Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / Vom Jus-Abbrecher zum Kampagnen-Profi: Wie Marcel Schuler die Schweiz mitgestaltet
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- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Momentum. Mein Name ist Kevin Keller-Metzen und mein heutiger Gast wird dir ganz viel Background-Wissen von der Politik erzählen. Er ist nämlich der Gründer von Campaign Years, eine Agentur, die sich vor allem darauf spezialisiert hat, um politische Kampagnen zu schalten, zu konzipieren und herauszutragen. In diesem Podcast reden wir aber nicht nur über Politik, Kampagnen, sondern wir reden auch über Lobbyismus.
- 0:29was genau ein Lobby ist, wie das funktioniert. Wir reden über seinen Werdegang in der Politik selber, über seinen Auftritt, den er schon im SRF, in der Arena oder bei «5 gegen 5» hatte. Auf jeden Fall ein Podcast, den du nicht verpassen darfst. An dieser Stelle möchte ich dir jetzt nicht mehr zu viel vorenthalten und zwar einfach sagen, Intro ab!
- 0:52Ich habe keine Angst vor KI. Die Taxi-Routen kommen zu uns. Ich habe über 60 Abstimmungen gemacht. Obama ist auch nicht selbst auf der Claim gekommen. Yes, we can. Es gibt ganz viele Brad Pitt und Angelina Jolie auf dieser Welt, die gerne im Rampenlicht stehen. Aber es braucht auch Quentin Tarantino hinter der Kamera. Ich bin enorm wohl in meiner Rolle dort, wo ich bin. Ich habe Jules studiert und ich bin brutal gescheitert. Ich war mega schlecht.
- 1:19In der dunkelsten Stunde bist du allein, aber sie geben dir das Leben. Das hatte ich als junger Unternehmer nicht berechnet. Ich dachte mir, dass das auf die Stunde reicht. Riesenfehler würde ich nie mehr machen. Man kann die Schweiz auch hören, wie sie heute oder in der Zukunft dargestellt werden sollte. Welche Wege man gehen sollte.
- 1:49Lieber Marcel, schön, dass es geklappt hat und wir uns hier im Studio gefunden haben. Danke vielmals für die Einladung. Herzlich willkommen. Ich habe ja deinen Kontakt von Alan Frey bekommen. Er hat mir geschrieben, er hat gesagt, hey, ich habe da jemanden, der mega spannend sein könnte. Und dann ging es Schlag um Schlag. Dann ging es mega schnell. Das war ja vor zwei Wochen vielleicht. Ich glaube, oder drei. Oder drei? Vielleicht zwei. Aber egal, ich spreche keinem an.
- 2:17Genau, also es ging relativ schnell. Ich habe mich dann noch ein bisschen erkundigt, was du alles machst. Und mega, mega spannend. Vor allem, ich habe das null gekannt, die Branche. Von dem her, wir werden auf das sicher noch ein bisschen mehr unverdäuft reingehen. Bevor ich meine erste Frage stelle, kommt die wichtigste Frage. Wie geht es dir?
- 2:37Ich bin müde. Ich bin vor vier Minuten Vater geworden und entsprechend sind die Nächte ein bisschen kurz. Weil sie gerade so ein bisschen die Nacht zum Tag und den Tag zur Nacht macht. Also es meidt in dem Fall. Ja, es meidt. Aber sonst geht es mir sehr gut. Also Campaneers ist jetzt gerade, meine Firma ist jetzt gerade fünf Jahre und ich bin mega dankbar für alles, was möglich war die letzten fünf Jahre und
- 3:05Also wenn du sagst, wie geht es dir, dann müde, aber auch sehr, sehr dankbar für alles. Müde, aber dankbar. Das ist schön. Herr, ich glaube, Müdigkeit, da gibt es ja, also mein Grossvater hat es immer gesagt, wenn du müde bist, dann kannst du schlafen. Ist jetzt in dem Fall wahrscheinlich eher schwieriger, weil es ist genau das, wieso du müde bist. Aber es sind Sachen, die gehen vorbei und die Nacht wird irgendwann wieder etwas länger und...
- 3:28Ja, man muss aufpassen. Das Kleine überwiegt ja um so viel mehr. Ich würde das überhaupt nicht negativ sagen. Man ist zwar müde, aber das Positive überwiegt um Weite. Ich glaube, das können alle nachvollziehen. Ich leider noch nicht. Ich habe zwar eine Neffe hin und her, und das ist auch das Schönste, aber hoffentlich auch bald Papi. Ich kann es mir vorstellen.
- 3:57Also das Üben macht natürlich auch Spaß. Ich darf es auch leisten.
- 4:02Aber das Elternsein hat durchaus auch sehr viele schöne Seiten. Mega schön. Gratuliere zu deinem Schild und der Geburt. Darum nochmals zu meiner ersten richtigen Frage. Die erste Frage ist immer so, wie es einem geht. Ich finde das immer das Wichtigste. Aber jetzt eine Frage, die ich mir für dich ausgedacht habe, ist, wann ist der Moment, wo du dich das letzte Mal wirklich frei gefühlt hast und was war der ausschlaggebende Punkt? Oh, diep.
- 4:33Frei? Hey, ich fühle mich im Fall oft frei. Also weisst du, wenn ich so wenn ich morgen ins Büro reinlaufe, das Licht anstelle, die Kaffeemaschine...
- 4:44anstelle, den ersten Kaffee aus dem Lager, dann spüre ich eigentlich jeden Tag so einen grossen Moment von Freiheit. Du bist Unternehmer, ich bin Unternehmer. Die Freiheit können, sich selber zu bestimmen, den Tag zu bestimmen, den Weg zu bestimmen, bei allen Einschränkungen, die man hat, wo das Leben mit sich bringt, bei allen Hürden usw. Ich fühle mich eigentlich sehr frei. Ich fühle mich sehr frei.
- 5:14Mega schön. Und du bist ja jetzt seit fünf Jahren, also deine Firma ist jetzt fünfjährig geworden, Campagneur, ist das richtig ausgesprochen? Es ist ein Wort... Es ist nicht so einfach zum Aussprechen. Hey, wenn ich einmal der Gemeinde anrufe, wenn ich einmal der Gemeinde anrufe, nein, nicht Camping, nein, nein, weisst du, es ist wirklich, ich verstehe das, das ist auch, ich meine, vielleicht auch spannend zu wissen, wie du auf den Momentum kommst, aber wenn du
- 5:43Beim Namen, den wir gewusst hatten, passt er zu sehr, sehr vielem und hat seine Downsides. Das Buchstabieren von «Campagneurs» ist ein bisschen eine Downside, aber vom Storytelling. «Hey, wir sind Campaigner, die deine Wahlkampfmaschine bedienen können. Wir sind Ingenieure, die sie aber auch planen und bauen können.» Das Wortspiel von «Ingenieure» und «Campagneur».
- 6:06Das hat sehr gut funktioniert. Von unserer Identität. Und darum haben wir uns für diesen Namen entschieden. Obwohl wir gewusst haben, dass er unglaublich schwierig ist. Du hast richtig gesagt, es gibt zwar einen Downsize von etwas, aber eben Storytelling ist mega lässig.
- 6:30Engineering und das dann verbinden zu können, dann kannst du halt ein bisschen erzählen, wie das entstanden ist. Das ist ja auch nicht so schlimm. Ja, also ich erzähle es ja gerne. Genau. Aber die Frage ist halt so ein bisschen, ähm, wie bist du überhaupt zu dem gekommen? Weil du hast früher bei der, wenn ich mich richtig informiert habe, bei der FDP hast du die Online-Kampagne gemacht.
- 6:51Ich habe 6,5 Jahre bei der FDP gearbeitet. Die FDP war mein Arbeitgeber. 80% meiner Arbeit war nicht nur FDP-Arbeit. Mein Team und ich waren immer zuständig für eine Abstimmungskampagne. Zum Beispiel die Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen. Da gab es GLP, MITI, SVP. Die waren alle dafür. Dann ist
- 7:15Da fand man, dass es Sinn macht, wenn die FDP die Kampagne koordiniert. Dann haben sich alle hinter der FDP vereint und man hat eine überparteiliche Kampagne gemacht. Natürlich sind dann alle vier Jahre Wahlen und dann hat man auch zu diesen Wahlen eine Aufgabe. Aber viel von meiner Arbeit ist, obwohl die FDP mein Arbeitgeber war und ich bin auch freisinnig,
- 7:39Aber viel von dieser Arbeit, ich meine, ich habe mehr Reden geschrieben für Daniel Josic anstatt für Andrea Caroni, obwohl für Josic SPlerisch und Andrea Caroni freisinnig. Also von dem her, ja, kommt es halt immer ein bisschen durch die Anweisung. Da können wir schon 100 Fragen. Du hast Reden geschrieben für Politiker. Ein Politiker per se kann man sagen, der sollte ja gut reden können, aber
- 8:08Ja, also beispielsweise eine Standardarbeit ist eine Organisation von einer Medienkonferenz. Du kennst das von Corona, wo Alain Berset in diesem Zentrum war. Bleiben Sie zu Hause. Oder in diesem Saal ist immer am Anfang einer Kampagne eine Medienkonferenz, wo die eine Seite und die andere Seite ihre Argumente vorträgt und Journalistinnen und Journalisten informieren sich dann.
- 8:37Und dort machen manche Politikerinnen und Politiker alles selber. Aber oftmals ist es auch gut, wenn man einen Vorschlag bringt und die Person kann das weiterschreiben, weil das hat ja auch eine gewisse Dramaturgie. Es hat eine gewisse... Nicht alle können das Gleiche sagen, weil du willst schon in einer Kampagne vielleicht auch jemanden reden über den Preis, jemanden reden über Arbeitsplätze, oder du willst schon die Breite anbieten. Ja, klar.
- 9:06Darum ist es gut, wenn du dort einen Vorschlag machst, dass Politikerinnen und Politiker das selber noch finischen können. Aber du kannst es mehr kontrollieren, wenn du dort einen Vorschlag machst. Darum gehört Ghostwriting dazu. Die Politikerinnen und Politiker haben nicht...
- 9:27immer mega viel Zeit und wenn du zu deinem Ziel kommst, dann schaffst du halt vor. Ich meine, das wird ähnlich sein bei einem Social Media Post oder bei einer Empfehlung. Ich meine, wenn du irgendeine Empfehlung über dein Geschäft, über sagen wir, du hast ein KMU und du hast irgendwie 10, 15 vorbereitete Kundenstatements, ist es viel einfacher um die zusammen zu bekommen. Oder? Ja. Am Schluss geht es wirklich zum Ziel und dann machst du einen Vorschlag.
- 9:55Aber das ist etwas, was man draussen gar nicht wahrnimmt. Ich würde sagen, wenn ich ein Beispiel vom Alain Berset habe, wenn er gesprochen hat, dann hätte man meinen können, alles, was er sagt, sind seine Worte. Es ist so, ich bin auf ihn angepasst. Heisst ein Ghostwriter, der etwas schreibt für einen Politiker, muss auch versuchen, zuhören.
- 10:20Ich sage jetzt mal, die Position von diesem Politiker, seine Wortwahl, seine Ideologien, so verpacken wir in einem Text, dass es auch immer passt zu dieser Person.
- 10:31Ja, mega fest. Also ich meine, das gehört dazu. Du weisst, das ist ein Absender für die und die Zielgruppe. Die Botschaft muss die Wirkung entfalten, also musst du auch für die Zielgruppe reden. Und darum, ich glaube, für alle da draussen, die irgendwie politische Arbeit machen wollen, ich glaube, emotionale Intelligenz, sich in jemanden hineinfühlen, sich in die Wählerinnen und Wähler hineinfühlen, ich glaube, das ist ein wichtiges Attribut.
- 11:00Und wenn man das kann, dann... Ja, und wenn man es auch lange genug gemacht hat. Oder auch diese Personen kennt. Also, der Alain Berset, wenn du bei diesem Beispiel bleiben willst, der hatte seinen Stab, seine Leute, seine Leute mitgezogen. Bischof Beate Jansio genau das gleiche, der Bundesrat geworden ist. Seine Leute aus Basel sind ja dann mit ihm mitgegangen. Also, die kennen diese Person ja auch schon sehr lange.
