei Whiskey, es gibt ja auch ganz so viele, die eben nicht
- 1:27:34aus den klassischen Gebieten kommen, als Sprung letztlich vom Sake hin, dass man Spiretourosen
- 1:27:39eigentlich viel zu selten beleuchtet in unserer Welt eigentlich auch viel zu selten beleuchtet,
- 1:27:43obwohl es natürlich ein gewisser Grundbaustein letztlich auch unserer Zunft ist, sich damit
- 1:27:48mit Spiretourosen zu beschäftigen und dieses auch intensiv zu leben.
- 1:27:52Verkostest du Spiretourosen oder?
- 1:27:54Nimm mal so viel Platz ein, dass da wenig Platz für bleibt.
- 1:27:57Also, ich mache das schon, dann aus Neugierde, aber bleibt endlich auch nicht so wahnsinnig
- 1:28:04viel.
- 1:28:05Also, das ist eben auch das Gute bei uns im Haus, dass wir eben eine relativ große Bar haben
- 1:28:09und wenn ich dann eine Empfehlung brauche oder es in eine Aromatik dieses oder jenes
- 1:28:15gehen soll, dann gehe ich an die Bar und fahre einen Barkeeper und da bin ich ganz glücklich
- 1:28:21mit.
- 1:28:22Also, da muss ich nicht mit halbwissen glänzen.
- 1:28:24Wenn ich Leute in der Nähe habe, die sich da gut mit auskennen.
- 1:28:27Möchtest du mal dann durch?
- 1:28:29Mhm.
- 1:28:30Wie viele Jahre waren das, die du da warst?
- 1:28:322 Jahre.
- 1:28:332 Jahre.
- 1:28:34Reicht so was für ein Betrieb oder ist das eigentlich nur mal angehaucht, angekommen
- 1:28:38und dann weitergezogen?
- 1:28:39Warte ich nicht.
- 1:28:40Also, mir hat es gereicht.
- 1:28:42Also, ich finde es in einer gewissen Phase auch ganz gut, dass man sowas kenntlernt.
- 1:28:46Manchmal um eine Karte wirklich zu gestalten und zu prägen und einen Betrieb zu prägen,
- 1:28:50das finde ich manchmal ein bisschen kurz, aber es ist ja letztlich auch ein Teil unseres
- 1:28:55Berufs, dass ihr verschiedene Sachen kennenlernen.
- 1:28:57Genau, ich denke auch, dass es zu kurz ist, um da irgendwas zu prägen.
- 1:29:00Also, ich nehme auch für mich nicht einen Anspruch, dass ich den, wenn ich groß geprägt
- 1:29:04hätte.
- 1:29:05Also eher so, dass ich was mitgenommen habe.
- 1:29:07Gab es für dich schon immer, oder gab es für dich schon mal einen Restaurant oder
- 1:29:11ein Lokal oder ein Ort, wo du immer gerne mal arbeiten wolltest, der so ein Traum von
- 1:29:16dir war und wo du gesagt hättest, muss ja jetzt auch nicht für 20 Jahre.
- 1:29:2020 Jahre sein oder für zwei Jahre, sondern auch mal nur für einen kurzen Zeitmoment,
- 1:29:25um zu sehen, wie die dort arbeiten und was denn viel so viel ist.
- 1:29:30Ich würde gerne mal sehen, wie die großen New Yorker, also die dann wirklich, keine
- 1:29:38Ahnung, 150 QB/A 2x am Tag schicken, wie das funktioniert im Libernader 11 Madison
- 1:29:45Tag, das würde mich interessieren.
- 1:29:49Was wärst du dort?
- 1:29:50Wärst du dort Wine Director oder wärst du Runner?
- 1:29:52Aber erstmal Runner, glaube ich.
- 1:29:54Nein, ich mein vom Gefühl her, also selbst wenn du, du könntest dir selber mit, von
- 1:30:01jetzt auf gleich, die Integrität und die Kompetenz dazusprechen, die Routine, die Routine, dass
- 1:30:11du dort brillieren könntest.
- 1:30:13Was wäre für dich die aufregende Reposition dort, Runner zu sein und am Gast zu arbeiten
- 1:30:18und das ist ja ein Widerrektor.
- 1:30:20Ich müsste mir da erstmal den wirklich gucken, wie das wirklich funktioniert.
- 1:30:26Deswegen, das ist gerade das, was mich letztendlich interessiert, wie funktioniert es in der Größe
- 1:30:32und wer hat letztendlich, wie mit Kästen zu tun ist, sind es dann alles nur kleine Stationen,
- 1:30:40die quasi autark vor sich hin arbeiten, wie gehen die Teile zusammen und was.
- 1:30:45Das würde ich gerne mal sehen.
- 1:30:47Ich glaube danach könnte ich es dann nicht sagen, in welcher Position ich da wäre.
- 1:30:52Aber ich glaube da ist auch jede Position irgendwie interessant und anders interessant,
- 1:30:57sowohl eben dieser anonyme Gästekontakt, wenn du einfach nur Wein nachschenkst, als auch,
- 1:31:02wenn es um Kalkulation geht, also wie man dort, was man dort berücksichtigen muss, welche
- 1:31:08Wirtschaftlichkeiten dort erbracht werden müssen, wie aufwendig das ist, wie man einkauft,
- 1:31:15was ja in Amerika ganz anders funktioniert als in Grosso.
- 1:31:19Ja.
- 1:31:20Das klingt also despektierlich so, das ist überhaupt nicht gemeint, aber bei euch glaube
- 1:31:25ich sind Vertretergespräche ganz anders als dort, wo du dann eine langen Linie hast
- 1:31:31und jeder darf mal einen Wein präsentieren und dann geht es weiter.
- 1:31:35Ich weiß es nicht.
- 1:31:37Also Vertretergespräche sind auch sowas, was ich nicht unbedingt suche, muss ich sagen.
- 1:31:41Was aber auch ein Lernprozess ist, oder?
- 1:31:43Ich habe früher hin und wieder oder öfters Vertretergespräche gehabt und irgendwann habe
- 1:31:48ich gemerkt, dass viele Vertreter über ihre eigene Produkte nicht Bescheid wissen oder
- 1:31:54wenn man wirklich eine Frage hat, warum man sagt, jetzt bin ich eine Stunde hier und sitze
- 1:31:59mit ihnen eine Stunde und versuche einfach, Informationen zu bekommen.
- 1:32:02Da fehlt es dann an Informationen, Kompetenz und Tiefsinn, deswegen habe ich die auch immer
- 1:32:06immer weniger gepflegt.
- 1:32:07Also daher geht es mir genauso wie dir, dass ich da wenig Zeit für aufgewendet habe und
- 1:32:16nur weniger mehr wertgeschafft habe.
- 1:32:18Also ich habe schon das Gefühl, dass ich viel Zeit dafür aufwände und einfach auch aus
- 1:32:25Respekt und Höflichkeit gegenüber, aber dann sind es halt auf Situationen, wo ich von vornherein
- 1:32:30weiß, ich werde bei dem nix kaufen und da musste ich auch kein Bein ausreißen, um mir
- 1:32:36zu gefallen.
- 1:32:37Es kostet unser weiter Zeit und oft ist es so, dieses Zeit, die ich dafür investiere,
- 1:32:45um Vertretern Nein zu sagen, hätte ich viel besser investiert darin, die Weine auszusuchen,
- 1:32:52die ich tatsächlich haben will.
- 1:32:54Stimmt.
- 1:32:55Wobei ich auch die Herangehensweise nachvollziehen kann, mit der Vertreterseite.
- 1:33:00Dass man versucht sich bei dir zu präsentieren und bei dir präsent zu sein, oder?
- 1:33:05Ja.
- 1:33:06Das ist Leute, die in dem Moment, wo man den dritten Stern bekommt, dann anrufen und sagen,
- 1:33:11sie haben ein Wein, der heißt Essenz und sind eine kleine Familie, ein Weingut.
- 1:33:16Und wo ich mir dachte, so ernsthaft, damit kommen sie jetzt.
- 1:33:22Ja.
- 1:33:23Aber die versuchen wenigstens.
- 1:33:28Das stimmt ja.
- 1:33:29Ist auch ein Kunststück dann für einen selber, den Bogen hinzukriegen und dann eine gewisse
- 1:33:34Höflichkeit zu wahren, auch im Verständnis für deren Situation, so wie du es eben gerade
- 1:33:37sagst, die Versuchenswenigsten.
- 1:33:38Und dann aber auch seine Linie dann irgendwo beizubehalten.
- 1:33:43Ja.
