Latest / ntv Wirtschaft / Geschenktes Geld vom Staat: So funktioniert die neue Frühstart-Rente
Transcript
- 0:04Die Regierung bringt die Frühstartrente durch den Bundestag.
- 0:08Damit winken Kindern 10 Euro monatlich vom Staat für den frühen Aufbau ihrer Altersvorsorge.
- 0:14Außerdem eine deutsch-französische Teilabkehr vom Verbrenner aus und strengere
- 0:20Regeln für Siegel beim Einkauf.
- 0:23In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:27die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:33Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:37Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:42geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:48Sie soll kommen. Eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge schon ab dem Kindesalter.
- 0:54Der Bundestag hat die Frühstartrente beschlossen. Konkret soll der Staat ab
- 0:59nächstem Jahr Kindern vom 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro zahlen,
- 1:05die direkt in ein Vorsorgedepot gehen.
- 1:08Eröffnen die Eltern kein eigenes Depot, legt die Bundesbank die Förderung automatisch
- 1:13und breit gestreut am Kapitalmarkt an.
- 1:17Nach Berechnungen des Finanzministeriums könnten dadurch allein aus den staatlichen
- 1:22Beiträgen bis zum Rentenbeginn mehr als 50.000 Euro werden.
- 1:27Garantiert ist das natürlich nicht. Eltern oder Großeltern können aber auch
- 1:31noch zusätzlich Geld einzahlen.
- 1:34Starten soll die Frühstartrente mit dem Geburtsjagern 2020.
- 1:39Das heißt, sie gilt rückwirkend zum 1. Januar 2026.
- 1:44Die Bundesregierung will Kinder damit auch an die Geldanlage heranführen.
- 1:49Wenn sie volljährig sind, können sie das Depot dann selbst weiter besparen oder wechseln.
- 1:55Über die Vorteile und auch die Risiken des Ganzen hat Etienne Bell mit dem Anlegerschützer
- 2:00Marc Tümmler gesprochen.
- 2:01Ist das vielleicht auch mehr als nur ein guter Anfang? Ja, natürlich ist das mehr als ein Anfang.
- 2:05Es ist ein Paradigmenwechsel. Es ist im Endeffekt ein Game Changer,
- 2:09weil wir endlich es schaffen und durch den Staat gefördert, dass auch junge
- 2:13Menschen an das Thema Kapitalmarkt anlegen, Börse herangeführt werden.
- 2:18Ja, und wir reden doch seit Ewigkeiten darüber, dass die Rente nicht ausreichen
- 2:22wird. Und das wird nicht besser. Das wird noch viel schlimmer.
- 2:25Und deswegen ist es so wichtig, dass wir endlich den Kapitalmarkt als eine wertige Ergänzung sehen.
- 2:30Es geht ja nicht darum, die gesetzliche Rente abzuschaffen, aber das ist ein
- 2:34ganz wichtiger Baustein und es geht da weniger, natürlich auch um die 10 Euro
- 2:38pro Monat, aber es geht darum, das Thema überhaupt stärker in die Familien reinzutragen
- 2:42und darüber zu sprechen.
- 2:43Also Sie glauben, dass das auch tatsächlich was bewirken wird,
- 2:46dass die Kinder, Jugendlichen das auch einfach auf dem Schirm haben,
- 2:49auf dem Zettel und gegebenenfalls dann auch selber aktiv werden?
- 2:51Ja, das ist eine sehr gute Frage, die Sie stellen. Wer muss eigentlich aktiv
- 2:55werden? Also eigentlich sind alle Eltern aufgerufen, aktiv zu werden,
- 2:58weil ein siebenjähriges Mädchen wird sich kaum darum kümmern.
- 3:02Also müssen sich die Eltern darum kümmern.
- 3:04Und ich glaube, das ist eigentlich ganz wichtig, die Information und die Message.
- 3:09Die Eltern müssen sich jetzt informieren, nicht zu früh irgendwas abschließen.
