Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM ist Hypnose immer noch mit so vielen Mythen belastet
Transcript
- Sabine Osterauer: Einen wunderschönen guten Morgen dieses Mal zu einer neuen Podcast-Folge von Zusammen erfinden wir es heraus, der Warum Podcast. Und deshalb guten Morgen, weil ich heute eine ganz liebe Interviewpartnerin bei mir im Studio sozusagen habe, die so ein früher Vogel ist, so mit dem Wurm und so. Und deswegen hat sie mich mehr oder weniger genötigt, schon so früh, in der Früh mit ihr einen Podcast aufzunehmen. Aber Für den liebe Michaela bin ich wahnsinnig gerne aufgestanden und meine Stimme ist ja dann auch ein bisschen sexier, habe ich festgestellt. Und mit der lieben Michaela werde ich mich heute über eine ganz spannende Frage unterhalten, nämlich über, warum ist Hypnose immer noch mit so vielen Mythen belastet? Und diese Frage, die ist entstanden, weil die liebe Michaela Ortmeier eine Expertin auf diesem Gebiet ist. Und bevor wir da jetzt weiter diskutieren und über diese Frage sprechen, liebe Michaela, herzlich willkommen und sei doch so lieb und sag ganz kurz, wer bist du, woher kommst du, was machst du? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Ja, super. Herzlichen Dank für die Einladung hierher und danke, dass du für mich so früh aufgestanden bist. Ja, wer bin ich? Ich bin Michaela Ortmeier. Ich bin seit 14 Jahren als Hypnotiseurin tätig und begleite Menschen, die an Ängsten leiden, die abnehmen möchten oder die vielleicht auch einen unerfüllten Kinderwunsch haben und eben auch zu individuellen Themen. Und zeitgleich bin ich auch Ausbilderin in der Hypnodialog. Methode, was mir auch wahnsinnig viel Spaß macht. Sabine Osterauer: Okay, sehr interessant und ich habe von der Michaela schon einiges auch gelesen und gesehen und gehört und kann ich nur bestätigen, also sie ist da echt Vollprofi auf diesem Gebiet. Michaela zählt vielleicht noch ganz kurz, wie kommt man überhaupt dazu? Also ich habe ja selber auch eine Hypnoseausbildung, aber wie bist du jetzt dazu gekommen? Ja, überhaupt jetzt, ich mache das jetzt, ich werde jetzt Hypnotisseurin. Wie kommt man zu dem? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: durch positive eigene Erfahrungen tatsächlich. Ich sollte einen Vortrag halten, weil ich selber einen Lachclub initiiert habe. Das ist jetzt inzwischen schon 14 Jahre her, hier bei mir am Heimatort. Und da gab es zur Eröffnung einen Vortrag. Und du musst dir vorstellen, dass ich schon als Kind oder Jugendliche in der Schule wahnsinnig ungern vorgelesen habe, weil ich dann so im Mittelpunkt stand. Und ja, jetzt war dieser Vortrag da, es waren schon 40 Leute angemeldet und ich habe gedacht, ohje, wie bekomme ich das jetzt gut über die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes? und habe dann hier im Nachbarort tatsächlich einen Hypnotiseur gefunden. Der hat ein paar Mal mit mir gearbeitet, gar nicht so oft. Und mich hat total verblüfft, dass so ein Thema, was aus meiner Jugend stammte, und ich war damals so um die 40, was aus meiner Jugend stammte, doch relativ einfach gelöst werden konnte. Weil der Vortrag selbst hat dann gezeigt, dass ich recht entspannt eben tatsächlich diesen Vortrag halten konnte. Und das hat mich eben so begeistert, dass es so schnell und unkompliziert funktioniert hat, dass ich dann beschlossen habe, damit möchte ich Menschen helfen und dann begonnen habe, die ersten Ausbildungen zu besuchen. Sabine Osterauer: Du hast ja, man sich weiß ja, sehr, viele Ausbildungen gemacht. Du hast dich da wirklich in dieses Thema extremst vertieft. Aber du und wir wissen beide, dass Hypnose immer noch irgendwie so in diese mystische Richtung gelenkt wird, geschickt wird und Menschen immer noch Angst teilweise davor haben. Magst du unseren Zuhörern vielleicht einmal so ganz kurz diesen Unterschied erklären zwischen einer wirklichen therapeutischen Hypnose und dieser Show-Hypnose, weil das ist ja das, was bei den Menschen oft hängen bleibt. Ich gackere jetzt wie ein Huhn, weiß wer sagt, oder ich trinke jetzt Alkohol, obwohl es ein Wasser ist und ich bin trotzdem betrunken oder da gibt es ja ganz, ganz viele ich fahre einfach ⁓ auf der Straße, weil mich irgendjemand anschreit, anspricht wie auch immer. Also da gibt es ja einen ganz krassen Unterschied und genau erzähle uns da, erkläre uns vielleicht einmal diesen Unterschied dieser beiden Formen. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Also die Schulhypnose ist eben darauf ausgerichtet zu unterhalten und die Schulhypnose arbeitet sehr viel mit Überraschungseffekten. Und aus dem Grund wirkt es für diejenigen, von außen zuschauen, so, als wäre dieser Mensch willenlos ausgeliefert und ja, würde quasi auf jeden Fall das machen, was der Hypnotiseur sagt. Aber was die Schulhypnose eben auch braucht, ist das Einverständnis dieser Person. Das heißt, wenn jetzt da jemand wie ein Huhn über die Bühne läuft und gackert, dann ist diese Person irgendwie damit einverstanden, sich gerade zum Huhn machen zu lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ganz ohne Einverständnis funktioniert das eben auch nicht. Außerdem haben die Schulhypnotisöre ihre Techniken herauszufinden. Wer ist besonders empfänglich dafür? Wer hat besonders viel Lust? so weit wie möglich mitzugehen und mit denen arbeiten sie dann natürlich bevorzugt. Bei der therapeutischen Hypnose im Gegenteil ist es halt so, wir wollen überhaupt nichts Showmäßiges machen, sondern wir wollen helfen. Wir wollen, dass die Menschen sich mit ihrem Unterbewusstsein verbinden, weil im Unterbewusstsein unglaublich viel abgespeichert ist. Da ist ja von der Zeugung an bis zum heutigen Tage jede Sekunde abgelegt. Das Unterbewusstsein hat alles mitbekommen. Und da ist so viel Potenzial, was wir nutzen können, ⁓ auf eine sanfte Art und Weise Dinge zu verändern. Und im Idealfall sind wir dann eben auch mit dem Unterbewusstsein und dem Klienten während der Hypnose im Dialog, ⁓ seine eigene Lösung zu finden und nichts von außen aufzudrücken. Das heißt, wir wollen helfen und nicht unterhalten. Das ist so der größte Unterschied. Sabine Osterauer: Was denkst du, warum ist es dann so, dass, also wenn du dir jetzt ein YouTube-Video anschaust zum Beispiel, dann siehst du natürlich hauptsächlich nur Show-Hypnose. Warum wird das dann trotzdem nicht mehr in den Mittelpunkt gerückt, dass mit Hypnose so viel Gutes in Wahrheit und ich kenne sie aus meiner eigenen Erfahrung heraus, so viel Gutes eigentlich damit gemacht werden kann. Warum wird das immer noch? Ich fast sagen, bisschen unterdrückt. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Ich glaube, dadurch, dass eben, wenn es mal in den Medien ist, häufig eben Showhypnose ist. Es gibt wenige Fernsehauftritte, wo wirklich das Helfende zu sehen ist. Wenn es die gibt, ist das natürlich super. Ich durfte auch schon bei RTL auftreten und jemandem mit einer Angst weiterhelfen. Das war super gut und hat auch ganz viel Feedback und positive Dinge gebracht. Nicht nur für mich, sondern auch für andere Kollegen und Kolleginnen. Nur... Wenn wir jetzt von den größeren Medien ausgehen, da ist es natürlich spannender, unterhaltsamer, eine Show-Hypnose zu zeigen als eine therapeutische Hypnose. weil es eben mehr in den Köpfen ist, dieses Show-mäßige, sind die Menschen zurückhaltend und haben eben Angst vor Hypnose, die aber total unberechtigt ist. Sabine Osterauer: Gehen wir vielleicht noch ganz kurz einmal genau auf diesen Effekt ein. Du hast vorher gesagt, sich jemand in der Schuhhypnose hypnotisieren lässt und dann wie ein Huhn herumgackend auf der Bühne läuft, dann braucht es trotzdem im Vorfeld das Einverständnis. Blöde Frage. Wer gibt sein Einverständnis dafür, der Bühne wie ein Huhn gackend herumzulaufen? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: die die eine Schuhhypnose schon mal gesehen haben, die wissen, dass die Leute auf der Bühne in irgendeiner Form veräppelt werden. Ich bezeichne es mal vorsichtig. Und wenn sie bei einer Schuhhypnose sitzen und die Hand heben, dann ist das im Prinzip schon das Einverständnis dafür, dass sie eben so einen Spaß mitmachen und ausprobieren wollen, wie weit sie wohl mitgehen. Das ist so die Erfahrung, die ich gemacht habe. Dieses Handheben, ja, ich möchte mit auf die Bühne, ist quasi schon das Einverständnis dafür, eben Dinge zu tun, die sie üblicherweise nicht tun. Sabine Osterauer: nicht tun. Keine Ahnung. Also ich kann mich ja noch erinnern, wir haben ja in der Ausbildung, habe ich auch einen Tag, ist total spannend, einen Tag Schuhhypnose geübt, gelernt, wie auch immer. Und das war total spannend, dieses, du bist jetzt wie ein Baum, also da gibt es ja diesen Effekt, wo jemand auf dich zukommt, der schreit dich mehr oder weniger an, klopft dich auf die Schulter und sagt dir Schlaf. Und dann stehst du dort wie so eine traurige Weide, sage ich jetzt einmal, kopfhängend und schläfst. Und das hat man bei mir, ich weiß nicht, ich glaube, 50 Mal probiert. Es ging einfach nicht. Und dann hatten wir eine Kollegin in der Gruppe sitzen, die war so beliebt, denn die ist so schnell in dieses Ding verfallen, die war so schnell, eine traurige Weide, dass wir dann unglaublich alle an ihr geübt haben, weil das bei ihr einfach so schnell ging. Bei mir war es dann wieder eher, ich konnte sogar eine Zahl vergessen. Also man hat mir suggeriert, die Zahl 3 gibt es nicht. Die habe ich dann, ich habe gewusst, dass es sie gibt, aber ich konnte sie einfach nicht sagen. Und ich weiß noch, man hat mich zwischen zwei Sesseln gelegt, mit Ferse und Nacken, steif wie ein Brett. Also das hat man mir suggeriert und das Interessante war, ich war wirklich steif wie ein Brett. Man konnte sich sogar auf mich draufsetzen, aber der linke Arm hat nicht gehalten. Der hat einfach nicht gehalten. Und ich kann mich deshalb noch so gut erinnern, dass das funktioniert hat, weil ich am nächsten Tag so einen derartigen Muskelkater hatte. Weil das war ja dann lustig für die anderen und die sind dann teilweise auch länger drauf gesessen auf mir. Und ich war wirklich steif im Brett. Also ich kann es nur bestätigen, es funktioniert. Aber du und? Es ist eine ganz andere Art der Hypnose, wie die in der Therapie. ⁓ Ich habe mir oft überlegt, wenn wir... Also ich mag jetzt nicht unbedingt gerne zum Zahnarzt. Wir haben kurz vorher auch schon darüber gesprochen. Und ich mag auch keine Spritzen, ich mag Zahnärzte allgemein nicht und sie sind mir auch immer zu teuer, muss ich auch sagen. Also bei mir sind Zahnärzte gleichzusetzen wie, wann kaufe ich mir denn das nächste Auto? Und ich habe mir oft beim Zahnarzt überlegt, warum wird Hypnose während einer Zahnarztbehandlung so wenig angewendet. Ich habe schon sehr viele Zahnärzte in meinem Leben erleben müssen. dürfen wir auch immer wieder das sagen wollen. Aber ich habe noch nie einen Zahnarzt gekannt, auch privat, der einen Hypnotiseur oder der dieses Service zusätzlich angeboten hat. Ich habe schon Narkosen bekommen, direkt vor Ort mit einem Anästhesisten, der war dabei. und sämtliche andere Hightech-Sachen, aber dass jemand eine Hypnose dazu anbietet, das habe ich überhaupt noch nie erlebt. Und ich habe mich damals auch schlau gemacht, also in Österreich schlau gemacht, wer denn das überhaupt machen darf. Und spannenderweise darf bei einer Zahnarztbehandlung nur ein Arzt eine Hypnose anwenden. Und meine Frage an dich ist, Warum, denkst du, ist das so? Ich weiß ja, du hast schon über 6600 Menschen begleitet. Du bist Vollprofe auf dem Gebiet. Ich würde mich jederzeit in den Zahnarzt-Sessel legen, um mich von dir hypnotisieren zu lassen. Warum? Speziell in Österreich und Deutschland weiß ich es jetzt nicht. Aber warum ist das so, dass es hier immer noch den Ärzten vorbehalten ist? Was denkst du? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: kann es ganz ehrlich gesagt nicht so genau erklären, weil ich mich damit noch nicht so sehr auseinandergesetzt habe, weil es in Deutschland ein bisschen anders ist. Ich kann mir aber vorstellen, dass natürlich in einer Zahnarztpraxis der Zahnarzt die Verantwortung für seine Patienten hat, egal wer an dem Menschen arbeitet, nenne ich es jetzt mal. Und dass deswegen die Zahnärzte oder die Ärzte des Zepter eben nicht außer Hand geben, ⁓ sich einen Profi dazu zu holen. Und hier in Deutschland gibt es durchaus den einen oder anderen Zahnarzt, der mit Hypnose auch arbeitet. Und das ist auch eine super Sache. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es manche auch zurückhaltend verwenden, weil es natürlich zeitintensiver ist. Ja, das dauert halt eine gewisse Zeit, bis der Mensch in Hypnose ist. Es sei denn, der Patient hätte zum Beispiel schon selbst Hypnose gelernt und kann sich selber eben in kurzer Zeit in die Hypnose bringen. Aber das ist ja noch nicht so gängig. Von daher ist es halt auch ein Stück weit zeitintensiver. Und wenn man mehr Zeit verwendet, kann man eben auch weniger damit verdienen letztendlich. Und ich glaube, dass das was ist, was einige davon abhält, das dann auch in der Praxis anzubieten oder selbst zu lernen als Arzt. Sabine Osterauer: Ja, also in diese Richtung hätte ich jetzt auch gedacht, muss ich ehrlicherweise sagen, denn das braucht halt doch eine Zeit und manche Patienten brauchen dann einfach länger. Also das wissen wir auch aus der Erfahrung, dass man in der Hypnose manche Menschen ganz, schnell in diesen entspannten, hypnotischen Zustand bringt und andere brauchen einfach einen längeren Weg und einfach Zeit und stressbegleitend kann das ja dann gar nichts. Also das bringt ja dann auch nichts und... Klar, sobald der Patient dann diese Zeit blockiert, kann man keinen anderen Patienten dazu einteilen. Also da gehe ich total komfort mit dir. Das mit der Verantwortung ja, aber da denke ich mir dann wieder, es gibt so viele Ärzte, die auch mit anderen Therapeuten zusammenarbeiten. Also da geben sie das Zepter mehr oder weniger dann auch aus der Hand. Aber es ist natürlich schon möglich, dass der Zahnärztin sagt, diese Leistung, die gönne ich mir auch noch selber auf meinem Konto, möglich ohne dass irgendjemanden Ja, also irgendetwas zu beurteilen oder verurteilen. Aber das kann ich mir schon gut vorstellen und natürlich auch, wenn das dann schief läuft, dass er diese Verantwortung nicht übernehmen möchte. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Ja oder Ja, oder auch, das kam mir jetzt gerade so in den Sinn, dass sie eben selber dieses falsche Bild von Hypnose haben, was ja ganz viele haben. Viele wissen ja nicht, dass das längst psychotherapeutisch anerkannt ist als Therapieform, dass es Untersuchungen mit MRT und allen möglichen Gerätschaften gibt und auch Studien, die beweisen, dass Hypnose halt funktioniert und dass das eben nichts mit Hokus Pokus zu tun hat. Aber das sind so Dinge, die sprechen sich halt eher ganz langsam rum und auch das Sabine Osterauer: Mmh. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: kann ich mir vorstellen, ist vielleicht ein Grund warum ein Arzt, Zahnarzt oder vielleicht auch Coach, Heilpraktiker sagt, da will ich gar nichts mit zu tun haben. Sabine Osterauer: Du hast vorher kurz angesprochen das Thema Selbsthypnose. das ist tatsächlich etwas, also ich habe das natürlich auch im Kurs gelernt und das ist natürlich tatsächlich etwas, was ich beim Zahnarzt wirklich regelmäßig anwende. Also ich kann mich da relativ schnell wegbeamen mittlerweile und ich kriege zwar alles mit, aber ich bin so in einem entspannten Zustand. Das ist trotzdem immer noch nicht schön, also da brauchen wir nicht darüber diskutieren. Aber ich bin trotzdem sehr entspannt und gehe auch in eine schöne Bauchatmung und und und und. Was würdest du sagen, kann man Selbsthypnose erlernen, ohne dass ich jetzt sage, ich brauche jetzt das ganz große Paket der Hypnoseausbildung? Und machst du das zum Beispiel auch, dass du Patienten hast oder Klienten hast, wo du sagst, wir machen jetzt oder wenn sie möchten, erkläre ich ihnen, zeige ihnen, wie Selbsthypnose funktioniert? damit sie in Zukunft bei Arztterminen oder anderen Terminen wussten oder vor einem Auftritt, wenn jemand Abhünenangst hat zum Beispiel, dass sie sich da selber helfen können. Wie siehst du das und machst du das? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Ich mache das im Moment nicht tatsächlich. Ich habe eine Weile Selbsthypnose Kurse in der VHS gegeben. Das ist auch immer sehr gut angenommen worden. Der Kurs war ziemlich schnell ausgebucht und man kann das relativ zügig lernen. Also in der Gruppe haben wir uns schon zwei Tage Zeit genommen, weil ich dann natürlich nicht jeden so ganz individuell an die Hand nehmen konnte. Und in der Praxis ist es so, dass die meisten nebenbei quasi lernen, sich selbst in diesen Zustand zu bringen, weil es mir ganz wichtig ist, etwas mitzugeben, wenn sie hier bei mir sind. Ich will sie ja nicht abhängig machen von mir, sondern ich will, dass sie eigenständig ihr Leben leben können, nachdem wir ein Stück gemeinsam den Weg gegangen sind. Und da ist es häufig so, dass sie vielleicht ein Bild mitnehmen oder dass sie einen Anker mitnehmen, also dass man sich irgendwo berührt zum Beispiel und ein Gefühl wieder abrufen können. Und manchmal ist es tatsächlich so, je nachdem ⁓ welches Thema es geht, dass wir tatsächlich eine der Sitzungen dafür verwenden, wirklich diese Selbsthypnose ganz konkret auch zu lernen und zu nutzen. Und die, die es gelernt haben und auch regelmäßig nutzen, sind wirklich auch begeistert davon. Sabine Osterauer: Das finde ich sehr gut, dass du das auch machst. Ich weiß ja, dass du dir wahnsinnig viel Zeit für deine Klienten nimmst. Ich weiß ja, wie du arbeitest. Was würdest du sagen, diese Frage wird mir zum Beispiel auch immer wieder gestellt, gibt es Menschen, nicht hypnotisierbar sind? Das kriege ich ganz oft, ich weiß nicht warum, die Frage wird ganz oft gestellt. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Ja, die Frage höre ich am Telefon bei der Erstberatung auch immer wieder. Und meine Antwort kommt aus meiner Erfahrung. Also meiner Erfahrung nach gibt es keinen Menschen, der sich nicht hypnotisieren lassen könnte. Meine Erfahrung ist, häufig liegt es daran, dass sie die falsche Person an ihrer Seite haben. Also dass sie diesem Menschen, der sie begleitet, nicht vertrauen oder dass sie noch irgendwelche komischen Dinge über Hypnose im Hinterkopf haben und quasi Angst haben, sich auf diesen Zustand einzulassen oder dass sie vielleicht in einer Atmosphäre sind, in einem Raum sind oder Ähnliches, wo sie sich einfach nicht wohlfühlen können. Und das ist das, was ich festgestellt habe, dass es dann schwierig wird mit einer Hypnose. Ich habe ja immer mal wieder auch Klienten, die schon vorher bei jemand anders zur Hypnose waren. Teilweise hat das dann funktioniert, teilweise aber eben auch nicht. Und bei denen, wo es nicht funktioniert hat, frage ich natürlich ganz gezielt nach, was glaubst du denn selber jetzt im Rückblick? Warum hat es nicht funktioniert? Und dann sind genau das die Aussagen. Ach ja, eigentlich habe ich mich mit den Menschen gar nicht wohlgefühlt, habe mich aber nicht getraut zu sagen, ich möchte nicht und ist dann gegangen. Das ist so die häufigste Aussage dazu. Sabine Osterauer: da stehe. Es gibt noch eine Frage, die auch immer wieder gestellt wird, oder warum warum Hypnose dann teilweise schon prominenter geworden ist, die Raucherentwöhnung. Das ist ein Thema, das möchte ich unbedingt ansprechen, denn das höre ich immer wieder, ich gehe jetzt mal zur Hypnose, damit ich nachher nicht mehr rauche. Ich habe bei diesen Dingen sehr gute Erfahrungen gemacht. Es haben wirklich sehr viele Menschen nach einer Hypnosesitzung aufgehört zu rauchen. habe aber auch welche, die haben wieder angefangen nach einem Jahr. Und ich habe auch welche gehabt, es vermeintlich nicht funktioniert hat. Vermeintlich. Aber und? Kamen auch zu keinem weiteren Termin. Obwohl ich das zum Beispiel immer wieder dazu sage, es kann sein, dass man einfach mehrere Termine braucht, weil das Rauchen ja mit unterschiedlichen Dingen zusammenhängt und wenn wir dort nicht hingeschaut haben und wenn wir das nicht gelöst haben oder wenn wir da jetzt nichts anderes hineingesetzt haben, auch immer, macht es ein bisschen anders, dann kann es sein, dass wir uns einfach noch einmal sehen dürfen. Was hast du für Erfahrungen gemacht, speziell wenn es ⁓ Raucherentwöhnung gegangen ist? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: bei mir, ich biete auch Raucherentwöhnungen an und bei mir gibt es die nur im drei Terminepaket, weil ich einfach festgestellt habe, selbst wenn wir in der ersten Hypnose die größten Bausteine, Blöcke, Hindernisse aus dem Weg geräumt haben, dass dann im Alltag doch nochmal wieder, doch nochmal wieder Situationen aufkommen, die irgendwie schwierig sind. Und dann ist es wichtig, nochmal dahinter die Kulissen zu schauen und zu schauen, warum es ist denn gerade in diesem Moment schwierig. Was war denn da der Trigger, der Auslöser dafür? Und diesen Auslöser dann aufzulösen, dafür zu sorgen, dass der eben nicht mehr so stark oder im Idealfall gar nicht mehr auftritt. was das Rauchen oder nicht Rauchen in dem Fall noch leichter macht. Und die dritte Sitzung verwenden wir dann meistens dafür, das, was schon gut funktioniert hat, zu festigen oder eben noch mal nach zu justieren, noch mal tiefer ins Detail zu gehen. Ich sehe das schon auch wie du viele sagen, ja, es reicht ja eine Sitzung und dann ist das fertig. Das wird ja über viele Themen behauptet, aber beim Rauchen besonders. Und da habe ich tatsächlich andere Erfahrungen gemacht. Und ich finde es auch wichtig, dass man gerade auch beim Rauchen nicht irgendwo hingeht, wo jemand nur auf einen einredet, du bist jetzt lockerer, entspannter Nichtraucher, dir geht es gut und du freust dich des Lebens und so weiter, sondern dass man auch dahinter die Kulissen guckt. Nur so als Beispiel, ich hatte eine Klientin, die kam zu mir zur Rauchentwöhnung und die hatte das auch schon mehrfach versucht, jetzt nicht mit Hypnose, aber sie hatte es mehrfach versucht und ist wieder zurückgefallen. Und wir haben im Vorgespräch einige Dinge ja schon mal so eruiert. Woran kann es denn liegen und was steckt dahinter? Und in der Hypnose ist ganz was anderes rausgekommen, was ich auch vorher noch nie so gehört habe. Ich arbeite ja immer, wie gesagt, im Dialog. Und durch diesen Dialog kam raus, dass ihre Tante mit dem Rauchen aufgehört hatte und ja, vermeintlich direkt danach quasi verstorben ist. also das Unterbewusstsein hatte quasi verankert. Oma Erna hat mit dem Rauchen oder Tante Erne hat mit dem Rauchen aufgehört und ist dann gestorben. In der Hypnose haben wir dann aber mal wirklich geguckt, war das auch tatsächlich so? Und dann ist rausgekommen, sie hat zwar aufgehört zu rauchen, hat dann aber noch viele Jahre glücklich gelebt und ist dann irgendwann verstorben. Und warum auch immer hat das Unterbewusstsein dieser Klientin das so nah zusammengebracht, dass die Klientin ganz tief drinnen dachte, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, dann werde ich sterben. Und das Spannende war, direkt nachdem sie diese Erkenntnis hatte, hat sie die Augen aufgemacht, eigenständig, ich habe das nicht beeinflusst, Augen aufgemacht und hat gesagt, Michaela, jetzt ist alles klar, ich kann gehen, ich brauche nie wieder Rauchen. Sabine Osterauer: Spannend. Das heißt, Rauchen ist jetzt nicht nur, weil das glauben ja viele, dass Rauchen eine Angewohnheit ist und dass das aber nirgendswo dranhängt. Es gibt ja jetzt nicht nur diese Rauchsucht in dem Sinn, sondern Süchte gibt es ja viele. Und es ja auch die Zuckersucht und so weiter. Und da darf man wirklich dahinter schauen, wo kommt denn die her? Warum ist die denn überhaupt da? Dass man jetzt sagt, ich bin süchtig auf, das ist mir jetzt so passiert, das gibt es ja in dem Sinn nicht. Es gibt ja immer einen Grund, warum wir überhaupt dazu tendieren oder gekommen sind und warum es dann bei uns geblieben ist. Das ist ja nicht so, ich habe mir das angewöhnt, so ein Scheiß, wie bringe ich das jetzt wieder weg. Sondern das hängt ja mit unterbewussten Erinnerungen. Glaubenssätzen, Prägungen, wie auch immer zusammen. Und da gehört einfach, da dahinter geschaut, das machen halt dann viele nicht, das ist auch, glaube ich, das zählt wahrscheinlich auch so ein bisschen zu dem Mythos im Sinne von, ich gehe jetzt zur Hypnose, die macht Schnicki Schnacki, schnippe dann zweimal, zweimal mit den Fingern und dann ist alles gut und dann möchte ich gar nicht mehr rauchen. Das wäre schön. Also wenn es das geben würde, dann wären wir beide wahrscheinlich schon Ja, irgendwo auf einer einsamen Insel, die wir uns natürlich gekauft hätten, weil wir würden es uns dann leisten können. Aber so etwas gibt es nicht. Also nicht in meiner Welt. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: mitarbeiten muss man in der Hypnose immer. Also nicht nur während der Hypnose, sondern auch danach natürlich. Das ist schon wichtig, auch die eigene Willenskraft und die Selbstverantwortung mit reinzunehmen in diesen Veränderungsprozess. Hypnose ist ja wahnsinnig kraftvoll, weil es eben mit dem Unterbewusstsein arbeitet, ja 90-95 Prozent der Dinge liegen und aus denen wir handeln, die wir eben im Leben so mit uns tragen, sage ich jetzt mal. Sabine Osterauer: immer. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Und es ist wahnsinnig kraftvoll und es ist eine Riesenunterstützung. Aber es hilft nicht, wenn jemand sich in den Hypnose-Sessel legt und sagt, okay, Michaela, du musst jetzt alles machen. Ich übernehme Nullverantwortung und dann höre ich damit auf zu rauf, das funktioniert eigentlich, Sabine Osterauer: Ich schließe meine Augen, du machst deinen Zauber über mich und ich gehe rauchvoll raus, weil dafür habe ich ja schließlich auch bezahlt. Das ist ja auch immer so ein Thema im Hintergrund. Es gibt aber jetzt nicht nur Süchte, denen du arbeitest, sondern es ist auch, du hast ja auch in deinem eigenen Podcast, du hast ja auch einen, da dürfte ich ja schon einmal Gast sein, da hast du auch ein Thema gehabt mit Ängsten, speziellen Ängsten. Das ist auch etwas, was ich immer wieder gefragt werde. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Genau. Sabine Osterauer: Aus deiner Erfahrung heraus gibt es Ängste, die mehr Sitzungen brauchen als andere. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Das kann ich so ganz pauschal nicht sagen. Was ich vielleicht unterscheiden kann ist, eine Phobie gegen Spinnen zum Beispiel ist ja sehr begrenzt auf dieses eine Thema, die lässt sich sicherlich schneller lösen als eine generalisierte Angststörung, die sich auf alles beziehen kann. Aber trotzdem kann auch das Lösen einer Spinnenphobie länger dauern und das mit der generalisierten Angst überraschend schnell geändert sein. In meiner Welt gibt es da keine Pauschalitäten. Jeder ist individuell und wir müssen einfach abwarten, wie er reagiert oder sie. Sabine Osterauer: Weil du gesagt hast, Spinnenphobie, da gibt es ja auch ganz viele tolle Videos. Da muss ich jedes Mal schmunzeln von Therapeuten, Hypnoseuren, die das in Schnippe Schnappe wirklich machen. Zumindest ist das das, was wir sehen. Dass da Menschen kommen, sagen, sie haben eine Spinnenangst und der Hypnoseur sagt, schließe deine Augen, entspann dich, tralala, hoppse sa. und lässt dann die Vogelspinne über den Arm laufen und ja, juhu, ich habe keine Spinnenphobie mehr. Gibt es das? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Ich will es nicht hundertprozentig ausschließen, aber so richtig dran glauben kann ich nicht. Also in so Videos sieht man ja meistens nur Ausschnitte von dem, was tatsächlich gemacht wurde. Also es ist selten ein Live-Mitschlitt über die ganze Session, die da stattgefunden hat. Zumindest ist es meine Erfahrung. Sabine Osterauer: Das ist etwas, was mir immer wieder aufgefallen ist, weil wenn du dich mit Hypnose beschäftigst, dann schaust du dir natürlich andere gute Hypnotiseure an, die natürlich dann auch Bühnenauftritte haben und so weiter. Das sieht man halt dann, Sachen, und ich mich schon oft selber aufgefallen und kann ich das nicht? Was ist denn da jetzt los? Und deswegen wollte ich jetzt deine Fachwissenmeinung dazu haben. ob du denkst, dass es wirklich gibt. Also ich glaube schon auch, dass es das in Einzelfällen wahrscheinlich geben wird. Aber für alle, die sich mit Hypnose auseinandersetzen wollen, da die, die sich denken, das ist vielleicht etwas für mich, weil ich möchte gerne an gewissen Dingen arbeiten, ich möchte mich gerne von gewissen Ängsten oder Süchten trennen, dann bitte im Hinterkopf immer behalten. Das sind Ausnahmesituationen wahrscheinlich, dass es so schnell geht. Also es braucht Arbeit. ist... Es braucht Zeit, braucht Geduld und es braucht den richtig vertrauten Menschen an der Seite, mit denen man diesen Weg auch gehen möchte. Und es braucht glaube ich vorher vor allem die Entscheidung, ich möchte das gehen lassen. Denn wir wissen ja aus unserer Erfahrung heraus, dass es auch Dinge gibt, Ängste gibt, Süchte gibt, die wir uns gerne behalten wollen. Welche Erfahrungen hast du dazu gemacht, schon von Klienten, die zu dir gekommen sind, so Michaela, ich möchte jetzt... keine Angst mehr haben vor oder ich möchte jetzt damit aufhören oder ich möchte mich total verändern. Und dann gehst du mit ihnen in den Hypnodialog sozusagen und dann merkst du, okay, da ist totaler Widerstand, weil wenn du in zu gewissen Themen kommst, da will ich jetzt nicht hinschauen und das möchte ich jetzt auch nicht machen und das möchte ich nicht loslassen und das geht auch nicht. Welche Erfahrungen hast du mit solchen Klienten gemacht und warum glaubst du, ist das so, dass wir im Grunde oft gar nicht das loslassen wollen, was uns eigentlich belastet. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: so ausgeprägt, du es jetzt geschildert hast, ist es bei mir tatsächlich in der Praxis noch nicht aufgekommen. was uns davon abhält, Dinge zu verändern, ist halt diese innere Funktion, die ja die Angst zum Beispiel hat. Wenn wir jetzt einen inneren Anteil haben, der diese Angst auslöst, macht er das aus der Erfahrung heraus, dass es irgendwann mal gut war und geholfen hat und setzt das so lange fort, bis man ihm quasi sagt, So wollen wir das jetzt gerade nicht mehr, können wir das nicht ändern. Und das löst diese Widerstände aus. Es ist ja dann letztendlich so eine Art sekundärer Krankheitsgewinn. Wenn Angst auftritt vor Autofahren zum Beispiel, dann brauche ich vielleicht nicht selber Autofahren, sondern mein Partner fährt mich immer durch die Gegend. Oder ich kann vielleicht vermeiden, irgendwo hinzufahren, wo ich eigentlich sowieso nicht hin wollte. Aber ich traue mich nicht, nein zu sagen. Da sage ich lieber, ich habe Angst vor dem Autofahren, sorry, fährt kein Bus zu dir, dann kann ich nicht kommen, so nach dem Motto. Ja, das gibt es natürlich auch. Aber in meiner Erfahrung ist es häufig so, dass dieser Anteil der Angst auslöst. wirkliches Gut gemeint hat, eine Schutzfunktion damit hervorrufen wollte und deswegen natürlich nicht sofort sagt, hey super, ich kann gehen, weil der noch gar nicht verstanden hat, dass es andere Möglichkeiten gibt, geschützt zu sein, ohne dieses unangenehme Angstgefühl zu haben. Und wenn das verstanden ist im Inneren, wenn da wirklich der Dialog auch zwischen dem Klienten und seinem Unterbewusstsein stattgefunden hat und die beiden eine Einigung gefunden haben, wie es in Zukunft laufen kann, dann kann da auch eine Veränderung eintreten. Sabine Osterauer: Okay, sehr spannend. wenn sich Menschen dazu entschließen, diesen Weg der Hypnose zu gehen. Was würdest du den Menschen raten? Wie suchen sie sich den richtigen Menschen ihrer Seite aus? Du gibst jetzt ins Internet, du googelst jetzt Hypnodeseurer oder Hypnodeseurinnen. vielleicht noch einen kurzen Schwenk zu meiner Ausbildung damals. Ich bin gesessen in einer Ausbildung mit, ich weiß jetzt nicht, 15 Menschen circa. Wir 15 Menschen waren total unterschiedlich. Wir kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Von diesen 15 Menschen, was ich mich noch so erinnern kann, wir zu dritt, die irgendeine Ausbildung zusätzlich hatten in der psychologischen Richtung. Es war eine Psychotherapeutin dabei, ich war dabei als psychosoziale Beraterin. Und eine Fachärztin war noch dabei. Eine Allgemeinärztin war noch dabei. Und eine Zahnärztin. Aber der Rest waren Menschen, die Einer war überhaupt ... Der hatte ein Lokal, wollte schon Hypnose machen. Dann war noch ein paar dabei, sagten, ich mach das so nebenbei, als Coach, nicht wirklich viel Ausbildung usw. Jetzt sind die aber alle. Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist, aber in Österreich ist es eine graue Zone. Da brauchst du eigentlich nur den Energietiker-Gewerbeschein und den brauchst du dann auch nur, wenn du auch bei der Hypnose den Menschen berührst sozusagen, weil ansonsten sprichst du ja nur mit einem Menschen. Also so wird das gehandhabt und ich finde, dass das teilweise fahrlässig ist. Jetzt googelt aber jemand einfach irgendwelche Menschen, Hypnose anbieten. Was würdest du den Menschen da draußen für Tipps geben, dass sie den richtigen finden oder auch richtig suchen, auch richtig anfangen zu suchen, was sollen die Menschen achten, dass sie wirklich mit Therapeuten, weil es ist ja auch ein Unterschied, du jetzt Hypnose machst oder therapeutische Hypnose machst. In Österreich ist das ganz klar auch geregelt. Wenn du kein Arzt bist und kein Psychotherapeut bist, dann machst du auch keine Hypnose-Therapie, sondern dann machst du nur Hypnose. Weiß jetzt nicht, das ist in Deutschland, das kannst du dann auch noch ganz kurz vielleicht sagen. Aber welche Tipps hättest du da? Wie finde ich die richtige Person an meiner Seite, die auch die Fachkompetenz hat und nicht nur in einen Kurs gesessen ist für, ach, mach jetzt schon wieder mal Schuhhypnoseausbildung und dann geht das schon, kriegen wir alles andere auch hin. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: gute Frage und wichtige Frage. Also in Deutschland ist es so, mit Ängsten zum Beispiel dürfen nur Menschen arbeiten, die auch eine Heilerlaubnis haben. Das sind hier in Deutschland die Heilpraktiker für Psychotherapie, die Heilpraktiker, die auch den Körper mit behandeln und die Ärzte, die ja logisch auch eine Heilerlaubnis haben. Und wenn man jetzt für eine Angst sucht, würde ich da auf jeden Fall darauf achten, dass eine dieser Ausbildungen vorliegt. Sonst ist es tatsächlich auch hier in Deutschland eine Grauzone. Ein Coach darf eben nicht mit kranken Menschen arbeiten, sondern nur mit gesunden. Und jemand, der eine Angst hat, gilt in Deutschland halt als kranker Mensch. Ansonsten davon abgesehen, würde ich mir die Internetseite gut anschauen. würde mal schauen, gibt es da Referenzen vielleicht von anderen Kunden, Kundinnen, Klienten? Gibt es dort vielleicht auch eine So was wie ein Lebenslauf, wo man ableiten kann, wie viel hat er denn schon gelernt oder wie lange macht er denn schon Hypnose. Und dann schlussendlich auch, wie sympathisch ist mir das, was auf dieser Seite passiert. Also wie sympathisch finde ich das Bild, das Video. Wie kommt das, was da geschrieben ist, bei mir an? Weil ich finde gerade Vertrauen und Sympathie, sind so die beiden Dinge, auf die ich vorwiegend achten würde. weil das für mich die Grundbausteine dafür sind, dass eine Therapie funktionieren kann, egal, ob es jetzt Hypnose ist oder eine andere Therapie. Aber gerade bei Hypnose ist es besonders wichtig, dass diejenigen einen Menschen finden, wo sie das Gefühl haben, da kann ich mich wirklich drauf verlassen, da kann ich mich fallen lassen und kann vertrauen und kann mein Thema besprechen und im Idealfall lösen. Sabine Osterauer: Das heißt, ist auch ganz, ganz wichtig, wenn ich jetzt bei, ich habe mir jetzt jemanden ausgesucht, habe da dann einen Termin vereinbart, gehe dorthin, für so einen, es gibt eben ein Vorgespräch, wo auch besprochen wird, ⁓ was es überhaupt geht und wie das dann weitergeht, was man jetzt vorhat, wie das jetzt in der Hypnose ausschaut und so weiter und so fort. Und glaube ich, ganz, ganz wichtig ist, wenn ich da das Gefühl habe, das passt nicht, dann die Sitzung einfach abbrechen. Also das würde ich wirklich raten, weil das macht keinen Sinn. Man ist dann verkrampft, man kann sich nicht entspannen und die Entspannung ist ja das Wichtigste eigentlich bei der Hypnose, dass man sich wirklich entspannt, dass man vertraut, dass man sich fallen lässt. Und wenn ich da beim Vorgespräch schon das Gefühl habe, irgendwie weiß ich nicht, doch nicht zu kompetent oder liegt mir nicht oder keine Ahnung, mag den Geruch nicht, was auch immer, whatever, dann besser die Sitzung ab. sprechen. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Definitiv, dem kann ich so nur zustimmen. Also bei mir ist es so, dass das erste Beratungsgespräch tatsächlich komplett telefonisch stattfindet und wir natürlich dann im ersten Termin noch sprechen. Aber auch in einem Telefonat, was in der Regel so zwischen 10 und 15 Minuten dauert, kann man sehr schnell herausfinden, passt die Chemie oder passt sie nicht. Und da hast du vollkommen recht. Das wäre so mein nächster Tipp. Dann, wenn man eine Website gefunden hat, die gut ist oder Sabine Osterauer: Ja. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: die zu einem passt, wirklich mal den Hörer in die Hand nehmen und mal anrufen und schauen, wie ist das dann, wenn wir miteinander sprechen, ist das dann weiterhin so gut. Sabine Osterauer: Genau, wie sind die Frequenzen und passen die gut zusammen? Schwingt das gut und hat man ein gutes Gefühl? Das ist, da hat man ruhig auch auf sein Bauchgefühl so Vertrauen. Wenn ich mit jemandem spreche und ich habe das Gefühl, ja, das passt total gut, dann ist das auch stimmig. Und wenn nicht, dann kann derjenige noch so viele Titeln und Ausbildungen haben, dann ist er einfach nicht der Richtige. Jetzt kennen viele Menschen Hypnose ja grundsätzlich nur von persönlich, das heißt ich komme persönlich zu den Menschen hin, da hat mich dann viele kennengelernt, ich lege mich auf die Couch, das ist auch nicht mehr ganz so. Also ich persönlich habe noch eine Couch, ich glaube du hast keine, du hast so einen Liegesessel, glaube ich, was ich ja mal von Fotos her gesehen habe. Aber und wir leben jetzt in einem Zeitalter, dank Corona muss man auch einmal sagen, also danke Corona, das ist so. sich dann ausgebreitet hat, dass wir auch sehr viele Sachen online machen, sonst würden wir heute auch dieses Interview gar nicht führen, weil wir wohnen doch einige hundert Kilometer auseinander. Funktioniert Hypnose auch online? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Das funktioniert wunderbar online und ich habe auch schon online hypnotisiert vor Corona, weit vor Corona, weil es mir wichtig war, auch Menschen zu begleiten, die eben weiter weg sind und nicht zu mir kommen können oder wollen, weil sie einfach diesen Fahrtweg nicht auf sich nehmen wollen. Und das funktioniert wunderbar. zwar gibt es dafür eine recht einfache Erklärung. Hypnose funktioniert ja über die Stimme. Und ob die Stimme dann über ein Mikro oder Kopfhörer zu dir kommt oder über die Raumluft ist nahezu egal. Also von der Wirkweise ist es nahezu egal. Wenn jetzt aber ein Klient mir sagt, ich kann mir das so online so gar nicht vorstellen, dann kann man entweder gucken, dass man mal so eine Testsequenz macht. Dann kann das ausprobieren, ob es passt oder was auch einige machen, die vom Weiterweg kommen, dass sie beim ersten Mal hier zu mir kommen, ⁓ mich auch persönlich kennenzulernen und da die Chemie noch mal und die Atmosphäre noch mal anders aufzunehmen und die dann später mit mir aber dann online weiterarbeiten. Also es ist beides letztendlich gut möglich und die Erfahrung zeigt tatsächlich, die Wirkweise, also das Ergebnis ist genauso gut, ob wir jetzt online arbeiten oder vor Ort. Das hat mir zum Beispiel die Corona-Situation gezeigt, weil dann tatsächlich häufiger Klienten bei mir waren, mehrere Termine, sage ich mal, und dann waren sie vielleicht in Quarantäne, waren aber im Prinzip fit und wollten an ihrem Thema weiterarbeiten. Und die haben auch ganz klar gesagt, für sie macht das keinen Unterschied. Sabine Osterauer: Interessant. Vielleicht so gegen gegen Ende hin noch eine Frage, auch immer wieder gestellt wird. war für dich so der, für dich als, also was durftest du, nennen wir es anders, was durftest du als Therapeutin miterleben bei einem oder einer deiner Klienten, wo was ganz was Großartiges geschehen ist, wo du sagst, das war, das war viel Arbeit. Und mich freut das so sehr für diesen Menschen, dass er diese Angst, diese Sucht, dieses Erlebnis für sich abschließen konnte. Du sagst, das war so mein Highlight für diesen Menschen. Es geht ja nie ⁓ uns als Therapeut, sondern es geht ja immer ⁓ die Menschen. Aber wir freuen uns ja natürlich dann mit, dass es gut geklappt hat und dass dieser Mensch gut weitergehen kann ohne dieser Belastung. Gibt es da irgendetwas, wo du sagst, das fällt mir spontan ein? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Da fällt mir eher tatsächlich was Allgemeines. doch eins ist mir doch ganz speziell hängen geblieben, siehst du, da kommt es doch. Da ging es tatsächlich ⁓ eine Spinnenphobie. Das war eine junge Frau, die zu mir kam wegen einer Spinnenphobie. Die war wirklich so schlimm, dass die zur Salzsäule erstarrt ist, sobald sie wusste, da irgendwo eine Spinne. Das heißt, die musste dann jemanden rufen, damit sie sich überhaupt wieder bewegen konnte. Diese junge Frau wollte ausziehen von zu Hause. Das hätte sie nicht geschafft mit dieser Spinnenphobie. Wir haben da auch, ich glaube ... drei Termine oder ähnlich gebraucht und sie kann jetzt tatsächlich oder konnte kurz drauf, weil das ist schon viel Jahre her, konnte sie dann wirklich zu Hause ausziehen, mit ihrem Freund zusammenziehen und kann jetzt ganz entspannt sein, selbst wenn irgendwo eine Spinne im Raum sitzt, ist das für sie gar kein Thema mehr. Und es war wirklich so schlimm, auch mit der Spinnenphobie, dass sie nicht mal am Handy ein Video anschauen konnte, wo eine Spinne drin vorkam und sie selber hat dann tatsächlich initiiert, dass sie in der zweiten Sitzung war, glaube ich, tatsächlich nach der Hypnose das Handy gezückt hat und gesagt hat, so Michaela, jetzt teste ich das, jetzt suche ich mir mal ein schönes Spinnenvideo raus. Und sie konnte das dann schon recht gut angucken. Also das ist schon echt spannend, was das Unterbewusstsein so kann. Sabine Osterauer: Ja, das bringt mich vielleicht auch noch zu einer nächsten Frage. viele Fragen gibt es dann immer wieder, weil du das jetzt gerade erzählt hast, Hypnose hat auch keine Altersbeschränkung. Also man kann Hypnose schon sehr früh beginnen. Ich kann mich an einen Fall erinnern, das ist auch schon sehr, sehr viele Jahre her. Das war ein achtjähriges Mädchen und die hatte wahnsinnige Angst vor Ameisen. Und die kam zu mir. Also die Mutter, dann sagte ich weiß nicht mehr, was ich machen soll, die geht mir nicht mehr in die Schule. Also zuerst war es nur die Ameise, dann war es im Zimmer, ⁓ Gottes Willen, sie ist dann nicht mehr in den Garten gegangen und im Endeffekt dann auch nicht mehr in die Schule, weil das, wie wir es sehen, Angst kann ja auch wirklich große Kreise dann erschließen. Und die kam dann zu mir und ich habe dann mit diesem kleinen achtjährigen Mädchen dann gearbeitet. Und das war so schräg, weil in dem Moment, wo die gekommen ist, Kappelt bei mir über den Tisch eine Ameise und die ist aufgesprungen und hat geschrien. Also wie du gesagt hast, wirklich erstarrt und ich habe mir nur gedacht ⁓ Gottes willen, ja, also das war der Beweis dafür, das war jetzt nichts eingebildetes oder, sondern die ist wirklich, also die ist aufgesprungen und hat geschrien. Die Tränen sind ja senkrecht aus den Augen gespritzt, die war so fertig und dann habe ich mit ihr gearbeitet. Und im Endeffekt war es dann so, die, es war total arg am Ende, war nur eine Sitzung, am Ende der ersten Sitzung hat die Ameisenphobie total abgelegt. Die hat sich in ihrer Welt, in ihrer Fantasiewelt alle Ameisen als Hello Kitty-Ameisen dann vorgestellt, wir haben das dann geankert. Und die ist dann aufgestanden und dann hat sie gesagt, ja und Ich habe jetzt ganz viele Hello Kitty Ameisen und dann kommt schon wieder, das war gerade im Frühjahr und da hatten wir im Haus Ameisen. Und in dem Moment kam wieder eine und die Mutter und ich, waren beide, nach einer Sitzung und bei Kindern und so weiter, aber die hat die Ameise gesehen und schau Sabine, siehst du, das ist eine Hello Kitty und die hat eine Masche am Kopf und die hat lauter Herz und drauf. Und seitdem war auch Ruhe, also die ging dann wieder in die Schule, die Mutter war so. Also ich glaube, die hätten mir in dieser Situation also alles gegeben, was sie hatte. Die war so erfreut und ich weiß natürlich nicht, wie es jetzt ausschaut. Keine Ahnung, das ist über zehn Jahre, glaube ich. Aber Hypnose hat keine Altersbeschränkungen. Das ganz, ganz wichtig. Also man kann wirklich von, also ich würde sagen, so ab dem Zeitpunkt, wo die Kinder auch sitzen bleiben und auch vor allem zuhören. Ich glaube, das ist eher so die Das kommt jetzt immer darauf an, wie sind die Kinder von der Entwicklung her. Aber grundsätzlich gibt es jetzt keine Grenzen, keine Altersbeschränkungen. Das Wording ist halt ein anderes, weil du sprichst natürlich mit einem Kind jetzt anders als mit einem Erwachsenen. Aber grundsätzlich kann man wirklich sagen, Hypnose ist von bis an wendbar. Und das ist eigentlich das Schöne. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Genau, kann ich noch bestätigen. Also das jüngste Kind, mit dem ich gearbeitet habe, dann allerdings zusammen mit der Mutter war anderthalb. Und die älteste Patientin, ich hatte, war sie 85 oder 89, ich weiß es nicht mehr. Aber alles dazwischen ist halt möglich. und wo du von Kindern sprichst, die sind so unglaublich fantasievoll, wenn es darum geht, ihre Probleme zu lösen. Das ist so schön. Das geht bei denen auch noch unkomplizierter als bei Erwachsenen, weil sie natürlich noch nicht so viele negative Erfahrungen gemacht haben in der Regel. und eben weil sie sehr locker auch dann in der Hypnose sind und einfach auch ihr Ding machen. Also bei Kindern ist es dann auch so, die sind gar nicht so wahnsinnig entspannt in der Hypnose, sondern die sind da mit Händen und Füßen beschäftigt und die machen vielleicht auch mal die Augen auf und wieder zu und so weiter und trotzdem sind die halt in einer Trance. Weil viele wissen ja gar nicht, dass Kinder bis zu einem bestimmten Alter quasi in der Dauer draus sind. Und deswegen brauchen wir da gar nicht so viel zu tun, ⁓ sie in den hypnotischen Zustand zu bringen. Und ja, ich finde es besonders schön, Kindern und Jugendlichen zu helfen, weil die natürlich dann noch ein ganz langes Leben viel unbeschwerter vor sich haben. Das macht noch mehr Spaß als bei Erwachsenen letztendlich. Sabine Osterauer: Ja. Ja, das stimmt, das kann ich wirklich nur bestätigen. Liebe Michaela, vielen, vielen herzlichen Dank, dass du heute bei mir Gast warst zu so früher Morgenstunde. Bei mir scheint jetzt gerade die Sonne durch das Fenster und sagt, ich bin ⁓ schon aufgestanden. Wie gesagt, vielen herzlichen Dank. Ich hoffe, haben zusammen es wieder herausgefunden. Warum Hypnose immer noch? Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Okay. Sabine Osterauer: in vielen Menschenköpfen mit diesen Mythen belastet ist. Und der Warum-Podcast wird noch einige Folgen natürlich produzieren. Aber danke jetzt einmal für diese produzierte Folge mit dir. Es war mir eine Freude, eine Ehre, ein ganz großes Fest. Und vielen herzlichen Dank, dass du bei mir warst. Michaela Ortmayer HypnoDIALOG®: Danke dir für die Einladung und ganz viel Freude mit dem weiteren Podcast. Sabine Osterauer: Dankeschön.