Latest / ntv Wirtschaft / Umstritten, aber wirksam: So macht sich der neue Tankrabatt bemerkbar
Transcript
- 0:04Der Tankrabatt ist da. Aber wie wirkt er? Spoiler, an vielen Tankstellen purzeln
- 0:10die Preise tatsächlich.
- 0:12Runter geht's derweil auch an den Finanzmärkten.
- 0:15Wir sprechen über die Gründe. Und in Berlin gibt es neuen Ärger um die geplante
- 0:20Zuckersteuer. Und damit hallo.
- 0:22In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:26die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, In ein neues Hörformat.
- 0:32Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:36Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:41geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:47Seit heute gilt er, der neue Tankrabatt. Und der ist umstritten.
- 0:51Aber er sorgt erst mal zumindest für den erhofften Effekt. Die Spritpreise sinken.
- 0:57Die bundesweiten Durchschnittspreise für Benzin und Diesel fielen schon kurz
- 1:01nach Mitternacht um rund 10 bis 11 Cent.
- 1:04Bei einigen Tankstellen kostete E10 Benzin weniger als 2 Euro,
- 1:09allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden.
- 1:12Der Steuernachlass, der ist mit genau 16,7 Cent trotzdem noch höher als die
- 1:18jetzt gemessenen Preisnachlässe.
- 1:20Er gilt bis Ende des Jahres. Erst die kommenden Tage und Wochen werden wohl
- 1:24zeigen, wie vollständig der Rabatt wirklich an die Autofahrer weitergegeben wird.
- 1:30Was wir an der Zapfsäule direkt merken, das beschäftigt die Finanzmärkte ja
- 1:34auch schon seit längerem im großen Maßstab.
- 1:37Steigende Energiepreise und Inflationssorgen.
- 1:40Der Euro ist jetzt zum ersten Mal seit fast anderthalb Jahren unter 1,13 Dollar gefallen.
- 1:46Und auch der DAX ist zeitweise deutlich unter 25.000 Punkte gerutscht.
- 1:52Auch, weil gleichzeitig der Ausverkauf am US-Anleihemarkt weitergeht.
- 1:57Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit 24 Jahren geklettert.
- 2:03Anleger rechnen damit, dass die Zinsen wegen der Inflation noch länger hoch bleiben.
- 2:08Nancy Lanzendörfer hat darüber mit Kapitalmarktexperte Robert Halver gesprochen.
- 2:13Erstmal, Halver, schön, dass Sie da sind, unter 25 der DAX zwischenzeitlich. Wie schlimm ist es?
- 2:19Hallo, ja, wenn das Armageddon ist, dann bin ich ein Freund von Armageddon.
- 2:24Natürlich haben wir eine unsichere Lage, aber DAX hat offensichtlich genügend
- 2:28Teflonbeschichtung, um sich dagegen stemmen zu können. Warum?
- 2:31Weil die Weltwirtschaft läuft, viele deutsche Konjunkturwerte daran beteiligt sind.
- 2:36Es wird ja nicht nur über Hyperscaler nachgedacht, sondern auch diejenigen,
- 2:40die die Dinge aufbauen, mit Elektroleitungen, alles, was dazu gehört.
- 2:44Die Zulieferindustrie, das darf man auch nicht vergessen.
- 2:47Und von daher, die Lage ist nicht so schlimm, wie es im Augenblick geschildert wird.
- 2:51Ja, wir haben aber viele Belastungsfaktoren. Also die steigenden Zinsen beispielsweise,
- 2:56die Schulden in den USA, sehr hohes Niveau, die Anleihrenditen,
- 3:01wenn ich mir das anschaue.
- 3:02Die 10-Jährige oder 30-Jährige ist Staatsanleihe läuft im höchsten Stand seit
- 3:05mehr als 24 Jahren. Macht Ihnen das keine Sorgen?
- 3:07Wir waren ja lange Zeit verwöhnt. Es gab ja de facto keine Zinsen,
- 3:10wo sie waren ganz niedrig. Wenn natürlich jetzt die Zinsen in Amerika für 10-Jährige
- 3:14von 3,9 vor dem Krieg auf jetzt 5,3 gestiegen sind, tut das zunächst mal weh.
- 3:20Aber wichtig ist immer gerade bei Zinspapieren, Inflation muss abgezogen werden.
- 3:24Das ist ein durchlaufender Posten.
- 3:26Und das sieht dann im Vergleich zu vor Corona nicht schlimmer aus,
- 3:31als eben damals gewesen ist.
- 3:32Das ist sehr wichtig. Und bei 5,3% Rendite bin ich der Meinung,
- 3:36wenn langsam wieder die großen Anleger zugreifen und die Zwischenwahlen,
- 3:40ich glaube, danach wird man auch wieder mit dem Iran reden können.
- 3:43Denn dieser Renditeanstieg, daran ist einer schuld, Donald Trump.
- 3:47Erstens mal warum und zweitens 5,3 Prozent.
- 3:51Die Renditen sind ja auch in ziemlich schneller Zeit angestiegen.