- 11:25übernimmst du die Sprache, du übernimmst Eigenschaften von diesen Politikerinnen und Politikern und das kannst du dann auch transportieren, weil du weisst ja ganz genau, der und der oder die und die sind dann so. Beispielsweise, ich kenne einen Politiker gut, der ist Jurist und
- 11:51sehr präzise in der Wortwahl. Mega genialer Mensch. Und bei ihm weiss ich ganz genau, da muss ich ganz gut überlegen, nehme ich jetzt nach dem Komma das Wort «welche» oder «die». Weil es hat manchmal eine andere Bedeutung, weil es auf welches Wort referenziert im Nebensatz. Und von dem her, wenn du diese Person kennst, dann weisst du ganz genau, auf was du dort schauen musst und wie du dich so anpassst. Das ist mega spannend. Also kommen wir jetzt...
- 12:17Es wird auf jeden Fall nicht das Hauptthema sein von diesem Podcast. Ja, wir würden ja nicht lernen. Aber jetzt kommen wir grosse Politiker von der Weltpolitik in den Sinn. Ein Trump zum Beispiel. Und dann sagst du, okay, er hat ja schon sehr viel
- 12:32gute Sachen rauslassen, gute Reden halten, aber auch sehr viel Stutzes rauslassen. Und dann denkst du so, hat der auch einen Ghostwriter und schieben die das extra so? Will man ihn extra so positionieren, um vielleicht etwas vertuschen im Hintergrund, um vielleicht ablenken von einer anderen Sache? Es ist ja...
- 12:54Megaspannendes Thema. Also, es gibt so einen Begriff von Spin Doctors, oder? Spin Doctors. Und der Punkt ist, die Personen lügen ja nicht, sondern Kunst besteht darin, um einfach das, was du sagen möchtest, vielleicht ein bisschen kantiger zu sagen, vielleicht ein bisschen zugespitzter zu sagen oder so, und
- 13:19Wenn du dann jemanden hast, der darüber schaut, oder der das so macht, das ist völlig normal. Ich glaube jetzt nicht, dass Politiker oder Politikerinnen Sachen sagen, die sie nicht glauben. Ich glaube, das geht zu weit. Die Personen haben ja auch eine eigene Meinung, ein eigenes Wertesystem, die wissen genau, was sie sagen wollen.
- 13:45Wenn wir bei der Bundesrepublik, bei der amerikanischen Politik, da bin ich zwar auch mal involviert gewesen, aber die Schweizer Politik kenne ich besser aus, die haben ja so viele Themen. Und wenn du, sagen wir, Arena-Vorbereitung, die Sendung auf SRF, die kommen, die hatten 50 andere Themen, die haben vielleicht gerade mit einem französischen Präsidenten telefoniert. Und...
- 14:10Denen sind die ja mega froh, wenn die jemanden haben, der sagt, hey, loge jetzt kurz um das und das. Das sind die drei Botschaften, die wir machen wollen.
- 14:21absenden oder einen Mann oder eine Frau bringen wollen. Und die sind ja mega froh, weil die holen sie ja dann wieder zurück in die jetzige Welt, wie sie vielleicht noch bei einem Gedanken da oder dort sind. Und wenn wir zurückgehen zu Amerika, ich meine, der Obama ist auch nicht selber auf den Claim «Yes, we can» gekommen. Das hat sich dann erst mit seinem Team zusammen entwickelt.
- 14:44Von daher haben wir eine sehr vielseitige Profession, die an vielen Stellen den Politikern und Politikerinnen hilft, um etwas einfacher zu sagen, anders zu sagen oder ihnen vielleicht auch zu helfen, das zu sagen, was sie sagen wollen. Weil unser Alltag von uns allen sehr vielseitig ist und es dann gut ist, wenn man hilft, einzuarbeiten und zu sagen, was man genau sagen möchte.
- 15:12Aber dann kann man sagen, solche Kampagnen wie zum Beispiel «Yes, we can» oder «Claims» oder «MAGA», das sind Sachen in den Staaten, aber das sind Sachen, die dein Team, deine Unternehmung für die Schweizer Politik macht. Genau. Das ist, so kann man sich das Ganze vorstellen. Und natürlich noch viel, viel drumherum.
- 15:32Ich vergleiche es oft mit dem Fussball. In Amerika gibt es sehr viel Geld. Klar ist das sehr aufblasen. Bei uns ist es eher ein einfaches Spiel, ein jüngeres Spiel. Wie Ajax Amsterdam. Die haben eine super Jugendakademie und wenn die viel trainieren, dann können sie auch mal Real oder so schlagen, wo es sehr viel Geld gibt.
- 15:57Weil wir bei uns in der Schweiz so viel trainieren und machen und immer wieder in allen vier Monaten ein Spiel haben, um das es geht, sind Schweizer Kampagnen sehr vergleichbar. Einfach nicht mit so viel Geld, aber vom Technischen, vom Taktischen können wir durchaus mit denen in Amerika mithalten.
- 16:20Das ist schon sehr spannend. Bevor wir jetzt auf die ganze, ein bisschen mehr rein-diven, was ich sehr gerne mache, ist, ich will verstehen, wie Marcel vor mir entstanden ist. Wie ist die Geschäftsidee gekommen, wie ist das Ganze passiert? Und da würde ich sehr gerne ein bisschen die Zeit zurückdrehen. Wo bist du aufgewachsen, schulisch, was hast du so in der Jugend gemacht?
- 16:41Also ich bin vom Land, ich bin aus dem Turgau. Ich bin früher, also früher irgendwie vor 20, nein, ich weiss gar nicht mehr. Mit 18, 19 bin ich weggezogen, bin in Zürich, bin studieren. Nachher bin ich ins Militär gegangen, nachher habe ich mit der FDP angefangen zu arbeiten, dann mal bei der Helvetia im Public Affairs geschafft, also da ist Lobbying. Und ich habe sehr früh gemerkt, dass...
- 17:07Ich war schon immer in der Schule einer, der gerne politische Sachen gelesen hat. Ich wurde auch genug gecancelt dafür. Welches Kind, das Politik in der Leidenschaft hat, bekommt Credits dafür? Wie ist das entstanden? Als Jugendlicher, die sich für Politik interessieren?
- 17:31Ich fand das spannend. Ich fand das immer spannend. Es ist mega relevant. Für ganz viele Leute hat es wenig Bezug. In meiner Politik ist es kompliziert. Das ist das Gouvern. Aber ich fand das immer spannend. Es ist so relevant für unseren Alltag.
- 17:51Und ich meine, wir machen Plakate, wir machen Texte, die dann andere am Weihnachtstisch darüber diskutieren oder am Sonntag oder beim Brötchen. Und ich habe das immer mega spannend gefunden. Und von dem her habe ich das auch recht viel für mich gemerkt, dass ich mit dem mein Geld verdienen möchte. Politischer Background in der Familie?
- 18:16gar nicht so fest. Im Fall schon auch freisinnige Familie und so. Und mein Vater hat auch mal für Gemeinderpräsidium kandidiert, aber nicht gewonnen. Ja, ich weiss auch nicht. Also nicht mega die Politiker. Schon politische Familie so, Akademikerfamilie, aber nicht irgendwie mega...
- 18:37nicht mega politisch oder so. Es gibt ja hier in Amerika, wenn du jetzt schaust, die Clintons, da gibt es ja die Familienclans. Ich meine, Trump ist auch einer. Das war meine Familie nicht. Also es sind nicht irgendwie Politikerinnen und Politiker. Du hast gesagt, mit 18 bist du auf eine Tour nach Zürich gezogen, um studieren zu gehen.
- 18:59Was hast du studiert? Ich habe Jus studiert und ich bin brutal gescheitert. Ich habe es nicht gefühlt, ich hatte keine Leidenschaft dafür. Und ich war mega schlecht. Wirklich mega schlecht. Ich bin nach einem Jahr rausgefallen, wenn die Prüfung ist. Und dann bin ich gescheitert.
- 19:27Und dann bin ich mal ins Militär gegangen und fand, ich mache auch pflüften, irgendwo rumrubben, ein bisschen Zeug machen. Und nachher fand ich, was machst du eigentlich gerne? Was machst du eigentlich gerne? Und dann habe ich gemerkt, eigentlich mache ich mega gerne Politik. Und habe ein Praktikum gemacht bei der FDP in Bern. Und das war mega cool. Ich kann mir das vorstellen, wenn die FDP dein Arbeitgeber ist, hast du dir eine Stelle ausgeschrieben.
- 19:56Ja, genau. Ich habe jemanden aus meinem Dorf, der dann auch bei der FDP gearbeitet hat, wo man gesagt hat, hey, da werde ich etwas. Und dann habe ich dort das Praktikum gemacht und das war so vielseitig von ...
- 20:12man hätte Facebook-Posts machen können, Bürger-Mails beantworten, erste Abstimmungskampagne, ich weiss noch genau, es war eine Kampagne, die eine Initiative gab, wo man das Rauchen verbieten wollte. Ich weiss nicht mehr genau, irgendwie so...
- 20:28Schutz vor Passivrauch. Die haben so pinke Plakate gemacht, auffallend, coole Geschichte. Das werde ich nie vergessen. Das hat mir so gefallen, dass ich in diesem Bereich bleiben wollte. Es hat mich nie mehr losgelassen.
- 20:44selber Politiker werden, wo du wirklich sagst, ich stehe jetzt vorne und mache meine eigenen Reden? Ich war auch politisch aktiv. Ich war auch schon in der Arena selber. Aber ich habe das als... Für die FDP? Bei den Jungfreisinnigen. Das ist die Jungpartei von der FDP. Die sind schon immer extremer, habe ich das Gefühl. Die Jungparteien, die legen immer wie eine Schippe obendrauf.
- 21:12Ich glaube, sie sind einfach ein bisschen überzeugter. Du setzt dich fest damit auseinander. Mit Maxismus, mit irgendwelchen Ideen. Und dann bist du natürlich nahe an der Lehre. Und tief überzeugt.
- 21:30Und ich glaube schon, weil du so tief überzeugt bist und vielleicht hast du auch eine kreativere Idee als die Eltern, kannst du einmal etwas ausprobieren, verlierst nicht gleich irgendwie dein Amt oder so, wenn du mal oben ohne BHs verbrennst, dann kannst du das wie normal erlauben. Das ist für mich so das Thema.
- 21:51Also zurück zu der Arena. Da war ich da, da gehen die Lichter an. Und ich hatte Angst. Ich wollte nur noch raus. Ich bin nicht gerne im Zentrum. Ich mache nicht viele Vorträge. Es braucht für mich überwinden, um den Podcast zu geben. Und ich habe das...
- 22:11schlimm gefunden für mich persönlich, und ich wusste, ich würde nicht Politiker sein. Und ja, es gibt ganz, ganz viele Brad Pitts und Angelina Jolise auf dieser Welt, die gerne im Rampenlicht stehen, aber es braucht auch Quentin Tarantino hinter der Kamera, und ich bin enorm wohl in meiner Rolle dort, wo ich jetzt bin. Das ist sehr schön ausgedrückt. Als hätte ich das... Ich finde, du redest so klar, du redest so...
- 22:41zielführend, wo du angefangen hast, es gibt so viele Angelina Jolie und Brad Pitt, da dachte ich, auf was geht es jetzt raus? Wo immer Rampen dich dann schauen, und dann kommt der Quentin, wo hinten, und dann verstehst du schon, worum es geht. Danke vielmals. Der Punkt ist, ich habe eigentlich die Tendenz, enorm lang zu reden, also von dem her, ich versuche schon, kürzer zu sein und mich kurz zu halten, aber, und vor allem, wenn ich mal über Politik rede, dann werde ich lang, weil viel Liederschaft, und ich rede gerne über das, aber dann...
- 23:09Ja, also danke vielmals für das Kompliment. Das nehme ich sehr gerne. Auf dem Fall hast du dann gemerkt, deine politische Laufbahn, selber als Politiker, ist eher weniger das, was dich befriedigt, sondern du bist lieber ein bisschen im Background und schiebst oder konzipierst Sachen, die gleich rausgetragen werden. Von den Stimmen, die gerne im Rampenlicht stehen. Ja, genau. Dann hast du das gemerkt, während du die, ich sage jetzt mal, die...
- 23:39die Stellung bei der FDP hatte, hast du das Detail gemerkt?
- 23:43Dass ich mehr ein Hintergrundmensch bin? Ja. Ja, mega fest. Also das musst du dich auch entscheiden, weil du schaffst ja den Politikern und Politikern immer zu. Also ich habe so Grundregeln, dass es von mir kein Kampagne-Video gibt, kein Sinnsrat. Weil wenn eine Kampagne so in den letzten Zeugen ist und es sind 16, 17, 18 Stunden am Tag, es geht nur noch ums Finischen, der schneller ist der Geschwind, es geht nur noch ums Schnellsein. Weil wenn dann...
