Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / WM versemmelt, Koalition gerettet
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- Hat diese Koalition überhaupt noch die Chance, die Stimmung im Land zu drehen? Natürlich muss Merz jetzt diesen Zweckoptimismus erstmal verbreiten, aber man kann, glaube ich, berechtigte Zweifel haben, ob das jetzt wirklich funktioniert. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emmerich. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambuzambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz sprechen und mit und für euch einordnen, was in der Woche so politisch passiert ist. Mein Name ist Carlotta und wie meistens sitzt mir wunderbarerweise meine Kollegin Julia gegenüber. Hallo Julia. Hallo, Carlotta. Julia, wir befinden uns ja heute, wir nehmen am Donnerstag auf, am Tag nach dem großen Koalitionsausschuss, auf den alle geschaut haben, der sogenannten Mutter aller Koalitionsausschüsse. Und sie haben am Mittwochnachmittag ging es los, am Ende dann ja doch gar nicht so lange gebraucht, wie man zwischenzeitlich hätte denken können, oder? Also die Nacht war gar nicht so lange. Ja, also dafür, dass es Leute gab, die schon fürchteten, das ist jetzt eine Runde, die sich zwei, drei Tage lang streitet, bis sie am Ende ohne irgendwas auseinander geht. Solche Worst Cases waren ja schon an die Wand gemalt worden. Dafür war es relativ schnell. Wir hatten alle im Hinterkopf, es gab mehrere Teilnehmer, die Reisen abgesagt hatten und so weiter. Also man war darauf eingestellt, dass es länger dauern kann. Immerhin acht Stunden ist jetzt auch nicht wenig. Dafür, man darf ja nicht vergessen, diese Runde ist sehr, sehr gut und sehr, sehr lange vorbereitet gewesen. Auch da könnte man sagen, eine perfekte Vorbereitung, die sozusagen den Chefs dann nur noch hinlegt, macht der so oder macht der so, Daumen rauf, Daumen runter, könnte ja auch nach zwei, drei Stunden fein sein. Denn so viele wirklich offene, grundsatsoffene Fragen gab es gar nicht mehr. Aber man darf eben auch nicht vergessen, dass die Symbolik einer langen Nacht, in der sie viel gerungen haben, am Ende hilft, wenn man so eine Ergebnisse in den eigenen Reihen dann erklären muss. Und wenn man sagt, wir haben es uns echt nicht leicht gemacht, wir haben wirklich gerungen und ihr seht, also wir mussten bis Mitternacht fast, also nicht ganz, aber gingen sie auseinander. Also das wirkt natürlich anders, als wir in Neujahr, wir sind zusammengekommen, irgendwie haben den Sack zugemacht und alles war fein. So, dann sagt natürlich, ja Moment, da hättet ihr doch noch viel mehr raushandeln können, hättet ihr euch nur mal Mühe gegeben. Acht Stunden ist auf eine Weise kurz, auf eine Weise lang. Es ist vor allem ein Symbol und das ist aber nicht bei dieser Regierung zum ersten Mal. Also das machen alle, die signalisieren. War echt schwierig, aber wir haben es geschafft. Was hast du denn gehört jetzt hinterher? Wie schwierig war es wirklich und wie war denn jetzt dann am Ende die Stimmung gestern? Also ich glaube, dieser Koalitionsausschuss ist anders als etwa die Runde damals in der Villa Borsig deutlich besser noch vorbereitet gewesen, weil auch alle wussten, dass es jetzt wirklich darauf ankommt. Du hast gesagt, die Mutter aller Koalitionsausschüsse, es gab Leute, die gesagt haben, also das ist wirklich der letzte Moment dieser Koalition. Wenn sie das jetzt nicht schaffen, können sie auch gleich nach Hause gehen. Also es war ein sehr intensives Wissen darum, das muss jetzt klappen. Da geht es jetzt um mehr als nur um die Inhalte, sondern um die Zukunft der Koalition. Ich