Latest / Im Bett mit Buch / Bücher zum Apéro
Transcript
- 0:05Einen wunderschönen guten Morgen, guten Tag, guten Abend,
- 0:09liebe Zuhörerschaft und Willkommen bei unserer neuen
- 0:13Ausgabe von. Im Bett mit Buch.
- 0:18Hallo, lieber Kurt. Hallo liebe Monique.
- 0:22Schön, dass wir uns heute wieder zusammen getroffen haben und wir
- 0:25haben eine ganz bestimmte Tageszeit im Blick, die du jetzt
- 0:28gerade noch nicht erwähnt hast. Aber bevor wir dahin kommen,
- 0:32lass uns doch noch mal sagen, wer wir eigentlich sind.
- 0:34Für alle die, die sich das noch nicht gemerkt haben.
- 0:38Oder vielleicht neu dazu gestoßen sind?
- 0:41Mein Name ist Kurt, Ich bin Buchhändler, ich verkaufe.
- 0:45Bücher mein Name ist Monique, Ich bin alles Mögliche, auch
- 0:49Autorin, und ich kaufe Bücher und.
- 0:51Und das Macht aus uns natürlich den perfekten Match, denn
- 0:54Buchkäufer und Buchverkäufer lieben sich unabdingbar.
- 0:58Und das sind die stabilsten Beziehungen auf der Welt.
- 1:02Und jetzt sitzen wir also schon seit einigen Folgen zusammen und
- 1:07machen zusammen diesen uns sehr große Freude bringenden Podcast.
- 1:11Im Welt mit. Buch, der auch euch hoffentlich
- 1:14Freude bringt. Aber ich denke, wenn ihr immer
- 1:16noch weiterhört, dann können wir nicht alles falsch gemacht
- 1:18haben. Aber wie immer gilt natürlich
- 1:21die Regel, wenn es Beschwerden gibt oder wenn ihr einfach eure
- 1:24Freude loswerden wollt, meldet euch bei uns an.
- 1:28Die ganz normalen Wege, die ihr da findet.
- 1:31Unsere E Mail Adresse und Kontaktsachen werdet ihr auch
- 1:34nachher in den Shownotes finden und wenn ihr schon dabei seid,
- 1:38ihr kennt diese kleine Abteilung mit den 5 Sternchen wo man drauf
- 1:41drücken kann, die Kommentare wo man reinschreiben kann wie
- 1:44unglaublich fantastisch und gutaussehend wir sind, macht es
- 1:48alles auch wenn ihr es gar nicht.
- 1:49Daran glaubt und auch gar nicht meint.
- 1:50Aber bewertet euch, gebt uns gute Noten, bringt uns weiter.
- 1:54Schenkt uns, schenkt uns euer, euer Herz und gebt uns Sterne.
- 2:00Das ist eine hervorragende Idee und für euer Herz bekommt ihr
- 2:03Inhalte. Ja, Inhalte zum Anhören, zum.
- 2:09Also ich meine, ihr müsst die Bücher jetzt nicht unbedingt
- 2:11alle lesen, obwohl es natürlich toll wäre.
- 2:14Aber ihr könnt natürlich auch dann mit ungeheurem Fachwissen
- 2:17punkten. In allen möglichen Gesprächen.
- 2:20Wir haben ja hier im Podcast schon, wir haben übers Anfang
- 2:22gesprochen, wir haben über Zeit gesprochen, wir haben übers
- 2:24Eskalieren gesprochen, um nur so n paar Beispiele zu nennen, und
- 2:27wenn ihr da mal in so einer Runde sitzt, wo?
- 2:29Vielleicht zum Besserwisser ne Besserwisserin, also n ganz
- 2:32charmanter Mensch, den ihr unbedingt beeindrucken wollt,
- 2:34aus welchen Gründen auch immer. Sagt ja immer, wenn ich an Zeit
- 2:37denke, dann geht mir auch durch den Kopf und dann geht ihr da
- 2:39rein und sagt passt auf wir können nicht über Zeit reden,
- 2:41wenn wir nicht auch über Curt Wanna Good Junior reden oder so
- 2:45zum Beispiel ne, dass das alles, wenn ihr den die Folge noch
- 2:49nicht gehört habt, hört euch durch alle durch, ihr bekommt
- 2:51auf jeden Fall Angeber wissen to go und das wollt ihr nicht
- 2:57verpassen. Und was ist schöner als dieser
- 2:59Claim? Danke Monique dafür, Angeber
- 3:03wissen to go, dafür sind wir gerne verantwortlich und wir
- 3:07sitzen hier zusammen. Jetzt zu unserer neuen Folge mit
- 3:11einem wunderbaren Thema, dieses Thema darf ich auch wunderbar
- 3:14nennen, denn es ist überhaupt gar keine Eigenwerbung, denn
- 3:16Monique kam einfach mal dahergesegelt mit diesem Thema
- 3:20und darum liebe Monique, worüber reden wir heute?
- 3:23Wir reden heute über. Bücher, die man in einer
- 3:28gewissen Zeit des Tages liest, und zwar in dieser Zeit, wo der
- 3:32Nachmittag aufhört, ein Nachmittag zu sein und der Abend
- 3:35noch nicht angefangen hat. Und das ist eine bestimmte
- 3:39Zeitspanne, Dämmerung vielleicht, wenn die Sonne
- 3:42untergeht und in Mittelmeerländern, ich will mal
- 3:46sagen, in Frankreich, das definitiv auch schon Italien
- 3:49erlebt, auch in der Schweiz gibt es gibt es diese, gibt es den
- 3:53Apero, das ist sozusagen. Ein Zusammentreffen, beieinander
- 3:57sitzen oder stehen zu einem Getränk.
- 4:00Genau in diesem Moment, das ist noch ein Weilchen vor dem
- 4:02Dinner. Es gibt vielleicht kleine
- 4:03Häppchen dazu und mir ist das mal in einem Urlaub begegnet, in
- 4:09Italien, ich war südlich von Neapel in einer zauberhaften
- 4:14kleinen Stadt im Cilento, die hieß Santa maria.de Castelavate.
- 4:19Sie sagt das nochmal. Santa maria.de Castelavate liegt
- 4:24direkt am Meer. Und da gibt es 2 Bars direkt am
- 4:29Strand, also nicht im Sand, sondern dahinter hinter der
- 4:32Straße. Und die machen nur für diese 2
- 4:34Stunden auf, wenn die Sonne anfängt unterzugehen und da ja
- 4:38habe ich gesessen und ich dachte, das ist unglaublich, da
- 4:41ist die rote Sonne, da ist das Meer in dem sie versinkt und
- 4:45Moment mal, ist das Capri, es war Capri.
- 4:52Also wie? Schade, dass wir wegen rechte
- 4:53Frage dieses Lied jetzt nicht kurz.
- 4:55Einspielen. Du könntest das Ansingen.
- 4:57Oh Gott. Das möchte jetzt keiner.
- 4:59Beim nächsten Mal bin. Ich, und das hat mich, das hat
- 5:01mich wirklich zutiefst beeindruckt, ich sitze, ich
- 5:03sitze an einem Ort, den ich die dich aus einem Lied kenne, und
- 5:07ich bin ja immer noch so bei Reisen, so geflasht, dass ich
- 5:10jetzt einfach überall hinreisen kann, theoretisch jedenfalls.
- 5:14Praktisch ist es ein bisschen wie mit den Büchern.
- 5:15Es gibt einfach so unglaublich viel und man schafft gar nicht
- 5:18alles. Aber es ist tatsächlich
- 5:19entschuldige nachgefragt. Also noch mal kurz der der
- 5:23Disclaimer, wir kommen aus 2 verschiedenen Biografien,
- 5:26Monique hat eine DDR Biografie, ich habe eine alte West BRD
- 5:30Biografie und daher auch meine Frage ist flasht dich immer noch
- 5:34die Möglichkeit des Reisens, das ist so tief Wahnsinn ja.
- 5:38Also ich bin auch. Überall, wo ich bin, bin ich
- 5:40einfach gerne. Also ich kann mir auch jedes Mal
- 5:43vorstellen, da irgendwo zu bleiben und dieses Leben mal
- 5:46anzuprobieren, zu schmecken, zu gucken, wie es ist und so.
- 5:48Also ich bin auch zu Hause gerne, ich bin halt gerne, aber
- 5:54ich bin auch wirklich gerne unterwegs und ich reise zum
- 5:59Beispiel auch gerne mit dem Zug und das ist vielleicht auch noch
- 6:00mal eine schöne Folge, wenn wir vielleicht mal über.
- 6:05Bücher fürs Zugfahren sprechen aber heute.
- 6:07Heute reden wir über Bücher zum Apero, also die Bücher, die wir
- 6:11am besten mitnehmen, wenn wir diese 2 Stunden, oder vielleicht
- 6:14ist es manchmal auch nur eine Stunde, genießen wollen, wenn
- 6:17wir dabei zusehen, wie die Sonne untergeht, wie der Tag sich der
- 6:22Nacht nähert, alles stiller wird und wir dem dem Tag rein
- 6:28vergehen. Zu einem wahlweise.
- 6:31Glas, Weißwein und deinem Limoncello oder was man gerade
- 6:34da hat. Ein paar wunderbare kleine
- 6:37italienischen Delikatessen. Ich genieße ja dieses APO, ich
- 6:40kenne das aus italienischen Großstädten, da nennen sie es,
- 6:43glaube ich, nicht apo und haben andere Namen, weil weil es auch
- 6:46bezahlbar war. Also du kriegst deinen Drink und
- 6:49dein Essen wirklich für die Hälfte des Preises und wenn man
- 6:51es gut macht, ist man eigentlich satt genug, dass man gar nicht
- 6:53mehr das Dinner mitmachen muss, aber dass man.
- 6:57Eigentlich ist es dafür gedacht, wie du es ja angesprochen hast,
- 6:59dass man da mit seinen Freunden oder Bekannten oder Familie
- 7:02einfach zusammenkommt. Aber wir beide wissen ja sehr,
- 7:06dass Bücher manchmal auch einfach die besseren Menschen
- 7:09sind. Also man kann wunderbar diese 2
- 7:12Stunden Sonnenuntergang auch mit Büchern verbringen.
- 7:15Ja, und mit den Menschen, mit denen man dann im Urlaub
- 7:17unterwegs ist, hat man vielleicht den ganzen Tag schon
- 7:19geredet, oder idealerweise stell dir das vor, ist es auch ein
- 7:22Leser, eine Leserin und er freut sich auch darauf.
- 7:25Da jetzt mal 2 Stunden zu sitzen und zu lesen und.
- 7:28Aber solche Mitreisenden braucht man.
- 7:30Ich habe zum Glück so einen, du auch ne, du hast auch einen.
- 7:32Lesereis mir fällt gerade da ein.
- 7:34Ich bin neulich an dem Bus vorbeigefahren, da stand drauf
- 7:36lesereisen und für einen ganz kurzen Moment hatte ich
- 7:38vergessen. Was lesereisen eigentlich
- 7:40bedeutet und ich dachte, Oh mein Gott, was für ne geile Idee.
- 7:43Ich Reise mit einer Gruppe von Menschen, die alle lesen und
- 7:45dann fiel mir wieder ein, dass du wieder in.
- 7:47Kappadok hier gelandet bist und wieder Lederjacken kaufen sollst
- 7:50und wirklich, aber dafür hast du wenigstens die Heißluftballons
- 7:55in der Entfernung, kannst sehen, lesereisen sind was tolles.
- 7:59Die Titanic hatte mal eine Lesereise nach Albanien, das war
- 8:02noch zu härteren Zeiten. Ich wollt.
- 8:04Grad sagen, es war bevor Albanien in war.
- 8:05Es war, bevor Albanien in war. Ich war ne schöne wunderschöne
- 8:09Titanic Idee, ich musste als du mit dem Thema Daherkamst mit dem
- 8:12Aperol, das fand ich großartig, ich musste so ein bisschen
- 8:15grinsen bei der Dauer des Sonnenuntergangs, du hast es
- 8:19jetzt ja zum Glück schon spezifiziert.
- 8:22Ich hatte das Glück, während meines Studiums durfte ich einen
- 8:27Auslandsaufenthalt in Südafrika machen und der Apero heißt dort
- 8:32nicht apero, sondern sundauner und das ist natürlich aufgrund
- 8:36der südlichen Lage so, da schaffst du kein Buch, da
- 8:40schaffst du vielleicht gerade n gutes Gedicht und da hast Deinen
- 8:43Gin Tonic Runtergeschüttet und dann ist dunkel, also ne halbe
- 8:45Stunde mehr ist da nicht drin. Und ich dachte mir gerade, das
- 8:49ist ja schön, wir könnten doch eigentlich unsere Folge mit dem
- 8:52Apollo sozusagen geografisch machen.
- 8:55Je dicker unsere Bücher werden, desto weiter nördlich werden wir
- 8:58den Apollo zu uns nehmen, bis wir irgendwann in Spitzbergen
- 9:01sind, und da können wir endlich Karl Owe knausgat lesen, da
- 9:05reicht wahrscheinlich so ein Sonnenuntergang, der einfach 6
- 9:08Tage dauert. Ich nehme dich beim Wort.
- 9:11Also ich würde ja sagen, ich habe ja schon fast alles von
- 9:14Karl Owe knausgat gelesen, außer die kurzen Sachen.