- 1:33:44Ist es jetzt schwerer, dort die Weinauswahl zu treffen oder eben in dieser Position zu
- 1:33:51arbeiten oder war es dann in der Falt in Deidishalm schwerer, wo schon ein vorgefertigtes Konstrukt
- 1:33:57ist und man ist ein Teil dessen?
- 1:34:00Definitiv schwieriger, mit einem vorgefertigten Konstrukt.
- 1:34:03Okay.
- 1:34:04Also deswegen, ich finde es überhaupt schwierig in Weimbauregionen, weil man danach so sehr
- 1:34:11an die Region gebunden ist.
- 1:34:12Was ja an sich schön ist, und so weiter.
- 1:34:15Aber die Gästeerwartung ist halt, haben sie nichts aus der Region.
- 1:34:20Ist das aber nicht einfacher eigentlich, weil du dann eigentlich liefern musst, nur?
- 1:34:26Ja, aber es ist halt nicht so spannend.
- 1:34:28Und es geht nicht so um die Essenz kleines Vorspielen.
- 1:34:35Ja, das stimmt.
- 1:34:37Weil manche Aromenbilder gibt es halt nicht in der Falt.
- 1:34:43Auch wenn es dann ein paar Weingüter gibt, die es versuchen und fast dran kommen, ist
- 1:34:49es trotzdem nicht das Gleiche.
- 1:34:51Genauso, noch schwieriger in der Mosel.
- 1:34:53Ja, wo du noch ein bisschen eingeschränkt bist vom Stil, von den Rebsorten, von der
- 1:34:57Entwicklung und so weiter.
- 1:34:59Ja.
- 1:35:00Genau, und das ist eben in einer Region, die mit Wein nichts zu tun hat, so wie Kingau,
- 1:35:08deutlich einfacher, weil du kannst nehmen, was du willst.
- 1:35:11Aber hier ist letztendlich ein Wein aus der Pfalz genauso exotisch wie ein Wein aus
- 1:35:18Neuseeland oder Argentinien, oder whatever.
- 1:35:21Ja.
- 1:35:22Und das macht einen deutlich frei.
- 1:35:23Das macht natürlich umfangreicher, aber ich finde es deutlich, also macht mir viel mehr
- 1:35:31vorne und ich kann mich viel besser empfalten.
- 1:35:33Wenn man keine Vorerwartungen hat.
- 1:35:37Genau.
- 1:35:38Was wäre für dich denn nicht so ein Schritt?
- 1:35:39Wär es ein Weigut, könntest du dir vorstellen, selber mal Wein zu machen irgendwann?
- 1:35:44Ich kann mir das gut vorstellen, aber ich kann mir das nicht vorstellen, dass es irgendwas
- 1:35:53mit Realität zu tun hat.
- 1:35:54Also die Pitu-Rest-Geforstellungen des Weinmachen ist für dich toll.
- 1:35:58Bin immer gerne auf Weingütern und arbeite da auch gerne mit und lebe das gerne, aber
- 1:36:08ich jetzt ernsthaft kann ich mir das nicht vorstellen.
- 1:36:11Wärst du eher der Typ für einen Weingartner, für einen Weinkeller oder der Verkäufer
- 1:36:15oder der...
- 1:36:16Für draußen.
- 1:36:17Ja.
- 1:36:18In welcher Region?
- 1:36:20Paltz.
- 1:36:21Ah, echt?
- 1:36:22Ja.
- 1:36:23Schön.
- 1:36:24Dann doch so geprägt von der Herkunft dann eigentlich.
- 1:36:28Ja, also da muss ich nicht lange nachdenken.
- 1:36:31Es ist ja auch ein schönes Gebiet.
- 1:36:33Ja.
- 1:36:34Also sowohl die Menschen sind schön, ich habe nur so eine schöne Art im Vergleich auch
- 1:36:39zu vielen anderen Menschen, also diese freundliche, diese unglaublich herzliche, diese Lebensfrohe.
- 1:36:44Fällt es, dass sie sind schön?
- 1:36:46Finde ich toll.
- 1:36:47Ja, ich kann das gerne so stehen.
- 1:36:49Und es gibt in der Paltz auch viele, finde ich, noch Geheimtipps, die viele überhaupt nicht
- 1:36:54auf den Schirm haben.
- 1:36:55Also nicht nur auch innerhalb der Mitte, selbst innerhalb der Mitte, aber auch links und
- 1:36:58rechts und Südpaltz, Nordpaltz, was dort immer wieder aufpoppt, was dort auch immer wieder
- 1:37:04entsteht, wo man sagt, wow, so was gibt es hier auch, das finde ich total spannend.
- 1:37:07Ich meine, ist halt auch so ein ganz schönes Groß, aber da ist halt auch kein Platz.
- 1:37:11Ja.
- 1:37:12Und für Veränderungen, also das aus einer gewissen Großproduktion, viele Sachen, viele
- 1:37:16Splitter Sachen, sich entwickeln und so weiter und viele Sachen versucht werden können.
- 1:37:20Und eine andere Akzeptanz dort ist, was glaube ich auch nicht unwichtig ist, weil die Leute
- 1:37:24halt vom Grundbewusstsein nochmal an das Wein trinken und ein anderes Weinbewusstsein
- 1:37:28haben, ein anderes Weinleben leben.
- 1:37:30Wobei das, das finde ich da auch wieder schon schwierig ist, das so über einen Kamm zu scheren.
- 1:37:37Es gibt halt so diese, die meisten Leute, die eben das wohlige Pfeizer Weinseligkeit zelebrieren,
- 1:37:50die trinken halt schon sehr mollige Weine.
- 1:37:53Ja, es geht ja nicht um den hochklassigen Anspruchshand, um allgemeines Grundgefühl,
- 1:37:57jetzt im Vergleich zu Schleswig-Holstein, wo Wein vielleicht nicht jeden Tag auf der
- 1:38:01Tagesordnung steht oder nicht jede Woche oder wie auch.
- 1:38:03Aber da finde ich, da ist wieder das gleiche Thema wie mit Restaurants in der Weinbauregion
- 1:38:13und außerhalb.
- 1:38:14Also die, quasi in der Weinbauregion ist so das Grundverständnis, wir wohnen schließlich
- 1:38:22hier, wir kennen uns aus, führt oft zu viel rigoroseren Abgrenzungen als zu einem, der
- 1:38:29aus Schleswig-Holstein kommt und sagt, er ist eigentlich Pilztrinker und probiert das
- 1:38:34jetzt mal.
- 1:38:35Okay.
- 1:38:36Und sagt dann, okay, schmeckt mir nicht.
- 1:38:38Und ich bleib beim Bestellen mir als nächstes ein Korn.
- 1:38:43Der hat zumindest keine, will einen da nicht bekehren in dem, was seinem wahrgenommenen
- 1:38:53Wissen.
- 1:38:54Also wenn er nicht beim Korn dann bleibt und sagt, der Wein war interessant, ist er im
- 1:38:59allgemeinen Offener.
- 1:39:00Ich weiß total, was du meinst.
- 1:39:01Aber du hast natürlich nicht, dass du trotz einem Klientel was jetzt in Weinbauregionen
- 1:39:11die sich mit dem Thema auseinandersetzen und super interessiert sind.
- 1:39:14Also diese super Interessierten hast du da natürlich viel, viel mehr.
- 1:39:17Ich weiß auch nicht, wo es einfacher ist, zum Beispiel im Weinladen zu haben, eine Weinkarte
- 1:39:20aufzubauen, ob in Schleswig-Holstein oder in Grasser oder in der Falz.
- 1:39:26Also Weinladen in Grasser würde ich dir davon abraten.
- 1:39:29Okay.
- 1:39:30Aber vielleicht ein allgemein schlechtes Beispiel.
- 1:39:35Also da, hat es mal ein Weinladen, der dich absolut beeindruckt hat, wo du sagst, war
- 1:39:41auch das ...
- 1:39:42Nein, nicht so wirklich.
- 1:39:44Also, die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt hier, wenn ich dir zugehört habe
- 1:39:49vorhin und da waren ja viele, die gesagt haben, oh, der Weinladen da und so was.
- 1:39:55Nee, muss ich sagen.
- 1:39:56Auch nicht eine Weinbar, wo du selber Wein getrunken hast, wo du ...
- 1:40:00Ach, Weinladen?
- 1:40:01Ja, sowohl als auch.
- 1:40:04Also Weinbar, Weinladen, wo Wein gelebt wird, Wein zelebriert wird, wo Wein irgendwie,
- 1:40:09entweder verkauft oder ausgeschenkt wird, gar nicht so ... Weinleden im Allgemeinen
- 1:40:13gibt es in der Tat relativ wenig Individuelle und viel zu wenig.
