Latest / LebensWert - das Jetzt versichern / Depressionen - ein Gespräch mit der Robert-Enke-Stiftung
Transcript
- 0:00Naja, und dann würde ich mir einfach wünschen,
- 0:02dass die Nicht-Betroffenen noch mehr auch erkennen,
- 0:05welche Bedeutung gesamtgesellschaftlich
- 0:08diese Erkrankung für uns alle hat.
- 0:10Und dass wir nur dann gemeinsam uns dem Thema das Leben festzuhalten,
- 0:18nähern können, wenn wir uns eben auch offen diesen Empfindungen
- 0:22und den Erscheinungen einer Depression für den Betroffenen nähern.
- 0:26Denn das ist nach wie vor so, man kann sich das nur schwer vorstellen,
- 0:30dass ein Depressiver, wenn er in einer depressiven Phase ist,
- 0:34wirklich nicht aufstehen kann am Morgen.
- 0:37Und dann hat das nichts damit zu tun,
- 0:39dass da keine Lust vorherrscht, zur Arbeit zu gehen,
- 0:43sondern es ist wirklich so, dass die Person,
- 0:46dass der Mensch nicht aufstehen kann.
- 0:48Hallo und herzlich willkommen bei "Lebenswert",
- 0:51das jetzt versichern.
- 0:53Mein Name ist Shilu Könke und ich bin Host in diesem Podcast.
- 0:56Ich freue mich, gemeinsam mit meinen Gästen Themen aus der Gesellschaft
- 1:00aufzugreifen, die direkten Einfluss auf unser Leben
- 1:03und die Lebensqualität haben.
- 1:05Wir sprechen über Fragen rund um mögliche Lebensrisiken,
- 1:08den Lebenswandel an sich, aber auch ganz persönliche Lebensgeschichten.
- 1:12Und darüber, uns das jetzt bewusst zu machen.
- 1:15Das jetzt, also genau diesen Moment,
- 1:18in dem sich alles gut und richtig anfühlt.
- 1:20Viel Spaß beim Zuhören.
- 1:25Das Thema Depression beschäftigt uns in unserem Podcast immer wieder.
- 1:29Das liegt zum einen daran,
- 1:31dass die Depression eine der weitverbreitesten Krankheitsbilder
- 1:35unter den psychischen Erkrankungen darstellt,
- 1:38was dazu beiträgt, dass sie zu den Volkserkrankungen zählt.
- 1:43Und zum anderen liegt es auch daran, dass wir wissen,
- 1:46dass psychische Erkrankungen Hauptursache
- 1:49für Berufsunfähigkeitsausfälle sind.
- 1:51Und während die Depression längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist,
- 1:56muss man sagen, ist es die Bereitschaft,
- 1:59öffentlich darüber zu sprechen, noch lange nicht.
- 2:03Und deswegen wollen wir Abhilfe schaffen
- 2:05und haben uns die Aufklärung rund um psychische Erkrankungen,
- 2:10aber eben auch insbesondere der Depression, zum Ziel gesetzt.
- 2:13Und mein heutiger Gast bewegt das ebenso,
- 2:17das ist auch seine Mission,
- 2:18hier rund um das Thema Depressionen Aufklärung zu betreiben.
- 2:21Ich begrüße ganz herzlich heute bei mir im Gespräch Jan Basler.
- 2:25Herzlich willkommen, Herr Basler.
- 2:26Vielen Dank. Ich freue mich sehr, heute hier sein zu können.
- 2:29Danke, dass Sie Zeit haben.
- 2:31Herr Basler, Sie sind hier heute in Ihrer Funktion
- 2:34als Geschäftsführer der Robert Enke-Stiftung in Hannover.
- 2:38Im Hauptberuf sind Sie aber Direktor des Niedersächsischen Fußballverbands.
- 2:43Und wir haben heute die besondere Gelegenheit von Ihnen
- 2:47etwas mehr über Ihre Stiftung, über den Anlass der Gründung
- 2:50und natürlich auch über Ihre Stiftungsarbeit zu hören.
- 2:53Und ich würde gerne gleich ins Gespräch starten
- 2:57mit der ersten Frage.
- 2:59Und zwar, wenn Sie an den 10. November 2009 denken,
- 3:03was verbinden Sie damit?
- 3:05Ja, meine Erinnerung an diesen Tag ist wirklich noch sehr präsent.
- 3:12Ich hatte Fußballtraining mit meiner Fußballmannschaft,
- 3:15in der ich selber aktiv noch gespielt habe.
- 3:18Wir sind nach dem Training, wie das immer so ist,
- 3:21in die Kabine zurückgekehrt.
- 3:23Und an der Matheur-Fußballmannschaft hat man meistens immer
- 3:26so ein Wertsachenkoffer,
- 3:28in dem die Handys und Portmonnaies und Autoshüssel eingeschlossen sind.
- 3:31Den holt dann irgendjemand und dann nimmt jeder sein Handy raus.
- 3:34Und nach und nach war es ruhig in der Kabine,
- 3:37weil die Mitspieler und wir damals über Nachrichten auf dem Handy
- 3:45von dem Suizid von Robert oder von dem Tod von Robert damals war ja
- 3:49noch nicht so ganz klar, was passiert ist, erfahren haben.
- 3:53Und diesen Moment, diese Stille in der Kabine,
- 3:56werde ich nicht vergessen, ich kann mich noch genau daran erinnern,
- 4:00wie warm es war, wie kalt es war, wie es in der Kabine gerochen hat.
- 4:04Ein Erlebnis, was man nicht häufig so präsent hat.
- 4:09Immer wieder höre ich aus dem Gespräch mit den Menschen,
- 4:13die ich führe, dass sie das sonst nur von der Geburt ihres Kindes
- 4:19oder beispielsweise von 9/11 haben,
- 4:22wo ich zum Beispiel auch noch eine genaue Erinnerung hab,
- 4:25wie und wie die Situation war, als ich davon erfahren hab.
- 4:28Mhm.
- 4:29Ja, das hab ich im Nachgang häufig gehört.
- 4:33Man hört das in Podcasts Gesprächen,
- 4:34wenn man rund um dieses Thema sich informiert,
- 4:37das ist ja nun schon lange her.
- 4:39Es geht ins 15. Jahr.
- 4:40Sie waren damals, haben Sie gerade beschrieben,
- 4:44auch in diesem Fußballumfeld schon aktiv.
- 4:46Und Sie hatten natürlich mit dem Namen Robert Enke
- 4:50direkt jemanden verbunden.
- 4:52Vielleicht kannten Sie sich auch persönlich
- 4:54und haben deswegen auch größere Anteilnahme gefühlt.
- 4:57Was war in dem Moment für Sie vorrangig?
- 5:02Haben Sie gleich den Wunsch gehabt, da muss ich was tun,
- 5:05da muss ich mich engagieren?
- 5:06Gab es schon so eine Art Vision, in dem Moment Hilfe zu leisten
- 5:10oder war es erst mal der Schock?
- 5:12Nein, es war, glaube ich, allen voran der Schock.
- 5:17Und auch so diese Unglaublichkeit,
- 5:20gerade wenn man dann auf den nächsten Tag reflektiert,
- 5:23wo dann ja zumindest auch schon deutlicher wurde,
- 5:26was auch tatsächlich passiert ist.
- 5:28Man konnte sich das irgendwie nicht vorstellen.
- 5:31Und dann hab ich selber insgesamt vier Jahre für ein Ofer 96 gespielt.
