Latest / Voll Psycho / #24 Nichtstun? Ich geb mir lieber einen Stromschlag!
Transcript
- 0:07SPEAKER_01: Willkommen zurück bei Full Psycho, a podcast full of psychological Alltagsphenomena.
- 0:13SPEAKER_01: Heute reden wir darüber, warum es uns oft schwer fällt, einfach mal nichts zu machen.
- 0:23SPEAKER_01: Business Psychology at the Hochschule Luzern.
- 0:25SPEAKER_01: And Marcel is, also for these who nicht kennen, Marcel ist gefühlt immer auf die Trabe, beruflich und privat, immer ganz viele Ideen, die er umsetzen wollt.
- 0:36SPEAKER_01: Und ich habe das Gefühl, dass er setzt diese Sachen auch immer in Tat um.
- 0:39SPEAKER_01: Also wenn ich mich nicht täusche, dann machst du nichts zu Marcel ein Fremdwort.
- 0:46SPEAKER_02: Also zuallererst herzlich willkommen zurück.
- 0:48SPEAKER_02: Mirjam, nach dem Mummybreak bist du wieder da.
- 0:51SPEAKER_01: Danke vielmals.
- 0:52SPEAKER_02: Bei mir ist ein Fremdwort, nichts tun.
- 0:54SPEAKER_02: Ich würde sagen, nein.
- 0:56SPEAKER_02: Oder zumindest höchstens jein.
- 0:59SPEAKER_02: Also kommen wir sicher später darauf zurück.
- 1:02SPEAKER_02: Wir gehen übersetzt Miriam, Psychologin und ebenfalls Dozentin im Studio Gang Business Psychology der Hochschule Luzern.
- 1:09SPEAKER_02: Und als zweifaches Mammy und jetzt wieder eingestehen an der Hochschule Luzern, denke ich, ist nichts auf Miriam für sich sogar noch mehr ein Fremdwort als für mich, ob sie das wollte oder nicht.
- 1:22SPEAKER_02: The FallPsycho Podcast ist ein Angebot von Studio Gang Business Psychology of the Hochschule Luzern.
- 1:28SPEAKER_01: Genau, du hast es ja schon gesagt, Marcel.
- 1:30SPEAKER_01: Wir melden uns wieder zurück aus der Versenkung nach einer ausgiebigen Sommerpause.
- 1:36SPEAKER_01: Marcel hat sein Sommer, oder einen Teil des Sommer, nicht den ganzen Sommer, in Kanada verbracht, auf der Strasse von Kanada mit dem Camper unterwegs war und die Strasse unsicher gemacht, oder hoffentlich auch nicht.
- 1:49SPEAKER_01: Ich habe viel Zeit auf Spielplatz verbracht.
- 1:53SPEAKER_01: Viel Zeit im Badle im Garten, bei diesen heissen Temperaturen, um abkühlen.
- 2:00SPEAKER_01: Und ein Thema, das mich jetzt während meinem Mutterschafts-Aufführungsschlusszeichen Urlaub.
- 2:06SPEAKER_01: Ich finde das Wort passt überhaupt nicht.
- 2:09SPEAKER_01: Ein Unwort.
- 2:10SPEAKER_01: Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt hat, und darum habe ich das jetzt auch hier als Vorschlag, das wir heute angehen können als Thema.
- 2:18SPEAKER_01: Ich hatte wirklich viel zu tun, in meinem Urlaub, Mutterschaftsurlaub, mit meinem kleinen Kind um Neugeborenen.
- 2:25SPEAKER_01: Es war immer irgendetwas los.
- 2:27SPEAKER_01: Also ruhige Minuten, als ich gesagt habe, jetzt habe ich auf die Sofa, hatte meine Beine auf und zile einfach mal.
- 2:34SPEAKER_01: Es gab es eigentlich fast nie gegeben.
- 2:37SPEAKER_01: Und dann, wenn es mal gegeben hat, wenn man beide gleichzeitig geschlafen haben, war etwas ziemlich Absures passiert.
- 2:44SPEAKER_01: Das habe ich bei mir selber beobachtet.
- 2:46SPEAKER_01: Ich habe es nicht genießen können.
- 2:48SPEAKER_01: Ich bin auf der Sofa abgelegen.
- 2:51SPEAKER_01: Sofort war mir meine imaginäre To-Do-Liste aufgepoppt, als ich mir dachte, ich habe noch Bücher lesen wollen.
- 2:59SPEAKER_01: Ich könnte jetzt mal endlich im Buch lesen.
- 3:02SPEAKER_01: Podcast hören.
- 3:03SPEAKER_01: Ich könnte noch Kuche machen, weil riesen sauer.
- 3:06SPEAKER_01: Ich könnte mal aufrufen.
- 3:08SPEAKER_01: Ich könnte endlich mal meine privaten WhatsApp-Nachrichten, die ich schon seit Wochen nicht beantwortet habe, endlich mal beantworten.
- 3:14SPEAKER_01: Ich könnte nicht einfach mal in Ruhe auf dem Sofa legen und Gedanken abschweifen, lassen zu chillen.
- 3:20SPEAKER_01: Dass immer irgendetwas aufpoppt.
- 3:23SPEAKER_01: Und dann habe ich mich gefragt, ist das nur bei mir so?
- 3:26SPEAKER_01: Und darum habe ich das Thema in den Pott hineingeworfen und dann Marcel gesagt, hey, wir könnten doch in dieser Folge mal eintauchen und recherchieren, ob ich die einzige, die es so geht, oder geht es anderen Leute auch so, dass sie nicht einfach mal nichts machen können und chillen könnten?
- 3:41SPEAKER_01: So, das zu meiner Einleitung und alles dazu in der heutigen Folge von VollPsycho.
- 3:47SPEAKER_01: Genau, wie gesagt, wir sind beide eingaucht, haben wie wild recherchiert und werden jetzt unsere Gedanken dazu, zu unserer Recherche diskutieren, mit Inputs aus der Forschung und natürlich auch aus unserem eigenen Leben.
- 4:00SPEAKER_01: Marcel, wir haben ja vor, du hast vorhin schon gesagt, jein, du kannst einmal nichts machen anscheinend.
- 4:05SPEAKER_01: Wann hast du das letzte Mal nichts gemacht?
- 4:08SPEAKER_01: Jetzt keine private oder berufliche abgearbeitet und einfach ohne schlechtes Gewissen nichts gemacht?
- 4:18SPEAKER_02: Das erste Mal, ich fühle voll mit dir mit.
- 4:21SPEAKER_02: Da bin ich schon mal froh.
- 4:22SPEAKER_02: Ich habe ja drei Kids selber.
- 4:24SPEAKER_02: Man verdrängt zwar vieles vom Stress, den wir hat, wenn die mega jung sind.
- 4:29SPEAKER_02: Aber ich mag mich schon erinnern, dass die Tag und Nacht wirklich nur ein Hangeln von einer Verpflichtung zum nächsten sind, wo man irgendwie diese Minuten fast nicht findet für sich selber.
- 4:42SPEAKER_02: Und auch die Beobachtung, die du hast.
- 4:43SPEAKER_02: Ich mag mich schon an dich erinnern, dass man das selbst die mit etwas anderem.
- 4:48SPEAKER_02: Ich spüre, dass es sehr gut ist.
- 4:50SPEAKER_02: Bin ich sehr froh, geht es mir schon besser.
- 4:52SPEAKER_02: Sehr gut.
- 4:53SPEAKER_02: Ich weiss auch, dass es sogar noch ein schlechterthema ist.
- 4:57SPEAKER_02: Ich kann immer in der Nacht etwas durchschlafen können.
- 5:00SPEAKER_02: Bei meiner Frau sind sogar Nächte noch häufig durchverpflichtigen, mit Still usw.
- 5:06SPEAKER_02: Es macht es definitiv zu einer, finde ich, extrem anspruchsvollen Zeit, wo man kaum Zeit für sich selbst.
- 5:13SPEAKER_02: Von dem her sind wir sicherlich in einer anderen Situation, du und ich.
- 5:17SPEAKER_02: Und wenn ich mir die Frage stellst, wenn ich das letzte Mal einfach so nichts gemacht habe, so chillt und nicht das Gefühl, ich muss jetzt heraus erledigen, dann können wir im Fall ganz viele Sachen sehen.
- 5:29SPEAKER_02: Aber ich habe mir überlegt, was bedeutet für mich eigentlich nichts zu machen, nichts zu tun.
- 5:35SPEAKER_02: Und ich glaube, das ist stark etwas, um einen Moment definieren im Nachgang.
