Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #21 Folge 6: Vom Krisenmanager zum Traum-Architekten: Die positive Funktionsanalyse (CRAFT-Mindset 6/14)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen. Ich freue mich riesig, dass du
- 0:03heute wieder eingeschaltet hast, um dir Zeit für dich und deine
- 0:06Themen zu nehmen. Wir nehmen uns heute einen
- 0:08wirklich spannenden Ansatz vor, der kommt aus einem Artikel von
- 0:12Nilix Berlin, geschrieben von Gabriel Es ist Teil 6 seines,
- 0:18wie er es nennt, Kraft, Mindset, Manifests und der Titel ist
- 0:22werde zum Traum Architekten. Die Landkarte für ein besseres
- 0:27Leben, positive Funktionsanalyse, das klingt
- 0:30doch schon mal ziemlich vielversprechend, oder?
- 0:32Absolut ja. Klingt nach einer aktiven Rolle.
- 0:34Genau worum geht es hier im Kern?
- 0:37Stell dir vor, du hörst auf dich nur auf die Probleme zu
- 0:40konzentrieren, die eine Sucht so mit sich bringt, egal ob bei dir
- 0:43selbst oder bei einem Menschen, der dir wichtig ist.
- 0:46Stattdessen fängst du an ja aktiv was Neues zu bauen, etwas
- 0:51Positives. Ein echter Perspektivwechsel.
- 0:54Ja, total. Weg vom reinen Reagieren auf
- 0:57Krisen, hin zum bewussten Gestalten einer besseren
- 1:01Zukunft. Hoffentlich, Gabriel gibt dem
- 1:03Artikel auch ne kleine, Na ja, triggerwarnung, weil dieser
- 1:08Ansatz, der fordert dich schon heraus, du sollst über das
- 1:11Problem hinausschauen, es vielleicht sogar mal kurz
- 1:14beiseite legen und eine neue positive Realität entwerfen, das
- 1:18kann sich am Anfang echt ungewohnt anfühlen, vielleicht n
- 1:21bisschen fremd so. Verstehe.
- 1:24Raus aus den alten Mustern. Genau.
- 1:27Und bevor wir da jetzt tiefer reingeben, ist mir noch was
- 1:29Wichtiges zu sagen. Du solltest wissen, Gabriel, der
- 1:32ja hinter Nelix Berlin steckt, der ist selbst betroffen von
- 1:36Sucht, von psychischen Herausforderungen, das ist für
- 1:39ihn kein rein theoretisches Ding.
- 1:42Das macht es authentisch, ja. Total.
- 1:44Er teilt auf seiner Webseite ganz offen und schonungslos
- 1:47ehrlich seine eigenen Erfahrungen, auch die
- 1:50schmerzhaften. Warum um ne echte Verbindung zu
- 1:52dir aufzubauen. Um dir zu zeigen, hey, du bist
- 1:56mit diesem ganzen Kram, mit diesen Kämpfen nicht allein.
- 1:59Viele von uns kennen das. Gabriele beschreibt zum Beispiel
- 2:02unglaublich eindringlich dieses Gefühl vom Vakuum, diese Lehre,
- 2:07die er selbst gespürt hat, als die Substanz weg war in seiner
- 2:10Nüchternheit. Das kann ich mir vorstellen,
- 2:11diese Lehre. Ja, und diese Offenheit, die
- 2:14schafft halt ne Basis, vertrauen, Authentizität.
- 2:18Das wollen wir heute nutzen. Denk mal drüber nach, vielleicht
- 2:21war deine Rolle bisher eher die des Krisenmanagers und.
- 2:24Oder des Detektivs, der versucht, Dinge rauszufinden.
- 2:26Oder des Sanitäters. Ja, genau, der Sanitäter, der
- 2:30immer die Wunden versorgt. Das ist ja wahnsinnig
- 2:32anstrengend und oft auch frustriert, absolut so, und der
- 2:36Ansatz, den Gabriel hier vorstellt, der basiert ja auf
- 2:39CRAF. Community re enforcement and
- 2:42family Training. Eine Methode für Angehörige?
- 2:45Genau. Richtig.
- 2:47Und dieser Ansatz gibt dir jetzt eine völlig neue Rolle.
- 2:50Nicht mehr Krisenmanager, sondern.
- 2:52Traumarchitekt. Das Bild gefällt mir.