- 3:12Es ist sehr viel Werbung gerade draußen am Markt.
- 3:15Erst mal informieren, abschließen, das Geld mitnehmen und dann für das Kind
- 3:19was Gutes tun. Und im Endeffekt muss man sagen, sind die 10 Euro nur ein Start.
- 3:24Wenn man dann darüber nachdenkt, man ergänzt das noch. Eltern,
- 3:27Großeltern können ja auch einzahlen in dieses Depot.
- 3:30Dann wird das etwas breiter, etwas tiefer und es lohnt sich noch mehr für das
- 3:35Kind. Also nicht nur auf die 10 Euro setzen.
- 3:37Die Eltern sollten auch noch was drauflegen und die Großeltern vielleicht auch.
- 3:41So, also was muss man jetzt genau machen? Sie haben es ja gerade schon kurz
- 3:43angerissen, informieren und dann abschließen.
- 3:46Muss man tätig werden oder wird das Ganze auch von selbst angelegt?
- 3:50Ja, also grundsätzlich sollten die Eltern tätig werden und das für ihre Kinder abschließen.
- 3:55Ich glaube, das ist ganz wichtig. Diese Message ist sehr klar und ich möchte
- 3:58da ausdrücklich zu raten, dass man das tut.
- 4:01Für Eltern, die aus welchen Gründen auch immer das nicht können,
- 4:04nicht wollen oder es einfach verpassen, ist es so, dass es eine Auffanglösung gibt.
- 4:08Also alle Kinder, das ist eine Gerechtigkeitsfrage, die auch beantwortet worden
- 4:12ist, Alle Kinder werden davon profitieren.
- 4:14Da legt der Staat das Geld an bei der Bundesbank und dann hat das Kind mit 18
- 4:20bis 35 die Möglichkeit, dieses vom Staat gesparte Geld in ein Altersvorsorge-Depot
- 4:26oder ein Produkt umzuswitchen.
- 4:28Also das Geld ist dann nicht weg. Der Staat sorgt dafür, dass alle Kinder ab
- 4:32dem sechsten Lebensjahr davon profitieren können.
- 4:34Ja, und das ist natürlich auch eine schöne Sache, dass eben auch da,
- 4:37wo Familien vielleicht nicht mit dem Thema so nah irgendwie befasst sind,
- 4:40dass auch die Kinder profitieren können. Und wenn sie 18 sind,
- 4:43bis 35 können sie dieses Geld abrufen.
- 4:46Wenn man anlegt, steckt natürlich immer ein kleines Risiko drin.
- 4:49Ist uns allen bewusst, wie viel Risiko steckt in diesem System?
- 4:53Ja, ich glaube, man darf nicht unterschätzen, dass an der Börse natürlich,
- 4:56und wir sehen es ja jeden Tag bei Ihnen, dass die Kurse schwanken.
- 5:00Es geht mal rauf, mal runter. Es gibt immer Themen, die dafür sorgen,
- 5:03dass Belastungen reinkommen. Da gibt es wieder Themen, da gibt es Entlastungen.
- 5:06Und die Politik spielt die auch eine große Rolle.
- 5:08Aber was wir ja natürlich sehen ist, und wir reden jetzt hier über ein Depot,
- 5:12was für Sechsjährige eingerichtet wird.
- 5:14Und das ist letztendlich geblockt oder eingeloggt bis zum 65.,
- 5:19mindestens 65. Lebensjahr.
- 5:21Das sind 59 Jahre. Und wir alle wissen, dass langfristig an der Börse,
- 5:26wenn man sich das anschaut, auch im Rückspiegel, dass da langfristig doch einiges rumkommt.
- 5:31Und eben mehr rumkommt als auf dem Sparbuch, weil da frisst die Inflation ja
- 5:34schon die Zinsen weg. Insofern ist das Anlegen die richtige Antwort auf die
- 5:39Rentenlücke, die wir haben, die wir sehen.
- 5:41Ja, und die auch die Politik jetzt erkannt hat, der Kapitalmarkt ist eine Lösung.