- 5:40SPEAKER_02: Die erste Sache, die wir in den Singen kommen, wenn du so fragst, ist, ich bin diese Woche Sportsummertag mit dem Melon gefahren, verschwitzt daheim nachgefahren.
- 5:49SPEAKER_02: Und da habe ich mich als erstes mit einem alkoholfreien Bier auf der Terrasse gesetzt und habe mein Handy genommen und einen Jass gemacht.
- 6:03SPEAKER_01: Ja, aber ist das nichts zu machen?
- 6:06SPEAKER_02: Genau.
- 6:06SPEAKER_01: Handy zurück und einen Jass machen.
- 6:08SPEAKER_02: Genau, das ist die Frage.
- 6:10SPEAKER_02: Gefühlt ist das für mich nichts zu machen, weil du hast noch einen zweiten Nebensatz.
- 6:16SPEAKER_02: Nämlich habe ich nicht das Gefühl, ich muss zu erledigen.
- 6:20SPEAKER_02: Ich muss gewisse Sachen machen in dem Moment.
- 6:23SPEAKER_01: Also, Jas hast du kennst du.
- 6:24SPEAKER_02: Genau, ich kennst du.
- 6:26SPEAKER_02: Es war für mich auch nicht langweilig, sondern ich habe das Gefühl, dass sie schnell Zeit für mich.
- 6:32SPEAKER_02: Genieße noch in die Sonne.
- 6:35SPEAKER_02: Ich habe frischen Abekühlen nach dem Haus fahren mit dem Velo.
- 6:41SPEAKER_02: Das Handy steht jetzt einfach so ein Mittel zum Zweck drinnen.
- 6:46SPEAKER_02: Ist das nichts?
- 6:47SPEAKER_02: Ich weiss nicht.
- 6:48SPEAKER_02: Aber gefühlt ist für mich nichts, schon stark verknüpft mit, es hat keinen Zweck, was ich gerade mache.
- 6:58SPEAKER_02: Es ist ein Zweck los.
- 7:00SPEAKER_02: Ohne, dass ich jetzt etwas erledigen muss.
- 7:03SPEAKER_02: Sogar wenn ich aufs Rudergät sitze und eine Art Toko schauen wärm, hat das für mich produziert.
- 7:12SPEAKER_02: Das ist für mich eine Qualität von nichts zu.
- 7:16SPEAKER_02: Wenn du Leute fragst, sagen sie vielleicht auch auf dem Sofa, Flat und Netflixen, ist für sie nichts dazu oder chillen.
- 7:22SPEAKER_02: Oder es wäre nichts da.
- 7:23SPEAKER_02: Nichts tun, wären, wenn du auf dem Sofa wärst und Netflix würde gar nicht laufen.
- 7:28SPEAKER_02: Und du wärst das Handy nicht in den Haus.
- 7:29SPEAKER_01: Wann hast du das das letzte Mal gemacht?
- 7:32SPEAKER_01: So einfach nur in deinen eigenen Gedanken?
- 7:37SPEAKER_02: Ich finde, die Grenze ist manchmal relativ schwierig.
- 7:39SPEAKER_02: Ich bin relativ viel in meinen eigenen Gedanken nur.
- 7:42SPEAKER_02: Sogar mit dem Mello High fahren.
- 7:44SPEAKER_02: Das ist ja so routiniert.
- 7:45SPEAKER_02: Ja, genau.
- 7:46SPEAKER_02: Da bin ich auch in meinen Gedanken.
- 7:47SPEAKER_02: Oder der typische Tusche-Effekt bin ich auch in meinen Gedanken.
- 7:51SPEAKER_02: Oder wenn ich mit meiner Frau spaziere und wir gehen vielleicht noch kurz in die Wald links und rechts und suche noch etwas Bilder zu sein.
- 7:57SPEAKER_02: Aber ich habe nicht das Gefühl, wir müssen jetzt Bilder finden, für eine Vereinstehen.
- 8:01SPEAKER_02: Bei all dem Zweck los, also nicht unbedingt nach einem Zweck orientiert ist, gibt es schon die einen, die meine Aufmerksamkeit entbinden.
- 8:11SPEAKER_02: Und die anderen, die sich nicht entbinden, bei denen, die sie nicht entbinden, dort sind Gedanken recht frei.
- 8:17SPEAKER_02: Ich probiere immer wieder, das komplett frei zu machen, nämlich alles weglecken und zum Fenster rauszuschauen und einfach nichts machen für ein paar Minuten machen.
- 8:28SPEAKER_02: Weil dort passiert schon auch etwas.
- 8:30SPEAKER_02: Aber das mache ich verdammt selten in der heutigen Zeit.
- 8:33SPEAKER_02: Ich glaube, ich mache es weniger als führender.
- 8:35SPEAKER_01: Und ich glaube, das bringt mich gerade zu meinem einen Punkt aus meiner Recherche.
- 8:40SPEAKER_01: Zudem Gedanken abschweifen lassen und sich gar nicht durch Äußlich hereiz wie ein Jas oder eine Netflix-Show schauen.
- 8:49SPEAKER_01: Einfach wirklich nur in den eigenen Gedanken sein.
- 8:52SPEAKER_01: Da gibt es auch einen Begriff dazu.
- 8:55SPEAKER_01: Das Hirn kann man ja nicht einfach abstellen, zack, die Maschine abgestellt, es macht gar nichts, sondern es läuft ja immer irgendetwas.
- 9:02SPEAKER_01: Aber man reden hier vom sogenannten Default-Mode-Network.
- 9:06SPEAKER_01: Ruhezustand, ein Ruhezustandsnetzwerk im Hirn.
- 9:10SPEAKER_01: Das ist verteilt über ein ganz komplexes Netzwerk, verteilt über verschiedene Hirnregionen hinweg.
- 9:16SPEAKER_01: In diesem Zustand können wir eben genau, wenn wir unsere Gedanken schweifeln und aus dem Fenster schauen und nicht wirklich Aufmerksamkeit auf das werfen, das wir anschauen, sondern einfach in unseren Gedanken, z.B.
- 9:27SPEAKER_01: über vergangene Erlebnisse nachdenken oder gelernt aus der Vergangenheit, über Zukunft ziniert und einfach irgendwelche ungelöste Problem wälzen.
- 9:39SPEAKER_01: Das ist in dem Default-Mode-Network.
- 9:42SPEAKER_01: Das wäre für mich eine pure Definition an.
- 9:46SPEAKER_01: Ich mache nichts, aber ich gebe dir absolut recht.
- 9:49SPEAKER_01: Es ist schwierig.
- 9:50SPEAKER_01: Man könnte sagen, nichts machen ist es schon, wenn man nichts macht, der einen Zweck oder etwas Produktives beinhaltet.
- 9:58SPEAKER_01: Und mehr dazu später noch zu dem Default-Mode-Network, weil das auch sehr wichtig ist, dass man oft auch in diesen hineinkommen.
- 10:06SPEAKER_02: Was man sehen kann, wenn du das sagst, im Buddhismus gibt es zum Teil auch das Achtsamkeitstraining.
- 10:13SPEAKER_02: Und eine der Tasks, an denen man dort erfüllen muss, ist, zehn Sekunden lang nichts zu denken.
- 10:20SPEAKER_02: Und das ist fast unmöglich.
- 10:22SPEAKER_02: Du brauchst ewig langes Training, dass du es schaffst, nur zehn Sekunden lang rein überhaupt nichts zu denken.
- 10:28SPEAKER_01: Ja, aber denke, also das Hirn läuft ja trotzdem, dann denkst du ja schon etwas.
- 10:32SPEAKER_02: Nein, du kannst es trainieren.
- 10:34SPEAKER_02: Du musst dich nur an Einatmen und Ausatmen, fokussieren.
- 10:37SPEAKER_02: Und wenn du das machst und dann Zustand kommst, dann hast du extrem.
- 10:42SPEAKER_02: Ich habe es noch nie geschafft.
- 10:43SPEAKER_02: Nein, ich habe es noch nie geschafft.
- 10:44SPEAKER_02: Aber wenn du das schaffst, dann nachher gibt es eine ganz andere Form von Abschaltung und von Erholung.
- 10:51SPEAKER_02: Aber das braucht sehr aktives und langes Training.
- 10:57SPEAKER_02: Wir haben es gesagt, ich mache das praktisch nie.
- 11:00SPEAKER_02: Und was aber auch spannend ist, wenn ich mir die verschiedenen Situationen, die für mich gefühlt nichts zu tun bedeutet oder nichts machen, weil es eben keinen Zweck dient.
