Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Kritik an Oper-Siegerentwürfen, steigende Friedhofsgebühren und Professorin Hanna Werth im Gespräch
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- Wir alle haben ja wahrscheinlich sogenannte Guilty Pleasures, oder? Also wobei ich ja finde, dass daran eigentlich nichts guilty ist, aber das ist eine andere Geschichte. Ob jetzt peinlich oder nicht, ich gucke Weihnachtsfilme und das nicht selten. Und nein, ich meine natürlich nicht die Klassiker wie Kevin Allein zu Haus oder Sissy oder Die Hard, warum auch immer das ein Weihnachtsfilm ist, oder Harry Potter, sondern die, von denen jedes Jahr unzählige aufkommen und die am Ende irgendwie doch immer derselbe sind. Ihr wisst schon, irgendwie gibt mir das eine Ruhe und Entspanntheit, die ich sonst in der ja schon recht, ich sag mal, angefüllten Vorweihnachtszeit nicht bekomme. Ein bisschen so, wie die Leute, die gerne Trash-TV gucken, es mir beschreiben. Oh, Hot Take, diese Weihnachtsfilme sind mein Trash-TV. Da haben wir es doch. Anyway, der letzte, der hier über meinen Bildschirm lief, war Champagne Problems. Und mein lieber Kollege Philipp Holstein hat darüber ein Stück geschrieben, was ich euch, Weihnachtsfilm-Fan oder nicht, sehr gerne ans Herz legen möchte, weil es die ganze Sache irgendwie gut auf den Punkt bringt. Warum wir diese Filme, ja, wir sind viele, gebt es zu, dann doch so gerne gucken und was sie mit Glühwein gemeinsam haben. Gemeinsam haben auch die Siegerentwürfe für die neue Oper etwas, also die auf dem ersten und zweiten Platz. Sie bestehen aus drei Teilen. Uwe Jens Runau kennt wie immer alle Details. Wenn jemand stirbt, ist das für die Hinterbliebenen zuallererst eine seelische und emotionale Belastung. Dass es auch zu einer finanziellen werden kann, ist vielen sicher nicht so klar. Die Gebühren für Grabstätten und Beisetzung zum Beispiel sind nicht ohne und steigen im nächsten Jahr noch weiter an. Wie hoch und welche Kosten es sonst noch gibt, das erklärt Alexander Esch. Hanna Wert ist Schauspielerin, Regisseurin und Aktivistin. Nach zehn Jahren am Schauspielhaus ist sie unter anderem jetzt in der Lehre tätig und hat die deutschlandweit erste Professur für Intimitätskoordination, die an der Robert-Schumann-Hochschule ausgerufen wurde. Was das bedeutet, wie ihr Weg dorthin war und warum es manchmal kein Zurück gibt, darüber haben wir gesprochen. Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 397 und der Rhein steht bei 1,83 Meter. Hallo zum Rheinpegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen, was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt. Kurz und gut, was geht. Mein Name ist Tosja Kormann und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen. Ich habe es ja hier letzte Woche schon erzählt. Meine wunderbaren Kolleginnen und Kollegen von Düsseldorf geht aussuchen wieder den beliebtesten Glühweinstand der Stadt. Geht einfach auf rponline.de slash glühweinvoting25. Da findet ihr alle Infos. Ich sage so, es gibt was zu gewinnen und ja, der Preis ist aus Glühwein. Wenn ihr uns sonst irgendwas mitteilen wollt, wenn ihr Lob habt oder Kritik, wenn es Themen gibt, die euch unter den Nägeln und auf der Seele brennen, wenn ihr Veranstaltungen wisst, auf die wir hinweisen dürfen, dann könnt ihr uns erreichen unter rheinpegel.podcast at rheinische-post.de oder 0160 80 80 844. Ihr wisst, wir freuen uns immer von euch zu hören. Die Siegerentwürfe für den Neubau der Oper stehen fest. Insgesamt wurden vier Gewinner gekürt. Beim Erstplatzierten entschied die 25-köpfige Jury nach zweitägiger Beratung gar einstimmig. Mächtig und elegant sind Vokabeln, die im Zusammenhang mit dem Modell gefallen sind. OB-Stefan Keller bescheinigt einen großen Tag für Düsseldorf und doch gibt es Kritik. Welche das ist, wie das weitere Verfahren jetzt vonstatten geht und was ein anderes Düsseldorfer Bauwahrzeichen mit den Entwürfen vielleicht gemeinsam hat, das weiß Uwe Jens Runau. Lieber Uwe Jens, es ist noch gar nicht so lange her, da saßen wir hier in genau derselben Sitzposition sogar an diesem Tisch und haben darüber gesprochen, dass es demnächst soweit ist und... Ein Siegerentwurf für den Bau der neuen Oper gekürt wird. Und jetzt ist es schon soweit. Jetzt ist es soweit. Wir sind ja wirklich, finde ich, also müssen wir uns mal selber auf die Schulter klopfen, wir sind immer gut im noch mal nachhalten. Also ich finde, wir lassen selten ein Thema aus den Augen, aber dass es so zeitnah aneinander ist. Ich glaube, wir haben vor drei Wochen oder so was drüber gesprochen. Also es ist noch warm. Vor der Jury-Sitzung sozusagen. Ja, und jetzt können wir mal drüber berichten. Jetzt können wir drüber berichten. Tatsächlich, es steht ein Siegerfest. Also so kann man das ja erst mal sagen. Das gibt natürlich jetzt noch Abstufungen und auch noch Wege dahin. Das wirst du uns gleich erklären. Aber ja, wie ist die Lage jetzt? Ja, die Lage rein formell jetzt erst mal betrachtet ist so, dass es ein Ergebnis gibt beim Gestaltungswettbewerb. Überschrift, wie soll die neue Oper in Düsseldorf aussehen? Welche Gestalt soll diese Oper haben? Wie soll sie aussehen? Also quasi Architekturwettbewerb. Und da gibt es jetzt einen Sieger, der eine Einstimmigkeit hat in der Wahl. Also da hat die ganze Jury 25 Leute plus nochmal 50 technische Berater übrigens um die rum für Akustik und technische Fragen und so. Also die waren alle mit in der Jury-Sitzung. Aber entschieden haben diese 25 und die haben gesagt, der ist es. Und das ist ein weltberühmtes Architekturbüro, muss man sagen, Snohetta. Das ist ein Berg in Norwegen, der so heißt. Und diese Norweger, das ist ein amerikanisch-norwegisches Büro, also die beiden Hauptgründer, die haben eben den Namen dieses Berges genommen und sich danach benannt, Snohetta. Das sind, sagte jetzt Herr Filz vom Planungsausschuss, die Weltmeister aktuell im Opernhausbau, weil die nicht nur jetzt in Düsseldorf den Wettbewerb gewonnen haben, sondern auch noch an drei anderen Stellen auf der Welt große Opernhäuser bauen, nämlich in Riyadh. In Südkorea und in Shanghai, wenn ich es richtig im Kopf habe. Meinst du sowas? Nee, in Indonesien, glaube ich. Meinst du, sowas kommt auch mit in die Wertung, also auch wenn unbewusst, dass man so weiß, okay, man ist da in guter Gesellschaft, also so ein bisschen. Der Wettbewerb war anonym. Also die Jury wusste nicht, es gab ja für die Jury zunächst 27 Entwürfe und dann hat man im Mai gesagt, jetzt bleiben acht übrig Und die acht können jetzt nochmal ihre Sachen überarbeiten. Die bekamen alle Hinweise, achtet ihr mal da drauf, achtet mal da drauf. Das konnten die dann über den Sommer machen. Und dann war jetzt am 12. und 13. November die Jury-Sitzung. Dann wurden diese acht unter die Lupe genommen, aber immer nur mit Nummern. Also keiner wusste, welche Architekten verbergen sich jetzt hinter den Entwürfen. Das ist natürlich dann schon interessant, dass dann so ein Büro sich am Ende durchsetzt, das so ein Renommee auch hat. Also die können schon was. Und es war auch wohl eine der wenigen, wo es bei den technischen Fragen nichts zu meckern gab. Also die haben alle Anforderungen für den Bau eines neuen Opernhauses umgesetzt. Also wie sind die 700, 800 Räume da konzipiert, wie ist der Schaltschutz, wie ist die Akustik und sowas alles. Dann die ökologischen Anforderungen, Klimaschutz und die haben wohl alles perfekt. Ich meine, klar, wenn die natürlich schon so ein bisschen erfahren sind, auch speziell Opernhausbau, also das wird sich ja ähneln, natürlich sind in Riyadh andere klimatische Voraussetzungen als hier so. Oder in Oslo, man muss halt sagen, sie kommen aus Oslo, aber sie haben dieses, das ist wirklich, also ich kann, wer es nicht kennt, einfach mal googeln, wenn man eingibt, Opernhaus Oslo, die haben halt diese Staatsoper für Norwegen geplant, 2008 ist die eröffnet worden. Und das gilt als eines der herausragenden Beispiele für moderne Opernhausarchitektur. Das sieht aus wie Eisplatten, die an Land angeschwemmt wurden sozusagen. Du kannst also auf dem Dach rumgehen, das ist alles aus Marmor, du kannst dann runtergehen ans Wasser sogar. Also Sachen, die hier alles verboten wären, das passiert da. Es ist auch noch keiner reingeplumpst in den Fjord so ungefähr. Und du guckst halt, du hast eine riesen Schaufassade, wo du dann auf das Wasser guckst. Das ist natürlich sensationell. Also das heißt, das ist jetzt gerade der Favorit. Es gibt jetzt aber auch noch Schritte, je nachdem wie machbar dieser Entwurf ist, nicht wahr? Ob dann nicht doch der zweite, drittplatzierte, ob die dann nicht sich nochmal mischen? Also theoretisch ist es jetzt so, also es steht der Sieger des Gestaltungswettbewerbes fest. Jetzt ist auch der zweite Entwurf gar nicht so schlecht, können wir gleich noch was zu verlieren und das Verfahren ist aber so, dass das jetzt mit den ersten Vieren weiter Gespräche laufen, weil jetzt viel schärfer nochmal kalkuliert wird, wie teuer ist denn der Opernsaal, wie teuer wird die Akustik. Also lauter Detailfragen, die eine genauere Bezifferung der Kosten ermöglichen und dann erfolgt halt im Frühjahr, wahrscheinlich März, April oder so, eine Vergabe, die Generalvergabe an den Generalplaner. Das muss ich jetzt dann zeigen, ob sich da auch Snowheader weiterhin durchsetzt. Sie haben sehr gute Voraussetzungen, denn bei dieser Entscheidung im Frühjahr zählt es zu 40 Prozent, dass