Latest / ntv Wirtschaft / Im Kampf gegen die Preise: Trump muss weiter auf Zinssenkung warten
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- Donald Trump will niedrigere Zinsen, aber sein neuer FED-Chef liefert sie ihm nicht. Apple kündigt höhere Preise an, weil Chips immer teurer werden. Und in Deutschland schrumpft die Industrie. Wir erzählen euch, wie stark und wieso. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Lange hat's gedauert. Jetzt hat der US-Präsident stolz seinen Friedensdeal mit dem Iran unterzeichnet. Wird jetzt alles wieder billiger? Naja, wohl kaum. Und darum liefert auch der neue Chef der US-Notenbank, Kevin Walsh, Trump nicht die verlangte Zinssenkung. Die FED ließ den Leitzins bei ihrer ersten Sitzung unter Walshs Leitung stabil. Die Entscheidung? Einstimmig. Walsh betont, die FED will für Preisstabilität sorgen. Und die ist eben noch weit entfernt. Die Inflation in den USA ist zuletzt auf mehr als 4% gestiegen. Das ist doppelt so viel, wie die FED empfiehlt. Zeit, das alles einzuordnen. Corinna Wohlfeil hat mit dem Kapitalmarktexperten Martin Uthschneider gesprochen. Über die FED-Entscheidung und auch über die Folgen von Trumps Iran-Deal. Was alles macht das jetzt für die Märkte aus? Es ist zum 1. Mal eine schöne Erleichterung. Was den Iran anbelangt, man muss aber sagen, es ist bislang ein Abkommen, es ist noch kein Friedensvertrag. Und es ist jetzt mal ein schöner First Step. Was die Märkte etwas verunsichert, das sehen wir jetzt heute auch schon in den ersten Handelsminuten hier, ist die Fett-Zinsentscheidung, die keine war. Also es war die Entscheidung, die Zinsen gleich zu belassen. Und so nach dem Motto Hire for Longer, so wurde es verkündet, ja, das Ziel von Donald Trump war ein anderes, vielleicht auch vom Fett-Chef, aber das Gremium hat entschieden. Und deswegen sind die Märkte jetzt so zwiegespalten. Zum einen Friedenshoffnung von der geopolitischen Seite her. Von der geldpolitischen Seite hat man zuletzt die EZB. Jetzt haben wir die FED, also die Zinsen werden erstmal auf diesem Niveau verharren. Und ich sage mal, die Friedensverhandlung, das ist ja auch noch nicht in Stein gemeißelt. Es kann ja ganz schnell hin und her gehen. Wir haben ja momentan Schlagzeilen, die sich sofort auf den Ölmarkt auswirken. Jetzt mit dem Abkommen die Ölpreise wieder zwei Prozent runter. Das kann morgen aber schon wieder anders sein. Und dennoch, wenn man da hindurch schaut durch diese tagesaktuellen Nachrichten, hat man doch eher das Gefühl, die Märkte wollen nach oben, oder? Sagen das auch die Charts, auf die Sie ja stark gucken? Ja, die Charts sind nach wie vor. Also ich würde es mal so bezeichnen, die Märkte sind noch nicht in Panik, aber sie sind anfälliger geworden. Aber gegen die Anfälligkeit kann man was tun. Man kann sich orientieren an den charttechnischen Marken. Der DAX ist für mich heute jetzt ein bisschen schwach gestartet, aber das ist noch überhaupt kein Grund, Besorgnis zu haben. Wir haben bei 24.500 eine schöne Unterstützung und da sieht man auch, wie der Markt diese aktuellen Meldungen aufnimmt. Er sagt, hey, okay, wir nehmen das jetzt hin. Die Zinsen bleiben hoch, aber gleichzeitig ist es für uns auch kein großer Beinbruch. Und man muss auch sagen, es ist eine Zinssenkung ja nicht immer automatisch gut für den Markt. Das ist immer die Frage, wie wird es begründet? Und die FED hat begründet, wir wollen die Zinsen nicht senken, weil wir einen robusten Arbeitsmarkt haben. Wir haben hohe Kapazitätsauslastung und wir haben Nachfrage