glaube, dass alles, was ich höre, ist, dass die Stimmung an sich ganz gut war. Und wenn man heute Morgen die Pressekonferenz verfolgt hat, merkt man auch, dass da so eine gewisse Gelöstheit und so weiter ist. Sie kamen auch so relativ heiter so an im Kanzleramt. Neun Uhr war die Pressekonferenz. Also man hatte so atmosphärisch nicht das Gefühl, dass es das so richtig so mit zusammengekniffenem Kiefer jetzt verkündet wurde. Aber dass es nicht leicht war, sieht man daran, dass der Wurf, den sie am Ende präsentiert haben, jetzt auch nicht der ganz große. Und ich sage jetzt nicht Big Bang, dann schimpfst du sofort mit mir. Ich merke schon, dass du das Wort jetzt schon hast. Kam mehrfach in der Pressekonferenz vor. Und wir werden es wahrscheinlich noch 20.000 Mal hören, vor allem wenn das Netz merkt, was man mit Bing Bang alles so machen kann. Es ist ein okayes Reformpaket, das kann man glaube ich so sagen, aber man sieht eben auch an, dass da zwei Parteien Familien aus sehr unterschiedlichen, Richtungen aufeinander zumussten. Und ja, es ist ein Kompromiss und der ist nicht besonders riesig, aber er ist jetzt auch nicht nichts. Friedrich Merz war auf jeden Fall, du hast das gerade schon gesagt, relativ gelöst heute Morgen in der Pressekonferenz. Er hat von einem guten Tag gesprochen, auch von einem guten Tag für Deutschland. Lass uns die vielleicht auch nochmal kurz reinhören in die ersten Sätze von Friedrich Merz am Donnerstagmorgen. Wir haben jetzt das erste Reformjahr hinter uns. Von Beginn an haben wir uns eine Agenda gesetzt, die nur einem Ziel dient. Wir wollen Deutschland wieder flott kriegen. Jetzt ist klar, dass das möglich ist. Die Koalition hat sich als Regierung der Erneuerung auf den Weg gemacht, und zwar alle in dieser Regierung vertretenen Parteien, die CDU, die CSU und die SPD. Wir waren uns alle einig, dass es so wie in der Vergangenheit nicht weitergehen kann. Wir sind uns alle einig, dass die Mitte, die politische Mitte, hier und heute zeigen muss, Wir gestalten unser Land, wir modernisieren unser Land und wir führen unser Land in die Zukunft. Dann lass uns vielleicht doch mal reinschauen, was sind denn so die großen Themen, mit denen Friedrich Merz, wir haben ihn gerade gehört, Deutschland wieder flott kriegen möchte. Ja, es sind unterschiedliche Bereiche am strittigsten und ich glaube für alle auch am überraschendsten ist es am Ende gewesen, dass sie sich doch auf eine Steuerreform geeinigt haben. Ich hatte im Vorfeld aus den Kreisen der Koalition gehört, dass es durchaus ein Gedanke war, sich in die Augen zu gucken und zu sagen, wir kriegen das nicht finanziert, weil die Union keine Steuererhöhungen für die Reichen haben will, weil die SPD keinen Subventionsabbau in vielen wichtigeren Bereichen des Haushaltes machen will. Man guckt sich an und sagt, okay, dann lassen wir das halt. Aber ich glaube, dass dann irgendwann auch dieses Momentum kam, wo sie gesagt haben, wie kommunizieren wir das denn? Wie gehen wir denn raus und sagen, tut uns leid, wir können uns nicht einigen, Steuerreform ist abgesagt. Das wäre wieder so ein Ding gewesen, wir versprechen was und es kommt nicht. Das war, glaube ich, ein besonders harter Punkt. Jetzt haben sie sich geeinigt auf ein Modell, wo ein bisschen SPD-Gewinn ist und ein bisschen Unionsgewinn, wenn man das gesamt sieht, kann man sagen, ja, es ist viel schon berichtet worden. 