- 11:10SPEAKER_02: Dann glaube ich, schon der grosse Unterschied ist, richte ich gerade die Aufmerksamkeit auf die Tätigkeit oder nicht.
- 11:17SPEAKER_02: Weil beispielsweise, wenn ich tusche oder jogge oder Velo fahre, wo man sagen: Eigentlich ist es gleich etwas machen, aber es fühlt sich so etwas wie an, ich muss ja nichts, ich kann einfach jetzt gerade.
- 11:28SPEAKER_02: In diesen Phase haben wir immer laufend gute Ideen.
- 11:33SPEAKER_02: Und wenn ich aber etwas Aktives mache, wie Aufmerksamkeit auf mich nimmt.
- 11:40SPEAKER_02: Jungs, die geben oder tut Netflix, keine Ahnung.
- 11:44SPEAKER_02: Of ich setze mich als Klavier, in meinem Arbeit als Klavierspieler, aber es tut mir einfach gut.
- 11:48SPEAKER_02: Oder ich bin an die Yassepp, dann kommen wir die Ideen nicht.
- 11:51SPEAKER_02: Dann bin ich dort fokussiert.
- 11:53SPEAKER_02: Das ist vielleicht auch erholsam.
- 11:54SPEAKER_02: Es fühlt sich auch wie nichts zu tun an.
- 11:57SPEAKER_02: Aber es ist vom Effekt, was bei mir passiert, komplett einander.
- 12:02SPEAKER_01: Und da bist du auch nicht der einzige, sondern ich habe auch eine Studie gefunden, die das zeigen kann, dass wenn den Leuten eine Aufgabe gibt, eine kreative Aufgabe zu lösen können.
- 12:15SPEAKER_01: Und dann haben sie eine Zwischenphase, die sie entweder in der Zwischenphase machen können, was sie wollen, aber die gewisse Gedanken schweifen und etwas anderes gemacht.
- 12:26SPEAKER_01: Und dann wieder zurückkommen zu dieser ursprünglichen kreativen Aufgabe, die Leute, die in der Lage sind, in dieser Zwischenphase mit den Gedanken zu schweifen wie den Duscheffekt, oder wenn man spazieren kann und was wirklich am Sinieren ist am Abschweifen ist, dass es wirklich einen positiven Effekt haben kann, dass man nachher auch kreativere Lösungsansätze abliefern kann.
- 12:46SPEAKER_02: Aber ich habe die Studie auch entdeckt, sie haben vier verschiedene Bedingungen.
- 12:52SPEAKER_02: Absolute Stille hat der Effekte nicht, sondern es sind anspruchslose Aufgaben, wie Abwäschen, Tuschen.
- 13:00SPEAKER_02: Einfach so der Körper ist abgeschrieben.
- 13:02SPEAKER_01: Genau, man macht etwas, aber ist mit den Gedanken nicht bei dieser Tätigkeit.
- 13:06SPEAKER_02: Genau, und das beste Bild, das ich dort gefunden habe in dieser Studie gefunden, ist der sogenannte Hefeteig.
- 13:13SPEAKER_02: Du musst Hefe nehmen, du musst dich mit dem Teig zuerst beschäftigen.
- 13:17SPEAKER_02: Und nur wenn du es gemacht hast, passiert in dieser Phase des Duschen, passiert überhaupt etwas.
- 13:23SPEAKER_02: Du musst zuerst Input geben, deines Lehrnum dort etwas leisten zuerst, dass du in dieser Inkubationszeit dazwischen etwas passieren kann.
- 13:32SPEAKER_01: Aber in dieser Inkubation tut man nicht weiter an diese Aufgabe weiterdenken, sondern man ist wirklich irgendwo in anderen Sphären unterwegs mit den Gedanken.
- 13:40SPEAKER_01: Es ist eigentlich einfach ein Leerlauf in der Zwischenphase.
- 13:44SPEAKER_02: Ein bisschen die typische Nacht darüber schlafen.
- 13:46SPEAKER_02: Ich glaube, da war es jetzt nur zehn Minuten.
- 13:49SPEAKER_02: Oder eine kurze Pause in dieser Studie.
- 13:53SPEAKER_02: Aber das Weg des Problems, nachdem man sich schon mit ihnen beschäftigt hat, nichts zu tun helfen kann, Kreativität, für die Problemlösung usw.
- 14:03SPEAKER_01: Also, das ist schon mal etwas Erstes, was für den Lehrlauf, Gedanken abschweifen, nichts machen, spricht.
- 14:09SPEAKER_01: Ich bin euch auf etwas anderes gestoßen, auch von Neuropsychologen herausgefunden, dass der Lehrlauf, das Gedanken abschweifen, dass es hilft, uns Gedanken zu sortieren und aufrufen.
- 14:22SPEAKER_01: Wenn man sich immer an sich an unsere Reiz orientiert, immer wie das Handy zuckt, etwas macht, macht, macht.
- 14:28SPEAKER_01: Und nicht einfach mal schweifen, dann könnt ihr euch vorstellen, es ist wie, wenn du einen Raum hast und du hast immer mehr wahr in diesen Raum hinein, aber du musst gar niemals einfach pausieren und das Zeug zuordnen, organisieren und aufraumen.
- 14:43SPEAKER_01: Die Zwischenphase, den Leerlauf, das Gedanken abschweifen, das braucht es hier nicht, so wirklich einmal Gedanken sortieren, aufrufen.
- 14:51SPEAKER_01: Das ist ein extrem wichtiger Zustand.
- 14:53SPEAKER_02: Genau, aber eben nur eines, wenn der Körper aktiv ist, also etwas macht, nicht komplett Stille sind, dann sind sättige Sachen, die hilfen eigentlich mehr.
- 15:02SPEAKER_02: Und was man aber rausgefunden hat, die komplette Stille, also wirklich einfach nur einsetzen und gar nichts, oder nur zum Fenster rausschauen und gar nichts.
- 15:12SPEAKER_02: Das hat die andere positive Komponenten, dass man sich Sachen besser verankern kann, dass die mehr Platz haben, um sich zu merken.
- 15:22SPEAKER_02: Beispielsweise nach einem anspruchsvollen Unterricht bei uns an der Hochschule Luzern.
- 15:27SPEAKER_02: Oder wenn man etwas Anspruchsvolles gelesen hat, sonst könnt ihr gerade im Nachgang nachher auf die High-Fahrt.
- 15:36SPEAKER_02: Zehn Minuten rein gar nichts, wirklich rein gar nichts.
- 15:39SPEAKER_02: Möglichst nicht abschweifen, extrem wertvoll sein.
- 15:43SPEAKER_02: Wir haben festgestellt, dass eine Woche später die Leute sich viel besser noch aninnern können, wenn es da rumgehen mit dieser kompletten Ruhe oder Stelle nach so einem Input.
- 15:55SPEAKER_01: Ja, also nur positives, fragezeichen.
- 15:59SPEAKER_02: Nein.
- 16:01SPEAKER_02: Ich glaube, vielleicht, wenn wir noch eins zurückgehen zum Anfang, setzen wir relativ viele Parallelen.
- 16:08SPEAKER_02: Und der Sommer, wie du geschildert hast, dass nichts zu tun, nicht machen können, glaube ich, unterscheidet sich relativ stark von dem Nichts zu tun, was ich zum Teil nicht mache oder anders mache.
- 16:22SPEAKER_02: In meiner Situation oder bei meinem Sommer.
- 16:26SPEAKER_02: Deine Ruhe ist das, was am Schluss übriggebloben ist.
- 16:30SPEAKER_02: Von dem wenigen, mit dem all das machen müssen für deine beiden Töchter müssen, so viel verpflichten müssen, da ist nicht viel übrigbloben im Tag.
- 16:39SPEAKER_02: Es ist auch etwas, was übrigbloben ist.
- 16:41SPEAKER_02: Und bei mir ist es so eine Ruhe, in der ich mehr genommen habe.
- 16:46SPEAKER_02: Das ist ein Unterschied.
- 16:48SPEAKER_02: Obwohl ich Zeit hätte, um gar nichts zu machen, mache ich gleich praktisch nie gar nichts, im engeren Sinne des Wortes.
- 16:56SPEAKER_01: Obwohl es du könntest, ne?
- 16:58SPEAKER_02: Genau.
- 16:58SPEAKER_02: Und darum kann man sagen, die Autonomie, die du gar nichts hast.