- 5:45Aber Herr Bell, ganz wichtig ist, sie ist ein Teil der Lösung.
- 5:49Nur auf den Kapitalmarkt zu setzen, ist natürlich auch nicht richtig.
- 5:53Und deswegen ist es so gut, dass wir jetzt mal mit 10 Euro pro Kind pro Monat anfangen.
- 5:57Dann, wenn man älter ist, kann man das Altersvorsorgedepot dann kombinieren
- 6:00und vielleicht auch noch ein freies Depot.
- 6:02Und das zusammen ist dann ein Baustein der Altersvorsorge, aber eben nur ein
- 6:07Stein. Und deswegen muss man darauf mehrere Pferde setzen.
- 6:10Bei der Altersvorsorge geht es ja um Jahrzehnte. Und auch in der Autoindustrie
- 6:14werden gerade langfristig die Weichen gestellt.
- 6:17Deutschland und Frankreich haben sich jetzt geeinigt, das geplante Verbrennerverbot
- 6:21ab 2035 deutlich aufzuweichen.
- 6:25Neuwagen sollen dann nicht mehr komplett emissionsfrei sein müssen,
- 6:29sondern der CO2-Ausstoß soll nur noch um insgesamt 90 Prozent sinken.
- 6:34Heißt also, noch 10% der Neuwagen in der EU dürften dann mit Verbrennermotor fahren.
- 6:41Und diese Autos würden die deutschen Hersteller wohl eher in den USA bauen,
- 6:46wo sie auch mehrheitlich verkauft würden.
- 6:48Und die Nachfrage in Europa dann mit US-Exporten bedienen. Zusätzlich soll es
- 6:53Erleichterungen für Hybridfahrzeuge geben.
- 6:56Davon profitiert besonders die deutsche Autoindustrie. Allerdings,
- 7:01ihren Deal müssen Deutschland und Frankreich erst noch auf EU-Ebene durchsetzen.
- 7:06Sie könnten die Neuregelung noch dieses Jahr dem Europäischen Parlament vorlegen.
- 7:10Von den Regeln für eine ganze Industrie jetzt zu besonderen Regeln fürs Einkaufsregal.
- 7:16Und zu etwas, das wir zwar oft beim Einkaufen sehen, aber womit wir uns selten
- 7:20so richtig beschäftigen.
- 7:23Von Lebensmitteln über Klamotten bis zur Waschmaschine. Vieles,
- 7:27was wir so kaufen, hat ein Siegel.
- 7:30Bioland, MSC oder Fairtrade zum Beispiel.
- 7:34Das soll uns zeigen, woher die Ware kommt, wie nachhaltig sie ist oder ob die
- 7:39Erzeuger dafür faire Preise bekommen.
- 7:41Aber die Zahl und Vielfalt solcher Siegel ist für Kunden kaum überschaubar.
- 7:46Allein die Verbraucherzentrale NRW hat in ihrem Siegelverzeichnis 92 Label.
- 7:52Seit Ende September verbietet die EU frei erfundene Fantasiesiegel von Händlern oder Herstellern.
- 7:58Unternehmen dürfen allgemeine Versprechen wie umweltfreundlich nicht mehr einfach
- 8:03auf die Verpackung schreiben.
- 8:05Sie müssen konkret erklären und belegen, was daran umweltfreundlich ist.
- 8:10Über die neuen Regeln hat Etienne mit Rüdiger Wollmann gesprochen,
- 8:13dem Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung.
- 8:18Was hat sich denn konkret geändert? Vielleicht können wir es noch mal ein bisschen ausrollen.
- 8:22Was hat sich konkret geändert? Auf den Punkt gebracht, relativ einfach.
- 8:26Allgemeine Nachhaltigkeitsaussagen in der Werbung, um die geht es.
- 8:30Und die sind so allgemein jetzt nicht mehr möglich. Man muss jetzt als Werbetreibender,
- 8:35die Aussagen, die man trifft in der Werbung, in dieser Richtung auch belegen und belegen können.
