Latest / Immer wieder Deutsch | Learn German (B1 - C1 Intermediate) / #64 - Ablenkung & Social Media | Learn German Listening Practice
Transcript
- 0:00Ben: Hallo und herzlich willkommen zurück bei immer wieder Deutsch.
- 0:04Ben: Heute rede ich über Ablenkung.
- 0:08Ben: Ablenkung ist, wenn man etwas machen möchte, aber man stattdessen etwas anderes macht.
- 0:17Ben: Man wird abgelenkt.
- 0:19Ben: Zum Beispiel schaut man auf sein Handy oder man möchte lernen und man scrollt auf Social Media, in den sozialen Medien und schaut irgendwelche Videos.
- 0:36Ben: Und man macht nicht das, was man eigentlich machen wollte.
- 0:44Ben: Ich denke, jeder hat heutzutage ein Problem damit, sich richtig zu konzentrieren, wenn man Social Media hat.
- 0:59Ben: Ich habe selber natürlich Social Media.
- 1:02Ben: Ich benutze Instagram, ich benutze YouTube.
- 1:07Ben: Es gibt natürlich noch andere Sachen wie WhatsApp oder so.
- 1:12Ben: Ich denke aber nicht, dass das als Social Media zählt.
- 1:19Ben: Das ist vielleicht eine Chat-Plattform.
- 1:26Ben: Das ist vielleicht auch Social Media, ich weiß nicht.
- 1:29Ben: Aber was ich eigentlich sagen möchte, ich selbst habe auch in letzter Zeit, vor allem wenn ich einen Tag mit viel Stress habe, das Problem, dass ich zu viel Zeit auf Social Media verbringe.
- 1:48Ben: Vor allem diese kurzen Videos, die man mittlerweile endlos schauen kann.
- 1:56Ben: Dieser Algorithmus, der genau weiß, welche Videos man sich gerne oder vielleicht auch nicht gerne anschaut.
- 2:09Ben: Ich sehe zum Beispiel manchmal Videos, die ich eigentlich nicht gerne sehe, aber Social Media weiß, ich schaue es trotzdem und reg mich am Ende darüber auf.
- 2:27Ben: Und ja, ich weiß, dass es Leute gibt, die es wirklich schaffen, gar kein Social Media zu benutzen, außer vielleicht diese Chat-Plattformen wie WhatsApp oder so, um Kontakt zu haben mit Freunden oder Familie.
- 2:51Ben: Und ich beneide diese Leute sehr.
- 2:57Ben: Ich brauche nicht unbedingt Social Media, aber wenn ich es nicht benutze, habe ich das Gefühl, ich verliere den Kontakt zu meinen Freunden.
- 3:14Ben: Was ja eigentlich auch irgendwie dumm ist.
- 3:19Ben: Weil zum Beispiel mein schlimmstes Beispiel ist Instagram für mich.
- 3:27Ben: Diese Reels, also diese Kurzform-Videos.
- 3:33Ben: Ich schicke natürlich manchmal irgendwelche lustigen Videos, die ich irgendwie relatable finde, also die eine Verbindung zu mir haben.
- 3:50Ben: An meine Freunde, also die eine Verbindung zu mir oder meinen Freunden haben.
- 3:57Ben: Die schicke ich dann an meine Freunde per Direktnachricht.
- 4:03Ben: Aber eigentlich kommuniziere ich gar nicht wirklich auf der Plattform.
- 4:08Ben: Ich benutze sie aber trotzdem, weil es gibt ja diese Storys, die man 24 Stunden lang sehen kann.
- 4:17Ben: Und natürlich gerade lebe ich im Ausland.
- 4:21Ben: Das heißt, für mich ist das eine Möglichkeit zu sehen, was meine Freunde machen in Deutschland.
- 4:34Ben: Aber eigentlich muss ich das gar nicht sehen, um Kontakt zu meinen Freunden zu haben.
- 4:42Ben: Und vielleicht ist es manchmal auch besser, nicht alles zu sehen, was alle anderen Leute machen, weil man sich dann vielleicht schlecht fühlt.
- 4:56Ben: Also mal so als Beispiel, man hatte eine anstrengende Woche und es ist Wochenende und man braucht ein bisschen Ruhe.