- 24:11Das ist eine mega einfache Möglichkeit, weil wenn du das Inserat brauchst oder das Testimonial mit jemandem, dann bist du am schnellsten bei dir selber. Und darum sind eigentlich die guten Campaigner diejenigen, die nicht das Rampenlicht suchen, weil es geht ja nicht um sie, sie müssen ja nicht gewählt werden. Also von dem her, es geht ja immer um Politiker, Politiker, die nachher Stimmen bekommen müssen.
- 24:34Und darum, die Leute, die bei Parteien arbeiten, die bei Verbänden arbeiten, das sind meistens schon so Leute, die sich eher mal zurücknehmen, anstatt im Vordergrund stehen, weil sie halt die Eigenschaft durchs Arbeiten schon mitbringen, weil es nicht um sie selber geht. Und von dem her, das habe ich schon da gewusst, dass ich mich nicht gerne im Zentrum sehen würde.
- 25:00Und jetzt nach dem Auftritt von Arena, wo du gemerkt hast, das ist gar nicht für dich, hast du weiterhin für FTP gearbeitet und dann hast du noch gewechselt zu Helvetia.
- 25:15Ich ging zurück ins Lobbying und ich bin dann wieder zurück zur FDP. Ich habe eine super coole Job Opportunity bekommen, um ein Team zu leiten. Ich ging dann zurück zur FDP. Ich war dann 6 1⁄2 Jahre lang bei der FDP. Ich musste mir Gedanken machen, was ich jetzt mache. Die Parteien denken immer in 4-Jahres-Zyklen, weil alle 4 Jahre sind Wahlen.
- 25:38Und es wäre mega asozial gewesen, wenn du dann sagst, «Hey, ja gut, ich bleibe noch zwei Jahre und zwei Jahre vor der Wahl.» Dann sagst du «Hey, tschüss zusammen, weil achteinhalb Jahre ist jetzt gut.» Und ich wusste, «Hey, das ist es jetzt. Ich mache nicht zehneinhalb Jahre und es ist immer gut, wenn man etwas anderes macht.» Und ich habe mich dann ein bisschen umgeschaut, war bei einem Jobprozess bei Google, war bei etwas in meiner Zeit mit einer Stelle in Brüssel.
- 26:03Und dann waren wir am Aufarbeiten von einer Kampagne, Kampfflugzeuge. Die haben wir ganz knapp gewonnen, 8.515 Stimmen. War das eine Ja- oder Nein-Kampagne? Es war eine Ja-Kampagne. Okay. Die sind schwieriger, ist das richtig? Ja-Kampagnen sind viel schwieriger, weil Nein kannst du
- 26:20Nein, es gibt ganz einfach Schwachstellenkommunikation, du kannst fingerpointen, wegen dem nicht gut, wegen dem nicht gut. Und ja-Kampagne musst du erklären, musst sagen, ja, weisst du, wegen dem und so. Viel komplizierter. Ja-Kampagne viel komplizierter.
- 26:36Dann waren wir das im Aufarbeiten. Wir haben gemerkt, es braucht eigentlich, hat es früher noch gegeben, hat man nicht mehr weitergeführt, eigentlich wieder eine Organisation, die die bürgerlichen Kräfte im Bereich der Sicherheitspolitik zusammen nimmt.
- 26:55Er hatte lange eine Agentur gemacht, hat dann die Agentur gefunden, ja, lohnt sich vielleicht nicht mehr so, oder die Sicherheitspolitik war nicht mehr so en vogue, also hat die Agentur wieder zurückgefahren, und dann ist ein Vakuum entstanden.
- 27:08Wir haben das in der Aufarbeitung gesehen. Dann haben wir geschaut, welche Agentur könnte jetzt die Organisation, die Bürgerliche Organisation, Allianz Sicherheit Schweiz heisst sie, führen. Dann muss ich sagen, ein wichtiger Grund, weshalb sich die Firma gegründet hat, Thierry Burka, Ständerort Aargau, hat gesagt, dass er Masselle
- 27:32Wieso machst du das nicht? Also weisst du, so unzufrieden über die Agenturen und vielleicht eine neue Kampagne denke ich. Wieso machst nicht du?
- 27:43Und dann habe ich überlegt und gemacht. Es war gerade Weihnachten. Meine Eltern diskutierten. Was meinen die? Dann habe ich noch gefunden, was habe ich zu verlieren? Worst case, ja, worst case, habe ich ein paar Franken verloren. Ja.
- 28:05Und ging wieder arbeiten. Auf der Zeit doch sind wir jetzt im 2021. Ich habe im Juni 2021 aufgehört bei der FDP zu arbeiten und habe eigentlich am 1. Juli angefangen mit
- 28:23So wie es jeder macht, Strategie, Canvas, Businessplan, überleiten. Ich weiss nicht, wieso ich das gemacht habe, aber am Anfang versuchst du es irgendwie. Du musst mal starten. Und dann musst du mal starten. Und dann am 17. oder 19. Juli habe ich dann gegründet. Und dann ist losgegangen. Also recht Schlag auf Schlag mit dieser Idee und habe einfach mal angefangen. Mal geschaut, ob das irgendetwas ist.
- 28:50Wir kommen gleich auf die Anfangsphase deines Unternehmens. Ich möchte aber kurz noch etwas fragen, was ich in den Kopf hatte. So ein Helvetia, das Lobbying-Geschäft. Was nennt man das? Public Affairs, ja. Lobbying-Arbeit. Ja.
- 29:07Kannst du das kurz in einfachen Sätzen erklären? Was ist Lobbying-Arbeit? Was macht man dort? Um was geht es genau? Und jetzt jemand, der sich politisch gar nicht auskennt, das ein bisschen angreifen kann. Also es ist Interessenvertretung. Ein Unternehmen, ein Verein, sagen wir mal der WWF.
- 29:27Der WWF hat das Interesse, dass den Pandabären auf dieser Welt gut geht. Das heisst, sie fassen zusammen alle Fakten, die es um den Pandabären gibt und tragen es an Politikerinnen und Politiker und sagen, hey, dein Entscheid hat die und die Folge.
- 29:48Und das machen alle. Die Bauern machen das, Umweltverbände machen das, Menschenrechtsverbände machen das, Unternehmen machen das. Und bei den Helvetii ist es einfach darum gegangen, zu sagen, da passieren Regulierungen, da
- 30:04verursacht die und die negative oder positive Auswirkungen für unsere Versicherten, für unsere Arbeitnehmenden usw. Und das ist die Arbeit. Also Facts zusammentragen und an die Politiker tragen, damit die, oder PolitikerInnen, damit die können nachher ihre Entscheidfälle und sagen, ja, ich wäge jetzt ab, wegen dem und dem entscheide ich jetzt so und so.
- 30:29Man hört immer wieder, dass das in einem Film ist, aber das ist ein Lobbyist. Der geht zu Politikern, Politiker verdienen sich eine Tasche voll Geld, weil der Lobbyist ihnen etwas zugeschickt hat. Was ja nicht erlaubt ist, nehme ich mal an, das ist wahrscheinlich nicht wirklich... Habe ich also noch nie... Ich glaube, das Gerücht gibt es. Also weisst du, ich meine, das sind...
- 30:55so ein bisschen Klischee, oder? Ich habe noch nie gesehen, dass Politiker X Geld bekommen haben, um Y zu machen. Also das habe ich noch nie. Meine Frage ist mehr, wer sind die Leute? Also sprich, ich kann jetzt nicht sagen, weisst du, ich bin jetzt ein Lobbyist,
- 31:13Und ich mache jetzt, mein Unternehmen ist, ich bringe die Interessen, die wir in diesem Gremium vertreten, raus. Ich bin jetzt Lobbyist. Wie ist er nicht einfach, also ich frage mich, wie geht das, wie wird man Lobbyist?
- 31:28Ja, also ich glaube, viele Verbände sind Interessenvertreter. Also sagen wir zum Beispiel, alle Podcasterinnen und alle Podcaster schliessen sich zusammen, weil irgendwie sagt man, der Bund sagt nicht, der Podcast darf nicht länger gehen als 30 Minuten.
- 31:45Dann schliessen sich ja alle Podcasterinnen und Podcaster zusammen und dann sagt irgendwie der Kevin, hey, ich habe gerade Zeit, ich gehe nach Bern und ich rede mit Politikerinnen und Politikern, dass sie so unser Business kaputt machen. So, dann bin ich der Sprachrohr von dieser Vereinigung, von diesen Podcastern, die sagen, hey, 30 Minuten, Regerzi, das geht nicht. Wir müssen tiefgründige Gespräche führen, die gehen länger als 30 Minuten. Wenn wir das machen, dann passiert allenfalls, dass es dann fake war.
- 32:14Also weisst du, da gibt es ja mega viel. Und je nach Organisationsgrad können sich Gruppen besser organisieren. Je heterogener das man ist, entscheidet halt, wie gut kann man sich organisieren. Und ich glaube, homogene Gruppen, alle Bauern, können sich super gut organisieren. Und je verschiedener das man ist, desto schwieriger wird es.
- 32:41Ja, okay. Ich habe das bis jetzt nie wirklich verstanden, was ein Lobbyist ist und wie das passiert. So wie du es erklärt hast, es gibt eine Vereinigung von Podcaster, die dann irgendeinem Beschluss entgegenwirken wollen. Und dann gibt es jemanden, der Sprachrohr ist und das ist dann der Lobbyist. Okay, gellet.
- 33:02Bene, also, ich springe wieder zu deiner Gründung. Du hast dann angefangen mit deinem Businessplan, du hast etwas zusammengestellt, du hast einmal irgendwo starten müssen. Jetzt, hast du eine GmbH gegründet, eine AG? Ich habe eine AG gemacht. Du hast gerade eine AG gemacht, gut. Dann hast du gesagt, ich setze jetzt alles auf die Karte, ich mache jetzt eine AG, ich gründe jetzt das. Das ist das erste Mal, dass du etwas gegründet hast? Ja. Wie war der Prozess für dich?
- 33:32Ja, aufregend natürlich, aber auch kompliziert. Ich habe super Hilfe bekommen. Ich glaube, die heisst Startbox in Zürich oder so, wo man Hilfe hat mit Zürich. Oder Startup
- 33:44Es gibt mehrere. Ich weiss nicht genau, wie es heisst, aber es gibt... Du musst dich entscheiden, ja gut, machst du jetzt AG, GmbH, whatever. Auf welchen Grund hast du dich entschieden, was zu machen? Hey, ich wusste, ich würde nicht alleine... Also die Firma sollte ja mal ein wenig wachsen. Und ich wusste, oder habe den Prozess gelernt, Beteiligungen zu machen als AG ist nachher einfacher.
- 34:12Und der zweite Punkt war, dass in unserem Feld viele Akteure staatlich, halbstaatlich sind. Und als AG hatte ich das Gefühl, dass da auch mehr Credibility drin war.
- 34:29Und was ich auch sagen muss, Podcasts haben natürlich auch mega viel geholfen. Also zum Beispiel mit Alan Fries im Podcast. Ich habe ihn rauf und runter gelesen, weil alle so Ideen, mach mal eine Website, tu es mal ins Internet und so weiter. Das gibt mir gute Tipps.
- 34:44Das hat mir mega geholfen, respektive so eine Guidelines. Weisst du, wie gehst du jetzt da durch? Schlussendlich, ich glaube, du kannst es nicht richtig oder falsch machen, sondern das Wichtige ist, einfach mal gründen, loslegen, vorwärts schaffen. Ja, aber gut, dass du gesagt hast, du hast ein bisschen antizipiert.
- 35:01«Hey, ich möchte vielleicht irgendwann mal nicht alleine gehen, sondern es geht um Anteile.» Und wenn es um Anteile verteilt ist, ist natürlich ein AG einiges einfacher, macht alles ein bisschen unkomplizierter. Und natürlich kannst du mit einer Einzelfirma, die dann auf einer GmbH und GmbH dann auf einem AG funktionieren. Das funktioniert natürlich, aber ist natürlich wieder mit Kosten, mit treuhandlischen Backgrounds verbunden, was natürlich wieder ein mega Aufwand ist.
- 35:28Ja, das habe ich nicht. Und dann habe ich gedacht, hey, weisst du was, ich habe eine Möglichkeit gehabt und dann habe ich die einbezogen. Dann hast du dich gegründet, wir sind etwa am 17. Juni 2021. Und jetzt brauchst du Kunden. Wie ist das gegangen?