- 2:54Ja, oder stell dir das mal bildlich vor, du lässt den
- 2:57Feuerlöscher mal stehen, nimmst stattdessen einen Stift und
- 3:01Entwirfst in den Bauplan für ein neues, schöneres Haus ein
- 3:05stabileres Leben. Ein lebenswertes Leben genau,
- 3:08und dafür gibt es ein ziemlich mächtiges Werkzeug, die positive
- 3:12Funktionsanalyse. OK, lass uns das mal genauer
- 3:14auseinandernehmen. Was ist das denn jetzt
- 3:16eigentlich? Ja, im Grunde ist es genau das
- 3:18Gegenteil von dem, was wir sonst oft machen.
- 3:21Normalerweise analysieren wir ja Probleme, oder?
- 3:23Stimmt immer die Frage, warum ist das passiert, was war der
- 3:27Auslöser für den Konsum genau und die positive
- 3:30Funktionsanalyse, die dreht den Scheinwerfer komplett um, die
- 3:34fragt Moment mal, wann gab es denn einen guten Moment, wann
- 3:39hat die Person was Positives gemacht, etwas nüchternes,
- 3:43gesundes. Und ganz wichtig, unter welchen
- 3:47genauen Umständen ist das passiert?
- 3:50Ah OK. Und die entscheidende Frage
- 3:52dahinter ist dann, wie können wir dafür sorgen, dass genau das
- 3:56öfter vorkommt? Das klingt erst mal fast zu
- 4:00simpel, aber die Wirkung kann wahrscheinlich enorm sein, oder?
- 4:04Absolut. Das ist ein fundamentaler Shift
- 4:07im Fokus. Es ist nicht nur Problem weg,
- 4:09sondern Positives her, was hier wirklich faszinierend ist, ist
- 4:14die Strategie dahinter, es geht ja nicht nur darum, das Negative
- 4:17irgendwie zu vermeiden, sondern das Positive aktiv zu
- 4:21verstärken. Man versucht gesunde
- 4:24Aktivitäten, also Momente echter Freude oder Zufriedenheit, so
- 4:29attraktiv zu machen, so erreichbar, dass sie ne echte
- 4:32Konkurrenz werden können zum Suchtverhalten.
- 4:35Man lockt sozusagen mit dem Guten.
- 4:38Genau, man könnte fast sagen, man versucht Freude strategisch
- 4:42zu nutzen, um der Sucht den Nährboden zu entziehen.
- 4:46Es ist ein proaktiver Aufbau von Alternativen, sehr konstruktiv.
- 4:51Und wie macht man das jetzt konkret?
- 4:53Gabriel beschreibt das ja im Artikel ähnlich wie bei der
- 4:56Problemanalyse, also mit 3 zentralen Fragen erstens die
- 5:02Auslöser, die Triggers, also ganz konkret, wer war dabei, was
- 5:09ist drumherum passiert, wann genau und wo war das, unter
- 5:13welchen Bedingungen blüht diese positive Seite auf Gabriel gibt
- 5:17dir das Beispiel. Immer samstags, wenn die Sonne
- 5:20scheint und ein bestimmter Freund anruft.
- 5:23Das ist ja superspezifisch. Ja, das ist wichtig, diese
- 5:26Spezifität. Zweitens schaut man dann auf die
- 5:29Barrieren barriers, also was steht diesem eigentlich
- 5:34gewünschten positiven Verhalten im Weg, warum passiert es nicht
- 5:37öfter, ah ja. Das können ganz praktische Dinge
- 5:40sein, wie im Beispiel, er würde ja gerne, aber er hat kein Geld
- 5:44dafür oder ihm fehlt die Ausrüstung.
- 5:47Oder einfach keine Energie. Genau oder auch innere
- 5:50Barrieren. Er fühlt sich einfach zu müde,
- 5:52zu antriebslos, diese Barrieren zu kennen ist echt entscheidend.
- 5:56Weil sie oft der Hebel sind, wo man ansetzen kann.
- 5:59Und drittens, das ist sicher zentral, die Belohnungen, die
- 6:03Rewards. Absolut.
- 6:05Was hat die Person konkret davon, wenn sie das positive
- 6:08Verhalten zeigt? Welches gute Gefühl kommt da
- 6:11auf? Es ist stolz, Entspannung, das
- 6:15Gefühl mit anderen verbunden zu sein, etwas geschafft zu haben.
- 6:18Genau kompetenzgefühl diese innere Belohnung ist der Motor.
- 6:23Der sorgt dafür, dass ein Verhalten wiederholt wird.
- 6:26Wenn wir verstehen, was die Belohnung ist, können wir
- 6:29versuchen, sie zu verstärken oder zumindest bewusst zu
- 6:32machen. Okay.
- 6:33Gabriel erwähnt auch, und das finde ich wichtig, dass
- 6:36offizielle Craft Manual sagt, dieses Werkzeug ist optional.