- 5:09Ben: Dann schaut man eine Story von irgendeinem Freund und sieht, oh, dieser Freund ist mit anderen Freunden unterwegs und hat Spaß, ist vielleicht auf einer Party oder so.
- 5:26Ben: Dann fühle ich mich manchmal so, als ob ich etwas verpasse.
- 5:33Ben: Versteht ihr das Gefühl?
- 5:35Ben: Oder im Sommer, als ich noch in Deutschland gewohnt habe, gibt es immer diese Zeit, in der alle Freunde ihre Urlaubsbilder posten oder Videos in ihre Story hochladen, von irgendwelchen schönen Orten am Strand, zum Beispiel, in der Sonne, in irgendeiner alten, schönen Stadt.
- 6:04Ben: Und wenn ich zum Beispiel selber keinen Urlaub habe und arbeiten muss und vielleicht keinen tollen Urlaub machen kann, dann vergleiche ich mich selbst und denke, vielleicht haben meine Freunde ein viel schöneres Leben und vielleicht haben sie viel mehr Spaß und sie haben so einen tollen Urlaub.
- 6:33Ben: Und ich glaube auch, selbst Leute, die nicht eigene Freunde sind, sondern irgendwelche, ja, ich folge eigentlich keinen Influencern oder so, aber es gibt natürlich viele Leute, die irgendwelchen bekannten Personen folgen.
- 6:55Ben: Dann vergleicht man sich mit diesen Leuten.
- 6:59Ben: Man sieht irgendjemanden, den man gar nicht kennt.
- 7:06Ben: Und ja, man weiß gar nicht, wie diese Person in echt aussieht oder ist, aber man vergleicht sich trotzdem mit ihr.
- 7:19Ben: Das ist extrem komisch.
- 7:21Ben: Und wenn man darüber nachdenkt, das gibt es ja noch nicht lange.
- 7:28Ben: Also, das konnte man vor 20 Jahren zum Beispiel ja alles noch gar nicht machen.
- 7:37Ben: Und vor allem nicht so oft.
- 7:42Ben: Also zum Beispiel, als das Internet noch jung war, noch neu war, natürlich gab es irgendwelche Plattformen früher, wie MySpace oder ja, am Anfang auf Facebook.
- 8:00Ben: Facebook benutze ich persönlich schon ewig nicht mehr.
- 8:08Ben: Es ist wirklich, wirklich, wirklich verrückt, wie viel Zeit man dort verbringen kann auf diesen Plattformen.
- 8:18Ben: Also ich habe im Moment, glaube ich, eine Zeit von einer Stunde pro Tag auf Social Media oder vielleicht sogar eineinhalb Stunden pro Tag.
- 8:38Ben: Und ich weiß, dass es Leute gibt, die viel mehr haben.
- 8:42Ben: Und ich hatte vor einem Jahr zum Beispiel auch viel mehr Zeit pro Tag auf diesen Plattformen.
- 8:50Ben: Aber eine Stunde jeden Tag sich etwas ansehen, was man eigentlich vielleicht nicht sehen sollte, ist schon irgendwie komisch.
- 9:08Ben: Aber die meisten Leute machen es.
- 9:10Ben: Und es ist normal.
- 9:13Ben: Und ja, es ist auf jeden Fall nicht gut, denke ich.
- 9:22Ben: Und ich merke das selbst, wenn ich zum Beispiel nichts zu tun habe, ich habe eine Pause, dann das Erste, was ich mache, ist mein Handy öffnen und Social Media checken.
- 9:39Ben: Früher hätte man vielleicht diese Zeit einfach genutzt und überlegt, was man jetzt Produktives machen kann.
- 9:50Ben: Also selbst wenn man als Alternative irgendwie eine Zeitschrift liest oder ein Buch liest oder so, oder vielleicht sogar Fernseher schaut, dann ist das, glaube ich, vielleicht trotzdem produktiver, als auf Social Media zu sein.
- 10:16Ben: Vor allem bei diesen ganzen kurzen Videos ist wirklich das Problem, dass für mich persönlich nichts davon in meiner Erinnerung bleibt.
- 10:31Ben: Also wenn das Video vorbei ist, kann ich mich an nichts erinnern.
- 10:37Ben: Und in letzter Zeit ist eine gute Alternative für mich ja zum Beispiel einen Podcast hören, weil man sich konzentrieren muss und man sogar etwas lernt.
