Latest / Gin And Talk / Jochen Wegner über Journalismus, Politik und Podcasts
Transcript
- 0:01Speaker 0: Und die Reichweite ist wirklich unfassbar hoch für das, was wir dachten.
- 0:05Speaker 0: Was wir damit machen.
- 0:05Speaker 0: Es war auch ein.
- 0:08Speaker 0: einem meiner Sorgen waren naja und dann hören das halt fünfzig Leute oder fünfhundert es hören aber zehn bis elf Millionen.
- 0:15Speaker 0: also das stimmt nicht.
- 0:16Speaker 0: zehn bis Elfen und Downloads haben wir im Moment pro Monat.
- 0:20Speaker 0: zum Beispiel in der Pandemie war das spannende weil ja jeder hatte das Interesse herauszufinden was ist jetzt eigentlich gerade die Meinungen, die letztgültige Meinung der Experten was gefährlich ist und was nicht.
- 0:32Speaker 0: Wie soll ich mich verhalten?
- 0:33Speaker 0: Das ist ja Getrifte!
- 0:34Speaker 0: Und das hat viel besser funktioniert als man so denkt.
- 0:37Speaker 0: also wie schnell eigentlich das Wissen um Verhaltensweisen in sozusagen neunzig Prozent der Bevölkerung eingedrungen ist.
- 0:45Speaker 0: Das ist ein ganz tolle... Mechanik wieder hinterlegt, die sozusagen ohne Internet kaum denkbar gewesen wäre.
- 0:52Speaker 0: Das ist so schrecklich.
- 0:54Speaker 0: es alle finden ein Segen des Netzes.
- 0:56Speaker 0: Man kann valide Informationen bekommen.
- 0:58Speaker 0: Ich glaube auch viele Leute können das viel besser einschätzen als man so glaubt.
- 1:02Speaker 1: Herzlich willkommen Mein Name ist Daniel Fürk und bevor wir gleich rüber an unseren Corona-bedingt virtuellen Badresengehen möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 1:12Speaker 1: Jochen Wegner isst Journalist.
- 1:14Speaker 1: Er ist Chefredakteur von ZeitOnline und Mitglied der Chefredaktion der Zeit.
- 1:19Speaker 1: Seit den letzten Jahren ist er außerdem der Co-Host von Allesgesagt, einem der erfolgreichsten deutschen Podcasts.
- 1:26Speaker 1: Zusammen mit Christoph Armen spricht er hier mit spannenden Persönlichkeiten immer so lange bis der Gast das Gespräch beendet.
- 1:32Speaker 1: Den Rekord hält derzeit der YouTuber Rezo mit einer Episodenlänge von acht Stunden und vierzig Minuten.
- 1:39Speaker 1: Ich freue mich auf ein Gespräch über Journalismus, Podcasts und die Rolle der Medien in der Pandemie!
- 1:44Speaker 1: Viel Spaß beim Zuhören und schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:11Speaker 0: Lieber
- 2:23Speaker 1: Jochen, ich freu mich sehr, dass es heute klappt und du hier virtuell zugeschaltet sein kannst.
- 2:29Speaker 1: Noch schöner wär's gewesen, wenn wir uns persönlich getroffen hätten aber das holen wir mal nach, wenn dieses Virus vielleicht... Nächstes
- 2:35Speaker 0: Mal?
- 2:35Speaker 1: Genau!
- 2:36Speaker 1: Wenn dieses Virus mal weg ist.
- 2:37Speaker 0: War nicht Alkohol im Namen dieses Podcasts?
- 2:40Speaker 1: Ja.
- 2:40Speaker 1: Ich sitze ja jetzt ganz brav bei uns im Podcaststudio.
- 2:45Speaker 1: nebenan gibt's aber tatsächlich einen echten Bartresen und normalerweise zeichnen wir an diesem Bartreson auf.
- 2:52Speaker 1: Aber beim nächsten Mal, wenn du in München bist, bist du herzlich eingeladen.
- 2:57Speaker 0: Ja danke!
- 2:59Speaker 1: Genau.
- 2:59Speaker 1: ja ich würde mit dir gerne so ein bisschen über verschiedene Themen sprechen wollen.
- 3:04Speaker 1: ihr hattet gerade am Wochenende euer Podcast Festival.
- 3:08Speaker 1: Inzwischen macht die Zeit ja eine ganze Menge verschiedene Podcasts und ich höre fast alle davon.
- 3:15Speaker 1: also ich oute mich gleich
- 3:17Speaker 0: mal... Das glaube ich nicht.
- 3:18Speaker 1: Fast alle Fast alle.
- 3:20Speaker 1: Aber ich oute mich gleich mal so als natürlich alles gesagt Fanboy und hättest du eigentlich erwartet, dass dieses Podcast-Thema für euch ja auch so einen Reichweitenerfolg?
- 3:35Speaker 1: also finanziell weiß ich nicht wie groß der Erfolg ist aber ein Reichweitenerfolg ist es auf jeden Fall und sorgt für eine wahnsinnige Sichtbarkeit auch.
- 3:44Speaker 1: Hättest Du das erwartet?
- 3:46Speaker 0: Reihenherzens natürlich nein, es war eher die wahre Geschichte ist.
- 3:50Speaker 0: Ich habe mich auch so ein bisschen dagegen gewährt.
- 3:53Speaker 0: also mindestens ein zwei Jahre gab's immer mal wieder so Fragen ja diese Podcast soll man da nicht auch mal was machen?
- 4:01Speaker 0: und ich war dann nicht sehr überzeugt.
- 4:03Speaker 0: das ist jetzt ich glaube vier jahre her Und als wir zum ersten Mal drüber sprachen eher fünf.
- 4:10Speaker 0: Ich kannte halt, wenn man älter ist kennt man natürlich die Entwicklung im Netz und Podcast.
- 4:14Speaker 0: Da gab es ja mehrere Wellen und ich habe schon dann diese Aufregung lange nicht so ernst genommen als durch Serial da diese zweite für mich Zweite Welle oder vielleicht ist auch schon die dritte gewesen losging.
- 4:26Speaker 0: Und um das abzukürzen haben wir halt gesagt na gut Dann machen wir das mal haben so.