- 17:02SPEAKER_02: Ich, die ist notwendig, aber sie ist nicht hinreichend, sagt man dem.
- 17:07SPEAKER_02: Das ist ein spannender Effekt.
- 17:09SPEAKER_02: Selbst wenn man sie hat, nimmt man sie sich nicht per se, als das komplette Nichts zu tun.
- 17:16SPEAKER_02: Ich befülle sie, ich finde sie durchaus mit Sachen, die für mich sich als nichts zu tun anfühlen, aber mit nichts nichts zu tun.
- 17:24SPEAKER_02: Also weißt du, weder Zweckbunden noch irgendeine Tätigkeiten, die ich Täter mache, das mache ich wirklich praktisch.
- 17:33SPEAKER_01: Und wieso meinst du, ist das so?
- 17:36SPEAKER_01: Dass du nicht einfach mal nichts machst?
- 17:39SPEAKER_02: Ich glaube, das ist sehr unangenehm.
- 17:42SPEAKER_02: Es gibt hier auch sehr spannende Studien in dem Bereich.
- 17:48SPEAKER_02: So eine populärwissenschaftliche Studie, und da bin ich sicher, du bist auch darüber gestolpert, weil wenn es darum geht, mit nichts zu tun.
- 17:54SPEAKER_02: Nein, was du rauswutscht.
- 17:56SPEAKER_02: Können klar zu kommen, danach her.
- 17:58SPEAKER_02: Wir Menschen tun es unglaublich schwer, mit dem nichts zu tun, mit dem kompletten Nichts zu tun.
- 18:05SPEAKER_02: Und da gibt es die populärwissenschaftlichen Studien, die Menschen, es waren ehrlich gesagt ganz wenige Menschen, waren ein relativ kleiner Stichprobe.
- 18:13SPEAKER_02: Das war einer der grössten Kritikpunkte.
- 18:15SPEAKER_02: Aber sind vor 15 Minuten allein in einen leeren Raum geschickt wurde.
- 18:22SPEAKER_02: Und vorgängig, in der Testvorbereitung, hatten wir ihrem Stromschlag vorabreicht.
- 18:30SPEAKER_02: Und gesagt, wie findest du denn?
- 18:33SPEAKER_02: Das war so angenehm, dass die Leute sogar gesagt haben, ich würde Geld zahlen, dass ich diesen Stromschlag nicht mehr erleben muss.
- 18:41SPEAKER_02: Das haben sie geführt, weil während einer Viertelstunde nichts tun muss, in diesem stillen Raum, ohne Handy, ohne nichts, ohne Buch, die Möglichkeit theoretisch, sich den Stromschlag zu verabreichen.
- 18:56SPEAKER_02: In Ihre Viertelstunde haben zwei Drittel der Männen trotzdem den Stromschlag verabreicht, dass ihnen lieber war als die komplette Stille während dieser Viertelstunde.
- 19:09SPEAKER_02: Das war echt crazy.
- 19:11SPEAKER_02: Bei den Frauen waren es 25%, also viel, viel weniger.
- 19:17SPEAKER_02: Ganz krass, einer sich in einer Viertelstunde 190 Mal ein Strom.
- 19:23SPEAKER_01: Non stop stimuliert.
- 19:24SPEAKER_02: Non stop stimuliert.
- 19:25SPEAKER_02: Und nur eigentlich, es war ein Stromschlag, der sie vorgängig als so unangenehm angeschaut haben, dass sie sogar Geld gezahlt haben, um diese nicht zu erleben müssen.
- 19:35SPEAKER_02: Man sieht, für uns komplett ruhig sein, komplett ohne Aufgabe, komplett an die Ablenke, so unangenehm sein, dass wir uns lieber sogar einen Stromschlag versetzen.
- 19:47SPEAKER_02: Und vielleicht zum Vergleich noch, zu sagen, hey, ja, okay, kleine Stichprobe, sind glaube ich nur 18 Männer insgesamt und 12 einen Stromschlag gegeben.
- 19:57SPEAKER_02: So eine Parallelstudie, die geschaut haben, Menschen komplett verordnete Ruhe.
- 20:08SPEAKER_02: Und in nicht mal 7 Minuten, gut 7 Minuten war ihre Stimmung um 14% schlechter geworden.
- 20:15SPEAKER_02: Nach der kompletten Ruhe?
- 20:17SPEAKER_02: Nach sieben Minuten kompletten Ruhe war ihre Stimmung um 14% schlechter, aber nur bei verordneten Ruhe.
- 20:26SPEAKER_02: Nicht so freiwillig ist.
- 20:28SPEAKER_02: Auch als jung Mami, dass sie manchmal aus den Kindern machen könnte.
- 20:30SPEAKER_02: Ich muss zum Beispiel, weil ich finde, es kommen ihnen schon gute Ideen.
- 20:34SPEAKER_02: Diesen Effekt erlebe ich natürlich meinen Kindern auch, wenn sie ihnen schon mal haben.
- 20:37SPEAKER_01: Wenn sie uns zufrieden sind, wenn sie aus dem Zimmer zurückkommen.
- 20:39SPEAKER_02: Ja, sie können zum Teil recht lange in der Langweile verhaaren.
- 20:43SPEAKER_02: Wir sind auch recht penetrant und kennen dort viel Raum, bis sie gute Ideen haben.
- 20:48SPEAKER_02: Aber sie können auch in der Langweile recht gut verhaaren.
- 20:51SPEAKER_02: Und dort sind über 28.000 Leute, die mitgemacht haben.
- 20:55SPEAKER_02: Das ist ein verbestätigter Effekt drinnen.
- 20:58SPEAKER_02: Das heisst, wenn es verordnet ist, wenn du dich nicht selber nimmst, dann haben wir verdammt Mühe mit.
- 21:06SPEAKER_01: Aber da kann ich noch nachdoppeln.
- 21:08SPEAKER_01: Du hast jetzt gesagt, unfreiwillige Ruhe.
- 21:10SPEAKER_01: Wir haben noch eine andere Studie gefunden, die heisst: A wandering mind is an unhappy mind, also ein abschweifender Geist, wenn man immer bei dieser Ruhe ist, ist ein unglücklicher Geist.
- 21:20SPEAKER_01: And haben sie auch 2250 Erwachsene im All-Tag begleitet mit dem Handy, und sie haben mehrmals am Tag zu zufälliger Zeitpunkt, was machen?
- 21:30SPEAKER_01: Wie zufrieden sind sie, and ihre Gedanken bei dem sind, die machen sind, also bei der aktuellen Tätigkeit, oder ob sie am Abschweifen sind.
- 21:41SPEAKER_01: Dort sagen wir ungefähr die Hälfte der Zeitpunkte, die die Leute befragt worden sind, waren die Leute am Abschweifen, also eigentlich relativ oft nicht bei der aktuellen Tätigkeit mit ihren Gedanken.
- 21:53SPEAKER_01: Dort haben sie auch gesagt, dort sind sie ja freiwillige am Abschweifen, sie sind ja nicht dazu gedrängt worden, sie machen nichts.
- 21:58SPEAKER_01: Und dort hat sich Auch einen Zusammenhang gezeigt zwischen je mehr am Abschweifen ist, desto weniger zufrieden ist man auch in diesem Moment.
- 22:09SPEAKER_01: Und meine Ableitung von dem, dass es die Autorenschaft auch so diskutiert, ist, dass wir auch, wenn wir nichts machen und mit den Gedanken abschweifen können, lässt es auch Raum für Angst führen, Sorge zu führen.
- 22:25SPEAKER_01: Allgemein unsere Gedanken werden Leute und dass sie ständig beschäftigt sind im Gegensatz, sich immer wieder jassen am Handy und dies auf und jenes.
- 22:36SPEAKER_01: Das ist halt auch etwas ein Schutzschild davor, dass wir uns nicht mehr mit unseren eigenen Ängsten, Sorgen, Gedanken beschäftigen.
- 22:44SPEAKER_01: Es ist eigentlich ein Besorgnis erlegen, dass die Leute, wenn es dann eben in dieser eigenen Gedankenwelt sind, weniger happy sind in diesen Moment.
- 22:54SPEAKER_02: Absolut.
- 22:55SPEAKER_02: Noch zwei Funfacts zu dieser Studie.
- 22:57SPEAKER_02: Also sagen Sie ein Funfact, dieses nicht.
- 23:00SPEAKER_02: Vielleicht zählt es zum anderen, dass Tätigkeiten, wo wir nicht Anspruch haben, dass wir dort vollgedanklich dabei sind.
