Latest / sophiamaier.spotlights / Libanon und Palästina - Wo liegen Deutschlands rote Linien für Israel? Mit Adis Ahmetović
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- 0:00Speaker 0: Du wirst nie eine politische Ideologie aus den Köpfen der Menschen rausgebompt bekommen.
- 0:05Speaker 0: Wenn ich Teil dieser Regierung bin, muss sich da kritisch sein und auch kritisch sagen Nein wir haben nicht gut genug getan!
- 0:11Speaker 0: Wir haben es sogar möglicherweise indirekt mit gefördert.
- 0:14Speaker 1: Verstehen Sie diesen Vorwurf der Doppelmoral?
- 0:16Speaker 0: Wenn es darum geht Staaten zu verurteilen die uns per se eh unsympathisch sind weil sie unterschiedliche Werte vermitteln sind wie in der Bewertung von Völkerrechtsbrüchen oder Regelbrüche sehr schnell.
- 0:28Speaker 0: wenn es aber darum geht dass befreundete Staaten möglicherweise auch recht brechen.
- 0:33Speaker 0: Dann brauchen wir nicht nur noch ein paar Stunden, sondern benennen diese Regelbrüche
- 0:42Speaker 1: nie möglicherweise.
- 0:49Speaker 1: Ich spreche heute mit Adis Ahmed Tovic.
- 0:51Speaker 1: Sie sind Bundestagsabgeordneter und außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagspaktion, sie haben sich in der Vergangenheit immer wieder auch kritisch zu israelischen Kriegsführungen in der Ost geäußert oder dabei auch die Angriffe auf den Libanon und die humanitären Folgen für die Zivilbevölkerung thematisiert.
- 1:07Speaker 1: Eigentlich wollten wir uns bereits persönlich zu diesem Interview treffen aber fast zeitgleich wurde bekannt dass die Staatsanwaltschaft Hannover gegen sie ermittelt wegen des Verdachtsaufabsprachen bei einer Grundstücksvergabe.
- 1:20Speaker 1: Deshalb sprechen wir heute online miteinander, Herr Achmetowitsch die hatten diese Vorwürfe bereits öffentlich zurückgewiesen.
- 1:27Speaker 1: wie blicken sie dann selber auf das was da in den vergangenen Wochen passiert ist?
- 1:30Speaker 0: Naja es gibt glaube ich keinen schlimmeren Moment für ein Madatsträger als genau das dementsprechend ist dass immer noch nach habe ich nahe nicht geschockt darüber was war was ist.
- 1:42Speaker 0: Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Ermittlungsbehörden nicht nur nach belastenden Suchen sondern vor allem nach entlastendem und das wir dieses Verfahren relativ zügig eingestellt bekommen.
- 1:50Speaker 0: Das Gute ist ich bin Weitern Abgeordneter, ich bin Vorsitzender der SPD in Hannover und vor allem im Außenpolitischer Sprecher und in dieser Funktion sprechen wir heute zusammen!
- 2:10Speaker 1: Dann kommen wir genau zu dem Thema, die Situation im Libanon in der gesamten Region und die Rolle Deutschlands.
- 2:16Speaker 1: Das hier soll kein klassisches Politikerinterview werden.
- 2:19Speaker 1: Deshalb starten wir heute mal anders mit den Menschen, die es am Ende trifft bei all diesen politischen Entscheidungen.
- 2:26Speaker 1: Eine von ihnen haben wir vor kurzem in Süd-Libanan getroffen.
- 2:30Speaker 1: Sie heißt Zalu und lebt in der Stadt Nabatir.
- 2:32Speaker 1: Und wir sind ihr dort auf einem Markt begegnet, der nach einem israelischen Angriff bis zu mehreren Angriffe sehr weitgehend zerstört wurde.
- 2:41Speaker 1: Trotz der Gefahr auch weiterhin dort immer von einer Rakete getötet werden zu können hat sie als Einzige auf diesem Markt bis heute ihren kleinen Kiosk geöffnet umgeben von einer wirklichen Trümmerwüste Und wir hören uns mal kurz an, was sie sagt.
- 3:18Speaker 1: Saloo gehört zu den wenigen, die geblieben sind.
- 3:21Speaker 1: Anfang September hat der Bürgermeister der Stadt erst gesagt, dass nach den erneuten Angriffen des israelischen Militärs nur noch zehn bis fünfzehn Prozent der Bewohner in der Stadt sind.
- 3:31Speaker 1: Was geht Ihnen durch den Kopf wenn Sie das hören was diese Frau sagt?
- 3:35Speaker 0: Erst mal bin ich wirklich überrascht, dass wir zuerst Betroffene zu Wort kommen lassen bevor wir hier selbst als Journalisten und Außenpolitiker philosophieren über ein Land, über einen Krieg oder einen Konflikt.
- 3:50Speaker 0: Denn ich kritisiere das auch in den letzten Monaten noch immer stärker und intensiver, dass wir über diese gesamte Regierung und dieses Land lieber nicht reden als wäre es nur ein Stück Papier irgendeine objektive Information, eine Zahl die wir aufsaugen und dahinter verbergen sich gar keine richtigen Menschen reelle Leben.
- 4:14Speaker 0: Und die Betroffene hat gerade sehr deutlich gesagt dass sie keine Kraft mehr hat und ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass Menschen die in so einer Situation leben sagen, sie haben keine Kraft meer.
- 4:25Speaker 0: wenn man sich überlegt, seit Monaten der Libanon, vor allem der Süden des Libanons Ziel ist von Bombardement, von einer militärischen Ausweitung Offensive.
- 4:38Speaker 0: Dieses Krieg ist in der Region seit, wie gesagt im achtem Oktober zwei tausenddreiundzwanzig.
- 4:43Speaker 0: Dann ist das eine Situation die mir als Außenpolitiker aber auch mehr als Abgeordneter und Mensch sagt wir müssen zügig, zügige Lösungen dafür finden dass die militärische Gewalt endlich endlich abgelöst wird durch Diplomatie und auch durch Friedensschließungen.
- 4:59Speaker 0: Und ich finde, dass Deutschland – und das ist Deutschland sehr gut tun würde – die Friedensmacht nicht nur national zu sein sondern europäischen internationalen.
- 5:07Speaker 0: Unsere Aufgabe muss es sein Menschen wie denen im Südlibanon, die noch da sind oder vertrieben worden sind eine Pospirität in der Perspektive zu
- 5:16Speaker 0: bieten.".
- 5:17Speaker 0: Dieser
- 5:17Speaker 1: Satz von Salu, wir können nicht mehr.
- 5:19Speaker 1: Das ist tatsächlich was, was uns sehr viele Menschen im Libanon an den verschiedensten Ecken gesagt haben.
- 5:25Speaker 1: Dort herrscht weiterhin Krieg und die israelische Armee hat auch weitere Teile des Süd-Libanan besetzt.
- 5:30Speaker 1: Nehmen wir denn in Deutschland überhaupt noch ausreichend wahr?
- 5:33Speaker 1: Was dort jetzt gerade passiert in diesem Land?
- 5:36Speaker 0: Wir nehmen ja diesen Podcast gerade in einer Zeitdorf rund um die Wahlen in Israel.
- 5:41Speaker 0: Ich glaube der Fokus nicht mehr so intensiv da, wie es vielleicht anfangt mehr im Jahr-Zweitausend-Sächsunzwanzig war als dieser Krieg ja begonnen hat.
- 5:51Speaker 0: Wenn man sich anguckt gibt es trotzdem jeden Tag weiter in Bombardement.
- 5:56Speaker 0: Menschen werden vertrieben.
- 5:57Speaker 0: Das ist etwas das man nicht akzeptieren kann.
- 5:59Speaker 0: Es ist etwas extrem Schreckliches und nunso mehr müssen wir dafür sorgen wenn es nicht medial aktuell Thema ist dass sie es zum thema machen denn Wir können Dinge auch nur dann effektiver verändern, gerade in der Politik wenn die Aufmerksamkeit auch da ist und deshalb finde ich es richtig dass man dafür Aufmerksamkeit schafft.
- 6:17Speaker 0: Gerade Libanon ist ein vergessenes Land weil alle Jetzt aktuell über die Wahlen in Israel sprechen, über Situationen in Gaza, Westbank oder über die Situation im Iran und dann der Ukraine.
- 6:27Speaker 1: Deutschland selber ist dort ja auch keineswegs unbeteiligt.
- 6:29Speaker 1: wir leisten humanitäre Hilfe unterstützen Entwicklungsprojekte und Wiederaufbau und gleichzeitig ist Deutschland einer der engsten verbündeten Israels.
- 6:37Speaker 1: und genau über diese Widersprüche und vor allem was es für die Menschen vor Ort bedeutet würde ich auch gerne sprechen.
- 6:43Speaker 1: Wir waren nicht nur im Süd Libanon sondern auch in der Dachier.
- 6:47Speaker 1: Die Dach hier sind die südlichen Vorortel Beiruts wo vor allem Menschenleben und die Hisbollah ist dort sehr stark.
- 6:53Speaker 1: Das Viertel war in den vergangenen Kriegen immer wieder schwer getroffen worden, auch in diesem Jahr und auch dort liegt vieles in Trümmern und der Wiederaufbau geht nur langsam voran.
- 7:02Speaker 1: Und genau an diesem Ort haben wir drei Schwestern getroffen.
- 7:07Speaker 1: eine von ihnen heißt Amel und sie haben lange in Deutschland gelebt und sprechen auch heute noch mit sehr viel Wärme über Deutschland.
- 7:39Speaker 1: Was glauben Sie, woher dieser warme Blick auf Deutschland kommt?
- 7:42Speaker 0: Es gibt ja eine ziemlich große libanesische Diaspora auch in Deutschland und wir nehmen jetzt ein Podcast ja quasi in Distanz aufeinander.
- 7:49Speaker 0: Ich sitze hier gerade in Hannover, ich bin mit Libanesen und Libanesern großgewonnen und dieses was Amel grade sagt ist die zweite Heimat.
- 7:57Speaker 0: für mich ist Deutschland meine erste Heimat.
- 7:59Speaker 0: aber aufgrund meines vor- und nachnahms hört man ja auch dass sich ein anderes Herkunftsland habe meiner Eltern.
- 8:06Speaker 0: Und ich kann das sehr, sehr gut nachvollziehen dass solche Menschen sagen sie fühlen sich in Deutschland zu Hause denn Deutschland ist ein tolles Land.
- 8:13Speaker 0: Ich lebe hier super, super gerne sowie auch Amel es selbst gerade beschrieben hat.
- 8:17Speaker 0: und grade im Libanon ist Deutschland bei allem möglicherweise Kritikpunkte die es berechtigt gibt ein Land, das als Unterstützerland auch gesehen wird.
- 8:27Speaker 0: Weil viel investiert wird, weil viel Entwicklungshilfe geleistet wird und weil viele Menschen aus dem Libanon entweder direkten Draht haben nach Deutschland, weil sie hier Familienmitglieder haben, weil die Menschen hier schon mal gelebt haben und danach zurückgekehrt sind.
- 8:40Speaker 0: Das ist ehrlicherweise eine Grundlage, die für uns sehr wichtig ist als Aufhänger unserer Arbeit.
- 8:46Speaker 0: denn die Frage, die man sich immer stellen muss wenn man mit einem Land in die Beziehung tritt in der Außenpolitik trifft man da auf ein Land, das auf einen selbst positiv blickt oder nicht.
- 8:56Speaker 0: Und egal mit wem ich spreche – die banesische Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft aber auch die Diaspora, die hier in Deutschland lebt… konnotiert Deutschland erst mal per se als positiv und als verbündeten Staat.
- 9:10Speaker 0: Und das ist etwas sehr, sehr Wichtiges.
- 9:12Speaker 0: um dieses Vertrauen, diesen Vertrauensvorschuss dürfen wir nicht verspielen wenn mir ein wirkliches Interesse daran haben dafür Stabilität und Sicherheit zu sorgen und vor allem für Zukunft Für Menschen wie Amel und ihre Familie.
- 9:23Speaker 1: Welche Rolle spielt in Deutschland konkret?
- 9:24Speaker 1: Kann man das einmal einen kurzen Abriss geben?
- 9:26Speaker 1: Wie unterstützt die Bundesregierung des Land konkret?
- 9:29Speaker 1: politisch finanziell oder humanitär?
- 9:32Speaker 0: Es gibt kaum ein Land auf dieser Welt, das so viel Entwicklungshilfe leistet wie Deutschland in Libanon.
- 9:38Speaker 0: Also wir sind eines der größten Geberländer der Welt.
- 9:41Speaker 0: Kaum ein anderes Land kommt an diese Unterstützung und fallen mal in diese Kontinuität- und Verlässlichkeit dran.
- 9:48Speaker 0: Ein Land wie Libanone die Gesellschaft wie auch die Politik schätze zusammenarbeit mit Deutschland sehr weil wir verlässlich unverbindlich sind.
- 9:54Speaker 0: Das sieht bei anderen starten anders aus, ich mache mal ein konkretes Beispiel ohne dass sich jetzt Donald Trump-Bashing machen will.
- 10:00Speaker 0: Das sieht bei den USA zum Beispiel anders aus und unsere Unterstützung fokussiert sich nicht nur rein auf das Ökonomische sondern wir sind halt auch ein Land eine liberale Demokratie die der Auffassung ist, dass es gut ist Zwiegesellschaftliche Projekte zu unterstützen Bildung zu unterstützen Schule Weiterbildung Universitäten Krankenhäuser.
- 10:16Speaker 0: das tun wir nicht nur dann wenn Konflikte da sind und Kriege da sind, das tun wir auch vorher wie auch nachher.
- 10:24Speaker 0: Und deshalb ist die deutsche Unterstützung eine sehr wichtige und deshalb bin ich der Auffassung dass unsere Gestaltungsmacht in der Diplomatie vor allem auch über Entwicklungszusammenarbeit kommt und nicht nur immer über die Frage von Militär.
- 10:34Speaker 1: Sie sagen militärisch und zivil?
- 10:36Speaker 1: Das ist doch genau dieser verrückte Widerspruch.
- 10:37Speaker 1: auf der einen Seite geben wir Geld um wiederaufzubauen, um Menschen zu unterstützen Die Krieg erleben und leiden und gleichzeitig geben wir geld und unterstützen die Rüstungsküter In dem Fall Unterstützung an Israel durch Rüstungsgüterlieferungen und Waffenlieferung, die ja auch dieses Leid und diese Zerstörung mit verursachen.
- 10:57Speaker 0: Also ich komme gleich zu dem Punkt mit dem Verhältnis zu Israel.
- 11:00Speaker 0: aber eine Sache zum Thema Lebanon.
- 11:03Speaker 0: Und das ist die Crux in der ganzen Geschichte hat ein Problem In der Nachbarschaft in der Region hat ein regionales Problem, regionale Herausforderung.
- 11:12Speaker 0: Das heißt Destabilisierungen kommen von außen weil der Lebanon immer ein Spielball war und immer noch ist von anderen Mächten in der Region und darüber hinaus auf der einen Seite Israel, auf der anderen Seite der Iran.
- 11:25Speaker 0: und gleichzeitig hat der Libanon einen Staat, in dem es auch noch einen weiteren Staat gibt.
- 11:29Speaker 0: Also ein Staat im Staat, vor allem wenn man sich beschäftigt mit dem südlichen Teil des Libanons.
- 11:34Speaker 0: Da fokussieren wir uns vor allem auf das Thema Hezbollah beispielsweise die gründet worden sind in den achtziger Jahren als sogenannte ich sag's bewusst in Anführungsstrichen Befreiungsarmee aber gesteuert und kontrolliert vor allem aus Tehran durch die Revolutionsgarde.
- 11:47Speaker 0: bedeutet die Menschen im Libanonn werden von innen und von außen wie ein Spielball zwischen den Polen, Mechnien und hergeschmissen.
