Latest / BZ am Ohr / Live-Podcast: Wie tickt der neue Intendant des Theater Freiburg, Felix Rothenhäusler?
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- Ja, hallo und herzlich willkommen bei diesem Live-Podcast der Badischen Zeitung hier im Café Hermann in Freiburg. Schön, dass ihr alle da seid. Wir haben heute einen ganz besonderen Gast, nämlich Felix Rotenhäusler. Er ist seit dieser Spielzeit der neue Intendant des Theater Freiburg. Herzlich willkommen, Herr Rotenhäusler. Vielen Dank. Felix Rotenhäusler ist 1981 in Tuttlingen geboren. Er ist Regisseur und kommt vom Schauspiel. Seit einigen Jahren inszeniert er auch Musiktheater. Rotenhäusler hat in Beureuth und in Paris Theater und Medienwissenschaft studiert, außerdem Regie an der Theaterakademie in Hamburg. Er inszenierte unter anderem in Saarbrücken, Heidelberg und Düsseldorf und zuletzt war er zehn Jahre lang Hausregisseur in Bremen. Mit uns hier auf der Bühne sitzt außerdem mein Kollege René Zipperlin, der ist als Kulturredakteur bei der Badischen Zeitung zuständig für Theater und für Literatur. Mein Name ist Dora Schölz, ich bin Podcastredakteurin bei der BZ und am Ende wird auch noch Zeit sein für Fragen, für Wünsche an das Theater aus dem Publikum. Gut, wir fangen an ganz harmlos mit der kleinen Warm-up-Runde, haben wir gedacht, so ein bisschen Spinning, kleines Kennenlernen, Sie schauen, wie viel Sie preisgeben wollen. Wir machen das in zwei Teilen. Zuerst gibt es einen kleinen Fragenhagel, das heißt, wir knallen Ihnen Wortpaare vor und Sie antworten dann, so schnell Sie können, an den Hirnwindungen vorbei und natürlich mit brutalster Ehrlichkeit. Und im zweiten Teil wird man einen ganz kleinen Dialekt-Check starten. Oh, Sie haben sich da weit aus dem Fenster gelehnt. Wir fangen aber ganz rahmenlos an. Hund oder Katze? Hund. Sofa oder Spinning? Beides. Brennende Schenkel oder Batterie am Fahrrad? Batterie am Fahrrad. Charles Gounod oder Charlie XCX? Oh, Charlie XCX. Cocktail oder Club? Cocktail. Kino oder Netflix? Netflix. Tatort oder Bridgerton? Bridgerton. Frank Hasdorf oder Peter Brook? Das war schon der Dialekt. Frank Hasdorf oder Peter Brook? Oh, keins von beiden. Peter Brook. Es geht in die gleiche Richtung. Fassbinder oder Werner Herzog? Werner Herzog. Goethe oder Godzilla? Godzilla. Herz-Emoji oder Zwinger-Smiley? Herz-Emoji. Der zerbrochene Krug oder Wasserwelt, das Musical? Beides. Wasserwelt. Wasserwelt, okay. Rostbrot oder Seitanbowl? Ganz klar, Rostbraten. Und Pizza oder Hefezopf? Pizza. Vielen Dank. Danke. Obwohl Sie hier das Theaterpublikum mit Hefeshopf beglückt haben. Ja, nächstes Jahr gibt es dann Pizza, aber ich will nicht. Der kleine Dialektcheck, den wir machen wollten, das sind wirklich nur ein paar Begriffe. Das ist jetzt nicht, weil wir die großen Lokalpatrioten sind, was wir natürlich auch sind, sondern weil Sie das Publikum im Programmheft, und ich habe das natürlich auch hier gleich begrüßt, mit Hallo Zemme, um klarzumachen, Ihre Idee, das Theater möchte die Stadt auch zusammenbringen, das Publikum zusammenbringen, kommen auch viele nicht aus der Stadt. Und Sie möchten signalisieren, wo Sie sind. Sie sind nicht mehr in Bremen, Sie sind jetzt hier in Freiburg im Dialektgebiet. Sie kommen, das haben wir jetzt gehört, aus Tuttlingen. Das ist sprachwissenschaftlich alemannischer Sprachraum, kulturgeschichtlich und vor allem kulturpolitisch, aber für uns natürlich sowas von Schwäbisch. Dass wir mal gucken wollen, ob Sie mehr können als halb alle. Und wie gut sie angekommen sind. Wir haben fünf Begriffe, die werden immer ein bisschen schwerer. Wir fangen langsam an. Was macht man mit einem Goschehobel? Das hat auf jeden Fall was mit Essen zu tun. Das ist eine Gabel. Ein Löffel? Ich würde gerne sagen Zahnbürste, aber es ist die Mundharmonika. Wirklich? Das hätte eigentlich mal anders vorlesen. Was macht man in ein Huchichrensterli? Das ist ein Küchenfenster. Nein, nicht schlecht. Küche stimmt. Also ich kenne... Es ist kein Küchenfenster. Es gibt ja schon Diskussionen. Was hat das mit Küche zu tun? Küche ist gut. Fensterli gibt es auch als Hrechtli. Küchenschrank. Ja, Küchenschrank. Küchenschrank. Das ist der große Klassiker hier. Was stellt man an mit Sunnewirbeli? Jesus, das... Es ist kein Weihnachtsgebäck, vielleicht. Nein, nein. Es ist... Vielleicht muss es passen. Es passt schon auch ein bisschen in die Zeit. Es passt in die Zeit. Feldsalat. Feldsalat? Oh nein, natürlich. Ich habe es auch schon gesehen, tatsächlich. Es stand sogar schon in der Speisekarte drin. Jetzt. Nee, tatsächlich. 0 von 3. Ich weiß, der Score ist schlecht. Jetzt kommen erst die Schwierigen. Was ist ein Brettschelber Kaib? Wow. Ich würde sagen, eine Art Rind. Aber ich weiß das nicht. Kennt das jemand? Das ist glaube ich elztellerisch. Na? Also Michael, weiß man das so? Hier im... Keib oder Kaib ist so ein Kerl, so ein Typ, leicht abschätzig. Und Brettschelb ist sehr störrisch. Ein störrischer Saukerl. Oh, wow. Krummen Brettern. Das heißt, kann ich als Schimpfwort mitnehmen? Ja, aber versteht der nicht. Und das Letzte, was macht man, wenn man sich ahnehurt? Also das Alemannische ist wirklich sehr weit weg vom Schwäbisch. Ich habe auch nie behauptet, dass ich im Alemannischen zu Hause bin. Aber nein, ich weiß es nicht. Man kniet sich nieder. In der Regel wahrscheinlich zum Arbeiten. Meine Frau hat neulich so einen langen Scheiß tatsächlich geschenkt bekommen. Alle Mann ist deutsch. Ich habe noch nicht so intensiv reingeschaut, aber ich werde jetzt ein paar Vokabelkurse erleben. Sie haben ja noch ein paar Jahre Zeit. Das ist ja trotzdem auch tapfer geschlagen. Das ist ein Applaus wert, oder? Vielen Dank. Herr Rundenhäusler, Sie haben vor Ihrem Start hier Freiburg als das Kalifornien Deutschlands bezeichnet. Wie meinten Sie denn das und wie haben Sie die Stadt und Ihre Akteure inzwischen kennengelernt? Ja, das ist natürlich leichtfertig gesagt gewesen, aber ich komme ja aus dem Schwäbischen und eben aus Tuttlingen. Also ich habe viel Grenzerfahrung, Baden-Schwaben, aber die Mentalität ist dann doch nochmal extrem anders. Und wir sind oft nach Stuttgart gefahren, als ich klein war. Und das fand ich immer ein bisschen schwierig. Ich bin immer gerne nach Freiburg gekommen, weil ich das Gefühl hatte, es ist ein bisschen sonniger und auch ein bisschen fröhlicher. Deswegen ist diese Kalifornische, ich habe mal ein Jahr, ein Jahr, sage ich schon, drei, vier Monate in Kalifornien verbracht und fand, es gibt einige vergleichbare Lebensgefühle, Freiburg und Kalifornien. Und ist Freiburg auch wirklich so, wie Sie es sich vorgestellt hatten vorher? Wie gesagt, einer meiner besten Freunde hat hier studiert, dann haben noch ein paar Leute mehr studiert, die sind hier hängen geblieben. Wir haben immer wieder Ausflüge nach Freiburg gemacht. Das hatte eher auch so etwas natürlich Touristisches auf eine Weise. Aber die Landschaft und die Stadt haben mich immer, das war immer total toll hierher zu kommen. Und es bestätigt sich insofern, dass ich gerade wahnsinnig gern hier bin und auch raus aus der Stadt. Also jetzt 20 Jahre in Hamburg gelebt und das Lebensgefühl hier ist super. Wobei ich natürlich auch viel Zeit im Theater verbringe und da gibt es auch viele FreiburgerInnen, aber auch viele, die jetzt von anderswoher mitgekommen sind. Sie haben eine sehr lange Tour gemacht, bevor Sie richtig gestartet sind hier und das Theater eröffnet haben, durch Institutionen in der Stadt zu verschiedenen möglichen Partnern. Wie haben Sie die Stadt anders kennengelernt in dieser Zeit? Oder was haben Sie da nochmal besonders erfahren? Also die Vorbereitungszeit, das waren dann irgendwie anderthalb Jahre, die wir Zeit hatten, hier in Freiburg anzukommen, ist natürlich nochmal, wie Sie sagen, in die Institutionen reinzugehen und zu schauen, wie sind die Dinge miteinander vernetzt. Das ist in Freiburg eine sehr lebendige Kulturlandschaft und die Dinge reagieren sehr unmittelbar aufeinander, anders als in Bremen zum Beispiel, wo ich auch viel Zeit verbracht habe. Das heißt nicht, dass die Kulturlandschaft da ärmer ist, aber es reagiert weniger aufeinander. Und das ist hier, glaube ich, eine Riesenchance, weil das Theater natürlich eben auch an dem Ort ist, wo es ist. Und deswegen haben wir von Anfang an gesagt, es ist wichtig zu gucken, wie funktioniert einerseits diese Kulturlandschaft, mit wem ist es für uns interessant, zusammenzuarbeiten. Und ich glaube, solche Dinge brauchen Zeit. Das ist nicht nur einfach, indem man mal eben schnell ein Konzept macht, sondern indem man sich halt gegenseitig zuhört und in diesen Kontakt reingeht. Und insofern habe ich die Stadt natürlich nochmal völlig anders kennengelernt, weil es sehr viele AkteurInnen waren, mit denen wir dann Gespräche geführt haben und es auch noch weiter andauert. Vielleicht können wir mal kurz auf Ihren Werdegang noch eingehen, weil das ja eine Vorstellungsrunde hier eigentlich sein sollte. Tuttling haben wir jetzt erwähnt, dass der Landkreis, Es gab eine Statistik, die ausgewiesen hat, dass Tuttlingen der Landkreis mit der höchsten Blitzdichte in Baden-Württemberg ist. Mittlerweile wohl überholt vom Zollern-Alp-Kreis, aber immer noch weit vorne. Was man von Tuttlingen nicht so weiß, ist, dass der Landkreis eine hohe Theaterdichte hätte. Wie sind Sie denn als junger Mensch mit dem Theater in Berührung gekommen und was hat Sie am Theater fasziniert? Wie hat das begonnen? Tatsächlich durch Besuch in der Stadthalle. Da gab es dann natürlich immer viele Landesbühnen, die getourt sind und in Tuttlingen was gezeigt haben. Das war dann auch der Erstkontakt mit einer Räuberinszenierung vom Theater in Tübingen. Und diese Räuberinszenierung hat mich irgendwie sehr irritiert. Und dann bin ich in der Vorstellung nach vorne gegangen und habe gefragt, geht es denn noch platter mit dem Schiller? Und dann bin ich rausgegangen. Und im Grenzboten stand dann, ein paar Tage später, stand dann eine Besprechung dazu und wurde der Vorfall dann unter anderem auch beschrieben, dass ein aufgebrachter Zuschauer quasi diesen Zwischenruf gemacht hat und rausgegangen ist. Das war für mich so ein bisschen der Erstkontakt. Und ehrlich gesagt fand ich Theater relativ langweilig und habe mich auch oft darüber aufgeregt. Also ich bin eher ins Konzert gegangen oder auch in Ballettvorstellungen. Das ist ja das Gute an so einer Stadthalle, dass da sehr viele