sie Platz 1 hier belegt haben. Mhm. Der zweite Platz, der nimmt 27 Prozent quasi der Entscheidung mit. Also die haben schon einen guten Vorsprung jetzt. Wenn sie fachlich jetzt nicht Fehler machen oder es wird zu teuer oder so, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie das auch schaffen. Und man muss auch dazu sagen, die Einstimmigkeit war nur bei dem ersten Platz. Schon bei dem zweiten Platz war es, glaube ich, 15 zu 8 oder irgendwie so, sodass die also gute Chancen haben. Was ist der zweite Platz? Kannst du das ganz kurz mal beschreiben? Kurz. Der zweite Platz stammt von einem Düsseldorfer Planungsbüro, das ist HPP, ein sehr erfahrenes Düsseldorfer Büro und die haben, wir haben jetzt den ersten Jahr noch gar nicht beschrieben, aber die haben auch quasi drei Baukörper gemacht, aber die ganz anders angeordnet. Die haben eine große Passage durchgebaut, parallel quasi zur Tonhallenstraße. Die machen direkt an der Tonhallenstraße, wo die Haltestelle der Straßenmann ist, gegenüber von Karstadt sozusagen. Da bauen sie hin einen großen Querriegel, das ist dann für die Clara Schumann Musikschule, die soll ja damit einziehen und die Musikbibliothek. Dann kommt halt so eine Passage, man kann durchgehen parallel zur Tonhallenstraße, hinten zur Oststraße und da sind dann auch, was weiß ich, Gastronomien und sowas alles, also eigentlich ganz schön und dann entsteht hinten noch so ein Platz sogar zu der Oststraße, also die haben auch, was ja sehr wichtig war, diesen dritten Ort, Aufenthaltsflächen, niedrigschwellig, jeder soll reinkommen, das haben die auch sehr gut gelöst. Dann kommt daneben ein großer Opernbau sozusagen und obendrauf ist nochmal ein großer Riegel so quer draufgelegt, so Rums, der innen drin auch eine Dachterrasse hat, wo auch so viele Probenräume und sowas sind und auch nochmal Gastronomie. Und die haben zur Oststraße hin die Studiobühne, die zweite Bühne des Opernhauses. Soll ja nochmal so ein Saal geben. Und dann haben sie aber, was ganz schön ist auch noch, muss man sagen, herauskragen zum Wehrhahn, also wie so ein Riegel, der so rauskommt, so Foyer und Aufenthaltsfläche. Und das sieht ein bisschen aus, wie so die Fassade ist so gestaltet, wie so Vorhänge, die auf sind. Also man merkt schon so eine gewisse Festlichkeit, das war auch ganz schön. Der Jurypräsident hat gesagt, die muss alltagstauglich sein, so eine Oper, es soll ja nicht der Luxusbunker sein, da muss die Oper funktionieren, man soll da hingehen können. Aber ein bisschen festlich ist auch schön. Und das ist es ja auch, Oper, wenn du da mal hingehst, das soll ja auch ein bisschen schick sein und du willst auch so ein bisschen einen erhebenden Abend eigentlich verleben. Und da die Architektursprache, die ist schon so ein bisschen so. Und das fand der Jurypräsident und die Jury auch insgesamt bei dem zweiten Entwurf sehr schön. Ich verstehe, das ist nämlich auch eine Frage, die ich mir stelle, mitten in einer Innenstadt, in einem quasi, ist das ja eine. Blockrandbebauung oder wie das heißt, also es muss ja auch irgendwie zum Drumherum passen, darum habe ich mich eh gefragt, wie das vielleicht ein Büro, schafft, was nicht jetzt hier auch sich eh in der Stadt, was nicht so ein bisschen die Stimmung kennt, was nicht so ein bisschen die, was auch die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer vielleicht mögen oder wo wir wo wirklich Wert drauf gelegt wird und so. Also ich finde, dass diese ganzen Fragen prasseln so die ganze Zeit auf mich ein. Und wenn du das jetzt beschreibst, so klar, es muss was Festliches haben, aber es muss ja auch wirklich sich einfügen in so vielen Hinsichten, nicht nur praktikabel, sondern auch, Von der Stimmung, sag ich jetzt mal, auf der emotionalen Ebene. Also du hast natürlich recht. Du beschreibst komplett treffend den Widerspruch, den jetzt gerade viele auch empfinden. Und es gibt ja so unterschiedliche Kategorien jetzt der Diskussion. Das eine ist ja die Frage, wie ikonisch muss das Gebäude sein? Und gehört zu Ikone, dass es quasi frei steht, nämlich nicht in so einem Block drin. Und dass man es von vielen Seiten sehen kann, möglichst auch aus einer Entfernung. Dann passt das da in die Umgebung. Neben Schlüsseldienst, ein Euroshop und McDonalds übertrieben, aber so steht das auch in den Leserbriefen drin und dann eben städtebaulich geht das so hineingezwängt, wenn man das schon dahin baut. Passt das da? So, jetzt muss man ja mal sagen, am Wasser steht ja die heutige Oper auch nicht. Aber sie steht am Hofgarten und an der Königsallee und hat das quasi als Vorraum auch so ein bisschen. Wenn man jetzt hier in die Oper geht, kannst du oben auf dem Balkon stehen oder rausgucken, du siehst die Bäume des Hofgartens und du kannst auch so ein bisschen Richtung Köl gucken und so. Das ist natürlich auch großes Flair in Düsseldorf. Da gibt es dieses Flair nicht und das Ding steht nicht alleine. Das ist zunächst mal ein Nachteil und das löst allergische Reaktionen aus, der Abwehr, der Ablehnung so direkt. Jetzt habe ich diese Woche auch ein Interview gemacht mit dem Planungsausschussvorsitzenden, sind sie eigentlich überrascht, habe ich den gefragt als erstes von dieser Welle der Empörung, der harten Kritik, sagt er ein bisschen schon. Für uns passte das sehr gut, aber wir konnten auch uns sechs Tage damit schon befassen. Auch schon im Mai hatten die den Entwurf, da konnten wir diskutieren jetzt wieder. Und dann sagte er, er findet das passt eigentlich gut dahin, weil das hätte auch Hochpunkte. sagt, das ist auch komisch, wir fanden das alle gut. Wir Fachleute fanden das alle gut dann. Immer unter der Prämisse, man baut das in einen Block rein, weil es hat zwar Hochpunkte und man sagt so, ach, was ist das denn da hinten, die Oper? Man muss halt sehen, wenn man die Schadostraße runterkommt, sieht man schon dieses Eckgebäude da hoch aufragen. Wir müssen überhaupt den Wunderentwurf mal beschreiben. 52 Meter hoch, genau, ich muss den mal beschreiben. Also der ist, wenn man mal an der Ecke einfach anfängt, weil das ist die markante Eingangsecke. Also man kommt jetzt die Schadostraße runtergelaufen und dann sieht man vor sich wie ein schmales Hochhaus hochragen aus weißem Kalkstein, also richtig hell. Und unten, muss man sagen, ist groß Glas. Und das geht aber um das ganze Gebäude rum. Es ist überall Glas, immer acht bis zehn Meter hoch. Also schon hoch, also richtig hoch. Und dann guckst du rein und du siehst eigentlich ganz viel freien Raum und was weiß ich, treppenartige Anlagen. Und da ist ein Café und da geht es zum Musikstuhl und da ist ein Bistro und was weiß ich. Du hast dieses hoch aufragende Gebäude, was mehr als doppelt so hoch ist wie der Karstadt, der daneben steht. Also es ist schon schmal und hoch. Und jetzt ist es aber so, dass es nach hinten runter geht, quasi wie eine Skirampe und kommt dann aus wieder bei der Bebauung, die daneben schon steht. Das ist also so ein Anschluss, das ist also gar nicht so schlecht eigentlich, also da geht es runter. Und jetzt ist in der Mitte ein Riesengebäude, so breit wie Karstadt. Da siehst du schon die Opernränge dann, da ist die Oper drin. Und wer da jetzt hochgeht, guckt eben aber ehrlich gesagt auf die Karstadtwand. Das ist jetzt nicht so super sexy, nicht auf dem Fjord, sondern vor Karstadt. Aber oben drüber ist auch in der gleichen Breite eine große Dachterrasse, wo auch Gastronomie hinter ist. Und dann guckst du über Karstadt, über die Dächer der Stadt Richtung Altstadt. Und was wir ja wissen ist, das weiß ich aus Erfahrung, das weißt du aus Erfahrung und sicher ganz viele Hörende auch. Wenn man einmal in der Altstadt oder irgendwo in der Innenstadt in einer Privatwohnung oder irgendwo war, was nur zwei oder drei Stockwerke über dem normalen Geschehen ist. Es ist ja sofort eine andere Welt. Ja, sehr schön. Ich kenne das auf der Bolkastraße, wenn man da auf den Dachterrassen ist oder überhaupt nur im dritten Stock aus dem Fenster guckt. Du siehst, also dann hat die Bolkastraße nichts mehr mit Bolkastraße zu tun. Das finde ich was sehr, sehr, sehr Schönes. Deswegen war ich auch immer komplett addicted zu Dachterrasse. Die Politiker waren schon immer genervt, weil ich immer dafür so geworben habe, Weil ich glaube, dass die Leute, also der Mensch geht sowieso gerne nach oben und guckt runter. Das ist ja so. Ja und du kriegst ja wirklich im wahrsten Sinne des Wortes eine andere Perspektive. Also wie anders die Stadt aussieht, wenn du von oben guckst. Die Perspektive, mit der man auf etwas schaut, ist ja generell das Spannende, das Neue, das Herausfordernde. Und diese Oper hat jetzt vorne diese breite Terrasse und nach hinten aber auch nochmal zwei Terrassen. Du kannst schon... Also du kannst dir die ganze Stadt eigentlich angucken, du kannst in jede Richtung gucken und die Kritik jetzt an der Höhe, weil viele gesagt haben, boah so ein Klotz, ich finde auch massiv ist das Ding, aber die Höhen, also die Vorgabe war, ihr dürft nicht höher sein als die Kirchtürme der Marienkirche auf der Oststraße. Und man kann sagen, die zwei Hochpunkte der Oper, das sind ja drei Gebäudeteile nebeneinander und die ersten beiden haben jeweils einen Hochpunkt. Der an der Shadowstraße, über den wir eben sprachen, 52 Meter, dann ist dieser breite Mittelbau, wo die Oper drin ist, der steigt jetzt nach hinten an, also der ist hoch. Zu Karstadt unten sozusagen, auf der Dachkante von Karstadt, ganz leicht rüber