Latest / Holger ruft an / Holger ruft an ... wegen NSDAP-Datenbank
Transcript
- 0:00Speaker 0: Das ist eine Entscheidung, das zu veröffentlichen.
- 0:02Speaker 0: Obwohl wir wissen es nicht perfekt ist auch für den Spiegel.
- 0:05Speaker 0: Wir haben eine Dokumentation und sind sehr darauf bedacht, dass wirklich alles richtig ist.
- 0:10Speaker 0: Das war Punkt wo wir uns in die Augen geguckt haben und gesagt haben, wir wissen, dass es nicht hundertprozentig richtig ist, wir versuchen es zu optimieren.
- 0:26Speaker 1: Ich ruf an wegen des NSDAP-Tools beim Spiegel.
- 0:29Speaker 1: Du leitest da das Geschichtsressort und nachdem die Zeit damit angefangen hatte, hat dort der Spiegl dieses NSDap-Recharge-Tool veröffentlicht.
- 0:36Speaker 1: mit dem kann ich nachschlagen was meine Vorfahren im Dritten Reich gemacht haben also inwieweit sie in der Partei waren und so... Was genau kann ich darin finden?
- 0:44Speaker 0: Ja du findest falls Sie Mitglied waren, findest du die Mitgliedskarten oder die Mitgliederkarte.
- 0:50Speaker 0: manchmal gibt es eins, einem manchmal gibt's zwei Und die kannst du da finden.
- 0:54Speaker 0: Da stehen dann ein paar Infos wie Name, Geburtsdatum, Wohnort, Straße... Gau!
- 0:59Speaker 0: Das war so eine regionale Einheit, die die Nazis benutzt haben und die Mitgliedsnummer.
- 1:04Speaker 1: Aber ich kann jetzt nicht sehen ... War irgendwie Aufpasser im Konzentrationslager oder sowas?
- 1:08Speaker 1: Solche Sachen stehen da nicht drin?
- 1:09Speaker 0: Nee es geht um die Parteimitgliedschaft.
- 1:11Speaker 0: also das ist im Prinzip wie in jeder anderen Partei.
- 1:13Speaker 0: Du hast einen Antrag gestellt bis dann aufgenommen worden und dann hat die haben die damals noch auf Papier logischerweise ne Kartei-Karte angelegt und haben da die Infos verzeichnet, und haben die Leute durchnummeriert nach ihrem Eintrittszeitpunkt.
- 1:27Speaker 0: Und alle anderen Dinge, die die Leute in der Zeit sonst noch so gemacht hat, kann man da nicht recherchieren bzw.
- 1:32Speaker 0: kann man in unserer Datenbank ein bisschen recherchierend, weil wir noch ein paar andere Daten- und Datenbanken verlinkt haben.
- 1:38Speaker 0: Also zum Beispiel gibt es eine Datenbank über Prozesse, die gegen Täter in der NS-Zeiten-, in der Nachkriegszeit geführt wurden.
- 1:47Speaker 0: Die ist nicht vollständig, da sind aber auch viele Daten drin.
- 1:50Speaker 0: Da kommt man wenn das der Fall ist und dein Vorfahre da was gemacht hat kommst du über unsere Datenbank da weiter.
- 1:57Speaker 1: Das heißt eure Daten unterscheiden sich von denen?
- 2:01Speaker 0: Die Grunddaten kommen alle... Also die Sache ist kompliziert.
- 2:05Speaker 0: also die Nazis haben diese Kartei gemacht.
- 2:07Speaker 0: sie sollte dann eigentlich am Kriegsende vernichtet werden.
- 2:10Speaker 0: Derjenige der die vernichten sollte war aber aus heutiger Sicht schlauernd hat gesagt ne Mach ich nicht, ich geb das den Amerikanern.
- 2:16Speaker 0: Die haben es in Berlin im Berlin Document Center gelagert auf Papier, haben das dann irgendwann auf Mikrofilmen gesichert und nach der Wende haben sie die Originalkarteikarten also diese Papiere an den Karten dem Bundesarchiv zurückgegeben.
- 2:31Speaker 0: Und die Mikro Filme sind in den National Archives in Amerika.