- 23:10SPEAKER_02: Dort ist die Stimmung besser, wenn sie abschweift.
- 23:12SPEAKER_02: Das weischen oder spazieren, wo wir nicht einen Zweck haben, dort ist es okay, wenn unsere Gedanken abschweifen.
- 23:23SPEAKER_02: Dort sind wir weniger unzufrieden mit uns, wenn Gedanken abgeschweift sind.
- 23:26SPEAKER_02: Als wenn wir etwas im Draht sind, wo wir es gefühlt können, müssen wir uns fokussieren drauf.
- 23:31SPEAKER_02: Wenn jemand am Lehren ist für eine Prüfung, und das Gefühl, ich bin die ganze Zeit abgeschweift, dann ist das für den Selbstwert natürlich schwieriger, als wenn wir uns von der Laube gerade abzusweifen.
- 23:43SPEAKER_01: Das stimmt.
- 23:44SPEAKER_02: Und du bist sicher darüber gestolpert, was die einzige Tätigkeit war, als Gedanken abschweifen unter 30% war?
- 23:50SPEAKER_01: Nein.
- 23:50SPEAKER_01: Ich bin nicht so in Details erzählen.
- 23:52SPEAKER_02: Aber das bringt es auch raus, ohne dass du gelesen hast.
- 23:55SPEAKER_01: Was jetzt?
- 23:57SPEAKER_02: Nein, beim Sex.
- 23:59SPEAKER_01: Das haben sie geschrieben?
- 24:00SPEAKER_02: Also was heißt es geschrieben?
- 24:01SPEAKER_01: Ja, aber wer hat während dem Sex.
- 24:04SPEAKER_02: Es ist vielleicht drei Minuten später beantwortet oder 10 Minuten später beantworten.
- 24:09SPEAKER_01: Nein, aber stimmt, das habe ich sogar auch gelesen.
- 24:11SPEAKER_01: Und dann denke ich, ja, aber es kann doch nicht wahr sein, dass die Leute diese Daten gesammelt haben.
- 24:16SPEAKER_01: Aber okay.
- 24:17SPEAKER_01: Vielleicht schon.
- 24:18SPEAKER_02: Was du gerade noch gesagt hast, ist, dass man, wenn man zum Grüppeln neigt, um sich Sorgen machen, dann wird man wahrscheinlich auch vermeiden, das komplette Nichts tun und die Gedanken so viel Raum zu geben.
- 24:32SPEAKER_02: Aber trotzdem sagen wir über die Gesamtpopulation, also über alle Menschen hinweg, sagen wir nichts schlechter voraus, als es eigentlich ist.
- 24:42SPEAKER_02: Wir haben zwei Gruppen miteinander verglichen.
- 24:45SPEAKER_02: Die eine war die sogenannte Denkgruppe, und die andere war die sogenannte News-Gruppe.
- 24:50SPEAKER_02: Das heisst, die haben etwas News gelesen.
- 24:53SPEAKER_02: Sie müssen im Vornerein müssen, was sie glauben, wie ihre Stimmung verändern wird.
- 25:00SPEAKER_01: Das lesen von der News.
- 25:01SPEAKER_02: Die eine Gruppe komplett nichts machen, also nur denken.
- 25:04SPEAKER_02: Nur von sich einen vegetieren.
- 25:10SPEAKER_02: Und bei den Gruppen haben sie gefragt und diese News-Gruppe ist davon ausgegangen, dass ihre Stimmung am Ende besser sein wird.
- 25:17SPEAKER_02: Und die, die noch gedenken, haben am Anfang gedacht, nein, das tut mir nicht gut oder ich kann das nicht, das wird schwierig.
- 25:23SPEAKER_02: Und am Ende haben wir aber die Stimmung erhoben und bei B nächste ähnlich hoch.
- 25:28SPEAKER_02: Es war nicht so, dass es einen Anfangseffekt, dass nach ein paar Minuten die Stimmung gesinkt.
- 25:35SPEAKER_02: Wenn du aber mehr rumgist und plötzlich etwas entstehen aus dem Ganzen raus, vielleicht eben ein Problem lösen, einen kreativen Einfall usw.
- 25:45SPEAKER_02: Wenn dann mehr Zeit und Musik ist, dann hat es einen positiveren Effekt, als du am Anfang denkst.
- 25:52SPEAKER_02: Wir machen quasi auch einen Prognosefehler.
- 25:55SPEAKER_02: Und dieser Prognosefehler verhindert, dass wir überhaupt in das nichts, komplette Nichts zu tun hier können.
- 26:02SPEAKER_01: Also du würdest sagen, man muss einfach lange in den Leerlaufmodus tun.
- 26:06SPEAKER_02: Man muss die Geduld haben und wissen, dass sich es am Ende meistens zumindest gleich auszahlt.
- 26:14SPEAKER_02: Wobei ich glaube, wenn man gerade in einer Phase ist, wo es einem nicht so gut geht oder wo einem viele Sachen umtreibt, ist das wahrscheinlich nicht der richtige Moment, um das stärker zu forcieren.
- 26:25SPEAKER_01: Ich habe noch einen anderen Punkt, den ich aus meiner Beobachtung aus den letzten Jahren.
- 26:31SPEAKER_01: Vielleicht kennst du auch so Leute, die, wenn man sich fragt, wie geht es dir?
- 26:37SPEAKER_01: Automatisch aus den Pistole geschossen, egal wie viele die Leute wirklich um Toren haben, rein objektiv.
- 26:44SPEAKER_01: Es gibt Leute, die immer das Gefühl haben, sie sind im Stress.
- 26:48SPEAKER_01: Also jedes Mal, dass ich fragst, hey, da war wirklich volle Woche, immer biser, immer zu wenig Zeit.
- 26:57SPEAKER_01: Es gibt einfach einen Unterschied zwischen den Leuten, in dem, wie sehr sie das Gefühl haben, dass ihre Zeit knapp ist.
- 27:05SPEAKER_01: Zeitknappheit.
- 27:06SPEAKER_01: Es gibt Leute, die immer chronisch das Gefühl haben, dass sie unter Zeitdruck sind.
- 27:10SPEAKER_01: Egal rein objektiv, wenn du vergleichen will, wie viel sie wirklich oben haben.
- 27:15SPEAKER_01: Haben vielleicht andere, die weniger sagen, siegen immer im Stress, haben vielleicht weniger oben als die, die immer sagen, siegen so viel oben.
- 27:22SPEAKER_02: Und warum kommt das?
- 27:24SPEAKER_01: Hey, darüber wahrscheinlich lange darüber diskutieren, aber ich würde sagen, sicher ein Aspekt gesellschaftliche Norm, was von uns erwartet wird.
- 27:34SPEAKER_01: Dass wir immer das Gefühl haben, wir müssten doch immer auf Achse sein und irgendetwas Produktives machen mit unserer Zeit machen und nicht einfach nur auf den Fullen Haut legen.
- 27:42SPEAKER_01: Full Sein ist schon etwas in unserer Gesellschaft negativ assoziiert ist.
- 27:49SPEAKER_02: Das ist sogar durch Forschung und der Leid.
- 27:51SPEAKER_02: Ich habe hier eine Studie relativ neu, habe ich gefunden, dort ist herausgekommen, dass die Anstrengung als moralisch gut angeschaut wird, selbst wenn sie nichts bewirkt.
- 28:04SPEAKER_02: Wir müssen das Gefühl haben, wir machen etwas Sinnvolles, wir trägen etwas Sinnvolles.
- 28:10SPEAKER_02: Die Zeit, die wir einsetzen, nützen wir für etwas, was etwas bringt.
- 28:15SPEAKER_02: Sie haben dort sogar Leute untersucht, die auf den Fragebogen zurückgeben.
- 28:21SPEAKER_02: Die anderen so zurückgeben und die anderen halb Stunden laufen, um den Fragebogen zurückzugeben.
- 28:28SPEAKER_02: Und die, die eine halb Stunden laufen können, um den Fragebogen zurückgeben, haben sich besser gefühlt.
- 28:33SPEAKER_02: Es hat sich einfach gut angefühlt, etwas zu machen.
- 28:36SPEAKER_01: Ja, wir brauchen irgendwie ein Outcom.
- 28:38SPEAKER_02: Genau.
- 28:39SPEAKER_02: In dieser Studie braucht sie das Bild des Sisiphos.
- 28:42SPEAKER_02: Könnte der Sisifos.
- 28:43SPEAKER_02: Das ist der, der immer wieder einen Stein den Berg darauf rollen muss.