- 35:53Einerseits war es gut, weil es mit der Idee der Allianz Sicherheit Schweiz und dem Bedürfnis gestartet hat. Dann hatte ich mir andere Gedanken gemacht. Wenn man gründet, sind alle mega euphorisch und sagen «Ja, ich schaffe das mit dir, ich mache das dann und lasse uns zusammensitzen» usw.
- 36:14Und es ist nichts davon passiert. Weisst du, es hat... All die Sachen, die ich auf diesem Business-Kanal aufgeschrieben habe, das hat nicht funktioniert. Die Leute haben irgendwie... Also... Klammern auf. Ist vielleicht jetzt nicht so spannend. Aber ich habe mir wie überlegt, alle Politikerinnen und Politiker bekommen 30'000 Franken für persönliche Mitarbeiter im Jahr. Weisst du, wo sie Mails machen, Kalender machen, Social Media machen usw.
- 36:40Dann habe ich mir überlegt, eigentlich könnte man das ja zusammennehmen, dass man so für sieben, acht Politiker schafft und dann das Geld nimmt und dann kann es wie skalieren, weil für den zweiten, dritten und vierten Politiker, der ins Bundeshaus geht, Reels aufnehmen, ist dann wie, du hast den Weg nicht mehr, also kannst du nicht so kostenspar, also kannst du skalieren.
- 37:01Aber das hat null funktioniert. Wieso nicht? Auf das erste Mal gehört, finde ich das eine gute Idee. Wieso hat es nicht funktioniert? Weil mega viele Politikerinnen und Politiker die Frau oder Tochter oder den Mann haben, die sie schon betreut, damit das Geld auch in der Familie bleibt. Und was man auch sagen muss,
- 37:23Wenn du schon gewählt bist, ist es nicht mehr so wichtig, dass du mega aktiv bist auf Social Media, weil du bist ja schon bekannt und du bist ja schon gewählt. Und die, die noch gewählt werden wollen, die sind die, die Geld investieren, die sind die, die regelmässige Videos machen usw. Und
- 37:43Darum war das gar nicht so die Zielgruppe, weil der Markt, der auf den ersten Blick, und du sagst es jetzt auch, ist eigentlich mega eingängig, aber es hat wie keine Nachfrage gegeben. Ich glaube, dem sagt man Product Market Fit, der einfach gar nicht gestimmt hat, weil es dem Markt nicht nachgefragt hat.
- 38:02Bekommen die Politiker die 30'000 Franken nur, wenn sie effektiv jemanden haben? Oder ist das wie so ein Spesen? 30'000 hast du sowieso. Wenn du jemanden darstellen willst, dann hast du ihn. Da bin ich jetzt überfragt. Da habe ich mich vor fünf Jahren damit befasst. Ich weiss es nicht mehr. Ich weiss es nicht mehr. Ich bin gespannt.
- 38:22Okay, gut, dann hast du gesagt, okay, klappt nicht, hake dran, nächste Idee. Ja, und dann sind so Wahlkampfanfragen gekommen, eben, also dann haben sie mega unternehmerische Fehler gemacht. Also dann ist der FDP gerade untergekommen und hat gesagt, hey, mach für uns den Wahlkampf. Und dann habe ich für dich den Wahlkampf gemacht und ich dachte, ja, da kann ich auch keinen Preis verlangen, weil ich bin ja so dankbar, dass ich da mal einen Kunden habe und so. Und dann bin ich mega tief hinein
- 38:51Und ich habe mega obendrauf geleitet, weil viel mehr... Wenn du das erste Mal am Kunden schaffst, gibst du so viele Einsätze, du musst es überperfekt machen und so weiter. Und von dem her wichtiger unternehmerisches Learning ...
- 39:10Mach es drei oder viermal so teuer, wie du meinst, es ist okay, weil es gibt so viele versteckte Kosten. Diese Leerzeit, der Overservice von Tasch und so weiter, das hatte ich alles nicht berechnet als junger Unternehmer. Und ich habe so gedacht, das und das, das reicht mir auf die Stunde. Riesenfehler würde ich nie mehr machen. Und dann habe ich einfach so weitergemacht. Du bist bis jetzt an diesem Punkt immer noch alleine gewesen?
- 39:38Also, ich habe das Recht, mitzuarbeiten. Jetzt schon, aber damals... Damals war ich alleine. Als du die FDP-Kampagne gerade an Bünden gemacht hast, warst du alleine? Ja, genau. Und 15, 16, 17, 18 Stunden geschafft, weil es halt auch so viel war am Anfang. Das war der Referent?
- 39:56Du bist ja so dankbar. Du freust dich und machst sie auch gerne. Und du denkst, yes, meine Business-Idee. Let's go. Und das war ein guter Lehrplatz. Ja. Gut, dann hast du die Kampagne aber dann erfolgreich abschliessen können.
- 40:14Es war eine schwierige Situation, weil es ein neues Wahlsystem war. Man wusste, dass die FDP sowieso verliert. Es war ein Mai-Jahrs-System. Es war etwas kompliziert. Aber die Leute wurden früher nicht wegen der FDP gewählt, sondern weil sie die Personen waren.
- 40:32Und mit der Änderung des Wahlsystems konnte man neu Parteien wählen. Und dann haben GLP und SVP aus dem Stand aus mega viele Stimmen gemacht, weil es die Leute gab, die normalerweise SVP und GLP gewählt haben. Und die haben dann aus dem Stand aus mega viele Sitz gemacht. Und die FDP hat verloren, aber sie hat nicht so viel verloren, als wir erwartet haben. Also entsprechend ist es schon...
- 41:00Es war schon sehr gut, es kam sehr gut raus, aber sie hatten gleich verloren. Aber das ist halt wie... Ja, muss man ein bisschen differenziert anschauen. Das ist schwierig. Wie ist so der Prozess von... Jetzt kommt eine Partei auf dich zu und sagt, «Hey, wir brauchen eine Wahlkampfkampagne.» Wie ist jetzt der Prozess bei dir? Was sind so die ersten Regeln, die du schaltest, mit dem Team zusammenzuarbeiten? Wie kann ich mir das vorstellen?
- 41:26Der Prozess. Ja, genau gleich, wenn zum Beispiel ein Unternehmen kommt und braucht ein neues Logo. Du musst einfach herausfinden, was haben sie schon, was brauchen sie genau, was wollen sie genau, für was alles genau. Also weisst du,
- 41:41Beispielsweise das Logo. Braucht es eine neue Website? Müssen Visite-Kartel gemacht werden? Was wollen sie zuschneiden? Braucht es irgendwie eine Folierung für die Autos? Und bei der Partei ist genau das Gleiche.
- 41:58Wollen die Kandidaten einen Service bieten? Wollen sie nicht etwas abnehmen? Haben sie schon etwas, das von der Mutterpartei in Bern weitergegeben wird? Gratis? Du musst nicht einen neuen Flyer entwickeln, wenn es schon das CICD gibt. Dort musst du einfach gut herausfinden, was sie genau wollen, wo sie sind.
- 42:18Ich habe auch schon erlebt, als Kandidierende zu uns kamen, wie sie unsfrieden waren mit der Agentur, die sie vorher hatte. Sie sagten, sie hätten gar nicht gesagt, dass sie nachher noch Social Media selber machen muss. Darum ist das Entscheidende am Anfang, genau herauszufinden, was sie wollen, was sie auch brauchen. Manchmal ist ja, was sie wollen und was sie brauchen, nicht genau das Gleiche. Von dem her ist es ein bisschen das Herausschauen miteinander. Das meine ich.
- 42:48Ist es das herauszufinden, wie stark polarisierend dürfen wir sein mit dem Kunden, in diesem Fall mit der Person in der Partei, wo wir sagen, hey, wir wollen etwas machen und wir müssen in den Köpfen der Leute bleiben und dafür müssen wir jetzt polarisieren, bis alle Stücke reissen.
- 43:06Es ist vielleicht gleich ein bisschen umgekehrt. Wir als Agentur oder wir als Berater, ich meine, Aufmerksamkeit ist mega wichtig. Aber die Frage ist, wie bereit sind die Leute? Wie fest wollen sie Preis geben? Wie fest wollen sie übertreiben? Es sind ja nicht alle die Megaprovokateure.
- 43:29Und darum, ich meine, das ist ein mega Fehler, den du machen kannst, wenn du eine mega krasse Kampagne machst und dann die Person findet sich nicht mehr selber da drin. Und dann ist sie unzufrieden mit deiner Arbeit oder unzufrieden mit der Kampagne, kandidiert nie mehr, weil sie sagt, ja, Politik ist nichts für mich, da muss ich mich verstellen.
- 43:48Darum ist es umgekehrt. Du musst den Grad finden von dem, wo die Person bereit ist, um zu übertreiben. Ihr wärt sozusagen bereit, um zu übertreiben? Ja, das kannst du immer. Übertreiben kannst du auch nicht immer, aber du weisst ja nicht, wie weit man überhaupt gehen darf. Gibt es so eine Kampagne, wo du sagst, da haben wir über die Stränge gerissen?
- 44:10Ich muss es gleich überlegen. Ich habe über 60 Abstimmungskampagnen gemacht. Ich kann mich mehr an Kampagnen erinnern, die wir nicht so fest haben dürfen, weil die Entscheiderinnen und Entscheider nicht...
- 44:25nicht bereit sind oder lieber auf das gehen oder so. Meistens ist es ja so, dass du als Agentur, wenn wir ein Sujet präsentieren, dann hast du so ein radikales und meistens sind die Gremien dann so, dass das Eingemitterte genommen wird. Also ich würde gerne mehr provozieren.
- 44:45Jetzt hast du schon über 60 Componenten gemacht. Vorhin haben wir über die Ja- und Nein-Componenten gesprochen. Gibt es eine Ratio? Kannst du sagen, wir haben bis jetzt irgendwie 60% Ja, 40% Nein-Componenten gemacht?
- 44:58Ich habe nur ausgezeichnet, dass wir fast 90% gewonnen haben. Ich habe nicht geschaut, dass wir... Ja, das sind einfache Geschichten dabei. Also beispielsweise... Aber nichts Interessantes. Ja, es ist halt wie so Standard, dass es halt ein Ja und ein Nein braucht. Also beispielsweise...
- 45:17Neukampagne gegen die Hornkuh-Initiative hat null Franken gekostet, weil wir einfach eben diese Medienkonferenz gemacht haben. Da gab es kein Plakat, kein Flyer, sondern es ist einfach so ein Standardprozedere, wo du das Komitee machen musst und so weiter. Und das ist eine relativ einfache, ich sage jetzt mal, nicht polarisierende Abstimmungskampagne gewesen, in dem Sinn, wo mega viel Geld drin ist. Und entsprechend ist es dann halt auch
- 45:45ja, so ein partikuläres Interesse, dass Kühe mit Hörnern mehr Subventionen bekommen als Kühe ohne Hörner. Also weisst du, das ist dann so eine relativ einfache Geschichte, ähm, wo halt einzahlt auf unser Konto, haben fast 90% gewonnen. Ähm, aber ich muss mal nachschauen, ob es mehr Ja- oder Nein-Kampagnen gibt. Hey, es hält sich, glaube ich, wirklich der Waag.
- 46:14Was machte lieber?
- 46:17Du sagst ja, Ja-Kampagnen sind schwieriger, aber machen das halt lieber. Es hat beides dafür und wieder. Ja-Kampagne kannst du erklären, kannst du Geschichten erzählen. Nein-Kampagne kannst du dich mega stark auf einen Punkt konzentrieren und auf den schiessen, schiessen, schiessen. Hey, ich habe jetzt keine Präferenz. Also macht, haltet sich die Worte. Jetzt ihr als Agentur,
- 46:46Ich komme jetzt bei Partei X und komme mit einem Auftrag für eine Ja-Kampagne. Jetzt eine Gegenpartei kommt mit einer Nein-Kampagne. Die gleiche Abstimmung, aber mit einem Nein. Macht ihr das? Ich habe nicht Ja und Nein gleichzeitig. Das kannst du nicht mehr. Nein, das geht nicht. Weisst du...
- 47:12du gibst dich ja so fest rein. Ich könnte auch nicht Sachen machen, die mega weit weg sind von dem, was ich glaube oder mich drin fühlen kann. Das geht wie nicht. Für die tiefe Auseinandersetzung, die wir Wählerinnen und Wähler ja haben,
- 47:33Das ist für uns als Agentur ja noch viel extremer, weil wir ja jeden Tag mit dem konfrontiert sind. Und wenn du dann etwas machst, was du nicht gut findest oder nicht nachvollziehen kannst, dann ist es mega schwierig und du kannst nicht selber gegen dich arbeiten. Das Gleiche gilt auch bei Personen. Also beispielsweise, ich habe einen...