- 4:31Speaker 0: Es gab auch hohe Leidenschaft in der Redaktion Die ich auch unterschätzt hatte.
- 4:34Speaker 0: also alle waren so.
- 4:35Speaker 0: Ja also gerade jüngeren KollegInnen waren so, oh Podcast da wollen wir auch dabei sein und wir hatten dann sehr viel Energie.
- 4:44Speaker 0: Und haben dann tatsächlich also extraintell gestartet damals unter anderem mit der revolutionären Idee ich meine werden die ersten gewesen.
- 4:53Speaker 0: Ich weiß, dass danach eine Menge täglicher Nachrichtenformate kamen.
- 4:58Speaker 0: Ich kann sein, dass sie öffentlich rechnichen halt ihre Nachrichtensendungen schon ins Netz gestellt haben.
- 5:02Speaker 0: aber so ein originär als Podcast produziertes Nachrichten-Format da waren wir relativ früh und das war auch bewusst als Quatschprojekt will ich jetzt nicht sagen Aber wir wussten es wieder eigentlich gegen den Strich oder die Logik des Mediums arbeiten ... dann dachten wir naja, wir machen was mit Sexualität.
- 5:21Speaker 0: Das läuft bestimmt und wir machen das halt hochseriösen aber auch wirklich tolle Wissenschaftlerinnen... ... die das zusammen mit unseren Wissenschaftsredakteuren also jetzt noch mit Sven Stockram machten.
- 5:32Speaker 0: Und unten Arbeitspodcast ein bei uns sehr wichtiges Ressort.
- 5:36Speaker 0: Damit sind wir damals gestartet.
- 5:38Speaker 0: Wirklich ohne große Erwartungen!
- 5:42Speaker 0: Jetzt wenn wir vier Jahre nach vorne spulen haben wir ich glaube so fünfzehn Formate Die regelmäßig kommen, zwei drei haben wir eingestellt.
- 5:53Speaker 0: Und es kommen sicherlich in der Pipeline im Dummy-Konzept.
- 5:58Speaker 0: Modus sind noch mal ein halbes Dutzend würde ich schätzen und das ist noch nicht das Ende.
- 6:02Speaker 0: also es gibt eine Ideenliste die ist viel länger.
- 6:05Speaker 0: alle im Haus sind angezündet... ...und die Reichweite ist wirklich unfassbar hoch für was wir dachten was wir damit machen.
- 6:13Speaker 0: Es war auch einen.
- 6:15Speaker 0: Eine meiner Sorgen war, naja und dann hören das halt fünfzig Leute oder fünfhundert.
- 6:20Speaker 0: Es hören aber zehn bis elf Millionen.
- 6:23Speaker 0: Also das stimmt nicht.
- 6:23Speaker 0: Zehn bis elf Million Downloads haben wir im Moment pro Monat.
- 6:27Speaker 1: Wahnsinn ja!
- 6:27Speaker 1: Ihr seid glaube ich die Zahl ist immer noch aktuell?
- 6:30Speaker 1: Oder die Info ist immernoch aktuell bei Spotify der dritterfolgreichste Podcast Publisher Europas?
- 6:37Speaker 1: Habe
- 6:37Speaker 0: ich auch mal gehört.
- 6:39Speaker 1: Wahnsinn, ja.
- 6:40Speaker 1: Und ich weiß wir machen in unserem Forty-Eight Forward Cosmos inzwischen fünf eigene Formate die wir wirklich sehr regelmäßig teilweise wöchentlich produzieren und ich weiß was das für ein wahnsinniger Aufwand ist.
- 6:54Speaker 1: Das heißt wenn du sagst ihr macht noch viel mehr Formate und ihr plant noch vielmehr Formate dann ist es ja inzwischen auch wirklich ein Thema.
- 7:05Speaker 1: Ja, schon eine gewisse Wichtigkeit und Relevanz auch bei euch im Team haben muss um auch diesen Arbeitsaufwand reinzustecken.
- 7:12Speaker 0: Wir haben jetzt ne Portrastreaktion.
- 7:13Speaker 0: die gab es damals noch nicht.
- 7:14Speaker 0: da haben wir das dass mich nicht lügen aber einfach haben halt Leute angefangen das zu machen Die das vorher nicht gemacht haben Und wir haben sehr lange gebraucht um dann tatsächlich Profis an Bord zu holen.
- 7:25Speaker 0: Unser wahres Geheimnis ist aber dass wir natürlich die Produktion in weiten Teil nicht selber machen.
- 7:30Speaker 0: also wir machen fast nichts in haus mit ein paar ausnahmen wenn es gibt.
- 7:35Speaker 0: was jetzt?
- 7:36Speaker 0: also das nachrichten format dass machen wir intern und Es gibt ein paar andere formate die eher in intern produziert werden aber das meiste geben wir raus an eine produktion Die sehr große produktionsfirma die als wir anfingen aus einer fraubestand Die damals in meinem beruhigungsstand, die mir jemand vorgestellt hat Und ich bin bis heute glücklich, dass ich zum richtigen Zeitpunkt in Maria Lorenz jetzt Maria Bockelberg reingelaufen bin.
- 8:06Speaker 0: Weil das überhaupt möglich macht und wir skalieren.
- 8:10Speaker 0: Wir könnten gar nicht so viele Leute einstellen.
- 8:12Speaker 0: Das wäre auch Wahnsinn wie wir bräuchten um das zu produzieren.
- 8:17Speaker 0: Sie hat inzwischen eine der großen Produktionsfirmen am Start.
- 8:23Speaker 1: Zwei Tausend Achtzehn habt ihr mit alles gesagt angefangen.
- 8:26Speaker 1: Robert Habeck war damals der erste Gast.
- 8:30Speaker 1: Wie kam es denn überhaupt zu dieser Idee?
- 8:32Speaker 1: also man gibt ja unzählige Umfragen darüber wie lang so ein Podcast sein sollte, wie lange Menschen zuhören und so weiter?
- 8:39Speaker 1: Und jetzt macht ihr diese stundenlangen Podcasts Wahnsinnig erfolgreich und ich hab mir sagen lassen, es hören auch ganz viele wirklich die ganze Folge an.
- 8:51Speaker 1: Also nicht nur mal kurz rein sondern... Auch die ganze folge.
