Latest / neudenker - Der Podcast für den Steuerberater von morgen / 306 - Wem gehört die Zukunft? Kleinen oder großen Kanzleien?
Transcript
- 0:00Daniel: In dieser Folge spreche ich darüber, wem die Zukunft gehört, kleinen
- 0:04Kanzleien oder größeren Kanzleien.
- 0:16Einen wunderschönen guten Tag zur neuen Podcast-Folge.
- 0:21Und als ich mir den Titel überlegt habe zur jetzigen Folge, habe
- 0:26ich gesagt, damit kann ich mich ja nur in die Nesseln setzen.
- 0:31Deswegen der kleine Disclaimer jetzt am Anfang von mir.
- 0:35Es ist eine Momentaufnahme mit ein paar verschiedenen Perspektiven
- 0:41Auf das Thema, mit Sicherheit nicht die absolute Wahrheit.
- 0:44Ich glaube, die ist halt sehr individuell nochmal zu sehen.
- 0:49Das sind jetzt nur meine Gedanken zu einem Thema, wenn mich da jemand erfragt und
- 0:52womit ich mich bis dato beschäftigt habe.
- 0:55Und zwar geht es in dieser Folge darum, Wie ist das in der Zukunft?
- 1:01Haben Klein- und Kleinstkanzleien, ich sage jetzt mal unter zehn Leuten,
- 1:04noch eine Daseinsberechtigung oder sind das sogar die Gewinner nachher
- 1:09vom digitalen Wandel oder von der KITisierung oder verschwinden die und
- 1:14was ist mit den größeren Kanzleienheiten, wenn man so 120 Mitarbeiter hat?
- 1:20Sind das nachher die, die wirtschaftlich so stark sind und die da die Möglichkeiten
- 1:24auch haben, sich aufzubauen, sodass sie einen riesen Vorteil gegenüber
- 1:28den kleinen Kanzleien haben?
- 1:29Und da möchte ich mal ein paar verschiedene Gesichtspunkte einordnen.
- 1:37In vielen Gesprächen, die ich so geführt habe, ist mehr oder weniger der
- 1:41einheitliche Tenor dass man individuell als kleine Kanzlei, die sich komplett um
- 1:48sich selbst kümmert die nicht in einem Verbund ist, die nicht in einer Allianz
- 1:51unterwegs ist, die nicht in einer Gruppe organisiert ist, dass es da wirklich
- 1:56echt schwierig werden wird zu überleben.
- 1:58Und die Aspekte und die Argumente, die da gebracht werden, sind
- 2:03Natürlich auch total nachvollziehbar.
- 2:05Als so ein Beispiel, dass man als Kanzleienhaber gar nicht so viel
- 2:11Expertise aufbauen kann, um zum Beispiel die digitalen Prozesse und
- 2:15auch KI so einzubinden in der Kanzlei dass sie halt so richtig wirken kann.
- 2:20Dann, dass die Anforderungen des Mandanten immer... Wird, sodass auch
- 2:26da nicht die Möglichkeit besteht, das selber mit umzusetzen Oder aber auch,
- 2:33dass die einzelnen Mitarbeiter auch nicht unbedingt so in der Lage sind,
- 2:39die ganze Sache mit umzusetzen Und häufig ja auch kleinere Mandanten dort
- 2:45betreut werden, die vielleicht auch eher dann sagen, okay, ich gehe jetzt auf
- 2:50digitale Dienste Plattformen die halt da unterstützt werden, die mich unterstützen,
- 2:56ein kleines Unternehmen, weil ich auch selber viel preissensibler bin.
- 3:01Das sind so einige Punkte, die auch häufiger mal kommen, wenn es darum
- 3:06geht, um kleine und Kleinstkanzleien in diesen Kontext zu stellen.
- 3:11Auf der anderen Seite ist es ja so, dass wir auch darüber sprechen,
- 3:14dass in großen Einheiten die Wertschöpfung sich verändert.
- 3:18Das heißt, wenn ich in großen Kanzleienheiten noch viele Leute habe,
- 3:21die FIBU machen, die Löhne machen, die insgesamt Vorbereitung für den
- 3:26Jahresabschluss durchführen, Und dadurch halt auch ein größerer Wasserkopf
- 3:32unterwegs, dass die Leute eher, ich nenne es jetzt mal, in Inselbegabt
- 3:38eingesetzt werden, also sprich die müssen nicht alles immer machen, sondern sind
- 3:42in bestimmten Prozessbereichen, zum Beispiel Viehbuch für bestimmte Mandanten
- 3:45eingesetzt, weil es halt so viele und auch so große Mandanten gibt, dass sie halt
- 3:49nicht viele andere Sachen machen müssen
- 3:50Gibt es natürlich auch die Situation, dass dort viele Leute entweder sich dann
- 3:55nochmal komplett umorientieren müssen oder aber auch da sie disruptiert werden in
- 4:00den Arbeitsvorgängen, die da stattfinden.