- 11:56Speaker 0: Das macht die Situation im Libanon so superkomplex und deshalb muss ich sagen tun mir nicht nur die Menschen extrem leid sondern sage ich vor allem dass wir diese Klammer von innen vom Außen auflesen müssen denn die Staatsmacht gehört dem Volk keiner paramilitarischen Organisation keine Organisation die von außend kontrolliert wird.
- 12:16Speaker 0: und einen Staat wie Libanonn wenn wir wollen das der sich friedlich, stabil als verlässlicher Partner entwickelt.
- 12:23Speaker 0: Braucht es auch Nachbarn um sich herum wie zum Beispiel auch Israel die dieses Land mit unterstützt?
- 12:28Speaker 0: Das was aber die letzten Wochen und Monate verzeichnet worden ist sind nicht nur Angriffe im Rahmen irgendeiner Selbstverteidigung seit Anfang März weil die Hisbollah Raket abgeschossen hat nachdem der Iran attackiert wurde am artenzwanzig Februar sondern seit dem läuft da ein Krieg Infrastruktur kaputt macht, Millionen von Menschen vertreibt.
- 12:51Speaker 0: Tausende von Menschen sind tot, tausende vom Menschen sind schwer verletzt.
- 12:54Speaker 0: Das ist nicht etwas was ich mir vorstelle dass unsere Partner tun sollen mit finanzieller Unterstützung der Militärunterstützung von uns.
- 13:02Speaker 0: Ja Israel hat ein Recht sich selbst zu verteidigen wenn es bedroht wird von von Kräften außerhalb oder innerhalb ihres Landes Von terroristischen Organisationen und anderen Staaten.
- 13:12Speaker 0: Aber Deutschland kann nur einen Staat mit Waffen unterstützen, wenn dieser Staat versichern kann.
- 13:18Speaker 0: Dass deutsche Waffen nicht eingesetzt werden für Völkerrechtsbrüche und deshalb gehöre ich zu den Stimmen Deutschland die sich nicht nur Freundin damit gemacht haben als Ich gesagt habe dass die Regierung von Netanyahu völkerreichtswidrig handelt Und ich ein Problem damit habe das der Bundes Sicherheitsrat Die Organisation Das Gremium in Deutschland In der Bundesregierung die Überwaffennieferungen entscheiden Waffen liefern in einer Zeit, in der nicht garantiert werden kann.
- 13:43Speaker 0: Dass diese Waffen nicht für Völkerheitsbrüche verwendet werden.
- 13:45Speaker 0: In der deutschen Politik wird dieses Thema sehr schwarz-weiß diskutiert und das führt dazu dass es extreme Pole gibt und man muss sich dann immer für eine Seite entscheiden.
- 13:55Speaker 0: Und dieses Für Eine Seite entscheiden möchte ich nicht!
- 13:57Speaker 0: Ich will lieber nur unterstützen.
- 13:58Speaker 0: Ich will, dass die Menschen dort im Frieden leben können.
- 14:00Speaker 0: Gleichzeitig will ich, dass diese Regierung für Netanyahu auch für den Völkerrecht zu brechen und möglicherweise sowie internationaler Organisation sagen Kriegsverbrechen begehen.
- 14:09Speaker 0: Sie
- 14:09Speaker 1: haben gerade gesagt, dass Deutschland im Libanon bis heute einen sehr guten Ruf hat – das nämlich auch so war, weil ich sehe auf all meinen Reisen wirklich, dass dieser Blick sich in den letzten Jahren verändert hat.
- 14:21Speaker 1: Als ich anfange, bin ich dort seit über zehn Jahren immer wieder aus Deutschland.
- 14:28Speaker 1: große Freude.
- 14:29Speaker 1: Inzwischen ist es nicht mehr so!
- 14:32Speaker 1: Viele Menschen haben diese persönliche Verbindung zu unserem Land, aber gleichzeitig wächst auch dort bei den Menschen die Enttäuschung über die deutsche Politik.
- 14:39Speaker 1: Einer dieser Menschen, den wir getroffen haben, der heißt Mohammed und er ist hier aufgewachsen.
- 14:44Speaker 1: Er sagt Deutschland isst seine erste Heimat und er hat sich trotzdem mitten jetzt im Krieg entschieden in den Süden des Libanons zu ziehen aus Deutschland.
- 14:53Speaker 1: Und als ich ihn gefragt habe, warum er Deutschland verlassen hat, spricht er etwas an.
- 14:57Speaker 1: Ich glaube nicht nur ihn besonders beschäftigt sondern viele Menschen auch hier im Land.
- 15:01Speaker 1: Das ist die Doppelmoral, die er in der deutschen Politik aber auch in der Deutschen Berichterstattung wahrnimmt.
- 15:06Speaker 1: und wir hören uns einmal kurz an was er sagt.
- 15:09Speaker 1: Warum hier im Libanon?
- 15:11Speaker 1: Warum bist du hier?
- 15:12Speaker 1: Du hattest ja ein Leben in Deutschland und hast dich entschieden dir hier was Neues aufzubauen Weil ich unzufrieden war in Deutschland Unzufriedend.
- 15:22Speaker 1: Diese Doppelmoral, das ist für mich halt das Schlimmste gewesen.
- 15:26Speaker 1: Doppeln moral inwiefern?
- 15:28Speaker 1: Dopplen moral in Hinsicht Politik, doppeln moral im Hinblick der Presse, dopplen moral im Hinsich Migrationspolitik vor allem, dass da komplett andere Sachen ausgestrahlt werden und man merkt schon den Hass gegenüber Migranten.
- 15:48Speaker 1: Also ich mag Deutschland Ich bin aufgewachsen Eigentlich meine erste Heimat, aber die Lage da funktioniert einfach nicht mehr.
- 15:57Speaker 1: Das ist schon ein ziemlich hartes Urteil übern Land, das er gleichzeitig seine Heimat nennt.
- 16:01Speaker 1: Verstehen Sie diesen Vorwurf der Doppelmoral?
- 16:04Speaker 0: Erst mal finde ich es.
- 16:05Speaker 0: trotzdem muss man's festhalten und so geht es ja uns allen... ...die Zuwanderungsgeschichte haben entweder weil sie wirklich selbst zugewandert sind oder weil sie Kinder von zugewandelten sind und ich bin ein Kind von zugewanderten Deutschland bietet mir trotzdem ein Zuhause.
- 16:20Speaker 0: Es ist eine erste Heimat, es sind sehr starke Aussage aber dahinter merkt man ja eine gewisse Enttäuschung und ich kann nachvollziehen dass eine gewissen Täuschungen sich entwickelt hat über vor allem die letzten Jahre.
- 16:33Speaker 0: denn Ich vergesse nicht Diesem Land, das ist in dem Jahr twohundzehn bis neunzehntfünfeinundneunzig sei ich noch mal sehr persönlich.
- 16:40Speaker 0: Viele ehemalige burschenische Kriegsführschlinie aufgenommen hat wie meine Eltern und denen hier ein Zuhause geboten hat.
- 16:46Speaker 0: Ich musste nicht unter Raketenregen groß werden anders als andere Teile meiner Familie damals im Bosnien Zygovin in den neunziger Jahren.
- 16:52Speaker 0: ähnlich geht es sicherlich Mohammed auch so.
- 16:55Speaker 0: Und weil wir wissen dass Deutschland ein besonderes einen besonderen Wert hat der Niedergeschriebnis in unserer Verfassung.
- 17:03Speaker 0: Diese Verfassung kennt keinen Unterschied zwischen ethnischer Herkunft, diese verfassung kennt kein Unterschied zwischen Religion und vor allem zwischen Hautfarbe.
- 17:11Speaker 0: In den vergangenen Monaten aber auch Jahren haben mir immer mehr Menschen gesagt wir haben das Gefühl dass dieses Recht beliebig verwendet wird nicht nur nach außen in der Außenpolitik sondern auch in den Debatten nach innen Dass es schon ein Unterschied macht ob du weiß gelesen bist oder POC gelesen wird, ob du christlich gelesen wirst oder muslimisch gelesen bist.
- 17:36Speaker 0: Und bei diesem Thema Doppelmoral geht es darum.
- 17:38Speaker 0: wenn es darum geht Staaten zu verurteilen die uns per se eh unsympathisch sind mit denen wir in einer Konkurrenz im Wettbewerb und in einer Feinschaft stehen weil sie unterschiedliche Werte vermitteln dann sind wir in der Bewertung von Völkerrechtsbrüchen oder Regelbrüche sehr schnell da.
- 17:55Speaker 0: dann brauchen wir nicht länger als möglicherweise achtundvierzig Stunden.
- 17:59Speaker 0: Wenn es aber darum geht, dass befreundete Staaten bei uns befreunden konnotierte Staaten, Staaten mit denen wir groß wären wie die USA oder Staaten zu denen wir auch eine enge Freundschaft pflegen, auch wie zum Beispiel zu Israel, möglicherweise auch recht brechen dann brauchen Nicht achtundvierzig Stunden, auch nicht achtund vierzig Wochen.
- 18:19Speaker 0: Sondern benennen nie möglicherweise diese Regelbrüche und das führt dazu dass dieses grundlegende Vertrauen mit dem du groß wirst, mit den Wertekompass der dir mitgegeben wird auf Grundlage unseres Grundgesetzes.
- 18:32Speaker 0: Dass das ein bisschen erodiert und du dich fragst gibt es doch eine Wertigkeit zwischen Menschen und deshalb kann ich diese Enttäuschung Gut nachvollziehen, er ist nicht alleine damit.
- 18:42Speaker 0: Mir schreiben sehr viele Menschen... mich konfrontieren mit Zuwanderungsgeschichte aber auch ohne zu Warnungsgeschichten.
- 18:48Speaker 0: Es ist also nicht nur eine Frage von Menschen die Migranten sind oder Nicht-Migranten, sondern grundsätzlich sagen viele was macht ihr da eigentlich?
- 18:55Speaker 0: Warum benennt ihr die Punkte nicht deutlich.
- 18:57Speaker 0: ich glaube aber Deutschland muss deutlich sein muss klar sein in einer Sprache, ansonsten führen wir uns selbst und unsere Verfassung.
- 19:05Speaker 0: Und unser pristisch international absurdum wenn wir selbst unsere Werte verraten.
- 19:10Speaker 1: Also ich selber bin auch ziemlich deutsch und ich empfinde es sowohl was die Berichterstattung angeht aber auch was die deutsche Politik angeht Exakt so.
- 19:18Speaker 1: Wir hatten unsere Community im Vorfeld auch gebeten, Fragen zu schicken und es kam wirklich nicht so oft wie diese Stichworte.
- 19:24Speaker 1: ein Doppelmoral-Doppel des Standards zweierlei Maß.
- 19:27Speaker 1: Ist denn der deutschen Politik ist in der Bundesregierung das in diesem Ausmaß bewusst?
- 19:31Speaker 1: Sehen die diese doppelten Standards und diese Doppemoral?
- 19:34Speaker 0: Ich versuche mal so zu antworten, dass es interessant ist.
- 19:38Speaker 0: Dass das trotzdem diplomatisch bleibt und ich nicht Stress bekomme wenn ich dann irgendwann wieder nach Berlin muss mit meinen Koalitionspartnern, mit meinen eigenen Leuten also... Ich kann erstmal eine Sache festhalten Es gibt eine Entwicklung die wahrgenommen werden kann, dass ein gewisses Bewusstseins, eine gewisse Bewusstsein Svennerung gibt dieses wertete Dogma, dass man gar nichts dazu sagen kann wie in der Anfangsphase.
- 20:03Speaker 0: Das hat sich verändert.
- 20:04Speaker 0: Ich sage das deshalb bewusst, weil ich nicht mich selbst loben will sondern weil die Stimmen insgesamt loben wollen im Journalismus in der Zivilgesellschaft und auch in einer Politik, die den Mut aufgebracht haben zu sagen Leute wir können so nicht weitermachen Und es lohnt sich laut zu sein.
- 20:21Speaker 0: uns lohnt es sich auch deutlich zu sein in der Sprache ohne dass man irgendwen beleidigen oder verletzen muss damit Sondern es geht darum offensichtliches dass Glas klar ist, auch auszusprechen.
- 20:34Speaker 0: Das bedarf heutzutage Mut obwohl ich finde das es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein muss.
- 20:39Speaker 0: aber es ist wichtig gibt echt unterschiedliche Umfragen die zeigen in Studien dass die Mehrheit der Menschen unserem Land diesen aktuellen Kurs Deutschlands im Nahen Osten nicht verstehen nicht nachvollziehen oder auf gut Deutsch nicht unterstützen weil er einseitig dogmatisch und diplomatisch nicht klug ausgerichtet ist.
- 20:55Speaker 0: und gleichwohl gibt es auch eine sehr große Anhängerschaft von uns international, die uns eigentlich Vertrauen schenken.
- 21:02Speaker 0: Aber es stark irritiert sind und sich gefragt haben Warum macht Deutschland das bis zum Ende so radikal dogmatisch?
- 21:11Speaker 0: Und ist nicht in der Lage zumindest auszusprechen Offensichtliches Völkerrechtsbrüche möglicherweise Menschenrechtsverletzungen Kriegsverbrechen Die gerade untersucht werden durch den Internationalen Gerichtshof International Strafgericht.
- 21:22Speaker 0: So Es war so ruhig dass diese Ruhe lauter war als wie gesagt die lauten stimmen.
- 21:26Speaker 0: und Das muss umgekehrt werden denn ich habe einen Eid geschworen auf diese Verfassung als Abgeordneter, als Parlamentarier.
- 21:33Speaker 0: Ansonsten brechen wir die grundlegenden Dinge.
- 21:36Speaker 0: und ist da noch Luft nach oben in der Bundesregierung?
- 21:38Speaker 0: Wenn Sie mich ehrlich fragen ja es ist noch deutlich Luft nach oben.
- 21:42Speaker 0: gibt es einen Entwicklungsprozess der eher positiv ist?
- 21:45Speaker 0: Ja geht er mir schnell genug?
- 21:47Speaker 0: nein.
- 21:48Speaker 1: Also Luft nach Oben bezüglich dem Fakt dass sie erkennen das diese Politik als doppel moral betrachtet wird oder dass sich selber auch so handeln.
- 21:56Speaker 0: Ob sie sich selbst als doppelmoralisch bezeichnen würden oder ob Sie das sehen würden, wär mir erst mal egal.
- 22:01Speaker 0: Wichtig ist dass die Handlung angepasst wird.
- 22:04Speaker 0: Das heißt der Kurs der Bundesregierung muss klar sein.
- 22:06Speaker 0: Die bisherige Ausrichtung im Nahen Osten seit dem brutalen Massakade-Hamas am siebten Oktober XXIII Dass man sagt Man ist im Selbstverteidigungsrecht und ausschließlich fokussiert man sich nur auf dieses Selbstverteilungsrecht in alles Andere Ist egal.
- 22:22Speaker 0: Das was seitdem passiert ist Und wir sind jetzt drei Jahre später Merkt man dass alle diese militärischen Offensiven im Gaza-Streifen, im Libanon, im Iran zum Teil auch in Syrien die illegale Siedlungspolitik in der Westbank, den Palästina das nicht zu mehr Sicherheit geführt hat.
- 22:39Speaker 0: Nichts zu mehr Sicherheit für die Menschen in Israel!
- 22:42Speaker 0: Nichts zur Sicherheit für Polizistinnen und Polizisten und für viele andere auch!
- 22:46Speaker 0: Nicht so viel Sicherheit für die gesamte Region und auch nicht damit im Interesse Europas und Deutschlands Und ich weiß nicht was noch passiert muss dass man realisiert, dass der bisherige Kurs möglicherweise so nicht weitergeführt werden kann.
- 22:59Speaker 0: Sondern dass wir eine Anpassung brauchen aus all diesen genannten Gründen.
- 23:03Speaker 0: Es gibt keinen objektiven Grund meiner Auffassung nach, der einem das Gefühl der Bestätigung geben kann, dass die letzten drei Jahre Spitze abgelaufen sind.