- 5:36Ich war kurz zuvor mit Robert noch gemeinsam Gast,
- 5:40bei der Gala des Behindertensportverbandes im GOP,
- 5:44saßen wir zusammen an einem Tisch gegenüber
- 5:47und ich konnte mir das eigentlich alles so nicht erklären.
- 5:50Ja.
- 5:52Was war Ihre Vision, als Sie dann begonnen haben,
- 5:57sich mit der Robert-Enke-Stiftung auseinanderzusetzen?
- 6:00Oder wie sind Sie überhaupt mit in die Verantwortung gekommen,
- 6:05die Robert-Enke-Stiftung in der Art und Weise zu unterstützen?
- 6:09Ja, das ist tatsächlich eine Frage,
- 6:13die nicht so ganz einfach kurz zu beantworten ist.
- 6:16Ich versuch das trotzdem irgendwie auch für mich so zu sortieren.
- 6:20Ich war in die Tage nach dem Suizid von Robert sehr stark eingebunden.
- 6:24Das fing für mich persönlich damit an,
- 6:27dass ich damals auf das Rollfeld in Flughafen Hannover mitfahren durfte
- 6:33oder musste, um den damaligen DFW-Präsidenten vom Flugzeug abzuholen.
- 6:38Wir sind mit der Polizeieskorte dann in die Kirche nach Hannover gefahren
- 6:43und konnte an dem Gottesdienst damals teilnehmen.
- 6:48Die Bilder von der Beerdigung im Stadion sind, glaube ich,
- 6:52uns allen auch irgendwie noch präsent.
- 6:54Das Ganze in Kombination mit den unheimlich bewegenden Worten
- 7:01von Theresa Enke direkt in der Pressekonferenz
- 7:04nach dem Todersamm-Vollgetag.
- 7:07Das waren alles so Dinge, wo ich mich auch persönlich
- 7:10sicherlich irgendwie angesprochen gefühlt habe.
- 7:12Als dann jemand gesucht wurde, der den DFB kennt,
- 7:16ich hatte während der WM 2006 schon die Möglichkeit,
- 7:20auch im Rahmen meines Studiums für das Organisationskomitee
- 7:23an der Außenstelle Hannover zu arbeiten, der Hannover 96 kennt,
- 7:27der vielleicht durch seine juristische Grundausbildung
- 7:30auch dazu in der Lage ist, eine Stiftung zu gründen,
- 7:33die ich von damals noch Dr. Theo 20er und Theresa Enke angesprochen wurde,
- 7:39ob ich mir das vorstellen konnte.
- 7:42Da waren, glaube ich, die Vorerlebnisse aus den Tagen rundum
- 7:46und danach dem Tod von Robert, die waren einfach dann so stark,
- 7:50dass ich gar nicht so sehr drüber nachgedacht habe und sortiert habe,
- 7:54ob das jetzt irgendwie eine kluge oder nicht kluge Entscheidung,
- 7:56sondern ich habe mich einfach emotional so gefangen gefühlt,
- 7:59dass ich das machen wollte,
- 8:01dass ich auch meinen Teil irgendwie dazu beitragen wollte,
- 8:04ohne richtig zu wissen, was das am Ende des Tages dann auch bedeutet.
- 8:07Ja, was es bedeutet und auch was für eine Kraft es auslösen würde,
- 8:12oder so eine, es ist ja schon ein Zugpferd,
- 8:15so empfinde ich es zumindest, also das ist,
- 8:17Sie machen ganz, ganz viel über die Arbeit sprechen,
- 8:20wir nachher auch noch etwas ausführlicher.
- 8:23Sie haben jetzt beschrieben, wie Sie in diese Verantwortung gekommen sind
- 8:27und dass Sie aufgrund Ihres Hintergrundes und dem Umfeld
- 8:31innerhalb des Profifußballs aber eben auch
- 8:33wahrscheinlich aufgrund Ihrer Ausbildung,
- 8:36Sie haben gesagt, juristischer Hintergrund,
- 8:38Sie haben Jura studiert, nämlich an,
- 8:40dass Sie sich da verantwortlich gefühlt haben,
- 8:42in diese Position mit reinzugehen und die Stiftung erst mal zu gründen
- 8:46und anfänglich auch zu begleiten.
- 8:49Sie sind aber bis heute dabei geblieben
- 8:51und sind nach wie vor Geschäftsführer in der Robert-Enke-Stiftung,
- 8:55hat sich Ihre Bild von dieser Stiftung, von den Stiftungsaufgaben
- 9:00und die Vision für die Stiftung über die Zeit verändert?
- 9:04Ja, eindeutig hat sich das verändert.
- 9:07Ich glaube, nachdem ich eben gerade auch noch mal
- 9:10meine Antwort so ein bisschen Revue passieren habe lassen,
- 9:14glaube ich, sind es im Wesentlichen zwei Dinge gewesen,
- 9:16die A dazu geführt haben, dass ich es machen wollte
- 9:20und B übrigens auch die Gründe sind, warum ich es heute noch mache.
- 9:23Das eine ist einfach diese wahnsinnige emotionale Kraft,
- 9:25die Robert durch seinen Tod am Ende des Tages auch hinterlassen hat.
- 9:30Etwas zu bewegen, das darf man nicht vergessen.
- 9:33Und dann ist es sicherlich der Mensch, Theresa Enke,
- 9:36die einfach so unlörder nach auch instinktiv,
- 9:40glaube ich, die richtigen Entscheidungen getroffen hat.
- 9:43Und das sind für mich die beiden Gründe,
- 9:45warum wir hier so viel bewegen können,
- 9:46warum ich mich auch so gerne einbringe.
- 9:49Und wenn Sie über Visionen sprechen,
- 9:52dann war, glaube ich, tatsächlich auch so in den ersten Jahren
- 9:55die Vision der Robert-Enke-Stiftung vor allem,
- 9:57das darf nicht wieder passieren.
- 9:59Und das hat sich für uns dann vor allem darin gezeigt,
- 10:02dass wir gesagt haben, wir müssen den Zugang zu Therapie erleichtern
- 10:06und wir müssen es schaffen,
- 10:08dass wir das Krankheitsbild interprisieren,
- 10:10dass es eben nicht mehr stigmatisiert wird.
- 10:14Im weiteren Verlauf der Jahre
- 10:16hat sich dann diese Vision vor allem auch dahingehend,
- 10:20ich weiß gar nicht, ob man verändert sagen kann,
- 10:22aber weiterentwickelt ist vielleicht die richtige Formulierung,
- 10:24dass wir erkannt haben, dass ein wesentliches Augenmerk
- 10:29unsere Arbeit auf die Arbeit mit Nicht-Betroffenen
- 10:32auch gerichtet werden muss.
- 10:33Wir haben sehr stark auf Betroffene geschaut,
- 10:36aber wir haben erkannt, dass vieles nur dann dorthin kommen kann,
- 10:40wie Sie es wunderschön formuliert haben,
- 10:41in der Mitte der Gesellschaft da, wo die Krankheit nämlich hingehört,
- 10:45wenn man eben auch mit den Nicht-Betroffenen arbeitet
- 10:47und ihnen verständlich macht, was es bedeutet, depressiv zu sein.
- 10:53Denn das ist, und da muss man auch nicht betroffenen,
- 10:55erstmal so grundsätzlichen Schutz nehmen,
- 10:56das ist nicht einfach nachzupfinden,
- 10:59wenn man selber noch nie in dieser Situation gesteckt hat.
- 11:02Ja, absolut.
- 11:04Da würde ich auch gleich noch mal gerne darauf eingehen,
- 11:06die Sicht der Angehörigen ist ganz, ganz wichtig.