unterschiedliche Sachen dann hinkommen. Und dann hat es aber eine ganze Weile gedauert. Ich bin dann in Ralfzell zur Schule gegangen und bin dann da mit dem Stadttheater in Konstanz in Berührung gekommen. Und da hat es dann angefangen, dass wirklich ein Interesse auf Wilhelda entstanden ist. Und gab es dann ein besonderes Erlebnis, wo Sie gesagt haben oder nachdem Sie gesagt hatten, und das möchte ich jetzt auch tun? Ich glaube, es gibt immer ganz viele so Initiationsmomente, wo plötzlich was losgeht und dann, also für mich ist es definitiv der erste Moment gewesen. Ich wollte eigentlich auch Richtung Film gehen und dann bin ich eben im Stadttheater bei Brecht, die Mutter, auf eine Konzeptionsprobe gekommen und ich kannte das bis daher nicht, wie man am Theater arbeitet. Und dann gab es eben einen großen Tisch, da saßen alle drumherum und dann wurde intensiv diskutiert und gesprochen über mehrere Tage. Und ich dachte die ganze Zeit so, okay, wann geht es denn auf die Bühne? Wann geht es denn los? Und man saß eigentlich, also ich habe gemeinsam Texte gelesen und... Das war für mich der Moment, glaube ich, wo ich hängen geblieben bin am Theater, weil es eben so ein Ort des gemeinsamen Denkens ist. Das hat dann irgendwie später der Philosoph Jean-Luc Nancy irgendwie ganz gut aufgegriffen, so das Theater als Ort des gemeinsamen Denkens. Und das war, glaube ich, so ein Moment, in dem ich dann für mich die Erfahrung gemacht habe, sich Zeit zu nehmen und sich auf was einzulassen, sich mit was zu beschäftigen, ist am Theater möglich vielleicht. Und jetzt nach Ihrer Zeit als freier Regisseur und nach den zehn Jahren Hausregisseur in Bremen, oder war es sogar mehr? Ja, ich glaube, es waren am Ende zwölf Jahre. Jetzt haben Sie hier Gelegenheit, das mit sehr viel mehr Leuten zu machen. Sie sind jetzt auf einmal Chef eines drei Spartenhauses, also Theater, Tanz, Musik, Musiktheater. Sie haben 400 Leute unter sich. Das heißt, Sie sind Chef und verantwortlich für sehr vieles, auch für das Verhältnis zur Stadt, für das Gelingen dieses Hauses, für das künstlerische Gelingen, für das... Ja, Theaterinterne gelingen, also wie finden sich die Teams zusammen und so weiter. Wie nervös macht Sie denn dieser Druck? Jetzt, wenn Sie es so beschreiben, macht es mich nervös. Nein, es ist genau so. Es sind sehr unterschiedliche, sehr komplexe Aufgaben. Also vielleicht muss ich dazu sagen, in Bremen war ich Hausregisseur. Das heißt, ich habe da regelmäßig inszeniert im Musiktheater und im Schauspiel, meistens mit zwei Arbeiten, zwei bis drei Arbeiten pro Spielzeit. Dann gab es aber eine Phase, in der es einen Wechsel gab und dann bin ich quasi in das Leitungsteam gekommen und habe das zwei, drei Jahre sozusagen aus der Perspektive von so einer Leitung mitbekommen. Und das Theater in Bremen ist in vielerlei Hinsicht eben auch ein Mehrspartenhaus. Strukturell gibt es große Ähnlichkeiten. Und ich glaube, das ist dann irgendwann für mich losgegangen, dass ich gedacht habe, okay, ich möchte eigentlich den Kontext, in dem man arbeitet und in dem man irgendwie Kunst denkt und macht, also auch das ganze Arbeitsumfeld, irgendwie verantwortlich mitgestalten und mehr Verantwortung übernehmen, als immer in eine Produktion reinzugehen. Das heißt, da richtet sich ja immer alles auf einen Punkt, das ist die Premiere. Und eigentlich sich zu überlegen, wie funktioniert das, Dinge zu kuratieren, aufeinander reagieren zu lassen und auch noch mal stärker in so einen Austausch zu gehen mit dem Publikum, den ich als Regisseur natürlich immer hatte, aber meistens auch über die Ebene von guten Besprechungen, schlechten Besprechungen, aber tatsächlich noch mal mit einem Publikum auch in einen Austausch zu kommen. Und deswegen, die Aufgabe ist groß, also die Verantwortung ist groß, aber es ist vor allem erstmal ein wahnsinniges Privileg. Also ich habe neulich bei der Steuererklärung das Ticket zu Wozzeck von Marco Stormann, der jetzt ja auch nächste Woche Premiere hat, gefunden. Das war im Januar. Und da bin ich hierher gekommen wegen André die Ridder und habe mir diese Aufführung angeschaut, zusammen mit Franz Erdmann, Meier-Herder, weil er hier gerade steht, unser Chef-Traumaturg. Und da saßen wir in dem Theater und haben gedacht, völlig größenwahnsinnig für den Fall, dass das mal ausgeschrieben wird. Freiburg wäre perfekt für uns als Wirkungsstätte, weil es hier eine Chance gibt, spartenübergreifend zu denken. Und dann drei Monate später war es tatsächlich ausgeschrieben und nochmal zwei Monate später waren wir dann plötzlich eingeladen und in einem sehr intensiven Bewerbungsprozess. Sie haben, ich glaube, es war gegenüber den Kolleginnen im Kulturjoker mal den schönen Satz geprägt, Kultur ist nicht zwangsläufig demokratisch. Was sind Sie denn für ein Chef? Man sollte Ihre Kolleginnen fragen, die da drüben sitzen, aber ich frage mal Sie. Ja, die können das besser beantworten, auf jeden Fall. Nein, ich nehme mir Dinge vor und bringe Dinge mit, aber tatsächlich, wie ich bin in so einer leitenden Funktion und als Chef, müssen die anderen am Ende tatsächlich beschreiben. Ich glaube, mir ist es wahnsinnig wichtig, Dinge, was ich vorhin gesagt habe, gemeinsam zu entwickeln und gemeinsam zu denken. Deswegen haben wir auch, was neu ist sozusagen in der Struktur, ein Spaten-Gremium. Das heißt mit André Dirida, Adriana Pees für den Tanz, Michael Kaiser vom Jungentheater, Katrina Mäntele und ich fürs Schauspiel und eben der Franz Erdmann, Meier Herder fürs Musiktheater. Das ist sozusagen ein künstlerisches Gremium, in dem wir die Grundrichtung in der Programmatik gemeinsam entwickeln und deswegen sind viele Dinge sehr gemeinsam, aber da kommt auch der Satz her, ist es glaube ich dann doch so, dass ich davon überzeugt bin, dass es eine klare Aufgabenteilung braucht, klare Verantwortlichkeiten und quasi Impulse und dass nicht immer alles demokratisch funktionieren kann, hat was zutiefst mit meinem Kunstverständnis auch zu tun. Also man kann nicht über alles abstimmen. Das, glaube ich, geht nicht. Aber ich gebe mir Mühe, viel zuzuhören, vor allem viel in den Betrieb reinzuhören, in die ganzen Gewerke und Abteilungen, und zu gucken, was da passiert. Aber am Ende ist auch entscheidend. Konzepte irgendwie zu setzen. Und das bedeutet immer auch, von was überzeugt sein zu müssen. Also Genauigkeit, glaube ich, Genauigkeit und Höflichkeit werden so zwei Dinge, an denen ich versuche, mich selber zu messen. Sie wollen ja nicht nur Chef sein. Wenn es schon mal einen Szenenapplaus gibt. Sie wollen ja nicht nur Chef sein, Sie werden auch inszenieren und eigene Arbeiten hier zeigen. In dieser Spielzeit sogar drei, wenn ich richtig gezählt habe. Zwei, und da waren wir natürlich besonders neugierig, gleich am Eröffnungswochenende. Und die haben auch ein bisschen gezeigt, was sie mit dem spartenübergreifenden Arbeiten meinen. Oder sie nennen es ja spartenintegrierend. Einmal diese szenische Installation, die meinem Kollegen CISO gefallen hat. Ada speaking hello, hello. Wagner trifft JGPT und so weiter. und das Musical Wasserwelt. Beides haben sie mitgebracht. Das waren Arbeiten, die sie schon woanders gezeigt haben. Erda in Stuttgart. Mit der Wasserwelt haben sie sich von Bremen verabschiedet. Welches Signal sollten diese beiden Arbeiten denn zeigen? Man denkt, jetzt kommt der Intendant und stellte zwei seiner Stücke gleich vorne hin. Und jetzt erfahren wir mal, wie tickt der so? Was ist das für einer? Was denkt der über das Theater? Wie sieht sein Theater aus? Warum haben sie diese beiden Stücke gewählt und was wollten sie damit zeigen? Also so als Künstler ist für mich jetzt in den letzten Jahren das Verhältnis zur Natur maßgeblich gewesen und in dem Zusammenhang sind mehrere Arbeiten entstanden, eben unter anderem an der Staatsoper Stuttgart, diese Erdaproduktion und in Bremen als letzte Arbeit diese Wasserwelt und da kamen mehrere Sachen zusammen. Das eine ist, dass wir sehr stark mit Kooperationen zusammenarbeiten, mit anderen Häusern und auch mit dem Unternehmen. Wir nennen das immer Übernahme. Das heißt, es gibt irgendwo eine Produktion. Die holen wir da nicht als Gastspiel, sondern wir studieren sie hier neu ein. Warum wir das machen, ist am Beispiel von Wasserwelt schnell erklärt, weil es natürlich auch darum geht, Ressourcen zu erweitern. Also das Programm, das wir machen mit über 33 Premieren, wäre quasi in der normalen Finanzierung überhaupt nicht möglich. Das können wir dadurch machen, dass wir sehr stark mit anderen Häusern zusammenarbeiten. Im Fall von Bremen haben wir zum Beispiel das Bühnenbild übernommen und konnten dafür hier in Freiburg eine Drehscheibe bauen für das kleine Haus. Das heißt, das kleine Haus hat jetzt eine mobile Drehscheibe, die kann man überall auf- und abbauen, kann sie groß machen, klein machen. Und das wäre für unsere Werkstätten und für unser Budget gar nicht möglich gewesen, wenn wir nicht diese Sachen zusammengelegt hätten. Und das andere ist, dass wir irgendwie früh gesagt haben, okay, wir wollen schon so früh wie möglich rauskommen. Das heißt, schon Mitte September haben wir angefangen, zwei Wochen später hatten wir die ersten Premieren, zu sagen, wir wollen mit einer möglichst großen Bandbreite starten und das geht im Falle von Übernahmen, weil man da nicht irgendwie sieben oder acht Wochen proben muss. Das sind erst mal pragmatische Gründe. Und das andere ist, dass sowohl Erder als auch Wasserwelt zwei Kreationen sind. Das heißt, es sind Stückentwicklungen, die eine aufwendige Recherche haben, wahnsinnig aufwendige Produktionen. Also Wasserwelt hatte einen Vorlauf, eine Recherche von anderthalb, zwei Jahren. Und die sind künstlerisch für mich, also nicht, weil ich sie selber gemacht habe, sondern in dem Stil, was sie thematisch verhandeln, nämlich unser Verhältnis zur Natur, in einer sehr eigenen künstlerischen, ästhetischen Setzung schon eine Ansage, mit der ich mich auch jetzt hier in Freiburg vorstellen wollte. Sie haben das Theater ja auch ganz schön verändert, zumindest optisch. Das flammende Herz-Emoji über dem Theater, der Slogan My House is Your House, auch auf der Straßenbahn. Die pinkrote Website, es wird geduzt, es ist irgendwie alles ein bisschen queerer. Soll das Theater cooler, hipper, jünger werden? Und war das vielleicht auch so ein bisschen inspiriert durch Charlie XCX, Brad Summer? Nein, ich glaube, mir ist klar, dass man von