- 8:56Speaker 1: Wie kam's zu diesem Format?
- 8:58Speaker 0: Das war also eines der.
- 9:00Speaker 0: Es gab sozusagen eine Pinwand in meinem... Ne wie heißt das?
- 9:03Speaker 0: ein Flipchart in meinem Büro Wo wir so drauf geschrieben haben in Brainstormings was wir so dachten was man tun können.
- 9:09Speaker 0: Eine Idee war schon Ein langes Interviewformat sehr früh.
- 9:15Speaker 0: Das weiß ich noch, das habe ich selber gepitscht weil ich damals immer mal wieder sehr lange Interviews gemacht hab, weil man online ja keinen Platzproblem hat.
- 9:23Speaker 0: und was weiß ich mit William Gibson?
- 9:25Speaker 0: Habe ich mal einen halben Tag geschworen?
- 9:27Speaker 0: oder mit Leuten die mich so interessiert.
- 9:29Speaker 0: am Detlef-Book weiß ich auch noch.
- 9:30Speaker 0: mit dem sage ich auch mal ewig und es ist gar nicht so einfach von solchen Leuten so viel Zeit zu kriegen.
- 9:36Speaker 0: aber wenn man sie dann hat, ist das halt ein völlig anderes Gespräch.
- 9:39Speaker 0: und dann also dreifreiche Stunden.
- 9:42Speaker 0: dann meldet es sich Christoph und sagt, Mensch ihr macht doch so mit Podcast wollen wir nicht mal so ein... Ich würde ja als so ein Interviewformat finde ich ja gut.
- 9:50Speaker 0: Also der war also als Zeitmagazin-Mensch hatte halt eh professionell viel mehr Interviews gemacht mit ich, mit eminenten Menschen.
- 9:58Speaker 0: Und dann habe ich gesagt, Mensch dann lass uns mal überlegen was zusammen machen.
- 10:01Speaker 0: Dann sind wir mal abends essen gegangen bei einem italienischen Steak Grill auf der Torstraße.
- 10:09Speaker 0: Den ist glaube ich immer noch, ich glaube er ist.
- 10:11Speaker 0: Und egal jedenfalls haben wir uns dann bei einer Flasche Wein überlegt wie kann man das eigentlich nochmal neu denken?
- 10:18Speaker 0: Also wir haben bei vielen Formaten versucht eine Kleinigkeit wenigstens neu zu machen.
- 10:23Speaker 0: Wir hatten halt keine Etat aber wir dachten vielleicht haben wir eine witzige Idee wie es anders ist und die war dann relativ schnell.
- 10:29Speaker 0: also wir wollen sehr langes Gespräch machen.
- 10:31Speaker 0: du was ist eigentlich wenn wir ein unendliches Gespräch?
- 10:34Speaker 0: Und so entstand dann die Idee, ja und wie hören wir denn auf?
- 10:37Speaker 0: Ja das muss der Gast sagen.
- 10:38Speaker 0: Wir hören einfach nicht auf!
- 10:39Speaker 0: Was heißt es denn logistisch?
- 10:41Speaker 0: also wenn man echt überlegt... ...und wenn er jetzt nicht aufhört, der dann schlafen will in Schichten.
- 10:45Speaker 0: Das war alles an diesem Abend.
- 10:47Speaker 0: An dem Abend haben wir auch überlegt, da muss man irgendwie noch ein bisschen Struktur... ...wir brauchen einen Spiel oder so.
- 10:54Speaker 0: Und hat dann überlegt was spielen wird mit denen.. ..oder was machen wir noch mit denen.
- 10:58Speaker 0: So haben wir uns daran gerobt und gesagt okay wir machen das jetzt.... ....und haben dann Leute angefragt Und hätte Robert Habeck, der war tatsächlich... Ich muss wirklich sagen im Nachhinein verstehe ich das überhaupt nicht.
- 11:11Speaker 0: Es müssen auch andere Zeiten sein.
- 11:12Speaker 0: die haben sofort gesagt ach das finden wir aber lustig.
- 11:15Speaker 0: und wir haben halt gesagt lass uns doch bei.
- 11:18Speaker 0: es gibt eine inzwischen Institutionen Hamburg die lange nach der Zeit wo wirklich viele Leute als es noch physisch ging In der Stadt unterwegs waren und wir bespielen sozusagen eigentlich alle großen Spielstätten in Hamburg mit irgendwelchen Veranstaltungen Und da haben wir das gestartet im Schauspielhaus in Hamburg mit tausend zweihundert noch was Plätzen.
- 11:41Speaker 0: Das war halt super und dadurch hatten wir dann relativ gut funktioniert, also die Downloads damals waren viel krasser als wenn wir heute einen Format starten.
- 11:50Speaker 0: der Markt war irgendwie viel kleiner aber dafür gab es für einzelne Podcast viel mehr Aufmerksamkeit.
- 11:54Speaker 0: Also wir hatten echt guten Start!
- 11:58Speaker 0: Von da an... ging es.
- 12:01Speaker 0: dann wurden die Zahlen so dass wir gesagt das können wir jetzt nicht sofort einstellen.
- 12:05Speaker 0: Wir dachten eigentlich, wir machen so eine Hand voll und da wird man uns wegbuhren oder es wird einfach niemand hören.
- 12:10Speaker 0: Das war ja schon auch unsere These, das ist jetzt echt verrückt, das macht will keiner.
- 12:16Speaker 0: Und bis heute würde ich aber sagen also die Zahlen sind eigentlich immer weiter nach oben gegangen und wir haben... Es gibt so ne richtige Community der Der Hörer, die sich auch sehr regelmäßig melden und mit Kritik.
- 12:30Speaker 0: Und vor allem aber mit sehr viel freundlichen Botschaften.
- 12:33Speaker 1: Es gibt sogar einen Blog der zusammenfasst was ihr so äst und trinkt?
- 12:39Speaker 0: Ja!
- 12:39Speaker 0: Grüße gehen raus.
- 12:40Speaker 1: Auch eine großartige Auszeichnung eigentlich ist wenn sich dann die Hörere auch so damit auseinandersetzen.
- 12:47Speaker 0: Nein es gibt alles Mögliche.