wegen der Dachterrasse. Dann geht die nach hinten hoch und da ist sie 58 Meter. Aber in der Höhe fangen eigentlich erst die Türme richtig an von der Marienkirche. Also man kann sagen, von den Höhen her machen die nicht der Marienkirche Konkurrenz. Und auch nicht, wenn man sich jetzt rumdreht auf der Schadowstraße und guckt wieder Richtung Kö, sieht man die Oberkanten vom Drei-Scheiben-Haus, dem auch nicht, die sind bei 94, 95 Meter. Und das ist natürlich was, was sich sofort bei mir auch aufgedrängt hat, der Dreiklang, die Dreifaltigkeit, sowohl beim Zweitplatzierten Entwurf, den du gerade beschrieben hast, als auch bei dem. Und dann ja wissend mit diesem Punkt im Kopf, dass natürlich dieser Standort jetzt an der Hainerallee, der ist jetzt auch nicht so weit weg vom Drei-Scheiben-Haus, also und das eine ist ja das eine Ende des Hofgartens, das andere ist das andere Ende, also meinst du, das ist eine. Beabsichtigte, wie eine Verneigung oder eine wie so eine Kontaktaufnahme, also drei. Das ist drei Gebäude. Also bei HPP diesem zweiten Entwurf, die hatten auch an der Heiner Allee schon wie ein Drei-Scheiben-Haus gebaut. Das ist jetzt da architektonisch etwas anders. Es ist nicht mehr so klar, als Drei-Scheiben zu erkennen. Aber es sind drei Gebäudeteile. Ich glaube nicht, dass es einen direkten Bezug gibt zu dem Drei-Scheiben-Haus architektonisch, also gestalterisch auch nicht. Sondern es hat mit den Nutzungen zu tun und mit dem Willen ja zu sagen, das war auch eine wichtige Vorgabe. Ihr müsst unten ein großes Forum, ein Foyer schaffen als dritten Ort. Ein dritter Ort ist immer ein Ort, der so für alle da ist, der ist halb öffentlich. Also jeder kann da rein, da ist kein Konsumzwang. Aber da kann man sich super aufhalten, sich mal einen Kaffee holen. Hier ist das eben bei dem Siegerentwurf übrigens so, das ist besonders groß unten, dieser dritte Ort, der so ist. Du kannst von allen Seiten einfach rein. Du kannst sogar Durchzug machen sozusagen. Im Sommer lässt du einfach alles aufstehen. Und die Oper selber ist in der Mitte so, dass da die Unterbühne ist, wie ein großer Würfel, der Unterbau der Bühne. Und das ganze Opernhaus ist auf zehn Meter Höhe hochgehoben. Und unten hast du wie einen großen Platz, der um diesen Würfel da in der Mitte drum herumläuft. Also wie so ein Sog, ein Strudel kannst du rumlaufen um diese Oper. Du gehst quasi durch den Keller. Also du gehst um den Keller der Oper herum, sag ich jetzt mal, die Unterbühne. Was sie aber auch in die Mitte holt. Genau, die ist in der Mitte, aber du bist unten. Die Oper selber ist über dir. Geht in zehn Meter, ist die Decke hoch. Das sind so organische Formen, sieht ganz toll aus. So Säulen, da sind halt Aufzüge drin, Treppenhäuser. Sodass du eben eine große Raumwirkung hast. Und jetzt geht es halt noch darum, wie wird der Raum hinterher strukturiert. Dass du eben so Zonen hast und Treppenanlagen, die hochgehen und so weiter. Also es wird ganz spannend eigentlich mal zu sehen, wie wird dieses Forum da gestaltet. Da bin ich auch noch ganz gespannt eigentlich drauf, wenn es sich denn durchsetzt. Aber da haben die quasi mehr zu bieten, mehr Fläche in diesem öffentlichen Raum als der Zweitplatzierte. Der hat diese Passage durch, aber der hat quasi eine ganze Fläche geschaffen jetzt, der Snowheader. Das ist ja dann wieder, finde ich, hebelt ja dann auch wieder ein bisschen diesen Gedanken aus. Also Kritik will ich jetzt in meinem Fall auch gar nicht sagen, sondern das waren halt einfach nur Fragen, die ich mir gestellt habe, weil es ja schon... Quasi ist, dadurch, dass es in was reingebaut wird, kann ja aber trotzdem, wie man dann sieht beim Siegerentwurf, trotzdem Platz und Raum geschaffen werden. Wir haben, das sagte der Architekt mir, quasi den Platz, den sie nicht haben vor der Tür. Das ist auch noch so ein Kritikpunkt. Da ist direkt die Thronhallenstraße, soll das so bleiben? Soll die am besten unterirdisch sein? Schafft man da nicht doch noch einen Platz vor? Aber die haben quasi den Platz, den man sonst vor dem Gebäude hat, haben die einfach reingeholt. Und haben gesagt, hier, haltet euch hier schön auf. Jetzt muss man halt noch diskutieren, Das wird die Öffentlichkeit ja auch noch tun. Und ich bin selber da auch noch gar nicht abgeschlossen. Ja, reicht uns das eigentlich? Ist das genug, wenn man eine Milliarde ausgibt an Baukosten? Reicht uns das? Also die haben vielleicht eine gute Idee gehabt, einen guten Kompromiss. Sie kommen mit diesen insgesamt beengten Verhältnissen. Also in den Leserbriefen steht oft, das ist hineingezwängt. Das, was du ja auch eben eigentlich so gesagt hast, hineingezwängt in die Lage. Also dass das eigentlich ein guter Entwurf ist, der mit den Mängeln des Standortes so kreativ gut umgeht. Reicht uns das, um das am Ende zu akzeptieren? Das ist ja die Frage, vor der jetzt die Düsseldorfer Öffentlichkeit steht. Kann sie sich damit anfreunden und darin Vorteile erkennen, zumal es auch positive Auswirkungen auf die ganze Umgebung haben soll, also dass andere jetzt da auch nochmal investieren? Geld in Häuser stecken, dass da welche sagen, boah, da muss ich dringend ein Hotel daneben bauen, weil da kommen ja die Leute dann hin. Also passiert da so viel Positives durch die Oper, dass wir am Ende sagen, es ist doch gut da. Da bin ich jetzt selber auch gespannt, wie läuft die öffentliche Diskussion. Ja, was ist da so ein bisschen der Zeitstrahl, wenn wir jetzt langsam zum Ende kommen, dieser Episode in der Episode? Ja, wir haben ja jetzt diese Entscheidung da im Frühjahr, aber damit ist auch noch nicht endgültig entschieden, wird die Oper gebaut, sondern steht 2028 der Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss an. Dann soll abgerissen werden, dann soll neu gebaut werden und eröffnet wird dann 2033, 2034. Also die Bauzeit ist auch noch so eine Sache, der Architekt sagt sechs Jahre, die Stadttochter IPM, die das alles managt als Bauherr für die Stadt, die sagt, nee, fünf Jahre Alarm, also das muss schneller gehen. Also das werden wir noch sehen, aber ich tippe mal 2034. Ist also echt noch gut acht Jahre. Aber jetzt ist ja die Frage, wird es ein Bürgerbegehren geben? Viele sagen, die Bürger müssen das entscheiden. Und der Rat wird das ja nicht vorschlagen, das wäre ein Ratsbürgerentscheid. Darauf hat sich die neue Ratsmehrheit geeinigt. Aber es können ja Bürger beantragen und Unterschriften sammeln, dass es ein Bürgerbegehren gibt. Und dann wird man ja sehen, wenn das zustande kommt, das Bürgerbegehren, wenn genug Unterschriften gesammelt werden, wird es ein Ja für den Opernbau geben oder nicht? Sind die Argumente gut? Kann man sich gut genug damit auseinandersetzen und findet das am Ende gut oder nicht? Ja, man kann sich auf jeden Fall die Siegerentwürfe angucken. Ja, das kann man auch wirklich nur empfehlen. Das ist interessant. Auf die Oststraße zu gehen, das ist bis zum 7. Dezember. Da sind alle Entwürfe, alle 27 sind da zu sehen und auch noch der Kinderopernwettbewerb. Es soll auch Rutschen geben am besten, aus Sicht von Kindern in die Opern. Da kann man ja noch drüber diskutieren, ob es eine große Rutsche gibt von oben nach unten. Also sich das anzugucken und dann zu überlegen, ist da was dran, was die Politiker sagen, das passt ja doch gut da rein. Da sind viele Pläne zu sehen, auch von dem Siegerentwurf. aber auch von den anderen und man kann dann sehen, ja, was gefällt mir hier eigentlich. Ja, und das ist ja... Immer gut, sich zum einen Sachen anzuschauen und vor allem, wenn man irgendwie dann eine Meinung abgeben oder sich formen möchte. Und vielleicht nicht der erste Reflex. Genau. Ich kann den ersten Reflex verstehen, aber es lohnt sich immer, sich mit etwas, wenn es einem am Herzen liegt, vielleicht intensiver zu befassen. Auf jeden Fall. Ich danke dir sehr, dass du uns ein weiteres Mal sehr bildlich beschrieben hast, was da vielleicht dann irgendwann steht. Aber bis dahin sind es noch ein paar Schritte zu gehen und die werden wir hier eng begleiten. Das tun wir. Bis zum nächsten Mal. Bis dann. Tschüss, Tosja. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Alles wird teurer, auch das Sterben. Was erstmal klingt wie eine etwas salopp dahingesagte Floskel, ist dennoch wahr. Die Friedhofsgebühren steigen im kommenden Jahr erneut, ebenso die Kosten für Bestattung und die Dienstleistungen rund um eine Beerdigung. Das hat zur Folge, dass es unter anderem immer weniger Beisetzungen in Düsseldorf gibt, weil auf umliegende Städte ausgewichen wird, wo die Gebühren nicht so hoch angesetzt sind. Alexander Esch weiß, welche Kritik von Bestatterseite laut wird. Wer einspringt, wenn die Kosten einfach nicht getragen werden können und welche Lösungsansätze es geben könnte. Alexander. Hallo Torstja. Hallo, schön, dass du da bist. Wir sprechen heute über ein Thema, das durchaus ernst ist. Trotzdem werden wir vielleicht ein bisschen salopper in manchen Hinsichten sprechen. Das ist natürlich trotzdem mit dem Hintergrund, dass das Thema ein ernstes ist. Es geht um Sterben beziehungsweise um was dann passiert, wenn jemand gegangen ist. Oh, das werden wir, glaube ich, nicht klären können. Naja. Das wäre hier jetzt mal so ein richtiger Plottist. Wir haben den Sinn des Lebens verstanden und wissen auch noch, was danach passiert. Es geht um die weltliche Komponente, wenn jemand gegangen ist und dann zur letzten Ruhe gebettet wird, was natürlich auf der emotionalen Ebene in den allermeisten Fällen natürlich oder eigentlich in allen Fällen eine sehr emotionale Sache ist und auch belastend für die Zurückgebliebenen. Es ist aber auch ein finanzieller Aspekt, der damit spielt und darüber wollen wir heute sprechen. Ganz platt gesagt Friedhofsgebühren, also alles kostet ja was, auch da steigen die Kosten. Da wirst du uns jetzt ein bisschen durcherzählen. Zuallererst würde mich interessieren, was Friedhofsgebühren eigentlich sind, also was bedeutet das, was spielt da rein, genau, vielleicht fangen wir da mal ganz grundlegend an. Ja, es kostet eben Geld, dass jemand diesen Friedhof betreibt und am Ende auch dafür sorgt, dass da jemand begraben wird. Und da gibt es eben ein Gebührenkonstrukt für alle möglichen unterschiedlichen Leistungen sozusagen, das von Jahr zu Jahr angepasst wird. Und da geht es unter anderem darum, dass du so eine Art Nutzungsrecht bekommst für einen bestimmten Zeitraum, also mindestens 20 Jahre, dass da jemand dann liegen darf. Das ist ein bisschen wie Miete, ne? Irgendwie, ja, kann man schon sagen. Mietet man sozusagen den Platz und sind die Friedhofsgebühren immer, also sind die… Aber das ist nur ein Teil, eben auch das Bestatten selber zum Beispiel, da gibt es dann auch eine Gebühr. Genau, aber jetzt erstmal, also zuallererst quasi muss man einen Platz sich erstmal erwerben in dem Fall. Und dann kommt noch dazu, dass die Bestattung selber dann natürlich ja auch Kosten für Sarg, für Urne, für die Menschen, die dann die Bestattung vornehmen. Also das setzt sich ja dann alles irgendwie zusammen. Genau, unterschiedlich teuer ist das natürlich auch und ob man wirklich ein sogenanntes Walgrab haben möchte, wo dann noch jemand auch dazu kommt und so oder einfach nur eins, das in der Reihe liegt, irgendwo nimmt oder ob man auch gar keinen festen Platz unbedingt möchte, sondern dass man quasi Rasengrabstätten nennt man das, also dass eine größere Fläche da ist, wo dann nicht ganz klar ist, wo liegt jetzt wer. Also gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ja, es gibt ja auch so Waldfriedhöfe und so, also es gibt ja verschiedene, genau, jetzt wird es immer alles teurer, was bedeutet das in dem Fall, also wie sehr steigen die Gebühren und du hast in deinem Stück dazu geschrieben, was man auf rp online lesen kann, dass da ja durchaus auch Kritik laut wird, wahrscheinlich wie immer, wenn Gebühren erhoben werden oder angehoben werden, aber was ist da so konkret? Also erstmal, dass alles teurer wird und dann auch die Friedhofsgebühren steigen, ist ja erstmal nicht überraschend. Habe ich auch erstmal gedacht, naja. Aber wenn man dann genauer hinguckt, um wie viel teurer es geworden ist, fand ich das doch sehr überraschend. Also nicht nur, dass es jetzt im Schnitt um 15 Prozent zum nächsten Jahr hochgeht, sondern auch, wenn man nochmal so ein paar Jahre zurückblickt und sich mal anguckt über die letzten fünf Jahre, was da passiert ist. Und da war ich doch überrascht, dass es zum Teil um. Bis zu 70 Prozent teurer geworden ist, wenn man jetzt zum Beispiel so einen Rasengrab haben möchte, was sehr beliebt ist, also wenn das die Urne dann auf so eine bestimmte Fläche dann gelegt wird zum Beispiel, weil da eben auch noch in der Zwischenzeit Umsatzsteuer dazu gekommen ist, also Begräbnisarten, die nicht so ein abgeschlossenes einzelnes Feld darstellen, um das mal so ein bisschen grob zu erklären. Und aber auch bei den ganz normalen Einzelgräbern für den Sarg oder die Urne sind es 50 Prozent, die das angezogen hat und also viele von uns verdrängen das Thema sowieso, wollen ja echt nicht so genau sich mit auseinandersetzen und wenn es einen dann trifft als Angehörigen, ist natürlich auch erstmal das wirklich emotional total belastend und das steht natürlich auch über allem, aber ich glaube viele machen sich keine Angehörigen. Gedanken dann darüber, aber was folgt denn da rein monetär und dann kommen da doch einige tausend Euro plötzlich zusammen, die dann eben gezahlt werden müssen und das kann den einen oder anderen dann doch auf dem falschen Fuß erwischen, dann erst nochmal obendrauf. Also das ist schon nicht ohne. Ist das durchaus was, worum man sich auch zu Lebzeiten noch Gedanken machen könnte, beziehungsweise muss. Man kann so Vorsorgeverträge abschließen mit einem Bestatter beispielsweise. Ich habe mit dem Bestatter Klaus Frankenheim, hier ist glaube ich der Größte auch in Düsseldorf gesprochen, der sowas auch erklärt und auch anbietet. Aber der hat zum Beispiel gesagt, die sind so stark gestiegen, die Gebühren, dass wir mit unseren Vorsorgeverträgen gar nicht hinkommen. Da muss man dann anpassen, muss man das Leuten erklären und so weiter. Und er war eben auch derjenige, der das doch auch kritisiert hat, diese Praxis der Stadt. Einfach immer nur alles teurer machen, sagt er, er ist nicht so richtig der Weg zur Lösung, sondern er sagt, man muss wettbewerbsfähig werden als Düsseldorf, weil eben Kommunen in der Umgebung, zum Beispiel Ratingen, Meerbusch, günstige Angebote haben und in Holland noch ganz andere Preise auch zu erzielen sind, weil Semum Holland zum Beispiel diesen Friedhofszwang. Zugespitzt gesagt, nicht gibt, sondern man kann da eben auch die Asche frei verstreuen lassen zum Beispiel oder auch auf dem Rhein sowas dann machen oder so und das machen eben immer mehr Leute, also man kann zum Beispiel sehen, Im Krematorium haben wir eine steigende Zahl von Fällen. Das bedeutet auch, das ist eine Entlastung für die Gebühren am Ende. Und umgekehrt aber bei den geplanten Begräbnissen haben wir weniger. Also das heißt, irgendwie suchen sich dann doch einige Leute als Angehörigen einen anderen Weg, eben nicht in Düsseldorf zu bestanden. Das darf ich? Also ich darf mich quasi bestatten lassen, wo ich möchte? Genau. Nur man muss halt eben in Deutschland, obwohl es gibt jetzt auch Rheinland-Pfalz zum Beispiel, das Bundesland hat das jetzt liberalisiert, da ist jetzt zum Beispiel auch bald so eine Reihenbestattung möglich. Man könnte die Asche jetzt da auch zum Beispiel in den Reihen verstreuen. Ja, verstehe. Wäre denkbar, ist in NRW aber noch nicht der Fall. Aber ja, man kann eben dann andere Wege gehen und immer mehr Menschen machen das. Natürlich auch mit dem Blick auf die Preise. Und da kann man natürlich die Logik so ein bisschen nachvollziehen. Also wenn man als Stadt begründet, wir haben hier weniger Fälle, deswegen müssen wir teurer werden, heißt das natürlich im nächsten Schritt, ja dann kommen aber noch weniger und da muss man noch teurer werden und also das ist irgendwie ein Teufelskreis, aus dem man ja irgendwie anders raus muss. Ja, wenn alles immer steigt, wenn ich jetzt aber schon… eine Angehörige habe, die schon seit ein paar Jahren irgendwo liegt, wird dann da die Gebühr auch noch angehoben? Oder ist das zu dem Zeitpunkt, wo das Begräbnis war, das gilt? Also es ist jetzt nicht so, es gibt jetzt quasi keine Erhöhung und dann geht das immer weiter. Okay, man muss diese Grabplätze 20 Jahre mindestens nehmen und dann wird nochmal verlängert oder kann man nochmal verlängern. Was passiert, wenn ich nicht verlängere? Dann wird das Grab neu belegt. Und das ist eben auch nochmal ein Punkt, den Klaus Frankenheim anspricht. Er sagt, diese 20 Jahre kann man eigentlich auch unterschreiten. Also man könnte bei einer Urnenbestattung, wenn das eben eine spezielle Form von Urne auch ist, die sich auch relativ schnell auflöst, da könnte man auch auf 10 Jahre gehen. Bei einer Sackbestattung ist das schon dann tatsächlich eine Frage der Bodenverhältnisse. Wenn das ein sehr starker, lehmiger Boden ist und die Verwesung nicht so schnell vorangeht, dann braucht man eben auch die 20 Jahre. Man kann aber auch, hat er erklärt, das ist auch in anderen Städten schon mal gemacht worden, dann sehr... Das so ein bisschen forcieren und dann mit sehr viel Sand arbeiten und auffüllen und so, dass mehr Sauerstoff ran und dann kommt man eben auch auf geringere Belegungszeiten. Und er sagt, das würde dem Wunsch der Menschen auch entsprechen. Die möchten nicht unbedingt wirklich mindestens 20 Jahre, sondern es reicht vielleicht dem einen oder anderen auch, das 10 Jahre zu machen. Und dann noch mehr auch pflegefreie Angebote zu schaffen und sowas. Also da so mehr in Richtung dessen gehen, was die Leute eben wollen. Ja, stimmt. Das ist ja auch noch ein Posten, der dazukommt, die Grabpflege. Also, dass das irgendwie instand gehalten wird. Wenn wir jetzt nochmal ein bisschen zurückgehen im Gespräch und jetzt wirklich mal sagen, was kostet denn die Angehörigen so ein Sarggrab, wie es heißt, für mindestens 20 Jahre? Also, eine Einzelgrabstätte für einen Sarg, Nutzungsdauer 20 Jahre, ist man bei mehr als 1500 Euro. Das ist einmalig zu bezahlen, ne? Ja. Genau, bisher waren es, also heute noch sind es 1322, also es ist schon noch ein kräftiger Anstieg auch im nächsten Jahr. Bei einer Urne und einem Einzelgrab übrigens 73% Urnenbestattung mittlerweile in Düsseldorf, also ein ganz klarer Trend tatsächlich, sind es dann künftig knapp 1400 Euro, also eigentlich unwesentlich weniger. Und da kommen eben die Bestattungskosten dann dazu und bei einem Einzelgrab sind es dann künftig auch nochmal 1000 Euro, die dazukommen. Bei der Urnenbeisetzung ist es günstiger, sind es dann knapp 600 Euro. Also da ist man schon bei 2500 Euro, so 1500 bis 2500 Euro alleine mit diesen Gebühren. Da kommen dann zum Teil noch Pflegekosten dazu. Wenn