- 1:40:19Obwohl Weinladen muss ich da nochmal revidieren, was mir superimponiert jedes Mal, da gehe
- 1:40:26ich auch hin zum Schaufenster gucken, ist in Helsinki in Finland der Flexship Store
- 1:40:33vom Monopol.
- 1:40:34Ach.
- 1:40:35Weil du da einfach alles kriegst.
- 1:40:37Also da hast du halt ...
- 1:40:39Also allein vom Arzt hier kann ich mir sehr gut vorstellen, ja.
- 1:40:42Und da liegen dann eben auch Weine, von denen du vorher nur gehört hast.
- 1:40:46Die Windswahl ist vielleicht ein bisschen teurer.
- 1:40:49Aber du kannst einfach in den Laden gehen und die kaufen.
- 1:40:54Und was die da zum Beispiel als Auswahl, wo Rieslinge große Gewächs haben, ist echt
- 1:41:00enorm.
- 1:41:01Okay.
- 1:41:02Und da sind sie halt sehr analsexisch, WSIT geprägt, dass sie wirklich alle Regionen,
- 1:41:09also da hast du auch Neuseeland, Nordinsel, Südinsel und so was, im Regal, den anderen
- 1:41:14stehen und abgegrenzt.
- 1:41:15Also das finde ich toll immer, muss ich sagen.
- 1:41:18Weißt du, ob es da Fachleute gibt, die keine Ahnung prägen und die finländischen Weingöter
- 1:41:24sind oder wie wird da das Sortiment zusammengestellt?
- 1:41:28Es gibt eine relativ aktive Szene, was die ... in Finnland gibt es, glaube ich, jetzt fünf
- 1:41:38oder sechs Master of Wines und viele arbeiten dabei im Monopol.
- 1:41:42Okay.
- 1:41:43Also und deswegen ist es eben sehr analsexisch.
- 1:41:46Also dieses ... ja, ja.
- 1:41:48... die der Weinunterrichter und dementsprechend sind eben auch, wo jetzt was ich, die Commonwealth-Länder
- 1:41:58deutlich stärker vertreten in den Regalen, als dies bei uns sind.
- 1:42:02Allein dafür noch Helsinki fahren, um das mal zu sehen.
- 1:42:05Weiß ich nicht, aber ich glaube, es würde ich mit anderen Dingen kombinieren.
- 1:42:09Ja.
- 1:42:10Und Weinbar hat dich da einige catcht, wo du öfters zu finden bist oder wo du gerne mal hin
- 1:42:16in der Welt bist oder was dich da interessiert?
- 1:42:19Nee, also es gibt schon so ein paar Weinbars, die so an Regionen gebunden sind, wo ich sag,
- 1:42:26oh, das war toll für das und das war toll für das.
- 1:42:29Aber die für mich wirklich immer diesen Kontakt zu der Region haben und von daher finde ich
- 1:42:36nicht so eine meiner Idealvorstellungen Weinbar generell.
- 1:42:43So was habe ich nicht wirklich, muss ich sagen.
- 1:42:45Gab es für dich aber auch nie den Anreiz oder den Wunsch oder deine Idealvorstellung umzusetzen?
- 1:42:51Also Weinbar ist für mich auch so ein Format, wo ich glaube ich nicht arbeiten möchte.
- 1:42:55Weil?
- 1:42:56Weil zu wenig essen.
- 1:42:58Wenn es in dem Sinne der authentische Weinbar ist, stimmt es.
- 1:43:03Viele Weinbars biegen sich da eher hin und her und werden da mehr Restaurants und man
- 1:43:08hier sogar recht erfolgreich und super mit dem Konzept.
- 1:43:10Aber ja, dieses eigentliche Weinbar, man geht hin zum Trinken und man hat dann einen schönen
- 1:43:14Ausfall und so ist es für mich gespannt geprägt.
- 1:43:17Genau, da gehe ich gerne hin.
- 1:43:19Aber das ist nichts, wo ich arbeiten möchte.
- 1:43:24Wenn dich Weinbar angestellt, da gibt es irgendwie, was wärst du außer Sommelier?
- 1:43:28Hast du mir vorgestellt, was anderes zu machen, was dich jetzt schon über viele Jahre geprägt
- 1:43:33hat?
- 1:43:34Ja, also ich könnte alles mögliche machen von Bademeister angefangen.
- 1:43:38Also deswegen bin ich glaube ich vielseitig.
- 1:43:42Hast du dich jemals für schottischen Whisky interessiert?
- 1:44:02Wenn?
- 1:44:03Dann erkennst du recht schnell, dass es mehr als ein Getränk ist.
- 1:44:06Dass es karakterpur ist.
- 1:44:09Schottischer Whisky steht für Konsequenz, für Ausdauer, für Respekt vor dem Antwerk.
- 1:44:13In jedem Faststück Geduld.
- 1:44:15Denn in Schottland macht man Whisky nicht schnell, man macht ihn richtig.
- 1:44:19Ohne Kühlfiltration, ohne Farbspielerei.
- 1:44:22Denn es geht nicht um Status, es geht um Substanz.
- 1:44:24Und was du trinkst, sagt etwas über dich.
- 1:44:28Und wenn du dich für Schottland entscheidest, entscheidest du dich für Redlichkeit.
- 1:44:32Es geht nicht um Schnelligkeit, es geht um Qualität.
- 1:44:34Nicht um Show, sondern um Tiefe.
- 1:44:36Zum Beispiel bei der Morrison Familie.
- 1:44:39Dem synonym für schottischen Whisky schlechthin.
- 1:44:41Ein Dynastie, deren Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert reichen.
- 1:44:45Damals begann alles mit William Walker.
- 1:44:47Einem renommierten Whiskybroker.
- 1:44:49Dessen Erbe Stanley P. Morrison 1963 mit dem Kauf der Beaumont-Brennerei auf Islay cementierte.
- 1:44:56Die älteste legale Distillerie der Insel.
- 1:45:00Stanley, später gefolgt von seinem Sohn Brian und Enkel Jamie,
- 1:45:05formte die Morrison Beaumont Distillers,
- 1:45:07die mit Brennereien wie Orton Torschen und Glenn Gary Ash die Weltbrünn betrat.
- 1:45:121994 verkauften sie an Sanctuary, doch die Leidenschaft für Whisky brannte weiter.
- 1:45:172014 wag die Familie mit der Wiederbelebung der Marke Old Perth einen kühnen Schritt.
- 1:45:24Ursprünglich vom Peter Thompson Perth gegründet,
- 1:45:26war Old Perth im 19. Jahrhundert ein geschätzter Blend unter Gastwürten
- 1:45:31und bekannt für seinen extrem hohen Malzanteil.
- 1:45:34Unter der Leitung von Kenny McKay,
- 1:45:36der 1970 bei Thompson begann und der Morrison Family wurde Old Perth 2014 neu interpretiert.
- 1:45:44Ein Tribut an Perths historische Rolle als Blending-Hauptstadt.
- 1:45:47Der Bau der Alborachi Brennerei 2017 in Perthshire markierte die Rückkehr der Familie zur Distillation
- 1:45:54auf 300 Hektar eigenem Farmenland entstand, die eine Brennerei,
- 1:45:58die Tradition und Innovation in sich vereinte.
- 1:46:01Jemmy Morrison, Vorsitzender der Morrison-Scotch-Wisky-Distillers formuliert es treffend.
- 1:46:07"Wir sind eine Familie, die Whisky lebt, als Händler, Blender, Abfüller und Distiller."
- 1:46:13Heute ist Morrison-Scotch-Wisky-Distillers nicht nur für Old Perth bekannt,
- 1:46:17sondern auch für Marken wie Mac-Taller und Carn-Morck, die die Vielfalt-Shortlands widerspiegeln.
- 1:46:24"Old Perth steht dabei für die Zugänglichkeit und Qualität."
- 1:46:30Ein Whisky, der die Seele Perthshire in jede Flasche gießt.
- 1:46:36"Old Perth Original" ist ein Blend-Mord, ausschließlich aus scherige, gereiften Single-Mords,
- 1:46:42der Glen-Livet-Region in Space-Site komponiert.
- 1:46:45Die Böden Space-Sites geprägt von fruchtbarem Leben und Granit,
- 1:46:49verleihen dem Mord eine natürliche Süße und Fruchtigkeit,
- 1:46:52während das kühle, feuchte Klima der Region die Reifung sanft und gleichmäßig gestaltet.