außen das so wahrnehmen kann, aber intendiert ist es tatsächlich anders, weil, nur vielleicht noch kurz, also die Website ist ja weiß, mit schwarzen Buchstaben, man kann aber pink und rot einstellen, also nur noch als und zu der ganzen Frage der Kommunikation ist, ist es glaube ich so, natürlich wollen wir Leute auch ansprechen, die sich bisher vielleicht noch nicht gemeint fühlen. Wir wollen auch natürlich ein Gefühl vermitteln. Und da sind wir jetzt, glaube ich, bei dieser Frage von, ist das ja auch diese Kategorien, finde ich immer wahnsinnig schwierig. Jungen, alt, neues Publikum nicht. Sondern es geht eigentlich darum, eine bestimmte Energie zu vermitteln. Und die hat was mit Leidenschaft und mit Strahlkraft und mit einer positiven Energie zu tun. So sind wir auch zu diesem Farbkonzept gekommen, was ja tatsächlich vom klassischen Rot, also man denke an den klassischen roten Theatervorhang oder unsere schönen roten Sitze im großen Haus. Bis hin eben zu diesen Neonfarben und auch zu dem Pink, eigentlich eine Energie, die ich gerade gesamtgesellschaftlich für wahnsinnig wichtig halte, nämlich zu sagen, was haben wir als Gesellschaft, als spielende Menschen, so als homo ludens eigentlich für eine Power, uns Welten auszudenken und zu erspielen, die. Uns aus der Gegenwart in was hinein katapultieren, was eine positive Zukunft sein kann. Also positive Welten zu bauen. Und so kamen wir letztendlich zu diesem Farbkonzept. Aber dass es dabei darum geht, jetzt dezidiert jüngere Menschen anzusprechen, indem man dann andere ausschließt, darum ging es eigentlich nicht. Es ging eigentlich um eine Energie. Und so ist auch das flammende Herz ein Zeichen von Wärme und Einladung und von der Kraft, also einfach sehr kraftvolle Farben. Also gestern zum Beispiel seit ich in Kirchstarten in einem Gasthof und es ist wirklich exakt, aber wirklich exakt, dieser Farbton Wildrosen auf dem Tisch gestanden. Und das ist hier eines der ersten Sachen, die ich in Freiburg erlebt habe, ein wahnsinnig spektakulärer Sonnenuntergang. Und oft sind es halt solche Dinge, die dann mit was assoziiert werden. Also ich glaube, das tollste Beispiel war Dildo-Werbung, was mir rückgespiegelt wurde. Ja, also was verstehen wir unter Pink? Das ist ja auch eine gelernte Wahrnehmung. Und da reinzugehen und zu sagen, Nachhaltigkeit und Natur ist was extrem Kraftvolles und kann eben auch Pink sein. Und Pink ist nicht gleich Barbie- oder Dildo-Werbung. Stichwort Einladung. Nennen Sie uns doch mal drei Gründe, ins Theater zu gehen. Also, weil man eine gute Zeit hat. Das heißt nicht zwangsläufig, dass einem das gefallen muss, was man gerade gesehen hat. Aber das finde ich das Tolle an Theater. Also, wenn es einen gleichgültig lässt, ist es natürlich irgendwie kein schöner Abend. Dann ist es im Zweifelsfall langweilig. Aber der erste Grund ist wirklich, gemeinsam was zu erleben. Davon gibt es ja nicht mehr so wahnsinnig viele Orte. Und sich dann darüber auch auszutauschen, was man da gerade erlebt hat. Das andere ist, sich überraschen zu lassen von dem, was man sieht. Also das, glaube ich, ist auch eine große Chance von Theater, weil es oft ja mit Erwartungen spielt. Also ich gehe in eine Veranstaltung, die heißt Der zerbrochene Krug und dann sehe ich was ganz anderes, als das, was ich mir vorgestellt habe zum Beispiel. Und sollten es drei sein? Ja. Und der dritte Grund ist vielleicht, dass ich dann danach mit einem anderen Blick oder im besten Fall mit Zuversicht in die Zukunft gucken kann. Herr Rottenhäusler, wir haben Ihnen ein paar Meinungen und Fragen aus der Freiburger Kulturszene mitgebracht. Die erste kommt von Ansgar Hufnagel. Der ist Freiburger Moderator, Veranstalter und Comedian und besonders liegt ihm die Poetry Slam Szene am Herzen. Der 38-Jährige hat im Theater regelmäßig im Kleinen Haus den Slam 46 ausgetragen, bei dem Poetry Slammer aus der Region ihre Texte im Wettstreit performen konnten. Welche Hoffnung ich mit dem Wechsel verbinde zu Felix Rutenhäusler. Ich habe ja so ein bisschen versucht, auch mich über die Interviews, die er so gegeben hat, zu informieren, was er für einen Ansatz hat. Und den fand ich sehr schön, das als Volkstheater zu sehen und auch ein bisschen Publikum anzusprechen, dass vielleicht nicht die klassischen Theatergänger sind. Und das finde ich einen schönen Ansatz auf jeden Fall. Ein Wunsch von mir wäre, dass die Theaterball wieder mehr bespielt wird. Weil da ging es in den letzten Jahren mehr und mehr zurück. Wo ich noch in Gesprächen bin, aber es sieht so aus, dass der Slam 46, den ich jetzt eigentlich seit ein paar Jahren schon in der Theaterbar oder auch im kleinen Haus mache, dass der zumindest erstmal nicht in der Form weitergeführt wird, obwohl er seit der Wiederaufnahme von seit Corona jedes Mal ausverkauft war, also in der Theaterbar. Was ich natürlich wahnsinnig schade finde, weil dort auch regelmäßig Klassen sind, ein total diverses Publikum immer da ist. Aber da scheint gerade nicht der Fokus drauf zu liegen. Und was ich mir sonst für die Subkultur auch wünsche, wäre das zum Beispiel, dass es auch vielleicht ein Format gibt für Freiburger Bands, für Freiburger Künstler, dass man da speziell irgendwas schafft, dass sie auch Sichtbarkeit bekommen und dass da eine Unterstützung stattfindet oder eine Kooperation einfach. Also ich glaube, der Auftrag ist es ja schon einfach ein Haus der Kultur zu sein, aber ein Fokus liegt auch immer auf den eigenen Produktionen, so was ich mitbekomme. Sie werden ja sehr stark gefördert, aber ich finde, es sollte eben wirklich ein Haus sein, wo sich die unterschiedlichsten Sparten treffen, wo auch die Nischen ihren Raum bekommen, wo die großen Produktionen natürlich genauso ihren Raum bekommen, aber das ist eigentlich so, finde ich, wo wirklich alles sich treffen könnte. Das wäre zumindest was, wie ich es mir wünschen würde, also von Comedy bis zu Oper eigentlich so. Ja, lieber Felix, ich finde den Ansatz super gut, so wirklich das Theater für mehr Leute zu öffnen und auch einen modernen und hippen Ansatz da zu wählen. Und für mich wäre wirklich die Frage, mit welchen Formaten hast du das vor bisher, wenn ich mir das Programm anschaue? Habe ich eher das Gefühl, es ist wieder genau eigentlich für die Theatergänger konzipiert. Und das fände ich einfach toll, da noch ein bisschen zu schauen oder auch in Kontakt zu gehen. Was braucht denn auch Freiburg vielleicht? Was fehlt hier auch? Und wo könnte man das noch mehr integrieren? Ja, Sie öffnen das Theater auf vielfache Art und Weise mit dem Open Monday, also einen ganz freien Abend immer an jedem ersten Montag des Monats und vielen anderen Formaten. Was würden Sie aber ihm jetzt antworten? Einmal auf die Frage, wer kann sich hier einbringen in dieses Theater? Und die zweite Frage bei dem Publikum, das können wir später nochmal. Also tatsächlich ist es ja so, dass wir mit einer unfassbaren Bandbreite an Formaten jetzt auch in die Spielzeit reingegangen sind. André Derida sagt immer, Krieg der Formate. Immer noch ein neues Format und noch ein neues Format. Also wir haben genau sowas wie den Open Monday, wo wir quasi den Tag der offenen Tür institutionalisieren und den wirklich monatlich machen und nicht einmal im Jahr. Dann kann man aufregende Führungen durchs Haus machen und andere Sachen erleben. Oder jetzt zum Beispiel André der Ritter, der im Steinfoyer auflegt. Aber wir haben so eine große Bandbreite an Sachen. How Queer. Wir haben quasi Karaoke in der Theaterbar. Wir haben allein in der Theaterbar, jetzt hatten wir neulich Julika Goldschmidt mit Ein Abend, Ein Wort, wo eigentlich der Schwerpunkt darauf liegt, nicht mit prominenten Persönlichkeiten zu arbeiten, sondern sie geht immer in die Stadt und sucht sich drei bis fünf aufregende FreiburgerInnen, die sie unter einem Wort zusammenbringt. Mut war die erste Ausgabe. Und deswegen sind es erstmal sehr viele Dinge, die wir natürlich irgendwie als Haus initiieren, aber auch Leute mit reinholen. Und wir können mit Blick auf das, also wie viele Menschen bei uns arbeiten und sind, natürlich nicht endlos Sachen reinholen und müssen das natürlich gut kuratieren. Wir machen so viel Kooperationen wie tatsächlich noch nie zuvor. Das ist Dominik Falkenhahn-Weber, der die Produktionsleitung macht und koordiniert, mit wem wir quasi von extern zusammenarbeiten, sagt, das gab es bisher noch nicht. Also das ist absolut irre. Wir sind in die Spielzeit gestartet mit sechs Stimmen, sechs Städte. Dann hatten wir Musik verbindet, wo die Musikvereine aus Ebnet und Kappel im großen Haus da waren. Also wir sind so angetreten, andere Institutionen stark mit reinzuholen. Wir kooperieren mit Südwind, wir arbeiten mit dem NS-Doku-Zentrum zusammen. Und aus meiner Sicht ist es natürlich wichtig, eine Mischung zu finden aus dem, was wir im Haus produzieren. Also unser Kerngeschäft sind natürlich weiterhin auch die Produktionen, die wir im Repertoire spielen. Das ist ganz klar. der ganze Bereich mitmachen, also Partizipation, da wo wir eigentlich ein Angebot machen, teilzuhaben und sich wirklich auch künstlerisch einzubringen, den haben wir massivst ausgebaut. Eigentlich haben wir eine neue Sparte gegründet mit Mitmachen, wo wir zum Beispiel so etwas machen wie ein Symphonic Mob, wo unser philharmonisches Orchester spielt und LaienmusikerInnen dazukommen können. Wir setzen das im Tanzbereich fort. Wir haben einen inklusiven Theaterclub. Und insofern ist die Frage, am Ende ist es immer eine Abwägung. Ich glaube jetzt, natürlich hat Ansgar Hufnagel auch eine eigene Agenda und möchte quasi auch da sein, das ist völlig klar, aber ich sage mal, alles können wir am Ende auch nicht machen und wir haben jetzt die, Poetry Slams und den Science Slam, das setzen wir ja auch fort, aber das können wir auch nicht, wir können es quasi nicht endlos weiter ausbauen, weil ich sage mal, man muss sich nur die, Ja, die Monatsspielpläne jetzt der letzten Monate, die hängen bei mir im Büro und das ist wirklich, ich denke, was, das haben wir, also das sage ich nicht mit Stolz, also das sage ich wirklich ganz nüchtern. Ich denke, die Veranstaltungsdichte, die ist einfach enorm. Und das ist quasi nicht nur unser eigenes Programm, was wir fahren, sondern es sind eben sehr viele Akteure, die da auch involviert sind. Insofern setzen wir das fort. Und ich hoffe, dass viele sich eingeladen fühlen. Aber am Ende hat das Jahr auch nur 365 Tage