und Konsum. Also es ist ja eigentlich gut für den Aktienmarkt, wenn die Volkswirtschaft robust ist, wenn die volkswirtschaftlichen Rahmendaten passen. Also von dem her ist die nicht vorhandene Zinssenkung auch in Amerika, glaube ich, ganz gut aufgenommen worden. Also sehen Sie langfristig schon noch weiteren Wachstumstrend an den Aktienmärkten, nicht nur für die Techs? Absolut. Also die Techs werden jetzt ein bisschen durchschnaufen. Zinssenkung ist ausgeblieben. Die Wachstumswerte und die hohe Bewertung, man hat es gestern auch bei SpaceX gesehen, die haben natürlich gleich reagiert. Wenn da an der Zinsfront was in Anführungsstrichen falsch entschieden wird, dann spüren das die Tech-Werte. Aber im Großen und Ganzen, wenn man es zusammenfassen will, die US-amerikanischen Märkte sind weiter im Aufwärtstrend. Der DAX ist ein Seitwärtstrender, das ist er eigentlich schon seit ein, zwei Jahren. Da ist weder Fisch noch Fleisch, aber zwischen 25.000 und 23.000 pendelt er mal so ein bisschen her. Aber den großen Ausbruch beim DAX sieht man nicht. Bei den Amerikanern kann es durchaus jetzt im zweiten Halbjahr auch wieder deutlich nach oben gehen. Ja, aber auch die Preise gehen zum Teil weiter nach oben. Bei Apple zum Beispiel. Apple-Kunden müssen für die Geräte des US-Riesen bald tiefer in die Tasche greifen. Das sei unvermeidlich, sagt der Apple-Chef und begründet das mit riesigen Kostensteigerungen wegen des KI-Booms. Was es damit auf sich hat, verrät uns Corinna jetzt noch schnell. Wir wissen noch nicht genau wann und wie viel, aber es wird Preiserhöhungen geben, das sagt der Chef selbst Tim Cook. Das Problem sind die hohen Kosten für Speicherchips. Die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und damit verbundenen Rechenzentren ist so groß, dass man mit den Speicherchips, die man dafür braucht, gar nicht hinterherkommt in der Produktion. Die Produzenten bauen ihre Kapazitäten zwar aus, aber das ist langwierig. Und wenn sie das tun, dann produzieren sie erstmal die lukrativen Chips für die Rechenzentren und nicht unbedingt die mehr, die jetzt Apple benötigt. Und das führt halt zu steigenden Preisen. Apple konnte das lange abfedern aufgrund von langfristigen Lieferverträgen, aber jetzt würde das nicht mehr gelingen. Es gibt günstigere Chips in China, die sind nämlich staatlich gefördert, aber da gibt es ja sehr strikte Begrenzungen. Herausgegeben von Donald Trump in den Handelsbeziehungen mit China ist es schwierig und deswegen auch nicht einfach, Chips von dort zu bekommen. Für uns heißt das also, der KI-Boom zeigt sich nicht nur in den Programmen auf unserem Smartphone. Er kann unser nächstes Smartphone auch teurer machen. Und damit gehen wir von den Preisen jetzt zur Lage der Industrie in Deutschland. Da verkündet der Chemiekonzern Evonik ganz frisch, der Sparkurs muss verschärft werden, noch mehr Stellen sollen wegfallen. Insgesamt sind es jetzt 3.200 Stellen bis Ende 2029, davon zwei Drittel in Deutschland. Ja, viele Unternehmen sind unter Druck, Preise und Wettbewerb sind hoch, die Konjunktur weltweit fragil und die Industrie, die ja immer als Rückgrat der deutschen Wirtschaft galt, die schrumpft. Insgesamt zählt die Bertelsmann Stiftung noch 6,6 Millionen Beschäftigte in der Industrie, so wenige wie seit zehn Jahren nicht. Schuld seien aber im Grunde gar nicht die großen Entlassungswellen, sondern dass Firmen vor allem weniger neu einstellen. Freiwerdende Stellen werden also nicht nachbesetzt. Außerdem wird die Industrie wohl auch in Sachen Lohn für potenzielle Arbeitnehmer immer unattraktiver. In diesen Zeiten wäre da für euch wohl ein eigenes Unternehmen eine Alternative? Wie entstehen in Deutschland neue Unternehmen? Mit neuen Ideen und neuen Jobs? Die Start-up-Szene, die hat genug von politischen Absichtserklärungen und hat jetzt der Bundesregierung einen Brandbrief geschickt. 