- 1:46:58Die Auswahl der Fässer, vorwiegend Olorosso und Pedro Cremes Sherry Fässer,
- 1:47:02ist das Herzstück dieses Whiskys, das im Tiefe und Wärme verleiht.
- 1:47:07Die Herstellung erfolgt mit größter Sorgfalt.
- 1:47:10Die Molds werden ohne Kühlfiltration bei 46 Volumen prozent abgefüllt,
- 1:47:14um die volle Aromvielfalt zu bewahren und ohne Farbstoff,
- 1:47:17um die Authentizität des Charakters zu garantieren.
- 1:47:21Die Reifung und Sherry Fässer betonen die fruchtigen und würzigen Noten,
- 1:47:24während die hohe Stärke für eine robuste Textur sorgt.
- 1:47:28Der Old Perth Original zwitmehr als ein Blend Mold.
- 1:47:32Erst einmal harsch an die Kunst des Blendings,
- 1:47:34die Perth im 19. Jahrhundert zur Welthauptstadt dieser Disziplin machte.
- 1:47:39Während viele moderne Whiskys auf Komplexität oder rauchige Intensität setzen,
- 1:47:44besticht der Old Perth durch seine Zugänglichkeit ohne Kompromisse bei der Tiefe.
- 1:47:50Die ausschließlich Verwendung der Sherry gereiften Space-Height Mold
- 1:47:55verleiht ihm eine runde einladende Wärme, die sowohl Kenner als auch Neulinge anspricht.
- 1:48:01Im Vergleich zu rauchigen Eyelay Whisky oder den oft leichteren Lowland Blends,
- 1:48:06bietet der Old Perth eine goldige Mitte, fruchtig, würzig, aber nie überwältigend.
- 1:48:12Der Old Perth Original zeigt, dass ein Blend Mold nicht nur ein Nebenprodukt ist,
- 1:48:17sondern ein eigenständiges Kunstwerk sein kann.
- 1:48:21Ein Whisky, der die Tradition Perth mit moderner Handwerkskunst verbindet.
- 1:48:26Space-Height ist das Herz des schottischen Whisky,
- 1:48:29Heimat von über 50 Brennereien, die für ihre fruchtigen, eleganten Molds bekannt sind.
- 1:48:35Und die kleinen Lüffedregion ist das Herzstück Space-Heights.
- 1:48:39Unter dem nebligen Himmel Schottlands geboren,
- 1:48:43trägt er die Wärme eines Kaminfeuers in sich,
- 1:48:45einladen, vielschichtig und unvergesslich.
- 1:48:49Dieser Whisky ist ein Echo der Blending-Hauptstadt Perth,
- 1:48:52ein Spiegelbild der Space-Height-Landschaft
- 1:48:55und ein Beweis für die Leidenschaft der Morrison-Familie.
- 1:48:59Vielen lieben Dank dafür.
- 1:49:00Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:49:06Ist das gar nicht so dein Lebensinhalt, dass du sagst?
- 1:49:19Sonst macht ihr gerade ...
- 1:49:20Aber jetzt eben auch mit der Krankheit ist es so,
- 1:49:25dass ich halt auch überlege, ist jetzt doch anders.
- 1:49:28Und geht das überhaupt noch? Kann ich das Tempo noch fahren?
- 1:49:31Wenn ja, wie lange?
- 1:49:33Mal gucken.
- 1:49:35Aber da habe ich auch keine Antwort drauf, muss ich sagen.
- 1:49:38Zumindest jetzt nicht.
- 1:49:39Gerade welts ja auch ...
- 1:49:41Etwas ist, wo du viele Jahre für gearbeitet hast, dir was er arbeitet hast.
- 1:49:46Aber es ist gut, wenn man da wahrscheinlich open-minded ist
- 1:49:49und versucht, links und rechts zu schauen.
- 1:49:52Genau, also ich will schon noch, dass es besser wird.
- 1:49:54Also dieses ...
- 1:49:56Eidip sagt das oft immer, wir sind noch lange nicht fertig.
- 1:49:59Sehe ich auch so.
- 1:50:00Also die Weingarte soll noch nicht so, wie ich es haben möchte.
- 1:50:04Und ich weiß nicht, ob es jemals wird.
- 1:50:07Weil in dem Moment, wo sie so ist, wie ich es jetzt vielleicht gerne hätte,
- 1:50:11will ich es halt schon wieder anders.
- 1:50:13Aber das gehört halt auch zu ...
- 1:50:15Gehst du da richtig zielgesteuert daran, dass du sagst,
- 1:50:18das ist meine ideale Karte und da würde ich mich langsam hin entwickeln.
- 1:50:22Weil ich ja das Gefühl habe bei vielen Kollegen, dass die ...
- 1:50:26Sie basteln halt einfach oder lassen es wachsen oder gucken vom Strom.
- 1:50:31Also bist du da so zielorientiert?
- 1:50:33Ähm, nee.
- 1:50:35Also, wer ich gerne ... - Entschuldige.
- 1:50:37Entschuldige, wenn ich das so rausgehört habe und da schön nachgefragt hab.
- 1:50:41Nee, wer ich gerne, muss ich sagen.
- 1:50:44Das ist so dieses ...
- 1:50:46Was ich immer wieder mache, zwischendurch ist,
- 1:50:48ich sehe mir die Karte ...
- 1:50:50Oder versuche mir die Karte neutral anzusehen.
- 1:50:55Was fehlt mir denn hier in der Region?
- 1:50:58Oder was müsste hier gar nicht stehen?
- 1:51:00Mhm.
- 1:51:01Einfach, dass ich das selber nochmal unter dieses ...
- 1:51:05Was sind ...
- 1:51:06Also was zum Beispiel ...
- 1:51:08ewige Baustelle bei mir jetzt im Moment ist,
- 1:51:10sind die Dégagements bei Schaumweinen.
- 1:51:13Die stehen nicht auf der Karte.
- 1:51:15Das möchte ich aber.
- 1:51:16Krasser Aufgabe, das bei allen und auch zu pflegen und auch ...
- 1:51:20Ja, ist es.
- 1:51:22Und deswegen ...
- 1:51:23Weil es eben so eine krasse Aufgabe ist,
- 1:51:26ist es jetzt nur eine Idee und noch nicht durchgeführt.
- 1:51:30Aber ich sehe schon, dass bei den Top-Weinkarten ...
- 1:51:37das überall so ist.
- 1:51:40Also ich meine, die meisten internationalen Top-Restaurants ...
- 1:51:46arbeiten ja auch mit deutlich größeren Sommelierteams,
- 1:51:50wo es halt auch möglich ist, das dann vom Arbeitsaufwand zu schaffen.
- 1:51:55Aber das ist schon was, wo ich gern hin möchte.
- 1:51:59Besten Aufgabe ist es, das herauszufinden, die Dégagements.
- 1:52:03Ist das die Aufgabe der Hädler, dass sie dich informieren?
- 1:52:07Oder ist das deine Aufgabe, jede Flasche zu kontrollieren,
- 1:52:10um die Flasche aktuell zu halten oder den Wahn-Eingang aktuell zu halten?
- 1:52:13Weil das ist, glaube ich, so eines der Grundprobleme dabei, oder?
- 1:52:16Meinst du jetzt bei Weinen, wo es draufsteht oder was nicht draufsteht?
- 1:52:20Sowohl als auch.
- 1:52:21Bei wo es nicht draufsteht, braucht es dir die Händler oder Produzenten,
- 1:52:24um es einfach zu erfahren, aber jetzt auch wo es draufsteht,
- 1:52:27dass du diesen ersten Step machst.
- 1:52:31Würdest du die Informationen zuliefern lassen oder selber draufgucken?
- 1:52:35Selber draufgucken.
- 1:52:36Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das ein Händler hinkriegt.
- 1:52:41Er weiß ja nicht, wie viel ich von welchem jetzt verkauft habe und so was.
- 1:52:47Nein, das nicht. Aber bei jeder Lieferung, dass er die Information mitliefert
- 1:52:50und dich von mir aus darüber informiert, dass jetzt die neue Lieferung
- 1:52:54im Vergleich zu den anderen...
- 1:52:55Es gibt Händler, die haben das draufstehen, das steht auf dem Lieferstand.
- 1:52:59Aber letztendlich würde ich immer darauf gucken.
- 1:53:02Ist aber auch nur bei Champagner, oder?
- 1:53:04Oder gibt es bei anderen?
- 1:53:06Ich glaube, selbst bei einen anderen Schaumweinbereich, bei Cremont, bei Sekt,
- 1:53:10bei Esplomante, bei Sparklinger, war eines,
- 1:53:13wird es noch gar nicht mal so überprobiert,
- 1:53:15dass sie nicht dargestellt wie bei Champagner.