- 9:18Ich biete dir Afrika für die kurzen Sachen.
- 9:22An. Aber wenn wir irgendwann in
- 9:24Norwegen sitzen und eine Podcast Folge aufnehmen und die Nacht
- 9:27nicht anfängt, der Tag nicht endet, dann schaue ich dir dabei
- 9:30zu, wie du Knausgard liest. Sehr gut und du schaust einfach
- 9:34zu. Ich schau einfach.
- 9:35Für dich hervorragend und kommentierst dich.
- 9:37Ja, vielleicht komm ich. Bist du schon an der Stelle
- 9:39hoch, die findest du denn eigentlich?
- 9:44Ja, das sind genau die Mitlesenden, die man sich so
- 9:46wünscht, wenn man mit Buch nicht im Bett, sondern auf einem
- 9:50Liegestuhl mit einem herrlichen Glas oder Tasse oder was auch
- 9:54immer ihr zu euch nehmen wollt. Und es gibt natürlich
- 9:57Voraussetzungen für Bücher, die man zum Aperol lesen sollte.
- 10:00Was heißt Voraussetzungen, ihr könnt lesen, was ihr wollt, Herr
- 10:02Gott, noch mal, ihr seid erwachsene Menschen, so wie wir
- 10:04auch, aber. Aber der Apero und diese Ruhe
- 10:09und der Sonnenuntergang und das schöne Setting im idealen Falle.
- 10:12Schöne Setting lädt natürlich auch dazu ein, schöne Bücher.
- 10:17Ja, schöne Bücher, und das ist die eine Stelle, wo ich mal
- 10:21sage, es ist gut, wenn dieses Buch kein Ziegelstein ist, denn
- 10:25ihr tragt es ja vielleicht schon den ganzen Tag mit euch herum.
- 10:28Ihr wart vielleicht schon am Strand gewesen und das Buch muss
- 10:31mit für diese apero Stunden. Und da ist es dann vielleicht
- 10:36mal nicht der Knausgard, sondern was leichteres, was Schönes.
- 10:41Schön darf auch gerne, finde ich schmerzhaft schön sein, aber es
- 10:45sollte, also es sollte schön zu leicht zu lesen.
- 10:48Sein mit leichter Hand geschrieben.
- 10:49Mit leichter Hand geschrieben also.
- 10:51Vielleicht ist ja auch das, was wir für mit leichter Hand
- 10:53geschrieben halten, auch in jahrelanger Kleinarbeit genau
- 10:57dazu gemacht worden. Aber wenn man es liest, ist es
- 11:00so. Ach ja, es fließt dahin, es
- 11:04fließt in mich rein. Ja, solche Bücher finde ich
- 11:07passen, passen in diese Stunde gefühlsintensiv oder vielleicht,
- 11:13ich glaube, meine Töchter würden sagen Deep.
- 11:15Deep Deep. Ich habe gerade das Wort Ohio
- 11:18gelernt. Das Wort Ohio.
- 11:20Das war so ein blöder Insta, da war eine Mutter und ihr Sohn und
- 11:23die Mutter ist ist. Millennial und der Sohn ist
- 11:26Alpha und sie hatte ihre Wörter gesagt und er sagte dann die
- 11:31Alpha Wörter und ich glaube sie sagte das Wort Crazy und er sagt
- 11:36Ohio und dann so what the Fuck warum denn Ohio also bleiben wir
- 11:41bei Deep, das kann ich noch ja. Was heißt Ohio?
- 11:44Ohio heißt verrückt. Crazy.
- 11:46Okay also ich weiß nicht warum. Vielleicht werde ich das noch
- 11:49mal erforschen können und frage mal meine Unmengen an Generation
- 11:54Alpha bekannten aus aus den Vereinigten Staaten, wo das denn
- 11:58herkommt. Wir kennen sie ja alle, aber
- 12:01zurück zurück zum Sundauner und den Büchern, die man dazu am
- 12:05besten lesen kann. Ich finde, deep ist tatsächlich
- 12:09eigentlich n schöner Sammelbegriff dafür.
- 12:12Es darf anrührend sein, muss es nicht.
- 12:15Es kann auch einfach heiter sein.
- 12:16Es sollte aber eine gewisse Tiefe erreichen, aber auch nicht
- 12:21überschreiten. Also ihr merkt, wir befinden uns
- 12:24hier auf einem ganz schmalen Grat.
- 12:27Des Buches. Aber wir wären nicht wir, wenn
- 12:31wir nicht ein paar Bücher dazu herausgefunden hatten, die
- 12:33zumindest wir für perfekt für 2 Stunden Sonnenuntergang bei
- 12:38Capri in Santa Maria di castagnetta ich.
- 12:43Dachte du bist jetzt erst nach Spanien.
- 12:45Ich bin gerade woanders, aber wenn das Wetter gut ist, kann
- 12:47man auch von Spanien aus bis nach Capri gucken und ich bin
- 12:50mal gespannt, was wäre jetzt das erste, was du auch.
- 12:55Auspacken würdest oder schon ausgepackt?
- 12:57Hast es ist so gut, dass du fragst, weil ich muss heute
- 13:00unbedingt anfangen mit einem Buch, das ich schon seitdem wir
- 13:03diesen Podcast machen, vorstellen möchte.
- 13:05Ich muss darüber reden, das ist mein meist verschenktestes
- 13:08verschenktestes Buch in den letzten Jahren, ich glaube, alle
- 13:12meine Freundinnen haben es schon zu der einen oder anderen
- 13:15Gelegenheit geschenkt bekommen, weil es einfach so unfassbar
- 13:19großartig ist. Und ich kenne dieses Buch
- 13:21überhaupt nur. Weil ich es in deinem Laden
- 13:23empfohlen bekommen habe, um das Mal zu.
- 13:25Sagen, ich glaube, von diesem hervorragenden jungen Mann
- 13:27namens Paul. Dem habe ich erzählt, dass ich
- 13:31mit dem Zug durch Italien fahre, eben genau in diese Santa
- 13:33maria.de Casta lavarte und etwas brauche, das ich sowohl beim
- 13:37Zugfahren lesen kann als auch am Strand.
- 13:39Und er hat mir dieses Buch empfohlen und es ist wirklich
- 13:41einfach ein Volltreffer gewesen. Absolut soll ich jetzt auch
- 13:45sagen. Ich finde ich finde, du hast
- 13:47jetzt wirklich so viel Druck aufgebaut, jetzt muss es raus.
- 13:52Das Buch ist von Jennifer Clement und das heißt Gun Love,
- 13:56und es ist so ein harmlos daherkommender Titel, der
- 14:00überhaupt nicht erkennt, dass was dahinter steckt.
- 14:03Und dieses Buch ist wirklich, warte mal, ich habe sie neben
- 14:07mir zu liegen, ich muss das vorlesen.
- 14:08Spiegel Online schrieb damals dazu, dieser Roman zerpflückt
- 14:12einem das Herz. Uh.
- 14:13Ja, uh und. Und ich habe das Cover so vor
- 14:17Augen, das ist ja ein Krokodil des anstatt Zähnen hat es
- 14:20Patronenhülsen ja in in diesem riesengebiss geiles Cover, ich
- 14:24bin ja auch ein großer Freund von Judge Bookbytes Cover ist
- 14:27immer eine gute Idee und ich habe so viel Gutes drüber
- 14:31gehört, auch da wieder der faule Buchhändler und natürlich mein
- 14:34Kollege Paul empfiehlt es sowieso, erzähl mir mehr davon.
- 14:37Ja. Es wird in Florida in gar keiner
- 14:43aufregenden Gegend, auch nicht irgendwie am Strand oder so was.
- 14:46Es ist wirklich einfach, ja öde. Es ist ein Trailerpark, also ein
- 14:51ein und auch ein winzig kleiner Trailerpark, also keiner von den
- 14:55Großen, wo diese sehr großen Wohnmobile, hausartigen
- 14:59Wohnmobile stehen, sondern ein sehr kleiner, sehr
- 15:02heruntergekommener, und darauf steht ein Auto und das schon
- 15:05lange nicht mehr fährt, das ist in Ford, Ford Mercury glaube ich
- 15:09und darin leben Mutter und Tochter also.
- 15:13Das ist in diesem Auto, das ist ihr zuhause.
- 15:15Das ist ihr zuhause Pearl, das ist die Tochter, sie ist 13 oder
- 15:1914. Sie erzählt, glaube ich, so
- 15:20ungefähr ab der Zeit, in der sie 11 ist.
- 15:23Sie erzählt als als ich Erzählerin, das heißt, wir sind
- 15:26eben auch immer bei ihr und in ihrem Alter, und ja, also sie.
- 15:32Sie lebt vorn, die Mutter auf der Rückbank und das
- 15:35Armaturenbrett ist dann eben auch gleichzeitig die Küche.
- 15:38Und es ist, wie es also es ist wirklich so besonders, es ist
- 15:42zauberhaft geschrieben und man liebt Pearl sofort und man kann
- 15:47auch ihre Mutter nicht hassen, überhaupt nicht, wir sind
- 15:52einfach sofort drin in dieser Realität, die ja alles ist, was
- 15:56Pearl kennt, sie kennt kein anderes leben, sie ist so groß
- 15:58geworden und und. Und das ist so nah und so
- 16:04bewegend und so schön. Und trotzdem hat das noch eine
- 16:07wirklich dramatische Story, die es nimmt.
- 16:10Es ist das perfekte Buch, ich kann es gar nicht anders sagen.
- 16:15Es klingt natürlich jetzt erstmal nach einem sehr
- 16:19frustrierenden Setting. Also ich stell mir schon rein
- 16:22praktisch die Frage, obwohl es wird wahrscheinlich auch
- 16:24Duschräume geben in diesem Trailerpark.
- 16:27Also die Armut muss krass sein. Arbeitet die Mutter, oder?
- 16:32Ja, die Mutter arbeitet, die arbeitet in einem
- 16:34Veteranenkrankenhaus als als Putzkraft, und die Mutter kommt
- 16:38eigentlich aus einem sehr wohlhabenden Haus, auch gar
- 16:41nicht so weit weg, das Haus ihres Vaters, das sie verlassen
- 16:44hat, als Pearl ungefähr ein Jahr alt war oder noch jünger, das
- 16:52fällt mir gleich wieder ein. Und ja, die Armut ist.
- 16:57Ist heftig, aber sie ist eben. Also es ist einfach die
- 17:00Realität, in der wir drin sind, und das wird überhaupt nicht
- 17:04irgendwie rührselig erzählt, sondern Pearl nimmt uns einfach
- 17:07mit. Pearl erzählt einfach, was sie
- 17:09sieht, sie hat sie von ihrem Leben und jeder Satz ist zart,
- 17:12jeder Satz ist wie, also wirklich lyrisch, beinahe als
- 17:16könnte er aus einem Gedicht sein und eigentlich möchte ich ganz
- 17:21viel daraus vorlesen, aber ich würde mal ja mit 2 Sätzen würde
- 17:25ich mal anfangen. Sehr gerne, bitte.
- 17:28Also ihr hört die Originalgeräusche von Blättern
- 17:30im Buch und das ist der erste Satz mit dem oder der erste
- 17:36Abschnitt, mit dem ihre Mutter beschrieben wird.
- 17:38Meine Mutter war eine Tasse Zucker, man konnte sie jederzeit
- 17:43ausleihen, meine Mutter war so süß, ihre Hände klebten immer
- 17:47wie nach einem Kindergeburtstag, ihr Atem roch nach den 5
- 17:50Geschmacksrichtungen der Life saver Bonbons und.
- 17:53Und das ist also. Wow, was für eine Ungewöhnliche
- 17:56das ist. Toll und man merkt sofort aber
- 17:58auch eben die, die die Sicht der Tochter eben auf die auf die
- 18:03zauberhafte Mutter. Also es ist ja noch ein Alter,
- 18:05in dem Mütter sehr, sehr bewundert werden und im 2.
- 18:11Kapitel geht es dann direkt um Pearl und da beschreibt sie sich
- 18:13selbst. Ich, ich wuchs in einem Auto auf
- 18:17und wenn man im Auto lebt, hat man keine Angst vor Blitz und
- 18:20Donner. Das einzige, wovor man Angst
- 18:22hat, ist der Abschleppwagen. Als meine Mutter und ich in die
- 18:26Mercury zogen, war sie 17 und ich gerade geboren.
- 18:29Unser Auto stand am Rande eines Trailerparks mitten in Florida
- 18:32und war das einzige Zuhause, das ich je hatte.
- 18:35Wir lebten von einem Moment zum anderen und machten uns kaum
- 18:37Gedanken um die Zukunft und so, ja, so geht's.
- 18:42Weiter. So geht's weiter das Ganze das
- 18:46ganze Buch über. Wir sind in einer ganz innigen
- 18:50Mutter und Tochter Symbiose drin und natürlich, es ist ein Buch,
- 18:55und das heißt, diese Symbiose muss irgendwie ja gelöst werden.
- 18:58Geöffnet werden, dann in Büchern, gucken wir ja nicht nur
- 19:03irgendwie so den Alltag an und und begleiten irgendwie Pearl in
- 19:07irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens, sondern wir sind
- 19:09natürlich in einem entscheidenden Zeitpunkt dabei.