- 47:55Wir hatten im Wahljahr 2023 schon drei Kandidierende von einer Partei. Und dann ist jemand gekommen, weil es auf der gleichen Liste war, es war okay und sie waren genug auseinander, dass wer Chancen hatte. Du weisst, du hast nicht gegeneinander auf einer Liste gearbeitet. Und dann ist jemand von einer anderen Partei für einen Ständeratswahlkampf gekommen. Also ein Nationalratswahlkampf ist ja das Parlament.
- 48:23Also die eine Kamera und der Ständerat die andere Kamera, aber weil es weniger von denen gibt, sind die Wahlkämpfe ein bisschen grösser. Und das habe ich dann abgelehnt, um den Wahlkampf noch zu machen, weil das hätte nachher einfach die Kampagne von den drei, die wir schon hatten, hätte das wie konkurrenziert oder auch die geschwächt, weil dann sagt man, ja, aber ihr kandidiert doch da und er schafft gegen euch.
- 48:45Die stehen da als Kandidat. Also weisst du, da ist das nicht gegangen. Da musst du schon aufpassen. Ich glaube, gerade das KMU, die Loyalität von Kunden und auch gegenüber den Kunden, die ist so zentral. Wir können es uns nicht erlauben, wegen schnellem Geld jemandem zu folgen. Das geht nicht. Also einfach kann man schon sagen, ihr habt die Agentur rein in der Politik, macht ihr nur politische Kampagnen?
- 49:12Nein, wir machen nicht nur politische Kampagnen. Wir machen einfach, wo dort sind wir gut. Oder den Bürgerinnen und Bürgern Sachen einfach zu erklären, weil die Politik ist kompliziert. Und das kannst du auf viele verschiedene Arten machen. Also zum Beispiel haben wir
- 49:30ein Konzept für die Schweizergarde gemacht. Für einen weltweiten Gönnerschafts-Club. Für Kleinspenden, ähnlich wie die Rega. «Freunde der Schweizergarde» heisst der. Das ist nicht eine Abstimmungskampagne, sondern das ist einfach nahe. Oder wir haben Gemeinden, wenn sie komplizierte Sachen erklären müssen, du hast drei, vier Infrastrukturprojekte und musst daran arbeiten.
- 49:56Wir betreuen CEOs in der Kommunikation, weil sie auch viel komplizierten Alltag haben, wollen einfach erklären. Es geht einfach darum, wenn man komplizierte Sachen den Bürgerinnen und Bürgern erklären muss, und das ist die Hauptzielgruppe, da sind wir sehr gut, weil wir einfach sehr viel trainieren, so wie Ajax sehr viel trainiert. In politischem Spektrum haben wir wahrscheinlich auch 1-2 Kunden,
- 50:25Wie ich jetzt so verstanden habe, ihr könnt kaum mit einer SVP zusammenarbeiten, aber auch mit einer SP. Weil das beißt sich wahrscheinlich oft, weil das sehr, sagen wir mal, gegenüberliegende Flügel sind. Ja, also gleichzeitig. Beispielsweise, wir haben auch schon für Gewerkschaften gearbeitet, wo es keine Disziplin genommen hat. Oder dann ist der Schweizerische Bankpersonalverband zu uns gekommen. Und ich meine, ich bin ja ein Bürgerlicher, aber 30'000 Menschen hatten Angst um ihren Job.
- 50:55weil es nicht klar war, was ist mit dieser Bank, was ist mit diesen Jobs, was macht UBS mit diesen, gibt es sie noch usw. Und dann haben wir innerhalb kurzer Zeit das Portal bankpersonal.info aufgeschaltet.
- 51:09Und dann konnte man sich live informieren, ich als Bankmitarbeiter, was passiert jetzt, was gilt jetzt. Und gleichzeitig haben wir die Website als Hub benutzt, um Unterschriften zu sammeln für eine Petition. Jetzt, das wäre nicht gegangen, wenn wir gleichzeitig für die UBS oder so gearbeitet hätten. Okay. Der Punkt ist einfach, in der Politik, da gibt es ja mega viele verschiedene Themen. Also Sicherheit, Europa und so weiter. Und
- 51:38Von daher, wir sind eine Verhandlungsdemokratie. Die SP ist auch mal mit der SVP zusammen in der gleichen Allianz. Und wenn man in einem Thema gleicher Meinung ist, steht das nicht im Konflikt, miteinander zu arbeiten. Du musst einfach schauen, dass es im direkten Thema
- 51:57beispielsweise jetzt in Finanzen oder Europa, dass du dort nicht in Interessenkonflikte kommst und gegen dich schaffst. Und darum beispielsweise, wenn wir jetzt im Bereich der Sicherheitspolitik sind, wenn wir zurückgehen zu dieser Organisation, die wir immer noch unterstützen, im Bereich der Sicherheitspolitik für die SP zu schaffen, das könnte ich nicht. Das geht nicht. Also könnte ich auch persönlich nicht, aber von dem her, da musst du einfach vor allem bleiben, wie sonst...
- 52:26Und das ist eigentlich schön bei dieser Freiheit eines Unternehmens, dass du diese Entscheidung treffen kannst und sagst, das möchte ich nicht, das will ich nicht. Das kann ich mir mit mir vereinbaren, also mache ich es nicht. Ja, ich hatte eine Mitarbeiterin, die hat für die SPD geschafft. Die hat das Bankprojekt, das ein gewerkschaftliches Projekt ist, die hat das hervorragend gemacht. Man muss auch ein bisschen für das Thema brennen, weil sonst ist es schwierig. Was ist so aktuelles Thema gerade?
- 52:55Hey, viel. Also im November stimmen wir über das Rechtsmaterialgesetz ab, wo es darum geht, wie die Schweiz das Tarnnetz exportieren darf. Oder auch andere Sachen, Munition usw. Da hat man eine Gesetzesverschärfung gemacht. Da hat man gesehen, auch im Ukraine-Krieg waren wir zu rigide. Unsere Industrie hat das Problem. Die Unternehmen sind ins Ausland abgewandert usw. Und da hat man dann im Parlament von GLP, MITI, FDP, SVP
- 53:25haben gefunden, hey, da braucht es eine Lockerung. Und für diese Allianz machen wir jetzt im November die Jahrkampagne für das Regelsmaterialgesetz. Und ein weiteres wichtiges Mandat ist in der Europapolitik. Stimmen wir mit dem Ständemehr über die EU-Verträge ab, die jetzt kommen. Das sind eigentlich die zwei grossen Sachen, die uns im Moment beschäftigen. Und was passt genau bei den EU-Gesetzen?
- 53:54Da geht es darum, dass die EU sagt, wir müssen die bilateralen Abkommen, die wir jetzt haben, brauchen ein Update. Und jetzt ist die Frage, machen wir das Update? Ist das ein gutes Update? Und wie stimmen wir über das Update ab? Jetzt ist es ein Abwägen. Wirtschaftliche Interessen, weil man sehr fest an dem Binnenmarkt partizipieren will.
- 54:23Aber auch die negative Seite auf unsere Demokratie können wir nachher noch über alles entscheiden usw. Bei mir persönlich überwiegt jetzt das Demokratie-Argument, weil ich finde, langfristig, in the long run, haben wir sehr stark profitiert, dass wir über sehr viele Sachen entscheiden können und Brüssel steht nicht mega gut da, was Brüssel entscheidet. Und jetzt ist die Frage,
- 54:52wie stimmen wir darüber ab? Stimmen wir mit dem Volksmeer darüber ab? Oder stimmen wir mit dem Volksunständemeer darüber ab? Also unser tiefstes politisches Entscheidungsorgan ist das Volksunständemeer mit dem tiefsten...
- 55:07Und der Kunde, der ich dafür arbeite, also das ist Kompass Europa, der sagt, das trifft unsere Demokratie so stark, dass wir sagen, wir wollen, dass mit dem tiefsten demokratischen Instrument über das abgestimmt wird, was unsere Demokratie am tiefsten trifft. Da stehe ich auch 100% dahinter. Ja. Und das ist eigentlich die Frage bei diesen EU-Verträgen. Okay.
- 55:35Ist ein bisschen kompliziert. Ist ein bisschen kompliziert, ja. Sorry, wenn du jetzt da mega viel zuhören verlierst, wenn wir da so politisch werden. Bestimmt nicht. Bestimmt nicht. Bestimmt nicht. Okay, gut. Das sind einfach so die zwei grösseren Themen, die gerade auf dem Tisch sind. Seid ihr jetzt in der Konzeptionierungsphase, oder?
- 55:55Ja genau, nach der Sommerferie werden wir irgendwann eine Pressekonferenz machen in Bern und dann werden wir das Sous-jeu präsentieren, eben in dem Raum, den ich vorhin erzählt habe. Und dann wird man das dort mal sehen und irgendwann, also im November, wird man das Plakat am Bahnhof, im Zug... Wie fühlt es sich an, wenn du dann deine eigenen Plakate, die deine Firma gemacht hat, überall in der ganzen Schweiz siehst?
- 56:19Ja, das ist cool. Das ist cool. Weil du schaffst schon mega viel dafür. Also weisst du, man arbeitet ja jetzt schon dafür. Und es ist eine kurze Zeit, wo die Plakate sind und dann ist es so, wie du siehst, die Früchte deiner Arbeit. Also klar, du siehst nach dem Abstimmungs-Sundag ist eine schwierige Frage, oder? Entweder Sieg oder Niederlage. Und das ist schwierig, auch im Beispiel von Graubünden vorher, oder? Hast du es gewonnen, hast du es nicht?
- 56:41Wenn du ambitioniert bist und gerne gewinnst, ist das schwierig zu verlieren. Aber das Plakat zu sehen, das ist cool. Jetzt hast du gesagt, es sind sechs Mitarbeiter? Ja. Wann ist die erste Mitarbeiterin zu dir geschlossen? Nach einem halben Jahr. Ich habe mir das überlegt.
- 57:06stellst vier Leute ein und gehst aggressiv am Markt. Du glaubst voll an deine Idee und gehst voll rein. Ich bin aber eher eine risikoaverse Person. Das siehst du auch mit meiner Öffentlichkeit und dass ich eher im Hintergrund bin. Und dann habe ich gedacht, ich stelle jetzt mal einen Studenten ein. 50 Prozent, schafft es so ein bisschen nebenan. Ja, genau.
- 57:27Und dann habe ich mal mega geküppelt, dass es so ein bisschen 150% war. Und dann habe ich gedacht, ja gut, 50% kann ich einstellen und dann nehme ich mir diese Arbeit ab. Mega Fehler gewesen. Das kann nicht. Ja, aber
- 57:42Ja, wir sind reich. Und nachher habe ich dann einfach gemerkt, ja, es geht nicht so gut, aber es hat mich schon mal entlastet. Ich hatte dann einfach so viele Anfragen auf einmal, dann kam das Wahljahr 2023, wir haben elf Nationalen Ständeratswahlkämpfe gemacht. Das ist mehr als alle anderen Agenturen, die ich weiss. Klar, combined show, aber ich kenne keine Agentur, die...
- 58:06auf einen Klopf elf Kandidaturen gemacht hat. Und ich brauchte so schnell so viele Leute, dass es immer wieder 50%, wieder 50%, wieder 100% und so weiter. Und ich bin stetig so gewachsen, auch in den Lohnsummen natürlich, wo andere Mitarbeitenden nicht mehr einen Studenten-Fest darstellen. 80%, 100%, nur Mediamatik, nochmals 80% und so weiter. Und so ist das einfach immer so gewachsen.
- 58:35Was sind so Jobprofile, die man bei dir braucht? Jetzt sagen wir mal wirklich im Campaigning selber. Was sind das für Leute? Also wir haben einen Mediamatiker, der so Gestaltungen macht und sonst arbeiten wir auch sehr gerne mit anderen Agenturen und Freelancern zusammen, die gute Grafiken machen. Also dort sind wir nicht so stark.
- 58:53Aber was wir viel haben, sind Berater. Also Leute, die in Parteien geschaffen haben, die in Agenturen geschaffen haben, also Consultants eigentlich, die das Anliegen aufnehmen und das für dich dann managen.