- 4:02Also auch da gibt es sicherlich so Punkte, wo man sagt, okay, wenn jetzt
- 4:06alles mal die KI-Assistenten einen Zug halten, fallen viele Dinge weg, werden
- 4:11vereinfacht dann stellen sich natürlich die Frage ob dann halt auch gewisse
- 4:16Mitarbeiter dann noch benötigt werden.
- 4:18Und das ist jetzt immer von beiden Seiten her eher die...
- 4:21Ja, auf der kritischen Seite.
- 4:24Auf der positiven Seite ist gerade bei den größeren Kanzleien das, dass sie
- 4:28große Einheiten haben, dass sie häufig auch Spezialisten haben innerhalb
- 4:32der Kanzlei oder angegliedert an der Kanzlei, vielleicht ein IT-Systemhaus,
- 4:37was da angegliedert ist oder was sich da outgesourced hat oder eine eigene
- 4:40IT-Abteilung wenigstens die sich mit den Themen viel mehr auseinandersetzen kann
- 4:43und auch das alles mit aufbauen kann.
- 4:46Des Weiteren gibt es mehrere Kanzleiinhaber meistens in einer
- 4:49Partnergesellschaft organisiert Die halt alle mit speziellen Projekten fokussiert
- 4:56Dinge auch vorantreiben können, was zum Beispiel der in kleinen Kanzleien, wo halt
- 5:02der Steuerberater vielleicht auch noch sehr viele Vorbehaltsaufgaben noch selber
- 5:05mitmacht, gar nicht so leisten kann.
- 5:07Das heißt, dass dann in diesen großen Einheiten viel mehr Redundanz und viel
- 5:11mehr Fachwissen vorhanden ist, auch außerhalb der steuerlichen Tätigkeiten,
- 5:16die im Alltag gemacht werden.
- 5:18Bei den Kleinen ist es halt so, dass da nicht so der Wasserkopf stattfindet
- 5:24dass alle irgendwo in der Wertschöpfung mit integriert sind, dass es da
- 5:27keine eigenen Leute gibt, die für Stammdatenpflege Rechnungserstellung
- 5:30oder Ähnliches eingestellt werden, weniger im Sekretariat etc.
- 5:35pp., wo auch mit Sicherheit Dinge optimiert, ich nenne es mal optimiert
- 5:41das ist natürlich schon so eine Wertung, aber auf jeden Fall durch KI halt auch so
- 5:45unterstützt oder ersetzt werden können.
- 5:47Deswegen ist meine Meinung nach so, dass beide ihre Daseinsberechtigung
- 5:52auch weiterhin haben werden, mit dem Unterschied, dass eine größere
- 5:56Kanzleieinheit noch viel mehr darauf ausgelegt ist, wirklich effizient zu
- 6:01arbeiten, wirklich da die Mitarbeiter weiter zu schulen auch in Gänze zu
- 6:05schulen den Perspektiven aufzuzeigen wo sie auf Dauer hin müssen, sich also
- 6:11entwickeln müssen und denen auch Angebote schaffen, damit sie da den Wandel
- 6:15erreichen Durchziehen können und auch mit sicherlich weitere Dienstleistungsbereiche
- 6:19strategisch mit aufbauen.
- 6:21In kleineren Kanzleien sehe ich das eher noch so, dass sie dort bestimmte
- 6:25Leistungen halt nicht mehr anbieten.
- 6:27Das heißt, dass sie von dieser Wald- und Wiesenkanzlei, wo sie sagen, okay,
- 6:32der Mandant kommt mit einem Anliegen und ich bin jetzt der, der ihn jetzt, egal
- 6:36was er hat, weiter unterstützt, Könnte da schwieriger werden, insbesondere bei
- 6:40der neuen Mandatsaufnahme, so dass man da sagt, es gibt bestimmte Bereiche, die
- 6:45ich als kleine Kanzlei richtig gut kann.
- 6:47Ich nenne das jetzt mal Boutique-Kanzlei, wo ich dann auch nach außen
- 6:50hingebe, was meine Expertise ist.
- 6:52Das ist da halt den Fokus drauf zu setzen, damit ich sowohl fachlich als
- 6:57auch prozessual und bei den Mitarbeitern nicht die ganze Klariatur spielen muss.
- 7:03Und da sind halt die großen Unterschiede Kleine oder Kleinstkanzleien sind
- 7:07wirklich absolut fokussiert und auch nach außen positioniert.
- 7:11Große Kanzleienheiten, sehr strukturiert, sehr prozessoptimiert und halt
- 7:16auch sehr viel mit Weiterbildung der Mitarbeiter beschäftigt.
- 7:21Ich bleibe mal mit den kleinen und Kleinstkanzleien.
- 7:23Da könnte man jetzt natürlich sagen, ja, Moment mal, aber es gibt ja natürlich
- 7:25auch die Kanzleien Und Mandanten die möchten vom Kanzleienhaber betreut werden.
- 7:30Das soll halt auch so eine Art, ja, ich nenne das jetzt mal Personal-Kanzleien
- 7:34Coach oder Personalberater sein und das ist natürlich dann auch die Möglichkeit.