- 12:49Speaker 0: ich meine wir sind sehr stolz ein eigen Wikipedia Eintrag zu haben.
- 12:52Speaker 0: Es geht um Reddit Forum in dem ich neulich auch jetzt wieder mal war und bisschen mit kommentiert habe Die dann so Listen machen mit allen A und B. Es gibt ein Spiel A oder B heißt das, wo man sich für Begriff entscheiden muss?
- 13:04Speaker 0: Dann gibts eine Statistik dort wer wandt was gesagt hat und so... Und das ist schon echt toll!
- 13:11Speaker 0: Also uns freut das wahnsinnig und wir kriegen auch... Wir hatten jetzt so einen Podcast-Festwil, dass du auch erwähnt hattest.
- 13:18Speaker 0: Wir kriegen halt auch dann live unsere relativ viel Feedback.
- 13:22Speaker 0: oder auch wenn wir in der Veranstaltung, wir haben auch physische Veranstaltungen immer mal gemacht nicht nur an den H-Bag sondern Wir haben auch mal mit Uli Wikkert im Audimax in Hamburg, was auch nicht ganz winzig ist.
- 13:32Speaker 0: Der Uni hat eine Veranstaltung.
- 13:34Speaker 0: Da waren so auch Tauchtausend Viernern Leute oder so und das war halt... Das ist irre!
- 13:39Speaker 0: Und dann macht ... Wikard hat wirklich lange gemacht.
- 13:42Speaker 0: Es war im Winter und irgendwann stellte der Hausmeister die Heizung aus.
- 13:46Speaker 0: Das ist ja das Problem wenn man eine Spielstelle hat.
- 13:48Speaker 0: Auch im Schauspielhaus waren sie richtig sauer.
- 13:50Speaker 0: dann weil halt wir ... Die haben das nicht geglaubt dass wir da einfach weitermachen bis es habe gebt Und dann kamen immer Leute, die müssten jetzt aufhören.
- 13:58Speaker 0: Die Gewerkschaft verbietet das was sie hier macht und so... ...und im Audimax wurde die Heizung runtergeräht.
- 14:06Speaker 0: Irgendwann wird es zu kalt dass wir sagen wir erfrieren jetzt und dann haben wir irgendwie aufgehören.
- 14:12Speaker 1: Du hast gerade Wikipedia angesprochen.
- 14:14Speaker 1: ich habe mir mal natürlich auch deinen Wikipedia Eintrag angeschaut und bin da über einen Begriff gestolpert bei dem ich ein bisschen schmunzeln musste.
- 14:21Speaker 1: Das steht nämlich Internet Journalist.
- 14:24Speaker 0: Ja, das ist wahrscheinlich schon älterer Beitrag.
- 14:28Speaker 1: Ich finde es ganz amüsant weil also grade ich habe so das Gefühl gerade im letzten Jahr ist online und print irgendwie noch näher zusammengewachsen, zumindest in meiner Wahrnehmung.
- 14:40Speaker 1: Also ich hab zum Beispiel Ende letzten Jahres habe ich mein Zeit-Digital-Abo... ...in dieses Print und Digital-Abow wieder umgestellt weil ich irgendwie froh war wenn ich zwischendurch mal nicht auf nen Bildschirm schauen muss.
- 14:53Speaker 1: Und dann sitze ich jetzt immer einmal die Woche.
- 14:54Speaker 1: Ich hab mir hier so einen ganz klassischen Zeitungsstab dazu bestellt also wo man da die Zeitung einkimmt und dann sitzte ich einmal die Woche mit der neuen Zeit da und lese die mal ganz gemütlich auf Print.
- 15:09Speaker 1: Und ich hab das Gefühl, da geht's nicht nur mir so sondern es gibt auch andere Leute die mal wieder froh sind wenn sie den Bildschirm auch mal wegliegen können oder ausschalten können und auch mal wieder Print anschauen.
- 15:23Speaker 1: wie gehts dir mit diesen beiden Welten?
- 15:25Speaker 1: Also gerade auch vor dem Hintergrund dass bei euch die Redaktionen ja nach wie vor ein Stück weit getrennt sind.
- 15:32Speaker 0: Also ich als zertifizierter Internetjournalist kann dazu sagen, dass es mir genauso geht.
- 15:37Speaker 0: Ich habe Sobellenbewegungen gehabt und im Moment... also wenn du mich jetzt persönlich fragst lese ich auch wahnsinnig viel gedruckt wieder.
- 15:47Speaker 0: Ich hab zum Beispiel auch aufgehört Bücher zu kommen.
- 15:50Speaker 0: Es ist eigentlich noch verrückter!
- 15:51Speaker 0: Ich habe eine Phase gehabt, da habe ich nur noch auf dem Kindel gelesen Und fand das auch super und es ist auch für die Logistik super.
- 15:58Speaker 0: Wenn man viel unterwegs ist, hat man ja nicht immer seine Bibliothek dabei.
- 16:02Speaker 0: Ich lese aber meistens fünf, sechs Sachen gleichzeitig.
- 16:05Speaker 0: Und dann war irgendwann habe ich aber wieder angefangen Bücher zu kaufen und auch... Ich bin extrem regelmäßig fast jeden Samstag bei Dussmann.
- 16:14Speaker 0: Dussman isst in Berlin Leute einen Tempel des Buches und die haben, wenn man hinten wieder rausgeht eine englische Buchhandlung.
- 16:21Speaker 0: Und die ist richtig gut.
- 16:23Speaker 0: es gibt wenige also es gibt vielleicht in New York bei Strand oder wie die da heißen.
- 16:29Speaker 0: Ist das eine ähnliche Atmosphäre wo so richtig kluge Menschen tolle Bücher auswählen?
- 16:35Speaker 0: Das kaufe ich immer so halb leer, wenn ich da bin und lese das dann auch in Print und habe auch wieder angefangen die gedruckte Zeit zu lesen Zeitlang nicht gemacht, ich habe am Schluss alles auf dem iPhone gelesen und bin komplett zurück beim gedruckten.
- 16:50Speaker 0: Und jetzt kommt aber der... Das Schlimme daran ist zumindest bei den Büchern dass sich dann irgendwann doch wieder unterwegs bin das Buch nicht dabei hab' und dann bitte nicht weiter sagen, dann kaufe ich das nochmal weil wenn die Bücher gut sind willst du auch nicht Jetzt drei Wochen warten oder so.