600 Euro plus ein paar zerquetschte für ganz bestimmte Familien, also Familien mit einem ganz bestimmten Nettoeinkommen, mit zwei Kindern in einem Bereich unterhalb von 60.000 Familieneinkommen. Das ist okay, da ist eine Entlastung da. Die hätte natürlich auch anders und größer ausfallen können. Die ist da und die wird jetzt im Wesentlichen finanziert über eine kleine Veränderung bei den besonders reichen, also bei den Menschen, die ein Jahreseinkommen von über 250.000 haben und ein paar andere Stellschrauben. Also Handwerkerleistungen können nicht mehr so deutlich von der Steuer abgesetzt werden. Über Minijoffs können wir gleich noch mal reden. Da gibt es auch ein paar Änderungen. Also sie haben irgendwie so ein Paket finanziert, Das jetzt doch eher so am unteren Rand dessen ist, was sie sich mal erträumt hatten. Aber mehr ging eben nicht. Denn umgekehrt gab es ein paar andere Sachen, die sie damit sozusagen in den Topf werfen mussten und alle zufrieden sein wollten. Der andere Punkt war eben der ganz große Bereich Arbeitsmarkt. Da hatte die Union das harte Interesse zu sagen, wir müssen die Unternehmen entlassen, die müssen freier sein in ihren Entscheidungen, gerade auch was Arbeitszeit und so weiter angeht. Bei Arbeitszeit, wir haben hier oft darüber gesprochen, Wochenarbeitszeit kontra Arztstundentag, haben sie sich noch nicht einigen können. Das haben sie erst mal vertagt. Wo sie sich aber geeinigt haben und das tat wiederum dann der SPD weh, während Reichensteuer eher der CDU weh tat. Der SPD tat natürlich weh, aber sie sind auch da dann eben über ihren Schatten gesprungen. Wenn du krank bist, musst du jetzt schon am ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt holen. Das scheint in der Praxis ein Riesenproblem zu sein, weil Arzttermin, du schleppst dich erstmal hin, statt dich mal eben kurz zu erholen, am nächsten Tag wieder arbeiten zu gehen usw. Aber für die Union war wichtig dieses Signal, wir sind keine Blaumacher, Faulenzer, sonst wie Nationen. Wir nehmen das jetzt ernst. Wir wollen irgendwie sichtbarer, fleißiger sein, dass es im Alltag richtig Probleme geben kann. Vor allem für die Unternehmen, die das hart durchsetzen werden, ist auch schon klar. Aber so funktionieren dann eben Kompromisse. Aber auch da ganz wichtig, jedes Unternehmen kann das selber entscheiden. Und mein Gefühl wäre, dass sehr viele Unternehmen ihren eigenen Beschäftigten sagen werden, Leute, mal einen Tag zu Hause bleiben, wenn ihr Magen-Darm habt, dann müsst ihr bitte nicht noch zum Arzt damit, Sondern ihr kuriert euch aus und seid am nächsten Tag wieder da oder am übernächsten. Ich glaube, dass viele Unternehmen diese Regelung jetzt treffen werden. Aber das ist eben dieser klassische Kompromiss. Und wenn du von so zwei unterschiedlichen Seiten kommst, ist so eine Einigung dann nachher eben auch so eine etwas lauwarme Sache und nicht der große. Ich sag's nochmal, Big Bang. Unser Kollege Jan Dörner, den ja viele auch hier aus dem Podcast schon kennen, der war heute Morgen auch im Kanzleramt, wo eben diese Pressekonferenz stattgefunden hat und hat Merz dann auch nochmal gefragt, was denn jetzt eigentlich so seine Erwartungshaltung an die Folgen dieses Reformpakets ist. Und auch da könnten wir nochmal kurz reinhören. Herr Bundeskanzler, vielen Dank für die Frage. Gibt es bei Ihnen Einschätzungen, inwiefern Ihre Maßnahmen, sich auf das Wirtschaftswachstum auswirken und erwarten Sie, dass sich auch die Zustimmung zu Ihrer Regierung und Ihnen persönlich in der Bevölkerung dadurch verbessert? Herr Dörner, die erste Frage kann niemand seriös beantworten. Wir tun alles, damit wir aus der strukturellen Wachstumsschwäche unseres Landes herauskommen. Wir sind von vielen Seiten unter Druck. Wir können manches durch eigene politische Entscheidungen verbessern. Wir können in der Außenwirtschaftspolitik manches anders machen als in der Vergangenheit. Aber das ist ein Prozess, der sicherlich über eine längere Zeit andauern wird. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass wir sowohl in der Steuerpolitik als auch in der Arbeitsmarktpolitik wie auch im gesamten Bereich des Bürokratierückbaus jetzt etwas, vorschlagen, was die Kräfte unserer Volkswirtschaft stärken kann. Und zwar von allen Seiten, seitens der Unternehmen und seitens der Beschäftigten auch. Und ich gehe davon aus, in dem Augenblick, wo erkennbar wird, dass wir damit auf dem richtigen Weg bleiben, wird auch die Zustimmung zur Bundesregierung steigen und wird auch die Zustimmung zu einzelnen Mitgliedern der Bundesregierung steigen. Das ist der Grund, warum wir das jetzt machen, damit wir das Richtige tun für das Land und damit die Bürgerinnen und Bürger erkennen, die Regierung ist auf dem richtigen Weg. Ja, ich weiß nicht, wen Merz damit meint. Ich würde mal sagen, ist schon klar, dass er sich selber meint. Denn seine Umfragewerte sind natürlich absolut im Keller. Darüber haben wir schon viel gesprochen. Die Hoffnung ist natürlich, dass die besser werden. Die Hoffnung ist, dass die Koalition insgesamt an Zustimmung gewinnt. Wir dürfen nicht vergessen, die Landtagswahlen stehen an. Auch da haben sowohl SPD als auch Union natürlich ein hohes Interesse, dass jetzt mal endlich ein bisschen Rückenwind kommt. Ich bin sehr froh, dass Jan diese Frage gestellt hat, weil es ist natürlich neben den Inhalten und neben dem, was sich für die Menschen jetzt konkret ändert, wirklich die große Frage, hat diese Koalition überhaupt noch die Chance, die Stimmung im Land zu drehen? Natürlich muss Merz jetzt diesen Zweckoptimismus erstmal verbreiten, aber man kann glaube ich berechtigte Zweifel haben, ob das jetzt wirklich funktioniert, denn je mehr die Leute sich dieses Paket angucken, desto mehr werden sie merken, dass es natürlich im Alltag nicht so viel verändern wird. Ich glaube tatsächlich, dass dieser Punkt mit der Krankschreibung ab dem ersten Tag was sein könnte, was bei vielen Menschen sauer aufstößt, weil da natürlich so ein bisschen das Gefühl mitschwingt von, ja, davor wurde halt einfach immer blau gemacht und die Menschen in Deutschland wollten irgendwie nicht arbeiten und haben sich deswegen krankschreiben lassen und so ein Misstrauen irgendwie mitschwingt. Und ich glaube ehrlicherweise, dass das ein Punkt sein könnte, der quasi im Gesamtkontext dieses Pakets jetzt, was ja insgesamt 34 Punkte hat, dazu führen könnte, dass das so eine sehr negative Richtung bekommt. Weil viele Menschen das einfach total blöd finden und dann aber die anderen Punkte gar nicht mehr so unbedingt sehen. Also ich habe so ein bisschen die Befürchtung, dass das was ist, was in den Vordergrund rücken könnte und alles andere so ein bisschen in den Schatten stellen könnte. Ja, also wenn ich jetzt mal hier den Regierungsberater geben würde, der wir ja nicht sind, aber dennoch kommt es natürlich da ein bisschen auch darauf an, jetzt wahrscheinlich das gut zu erklären. Denn man könnte natürlich sich jetzt als SPD auch hinstellen und sagen, komm, wir lenken mal den Fokus von diesem einen AU-Tag weg und zeigen, Leute, die Union hat sich bei der Reichensteuer richtig bewegt. Und das ist ja nicht wenig so. Und immerhin drei Milliarden kommen dadurch auf den Tisch. Man könnte das natürlich noch mit anderen Steuern und ganz anderen Sätzen nochmal ganz anders dimensionieren. Aber immerhin, immerhin ist da was passiert. Und jetzt mal als Lars Klingbeit oder Bärbel Bars würde ich sagen, hier, klarer Sieg für die Sozialdemokratie. Wir haben der Union da richtig was