- 6:41Ach, tatsächlich. Ja, also wenn du schon 1000
- 6:44Ideen hast, wie du positive Momente fördern kannst, super,
- 6:48dann leg los. Aber er betont eben auch, wie
- 6:51unglaublich hilfreich diese Analyse sein kann, gerade wenn
- 6:54man feststeckt. Wenn man denkt, mir fällt nichts
- 6:57mehr ein. Genau, wenn man das Gefühl hat,
- 7:00ich weiß einfach nicht mehr weiter, dann bietet diese
- 7:03Struktur einen klaren Weg. Neue Ansatzpunkte zu finden und
- 7:08das Ganze basiert ja auf soliden psychologischen Prinzipien wie
- 7:11diesem Vakuumprinzip. Ja, und dieses Vakuum.
- 7:15Gabriel beschreibt das ja fast körperlich spürbar in seinem
- 7:18Text, aus seiner eigenen Erfahrung mit der Nüchternheit.
- 7:21Man kann sich das vorstellen, die Psyche vielleicht wie die
- 7:24Natur, die hasst Lehre, wenn man die Droge wegnimmt oder das
- 7:29Suchtverhalten, dann entsteht oft ein riesiges Loch, ja ein
- 7:32Loch im Tagesablauf, der vielleicht vorher total
- 7:34strukturiert war durch Konsum und.
- 7:35Oder Beschaffung ein Loch im Belohnungssystem des Gehirns.
- 7:39Das war ja konditioniert auf diesen schnellen Kick.
- 7:41Und oft auch in der Identität. Genau, wer bin ich eigentlich
- 7:45ohne das? Und Gabriel warnt da
- 7:48eindringlich, wenn diese Lehre nicht aktiv gefüllt wird,
- 7:51bewusst strategisch mit positiven Dingen.
- 7:55Mit neuen Routinen, Kontakten, gesunden Belohnungen.
- 7:58Richtig, dann entwickelt diese Lehre einen enormen sog.
- 8:02Die zieht das alte Verhalten fast magisch wieder an.
- 8:06Exakt das ist der Punkt und hier wird s ja neurobiologisch auch
- 8:09spannend. Das hängt eng mit der
- 8:11Neuroplastizität zusammen, die Gabriel auch anspricht.
- 8:14Unser Gehirn ist formbar. Genau wie Knete.
- 8:17Es verändert sich ständig durch unsere Erfahrungen.
- 8:21Und chronisches Suchtverhalten, das gräbt quasi tiefe, breite
- 8:25Autobahnen ins Gehirn. Neuronale Netzwerke, die immer
- 8:29wieder anspringen, verlangen Gewohnheit, Konsum auslösen.
- 8:33OK. Die positive Funktionsanalyse
- 8:36ist jetzt im Grunde ein Werkzeug, um ganz bewusst
- 8:40daneben neue Wege anzulegen. Zuerst vielleicht nur kleine,
- 8:45schmale Trampelpfade für positive, gesunde Aktivitäten.
- 8:48Aber jeder Schritt zählt. Absolut.
- 8:51Jedes Mal, wenn so eine Aktivität stattfindet.
- 8:55Sport, Hobby, Gespräch, was auch immer und wenn die als belohnend
- 8:59empfunden wird, dann wird dieser neue Pfad ein kleines bisschen
- 9:03breiter, ein bisschen fester. Man schafft dadurch einen echten
- 9:08Wettbewerb im Gehirn, einen Wettbewerb der Belohnungen.
- 9:12Also schnelle, destruktive Belohnung gegen.
- 9:14Genau gegen die vielleicht subtilere, langsamere, aber
- 9:18dafür nachhaltige und aufbauende Belohnung einer gesunden
- 9:23Aktivität. Echter Stolz, tiefe
- 9:26Verbundenheit, Kompetenz erleben, Innere Ruhe, man baut
- 9:31quasi eine positive Gegenmacht im Gehirn auf.
- 9:34Okay das leuchtet ein Neuroplastizität in Aktion.
- 9:38Aber was heißt das jetzt ganz praktisch für den Alltag?
- 9:40Wie übersetzt man das? Na ja, Gabriel bringt S ja auf
- 9:42diese griffige Formel. Tausche den Feuerlöscher gegen
- 9:46den Bauplan. Genau die hör auf, ständig nur
- 9:49Brände zu löschen, Fang an eine feuerfeste Stadt zu entwerfen.
- 9:53Ein Leben, das so reich ist an positiven Dingen, an Sinn, an
- 9:57Freude, dass die Sucht immer weniger Platz hat, weniger
- 10:01Anziehungskraft. Exakt.