- 28:47SPEAKER_02: Und kurz bevor er da oben ist, rollt wieder ab und fällt er wieder von vorne an.
- 28:51SPEAKER_02: Das ist sein Leben lang.
- 28:53SPEAKER_02: Sie haben gesagt, der Mensch ist mehr dafür gemacht, die Sisiphos zu sein, wo ständig wieder der gleiche Stein den Berg aufrollt, wo es eigentlich gar nichts bringt, als einfach dort in einem Stuhl zu sitzen und den Sisifos zu beobachten.
- 29:07SPEAKER_02: Das hat schon etwas.
- 29:09SPEAKER_02: Sobald wir das reflektiert, wie wir unterwegs sind, dann dort schauen, dass wir probieren, in unserem Leben Sinn zu geben, unsere Tätigkeiten zu geben.
- 29:23SPEAKER_02: Aber einen Unterschied ist es schon, wie viel Zeit wir wirklich haben.
- 29:26SPEAKER_02: Also gerne nur eins, um auf dich zurückzukommen.
- 29:29SPEAKER_02: Du hast schon das wunderbar beschrieben von deinem Sommer und deine Zeit war sehr knapp, deine freie Zeit.
- 29:36SPEAKER_01: Objektiv.
- 29:37SPEAKER_02: Objektiv.
- 29:38SPEAKER_02: In vielen Leuten haben das Gefühl, sie ist subjektiv.
- 29:41SPEAKER_01: Genau.
- 29:41SPEAKER_02: Knapp.
- 29:42SPEAKER_02: Und bei dir objektiv knapp.
- 29:45SPEAKER_02: Und das tut der Druck natürlich massiv erhöhen, sie richtig einzusetzen.
- 29:51SPEAKER_02: Wenn ich jetzt 3 Stunden pro Tag für mich Zeit habe und ich irgendwie investieren kann, kann eine halbe Stunde verschwendet sein.
- 29:57SPEAKER_02: Und es ist halb so viel, das fühlt sich noch nicht schlecht an.
- 30:01SPEAKER_02: Wenn ich alle 3 Stunden noch im Handy umeinander scrollen will, würde brauchen, dann geht mir das auch ein schlechtes Gefühl.
- 30:09SPEAKER_02: Aber wenn du nur 20 Minuten hast per Tag, dann muss jede einzelne Zählen.
- 30:14SPEAKER_02: Und da sagt man auch, wer Freizeit für Verschwendung halt, dann hat er quasi weniger genießen.
- 30:22SPEAKER_02: Und zwar am stärksten bei Tätigkeiten ohne Zweck.
- 30:25SPEAKER_02: Und ich würde dir jetzt niemals unterstellen, dass du Freizeit für Verschwendung haltest.
- 30:30SPEAKER_02: Aber wenn du so wenig Zeit hast und noch so viel auf dieser To-Do-Liste ist, dann ist logisch das Gefühl, hey, ich müsste doch noch.
- 30:41SPEAKER_02: Wie wolltest du einem guten Gewissen die 20 Minuten einfach für dich nehmen, wenn der Berg links und rechts so hoch ist?
- 30:49SPEAKER_01: Ja.
- 30:50SPEAKER_01: Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass auch Leute, die ganz viel Zeit hätten, objektiv hätten, gibt es auch Leute, die sich dann eben auch schlecht fühlen und die ganze Zeit ihre To-Do Liste aufpoppt und sie das Gefühl haben, sie müssen jetzt da irgendwie dieses und jenes machen.
- 31:03SPEAKER_01: Machen sie dann vielleicht nicht, aber sie haben das Gefühl, dass sie es müssen machen.
- 31:08SPEAKER_02: Ja, genau.
- 31:09SPEAKER_02: Wobei ich ziemlich sicher bin, wenn wir über ein Zeitjournal führen, dann würden bei sehr vielen Leuten plötzlich recht viel Zeit für, das eigentlich anders einsetzbar wären.
- 31:22SPEAKER_01: Absolut.
- 31:24SPEAKER_01: Und vielleicht nochmal zu dem subjektiven Zeitknappheitsgefühl, da zeigt sich schon auch, dass Leute, die immer das Gefühl haben, wenig Zeit haben und sind immer busy, haben immer etwas zu machen, obwohl sie eigentlich gar nicht immer etwas machen müssen.
- 31:39SPEAKER_01: Das hängt schon negativ mit mentaler Gesundheit zusammen, mit dem Wohlbefinden dieser Leute.
- 31:44SPEAKER_01: Es ist nicht etwas Positives, immer auf Achse sein und das Gefühl, wir müssen immer etwas einfüllen in diese Zeit, in der wir den Lehrlauf haben.
- 31:54SPEAKER_02: Ja, und wenn wir dann vielleicht mit den Lehrlauf daheim, dann fehlt einem komplette Energie, um vielleicht etwas Aktiver zu machen für die eigene Erholung machen.
- 32:02SPEAKER_02: Und ist dann wirklich nur noch am sich bereiseln von einem kleinen oder einem grossen Gerät.
- 32:09SPEAKER_01: Das kennen wahrscheinlich alle.
- 32:10SPEAKER_02: Die es alle wieder können und die natürlich für unsere Erholung, wenn man vor Ideen oder Kreativität, Sachen sortieren, sich Sachen merken usw.
- 32:23SPEAKER_02: So verschiedene Effekte von nichts zu tun.
- 32:25SPEAKER_02: Das sind natürlich Effekte, die weniger passieren.
- 32:28SPEAKER_02: Bei diesen Tätigkeiten, die unsere Aufmerksamkeit trotzdem sehr stark beanspruchen.
- 32:35SPEAKER_02: Wenn wir zurückkommen zum Anfang, dann kann man sich das 2-2-Matrix vorstellen.
- 32:42SPEAKER_02: Das eine ist eher zweckgebunden, und das andere ist zweckfrei.
- 32:47SPEAKER_02: Und dann geht es auf der anderen Seite Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit frei.
- 32:53SPEAKER_02: Ich finde, das sind die zwei Dimensionen, in denen man die Tätigkeiten gut einordnen kann.
- 32:59SPEAKER_02: Wenn wir schaut, wenn ich ein Jass machen auf der Terrasse machen, dann ist es zwar zweckfrei.
- 33:05SPEAKER_02: Ich glaube, das tut man auch gut, aber das sind die Effekte, die wir vorhin geschildert haben mit Kreativität, mit Sachen merken.
- 33:16SPEAKER_02: Dass das Problem lösen, Tusche-Effekt findet eigentlich nicht statt.
- 33:20SPEAKER_02: Und ich glaube, das ist etwas ähnlich, wenn andere Wiki gamen oder nicht flixen können.
- 33:27SPEAKER_02: Oder vielleicht ein bisschen durchs Handy durchscrollen.
- 33:30SPEAKER_02: Es fühlt sich auch wie nichts zu tun an.
- 33:33SPEAKER_02: Aber meine Aufmerksamkeit ist trotzdem immer gebunden.
- 33:36SPEAKER_02: Durch das ist der Effekt viel weniger da.
- 33:39SPEAKER_01: Ja, und dort, das weiss ich jetzt ehrlich gesagt nicht, aber ich weiss auch nicht, wie sehr das wirklich ein Entspannungsmoment ist für uns.
- 33:46SPEAKER_01: Eine Netflix-Show schauen, da fühle ich mich nachher ehrlich gesagt, dass wir nicht regeneriert.
- 33:52SPEAKER_02: Nein.
- 33:54SPEAKER_02: Meine Recherchen diesbezüglich hat ergeben, dass wir durchaus aktiv, bewusst entscheiden, ich nehme mir jetzt eine Stunde Zeit für eine Netflix-Folge.
- 34:06SPEAKER_02: Die kann sehr wohl erholsam sein.
- 34:09SPEAKER_02: Aber das Schlimmste, was passieren kann, ich hätte noch so viel anders zu tun, ich nicht aufrauffen und hänge jetzt auf dem Sofa und du nur Netflix binst, watchen, obwohl ich mir die Legitimation vorgängig nicht gehen habe, sondern ich mache es aus einem schlechten Gefühl heraus, dass es das Schlimmste machen kannst.
- 34:28SPEAKER_02: Wenn du das machst, dann sehr bewusst sagen, hey, jetzt ist genau das Richtige.
- 34:32SPEAKER_01: Nehme ich mir das Zeitfenster.