- 11:09Ich würde aber gerne noch mal einen Schritt zurückmachen,
- 11:12weil Sie sagen, das darf nicht wieder passieren.
- 11:15Das war so diese Motivation, die alle geleitet hat
- 11:19und dass man sich da engagiert,
- 11:22in dem Umfeld damals, also wie gesagt,
- 11:24es liegt 15 Jahre zurück, das war noch eine ganz andere Zeit,
- 11:27da hat man wahrscheinlich auch noch viel weniger
- 11:29diese Krankheit als ernsthafte Krankheit wahrgenommen oder gekannt.
- 11:34Also, es war ja damals wahrscheinlich auch noch
- 11:37im Profifußball noch ganz anders.
- 11:40Also, das war, stelle ich mir vor,
- 11:42noch ein größeres Tabu, als es das heute ist.
- 11:45Würden Sie im Nachhinein sagen, es war ein Stück weit naivität,
- 11:48da so ranzugehen und zu sagen, das darf nicht wieder passieren,
- 11:51wir müssen uns da so engagieren und einsetzen,
- 11:54dass die Leute aufgeklärt sind, dass wir unseren Beitrag leisten,
- 11:57dass wir Präventionsmaßnahmen anbieten,
- 12:00dass wir Aufklärung betreiben und so weiter.
- 12:02Wir sehen ja heute, dass es ein Krankheitsbild ist, wie gesagt,
- 12:05was weit verbreitet ist und was tatsächlich ernsthaft zu,
- 12:09also was ernst zu nehmen ist, eine ernsthafte Erkrankung
- 12:12und diejenigen, die betroffen sind.
- 12:13Und das hat Theresa Enke ja auch unter anderem
- 12:16oder auch andere Angehörige,
- 12:18mit denen wir hier zum Teil auch schon gesprochen haben, gesagt.
- 12:22Dass diese Krankheit die Menschen verändert
- 12:24und dass man da als Angehöriger eben auch
- 12:26sich das immer wieder klarmachen muss,
- 12:28aber man lebt mit dieser Krankheit des Partners oder der Partnerin.
- 12:31Und ja, worauf ich hinaus will, ist so ein bisschen dieses Thema,
- 12:35weil Sie sagten, die Vision hat sich weiterentwickelt,
- 12:38inwiefern hat die Weiterentwicklung heute dazu beigetragen,
- 12:42dass Sie eine ganz andere Aufklärungsarbeit
- 12:45und wertvolle Arbeit an der Stelle leisten können
- 12:47als vielleicht damals, mit dem Anspruch, der damals dahinter stand.
- 12:51Ich würde es gerne für mich noch mal einordnen.
- 12:55Sie haben eben von dem Tabu von damals gesprochen.
- 12:58Aus heutiger Sicht hab ich manchmal gefühlt,
- 13:00also hab ich das Gefühl, dass es damals nicht mal ein Tabu war,
- 13:04es war nicht mal ein Thema. - Es gab es gar nicht.
- 13:07Es gab es einfach nicht.
- 13:08Und es wurde dann vielleicht eher ein Stück weit zum Tabu.
- 13:12Es gab, wenn ich quasi im Profifußball bleiben darf,
- 13:15es gab damals den Voll von Sebastian Deisler.
- 13:17Das war der einzige Fall aus meiner Sicht im Profifußball,
- 13:20der diskutiert würde, öffentlich diskutiert würde.
- 13:23Und wo auch so diskutiert wurde,
- 13:25das ist für Sebastian Deisler,
- 13:27der immerhin einer der besten deutschen Fußballer
- 13:29zu dem damaligen Zeitpunkt war, Nationalspieler und Spieler
- 13:32vom großen FC Bayern München, es gab keinen Weg zurück für ihn.
- 13:36Das war das Bild, was die Menschen, glaube ich, hatten,
- 13:38wenn sie psychische Erkrankungen und Profifußball zusammengebracht haben.
- 13:42Und dann haben wir den Fall Robert Inke erlebt
- 13:44und erlebt, dass diese Krankheit einen tödlichen Verlauf nehmen kann.
- 13:47Und das ist eben meines Erachtens das, was ich meine, wenn ich sage,
- 13:52Robert hat uns diese Kraft hinterlassen mit seinem Suizid,
- 13:55über das Thema sprechen zu können.
- 13:57Und dann haben wir plötzlich erkannt, dass es ein Tabu ist,
- 14:00weil es eben thematisiert wurde.
- 14:02Und diese Enttaborisierung,
- 14:04da hat sich ja nicht nur die Robert Enke-Stiftung aufgewählt,
- 14:07hat sich auch die Gesellschaft auf den Weg gemacht,
- 14:09indem sie sich damit beschäftigt hat,
- 14:11indem die Menschen ins Stadion gegangen sind,
- 14:14die sie gedacht haben.
- 14:15Und natürlich sind wir heute über 15 Jahre nach seinem Tod
- 14:20noch nicht da, dass eine Depression so anerkannt ist
- 14:24wie beispielsweise eine Grippe.
- 14:26Das ist, glaube ich, glasklar.
- 14:27Aber wir haben uns schon auch deutlich in dieser Situation weiterentwickelt.
- 14:31Und ich glaube, das hängt vor allem damit zusammen,
- 14:34dass wir mittlerweile auch ganz viele Beispiele
- 14:37nicht nur in der Öffentlichkeit kennen,
- 14:39sondern auch im privaten Umfeld,
- 14:41wo Menschen offen über Krankheit gesprochen haben
- 14:44und auch wieder gesund geworden sind
- 14:47und so wie auch nach einer normalen Erkrankung
- 14:50wieder die Alten waren.
- 14:52Und das ist auch so ein Erlebnis der letzten,
- 14:56ja, vielleicht zehn Jahre,
- 14:58mit dem ich mich immer wieder auseinandersetzen muss,
- 15:01dass mir gesagt wird, ja, ja, sie sagen,
- 15:04haben wir es wieder gesund geworden.
- 15:06Aber ich kenne jemanden, der hat, nachdem er gesund geworden ist,
- 15:10wieder eine Depression bekommen.
- 15:12Und dann sage ich immer, ja, genau, das ist doch ein wunderbares,
- 15:15also natürlich nicht wunderbar für den Betrück.
- 15:18Ein Beispiel, dass es eine Erkrankung ist.
- 15:20Und mir fallen so sehr viele Erkrankungen ein,
- 15:24die Freunde von mir, die ich selber mehr als einmal in meinem Leben hatte.
- 15:28Grippe zum Beispiel gehört auch dazu?
- 15:30Die Grippe gehört dazu.
- 15:31Da bleiben wir bei den Sportlern.
- 15:33Wie viele Sportler gibt es auch,
- 15:35die sich ein zweites Mal das Kreuzband gerissen haben
- 15:38und die Leute ausgefallen sind?
- 15:40Das ist für mich doch jeder Krankheit im Anwend,
- 15:43dass man sie mit ganz wenigen Ausnahmen nehmen will,
- 15:46den Blinddarm, den man vielleicht nur einmal rausnehmen kann,
- 15:49dass sie natürlich wiederkommen kann.
- 15:51Aber das zeichnet eine Krankheit,
- 15:53so wie ich sie empfinde, ja, eben auch aus,
- 15:56dass man es natürlich wiederbekommen kann.
- 15:58Ja, na klar, davor ist niemand gefeit.
- 16:00Aber sie lassen sich ja in ihrer großartigen Arbeit
- 16:03auch nicht davon entmutigen, sondern sie wissen es
- 16:06und stellen auch schnelleren Zugang zu Therapiemöglichkeiten sicher
- 16:11durch ihre Stiftung unter anderem.