- 23:12Speaker 1: Keiner!
- 23:15Speaker 1: von militärischen Operationen und Offensiven bezüglich Israel gesprochen.
- 23:19Speaker 1: Und irgendwie empfinde ich den Begriff fast schon als Euphemismus, also es gibt führende Menschenrechtsorganisationen, es gibt für eine Genozid-Forscher auch israelischer Herkunft.
- 23:27Speaker 1: selbst ein UN spricht inzwischen von Genozid.
- 23:31Speaker 1: jetzt aktuell hat die UN Kommission einen neuen Bericht vorgelegt wo sie von einer Fortführung von genozidalen Handlungen in Gaza seit dem Waffenmistil stand sprechen, wo Sie über das Sebastianland sprechen und von Auslöschungen von Vergewaltigungen von Fällen, von Folter und so weiter sprechen.
- 23:47Speaker 1: Ich weiß gar nicht ob da der Begriff oder die Sprache, die angemessene ist wenn wir von militärischen Offensiven und Operationen sprechen seitens Israels?
- 23:57Speaker 0: Ich weiß nicht ob ich Operation gesagt habe aber lass uns das Wort Krieg nehmen!
- 24:01Speaker 0: Und es ist ein Krieg den Israel dafür in der Region oder wie sagte es einen US-Politiker man versucht jedes Problem aus der Perspektive dieser israelischen Regierung wegzubomben Mit dem Ergebnis und mit den Folgen, dass nicht nur militärische Ziele vermeintlich militärisch anvisiert werden sondern vor allem das zivile und humanitäre Leid.
- 24:24Speaker 0: Brutal ist, war selbst in der Region.
- 24:26Speaker 0: Hab mir die Situation der Westbank angeguckt, ich war selbst im Israel, in Tel Aviv.
- 24:29Speaker 0: Ich war in Jerusalem und habe dort einen Flüchtlingscamp von Polizistenzern Besucht von UN-Organisationen Menschen, die aus Gaza geflohen sind oder aus der West Bank geflohnt sind.
- 24:39Speaker 0: Ich hab mir die Lage vor Ort angeschaut Und das was ich gesehen habe war desaströs und ich will es nochmal sehr deutlich machen Das was in Gaserstreifen passiert sind nicht nur Völkerrechtsbrüche sondern auch Kriegsverbrechen.
- 24:49Speaker 0: Das ist ja nicht etwas dass ich mir selbst ausdenke, das ist etwas das belegt ist und auch ausgearbeitet ist von allen UN-Organisationen.
- 24:57Speaker 0: Vom Internationalen Gerichtshof, den Deutschland anerkennt die Mehrheit der Staaten anerkannt ein gerichte... dass mitgegründet worden ist von Deutschland, und ratifiziert.
- 25:08Speaker 0: Alle humanitären Organisationen die aus deutschland und europa vor Ort tätig sein können irgendwie oder tätig waren sagen ganz klar das was da vor ort passiert sind regelbrüche buch des völkerrechts menschenrecht zwar letzten kriegsverbrechen.
- 25:21Speaker 0: aktuell wird untersucht durch die internationalen gerichte ob es ein genuzit ist.
- 25:26Speaker 0: ich will am ende mich gar nicht steigern in der bezeichnung wie schlimm diese verbrechen sind.
- 25:30Speaker 0: festhalten muss man verbrechen und jedes Verbrechen ist schlimm.
- 25:35Speaker 0: Und deshalb sage ich seit einem Jahr und länger, seitdem ich Außenpolitischer Sprecher bin, das heißt seit April zwei tausendfünfundzwanzig, dass dieser Völkerrechtswidrige Krieg der geführt wird, seitens der israelischen Region bennet werden muss.
- 25:47Speaker 0: Jetzt gibt es das Abkommen vom letzten Jahr aber wir können verzeichnen, dass doch trotz dieses Abkommens dieses Bomber-Normon dieser Krieg nicht zu Ende ist diese zerstörten Häuser, diese Trümmer, dieses Vernichten von ganzen Quartieren Das ist ja nicht Gott gewollt oder Natur gemacht.
- 26:04Speaker 0: Das ist das Ergebnis von menschlichen Befehlen, vom politischen Befehl aus Israel gewesen mit allerhärte Granatendronen über dieses Gebiet zu schicken und das ist bewusst und gewollts so passiert.
- 26:18Speaker 0: Und wenn man als Demokratie wahrgenommen werden möchte – und das will die israelische Regierung ja, es spricht von der einzigen Demokratie in dieser Region.
- 26:27Speaker 0: Und ja es gibt Wahlen, es gibt dort Gleichberechtigungen in vielen Teilen und wenn ich mich in Israel befinde fühle ich mich da auch weitest gehen muss ich auch sagen wohl und habe ich tolle Begegnungen gehabt.
- 26:38Speaker 0: und trotzdem wenn man eine eine Demokratie sein will dann kann es nicht sein dass im Kriegszustand oder einem sogenannten Selbstverteidigungszustand es keinen Unterschied gibt zwischen Demokratie und zwischen möglicherweise eine Autokratie, denn gerade an die Demokratie muss das humanitäre Völkerrecht vor allem das Kriegsvölkerrecht wahren.
- 26:58Speaker 0: Die israelische Regierung tut sich mit dieser Art von Destabilisierung, von dieser Art vom militärischen Kriegen oder Kriegen als solches keinen Gefallen ist wird kein bisschen mehr Sicherheit dadurch geben kurzfristig vielleicht aber mittel- und langfristig sehst du damit nur meiner Meinung nach Hass der sehr schwer abzulösen sein wird durch Vertrauen in den nächsten Jahren, Jahrzehnten.
- 27:32Speaker 1: Wir beide sind zum Glück sehr privilegiert und können hier sitzen im Warmen in unserem Studio und können über diese Dinge sprechen.
- 27:39Speaker 1: Die Menschen vor Ort sind die Opfer dieser Verbrechen, über die wir gerade gesprochen haben.
- 27:43Speaker 1: Und eine davon, die haben wir schon in unserer ersten Libanon-Volge getroffen, heißt Rania.
- 27:48Speaker 1: Sie ist auch Deutsch, lieber Nesen und sie hat erzählt wie plötzlich, wie sie im Gebäude war zu Hause das ganze Gebäud unter den Explosionen gezittert hat.
- 27:57Speaker 1: es waren Kampfjets über ihr, die Nachbarn haben den Koffer aus dem dritten Stock geworfen auf die Autos und sie selbst sind Todesangst im Pichamonen schlappen aus der Wohnung gerannt.
- 28:08Speaker 1: Wir haben sie gefragt, unter welchen Bedingungen Sie sich überhaupt vorstellen könnte im Hier und Jetzt.
- 28:15Speaker 1: Im Libanon im Hier-und-Jetzt wieder nach Hause zurückzukehren?
- 28:19Speaker 1: Wie wollen die Menschen zurückgehen wenn sie nichts haben?
- 28:22Speaker 1: Und trotz alledem sagen sich ganz viele Lebanese und ganz vielen Menschen aus dem Süden wir gehen zurück auch wenn wir in einem Zelt schlafen.
- 28:30Speaker 1: Kenne ich ganz viele Menschen, die würden das auch machen.
- 28:34Speaker 1: aber es wichtigste ist dass wir zurückgehen können Auch wenn wir in einem Zelt schlafen, trotz alledem.
- 28:40Speaker 1: wir aber wissen dass wir in diesem zelt sicher sind und nicht nachts aufstehen vom Bombenhakel.
- 28:47Speaker 1: Das ist glaube ich das ist das wichtigste.
- 28:51Speaker 1: Rania sagt also nicht, ich brauche mein Haus zurück oder meine ganze Existenz.
- 28:55Speaker 1: Ich würde sogar im Zelt schlafen!
- 28:56Speaker 1: Ich will einfach nur sicher sein.
- 28:59Speaker 1: und ja wir sprechen in Deutschland völlig zu Recht auch über die Sicherheit der Menschen Israel.
- 29:03Speaker 1: Es ist Fakt dass Norden von Israel auch nach Beschuss der Hezbollah Zehntausende Menschen ihre Häuser verlassen mussten.
- 29:11Speaker 1: Im Libanon sind bis heute mehr als eine Viertelmillion vertrieben Und Israels Verteiligungsminister sagt dazu die schiitischen Bewohner des Süd Libanons würden nicht zurückkehren, solange die Sicherheit im Norden Israel ist.
- 29:24Speaker 1: Nicht garantiert sei!
- 29:26Speaker 1: Wenn ich Menschen wie Rania zuhöre, frage ich mich hat denn die Sicherheit eines libanesischen Zivilisten in der deutschen Außenpolitik denselben Stellenwert?
- 29:36Speaker 1: Wie die eines israelischen Zivillisten?
- 29:49Speaker 0: Religion und Hautfarbe, dass dieses Bild aber erzeugt wurde.
- 29:55Speaker 0: Und zum Teil immer noch wird durch Reden im Deutschen Bundestag, vor allem das lautes Schweigen in der deutschen Öffentlichkeit.
- 30:05Speaker 0: Durch Handlungen bei vielen vielen Entscheidungen kann ich nochmal gut nachvollziehen.
- 30:11Speaker 0: Das ist für mich der Grund, warum ich gesagt habe Ich will als Außenpolitiker, als außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion dafür sorgen dass wir uns nicht noch unglaubwürdiger machen in der Sache.
- 30:23Speaker 0: und gleichzeitig aber geht es mir nicht nur um uns selbst sondern es geht mir darum das solche Schicksale wie wir jetzt die letzten drei Videos ja auch gesehen haben Dass diese Menschen eine Zukunft haben in ihrem Land.
- 30:35Speaker 0: Die Menschen im Lebanon müssen nach einer Jahrzehnten lange Kronik von bewaffneten Konflikten, Destabilisierung.
- 30:43Speaker 0: Kriegen von innen und von außen endlich die Zusage bekommen und auch eine Zukunft skizziert bekommen, in der sie vernünftig mit einer positiven Zukunftsperspektive leben können in den Leben aufbunden.
- 30:58Speaker 0: Wenn man sich das so hört, das zerreißt ein bisschen das Herz dass diese Frau so Heimat verliebt ist.
- 31:05Speaker 0: Das heißt sie liebt lieber in einem Zelt wo sie weiß Da wird es keine Granaten geben und sie kann weiter leben.
- 31:10Speaker 0: Und sie kann aber im Libanon
- 31:11Speaker 0: bleiben.".
- 31:12Speaker 0: Das ist natürlich eine Sache, die ein sehr krass emotionalisiert sei ich ganz offen und mich zum Teil auch wütend macht das wir es immer noch nicht geschafft haben Jahrzehnte später eine solche Umgebung zu schaffen mit all den Geldern, mit aller Förderung, mit der Arbeit, die wir auch geleistet haben dass wir zum Teil unsere Arbeit selbst kaputt gemacht haben Mit Entscheidungen entweder durch eigene oder durch Entscheidungen Dritter, die wir unwidersprochen gelassen haben.
- 31:39Speaker 0: Oder wie gesagt sogar aktiv mit unterstützt haben.
- 31:42Speaker 0: und wenn wir es nicht verstehen dass wir neue Töne einschlagen müssen und neue Handlungen treffen müssen wird das auch den nächsten Monate und Jahre nicht besser.
- 31:51Speaker 0: Und wenn es den nächsten Monaten ja nicht besser wird wird das für uns nicht besser.
- 31:56Speaker 0: all das hat folgen für uns humanitär migrationspolitisch energiepolitisch und sogar für die letzten, die es vielleicht nicht verstehen weil ihnen Humanität vielleicht nicht so wichtig ist in der Außenpolitik auch ökonomisch wichtig ist.
- 32:08Speaker 0: Wir merken es an der Zapssäule wir merken einen Lebensmitteln ETC.
- 32:12Speaker 0: Dementsprechend, glaube ich, gibt es genug Gründe so was ernst zu nehmen.
- 32:16Speaker 0: Dass nicht nur als einzig Geschichte wahrzunehmen sondern zu sehen dass aus dieser einzigen Geschichte eiligerweise ein großes Bild skizziert werden kann bei dem Ich möchte das Deutschland eine vernünftige Rolle spielt.
- 32:27Speaker 1: Es gibt noch eine weitere Aussage von Rania die ich gerne einmal zeigen möchte weil ich sie sehr sehr wichtig finde.
- 32:33Speaker 1: An was verstehen Die Menschen in Deutschland nicht über den Libanon oder die Menschen hier?
- 32:58Speaker 1: Was sind Ihre Gedanken, wenn Sie das hören?
- 33:00Speaker 0: Ja.
- 33:00Speaker 0: Das ist das große Polymer der medialen Öffentlichkeit und der politischen Debatte.
- 33:04Speaker 0: Viele Leute reden über den Libanon und haben sich mit dem Libanone gar nicht richtig beschäftigt.
- 33:07Speaker 0: Wir lassen zu, dass eine Gleichsetzung stattfinden kann zwischen Hisbollah im Lebanon.
- 33:16Speaker 0: Ich glaube, wir brauchen noch mal einen ganz schnellen Exkurs.
- 33:19Speaker 0: Es gibt Christen im Lebanon und es gibt Muslime und bei den Muslimen gibt es Sunniten, gibt es Shi'ites, gibt das Drusen etc.. Und die Hisbollah ist eine schiitische Organisation.
- 33:30Speaker 0: Bedeutet die Chihiten.
- 33:32Speaker 0: ein Teil der Chihitten fühlt sich vertreten durch diese Hezbollah.
- 33:36Speaker 0: Und die Hezbola ist in der deutschen und europäischen Politik eine Terrororganisation, die unterstützt wird durch das Mullah-Regime und anderen im Iran.
- 33:43Speaker 0: Gleichzeitig ist aber für viele Leute die Hezebollah mehr als nur eine Terror-Organisation.
- 33:47Speaker 0: Das muss man verstehen wenn man den Libanon verstehen will.
- 33:50Speaker 0: Das heißt nicht jeder, der um die Heizbollah herum unterwegs ist, ist gleich ein Hezbolaranhänger, Anhängerin und damit gleich einen Terrorist, eine Terroristin.
- 33:59Speaker 0: Wir müssen anfangen zu verstehen dass wir Hez-Bollar nicht mit den Shiiten gleichsetzen dürfen weil wenn wir das tun legitimieren wir oder versuchen jetzt zu legitimieren, dass quasi alles wo wir nur möglicherweise Schieten vermuten wegbombadieren dürfen.
- 34:13Speaker 0: Die Schiten leben vor allem schwerpunktmäßig im Süden des Libanons und wenn man diese Gleichsetzung dieser Formel bedient in seiner Außen- und Sicherheitspolitik dann gibt es dann quasi die indirekte Begründung dafür.
- 34:24Speaker 0: das ist okay Bomben, Drohnen über den Süden Libanons zu werfen und quasi die Bevölkerung im südlichen Libanon zu vertreiben.
- 34:33Speaker 0: Ich bin aber nicht Anhänger dieser Formel!
- 34:36Speaker 0: Diese Formel ist für mich ein Völkerrechtsbruch.
- 34:38Speaker 0: Diese Formell ist auch für mich eine Deckmante dafür, quasi eine Politik zu fahren, die nicht im Einklang steht mit internationalem Recht.
- 34:47Speaker 0: Und auf der anderen Seite – das ist mein Wunsch für Deutschland und jeden anderen Staat – darf die Staatsmacht nicht geteilt werden durch einen formellen und informellen Sektor.
- 34:58Speaker 0: Das heißt, die Staatsmacht liegt ... in der Hand der Gesamtbevölkerung des Staatsvolkes und vor allem der gewählten Mandatsträgerinnen- und Mandatsträger.
- 35:06Speaker 0: Deshalb halte ich den aktuellen Kurs der Lebanäischen Regierung für richtig, um es unterstützt zu werden!