- 10:03Er sieht darin ja sogar eine aktive Form vom Gesetz der
- 10:06Anziehung, aber eben nicht nur visualisieren.
- 10:09Sondern handfest analysieren die Bausteine eines guten Lebens
- 10:13verstehen und dann proaktiv die Bedingungen schaffen, die
- 10:16Auslöser setzen. Richtig, du wirst vom hilflosen
- 10:19Zuschauer oder reagierenden zum Architekten der Veränderung.
- 10:23Das ist die Idee. Aber nicht im Sinne von
- 10:25Kontrolle, oder? Nein, das ist der wichtige
- 10:28Punkt. Der Kern ist die Blaupause einer
- 10:31lohnenden, nüchternen Aktivität zu entschlüsseln, was löst sie
- 10:35aus, was blockiert sie, was ist die Belohnung, wenn man das
- 10:39verstanden hat, kann man dieses Wissen strategisch nutzen.
- 10:43Aber nicht, um den anderen zu manipulieren oder zu drängen.
- 10:46Das wäre total kontraproduktiv, sondern um Gelegenheiten zu
- 10:50schaffen, um positive Aktivitäten sanft zu fördern,
- 10:53sie attraktiver zu machen, leichter zugänglich.
- 10:56Gabriel teilte ja auch dieses sehr persönliche Beispiel mit
- 10:59seinem Partner und der Musik. Stimmt.
- 11:02Er erzählt, dass er früher Musik geliebt hat, die sucht, das aber
- 11:05völlig zerstört hatte. Sein Partner hat dann nicht
- 11:08gesagt, Mensch, Spiel doch endlich mal wieder Gitarre.
- 11:10Was wahrscheinlich nur Abwehr ausgelöst hätte.
- 11:13Vermutlich, sondern er hat was viel Feinfühligeres gemacht.
- 11:16Er hat einfach eine alte Lieblings CD von Gabriel
- 11:19eingelegt, das war der sanfte indirekte Auslöser.
- 11:22OK. Und dazu hat er eine positive
- 11:25Erinnerung ausgesprochen. Ich hat gerade an die Zeit
- 11:27gedacht, als du diesen Song rauf und runter gespielt hast.
- 11:30Kein Druck, keine Erwartung. Und das hat gereicht.
- 11:34Na ja, Gabriel schreibt Es hat die Tür zu dieser alten
- 11:36verschütteten Freude einen winzigen Spaltbreit geöffnet.
- 11:40Ein kleiner Impuls, der vielleicht einen Unterschied
- 11:43macht, aber funktioniert so was subtiles denn immer?
- 11:48Was, wenn gar nichts kommt? Das ist eine wichtige Frage.
- 11:50Nein, das funktioniert natürlich nicht immer und schon gar nicht
- 11:54sofort. Geduld ist hier absolut absolut
- 11:56entscheidend, es geht ja nicht darum, mit einem einzigen
- 12:00Auslöser eine komplette Wende zu schaffen, das wäre
- 12:03unrealistisch, es geht darum, immer wieder kleine Samen zu
- 12:07säen, kleine Türen aufzumachen, manchmal braucht es viele
- 12:12solcher sanften Anstöße, bis was keimt.
- 12:15Und manchmal ist die Apathie oder der Widerstand halt sehr
- 12:18groß. Wichtig ist, die Erwartungen
- 12:21realistisch zu halten, sich auf den Prozess konzentrieren, nicht
- 12:25auf das sofortige Ergebnis. Jeder Versuch ist ein Schritt.
- 12:29Das ist ein guter Punkt. Realistische Erwartungen und für
- 12:33alle, die jetzt sagen okay klingt gut, aber wie fange ich
- 12:37an, schlägt Gabriel ja dieses konkrete Survival Kit vor.
- 12:41Ah ja, die Mini Anwendung. Genau in 4 Schritten.
- 12:45Schritt 1 nennt er die archäologische Grabung.
- 12:48Das Bild finde ich super. Passt gut, ja.
- 12:50Es geht darum, was hat die Person, um die es dir geht,
- 12:53früher mal wirklich geliebt, bevor die sucht vielleicht wie
- 12:56ne dunkle Wolke alles andere überlagert hat, was Sport ein
- 13:00Instrument, wandern, lesen, Kochen finde, eine einzige,
- 13:05vielleicht tiefverschüttete Leidenschaft oder Freude von
- 13:08früher. Schritt 2 ist dann die Mini
- 13:11Analyse. Wenn du sowas gefunden hast,
- 13:13nimm dir kurz Zeit und beantworte für dich diese 3
- 13:16Fragen, die wir besprochen haben.