- 19:13Es gibt natürlich Gefahren für dieses Leben, also hier am
- 19:16Anfang, was ich gerade vorgelesen habe, sieht Pearl den
- 19:18Abschleppwagen als Gefahr, aber es gibt natürlich noch mehr
- 19:21gefahren, es gibt das Jugendamt als Gefahr, das sieht die Mutter
- 19:23als große Gefahr, und es gibt Männer als Gefahren, und das
- 19:27sieht Pearl vor allen Dingen, also Männer, die ihrer Mutter
- 19:30gefallen, und das sind vor allen Dingen die Badboys, die ihr
- 19:33Gefallen und sie, die so süß ist wie eine Tasse Zucker, gefällt
- 19:36natürlich auch diesen Badboys. Und die ziehen dann mitunter mit
- 19:40ein. Für ein paar Tage.
- 19:41Ins Auto. Ins Auto und Pearl wird dann
- 19:44vielleicht häufiger mal zu den Nachbarn geschickt oder raus zum
- 19:46Spielen oder sowas und Pearl gefällt das natürlich überhaupt
- 19:50nicht. Also sie muss ihre Mutter teilen
- 19:53und sie haben eine unglaublich enge Beziehung für dieses Leben
- 19:57miteinander. Trotzdem gibt es da ganz viel
- 20:01Alltag. Also die Mutter ist ja, ich habe
- 20:02es schon gerade gesagt, die ist ja in einem sehr großen Haus mit
- 20:04Angestellten groß geworden und die versucht, von all diesem
- 20:07Wissen, dass sie aus dieser Zeit noch hat, ihrer Tochter auch
- 20:09einiges nahe zu bringen, also wie serviert man Tee, das üben
- 20:12sie dann auch tatsächlich, oder wie bezieht man ein Bett
- 20:14richtig, das üben sie dann irgendwie mit einem Geschirrtuch
- 20:17und einem Kissen und so, und abends sitzen die beiden immer
- 20:21zusammen. Also klar, dieser Platz ist ja
- 20:24auch nicht und toll erzählt von der Schule.
- 20:28Um dahin zu kommen, muss sie eine Dreiviertelstunde an einem
- 20:31Highway entlanglaufen und auch wieder zurück.
- 20:33Sie erzählt von der Schule, und die Mutter erzählt von ihrer
- 20:35Arbeit im Veteranen Krankenhaus, also es ist wirklich auch in der
- 20:39Hinsicht sehr anrührend, die Mutter hat sich für dieses Leben
- 20:42auch entschieden, weil sie sich für die Tochter entschieden hat,
- 20:44sie hat ihre Tochter ganz alleine auf die Welt gebracht in
- 20:48diesem großen Haus mit den Angestellten und ihrem Vater,
- 20:50sie hat sie ganz still auf die Welt gebracht, niemand wusste,
- 20:53dass sie schwanger ist und. Und es waren noch 2 Monate, die
- 20:56sie mit diesem Baby dort gelebt hat, mit diesem Neugeborenen,
- 21:00auch den Kognito, ohne dass es jemand gemerkt hat, bevor sie
- 21:04mit dem Baby dieses Haus verlassen hat.
- 21:07Und das ist eben, das ist eine Geschichte, die die Mutter auch
- 21:12häufiger erzählt, also Perl kennen die ganz genau, und die
- 21:14will ihn natürlich hören, so wie alle Kinder die Geschichte hören
- 21:17wollen, wo komme ich eigentlich her, warum bin ich und welche
- 21:20Beziehungen haben wir zueinander, wie besonders ich.
- 21:22Ist diese Beziehung zwischen dir, Mama und mir Tochter?
- 21:26Ja, und jetzt könnte man ja denken, Paul träumt vielleicht
- 21:30von so einem großen Haus wie dem, in dem ihre Mutter gelebt
- 21:33hat, oder von einem fahrenden Auto, denn dieses Auto kann auch
- 21:35nicht mehr fahren, es tut sie gar nicht.
- 21:37Paul träumt von ganz praktischen Sachen, wie Paul überhaupt sehr
- 21:40praktisch anmerkt ist. Sie träumt zum Beispiel von
- 21:42einem Tisch und einem Stuhl, um mal draußen zu sitzen und
- 21:46richtig zu essen und nicht so am Armaturenbrett oder so und.
- 21:50Was ich noch wichtig finde, Pearls Welt ist noch eine
- 21:54magische Welt, also sie ist eben noch kein Teenager, sie wird
- 21:57noch nicht erwachsen, sie ist gerade noch ein Kind und die
- 22:02Welt ist bevölkert von magischen Figuren und alles, was die
- 22:05Mutter erfindet oder erzählt, also wonach hört sich der Wind
- 22:09an und was bedeutet das, wenn jetzt irgendwie das zu sehen
- 22:13ist, das zu hören ist oder so, das nimmt Pearl noch vollkommen
- 22:15auf, für sie ist das einfach alles noch Realität, das
- 22:18bedeutet alles etwas und. Ach, das ist wirklich.
- 22:23Es verzaubert natürlich die Stimmung eines Buches.
- 22:26Ich, ich habe 2 Fragen, das eine ist der Titel Gunlaf findet der
- 22:33irgendwie Einzug ins Buch oder ist er einfach nur da?
- 22:36Und das zweite ist das Buch, Wir hatten ja das Wort von deinen
- 22:41Töchtern Deep, es klingt sehr, sehr deep, es klingt aber trotz
- 22:46der Verzauberung für mich noch so ein bisschen die.
- 22:49Desolat und du hast es jetzt ja gerade fürs Apero.
- 22:53Also ich nehme an, es ist es ist gar nicht so desolat, wie ich es
- 22:57mir vorstelle, einfach dadurch, dass die Stimme einfach alles so
- 23:00hinnimmt, wie es ist. Was macht es für dich, zu einem
- 23:04Buch, zum Apero? Das ist auf jeden Fall die Art,
- 23:09wie es geschrieben ist. Also es ist genau dieses man,
- 23:12man liest es und denkt sich, also das ist leicht.
- 23:16Leicht geschrieben ne und und und.
- 23:18Ich glaube aber Jennifer Clement hat da mehrere Jahre daran
- 23:20gearbeitet und es fließt dahin. Ich habe nicht aufhören können
- 23:25zu lesen, ich musste wirklich wissen, wie geht es, wie geht es
- 23:28weiter mit Pearl und das Buch überrascht dann an an vielen
- 23:32Stellen und ja, ganlaf hat natürlich etwas mit der
- 23:35Geschichte zu tun, ich will das jetzt aber noch gar nicht.
- 23:38Okay wäre Spoiler okay. Das wäre Spoiler.
- 23:40Und dann sind da immer wieder so Sätze drin.
- 23:43Da kann man dann einfach hochgucken und schaut dann noch
- 23:45mal aufs Meer. Ja und denkt über diesen Satz
- 23:48nach. Ich habe noch mal einen
- 23:49Rausgeschrieben, weil der, weil der noch mal so diese diese
- 23:53Ebene, von der ich gerade gesprochen habe, also diese
- 23:55magische Welt und was die Worte der Mutter für die Tochter
- 23:59bedeuten, vielleicht noch mal ein bisschen ja illustrieren
- 24:02kann, da meine Mutter mir die Welt übersetzte, wusste ich,
- 24:07dass die Menschen Geheimnisse und kaputte Knochen und
- 24:09verletzende Worte mit sich herumtrugen die.
- 24:12Die man mit Seife nicht wegwaschen konnte.
- 24:14Und das ist so ein Satz, da kann man das Buch dann auch mal für
- 24:18einen Moment zur Seite legen und zugucken, wie die Sonne im Roten
- 24:23Meer bei Kapsel ist. Doch.
- 24:24Faszinierend, oder? Es sind diese kleinen Sätze, an
- 24:28denen man so hängen bleiben kann, die plötzlich solche
- 24:32Welten in einem selber öffnen. Ich finde das immer wieder beim
- 24:35Lesen das beeindruckendste, was auch andere.
- 24:38Andere Kunstformen finde ich gar nicht so.
- 24:40Können ist es ist ein ganz unscheinbarer, unbedeutender
- 24:45Satz, der plötzlich wow, dein Herz öffnet oder deine Sinne
- 24:49öffnet und gerade natürlich in Verbindung zu dem Ort, an dem
- 24:53man dann ist. Also weil das.
- 24:55Wo du dann einfach in die Weite auch schauen kannst und auch
- 24:58dein Auge und dein Gehirn mal Platz hat, Weite und Raum
- 25:01zuzulassen und auch solche Sätze einfach mal sich im Kopf
- 25:05entwickeln zu lassen und einen Hall zu entwickeln, das ist
- 25:09toll. Also das ist, solche Sätze sind
- 25:11Gold wert. Das Buch ist wirklich voll
- 25:14davon. Es fiel mir super schwer, mich
- 25:15für für einen Satz zu, ja, jetzt waren es ja dann doch 3 und ein
- 25:19bisschen mehr, mich irgendwie dafür zu entscheiden, aber.
- 25:23Ein ein wirkliches Kunstwerk. Ich habe mittlerweile alles von
- 25:26Jennifer Clement gelesen, es sind als Romane sind es 3
- 25:30Bücher, ich wünschte, sie würde schneller schreiben.
- 25:34Ja, die Autoren kenne ich. Ein bisschen warte sehnsüchtig
- 25:37auch das nächste und jedes ist ein ganz eigenes Kunstwerk und
- 25:42auch hier, wir sind eigentlich an einem paradiesischen Ort, wir
- 25:45sind irgendwo in Florida. Viele von uns träumen vielleicht
- 25:48irgendwie von so einem Florida Urlaub und es ist eben die
- 25:51andere Seite, eine absolute Realität, die es dort gibt und
- 25:56wir, die wir Bücher lesen, sind wahrscheinlich häufig nicht in
- 25:59so einer Situation dort zu leben, und das ist ja etwas, was
- 26:04die Literatur besonders gut kann, also andere Perspektiven
- 26:07von uns wirklich reinnehmen in ein anderes leben, wir gucken
- 26:09nicht drauf, sondern wir stecken drin, wir sind bei der 13
- 26:14jährigen Pearl, wir sehen was sie sieht.
- 26:16Wir fühlen, was sie führt, und das ist, ich weiß nicht, ob es
- 26:19viele Autorinnen und Autoren gibt, denen es so gut gelingt,
- 26:24die Perspektive eines Kindes in dem Alter anzunehmen und
- 26:26wirklich dabei total echt, total authentisch zu sein.
- 26:29Ach klasse, toll das. Musst du es?
- 26:33Auch lesen. Ja, jetzt muss ich es auch
- 26:35lesen. Vielen Dank, dass er immer
- 26:38dieses Buch Händler furchtbarste Sache ist, wenn er merkt, dass
- 26:41er dieses Buch jetzt doch lesen will und dabei gibt es doch so
- 26:43viele neue, die er lesen muss. Was liest du denn, wenn du am
- 26:49Meer sitzt? Wenn ich so die Rote Sonne bei
- 26:53Capri im Meer versinken sehe, ich bin da fürs fürs Schöne,
- 27:00fürs nachdenklich positive und am besten für Bücher, die einen
- 27:07mit so einem Glücksgefühl entlassen und für mich gibt es.
- 27:132 Bücher, die da sind, 40 Jahre dazwischen, dass die geschrieben
- 27:18wurden, aber sie sind beide sehr, sehr ähnlich, sie sind
- 27:23beide bei Dumont auf Deutsch herausgekommen und sehen sich
- 27:25auch sehr ähnlich. Das macht es natürlich ein
- 27:27bisschen schwieriger und ich fang mal mit dem einen an, das
- 27:30ist ein älterer britischer Autor, der auch nicht mehr am
- 27:33Leben ist. JL Car CARR aber wie immer
- 27:35findet ihr auch alle Titel und. Hinweise zu den Büchern in den
- 27:40Shownotes, wie man es schreibt und wo man es bekommt.
- 27:42Da war er wieder, dieser Satz. Da war er mein in den Shownotes
- 27:47und dieser Car hat viele, viele Bücher geschrieben, die alle
- 27:53echt nicht so geil sind, aber diese eine Perle, ein Monat auf
- 27:58dem Lande heißt das und es spielt kurz nach dem Ersten
- 28:03Weltkrieg. Wir haben einen Jungen.
- 28:06Gelernten Kunstrestaurator und Kirchenrestaurator der Halt im
- 28:10Ersten Weltkrieg war als Soldat, der zutiefst traumatisiert aus
- 28:14diesem Krieg zurückkommt, in einer Zeit, wo Traumata ja
- 28:18gerade erst überhaupt in Anführungsstrichen erfunden
- 28:21wurden, also der Shellshock. Man wusste gar nicht, was mit
- 28:24all diesen Soldaten ist, warum die plötzlich zitternd
- 28:26zusammenbrechen, nicht mehr im Leben stattfinden können, und er
- 28:30ist also 1 dieser Opfer, sozusagen dieser sehr, sehr
- 28:32neuen Krankheit kriegstrauma. Und er muss jetzt irgendwie
- 28:38natürlich gucken, dass er ins Leben reinkommt.
- 28:40Und er bekommt einen Job. Ovonne o Freude kriegt
- 28:43tatsächlich einen Job, es ist eine alte Kirche, die steht
- 28:48irgendwo irgendwo auf dem Lande herum und noch nicht mal im
- 28:53Dorf, sondern das Dorf ist da, und dann gehst du noch mal n
- 28:55Kilometer raus, und dann steht diese Kirche da, alleine in der
- 28:57Landschaft rum, und diese Kirche hat innen ein riesiges
- 29:01Wandgemälde. Natürlich kirchliche, religiöse
- 29:05Themen, gut und Böse, und die ist ein bisschen verrottet.