- 17:06Speaker 0: Kennst du das Problem?
- 17:09Speaker 0: Und da habe ich nochmal gedacht, diese Rechte-Management bei Büchern ist noch nicht ausgereift.
- 17:14Speaker 0: Warum kann ich nicht und ich kenne die Klagen über unser Abo-Modell auch deswegen weiß ich dass es eine sehr leihenhafte Kritik.
- 17:21Speaker 0: aber ich finde es natürlich toll wenn ich mit einem Buch auch die Rechte für die Digitale Ausgabe kaufen könnte und würde dann auch gern mehr zahlen.
- 17:28Speaker 0: aber dann wüsste ich... Ich kann auch hin und her switchen!
- 17:32Speaker 0: Problem ist, dass wahrscheinlich ganz wenige haben und für die Autoren.
- 17:36Speaker 0: Und die Verlage ist es filokrativer das zu trennen.
- 17:38Speaker 0: aber ja egal jedenfalls ich verstehe das gut.
- 17:42Speaker 0: mir geht's genauso und Ich habe lange jahre belächelt.
- 17:44Speaker 0: ich hab wirklich ganz lange fand ich es albern und Jetzt versteh doch dass da was ist nicht und ich weiß gar nicht woran das liegt dass sich das geändert hat also zum Beispiel auch diese Wenn wir ins Bett gehst in einem Raum sind keine digitalen Geräte.
- 17:59Speaker 0: Das mache ich auch.
- 18:00Speaker 0: was finde ich auch immer albern Und jetzt verstehe ich aber irgendwie, finde ich das sehr beruhigend.
- 18:05Speaker 0: Ja, ich habe dann aber, da ich so ein Vierundzwanzig Sieben erreichbar bin liegt es dann halt auf laut das Handy vor der Tür oder so.
- 18:13Speaker 0: Aber in dem Zimmer wo ich schlafe ist wenn's irgend geht, ist gar nichts was flimmert
- 18:21Speaker 1: Kann.
- 18:21Speaker 1: ich kann nicht gut verstehen, weil du gerade schon die Kritik an eurem Mabu Modell angesprochen hast eine Sache, die mich tatsächlich immer so ein bisschen verwirrt ist.
- 18:29Speaker 1: Obwohl ich eingeloggt bin und ja jetzt schon dieses Kombi Abo habe kommt dann bei euch online trotzdem immer diese Meldung mit diesem Zeitmitwerbung lesen online oder ... pur lesen und dann für digital Abonnenten irgendwie nur so und so viel.
- 18:45Speaker 1: Das ist tatsächlich was vielleicht als kleine Einschub, was ich nicht so ganz verstehe.
- 18:51Speaker 1: also wenn ich jetzt schon das Digital-Abo habe und das Print-Abon hab warum gibts da nochmal ein Zeitpur-Abow?
- 18:58Speaker 0: Da müsste ich tatsächlich... Also ich habe dieselbe Frage auch mal öfter gehabt.
- 19:03Speaker 0: es gibt dafür auch irgendeine profunde Antwort die mir immer entfällt und ich fragt dann alle paar Wochen wieder Und irgendwann wird es hoffentlich doch so sein.
- 19:13Speaker 0: Also, es gibt da irgendeine Erwägung im Verlag die auch nachvollziehbar ist warum man das trennt?
- 19:21Speaker 0: Ich finde das auch ab irgendeinem Punkt... Warum kann man das nicht irgendwie besser kombinieren?
- 19:26Speaker 0: Es gibt ein paar Sachen aber meistens gibt's dann wenn man mit den Experten spricht irgendeinen gewichtigen Grund das nicht zu verknüpfen.
- 19:34Speaker 0: und
- 19:36Speaker 1: Ja, witzigerweise wird mich die Werbung gar nicht so sehr stören.
- 19:39Speaker 1: Mich stört eher der Banner, der da erst mal kommt und mir die ganze Sicht verklickt... Also
- 19:45Speaker 0: ein Geheimgeheim.
- 19:47Speaker 0: ich habe auch alle möglichen Skripte laufen im Hintergrund um mein Liese-Erlebnis zu verbessern.
- 19:52Speaker 0: zum Beispiel eins was total diabolisch ist dass diese ganzen Content Sachen weg, Consent Sachen weg klickt automatisch ist darf man gar kein erzählen.
- 20:02Speaker 0: aber ich finde auch dass sich usability von websites unter diesen ganzen schritten wie uns ja auch vorgeschrieben sind nicht so das wir.
- 20:09Speaker 0: Das aus Spaß machen sondern es ist.
- 20:12Speaker 0: natürlich sind wir einerseits Teil dieser werbe welt und da kann man viel kritisieren.
- 20:16Speaker 0: ich habe auch ein negativ preis mal entgegen genommen weil wir werbung ausliefern unter anderem Den nehme ich an diesem Punkt, muss ich sagen.
- 20:24Speaker 0: Das kann nicht nachvollziehen dass Leute das kritisieren und daraus folgen ganz viele Datenschutzaspekte die sich auch nochmal neu geregelt haben jetzt und so.
- 20:31Speaker 0: aber als User der einfach gerne Inhalte lesen will macht mich das wahnsinnig.
- 20:38Speaker 0: ja also Die ist zum Teil eher schwer geworden Websites zu rezipieren als einfacher was ja so sein sollte.
- 20:45Speaker 0: eigentlich
- 20:48Speaker 1: Stimmt Wir sind ja in diesem verrückten.
- 20:53Speaker 1: Ja auch noch in der Situation, dass es dieses Jahr auch noch eine Wahl gibt nämlich die Bundestagswahl im September.
- 21:02Speaker 1: ich robbe mich an dieses Thema seit ein paar Wochen so langsam immer näher ran auch in diesem Format wo wir uns irgendwie vorgenommen haben mal von jeder Partei und sich jemanden einzuladen.
- 21:12Speaker 1: also werden jetzt Toni Hofreiter, gerade erst da.