- 2:35Speaker 0: Diese MikroFilme hat das National Archive digitalisiert und Anfang des Jahres ins Netz online gestellt.
- 2:42Speaker 0: man kann dort die Mikrophilme durchsuchen.
- 2:44Speaker 0: Mikrofilme muss man aber wissen, sind eben tatsächlich Filme.
- 2:48Speaker 0: Also man stellt sich so lange Rollen vor wo sehr viele, ich glaube irgendwo die Zahl notiert, warte mal, ich gucke mal nach... Nee das weiß ich gar nicht!
- 2:55Speaker 0: Aber es sind sehr sehr viele.
- 2:56Speaker 0: also mehrere hundert Karteikarten sind eben auf so einem Mikrofilm und wenn man da seinen Namen sucht oder den Namen seines Vorfahren dann bekommt man den Mikrofilm und muss dann nochmal durch diesen MikroFilm sich durch scrolln bis man bei der eigentlichen Karteikkarte ankommt.
- 3:10Speaker 0: Was wir gemacht haben, wie die Zeit es genau gemacht hat weiß ich nicht.
- 3:14Speaker 0: Die werden die gleichen Daten haben.
- 3:15Speaker 0: also das ist die Datengrundlage.
- 3:16Speaker 0: Wir haben diese Mikrofilm-Daten runtergeladen und dann haben wir mit einer KI Auswertung Diese Mikrofilmbilder die dann ja am Ende da ankommen vereinzelt Also die einzelnen Karten ausgelesen.
- 3:28Speaker 0: Dann da wiederum die Daten die darauf stehen ausgelessen.
- 3:32Speaker 0: die sind teilweise handschriftlich eingetragen Teilweise maschinenschriftlich.
- 3:36Speaker 0: Das Ganze ist in einer Datenbank zusammengeflossen, sodass du nicht Mikrofilme rollen bei uns angucken kannst.
- 3:43Speaker 1: Was finde ich denn nicht darin?
- 3:46Speaker 0: Du hast eine Antwort auf eine Frage, nämlich waren meine Vorfahren oder einer davon in der NSDAP, also in der Partei von Hitler.
- 3:54Speaker 0: Was du nicht weißt, was haben sie sonst noch so gemacht?
- 3:57Speaker 0: Oder selbst wenn Sie nicht drin waren, was machen die?
- 4:00Speaker 0: Nicht jeder, der an Verbrechen beteiligt war ... In der SS war auch gleichzeitig in der Partei.
- 4:07Speaker 0: Es waren sehr, sehr viele Millionen Männer und auch einige Frauen in der Wehrmacht.
- 4:13Speaker 0: Viele davon haben gerade dann im Feldzug gegen diese Wirtunion Verbrechen gesehen oder mitgemacht.
- 4:18Speaker 0: Da sind wirklich unglaubliche Dinge passiert.
- 4:21Speaker 0: Das steht natürlich alles da nicht drin.
- 4:24Speaker 0: Das kann man sich wieder über andere Akten zumindest annäherungsweise erschließen indem man sich zum Beispiel die Wehrmaachtsunterlagen erschließt.
- 4:30Speaker 0: das ist auch alles im Bundesarchiv zugänglich In dem man einfach noch mal weiter guckt, was finde ich an Informationen waren meine Vorfahren in anderen nationalsozialistischen Organisationen mit LED in der SA.
- 4:43Speaker 0: Manchmal findet man das eben über diese Nazifizierungsakten die bei uns ja auch verlinkt sind soweit sie digitalisiert sind und manchmal sind da aber auch tatsächlich Anfragen in Landesarchiven Staatsarchiven oder im Bundesarchiv nötig um da weiterzukommen.
- 4:56Speaker 0: Aber es ist eben wirklich nur eine Antwort auf eine kleine Frage ist nicht die komplette Geschichte im Nationalsozialismus.
- 5:03Speaker 0: Das muss man sich auch tatsächlich immer deutlich und klar machen.
- 5:06Speaker 1: Zwischenzeitlich hatten auch Korrektiv- und Katapult sowas veröffentlicht, dann aber schnell wieder zurückgezogen.
- 5:11Speaker 1: Was war da eigentlich los?