- 3:54Also wenn ich mir den Chart anschaue, ja schon beeindruckend.
- 3:57Also wie kommt es jetzt innerhalb kürzester Zeit zu so einem deutlichen Anstieg?
- 4:00Es kommt alles zusammen. Dieser Krieg mit Iran ist ja selbst verschuldet,
- 4:03bringt ja überhaupt nichts.
- 4:04Und hat aber die Inflation über die hohen Ölpreise nach vorne getrieben.
- 4:09Und deshalb hat jetzt der Markt natürlich auch mal einen Lauf,
- 4:11weil er sagt, na ja, wenn die Renditen ein bisschen steigen,
- 4:14dann hauen wir nochmal ein bisschen dahinter.
- 4:16Es gibt ja wieder Rendite. Und wichtig, glaube ich, die Zwischenwahlen zu beobachten.
- 4:19Danach wird man sagen, wir müssen mit dem Iran wieder reden.
- 4:23Dann hat man ja auch wieder Muße.
- 4:24Und viele der Präsidentschaftskandidaten 2028 werden sich dann,
- 4:29meiner Meinung nach, von Trump distanzieren.
- 4:31Und dann kommt man wieder ins Gespräch. Und wenn die Ölpreise sinken,
- 4:33gehen auch die Rendite wieder runter.
- 4:35Stichwort hohe Renditen, aber relativ hohe Renditen jetzt. Der Aktienmarkt,
- 4:39okay, zwischenzeitlich im Minus, auch heute deutlich unter der 25 auch gewesen.
- 4:44Aber sonst hält er sich ja doch relativ stabil. Wie passt das zusammen mit den.
- 4:49Gestiegenen Anleiherenditen? Man sieht die gestiegenen Renditen,
- 4:52wie gesagt, nach Inflation weniger schlimm.
- 4:54Perspektivisch nach den Zwischenwahlen kann man wieder miteinander reden auch.
- 4:58Dann der Straße von Hormuz und die Weltwirtschaft wächst. Das ist schön zu sehen.
- 5:03Also daran ist man ja auch beteiligt. Die Gewinnentwicklung in der ganzen Welt,
- 5:07auch im DAX, die ist ermutigend. Das muss man eben auch klar sagen.
- 5:10Und nochmal, um die Renditen einzuordnen. Ja, wir haben 5,3 Prozent für Zehnjährige in den USA.
- 5:15Wir haben aber auch ein Wachstum nominell von 6,6 in Amerika.
- 5:19Also von daher, so dramatisch ist es nicht.
- 5:22Wir sind es eben nur nicht mehr gewohnt. Aber mein Szenario ist ja,
- 5:25die Renditen kommen wieder etwas runter. Nach der Wahl. Ja.
- 5:29Herr Halber, vielen herzlichen Dank für Ihre Einschätzung. Bitte.
- 5:31Während die Märkte über Inflation und Preise diskutieren, streitet die Bundesregierung
- 5:36über eine ganz andere Abgabe.
- 5:39Die geplante Zuckersteuer.
- 5:41Der Entwurf von Finanzminister Klingbeil
- 5:43für eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke ist erst mal vom Tisch.
- 5:48Das Kanzleramt hat ihn gestoppt, so heißt es heute aus Regierungskreisen.
- 5:52Das Ganze sei innerhalb der Regierung nicht mehrheitsfähig.
- 5:56Klingbeil hatte seine Pläne erst am Mittwoch zur Abstimmung unter den Ministerien geschickt.
- 6:02Der Entwurf sieht eine Steuer für Getränke mit 5 Gramm oder mehr Zucker pro 100 Milliliter vor.
- 6:09Je nach Zuckergehalt wären 26 bis 38 Cent pro Liter fällig.
- 6:14Starten sollte die Steuer im Juli 2027.
- 6:19Das Finanzministerium erwartet jährliche Einnahmen von rund einer Milliarde Euro.
- 6:24Apropos Geld und Zucker. Da landen wir jetzt gleich noch bei einer größeren Frage.
- 6:29Wer kann sich denn überhaupt gesunde Ernährung leisten?
- 6:33Anscheinend ist gesundes Essen und Trinken global betrachtet kein Produktionsproblem,
- 6:39sondern schlicht Luxus.
- 6:41Die kirchliche Entwicklungsorganisation Miserior hat jetzt eine Erhebung gemacht,
- 6:46die zeigt, fast drei Milliarden Menschen weltweit fehlt das Geld für eine ausgewogene Ernährung.
- 6:53Und auch in Deutschland zeigt sich ein sozialer Unterschied.
- 6:57Über die Lage in Deutschland und was sich ändern müsste, da hat Mara Bergmann
- 7:01mit Achim Spiller gesprochen.
- 7:03Er ist Ernährungsökonom an der Universität Göttingen.
- 7:07Wie ist denn die Situation überhaupt in Deutschland? Thema gesunde Ernährung,
- 7:10wie kann man das zusammenfassen?