und wir haben auch eine Sommerpause dazwischen. Man könnte ein bisschen das Gefühl bekommen, gerade in dieser Saison ist das Wort zusammen, Das große Losungswort der Theater hier im Dreiländereck, wenn man nach Basel schaut, die überschreiben ja auch das Jahresprogramm mit zusammen. Was lustig ist, sie sagen Zemme, die Basler sagen zusammen. So lehnt sich jeder zum anderen hinüber. Aber Basel hat dieses Konzept, was er es vielleicht auch ein bisschen eingefordert hat, ja in einer ganz besonders starken Form umgesetzt hat, seit zwei, drei Jahren. Dieses Foyer Public, das heißt, das Theaterfoyer ist tatsächlich jeden Tag geöffnet, für wen auch immer. Das heißt, man kann sich da hinsetzen, man kann seinen Laptop auspacken, man kann seinen Feschber auspacken. Man kann aber dort auch was entwickeln, was dann im Theater gezeigt werden soll. Man kann da was aufführen. Es ist wirklich ganz, ganz frei für alle. Sie haben Ihre... Vielleicht mehr kuratierten Formen jetzt erwähnt, also selbstkuratierten. Wie kommt dieser Trend in die Theater, diese Häuser so stark zu öffnen? Ist das eine Reaktion auf Relevanz und Publikumsverlust? Das weiß ich nicht, ob das jetzt eine Reaktion ist auf einen Publikumsverlust. Ich glaube, das hat auf jeden Fall was damit zu tun, die Wahrnehmung von diesen Häusern zu verändern. Und das ist tatsächlich wichtig, weil es sind ja große Gebäude. Also wenn man jetzt nur allein mal an die Architektur denkt, da ist viel Platz. Also wir haben immer einen Platzmangel. Das ist nochmal ein anderes Thema für die, die wir da drin produzieren. Aber wir haben natürlich Foyers und Theater ist eigentlich der letzte, also nein, es ist einer der wenigen verbliebenen öffentlichen Orte. Und ich finde das immer absurd, dass die Türen dann zu sind. Meistens sind es ja auch schwere Tore. Das hat ja oft auch eher was von einer Burg. Wir sind öffentlich gefördert. Wir sind ein Ort, an dem auch ein Zusammenkommen wirklich im weitesten Sinne für einen gesellschaftlichen Austausch möglich sein muss. In Basel haben die natürlich das Glück, dass das Foyer noch riesiger ist und dass sie auch architektonisch eine Situation haben, die ihnen jetzt ermöglicht, das im Prinzip die ganze Zeit offen zu lassen. Das ist bei uns viel schwieriger. Also wenn es jetzt nur nach mir ginge, würde ich sagen, Wir müssen Dinge ändern, um das zu ermöglichen. Das ist aber tatsächlich sehr, sehr schwierig, weil wir es natürlich auch mit einer denkmalgeschützten Architektur zu tun haben. Wir können nicht die ganze Zeit auflassen, weil alle Bereiche offen sind. Also wenn wir sowas machen wie ein Open Monday oder das Steinfoyer bespielen, das bedeutet immer, dass auch Personal da sein muss. Wir können da nicht plötzlich irgendwelche Tore oder Türen einziehen. Das heißt, das gesamte Haus ist eigentlich mehr oder weniger offen oder zugänglich. Aber diesen Ort der Begegnung, den forcieren wir. Und da haben wir zum Glück ja auch Räume für, wie das Winterer Foyer und auch oben das zweite Rang Foyer, wo wir jetzt die Ausstellung begleitend zur Wasserwelt drin haben. Also diese Öffnung ist ein wichtiger Aspekt. Und ja, ich glaube, das Foyer Public in Badel ist auf jeden Fall, finde ich, ein guter, also ein Best-Practice-Modell sozusagen. Also es ist ein toller Ort. Jetzt ist Ihr Kerngeschäft natürlich trotzdem das Zeigen von der Aufführung, das Inszenieren von Stücken, das Schaffen und auch in Auftrag geben, neu erarbeiten. Und ich finde, da hat er eine Frage gestellt, die nicht ganz unwichtig ist. Also wie kann man an dem, was Sie auch jetzt im Spielplan hier drin haben, zeigen, dass Sie versuchen, neues Publikum zu erreichen, Leute für das Theater zu begeistern, die sich bisher vielleicht noch nicht so richtig als Theatergänger gesehen haben oder wie Sie es mal formuliert hatten, die sich hier noch nicht gemeint fühlen. Wie kann man das vielleicht auch am Spielplan jetzt zeigen dieses Jahr, diese Versuche? Ja, also es ist ja so. Das eine ist, erstmal wählen wir eine Form von Kommunikation, wo wir sagen, bei allem, was wir machen im Sinne von Print und auch Social Media, dass wir sehr stark auf die Leute zugehen und auch sehr viele Dinge anbieten, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das machen wir natürlich zum Beispiel bei diesem Open Monday, dass wir jetzt nicht sagen, okay, eine Person, die vielleicht noch nicht in eine Vorstellung oder noch nicht in die große Oper geht, kommt da vielleicht hin. Und da ist es so, dass wir immer den direkten Austausch suchen. Deswegen haben wir auch diese große Kuchentafel gemacht mit dem Hefezopf zu Beginn der Spielzeit und eigentlich so in Kontakt und in Gespräch zu kommen. Bei dem Programm ist es tatsächlich so, es gibt diese Dinge, wie, ich weiß nicht, How Queer, Julika Goldschmidt ist, finde ich, ein sehr gutes Beispiel dafür mit Ein-Abend-Ein-Wort. Da haben wir auch wirklich nochmal ein anderes Publikum. Bei Josephine Baker, was wir jetzt machen im kleinen Haus gerade, ist es auch so, dass da ein anderes Publikum zusammenkommt oder andere Communities aktiviert werden. Aber am Ende ist es auch so, dass das Programm, das wir machen, das ist was, was mir wichtig ist, dass wir da nicht differenzieren und sagen, und das ist aber nur für die, die sich vielleicht bisher noch nicht gemeint gefühlt haben, sondern das ist schon ein Angebot, das sich an alle letztendlich richtet. Und es reicht eben vom Reguletto oder dem Hamlet bis hin dann zu sowas wie Wasserwelt. Bei Wasserwelt machen wir die Erfahrung, dass zum Beispiel Leute dann spontan auch kommen, die vielleicht eher über die Abendkasse reinkommen. Also quasi ein Publikum, was ich vielleicht nicht im Vorfeld langfristig festlegen möchte. Das sprechen wir sicherlich mit solchen Titeln auch an. Wir hatten jetzt Drinks und Drama in der Kantine. Wo wir dann eben auch ein Programm machen, wo es irgendwie dann noch die Gelegenheit gibt, auch mit den SchauspielerInnen und dem Team danach zusammen zu sein. Denn auch da kommen plötzlich andere Leute rein. Ich glaube, wichtig ist, diese Schwelle runterzusetzen, aber auch ganz offensiv zu kommunizieren. Dass wir diese Leute, die vielleicht sonst nicht kommen, dass wir die genauso im Großen Haus auch in einem Reguletto willkommen heißen. Man könnte es mal naiv fragen, wer fehlt denn im Theater? Also wenn man Josephine Baker gesehen hat, da treten am Schluss dann die schwarzen Tänzer und Tänzerinnen von der Elfmeinküste, die in Paris leben, an die Rampe und sagen, hier sind keine Schwarzen. Ist das eine Gruppe, die Sie meinen, also Leute mit migrantischem Hintergrund Oder meinen Sie eher das Publikum jenseits des klassischen bürgerlichen Publikums? Also grundsätzlich sind wir erstmal in der glücklichen Situation, dass wir gar niemandem hinterherlaufen müssen, weil wir ein ganz tolles Publikum haben. Und gerade auch die feststellen, die Sachen sind sehr, sehr gut besucht gerade. Aber die Community-Arbeit, die wir zum Beispiel mit Südwind e.V. Machen, wo es um ein Projekt geht, was wir mit denen entwickeln, die ist langfristiger und die ist auch komplex. Dass bei sowas wie Josephine Baker, wo das ja quasi Thema des Abends ist, wer sitzt hier eigentlich im Zuschauerraum, ist es so, dass wir tatsächlich den Vorschlag, den die PerformerInnen an dem Abend machen, jetzt auch umgesetzt haben. Es gibt quasi eine Gästeliste, mit der wir offensiv, also die Menschen, die auf der Bühne stehen, damit in die Communities gehen und sagen, okay, die bringen die Leute mit. Das ist zum Beispiel eine Reaktion auf die Situation, die wir da performativ verhandeln. Ja. Jetzt haben Sie viel über Vernetzung und Kooperationen gesprochen, haben aber gleichzeitig auch gesagt, wir können nicht alles machen. Was würden Sie denn sagen, wie viel Subkultur und wie viel junges Leben kann Theater? Ich sehe das überhaupt nicht im Sinne von, was sich gegenseitig irgendwie ausschließt. Es ist viel, sehr viel. Im jungen Theater ist es auch, wenn man das Programm anguckt, der Bereich mitmachen und auch das, was wir im ehemaligen Werkraum jetzt Weltraum machen, ist also dezidiert für ein junges Publikum. Wir haben aus dem Kinderchor ein eigenständiges Projekt gemacht, wo auch sehr viele unterschiedliche. Menschen zu uns kommen und dieses Projekt wächst extrem schnell, was super ist. Ich glaube, für uns ist schon wichtig, dass wir diese Kooperation und diese Verbindung suchen. Aber natürlich sind wir, also unser Auftrag ist es, dass wir eigenständige künstlerische Arbeiten machen. Also wir versuchen uns überall, wo es geht, irgendwie anzuschließen und Leute mit reinzuholen und Verbindungen zu schaffen und auch tatsächlich im Sinne von Kooperation auch mal zu sagen, okay, jetzt habt ihr den Raum oder den Veranstaltungsort. Aber wir sind ein Haus mit einem Ensemble und mit sehr vielen KünstlerInnen, die da angestellt sind. Und deswegen sind wir in erster Linie ein produzierendes Haus. Das sehen Sie schon so als Hauptaufgabe. Das ist absolut so. Aber wie gesagt, es schließt nichts aus. Aber das ist etwas, was wirklich finde ich hier in Freiburg, so wie ich das Haus und auch die Stadt wahrnehme, eine wahnsinnige Chance hat und ja auch eine Tradition, die vielleicht, vorsichtig gesagt, in den letzten Jahren stark zurückgefahren wurde, die aber ja schon mal unter Barbara Mundl zum Beispiel auch einen sehr starken Impuls gesetzt hat. Und ich glaube, Kunst und Öffnung zur Stadt, das ist kein Gegensatz. Also das ist sozusagen die Wette, mit der wir antreten, das zusammenzudenken. Und grundsätzlich, glaube ich, werden Dinge viel zu oft gegeneinander ausgespielt. Also ich glaube, dass das Programm, was wir jetzt aufrufen für ein erstes Jahr, also ich meine, wir reden ja auch, wir sind jetzt, glaube ich, in Woche, ich weiß es gar nicht, sieben oder acht. Und wir haben eine erste Spielzeit. Das meine ich vorhin so, diese Verbindung aufzunehmen, das dauert natürlich. Wir haben genauso jetzt mit den Methusa-Lebens zum Beispiel dieses tolle Projekt, ein kleiner Händler, der mein Vater war, so eine Freiburger Geschichte, die wir jetzt auch ins kleine Haus reingeholt haben. Das hatte ich vor dem Sommer im Kloster Adelhausen da in dem Innenhof im Sommer gesehen. Aber wir haben natürlich auch einen bestimmten kuratierenden Blick und versuchen darin auch in der Thematik und den Inhalten genau zu sein, was wir setzen. Sie hatten gesagt, mit der Farbgebung der Programme und der