- 34:34SPEAKER_02: Wir als Familie beispielsweise haben praktisch immer eine Familienserie, wo wir uns das Fünften aufs Sofa setzen und dann schauen wir eine halbe Stunde oder drei Viertelstunde zusammen in diese Serie und reden schon noch vorne oder nachher darüber.
- 34:48SPEAKER_02: Es hat auch einen sozialen Charakter da drin.
- 34:50SPEAKER_01: Führst du dich nie schuldig?
- 34:52SPEAKER_02: Nie!
- 34:53SPEAKER_01: Aber vielleicht deine Kinder denken, jetzt hätte ich lernen.
- 34:58SPEAKER_02: Nein, es hat wirklich eine Familiekomponente.
- 35:00SPEAKER_02: Nur das Passive, allein würde ich dir nichts tun.
- 35:03SPEAKER_02: Das ist jetzt auch nicht stundenlang.
- 35:05SPEAKER_02: Das ist eine ganz andere Komponente.
- 35:08SPEAKER_02: Wenn man schaut, auf der anderen Seite immer noch zweckfrei, aber Aufmerksamkeit ist frei.
- 35:12SPEAKER_02: Also weisst du, den Lehrlauf zum Fenster rausschauen hier drinnen.
- 35:20SPEAKER_02: Jetzt ist so ein schmaler Grad.
- 35:22SPEAKER_02: Ist jetzt duschen, ist schon ein Zweckbunden, weil ich ja sauber werde konnte.
- 35:27SPEAKER_02: Aber es ist nicht der Zweckbunden, ich erreiche etwas auf der To-Do-Liste, kein Ziel.
- 35:32SPEAKER_02: Oder ich gehe im Garten werchnen.
- 35:34SPEAKER_02: Oder ich gehe einfach mal ein Pilz.
- 35:37SPEAKER_02: Und ich habe das Gefühl, ich muss Nacht ein Bilzgericht daheim bringen.
- 35:41SPEAKER_01: Ja, aber ich glaube, es kommt auf das Mindset der Leuten an.
- 35:43SPEAKER_01: Extrem.
- 35:44SPEAKER_01: Weil wenn ich jetzt in den Garten gehe und einfach das Gefühl habe, jetzt ist auch noch dieser Garten und jetzt muss ich da auch noch diese Beeren pflücken.
- 35:50SPEAKER_02: Und ich glaube, genau dieses Teil bewegen wir uns aktuell, dass wir unsere Freizeit produktivieren.
- 35:57SPEAKER_02: Das ist das Wort, das ich wählen würde.
- 36:00SPEAKER_02: Was zu draußen überhaufen?
- 36:03SPEAKER_02: Unsere Messsinstrument, wir müssen 10'000 Schritte laufen.
- 36:07SPEAKER_02: Wir müssen Intervalltraining machen.
- 36:09SPEAKER_02: Wir müssen unsere Bestzeit von gestern schlagen.
- 36:12SPEAKER_02: Unser Herzschlag oben abkommen beim Schlafen oder beim Joggen.
- 36:17SPEAKER_02: Wir müssen jetzt Pilzen zur Nacht etwas heimbringen.
- 36:20SPEAKER_02: Die Garten hat ein Zeugsend wachsen.
- 36:23SPEAKER_02: Was kann ich jetzt noch machen?
- 36:24SPEAKER_02: Sobald ich dort einen Zweck trainieren, in die Tätigkeiten, wo uns würden erholen und gut tun und nichts zu tun, kommt die ganz anderen Charakter über und haben vor allem bezüglich Erholung plötzlich einen viel weniger starken oder sogar gegenteiligen Effekt.
- 36:45SPEAKER_01: Ich würde schon zu meinem persönlichen Fazit kommen.
- 36:48SPEAKER_01: Hast du noch so etwas?
- 36:50SPEAKER_02: Ja, ich glaube, etwas, was mir noch wichtig wäre zu sagen, vor dem Fazit, ist, was ist mit der Dosis von nichts zu tun und was sind Grenzen daheim.
- 37:02SPEAKER_02: Hast du etwas herausgefunden?
- 37:03SPEAKER_02: Ja.
- 37:03SPEAKER_02: Dosis?
- 37:04SPEAKER_02: Ja.
- 37:05SPEAKER_02: Und zwar hat der Sharif mit seinem Konsortium, die mich geforscht hat, von einer sogenannten umgekehrten U-Kurve.
- 37:16SPEAKER_02: Das sind auch 10'000 von Leute, die mitgemacht haben.
- 37:19SPEAKER_02: Wir tun sehr solide mit diesen Experimenten, die hier gemacht haben, dass sie gemerkt haben, wenn man unter rund 2 Stunden pro Tag freie Zeit hat, dann steigt der Stress.
- 37:31SPEAKER_02: Es können Situationen sein wie bei dir.
- 37:33SPEAKER_01: Zwei Stunden heisst, du kannst selbst darüber verfügen, was du dort drin machen hast.
- 37:36SPEAKER_01: Genau.
- 37:38SPEAKER_02: Es sind Leute wie jetzt du, frisch Mami, frisch zum zweiten Mal Mami, aber natürlich auch Leute, die Schicht arbeiten oder mehrere Jobs haben, damit sie durch den Alltag durchkommen.
- 37:48SPEAKER_02: Dann steigt der Stress.
- 37:50SPEAKER_02: Und lustigerweise, über fünf Stunden sinkt das Wohlbefinden auch wieder.
- 37:58SPEAKER_02: Ja, dann ist es einfach zu viel.
- 38:00SPEAKER_02: Es geht die Langweilung hinein, das Boor-Out schon fast.
- 38:03SPEAKER_02: Mit Ausnahme, wenn du die Zeit sinnvoll füllen kannst.
- 38:07SPEAKER_02: Wenn du selber das Gefühl hast, ich kann mit dieser Zeit etwas Sinnvolles an und du dich frei nennen, wie du wollst, dann sinkt das viel weniger stark.
- 38:15SPEAKER_01: Aber dann gehst du wieder den Zieloriant, also den Zweck drin, also etwas verfolgst.
- 38:21SPEAKER_02: Genau, genau.
- 38:22SPEAKER_02: Aber im Durchschnitt über alle Leute hinweg liegt zu den Sweet Spot bei 2 bis 5 Stunden drinnen.
- 38:29SPEAKER_02: Dort ist es so, dass ich genug habe und ich theoretisch frei verfügen könnte, aber bei gleich so stark sinnvoll eingebunden in den Alltag, dass ich nicht mehr schlecht vorkomme im Ganzen.
- 38:45SPEAKER_02: Und dort ist natürlich schon bei dir.
- 38:48SPEAKER_02: Du hast natürlich den Druck, wenn du wenig Zeit hast, eine ganz andere Situation, als wenn du die Unruhe hast, wo du nicht aushalten in der Stelle.
- 38:58SPEAKER_02: Ich glaube, das Symptome, das sich zeigen, beim Nichts tun oder beim potenziellen Nichts zu tun, sind je nach Situationen, in der du da drinnen steckst, komplett andere.
- 39:08SPEAKER_02: Das finde ich recht spannend in der Recherche.
- 39:12SPEAKER_02: Das Thema ist vielschichtiger und komplexer, als ich am Anfang gedacht habe, ob du das Thema gegeben hast.
- 39:19SPEAKER_02: Wir haben nicht etwas.
- 39:21SPEAKER_02: Es ist okay, wenn ich zum Fazit komme.
- 39:22SPEAKER_01: Bitte komm zu deinem Fazit.
- 39:24SPEAKER_02: Ich habe gesagt, Geld Leute finden das beide gesagt, Leute finden das sehr unangenehm, diese Ruhe, die Stille nützt zu tun.
- 39:33SPEAKER_02: Und das ist inzwischen komplett überhaupt genommen in unserem Leben.
- 39:37SPEAKER_02: Bushaltstelle ist so ein typisches Beispiel, das alle sofort zum Handy greifen.
- 39:42SPEAKER_02: Wenn du am Pulter am Tisch sitzt, hast du fertig gegessen.
- 39:45SPEAKER_02: Wenn du nicht noch andere Leute am Tisch sitzen, was nimmst du in die Hand wie das Handy.
- 39:50SPEAKER_01: Oh, dann schon währendmessen, ganz ehrlich.
- 39:52SPEAKER_02: Ja, du hast schon während gemessen.
- 39:54SPEAKER_02: Wir bei unseren Kids nicht, bewusst nicht.
- 39:57SPEAKER_02: Aber ja, in der Tat.
- 40:00SPEAKER_02: Unsere ältere Kids haben ihr ein Handy abstufen.