man jetzt so eine Rasengrabstätte hätte, wo auch noch Umsatzsteuer dazukommt, da ist man schnell bei 3500 Euro. Und da ist der Bestatter ja noch gar nicht dabei. Das war nämlich jetzt auch eine Frage, die ich habe. Also genau, das sind jetzt quasi wie so die Grundkosten. Des Friedhofs. Genau, des Friedhofs. Und dann kommt aber, wenn ich jetzt, je nachdem zu welchem Bestatter. Ich kann ja auch noch einen Sarg aussuchen, der ein paar tausend Euro kostet. Kann ja auch noch passieren. Die Urne muss bezahlt werden und so weiter. Wenn ich eine Zeitungsanzeige haben möchte. Also je nachdem kommt die Überführung und so. Also da sagt Klaus Fragenheimer, man kann ungefähr mittlerweile halbe halbe rechnen, also eigentlich die Hälfte der Kosten für den Friedhof nochmal oben drauf. Und dann sind es, wenn man in Düsseldorf bleiben will, ist man schnell bei 5.000, 6.000 Euro. Ja, genau. Nur um das zu differenzieren, die Bestattungskosten sind tatsächlich die Kosten, die an Gebühren anfallen, aber dann kommt noch dazu quasi die Dienstleistung von den Leuten, die tatsächlich die Bestattung vornehmen. Also das sind zwei verschiedene Sachen. Und die auch vorher sich schon kümmern und so weiter. Genau, genau. Also das ist ein ganz schöner Batzen. Ja, finde ich auch. Ja, absolut. Das war mal weniger, aber es war ja wahrscheinlich auch nicht eklatant weniger, oder? Also schon jetzt im Einzelnen, aber hast du mit Herrn Frankenheim auch darüber gesprochen, ob seine Dienstleistung sich dann dementsprechend angepasst hat? Die sind natürlich auch teurer geworden, klar, das stimmt. Aber jetzt nicht in dem Maße, aber es spricht schon auch von 25 Prozent in den letzten fünf Jahren. Also da hat es auch nochmal ordentlich angezogen. Also im Vergleich zu, weiß ich nicht, 2021 haben wir jetzt doch dann schon einen kräftigen Aufschlag erlebt, wenn man alles zusammenrechnet von 40 Prozent. Ja. Und ist abzusehen, dass es auch immer weiter geht? Also wird es immer teurer? Das ist natürlich jetzt die Frage, ob die Stadt jetzt mal da auch vielleicht nochmal innehält und sich, das war jetzt im Ausschuss auch so eine Aussage, wir nehmen das mal mit, die kürzeren Laufzeiten mal zu prüfen, um dann auch günstige Gebühren anzubieten. Also da wird nochmal drüber nachzudenken sein, vielleicht auch das Angebot nochmal anders zu schärfen, auch die Politik ist da sicherlich glaube ich jetzt, oder das hat auch der Vorsitzende Christian Rütz im Fachausschuss gesagt, da tatsächlich jetzt nochmal, ja wach geworden würde ich nicht sagen, aber da hat da nochmal einen Fokus drauf gelegt, um das beim nächsten Mal dann in den Blick zu nehmen und auch zu verändern. Das ist natürlich jetzt schwierig. Jetzt geht es bald los und die Kalkulation ist da und da kann man als Politik jetzt schwer da jetzt ein Stoppschild irgendwie da hochhalten. Aber ich denke, da ist doch eine höhere Sensibilisierung jetzt. Da ist ein Punkt erreicht, wo man das vielleicht doch nochmal alles auch ein bisschen mehr infrage stellen muss. Und jetzt ist jemand gegangen, dann kommt auf die Hinterbliebenen irgendwie ein gewisser Kostenfaktor zu. In manchen Fällen wird das auch vorher schon Thema gewesen sein. Das heißt, da ist vielleicht auch für gesorgt. Man hat sich zu Lebzeiten schon damit beschäftigt, wie das alles sein könnte. Was ist jetzt, wenn Menschen gehen, die keine Angehörigen haben oder die. Ja, wo einfach klar ist, das kann nicht, also es kann auch von den Hinterbliebenen einfach nicht gestemmt werden, weil es ist einfach viel Geld. Also wenn es wirklich niemanden gibt, dann übernimmt das Ordnungsamt. Und wenn es aber so ist, dass die Angehörigen es nicht stemmen können und wenn es auch aus dem Nachlass des Verstorbenen nicht möglich ist, das zu bestreiten, dann kommt auch das Sozialamt ins Spiel und übernimmt die Kosten. Okay, also das heißt, und da gibt es dann eine, wie soll ich das denn jetzt nicht pietätlos ausdrücken? Da gibt es ein Budget für bei der Stadt. Genau, und das wird dann dafür benutzt. Ja, genau. Hast du auch ein bisschen dich mit Herrn Frankenheim darüber austauschen können, was jetzt quasi das ... Neben den ganzen Gebühren und Dienstleistungskosten, also was muss man für so einen Sarg, für so eine Urne veranschlagen, da gibt es ja auch von Biss, aber hat der da irgendwie gesagt, also wird das auch teurer, einfach wegen Materialkosten, jetzt mal ganz blöd gesagt? Ja, also letztendlich sind das die allgemeinen Kosten, die überall steigen und das sind auch die Zulieferer quasi, hat er auch gesagt, die ziehen natürlich auch mit den Preisen an und insofern schlägt sich das bei ihm dann auch nieder. Nur, er hat sich schon auch ein bisschen geziert, überhaupt Summen zu sagen, weil wirklich die Bandbreite riesig ist. Das ist so, ja, was kostet denn Urlaub, hat er so als Vergleich gesagt. Ja. Da weiß halt jeder, ja okay, stimmt, es ist irgendwie sehr unterschiedlich, was man da machen kann im Urlaub oder ich buche jetzt Ferien, da ist eben auch eine Riesenbandbreite und das ist bei so einem Statter eben auch der Fall. Ja, eine Sache hast du eben schon erwähnt, dass es jetzt auch auf dem Rhein immer mehr möglich wird oder sich im Rhein wird man ja dann eigentlich bestattet. Also auf dem Rhein ist die Zeremonie, aber im Rhein ist man dann. Ist das, also da stelle ich mir vor, dass es ja noch schwieriger ist zu definieren, also weil es einfach ein fließendes Gewässer ist und auch also nochmal arealtechnisch ganz anders. Wie werden die Gebühren da berechnet oder was? Das macht der private Anbieter, glaube ich, in dem Fall. Es gibt in Düsseldorf ja einen, der das anbietet, der eben auch sagt, dass er das demnächst auch im Rheinland-Pfalz machen wird. Und das kalkuliert der dann, was er an Kosten eben hat. Und an wen gehen da dann die Gebühren? Es gibt keine Gebühren. Achso, im Rhein gibt es keine Gebühren. Ja, stimmt. Da sind es dann nur in Anführungszeichen die Bestattungskosten. Ja, genau. Das heißt, ja, man muss sich eigentlich Gedanken darüber machen, dass das auch ein Kostenfaktor ist, wenn jemand geht. Und wie du ja auch, so steigst du ja auch in deinen Artikel ein und das haben wir ja auch schon zu Anfang gesagt, natürlich ist es erstmal meistens seelisch, emotional und so einfach eh eine schwere Zeit. Und wenn das dann dazukommt. Ja, genau. Diese zusätzliche Belastung, die ist natürlich dann wirklich... Macht es das Ganze noch schwerer und da könnte man vielleicht tatsächlich, indem man sich das so ein bisschen bewusster macht, vorher schon die Weichen ein bisschen besser stellen an der Stelle. Ja, ich danke dir, dass du uns da durchgeführt hast und ja, dass wir ein wenig darüber uns, also ich glaube, ich werde schon jetzt mit einigen anderen Gedanken aus diesem Gespräch gehen und das Ganze mal vielleicht von einer anderen Seite betrachten. Bis zum nächsten Mal. Bis dann, Tosja. Tschüss. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Düsseldorf hat als erste und bislang einzige Stadt in Deutschland eine Professur für Intimitätskoordination ausgerufen. Inne hat diese Hanna Wert, die seit 2023 an der Robert-Schumann-Hochschule unter anderem in diesem Fach doziert. Als Schauspielerin gehörte sie lange zum Ensemble des Schauspielhauses, hat in dieser Zeit ein Netzwerk für Flinterpersonen gegründet und immer mehr ihre aktivistische Seite entdeckt. Sie erzählt, was Intimitätskoordination bedeutet. Wir haben darüber gesprochen, warum dieser Posten gerade in der Theater-, Musik- und Kunstwelt dringend nötig war und ist, wo es noch immer weiter Entwicklungsbedarf gibt und was eine Krake mit all dem zu tun hat. Ich habe ein weiteres Mal mein mobiles Aufnahmegerät eingepackt und das gemacht, was ich fast am liebsten tue und bin mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren und gelandet in einer sehr gemütlichen Küche. Und hier gegenüber sitzt mir Hannah Wert. Hallo. Hallo. Wie schön, dass du da bist, beziehungsweise dass ich da sein darf. Und wir sprechen heute ein bisschen über dich. Die eine oder der andere wird deinen Namen sicher schon gehört, gelesen, gesehen haben. Du warst lange im Ensemble am Düsseldorfer Schauspielhaus und bist auch darüber hinaus bekannt als Schauspielerin, als Regisseurin, als Sprecherin und als Aktivistin. So möchte und kann ich es nennen. Und weil ich natürlich sehr gerne rede, das wissen ja alle und das auch manchmal ohne Punkt und Kommatur. Versuche ich mich jetzt zurückzuhalten und lasse dich einfach selber erzählen, wer du bist und worüber wir heute hauptsächlich sprechen wollen. Sehr gerne, vielen, vielen Dank, dass du da bist. Ja, du hast es aber schon so gut zusammengefasst. Ja, also ich würde auch, genau, jetzt bin ich vor allem hauptberuflich Schauspielerin, zumindest habe ich das gelernt. Das habe ich sogar mit Diplom gelernt. Ich habe ein Schauspieldiplom bei mir irgendwo in der Ablage. Und dann bin ich quasi nach meiner Schauspielausbildung nach NRW gekommen, weil ich komme gar nicht aus NRW, ich komme eigentlich aus Hessen. Und dann war ich zwei Jahre Mitglied der Wuppertaler Bühnen. Das war mein erstes Engagement. Das war toll. Also es war auch bestimmt nicht einfach, aber es war auf jeden Fall eine tolle Zeit mit wahnsinnig netten, spannenden, lieben Kollegen und KollegInnen. Und habe dann ja so ein bisschen auch Düsseldorf als Schauspieler ist ja bekannt, sehr für Umbrüche. Da ist ja jetzt quasi so Intendanz, Stabilität eigentlich erst mit Wilfried