Poster wollten Sie niemanden verprellen. Deswegen wollten wir auch nochmal eine Stimme hier einspielen aus dem klassischen bürgerlichen Theaterpublikum. Das hat nicht funktioniert. Ingrid Martin hatten wir Ausbruch von den Theaterfreunden. Sie war verreist, also konnte deswegen jetzt nicht an der Aufnahmesession teilnehmen. Aber wir haben uns unterhalten und ich würde gerne einbringen, was sie gesagt hat. Die Theaterfreunde Freiburg, muss man vielleicht erklären, ist eine Vereinigung, die... Viel ermöglicht, was das normale Budget des Theaters nicht hergibt. Also es gibt Stipendien für Künstlerinnen und Künstler, aus denen zum Beispiel Nicole Chevalier eine große Karriere begründet hat, die Mezzosopranistin. Oder auch Laila Crisp wurde da gefördert aus dem Opernstudio, die sie ja übernommen haben ins Ensemble. Die finanzieren aber auch Infrastruktur mit, also Übertitelungsanlagen, das Gestühl in den Häusern. Die machen sehr viel. Bringen viel Geld ins Haus und sind wichtige Multiplikatoren, so in das typische Vire- und Herdern-Publikum in Freiburg. Also ein wichtiger Anker in der Bürgerschaft. Ingrid Martin hat uns gesagt, sie wünsche sich ein sozial engagiertes Theater mit klarer Haltung und Botschaft. Und wörtlich, für mich ist gutes Theater, wenn ich durch dieses Angeregt werde, neue nachvollziehbare Perspektiven sowie Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens erfahre und auch unterhalten werde. Frage an Sie, wo im Spielplan, wo im Programm kann sich Ingrid Martin denn unterhalten, angeregt und nachvollziehbar angeregt fühlen? Nirgends. Ich glaube, auf keinen Fall wird sie bei irgendetwas glücklich werden. Überall natürlich. Also ich glaube, das meinte ich vorhin ein bisschen mit dem Überraschen lassen. Und auch da, mir ist das bewusst. Also auch klar, wir haben unterschiedliche Zielgruppen. Es gibt vielleicht eine bürgerliche Es gibt Leute, die eine klare Erwartung haben, aber ich weiß nicht, ob sie in La Cage voll war und ob sie schon ein Ticket hat für Dr. Atomic und für Rigoletto. Und mich würde es total überraschen, wenn der Anspruch aus Information und Gehalt und Unterhaltung sich in dem, was wir machen, nicht abbildet. Und das heißt nicht, dass man an bestimmten Stellen möglicherweise auch überrascht und irritiert ist. Also auch die Irritation ist für mich ein extrem produktives und gesellschaftlich wichtiges Gefühl. Also quasi mit einer Erwartung zu kommen, respektiere ich. Aber ich finde es ist auch wichtig, sich auf Ansätze und Konzepte und Fragestellungen einzulassen. Und zum Beispiel der zerbrochene Krug ist vielleicht ein gutes Beispiel dafür. Ich weiß nicht, ob sie da drin war, aber der zerbrochene Krug hat eine starke Konzeption. Damit gewinnt man was und damit verliert man sicher auch was. Aber es gibt eine Fragestellung, es gibt eine extrem ernsthafte und konzentrierte Auseinandersetzung. Und so ist sozusagen natürlich nicht immer in allem für jede Person was dabei, aber auch nochmal zu den Theaterfreunden. Das ist, glaube ich, in Deutschland haben wir wirklich hier in Freiburg das große Glück. Das ist einer der drei, drei bis vier stärksten Fördervereine im Theaterbereich, die es überhaupt gibt. Viel stärker als in Bremen zum Beispiel. Und wir sind mit denen in einem sehr engen Austausch, mit denen viele Veranstaltungen und meine Erfahrung ist auch da, dass quasi über den Kontakt, also auch über den direkten Kontakt, bestimmte Vorurteile, die möglicherweise das Pink auch mal auslöst. Wir extrem gut in den Austausch kommen und man das auch verhandelt bekommt. Sie brauchen eine Krug, ist ein super Beispiel, auch weil wir damit ein bisschen anknüpfen können an die Irritation ihres eigenen Schiller-Erlebnisses in Tuttlingen, das sie vielleicht auf Umwegen dann zum Theater gebracht hat. Ingrid Martin meinte, also in dem Statement, das ich hätte ganz vorlesen können, den würde sie am liebsten vergessen. Der zerbrochene Krug war jetzt, glaube ich, die erste Aufführung hier und ihrer Spielzeit, der das Publikum wirklich zweigeteilt hat. Es gibt sicherlich noch mehr Fraktionen, aber es war so eine große Drift da durchaus zu spüren. Es gab sehr irritierte Reaktionen, auch wütende Reaktionen. Erleben wir da ein Kulturkämpfle oder hätte... Hätte man sich die Dramaturgie vielleicht noch mal ein bisschen genauer vorknüpfen? Nee, das muss ich wirklich so sagen. Der zerbrochene Krug ist für mich eine Produktion, hinter der stehe ich absolut. Das ist eine Setzung, die ich wahnsinnig wichtig finde. Wir haben La Cageau voll, da tobt das Haus. Das ist ausverkauft von oben bis unten. Die Leute sind glücklich. Es ist sozusagen egal, von wo und wie man da hinkommt, habe ich das Gefühl, haben sehr viele eine sehr gute Zeit. Auch die Theaterfreunde, das war deren erste Veranstaltung. Ja, so. Der zerbrochene Krug ist deswegen wichtig, weil es gibt einen ganz klaren Ansatz. Das ist nicht irgendeine zeitgemäße Übertragung, wo man plötzlich das Ding im Supermarkt spielt und sorry, also man gucke sich nur die anderen Inszenierungen, die aktuell gerade laufen, an. Eine platte Übertragung, wo dann trotzdem quasi der Dorfrichter Adam 1 zu 1 abgebildet ist und sich schon wieder zum hundertsten Mal quasi ein Schauspieler einen abschwitzt und wir wieder reproduziert haben, dass das total witzig ist und total beeindruckend, wenn da so ein protziger Mann drin ist. Und der Ansatz ist klar. Es ist aus Ephes Perspektive erzählt. Es gibt da drin eine extreme Konsequenz und Ernsthaftigkeit. Und es ist auch kein Geheimnis. Wir haben natürlich gesagt, dass wir ein diverses und generalistisches Ensemble bilden. Da sind teilweise auch TänzerInnen drin. Es sind auch viele Menschen drin, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Und das, was mich schon überrascht, stimmt nicht, es überrascht mich nicht, es ist eigentlich so, dass ich das tatsächlich produktiv finde im Sinne Kulturkämpflich. Ich finde es total produktiv, zu verhandeln, was ist eigentlich unsere Erwartung, also gerade auch an die Sprache von Kleist. Und das kann schon sein. Ich glaube, es ist eine Art von Erwartungs- und Kulturkampf. Und ich finde auch, dass wir den als Gesellschaft im besten Sinne austragen müssen. Und ich finde das... Völlig legitim, wenn Frau Martin sagt, sie möchte das am liebsten vergessen. Irgendwas hat sie ja erlebt, um das am besten zu verdrängen oder völlig zu löschen, dieses Ereignis. Aber es ist schon, finde ich, interessant, was das bedeutet, dass wir eine bestimmte Vorstellung haben und auch in so einem Besitzanspruch über Dinge wie zum Beispiel Kleist sprechen. Das nur so als letzten Satz dazu. Kleist ist ja auch in seiner Zeit keine Sprache gewesen, die irgendjemand einfach verstanden hätte. So hat man ja nicht gesprochen. Und dieser Bruch mit der Sinnhaftigkeit des Sprechens, also ich kann mich nicht einfach eloquent einfach mal eben nur ausdrücken, sondern Gedanken in Sprache zu übersetzen, ist ein sehr komplexer Vorgang. Kleist ist an dem letztendlich zerbrochen. Und ich habe mir das neulich nochmal angehört, tatsächlich nur auf der Audiospur, weil wir so einen Trailer und einen Mitschnitt bearbeitet haben. Und es ist so, wenn Bild von Sprachebene getrennt ist, dann gibt es plötzlich ein Verständnisproblem. Und das habe ich das Kühle, weil dem klar ist. Produktiv führt aber dazu, dass, wenn man das Bild tatsächlich vermisst und nur noch dabei hängen bleibt, dass die Sprache nicht verständlich ist, möglicherweise auch zu einer schwierigen Erfahrung. Aber... Ich habe neulich in der Reinigung in Littenweiler meine Hose abholen wollen und dann war die Hose verschwunden und ich stand am Tresen und die Hose war weg. Entschuldigung, ich wollte jetzt gar nicht so, das ist eine sehr lange Antwort auf die Frage, aber nur das noch abschließen, dass die Hose damit zu tun hat. Und dann habe ich mit der Frau in der Reinigung heftig diskutiert und gesagt, es kann doch nicht sein, dass die Hose weg ist. Irgendwo muss sie ja sein, ich habe sie ja abgegeben und ich hätte sie schon letzte Woche abholen sollen. Also wo ist die Hose? Und dann habe ich mit ihr diskutiert und dann ging die Tür auf und dann kam eine alte Dame rein. Die stand dahinter und plötzlich sagte sie, sind Sie nicht unser neuer Intendant? Dann habe ich die Diskussion um die Hose kurz hinterbrochen und hatte aber in dem Moment schon Angst, weil ich dachte so, mal sehen, vielleicht spricht sie mich jetzt darauf an, dass sie gerade im zerbrochenen Krug war. Und das war interessant, was es mit meinem Denken gemacht hat, weil ich plötzlich auf sie drauf projiziert habe, sie ist unser klassisches Publikum. Und dann sagte sie sofort, ja, ich bin Abonnentin. Ich gehe immer mit meinen vier Freundinnen ins Theater. Und zwar schon seit 30 Jahren. Und damit war erst mal eine Messlatte gelegt. Und dann sagte sie tatsächlich, und letzte Woche war ich im zerbrochenen Krug. Und dann hat sie sogar noch die Spannung kurz gehalten. Wir fanden es wunderbar. Und dann hat sie gesagt, es war für sie total wichtig, auch über das Programmheft noch mal zu stehen, was das ist. Es war völlig an der Erwartung, die sie hatten, vorbei. Und sie haben am Abend dann noch lange gesessen und darüber diskutiert. Und eine der Freundinnen fand es wirklich ganz fürchterlich und grauselig. Und deswegen stimmt, glaube ich, auch diese Zuordnung. Es gibt, glaube ich, Menschen, die jung sind, die das irgendwie scheiße finden. Und es gibt Ältere, die das super finden oder scheiße finden. Ich glaube, es muss auch polarisieren, weil sonst ist es am Ende auch kein gutes Theater. Es wäre komisch, wenn wir alles machen würden und es würde irgendwie allen schmecken. Jetzt könnte man lange darüber sprechen, ob es hier ein Problem gibt mit Erwartungshaltung oder vielleicht doch auch Probleme in der Produktion selbst gab, also auch kommunikative. Aber wir sind ja nicht hier oben jetzt über einzelne Inszenierungen zu sprechen, sondern haben hier noch ein großes Programm und ich fürchte, wir müssen weiterkommen. Sie sagen, Sie halten nicht so viel von dieser Zweiteilung. Die meinen wir, die meinen wir nicht. Die waren bisher nicht gemeint. Aber können Sie nochmal auf den Punkt bringen, wie Sie das schaffen wollen, wirklich diese klassischen, die Menschen mit den klassischen Erwartungen zu halten und gleichzeitig neue Menschen anzusprechen. Also ich glaube, weiß ich gar nicht, ob ich das beantworten kann. Das, was wir