- 7:39Dann allerdings geht es halt über den Bereich des reinen Steuerberaters
- 7:45hinaus, sondern schon fast so eine Lebens- oder Unternehmensberatung oder
- 7:50Unternehmerberatung und Begleitung, sodass dann die Beziehung zu gewissen
- 7:55Mandanten immer intensivierter wird, teilweise auch über die eigentlichen
- 8:01ja, Dienstleistungen, ich nenne sie mal interdisziplinäre Dienstleistungen,
- 8:05die dann angeboten werden sollten.
- 8:07Zum Beispiel das auch im Bereich Finanzbeschaffung Finanzberatung,
- 8:12Vermögenserhalt, Vermögensaufbau, gegebenenfalls auch das Thema mit
- 8:18Absicherungen, das Komplettpaket bis hin vielleicht sogar zu Personal Coach
- 8:24oder Lebensberatung Coach mit angeboten werden kann und da ist dann der Trend
- 8:32eher so, dass dann der Kanzleiinhaber dann doch eher wieder Personenmarke bzw.
- 8:36Personenbezug hat, wo die Mitarbeiter dann zuarbeiten und auch das braucht
- 8:41richtige Prozesse, weil ansonsten geht der Kanzleiinhaber unter.
- 8:44Das ist halt wirklich mehr so eine fokussierte Einheit und nicht dieses,
- 8:48wir machen alles, was der Mandant möchte, außer es wird extra genau so eine
- 8:55Strategie ausgelegt und dann geht es noch mehr darum, dass alles mandantenzentriert
- 8:59gemacht wird und auch der entsprechende hohe Preis abgerufen werden kann.
- 9:04Bei den großen Kanzleien geht es halt, wie gesagt, immer mehr darum, dass es halt
- 9:08auch immer noch effizienter wird, dass halt die Mitarbeiter gut geschult werden
- 9:13und da wäre halt da der Ansatz noch eher dann weiterbildungsfähig Diese Angebote
- 9:20mit anzunehmen, die Mitarbeiter auch das Bewusstsein zu haben, welche Mitarbeiter
- 9:24können wir denn dann da mitnehmen.
- 9:26Gibt es auch Mitarbeiter, die in den nächsten Jahren dem Arbeitsmarkt besser
- 9:31zur freien Verfügung gestellt werden können, weil sie dieses in der eigenen
- 9:35Kanzlei nicht richtig machen Ja, angehen können, sich das selbst auch nicht
- 9:40zutrauen oder aber auch selber sagen, sie möchten das nicht, sie sehen das
- 9:44nicht, sie möchten lieber in einer Kanzlei, die weiterhin die Strukturen
- 9:48von heute behält oder vielleicht sogar von gestern oder von vorgestern.
- 9:52Und das gilt es dann jetzt zu analysieren und da jetzt schon mal auch
- 9:56Strategien zu entwickeln in beiderlei Hinsicht also Kleinstkanzleien aber
- 10:00auch große Kanzleieneinheiten, um überhaupt mal eine Positionierung eine
- 10:03Marktpositionierung Positionierung und Kommunikation zu finden, die in
- 10:08den nächsten Jahren entweder aufgebaut und oder verstärkt wird, um das
- 10:15alles weiter nach vorne hinzubringen.
- 10:17Und ja, das sind halt die Punkte, die ich dir mitgeben kann, deswegen
- 10:21auch hier mal wieder, es kommt darauf an, was denn jetzt tatsächlich
- 10:28Dein, ja, deine Situation hergibt als Kanzleienhaber.
- 10:33Ich glaube nicht, dass es unbedingt darum das Thema geht, kleine Kanzlei
- 10:36oder große Kanzlei, sondern wer sich auf die Zukunft mit einer klaren Strategie,
- 10:42mit einer klaren Positionierung, Jetzt auch schon mal da bewusst wird, das
- 10:49ausarbeitet um dann alle richtigen Dinge jetzt schon mal zu entscheiden,
- 10:53zu projektieren für die nächsten Jahre, um in die Umsetzung zu gelangen.
- 10:58Denn dann bist du immer weit vorne und musst nicht reagieren auf den
- 11:03Markt, sondern du agierst und du baust dein Unternehmen, sprich deine
- 11:07Kanzlei so auf, dass sie auch in der Zukunft eine Marktberechtigung hat.
- 11:12Ich hoffe, das hat dir von der Perspektive her nochmal wieder
- 11:16ein paar Impulse gegeben.
- 11:17Wie gesagt, da gibt es ganz viele Sachen.
- 11:18Ich kann mir vorstellen, wenn es jetzt eine lebhafte Podiumdiskussion
- 11:21werden würde, wäre ich einer von fünf und jeder würde unterschiedliche
- 11:24Aspekte mit hineinbringen.
- 11:26Seht das mal als einen Aspekt mit ein und wenn ihr selber auch da Punkte habt.
- 11:32Die ihr gerne kundtun möchtet freue ich mich über direkte Nachrichten
- 11:37egal ob E-Mail oder bei LinkedIn oder Instagram oder Facebook.
- 11:41Ich verspreche dir, ich werde darauf reagieren.
- 11:44In diesem Sinne, bis zur nächsten Folge.
- 11:46Vielen Dank.
- 11:47Tschüss.