Schulz gekommen, der jetzt ja zehn Jahre da gewesen sein wird. Davor gab es aber sehr häufig, teilweise im Jahrestag, der Wechsel. Und ich bin so ein bisschen halb glücklich, halb gekonnt, einfach mit auf den Zug gesprungen, als da wieder so ein Internantenwechsel anstand. Und habe dann quasi nach zwei Jahren am Düsseldorfer, Quatsch, zwei Jahre an den Wuppertal der Bühnen, bin ich dann ans Düsseldorfer Schauspiel ausgekommen. War dann eine Dekade. Eine Dekade war ich dann da. Irgendwann wurde mir das so klar. Und ich dachte dann noch so, Gott, ich muss gehen. Ich werde sonst unkündbar. und ich bin irgendwie, ich kann auch nicht mit 40 schon unkündbar sein, ich muss irgendwie gehen. Ja, also wie man hört, in mir zwei Seelen, das Stabile und auch das Sesshafte und gleichzeitig aber auch die Fliehkraft, die Veränderung und die Weiterentwicklung, also die Vorstellung, irgendwann unkündbar in einem Haus zu sein, klingt für mich mehr wie Gefangenschaft als wie jetzt irgendwie finanzielle oder emotionale Stabilität. Und dieses Neuerfinden ist, glaube ich, so was, was mich auch immer begleitet hat. Für mich war das, also ich habe mich immer für viel interessiert. Es war auch lange nicht klar, ob es nur Schauspiel sein soll oder auch Musical ist mal mit durch, weil Musik mich immer begleitet hat. Ich selber ja viel singe. Und dann war dieser reine klassische künstlerische Weg, dass ich plötzlich… nur noch Schauspielerin war und nur noch Sprechtheater und da fing es dann nämlich mit den Einschränkungen schon an, also dieses du bist jetzt das und das musste sein, und da habe ich mein Leben lang mit gestruggled oder auch dann in meiner Ausbildung und warum darf ich dann aber Musical nicht mögen, wenn ich doch eine gute Sprechtheaterschauspielerin sein will und ich mache diesen riesen Bogen, weil jetzt mein Spirit Animal ist die Krake, weil die Krake einfach acht Arme hat und zwar acht gleichberechtigte Arme, es gibt ein bisschen stärkere vielleicht und ein bisschen schwächere Arme, aber sie gehören einfach dazu. Und man kann sie kombinieren oder auch unabhängig voneinander ausführen. Man profitiert auch von ihnen und vor allem, es tut einfach wahnsinnig gut, auch Dinge gar nicht so gut zu können und sie trotzdem zu machen, einfach so für die Bodenhaftung. Und ich habe so gemerkt, dass mich diese Einschränkung und diese Exklusivität oder auch das Dogmatische immer gestresst hat und ich fand da was ganz, ganz falsch oder auch für mich einfach falsch dran und war dann sehr froh, tatsächlich in Düsseldorf vom Schauspielhaus zu landen, wo der musikalische Fokus ja irgendwie sehr groß wiederum war, auch wenn vielleicht die heimliche Haltung dahinter trotzdem so eine kleine gerümpfte Nase war, aber man hat natürlich dann da am Haus gemerkt, mit. Musikalischen Produktionen macht man die Hütte voll. Also haben wir da sehr viel gesungen. Ich habe also quasi zehn Jahre im Düsseldorfer Schauspielhaus auch gleichzeitig meine Sänger-Innen-Karriere weiter verfolgt. Und auch das war dann aber irgendwie nicht genug, weil ich gemerkt habe, aber auch da gibt es weiterhin die Adressen, das Theaterpädagogische, das Soziale. Also habe ich da viel im Jugendclub mich engagiert, habe aber auch versucht, noch andere Sachen zu machen. Das war dann von Ensemble Sprecher, bin in die GDBA eingetreten, ins Ensemble Netzwerk, habe mich da irgendwie weiter quasi am System Theater abgearbeitet. Ich glaube nämlich, das ist was, ich sitze die ganze Zeit und nickle und so, weil ich zum einen das unfassbar spannend finde, noch mal zu hören und zum anderen, weil ich das natürlich aus meinem anderen Job auch kenne, Die Kultur, Kunst, Theater, Musikszene ist natürlich... Genau, zuallererst eine nach außen und das ist ja auch gut so und wir wollen ja auch, dass man, wir wollen ja auch senden und so. Da ist ja auch viel, viel mehr Struktur dahinter und wie du sagst, es gibt Gewerkschaften, also da ist ja auch einfach was dahinter und auch so ein Haus ist ja organisiert. Also es gibt ja auch ganz feste Rollen, nicht nur auf der Bühne und im Stück, sondern auch dahinter. Also das nur noch einmal so zur Vollständigkeit, dass man das, das unterschätzt man, glaube ich, manchmal, wenn man einfach nur drauf schaut im wahrsten Sinne des Wortes, was ja auch schön ist, wenn man Rezipientin, Rezipient ist von einem einfach sehr schön inszenierten Stück. Total, man glaube ich, man denkt immer auch so, oder das ist ja auch so, also wenn man sich so Filme anschaut, Filme, die zum Beispiel über Schauspielerei oder über KünstlerInnen sprechen, dann ist das ganz oft so behämmen und es ist so frei und es ist so promsquietiv. Und alle haben sich so lieb und sie streiten und sie töten sich und sie lieben sich. Ja, jein, kann schon vorkommen, aber was tatsächlich da ist, sind extrem starre, veraltete Hierarchien und Strukturen. Und man braucht auch mal eine Krankenschreibung, wenn man, also man kann, Also das ist nämlich nicht einfach so, ich komme heute, ich fühle es heute nicht, sondern man hat Arbeitszeiten. Also wenn wir mal richtig radikal sein wollen, die Krankschreibung hat, die spielt überhaupt keine Rolle. Ich habe, ich kann jetzt nicht sagen, oh Gott, jetzt habe ich gesagt, auf welchen Bühnen ich gespielt habe. Also mal so, eventuell gab es Krankschreibungen und eventuell kenne ich Menschen, asking for a friend, die dann trotzdem auf der Bühne standen. Ja. Also es ist sogar, finde ich, noch viel drastischer. Also es gibt zum Beispiel lange eine dieser alten folkloristischen Gedanken ist Krankheit der Sabotage. Also der Lappen geht hoch, egal wie. Das ist völlig egal, ob deine Oma stirbt oder ob du aus den Augen blutest, aber der Lappen muss hochgehen. Das ist dann eine Folklore, das ist eine Ideologie fast dahinter. Weil natürlich, es kann ja auch nur als Ideologie funktionieren, weil wenn wir mal ehrlich sind, die Arbeitszeit ist schlecht, die Bezahlung ist schlecht. Und also im besten Fall hast du halt irgendwie Spaß an deiner Arbeit. Und das ist natürlich, wenn da ein paar mehr Dinge funktionieren würden, wäre es auch tatsächlich einer der tollsten Jobs der Welt. Aber es bleibt halt ein Beruf und es wird sehr gerne auf der Berufung sich so ausgeruht und dass doch die Flamme brennen muss und diese künstlerische Flamme und der Applaus, das ist doch Nahrung. Nein, Nahrung ist Nahrung, Haus ist Haus, Miete ist Miete. Und natürlich habe ich einen tollen Job und der ist besonders. Aber der ist natürlich auch mehr als das, was man in Publikumsgesprächen hört. Wie haben Sie denn den ganzen Text so toll auswendig gelernt? Also es ist ein komplexer Beruf, es ist ein toller Beruf, es ist ein Beruf, ich verstehe nach wie vor, warum so viele Menschen den machen wollen. Ich möchte ihn auch nicht missen. Aber man kann auch in Liebe kritisieren und sagen, die Strukturen sind einfach wahnsinnig schlecht. Und das schlägt vielleicht den Bogen zu meinem neuen Krakenarm, der ja gar nicht so neu mehr ist, aber dann doch. Ich habe dann in der Elternzeit, als ich schwanger war mit meinem zweiten Kind und dann noch das Kind bekommen hatte, habe ich dann angefangen, mich mit Intimitätskoordination zu beschäftigen. Das klingt immer erst mal so sperrig und alle immer so, was ist das denn? Aber ich liebe ja die deutsche Sprache. Wir müssen es ja nur umdrehen, auseinandernehmen, das Koordinieren von Intimität. Und Achtung da, man ist nicht ein Coach. Das heißt, private Intimität interessiert mich nicht. Außer natürlich in meinem Fall mit mir selber und mit meinem Partner. Aber ansonsten geht es um die Intimität der Figuren. Es geht quasi um Intimität, die eine Handlung voranbringen kann. Es geht also wirklich um körperliche Berührung, aber auch um Nacktheit auf der Bühne oder eben im Film. Und nur als Vergleich, StuntkoordinatorInnen und Kampfchoreografien gibt es ja immer schon, weil allen immer klar ist, wir können nicht zwei SchauspielerInnen mit Waffen aufeinander loslassen. Das zahlt keine Versicherung. Das sollte vorher abgeklärt und choreografiert sein. Das versteht jeder. Bei intimen Szenen oder nicht einvernehmlichen Sexszenen hat es das nicht gegeben. Und man hat meistens die Schauspielenden sich selber überlassen oder es gab eine Regie, die quasi Ansagen gemacht hat. Aber was, glaube ich, keinem klar war oder bis jetzt Hashtag MeToo war einfach nie so bewusst, dass es sich um reale, private Körper handelt und tatsächliche Berührungen, die ja im Haut-Haut-Kontakt miteinander stattfinden. Ja. Ja, und das kam aus den USA, das hat sich nochmal, gerade so als Hashtag MeToo kam, als Bewegung, das haben sich quasi aus der Stunt-Choreografie, hat sich das nochmal rausgebildet, erste Verbände haben sich da gegründet. Für mich war das so ein Erweckungserlebnis oder so ein Aha, dass das, was ich über all die Jahre schon gefühlt habe, dass es nicht richtig ist, wenn ein männlicher Regisseur zu mir sagt, ich will, dass du nackt auf der Bühne bist, ich sage, ich möchte es nicht, weil ich keinen Sinn dahinter sehe für das Stück und für die Handlung. Und ich dann als Antwort bekomme, stell dich doch nicht so an, hab dich doch nicht so, ich hab dich doch auf der Premiere in Feier tanzen sehen. Und ich immer gesagt habe, das kann nicht richtig sein, dass jemand so mit mir reden darf und dass jemand das von mir verlangen kann. Das steht auch nirgendwo in meinem Vertrag, dass ich das müsste, weder über Nacktheit noch, ob ich mit meinen