- 16:13Auf welche Weise gelingt Ihnen das?
- 16:15Also, welche Vorteile bieten Sie
- 16:17über dieses Netzwerk der Robert Enke Stiftung an?
- 16:20Ja, das ist etwas, was wir tatsächlich vom ersten Tag an versucht haben,
- 16:24aufzubauen, dass wir ein deutschlandweites Netzwerk
- 16:27an Psychaterinnen und Psychatern haben, insbesondere.
- 16:31Das geht auf eine gleich im ersten Jahr geschlossene Kooperation
- 16:36mit der DGPPN, also der Großen Dachgesellschaft,
- 16:39zurück, über die wir in der Regel innerhalb von sieben Tagen
- 16:43Menschen dahin bekommen, dass sie zu einem Erstgespräch kommen können.
- 16:47Denn das muss man auch ganz deutlich sagen.
- 16:49Die Versorgungsstruktur in Deutschland in dem Bereich
- 16:51ist nach wie vor ungenügend. - Ja.
- 16:54Das bedeutet, wenn ich damals so purkant sein darf,
- 16:57wenn ich irgendwo mitten in Mecklenburg-Vorpommern wohne
- 17:01und kassenversichert bin
- 17:03und ich rufe irgendwo an und versuche, einen Termin zu bekommen,
- 17:07dann kriege ich den in sechs Monaten.
- 17:10Und wer den Verlauf einer psychischen Erkrankung,
- 17:12am Beispiel der Depression, kennt,
- 17:14der weiß, wie schlimm das für das Krankheitsbild ist,
- 17:18weil wir wissen, dass je eher eine Depression behandelt wird,
- 17:22desto leichter ist sie auch halber.
- 17:24Und deswegen ist natürlich dieser lange Vorlauf
- 17:28ins warte Zeit auf einen Termin, das ist ein großes Problem.
- 17:31Und da haben wir uns mittlerweile so weiter debiliert,
- 17:34dass das deutlich schneller über die Robert-Enke-Stiftung gibt.
- 17:38Deswegen ermutigen wir Menschen, sich bei uns zu melden.
- 17:40Sie müssen sich das so vorstellen,
- 17:42wenn ich aus meinem Büroalltag berichten darf.
- 17:45Ich habe in meinem Büro eine große Postleitzahlenkarte hängen.
- 17:48Eine Postleitzahlenkarte, die kann man nicht nach Bundesländern aufteilen,
- 17:52sondern wird nach den Postleitzahlen beginnen von eins einsortiert.
- 17:56Und dann haben wir lauter Fehnchen für Psychologen, Psychotherapeuten
- 17:59und auch für Kinderherzthemen.
- 18:01Das ist ja noch ein weiterer Stiftungszweck der Robert-Enke-Stiftung.
- 18:05Und wenn jemand sich meldet, dann fragen wir nach der Postleitzahlen.
- 18:08Dann gucken wir, was haben wir da für Fehnchen rund um seinen Wohnort,
- 18:12stecken und versuchen, darüber dann ganz konkret zu vermitteln.
- 18:15Ja, das ist natürlich ein ganz großartiges Angebot
- 18:17und eine sehr wertvolle Hilfe.
- 18:19Kann sich jeder bei Ihnen melden, der betroffen ist?
- 18:22Oder führen Sie noch Gespräche mit denjenigen,
- 18:24um so ein bisschen zu eroieren, wo steht derjenige,
- 18:27was braucht der eventuell?
- 18:29Sie sind jetzt kein Arzt, aber wahrscheinlich haben Sie
- 18:32durch Ihre Erfahrung auch die Möglichkeit,
- 18:34das ein bisschen einzusortieren, wenn Sie jemanden empfehlen?
- 18:38Genau, ich bin ja nicht allein in der Stiftung,
- 18:40sondern ich habe ja auch noch einen Kollegen.
- 18:42Und derzeit haben wir auch einen FSJ-Tler bei uns,
- 18:45der Kollege Gianluca Maione zum Beispiel ist selbst Psychologe.
- 18:48Sodass wir also auch einen gewissen,
- 18:50psychologischen, medizinischen Blick darauf haben.
- 18:53Ich selber bin Jurist, ich habe es gesagt,
- 18:56aber ich kann, glaube ich, schon auch auf 15 Jahre Erfahrung.
- 18:59Zurückblicken und kann, glaube ich,
- 19:01in Gesprächen häufig ein ganz gutes Gefühl dafür entwickeln,
- 19:04was vielleicht der Person jetzt helfen kann,
- 19:06ohne dass das natürlich den Anspruch hat,
- 19:08in irgendeiner Form psychotherapeutisch oder gar medizinisch,
- 19:11dann Einfluss zu nehmen.
- 19:13Aber ich glaube, es geht einfach darum,
- 19:15dass wir denjenigen, der den Mut aufbringt,
- 19:17sich auch bei uns zu melden, dass wir ihn einfach an die Hand nehmen,
- 19:20ihn stärken und ermutigen, sich auch Hilfe zu suchen
- 19:23und einfach Hilfestellungen zu geben.
- 19:25Denn die Erfahrung zeigt,
- 19:27dass man in dem Stärken der anrufenden Zugang auch zu Therapie zu finden.
- 19:31Also auch selber die Personen dazu animieren, aktiv zu werden,
- 19:35dass das auch ein erster Schritt ist,
- 19:37sich mit der Krankheit so auseinanderzusetzen,
- 19:40dass man sie behandeln kann.
- 19:41Ja, sie sprechen die Hürde an,
- 19:44die Menschen, die Betroffenen auch selber haben oftmals,
- 19:47sich erst mal zu öffnen und über ihre Krankheit zu sprechen.
- 19:50Wir wollten ja nochmal auf die Sicht der Angehörigen zurückkommen
- 19:55und ein Fokus der Stiftung, wie Sie es gesagt haben,
- 19:58ist eben auch, sich mit der Situation der Angehörigen auseinanderzusetzen
- 20:03und da auch aufzuklären und Anlaufstelle zu bieten.
- 20:05Wie erreichen Sie diese Menschen,
- 20:08Angehörigen von psychisch Erkrankten?
- 20:12Das hätte ich vielleicht nach einem Jahr Stiftungsarbeit
- 20:17so noch nicht formuliert.
- 20:18Da hätte ich wahrscheinlich gesagt,
- 20:20durch unser Auftreten in der Öffentlichkeit animieren wir
- 20:24nicht Betroffene nachzufragen, sich damit auseinanderzusetzen,
- 20:28unser Projekt "Robert Enkeschtiftung auf Tour",
- 20:30was an jedem Wochenende in den Bundesliga-Stadien ist
- 20:33und Menschen quasi niedrigschwellig auf das Thema
- 20:36"Robert Enkeschtiftung und Depression" hinweist,
- 20:38ist so ein bisschen, ich sag mal, die Brücke, die da geschlagen wird.
- 20:42Aber mittlerweile hat Deutschland, hat die Gesellschaft so stark
- 20:47auch das Thema als wichtiges Thema identifiziert,
- 20:50dass es ich eigentlich gar nicht mehr groß auffordern muss,
- 20:53dass ich eher das Gefühl habe, dass Menschen,
- 20:55wenn sie hören, ich arbeite in der Robert-Enkeschtiftung,
- 20:57oder sie lesen oder hören von der Robert-Enkeschtiftung,
- 21:00dass sie aktiv nachfragen und wissen wollen,
- 21:02dass Bedürfnisse zu verstehen, ganz einfach auch da ist.