- 1:53:17Nein, aber letztendlich kommt das hier mal aus der Champagne.
- 1:53:22Ist aber bei anderen Schaumweinen durchaus nicht minder wichtig?
- 1:53:26Nein, aber ich finde, Champagner ist halt, was die technische Entwicklung angeht
- 1:53:31und so einfach deutlich der Vorreiter.
- 1:53:33Also das ist halt die größte und die wirtschaftlich wichtigste Schaumweinregion.
- 1:53:40Deswegen ist sie halt Leuchtturm für die anderen Regionen.
- 1:53:43Aber würdest du es bei anderen Schaumweinen gerne sehen?
- 1:53:45Bei Deutschen, Sekt?
- 1:53:46Ja, ja, unbedingt.
- 1:53:47Ja, aber der Trend ist da, auf jeden Fall.
- 1:53:51Ich fand es total spannend, jetzt bei einem Schaumwein-Produzenten gesehen zu haben,
- 1:53:58dass die es mit auf die Flasche geschrieben haben,
- 1:53:59wann die zweite Vergierung anfängt.
- 1:54:02Und das dann auch zu transportieren, dass zu erklären,
- 1:54:04dass dem Kunden vermittelt sind wie bei dem Storytelling.
- 1:54:07Was wir vorher hatten, was wir,
- 1:54:09dann hat man, glaube ich, was, wenn man was anderes macht, einfach auch was Bleibendes.
- 1:54:13Hat dich mal hier ein Kollege beeindruckt,
- 1:54:15hattest du ein Zommeliererlebnis, was dir besonders gut oder besonders schlecht war?
- 1:54:19Find ich immer schwierig, weil die Kollegen Momente halt immer wahnsinnig von der Person geprägt sind.
- 1:54:28Und da ist so dieses fachliche und das, ich nehme die ja halt auch anders wahr,
- 1:54:34als jetzt ein normaler Gast.
- 1:54:39Deswegen finde ich das super schwierig.
- 1:54:43Ich habe auch so dieses oft schon so danach gedacht,
- 1:54:45wenn man jetzt mit Kollegen und so,
- 1:54:47und man weiß, ob der jetzt ein guter oder schlechter Verkoster ist und so was,
- 1:54:50weil man das zusammen gemacht hat.
- 1:54:52Aber wie die auf einen neutralen Gast wirken,
- 1:54:55habe ich keine Ahnung.
- 1:54:57Und deswegen ist, ich finde, man hört das so oft so hier,
- 1:55:02der ist auch ein toller Zommelier und so was von Leuten,
- 1:55:06die das letztendlich gar nicht beurteilen können.
- 1:55:08Also deswegen, ich finde es zwar immer nett,
- 1:55:10es ist nett zu sagen, aber hat letztendlich mit dem Beruems geht,
- 1:55:16an nicht wenig zu tun.
- 1:55:17Also es sind ganz viele Leute, die ich wande,
- 1:55:19nicht gerne als Menschen,
- 1:55:21und auch weiß, dass sie sich toll mit weiter auskennen und ihr Geschmack ist so und so.
- 1:55:27Aber ob die jetzt quasi dem 08/15 Gast ein tolles Erlebnis bringen,
- 1:55:34das kann ich nicht beurteilen.
- 1:55:36Und das finde ich halt ein bisschen schwierig in dem Zusammenhang.
- 1:55:39Also das tolle Zommelier-Erlebnis,
- 1:55:43nee, ich glaube nicht.
- 1:55:46Also heißt nicht, dass ich es nicht gehabt habe.
- 1:55:48So habe ich es nicht gemeint,
- 1:55:51sondern das ist eher dieses,
- 1:55:53ich habe mich gefreut, dass an dem Abend der und der da war,
- 1:55:56oder der und der.
- 1:55:57Aber das war mehr, ich habe mich dann mehr über das Wiedersehen gefreut.
- 1:56:02Als jetzt das tolle Zommelier-Erfahrt,
- 1:56:05die tolle Zommelier-Erfahrung,
- 1:56:06da müsste es jemand sein, den ich überhaupt nicht kenne.
- 1:56:08Und der mich dann irgendwie umhaut.
- 1:56:11Und da war ich auch in den letzten Jahren nirgendwo,
- 1:56:16wo das der Fall gewesen wäre.
- 1:56:18Ist auch immer anders,
- 1:56:20wenn man, oder ist es anders,
- 1:56:22wenn man Kollegen zu Gast hat?
- 1:56:24Also gibt man sich eines Kollegen gegenüber,
- 1:56:26oder Winzern gegenüber oder Händler gegenüber als normalen Gästen?
- 1:56:30Oder versucht man trotzdem seine Präsenz gleich darzustellen,
- 1:56:35wie es jeder andere Gast erleben würde und sollte?
- 1:56:38Wenn Koch ja eigentlich auch mal gleichkocht,
- 1:56:40egal wer draußen sitzt, so macht das Fett auch gar nicht.
- 1:56:42Aber doch eigentlich auf eurem Niveau,
- 1:56:45ja schon, wenn man diese Gerichte ja schon immer ganz gleich definiert.
- 1:56:49Aber ich weiß nicht, ob ich das so...
- 1:56:52Natürlich sind alle Gäste gleich,
- 1:56:55aber wenn du Gäste hast, die du kennst,
- 1:56:56dann ist halt immer was anderes.
- 1:56:59Da ist man auf einem anderen Niveau,
- 1:57:03den einen kennst du halt so gut, den anderen so gut.
- 1:57:07Und das finde ich dann immer das, was für Ausschlag geben ist.
- 1:57:10Also das sind ja nie oder ganz selten Fremde.
- 1:57:13Wenn jetzt Gäste sind, die Kollegen,
- 1:57:16man kriegt ja dann selbst Leute, wo man es nicht weiß,
- 1:57:18dass das Kollegen sieht, kriegt man es schnell raus.
- 1:57:21Das sind dann aber dann in der Regel für mich Gäste wie alle anderen auch.
- 1:57:26Und letztendlich, ob jemand jetzt Wein als Hobby hat,
- 1:57:30oder das beruflich macht,
- 1:57:35ich die Person nicht kenne, dann gehe ich trotzdem gleich mit denen um.
- 1:57:39Sind die Wissen oder die Unwissenden Gäste,
- 1:57:42die komplizierteren, anspruchsvolleren, interessanteren?
- 1:57:45Das kommt immer drauf an.
- 1:57:47Also grundsätzlich,
- 1:57:49ich finde manchmal einen Unwissen fast angenehmer,
- 1:57:52weil er den Wein fast kindlich, jungvollig betrachtet und ihn einfach schmeckt.
- 1:57:58Im Winzenden ist manchmal interessant,
- 1:58:00weil man natürlich ganz anders pallieren kann,
- 1:58:02sich ganz anders austauschen kann.
- 1:58:05Ich kann das auch nicht so sagen, dass ich das finde besser oder schlechter,
- 1:58:08aber das ist einfach noch schwieriger.
- 1:58:10Das ist einfach anders.
- 1:58:12Aber das ist auch ein so Unterschied, den ich gemerkt habe,
- 1:58:15auf der Stufe von 2 bis 3.
- 1:58:18Also Sternen.
- 1:58:20Das einfach bei 2 Sternen,
- 1:58:21konntest du Gäste noch einfach wirklich umhauen und so was.
- 1:58:24Also dieses "Wow, das habe ich ja noch nie erlebt".
- 1:58:26Und bei 3 Sternen,
- 1:58:30dann kriegst du so einen Nicken, so okay.
- 1:58:33Da habe ich jetzt schon 10-mal auf dem Niveau gesehen, aber war in Ordnung.
- 1:58:38So in etwa.
- 1:58:39Man kann die Leute nicht mehr so leicht,
- 1:58:41eben diese kindliche Freude,
- 1:58:43die ist nicht mehr so leicht zu holen.
- 1:58:47Wenn man Erwartungen entsprechen muss, oder?
- 1:58:49Genau.
- 1:58:50Man kann eigentlich fast nur verlieren,
- 1:58:54wenn du gewinst,
- 1:58:56hast du mehr oder weniger bestanden oder hast eine Erwartung entsprochen
- 1:58:59und die einzige Veränderung ist nur zu verlieren.
- 1:59:04Oder nicht zu bestehen.
- 1:59:06Ja, aber das ist auch so dieses...
- 1:59:08Das ist auch so ein Druck, den man sich, glaube ich, mehr selber macht.