versuchen ist, ein Programm anzubieten, in dem sich vielleicht ein Publikum, das schon länger kommt, so will ich es beschreiben, und das unser Stammpublikum ist, unser Kernpublikum, einfach auch quasi von der, da geht es ja auch ein bisschen um die Masse, um eine zahlkräftige Gruppe auch, die tatsächlich sich die Tickets leisten kann. Das ist ja auch ein Punkt. Also wir müssen uns schon auch über die Einnahmen finanzieren, so ist es nicht, so stark wir auch subventioniert sind, die aber Theatererfahrung haben. Also es gibt Menschen, die haben Erfahrung, ins Theater zu gehen und die identifizieren sich mit dem Ort. Und dann gibt es Menschen, die haben nicht so viele Erfahrungen damit. Das kann aber von bis sein. Also deswegen kann man das schwer, das lässt sich schwer in eine Sache hineinschieben. Und da ist es so, dass wir sagen, okay, wir wollen direkt ansprechen. Wir wollen unmittelbar kommunizieren und wir wollen uns vor allem selber auch zur Verfügung stellen, persönlich Dinge erklären. Wir sind auch ganz oft, es gibt ja zu jeder Vorstellung, gibt es Einführungen, das ist neu. Wir machen zu Tisch diese Nachgespräche bei Produktionen, wo die Teams irgendwie anwesend sind. Also es ist eher quasi eine Einladung und eine Gastfreundlichkeit. Aber ich würde das jetzt ungern in eine Gruppe quasi projizieren. Und natürlich ist es so, dass es aber grundsätzlich ist bei allem so, ein junges Publikum ist allein deswegen wichtig, weil das die BesucherInnen auch sind von morgen und die, glaube ich, jetzt auch in einer völlig anderen medialen Landschaft jetzt nicht möglicherweise ständig ins Theater rennen. Und das ist sicherlich etwas, wo auch die Frage von, wie setzt man Themen, wie setzt man Inhalte, für uns eine Rolle spielt. Da eine Kommunikation zu haben, die die Menschen auch erreicht. Sie haben gerade schon das diverse Ensemble angesprochen. Im Schauspiel gibt es ja recht viele neue Gesichter. Worauf haben Sie denn bei der Auswahl der SchauspielerInnen besonders geachtet? Also, da ich aus meiner eigenen künstlerischen Praxis. Und auch in Bremen, weil es eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Tanzabteilung gab, war von Anfang an klar, dass wir sehr auch über choreografische Konzepte kommen. Also insgesamt musikalischer und choreografischer. Und das hat dazu geführt, dass wir ein Ensemble zusammengestellt haben, teilweise mit Menschen, mit denen ich schon sehr lange in Bremen gearbeitet habe, die aber ganz klassische Schauspieler sind, so wie Nadine Geiersbach oder Urs Peter Halter sind, so zwei, die ja hier schon bei Amelie Niermeier mal da waren. Und dann aber auch zu Menschen wie Jana Baldovino, die am Gärtnerplatz eigentlich als Tänzerin jetzt lange engagiert waren. Oder Brandy Butler, die eigentlich als Sängerin und als große Erzählerin, sie war fast Voice of Switzerland, also afroamerikanische Souls-Sängerin sozusagen, solche Leute eben auch reinzuholen und sagen, okay, wir sind ein generalistisches Ensemble. Und deswegen haben wir auch im Spielzeitheft gesagt, die Menschen, die wir im Musiktheater haben, jemand wie Lila Crisp zum Beispiel, Lila Crisp, die sich oder auch, also eigentlich sehr viele, das ist nur ein Beispiel dafür, die sich dem Musiktheater zugehörig fühlen, aber auch Interesse haben an anderen Formen und im Schauspiel auch auf der Bühne zu stehen. Und so ist eine Mischung entstanden, die was damit zu tun hat, wo wir gerade herkommen. Ich aus Bremen, Lena Reisner, die als Hausregisseurin aus Hamburg hierher kommt. Und so sind unterschiedliche Arbeitszusammenhänge zusammengekommen und eben der Anspruch zu sagen, es muss ein in mehrfacher Hinsicht diverses Ensemble sein. Für ein bisschen Diversität können wir jetzt auch sorgen. Wir haben den nächsten Einspieler vorbereitet. Annette Peent hat sie noch geäußert. Annette Peent kennen die meisten von Ihnen wahrscheinlich. Freiburger Autorin, eine der bekanntesten Autorinnen hier im Land. Sie lebt hier in Freiburg oder in Hildesheim, wo sie eine Professur für kreatives Schreiben innehat. Romane, Erzählbände, Kinderbücher hat sie geschrieben. Viele wurden mit sehr großen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt gab es den großen Preis des Deutschen Literaturfonds. Den kennt niemand, aber das ist, glaube ich, der höchst sortierte deutsche Literaturpreis. Also gibt es viel Asche. Und zuletzt hat sie ein Band rausgebracht, ein Erzählband, ein Vulkanbesteigen heißt der, mit minimalen Geschichten, wo sie versucht, die Sprache extrem zu reduzieren. Auch ein bisschen mit Blick darauf, vielleicht andere Menschen für Literatur zu begeistern, die sich mit sehr komplizierten Sprachformen nicht so gut zurechtfinden. Können wir mal hören, was sie sagt. Ich glaube, ich bin immer bereit, viele Hoffnungen zu haben, weil ich total aufs Theater setze. Das ist für mich wirklich ein, es ist ein öffentlicher Raum, für mich ist das ein Denkraum, wo ich mich mit Gegenwart beschäftigen kann. Und das würde ich mir jetzt auch tatsächlich noch so ein bisschen mehr erhoffen, dass es mehr sozusagen zum Treffpunkt wird, wo sich Menschen treffen, die mit Freude und Lust und Interesse und Leidenschaft über unsere Gegenwart miteinander nachdenken. Und nicht nur einfach sich irgendwelche Stücke reinziehen. Die jungen Leute kann man nie genug einladen, an diese Orte zu kommen. Bei uns an der Uni funktioniert es immer dann gut, wenn die jungen Kulturschaffenden mit involviert sind, also in die Stücke Genese, in kollaborative Formen und so weiter mit eingebunden sind. Und das kann ja ein Stadttheater eigentlich auch machen. Das gab es ja auch schon. Und sowas finde ich total spannend auf jeden Fall. Ich finde auf jeden Fall interessant, dass, glaube ich, der Blick etwas weggeht von den großen klassischen Stücken und dass auch der Blick geworfen wird auf kollektive Formate und ich glaube er interessiert sich auch für neue Vermittlungsformate. Was ich immer so ein bisschen befürchte ist, dass man literarische Texte nimmt und Romane und so und die dann auf die Bühne bringt und ich glaube das ist auch geplant, ich wünsche mir mehr Gegenwarts BühnenautorInnen die ja alle auch in der Produktion sind und Stücke machen oder eben zeitgenössische, sozusagen junge Literatur fürs Theater machen. Und da wäre ich neugierig, da richtig viel von zu sehen, also noch mehr von zu sehen. Ich würde ihn fragen, was er mit der Literatur vorhat. Also ob er da interagieren will, ob er Interesse hat, mit literarischen Texten zu arbeiten, ob er vielleicht von der klassischen Romanbearbeitung weg den Blick auf andere Sachen werfen möchte, ob es Schnittstellen gibt zu unseren Literaturformaten, die wir in Freiburg haben. Also was da geht, das würde ich total gerne wissen von ihm. Ja, Herr Rottenhäuser, was geht mit der Literatur? Mit der Literatur geht viel. Also das ist natürlich so, wenn man sich jetzt so ein Programm anschaut, das haben wir ja auch gesagt, wir machen ein modernes Volkstheater, da geht es erstmal um eine Bandbreite, eine große Bandbreite. Und ich glaube, dass wir in der Bandbreite schon einiges versuchen, eben auch literarisch. Wir haben jetzt zum Beispiel diese Spielzeit, was super ist, die Uraufführung von Sid Sharps Wolfspelz, was eigentlich ein Graphic Novel ist, aber auch mit einem extrem literarischen Anspruch. Wir haben so quasi die große Weltliteratur mit sowas wie Moby Dick. Aber es reicht sozusagen vom Roman über die Graphic Novel bis hin zu dem, was wir als Schwerpunkt für Freiburg gesetzt haben, ist nämlich Stückentwicklung. Und Stückentwicklung heißt, junge AutorInnen schreiben und inszenieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Lena Reisner mit Verdammt verwandt und jetzt mit Heidi als nächste Premiere. Das sind meine Arbeiten, da schreibt Jan Eichberg, der sonst viel für den Tatort und für andere Fernsehformate schreibt. Mit dem verbinde ich eine lange Kollaboration. Das heißt, das sind Texte. Die über die Arbeit entwickelt werden. Dann gibt es sozusagen eben die klassischen großen Romane und aber auch andere Formate. Das kann vom Graphic Novel über die Fernsehserie und den Film reichen. Und da machen wir keinen Unterschied. Und das ist, glaube ich, auch wichtig. Was tatsächlich jetzt bei uns nicht so eine, das ist nicht die Richtung, aus der wir denken, ist sozusagen, ich sage mal, die klassische Gegenwartsdramatik. Also junge AutorInnen schreibt Text XY und dann wird der sozusagen inszeniert, weil von Trends will ich da gar nicht sprechen. Das hat wirklich was mit einem Interesse zu tun. Ich finde für ein zeitgemäßes Theater ist es interessant, Autor in eine Recherche und in eine Arbeit zu involvieren. Das heißt, in eine Fragestellung und dann gemeinsam einen Text entstehen zu lassen und nicht als Theater immer wieder auf der Suche nach dem neuesten Gegenwartstext zu sein. Das heißt, diese Auseinandersetzung hat auch was mit Kontinuität zu tun. Es gibt ja quasi ein riesiges dieses Arsenal an gegenwartstramatischen Texten, die werden entweder nie gespielt oder einmal und dann nie wieder nachgespielt. Das heißt, die Bindung von AutorInnen, wie wir das zum Beispiel jetzt mit Lena Reisner machen, über eine längere Zeit was an einem Ort zu entwickeln, sich wirklich mit was zu beschäftigen und diesen Prozess von Schreiben und Theater machen nicht zu trennen, das ist letztendlich eine Überzeugungsfrage. Es gibt ja Theater, die diesen Schwerpunkt setzen und sagen, wir sind ein Haus dezidiert der Gegenwartsdramatik zum Beispiel. Das ist total super. Ich meine es gar nicht wertend, aber das sind wir definitiv nicht. Aber bei all dem, was wir machen in der Kooperation, sei es jetzt mit dem Literaturhaus und gerne auch auf anderen Ebenen, ist es so, dass Literatur... Die wesentliche Rolle weiterhin auch spielt. Jetzt haben Sie vorhin von spartenübergreifendem Theater gesprochen. In Interviews haben Sie auch schon mal von spartenintegrierendem Theater gesprochen. Ich weiß nicht, ob Sie da einen Unterschied sehen, aber was genau meinen Sie denn damit? Ja, also das ist eben das Tolle, finde ich, an diesem deutschen Stadttheater, dass es diese Mehrspartenhäuser gibt. Die sind aber leider auch so ein bisschen vom Aussterben bedroht. Und oft ist es so, keine Ahnung, zum Beispiel Stuttgart, da haben wir dann irgendwie einen geschäftsführenden Intendanten und dann gibt es eigentlich Häuser, die alle völlig für sich arbeiten. Es gibt die Oper, es gibt das