- 40:04SPEAKER_02: Ich könnte euch alles tracken, wie häufig sie ein Handy in die Hand nehmen, wie viele Bildschirmzeit im Rahmen davon, in dem wir hinein gehen.
- 40:10SPEAKER_02: Es ist krass, wie häufig die ihr Handy in die Hand nehmen, auch wie automatisiert da drinnen, weil wir das Stille geht automatisch füllen.
- 40:20SPEAKER_02: Ich glaube, beim Fazit geht es nicht nur darum, wie wir das Nichtston aushalten, das ist der eine Punkt, sondern welche Art von Nichtston wir einerseits suchen oder welche gut tun würden, welche Umsetzen mehr.
- 40:38SPEAKER_02: Über das haben wir jetzt relativ viel geredet.
- 40:40SPEAKER_02: Je nachdem, welche Art von Nichts zu tun wir machen, kommt es miteinander quittung.
- 40:46SPEAKER_02: Also geht es nur um Erholung.
- 40:49SPEAKER_02: Geht es vielleicht sogar darum, kreativ sein, Probleme lösen können, die einem beschäftigt im Leben hin?
- 40:57SPEAKER_02: Gedanken sortieren, vielleicht Sachen zu merken, die Merkfähigkeit von Sachen, die einem wichtig, zu erhöhen können.
- 41:05SPEAKER_02: Je nachdem mache ich besser eine andere Art von freier Zeit oder von nichts zu tun.
- 41:13SPEAKER_02: Wir können sicher sagen, wir füllen heute unsere freie Zeit anders als früher.
- 41:18SPEAKER_02: Früher wurden wir zum Teil gezwungen worden, ein bisschen langeweilen nicht zu gehen.
- 41:23SPEAKER_02: Wir haben unser Hirn arbeiten können.
- 41:25SPEAKER_02: Heute haben wir mit diesen Gerätschaften und dieser Ablenkbarkeit von all diesen Sachen, die wir zur Verfügung haben.
- 41:32SPEAKER_02: In Griffnöchen die freie Zeit anders nützen.
- 41:37SPEAKER_02: Und es ist gar keine Wahl mehr häufig, wie wir es nichts füllen können.
- 41:43SPEAKER_02: Ich würde mir ganz klar wünschen, es wäre weniger Aufmerksamkeitsbunden und viel, viel häufiger aufmerksamkeitsfrei.
- 41:52SPEAKER_02: Das heisst, wir würden probieren, nichts zu füllen mit Sachen, die nicht uns automatisch schon wieder ablenken mit neuen Reiz tun.
- 41:59SPEAKER_02: Denn dort ganz vieles drinnen nicht entstehen.
- 42:03SPEAKER_02: Anspruchslose Tätigkeiten.
- 42:06SPEAKER_02: Im Idealfall mal auf dem Fenster rausschauen oder auf dem Sofa sitzen und nicht einmal ein Buch oder das Handy nehmen.
- 42:12SPEAKER_02: Aber wenn das nicht geht, wenigstens körperlich anspruchslose Tätigkeiten, ohne Pulsuhr am Handgelenk, ohne sagen, ich muss jetzt das und das noch erledigen, ohne diesen Performance-Anspruch, ohne produktiv zu wählen zu sein.
- 42:31SPEAKER_02: In diesem Innen kann ganz vieles an Erholung entstehen und ganz viele an spannenden Gedanken entstehen im Nichtsztunnen.
- 42:41SPEAKER_01: Das wäre es, unsere vielen Gedanken zum Thema Nichts zu machen.
- 42:45SPEAKER_01: Marcel, was ist das Aha von der Folge?
- 42:49SPEAKER_02: Ja, ich habe im Fazit ja noch gesagt: hey, es ist mega cool, wenn wir arbeiten, ein bisschen weniger Aufmerksamkeitsbunden, unser Nichtszum zu machen.
- 42:58SPEAKER_02: Das ist aber unangenehm für uns.
- 43:00SPEAKER_02: Und ich glaube, wir müssen uns bewusst sein, es hat Nebenwirkungen.
- 43:05SPEAKER_02: Wenn wir an wieder aufmerksamkeitsfrei nichts machen.
- 43:10SPEAKER_02: Wir müssen aufpassen, was machen wir, wenn man Nebenwirkung hat.
- 43:13SPEAKER_02: Wir nehmen ein Schmerzmittel.
- 43:15SPEAKER_02: Das Schmerzmittel, das Handy oder Netflix oder irgendetwas, was einem ablenkt.
- 43:22SPEAKER_02: Und ich glaube, meine Sachen ist, lass uns wieder mehr, ohne Schmerzmittel versuchen, durch nichts zu tun, müssen wir zu dürfen gehen.
- 43:30SPEAKER_01: Das Handy öfters weglecken.
- 43:32SPEAKER_02: Weiter weg nicht die Griffnöch, weil es das schon einfacher macht und den Plan auch herumzusetzen können.
- 43:38SPEAKER_01: Wir überlappen uns natürlich immer schon sehr, was ich mir einfach so als Aha, auch während der Recherche überlegt habe.
- 43:47SPEAKER_01: Ich finde es ein extrem komplexes Thema.
- 43:50SPEAKER_01: Einerseits finde ich meine Innerlich, die du leistest, die immer aufploppt, wenn ich mal einen Lehrlauf habe.
- 43:56SPEAKER_01: Das ist ja auch etwas Positives.
- 43:59SPEAKER_01: Es gibt mir ja auch Antrieb, dass ich endlich mal die WhatsApp-Nachrichtigen beantworte.
- 44:03SPEAKER_01: Endlich mal vielleicht dein Buch weiterlesen, endlich mal den Podcast hören.
- 44:08SPEAKER_01: Es halte mich auf die Arbeit und wie auch nutze ich dann Zeit ja auch produktiv, was ich auch etwas Positives haben kann.
- 44:16SPEAKER_01: Gleichzeitig, wie du auch gesagt hast, für mich persönlich nehme ich aus dieser Erfolg raus, dass ich trotzdem genauer anzugehen kann und nicht immer das Handy zucken kann, sondern eher öfter mal zuhören, dass ich auch im Lehrlaufmodus sein kann, Raum zu arbeiten kann, meine Gedanken abschweifen zu lassen, einfach im Moment sein und so vielleicht auch hoffentlich Kreatives mehr zuhören und mehr Möglichkeiten zuhören, um meine Gedanken zu sortieren.
- 44:44SPEAKER_01: Ich glaube, wenn ich mir die Möglichkeit für einen Lehrlauf habe und dann diese To-Do-Liste aufpoppen, wo ich mir wie auch vorne oder mir wie auch überlegen kann, woher kommt eigentlich das kommt, dass ich das Gefühl habe, dass ich das jetzt machen muss.
- 44:57SPEAKER_01: Muss es jetzt wirklich erledigt werden?
- 44:59SPEAKER_01: Oder sind das irgendwelche Teil meiner Identität, dass ich das Gefühl habe, ich muss jetzt auf der Draht bleiben oder ist es ein gesellschaftlicher Druck, der sich hier in mir verinnerlicht hat, dass ich das Gefühl habe, ich muss jetzt etwas machen, das einen Zweck verfolgt.
- 45:16SPEAKER_01: Einfach so mehr auch hinter Frage, woher diese aufpoppenden Gedanken kommen und dann hoffentlich als Outcome von dem, dass ich dann öfters mal das Handy weg lege und meine Gedanken abschweifen.
- 45:29SPEAKER_01: Das war so mein Aha dieser Erfolge.
- 45:31SPEAKER_01: Das war es mit diesem Erfolg von VolksPsycho.
- 45:34SPEAKER_01: Schön habt ihr hineingost.
- 45:36SPEAKER_01: Alle relevanten Quellen zur Folge findet ihr in den Shownotes, wie immer.
- 45:40SPEAKER_01: Und das sämtliche Psychologieangebote der Hochschule Cern findet ihr auf hslou.ch.
- 45:46SPEAKER_01: Psychologie.
- 45:46SPEAKER_02: Ja, und wie wir gehen mit offenen Augen durch die Welt, gerne auch mal wieder häufiger ohne Handy, zum Beispiel beim Pendeln, mal das Handy weglecken und nicht schlafen, sondern einfach mal Leute beobachten dort, weil überall, wo wir unterwegs sind, ist alles voll der Psychologie oder eben voll Psycho.
- 46:06SPEAKER_02: Bis bald und tschüss zusammen.
- 46:08SPEAKER_02: Tschüss zusammen!