- 5:12Speaker 1: Wenn es doch sowieso nur einen Datenbestand gibt...
- 5:14Speaker 0: Ja der Datenbestands ist ja gleiche!
- 5:16Speaker 0: Aber der Aufwand ist ja die Auswertung.
- 5:18Speaker 0: also du hast eben diese Mikrofilmrollen und musst damit dann erst mal arbeiten und gucken dass du sie vereinzelt das du die ausliest.
- 5:23Speaker 0: Also da ist ziemlich viel Arbeit notwendig eine KI macht, die aber natürlich auch Geld kostet und Leute braucht, die diese KI gut bedienen können.
- 5:32Speaker 0: Und soweit ich das jetzt beobachtet habe hat korrektiv haben Korrektif- und Katapult die Daten von einem privaten Menschen aus Berlin.
- 5:42Speaker 0: der wiederum hat sie von der Zeit geklaut.
- 5:43Speaker 0: so weit Ich das sehe.
- 5:46Speaker 1: Du sagst es gerade, dass macht man mit einer KI also riesige Datenmengen halt durcharbeiten.
- 5:51Speaker 1: wie viel menschliche Arbeit habt ihr da reingesteckt?
- 5:53Speaker 1: lässt sich das irgendwie quantifizieren?
- 5:55Speaker 0: Quantifizieren ganz schwer, aber es ist sehr viel menschliche Arbeit drin.
- 5:58Speaker 0: Also es sind Kollegen aus der Verlags-IT dabei gewesen, Kolleginnen und Kollegen aus dem Datenteam, Kollegen, Kollegen aus schreibenden oder sonst eher schreibenen Ressorts, Kollegen vom Video-Ressort oder aus dem Kosmetierressort.
- 6:12Speaker 0: also sehr viele Leute.
- 6:12Speaker 0: ich glaube am Ende waren wir in dieser großen Gruppe
- 6:15Speaker 1: Ich
- 6:15Speaker 0: weiß nicht, ich glaube fast fünfzig Leute.
- 6:17Speaker 0: Die Dokumentation war natürlich beteiligt...
- 6:18Speaker 1: ...neure Faktenchecker.
- 6:20Speaker 0: Also fast fünfzig Leute und teilweise haben gerade die IT-Kolleginnen, haben Tag und Nacht gearbeitet.
- 6:25Speaker 0: also das war schon echt viel Man and Woman Power, die da reingegangen ist.
- 6:29Speaker 1: Das heißt, ich darf es nicht ein bisschen unverschämt finden dass ihr öffentliche Daten nehmt und hinter eine Bezahlschranke packt weil da so viele Leute dann beteilicht waren?
- 6:36Speaker 0: Nee!
- 6:36Speaker 0: Und du kannst ja, wenn du kein Geld ausgeben willst, kannst du zu den National Archives gehen.
- 6:39Speaker 0: Da ist es umsonst, da kannst du's angucken, da musst du halt einfach mühevoll durch diese Rollen.
- 6:44Speaker 1: Man kann die Spiegel-Webseite seit Wochen nicht öffnen, ohne dieses Ding präsentiert zu bekommen.
- 6:49Speaker 1: Mich persönlich nervt das mittlerweile aber ich bin ja nicht der Maßstab hier!
- 6:53Speaker 1: Könnt ihr sehen wie viele Menschen das überhaupt noch interessiert?
- 6:56Speaker 0: Es interessiert die Leute immer noch sehr.
- 6:58Speaker 0: also wir haben damit gerechnet dass es viele Leute interessiert, aber dass ist die Nachfrage so groß und dass die nachfrage auch so kontinuierlich.
- 7:07Speaker 0: Und was wir auch an den Daten sehen, dass auch sehr viele junge Leute sich für diese Datenbank interessieren.
- 7:13Speaker 0: Das hat uns überrascht!
- 7:14Speaker 1: Das ganze Ding ist das über das persönliche Interesse der User in ihrer Familiengeschichte hinaus?
- 7:19Speaker 1: Ist es darüber hinaus noch von größerer Relevanz oder ist es letztlich ein Boulevarding?
- 7:25Speaker 0: Nee, das sehe ich nicht so.