- 35:11Speaker 0: Und das muss eigentlich deutsches Interesse sein und deutsches Ziel sein, Agenda sein die lebanesische Zivilbevölkungen das Parlament und die Regierungs unterstützen und sich nicht auf diese Spiechen von wie gesagt alles was schiitisches ist gleich hisbollah.
- 35:24Speaker 0: Ich halte das für fatal Wenn es darum geht, am Ende für Menschenwürde einzutreten.
- 35:30Speaker 0: Es legitimiert meiner Meinung nach nur Verbrechen und für diese wie gesagt kann Deutschland als Demokratie nicht
- 35:36Speaker 0: stehen.".
- 35:51Speaker 1: Alle zerstörten Dörfer sind mehrheitlich schiitisch.
- 35:55Speaker 1: Das heißt christliche, drusische und sunnitische Orte stehen im Verhältnis noch viel öfters und sind weniger zerstört.
- 36:01Speaker 1: Zum Beispiel das schiittische Bate lief es fast vollständig zerstören dass christliche Dippel drei Kilometer weiter steht.
- 36:07Speaker 1: weitgehend die Völkerrechtler sagen der New York Times in dieser Recherche dass den Vertriebenen die Rückkehr zu verwehren, ein Kriegsverbrechen wäre und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
- 36:18Speaker 1: Die israelische Armee sagt dazu, sie handele im Einklang mit dem Völkerrecht.
- 36:24Speaker 0: Lass uns das noch mal konkretisieren!
- 36:27Speaker 0: Im Süden gibt es eine sogenannte Sicherheitszone.
- 36:30Speaker 0: Eine Sicherheitszone kannst du als Land in einem anderen Land nur bilden schaffen, konstruieren wenn eine der beiden Bedingungen erfüllt sind entweder der UN-Sicherheitsrat bestimmt darüber die israelische Regierung in Sicherheitsholen im Süden Libanons errichten kann oder du bekommst eine Einladung der jeweiligen Regierung vor Ort und beides ist nicht der Fall.
- 36:50Speaker 0: Punkt!
- 36:51Speaker 0: Und wenn man die Hisbollah wirklich bekämpfen will, dann reicht es nicht nur aus, die Funktionärinnen und Funktionäre der Hisboller auszulöschen – ich versuche das immer wieder klar zu machen – in all dieser schwarz-weiß Debatte, die wir haben.
- 37:04Speaker 0: Mir geht es nicht um eine Relativierung der Hisboller sondern es geht darum zu verstehen dass die Menschen im Süd Libanon kaum einen anderen Anknüpfungspunkt haben, als sich diese Organisation anzuschließen.
- 37:16Speaker 0: Weil sie nicht nur militärische Angebote hat sondern auch zivile Angebote Arbeit Ausbildung etc.. Wenn wir also dafür sorgen wollen dass diese Idee der Hisbollah ersetzt wird durch eine Demokratische Idee, durch eine Idee die für mehr Sicherheit sorgt in der Region.
- 37:33Speaker 0: Da musst du dafür sorgen dass diese Menschen in Frieden und Sicherheit leben können.
- 37:36Speaker 0: Du wirst nie eine politische Ideologie aus den Köpfen der Menschen rausgebompt bekommen.
- 37:42Speaker 0: Kurzfristig zerstörst du und zerschlägst du Strukturen.
- 37:45Speaker 0: Du schaffst aber nur den Nährboden für neuen Hass, das wird am Ende nicht zu mehr Sicherheit führen.
- 37:51Speaker 0: Deshalb lehne ich das seit Tag eins, seit März kategorisch ab.
- 37:55Speaker 0: Das was sich gut finde ist dass alle drei Staaten miteinander sprechen Israel, Lebanon und auf Vermittlung der USA.
- 38:02Speaker 0: Dass es eine historische Wende.
- 38:04Speaker 0: so ein Gespräch gab es lange nicht mehr Jahrzehnte nicht mehr und gleichzeitig aber muss Israel sich anders abkommen halten.
- 38:11Speaker 0: Die Staatsgewalt in Libanon geht ausschließlich von den Libanesen aus.
- 38:18Speaker 1: Im Libanon sind es nicht nur die Menschen, die in den Häusern leben.
- 38:20Speaker 1: Die von diesen Angriffen betroffen sind sondern auch diejenigen, die versuchen Leben zu retten Wie da gerade die Situation im Süden des Libanons.
- 38:28Speaker 1: wie gefährlich dir ist zeigt die Geschichte von einem Mann, den ich Ihnen gerne noch vorstellen möchte.
- 38:32Speaker 1: Er heißt Mohammed Zuleiman und Ich habe ihn dort getroffen.
- 38:35Speaker 1: er leitet ein Rettungsteam Und sein Sohn Jude wollte genau dasselbe machen wieder Vater Menschen helfen.
- 38:43Speaker 1: Jude war sechzehn Jahre alt und als freiwilliger Helfer unterwegs, mit zwei seiner Kollegen und wurde bei einem israelischen Drohnenangriff getötet.
- 38:52Speaker 1: Sein Papa war ganz in der Nähe und sein Sohn hat nachweislich eine Sanitäterweste getragen und auch das Motorrad war deutlich mit dem Zeichen des Rettungsdienstes gekennzeichnet.
- 39:03Speaker 1: Mohamed hatte seinen Sohn verloren aber im Gespräch wurde sehr klar dass er nicht den Glauben verloren hat an diese Aufgabe, für die Jude sein Leben riskiert hat.
- 39:18Speaker 0: Jeder Mensch hat eine Mission im Leben.
- 39:21Speaker 0: Unsere ist es Menschen zu helfen.
- 39:24Speaker 0: Mein Sohn Jude ist mit diesem Glaubem aufgewachsen.
- 39:34Speaker 0: Für diese Mission haben wir einen sehr hohen Preis bezahlt der dieses Jahr mit Blut besiegelt wurde.
- 39:43Speaker 0: Wir können nicht einfach aufhören, mit dem wofür Jout Ali und Madi ihr Leben gegeben haben.
- 39:50Speaker 0: Nein!
- 39:50Speaker 0: Ihr Blut gibt uns noch mehr Antrieb diese Mission in die wir glauben vorzuführen und weiterzumachen.
- 40:00Speaker 1: Also ich muss gestehen, als ich vor allem stand und er mir diese Geschichte erzählt hat mit trainernen Augen war ich selber total überfordert.
- 40:06Speaker 1: Und wusste eigentlich genau gar nicht was ihm sagen soll.
- 40:10Speaker 1: Was würden Sie als deutscher Politiker einem Papa wie Mohammed sagen?
- 40:16Speaker 0: Es ist eine Geschichte von vielen die ich in den vergangenen Monaten hören musste.
- 40:22Speaker 0: Man muss festhalten dass in den letzten Monaten und Jahren es wenig vergleichbare Konflikte auf dieser auf dieser Welt gibt, bei denen so viele Menschen ihr Leben verloren haben in humanitären Einsätzen und bei den es so schwierig war wie im Gasastreifen oder auch im Lebanon überhaupt humanitäre Einsätze uneingeschränkt machen zu können.
- 40:48Speaker 0: Weil vor allem im Gasestreifen aber auch im Süden des Libanons das nicht gewollt war von der Regierung, in dem Fall auch zum Teil von der israelischen Regierung.
- 40:59Speaker 0: Und wenn man so eine Geschichte hört und ich weiß dass Außenpolitik nicht ausschließlich emotional geführt werden darf weil Außenpolitik nicht immer logisch ist.
- 41:08Speaker 0: Außen-Politik ist ein Austarieren von Interessen.
- 41:13Speaker 0: aber man braucht den Raum für genau solche Geschichten, für solche Erlebnisse, für solch einen Schmerz.
- 41:21Speaker 0: also diesen Schmerzen muss man Raum geben um vor allem als demokratischen Staat zu wissen, was es hier eigentlich geht.
- 41:31Speaker 0: Hier geht das um Menschenleben!
- 41:33Speaker 0: Wir reden über den Libanon oder den Gaza-Streifen, über Westbank... ...oder über Syrien immer nur so, als wären das Zahlen.
- 41:40Speaker 0: Das heißt wir setzen Menschen durch Zahlen weil keiner kann Empathie aufbauen mit Zahlen und wenn du empathielos bist dann kannst du kaltblütig deine Politik machen.
- 41:50Speaker 0: Kannst eine gewisse Distanz dazu aufbohren reflektierst nicht sofort was du tust und deshalb finde ich das diese Geschichte eine die man erzählen muss.
- 41:59Speaker 0: Diese Geschichte muss auch gehört werden im deutschen Bundestag, diese Geschichte muss gehört werden am Redepult wenn man spricht... Ich find dass Unglaublich mit, was für eine Kraft der Vater das spricht.
- 42:08Speaker 0: Fälle
- 42:08Speaker 1: wie die von Mohammed und seinem Sohn reihen sich allen in.
- 42:12Speaker 1: viele andere Fälle wenn es um die Tötungen von Rettungskräfte geht, von Sanitäter, von Mitarbeiter im Gesundheitssystem aber auch über die Tätung von Journalisten im Libanon genauso wie in Gaza Und es gibt inzwischen Menschenrechtsorganisationen, die dazu recherchiert haben, ermittelt haben.
- 42:29Speaker 1: Es gibt investigative Recherchen, die zu dem Ergebnis kommen in einigen Fällen auch um gezielte Tötungen handelt.
- 43:03Speaker 0: unempatisch wirken und als gefühllos braucht es Regeln.
- 43:06Speaker 0: Das ist die größte Lehre nach zwei Weltkriegen auf dieser Welt, dass brutale Verbrechen nicht mehr wiederholt werden dürfen.
- 43:16Speaker 0: Was wir aber verzeichnen können in den vergangenen, vor allem im vergangen drei Jahren, aber lass uns mal sagen seit Anfang dieses, dieser zwanziger Jahre.
- 43:24Speaker 0: in diesem neuen Jahrhundert ist das diese Errungenschaften ihrer Eltern, meiner Eltern.
- 43:30Speaker 0: Der Vorgeneration der Zivilgesellschaft, der Völkerrechtler, der Politik, der Parlamente in Europa und der Vereinten Nation, dass das immer stärker wegerudiert.
- 43:42Speaker 0: Grundlegende Übereinkünfte über Einstimmungen, Überzeugungen sind vor allem durch diese Kriege im Gaserstreifen, im Libanon aber auch zum Teil im Iran oder auch in Syrien komplett vernichtet worden.
- 43:56Speaker 0: Kinder Frauen, Krankenhäuser, Schulen werden gezielt anvisiert durch kriegerische Schandeln.
- 44:06Speaker 0: Sei es durch Drohneangriffe, sei es durch Granaten... Das ist etwas das mir extrem Russe Sorgen macht weil ich will dass meine Generation Ich bin dreißig und die die danach kommt nicht nur in Deutschland und Europa sondern international In einer Welt leben können der Nicht das rechte stärkeren gilt Sondern die Stärke des Rechts.
- 44:25Speaker 0: Hat Deutschland da genug getan, um genau diesen Grundsatz zu verteidigen?
- 44:31Speaker 0: Den auch zu leben.
- 44:32Speaker 0: Auch wenn ich Teil dieser Regierung bin muss sich da kritisch sein und auch kritisch sagen Nein wir haben nicht gut genug getan.
- 44:38Speaker 0: Wir haben es sogar möglicherweise indirekt mit gefördert Und Deutschland hat aber seit den zweitausendern einen sehr, sehr guten Ruf in dieser Region.
- 44:48Speaker 0: Wir haben es aber geschafft, sehr viel Vertrauen auch kaputt zu machen in den letzten Monaten und Jahren.
- 44:52Speaker 0: Und das hat sich auch wiedergespiegelt mit als Eingrund bei den Wahlen als nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat.
- 44:59Speaker 0: also ich glaube dass war eine schallende Orffalge die noch immer noch als Echo in unserem Ohr zu hören sein sollte.
- 45:06Speaker 0: Das ist für mich etwas... ...das war eine schwere, schwere Niederlage war aber abzusehen und ich hoffe dass wir daraus lernen gemeinsam.
- 45:13Speaker 1: Die Frage ist nicht nur inwieweit wir dieses Unrecht möglicherweise in der Vergangenheit gefördert haben, sondern mir stellt sich die Frage, inwie weit wir es immer noch gerade aktiv mitfördern.
- 45:23Speaker 1: Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat im März diesen Jahres angekündigt alle Häuser in den Dörfern an der Grenze Libanon so zu zerstören ausdrücklich nach dem Vorbild von Rafah und Beit Hanoun in Gaza.
- 45:37Speaker 1: Sie haben sicher bereits dafür ausgesprochen in der vergangenheit keine Rüstungsküter mehr zu liefern, die im Gasastreifen eingesetzt werden könnten bei möglichen Völkerrechtsbrüchen.
- 45:47Speaker 1: Die israelische Regierung sagt ja aber nun selbst der Süd-Liebernon soll wie Gasa behandelt werden nach diesem Vorbild.
- 45:54Speaker 1: Deswegen frage ich mich sollte sich denn so ein Exportstopp eigentlich nur auf Gasa beschränken?
- 45:59Speaker 1: oder muss Deutschland nicht angesichts der Verbrechen, die dort passieren diese Lieferungen von Rüstungsgliedern ausschließen für den Liebernon und auch fürs Westjordanland?
- 46:12Speaker 1: zum Einsatz kommen können.
- 46:14Speaker 1: Das ist auch tatsächlich eine Frage, als wir angekündigt hatten das wir dieses Interview heute machen die sehr viel von den Menschen kam aus unserer Community.
- 46:22Speaker 0: Diese Position hat keine Mehrheit in dieser Bundesregierung und trotzdem ist es richtig dass wir immer wieder genau über diesen Punkt sprechen.
- 46:32Speaker 0: erstens Rüstungskontrollgesetz.
- 46:35Speaker 0: Das Rüstungskontroll Gesetz regelt sehr klar dafür braucht es keine Interpretation Dafür braucht es keine großartigen juristischen Guteachten für was deutsche Waffen verwendet werden dürfen.
- 46:47Speaker 0: und zweitens muss immer garantiert werden, dass deutsche Waffen nicht eingesetzt werden dürfen.
- 46:54Speaker 0: Für Völkerrechtsbrüche Kriegsverbrechen oder weitere Verbrechen bedeutet sobald deutsche Wachen verwendete werden zum Bruch internationaler Regeln rechts sind solche Exporte nicht legitim.
- 47:05Speaker 0: Und wenn wir gleichzeitig Anerkennen, dass es die UN gibt.
- 47:09Speaker 0: Wenn wir überzeugt sind vom Internationalen Gerichtshof, internationalem Strafgerichtshofen... wenn wir überzeugts sind davon das Völkerrechtler und das ist ja nicht nur eine Handvoll, nicht nur dutzend sondern es sind hunderte von Völkerrechtlern, die sagen Das was gerade im Gazastreifen in der Westbank oder auch im Süden Libanons passiert, nicht kompatibel mit internationalem Recht.
- 47:30Speaker 0: und einen weiteren Punkt.
- 47:31Speaker 0: Wenn sogar der Menschenrechtsbericht der EU-Kommission das besagt belegt und auch schreibt dann weiß ich nicht was es noch für Bezugspunkte gibt um das als Gegenstand zu nehmen.
- 47:43Speaker 0: zur Korrektur von Entscheidungen wenn die Staaten garantieren können dass diese Waffen nicht eingesetzt werden.
- 47:50Speaker 0: für Bruch von Regeln und Recht Kann man miteinander sprechen, muss man miteinander reden aus unterschiedlichen Gründen.
- 47:56Speaker 0: Jetzt kann man sagen Deutschland muss per se alles stoppen.
- 47:58Speaker 0: das ist Quatsch.
- 47:59Speaker 0: so funktioniert Außen- und Sicherheitspolitik nicht.
- 48:01Speaker 0: Bilaterale Beziehungen füßen auch auf Fragen von Rüstungskorporation.