abgeknöpft. Wie sie das nun am Ende machen, wird sich zeigen. Mein Gefühl ist, dass sie jetzt vor allem gucken, dass sie die nächsten Schritte gut hinkriegen. Und da ist ja im Detail noch einiges schwierig. Also es ist nicht so, dass jetzt mit diesem Koalitionsausschuss, mit diesem Ergebnis, mit diesem Kompromiss Haken dran, jetzt gehen wir alle in den Sommerurlaub. Lass uns vielleicht nochmal kurz auf die Punkte schauen, die jetzt offen geblieben sind. Also du hast ja gerade schon gesagt, Höchstarbeitszeit, also Arbeitszeit allgemein, das war ein Thema, das wurde jetzt nochmal verschoben. Da gibt es jetzt noch keine Entscheidungen zur Frage, kommt dann die wöchentliche Höchstarbeitszeit anstelle der täglichen Höchstarbeitszeit oder nicht. Anderer Punkt, Minijobs. Du hast es auch schon ganz kurz angesprochen. Da war ja auch viel darüber diskutiert worden, weil das ja ein Punkt war in den Vorschlägen der Rentenkommission. Und es danach durchaus Kritik daran gab und Forderungen gab, da nochmal ranzugehen an diesen einen Punkt. Denn in den Vorschlägen der Rentenkommission war vorgesehen, dass eben dieser Sonderstatus, den Minijobs haben, der abgeschafft werden soll und die eben auch sozial- und rentenversicherungspflichtig werden sollen. Und da klang es jetzt heute so, als gäbe es bei dieser Frage, ob und wenn ja, wie viele Rentenabschläge zahlt man in Zukunft möglicherweise bei Minijobs? Da gibt es jetzt heute ja noch keine finale Antwort. Ja, die Minijobs, die sind wirklich so ein perfektes Beispiel dafür, wie Politik funktioniert. Bei den Vorschlägen der Rentenkommission ist es der Regierung im Moment wichtig zu sagen, 33 Vorschläge gemacht, wir werden 33 Vorschläge umsetzen. Kommt erst gar nicht auf den Gedanken, irgendwo jetzt hier irgendwas aufzuzuppeln und wir machen ein bisschen was bei den Minijobs, okay, dann machen wir noch ein bisschen was hier und da und so weiter. Sondern die haben gesagt, wir nehmen das Paket, wir setzen das um. Aber tatsächlich nicht nur bei Markus Söder, sondern auch in der SPD und auch, in der Union gibt es viele, die sagen, ob das jetzt gerade mit den Minijobs so eine richtig gute Idee ist, ob das so zu Ende gedacht ist. Stellen die in Frage. Sagen es aber in der Form im Moment, mit Ausnahme von Markus Söder. Sie sagen es im Moment nicht so deutlich. Mein Gefühl ist, dass sie sehr wohl die Idee haben, dass sie im parlamentarischen Verfahren, also dann, wenn das Ganze in den Bundestag geht, das ein bisschen abschwächen werden. Weil sie auch merken, dass das Ungerechtigkeiten hat, dass sie an einigen Stellen die Minijobs möglicherweise doch noch brauchen werden. Das hängen sie jetzt aber gerade so ein bisschen tiefer, um nicht jetzt die Debatte aufzumachen, wie gerade gesagt, wir zuppeln das wieder auf und so. Also das Indiz dafür gab es eben heute in diesem jetzt neuen Kompromisspapier 34 Punkte. Plötzlich tauchen die Minijobs als einen Punkt auf, wo man durchaus ein bisschen Geld machen kann. Sie gehen davon aus, dass es sie nach wie vor geben wird in einer nicht irrelevanten Zahl, natürlich haben das die Kolleginnen und Kollegen bei der Pressekonferenz auch gemerkt und direkt danach gefragt, so was denn jetzt also ihr redet hier von Minijobs, die ihr doch eigentlich schon abgeschafft habt und dann hat Merz auch ein bisschen sehr vorsichtig dann signalisiert, ja müssen wir nochmal drüber reden, ja werden wir in den nächsten Wochen, ich fühlte mich in meiner These bestätigt, das wird im parlamentarischen Verfahren so abgeschwächt, dass das was heute gilt weiterhin gelten kann und dass diese Kritik an diesem radikalen Aus für die Minijobs