- 29:08Und er soll dieses Wandgemälde restaurieren.
- 29:11Er zieht auch in den Kirchenturm ein, von dieser Kirche ist also
- 29:15Tag und Nacht dort, wird versorgt durch die Leute aus dem
- 29:18Dorf, und während er dieses, dieses Bild restauriert, es
- 29:26heilt sozusagen, merken wir als Leser, wie er langsam auf.
- 29:32Auch heilt von seinem Trauma alleine durch die Beschäftigung
- 29:37mit dieser Kunst, mit seiner Arbeit, mit der Beschäftigung
- 29:42dieses sehr ruhigen Lebens auf dem Dorfe.
- 29:44Es gibt eine ganz wunderschöne Nebenliebesgeschichte auch dazu,
- 29:48die nicht ganz so koscher ist. Aber sie ist Wunder, wunderschön
- 29:51geschrieben, er freundet sich gleichzeitig an mit einem jungen
- 29:54Archäologen, auch Kriegsveteran, auch traumatisiert, der vor der
- 29:58Kirche Rumputschert Löcher gräbt und irgendwelche Sachen
- 30:00Ausgräbt. Und es passiert augenscheinlich
- 30:03gar nicht viel über diesen Sommer bis zu diesem einen
- 30:06Punkt, wo du, wo jemand ihn anguckt und sagt, Hey, dein
- 30:10Augenzucken ist weg, du hast gar nicht mehr dieses, diesen einen
- 30:13dieser Klassiker der physischen Auswirkungen von einem Trauma,
- 30:16und es ist natürlich ein relativ naiver Glaube an Kunst und Natur
- 30:20und Ruhe, die die, wo man sagt, das heilt ihn jetzt von seinem
- 30:25Trauma, dass das so in der Realität nicht stattfinden kann,
- 30:28das ist uns, glaube ich, allen klar.
- 30:30Aber es ist so zauberhaft und so positiv, auf eine so
- 30:35zurückhaltende britische Art und Weise mit einem leichten Humor
- 30:39geschrieben, dass man gar nicht anders kann, als es, gerade wenn
- 30:44man bei einem Apollo sitzt und auch noch diese schöne Umgebung
- 30:47hat, als einfach glücklich, einfach Sau glücklich aus diesem
- 30:53Buch herauszugehen. Also, das ist für mich
- 30:56tatsächlich 1 der schönsten Bücher.
- 30:58Die ich hier gelesen habe, was es auch noch kann und das
- 31:02verbindet es übrigens auch mit dem anderen Buch, was ich noch
- 31:05besprechen wollte. Es beschreibt diesen englischen
- 31:09Sommer, also er landet im Frühling dort und ist über die
- 31:12Sommermonate da und dieser, das ist ja so was ganz besonderes,
- 31:16dieser englische Sommer, weil er ja ungefähr 3 Wochen dauert, und
- 31:19es ist es dieses Grünen, also die die Natur, die sich einfach.
- 31:24Mit Wucht und Wonne zurücknimmt, was der Winter ihr vorenthalten
- 31:28hat und die einfach ausflippt. Wunderschön, wunderschön
- 31:33beschrieben die natürlich, also nicht nur die Kunst und dieses
- 31:36ruhige Landleben, sondern auch dieser Sommer, die Natur ihn
- 31:40heilt, und da mache ich den Sprung 40 Jahre später gab es
- 31:44einen anderen britischen Schreiber, Benjamin Myers, das
- 31:48Buch ist, glaube ich, mittlerweile ungleich bekannter.
- 31:51Auch er ein Auto wie JLK viele Bücher geschrieben, die ich alle
- 31:54eher so Oh finde und dieses eine Buch offene See, heißt es the
- 32:01Offing im im Englischen, was ein Interessantes, das ist.
- 32:06The Offing ist eigentlich die Horizontlinie, wo sozusagen Meer
- 32:10und See zusammen ineinander verschwimmen.
- 32:14Das kann man jetzt mit Horizontlinien übersetzen.
- 32:17Das klingt aber echt Scheiße als Titel, also bleiben wir lieber
- 32:20bei offene See. Also mal eine gute Entscheidung
- 32:22des deutschen Verlags, das so zu nennen.
- 32:25Die Geschichte ist eine recht ähnliche, es ist kurz nach dem
- 32:31Zweiten Weltkrieg, nicht nach dem Ersten Weltkrieg, und wir
- 32:34haben jetzt einen sechzehnjährigen Jungen, der
- 32:36kommt. Im Sommer 46 ist er fertig mit
- 32:39seiner Schule 19 Klassen. Der kommt aus Nordengland, aus
- 32:43einem Minendorf, und er weiß, wie für alle in seiner Familie
- 32:48und in diesem Dorf geht es nach der Schule in dem Bergbau in die
- 32:50Mine. Das nimmt er auch erstmal so hin
- 32:53als sein Schicksal, weil erkennt es ja nicht anders, es ist aber
- 32:56nun so, dass dieser Junge so ein Naturkind ist, dass du als Leser
- 33:01schon nach 3 Seiten weißt, das kann nicht gut gehen, du kannst
- 33:04nicht in die Mine, in den Bergbau, du bist der falsche
- 33:06dafür. Er spürt es vielleicht auch ein
- 33:09bisschen, und er nimmt sich vor, in diesen Sommerferien, die er
- 33:11jetzt nach Abschluss der Schule hat.
- 33:13Er möchte einmal das Meer sehen, das ist jetzt von Nordengland,
- 33:17von diesem Tor ehrlich gesagt nicht so weit, aber natürlich,
- 33:20wenn du keine, wenn du kein Zug, kein Auto, kein gar nichts, also
- 33:23er geht zu Fuß los Richtung Meer.
- 33:26Und auch dort haben wir wie in dem Car Buch diesen beginnenden
- 33:31englischen Sommer, das Grün, was dich anspringt, und das ist eine
- 33:35große Stärke von Benjamin Meis und ich bin gar kein Freund
- 33:38eigentlich von Landschaftsbeschreibungen, aber
- 33:41Meiers schafft es wirklich. Du gehst mit diesem Jungen durch
- 33:46das Grüne, satte vollgewieste England und kurz bevor unser
- 33:53Junge am Meer landet. Stolpert er über das Cottage
- 33:58einer alten Dame aus seiner Sicht heraus alten Dame?
- 34:02Ich glaube, die ist ungefähr so alt wie viel oder noch jünger,
- 34:05aber aus seiner Sicht heraus fällenhaft das ist ne alte Dame
- 34:08und die nimmt ihn erst mal auf, die sieht OK, das ist n
- 34:10sechzehnjähriger Junge mit Potenzial.
- 34:12Aber ich meine der Streunert hier rum, also sagt sie so Junge
- 34:15komm mal her, ich geb dir was zu essen, ich geb dir hier ne
- 34:17Unterkunft und dafür musst du einfach für mich hier mal den
- 34:20Garten aufräumen und den Zaun reparieren und den die Schuppen
- 34:23und so weiter machen. Und sie gibt ihm Arbeit.
- 34:26Und das ist das Spannende. Sie gibt ihm nicht nur diese
- 34:28Grundbedürfnisse des Lebens, essen, schlafen, Luft, sondern
- 34:31sie gibt ihm Bildung, und sie gibt ihm vor allem die Kraft der
- 34:37freien eigenen Meinung, sie bringt ihm bei.
- 34:40Dein Leben, nicht deine Eltern, nicht deine Großeltern deins und
- 34:44wenn du nicht in die Mine gehst, dann gehst du nicht in die Mine.
- 34:47Das kannst du selber entscheiden, also für ihn ein
- 34:50lebensverändernder Moment, den er dort verbringt, bei ihr diese
- 34:53paar Wochen und dann dreht sich die Geschichte und das ist das
- 34:58zauberhafte daran und wir unser unser Augenmerk wird gerichtet
- 35:03auf diese alte in Anführungsstrichen Dame.
- 35:07Die kommt also aus besten Verhältnissen der 20er 30er
- 35:11Jahre in England, so obere Mittelschicht, sehr
- 35:15intellektuell avantgardistisch in diesen ganzen Virginia Wolff
- 35:19et cetera PP kreisen mit drin gewesen, also die ist arriviert
- 35:23und hat sich einfach zurückgezogen dorthin und sie
- 35:27hat sich zurückgezogen, denn sie ist in Trauer über die sie nicht
- 35:30hinweg kommt, sie hatte eine Geliebte.
- 35:33Und das finde ich so schön gemacht von Benjamin Meis.
- 35:35Diese Geliebte existierte wirklich, die Frau, das ist eine
- 35:38junge, deutsch jüdische Dichterin, die mit dem Aufkommen
- 35:42des Dritten Reiches fliehen musste, die war so eine ganz
- 35:45große, vielversprechende Hoffnung der deutschen Lyrik.
- 35:48Hast du den Namen? Den habe ich Nils mir entfallen.
- 35:52Ich weiß nicht, vielleicht findest du ihn nebenbei noch
- 35:54raus, sonst müssen wir ihn gleich nachher in die Signature
- 35:57Wort. Dankeschön.
- 36:00Schreiben auf jeden Fall. Sie kommt, diese junge, jüdisch
- 36:04deutsche Dichterin, ist nach England gegangen, und sie ist
- 36:08dort am Leben verzweifelt, letztendlich wie Kurt Tucholsky
- 36:13in Schweden. Wir kommen, glaube ich, auch
- 36:14gleich noch auf Kurt Tucholsky, auf jeden Fall ist sie ins Meer
- 36:19gegangen und hat Selbstmord gemacht, und darüber ist unsere
- 36:22Heldin, unsere Dame nicht hinweggekommen, die steckt in
- 36:25ihrer Trauer fest. Und erst mit Hilfe dieses
- 36:27Jungen, der ihren Garten aufräumt und so ein altes
- 36:32Teehäuschen aufräumt und dort alte Gedichte entdeckt, erst mit
- 36:36Hilfe von ihm kommt sie raus aus ihrer Trauer und wieder rein ins
- 36:42richtige Leben. Also sie öffnet ihr eigenes,
- 36:44selbst gebautes Schneckenhaus und öffnet sich dem Leben
- 36:47wieder, und wir haben also diesen kurzen Sommer, wo diese
- 36:50beiden sehr gegensätzlichen Figuren kommen und.
- 36:53Und genau das sind, was gerade der andere gebraucht hat, die
- 36:57eine für ihre Trauerarbeit, der andere, um überhaupt diesen
- 37:01Freiheitserlebnismoment zu haben, zu entscheiden.
- 37:04Ich kann mein Leben selber entscheiden, das macht kein
- 37:06anderer für mich, es ist vom Stil her und von der Positivität
- 37:11und der Schönheit der Gedanken darum erinnert es mich, glaube
- 37:14ich, auch so sehr an den Car, ich nehme auch an, der Benjamin
- 37:17Meis wird seinen Car schon vorher gelesen haben.
- 37:20Es ist sehr nah beieinander, was diese heitere Gelassenheit, kann
- 37:26man es vielleicht nennen, angeht, mit der eine Geschichte
- 37:29erzählt wird, die also deep ist, aber aber sehr leicht erzählt,
- 37:38mit einem leichten britischen Humor erzählt wird und auch
- 37:43dieses Buch hat genauso den Effekt wie der Monat auf dem
- 37:46Lande, dass man einfach das. Zutiefst beglückt aus diesem
- 37:51Buch Herausgeht und beide sind, haben wir als Vorgabe ich
- 37:54sowieso immer, aber du hast dich ja dazu herunter bewegt, das
- 37:57jetzt auch zuzulassen, weil man nur 2 Stunden Zeit hat.
- 38:01Es ist dünn genug, um einem mehrere, also dann mit einem mit
- 38:07einem Apollo habt ihr das nicht durch, vor allem wenn man ab und
- 38:09an ja noch sinniert und den Kopf zurücklegt und in die Sonne
- 38:12schaut, aber es sind genau die perfekten Bücher für so einen
- 38:15ruhigen. Schönen Moment, den man mal
- 38:19einfach für sich haben kann. Das wie du es gerade beschrieben
- 38:22hast, wie es wie es geschrieben ist, diese heitere Gelassenheit,
- 38:25das ist auch was, was wir, glaube ich, schon gehäuft eher
- 38:29bei britischen Autoren und Autorinnen finden.
- 38:32Ja, oder? Bei Autoren und Autorinnen, die
- 38:35so tun, als ob sie Briten wären. Also das ist ja der meiste der
- 38:38heiteren Gelassenheit, ist ama traulls.
- 38:41Der Gentleman in Moskau. Ja.
- 38:43Der ist ja Amerikaner, aber da ist ja also der Held, dieser
- 38:46Gentleman in Moskau übrigens auch ein wunderschönes Buch,
- 38:49aber ein bisschen zu dick für so ein Apero, der ist für mich das
- 38:53Sinnbild an heiterer Gelassenheit, und ich würde mir
- 38:55so gerne so viele Scheiben abschneiden von dem, damit ich
- 38:58selber auch mal ein bisschen Gelassenheit, wenn ich mich
- 39:00wieso ein Rumpelstilzchen immer durch die Gegend gehe und
- 39:02Gegenstände anschreie, einfach mal Sachen hinnehmen.