- 48:05Speaker 0: Das ist nicht etwas dass ich mir ausdenke sondern diese Regien haben wir uns selbst gegeben Und Ich Möchte Nur Dass Wir Uns an unsere Regen Halten.
- 48:12Speaker 0: Wenn sich Israel dann hält, die israelische Regierung kriegt es weitern unsere vollste, vollste Unterstützung in Sicherheit leben zu können.
- 48:20Speaker 0: Wenn diese Regeln gebrochen werden weil unsere Waffen missbraucht werden Dann sagen die Regeln ganz klar was das für uns bedeutet.
- 48:27Speaker 0: Ich will nicht mehr und nicht weniger als dass sie uns ein Recht und Regen halten.
- 48:31Speaker 1: Bestandsaufnahmen hier und jetzt ist, dass die deutsche Bundesregierung weiterhin Rüstungsexporte nach Israel zulässt.
- 48:37Speaker 1: Bestandsausnahme gleichzeitig ist auch, wenn wir auf Gaza das Versjordanland und in Süd-Liebernon gucken, dass es dort zu Verbrechen kommt und Völkerrechtsbrüche.
- 48:46Speaker 1: Also wäre dann Ihre Position zu sagen, wir dürfen angesichts dieser Bestandaufnahme keine Waffen mehr an Israel liefern im Hier und Jetzt?
- 48:54Speaker 0: Das große Problem als Parlamentare sitzt bei diesem Bundes-Sicherheitsrat nicht.
- 48:58Speaker 0: D.h.,
- 48:58Speaker 0: man entscheidet ja nicht über Waffen.
- 49:00Speaker 0: enger Kreis einer ausgewählten Ministerin und Ministern.
- 49:03Speaker 0: Das ist nicht etwas, weil ich mich jetzt rausziehe mit meiner Antwort auf diese Frage, sondern von Mechanismus her.
- 49:08Speaker 0: Ich kann gar nicht überwaffen die vornen Scheiden und ich kriege diese Lageberichte nicht genauso präsentiert und die Korrespondenz zwischen den Regierungen wie zum Beispiel
- 49:15Speaker 0: Regierungsvertreter.".
- 49:16Speaker 0: Was passiert dann eigentlich?
- 49:18Speaker 0: Eine Regierung unterschreibt quasi eine Erklärung.
- 49:21Speaker 0: Hiermit erklären wir, dass gelieferte deutsche Waffen und Waffengüter und Elemente nicht verwendet werden für Kriegsgebiete in denen es möglicherweise zu Regelbruch oder Rechtsbruch kommen kann.
- 49:32Speaker 0: Wenn das einem ausreicht, dann kann man sagen okay, da ist man wirklich naiv weil man gleichzeitig ausblendet, was noch passiert.
- 49:40Speaker 0: Wenn Sie mich jetzt ganz konkret zu meiner Meinung fragen erwarte ich von der Bundesregierung eine deutlich kritischere Haltung so lange es nicht dazu kommt dass diese Kriege beendet werden.
- 49:50Speaker 1: Okay ja verstanden also sie können eigentlich nichts entscheiden weil es gibt andere Entscheidungsstrukturen und Kremien die über diese Dinge entscheiden.
- 49:57Speaker 1: dann lassen Sie uns einmal kurz träumen.
- 49:59Speaker 1: wenn Sie entscheiden könnten würde Deutschland weiterhin Waffenexporte und Rüstungsgüter an Israel geben dir de facto in diesen Regionen eingesetzt werden können und wir das nicht überwachen können, also im Südlibaunon, in Gaza und im Westjordanland.
- 50:13Speaker 0: Man sagt immer, wir können keinen Einfluss auf Israel nehmen, dass die israelische Regierung sich bewegt diese Verträge auch einzuhalten sie Abkommen einzuhalten.
- 50:21Speaker 0: ich glaube, dass diese Rüstungskorporationen und dass diese rüstungsgüter und Exporte genutzt werden können um die isrelische Regierung dazu zu bewegen dieser Abkommen einzuhalten.
- 50:30Speaker 0: wenn wir merken dass diese Abkommen nicht eingehalten werden und weiterhin Völkerrechtsverbrechen vollzogen werden, dann muss das auch auf den Tisch.
- 50:38Speaker 0: Das habe ich auch im vergangenen Jahr gesagt, dass Waffen, Exporte gestoppt werden müssen die möglicherweise eingesetzt werden könnten im Gasastreifen.
- 50:46Speaker 0: damit konnten wir uns durchsetzen vor Friedrich Merz dem Bundeskanzler in der Sache vom Libanon.
- 50:53Speaker 0: jetzt finde ich für diese Position keine Mehrheit.
- 50:57Speaker 0: Also konkret, die Sicherheitszone muss zurückgebaut werden und zurückschaffen werden.
- 51:01Speaker 0: Die Kontrolle muss in der Hand einer lebendlichen Regierung sein.
- 51:05Speaker 0: Und die internationalen Streitkräfte sind die einzigen Streitkräfte, die das Recht haben.
- 51:08Speaker 0: Sicherheitszonen oder was auch immer zu errichten im Süden Libanons und keine andere Regierung.
- 51:12Speaker 0: wenn es keinen UN-Beschluss gibt und keine einladenden ist lebendliche Regierungen.
- 51:15Speaker 0: Wenn das nicht akzeptiert wird seitens der Netanyahu-Regierung von Graz dann muss wie gesagt Deutschland aus seiner Politik anpassen.
- 51:22Speaker 0: Da gibt es unterschiedliche Instrumente und ein Instrument ist, wie gesagt das Thema Waffenlieferung.
- 51:26Speaker 0: Existenzrecht Israels bedeutet Israel als Staat gibt es.
- 51:29Speaker 0: die meisten Staaten auf dieser Welt haben diesen Staat anerkannt.
- 51:32Speaker 0: Einer der ersten Staaten sogar im muslimischen Staat Türkei.
- 51:34Speaker 0: muss man sich auch mal vorstellen dass Türkeis eines der Ersten Staaten war die die existent israels anerkannte innerhalb der feiten Nationen.
- 51:42Speaker 0: Israel um die Menschen.
- 51:43Speaker 0: Israel sollen sicher leben!
- 51:44Speaker 0: Die Menschen Israel sollten auch frei wählen dürfen.
- 51:46Speaker 0: sie sollen auch Friedensicherheit Wohlstand leben.
- 51:49Speaker 0: Deutschland
- 51:49Speaker 1: hat diese Historie.
- 51:52Speaker 1: über Menschen jüdischen Glaubens und die Verantwortung für den Schutz jüdischer Lebens ist nicht verhandelbar.
- 51:59Speaker 1: Gleichzeitig gilt ja Völkerrecht, Menschenrechte und Menschenwürde universell für alle.
- 52:04Speaker 1: Absolut!
- 52:05Speaker 1: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine war Deutschland sehr schnell und hat gesagt wir verteidigen nicht nur einiges Land sondern wir verteiden in der Ukraine auch diese internationale Ordnung, in der eben nicht der Stärkere entscheidet welche Grenzen und welche Regeln gelten.
- 52:21Speaker 1: Ich selber war auch mehrfach in der Ukraine seit dem Angriffskrieg Russlands und ich habe gesehen welches Leid dieser Angriffs-Krieg dort anrichtet und welche Kriegsverbrechen auch begangen werden.
- 52:31Speaker 1: Ich konnte zum Beispiel damals nach Butcher und ich finde das vollkommen richtig dass Deutschland diese Verbrechen so klar benennen und verurteilt.
- 52:38Speaker 1: Gleichzeitig war ich auch mehrfach im Libanon, im Süd-Libananen in Palästine, im Westjordanland und im Süden Syriens.
- 52:44Speaker 1: Ich habe auch dort gesehen was diese israelischen Militärangriffe für die Zivilbevölkerung bedeuten und auch welche Verbrechen dort begangen werden.
- 52:53Speaker 1: Warum werden wir dem eigenen Anspruch der Verteidigung dieser internationalen Ordnung, dieser universellen Menschenrechte dieses völkgerecht auf das sie uns geeinigt haben?
- 53:02Speaker 1: Warum werden mir dem gerade im Nahen Osten als Deutschland nicht gerecht?
- 53:06Speaker 0: Nicht mehr
- 53:07Speaker 0: gerecht?!
- 53:07Speaker 0: Genau, nicht mehr gerecht.
- 53:09Speaker 0: Weil sich die Debatte um den nahen und mittleren Osten entwickelt hat zu einem... Und ich sage das nicht weil ich irgendwas relativieren will oder romantisieren will.
- 53:17Speaker 0: zu einem Fußballspiel.
- 53:19Speaker 0: Wenn man über den Nahen Oston spricht und egal mit welcher Seite israelisch gelesen, palästinendisch geliesen, jüdisch gelessen oder muslimisch gelassen muss man sich quasi wie im Fußball für einen Team entscheiden.
- 53:31Speaker 0: Man entscheidet sich aber nicht nur für ein Team sondern wird gleich anführen einer Hooligan-Gruppe.
- 53:36Speaker 0: So polarisiert ist diese Debatte sogar schon im politischen Berlin angekommen.
- 53:42Speaker 0: Es ist also nicht nur eine Debatte, die so in der Zivilgesellschaft geführt wird oder in Universitäten und auf der Straße wo zwei Gruppen aufeinander prallen mit prallen meine ich nicht gebeitsam aber mit wirklich sehr festgefahrenen Bildern sondern auch im deutschen Bundestag und ich erwarte von einem Demokraten von einem deutschen Parlamentarier Gleichzeitigkeiten auszuhalten.
- 54:05Speaker 0: man kann und muss sich für die Sicherheit Israel stark machen.
- 54:10Speaker 0: Und gleichzeitig, weil Völkerrecht-und Menschenrechte universell sind, muss man genauso – wenn man glaubwürdig sein will für das andere – mit derselben Intensität auch sagen, dass selbstbestimmungsrecht der Palästinenserinnen und Palästenensern ist uns wichtig.
- 54:24Speaker 0: Auch da Selbstbestimmungerecht von Libanesen und Libaneszen ist uns wichtig.
- 54:27Speaker 0: Auch das Recht der Menschen in Syrien ist uns Wichtig!
- 54:30Speaker 0: Wenn man das nicht tut... macht man sich unglaubwürdig.
- 54:33Speaker 0: und dieser Unglaubwürdigkeit nimmt man sich in der Außenpolitik, in einer multipolaren Welt Handlungsspielräume.
- 54:41Speaker 0: Denn ich finde das total klasse dieses Beispiel mit der Ukraine diese russische Vollinvasion Diese Kriegsverbrechen Putins in der Ukraine.
- 54:47Speaker 0: Die internationale Gemeinschaft hat vor allem die Ukraine Deutschland und Europa seit Tag eins unterstützt auch in der Abstimmung über Resolutionen durch unsere Position im Nahen Osten durch das Nicht-Aussprechen von Verbrechen auf der anderen Seite, sondern man hat sich fokussiert auf den Terrorangriff der Hamas.
- 55:07Speaker 0: Zu Recht ist eine Terrororganisation mit nicht zu rechtfertigen Aber gleichzeitig sagt man dann zwei Jahre später nicht zu den Menschenrechtsverletzungen und zu den Kriegsverbrechen im Gazastreifen oder in der Westbank die auch mit nicht zurechtfertigen sind.
- 55:21Speaker 0: Dann sagt die internationale Gemeinschaft vor allem der globale Süden ihr wollt dass wir euch unterstützen In der Deutungshoheit Wenn es um den russischen Angrestkrieg geht in der Ukraine und gleichzeitig aber guckt ihr weg, wenn völkerrecht gebrochen wird über Nacht in Venezuela durch eine Invasion durch US-Präsident Donald Trump.
- 55:39Speaker 0: Da sprecht ihr darüber dass das nicht analysierbar ist.
- 55:41Speaker 0: so schnell, es ist schwierig... Wie sagt ihr da Außenminister?
- 55:45Speaker 0: Hochkomplex obwohl es glasklar ist.
- 55:48Speaker 0: die Situation in Gaza ist auch nicht hoch komplex.
- 55:50Speaker 0: sie ist sehr klar über sechzigtausend Tote.
- 55:52Speaker 0: manche sprechen von siebzig tausend Max Banken Institut sprich von über hunderttausenden Toten Auf jeden Fall über Millionen von Vertriebenen, hunderttausend von Schwerverletzten.
- 56:00Speaker 0: Die Situation in der Westbank ist auch nicht hochkomplex – sie ist klar!
- 56:05Speaker 0: Wir haben eine illegale Siedlungspolitik wie seit Jahren nicht mehr und vor der Wahl.
- 56:09Speaker 0: haben Sie noch weiter zugenommen oder hat das Ganze noch weiter zugenommen?
- 56:12Speaker 0: Aber das Problem ist der Reflex, der sich eingeschlichen hat in einer medialen Debatte und in der politischen Debatt ist….
- 56:17Speaker 0: Wenn du das so sagst wirst du gleich gesehen als Gegner dieses einen Teams Diese schwarz-weiß Denken führt diese Diskussion in eine sehr, sehr toxische Umgebung.
- 56:29Speaker 0: Eine sehr toxischere Atmosphäre und diese wird nicht nur bedient von einer Seite und das will ich auch hier sagen damit es nicht so wirkt als ob wir nur in Anführungsstrichen pro palis nensisch reden und anti israelisch.
- 56:39Speaker 0: darum geht's hier nicht im Podcast sondern es geht um die Analyse vom Gegebenheiten und von der Gegenwart.
- 56:45Speaker 0: Es ist kein Kampf zwischen Juden und Islam oder Judentrum in Islam sondern hier geht es darum, dass Regierungen um Ressourcen und um Land kämpfen.
- 56:53Speaker 0: Allein die Lesart dieses Konfliktes führt dazu, das wir so schwer darüber debattieren können weil es gleich etnifiziert wird und quasi daraus eine religiöse Debatte gemacht wird.
- 57:04Speaker 0: Hier geht es aber mehr als um Religion und als um Ethnie.
- 57:07Speaker 0: Hier ist wie gesagt um Kontrolle über Staatsgebiete, Territorien, strategische Ausgangslagen, Sicherheitspositionen Zugänge zu mehr, Zugänge zur Ressauceetc.
- 57:16Speaker 0: Und wenn wir das nicht schaffen zu ändern uns immer wieder darauf einlassen, die Debatte religiös zu führen oder gegen Fußballspiel zu führen.
- 57:24Speaker 0: Wer ist der beste Anführer einer Hulligengruppe auf der einen und auf der anderen Seite?
- 57:28Speaker 0: Werden wir keinem einzigen Kind im Libanon helfen können und auch nicht in Gaza helfen können?
- 57:34Speaker 0: Das ist auch immer eine Botschaft, die ich versuche mit rauszugeben, zu sagen es gehen Gleichzeitigkeiten.
- 57:39Speaker 0: Sie müssen gehen weil ansonsten wie gesagt wird Deutschland ein Zuschauer bleiben und kein Akteur auf dem Spiel fällt.
- 57:46Speaker 1: Ich glaube, man muss verstehen dass die beiden Teams eben nicht sind da.
- 57:49Speaker 1: Die Israelis, da die Palästinenser sondern es ist Bin ich nicht pro Israel, pro Palästina.
- 57:54Speaker 1: Bin ich pro Menschenrechte?
- 57:56Speaker 1: Ich bin pro Völkerrecht oder dem universeln Anspruch all dessen und das gilt für jeden Menschen auf dieser Erde.
- 58:03Speaker 1: Deswegen verwehr ich es mich auch diesen Kategorien und antworte dann genau das.
- 58:07Speaker 1: Und ich glaube, dass ist auch das Fundament dieses Gesprächs, das wir beide führen.
- 58:11Speaker 1: Es ist kein Lagerdenken sondern die Frage danach wo steht man wenn es um diese Werte geht, auf die wir uns geeinigt haben.