- 10:54Ben: Meistens jedenfalls.
- 10:56Ben: Es gibt natürlich auch Podcasts, die eher nur zum Spaß da sind.
- 11:06Ben: Also die jetzt vielleicht nicht so einen sinnvollen Inhalt haben, vielleicht mehr zur Unterhaltung dienen.
- 11:17Ben: Aber ich glaube, es ist besser, als alle paar Sekunden ein anderes Video zu sehen.
- 11:27Ben: Das ist echt nicht gut für den Kopf.
- 11:31Ben: Also mein Kopf fühlt sich danach immer so richtig matschig an.
- 11:37Ben: Also so richtig komisch.
- 11:44Ben: Ich kann mich danach schlechter konzentrieren.
- 11:48Ben: Und wenn ich mein Handy in der Nähe habe, dann bin ich immer viel schneller abgelenkt.
- 11:59Ben: Also ja, ich habe darüber nachgedacht, vielleicht mir ein Limit zu setzen pro Tag, nur 30 Minuten, wirklich nur für die wichtigsten Dinge.
- 12:15Ben: Also zum Beispiel Freunden eine Nachricht schreiben oder so.
- 12:19Ben: Und danach ist Schluss.
- 12:22Ben: Und ich kann die App nicht mehr öffnen.
- 12:26Ben: Es gibt ja so Apps, die das machen, mit denen man die Zeit limitieren kann.
- 12:38Ben: Ist das sinnvoll?
- 12:40Ben: Vielleicht sollte ich einfach die Social Media Apps komplett deinstallieren von meinem Handy, einfach löschen.
- 12:53Ben: Aber das fühlt sich dann auch irgendwie falsch an.
- 12:57Ben: Wie macht ihr das?
- 12:59Ben: Also habt ihr ein Problem damit?
- 13:05Ben: Also wie schätzt ihr euch selbst ein?
- 13:10Ben: Ich denke, auch nur eine Stunde ist schon relativ viel Zeit, wenn man das jeden Tag macht, 365 Tage pro Jahr.
- 13:25Ben: Viel Zeit, die man für etwas anderes nutzen kann.
- 13:30Ben: Und ich glaube wirklich, jedes andere Hobby oder jede andere Freizeitaktivität ist fast produktiver als auf Social Media zu sein.
- 13:48Ben: Natürlich gibt es auch Vorteile.
- 13:50Ben: Man ist in Verbindung mit seinen Freunden und vielleicht erfährt man ein paar neue Informationen.
- 14:01Ben: Man kann ein bisschen Inspiration finden für zum Beispiel Kleidung oder Wohnung, wie man seine Wohnung einrichtet.
- 14:11Ben: Ja, ich weiß nicht.
- 14:12Ben: Das ist nur ein Beispiel jetzt im Moment.
- 14:17Ben: Aber eine andere Sache ist vielleicht noch so Sprachlern-Content.
- 14:25Ben: Aber das ist auch immer nicht so hilfreich, denke ich, wenn es so kurz ist.
- 14:35Ben: Also man kann natürlich versuchen irgendwie deutsche Videos zu sehen, die ganze Zeit auf Social Media und dann dadurch mehr Deutsch-Input bekommen.
- 14:50Ben: Aber man könnte stattdessen halt auch einfach ein Buch lesen oder einen Podcast hören oder Vokabeln wiederholen oder was weiß ich.
- 15:04Ben: Schwierig.
- 15:06Ben: Ja, ich habe mich schon vor, ich glaube, ein, zwei Monaten über Social Media aufgeregt in einer Folge.
- 15:17Ben: Ich glaube sogar schon in mehreren Folgen.
- 15:22Ben: Aber es ist immer ein Thema, über das ich immer wieder nachdenke, weil es so schwer ist, davon wegzukommen.
- 15:38Ben: Ja, das war's für heute.
- 15:41Ben: Wie ist das für euch?
- 15:42Ben: Würde mich interessieren, wie viele Stunden nutzt ihr Social Media pro Tag?
- 15:49Ben: Ab wie vielen Stunden denkt ihr, ist es ungesund?
- 15:55Ben: Ich danke euch fürs Zuhören.
- 15:57Ben: Wir hören uns beim nächsten Mal.
- 15:59Ben: Bis bald.