Schauspiel, Mannheim, das ist ja ein Modell. Dann gibt es sozusagen die Mehrspartenhäuser wie Bremen oder Freiburg, wo sozusagen das nicht getrennt ist voneinander. Also wo ein Haus als produzierendes Haus diese Sparten alle unter einem Dach hat und nicht separiert. Der schöne Begriff, ich war total froh, dass es hier in Anführungszeichen nur Intendant heißt, kommt ja auch ein bisschen aus der französischen Militärsprache, aber es gibt noch den tolleren Begriff, der Generalintendant, so hieß es dann auch in Bremen. Aber dieses Generalistische, was da drinsteckt, ist eben die Chance. Und dieser Begriff Sparten, ich finde den immer so ein bisschen, was soll man sich darunter auch vorstellen? Das sind eigentlich Spielarten und Sparten integrativ, habe ich deswegen gesagt, weil ich finde, Sparten übergreifend hat sowas Übergriffiges. Und es hat auch eben oft was damit zu tun, dass das bei uns nicht so gedacht ist im Sinne von, in jeder Produktion stehen Leute unterschiedlichster Professionen zusammen, so wie bei La Cage, da sind SängerInnen, da sind SchauspielerInnen, klar, aber es hat eigentlich was damit zu tun, Programm gemeinsam zu denken. Aber ich finde auch wie bei der Mülltrennung, das ist total gut, wenn Frau Pees quasi Tanz macht, Tanz, da sind dann Tänzer innen drin und Schauspiel macht, so ist es schon auch. Aber das Integrativ hat eigentlich eher was mit dem Prozess zu tun, zu sagen, wir als Haus entwickeln eine Programmplanung, wo die Dinge aufeinander reagieren und wo wir anhand von Fragestellungen, Ich weiß nicht, ob das mein Wunsch ist oder der Glaube, dass Menschen in erster Linie Fragestellungen folgen und nicht Institutionen oder Titeln. Wobei ein guter Titel natürlich immer zieht, das ist auch klar. Ja. Und denken Sie da dann auch außerhalb dieser klassischen Sparten? Also wenn ich da jetzt zum Beispiel an die Revue über das Sterben der Arten denke, wenn ich das richtig verstanden habe, verbinden Sie da ja auch Theater mit anderen Formen, mit Fragen der Ökologie, was ja also gar nicht in diese Sparten sortiert wird? Das ist auf jeden Fall das, was wir immer wieder forcieren, also interdisziplinäres Arbeiten. Das war eingeladen beim Heidelberger Stückemarkt, was ja witzigerweise, da sind wir beim Thema Gegenwartstramatik, eigentlich eher für Gegenwartstramatik und Literatur steht. Gleichzeitig war es eingeladen zu Tanzfestivals, unter anderem zu Tanz Bremen. Es ist aber eine Produktion, die im Schauspiel entstanden ist, wo SchauspielerInnen und TänzerInnen gemeinsam auf der Bühne sind. Entwickelt wurde der Text mit einem Evolutionsbiologen aus Hamburg, Prof. Dr. Matthias Glaubrecht, der sich eben mit Fragen von Biodiversität und Artensterben beschäftigt hat. Geschrieben haben der Text eben Jan Eichberg, der eigentlich im Fernsehen arbeitet, und ich zusammen. Und das sind sozusagen eigentlich immer wieder Synergieeffekte aus anderen Bereichen miteinander zu verbinden. Und so ist es eben auch bei der Revue eine Mixtur. Ich hänge noch so ein bisschen fest am Begriff der Mülltrennung im Dreispartenhaus. Aber will sie es ja auch mehr verwirren als nötig. Wir würden gerne noch über ein Thema sprechen, das Sie selber schon angesprochen haben, nämlich das Publikum der Zukunft, die Jungen und die ganz Jungen, also auch Schülerinnen und Schüler in diesem Fall. Und auch da haben wir eine Expertin befragt, die sich jedoch geäußert hat. Genau, Helen Flett, die ist Lehrerin aus Freiburg und hat früher aber auch als Schauspielerin gearbeitet. Sie hat dabei auch pädagogisches Schultheater gemacht und ist aktiv mit den SchülerInnen in Schulen gegangen. Sie ist 42 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern und hier kommen Ihre Fragen. Ich finde, Theater muss politisch sein. Theater muss aufrütteln und anecken. Theater soll bei den Leuten zum Nachdenken anregen und sie vielleicht auch zum Weiterdenken zwingen. Das hat in den letzten Jahren leider meiner Meinung nach im Stadttheater Freiburg komplett gefehlt. Und deswegen wünsche ich mir sehr, dass Herr Rotenhäusler sich traut, subversiv, kontrovers zu inszenieren, Freiburg ein bisschen wach zu rütteln, das Haus, also das Stadttheater aus seiner verstaubten Komfortzone zu holen und auch für alle FreiburgerInnen Theater zu machen. Ich habe das Gefühl, dass viel das Gymnasium bedient wird mit Sternchen-Themen etc. Pp., wo wirklich aktiv Deutschlehrer dann auf das Haus zugehen und sagen, so, wir wollen kommen. Aber ich würde mir wünschen, dass sie mehr in die Schulen gehen und auch die Menschen und die Leute am Rand der Gesellschaft mit reinnehmen und da Themen finden, die auch diese Personen ansprechen. Ich wünsche mir Theaterautoren, die man nicht so kennt, die nicht Goethe, Kleist, Schiller heißen. Die sind wichtig und die braucht ein Haus. Aber ich möchte einfach... Junges, modernes, ja, kontroverses Sehen. Werden Sie omnipräsent. Lassen Sie subversive, kontroverse und zeitgenössische Stücke entstehen und brechen Sie damit alte Strukturen auf. Ich würde ihn fragen, ob er Ideen hat, das, was ich mir wünsche, umzusetzen und auf welches Stück ich mich in der nächsten Spielzeit freuen kann, dass ich Freunde und Bekannte mit ins Theater schleppen darf und mit ihnen einen schönen Theaterabend haben kann. Herr Rottenhäuser, auf welches kritische und subversive Stück kann sich Frau Klett denn freuen? Das ist ja auch so eine Frage. Was empfindet man als kontrovers oder subversiv? Ich finde, die Wasserwelt ist natürlich ein Beispiel dafür, wo ich sagen würde, da geht es um eine extrem politische Fragestellung. Gleichzeitig zieht sich das im Prinzip durch die gesamte Spielzeit. Bei Josephine Baker geht es um die Frage von politischem Widerstand und wie eine Person, die permanent mit zuschreibenden, gesellschaftlichen Zuschreibungen und Körperbildern konfrontiert ist, plötzlich dann im Zweiten Weltkrieg in den Widerstand geht und Strategien entwickelt. Also dieser politische Aspekt, der findet sich in einigen Produktionen. Da kann ich gerne nochmal die Einladung zu aussprechen. Das mit dem Kontrovers ist ja was, das kann nie der Impuls oder das kann nie die Absicht sein. Das kann passieren, dann ist es toll, wenn es passiert. Aber wir machen das nicht, um kontrovers zu sein oder zu provozieren, sondern wir stellen Fragen. Und diese Fragen, die wir stellen, sind ja im Prinzip vier große Fragen, mit denen wir gestartet sind. Theater ist immer politisch, das ist definitiv so. Das steht hier natürlich drin, weil Sie es gerade hier vor sich liegen haben, in diesem Vorwort auch, dass wir anhand von diesen vier Fragestellungen ein Programm machen. Und das, finde ich, sind die drängenden Fragen der Zeit. Sicherlich ist eine Arbeit wie Fassade mit der Zusammenarbeit mit dem NS-Doku-Zentrum, eine, die, finde ich, extrem die Fragen nach Erinnerungskultur stellt, erinnerungspolitischen Fragen. Unser Programm ist quasi von diesen Fragen geleitet. Also so ein Haus hat natürlich oft, Tendenz, also weil das ist eben, wir haben in Deutschland eine sehr reiche Stadttheaterlandschaft, aber es gibt eben oft auch eine Tendenz, dass so Häuser, einfach weil sie Theater sind, aus sich heraus, aus einem Automatismus heraus, Dinge programmieren. Da gibt es dann eine Abfolge von den Stücken, das muss man auch machen. Aber tatsächlich dazwischen zu kommen und zu sagen, das sind unsere Fragen und die auch transparent zu machen, das versuchen wir. Ob das am Ende als kontrovers, subversiv, unterhaltsam wahrgenommen wird, das liegt überhaupt nicht in meiner Hand. Und wenn wir jetzt auf das Publikum der Zukunft schauen, wie wichtig sind Kinder und Jugendliche fürs Theater? Also genauso wichtig. Ich glaube auch da, ich kann nicht sagen, dass die in irgendeiner Form wichtiger sind als andere. Sie sind wichtig, weil es was damit zu tun hat, dass wir auch das Theater, so würde ich das gerne begreifen, Das Theater ist sozusagen auch eine Bildungseinrichtung. Damit meine ich nicht so einen moralischen, mit einem moralischen Anspruch, aber im Sinne von, dass man da Dinge erleben, erfahren kann und oft eben auch auf eine sinnliche Weise und nicht nur auf eine theoretische, dass Kinder und Jugendliche das als kulturelle Praxis, also sich selber als spielende Menschen erleben können, was man oft ja auch hat, wenn man irgendwie, weiß ich nicht, wie es den Anwesenden hier geht. So, wir sind ja eigentlich homo ludens, also das heißt spielende Menschen, das verlernen wir ja irgendwann tendenziell mal ein bisschen mehr, mal weniger, je nachdem, was man so macht und wie man drauf ist, aber das junge Menschen und Kinder, irgendwie reinzuholen und mit denen irgendwie so einen Ort zu haben, an dem man gemeinsam spielt, ist elementar und sie sind natürlich irgendwie auch die Leute, die hoffentlich dann das Publikum von morgen sind. Und wie zeigt man denen, dass Theater vielleicht nicht so verstaubt ist oder antiquiert, wie manche vielleicht denken. Ich glaube einerseits durch wirklich fantastische Welten, das ist glaube ich das, was wir sowohl für Junges, aber auch da unterscheiden wir eigentlich, wir sagen quasi diese fantastischen Welten, also das Leben anders möglich ist, als wir es im Alltag erfahren, dass wir uns in was verwandeln können. Das sind letztendlich die Geschichten, die wir suchen. Das haben wir jetzt beim letzten Einhorn so. Das ist auch bei den wilden Schwänen im Weltraum so. Diese fantastischen Welten, sich in etwas anderes hineinzuversetzen und darüber vielleicht eine Empathie zu erleben. Aber vor allem, dass ich mich selber permanent verwandeln kann. Also dass Transformation möglich ist, hat sicherlich auch was mit einer Bühnenästhetik zu tun. Deswegen finde ich die wilden Schwäne, ich weiß nicht, ob es jemand hier gesehen hat, die wilden Schwäne, ist, finde ich, ein super Beispiel dafür, dass man einfach mit einem Tisch und einer Handvoll von Requisiten jenseits von Text und Sprache. Eine Welt aufmachen kann, in der alles sich permanent in was anderes verwandeln kann. Und das ist etwas, was wir jungen Menschen, glaube ich, anzubieten haben. Und aber was ich glaube, gesamtgesellschaftlich, gerade auch in der Verhärtung von bestimmten politischen Positionen, Ich sage mal, ist die Frage von Humor und Durchlässigkeit durch Spiel. Also zu sagen, erst mal ist es auch ein Spiel und ein Game, bevor wir quasi in der Dystopie und in der totalen Verzweiflung oder Angst oder Aggression, also ich glaube, so