Kolleginnen rumknutschen will. Ich möchte nicht von jedem Kollegen oder Kollegin die Zunge im Mund haben. Und dass es da eine Erwartungshaltung gibt, aber auch ehrlich gesagt eine Angst zu widersprechen. Ich habe immer schon gefühlt, dass das nicht richtig ist und dass das falsch ist. Und Intimitätskoordination ist tatsächlich einfach endlich die Definition eines Berufsfeldes, dass es immer schon gebraucht hätte. Und da zusammengefasst geht es halt vor allem um Konsens, den wir immer voraussetzen. Ja, das ist ja eine relativ neue Entwicklung und auch zeitgemäß und meiner Meinung nach auch sehr nötig und sehr schön, dass es das jetzt gibt. Ich habe eben im Vorgespräch schon gesagt, es wäre natürlich schöner, wenn es das nicht geben müsste, aber es gibt es und das ist gut. Aber Also ich glaube, noch ein bisschen diesen Weg beobachten dahin, also nicht nur bei dir persönlich, sondern auch, dass es das in der großen Filmindustrie gibt und jetzt ja so langsam sickert quasi in die etwas kleineren Zusammenhänge auch. Ja, also eine Intimitätskoordination gerade, das hat immer schon oder jetzt schon relativ lange, gibt es das stabil beim Film, beim Fernsehen. Netflix arbeitet standardmäßig mit jemand zusammen. Also es gibt quasi faktisch keine Sexszene mehr, die ohne Intimitätskoordination gedreht wird, was super ist. Und das ist ja auch keine Verpflichtung, weil man hört dann immer so einen Aufschrei von wegen, oh mein Gott, jetzt wird uns alles verboten, jetzt dürfen wir nichts mehr selber machen. Um Gottes Willen, wenn konsensuell Menschen miteinander Dinge ausprobieren wollen, dann ist das okay, aber die Frage ist ja immer, ist denn wirklich Konsens vorhanden? Weil wenn eine super erfahrene etablierte Person kommt und da ist eine junge Person, die gerade erst anfängt, die natürlich gefallen will und dann sagt die etablierte Person, ja, also Intimitätskonvention brauchen wir nicht, oder? Ja. Wie konsensuell ist das? Also allein der Umstand, dass die meisten Leute, also wenn wir Konsensarbeit uns angucken, das ist das, was ich mit meinen Studierenden an der Hochschule mache. Genau, du bist nämlich an der Robert-Schumann-Hochschule Professorin. Ja, Junior-Professorin muss ich sagen. Ja, seit Mai 24 bin ich berufen worden. Also habe ich einem Berufungsverfahren unterzogen und habe dann dieses Berufungsverfahren für mich entscheiden können. und bin genau im Mai 24 hier in Düsseldorf an die Musikhochschule berufen worden, was super ist. Es ist die, also tatsächlich bundesweit auch die erste Professur, die das im Titel mitträgt. Also tatsächlich meine Juniorprofessur heißt Juniorprofessur für Szene- und Intimitätskoordination. Das heißt, der Fokus ist aber auch hier ganz bewusst eben nicht darauf zu sagen, ich komme irgendwo hin und wann immer irgendwo irgendjemand eine Sexszene gar nicht so häufig an einer Musikhochschule vorkommt, gerne haben möchte, komme ich hin und inszeniere das oder choreografiere das. Sondern es geht vielmehr darum zu sagen, wie können wir die Tools und die Methodik aus der Intimitätskoordination, das, was wir kennen, das ist dann aber auch Konsensarbeit, das ist Awareness, das ist gewaltfreie Kommunikation. Wie können wir all das nehmen und quasi schon in der Hochschule etablieren, damit wir eine neue Generation von KünstlerInnen ausbilden, die viel besser ihre Grenzen kommunizieren können und die viel besser mit Themen umgehen können, die uns alle betreffen, struktureller Sexismus. Auch generell jede Form von Diskriminierung, die einfach eine andere Aufmerksamkeit dafür von sich aus mitbringen, die wissen, was ein Male Gaze ist. Und dass wir alle permanent, auch als weiblich gewesen sind, dass wir alle durch diesen Male Gaze gucken, weil wir es so gelernt haben, weil es so reproduziert wird. Und genau das, also diese Konsensarbeit und das auch eben rauszufinden, was heißt das überhaupt? Wo habe ich Grenzen? Wie kann ich meine Grenzen kommunizieren? Wie kann ich aber auch, wenn Grenzen übertreten worden sind, wie kann ich kommunizieren, dass wir trotzdem arbeitskompatibel bleiben, wenn es sich nicht um einen Übergriff handelt oder der justiziabel verfolgt werden muss. Aber in den meisten Fällen, das wissen wir ja alle, passieren diese Dinge. Nicht per se mit böser Absicht. Sie sind unbedacht, sie sind ungeschickt, sie sind auch unangenehm und völlig daneben. Aber in den wenigsten Fällen ist es tatsächlich eine bösjährige Predator-Absicht, die dahinter ist. Die gibt es definitiv, Fall Harvey Weinstein. Auch nicht nur der. Aber auch da zu gucken, wie schaffen wir eine so transparente, offene Kommunikation, die möglich macht, die auch eine Fehlerkultur beinhaltet. Aus der wir lernen können, Dass wir sagen können, hey, das war für mich nicht in Ordnung, jemand anders, aber auch, also wie können wir die Emotionalität daraus nehmen, wie können wir in eine Sachlichkeit kommen, wie können wir aber gleichzeitig auch in eine Empathie kommen. Und das ist ein super spannendes Feld und diese Juniorprofessur macht da eben halt auch ganz viel Forschung auf, also ganz viel Möglichkeit. Ich profitiere total von eben auch meiner Ausbildung als Intimitätskoordinatorin immer auch zu schauen, weil ich kann nicht alle Tools eins zu eins übersetzen. Das würde im Hochschulalter keinen Sinn ergeben. Es wäre teilweise nicht sinnführend, es wäre nicht zielführend, aber gleichzeitig auch überfordernd, sondern da wirklich zu gucken, was sind wirklich so Methoden, Handwerkszeug, was ich den Studierenden an die Hand geben kann, die wir aber auch gemeinsam entwickeln, die wir austesten von so einer Boundary Practice, mit der man quasi lernt, wie man vorher nonverbal und verbal seine Grenzen kommunizieren kann. Und das immer wieder bei jeder Probe bis hin zu die etablierten Studis, die das schon eh, also jetzt mit mir schon länger machen, die gucken sich teilweise kurz an oder sagen, Grenzen wie immer, ja cool, irgendwas Ungewöhnliches, nö, fertig. Aber allein, dass darüber gesprochen wird und dass es normal ist, darüber zu sprechen, das finde ich, hat schon so viel verändert. Ich stelle mir das auch andersrum vor, also zum einen, dass die Studierenden lernen, ihre eigenen Grenzen zu kommunizieren, aber natürlich auch, ich werde ja auch, wenn ich teilhabe, sensibel dafür, wie vielleicht mein Gegenüber, ohne dass es immer ausgesprochen werden muss. Also man spielt sich ja im wahrsten Sinne des Wortes auch aufeinander ein. Und das ist ja dann vielleicht sogar auch übertragbar auf andere Situationen. Also dass man so ein bisschen sensibel wird, auch in die andere Richtung. Das finde ich auch. Total. Manchmal ist es auch wirklich schon allein der Name. Also dass da Intimitätskoordination steht. Und quasi Teil einer Produktion ist oder eben im Hochschulalltag. Also ich arbeite viel mit der Gleichstellung in der Hochschule zusammen. Ich bin jetzt aber auch von, also fachübergreifend, nicht nur für die Opernklasse zuständig. Das sind ja alles junge Gesangsstudierende, die irgendwann auf die Bühne gehen wollen. Aber ich habe auch durchaus mit dem Institut für Musik und Medien jetzt mittlerweile zu tun. Habe jetzt so ein Mentoring, Berufsfeldkoordination gegeben. War ja dann doch, also konsensbasiertes Arbeiten in Gruppen. Also wann immer Menschen aufeinandertreffen und so viele mittlerweile fragen, gerade Thema Nähe, Distanz. Und da gibt es so, ich merke, da gibt es noch so viele Bereiche, wo ich eigentlich noch Lust habe, mich weiterzubilden, wo ich so merke, boah, da steht jetzt eigentlich schon die nächste Ausbildung oder Weiterbildung an oder hiermit, das ist ein Themenfeld, mit dem ich mich weiter befassen will. Also das ist großartig und ich merke aber auch, das ist jetzt so für meine anderen Krakenarme, also wie sehr ich selber davon profitiere auch für mich, also als Schauspielerin, die nachträglich auch vielleicht ein bisschen heilt für manche Situationen, wo ich so sage, ah, da habe ich immer gespürt, ich werde unrecht behandelt oder etwas stimmt nicht und heute habe ich dafür Worte und kann das für mich aber damit vielleicht auch abschließen. Dann aber gleichzeitig als Regisseurin. Als Regisseurin habe ich gerade gearbeitet. Und da war zum Beispiel auch eine Frage, wie kann man konsensuell miteinander arbeiten? Und ein Teil zum Beispiel ist davon, dass man SchauspielerInnen als die ExpertInnen, die sie sind, einfach wahrnimmt für sich selber. Also ich finde, da ist so ganz viel auch an dieser Idee, wie Regie zu funktionieren hat und welche Form von Macht das sein soll. Ich habe nur gemerkt, für mich hat Regie nichts mit Macht ausüben zu tun. Sondern mit Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Und ja am Ende auch mit Konsens. Und ich finde nämlich, weil du das gerade auch gesagt hast, dass es so ein bisschen ins EMM, also ins Institut für Musik und Medien, überschwappt, also dann in andere künstlerische Bereiche oder ... Wahrscheinlich ja auch noch viel, viel mehr. Also ich sage das Schwappen extra, weil ich so denke, du hast da jetzt einmal so reingebaut und jetzt schwappt das überall hin. Weil genau, es geht natürlich nicht am Ende nicht immer nur darum, wie du schon sagst, es ist ja nicht in jedem Stück, gibt es irgendwie Sexszenen auf der Bühne oder wird sich geküsst, sondern es geht ja dann auch darum, genau, wenn man das jetzt überträgt, zum Beispiel auf eine Band, auf ein Orchester, auf ein KünstlerInnen-Kollektiv, auch in der Bildenden