- 1:59:11Und das macht es, finde ich auch.
- 1:59:13Also ich finde vor allem auch immer dieses...
- 1:59:16Das ist so, man versucht, ein 3-Sterneservice zu machen,
- 1:59:19oder so was für mich Blödsinn ist.
- 1:59:21Weil man versucht, ein Service zu machen,
- 1:59:23den man möglichst gut findet,
- 1:59:25also den man selber haben möchte.
- 1:59:27Und das hat nichts mit Sternen zu tun.
- 1:59:29Aber es ist halt für ein, ich sag mal,
- 1:59:33Gast, der weniger Erfahrung auf dem Niveau hat.
- 1:59:38Dessen Freude ist halt oft enthousiastischer,
- 1:59:41als die eines wirklich frequent Travelers,
- 1:59:46der, was weiß ich, was erzählen,
- 1:59:49wie gestern, dass sie im Monat 30 Sterne essen würden und so was.
- 1:59:56Die vergleichen dann halt natürlich mit anderen
- 2:00:02ähnlich bewerteten Restaurants.
- 2:00:04Und da muss man dann halt schon nicht wiederum mit Individualität kommen.
- 2:00:07Also eben, dass man vielleicht netter,
- 2:00:11charmanter, natürlicher ist als die anderen.
- 2:00:15Also, dass man eben mehr man selbst ist.
- 2:00:19Und darum geht es auch nicht.
- 2:00:21Hift dir bei sowas, und das soll nicht despektierlich gemeint sein,
- 2:00:24aber dein Alter, dass du sagst, dass er dich mit 20 nie reißen können,
- 2:00:28um diese Souveränität, auch mit dieser Gelassenheit reißen können.
- 2:00:31-Bestimmt. -Einfach, okay.
- 2:00:34-Und bestimmt. -Es gibt ja einige, also keine Ahnung.
- 2:00:38Ich glaube, Nina hatte ich das, oder mit Daniel Kiovski,
- 2:00:41die ja schon relativ jung war,
- 2:00:42nicht damals auch, als ich in dem Segment gespielt habe.
- 2:00:45Und wünschte mir manchmal,
- 2:00:49einfach älter gewesen zu sein,
- 2:00:50um auch diese menschliche Ebene, die ich damals noch nicht hatte,
- 2:00:54einfach haben zu können, die du wahrscheinlich noch mal nahe an einen,
- 2:00:57auch Erfahrung hast.
- 2:00:58Ja, es hat viel Erfahrung einfach.
- 2:01:01Und dann, das auch, dass man halt nicht mehr jedes Wort auf die Goldwaage wegt.
- 2:01:07Und manche sind halt so.
- 2:01:09Und dann ist es so.
- 2:01:11Also vor allem, dass man selber nicht aus der Balance kommt,
- 2:01:15wenn irgendwas so unrund läuft.
- 2:01:19Ja, wenn man es dann nicht besser macht,
- 2:01:20wenn man dann übernervös wird oder zu schnell nervös wird.
- 2:01:23Ja, genau.
- 2:01:24Das ja, ja.
- 2:01:25Reist dich noch was vom Hocke?
- 2:01:27Oder hältst du dich dafür?
- 2:01:29Weil du ja eben auch den Vergleich gerade mit den Gästen,
- 2:01:32die schon sehr erfahren sind, die viel gesehen haben und so weiter,
- 2:01:36also du hast ja auch schon viel erlebt, viel gesehen.
- 2:01:39Lest du dich da noch kindlich mitreißen?
- 2:01:41Oder ist es für dich einfach auch nur eine...
- 2:01:44Das ist ja das Schöne.
- 2:01:46Also das finde ich ist ja auch der Rat der Branche.
- 2:01:48Dass man sich immer wieder inspirieren lässt und begeistern lässt.
- 2:01:51Ja, und dass es einfach um schöne Momente geht.
- 2:01:53Gab es damals so was Ultimatives?
- 2:01:55Sei es von Wein von Speisen, vom Erlebnis her,
- 2:01:58eine Schweinspeisenkombination,
- 2:02:00die dich richtig gefesselt hat, wo du heute noch dran denkst?
- 2:02:07Ich muss gerade mal hier meinen Akku nachlegen.
- 2:02:11Klar, den Verzweifel bitte.
- 2:02:12Da kam das Piepsen her.
- 2:02:15So, ab jetzt.
- 2:02:17Nee, ehrlich gesagt nicht.
- 2:02:24Also die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt,
- 2:02:26aber ich höre mir dann die Sendung ja meistens im Auto an.
- 2:02:29Ich bin nicht länger fahre
- 2:02:31und da grübel ich dann auch über die Fragen nach,
- 2:02:34was ich denn gesagt habe.
- 2:02:35Und...
- 2:02:36Er?
- 2:02:37Nee.
- 2:02:38Also es sind schon...
- 2:02:39Ich finde, da sind zum Beispiel...
- 2:02:41Tolle Beispiele genannt worden.
- 2:02:44Gerade, was diese einfachen Sachen sind.
- 2:02:47Was war jetzt aus da und...
- 2:02:50Hier, Keres, Winodepasto und so was.
- 2:02:54Oder Montadella und Lamprusco und so weiter.
- 2:02:57Dann hat man ausprobiert vom Sebastian Bordhäuser
- 2:03:00und ich war wirklich auch begeistert.
- 2:03:02Also war tolle Empfehlung, aber ja.
- 2:03:05Genau, aber das sind so diese Momentssachen.
- 2:03:07Und...
- 2:03:08Da ist vielleicht...
- 2:03:10Da denke ich auch zu kompliziert.
- 2:03:12Aber jetzt einfach aus...
- 2:03:14Der beruflichen Situation geschuldet.
- 2:03:18Ja.
- 2:03:19Weil, meistens sind diese wirklich Killer-Matches,
- 2:03:23sind so diese ganz einfachen Paare.
- 2:03:25Und oft bewähren.
- 2:03:26Und ja.
- 2:03:27Bist du bei sowas Theoretiker oder Praktiker?
- 2:03:30Also kannst du imaginär eine Kombination zusammenstellen?
- 2:03:33Eure Küche, die auch war...
- 2:03:35Wahnsinnig komplex.
- 2:03:37Ich muss sagen, sein soll,
- 2:03:39weil ich leider, oder immer weiß, oder wie auch immer noch nicht da war.
- 2:03:42Und einen entsprechenden Wein dazu.
- 2:03:44Könntest du es bis aufs totale Match gedanklich zusammenspielen
- 2:03:48oder musst du es ausprobieren?
- 2:03:50Oder kann man das sowieso nicht zusammenspielen?
- 2:03:53Ich muss es ausprobieren, natürlich.
- 2:03:55Aber je länger ich Edip kenne, umso besser kann ich es auch theoretisch.
- 2:03:58Also du musst das ganze im Menü essen bei vielen Gerichten
- 2:04:01um dein perfektes Menü zu machen?
- 2:04:04Nein, in der Regel geht es um Soßen bei mir bei der Begleitung.
- 2:04:09Und weil die für mich auch immer der Matchmoment sind,
- 2:04:12der ist nicht so oft...
- 2:04:14diese Aromatik, die man mitnimmt, finde ich, kommt immer über die Soße.
- 2:04:19Und ich kenne halt inzwischen schon viele Soße-Elemente von ihm.
- 2:04:24Und wenn er es aufschreibt, dann weiß ich inzwischen auch, was drin ist,
- 2:04:30was da nicht aufgedrückt ist.
- 2:04:32Das ist halt nur in der Regel.
- 2:04:34Und damit liege ich vielleicht in 60% der Fälle richtig.
- 2:04:37Den Rest muss ich dann nachprobieren, nachjustieren.
- 2:04:40Und hast du die Erfahrung, dass Gäste das nachvollziehen können
- 2:04:43oder ist es denn trotzdem eine persönliche, personifizierte Betrachtungsweise
- 2:04:48des Ganzen, wenn jeder eine unterschiedliche Sensibilität,
- 2:04:51Wahrnehmung oder Intensitätsinterpretation hat?
- 2:04:54Beides.
- 2:04:56Ich bin auch in der Regel, dass ich das nicht aufgeschrieben habe.
- 2:05:00Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:03Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:06Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:09Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:12Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:15Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:18Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:21Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:24Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:27Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:30Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:33Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:36Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:39Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:42Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:45Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:48Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:51Und wenn man das nicht aufgeschrieben hat, dann ist das nicht so.
- 2:05:54Ich denke, das ist ...
- 2:05:56... Beinspeisenkombination ...
- 2:05:59... ist in der Regel nicht das Problem, weil sie die Gäste das ...