- 13:18Genau. Was war damals der typische
- 13:20Auslöser? Zum Beispiel immer wenn Freunde
- 13:23da waren, sonntags nachmittags, hatte er Ruhe, was ist heute die
- 13:27größte Hürde oder Barriere, zum Beispiel keine Energie,
- 13:31Equipment kaputt, alte Freunde weg und was war das Gefühl
- 13:34danach, die Belohnung. Zum Beispiel stolz, erschöpft,
- 13:38aber zufrieden verbunden gefühlt.
- 13:40Bevor du zu Schritt 3 kommst, hier vielleicht eine kleine
- 13:43Anmerkung. Diese Grabung, die braucht
- 13:46Fingerspitzengefühl, manchmal können Erinnerungen an frühere
- 13:49unbeschwerte Zeiten ja auch schmerzhaft sein, weil der
- 13:53Kontrast zur Gegenwart zu groß ist.
- 13:55Guter Punkt. Also geh da behutsam vor, auch
- 13:58in deiner eigenen Erwartungshaltung.
- 14:00Es geht nicht darum, sofort den einen großen, verlorenen Schatz
- 14:03zu finden. Klein anfangen.
- 14:06Guter Hinweis, Danke. Schritt 3 ist dann werde zum
- 14:11Auslöser basierend auf deiner Mini Analyse.
- 14:14Setze in der nächsten Woche einen einzigen ganz sanften,
- 14:18unaufdringlichen Auslöser, nichts Großes.
- 14:20Wirklich subtil. Ja, leg die alte Wanderkarte
- 14:24zufällig auf den Küchentisch, Spiel leise einen Song von der
- 14:28alten Lieblingsband im Hintergrund, erwähne beiläufig
- 14:31ein gemeinsames Erlebnis, das daran erinnert.
- 14:34Ok. Und Schritt 4 entferne eine
- 14:37Barriere. Überleg, ob du eine
- 14:39klitzekleinde Hürde, die du in Schritt 2 identifiziert hast,
- 14:43aus dem Wegräumen kannst. Aber auch hier gilt
- 14:46unaufdringlich, ohne große Ankündigung.
- 14:49Zum Beispiel? Vielleicht die alten
- 14:50Wanderschuhe aus dem Keller holen, säubern und hinstellen,
- 14:54neue Saiten für die verstaubte Gitarre besorgen und
- 14:56kommentarlos hinlegen. Den Pinsel reinigen.
- 14:59Verstehe. Es geht darum, den allerersten
- 15:02winzigen Schritt in Richtung des positiven Verhaltens so
- 15:05unfassbar leicht wie möglich zu machen.
- 15:08Die Schwelle senken Gabriel geht in seinem Artikel dann ja auch
- 15:11sehr ausführlich auf häufige Fragen und Einwände ein, das
- 15:14finde ich super hilfreich, weil die kommen ja sofort auf, oder?
- 15:17Ja, absolut, die kennt man. Lass uns die mal durchgehen, so
- 15:20als hättest du unser Zuhörer, sie uns gerade gestellt.
- 15:24Erste Frage, die sicher viele kennen.
- 15:27Was mache ich, wenn mein Angehöriger absolut keine Hobbys
- 15:30oder Leidenschaften mehr zu haben scheint?
- 15:32Alles wirkt wie ausgelöscht. Ja, das ist ne häufige und total
- 15:37verständliche Verzweiflung. Gabriels Rat Hier ist Grabe
- 15:42tiefer und breiter. Okay.
- 15:45Was hat die Person vielleicht als Kind geliebt oder als
- 15:48Teenager, noch bevor die sucht oder andere Probleme überhaupt
- 15:52ein Thema waren? Worüber hat er oder sie ganz am
- 15:55Anfang eurer Beziehung vielleicht mal mit leuchtenden
- 15:58Augen gesprochen? Auch wenn es nur ne Kleinigkeit
- 16:00war? Ah okay noch weiter zurückgehen.
- 16:03Genau, manchmal sind diese ursprünglichen Funken so tief
- 16:08verschüttet, unter Scham, Apathie, den Routinen der sucht.
- 16:13Da muss man wirklich zum Archäologen werden.
- 16:16Schau alte Fotos durch, sprich vielleicht mal mit Eltern oder
- 16:19Geschwistern über früher. Oft gibt es da vergessene
- 16:23Anknüpfungspunkte. Es muss ja auch nicht gleich ein
- 16:26riesiges Hobby sein. Vielleicht war es einfach die
- 16:29Freude am draußen sein, Tiere beobachten, Musik hören,
- 16:32rätseln, sei kreativ und offen bei der Suche.