- 21:06Und wenn wir vorhin über Sebastian Beisler gesprochen haben,
- 21:09dann muss man auch über seinen Behandeln
- 21:12Professor Holzbör aus München sprechen,
- 21:14der immer von der Objektivierbarkeit der Krankheit spricht.
- 21:18Es muss uns gelingen, sie zu objektivieren.
- 21:20Ich ziehe da immer gern die Parallel.
- 21:23Ich glaub, jeder von uns traut sich zu,
- 21:25möglicherweise einen Armbruch auf einem Röntgenbild zu erkennen.
- 21:30Zumindest zu erahnen.
- 21:32Stellen wir uns vor, man könnte anhand von objektiven Parametern
- 21:37aufzeigen, da ist die Depression.
- 21:40Dann würden sich ganz viele Fragezeichen,
- 21:43die sich in manchen Köpfen von Menschen,
- 21:46die das nicht so richtig wahr haben wollen, vielleicht,
- 21:49das würde sich auflösen.
- 21:51Daran zu arbeiten, das ist sicherlich ein großes Thema
- 21:55auch für die Robert-Enke-Stiftung,
- 21:57weil wenn nicht Betroffene ein gutes Verständnis für diese Erkrankung haben,
- 22:02dann würden sie auch ein anderes Verständnis entwickeln.
- 22:05Ich vergleich das immer so ein bisschen
- 22:07auch mit dem Thema Krebs,
- 22:11bin 47 Jahre alt und durfte durchaus auch am eigenen Live
- 22:15durch den Tod meiner Tante miterleben,
- 22:17wie sich die Wahrnehmung von Krebserkrankungen
- 22:20in der Gesellschaft verändert hat.
- 22:22Ich kann mich noch daran erinnern, wie man das als komisch empfunden hat.
- 22:26Wenn man jemanden nach einer Chemotherapie im Supermarkt gesehen hat
- 22:30und es keine Augenbrauen, keine Haare gab,
- 22:32dann war das immer irgendwie komisch.
- 22:35Man konnte sich das nicht so erklären.
- 22:37Aber ich glaube, ist das ein bedauerlicherweise,
- 22:41aber zum Glück, was die Erkrankung angeht,
- 22:43ein normales Erlebnis und man hat keine Berührungsängste.
- 22:47Man weiß, man hat ein Gefühl dafür, wie fühlt sich die Person,
- 22:50was hat sie aktuell für Sorgen.
- 22:52Man möchte dann eher helfen und unterstützend da sein,
- 22:56als dass man sich das so ein bisschen von sich wegschiebt.
- 23:00Das wäre doch so schön, wenn wir da auch irgendwann
- 23:04bei der Depression wären.
- 23:06Ja, absolut.
- 23:07Ich glaube, es wird immer mehr Publik,
- 23:10woran man das möglicherweise festmachen kann.
- 23:13Es werden ja immer mehr Symptome beschrieben.
- 23:16Es gibt immer mehr Menschen, die sich auch öffentlich öffnen
- 23:19und über ihre Krankheit sprechen.
- 23:21Dementsprechend weiß man beispielsweise auch unser letzter Gast,
- 23:25der ein Angehöriger ist von einer Frau, die psychisch erkrankt ist.
- 23:29Er hat zum Beispiel das Buch von Kurt Krömer erwähnt.
- 23:32Insofern, glaube ich, sind wir da schon auf einem guten Weg.
- 23:36Aber mich interessiert noch mal ein anderer Punkt zurück zu dem,
- 23:39was Sie gerade erzählt haben,
- 23:41dass Sie Aufklärung über Infostände im Umfeld der Stadien leisten.
- 23:47Sie sagen da kommen Sie ganz viel in Gespräche,
- 23:50die Leute sprechen Sie an und kommen aktiv auf Sie zu,
- 23:53suchen den Kontakt und interessieren sich dafür.
- 23:57Sind es aus Ihrer Erfahrung eher jüngere Menschen,
- 24:02sind es eher ältere Menschen, sind es eher Frauen,
- 24:05sind es mehr Männer?
- 24:07Wie ist da Ihre Erfahrung?
- 24:09Kann man da überhaupt irgendwie eine Einschätzung geben?
- 24:13Mhm.
- 24:14Man muss ja erst mal verstehen,
- 24:16dieses Projekt "Robert Enke Schiffeln auf Tour"
- 24:19ist ja zum einen dafür gemacht worden,
- 24:21um eben niedrigschwellige Angebote auch zu kommunizieren.
- 24:25Aber es ging uns vor allem auch darum,
- 24:27dass Robert Enke in den Köpfen der Menschen bleibt.
- 24:30Damit eben dieses emotionale Erlebnis,
- 24:32dieses Suizidverbinden, dass das nicht verloren geht.
- 24:35Ich habe mich schon in den ersten Jahren der Stiftungsarbeit gefragt,
- 24:39was ist eigentlich in acht Jahren?
- 24:41Wie schnelllebig ist unsere Welt? Erinnern sich die Menschen noch daran.
- 24:45Mein Sohn ist jetzt aktuell 13 Jahre alt,
- 24:47der hat Robert Enke im Tor gar nie erlebt.
- 24:50Der kann sich an keine wundervolle Parade von ihm erinnern.
- 24:54So, dazu eignet sich dieses Projekt auf jeden Fall schon einmal.
- 24:58Und das ist auch, um Ihre Frage zu beantworten,
- 25:01wie wir sie erleben.
- 25:03Es sind A) die Gespräche, dass Menschen sich informieren.
- 25:06Es gibt immer wieder das Bild, dass Vater mit Sohn ins Stadion geht
- 25:10und einfach dieses Stand des seinem Kind ...
- 25:13Zum Glück sind das ja mittlerweile auch Töchter,
- 25:15die dann mit ins Stadion gehen und Fußball begeistert sind,
- 25:19dann erzählt, was die Geschichte von Robert Enke ist.
- 25:22Wir erleben aber auch ganz häufig,
- 25:24dass Menschen zu zwei, zu dritt stehen bleiben,
- 25:27in sicherer Abstand zum Stand,
- 25:29sich kurz unterhalten und weitergehen.
- 25:31Das ist ja schon ein schöner Effekt, ne?
- 25:34Das ist natürlich ein schöner Effekt.
- 25:36Ich stelle mir das immer so vor,
- 25:38dass sie in Vorbereitung auf ihren Plätzen sitzen, trinken
- 25:41und einfach noch mal darüber sprechen.
- 25:43Darüber bleibt das Thema auch im Bus sein.
- 25:46Damit quasi diese Pflanze, die damals gesehen wurde,
- 25:49mit dem Tod von Robert dadurch weitergenährt wird.
- 25:52Und halt irgendwie bleibt.
- 25:54Weil viele Dinge ...
- 25:56Auch wenn wir sie schrecklich erleben,
- 25:58das ist, glaub ich, unserer Gesellschaft auch so ein bisschen inne,
- 26:02die gehen rate schnell in Vergessenheit.
- 26:04Ja, das ist auf jeden Fall so.
- 26:06Wenn Sie auf Jugendliche schauen, gerade im Jugendfußball,
- 26:11ist da Ihre Erfahrung, dass man sich ...
- 26:14dieses Thema dort auch aktiv annimmt
- 26:17und dass man darüber spricht,
- 26:19dass man vielleicht im Sinne der Präventation
- 26:22auch diese Krankheitsbilder thematisiert
- 26:25und anders mit den Drucksituationen,
- 26:27unter denen diese jungen Menschen ja auch stehen, umgeht?
- 26:31Ja, da hat sich in den letzten Jahren tatsächlich viel getan.