auch ernst genommen wird. So wird es vermutlich über den Sommer laufen. Aber es gibt eben andere Dinge, die ebenfalls noch offen sind. Wir müssen abwarten, ob, das soll nächste Woche passieren, die große Gesundheitsreform final durch den Bundestag geht. Da gab es auch noch ziemlich viel hin und her. Sieht jetzt im Moment ganz gut aus. Ich würde mal warten, bis wirklich der Haken dran ist, bevor wir das wirklich feiern können. Und ansonsten Rente, du hast es angesprochen, die 33 Punkte. Noch sind es nur 33 Punkte. Wir haben noch keine Eckpunkte aus dem Ministerium von Bärbel Baas. Wir haben noch keinen Referentenentwurf, wie das konkret aussehen soll. Da muss jetzt also einiges kommen und die Koalition muss zusammenbleiben. Und jetzt die Zahl der Woche. Genau, damit sind wir schon an unserem Lieblingspunkt. Was ist denn deine Zahl der Woche? Meine Zahl in dieser Woche ist 16. Und ich muss jetzt nochmal kurz einen schmerzhaften Punkt bei einigen Menschen aufmachen, die hier zugehört haben. Oh nein, tue es nicht. Glaube ich. Es geht nämlich um das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Die sind ja im 16. Finale ausgeschieden, deswegen die Zahl 16. Aber ich möchte hier keine sportlichen Analysen machen, sondern mit dir nochmal kurz über einen Tweet sprechen, der dann von unserem Bundeskanzler abgesetzt wurde nach dem Ausscheiden der DFB11. Der Bundeskanzler hat nämlich dann geschrieben auf X, auch wenn das Ausscheiden schmerzt, was für ein Spiel mit eurem Einsatz und Teamgeist bei der WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch. Und dieser Post fiel natürlich in eine sehr aufgeregte Öffentlichkeit, und es gab einiges an Kritik und die Frage stand so im Raum so, hat der Kanzler dasselbe Spiel gesehen wie alle anderen Menschen in Deutschland? Du bist ein so furchtbar freundlicher, höflicher Mensch, Karl-Otter. Es war die volle Katastrophe. Die Leute haben einfach sich an den Kopf gefasst und haben gesagt, geht's noch, Kanzler? Also das war ein absoluter Gau, ein Kommunikationsdesaster, würde man sagen. Vor allem, weil es auch alles nicht besser wurde danach. Sie haben dann irgendwie gemerkt, wir haben wohl den falschen Tweet angesetzt. Und im Nachhinein stellt sich heraus, war wohl vermutlich wirklich so. Also klar, du bereitest für so einen Fall, vor allem wenn es in der Nacht ist, Tweets vor. Das hat ja auch nicht der Kanzler selber gemacht. Friedrich Merz saß jetzt nicht irgendwie auf der Bettkante in seiner Wohnung und dachte, Oh scheiße, jetzt mal schnell der Nation gute Laune machen. Ich schreibe mal schnell was. Nein, sowas ist vom Social Team vorbereitet und natürlich bereiten die mehrere Sachen vor, weil natürlich die ganze Kommunikationsabteilung darüber guckt und so weiter. Das ist ja alles im Hintergrund so. Ich denke, es gab mehrere Posts für mehrere Konstellationen. Und zwar nicht nur Gewinnen, Verlieren, sondern auch Gewinnen mit Anstand, Verlieren mit Anstand. Ob sie für diesen tatsächlichen Fall überhaupt einen Post vorbereitet hatten? I don't know. Möglicherweise nicht, weil er ging ja nicht raus. Er ging nicht raus. Und der, der rausging, war nicht für diesen Fall. Also in dieser Nacht sind Dinge passiert. Da möchte, glaube ich, das Kanzleramt am liebsten das Männchen des Schweigens drüber hängen. Aber es ist passiert so. Das haben sie dann aber auch gemerkt. Und dann hat Merz nochmal einen nachgelegt, der, wie ich finde, auch nicht viel besser ist, weil plötzlich da über den Adler auf der Brust. Geschwubelt wurde, wo ich wirklich kurz dachte. Ist das das, was das Gefühl der Leute jetzt abholt? Magst du nochmal sagen? Du hast