- 16:36OK, das macht Mut, nicht zu schnell aufzugeben.
- 16:40Zweite sehr wichtige Frage führt das nicht am Ende wieder dazu,
- 16:45dass ich die ganze Arbeit mache? Dass ich alles plane und
- 16:48organisiere. Ich will doch nicht schon wieder
- 16:51in diese Kümmererfalle tappen. Ja, absolut zentraler Punkt.
- 16:56Die Gefahr besteht, wenn man es falsch versteht.
- 16:59Der entscheidende Unterschied liegt in der Absicht und in der
- 17:03Haltung. Wie meinst du das?
- 17:05Du planst nicht das Leben des anderen.
- 17:07Du übernimmst nicht die Verantwortung für sein Glück
- 17:10oder seine Nüchternheit, das ist ganz wichtig.
- 17:13Was du tust, ist Gelegenheiten zu schaffen, Fenster zu öffnen.
- 17:17Gabriel nutzt ja das Bild vom Eventmanager.
- 17:20Stimmt die Party vorbereiten? Genau, du bereitest eine nette
- 17:23Party vor, sorgst für gute Musik, vielleicht ein paar
- 17:26Snacks, angenehme Atmosphäre, aber ob die Gäste kommen, ob sie
- 17:29tanzen, ob sie sich unterhalten, das liegt nicht in deiner Hand.
- 17:33Es sind Einleitungen, keine Vorschriften.
- 17:36Exakt. Es geht darum, positive
- 17:38Möglichkeiten aufzuzeigen, nicht darum, dem anderen Aufgaben
- 17:42abzunehmen oder ihn zu kontrollieren.
- 17:44Es ist ein schmaler Grat, aber die Intention macht den
- 17:47Unterschied. Aber wo genau verläuft dieser
- 17:50Grat? Wann wird aus dem Gelegenheit
- 17:53schaffen doch wieder ein übernehmen?
- 17:56Das ist ja oft fließend. Das ist genau die Kunst.
- 17:59Ein guter Indikator ist, wie fühlst du dich dabei?
- 18:03Fühlst du dich verantwortlich für das Ergebnis, bist du
- 18:06enttäuscht oder wütend, wenn die Person die Gelegenheit nicht
- 18:10nutzt, ja, wenn ja, dann bist du vielleicht schon zu sehr im
- 18:14Kümmerermodus der Architekt legt den Schatz frei, er zwingt aber
- 18:19niemanden, ihn aufzuheben, es geht darum, den Ball sanft ins
- 18:23Spiel zu bringen, was die Person damit macht, ist ihre Sache.
- 18:28Ein Angebot, keine Forderung. Verstanden?
- 18:31Dritte Frage, die sicher auch viele beschäftigt.
- 18:34Was ist, wenn er oder sie die positive Aktivität dann
- 18:37tatsächlich macht, sagen wir eine Stunde spazieren, aber
- 18:40direkt danach oder vielleicht sogar schon währenddessen wieder
- 18:43konsumiert. Ja, das ist oft unglaublich
- 18:46frustrierend, demotivierend. Hier ist Gabriels Rat, der auch
- 18:51tief im Craft Ansatz verwurzelt ist.
- 18:54Versuche unbedingt die Momente mental zu trennen.
- 18:58Diese eine Stunde, in der die Person nüchtern war und etwas
- 19:03Positives für sich getan hat, die war ein Erfolg.
- 19:06Punkt, ein kleiner Sieg für die gesunde Seite, ein kleiner
- 19:10Trampelpfad, der angelegt wurde. Auch wenn danach was anderes.
- 19:13Passiert genau der spätere oder gleichzeitige Konsum, ist ein
- 19:17Rückschlag. Ja, aber er gehört zu einem
- 19:20anderen Kapitel, dafür braucht es andere Werkzeuge aus dem
- 19:23CRAFT Kasten. Zum Beispiel Konsequenzen für
- 19:27Konsumverhalten. Das schreibt Gabriel ja im
- 19:29nächsten Teil drüber, aber lass diesen Rückschlag nicht den
- 19:32vorherigen Erfolg komplett zunichte machen.
- 19:35Erkenne diesen Teilerfolg an, vielleicht erst mal nur für dich
- 19:38innerlich, das hilft dir dranzubleiben, nicht die
- 19:41Hoffnung zu verlieren. Das ist ne hilfreiche Sichtweise
- 19:44diese Trennung. Vierte Frage, soll ich ihn oder
- 19:48sie denn dazu drängen oder sogar zwingen diese neue Aktivität zu
- 19:53machen? Ich weiß doch, dass sie gut für
- 19:56ihn wäre. Hier ist die Antwort aus dem
- 19:58Artikel und aus Craft ein ganz klares, lautes Nein.