- 58:19Speaker 0: ist Teil unseres Grundgesetzes.
- 58:21Speaker 0: Jeder, der in diesem Land lebt mit Staatsbürgerschaft oder ohne Staatsbürgerschaft hat diese Rechte und Pflichten.
- 58:29Speaker 0: Rechte kriegt man, Pflichte hat man muss erfüllt werden.
- 58:33Speaker 0: deshalb tue ich nicht mehr und nicht weniger als dieser Verfassung zu verteidigen nach innen wie auch nach außen.
- 58:40Speaker 0: das muss einfließenden unser politisches handeln.
- 58:43Speaker 0: Und viele Menschen sind von uns enttäuscht in Deutschland Aber auch viele Partner außerhalb Deutschlands, allein schon in Europa.
- 58:51Speaker 0: Wir müssen gar nicht so über die Staaten im Nahen Osten reden.
- 58:54Speaker 0: Viele unserer Partnerländer in Europa checken nicht warum wir zum Teil so agieren wie wir agieren und das muss uns dann doch zum Denken geben und sagen ey ich rede hier nicht nur über Spanien weil Spanier wird dann immer als radikales linkes land genommen.
- 59:08Speaker 0: Nein, nein!
- 59:09Speaker 0: Wir reden ja über Länder wie Großbritannien, wir lehren über Länder Wie Frankreich.
- 59:12Speaker 0: Die sehr deutlich sagen Ey was macht ihr da eigentlich?
- 59:16Speaker 0: Und ich glaube, das ist etwas, dass deutsche Politik verändern muss und daran arbeite ich.
- 59:22Speaker 1: Ich hoffe, der Podcast gefällt euch bisher her.
- 59:24Speaker 1: Spotlights ist freier und unabhängiger Journalismus, der die Menschen und Geschichten in den Vordergrund stellt!
- 59:31Speaker 1: Wir gehen dahin wo keiner mehr hinschaut –.
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- 59:46Speaker 1: Wir zeigen euch die Menschen, die wir vor Ort treffen vor Ort erleben.
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- 1:00:32Speaker 1: Danke euch allen.
- 1:00:33Speaker 1: und jetzt zurück zum Podcast.
- 1:00:47Speaker 1: Wir haben die Situation im Südlibanon, wir haben die vielen, vielen getöteten in Gaza und auch weiterhin seit dem sogenannten Waffenstillstand werden dort Menschen getötet.
- 1:00:55Speaker 1: Wir haben eine illegale Besatzung im Westjordanland, deren Fortdauer der Internationale Gerichtshof als rechtsfriedig eingestuft hat.
- 1:01:03Speaker 1: Und inzwischen muss sich sogar Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof wegen des Vorwurfs verantworten einen möglichsten Völkermord in Gaza unterstützt zu haben.
- 1:01:12Speaker 1: Wo liegt für Deutschland die rote Linie?
- 1:01:14Speaker 1: Und was muss noch passieren, damit aus dieser verbalen Kritik, die ja immer wieder vorgetragen wird und auch mehr vorgetragend wird inzwischen von Friedrich Merz und Co.
- 1:01:23Speaker 1: als früher?
- 1:01:24Speaker 1: Wo liegt die rote Linie, dass aus dieser Kritik wirklich konkrete echte politische Konsequenzen werden?
- 1:01:32Speaker 0: Vor allem zieht sich die Frage zum Beispiel auf das Abstimmungsverhalten Deutschland auf EU-Ebene wenn es darum geht... möglicherweise das Assoziationsabkommen in Teilen auszusetzen.
- 1:01:43Speaker 0: Hier geht es nicht darum, irgendwie zu boykottieren sondern klarzumachen dass ein Assozierungsabkommen also eine Art Freienetzabkommen immer an Regeln geknüpft ist.
- 1:01:52Speaker 0: und wenn Menschenrechte nicht eingehalten werden Wenn gegen Regeln gebrochen wird internationales Recht gebrocht wird dann kann man mit der Europäischen Union einfach nicht zusammenarbeiten.
- 1:02:01Speaker 0: Und die in den letzten Monaten ist diese Entscheidung auf EU-Ebene geblockt worden weil vor allem Unionsteil der Bundesregierung immer sehr deutlich gemacht hat, dass sie wie gesagt diese Entscheidung nicht mitgehen kann aufgrund der historischen Verantwortung Deutschland-Israel gegenüber.
- 1:02:17Speaker 0: Das heißt das wird dann miteinander vermischt und ich will das sehr konkret machen, wie geht es jetzt eigentlich weiter bei uns in der Bundesregierung?
- 1:02:23Speaker 0: die Vereinbarung auch in der Koalition?
- 1:02:25Speaker 0: Dass diese Wahlen in Israel abgewartet werden und dass eine neue Regierung sich bildet und mit dieser neuen Regierung bestmöglich nicht mehr ein Regierungschef Netanyahu und bestmöglich nicht mehr diese zwei rechtsextremen Minister wegen Vions Modric in der Regierung, dass ein neuer Kurs eingeschlagen werden muss.
- 1:02:42Speaker 0: Innerhalb Israel, was die In-Politik angeht – Stichwort Justizreform, Stichwort Demokratisierung -, dass die Justiz wie gesagt nicht eingeschränkt wird, das Israel eh nicht autoritäre Züge bekommt unter Orban oder unter Donald Trump jetzt in den USA, dass das eine neue Ausrichtung braucht aber auch die Regionalpolitik Israels insgesamt eine neue ausrichtung braucht.
- 1:03:03Speaker 0: Und da gibt es die Vereinbarungen zwischen zwei sehr verschiedenen Fraktionen, die anders diesen Konflikt, anders diese Regionen lesen.
- 1:03:12Speaker 0: Die Union liest den Nahen Osten anders als wir als Sozialdemokratie in großer Mehrheit ihn lesen, dass man sich darauf verständigt das sobald die Wahlen zu Ende sind.
- 1:03:21Speaker 0: Die Regierung sich neu gebildet hat spätestens dann entscheidend Spriche geführt werden müssen mit dieser neuen möglichen israelischen Regierung zu sagen, dass dieser Kurs nicht weitergehen kann.
- 1:03:30Speaker 0: was heißt dieser Kuss?
- 1:03:31Speaker 0: kann ich weiter gehen?
- 1:03:32Speaker 0: stoppt der illegalen Siedlungspolitik die Ermöglichung einer zwei Staatenlösungen die Situation in Gaza dass die nicht weiter verschärft werden darf durch Raketen Angriffe sondern das humanitäre Hilfsgüter zugelassen werden müssen, das Wein zugelassend werden müssen und dass aktiv mit daran gewirkt werden muss an den Waffen der Hamas.
- 1:03:50Speaker 0: Die Situation rund um Jerusalem muss geklärt
- 1:03:52Speaker 0: werden.".
- 1:03:53Speaker 0: Und wie gesagt, die Situation im Süden Libanons.
- 1:03:55Speaker 0: Es gibt ein klares Abkommen und dieses Abkommus umgesetzt werden bedeutet die zukünftige Unterstützung nach diesen Weinen muss geknüpft werden an klaren Handlungen Die beide Seiten zu erfüllen haben und daran wird sich die Bundesregierung und werden wir uns als Parlament messen lassen müssen.
- 1:04:12Speaker 0: in den nächsten Wochen nämlich sehr relativ schnell wird klar sein wie eine neue israelische Regierung aussehen wird.
- 1:04:17Speaker 0: Und ich hoffe sehr und sage sehr, sehr deutlich Netanyahu muss abgewählt werden.
- 1:04:21Speaker 0: es braucht nicht nur ein neues Gesicht an der Spitze der israelischen Regierung sondern es braucht glaube ich einen Paradigmenwechsel in der isralischen Außen- und Sicherheitspolitik.
- 1:04:29Speaker 0: dann bin ich mir sicher dass eine neue stabile friedvollere Sicherheitsarchitektur geschaffen werden kann mit weiteren Partnern in der Region, denn es gibt weitere Partner die zusammen mit Israel an so einer neuen Sicherheits-Architekture arbeiten wollen wie zum Beispiel Jordanien aber auch viele andere.
- 1:04:45Speaker 0: Aus
- 1:04:45Speaker 1: politischer Sicht oder aus ihrer Sicht würde ich sagen ach ja super!
- 1:04:48Speaker 1: Es bewegt sich was.
- 1:04:50Speaker 1: man will sich dann nochmal zusammensetzen, man will eine neue Politik im besten Fall einschlagen und sich auf ne neue Politik verständigen.
- 1:04:56Speaker 1: Wenn ich davor zuhöre, denke ich so aus bedroffenden Sicht.
- 1:04:59Speaker 1: Jeder Tag an dem nichts passiert bedeutet es dass eine Familie im Süd-Lieberland und im schlimmsten Fall totgebompt wird das ein Palästinenser bei der Olivenernte in Westjordanland getötet wird oder irgendwo in Gaza wo ja ein Waffenstillstand herrscht aber seitdem ich glaube über eintausend fünfhundert Menschen getötete wurden auch in Gaza gibt es weiterhin Tötungen durch israelische Angriffe dem nichts passiert, ist ein weiterer Tag wo diese Menschen ihr Leben lassen müssen und sterben.
- 1:05:31Speaker 1: Und in diesen Kriegen an diesen verschiedenen Fronten getötet werden.
- 1:05:35Speaker 0: Ganz wichtig würde nicht sein dass nichts passiert weil das würde ja unterstellen dass wir gar nichts machen.
- 1:05:39Speaker 0: Das ist nicht richtig.
- 1:05:40Speaker 0: Deutschland ist immer noch auch in den paläso- nendischen Gebieten wie auch im Libanon das größte Geberland.
- 1:05:45Speaker 0: In der internationalen Politik ist es so dass es viele Länder gibt die auch viel viel reden und gleichzeitig gar nichts machen.
- 1:05:50Speaker 0: Das sind mir ehrlicherweise die Liebsten, die große Social Media-Videos machen aber kaum einen Cent rüberbringen Und wenn es darum geht am Ende wirklich konkretes zu bewirken sie nicht tun.
- 1:06:00Speaker 0: Deshalb will ich jetzt niemanden verteidigen Aber ich lasse auch nicht stehen dass wir gar nichts tun.
- 1:06:05Speaker 0: Zweitens ist auch wichtig Ich will keine Vision kaputtmachen oder ein Traum kaputt machen.
- 1:06:11Speaker 0: Wenn jetzt Deutschland aufhören, würde komplett mit Israel zusammenzuarbeiten.
- 1:06:14Speaker 0: Wir machen gar nichts mehr mit denen.
- 1:06:16Speaker 0: Ökonomisch nicht, zivilgesellschaftlich nicht und auch militärisch nicht.
- 1:06:20Speaker 0: Dann mag das vielleicht in vielen, vielen Punkten, in Augen einiger richtig sein aber zu glauben dass danach die Situation sich automatisch verbessern wird für die palästinseren Palästinenser, für die Libanesen Ich glaube diesen Automatismus gibt es auch nicht.
- 1:06:33Speaker 0: Das bedeutet aber nicht, dass man mit dem Falschen weitermachen sollte dass ich auch nicht falsch verstanden werde.
- 1:06:39Speaker 0: Deutschland muss den Weg frei machen für eine geeinte europäische Position, das hat die letzten Monate nicht funktioniert weil ein Teil dieser Regierung das nicht für richtig angesehen hat und das kann ich hier sehr direkt sagen SPD und Union haben da unterschiedliche Meinungen.
- 1:06:54Speaker 0: es gibt dafür aktuell keine parlamentarische Mehrheit im deutschen Bundestag.
- 1:06:59Speaker 0: rot-grün oder Rot-Grün hat dafür keine Mehrheit.
- 1:07:04Speaker 0: Im Gegenteil, es gibt eine strukturelle Mehrheit für diesen Kurs von Friedrich Merz, wenn man ehrlich sein will zwischen Union und auch AfD beispielsweise.
- 1:07:12Speaker 0: Es gibt also im Bundestag keine struktuelle Mehrheit fürs einen anderen Kurs Und trotzdem muss man für ihn streiten und muss ihn step by step im Rahmen der Mehrheitsweltnisse anpassen.
- 1:07:21Speaker 0: Zweiter Punkt Europa braucht eine geschlossene geeinte Position mit der arabischen Welt.
- 1:07:27Speaker 0: Ich möchte aus der gesamten Verantwortung die arabische Welt nicht rausnehmen.
- 1:07:30Speaker 0: Die arabische Welt ist sich selbst nicht einig darüber, was die richtige Positionierung im Nahen Osten ist.
- 1:07:37Speaker 0: Ich unterstelle vielen und konfrontiere viele arabische Staaten untereinander, dass sie mit den Palänsensern auch umgehen als wären das keine Menschen sondern zum Teil auch ein Spielball von Machtspielchen bedeutet.
- 1:07:49Speaker 0: wenn wir eine Gestaltungsmacht entfalten wollen im Nahe Osten muss Europa mit einer geschlossenen Meinung auf die arabische Welt zugehen, gemeinsam mit ihnen sich einigen.
- 1:08:00Speaker 0: damit am Ende und jetzt wird es entscheidend USA und China überzeugt werden.
- 1:08:05Speaker 0: Das heißt am Ende passieren.
- 1:08:07Speaker 0: in den Gebieten vor Ort kann es nur Veränderungen und positive Veränderungen geben, wenn die Amerikaner und Chinesen mit an Bord sind.
- 1:08:14Speaker 0: Und wir kennen alle den Einfluss der USA auf Israel, wir kennen den Einfuss der US auf die arabischen Staaten.
- 1:08:19Speaker 0: Wir kennen auch den Ein Fluss von China auf den Iran Den Einfluß der Iran auf Libanon und auf Hamas beispielsweise.
- 1:08:26Speaker 0: Das heißt das ist alles nicht so ganz simpel und trotzdem aber arbeite ich jeden Tag daran dass sie Schritt für Schritt diesen Plan umgesetzt bekommen weil ich am Ende ganz konkret möchte dass keine Kinder mehr dort durch Unterversorgung, durch fehlender medizinischer Versorgung oder am Ende durch Drohnen- oder Granatensterben.
- 1:08:44Speaker 1: Sie haben gesagt dass es bei der Bundesregierung zwischen SPD und CDU da keine Mehrheit gibt.
- 1:08:49Speaker 1: Die CDU ist ja eine Partei die zu Recht Und ich glaube das sind wir uns alle einig die Sicherheit Israels thematisiert und das ist angesichts unserer Geschichte auch richtig unwichtig.
- 1:08:58Speaker 1: genauso Ich frage mich nur ob eine partei wie die CDU und auch andere die so argumentieren dabei nicht manchmal diesen entscheidenden Zusammenhang ausblenden, dass so lange Millionen Palästinenser unter Besatzung leben keine politische Selbstbestimmung haben und auch keine wirkliche Perspektive auf Freiheit sehen die Ursache dieses Konflikts bestehen bleibt.
- 1:09:20Speaker 1: Ich habe Im Rahmen meiner Arbeit einen Mann getroffen.
- 1:09:24Speaker 1: Er heißt Jehuda Shaul, ein israelische Jude und ehemaliger Soldat der israelischen Armee Und wir haben uns damals in West-Jordanland getroffen nach dem siebten Oktober.
- 1:09:32Speaker 1: er verurteilte diesen Angriff der Hamas aufs Schärfste Sagt aber gleichzeitig auch das militärische Gewalt alleine Israel niemals dauerhaft Sicherheit bringen werde.
- 1:09:44Speaker 1: Und er hat einen Satz zu mir gesagt, der mir sehr in Erinnerung geblieben ist.
- 1:09:48Speaker 1: Der einzige Ausweg auf friedliche Weise besteht darin dass beide Seiten mit Rechten und Würde den Raum verlassen und wir neben Israel einen souveränen palästinensischen Staat
- 1:10:01Speaker 0: haben.