- 59:09Also Consultants. Agenturarbeit. Wie 99% von der anderen Agentur. Sales, Leute, die verkaufen, pitchen, ist das hauptsächlich deine Arbeit? Habe ich mir auch mal überlegt, ob es das bringt. Du kriegst ja auch immer diese LinkedIn-Anfolge. Hey, sollen wir für dich? Der Punkt ist,
- 59:35Unser Markt ist so ein Mikromarkt und so ein spezifisches, riesiges Business und so hohe Vertrauensbasis. Ich glaube, ich habe das jetzt mit den paar Geschichten, die ich jetzt hier erzähle, schon mega gebrochen. Das ist so vertrauensbasiert, dass du das nicht kannst, irgendeine Salesagentur oder Sales... Mega Nischig halt. Ja, mega fest.
- 1:00:00Und ja, ich glaube, ich habe immer gedacht, ich hasse Sales und ich würde nie Sales machen, aber ja, I'm the Sales Guy now. Ja, it's part of the game. Ja. Das gehört auch dazu. Ich glaube, das ist eine der wichtigen... Ja, eben, Leute sagen, sie machen das nicht gerne, aber schlussendlich nur schon, wenn du...
- 1:00:21Ich kann nur sagen, indem du jetzt hier sitzt und über deine Firma erzählst, bist du schon am Sales machen. Da wird vielleicht jemand hören, der das braucht, egal ob es ein CEO ist, der Kommunikation, Unterstützung braucht. Dann hast du eigentlich schon...
- 1:00:39Nicht das selbe gemacht, aber das ist schon mal der erste Ansatz. Ja, ist leider so. Es passt wirklich nicht eigentlich zu meiner Person. Aber es ist halt so. Ich bin da in unserer Firma, wo die meiste Erfahrung mitbringt, wo die meiste Kampagne gemacht hat. Es funktioniert halt so. Wo haben wir das jetzt? In Zürich? Ja, beim Kreuzplatz. Kommst du mal vorbei? Ein sehr guter Kaffee.
- 1:01:05Oh, das ist gut. Am Christophs bin ich eh sehr gerne. Das hat einen guten Brunchspot, den ich sehr, sehr gerne nutze. Das Bohemia, oder? Ja, mega. Love it. Wenn ich dort bin, ist es einfach Karten, ja, einfach einmal durch. Ja, bin ich sicher einmal in der Woche zum Lernen.
- 1:01:22Oh, eben, gell? Love it. Love it. Sind ihr gleich in der Nähe? Und es hat auch einen mega guten Inder gerade dort. Darbar heisst der. Bestellen wir auch privat. Das beste Butter Chicken von Zwei. Also hoffentlich machen jetzt wirklich keine Leute hässlich von dir, die irgendwie in anderen Indern sind. Aber hey, Butter Chicken und Palak Paneer aus dem Darbar. Wir haben lustig, gerade vorhin haben wir in der Mittagspause über Butter Chicken geredet. Wirklich? Ja, weil ich auch gerne, wenn ich ins Kino gehe, und ich kann leider nicht so oft
- 1:01:50Es ist ja der neue «Odyssey»-Film rausgekommen. Und jetzt hat der Mitarbeiter, also mein Geschäftsführer, ist in die Lücke gegangen. Und ich sagte, ich gehe sehr gerne in die «Seal City», weil dort hat es Hongkong und sie haben ein feines Butter Chicken. Und was dort auch gut ist, da ist ja der ewige Streit Süssig oder salziges Popcorn. Und beim «Seal City» kannst du es eben mixen mit Süss und salzig. Das stimmt. Ah! Aber ich glaube, ich nehme immer salzig.
- 1:02:21Ich glaube, ich nehme immer salzig. Du dann von Mix? Ja, Mix finde ich cool. Süss und salzig. Okay, das geht. Der Mix ist top. Der Mix ist top. Schau mal, wie wir da abgeschweift sind. Ja, pardon. Auf Popcorn. Nein, nein, ist ja gut. Gehört genauso dazu. Was würdest du sagen, nach diesen fünf Jahren Unternehmer? Selbstständig. Fünf Monate mit Unternehmern. Was ist so der grösste...
- 1:02:46Struggle gewesen, die du begegnen musstest. Das grösste Hindernis bis jetzt. Das grösste? Was den schlaflosen Nacht bereitet hat.
- 1:03:00Hey, ich glaube, gute Leute finden ist sicher das eine. Also weisst du, als ich mal mega schlecht geschlafen habe, als ich mal wirklich tageweise vielleicht eine Stunde geschlafen habe, Max, ich habe mal eine Mitarbeiterin eingesteht für so
- 1:03:18Projektarbeit. Und dann haben wir gesehen, der Probezeit funktioniert nicht. Und dann haben wir uns getrennt. Und ich glaube, eine Woche, zwei später hatte meine StV ein super geiles Job angeboten. In Bern hat sie das gemacht und hat die zweite Mitarbeiterin in kurzer Zeit. Und dann hatte ich noch eine dritte Mitarbeiterin und deren Vater ist gestorben. Mhm.
- 1:03:46Und sie hatten ein völlig klares Verständnis. Ich glaube, sie fehlten drei, vier Wochen. Und nach diesen drei, vier Wochen fanden sie, das Leben sei zu kurz, sie machen etwas anderes. Und sie haben in kurzer Zeit drei Mitarbeiterinnen verloren.
- 1:04:04Und wenn du dann so da bist und du hast Projekte, die laufen, Sachen, die nicht funktioniert haben, weil die erste nicht so ganz funktioniert, musst du eh schon aufschaffen usw. Das war mega krass, als mir drei Leute gefehlt haben. Und dann bist du einfach für vier am Arbeiten, weil für mich ja auch.
- 1:04:29Das war sehr schwierig. Jetzt haben wir diese Situation und das ist genau das, was ich jetzt mega spannend finde. Weil solche Situationen passieren. Irgendwelche Hindernisse. Es ist ein Unternehmen. Passiert immer. Die Frage ist, wie gehst du damit um? Welche Regeln hast du angefangen zu schreiben? Was hast du angefangen zu machen? Wie war dein Mindset in dieser Zeit? Wie bist du in die Lösung gegangen?
- 1:04:56Ich glaube, in so schwierigen Momenten ist das Vorhinein und das Durchbeissen mega wichtig. Ich habe auch meinen Vater verloren vor ein paar Jahren. Und er hat immer gesagt, hey,
- 1:05:11Ich meine, du kannst schon den Film nochmal schauen, aber es bringt dir nichts. Und dort vorzuschauen und einfach das Positive daraus herauszunehmen, das ist mega wichtig, weil in so einem Moment kannst du es eh nicht perfekt machen. Aber das Beste geben,
- 1:05:31und vorwärtsschaffen, eins nach dem anderen. Ich glaube, das ist cool bleiben. Das ist, glaube ich, eine Grundeigenschaft. Und auch das Verständnis haben, dass nicht alles perfekt geht und so ein bisschen von seinem
- 1:05:49von diesem Perfektionismus abnehmen und sagen, hey, das ist jetzt gut für den Moment, das ist ein Problem für morgen, oder das ist in einer Woche ein Problem. Das, so ein bisschen den Lärm zu unterdrücken, ich glaube, das ist eine mega wichtige Eigenschaft.
- 1:06:07Du hast es gut gesagt, du kannst den Film schon nochmal schauen, du kannst schon rückblickend sagen, okay, so und so sind Sachen passiert. Und ich glaube, rückblickend kannst du einfach die Dots connecten und Vertrauen schaffen. Und sagen, okay, dort hatte ich auch schon mal eine Scheissituation und ich stehe ja trotzdem jetzt da, wo ich bin. Also irgendwie funktioniert es dann. Aber dass man eben dann den Mut nicht verliert und dass man weitermacht und nicht aufgeht. Vor allem, wenn es...
- 1:06:34Vor allem bei einem Unternehmen, aber auch in einer Beziehung, in einer Freundschaft, egal was, dass man sagt, wir hatten schon Scheissituationen, da ist jetzt auch eine, aber wie können wir jetzt da raus und dass man wirklich die Lösung geht und nicht aufgeht. Das ist mega wichtig und schön, dass du das gesagt hast. Ja,
- 1:06:56Und auch das Vertrauen in die Leute. Ich habe wirklich ein mega tolles Team. Wirklich mega viel. Und auch das Wissen, dass man es nicht selber alles nachher regeln muss, sondern dass man das zusammen machen kann. Ich glaube, das ist auch noch mega wichtig. Ich habe vorhin gesagt, klar sind Leute abgesprungen oder so. Passiert. Passiert. Aber das Wissen, dass es gut kommt und mit den anderen Leuten das durchsteht.
- 1:07:23Darum ist es auch so wichtig, dass man sich gute Leute ins Boot holt. In der dunkelsten Stunde bist du alleine, aber sie geben dir das Licht. Das ist einfach schön. Je mehr Leute mit Lampen du hast, desto besser kommst du da durch. Und durch musst du. Du kannst stehen bleiben, aber du kommst nicht vorwärts. Wenn du den Weg zusammen gehen kannst, ist das sehr wertvoll. Ja, total. Absolut.
- 1:07:52Um auf das zu sprechen, wo du deine Firma gegründet hast, hast du ja, wie gesagt, antizipiert und gesagt, hey, ich mache eine Ange, weil irgendwann mit Aktienverteidigung wird es dann einfacher.
- 1:08:03Ist das so weit gekommen? Hast du schon einen geschafften Partner an deiner Seite, der sich einkaufen durfte? Oder eine geschaffte Partnerin? Ja genau, Anfang dieses Jahres habe ich 10% an meinen Stiefeln verkauft. Schön, gratuliere. Mega gut, das war von Anfang an so abgemacht. Auch mit der Idee. Das war immer die Idee schon bei der Gründung, das nicht alleine zu machen.
- 1:08:26Und schon bei der Gründung war ich mit Leuten im Gespräch, um es vielleicht auch zusammen zu machen. Das hat dann nicht geklappt, weil am Anfang weisst du selbst, 100 Gedanken, das schaffen nicht alle. Aber das hat jetzt geklappt, mega gut, sehr zufrieden, super Prozess gewesen. Ich glaube, für alle Gründerinnen und Gründer mal so ein ABV zu machen, ist ein bisschen bürokratisches Zeug, das du musst machen, das dich ein bisschen ablenkt von anderen Sachen.
- 1:08:54Aber sehr, sehr schön. Also ich glaube, wenn ich nochmal neu gründe, ich glaube, mit einem, zwei Leuten zusammen gründen, kann da echt viele Sachen ersparen. Und ich bin wirklich, wirklich froh, dass wir jetzt das zweite...
- 1:09:19Wir haben vor allem die Sachen von Anfang an richtig durchregelt, wer ist für was verantwortlich. Das ist sicher...
- 1:09:26Ich glaube, weil das ist so der Punkt, wo ich auf jeden Fall, ich sage jetzt mal in meinem jugendlichen Lichtsinn, vielleicht nicht ganz richtig gemacht habe, einfach Kommunikation. Möglichst offen sein und sagen, okay, ich möchte das und das und das machen, das sind meine Stärken, das traue ich mir zu, in dem muss ich wachsen, in dem bin ich noch nicht so gut, aber ich möchte es lernen. Und dass man da wie eine Gruppe findet, wo...
- 1:09:52wo jeder seine Stärken einbringen kann und dann gemeinsam wachsen kann. Ja, oder weisst du, du machst so viel Shit durch, so viele überlegige Sachen, Hindernisse usw. Und wenn du das mit jemandem diskutieren kannst, zum Glück habe ich eine mega tolle Partnerin, die zu bombardiert ist. Ich glaube, ich habe mit ihr sicher 30 Mal den Namen Campineers diskutiert. Die hat dich wirklich genervt.
- 1:10:22Und wenn du Leute im Geschäft hast, die sich auch... Der Grund ist, als Gründer kreist man permanent mit deinem Unternehmen Gedanken. Wenn du dann mehr bist, hast du Slides, die du aufteilen kannst. Oder wo du Gedanken teilen kannst, wo du weiterkommen kannst.
- 1:10:43Also jedem, der neu gründet, mach es das zweite oder dritte. Das ist eine super gute Idee. Neben der Aufteilung der Skills natürlich. Ja, total. Gibt es Leute, die deine Mentoren sind? Du blickst auf sie auf oder gehst gerne in ihre Meinungen suchen. Hast du einen Mentor an deiner Seite?
- 1:11:05Also ich denke, mega gerne zurück an meinen Vater. Ja, schön. Und was er mir dort ratet und so. Das mache ich sehr gerne. Aber sonst nehme ich es mir so ein bisschen raus. Also ich habe verschiedene Leute, die mich mega inspirieren. Und Alan ist der eine, einfach von seinem Elan, von seinem Unternehmertum. Ich muss aber auch sagen, was ich vor drei Jahren gelesen habe, ist das Buch «Unreasonable Hospitality» von Will Guidara.