- 2:06:03... in den allermeisten Fällen nachverziehen.
- 2:06:06Was ich weshalb nicht ausgesucht habe.
- 2:06:09Es ist dann eher die Weinausfall.
- 2:06:11Also das ist so dieses klassische ...
- 2:06:13... der Wein passt dazu ja gut, aber ich würde den nie so trinken.
- 2:06:16Und das ist für mich vollkommen okay.
- 2:06:19Damit bestätigen Sie mich ja im Grunde genommen,
- 2:06:22weil Sie ja eine Weinbegleitung haben wollten.
- 2:06:25Was war der Rest der Frage?
- 2:06:28Also ob es vom Servierverhalten halt ...
- 2:06:31Ach so mit den Temperaturen.
- 2:06:34Genau, ob du da ein bisschen mit spielst und versuchst da anders,
- 2:06:37und den Wein an die Grenzen zu führen, den Gast damit zu schockieren, zu überraschen.
- 2:06:40Also schockieren versuche ich eh nicht.
- 2:06:43Das machen die vielleicht im Alchemist oder sowas.
- 2:06:46Aber das sehe ich auch nicht als unsere Aufgabe.
- 2:06:49Also warum sollten wir ein Gast schockieren?
- 2:06:52Ich finde wir sind am Musierbetrieb und keine Geister waren.
- 2:06:55Stimmt.
- 2:06:58Ja, aber ich habe kein Verständnis für diesen Ansatz.
- 2:07:01Er hat zwar einen Wahnsinn Spannungsbogen, aber ich finde das halt nicht schön.
- 2:07:05Und mit den Temperaturen würde ich manchmal ...
- 2:07:08... gerne mehr machen.
- 2:07:11Das ist einfach nur, finde ich wahnsinnig schwer umzusetzen in einem ...
- 2:07:14... Felsen.
- 2:07:17Und so extra Wacker, also gerade im Weiminew extra Wacker,
- 2:07:21wie im Sondersträge Rebsorten, Weinbaugebiete, die kaum jemand auf den Schirm hat.
- 2:07:25Jetzt hast du gesagt, für die Karte selber hast du im Bougelet reduziert,
- 2:07:29ausgelistet, obwohl es spannend ist. Aber gibt es irgendwie Gebiete, wo du sagst,
- 2:07:33die ziehe ich dann manchmal aus dem Zauberhut oder die hat keiner auf den Schirm.
- 2:07:37Da sollte man vielleicht ein bisschen mehr drauf achten oder Rebsorten,
- 2:07:41oder die sind dann auch nicht so gut.
- 2:07:44Da sollte man vielleicht ein bisschen mehr drauf achten oder Rebsorten,
- 2:07:47oder Stile oder irgendwas, wo du mit prälieren kannst.
- 2:07:51Ich finde das immer schwierig, das jetzt sozusagen.
- 2:07:54Also das fast den einen überrascht, den anderen halt gar nicht.
- 2:07:57Ja.
- 2:07:59Und ...
- 2:08:00... smart aussah.
- 2:08:02Ja.
- 2:08:04Deswegen finde ich es schwierig, das jetzt zu sagen.
- 2:08:06Damit überrascht man jetzt die Leute.
- 2:08:08Oder die Region, die unter dem Radar liegt,
- 2:08:12oft liegt es halt auch an pragmatischen Gründen.
- 2:08:15Was was ich in Griechenland ist halt auch echt schwierig zu kaufen.
- 2:08:19In Deutschland oder Portugal oder so was.
- 2:08:23Und die haben halt ...
- 2:08:26... einige ganz tolle Weine, aber dann eben auch mehr von Mittelmäßigkeit.
- 2:08:33Die ist dann schwermacht, finde ich.
- 2:08:36Da finde ich es dann so bei so super exotischen in Anführungsstrichen.
- 2:08:41Regionen wie ...
- 2:08:44... kanarischen Inseln, oft viel einfacher, weil ...
- 2:08:48... da alle, die dort Wein machen ...
- 2:08:52... Prinzip auf einem ähnlichen Niveau sind, weil es nur so wenige sind.
- 2:08:56Und die einfach nur so wenig Menge haben.
- 2:08:59Aber das finde ich ja inzwischen auch kein super Geheimtipp oder so was.
- 2:09:04Aber letztendlich die Leute, die in unserer Nischenblase unterwegs sind, haben die Sachen auch im Schirm.
- 2:09:12Ist hier auch mal eine Frage der Betrachtungsweise, was man dort herauslubt,
- 2:09:17diese einigen Produzenten, die außergewöhnliche und total verkante Weine machen.
- 2:09:23Oder ob man das in der Gänze der Entwicklung eines Gebietes dann letztlich betrachtet.
- 2:09:27Dass man sagt, keine Ahnung, von zehn Weinen ist einer der Weltklasseweine.
- 2:09:31Und denen sollen alle beachten, oder neun von zehn sind.
- 2:09:34Weltklasseweine, ich verstehe nicht, warum ihr alles nicht versteht.
- 2:09:37Also je nachdem, wie man sowas gewichtet und wertet und so weiter.
- 2:09:41Was ich als ... quasi, was ich super gerne benutze, ist Furment als Krebsorte.
- 2:09:47Das hat es, glaube ich, mit Michi, hattest du das mal.
- 2:09:51Ich glaube, weil der ja viel Osteuropa-Weine gemacht hat.
- 2:09:57Das sehe ich halt auch so.
- 2:10:00Und das ist halt so, als ich hier angefangen habe, habe ich halt auch so ein bisschen überlegt,
- 2:10:05wo bin ich hier überhaupt so auf der Landkarte.
- 2:10:07Und was sind jetzt hier die nächsten Weinregionen?
- 2:10:10Und wir machen halt schon viel Österreich.
- 2:10:13Also einfach so.
- 2:10:14Deswegen, die österreichischen Warenbaugebiete sind alle näher als die Deutschen.
- 2:10:18Also jetzt kann man jetzt streiten mit Franken und Finks, wo jetzt das nächste ist.
- 2:10:26Die Bezüge sind deutlich da.
- 2:10:28Und letztendlich sind wir auch deutlich schneller in Südtirol, als wir in der Fall sind von hier aus.
- 2:10:35Und das prägt natürlich auch.
- 2:10:38Gerade in den Anfangszeiten, als wir eben noch Nullsterne hatten, waren es halt großer Locals, die hier waren.
- 2:10:46Und deren Weinsozialisierung ist Österreich und Südtirol.
- 2:10:52Und deswegen war das am Anfang echt wichtig.
- 2:10:54Da habe ich halt da geguckt, was gibt es Spannendes und bin wirklich viel bei Vormitteln geblieben.
- 2:10:59Und mag die Rebsorte und habe mich gerne, weil sie halt oft Dinge liefert, die sonst keiner kann.
- 2:11:09Und das finde ich ganz schön.
- 2:11:11Also gerade passt zur Edipsküche auch in vielen Komponenten und habe mich gut.
- 2:11:15Findest du halt bei der Rebsorte zu sehen, wie so eine Rebsorte aufblüht?
- 2:11:18Ja.
- 2:11:19So langsam, immer stärker wird, wächst, anders wahrgenommen wird.
- 2:11:24Und ja natürlich in gewissen Regionen, in gewissen Bereichen schon immer eine Präsenz hatten,
- 2:11:29aber jetzt auch nach und nach in das Allgemeinbewusstsein getragen wird.
- 2:11:34Und dabei auch, welche Faszination, Ausstrahlung und Kraft dann eben auch die Beinerklärer,
- 2:11:39sei es Händler, Summys oder wie auch immer haben, wenn sie davon inspiriert und begeistert sind,
- 2:11:43wie so eine Welle immer weitergetragen wird, dann wie Produzenten davon wieder inspiriert sind.
- 2:11:48Einfach noch was anderes zu probieren, was zu wagen, in den Austauschen, die Kommunikation zu gehen,
- 2:11:53zu sehen, wie es ankommt, dann eben auch mit der Reifefähigkeit, die die Rebsorte auch durchaus mit sich bringt,
- 2:11:58wo man erfährt, wow, das kann die auch die verschiedenen Spielarten mit Süß oder mit Edel Süß
- 2:12:03oder mit Trocken zu spielen, teilweise im schaumigen Bereich.
- 2:12:08Also es ist eine Rebsorte, die mich nachhaltig beeindruckt und wo ich auch die Entwicklung richtig, richtig wohlwollend betrachte.
- 2:12:15Also auch fern und das...
- 2:12:16Ich glaube, die ist auch lange noch nicht zu Ende.