- 26:35Sicherlich auch dank der Robert-Enke-Stiftung,
- 26:38aber insbesondere auch weil die Stiftungsgründer der Robert-Enke-Stiftung,
- 26:42nämlich der DFB, der Ligaverband und Hannover 96,
- 26:44sich einfach auf den Weg gemacht haben,
- 26:46weil sie erkannt haben, dass eben zu einem ...
- 26:49leistungsfähigen Sportler oder einer leistungsfähigen Sportlerin
- 26:53eben nicht nur eine gute Physis gehört,
- 26:56sondern eben auch eine gute Psyche, also im Sinne eine gesunde Psyche.
- 27:00Und die Präventivarbeit, die mittlerweile verpflichtend ist
- 27:03an den deutschen Leistungszentren im Fußball über
- 27:06das Lizenzierungsverfahren verpflichtend für die Vereine eingeführt,
- 27:09führt ganz einfach dazu, dass es ein Angebot gibt
- 27:11für Sportlerinnen und Sportler in den Leistungszentren.
- 27:14Und dass es im Prinzip auch ein Bewusstsein dafür gibt,
- 27:17dass es eben nicht nur die körperliche Seite gibt,
- 27:20sondern eben auch die psychische Seite,
- 27:22die aber präventiver Arbeit ist,
- 27:24weiß man natürlich nicht, was passiert wäre,
- 27:26wenn man es nicht gemacht hätte.
- 27:28Aber wir sehen ganz einfach auch an dem Austausch mit den Psychologen,
- 27:32die mittlerweile dann auch fest angestellt sind in den Leistungszentren,
- 27:36dass das Thema dort verankert ist.
- 27:37Vielleicht noch nicht genau an der Stelle und so intensiv,
- 27:40wie man sich das vielleicht wünscht,
- 27:42aber wenn man das mit der Zeit von vor 15 Jahren vergleicht,
- 27:45wo es das gar nicht gab,
- 27:47dann haben wir schon eine tolle Entwicklung hingelegt.
- 27:50Das glaube ich auf jeden Fall.
- 27:52Jetzt haben Sie sehr stark, oder wir sprechen hier sehr stark,
- 27:56über den regionalen Bezug, weil natürlich Hannover einfach auch der Ort
- 28:00ist, an dem Robert Enke gelebt hat und an dem es passiert ist,
- 28:04beziehungsweise die Stiftung hat hier ihren Sitz.
- 28:06Aber mich würde auch noch interessieren,
- 28:08aufgrund Ihrer Arbeit haben Sie vielleicht parallelen
- 28:11in andere Länder.
- 28:12Gibt es Erfahrungen, die Sie hier teilen können,
- 28:15wie andere große Vereine im internationalen Umfeld
- 28:20mit dem Thema Depression oder psychische Erkrankungen umgehen?
- 28:24Ja, also man muss sagen,
- 28:29dass sicherlich auch durch die Tatsache,
- 28:31dass Robert natürlich nicht nur in Deutschland Fußball gespielt hat,
- 28:34sondern natürlich auch in Spanien oder Portugal beistültsweise,
- 28:37es immer wieder auch einen Austausch gibt.
- 28:39Und wenn man sieht, welches Interesse auch Benfica Lisbonn,
- 28:43um eben einen Verein zu nennen, für den Robert auch aktiv war,
- 28:46auch rund um den Todestag aktiv wird und an ihn denkt,
- 28:49dann weiß man schon, dass das Thema präsent ist.
- 28:52Man muss aber schon auch sagen, dass es meine Wahrnehmung ist,
- 28:56dass sich nicht jedes, jede Nation gleich intensiv damit beschäftigt,
- 29:00wie wir das jetzt hier in Deutschland machen,
- 29:02sicherlich auch durch diese starke Betroffenheit
- 29:04des Nationalteuerhüters Robert Enke.
- 29:07Aber um beistültsweise über den Austausch mit der FA,
- 29:12also dem Englischen Verband zu sprechen,
- 29:14dort haben wir einen Austausch
- 29:17und versuchen quasi auch dort das Thema in der Englischen Liga voranzutreiben.
- 29:23Da habe ich schon auch das Gefühl,
- 29:25dass es da einen Bewusstsein für gibt,
- 29:27eben weil es auch Spieler gibt,
- 29:30wenn man Spieler Walker von Manchester City zum Beispiel,
- 29:33nimmt der auch offen über seine Erkrankung gesprochen hat.
- 29:36Oder wenn wir vom FC Barcelona in Spanien sprechen,
- 29:39wo Robert ja auch Tauhüter war,
- 29:41dann haben wir den Fall mit Iniesta,
- 29:43der auch in den stärksten, in den erfolgreichsten Phasen seiner sportlichen Karriere
- 29:49davon berichtet hat, dass er mental erkrankt ist.
- 29:52Und das schafft dann schon auch immer, wie das ist mit Vorbildern,
- 29:55natürlich auch den Nährboden, um über das Thema zu sprechen.
- 29:59Mhm. Ja, das ist ja auch eine schöne Entwicklung,
- 30:03die auch Mut macht, dass man da an einem Strang zieht
- 30:06und dass es auf dem internationalen Paket sozusagen auch das Bewusstsein angelangt ist,
- 30:12dass das auf jeden Fall ein Thema ist,
- 30:14in dessen Umfeld man Aufklärung betreibt.
- 30:17Mhm.
- 30:19Vielleicht, wenn Sie mir da noch einen kleinen Exkurs auch erlauben,
- 30:23weil ich finde, man muss auch so ein bisschen
- 30:28den Leistungssportler oder die Leistungssportlerin sehen.
- 30:32Weil häufig das Thema Leistungsdruck
- 30:34auch sehr negativ beschrieben wird
- 30:36im Zusammenhang mit mentalen Erkrankungen.
- 30:39Der durchschnittlich oder der normale Leistungssportler
- 30:43oder die Sportlerin, die möchte Leistungssdruck.
- 30:46Sie gehört zum Leistungssport dazu,
- 30:48wenn man Leistungsdruck und Leistungsbereitschaft,
- 30:51Leistungsfähigkeit aus dem Leistungssport rausnimmt,
- 30:54dann ist es das nicht mehr, dann ist es kein Leistungssport.
- 30:58Und auch Robert Enke wollte bis zu seinem letzten Tag Leistungssport machen,
- 31:02weil das war sein ein und alles.
- 31:04Das muss man so ein bisschen ins Verhältnis setzen.
- 31:07Wenn man die Leistungssportlerin sieht,
- 31:09findet es natürlich nicht gut, wenn Menschen aussortiert werden.
- 31:12Wenn Menschen, also im Fußball aussortiert werden,
- 31:16wenn vielleicht auch mal Torhüter nach schlechten Leistungen
- 31:19kritisiert werden, vielleicht auch öffentlich kritisiert werden.
- 31:23Das ist nicht das, was wir richtig gut finden.
- 31:25Aber am Ende des Tages ist Robert Enke nicht depressiv geworden,
- 31:29weil er von der Zeitung fertiggemacht wurde,
- 31:32sondern eben, weil es eine Erkrankung ist.
- 31:35Das kann die Robert-Enke-Stiftung leisten.
- 31:37Ich finde, die Robert-Enke-Stiftung kann leisten,
- 31:40dass sie Präventivangebote hat,
- 31:42dass sie Versorgungsangebote für Sportlerinnen und Sportler hat,
- 31:45dass sie im Verein selber als Ansprechpartner zur Verfügung steht,
- 31:49um die psychische Erkrankung, Depression zu erklären.