- 7:26Speaker 0: Ich finde es total wichtig, dass diese Daten öffentlich sind... die Leute jetzt so interessiert sind, zeigt ja, dass es nicht stimmt was viele immer gesagt haben.
- 7:34Speaker 0: Dass die Leute dann doch in der eigenen Familie nicht genau hingucken wollen, was da eigentlich war im Nationalsozialismus Ich kann das aus meiner eigenen Geschichte erzählen.
- 7:41Speaker 0: ich hab schon seit Ewigkeit, ich bin Historikerin ne?
- 7:43Speaker 0: Ich müsste das eigentlich wissen.
- 7:44Speaker 0: Ich weiß auch, bei meinem Opa weiß ich, dass die Geschichte nicht ganz richtig sein kann wie sie erzählt wird in der Familie.
- 7:57Speaker 0: Natürlich war immer irgendetwas wichtiger.
- 7:59Speaker 0: Und ich bin einfach nicht dazu gekommen und es ist halt dann doch irgendwie ein Angang, genau.
- 8:03Speaker 0: Jetzt hab' ich mal nachgeguckt und siehe da, er war in der Partei... Das sagt mir jetzt immer noch nicht genauer wie die Geschichte eigentlich weiter ging und was da noch los war und das muss sich tatsächlich nochmal machen.
- 8:12Speaker 0: aber zumindest kleines Puzzleteilchen dieser Geschichte habe ich jetzt so herausgefunden weil der Zugang einfach so leicht ist und weil ich eben nicht jetzt einen Brief aufsetzen muss irgendwo hinfahren oder mit jemandem telefonieren muss sondern halt einfach abends die Daten eingeben kann.
- 8:26Speaker 0: Und das, finde ich ist schon wichtiger Punkt und darüber hinaus ... Also über diese Familiengeschichte hinaus ist es natürlich auch Erkenntnisfördernd, finde Ich wenn man eben merkt dass es damals nicht irgendwie die anderen waren, die in der Partei waren sondern dann doch vielleicht die eigenen Vorfahren waren weil das ja doch deutlich macht wie leicht eine Demokratie eben zerbrechen kann und dass es eben nicht irgendwelche extremen Kräfte braucht Den, den man vielleicht als den lieben Opa oder Opa noch in Erinnerung hat.
- 8:58Speaker 0: Und dass der dann eben doch auch irgendwie dabei war und Hitler ja zumindest unterstützt hat.
- 9:05Speaker 0: Nahrweise so ne?
- 9:06Speaker 1: Du sagst das gerade selber du bist Historikerin.
- 9:08Speaker 1: es gibt grade unterhistorikerinnen.
- 9:11Speaker 1: einiges an Kritik am Tool.
- 9:12Speaker 1: Es würde nicht sauber funktionieren ist unvollständig.
- 9:15Speaker 1: Wahrweise würden Zusammenhänge nicht gefunden obwohl sie vorhanden sind Oder es werden falsche zusammenhänge geschaffen.
- 9:21Speaker 1: Warum veröffentlicht ihr ein Produkt, das so fehlerhaft ist?
- 9:25Speaker 0: Das ist, glaube ich ein Teil dessen wie solche Datenbanken funktionieren können.
- 9:30Speaker 0: Auch bei der Zeit gibt es Fehler und die lassen sich nicht komplett ausschließen.
- 9:36Speaker 0: Vieles von dem was da kritisiert wird im Prinzip sind Folgefehler wenn du so willst.
- 9:41Speaker 0: also Die Daten sind von der KI falsch gelesen worden.
- 9:43Speaker 0: Was zum Beispiel häufiger Fehler ist was die KI nicht verstanden hat Ist dass ein U mit Strich drüber was sie damals häufig geschrieben ist keine ü ist.
- 9:51Speaker 0: das heißt häufig wird dann wenn jemand Jetzt mach ich mal ein Beispiel.
- 9:55Speaker 0: Wenn jemand Muller heißt, wird er halt als Müller gelesen so und dann ist es ... Du findest den weil unsere KI-Suche oder unsere Suche eben eine bisschen Offenheit hat und auch ähnliche Namen auswirft anders als bei der Zeit übrigens.