- 21:16Speaker 0: Wir hatten
- 21:17Speaker 1: Gregor Gizzi da und Kevin Kühnert und arbeiten uns da so ein bisschen ran um zu verstehen weil ich einfach auch so ein bißchen besser verstehen möchte was unterscheidet diese ganzen Parteien eigentlich voneinander?
- 21:32Speaker 1: Und ehrlicherweise habe ich mir glaube ich noch nie so schwer getan für mich selber irgendwie Wolfgang Kubicki hatten wir übrigens auch da nicht, dass ich wieder eins auf den Deckel bekomme wegen
- 21:46Speaker 0: der Namenverkennung.
- 21:46Speaker 0: Du weißt du eine sehr spezielle Auswahl?
- 21:48Speaker 1: Ja, Kubicki war auch da und die Union kommt noch aber... Ich tue mir wahnsinnig schwer um es kurz zu machen in diesem Jahr überhaupt herauszufinden wer von diesen ganzen Parteien wirklich einen Plan für die Zukunft hat.
- 22:09Speaker 1: Jetzt habt ihr ja zum Beispiel auch mit Anna-Lena Baerbock gesprochen.
- 22:14Speaker 1: Und also in alles gesagt und ohnehin bist du ja auch im Thema drin, wie geht's dir denn mit dieser Wahl die da auf uns zukommt?
- 22:20Speaker 1: Also auf jeden Fall kann man ja sagen sie war wahrscheinlich noch nie so unvorhersehbar im Ausgang.
- 22:28Speaker 0: Aber ich würde jetzt keine Wahlempfehlung abgeben wenn du das von mir hören willst...
- 22:32Speaker 1: Nee nee gar nicht!
- 22:34Speaker 1: Ich finde
- 22:34Speaker 0: die Wahl wahnsinnig interessant weil es eben eine Menge nicht deneritäten mit sich bringt, ohne dass man sich fundamental, finde ich jedenfalls Sorgen machen muss.
- 22:48Speaker 0: Also das haben wir ja gelernt auch in westlichen Demokratien oder in Demokratien gibt's ja so metastabile Situationsunteile wo man sich dann schon fast Sorgen macht was jetzt eigentlich rauskommt bei so einer Wahl.
- 23:02Speaker 0: an dem Punkt sind wir glaube ich nicht.
- 23:03Speaker 0: also wie zum Beispiel Frankreich ist eine übliche Debatte Wie das in Großbritannien gelaufen ist, je nachdem welcher Hälfte der Bevölkerung man angehört war man da ja schon hat man da sehr gelitten.
- 23:15Speaker 0: Und ich finde wir haben in Deutschland jetzt so wie es im Moment läuft eine Supersteil.
- 23:20Speaker 0: also alle Kandidaten sind super und wählbar.
- 23:24Speaker 0: Da ist jetzt nicht irgendein Kanzlerkandidat.
- 23:28Speaker 0: oder die möglichen Konstellationen die sich da jetzt im Moment absehen lassen finde ich alle gut.
- 23:35Speaker 0: Das Nicht-in-Jahre spannende Element ist natürlich, dass auf jeden Fall die Kanzlerin nicht mehr zur Wahl steht wenn man so will und dadurch sich schon jetzt eine neue Dynamik ergibt, die ich wahnsinnig spannend finde.
- 23:47Speaker 0: Und ich jetzt Prognosen, die immer schon mit einer gewissen Skepsis betrachtet habe wo mich meine Fachkollegen aber belehrt haben zurecht, das das in Deutschland eigentlich ziemlich gut funktioniert mit Prognosen.
- 24:00Speaker 0: Ich die jetzt doch nicht mehr so ganz glaube ja.
- 24:02Speaker 0: und weil eben wenn so fundamentale Dinge wechseln, vielleicht doch das was man da bisher gemacht hat gar nicht so einfach neu zu bewerten ist.
- 24:11Speaker 0: Deswegen bin ich mit großer Spannung da reingegangen Und es hat ja jetzt schon mehrere Ausschläge in die eine oder andere Richtung gegeben.
- 24:18Speaker 0: Also, weil du Bergburg erwähnt hast, wir hatten das Interview seit ewig verabredet war.
- 24:27Speaker 0: Da wusste noch keiner und vielleicht sie selber noch nicht.
- 24:30Speaker 0: Als wir den Termin gemacht haben, wusste sie, würde ich fast behaupten selber noch nie.
- 24:35Speaker 0: Wer es wird?
- 24:39Speaker 0: Das fand ich jetzt schon interessant, das war halt eine Welle auf der sie schwammt.
- 24:42Speaker 0: Die gerade brach als sie zum Podcast war und danach gingen die Umfragen wieder runter.
- 24:48Speaker 0: Und äh... Ich bin schon ein bisschen genervt von der Mediendynamik dieser ganzen Prozesse.
- 24:55Speaker 0: ja, dass sozusagen dann wird halt analysiert.
- 24:57Speaker 0: Ja warum haben die jetzt solche Umfragewerte?
- 24:59Speaker 0: Dann sinken Sie wieder!
- 25:00Speaker 0: Da gibt es Häme.
- 25:03Speaker 0: Wissend, also als Profi oder auch als Sterblicher der das schon ein bisschen länger beurachtet weiß man ja dass das so sein wird.
- 25:12Speaker 0: Es ist ja klar, dass es nicht die ganze Zeit nach oben geht und so weiter.
- 25:15Speaker 0: Also diese Dynamik finde ich interessant.
- 25:19Speaker 0: Das Besorgniserwiegend ist natürlich, dass wir jetzt eine minimale Amerikanisierung ist schon spürbar.
- 25:28Speaker 0: Als sie aufgeregt hat, betraf es vor allem ... aber davor betraf es halt auch laschet, ja also jeder hat da ja sein ... ... Wein schon eingeschränkt bekommen wo über Detail ist absurdes der Art zum Teil... ... dann hergezogen und berichtet wurde auf eine Weise die mich wirklich irritiert hat.
- 25:46Speaker 0: Also zum Beispiel die Frage ob Frau Baerbock jetzt ein Vordiplom oder einen ... ... ein Bachelor-Abschluss hatte und ob sie zu Recht, also die Frage war ja dann... ...die Beleidigte hat die überhaupt zurecht an der LSI studiert.