- 31:52Wir werden aber nicht den Leistungssport,
- 31:55den Profifußball an sich in all seinen guten und schlechten Seiten
- 31:58so beeinflussen können, dass am Ende des Tages
- 32:01alle sich in den Armen liegen.
- 32:03Das ist ein Leistungssport, das ist mir einfach ganz wichtig,
- 32:06auch zu sagen, um ...
- 32:08Ich meine, es muss schon noch ein Trainer und ein Co-Trainer
- 32:11und ein Torwartrainer auf der Bank setzen.
- 32:14Die können wir nicht gegen drei Psychotherapeuten austauschen.
- 32:17Das ist so ein bisschen das, um das richtig einzuorten.
- 32:20Dass das nicht nach außen der Eindruck entsteht,
- 32:22die Robert-Enke-Stiftung möchte jetzt alles ändern.
- 32:25Am Ende des Tages gibt es keine Ergebnisse mehr.
- 32:28Nein, nein, in diesem ambitionierten Umfeld,
- 32:30das ist aber das ist im Profi-Sport oder Leistungssport,
- 32:34wie Sie sagen, genauso wie überall sonst
- 32:37in leistungsbezogenen Umfeldern auch.
- 32:39Dass man natürlich mit einem gewissen Druck umgehen möchte und muss
- 32:44und sich dem ja auch aussetzt aktiv.
- 32:46Also, sonst wäre man ja nicht so ambitioniert
- 32:48und würde in sich in diesem Umfeld bewegen.
- 32:51Das ist richtig, dass Sie das sagen.
- 32:53Aber nichtsdestotrotz, wie gesagt, ist es eben auch wichtig,
- 32:56zu sehen, wann das kippt
- 32:58und wann man vielleicht auch als Verein oder als Trainer
- 33:02oder als Kollege oder so weiter seinen Beitrag leisten kann,
- 33:06um es ein Stück weit aufzufangen oder Gespräche anzubieten
- 33:09oder eben einfach sensibel damit umzugehen.
- 33:12Das ist, glaube ich, das Wichtige.
- 33:13Und das ist ja auch der Sinn und Zweck Ihrer Arbeit.
- 33:16Ich würde gerne noch mal zuletzt die Frage stellen,
- 33:21wenn Sie sich perspektivisch etwas wünschen würden im Hinblick auf
- 33:27die Aufklärungsarbeit rund um das Thema Depression
- 33:30oder psychische Erkrankungen. Was wäre das?
- 33:33Das ist tatsächlich natürlich eine Frage,
- 33:39die nicht ganz so einfach zu beantworten ist.
- 33:42Ich glaube, ich würde mir wünschen,
- 33:45dass die Depression als Krankheit wahrgenommen wird.
- 33:48Wer jetzt unser Gespräch hier verfolgt hat,
- 33:51der weiß, was ich damit meine.
- 33:54Dass es eben normal ist, dass man depressiv werden kann
- 33:57und dass man wieder gesund wird und dass man das auch wider werden kann.
- 34:01Ich wünsche mir eine bessere Versorgungsstruktur in Deutschland.
- 34:05Wir sind gar nicht zu dem Thema Kinder und Jugendliche gekommen.
- 34:09Die Engpässe in diesem Bereich,
- 34:12gerade auch im Nachgang der Corona-Krise,
- 34:15sind wirklich ermahnend.
- 34:17Sie sind wirklich schlimm.
- 34:19Wir müssen hier gerade auch für unsere Zukunft,
- 34:22für die nachrückenden Generationen unbedingt
- 34:24die Situation verbessern.
- 34:26Durch unprogratische Angebote, durch niedrigschwellige Angebote,
- 34:31durch ein besseres Gesamtverständnis.
- 34:33Auch vielleicht ein Verständnis für andere Generationen.
- 34:37Es wird ja viel über verschiedene Generationen
- 34:40deren Besonderheiten gesprochen.
- 34:42Das weiß jeder, aber wendet es auch jeder Anwender
- 34:45auf verschiedene Generationen.
- 34:46Schaut, nein, das wird nicht getan.
- 34:50Na ja, und dann würde ich mir einfach wünschen,
- 34:52dass die Nicht-Betroffenen noch mehr auch erkennen,
- 34:56welche Bedeutung gesamtgesellschaftlich diese Erkrankung für uns alle hat.
- 35:00Und dass wir nur dann gemeinsam uns dem Thema das Leben festzuhalten,
- 35:08nähern können, wenn wir uns eben auch offen diesen Empfindungen
- 35:12und den Erscheinungen einer Depression für den Betroffenen nähern.
- 35:17Denn das ist nach wie vor so, man kann sich das nur schwer vorstellen,
- 35:21dass ein Depressiver, wenn er in einer depressiven Phase ist,
- 35:25wirklich nicht aufstehen kann am Morgen.
- 35:28Und dann hat das nichts damit zu tun,
- 35:30dass da keine Lust vorherrscht, zur Arbeit zu gehen,
- 35:34sondern es ist wirklich so, dass die Person,
- 35:37dass der Mensch nicht aufstehen kann.
- 35:39Er kann es nicht. Er kann sich nicht die Zähne putzen.
- 35:42Er kann nicht zur Tür gehen und die Tür aufmachen.
- 35:45Er kann sich nicht wie selbstverständlich den Kaffee machen.
- 35:48Er kann es nicht.
- 35:49Wenn wir uns das vorstellen können,
- 35:52dann, glaube ich, sind wir da, dass ich vielleicht auch zufrieden bin.
- 35:56(Lachen)
- 35:57Ja, also, das haben Sie jetzt schön beschrieben.
- 36:00Ich würde gerne, weil Sie das so recht gesagt haben,
- 36:04noch mal auf die Situation der Kinder und Jugendlichen zurückkommen.
- 36:08Denn es ist ja ein ganz, ganz wichtiger und auch ein Wunderpunkt mitunter,
- 36:12das ist das Gefühl, dass wir die Situation unserer Kinder
- 36:15da vielleicht auch unterschätzen oder unterschätzen,
- 36:19in welchen Umfeldern sie sich bewegen,
- 36:22vielleicht auch wie viel Leistungsdruck damit unter da ist
- 36:25oder auch Vergleichsdruck.
- 36:27Wir sprechen in dem Kontext auch immer wieder über Social Media
- 36:31und die Gefahr, die dahinter steht, sich ständig zu vergleichen,
- 36:34ständig auf andere zu gucken und unzufrieden,
- 36:37vielleicht mit sich selbst dem Äußeren der Situation,
- 36:40um das zu sein, bietet die Robert-Enke-Stiftung
- 36:43besondere Maßnahmen oder Programme für Kinder und Jugendliche an?
- 36:48Ja, das Thema Kinder und Jugendliche ist insbesondere für uns
- 36:53als Robert-Enke-Stiftung, wir hatten das zuvor nicht identifiziert.
- 36:56Die Anfragen, die wir erhalten haben, waren in absoluten Ausnahmefällen,
- 37:00da ging es um Jugendliche, also um Menschen unter 18.
- 37:03Das haben wir vor allem jetzt daran erkannt,
- 37:07weil unsere Versorgungsstruktur mit Kinder und Jugendpsychaterinnen
- 37:11und Psychatern wirklich schlecht war.
- 37:13Und der, in Anführungszeichen, normale Psychater
- 37:17oder die normale Psychaterin, die behandelt,
- 37:20keinen unter 18-Jährigen.
- 37:22Dafür sind Kinder und Jugendpsychaterinnen und Psychater zuständig.