- 1:10:02Speaker 1: kann ihrer Meinung nach Israel überhaupt dauerhaft in Sicherheit leben, solange Palästinensern Freiheit und Selbstbestimmung verwehrt bleibt.
- 1:10:11Speaker 1: Und müsste die Freiheit der Palästenenser nicht gerade deshalb auch ein wichtiger Bestandteil dessen sein was Deutschland unter der Sicherheit Israel ist versteht?
- 1:10:20Speaker 0: Ich finde dass die Frage eine sehr gute Zusammenfassung meines inneren Kompass ist wenn es um genau diese Frage im Nahen Osten geht und vor allem mit der Frage Israel zum Palestina.
- 1:10:29Speaker 0: Die Situation beide Staatsvölker hängen miteinander zusammen hat ein Europa nur mit aufbauen können und sich wieder reabilitieren können, indem es mit seinen Nachbarn dieses Verhältnis aufgebaut hat in Sicherheit, in Freiheit, in Zusammenarbeit etc.
- 1:10:46Speaker 0: Das heißt die Verständigung mit seinen nachbarn ist immer die stärkste Grundlage für Stabilität im Zusammenleben.
- 1:10:53Speaker 0: Die Situation in den vergangenen Jahren und auch Jahrzehnten das nicht existieren eines Staates für Palästinenser dem Palästinensanschaden zugefügt, sondern hat auch insgesamt dazu geführt dass auch Israel nicht sicherer damit leben kann.
- 1:11:09Speaker 0: Deshalb plädiere ich weiterhin dafür.
- 1:11:12Speaker 0: das ist eine zwei Staatenlösung braucht in einem palästinsischen Staat der gar nicht so komplexes zu ziehen wie immer viele tun weil die Frage von Staatsmacht, Staatsvolk und Staatsgrenze drei Kriterien die du brauchst um völkerrechtlich einen Staat anzuerkennen Auch als Staat dass sie relativ schnell zu lösen sind Weil es solche Überlegungen ja in den letzten Jahren, Jahrzehnten ja schon mal gab.
- 1:11:36Speaker 0: Und sie sind entweder an der einen oder anderen Seite auch gescheitert.
- 1:11:38Speaker 0: aber die Überlegung gibt es und man muss sich gegenseitig anerkennen.
- 1:11:43Speaker 0: Ich habe wahrgenommen wie alle haben wahrgenommen dass die palästinensische Seite Das heißt, die palästinische Autonomiebehörde Israel als Staat anerkannt hat.
- 1:11:51Speaker 0: Dass auch sogar unterschrieben hat in den Vereinten Nationen, als es diese Anerkennungskonferenz gab zwischen Frankreich und Saudi-Arabien im vergangenen Jahr noch bei der Deutschland mit dem Regierungschef nicht vertreten war sondern nur auf der Ebenes Außenminister's Und wir die Chance nicht genutzt hatten wie viele andere Staaten Palästine ein Staat anzuerkennen.
- 1:12:09Speaker 0: lange Rede sehr sehr kurzer Sinn.
- 1:12:11Speaker 0: Wir werden aus dieser Konfliktspirale nur rauskommen wenn Israel in Sicherheit leben kann und vor allem die Menschen in Israel, das jüdische Leben dort sicherleben kann.
- 1:12:22Speaker 0: Aber auch die Menschen, die nicht jüdisch sind in Israel – wie zwanzig Prozent der Bevölkerung ist Arabisch – dass sie auch dieselben Rechte haben.
- 1:12:28Speaker 0: Und auf der anderen Seite gibt es einen Selbstbestimmungsrecht der Palästinsen und Palästenzer, das ummantelt wird von einem eigenständigen palästinischen Staat.
- 1:12:37Speaker 0: Denn alle Konflikte in der Region, so fremd Sie manchmal wirken hängen indirekt oder direkt auch immer mit der Frage zusammen Israel, Palästina?
- 1:12:47Speaker 0: und deshalb muss man wenn man den nahen mittleren Osten insgesamt stabilisieren will.
- 1:12:52Speaker 0: Muss man zwingend die Israel-Palästiner frage lösen?
- 1:12:55Speaker 0: Dann sagen wir total viel aus.
- 1:12:57Speaker 0: hat die letzten achtzig Jahre nicht geklappt?
- 1:12:59Speaker 0: ja und was jetzt?
- 1:13:00Speaker 0: da muss es halt eben zwanzig siebenundzwanzig klappen.
- 1:13:02Speaker 1: Sie sprechen von der zwei Staatenlösung Bestandsaufnahme hier und Jetzt Der Völkerrechtswidrige israelische Siedlungsbau wird gerade immer weiter vorangetrieben.
- 1:13:13Speaker 1: Ich glaube, in den vergangenen Monaten wurden tausende neue Siedlungswohnungen geplant oder genehmigt.
- 1:13:18Speaker 1: jetzt gerade eskaliert ist um die Stadt Hebron total.
- 1:13:22Speaker 1: Es werden dort Außenposten gebaut Die Lage der Palästinenser verschlimmert sich enorm.
- 1:13:27Speaker 1: Das heißt, vor Ort werden Fakten geschaffen, die eigentlich einen zusammenhängenden palästinenzischen Staat immer unwahrscheinlicher machen.
- 1:13:35Speaker 1: und trotzdem wiederholt die Politik die Bundesregierung weiterhin, dass sie an dieser zwei Staatenlösung festhält.
- 1:13:44Speaker 1: Ich frage mich da ehrlicherweise ist diese zwei Staatanlösungen nicht schon so eine Art bequeme Formel für die Bundesregierung?
- 1:13:51Speaker 1: Weil man bekennst sich damit zu dieser Friednisperspektive und kann sich auf die Schulter klopfen ohne diese politischen echten Konsequenzen ziehen zu müssen, die notwendig wären um diese zwei staatenlösen überhaupt noch realistisch zu ermöglichen.
- 1:14:06Speaker 0: insgesamt Regierungsparteien, aber auch Opposition reden aktuell kaum bis gar nicht mehr über dieses Thema.
- 1:14:15Speaker 0: Und das wundert mich aktuell, dass es kaum im Fokus ist der öffentlichen Debatte.
- 1:14:20Speaker 0: Das war im vergangenen Jahr deutlich präsenter in der Politik, auch vor allem in der Außenpolitik.
- 1:14:25Speaker 0: Aktuell wird die Außenpolitik überschattet durch den iratischen US-Präsidenten, durch den erratischen russischen Präsidenten
- 1:14:32Speaker 0: etc.,
- 1:14:33Speaker 0: deshalb gibt es kaum noch Fokus da.
- 1:14:35Speaker 0: Ich bleibe dabei, dass das Ziel einer Zwei-Staatenlösung oder der Zweistartenlösungen das Richtige ist.
- 1:14:41Speaker 0: Und ich bleibe auch bei meiner Kritik wenn man die zweistarten Lösungen realisieren will muss es maximalen politischen Druck geben auf alle Akteure diese zwei Staatenläsungen auch realisiert zu bekommen.
- 1:14:54Speaker 0: Aktuell betreibt die israelische Regierung eine Politik um einen zweiten Staat einen Staat nehmen sich unmöglich zu machen.
- 1:15:02Speaker 0: Das ist ja nicht ein Gefühl von Ihnen wieder, auch kein Gefühl von mir.
- 1:15:06Speaker 0: Es ist keine Social-Media-Meldung die wir auf irgendeiner Verschwörungseite gesehen haben von der Propazininschen Seite sondern das ist ja klares Regierungsziel israelischer Regierungsmitglieder.
- 1:15:22Speaker 0: Das sagen ja Smodritsch, Ben Givia, Kratz und auch Benjamin Netanyahu.
- 1:15:26Speaker 0: Das heißt also wir reden gerade über Dinge wie andere Sagen noch machen.
- 1:15:31Speaker 0: Deshalb muss, wenn wir die zwei Staatenlösungen überhaupt realisieren wollen.
- 1:15:36Speaker 0: Muss erstens zügig über die Frage Anerkennung Palästinas wieder gesprochen werden?
- 1:15:41Speaker 0: Weil wer weiß ob überhaupt noch was anzuerkennen ist, wenn das so weitergeht.
- 1:15:45Speaker 0: und zweitens parallel muss dafür gesorgt werden dass in Palestina gewählt werden kann, dass es eine neue stabile Regierung gibt und drittens dass die israelische Regierung die Neue sich jetzt bildet aufhört mit dieser Agenda der vergangenen Monate und Jahre.
- 1:16:00Speaker 1: Sie sind ja Außenpolitische Sprecher der SPD, das heißt sie können vieles kritisieren.
- 1:16:04Speaker 1: Sie kritisiert auch immer wieder viele in der Öffentlichkeit aber sie gehören ja auch zu einer Partei die diese deutsche Außenpolitik mitgestaltet.
- 1:16:12Speaker 1: Gibt es Ihrer Ansicht nach eine politische Konsequenz?
- 1:16:16Speaker 1: Die Deutschland bislang aus historischer Verantwortung gescheut hat, die sie aber für notwendig halten?
- 1:16:22Speaker 1: Europa
- 1:16:23Speaker 0: hat bisher nicht viel mitzumischen gehabt Zum Beispiel bei der Beendigung des Krieges in Gaza, Board of Peace, dass sowas überhaupt gegründet werden konnte.
- 1:16:32Speaker 0: Bei den Verhandlungen in Libanon – bei all diesen Abkommen sitzt kein europäischer Vertreter am Tisch!
- 1:16:37Speaker 0: Das liegt vor allem daran, dass Europa nicht mit einer Stimme sprechen kann.
- 1:16:40Speaker 0: und woran liegt das?
- 1:16:41Speaker 0: Dass wir es als deutsche Bundesregierung seit Jahren erschweren und das wäre die erste Maßnahme, die ich treffe wollen würde und ich bin mir sicher, dass nach den Wahlen mit der Bildung einer neuen Regierung egal wie der Mende aussehen wird.
- 1:16:56Speaker 0: Wenn es keine Kursanpassungen gibt, wird es diesen Schritt geben müssen.
- 1:17:00Speaker 0: Und deshalb bleibe ich mal bei mir selbst.
- 1:17:02Speaker 0: beim meiner eigenen Partei muss die SPD sich auch selbst an die Nase fassen denn wir haben diesen Kurs in den letzten Jahren auch mitgetragen zum Teil auch für einen Mitgestaltet unter Olaf Scholz.
- 1:17:11Speaker 0: das heißt dieser Vertrauensverlust fing nicht erst mit Friedrich Merz an sondern er begann mit dem sozialdemokratischen Bundeskanzler.
- 1:17:18Speaker 0: Das gehört soweit auch dazu, also habe ich auch eigene Hausaufgaben in der eigenen Partei und Fraktionen die zu leisten sind.
- 1:17:24Speaker 0: Meine Position trägt nicht hundert Prozent der Partei – auch das zugeht da weiterzu!
- 1:17:28Speaker 0: Ich kriege auch viel gegen Wind Nicht mehrheitlich, aber lautengingend wird auch aus den eigenen rein.
- 1:17:32Speaker 0: Aber ich mach das trotzdem weil mir die Sache wichtig ist.
- 1:17:35Speaker 1: Einmal zurück zu den Menschen, die wir eingangs gesehen und gehört haben.
- 1:17:38Speaker 1: Die haben alle etwas gemeinsam Sie haben Angehörige verloren Die Nachbarschaften wurden im Erdboden gleich gemacht Und als wir jetzt vor Ort waren sind wir wirklich durch Orte gefahren wo... Also waren wie Geisterdörfer, Häusergeschäfte.
- 1:17:50Speaker 1: Ganzer Straßenzüge sind zerstört und das waren Orte an denen Feuermenschen wie alle die gerade zuhören, wie sie, wie ich gelebt haben gearbeitet haben Freunde, Familie getroffen haben Und an denen das alles nicht mehr existiert.
- 1:18:04Speaker 1: Und trotzdem haben wir genau dort immer wieder Menschen getroffen, die zwischen diesen Trümmern aufbauen.
- 1:18:10Speaker 1: Einer davon ist ein Ladenbesitzer aus der Stadt Saider im Süden.
- 1:18:16Speaker 1: Er hat etwas gesagt, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist.
- 1:18:21Speaker 0: Wenn du nicht India etwas hast, dass dir sagt, dass du weitermachen musst dann hörst du einfach auf.
- 1:18:27Speaker 0: aber India muss etwas sein, das sagt Du musst weiter machen!
- 1:18:31Speaker 0: Du musst daran glauben Dass du es wieder besser machen kannst.
- 1:18:35Speaker 0: Am Ende liegt vieles nicht an unserer Hand Aber wir Menschen aus dem Süden sind stark.
- 1:18:40Speaker 0: Wir machen weiter.
- 1:18:42Speaker 0: Niemand wird stärker sein als wir.
- 1:18:43Speaker 1: Ich möchte noch ganz kurz über Wiederaufbauspreche im Libanon.
- 1:18:47Speaker 1: Der Premierminister Nawaf Salam spricht von den Kosten beider Kriege seit dem Libanonn von sicher über zwanzig, womöglich mehr als siebenundzwanzig Milliarden Dollar.
- 1:18:58Speaker 1: Kurz zum Vergleich – die gesamte Wirtschaftsleistung des Libanons lag bei rund achtzehn Milliarden Dollar!
- 1:19:05Speaker 1: Er sagt selber dass der Wiederaufbau natürlich komplett die Möglichkeiten des Landes übersteigt.
- 1:19:10Speaker 1: Glauben Sie das der Libanonnen eine Chance hat?
- 1:19:13Speaker 1: selbst wieder aufzubauen?
- 1:19:14Speaker 1: und inwieweit trägt Deutschland eventuell auch Verantwortung?
- 1:19:17Speaker 1: oder welche Rolle soll Deutschland beim Wiederaufbau spielen?
- 1:19:20Speaker 0: Wir sind da ganz eng im Austausch mit der libanesischen Regierung, noch mit der Zivilgesellschaft.
- 1:19:24Speaker 0: Ich habe erst vor einigen Wochen die libanese Sozialministerin getroffen im Deutschen Bundestag.
- 1:19:28Speaker 0: Ich hab eine Delegationempfang von Oppositionellen aus dem libanenesischen Parlament und die waren alle in diesem Raum da und haben alle parteiübergreifend dasselbe gesagt.
- 1:19:37Speaker 0: Erstens, sie sind willig diesen Staat aufzubauen.
- 1:19:41Speaker 0: Die Staatskontrolle auch zu fokussieren und die Staatskondrolle im Parlament aus der Regierung herauszuführen.
- 1:19:48Speaker 0: aber vor allem auch das Souverän ist das libanesische Volk und ausschließlich das libenesische volk und kein Einfluss von außen.
- 1:19:54Speaker 0: Zweitens, Sie brauchen für die Stabilisierung dieses Landes im militärischen Unterstützung durch internationale Einsatzkräfte.
- 1:20:01Speaker 0: Das ist uns jetzt auf europäischer Ebene auch gelungen, wir werden eine europäische Unterstützung militärisch auch liefern und das ist ein wichtiges Bekenntnis.
- 1:20:09Speaker 0: Es war ein Wunsch, es ist dieser Wunscht der japanischen Regierung.
- 1:20:13Speaker 0: Drittens Deutschland wahr ist und bleibt einer der größten Geber Länder was Wiederaufbau, Unterstützungszusammenarbeit, Entwicklungszusammenarbeiten angeht und gleichwohl muss man sagen dass jede Form von Entwicklungszusammenarbeit und Unterstützung und Aufbau der letzten Jahre leider jetzt schon wieder weggebombt wurde zum Teil.
- 1:20:31Speaker 0: Wir müssen aufpassen, weil insgesamt die Entwicklungspolitik an Legitimationen und an Unterstützung verliert auch in einer deutschen Gesellschaft.
- 1:20:40Speaker 0: Weil vor allem konservative aber rechte Parteien.