- 26:02Speaker 0: Und so, das ist dann schon Absurditätsmaß,... ...wo ich mich frage warum Journalisten das eigentlich machen oder mitmachen?
- 26:09Speaker 0: Weil es einfach keinen Fundament hat.
- 26:11Speaker 0: bei anderen Fragen ist das anders.
- 26:14Speaker 0: Da merkt man schon eine gewisse Aufgeheiztheit.
- 26:17Speaker 0: wir hatten jetzt gerade in... relativ viel Ärger, weil wir eine Anzeige veröffentlicht haben.
- 26:22Speaker 0: Also wie ihr sah ich unser Haus der Verlag die Anzeigenabteilung hat ne Anzeigeveröffentlich über die die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft geschaltet hat wo Baerbock meiner Ansicht nach relativ herabwürdigend dargestellt ist und da gab es relativ leidenschaftliche Debatten.
- 26:44Speaker 0: Die haben schon immer Interessante Anzeigen geschaltet.
- 26:47Speaker 0: Ich fand das eine neue Qualität, also es gibt weisere Menschen als mich die sowas professionell beobachten.
- 26:53Speaker 0: ich kann mich jetzt lange nicht an so was erinnern.
- 26:56Speaker 0: Es gab mal... Also ich sag mal, es wurde schon immer mit Politikerköpfen gespielt aber dann für Autos geworben oder so.
- 27:02Speaker 0: Ich war in der politischen Kommunikation schon ein... Eine Bewegung nach unten, die mich irritiert hat muss ich sagen.
- 27:11Speaker 0: und da ist etwas, da bin ich mal gespannt wie sich das weiterentwickelt bis zur Wahl.
- 27:15Speaker 1: Das ist ja dieser konstante Panik-Modus auch so ein bisschen.
- 27:19Speaker 1: Man stürzt sich nicht nur bei der Wahl, sondern gerade in Pandemiezeiten habe ich das Gefühl... Dieser Panikmodus der Medien, nicht weil sie es verharmlosen sollten stattdessen.
- 27:35Speaker 1: Wir stürzen uns auf jedes kleine Schlagzeile und bauschen die oftmals auf ohne jetzt bestimmte Medien zu nennen aber durchaus auch Medien für die du tätig warst in der Vergangenheit.
- 27:52Speaker 0: Kannst du ruhig sagen?
- 27:53Speaker 0: Die
- 27:53Speaker 1: wirklich ... Ja, focus online hatte ich gerade im Kopf.
- 27:58Speaker 1: Kleine Nachrichten auf einmal aufbauschen und zur Einmeldung, auf dem Smartphone machen.
- 28:05Speaker 1: Ist das am Ende des Tages?
- 28:08Speaker 1: Also worauf ich hinaus will sind die Journalisten sensibler geworden für Themen, die die Potenzial für einen Skandal haben?
- 28:18Speaker 1: oder ist es auf der anderen Seite eher aus einem sag jetzt mal gewisserweise Reichweiten wirtschaftlichem Interesse gestichwort clickbaiting heraus, dass man sagt.
- 28:33Speaker 1: Man nimmt sowas bauscht es auf weil man genau weiß?
- 28:35Speaker 1: damit kann ich jetzt Reichweite erzählen und Klicks erzielen.
- 28:40Speaker 0: Ich hätte eine Theorie dazu, wenn ich mir irgendwann mal auch die Gedanken drüber gemacht habe bei zwei Sachen wie immer passiert die These und die Antithese gleichzeitig im einen zwanzigsten Jahrhundert.
- 28:50Speaker 0: einerseits haben wir in der Bewegung Und das war lange in Frage und war auch lange nicht so.
- 28:55Speaker 0: Das Qualitätsjournalismus der sogenannte Entschuldigung, ich hasse das Wort, nennen wir es jetzt mal operativ so also Medien die sich Mühe geben nach der Wahrheit zu streben und sie weiterzuvermitteln ganz gute journalistische Medien profitieren eigentlich in Krisenzeiten gerade extrem zum Teil Und das freut mich wahnsinnig.
- 29:14Speaker 0: Also so wie Trump Bump gab, als die New York Times plötzlich viel mehr Abos hatte... Ich will das jetzt nicht vergleichen aber in so einer Phase der Unsicherheit sucht man offensichtlich auch nach valider Informationen.
- 29:26Speaker 0: Das hat uns zum Beispiel total geholfen.
- 29:29Speaker 0: Wir sind da super vorangekommen In einer Krise was total kontraintuitiv ist.
- 29:35Speaker 0: und die zweite Bewegung die ich auch sehe die jetzt auch funktioniert und eine ganz andere Form von Geschäftsmodellverfolg ist halt, also sozusagen die Energie zu nutzen, die in der Spaltung der Gesellschaft liegt.
- 29:50Speaker 0: Und die sozusagen wenn gerade nichts los ist dann spalte ich mir halt selber was?
- 29:56Speaker 0: Das ist mein Eindruck – es ist die zweite Art wie man ganz erfolgreich ein Medium betreiben kann.
- 30:02Speaker 0: Irgendwie ist das ja These-und Antithese und beides scheint zu funktionieren Und das ist dann wiederum auch eine besorgniserregende Entwicklung.
- 30:12Speaker 0: Das bestimmte Medien und Fokus Online ist sicherlich eins, aber eben Welt-und Bild würden wir jetzt auch noch einfallen wo es immer mal wieder Geschichten gibt, wo ich mich schon wundere warum damit so einer gewissen Leidenschaft vorgegangen wird?
- 30:30Speaker 0: Ich glaube die Kollegen sehen es sicherlich anders, die sagen halt Wir sind die, die eine irgendwie auf der Aufrechten hoch halten, alle anderen sind in diesem komischen Mainstream verfangen gegen den wir uns wenden und wir sind im Kulturkampf.
- 30:47Speaker 0: Wir sehen nichts in Mundlingen.
- 30:49Speaker 0: aber das ist so mein Gefühl!
- 30:51Speaker 0: Und ich finde das zum Teil wirklich übertrieben und wundere mich wirklich.
- 30:56Speaker 0: ja also welche kleinen Anlässe dann auch bewusst wo ich das gefällt.