- 37:25Und damit hat unser Netzwerk plötzlich nicht getragen,
- 37:28als im Nachgang von Corona die ersten Anfragen von Eltern
- 37:31bei uns eingegangen sind.
- 37:32Wir haben quasi wirklich bei Null angefangen,
- 37:34das war ein ganz komisches Gefühl.
- 37:36Das ist nicht lang her.
- 37:38Und gerade Theresa Enke ist dieses Thema natürlich
- 37:41aufgrund ihrer eigenen Kinder auch so unheimlich wichtig,
- 37:43weil sie natürlich erlebt hat,
- 37:45wie sich ihre Kinder auch im Nachgang oder während der Corona-Krise
- 37:49empfunden haben.
- 37:50Wir alle kennen das, glaube ich, zumindest diejenigen,
- 37:52die dann zu Hause auch ein Kind haben oder Familie Kinder haben.
- 37:57Und wir haben jetzt unser Projekt Impression Deepression,
- 38:00eben ein Projekt, was sich darauf ausgerichtet hat,
- 38:02nicht Betroffene aufzuklären.
- 38:04Da hingehen weiterentwickelt und sind quasi in den letzten Zügen
- 38:08das Projekt Impression Deepression School auf den Markt zu bringen.
- 38:12Und haben jetzt im Mai hoffentlich die Fertigstellung
- 38:15und unseren ersten Schulbesuch, wo wir dann versuchen,
- 38:18quasi in Projektwochenanschulen
- 38:20über diese Depressionserfahrung jugendgerecht,
- 38:24also auch in jugendgerechter Sprache,
- 38:25über eine Virtual Reality-Brille, über Audio-Signal,
- 38:28über einen tiefen Sitzschwerpunkt,
- 38:30einen 10-Kilo-Weste eben auch nicht betroffenen nahe zu bringen,
- 38:34damit sie eben schon mal ein Gefühl dafür haben.
- 38:37Weil wenn man das kennen wir selber, wenn wir etwas nicht kennen,
- 38:40dann haben wir Schwierigkeiten, uns damit zu identifizieren,
- 38:43dann stoßen wir es als Mensch näher ab.
- 38:45Aber wenn wir Dinge uns erarbeiten, wenn wir sie kennen,
- 38:48wenn wir wissen, was das bedeutet,
- 38:50dann fühlen wir uns ihnen nahe, dann können wir damit umgehen.
- 38:53Dann kommt uns das nicht komisch vor.
- 38:55Für welche Altersgruppe bieten Sie das an?
- 38:58Das ist vor allem jetzt für die Oberstufe ab 16 Jahre gedacht.
- 39:01Man muss einfach wissen,
- 39:03dass es auch emotional stark belastende Erfahrungen ist.
- 39:05Deswegen dürfen sie Betroffene auch nicht machen.
- 39:08Und deswegen fangen wir mit 16-Jährigen an,
- 39:11also ab 16 in den Oberstufen der Schulen,
- 39:14um eben auch dann einen reflektierten Austausch damit zu haben.
- 39:17Ja, das klingt ganz toll.
- 39:19Und das ist bestimmt eine höchst sinnvolle, wertvolle Maßnahme,
- 39:23genauso wie ihre übrige Arbeit natürlich auch.
- 39:26Und ich meine, sie investieren sehr, sehr viel Zeit und Arbeit auch.
- 39:30In der Position als Geschäftsführer.
- 39:32Wie ist das eigentlich mit ihrer hauptberuflichen Tätigkeit?
- 39:36Inwiefern ist das noch möglich?
- 39:38Gut, ich habe erst mal das große Glück,
- 39:40dass wir uns in dieser Fußballwelt natürlich bewegen.
- 39:43Und dass auch mein Arbeitgeber, der Nileksche Fußballverband,
- 39:47ein großes Interesse daran hat, dass es darüber der Engelstiftung gut geht,
- 39:51dass dieses Thema vorangetrieben wird.
- 39:53Und da bin ich einfach auch dankbar,
- 39:55dass da im Jahr entsprechend nach Freiraum gelassen wird.
- 39:58Das sind Dinge, die man natürlich auch verknüpfen kann.
- 40:01Viele Themen, die in der Robert-Enkel-Schriftung passieren,
- 40:04helfen auch dem NFV,
- 40:05sondern helfen mir in meiner Funktion für den NFV.
- 40:08Damit dann auch dem NFV, ich meine,
- 40:11sich selber als Überzeugungstäter zu bezeichnen,
- 40:13ist vielleicht nicht ganz angemessen.
- 40:16Aber Sie kennen das vielleicht von sich selbst.
- 40:18Wenn Sie ja etwas Spaß haben und etwas glauben,
- 40:21dann gucken Sie nicht auf die Uhr.
- 40:23Das führt sicherlich auch ab und zu mal dazu,
- 40:26dass ich an die Grenzen komme.
- 40:28Aber wenn man dann sieht, was man dann doch auch mit seinen Kolleginnen
- 40:32erreichen kann, dann ist das ein wundervoller Lohn
- 40:35für die Mehrarbeit, die man am Ende des Tages leistet.
- 40:39Ich stelle mir diese Frage nicht,
- 40:41ohne mich jetzt in irgendeiner Form toll darstellen zu wollen.
- 40:45Ich stelle mir die Frage nicht, wie ich das schaffe.
- 40:48Mhm. Ja, klar.
- 40:49Also, das würde auch nicht zu Ihrem Engagement passen
- 40:52und zu Ihrer Funktion, die Sie da ausüben.
- 40:55Trotzdem ist es ja eine berechtigte Frage.
- 40:57Und ich glaube, wenn man in die Zukunft schaut
- 41:00und werden Sie ja auch noch lange nicht damit aufhören,
- 41:03diese Rolle innezuhaben oder diese Funktion auszuüben,
- 41:08also sie brennen ja für dieses Thema.
- 41:11Das merkt man ja ganz deutlich.
- 41:12Insofern wird das ja noch lange so sein,
- 41:15dass Sie der Gesellschaft in dieser Rolle auch erhalten bleiben.
- 41:19Und Jan Basler, ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Zeit
- 41:22und Ihre Einblicke in Ihre wertvolle Arbeit.
- 41:25Und ich wünsche Ihnen ganz, ganz viel Erfolg weiterhin,
- 41:28andere Menschen darin zu unterstützen, das Leben festzuhalten.
- 41:31Sie haben das so schön beschrieben.
- 41:33Und in der Aufklärungsarbeit haben wir ein gemeinsames Ziel.
- 41:37Und vielen Dank für Ihren Besuch heute.
- 41:39Ja, vielen Dank noch mal.
- 41:41Und das kann ich insofern auch nur zurückgeben.
- 41:45Weil wenn Sie vielleicht ganz am Anfang gefragt haben,
- 41:48was hat sich geändert,
- 41:50dann muss man ja auch einfach Menschen wie Ihnen unternehmen,
- 41:53die Sie arbeiten danken,
- 41:54weil Sie sich mit so einem Format beschäftigen
- 41:57und eben das Thema auch thematisieren.
- 41:59Und damit kann man ja schon auch erkennen,
- 42:01das hätte die VfV oder Jan Ofasche vor 15 Jahren nicht gemacht.
- 42:06Insofern sind wir es irgendwie alle, die A) Verantwortung tragen,
- 42:10aber B) eben auch durch solche Formate zum Beispiel,
- 42:13das Thema dahin bringen, wo es hingehört, im Hinblick der Gesellschaft.
- 42:16Genau, mit gemeinsamen Kräften sind wir stärker.
- 42:19Zum Wachstum. - Vielen Dank.
- 42:21Danke auch.
- 42:22Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2015