- 1:20:42Speaker 0: mein Unterstützungshilfe wäre das Rausswerfen, Rausschmeißen von deutschen Steuergeldern, die dann fehlen im eigenen Inland.
- 1:20:49Speaker 0: Wenn diese Situation in dieser Region nicht stabilisiert wird werden wir mit den Folgen zu kämpfen haben mitten langfristig auch bei uns vor Ort.
- 1:20:56Speaker 0: Also haben wir nicht nur ein humanitäres Interesse, sondern auch ein eigenes politisches Ökonomisches und was auch immer für den Interesse dran ist, dass Libanon ein stabiles Land wird – für den Libanonn selbst, für die Region, für Israel aber auch für uns in Europa und Deutschland.
- 1:21:10Speaker 0: Deshalb werden wir ihn im nächsten Haushalt wieder verabschieden in Wiktungsgelder-, humanitäre Hilfe- und wirtschaftliche Kooperation für den libanon.
- 1:21:19Speaker 1: Sie treffen ja auf ihren Reisen in ihrer Arbeit auch immer wieder Menschen Kenne das vielleicht selber aus der einen oder anderen Begegnung, da selber vor Ort zu stehen und das mit eigenen Augen zu sehen und selber zu hören.
- 1:21:32Speaker 1: Hat das für Sie persönlich etwas verändert?
- 1:21:35Speaker 1: Oder vielleicht doch Ihre Sicht auf die Politik diese Begehnungen selber zu erleben?
- 1:21:40Speaker 0: Viele fragen mich immer was war mein Moment aus dieser möglichen anfänglichen ruhigeren Art über diesen Konflikt und Krieg zu reden, auf einmal so laut und so klar zu sein.
- 1:21:53Speaker 0: Auch bei mir war das ja ein Entwicklungsmoment.
- 1:21:54Speaker 0: Ich war nicht von Anfang an so klar und so deutlich wie ich jetzt bin.
- 1:21:59Speaker 0: Ein Moment für mich war der Besuch eines palästinischen Flüchtlingscams Von drei palästenische Mädchen-Schulkinder in Amman In Jordanien.
- 1:22:11Speaker 0: Die haben von echt einen richtig brutalen Leben in Gaza erzählt Und gleichzeitig strahlten sie dabei.
- 1:22:18Speaker 0: Und dann haben die Bundesentwicklungsministerin und ich mehrfach dann gefragt, warum seid ihr so positiv?
- 1:22:25Speaker 0: Warum strahlt ihr so?
- 1:22:26Speaker 0: Weil wenn man sich angeguckt hat wo wir saßen wie die gelebt haben.
- 1:22:30Speaker 0: Hitze, Unterkünfte in denen sich keiner von uns vorstellen würde überhaupt eine Nacht zu schlafen, sagte eines dieser Mädchen siebzehn Jahre alt Ich träume Ärztin zu werden!
- 1:22:46Speaker 0: lässt mich jeden Tag strahlen.
- 1:22:50Speaker 0: Sinngemäß!
- 1:22:52Speaker 0: Und wenn du das hörst und wir lernen ja in der Politik ein dickes Feld zu haben, Distanz aufzubauen – weil gerade nach Außenpläne muss man aufpassen sich nicht nur von Emotionen verleiten zu lassen….
- 1:23:02Speaker 0: Das ist für mich ein Moment, dem ich gesagt habe so geht es nicht mehr weiter.
- 1:23:07Speaker 0: So will ich nicht mehr weitermachen.
- 1:23:10Speaker 0: Es kann doch nicht okay sein dass wir sowas nicht ungeschehen lassen dass wir nicht Politik so gestalten können, dass sowas nicht verhindert oder verändert werden kann.
- 1:23:26Speaker 0: Oder beseitigt werden kann.
- 1:23:27Speaker 0: so ein Leid und das hat mich wie gesagt sehr stark geprägt und das war für mich dieser besonderen Moment.
- 1:23:34Speaker 0: Ich sage immer mein Arman-Moment, mein Jordanienmoment als ich wie gesagt... Flüchtlingen aus Gaza gesprochen habe, weil anders war es nicht möglich zu Menschen aus Gazakontakt aufzunehmen.
- 1:23:43Speaker 0: Weil uns die Einreise nach Gaza verwehrt geblieben ist und die israelische Regierung das nicht erlaubt hat wie vielen anderen Menschen auch nicht.
- 1:23:51Speaker 0: Und dann kehrst du zurück.
- 1:23:52Speaker 0: ich will das auch sehr offen sagen wir sitzen in einem Regierungsflieger.
- 1:23:57Speaker 0: wer werden dann zurück?
- 1:23:58Speaker 0: kutschiert zum Regierungsfelder?
- 1:24:00Speaker 0: sitzt du da alles ist gedeckt dort und allein schon dass du auf deinem Sitz der Sitz im Regierungsflieger viel, viel würdevoller und besser und bequemer als das was dieser Mensch vierundzwanzig Stunden, dreihundertsechzig Tage im Jahr zu erleben hat.
- 1:24:19Speaker 0: Und jetzt will ich nicht auf Weltverbesserung noch Robin Hood tun!
- 1:24:21Speaker 0: Darum geht's mir jetzt nicht.
- 1:24:22Speaker 0: trotzdem aber muss man bei all den Zahlen, bei allen Lageberichten die wir kriegen diese ganzen Sätze lassen auch manchmal ein abstumpfen darf man solche Begegnungen nicht meiden Man muss sie zulassen.
- 1:24:38Speaker 0: Und man muss auch manchmal das Gefühl zulassen, weil irgendwann mal bin ich ja nicht mehr Abgeordneter.
- 1:24:45Speaker 0: Irgendwann bin ich auch nicht mehr aus dem politischer Sprecher.
- 1:24:48Speaker 0: Irgendeinmal bin ich dann der Nicht-Abgeordnete Adis Achmitic auf der Straße und ich will dass am Ende Menschen zu mir sagen hey du hast trotz dieser knallharten Position die du hast oder Funktion die echt dich manchmal zum Verbiegen bringt usw.
- 1:25:05Speaker 0: trotzdem ein letztes Stück Humanität und Menschlichkeit behalten.
- 1:25:09Speaker 0: Dieses in Spiegel gucken können, Respekt zu haben und so.
- 1:25:14Speaker 0: Das ist das was mir super wichtig und dafür kämpfe ich immer weil dieser Moment wird irgendwann mal kommen entweder früher oder später kommt drauf an ob meine Partei mich weiter will in dieser Funktion, die Menschen mich weiter wollen aber dass es auch so etwas wo ich sage hey Ich will einen Fußabdruck hinterlassen wo ich sagen kann ich habe mein bestes gegeben So geht ihnen ja auch so.
- 1:25:32Speaker 1: Und es sind vor allem diese Menschen vor Ort und diese Begegnungen, dieses Privileg das wir ja nutzen können.
- 1:25:36Speaker 1: Dass wir vor Ort sein können mit den Menschen sprechen dieser Realität und dieses Leid sehen und dann aber wieder zurück in unseren gemütlichen Regierungsflieger oder ich zurück in mein gemütliches Bett.
- 1:25:48Speaker 1: Aber die Begehnungen bleiben.
- 1:25:50Speaker 1: für mich ist auf jeden Fall auch Antrieb meine Arbeit so zu gestalten wie ich sie gestalte weil wir eben die Möglichkeiten hier haben in unseren Rollen einen Beitrag zu leisten.
- 1:25:59Speaker 1: Wir haben jetzt sehr viel abstraktuale Situation vor Ort gesprochen über Völkerrecht, Überwaffenlieferungen und politische Verantwortung aber am Ende wie wir anfangs auch... verstanden haben, müssen sich diese Entscheidungen doch daran messen lassen.
- 1:26:12Speaker 1: Was es vor allem für die Leben dieser Menschen bedeutet?
- 1:26:15Speaker 1: Wir haben ganz am Anfang Salu gesehen – die Frau, die auf dem zerstörten Markt steht und sagt wir können nicht mehr!
- 1:26:21Speaker 1: Wir erinnern uns an Rania, die Frau im Fitschammer mit Schlappen aus ihrer Wohnung geflohen ist während der Kampfschutz über ihr Fliegen.
- 1:26:28Speaker 1: Menschen wie Mohammed der Deutschland immer noch als seine erste Heimat bezeichnet und gleichzeitig sagt die Deutschland noch immer als ihre zweite Heimat empfindet und sagt, Deutschland hat ihr Wärme und Geborgenheit gegeben.
- 1:26:43Speaker 1: Und Mohammed, das ist ein Sohn Jude bei einem israelischen Angriff getötet wurde.
- 1:26:48Speaker 1: Das sind alles Geschichten, die wir immer wieder hören von Verlust, von Wiederaufbau und Wiederkrieg und Wiederaufbauen.
- 1:26:55Speaker 1: Das scheint sich im Libanon immer zu wiederholen.
- 1:26:57Speaker 1: Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern?
- 1:26:59Speaker 1: Auch ganz konkret an der deutschen Außenpolitik, damit wir beide nicht in einem Jahr, in fünf Jahren oder zehn Jahren wieder hier sitzen und eigentlich dass exakt selbe Gespräch führen werden.
- 1:27:08Speaker 0: Deutschland alleine wird die Situation allein wir nicht verändern können Israel auch nicht in Libanon.
- 1:27:14Speaker 0: Wir werden punktuell Dinge verbessern können durch Gelder, möglicherweise diplomatische Arbeit.
- 1:27:19Speaker 0: Aber das große Ganze zu verändern braucht eine größere diplomatisches Schlagkraft und die Schlagfertigkeit entwickeln wir nicht national sondern wir europäisch in Kooperation mit anderen Partnern.
- 1:27:30Speaker 0: Ansonsten werden andere über den nahmen mittleren Osten fanden und damit auch indirekt über die Sicherheitsarchitektur aber auch über Folgen und Konsequenzen für uns auf unserem eigenen Kontinent.
- 1:27:42Speaker 0: Und zweitens wird auch wichtig sein ich sage es auch nochmal um nicht Verantwortung abzugeben.
- 1:27:47Speaker 0: Wir werden darauf pochen müssen, dass die arabischen Länder sich von außen auch die spalten lassen.
- 1:27:52Speaker 0: Wenn uns das nicht gelingt... Ich sage das ob wir wollen oder nicht wollen!
- 1:27:55Speaker 0: Wenn es uns nicht gelinkt in den nächsten Monaten und Jahren wird das Problem nur noch viel viel größer.
- 1:28:02Speaker 0: Tun wir nichts?
- 1:28:03Speaker 0: Wird es viel grösser?
- 1:28:05Speaker 0: Tun wir was ist bleibt aber das falsche wird es auch viel größern.
- 1:28:08Speaker 0: also bleibt uns nichts anderes als zu überlegen den Kurs anzupassen Und diesmal vielleicht in einigen Dingen auch das Richtige zu tun.
- 1:28:16Speaker 0: Wir müssen das Richtigetun und das Richtigtun ist nicht schwierig, auch das will ich sagen es geht wenn man möchte, wenn man die Dinge so nimmt wie sie sind vor Ort.
- 1:28:26Speaker 1: Haben Sie Hoffnung dass tatsächlich das richtige am Ende getan wird?
- 1:28:30Speaker 1: Und ein dauerhafter Frieden in der Region möglich ist?
- 1:28:32Speaker 0: Zumindest mehr Frieden?
- 1:28:34Speaker 0: Ob dauerhaft werden wir sehen, der Punkt ist dass es zu viele Konfliktfelder gibt die parallel gleichzeitig eröffnet worden sind.
- 1:28:40Speaker 0: Habe ich Hoffnung?
- 1:28:41Speaker 0: Ich mache selten Außenpolitik auf Grundlageprinzip der Hoffnungen denn Außenpolitik muss kalkulierbar sein und nicht nur auf Hoffnung ausgerichtet sein.
- 1:28:50Speaker 0: aber wenn sie mich menschlich fragt persönlich den Hut abgenommen.
- 1:28:53Speaker 0: als außenpolitischer Sprecher ohne Hoffnung ohne Optimismus und das Gutgläubige in mir könnte ich ehrlicherweise die Funktion auch nicht machen weil Wie in einer Welt leben von so viel Leid, so vielen Kriegen über sechzig parallel laufenden bewaffnete Konflikte und Kriege.
- 1:29:09Speaker 0: Wenn man keine Hoffnung hat dann lohnt sich die Arbeit nicht.
- 1:29:11Speaker 0: Und ich will für mehr Frieden sorgen.
- 1:29:13Speaker 0: Ich will für Menschenrechte sorgen.
- 1:29:15Speaker 0: Es ist Teil meiner Biografie.
- 1:29:17Speaker 0: Meine Eltern sind selbst Völkermord-Überlebende oder meine Teile meiner Familie sind selbst Kriegsflüchtlinge gewesen.
- 1:29:23Speaker 0: Meine Familiengeschichte und meine Familiendna weiß was es bedeutet fliehen zu müssen von Vertreibung, von Hass und Nationalismus.
- 1:29:32Speaker 0: Von Menschenrechtsverbrechen... Und das ist das was mich am Ende auch persönlich antreibt.
- 1:29:37Speaker 0: für diese Menschen mich stark zu machen, wie nicht dieselbe laute Stimme erheben können.
- 1:29:42Speaker 0: Wie wir sie können!
- 1:29:42Speaker 0: Weil wir hier in der deutlich privilegierteren und machtfeuereren Situation uns befinden.
- 1:29:47Speaker 0: Das ist das was mich tagtäglich antreibt.
- 1:29:48Speaker 1: Dazu ganz passend beenden wir jede Folge Ganze gar mit wem wir sprechen Und wo wir gerade auf der welt unterwegs sind Mit derselben frage und gerade weil wir beide jetzt so viel über krieg Über zerstörung und all dieses leid gesprochen haben und darüber Was gerade Nicht gut Auf der welt funktioniert.
- 1:30:05Speaker 1: Ganz zum schluss die frage völlig unabhängig von dem eigenen am von der SPD und auch völlig unabhängig von all diesen politischen Konflikten.
- 1:30:12Speaker 1: Sie können so frei antworten, wie sie möchten.
- 1:30:16Speaker 1: Was schenkt Ihnen persönlich in diesen Tagen Hoffnung?
- 1:30:20Speaker 0: In der Politik heutzutage wird man häufig ja ziemlich schnell für das was man tut verurteilt vor allem im politischen Belien auf Social Media.
- 1:30:30Speaker 0: Und das Schönste ist wenn man bei sich zu Hause mein Zuhause Sanofa ich halte gerade aus hier online ein wenn man getragen wird von den Menschen.
- 1:30:41Speaker 0: Generationsübergreifend, unterschiedlicher ethnischer Herkunft mit deutschen Pass ohne deutschen Pass und ich fühle mich in den letzten Tagen aufgrund meiner Außenpolitik und meine Arbeit vor Ort egal was gerade auch bei mir privat abgeht persönlich abgeht.
- 1:30:54Speaker 0: werden wir am Anfang dazu gesprochen Ich fühlen mich getragen.
- 1:30:57Speaker 0: Solange ich mich getrage fühle und noch weiter das Gefühl habe dass diese Menschen hinter mir stehen da meinen Kurs stehen werde ich mit meinem Engagement weitermachen.
- 1:31:05Speaker 0: Wenn ich das Gefühl irgendwann mal habe Ich habe keine Mehrheit mehr hinter mir.
- 1:31:08Speaker 0: Die Menschen stehen nicht hinter mir, sie schenken mir auch nicht mehr die meisten Stimmbeinahwahl dann weiß ich dass sich möglicherweise damit aufhören muss weil ich nicht das Richtige tue.
- 1:31:17Speaker 0: und ich fühle mich wie gesagt getragen und es gibt mir Hoffnung und vor allem dadurch auch Kraft.
- 1:31:21Speaker 1: Ein sehr schönes letzter Schlusswort von Herzen Danke für dieses sehr offene und sehr schöne Gespräch.
- 1:31:28Speaker 0: Dank auch.