- 39:07Das ich hab gar nicht vorher dieses Bild von dir gehabt, dass
- 39:10du wie ein Rumpelstilzchen du irgendwelche Dinge anschreist.
- 39:16Ich glaube wir brauchen auch ne eine Folge über Bücher die ich
- 39:19anschreien möchte. Oh Gott, da gibt es so viele,
- 39:23nämlich erstmal jedes Buch, was mich duzt, da bin ich da, da
- 39:27möchte ich direkt zurück duzen, und zwar schreiend.
- 39:30Aber wenn wir noch mal ganz kurz zurückkommen zu Benjamin Meiers,
- 39:32das war übrigens Romy Landau gewesen.
- 39:35Romy Landau richtig. Das klingt ja auch nach einem
- 39:39Buch, was man vielleicht sehr, sehr gut jetzt der ja der
- 39:46Tochter, dem Neffen, dem Nachbarskind schenken möchte.
- 39:49Wenn das 1516 ist und so in dieser Phase ist.
- 39:53Es wollen alle so viel von mir und ich muss eigentlich
- 39:55rausfinden, wer ich selber bin und diese Bestätigung zu
- 39:58bekommen, das ist dein Leben und du entscheidest, was du damit
- 40:01anfängst. Ist ja eine, die man in dem
- 40:03Alter sehr gut gebrauchen kann, aber ich finde auch in jedem
- 40:07anderen Alter, denn auch mir tut es heute noch gut, mich daran zu
- 40:10erinnern, dass es mein Leben ist und dass es sonst wirklich
- 40:12niemanden was angeht, wie ich es grundsätzlich lebe und
- 40:15entscheide das. Ist sehr, sehr hilfreich.
- 40:18Also ich, ich glaube bei den 15 Sechzehnjährigen, also die Ebene
- 40:21auf jeden Fall. Ich weiß nicht, wie jetzt
- 40:23Jugendliche reagieren auf die Ebene dieser in
- 40:26Anführungsstrichen alten Dame. Ich glaube, die wird dir ehrlich
- 40:29gesagt nicht die Bohne interessieren, das ist.
- 40:32Jetzt OK. Muss, muss es auch nicht, muss
- 40:34es auch nicht. Aber es ist vor allen Dingen
- 40:37auch fluffig genug geschrieben, dass man, dass man jetzt nicht
- 40:42irgendwie denkt, Oh Gott, noch ne Seite, sondern auch als
- 40:46Sechzehnjährige sicherlich. Auch an der Geschichte dran
- 40:49bleiben will, weil man will ja wissen, wie sich dieser junge
- 40:51Mann entwickelt. Also es ist das, was man früher
- 40:54Coming of Age nannte, bevor Coming of Age nur noch ein
- 40:57Synonym für Coming out wurde. Ich weiß nicht, wann das im
- 41:00Deutschen Geschehen ist. Also es ist tatsächlich eine
- 41:03klassische Katharsis, Coming of Age Geschichte in ihrer
- 41:07wunderschönsten Form. Ich habe jetzt unheimlich Lust
- 41:09auf englischen Sommer, um das mal ja zu sagen.
- 41:12Ich glaube, ich war noch nie so richtig, ich wollte immer mal im
- 41:16im Sommer aufs Land. Nach Südengland auch.
- 41:20Ich wollte ja auch lange Zeit Engländerin werden, das war mein
- 41:23Eskalpismus als Kind oder englischer Schiffsjunge,
- 41:28Schiffsjunge, ja ja, wäre ich auch gerne geworden.
- 41:32Es ist nie zu spät, es ist nie zu spät.
- 41:37Ja, jetzt vielleicht doch eher so mit dem Cottage auf dem Land
- 41:39oder so o. K also das, was diese alte Dame
- 41:42hat, die allerdings, und das ist natürlich das Angenehme bei ihr,
- 41:46die auch noch wirklich genug finanziellen Spielraum hat,
- 41:49Sachen zu machen, die Du im Kriegssommer oder im
- 41:53Nachkriegssommer 46 in England, da war ja auch extreme
- 41:55Rationierung, also mit Lebensmittel, das war ja alles
- 41:58sehr, sehr knapp. Und sie hatte genug in ihrer
- 42:01Kriegskasse und auch genug Connections, um diesem Jungen
- 42:06tatsächlich auch Essen beizubringen.
- 42:08Delikatessen, also alles Sachen, die ich nicht gerne mag, aber
- 42:11dann haut Sie dann Hummer auf den Tisch und also, und das ist
- 42:13ja alles das erste Mal für ihn, dass er so was sieht, also sie
- 42:16bietet ihm auch tatsächlich auf der auf der centuellen Ebene,
- 42:22zumindest was das Kulinarische angeht auch noch so das ein oder
- 42:24andere Schmankerl zauberhaft. Zauberhaft, ja.
- 42:30Wollen wir in England bleiben beim Apero oder wollen wir noch
- 42:33mal ein bisschen südlicher Zurück innerhalb Europas oder
- 42:37ganz woanders hin? Lass uns doch mal ganz woanders.
- 42:40Hin, ja. Haben wir was ganz woanders?
- 42:44Ich habe nichts ganz woanders dabei.
- 42:45Hast du was ganz woanders dabei? Da hab ich was ganz.
- 42:48Ich bin so europäisch, also wir ziehen das zurück, wir gehen
- 42:51nirgendwo ganz woanders, wir bleiben in.
- 42:52Europa, ich hatte noch mal Italien, noch mal Südfrankreich.
- 42:55Oh OK, du bist dann das finde ich toll.
- 42:58Also dann sind wir sozusagen wieder bei den ein bis 2 Stunden
- 43:02Sonnenuntergang und nicht 3 bis 4 Stunden Sonnenuntergang.
- 43:05Ich hab noch was nördlicheres. Also kommst du.
- 43:08Ja, dann fange ich mal mit mit Südfrankreich an und heb mir
- 43:11Italien für den Schluss auf Südfrankreich ein Buch, das ich
- 43:17zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, von einer
- 43:19Freundin, die dieses Buch sehr geliebt hat und wusste, dass ich
- 43:24nach Südfrankreich fahre und dachte, das war jetzt nicht das
- 43:29erste Mal, dass ich in Südfrankreich war.
- 43:31Ich bin wirklich sehr frankophil.
- 43:33Dachte das passt perfekt zu mir. Ich muss das auch lesen und
- 43:36werde es lieben und mit dieser Freundin habe ich eine der der
- 43:42Mädchen der jungen Frau, mit der ich im Internat zusammengewohnt
- 43:44habe und ich glaube, ich weiß gar nicht, ob wir damals gleiche
- 43:48Bücher mochten oder liebten, aber wir haben schon immer viel
- 43:50über Bücher geredet, es geht um das Buch von Katja Eichinger,
- 43:54das große blau, ich hätte es wahrscheinlich nicht gelesen,
- 43:57wenn ich es nicht geschenkt bekommen hätte.
- 43:59Wegen des Namens Katja Eichinger.
- 44:01Ja. Hat und jetzt also das hat mich,
- 44:06da gab es jetzt so erst mal wenig Reize, dass ich dachte,
- 44:09ich muss das lesen oder so, und sie schreibt im Grunde eine
- 44:13Hommage an diesen Sehnsuchtsort, an diese Sehnsuchtsgegend der
- 44:17Cote d'azur, also einen einzigartigen Landstrich, der ja
- 44:21dieses besondere Blau, dieses Azurblau des Himmels und des
- 44:25Meeres dort im Namen trägt. Und genau dieses Blau gibt es ja
- 44:29nirgends sonst auf der Welt, das hat schon.
- 44:31Seit vielen Jahrzehnten Jahrhunderten Künstler
- 44:34angezogen. Ich glaube, es fing in den
- 44:371920er Jahren an, dass es so sehr berühmt, sehr gehypt wurde.
- 44:44Ja, und Katja Eichinger ist verliebt in diesen Landstrich,
- 44:47das merkt man, also dieses Buch ist wirklich, es ist durchzogen
- 44:50von ihrer Liebe, und die steckt auch an, die hat auch mich
- 44:54angesteckt beim Lesen. Was kann ich euch jetzt noch
- 44:58darüber erzählen, damit ihr euch auch anstecken lassen wollt und
- 45:01nicht ohne das Buch nach Nizza Fahrt, also sie sie selber ist
- 45:07auch fasziniert davon, dass dieser Landstrich so viele
- 45:10fasziniert und diese diese Städte, Städtchen Nizza und kann
- 45:14oder auch Saint Tropez, die sich auch so ganz unterschiedlich
- 45:16entwickelt haben, zu unterschiedlichen Zeiten modern
- 45:20waren und wir begeben uns mit ihr und mit diesem Buch auf eine
- 45:23Reise. Entlang der Koteasur und auch
- 45:26auf eine Reise durch die Geschichte der Koteasur und auf
- 45:29eine Reise durch die Geschichten der Geschichte.
- 45:31Dann also, da haben ja viele Schriftsteller den Sommer
- 45:34verbracht, viele Schauspieler sind, ja haben auch die Sommer
- 45:39da verbracht oder haben da eben immer noch 1 von den 12
- 45:42Häuschen, dass sie, dass sie so auf der Welt verteilt haben und
- 45:47die ja der Ruhm. Des Landstrichs rührt ja auch
- 45:51daher, dass es einfach in so vielen Kunstwerken und so viel
- 45:53Literatur vorkommt. Maler, die ja, die dort gemalt
- 45:58haben, die versucht haben, dieses Licht, dieses Blau
- 46:01einzufangen, und das ist ja insgesamt in ganz Südfrankreich
- 46:05ein eigenes Thema, das Licht, also, ich finde wirklich, es ist
- 46:09so eigen, dass man es ist, anders als das Licht in
- 46:13Süditalien, definitiv anders. Ich kann gar nicht davon reden
- 46:16und daran denken, ohne sofort wieder in den Zug steigen zu
- 46:19wollen oder dahin fahren zu wollen.
- 46:21Ja, das. Ist ja n beeindruckender
- 46:23Sehnsuchtsort, einfach was Interessantes, weil man hat
- 46:27natürlich auch oftmals die die Vorbehalte gegen zu viel Geld ja
- 46:32in in in San Tropeo und Umgebung.
- 46:35Es hat natürlich den Vorteil, dass es.
- 46:38Unglaublich schön ist. Ich war als Kind einmal mit
- 46:43meinen Eltern im Winter über bei Weihnachten und Silvester in
- 46:47Nizza, da lebten oder im Ort bei Nizza, da lebten irgendwelche
- 46:53entfernten Freunde und da konnte man halt bei denen wohnen,
- 46:56einfach billig und sonst unterkommen.
- 46:58Let's Face IT. Und ich glaube, das war das
- 47:00erste Mal, dass es in Nizza und in Saint Tropez im Winter
- 47:03schneite. Und das war für mich das
- 47:05beeindruckende. Also als Nordkind dann kommen
- 47:07wir da runter und da schneit es auch, aber es schneit auf Palmen
- 47:11und alle Leute waren heillos überfordert, das war total toll
- 47:14für uns, weil wir so ja klar, Schnee ist hier ne, da ne Katze
- 47:16t Shirt und diese ganzen coteasie südfranzen und so, oh
- 47:19mein Gott, was sollen wir tun? Also das ist leider ist das
- 47:23bislang mein einziger. Erinnerungsmoment an die
- 47:26Cotasour ist Schnee auf Palmen im Winter.
- 47:29Ich muss es vielleicht tatsächlich mal bei schönerem
- 47:31Licht. Ich war also an der Cotasour.
- 47:33Selbst war ich noch noch noch nie gewesen.
- 47:35Also ich war dann eher nebenan, quasi in der Provence, die ich
- 47:40so heillos schön finde, dass mich nicht entscheiden kann,
- 47:43dann nicht dorthin zu fahren und nicht da in der Gegend bin.
- 47:46Also. Aber Provence Bücher sind aber
- 47:49ein ganz eigenes Thema, das sehen wir uns so später auf.
- 47:52Hier gibt es auch viel unfassbaren Gitch, der einfach
- 47:55so schön ist. Achtet auf den auf die Flieder,
- 47:58Flieder auf Covern, das ist ein richtiges Ding im Buchhandel.
- 48:01Es gibt so. Verschiedene.
- 48:03Lavendel, Lavendel, ich Flieder entschuldigt Lavendel natürlich
- 48:05jetzt Flieder. Also es gibt die Nackenbeißer,
- 48:07die sind immer gut, das ist er, steht hinter ihr und beißt dir
- 48:10halb in den Nacken, das sind immer diese historisierten
- 48:12Liebesromane, und dann gibt es die Provence Romane, die haben
- 48:15grundsätzlich Lavendel. Oder so viel Kitsch sonst nicht
- 48:18lesen. Aber wenn Peter Mail über die
- 48:20Provence schreibt, dann ja meine Güte, kann man das schon mal
- 48:23mitnehmen, aber lass uns mal zurückkommen zu Katja Eichinger.
- 48:27Ich habe schon gesagt, wir reisen mit ihr durch die
- 48:30Geschichte und durch den Landstrich und sie erzählt es so
- 48:35schön, dass ich auch so ein bisschen Sehnsucht danach hatte,
- 48:37diese Cote d'azur von früher zu sehen, also als Hemingway
- 48:41dorthin gekommen ist und ja, Scott Featural Some of Sid
- 48:46mockham also das gibt es natürlich nicht mehr, weil jetzt
- 48:49ist es einfach zugepflastert mit Geld.