- 10:09Speaker 0: aber die weiteren Dokumente die da vernetzt sind zum Beispiel Entnazifizierungsakten die wir zum Teil auch verlinkt haben oder diese Verbrechen, diese Prozesse die wir auch verlinken haben können natürlich nicht zugeordnet werden, weil in den Datenbanken der Name anders geschrieben ist und dann eben diese Daten diese Namen nicht gematched werden können.
- 10:28Speaker 0: Und klar das ist irgendwie eine Entscheidung das zu veröffentlichen obwohl wir wissen es ist nicht perfekt ist auch so für den Spiegel.
- 10:34Speaker 0: ihr wisst Wir haben noch ein Dokumentation.
- 10:36Speaker 0: wir sind eigentlich sehr darauf bedacht dass wirklich alles alles alles richtig ist.
- 10:40Speaker 0: Das war Punkt wo wir uns irgendwie tief in die Augen geguckt haben gesagt haben wir wissen dass es nicht hundertprozentig richtig ist.
- 10:48Speaker 0: Wir versuchen es zu optimieren, tun wir auch.
- 10:49Speaker 0: also wir haben jetzt schon... Wir sind eigentlich kontinuierlich dabei Fehler auszubügeln, zu korrigieren und zu verbessern.
- 10:56Speaker 0: aber es ist eben dann doch irgendwie ja ein Tool wo man bisschen unscharfe irgendwie da ist und wofür's im Laufe der Zeit jetzt eben versuchen besser zu machen und da auch auf die Rückmeldung der UserInnen und User angewiesen sind.
- 11:11Speaker 1: Ich hänge da wirklich ein bisschen fest, du kannst es doch eigentlich nicht bringen.
- 11:14Speaker 1: Ihr seid immerhin der Spiegel.
- 11:15Speaker 1: und wenn so'n renommiertes Medium mir sagt, Opa ist in der NSDAP gewesen, dabei war einfach nur irgendwas in den Datenfehlerhaft ... Da möchte ich Weihnachten nicht erleben!
- 11:25Speaker 0: Das dachtest du dir nicht?
- 11:26Speaker 0: Nein, das dachte sie auch nicht.
- 11:27Speaker 0: Du findest halt bloß den Namen nicht eventuell... Also du findest die Karte nicht, aber du siehst ja immer die Originalkarte und kannst gucken ob das Opa war.
- 11:35Speaker 0: Du siehst das Geburtsdatum, also du musst schon ein paar Dinge wissen.
- 11:40Speaker 0: Wenn dein Opa Franz Müller heißt wird es schwierig und du sonst nichts weißt so sag ich mal.
- 11:44Speaker 0: Aber wenn du halt ein bisschen mehr Daten hast den Wohnort, die Straße des Geburtesdatums, die Region dann kannst du da schon rausfinden, ob er drin war oder nicht?
- 11:54Speaker 0: Und du kannst mit unserer Datenbank nicht ausschließen dass er drin wenn du ihn nicht findest.
- 11:59Speaker 0: Das kann sein, dass er trotzdem drin war, weil ... Wenn du ihn dich findest aber auch, weil einfach nicht alle Mitgliederkarteien überhaupt erhalten sind, hab ich am Anfang erzählt die haben halt einige dann doch zerstört.
- 12:08Speaker 0: also man kann insgesamt achtzig bis neunzig Prozent der ehemaligen Mitglieder rekonstruieren über die Daten, die überhaupt noch verfügbar sind und es sind aber eben ungefähr zehn bis zwanzig Prozent sind verloren von diesen Karteikarten.
- 12:23Speaker 0: das heißt da weiß einfach keiner ob die drin waren oder nicht.
- 12:28Speaker 0: Wenn du aber findest und auch die Kartei-Karte findest, und eben jetzt nicht ein Fall hast wo du eigentlich nur weißt er hieß Franz Müller.
- 12:34Speaker 0: Und sonst weiß ich nichts dann kannst du schon ziemlich sicher sein dass er drin war.
- 12:38Speaker 0: also kann es sicher sein das er drinnen war.
- 12:40Speaker 1: Du sagtest ihr entwickelt das weiter?
- 12:42Speaker 1: Auch mit über die Rückmeldung von Jusann.