- 8:42Das heißt, da wurde vorher nicht immer alles belegt?
- 8:45Naja, es gab halt keine festen Regeln dafür. Natürlich ist irreführende Werbung
- 8:52immer schon nicht in Ordnung, aber jetzt wissen alle über die Neuregelung ganz
- 8:57genau, was man darf und was man nicht darf.
- 9:00Klingt gut für den Verbraucher. Wie wird das überprüft?
- 9:04Zum einen muss erstmal die Werbung nicht mehr allgemein gestaltet werden,
- 9:09sondern es muss genau gesagt werden, wie der Nachhaltigkeitsaspekt sich bei
- 9:13dem Produkt auswirkt und wie man da hingekommen ist.
- 9:16Also es reicht nicht mehr Energiesparen zu sagen, sondern man muss dann eben
- 9:20auch sagen, wie man das gemacht hat und welche Auswirkungen das hat.
- 9:23Man muss vermeiden, dass das Produkt, dass ein Aspekt hervorgehoben wird und
- 9:29das Produkt so erscheinen lässt, als wenn es insgesamt sehr nachhaltig wäre,
- 9:33obwohl es nur um einen Aspekt geht und nicht um das gesamte Produkt.
- 9:36Nachhaltig haben Sie jetzt angesprochen. Welche Beispiele gab es noch, die irreführend waren?
- 9:41Also Nachhaltigkeit ist ja ein breites Feld. Es gibt die Umweltaspekte.
- 9:47Also Fairtrade zum Beispiel. Ja, das ist einer.
- 9:50Da steckt aber auch ganz viel Soziales dahinter. Also Umwelt, Soziales.
- 9:56Arbeitsschutz, Umweltschutz, Energiesparen, Lebensdauer, lange Lebensdauer,
- 10:05Ersatzteilverfügbarkeit.
- 10:06Also es sind ganz viele Aspekte, die unter diesem Begriff der Nachhaltigkeit fallen.
- 10:11Also es ist nicht nur die Umwelt und es ist nicht nur das Lebensmittel,
- 10:14sondern es gilt für alle Werbemaßnahmen. Und Produkte, die nicht richtig gekennzeichnet
- 10:20wurden oder davon betroffen sind, fliegen die jetzt raus aus dem Sortiment?
- 10:24Nein, es wird sicherlich vereinzelt geben, aber man muss feststellen,
- 10:29dass sich jetzt schon viele Produkte in den Regalen verändert haben.
- 10:34Im Vorfeld haben die Unternehmen gearbeitet, haben ihre Werbung auf den Produkten
- 10:38angepasst und teilweise neue Verpackungen gestaltet, teilweise Dinge überklebt.
- 10:45Das sieht man auch schon an vielen Stellen. Schokolade, Herologeriemarktartikel.
- 10:51Aber es führt nicht dazu, dass jetzt alles...
- 10:54Was nicht in Ordnung ist, aus den Regalen verschwindet und weggeworfen werden muss.
- 10:59Denn ja, richtig ist, es gibt keine Übergangsfrist, keine Abverkaufsfrist für vor dem 27.
- 11:07September in Verkehr gebrachte Produkte.
- 11:10Aber es gibt eine Angemessenheitsregel, dass eben Produkte, die eben den Regeln
- 11:16nicht entsprechen aus der Zeit vorher,
- 11:21dass die nicht vernichtet werden, sondern geschaut werden muss,
- 11:24wie groß ist der Schaden, den das Ganze anrichtet im Verhältnis zur Vernichtung.
- 11:30Aber man muss seit dem 27. September alles nach den neuen Regeln machen.
- 11:35Und aktuelle Werbung ist davon nicht nur ausgeschlossen, sondern da muss es
- 11:40auf jeden Fall sein. Da muss es sein. Da können wir uns auf mehr Transparenz
- 11:43einstellen. Vielleicht guckt der ein oder andere genauer hin.
- 11:46Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:51Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.