- 20:03Deutlich. Absolut nicht.
- 20:05Das wäre das genaue Gegenteil von dem, was wir hier
- 20:07besprechen. Druck erzeugt fast immer
- 20:10Gegendruck, gerade bei Menschen, die sich eh oft ohnmächtig
- 20:13fühlen. Fremdbestimmt, bevormundet,
- 20:16macht Sinn. Deine Rolle als Traumarchitekt
- 20:19ist es, Türen zu öffnen, das Licht anzumachen, Steine aus dem
- 20:23Weg zu räumen. Hindurchgehen muss die Person
- 20:26selbst aus eigenem Antrieb, wenn du Drängst, zerstörst du die
- 20:31Chance auf intrinsische Motivation, auf das Erleben von
- 20:34ich hab das selbst geschafft. OK, kein Druck und die letzte
- 20:38FAQ, die dieses Gefühl der Ohnmacht aufgreift.
- 20:41Es fühlt sich einfach total hoffnungslos an.
- 20:44Er oder Sie interessiert sich für absolut gar nichts mehr.
- 20:47Alles ist grau. Puh, ja, dieses Gefühl der
- 20:50Hoffnungslosigkeit kennen viele Angehörige nur zu gut.
- 20:53Das ist oft die Apathie, diese bleierne Decke, die sich mit der
- 20:56Sucht über alles legt. Und was rät Gabriel da?
- 20:59Fang absurd klein an, wirklich winzig.
- 21:03Es muss nicht gleich die Wiederaufnahme des alten Hobbys
- 21:05sein, vielleicht ist der allererste Schritt nur gemeinsam
- 21:085 Minuten still auf dem Balkon zu sitzen.
- 21:11Bewusst den Vögeln zu hören, OK, oder ein einziges Lied bewusst
- 21:15gemeinsam anhören oder ein einziges einfaches Gericht
- 21:18zusammenkochen, dann nimm diesen winzigen Moment unter die Lupe.
- 21:23Was war daran vielleicht doch anders, gab es einen winzigen
- 21:26Funken Ruhe, minimale Ablenkung, eine Spur von Genuss, analysiere
- 21:32diesen Mikromoment mit den 3 Fragen, Auslöser, Barriere,
- 21:36Belohnung und versuche, diesen Keim zu fördern.
- 21:40Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
- 21:43Und der darf winzig sein. Das macht es irgendwie
- 21:46machbarer. Um das Ganze noch griffiger zu
- 21:49machen, hat Gabriel diesen kleinen Architektentest
- 21:53eingebaut. Stell dir die Situation vor,
- 21:55dein Partner, der früher total gerne gelaufen ist, es aber ewig
- 21:59nicht mehr tut, schaut bei schönem Wetter aus dem Fenster
- 22:01und murmelt. Mann, das Wetter wär heute
- 22:04eigentlich perfekt für ne kleine Runde laufen im Park.
- 22:06Okay wie reagierst du idealerweise als Traumarchitekt?
- 22:11Hier sind 3 Optionen a. Du sagst ja siehste das sag ich
- 22:16doch die ganze Zeit, raff dich auf, geh sofort los, das tut dir
- 22:19gut. Der Klassiker.
- 22:21B du sagst, stimmt schon, aber ich glaube deine alten
- 22:26Laufschuhe im Keller sind total kaputt und dreckig.
- 22:29Okay c. Du sagst, Oh ja, das stimmt.
- 22:32Ich kann mich erinnern, wie entspannt du danach immer warst.
- 22:35Lass uns doch nachher mal schauen, wo deine alten
- 22:37Laufschuhe eigentlich sind, ja. Die Antwort, die genau den Geist
- 22:42der positiven Funktionsanalyse trifft, ist natürlich C.
- 22:45Warum genau? Na.
- 22:46Klar, A ist purer Druck. Das erzeugt Widerstand, nimmt
- 22:51die Eigeninitiative B, fokussiert sofort auf eine
- 22:54Barriere. Die kaputten Schuhe und macht
- 22:56die Idee damit gleich wieder unattraktiv, erstickt den Impuls
- 23:00im Keim. Und C.
- 23:02Antwort C macht es genau richtig.
- 23:04Sie verstärkt zuerst die positive Erinnerung an die
- 23:07Belohnung, wie entspannt du warst.