- 12:44Speaker 1: Ihr schreibt doch selbst ist sein Experiment mit offenem Ausgang.
- 12:48Speaker 1: Jetzt komme ich nochmal auf die Bezahlschränke.
- 12:49Speaker 1: Wester nicht schlauert hat sich die Schwarmintelligenz des kompletten Netzes zu nutzen und nicht bloß diejenigen die dafür bezahlen.
- 12:56Speaker 0: Nee, dann müssten die ja selber was korrigieren können und das wollen wir nicht.
- 12:59Speaker 0: Also dann wäre es so ein Wikipedia-Prinzip wo jeder halt quasi sagt mein Opa hieß nicht so sondern anders und da müsstest du ja wieder nach... Und das machen wir nichts!
- 13:05Speaker 0: Sondern wir sammeln die Rückmeldung.
- 13:07Speaker 0: wo die Leute uns sagen wird anders geschrieben Straße hieß anders etc.
- 13:11Speaker 0: Und das korrigiren wir dann.
- 13:14Speaker 0: aber die Schwarmintelligenz also für ein Wikipedia ist jetzt nur so ein mittelgutes Beispiel dass Schwarmelligenz gut funktioniert.
- 13:22Speaker 1: Du sprachst eben vom Bundesarchiv.
- 13:24Speaker 1: Das gibt es ja alles auch für lau im Bundesarchiver.
- 13:26Speaker 1: Sind das die identischen Daten, die ihr unteres Bundesarchif habt?
- 13:29Speaker 1: Ja,
- 13:29Speaker 0: das Bundesarchival hat die Originale also die Papierkarten und die haben... Aber inhaltlich
- 13:33Speaker 1: meine ich ist es.
- 13:34Speaker 0: Inhaltlich ist das gleiche genau.
- 13:35Speaker 0: Also die haben die Originalle, die haben sie auch digitalisiert inzwischen sogar in Farbe.
- 13:40Speaker 0: Die sind aber nicht frei online durchsuchbar sondern du musst halt hinfahren oder anfragen und dann kriegst du die Daten.
- 13:48Speaker 1: Nächstes Jahr will das Bundesarchiv diese Daten veröffentlichen.
- 13:53Speaker 1: Warum habt ihr nicht einfach darauf gewartet?
- 13:55Speaker 0: Ja, weil es ja jetzt spannend ist.
- 13:59Speaker 1: Point taken!
- 14:02Speaker 0: Also man, wir sind Journalisten, warum sollen wir
- 14:03Speaker 0: warten?!
- 14:04Speaker 0: Also ich finde, dass Bundesarchif auch spät dran ist damit so... Die Nutzungsgewohnheiten, also Archive sind zugänglich, umsonst sind sie nicht unbedingt je nachdem wie viel Aufwand es kostet dann doch ein bisschen was.
- 14:18Speaker 0: Aber natürlich sind die Daten da und die Gewohnheiten haben sich aber natürlich auch verändert.
- 14:22Speaker 0: Dass man im Netz halt irgendwie sucht, was findet ist eigentlich inzwischen die Erwartung.
- 14:28Speaker 0: Und dass du dafür Geld zahlen musst wenn du halt irgendwo spezialisierte Daten haben willst ... Ist ja nicht so ungewöhnlich.
- 14:36Speaker 0: Ich glaube das ist gut, dass das Bundesarchiv das macht.
- 14:40Speaker 0: Bei uns kann man jetzt eben auch gut suchen.
- 14:43Speaker 1: Sag mal, steht ihr eigentlich ... Du sagtest ja, ihr arbeitet mit den Jusern zusammen daran.
- 14:46Speaker 1: Also an den Rückmärkten?
- 14:47Speaker 1: Steht ihr auch mit den Kritikern die sagen, das gehört nicht in die Zeitung zu den Profis.
- 14:53Speaker 1: Stellt ihr mit denen auch in Kontakt auf so eine wohlwollende Weise?
- 14:56Speaker 1: oder habt ihr euch da jetzt neue Feinde geschaffen?
- 14:59Speaker 0: Nee, Feinde sehe ich nicht!