ihn, glaube ich, mitgebracht. Ich habe ihn hier, also seine zweite Botschaft, die dann nachgesetzt wurde, war dann, Erfolge feiern wir gemeinsam und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott. Ja, das war so der Versuch, das irgendwie wieder so ein bisschen abzuräumen. Aber es ging ja so weit, dass sich dann auch nochmal, der stellvertretende Regierungssprecher Hille dazu geäußert hat und der hat sich dann auch nochmal irgendwie berufen gefühlt zu sagen, dass natürlich auch der Bundeskanzler vom Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft enttäuscht gewesen sei und sich auch ein bisschen mehr erhofft hatte. Und kannst du dich noch daran erinnern, dass Friedrich Merz Anfang Mai bei Karin Miosga in der Sendung saß und gefragt worden ist, wie ist denn das, wann fahren sie denn hin zur WM, also erst zum Endspiel oder nicht. Und es ging so ein bisschen hin und her und er sagte, naja schon, also Endspiel auf jeden Fall, cool, würde ich fahren und so. Und es kam so ein bisschen durch, dass da eine ganz große Hoffnung ist, wenn das hier schon mit meiner Regierung so mies läuft, aber vielleicht kriegen wir die Sommermärchen hin. Vielleicht kriegen wir irgendwie so ein Stimmungsding hin, wo alle sagen so, ja komm, hey, aber Fußball können wir und da sind wir gut und verzieht irgendwie auch das seine eigene Stimmung wieder hoch. Schlimmer hätte es glaube ich nicht laufen können für ihn, dass dann die Nationalmannschaft ausscheidet und so erbärmlich, dass er das dann auch noch versemmelt. Deswegen hat er sich dann gedacht, naja, dann müssen wir jetzt wenigstens den Koalitionsausschuss an die ganz große Glocke hängen. Also zumindest klang er heute zeitweise so in der Pressekonferenz. Und um ganz ehrlich zu sein, am Ende ist natürlich, jetzt gebe ich hier wieder so den Langeweiler, aber ist natürlich ein gelungener Koalitionsausschuss, ein gelungenes Reformpaket am Ende wichtiger als. Eine gewonnene WM. Ich kriege jetzt wahrscheinlich den Shitstorm des Jahres für diesen Satz, aber, ganz am Ende ist es eine funktionierende Regierung, die sich einigen kann und sei es nur auf kleine Kompromisse wichtiger als Sportereignis, auch wenn man das natürlich in dem Moment für die größte Katastrophe aller Zeiten halten kann, wenn man Fußballfan ist. Es wäre auf jeden Fall der schnellere Stimmungsaufschwung, glaube ich, gewesen, der WM-Sieg, als das, was jetzt nach den Reformen... Aber vielleicht nicht der nachhaltige. Oh Gott, nein, lassen wir das. Hast du denn auch eine Zeit der Woche für uns, Julia? Ja, ich habe auch eine Zahl, die heißt 31 plus 1, du kannst auch sagen 32, aber ich glaube, an dieser Stelle muss man 31 plus 1 sagen, denn Friedrich Merz fährt am Dienstag zum NATO-Gipfel nach Ankara. Die NATO hat aktuell 32 Mitglieder, aktuell sage ich deshalb, weil man immer das Gefühl hat, es könnten vielleicht doch wieder eins weniger werden, wenn die USA irgendwann hinwerfen. Alle versuchen, Trump bei der Stange zu halten, Trump einen ganz tollen Gipfel hinzulegen. Wir sind sehr gespannt. Wir werden nächste Woche darüber reden, wie es dem Kanzler, der ja eigentlich auch noch mal wieder Außenkanzler ist, ergangen ist. Immerhin reist er jetzt mit einem halbwegs guten Gefühl, dass seine Koalition, vorerst gerettet ist, dorthin. Ich bin sehr gespannt, wie er sich dort schlägt. Das war doch ein schönes Schlusswort, Julia. Vielen Dank dir und vielen Dank euch, dass ihr eingeschaltet habt und zugehört habt. Wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst uns doch gerne eine Bewertung da. Darüber freuen wir uns. Das führt bei uns zu einem direkten Stimmungsaufgabe.