Kunst, einfach eine Sensibilität für Intimität, die ja ganz viele verschiedene Facetten hat und ganz viele verschiedene Abstufungen, weil intim ist ja auch, das ist, was ich eben meinte, wenn ich mich vor dich hinstelle und dir ein Lied vorsinge, in meinem Fall, in dem ich dir relativ bildlich beschreibe, wie es mir 2022 ging. Das ist ja schon intim und da, finde ich, fängt das ja schon an, dass es einen gewissen Rahmen oder eine gewisse Stimmung geben muss, wo das funktionieren kann. Und deswegen, genau, kann ich mir vorstellen, dass das sich immer weiter, und das passt ja dann auch gut zur Krake, immer weiter ausbreitet, auch in andere Felder. Also spürst du das jetzt unabhängig von, also wirst du auch jetzt oft. Anders dazu geholt oder dazu befragt. Total. Du bist halt jetzt die Erste und Einzige. Du bist jetzt hier unser Leuchtturm. Ich beginne mit der Galionsfigur. Es ist tatsächlich, merke ich, dass die Resonanz wirklich riesig ist und dass es aber auch polarisiert. Also ich merke, wie teilweise die Widerstände so stark sind. Das ist sicherlich auch eine Generationenfrage, aber dann doch auch wirklich da eine ganz große Angst ist, eine Angst davor, gecancelt zu werden, eine Angst davor, nicht mehr zu dürfen. Und ich komme auch immer und sage, hey, ich biete da, wir bieten da was an. Wir bieten was an, was im besten Fall für euch alle einen sicheren Rahmen bietet, in dem ihr künstlerisch frei sein könnt. Und es ist tatsächlich aber so, dass Intimitätskoordination Gott sei Dank mittlerweile auch als Seminar schon an anderen Schauspielschulen gelehrt wird. Das wird aber auch schon an anderen Hochschulen gemacht. Ganz viele, ich habe viele, viele Anfragen für Workshops, kriege aber in der ganzen Szene auch mit, dass wahnsinnig viel danach irgendwie gefragt wird. Also, dass es aber tatsächlich eine Hochschule gibt, die das in eine Professur quasi mit reingemacht hat, in den Titel, das ist neu. Und das ist, glaube ich, das Besondere, dass dieser Forschungsaspekt, dieser Anteil da irgendwie noch so krass ist. War das irgendwie eine Überraschung jetzt auch, sag ich mal, Szene intern, dass das in Düsseldorf jetzt passiert? Oder war das eh klar? Das weiß ich tatsächlich nicht. Also, das ist jetzt eine offene, keine suggestiv gestellte Frage. Also dass an der Robert-Schumann-Hochschule diese Professur als erste ausgeschrieben wird, ist das? Ich glaube, das ist ein ultimativer Geniestreich gewesen. Und es war einfach, also ... Das ist wirklich überraschend, weil ich hätte jetzt die Schule, also die Hochschule gar nicht als so quasi so an der Spitze gesehen, was die Entwicklung angeht. Aber jetzt, wo ich auch wirklich diesen Hochschulalltag miterlebe und so erlebe, ich sehe sehr, sehr viel Bemühen darum, in eine andere Richtung zu gehen, sich auch anders aufzustellen. Natürlich hätte man eigentlich sowas irgendwie zuallererst jetzt an der Ernst Busch eigentlich erwarten müssen und erwarten können. Und ich warte auch ehrlich gesagt darauf, wann die nächsten Professuren irgendwie kommen, die das mit im Titel haben, gerade was Szene angeht oder gerade was diese Arbeit angeht. Es ist quasi überall so ein bisschen schon mit drin, weil es kommt dann doch im Stundenplan vor, aber das ist dann mehr so ein Seminar mit zwei Stunden hier. Das hat dann und das wird auch, glaube ich, in aller Regelmäßigkeit gegeben. Also es findet schon statt, aber dass eine Schule sich dermaßen dazu bekennt, finde ich schon echt besonders und finde ich neu. Und das hat natürlich irgendwie, klar kriegt man da so ein bisschen die Flatter, weil man irgendwie weiß, man steht da jetzt so irgendwie vorne und, es gibt andere, die schon viel länger in dem Beruf arbeiten, zum Beispiel als IntimitätskonjunkturInnen bei Film und Fernsehen, die einfach quasi aus einer anderen praktischen Arbeit kommen. Aber dass es eben jetzt so gekoppelt ist an eine Hochschule und eben auch an die Forschung, wie man konsensuell arbeiten möchte und wie man auch Hochschulen diskriminierungsfreier machen können. Und das ist, glaube ich, so ein erster Baustein. Und damit finde ich, hat echt die Robert Schumann ganz schön Schutzbewerb. Und auch eine große Klarheit, wohin diese Hochschule gehen möchte und wie sie sich für die Zukunft aufstellt. Du hast, als wir vorhin, als die Mikros noch aus waren, einen so schönen Satz gesagt, mit dem würde ich schließen, aber ich möchte, dass du ihn sagst. Das fasst das alles, was wir jetzt sehr ausführlich besprochen haben und dafür bin ich sehr dankbar für deine Offenheit und auch dafür, dass du uns ein bisschen mit in dieses System und in diese Struktur genommen hast und sicher der einen oder dem anderen ein bisschen mehr diese Welt näher gebracht. Genau, überlasse ich dir jetzt diesen Satz, den kannst du natürlich auch ein bisschen einordnen, aber das fand ich einfach sehr schön, weil ich finde, das summiert ist gut. Sehr gerne und danke. Danke für die Möglichkeit. Nein, ich habe, ich finde, wenn man in so einem, Feld arbeitet, wie in der Kunst oder in der Kultur, die wenigsten von uns gehen diesen Weg stringent und aus eigener Kraft, sondern wir brauchen immer Menschen, die uns die Türen aufmachen, die uns da reinholen, die uns unterstützen, die unsere MentorInnen sind und ich wäre ohne eine bestimmte Anzahl von Menschen, wäre ich heute nicht hier. Also Kunst kann nicht ohne einander funktionieren und Und ich habe das immer als meine Aufgabe empfunden, auch etwas weiterzugeben, etwas, woran ich glaube, eine Haltung zu haben, aber auch vielleicht ein Wissen oder eine Erfahrung, aber auch vielleicht einfach eine Lust und so eine kreative Flamme weiterzugeben. Und ich habe mir halt für meine Arbeit an der Musikhochschule einfach ganz klar gesagt, ich möchte die Dozentin sein, die ich damals nicht hatte. Ich danke dir sehr und ja, ich bin mir ganz sicher, dass du das jetzt für sehr viele Menschen bist und für deine Studierenden und ich freue mich, dich bald mal wieder zu erleben auf der Bühne. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Vielen Dank, tschüss. Jetzt kommt das Wochenendwetter für Düsseldorf vom Wetterstruxie. Wir kehren dem frühwinterlichen Flair mal wieder den Rücken und kommen jetzt in südwestliche Luft, sodass es dann bei uns auf jeden Fall milder werden wird. Ich grüße euch damit ganz herzlich zum Wochenendwetter. Es wird jetzt eine treibende Kraft vom Nordatlantik geben und dieses Sturmtief, was sich bei Island befindet, das wird jetzt nach und nach immer wieder wärmere Luftmassen zu uns pumpen. Und daher, dass südlich davon ein Hochliegen wird, beziehungsweise südlich von uns gelegen, ist diese Wetterlage auch relativ stabil. Das bedeutet, dass das Wetter, was wir jetzt bekommen werden, wahrscheinlich sogar ein bis sogar zwei Wochen anhalten dürfte. Die ersten Trends, dass es dann wieder deutlich kühler werden würde, die gibt es dann rund um Ende Dezember. So viel der Vorrede, jetzt kümmern wir uns um das Wetter für dieses Wochenende und der Freitag, der wird uns viele Wolken bringen, es fällt immer wieder leichter Regen, das wird ein höchst ungemütlicher Tag und die Temperaturen steigen an, liegen dann bei 6 bis maximal 8 Grad und der Wind, der ist, sagen wir mal, lebhaft unterwegs, in Spitzenböden werden wir so rund 35 Kilometer pro Stunde erreichen. Der Samstag, der wird Stand der Dinge derzeit ein eher freundlicherer Tag werden. Gestern war es noch so, dass wohl die erste Tageshälfte schöner werden wird. Jetzt sind die Modelle ein bisschen gekippt und sehen das Ganze eher für die zweite Tageshälfte. Also morgens geht es noch trüb los, am Nachmittag setze ich dann häufiger die Sonne durch und das Ganze bei 6 bis maximal 10 Grad. Der Sonntag, der wird uns dann eine neue Regenfront bringen, die wird uns dann voraussichtlich in der zweiten Nachthälfte und am Morgen noch beschäftigen. Im Tagesverlauf gibt es dann immer wieder viele Wolken, vereinzelte Schauer, das Ganze bei recht windigen 6 bis maximal 10 Grad, aber das wird eine Kaltfront sein, die damit inkludiert ist. Und das bedeutet, dass die Temperaturen dann, vor allem dann in den Wintermonaten, tagsüber dann zurückgehen. Wir werden morgens um die 10 Grad haben und nachmittags beziehungsweise abends sind es dann nur noch 4 Grad. Dann blicken wir noch schnell in die neue Woche. Der Montag wird so nichts aus Sonne und tief hängenden Wolken mitbringen bei 3 bis maximal 6 Grad. Und der Dienstag lässt das Ganze von Südwesten her wieder neu aufleben mit neuem Regen und dann auch wieder steigenden Temperaturen. In diesem Sinne wünsche ich euch jetzt ein schönes Wochenende und wir hören uns dann nächste Woche wieder zum Wochenendwetter. Bis dann, ciao, ciao. Mehr Düsseldorf-Wetter gibt es im Wetterstruksi-Blog. Jens-Strucks.blog Das war der Rheinpegel für diese Woche. Ihr wisst, wenn ihr mir, wenn ihr uns eine wirklich große Freude machen wollt, dann abonniert doch diesen Podcast überall, wo es ihn zu abonnieren gibt. Und wenn ihr schon dabei seid, dann bewertet ihn doch gleich mit Punkten, mit Sternen, mit Daumen, mit was immer auch geht. Und... Teilt diesen Podcast. Erzählt jemandem davon, der oder die Düsseldorf liebt oder noch viel besser, der oder die, das gefälligst bald lernen soll. Mein Name ist Torsten Kohlmann. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Den Rheinpegel gibt es jeden Donnerstag neu. Folgt dem Podcast jetzt in eurer Podcast-App, um keine Episode mehr zu verpassen.