- 15:01Speaker 0: Ich seh die Kritik der Historikerinnen und die nehmen wir auch ernst.
- 15:04Speaker 0: Da ist aber, glaube ich ein anderes Nutzungsbedürfnis dahinter in einer anderen Nutzungssituation als das jemand hat der irgendwie nach dem Namen von Opa Heinz sucht.
- 15:14Speaker 0: Also das nehmen wir schon ernst und die Kritik besprechen wir auch.
- 15:17Speaker 0: Aber Feinde haben wir uns nicht geschaffen.
- 15:19Speaker 0: warum?
- 15:19Speaker 1: Du sagst des Eingangs.
- 15:20Speaker 1: also ihr habt die Datenbasis die auch das Bundesarchiv habt.
- 15:22Speaker 1: Das habt ihr dann ein bisschen verlinkt mit anderen Datenbanken Die auch noch über NSDAP und sowas Auskunft geben.
- 15:29Speaker 1: Jetzt gibt's ja was hast du mir auch gesagt noch jede Menge andere Daten Banken, die zum Teil nicht digitalisiert sind.
- 15:36Speaker 1: Arbeitet ihr daran in Zukunft praktisch einen ... wie nenn ich's denn?
- 15:41Speaker 1: Ein eins zu eins Modell dieser Zeit als Datenbank herzustellen?
- 15:45Speaker 1: weil dann wird es ja wirklich interessant wenn ich nicht nur gucken kann das, ob er in der NSDAP war sondern vielleicht warum er das war und was er ansonsten noch so gemacht hat.
- 15:53Speaker 0: Wäre schön das zu haben.
- 15:55Speaker 0: aber erstens sind die Daten tatsächlich noch nicht alle digitalisiert und auch ganz unterschiedlich zugänglich.
- 16:02Speaker 0: Ja, mal gucken aber was die Zukunft bringt.
- 16:04Speaker 1: Jetzt macht man solche Geschichten ja auch um neue Abos zu verkaufen?
- 16:08Speaker 1: Für wie viele Abos ist diese NSDAP-Geschichte gut gewesen bisher?
- 16:11Speaker 0: Wir kommunizieren keine Zahlen!
- 16:15Speaker 1: Nie?
- 16:15Speaker 0: Nee.
- 16:16Speaker 1: Schade.
- 16:17Speaker 1: Eva Maria Schnurr vielen Dank.
- 16:19Speaker 0: Danke schön dass ich da sein durfte.
- 16:21Speaker 1: Holger ruft an es ein Podcast von Übermedien, dem unabhängigen werbefreien Magazin für Medienkritik ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 16:29Speaker 1: Ein Abo gibt's ab sechs Euro monatlich und dafür gibts sofort Zugang zu allen Artikeln und obendrauf unseren wöchentlichen Newsletter.
- 16:36Speaker 1: Wer unabhängige Medienkritike ebenfalls unterstützen möchte findet alle Infos auf www.übermedien.de Und dort gibts auch reichlich über Medien zu lesen bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden.
- 16:47Speaker 1: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.
- 16:50Speaker 1: Und hier noch ein Tipp zum Weiterhören.
- 16:52Speaker 1: In der aktuellen Ausgabe von Nice und Nötig ist Shum Jaff zu Gast bei Annika Schneider.
- 16:56Speaker 1: Shum schreibt in ihrem Newsletter über Themen, Länder und Menschen die in deutschen Medien oft zu kurz kommen wenn sie denn überhaupt erwähnt werden?
- 17:03Speaker 1: Ich glaube
- 17:04Speaker 2: schon dass es ein Irrglaube ist in der Auslandsberichterstattung das ein Thema Deutschland berühren muss
- 17:10Speaker 1: um
- 17:12Speaker 2: relevant zu sein oder auch um Deutsche zu berühren.
- 17:15Speaker 2: ich glaube Menschen sind an sich für vieles zu begeistern, wenn man diese Geschichten auch so erzählt dass ja sie vielleicht auch Lektionen für einen haben.
- 17:29Speaker 2: Dass Sie den Blick auf die Welt verkomplizieren eine schöne Art und Weise auf eine Weise die einen dazu bewegt sich neue Fragen zu
- 17:41Speaker 1: stellen.