- 48:51Du hast das schon gesagt, gerade auch Saint Tropez, glaube ich
- 48:55durch Picasso auch bekannt geworden, bin ich mir gerade
- 48:57nicht mehr so sicher, ein Luxusshop neben dem nächsten
- 49:02und. Das reizt mich persönlich jetzt
- 49:05nicht so sehr. Aber Katja Eichinger hat eben ja
- 49:08die Cote d'azur schon schon als junges Mädchen bereist und sich
- 49:12darin verliebt, und das lässt sie halt auch nicht los, ne, und
- 49:15da habe ich auch beim lesen so dieses Gefühl, mir mal kurz
- 49:18dieses Leben anzuziehen, wie wäre das, wenn ich mit 20 nicht
- 49:21weggegangen wäre aus meinem allerersten Frankreichurlaub,
- 49:24sondern meinem Impuls gefolgt wäre und einfach dort geblieben
- 49:27wäre und wie wäre mein Leben geworden?
- 49:31Wie würde es, wie würde es jetzt riechen, wie würde ich die, wie
- 49:34würde ich Nizza sehen, wie würde ich Saint Tropez so.
- 49:37Toll, wie ein Bücher in der von uns ins ins Nachdenken und
- 49:40Träumen bewegen können. Ich hatte das Glück auf einer
- 49:43Veranstaltung hatte ich n Büchertisch, da hatte sie auch
- 49:45gelesen tatsächlich und ich war auch am Anfang so ja Gott, also
- 49:49jetzt schreibt die auch noch sie kann es also ich hab nichts
- 49:54gelesen, ich hab nur diese viertelstunde 20 Minuten.
- 49:57Von ihrer Lesung folgen dürfen und genau das, was du sagtest.
- 50:01Also man merkt von Satz 1 an einfach die tief empfundene
- 50:04Liebe, die sie hat, also das ist wirklich, wirklich liebe, die
- 50:09sie diesem Landstrich entgegenbringt, und sie ist
- 50:12kenntnisreich, also oder zumindest hat sie sich gut was
- 50:15angelesen, aber ich nehme an, dass sie auch sonst sich einfach
- 50:18wirklich immer sehr informiert und kenntnisreich ist.
- 50:21Und hat eine echt gute schreibe. Also so das was ich hören
- 50:24durfte, ist natürlich immer schön, wenn man Autorin oder
- 50:27eine Autorin lesen hört, nicht immer wir hatten auch mal drüber
- 50:31gesprochen, schon so, es gibt auch Autoren, da denkt man so so
- 50:34hör auf dein eigenes Buch zu lesen, Du vernichtest das
- 50:36gerade, sie gehört aber zum Glück zu den Autorinnen, denen
- 50:41man gerne zuhört. Ja, das stimmt, das macht man,
- 50:43man liest sie auch wirklich gern.
- 50:45Also. Das ist kein, kein kein Roman,
- 50:49aber wir haben uns ja jetzt auch nicht darauf festgelegt, dass.
- 50:51Das hat nie jeder. Dass es Romane sein.
- 50:53Müssen aber, bevor ihr denkt, dass wir in Sachbüchern
- 50:56festhängen bleiben. Springen wir doch mal schnell
- 50:58zurück zu einem Roman. Ich würde gerne dieses Italien
- 51:04Buch, was du ansprichst. Ich glaube, das ist 1, was wir
- 51:07beide heißt und in die Lieben, oder?
- 51:09Ich würde gerne, wenn ich darf, einen Zwischensprung machen,
- 51:12einfach weil ich es so schön finde und ich eben gerade schon
- 51:15behauptet habe, dass Tucholsky noch mal vorkommt.
- 51:19Und Tucholsky geht ja alles. Tucholsky ist ja wie Kästner
- 51:23geht ja immer, aber es gibt einfach ein Buch, finde ich, was
- 51:27bei einem Aporon nicht fehlen darf, und das ist schloss Krebs,
- 51:31ich weiß jetzt gar nicht, ob man das jetzt noch irgendwie groß
- 51:33zusammenfassen muss, eigentlich nicht er und sie in Schweden,
- 51:36Liebesgeschichte, heiter, lustig, so wie man Tucholsky
- 51:39haben will, und irgendwie kennen wir es alle, wir kennen den
- 51:42Tonfall, wir sind ja auch alle aufgewachsen mit dieser
- 51:45Heroisierung, diese Autoren der 20er 30er Jahre.
- 51:49Und dann denkt man immer, ach Gott, habe ich doch schon alles
- 51:52gelesen. Das ist ja wie bei Kästner, aber
- 51:54ab und an holst du diese Sachen noch mal raus und ich hatte vor
- 51:58kurzem mir schloss Krebsholm noch mal gezogen in einer
- 52:04zauberhaften Ausgabe, in der im Kröner Verlag ist ein kleiner
- 52:08Süddeutscher oder südwestdeutscher Verlag.
- 52:11Signature Show Notes Ihr wisst schon, diese Ausgabe gefällt mir
- 52:14besonders gut, weil sie so in Leinen gebunden mit herrlichem
- 52:18Papier. Ich finde, es hat ja auch noch
- 52:19dieses elegante haptische Gefühl dafür und man geht mit ihm
- 52:23einfach los und es ist so heiter und es könnte so belanglos sein,
- 52:27weil in der Geschichte passiert ja auch gar nicht jetzt so
- 52:29rasend viel, wäre es nicht einfach, dieser unverkennbare
- 52:33Tucholsky Ton, weil der gleichzeitig so viel Tiefe und
- 52:39wissen hat und. Und sich aber gleichzeitig so
- 52:42dermaßen zurückhält damit und einfach ne heitere Geschichte
- 52:45erzählt. Und du weißt aber, wenn du
- 52:46loslegen würdest, dann könntest du jetzt das Ganze noch füllen,
- 52:49auch richtig mit Dramen und das hatten wir jetzt natürlich auch
- 52:53gerade mit der deutsch jüdischen Dichterin.
- 52:58Dieser Selbstmord im Exil, das sind ja einige, die das Stefan
- 53:02Zweig auch Tucholsky ist ja leider jemand, der.
- 53:05Das Exil dann nicht ausgehalten hat oder was er es ausgehalten
- 53:08hat, das weiß ein bisschen flapsig aber der auf jeden Fall
- 53:11in Schweden seinem Leben ein Ende nahm.
- 53:13Und es ist ganz anrührend, solche Bücher zu lesen, die so
- 53:18heiter und so fröhlich und so beschwingt sind, wenn man
- 53:21eigentlich weiß, wie sein Leben geendet hat.
- 53:25Also wenn man die Tragik des Lebens des Autors noch mal dazu
- 53:28packt. Das gibt dem finde ich auch die
- 53:30nötige Tiefe, die so ein Buch haben können.
- 53:33Ja, ich finde bei Tucholsky aber auch, dass dass die immer drin
- 53:38steckt, also in aller Heiterkeit, man erkennt immer
- 53:41alle Dramen, die die, die da nicht nur sein könnten, sondern
- 53:45die eben auch wirklich da sind, die er muss, die gar nicht
- 53:47schreiben. Also ich finde, er hat wirklich
- 53:49eine Erzählweise entwickelt, die so eigen ist und und die das
- 53:54schafft. Nur mit dem Klang eines Wortes
- 53:58schon zu zeigen, was alles noch dahinter steckt und auch.
- 54:01Das ist ja so eine alte Hermeneutische Frage.
- 54:04Ne wissen wir das, weil wir den Autoren kennen oder ist es
- 54:07wüssten wir es auch, wenn wir nicht den, also wenn wir nur ich
- 54:10weiß es nicht, aber ich gebe dir vollkommen recht, es ist auch
- 54:12eigentlich vollkommen wumpe was der Grund dafür ist, denn ich
- 54:17gebe dir vollkommen recht, also du spürst in der Sprache.
- 54:21Eine eine, eine, eine Tiefe, auch wenn sie eigentlich
- 54:24nirgendwo erwähnt wird. Oder eine Tragik.
- 54:26Also ich finde, schloss Krebsholm hat jetzt herzlich
- 54:30wenig Tragik, aber aber es hat auf jeden Fall eine Tiefe und
- 54:36auch ernstere Ebenen, aber das Ganze ist einfach für mich.
- 54:42Genau das Richtige, um mich mit einem ordentlichen Glas Wein.
- 54:46Also bei mir ist es dann doch, also ich bin da sehr, sehr
- 54:48unfindig ich trinke auch keine, keine, was trinkt man zum Aperos
- 54:51sonst immer so ein Sand bitter oder irgendwas trinkt man so da
- 54:55oder trinkt man da den Trenddrink der Saison so wie
- 54:59früher mal Hugo oder so? Ich, also Trenddrinks, sind
- 55:03jetzt nicht so sehr meins. Sind nicht deine Expertise.
- 55:06Nein, sind nicht meine Expertise.
- 55:08Also ich belasse es bei einem Glas Weißwein und jetzt wird der
- 55:10deutscher Tourist auch noch ein Cappuccino, bitte.
- 55:13Also in Frankreich, in Südfrankreich würde ich schon
- 55:16sagen, es muss ein rosé sein, Roséwein sein.
- 55:20Ich war mal in Exon Provence und da, das ist die Stadt, der
- 55:25Brunnen, also in der Stadt ja auch für dich aus einem aus
- 55:28einem Bilderbuch ne, und in der Mittagszeit die Franzosen
- 55:32celebrine das mittags Mittagessen sehr.
- 55:36Werden dort die Roséflaschen in den Brunnen gekühlt?
- 55:39Ach so. Das ist, das ist auch toll.
- 55:41Ja OK, ich will da auch hin. Und dort dann halt.
- 55:47Also da braucht man auch gar nicht jetzt immer die rote
- 55:49Sonne, die im Meer bei Capri ins ihr wisst schon was ich sagen
- 55:52wollte, es reicht auch manchmal einfach ein Trinkbrunnen, in dem
- 55:55eine Flasche rosé versteht. Ich würde jetzt Fontan noch
- 55:57sagen, also schloss Krebsheim würde ich auch liegend im
- 55:59Körnerpark am nächsten Wochenende lesen.
- 56:01Also. Vollkommen ja.
- 56:03Es ist immer schön. Du hast vollkommen recht,
- 56:04Hauptsache die Sonne geht langsam runter und bevor wir
- 56:09aber zu unserem. Ich nehme fast an letzten Buch
- 56:14kommen. Was für eine schöne
- 56:16Wiederholung. Wir hatten ja bei unserer
- 56:17letzten Folge auch als letztes Buch ein Buch, was uns beiden so
- 56:20immens gut gefallen hat. Ein kleiner Hinweis
- 56:24zwischendurch hatten wir in der letzten Folge ja auch schon
- 56:27angesprochen, es gibt bei uns ja am Ende unserer Sendung immer
- 56:30diese kleine Rubrik, das Buch fürs Bett.
- 56:35Bislang musste die Arme Monique sich also immer anhören, was ich
- 56:38sozusagen jetzt mit ins Bett nehmen würde an Büchern.
- 56:41Und wir hatten euch gebeten, was sind denn eure Empfehlungen für
- 56:46Bücher, die man mit ins Bett nehmen kann?
- 56:48Es soll, wie gesagt, kein Ziegelstein sein und so weiter
- 56:51aber wir? Sagen Moment mal.
- 56:52Also wenn ihr gerne Ziegelsteine im Bett lest, dann stellt uns
- 56:56euren Ziegelstein vor. Ich lese, ich lese auch
- 56:59Ziegelsteine. Keine Vorgabe.
- 57:00Du hast vollkommen recht, ich bin schon wieder viel zu streng.
- 57:02Schickt uns einfach eure Vorschläge.
- 57:04Am besten nehmt ihr euch einfach euer Mobiltelefon und sprecht es
- 57:09ein und schickt uns ne kurze Sprachnachricht, denn wenn das
- 57:13etwas ist, wo wir sagen das ist mal n richtig richtig geiler
- 57:16Vorschlag, dann werde auch ich mich zurücknehmen und keine ich.
- 57:19Werde dich, ich werde dich zwingen, dich zurückzunehmen.
- 57:23Es wird ein harter Kampf, also bemüht euch, schickt uns schöne
- 57:27Vorschläge, wir freuen uns sehr und wir freuen uns sowieso wie
- 57:30immer natürlich auch über eure Hinweise.
- 57:34Kritik, die wir auch ernst nehmen können.
- 57:37Lob freuen wir uns immer drüber und wir werden nicht müde zu
- 57:41sagen kommentiert Like setzt Sterne und empfiehlt uns teilt
- 57:47uns das wäre zauberhaft, denn wir wollen natürlich auch gehört
- 57:50werden und uns nicht nur selber hören, wenn ihr meinen Social
- 57:54Media Account habt, teilt uns einfach mit euren Freunden und
- 57:57Bekannten und Menschen, die euch folgen, obwohl ihr noch nie in
- 57:59ihrem Leben von ihr gehört habt oder ihr sie eigentlich ghosten
- 58:01wolltet. Egal, wir nehmen alle.