- 23:09Das ist motivierend und dann bietet sie ganz sanft und ohne
- 23:13Druck an eine mögliche Barriere Schuhe finden gemeinsam
- 23:17anzugehen. Sie bestätigt den positiven
- 23:20Impuls, öffnet eine Tür, aber überlässt den nächsten Schritt
- 23:24der Person selbst. Das ist die Haltung des
- 23:27Architekten. Das Fazit, Das Gabriel am Ende
- 23:30seines Artikels zieht, ist wirklich eindringlich und geht,
- 23:34wie ich finde, ziemlich ans Herz.
- 23:36Ja. Ihr schreibt Sucht ist ein
- 23:38raffinierter Dieb. Sie stiehlt nicht nur Geld,
- 23:42Gesundheit, Beziehungen, sie stiehlt Identität, sie stiehlt
- 23:46Freude, sie stiehlt das Gefühl, lebendig zu sein.
- 23:51Deine Aufgabe als Traumarchitekt ist deshalb keine Manipulation,
- 23:56sondern vielmehr eine Art archäologische Mission, die
- 24:00verschütteten Schätze in der Seele des anderen zu finden, sie
- 24:03vorsichtig freizulegen und wieder zum Glänzen zu bringen.
- 24:07Genau darum geht es. Die positive Funktionsanalyse
- 24:11ist dein Werkzeugkasten für diese Mission.
- 24:14Dein Pinsel, dein kleiner Spaten, deine Schatzkarte, um in
- 24:17Gabriels Bild zu bleiben. Schön gesagt.
- 24:21Sie hilft dir zu verstehen, warum jemand etwas früher
- 24:24geliebt hat, was ihn oder sie heute daran hindert und welche
- 24:28Belohnung darin verborgen liegt. Und wenn es dir gelingt, dabei
- 24:32zu helfen, dass jemand auch nur für eine kurze Stunde wieder ein
- 24:36Stück weit der Mensch sein kann, der er oder sie im Kern ist.
- 24:40Der Musiker, die Sportlerin, der Denker, der lachende.
- 24:44Genau dann gibst du ihm oder ihr ein unschätzbares Geschenk.
- 24:49Du schenkst nicht nur Ablenkung vom Suchtdruck, du gibst ein
- 24:53Stück verlorener Identität zurück, ein Stück Seele und
- 24:57dieses Erleben von ich bin ja noch da.
- 25:00Ich kann das noch, das fühlt sich gut an und diese
- 25:03authentische Freude, diese Selbstwirksamkeit, das ist eine
- 25:07Belohnung, mit der langfristig keine Droge der Welt mithalten
- 25:10kann. Wow stark, wenn dir dieser
- 25:13Beitrag jetzt gefallen hat und du die Arbeit von Neelix Berlin
- 25:16wertvoll findest, dann würde sich Gabriel riesig über deine
- 25:19Unterstützung freuen. Wirklich?
- 25:21Du kannst Gabriel helfen, indem du diesen Beitrag auf Social
- 25:24Media teilst. Oder den Podcast auf Plattformen
- 25:28wie Spotify oder Apple Podcasts bewertest und Likest.
- 25:31Das hilft ungemein. Sichtbarkeit ist wichtig.
- 25:35Eher das Projekt Nelix Berlin wird nämlich komplett allein von
- 25:39Gabriel finanziert und erstellt. Das ist eine Menge Arbeit, jede
- 25:43Form der Unterstützung hilft ihm mit diesem Projekt sich selbst
- 25:47und gleichzeitig anderen Betroffenen zu helfen.
- 25:50Sein persönliches Motto, das ihn antreibt, finde ich auch
- 25:53bemerkenswert. Aus allem schlechten in seinem
- 25:55Leben etwas Gutes zu machen. Ein starker Antrieb.
- 25:58Eine wirklich kraftvolle Perspektive.
- 26:00Heute finde ich nicht nur gegen etwas kämpfen, sondern aktiv für
- 26:04etwas Schönes bauen. Ja, sehr konstruktiv.
- 26:07Der nächste Teil in Gabriels Serie auf Neelix.
- 26:10Berlin, den sollten wir uns vielleicht auch mal anschauen,
- 26:13da geht's dann um die andere Seite der Medaille, die Kunst,
- 26:16Belohnungen bei negativem Verhalten zu entziehen.
- 26:19Auch ein wichtiges Werkzeug im Craftkasten.
- 26:22Absolut. Aber das ist Stoff für eine
- 26:24andere Unterhaltung. Für heute sage ich vielen Dank,
- 26:26dass du dir die Zeit genommen hast und zugehört hast.
- 26:30Pass gut auf dich auf und ja, bis zum nächsten Mal.