- 1:11:32Ja, ich habe es noch nicht gelesen, aber ich habe es schon zwei, drei Mal gehört. Das absolut beste Buch, es ist fantastisch. Es hat so viele gute Sachen drin, die du mitnehmen kannst, die ich mitnehmen konnte, aber auch meine Partner natürlich. Ich habe es vorhin gesagt, ich bombardiere sie ja mit so vielen Gedanken. Was macht sie?
- 1:11:56Sie ist Lobbyistin. Sie ist Lobbyistin? Ja, sie ist Lobbyistin. Sie ist die, die die Interessen von Unternehmerinnen und Unternehmern vertritt. Du siehst, die alte Leidenschaft für die Politik. Wo haben wir dich kennengelernt? In der Politik. In der Politik kennengelernt? Ja. Schön. Wie lange her schon?
- 1:12:22Es ist jetzt, glaube ich, 2011. Was ist jetzt? 26, ja. 15 Jahre. Jetzt sind wir zwei Jahre geraten. Am Sonntag, am Montag haben wir Hochzeitstag gehabt. Oh, wirklich? Gratuliere. Sehr, sehr schön. Zwei Jahre. Ja. Und unsere Tochter ist jetzt vier Monate. Ja, herzig.
- 1:12:45Ja, nein, also da durchziehen natürlich auch viel Kraft. Hey, eine Partnerin an der Seite, die den Rücken stärken kann, ist ultra wichtig. Nicht, dass es ohne nicht geht, aber ich glaube, da brauchst du eine andere Person, die du anvertrauen kannst. Und wenn du eine Partnerin hast, die das vermag,
- 1:13:10Ja, also weisst du auch so, eben, ich glaube du, wenn du gründest, du hast hunderttausend Gedanken und du musst Leute haben, wo du das teilen kannst. Ja, vor allem, das sind ja nicht nur Gedanken wegen dir, das sind ja nicht nur deine Existenz und das von deiner Familie, sondern du bist jetzt direkt beteiligt an der Existenz deiner Mitarbeiter, dass es ihnen gut geht.
- 1:13:36Und du bist nicht nur der Geldgeber und der, der die Löhne zahlt, sondern du bist der Psychologe, du bist der Freund, du bist der beste Kollege, du musst aber auch der Chef sein. Das ist keine einfache Rolle. Ja, also weisst du,
- 1:13:50Wenn du in einem Unternehmen wachst und zahlst das erste Mal für 5-6 Mitarbeitende Löhne. Der erste Monat ist easy, der zweite Monat auch. Im dritten Monat ist die Auftragslage nicht so da. Am vierten, fünften und sechsten hast du vielleicht mal eine Flaute. Dann schläfst du wirklich beschissen, weil du weisst, in 3-4 Monaten bist du fertig.
- 1:14:16dann jemanden zu haben, der mit dir mitgeht und die Nächte, wo du irgendwie um zwei aufstehst, weil du nicht mehr schlafen kannst, weil das einfach trüllt, die Sorgen teilen können, das kannst du den Mitarbeitenden nicht sagen. Nein. Das ist schon sehr wertvoll und eine wichtige Rolle. Hast du eine
- 1:14:42in deinem Weg als Unternehmer gewisse Sachen gehabt, die du gar nicht gerne gemacht hast und jetzt dafür liebst zu machen. Also als Beispiel bei mir, was ich gar nicht gerne gemacht habe, weil ich es auch nicht gekannt habe, ist so Controlling. Kontrolllisten, Liquiditätsplanungen. Das finde ich so schlimm. Stunden kontrollieren von den Mitarbeitern, nein. Ich habe mich so lange gewehrt. Weisst du, so...
- 1:15:08Ja, ich weiss genau, was du meinst. Für mich sind das meine wichtigsten Tools heutzutage. Das sind meine Kontrolllisten, damit ich weiss, welche Aufträge, wann kommt Geld rein, wo geht Geld raus. Liquiditätsplanungen. Ich habe das... Marcel, du kannst dir nicht vorstellen, wie fest ich das gehasst habe. Ein viel, ja. Jetzt fühle ich mich sicher, wenn ich die habe. Mhm.
- 1:15:34Ja, nein, ich mache es immer noch nicht gerne. Immer noch nicht gerne. Nein. Nein, es gibt wie gesagt, also Sales. Also mittlerweile mache ich viel lieber Sales als früher. Ich gewöhne mich langsam an das, dass ich rausgehen muss, dass ich einen LinkedIn-Post machen muss usw.
- 1:15:57Bist du hauptsächlich auf LinkedIn unterwegs? Ja, ich habe schon ein Insta-Profil und so weiter. Aber LinkedIn ist schon mein Kanal. Das andere ist mehr um zu sehen, was Freunde machen und so weiter.
- 1:16:16Aber du kannst auch auf Insta, du kannst auch nichts von dir posten. Ja, das mache ich eigentlich nicht. Auch weil ich nicht Politiker bin. Der Unterschied...
- 1:16:28Am Freitagabend bin ich beim Apero. Da habe ich niemanden, der mich angequatscht hat, wie «Was meinst du jetzt zu der Broker-Initiative?» Das gehört mir. Der Freitag, das Wochenende, die Zeit mit meiner Familie, das gehört mir. Das geht auch niemandem an. Und ich nutze das hauptsächlich aus Business-Purposes und auch in meiner Rolle. Ja, genau.
- 1:16:56Gut. Und auf LinkedIn dafür? Da bin ich gerade nachgeschaut. Was hast du auf LinkedIn für Posts? Hey, eben so Business-Geschichten, eben zum Beispiel jetzt fünf Jahre Campaneers habe ich einen Post gemacht und so ein bisschen aufgelistet, hey, was sind unsere grössten Achievements? Eben elf Nationalen Ständer als Wahlkämpfe, drei, vier als Wahlkämpfe, vier CEOs und so weiter. Einfach so ein bisschen Sachen, wenn geschäftlich etwas läuft. Okay.
- 1:17:23KI, künstliche Intelligenz, in deinem Job, wenn es darum geht, um Konzipierungen von Kampagnen oder Text zu schreiben, ist es ein Thema? Nutzt ihr das aktiv oder sagt ihr, das, was da rauskommt, ist zu künstlich und vielleicht kennt KI es gerade noch nicht, weil die Themen zu neu sind?
- 1:17:49Themen neu, ich habe nicht das Gefühl, dass ich es nicht kenne. Ich meine, Gemini ist ja recht gut im Absuchen von Google-Geschichten. Ich glaube, jede KI hat so ein bisschen ihre Spezialität und ich glaube, es ist sehr wertvoll. Insbesondere, ich glaube, grafische Geschichten, so Mockups machen mit KI ist durchaus ein mega Effizienzbooster.
- 1:18:13Ich sehe es nicht als Chance, ich habe keine Angst vor KI. Ich finde die Texte, die da kommen, sind miserabel. Und du findest Texte miserabel? Ja, immer viel zu lang, komische Verben. Ich meine, die Sachen mit welches oder die, das sind ganz kleine spezifische Sachen. Direktheit, Kürze, Prägnanz. Dort nutze ich eigentlich KI nicht. Okay, spannend.
- 1:18:42Ja, aber so viel Recherche ist mega. Also mega Effizienzposter, ich weiss nicht, wie es du siehst. Aber ich profitiere bis jetzt eigentlich nur. Ich bin eigentlich schon sehr früh interessiert gewesen an der ganzen KI. Ich habe auch vor...
- 1:19:02Ich habe mit meinem damaligen Geschäftspartner KI-Workshops gemacht. Besser gesagt, ich gab ihm den Raum und er machte einen KI-Workshop. Er war ein KI-Experte. Dort konnte ich sehr viel lernen. Ich fand das schon damals sehr spannend und habe dadurch sehr früh mit RLMs angefangen zu arbeiten.
- 1:19:25Aber ich nutze es auch sehr, ich nutze es so, dass ich mehr Zeit habe in meinem Alltag. Ich glaube, das tun jetzt wahrscheinlich jeder ein bisschen. Aber jetzt irgendwie Sachen gehen... Also ich habe noch nie eine Homepage mit einer KI gemacht, obwohl ich wüsste, wie es geht, aber ich sehe für mich jetzt wieder Bedarf nicht. Aber machst du so Morgenbriefings oder so? Weisst du, dass du sagst, hey, das und das steht bei dir heute an, so und so ist das Wetter.
- 1:19:52Nein, das weniger. Aber was ich sehr oft mache, ist, wenn ich eine Idee habe, dann arbeite ich die Idee durch, spiele durch mit verschiedenen Szenarien, die passieren könnten, um Gedanken zu stützen. Das mache ich zum Beispiel recht viel. Das mache ich recht viel. So wie mein Schachpartner. Ja, das stimmt. Gutes Bild.
- 1:20:21Genau. Hey, wir sind schon bald anderthalb Stunden dran. Ja, keine Sorge. Die Zeit fliegt. So, wie wenn ich dich da... Nein, um Gottes Willen. Es ist ultra spannend. Vor allem, weil es ist ein Bereich, wo ich irgendwie, klar, Agenturbusiness kenne, aber jetzt in dieser politischen Bubble habe ich mega viel dazulernen können und ich habe es sehr, sehr, sehr spannend gefunden.
- 1:20:45Ich habe immer so eine Schnellfeuerrunde. Und zwar sind das einfach so ein paar Fragen, die ich stelle und wir versuchen sie schnell zu beantworten. Amix hat irgendwo noch mal eine Tür auf, aber wir versuchen es einfach mal. Von ein paar haben wir jetzt schon durch Gespräche herausgefunden. Bist du bereit? Hey bitte. Let's go. Ja-Kampagne oder Nein-Kampagne? Nein-Kampagne. Nein-Kampagne.
- 1:21:15Zürich oder Bern? Zürich. Ja, einmal. Wieso? Bern ist eine mega gemütliche Stadt und Zürich hat einfach mega viel kulinarisch, Gastro, Zürich ist grossartig.
- 1:21:34Bist du so ein Gastro-Liebhaber? Gehst du gerne essen? Ja, wie man will. Ja, also doch. Also, ja. Ich bin Fan von der Zirbel-Gastro. Ähm... Lieblingshoche? Italienisch?
- 1:21:48Hey, ja, da gibt es ja die Frage, wenn du nur noch eine Küche essen könntest. Ja. Hey, ich glaube, es wäre schon italienisch, wegen der Vielseitigkeit. Bin ich absolut zuverlässig. Aber es gibt geile Restaurants in Zürich für alles. Also weisst du, zum Beispiel, zum Beispiel Tackeria. Ja. Das ist einfach geil. Das ist geil, ja, mega geil. Geil, so ist es. Ganz einfach, aber geil. Ja. Super. Mhm. Hast du mehrere Aufträge gehabt im Schweizer Fernsehen?
- 1:22:17Hey, ich war mal bei 5 gegen 5. Aber das ist mega lang her. Die Frage wäre, dein peinlichster Auftritt im Schweizer Fernsehen? 5 gegen 5. Und wieso? Hey, das ist mega schwierig. Du musst ja mega schnell so Fragen beantworten. Nein, also ich habe nicht peinlich. Wir waren auch gut. Wir haben ja gewonnen. Aber...
- 1:22:40Nein, es gibt keine. Aber wenn ich es ranken müsste, ich habe zwei. Arena und Fügel. Genau. Okay, gut. Inner Bauchgefühl oder Datenanalyse? Daten. Daten? Vertraust du auf Daten? Ja. Gut. Wenn du keine Kampagne machen würdest, welchen Beruf würdest du heute ausüben?
- 1:23:10Mein Traumproof, also mein Kinderwunschproof war Skilehrer. Aber den habe ich schon gemacht. Den habe ich mit 17 gemacht. Ich weiss nicht, vielleicht würde ich zurückgehen. Skilehrer? In welchem Skigebiet am liebsten? In Davos. In Davos. Es gibt viele schöne Skigebiete, aber ich war in Davos. Und dann... Kaffee oder Tee? Kaffee. Kaffee.
- 1:23:38Espresso. Espresso. Auch dass es noch klar ist. Danke für die Espresso-Fahrer übrigens. Sehr fein gewesen. Ist ja fein gewesen. Ja, sehr gut. Peter, danke vielmals. Der Peter, er liefert den besten Kaffee. Ich habe noch zwei Kaffees in St. Gallen. Und überall haben wir jetzt den Kaffee von Peter, von Hemmi. Es ist ein Moresi, den wir haben. Der Barane. Also Barane ist einfach...