- 58:04Wir ghosten euch nicht. Wir ghosten euch nicht Because
- 58:06We Love you und damit lass uns doch zu unserem, was wir beide
- 58:13zusammen. Zurück nach Süditalien, ja.
- 58:17Richtig, ich bin mal gespannt. Ich dachte Monique ist das ein
- 58:21Experiment. Oder wir müssen das mal so
- 58:24probieren, wenn wir beide ein Buch beschreiben, du einmal und
- 58:28ich einmal. Ob die Hörer und Hörerinnen
- 58:31merken, dass wir von dem gleichen Buch reden.
- 58:33Ich finde das immer so faszinierend, das das ist ein
- 58:37Buch, über das wir gleich reden werden, was ich relativ oft
- 58:40empfehle, weil ich es so fantastisch.
- 58:42Finde so ist es ja auch in meinem Leben gekommen.
- 58:44Du hast es jemandem empfohlen, der es mir dann geschenkt hat.
- 58:47Und ich finde das immer so spannend zu hören.
- 58:51Also a was ich von einem Buch erzähle, was in diesem Buch nie
- 58:55stattgefunden hat, und meine Kollegen dann sagen, das war
- 58:59sehr schön, Kurt, aber ne ganz andere Geschichte bei der
- 59:02Geschichte bin ich mir sehr sicher, dass ich das alles noch
- 59:04zusammenbringen kann, aber ich würde es so gerne jetzt mal von
- 59:08dir zusammengefasst hören, bitte.
- 59:09Ah OK, gut, wir sind in Süditalien.
- 59:17Wir sind ein. Kurzes zwischendurch nur
- 59:20entschuldigt sollen wir den Titel vorhersagen?
- 59:22Ja, das ist das ist ne sehr, sehr gute Idee.
- 59:26Also das Buch heißt, bei Licht ist alles zerbrechlich und es
- 59:30ist von Gianisolla Gianisolla ist ein.
- 59:34Ein italienischer Schriftsteller und Dramatiker.
- 59:37Ich glaube, bisher hat er mehr fürs Theater geschrieben,
- 59:41vielleicht auch Drehbücher. Ich bin mir nicht mehr so
- 59:42sicher, ich hab ihn sofort gegoogelt, nachdem ich dieses
- 59:44Buch gelesen hatte, vorher mach ich das nicht, weil ich nicht
- 59:47weiß, ob es sich lohnt, Autoren zu googeln.
- 59:50Eigentlich nicht. Also in.
- 59:52Den nee, aber so. Wenn mir das Buch gut ist, will
- 59:54ich ja auch wissen mit. Geschlafen natürlich ich.
- 59:56Auch aber diese diese Vorschusslorbeeren gibt es, gibt
- 59:59es bei mir nicht. Also erst muss das Buch gut
- 1:00:01sein. David lebt in der Nähe von
- 1:00:04Neapel in einem kleinen Dorf. Also wirklich ein winziges Dorf.
- 1:00:07Es ist im Anfang der 40er Jahre, ich glaube 1942 und sein Vater
- 1:00:12ist Schweinehirt, und das Macht auch David zu einem Schweinehirt
- 1:00:17und David gibt sich große Mühe, ein guter Schweinehirt zu sein,
- 1:00:23also es ist seine Beschäftigung den ganzen Tag über und er?
- 1:00:27Er macht sich viele Gedanken darüber, also welches Schwein
- 1:00:30kommt mit welchem anderen besonders gut aus, wieviel Platz
- 1:00:35brauchen die, wie kann er die besonders gut, besonders
- 1:00:38effizient füttern, dafür sorgen, dass die ausreichend Wasser
- 1:00:40haben. Es gibt am Anfang mal eine
- 1:00:43Szene, wo sich eben auch der, also die Beziehung zu seinem
- 1:00:46Vater da noch mal widerspiegelt, er ist irgendwie spät dran und
- 1:00:50er hat vergessen die Schweine zu wässern oder so und.
- 1:00:53Sein Vater rastet dann dann wirklich aus und er, also David,
- 1:00:58beschließt, dass das nie wieder so passieren würde.
- 1:01:00Also er arbeitet auch an der Anerkennung des Vaters.
- 1:01:04Die einzige Abwechslung, die es gibt im nahegelegenen Dorf, also
- 1:01:09Freunde hat er da nicht wirklich, er riecht halt auch
- 1:01:12nach Schweinen, er ist den ganzen Tag im Schweinestall, es
- 1:01:16ist ein sehr ärmliches, karges leben, es gibt im Grunde immer
- 1:01:19das gleiche zu essen, die gleiche Suppe also.
- 1:01:22Das das sind keine, keine guten Ausgangsvoraussetzungen für
- 1:01:28David, um jetzt da besonders beliebt in seiner Altersgruppe
- 1:01:32zu sein. Aber es gibt ein Mädchen, das er
- 1:01:35sehr gern hat und das ihn auch schätzt.
- 1:01:37Theresa und Theresa ist die Tochter des örtlichen, Ja, ist
- 1:01:44das eine, wie heißt denn das Sägerei, heißt das nicht
- 1:01:50Sägewerk natürlich. Und Theresa ist schlau und
- 1:01:57könnte im Grunde in ihrem zarten Alter das Sägewerk auch schon
- 1:02:02alleine führen. Und bei ihr lernt David all das,
- 1:02:07was er zu Hause nicht lernt, also er lesen lernt er und er
- 1:02:10lernt eben auch ja, dass es noch eine andere Welt gibt und es ist
- 1:02:14vollkommen klar, dass dass er Theresa liebt von Anfang an und
- 1:02:18dass es so so. So eine frühe Prägung ist, die
- 1:02:20wird ihn sein Leben nicht mehr loslassen.
- 1:02:22Das, das wissen wir als erfahrene Leserinnen sofort,
- 1:02:25wenn wir in diese Geschichte einsteigen.
- 1:02:29Es gibt dann in diesem Dorf natürlich einen Umbruch, denn
- 1:02:33ohne Umbruch gäbe es jetzt kein Buch, es passiert etwas, in dem
- 1:02:37Fall werden wird angekündigt, dass es einen Zug geben wird,
- 1:02:41der viele Fremde in dem Fall. Juden, wir haben 1942 in dieses
- 1:02:46Dorf bringt, die dort bleiben sollen.
- 1:02:48Und es gibt ganz, ganz viel Unmut in diesem Dorf darüber,
- 1:02:51warum die jetzt ausgerechnet zu ihnen kommen, diese Fremden, und
- 1:02:55David ist wie alle anderen dabei, als sie ankommen.
- 1:02:58Er schaut dabei zu und ihm fällt ein Junge auf, weil der so
- 1:03:01lässig ist. Und weil der so gut aussieht und
- 1:03:03alles ist, was David gerne wäre, Nicolas, und im Grunde
- 1:03:09entwickelt sich dann ja das zu einer.
- 1:03:14Dreiecks, Freundschaftsbeziehungen
- 1:03:17komplizierteren Beziehungen zwischen Theresa, David und
- 1:03:21Nicolas und wir bleiben aber gar nicht in dieser Zeit, sondern
- 1:03:25etwas wirft David aus dieser Zeit, aus diesem Örtchen, aus
- 1:03:29dieser trotzdem Beschaulichkeit, egal wie ärmlich sie war,
- 1:03:31heraus, und er geht nach Neapel, und es beginnt im Grunde eine
- 1:03:35zweite Phase seines Lebens, die aber, auch wenn er sich von
- 1:03:40vielen Sachen befreien kann. Trotzdem extrem geprägt ist
- 1:03:44gerade auch von diesen Jahren in seiner Kindheit und solle
- 1:03:50erzählt das Ganze mit so einer feinen, leisen Art, also
- 1:03:54wirklich unprätentiös und filigran, dass es wirklich eine
- 1:03:59Freude ist, Hinzulesen. Danke.
- 1:04:02Ich finde das. Also ich finde es immer so
- 1:04:04spannend, wo andere Menschen, wenn sie Bücher beschreiben, ihr
- 1:04:07Augenmerk drauf richten. Ich hab es natürlich, also ich.
- 1:04:12Ich fühl mich ja wie in der Prüfung.
- 1:04:14Oh Gott, 1 bestanden ich. Ich hatte noch mal den Bezug mit
- 1:04:20dem Schweinehirten natürlich, ich komm ja selber vom Bauernhof
- 1:04:23und wir hatten auch Schweine und ich kenn diesen Geruch und ich
- 1:04:26kenn auch den Geruch, wenn man im Stall war, der einfach nicht
- 1:04:29mehr rausgeht, warum du tunlichst ne Mütze trägst, weil
- 1:04:31aus den Haaren kriegst du es nie wieder raus.
- 1:04:33Ich kenne es selber noch von der Grundschule.
- 1:04:36Die Kinder, die halt vor der Schule mit im Stall arbeiten
- 1:04:40mussten. Das war mein Glück, dass ich das
- 1:04:41nicht musste, die wirklich nach Schwein stinkend in die in
- 1:04:45Kindergarten oder zur Grundschule kamen und alleine
- 1:04:48schon dadurch gedisst wurden, was bizarr ist, weil wir alle
- 1:04:50vom Dorf kamen. Ich war so fasziniert davon,
- 1:04:54dass er. Er ist schon die unterste Klasse
- 1:04:57in diesem Dorf, quasi seines Berufes oder seiner Kindheit.
- 1:05:00Dann hinkt er auch noch. Er hat ein Gehfehler, das heißt,
- 1:05:04er ist auch vollkommen in deren Augen nutzlos, weil er
- 1:05:07körperlich versehrt ist. Es ist eine furchtbar lieblose
- 1:05:11Familie, für mich war es so beeindruckend, wie sie Theresa
- 1:05:15ihm das Konzept von Zahlen und Buchstaben.
- 1:05:18Herbringt. Und er heimlich immer Papier
- 1:05:21klaut, einfach nur um zu üben, zu schreiben.
- 1:05:25Also es sind auch Fantasien Buchstaben, aber er schreibt
- 1:05:27einfach ab und und er versteckt es, weil er weiß, wenn das seine
- 1:05:30Eltern, also sein Vater sieht, dann gibt es richtig Ärger, ich
- 1:05:33glaube ab und an wirft er es auch den Schwein zum Fraß vor,
- 1:05:35damit es auf jeden Fall verschwindet.
- 1:05:38Und wie er durch die. Weiter bin ich mir gerade gar
- 1:05:41nicht sicher, ob das wirklich passiert, aber es passt gut
- 1:05:42rein. Oder vielleicht gibt es keine,
- 1:05:44wie er auch mit Hilfe von Nicola, der ja ein Lehrersohn
- 1:05:47ist und dessen Vater dann tatsächlich lesen.
- 1:05:50Also da haben wir es so, so ein bisschen auch wie die Geschichte
- 1:05:54mit der offenen See von Benjamin Myers, also diese, diese nicht
- 1:05:58illucations sentimental. Aber es, es geht ums ums ums
- 1:06:01Erfahren von Lesen, von Weite, von von anderes Leben zulassen.
- 1:06:07Und natürlich, das kann sich auch jeder denken, der jetzt,
- 1:06:10der kurz zusammenfassend zuhört, dass dieser Bruch natürlich
- 1:06:14damit zu tun hat, dass beide Jungs natürlich auch gleiche
- 1:06:17Mädchen stehen und genau, und daher geschieht dieser Bruch und
- 1:06:24ich bin wie du, also so begeistert von diesem neuen
- 1:06:27Leben, was er dann startet, als er dann in die Großstadt zieht,
- 1:06:29was dann passiert, wie es am Ende zusammengeführt wird.
- 1:06:33Und du sagtest diese, diese sagtest du stille
- 1:06:37Ernsthaftigkeit, oder du hattest so einen schönen Ausdruck.
- 1:06:40Fein und leise. Fein und leise diese Sprache
- 1:06:45also auch unfassbar gut übersetzt.
- 1:06:47Also ich danke so sehr diesen deutschen Übersetzern und
- 1:06:51Übersetzerinnen, die wir haben, den guten, den schlechten
- 1:06:53weniger, aber wir haben so viele tolle Übersetzer, die so gute
- 1:06:57Arbeit machen, und diese Sprache musst du erstmal so in ihrer
- 1:06:59filigranen Leichtigkeit übersetzen können.
- 1:07:02Und ich hatte das funktioniert im Laden so gut, darum mache ich
- 1:07:05das jetzt auch noch mal etwas bösartig flapsig ist genannt
- 1:07:09Benedikt Wels für Erwachsene denn.
- 1:07:12Und damit hättest du mich gar nicht gekriegt.
- 1:07:14Ah OK, weil Benedikt Wels ist ein Ding bei uns im Laden und
- 1:07:17ich bin auch ein riesen Fan von Benedikt Wels und ich hatte bei
- 1:07:21Wels und Zoller, gleicher Verlag übrigens beide die bei Diogenes
- 1:07:26diese Zurückhaltung und. Nüchtern, fast sachliche
- 1:07:33Sprache, ab und an die Tatbestände beschreiben, die
- 1:07:36sehr kitschig sein könnten. Bei Wels noch viel mehr als bei
- 1:07:40Soller, aber die nicht kitschig werden aufgrund dieser
- 1:07:44vorsichtigen, zurückhaltenden, nüchternen Sprache, sondern
- 1:07:48wirklich im besten Sinne des Wortes anrühren.