- 7:12Auch bei uns in Deutschland, was man vielfach gar nicht denken sollte,
- 7:16haben wir ein echtes Ernährungsarmutsproblem.
- 7:19Also Menschen, die zu wenig Geld haben, sich gesundheitsförderlich ernähren
- 7:24zu können und die auch sozial häufig nicht teilhaben können,
- 7:28also die kein Geld haben, um auch nur mal einen einfachen Kaffee,
- 7:31einmal in der Woche vielleicht mit Freunden draus trinken zu können.
- 7:36Ist denn hier zu wenig Geld der entscheidende Faktor oder vielleicht auch fehlendes Know-how?
- 7:42Es wird vielfach so dargestellt. Die Menschen müssten vielleicht einfach nur
- 7:45besser ernährungsgebildet sein und dann würde das alles gehen.
- 7:49Aber es gibt, wir haben insgesamt keine gute Datenlage, aber es gibt immer mehr
- 7:54Hinweise darauf, dass wir doch wirklich auch ein Armutsproblem haben in bestimmten
- 7:59Teilen der Bevölkerung.
- 8:00Zum Beispiel nehmen Sie alleinerziehende Menschen, FIFA-Frauen,
- 8:05nehmen Sie dann die spezielle Zielgruppe dort von jugendlichen Kindern.
- 8:11Die ja auch viel essen, das wissen glaube ich viele Eltern, gerade wenn sie
- 8:14Jungs vielleicht zu Hause haben, die dann noch Sport machen wollen.
- 8:19Und mit dem, was dann zum Beispiel im Bürgergeld, aber auch Menschen,
- 8:23die knapp darüber verdienen, zur Verfügung haben am Tag.
- 8:27Das sind häufig dann sowas wie sechs Euro am Tag, die man für Ernährung zur
- 8:31Verfügung hat, für Essen, Trinken, auch außer Haus, alles zusammen.
- 8:35Und da kann man sich ja mal überlegen, wie weit man damit kommt.
- 8:37Das reicht vielfach nicht.
- 8:39Sie sprechen da das zu viele Essen an. Die Frage ist ja auch noch,
- 8:43was esse ich eigentlich?
- 8:44Und besonders schlimm ist es, wenn die falsche Ernährung die Jüngsten trifft.
- 8:48So sind Kinder aus sozial benachteiligten Familien oft deutlich häufiger von
- 8:51Übergewicht betroffen oder auch von anderen gesundheitlichen Risiken.
- 8:55Wie kann man denn aus Ihrer Sicht diese Situation verbessern?
- 8:58Haben Sie da Vorschläge für uns?
- 9:00Ja, das ist wirklich auch ein finanzielles Problem, weil eben häufig Menschen.
- 9:07Ungesunde Lebensmittel billiger sind, schneller zuzubereiten sind,
- 9:12Familien, die wenig Geld zur Verfügung haben, dann greifbarer sind.
- 9:17Und niemand hat beliebig viel Zeit, Essen immer selbst nur zu kochen.
- 9:21Perfekt die neuesten Sonderangebote jeweils einzukaufen und sich nur so zu ernähren.
- 9:27Wenn man aber realistisch drauf guckt, dann reicht das Geld eben nicht aus.
- 9:30Und deshalb wäre die wichtigste Empfehlung, dass wir tatsächlich für den Ernährungsbedarf
- 9:36mehr Geld, zum Beispiel im Bürgergeld, einplanen. Das reicht nicht aus,
- 9:40was dort heute vorgesehen ist.
- 9:42Eine zweite Empfehlung wäre, Kita- und Schulverpflegung kostenlos zu machen
- 9:47und das auch pragmatisch so umzusetzen, dass es von den Menschen genutzt wird.
- 9:51Also, vielfach gibt es schon beitragfreien Zugang zur Schulernährung,
- 9:57aber der wird gar nicht immer genutzt.
- 9:58Manchmal ist er auch diskriminierend gestaltet, also dass Kinder dann sich outen
- 10:03müssten sozusagen, dass sie Bürgergeldempfänger wären. Auch das wäre nicht gut.
- 10:09Und wir bräuchten gezielte Zuschüsse zum Beispiel für eine gesunde Ernährung,
- 10:14zum Beispiel damit Menschen sich mehr Gemüse erlauben können.
- 10:17Und wir haben alle gesehen, dass gerade solche gesunden, frischen Produkte in
- 10:21letzter Zeit sehr viel teurer geworden sind.
- 10:23Also eine riesen Herausforderung nicht nur für die Eltern, sondern auch Kitas und Schulen.
- 10:28Sie sagen, es sind gefragt und natürlich auch die Politik. Denn es geht ja um
- 10:32die Frage, wie sind die Rahmenbedingungen, wie wird das Ganze geregelt.
- 10:35Dankeschön. Achim Spiller ist das Ernährungsökonom an der Universität Göttingen.
- 10:39Ja, ja. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 10:45Wir hören und lesen uns wieder bei NTV.
- 10:47In der App, im TV oder hier im Podcast.