gesellschaftlich schlechte Laune ist quasi, glaube ich, das, was wir versuchen mit dem Programm, das wir haben, irgendwie aufzulösen. Wir hätten, glaube ich, noch sehr viele Fragen. Wir müssen ein bisschen auf die Uhr gucken, weil wir auch Ihnen ja noch Gelegenheit geben wollten, Fragen zu stellen, im direkten Austausch zu kommen. Es gibt vielleicht zwei Themen, die Sie jetzt mehrfach angesprochen haben, die wir vielleicht zum Abbinden noch mal kurz erklären könnten, weil es vielleicht nicht jeder gleich weiß. Sie hatten angesprochen jetzt zweimal das Projekt mit dem NS-Doku-Zentrum Fassade. Das bezieht sich, wenn ich das richtig verstanden habe, auf das Wandbild, das gefunden worden ist bei der Sanierung dieses alten Gebäudes. Das war früher die Fremdenverkehrszentrale in der NS-Zeit. Da wurde ein großes Wandgemälde entworfen, von dem aber niemand wusste. Und bei der Sanierung musste eine Zwischenwand abgenommen werden. Und da war das dann auf einmal. Das ist so eine pastorale Szene im Schwarzwald, wo sich Menschen es einfach gut gehen lassen und die Natur genießen. Und die sind natürlich strengen arischen Typus, wenn man es mal so sagen darf. Wo setzen Sie jetzt an, aus diesem Fund ein Stück zu machen über Erinnerungskultur? Caroline Kapp, die das inszeniert hat, hat viel in dem Bereich gearbeitet. Und mit ihr sind wir quasi ins Gespräch gegangen und haben dann eben mit Julia Wollrab vom NS-Doku-Zentrum Gespräche geführt. Was jetzt sozusagen die künstlerische Herangehensweise betrifft, kann ich jetzt gar nicht so konkret werden. Ich glaube, das, was wir als Anlass genommen haben und das, was dann Caroline Kapp auch interessiert hat, war zu sagen, dieses Gemälde, was da freigelegt wurde, welche Körperbilder, welche Zuschreibungen sind damit verbunden und wie wirken die nach? Was haben die vielleicht quasi für Wahrnehmungen und Blicke geprägt? Das Projekt geht dann an verschiedene Orte in der Stadt, unter anderem auch an den Kolumbi-Park und wird sozusagen in der Stadt stattfinden, also nicht nur im NS-Doku-Zentrum. Und dieses Gemälde ist tatsächlich der Ausgangspunkt einer Beschäftigung mit Körperbildern. Und dieser Kontakt mit dem NS-Doku-Zentrum ist aber in mehrfacher Hinsicht für mich wichtig gewesen, weil wir, also es hat jetzt ja im Frühjahr eröffnet, ich hatte die Geschichte, wie es dazu kam, beziehungsweise auch länger nicht dazu kam, so ein bisschen mitverfolgt. Und es ist natürlich letztendlich ein Archiv. Und diesen Archivgedanken einer Stadt, den finde ich erstmal extrem inspirierend, weil auch da sind wir wieder bei der Frage von Autorschaft. Die Geschichten der Stadt und deswegen auch ein kleiner Händler, der mein Vater war, dieses Projekt von den Methusalems, eine Freiburger Geschichte. Die Geschichten der Stadt, also auch auf einer historischen Ebene, als Anlass zu nehmen für Theaterarbeit. Das ist so ein bisschen quasi der Überbau auch für die Arbeit mit dem NS-Doku-Zentrum, die in der zweiten Spielzeit jetzt gerade, letzte Woche hatten wir eine große Runde dazu, kann ich hier schon mal anteasen, Das ist auch kein Geheimnis, eine große Co-Produktion mit dem Theater Basel, Moses und Aaron, wo es vor allem um den Begriff der Diaspora und, Dann quasi noch anderen Bereichen geht, wo wir aber auch wieder mit dem NS-DOKO-Zentrum zusammenarbeiten. Das heißt, es gibt einerseits das Projekt, aber es gibt auch einen grundsätzlichen Austausch. Der andere Begriff bzw. der Name, der jetzt, ich glaube, dreimal gefallen ist, ist André Derrida. Vielleicht müssen wir den auch nochmal kurz erklären. Er ist der Generalmusikdirektor, also zuständig für das Philharmonische Orchester, für die Opernproduktion. Und der ist ja für Ihr Konzept eigentlich ein Geschenk gewesen. Also den haben Sie geerbt. Da kann man sich auch mal freuen. Der sehr viel aus dem Haus herausgeht, der ins Jazzhaus geht, um da mit Rock, Pop, Avantgarde-Musikern zusammen zu spielen, sogar solche Crossover-Ensembles selbst hat, der jetzt auch den Theatersaal verlässt und in den einzelnen Stadtteilen spielen möchte. Eine ganz integrative Figur und der hat jetzt seinen Abschied angekündigt. Der geht nach London, der hat hier wirklich Karriere gemacht. Freiburg ist offensichtlich ein Sprungbrett. Ich glaube, der Begriff ist bei Ihnen auch mal gefallen. Sie wollten auch im Haus sein, das ein Sprungbrett ist, ähnlich wie der SC Freiburg. Das kann sich aber natürlich rächen und das kann schmerzen. Wie kann man Derrida ersetzen in dieser Konzeption? Wie groß ist dieser Verlust? Also ich habe ja vorhin schon kurz von dem Wozzeck erzählt und ich kannte die Arbeit von André de Ridder in Basel, Einstein on the Beach, was ich auch eine prägende Musiktheatererfahrung fand, was er da mit Susanne Kennedy gemacht hat. Dann eben den Wozzeck unter anderem hier in Freiburg und wie Sie schon sagten, auch quasi mit dem eigenen Background, den er hat. Und ist das für uns ein Grund gewesen, sich hier zu bewerben, weil ich die Situation sehr gut kenne, wie das ist, wenn der musikalische Apparat und der szenische Apparat nicht unbedingt so Hand in Hand gehen, sondern wenn es da konzeptionelle Streitigkeiten gibt, das ist immer schwierig. Und deswegen war da die Chance, wirklich progressiv Theater zu denken, auf einem extrem hohen künstlerischen Niveau, weil André Darida da einfach eine Exzellenz mitbringt, die auch immer wieder in den Sinfoniekonzerten, also wenn es wirklich rein musikalisch ist, extrem spürbar ist, mit der Bereitschaft für den Versuch. Also Experiment finde ich ein schlimmes Wort, deswegen sage ich es quasi für einen künstlerischen Versuch und für das Konzept. Das ist ein Match, das hätte nicht besser sein können und war mit der Grund, warum wir hierher gekommen sind. Und es ist krass, dass er jetzt geht. Das lässt sich nicht so einfach natürlich ersetzen. Also wir sind jetzt in einem GmD-Findungsverfahren. Das wird sehr aufregend, wie das weitergeht, weil es natürlich klar ist, dass die Dinge, die losgetreten sind, also vor allem die Stadtteilkonzerte, die wir jetzt in der Spielzeit dann auch im Frühjahr verstärkt machen werden, wie der Phil Club, das sind Formate, die für uns wahnsinnig wichtig sind. Ich glaube, dass die Formate sich verändern können. Es können auch andere Formate sein. Aber was klar ist, ist, dass eine gute Balance aus jemandem, der so ein Orchester leitet und musikalisch irgendwie eine Brillanz hervorbringt und gleichzeitig künstlerisch in unserer Denkweise unterwegs ist, das wird definitiv herausfordernd. Aber ich bin zuversichtlich, dass das gelingen wird, jemanden zu finden. Und wir werden auch trotzdem, die Verbindung wird nicht abreißen. Also wir haben jetzt schon tausend Ideen, wie es weitergeht. Eine Produktion, die kann ich jetzt noch nicht verraten, aber ich hoffe sehr, dass wir eine Produktion als Co-Produktion mit der English National Opera dann am Ende der zweiten Spielzeit hinbekommen. Und ich sage mal, die Verbindungen sind gelegt. Und was auch immer daraus wird, habe ich die Hoffnung, dass das damit dann nicht vorbei sein wird. Okay, vielen Dank. Sie haben das Ideal eines Volkstheaters der Gegenwart geprägt. Wie sieht denn das aus? Ich glaube, dass das mutig und offen ist und immer bereit ist, sich selber auch verhandeln zu lassen und im Gespräch darüber zu sein. Ich glaube, das ist ein wichtiger Aspekt, also im Austausch darüber zu sein, dass wir nicht als Elfenbeinturm was machen und uns dann darauf quasi zurückziehen oder ausruhen. Und das andere ist, glaube ich, eben auch mit Formaten tatsächlich Barrieren runterzusetzen. Und welche Bedeutung hat das Theater auch vielleicht für den Zusammenhalt in der Gesellschaft? Ja, genau. Diese Orte, habe ich jetzt schon mal gesagt, ich glaube, dass diese Orte, in denen Gesellschaft sich in seinen Widersprüchen begegnen kann, dass die rar werden. In Freiburg gibt es sehr viele kulturelle Dinge, in denen man sich als Gesellschaft erleben kann. Aber ich glaube, wir haben natürlich auch allein schon durch die Größe des Hauses und des Theatersaals nochmal einen anderen Impact im Sinne von, wer kann da potenziell alles hinkommen? Und das, glaube ich, ist irgendwie die Aufgabe für uns, gesamtgesellschaftlich einen Ort anzubieten, an dem man sich begegnet und an dem man vielleicht auch Menschen begegnet, denen man in seinen normalen Strukturen vielleicht weniger begegnen würde. Würden Sie sagen, das ist so Ihre Vision für das Theater Freiburg, da wollen Sie hin? Unbedingt, weil ich glaube, es ist quasi davon hängt am Ende, davon bin ich total überzeugt, das ist total platt, aber unser Überleben ab, dass wir es gemeinsam zusammen aushalten und dass wir keine Vorurteile ausbilden und uns auf unsere Sichtweisen zurückziehen, sondern dass wir einen Ort haben, an dem man spielerisch quasi Erlebnisse macht und plötzlich irgendwie auch Standpunkte verändern kann. Also an das Potenzial glaube ich. Ob wir das können oder schaffen, das weiß ich nicht, aber das ist auf jeden Fall der Versuch. So, gehen Sie in die Zukunft. So gehen wir in die Zukunft. Alles klar, Herr Rotenläuser. Bevor wir jetzt zu den Fragen und Wünschen aus dem Publikum kommen, würde ich erst mal sagen, ein ganz dickes, großes Dankeschön, dass Sie hier bei uns im BZ-Podcast waren. Vielen Dank für die Einladung. Danke. Ein großer Dank geht natürlich auch an dich, René. Vielen Dank. Und an alle, die bei der Vorbereitung geholfen haben. Lisa Petrich, Lisa Böttinger, Gina Kuttkart, Fener Kreuz. Dickes Dankeschön auch an alle von der Technik, an Beni Metzger, an Leonie Willmann, an Timo Appel und danke natürlich auch an das Team vom Café Hermann. Jetzt habe ich noch eine kleine Ankündigung. Wer jetzt noch nicht genug hat von Theater, es wird einen Teil 2 geben. Es geht ja nicht nur um den neuen Intendanten, es geht natürlich auch um das Haus, um das Theater selbst. Deshalb wird es einen Live-Podcast der Badischen Zeitung im Theater geben am 13. Februar mit Wiebke Lühmann. Die ist mit dem Fahrrad von Freiburg bis nach Kapstadt geradelt. Also den 13. Februar können Sie sich gerne schon mal vormerken. Diesen Podcast mit Felix Rotenhäusler wird es auch zum Nachhören geben. Oder falls Freunde ihn verpasst haben, gerne weiterschicken zu hören als Podcast bei der Badischen Zeitung BZ am Ohr zu finden. Ab Donnerstag auf der Website der Badischen Zeitung und überall, wo es Podcasts gibt. Vielen Dank fürs Kommen. Ja, genau. Dankeschön.