- 1:07:53Ich finde, das kann Soller, also ich hatte bei Soller sehr so
- 1:07:58einen. Von der Sprache her ein ein, ein
- 1:08:01Weltgefühl, eine Sprache, die sich sehr zurückhält und umso
- 1:08:07mehr Raum für uns Leser öffnet. Das ist interessant.
- 1:08:11Also nüchtern hätte ich die die Sprache von Solla jetzt gar
- 1:08:14nicht beschrieben. Zurückhaltend ja, aber
- 1:08:20tatsächlich wirklich eher leise und eben auch wirklich fein,
- 1:08:24also als ob er sich an manchen Stellen.
- 1:08:27Vortastet, aber nicht vorsichtig.
- 1:08:30Also er ist nicht vorsichtig in seinen Worten, er weiß, was er
- 1:08:33erzählen will, aber er, er geht, er geht einfach ganz langsam und
- 1:08:37leise voll, er benutzt nicht überfallen.
- 1:08:40Große Gefühle werden sehr zurückhaltend übermittelt und
- 1:08:46das finde ich so schön, weil es es überlässt uns die großen
- 1:08:50Gefühle zu entwickeln und nicht mit dem Halt sagen auf.
- 1:08:53Und das hätte ja nicht zu David gepasst.
- 1:08:55Ich glaube, David. Hätte am Anfang ja auch gar
- 1:08:57keine Worte für diese Gefühle gehabt, ne und da darin finde
- 1:09:01ich ihn ihm einfach auch wirklich gut.
- 1:09:02Er ist wirklich bei seiner bei seiner Hauptfigur und seine
- 1:09:08Sprache verändert sich ja auch mit mit mit Davids Veränderung
- 1:09:12und das ist ihm wirklich gut gelungen.
- 1:09:14Zauberhaft auch, wie es am Ende zusammengeführt wird.
- 1:09:16Wieder alles also ein wirklich, wirklich gelungenes Buch, und
- 1:09:21ich finde, es ist ein wunderschöner.
- 1:09:25Stiller Ausklang für ein für ein apo ro.
- 1:09:28Ja, ich habe das Buch übrigens im Schwarzwald gelesen, da ist
- 1:09:33der apo ro ja eher so ein Stück Schwarzwaldtorte nach einer
- 1:09:36Wanderung, da ist so viel Kirschwasser drin, also das
- 1:09:42passt dann schon auch und? Ja, es ist jetzt auch nicht so
- 1:09:49weit weg von Italien. Also für mich hat es schon, für
- 1:09:51mich hat es auch zum Wandern im Schwarzwald gepasst.
- 1:09:53Sehr schön Freunde. Also es wird Zeit, dass wir alle
- 1:09:59mal demnächst uns auf dem Apero treffen, aber bitte ohne reden.
- 1:10:03Bringt eure Bücher mit, denn zum Apero sprechen, wer macht denn
- 1:10:08das? Übrigens, man kann auch
- 1:10:10wunderbar, also ich finde so ein toller Ort in Berlin fürs Apero,
- 1:10:13außer dass das mittlerweile, glaube ich 200000 Leuten so
- 1:10:15geht, ist der Weinbergspark. Da habe ich früher, als da noch
- 1:10:19Platz war. Ja, früher als da noch.
- 1:10:21Platz war viel Zeit verbracht genau diese Stunden zwischen
- 1:10:26zwischen also diese Dämmerung. Also früher in den Neunzigern,
- 1:10:30war das wirklich ein schöner. Park damals, als auch die
- 1:10:33Vergangenheit besser war. Ich bin mir sicher, ihr findet
- 1:10:38einen Park in der Nähe oder eurem Balkon eure Terrasse.
- 1:10:43Oder einfach ihr legt euch aufs Bett und öffnet das Fenster und
- 1:10:47lasst die sommerliche Luft herein und schnappt euch ein
- 1:10:52Buch und damit Kurt würde ich heute noch mal dir das Wort
- 1:10:56geben. Das war ein so unfassbar
- 1:10:58eleganter Übergang. Das ist ein sehr ordentliches.
- 1:11:00Apropos, Ich hatte nicht auch schon überlegt, wie bringe ich
- 1:11:03das jetzt zusammen, aber da warst du schon.
- 1:11:06Das Buch fürs Bett. Das.
- 1:11:08Buch fürs. Bett und in diesem Falle auch
- 1:11:10ein Buch fürs Apero. Also ich finde in beiden fällen,
- 1:11:14ich habe mir ein Buch überlegt, das habe ich jetzt, das ist
- 1:11:18relativ frisch, ein 2 Monate alt, ich habe es gerade hinter
- 1:11:22mich gebracht, klingt negativ, ich habe es gerade mit großem
- 1:11:25Vergnügen wirklich eingesogen, es ist, ihr könnt es euch
- 1:11:30vorstellen. Relativ knapp bemessen es ist
- 1:11:33eine sehr dünnes Buch, es sind wirklich knapp über 100.
- 1:11:37Euro überrascht mich das nicht es.
- 1:11:38Sollte dich nicht überraschen, aber irgendwann kommt mein
- 1:11:42Special mit nur dicken Büchern, aber es passt auch wunderbar zum
- 1:11:47zum zum Apero, wo man ja auch nur diese diese gewisse Zeit
- 1:11:52hat. Es ist ein französisches Buch,
- 1:11:53ein französischer Autor, Francois Beaudot.
- 1:11:57Wahrscheinlich brutal falsch ausgesprochen.
- 1:11:59Aber auch das berichtigt mich gerne, denn dafür, das brauche
- 1:12:03ich auch, dass man manchmal einfach hört, ach so, heißt der
- 1:12:06eigentlich, ich hatte von dem Autoren vorher noch nie gehört,
- 1:12:11er ist gar nicht so neu und aber zumindest kam er mir noch nicht
- 1:12:15unter. Ich bin aber auch gar nicht so
- 1:12:17ein riesen Fan von französischer Literatur, aber der hat ein
- 1:12:21kleines Wunderwerk hingelegt, das Buch ist bei Pieper
- 1:12:24erschienen. Und heißt die liebe Roman einer
- 1:12:29Ehe? Und er schafft es wirklich, auf
- 1:12:33diesen knapp über 100 Seiten eine 50 Jahre lange haltende Ehe
- 1:12:38zu beschreiben, ist ein Eheroman der fängt in den Siebzigern an.
- 1:12:422 Jahre pro Seite, 2 Jahre pro Jahr, 2 andersrum, 2 Seiten pro
- 1:12:47Jahr. Manche Seiten haben natürlich,
- 1:12:50das ist auch schön, zu unserem letzten Thema, was wir vor 2
- 1:12:53Wochen hatten, Zeit. Wie er mit Zeit umgeht, diese 50
- 1:12:58Jahre also, wie er durch die Zeit hinweggleitet er hat
- 1:13:02verschiedene Methoden. Es ist nicht immer das gleiche,
- 1:13:05manchmal merkst du es gar nicht und es sind 4 Jahre verschwunden
- 1:13:09und du merkst es nur dann, dass einfach ein neues Haushaltsgerät
- 1:13:12existiert oder irgend also also Kleinigkeiten, manchmal ist er
- 1:13:16ein bisschen offensichtlicher, manchmal noch weniger
- 1:13:18offensichtlich und du gleitest einfach durch 50 Jahre.
- 1:13:22Zustand der Ehe anhand der Anzahl der Haushaltsgeräte.
- 1:13:27Und er sagt selber, dass er einfach mal vorhatte, nicht die
- 1:13:33große romantische wums Liebesgeschichte zu erzählen.
- 1:13:37Mit großen Gefühlen und und und, Wolken und Rosa und Flugzeugen
- 1:13:40und alles, was dazu gehört, sondern eine ganz stille,
- 1:13:44normale Ehe, die auch ihre Höhen und Tiefen hat, aber die einfach
- 1:13:48ein normales Leben ist und. Und das ist so berührend.
- 1:13:54Ich glaube, insbesondere weil diese beiden das spielt in einer
- 1:13:58recht ärmlichen Provinz Frankreichs, da ist also auch
- 1:14:01wirklich gar nichts Grandezza schön aufregend, Frankreich,
- 1:14:05schicke Klamotten und so, nein, das ist ein ganz normales Kaff
- 1:14:08irgendwo in Westfrankreich, beide kommen aus, ich würde mal
- 1:14:12sagen, unterem Mittelstand, also da ist auch nicht viel Reichtum,
- 1:14:15aber es ist Raum. Auch nach oben.
- 1:14:18Du merkst auch im Verlaufe der Jahrzehnte, wie nicht nur eine
- 1:14:22Gesellschaft, sondern auch eine ein Ehepaar einfach ein bisschen
- 1:14:27mehr sich leisten kann, also wie auch die Lebensstandards
- 1:14:32wechseln und diese beiden, und das finde ich so schön, haben
- 1:14:37keine richtige Sprache für Liebe was Tolles, weil man doch von
- 1:14:40Franzosen immer annimmt, das also lamour und dann wird
- 1:14:42irgendwie wieder 4 Stunden lang lamour gemacht.
- 1:14:44Nein, die beiden gehen eher nach dem Motto, Was sich liebt, das
- 1:14:48neckt sich, und zwar echt bösartig.
- 1:14:50Also wenn die miteinander oder vor anderen übereinander
- 1:14:53sprechen, aber sie kennen es nicht anders, sie kennen es auch
- 1:14:55schon von ihren Eltern, die alle eigentlich sich gegenseitig
- 1:14:58immer nur so anatzen und du merkst aber da drunter die tiefe
- 1:15:02Liebe und die Unmöglichkeit einfach zu sagen, ich liebe
- 1:15:06dich, sondern die Möglichkeit, sondern du sagst dann eher Gott,
- 1:15:09bin ich froh, wenn ich dich nicht mehr sehen muss und du
- 1:15:11weißt genau, was eigentlich gemeint ist.
- 1:15:13Und das ist so so ein schöner Effekt.
- 1:15:17Ich hatte das auch gemerkt, wir werden sicherlich auch noch mal
- 1:15:20irgendwann einen, einen einen Podcast über Liebe machen, das
- 1:15:23wäre jetzt so ein Buch gewesen, was ich dafür genommen hätte,
- 1:15:26weil ich merke, wie gut mir das tut, bei bei Liebe mehr als nur
- 1:15:34den Moment des Verliebtseins zu sehen, sondern die Liebe, die
- 1:15:38einfach gewachsen ist, die auch Arbeit ist, die viel.
- 1:15:42Viel verzeihen muss die Kompromisse finden muss auch,
- 1:15:45wie sie einander verzeihen. Das ist eine so wunderschöne
- 1:15:49Szene, wo natürlich einer den anderen betrügt, bla bla bla,
- 1:15:53wie damit umgegangen wird. Es hat mich wirklich, wirklich,
- 1:15:57wirklich unglaublich berührt und ich finde, das ist etwas Schönes
- 1:16:02tatsächlich auch sowohl zum Apero als auch fürs Bett oder
- 1:16:06wie Monique gerade so schön sagte, öffnet das Fenster von
- 1:16:08Eurem Schlafzimmer und macht das Apero einfach im Bett.
- 1:16:11Ein ganz, ganz zauberhaftes Buch dafür, dafür nicht, dafür, dafür
- 1:16:19die Liebe. Roman einer Ehe, heißt es.
- 1:16:22Wie schön, dass wir, dass wir also wie schön überhaupt alles
- 1:16:26mit Liebe beenden zu können, aber auch wie schön diese
- 1:16:28Podcast Folge mit einem Buch in Liebe beenden zu können.
- 1:16:33Und damit kommen wir tatsächlich zum Ende.
- 1:16:36Gibt es noch irgendwelche hausmeisterlichen Tätigkeiten,
- 1:16:38die wir besprechen müssen? Sorry, das habe ich echt jetzt
- 1:16:41im anderen Podcast geklaut. Aber ich finde es so gut, wenn
- 1:16:44die das machen. Also vielen Dank, ihr wisst
- 1:16:46wahrscheinlich, wer es sonst sagt.
- 1:16:48Ich weiß es nicht. Ah, es ist darf ich Werbung für
- 1:16:51einen anderen Podcast machen? Also die machen wir irgendwann
- 1:16:54anders. Gut also, ihr findet es sowieso
- 1:16:57alleine raus und ich werde Kurt gleich zwingen, mir zu verraten,
- 1:16:59welcher andere Podcast es ist. Unglaublich, hier werden Bücher,
- 1:17:04Filme, Serien und Podcasts genannt, von denen ich noch nie
- 1:17:06was gehört habe. Ich fühl mich wirklich ein
- 1:17:08bisschen wie in der Grundschule. Aber mit sehr wohlwollenden
- 1:17:13Lehrerinnen, das bin ich, und zwar in der Mehrzahl so, also
- 1:17:18schöner können wir das jetzt hier gar nicht.
- 1:17:19Lass uns das beenden, bevor wir völlig abdriften.
- 1:17:22Schön, dass ihr dabei wart. Vielen, vielen Dank und wir
- 1:17:25freuen uns darauf, wenn es in 2 Wochen wieder heißt im Bett mit.
- 1:17:29Buch Ciao, ciao, ciao. Im Batman Buch ist eine
- 1:17:38Produktion von irgendwas ist immer Konzept und Produktion.
- 1:17:42Götz Gring Modaimer Redaktion und Hosts Moni, Lukas und Kurt
- 1:17:47von Hammerstein.