- 2:12:18Auf keinen Fall. Und jetzt auch gerade mit dieser geschichtlichen Betrachtung sieht man ja auch,
- 2:12:21was es dort noch für Möglichkeiten gibt und was wir alles jetzt in der Jetzzeit, die ja doch anders ist,
- 2:12:25als vor 300 Jahren in Ungarn, irgendwie nochmal ganz anders entwickelt und neu geschrieben werden kann.
- 2:12:33Ja, und ich finde so diesen Westdral des Fuhrminds spannend, dass das immer mehr nach Westen zieht.
- 2:12:40Aber er wird an der französischen Grenze abprallen oder glaubst du, dass er es da hinschaffen könnte?
- 2:12:45Das ältesten Fuhrmind könnte auch extrem spannend sein, glaube ich.
- 2:12:49Ja, bestimmt, aber ich glaube nicht, dass wir das mal erleben werden.
- 2:12:54Das glaube ich auch nicht. Manche Sachen sind uneinehmbar.
- 2:13:03Aber ja, da kann man ja noch Ziele haben.
- 2:13:07Hast du noch irgendein...
- 2:13:09Jetzt ist losgelöst davon, dass bei dir Sachen neu geschrieben werden, aber irgendein Ziel oder einen Wunsch,
- 2:13:15wo du sagst, das würde ich echt total gerne nochmal machen, außer meine Karte komplettieren nach meinen Traumvorstellungen gestalten.
- 2:13:24Du im Moment erstmal gesund werden.
- 2:13:28Ja, jetzt nachvollziehbar.
- 2:13:30Ja, also deswegen, also ich ertappte mich gerade so zu irgendwelchen absurden Gedanke spielen,
- 2:13:35aber dann dachte ich mir, erst mal Belfla halten.
- 2:13:39Ja, mein Training heute Morgen war, dass ich einmal die Treppenhaus hoch und runter gegangen bin
- 2:13:45und das hat mich schon sehr angestrengt, also deswegen muss man alles immer im Kontext sehen.
- 2:13:50Ja, alles Gute dafür und vor allen Dingen auch, dass du dann trotzdem nach vorne schaust
- 2:13:56und vor allen Dingen auch gastronomisch nach vorne schaust, zumindest dass du in Betracht ziehst.
- 2:14:00Ja, das finde ich ja relativ stark, also dass du die Champions League trotzdem nicht zur Seite legst und sagst so und so,
- 2:14:07aber das einfach ausprobieren möchtest, finde ich, Wahnsinn.
- 2:14:11Du, ich gebe jetzt um bei dem Bild zu bleiben, also ich genieße es einfach auch, Champions League zu sein.
- 2:14:16Deswegen möchte ich das nicht aufgeben.
- 2:14:26Danke lieber Iroh, dass du die Zeit genommen hast, dass du dir die Kraft genommen hast, uns zwei Stunden aus deinem Leben zu erzählen,
- 2:14:32von deiner Philosophie, von deinen Gedanken, von deiner Überzeugung, von deiner Erfahrung, aber auch von deiner Krankheit zu berichten.
- 2:14:38Ich habe es bewusst nicht im Intro formuliert, dass du ja eine extrem schwere Operation hinter dir hast,
- 2:14:45die zwei Wochen vor unserem Gespräch einen Nieren entnommen wurde und du damit hoffentlich den Krebs besiegt hast
- 2:14:51und das einfach Zeit wie von heute auf morgen mitten im Gleitflug in einer Wahnsinnskarriere,
- 2:14:57wo man alles komplett neu definieren, neu denken muss.
- 2:15:00Ich finde es Wahnsinn, wie du mit dem Thema umgehst und wie du perspektivisch nach vorne schaust.
- 2:15:05Vielen Dank, dass du uns auch von dieser Seite berichtet hast.
- 2:15:09Und ich fand es ergreifend, wie du diesen Beruf, diesen besonderen Beruf immer noch eine gewisse Wertigkeit zusprichst.
- 2:15:16Ganz klein findest du es natürlich andere, vielleicht sogar wichtigere Sachen im Leben gibt, wie die Gesundheit,
- 2:15:21aber du deinem Beruf nicht aus den Augen verlierst.
- 2:15:24Und du einfach nach vorne schaust.
- 2:15:26Vielen Dank, dass du diese Gedanken mit uns geteilt hast.
- 2:15:28Und noch ein ganz großes Dankeschön an unseren Partner, an die Schlummbägergruppe,
- 2:15:32mit den Handelshäusern Segnesk und Sio Vini, Schlummbäger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollek.
- 2:15:38Den Dank Ihnen ist nach dem Podcast vor dem Podcast, nach dem Freitag vor dem Freitag
- 2:15:43und nach der Folge mit Iro Lutta eine neue Folge zu erwarten.
- 2:15:47Und diese hat mich nach Allzeig geführt.
- 2:15:50In Thomas Weinbar, der gerade zum Wineplace ernannt beziehungsweise ausgezeichnet wurde.
- 2:15:55Und somit freue ich mich über die Geschichte, über seine Geschichte, über das Thema Wineplace,
- 2:16:00auf die kommende Woche und auf Thomas H. Heinecke!
- 2:16:03[Musik]
- 2:16:16Mein Name ist Moritz Kosche.
- 2:16:18Ich bin 26 Jahre alt, gebürtig aus Straubingen,
- 2:16:22habe meine Restaurantfachmannlehre in Dachau gemacht, im Schwarzwerkhof.
- 2:16:26Anschließend drei Jahre im Zwei-Stelle-Restaurant in Tantris in München
- 2:16:32unser Hans Haas gearbeitet und arbeite jetzt seit,
- 2:16:36erst mal seit März 2021 im Restaurant Essens.
- 2:16:42Ich bin jetzt aktuell Superweisingschefterer
- 2:16:45und den Iro kenne ich jetzt schon seit November 2021.
- 2:16:51Da wurde er unser Familie und er hat maßgeblich meine Weinwelt geprägt,
- 2:16:56viele Kontakte geknüpft und überhaupt dieses Wein Thema
- 2:17:00erst so wirklich nah war an mich rangebracht davor.
- 2:17:03Als Comedy-Rom mit vier Sommelesen im Hause nicht so den Bezug zu Walen,
- 2:17:09der Rest der Bestand schon, aber halt nicht in der Fülle.
- 2:17:12Aber dank dem Iro hat sich diese Welt überhaupt erst mal erschlossen für mich
- 2:17:18und er hat mich zu vielen Messen mitgenommen.
- 2:17:21Winzer habe ich kennengelernt dürfen, dank ihm diesen Geschmack überhaupt herauszufinden
- 2:17:26von gutem Essen und einer passenden Weinbegleitung,
- 2:17:29das war mir überhaupt kein Begriff zuvor.
- 2:17:32Erst alles dank ihm auch sehr wichtig für meine momentane Karriere,
- 2:17:38weil ich mache jetzt seit Oktober 2024 meinen berufsbegleitenden Berufsspezialist
- 2:17:44zur Milie bei der Iro K in München.
- 2:17:47Und da hat man halt dieses ganze theoretische, was durchgeprügelt wird,
- 2:17:52die Prüfungen stehen jetzt bald an.
- 2:17:54Aber ich habe mit dem Iro halt schon viele Weine probieren dürfen,
- 2:17:59er hat mir sehr viel über Weine erzählt.
- 2:18:02Diese Weine hat überhaupt erst interessant gemacht für mich
- 2:18:05und das ist ein sehr großes Thema, was ich dem Iro für immer dankbar sein werde.
- 2:18:10Er hat auch eine Weinschule bei uns im Hotel durchgeführt,
- 2:18:15wo er sich die Zeit genommen hat von zwei Stunden, bevor wir überhaupt zum Schichtbeginn angetreten sind,
- 2:18:23ein gewisses Thema rauszusuchen, also Rebsorten, Länder,
- 2:18:27und da war das ganze Hotel eingeladen.
- 2:18:30Dieses Angebot habe ich 30-mal in Folge, also 30 Wochen in Folge in Anspruch genommen.
- 2:18:37Und ja, dann hatte ich die Möglichkeit, im Urlaub habe ich mir ein bisschen Gedanken gemacht
- 2:18:42und dann wollte ich noch ein bisschen mehr über Weinwesner und dank ihm
- 2:18:46ist das überhaupt erst zustande gekommen.
- 2:18:49Er ist ein großartiger Mensch, ich bin sehr dankbar, ihn kennenzulernen oder kennenzulernen.
- 2:18:56Auf ein baldiges Wiedersehen in Grashof!
- 2:19:01[Musik]