100 Gründer und Wirtschaftsgrößen haben unterschrieben, darunter die Chefs von Zalando, Flix oder Home24. Das Timing ist dabei kein Zufall. Am 1. Juli tagt der Koalitionsausschuss. Und da müsse endlich die lange angekündigte wirtschaftspolitische Wende beschlossen werden, fordert die Szene. Das Ganze ist auch Thema auf der Start-up-Konferenz Hinterland of Things in Bielefeld, die gerade läuft. Und da wollen Gründer nicht nur meckern, sondern machen auch neue Vorschläge. Laura Böhnert hat vor Ort mit Dominik Groß gesprochen, dem Geschäftsführer der Founders Foundation. Um die Start-up-Szene in Deutschland mehr zu fördern, was muss da deiner Meinung nach passieren? Also wir haben natürlich so ein paar Forderungen an die Politik. Auf der einen Seite brauchen wir auf jeden Fall mehr Risikokapital, weil wir einfach merken, im Bereich künstliche Intelligenz ist Amerika uns meilenweit voraus. Und das werden wir nur über Risikokapital lösen können. Und dann geht es natürlich darum, dass aus dem Koalitionsvertrag die Dinge, die die Regierung sich vorgenommen hat, auch abgearbeitet werden müssen. Ein wichtiger Punkt ist ja auch immer in der Gründerszene die Bürokratie und der Bürokratieabbau. Habt ihr da eine Lösung für, wie das besser sein kann und schneller gehen kann? Es gibt ja tatsächlich die Herausforderung, die sich Herr Wildberger gesetzt hat, dass wir in Deutschland innerhalb von 24 Stunden ein Startup gründen können. Hier in Bielefeld gibt es jetzt die Lösung. Es ist die erste deutsche Stadt, in der es möglich ist, dass jeder Gründer sogar deutlich unterhalb von 24 Stunden sein Startup gründen kann. Und das ist natürlich schon mal ein Zeichen, dass wir die Dinge hier selber in die Hand nehmen und passend zu unserem Motto der Konferenz End Action auch zeigen, dass auch die Politik hier sagt, wir wollen was beitragen. In 24 Stunden Gründen normalerweise dauert das ja mehrere Monate. Gib uns mal ein kleines Beispiel, wie das konkret aussieht und wie das funktioniert. Genau, wir haben eine Kooperation zwischen der Wirtschaftsförderung und der Volksbank, dass Vorratsgesellschaften gegründet werden. Die Wirtschaftsförderung unterstützt das auch finanziell. Es gibt einen digitalen Prozess. Das heißt, wenn man morgens in die Founders Foundation reinkommt, kann man auf einer digitalen Plattform entsprechend diesen Prozess einmal durchlaufen. Und dann gibt es wahrscheinlich mittags, nachmittags den Notartermin. Man hat seine Beteiligungsverträge, die man braucht und hat dementsprechend. Dann auch seinen Prozess, dass man danach geschäftsfähig starten kann. Das Ganze heißt Bielefelder Shortcut. Heißt, es funktioniert erstmal nur in Bielefeld. Ist das richtig? Genau, das ist erstmal von der Bielefelder Politik hier initiiert. Die hat gesagt, wenn es kein anderer macht, dann machen wir es halt. Das heißt, es ist natürlich auch eine schöne Möglichkeit für Startups von außerhalb der Stadt nach Bielefeld zu kommen. Hier gibt es ein Ökosystem, hier gibt es die Unterstützung und hier kann man relativ schnell sich auf sein Produkt und sein Startup konzentrieren und muss sich nicht mit Behördengängen und Bürokratie rumschlagen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.