- 1:24:01Gut. We love it. Das muss ihm Gott schicken nachher. Genau, also. Katze oder Hund? Hund. Hund. Sehr schön. Jetzt, bei dieser Frage möchte ich, dass du wirklich in dir gehst. Vielleicht so Klammer auf, ich bin halb Italiener.
- 1:24:25Aha, mit der Küche. Ja, genau. Ich bin aus Kalabrien. Also, Mami ist in Kalabrien, Papi in der Schweiz. Darum, diese Frage ist ganz, ganz wichtig und ich stelle sie in jedem Podcast. Und darum ist es für mich jetzt wichtig, dass du ganz tief in dich hineingehst und das beantworten. Und zwar, Ananas auf der Pizza.
- 1:24:54Ja, ich bin lange... Ich verstehe die Idee. Ich verstehe die Idee zu einer süssen Komponente zu dem E-A-Suren oder so. Es würde erst ein bisschen weh. Aber es geht nicht. Okay, gut. Es geht nicht, oder? Ja, es geht nicht. Aber weisst du, ich verstehe die Idee. Ich verstehe von der Kombi und so. Ich verstehe es. Aber nein. Nein, es geht nicht. Gut.
- 1:25:22Danke vielmals. Wir können also weitermachen mit dem Wort. Sehr gut. Der Tuchnamen wird nicht gelöscht. Der Tuchnamen wird nicht gelöscht. Hast du eine Lieblingsserie? Oh, schwierig. Ich schaue gerne, ich habe früher noch sehr viel gerne gesehen. Wenn ich eine nochmal müsste, oder nur noch eine nochmal der Flur gebraucht hätte, wäre es «The Wire».
- 1:25:47«The Wire». «The Wire». So eine alte Polizeiserie. Man kennt es, weil es gibt so die eine Szene, wo sie drei Minuten lang «Fuck» sagen. «Fuck, fuck, fuck». Wegen dem, ja. «The Wire». «The Wire». Es hat wahrscheinlich immer noch auf Netflix so eine Politikerserie gegeben, vom «Weisse Haus». Ja, das war mir zu künstlich. Ist es zu künstlich? Es gibt wirklich viele gute politische Sachen. Nein, das ist mir zu unnötig.
- 1:26:16Okay. Gut. Dann. Jetzt muss ich gerade schauen, wie wir das schon gestellt haben. Ah, ich habe noch zwei. Und zwar, dein grösster Rookie-Failer in einer Kampagne, die du gemacht hast.
- 1:26:34In einer Kampagne oder als Unternehmer? Unternehmer, ja. Also als Unternehmer sich das günstig verkaufen. Das war in der ersten Kampagne. Das war wirklich ein grosser Fehler. Und der zweite war, da bin ich verantwortlich, hat mal eine Kampagne gegeben und dann haben die Gegner ihr Bild eingegeben für ein Testimonial. Und haben eigentlich wie auf unserer Kampagne-Plattform
- 1:27:03... ihres Bildes geschickt und die haben dann nachher in unserem Design das Bild zurückgekriegt. Das war satirisch gemeint, weil das uns ja hijackt ist. Und das habe ich nicht gesehen. Du kontrollierst ja nicht mehr, was PraktikantInnen machen, aber ich war verantwortlich, darum muss ich es auf mich nehmen.
- 1:27:24und dann gab es danach einen Nebelspalter-Artikel dazu, weil sie uns Hopps nehmen konnten. Das ist ein Kampagnefehler, der mir passiert ist. Okay. Happens.
- 1:27:36Es ärgert in dem Moment, ist Klassiker, hat man auch schon gemacht, klingt auf beiden Seiten. Ich schicke dir vielleicht noch etwas, aber ich glaube das war mein größter Kampagnefehler. Ich weiss noch etwas anderes, das hat auch Prachti gekämpft. Nach einer Kampagne dankt man immer den Parlamentariern.
- 1:28:03Und dann haben wir denen einen Dankesbrief geschrieben und dann haben wir vergessen, die zu frankieren. Und dann mussten irgendwie 246 Parlamentarier einen Stutz mehr abtucken. Und dann waren sicher 30 nachher wütend, als wir das vergessen haben beim Frankieren. Also wir haben die Frankiermaschine auf den Unlein gestellt, oder? Scheisse. Mega dummer Fehler. Nein, mega dumm. Mega dumm. Hm. Egal. Dann hast du 30 Franken getun.
- 1:28:32Ich glaube nicht. Ich tue Kaffee. Kaffee oder so. Kaffee oder so. Gut, dann machst du einfach die letzte Frage der Schaufelrunde. Und zwar, der Podcast heisst Momentum. Was heisst Momentum für dich? Ich hätte mal fast meine Firma Momentum benannt.
- 1:28:54Wow, okay. Weil du versuchst ja in Kampagnen ein Momentum zu erschaffen für deine Seite. Der Obama hat Momentum für seine Kampagne gelaufen usw., wenn man die Oberhand hat. Und es gibt sogar in Bulgarien, ich glaube es ist in Bulgarien, eine Partei, die Momentum heisst sogar. Oh wirklich?
- 1:29:20Und ich habe mir lange überlegt, ob man nicht Momentum heissen sollte. Also von dem her, Momentum ist etwas sehr Politisches für mich. Mega schön. Neben einem coolen Podcast natürlich. Der hätte es noch nicht gesagt. Sehr schön und spannend vor allem, ja. Und dass es ein Partei gibt, wo Momentum heisst, in Bulgarien steht. Ich glaube, oder Ungarn. Ich bin nicht ganz sicher. Müssen wir nachschauen. Ja, cool. Hey,
- 1:29:49Bevor ich zu meiner Dankesrede komme, deine Kamera. Wenn du noch etwas rausbringen möchtest für junge Unternehmer, junge Politiker, junge Menschen oder egal wie alt die Menschen sind, einfach etwas rausbringen, was du noch mitgeben möchtest, ist jetzt die Zeit. Wow, da ist mir mega high pressure. High pressure. Now it's your time. Ich könnte wählen. Ja, voll.
- 1:30:16Ein easy step. Gehen wählen. Macht mit. Man hat immer das Gefühl, was sollte ich bewirken? Aber wenn das jeder denkt, dann passiert genau die Sache, dass man dann einfach Sachen angenommen wird. Du darfst dich dann nicht beklagen, wenn du nicht gewählt bist.
- 1:30:34Ja, das sieht man ja. Die Älteren gehen ja viel mehr wählen. Und ich glaube, es wäre anders, wenn Jüngere sich mehr in die Politik einbringen würden. Oder Unternehmer würden in die Politik einbringen. Unternehmerinnen würden in die Politik einbringen. Also von daher finde ich, unsere Demokratie ist etwas mega Wichtiges. Das sollten wir bewahren. An dem sollten wir festhalten. Und wenn sie sich mehr engagieren, dann können wir nur gewinnen. Aber...
- 1:31:02Von der Politik aus, was gibt es für Ansätze, wo man sagen könnte, wie bringen wir Junge mehr dazu, um wählen zu gehen? Ist das ein Hindernis, wo man sagt, vielleicht sind es die Wahlzettel, die zu kompliziert, zu wenig gut erklärt sind. Müssen wir etwas Elektronisches machen? Das Telefon, darauf habe ich alles, mein Leben ist darauf.
- 1:31:27sollte man etwas machen, das elektronisch funktioniert. Ich weiss, nachher geht es Richtung E-ID und E-ID ist für viele ein rotes Tuch, weil so «ah, meine Daten». Aber was gibt es für Ansätze, die man fahren könnte?
- 1:31:42Hey, man kann nicht alles beeinflussen im Leben. Und es ist wie erwiesen, dass die Leute, wenn sie 18 sind, das erste Mal gehen wählen, du wie so einen Peak hast und dann nimmt es ab. Und mein persönlicher Eindruck ist, dass nachher einfach das Leben dazwischen kommt. Man ist mit anderen Sachen beschäftigt, man ist das erste Mal überfordert, ist im Job, man ist das erste Mal überfordert.
- 1:32:04in seiner Rolle in der Familie und so weiter. Und irgendwann hat man dann wieder ein bisschen mehr Zeit. Und wenn man älter wird, reflektiert man vielleicht wieder ein bisschen mehr und will darum vielleicht wieder sich ein bisschen mehr eingehen und so weiter. Das sehe ich auch im gesellschaftlichen Engagement.
- 1:32:22Darum weiss ich gar nicht, ob du das so mega beeinflussen kannst, sondern wie es einfach das Leben ein bisschen in die Quere kommt. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die zeigen, was so eine Briefwahl bewirkt hat. Das flacht dann auch wieder ab. Wenn man das erste Mal elektronisch abstimmen könnte, würde es sehr wahrscheinlich mega hochgehen. Aber ich weiss nicht, ob es nachher wieder runtergehen würde.
- 1:32:48weil es vielleicht eine Scheikorrelation ist, ob man sich jetzt das Mittel, wie man sich kann, partizipieren. Aber ich habe mich jetzt auch nicht mega fest mit dem auseinandergesetzt. Also es ist nur so ein persönlicher Eindruck. Trotzdem spannend. Ich habe mich das schon oft gefragt, wie können wir das heranbringen, das Jüngere. Und man sieht ja immer wieder mehr
- 1:33:14Oder immer mehr junge Personen, junge Menschen, die sich für die Politik interessieren und auch auf Social Media unter dieser grossen Reichweite sind. Und die Leute ermutigen. Ich glaube, das bringt sicher ein Stück weit Erfolg in dieser Hinsicht. Mal schauen.
- 1:33:34Ja, und am Schluss des Tages sind wir auch selbst verantwortlich. Wir müssen in unserem Umfeld schauen, dass das die Leute machen. Ich bin auch mitverantwortlich. Wenn wir irgendwelche komischen Sachen und komplizierte... Wenn wir unseren Job nicht gut machen, dann...
- 1:33:50dann wird das die Leute nicht bewegen, es schafft kein Momentum, um zu atmen. Ich glaube, wir müssen bei uns anfangen und versuchen, das zu verändern. Das versuchen wir jeden Tag. Wir versuchen es einfach zu machen. Wir versuchen, einfache, prägnante Kommunikation an Bürger und an Bürgerinnen anzutragen. Und ja, sind wir eigentlich auch ein bisschen selber verantwortlich. Okay, gut.
- 1:34:20Marcel, ich bedanke mich ganz, ganz herzlich bei dir.
- 1:34:24Ich danke dir, also vielen Dank für die Gelegenheit und für diesen Podcast, den du machst. Also 300 Folgen plus und dein unternehmerisches Engagement. Danke. Danke. Ich sage immer, Zeit ist das wichtigste Gut, das wir haben. Und dass ein Gast bei mir hinsetzt und du über eineinhalb Stunden mit mir über dein Leben sprechen kannst, da bin ich wirklich sehr, sehr viel dankbar.
- 1:34:53Und auch für die Arbeiten, die ihr macht. Ich meine, ihr bewegt mit dem, was ihr macht, mit euren Kampagnen. Ihr beeinflusst, ihr formt die Schweiz, wie sie vielleicht heute oder in der Zukunft dargestellt werden sollte. Oder welche Wege wir gehen sollten. Und für das ein ganz grosses Dankeschön.
- 1:35:15Und ich wünsche dir, Ruth, im weiteren Weg nicht nur als Papi und als Ehemann, sondern ich wünsche dir auch als Unternehmer, als Kampagnenleiter, als Agenturleiter alles, alles Gute in deiner Zukunft, viel Erfolg, viel Gesundheit und hoffentlich bis bald. Danke vielmals. Es hat mir sehr gefreut, bist du da gewesen. Danke dir.
- 1:35:38Und an dieser Stelle auch danke dir. Danke, dass du wieder eingeschaltet hast bei Momentum. Dein Podcast, der inspirierende Menschen, inspirierende Geschichten erzählt. Du weisst, wie das Game funktioniert. Da unten hat es ein paar Knöpfe. Keine Angst, ich erkläre es dir noch. Bevor du den Kommentar schreibst und den Like machst, da unten hat es...
- 1:35:54Ein Button, der heisst Abonnieren. Wenn du den drückst, verpasst du nichts mehr, was auf deinem Kanal läuft. Nebenan hat es sogar eine kleine Glocke. Wenn du die Glocke drückst, bekommst du sogar eine Benachrichtigung, wenn ein neuer Podcast online ist, wie der von Marcel. Also, mach uns das Ganze, bevor du zum nächsten Video klickst. Alles Gute, bis zum nächsten Mal. Dein Kevin Kalamatze.