- 31:00Speaker 0: es wird jetzt bewusst missverstanden um daraus eine große Sache zu machen Und da ist schon auch was.
- 31:08Speaker 0: Was sicherlich jetzt vor der Wahl noch mal zu ganz besorgen, dass er wegen Dingen führen kann.
- 31:15Speaker 1: Ich finde es manchmal auch so ein Stück weit gefährlich.
- 31:17Speaker 1: Also ich hatte tatsächlich heute wieder eine Sache, wo ich mich aufgeregt habe, wo eine Eilmeldung kam mit twenty-fünf Prozent der Corona-Infektionen in München sind jetzt die Delta-Variante.
- 31:30Speaker 1: Wenn man jetzt nicht nur die Headline liest, sondern sich den Text dazu auch durchliest.
- 31:33Speaker 1: Dann sieht man naja irgendwie so wahnsinnig viele Infektionen gab's die letzten Wochen gar nicht in München.
- 31:40Speaker 1: das heißt wenn man es nur auf München runterbrechen würde dann wären das so eins Komma fünf Infektion pro Tag Die Delta Variante sind.
- 31:50Speaker 1: und dann wenn man noch genauer liest dann merkt man ja bei der ist Bei der Meldung geht's eigentlich gar nicht um die Stadt München, sondern um den ganz Großraum München und auch nur ein bestimmtes Labor.
- 32:00Speaker 1: Dass das herausgewonnen hat.
- 32:02Speaker 1: also man muss schon sich ein bisschen mit Komplexität beschäftigen wollen um die Wahrheit hinter der Schlagzeile dann auch irgendwie herauszulesen.
- 32:10Speaker 1: Und da fühle ich manchmal schon dass wir in der Breite der Gesellschaft nur wenige haben, die sich auch diese Mühe machen dann wirklich damit zu beschäftigen.
- 32:22Speaker 1: Was bedeutet das eigentlich?
- 32:24Speaker 1: Und was hängen bleibt es irgendwie die Schlagzeile ist nicht auch ein Stück weit gefährlich
- 32:30Speaker 0: war es aber schon immer.
- 32:31Speaker 0: also sozusagen dass jetzt das würde ich sagen wir kein Trend der erst in den letzten Monaten zu beobachten ist.
- 32:39Speaker 0: man kann das auch umdrehen.
- 32:40Speaker 0: was uns auch in den Wahnsinn treibt sind Leute wie halt nur Headlines lesen, aber dann sofort eine Meinung zu irgendeiner Berichterstattung haben.
- 32:50Speaker 0: Es ist eigentlich fast schon wurscht.
- 32:53Speaker 0: also ob das jetzt total valide ist was in den Innen steht oder nicht es ist ein bekannter Effekt der durch die sozialen Medien natürlich eher größer als kleiner geworden ist dass Leute über Headlines diskutieren und das nie gelesen habe.
- 33:08Speaker 0: ja es gibt ja im Medien wie viel es gerade ein Wertes macht Wie bin ich ganz sicher?
- 33:14Speaker 0: Also gab ja so ein paar Versuche, okay wir lassen nur Kommentatoren zu die nachweisbar einen Teil des Artikels zumindest gelesen haben.
- 33:22Speaker 0: Und da ist schon was!
- 33:25Speaker 0: Ja das ist auch eine menschliche Verfassung.
- 33:27Speaker 0: dass man nur die Hülle sich kurz anguckt und dann schon das einschätzt.
- 33:32Speaker 0: Ist ja auch ne Form von Holgistik.
- 33:33Speaker 0: Ich habe gar nicht die Zeit alle Informationen tief zu verarbeiten.
- 33:39Speaker 0: Aber man kann natürlich die Schwächen der Menschen gegen sie nutzen oder versuchen sie davor sozusagen in Schutz zu nehmen.
- 33:47Speaker 0: Das sind natürlich Unterstiche herangehensweisen, das spielt zusätzliche Rolle.
- 33:51Speaker 1: Ihr habt auch im Hinblick auf die Bundestagswahlen ein ganz spannendes Projekt gestartet.
- 33:56Speaker 1: D. h., die neunundvierzig, wo ihr euch neun und vierzig verschiedene Persönlichkeiten quasi anschaut, die Deutschland abbilden sollen also in ihrer Demografie, in Ihrer Herkunft usw.
- 34:12Speaker 1: Wie kam es denn zu dem Projekt und warum gerade neunundvierzig?
- 34:16Speaker 0: Wir machen immer vor, also vor größeren Lagen Situation oder so treffen wir uns zu so Brainstormings.
- 34:24Speaker 0: Und weit im Vorfeld also zum Beispiel jetzt was machen wir zur Bundestagswahl?
- 34:28Speaker 0: haben wir halt im Herbst- und Winter letzten Jahres angefangen zu diskutieren Und versuchen halt da eher Sachen zu definieren, die ein bisschen verrückt sind.
- 34:37Speaker 0: Weil das wir dann über die Alltags-Dinge des Wahlkampfes berichten ist klar und es ist halt wichtig dass wir irgendwas machen was sonst niemand macht oder irgendein Ansatz finden zu einer Frage die wir uns stellen.
- 34:50Speaker 0: im Zusammenhang mit so einem Ereignis und das war jetzt bei der letzten Bundestagswahl haben wir auch ich glaube fünf oder sechs Projekte definiert dies heute zum Teil oder zum Großteil eigentlich immer noch gibt die riesig geworden sind.
- 35:02Speaker 0: Also Deutschland spricht ist sowas, wo wir so Diskussionspaare einander vorstellen.
- 35:06Speaker 0: So eine politische Datingplattform und das gibt es heute weltweit.
- 35:08Speaker 0: Das ist damals entstanden zum Brainstorming Und die neunvierzig sind aus dem jetzigen Wahlbrainstorming im Vorfeld entstanden.
- 35:16Speaker 0: Wir haben halt gesagt Gibt es Möglichkeiten?
- 35:19Speaker 0: also eine der Fragen, die wir uns stellen?
- 35:20Speaker 0: Es gibt eigentlich Eine Möglichkeit der Kritik zu begegnen dass Medien immer nur einen kleinen Teil der Bevölkerung wahrnehmen.
- 35:30Speaker 0: Wer spricht eigentlich mit, weiß ich jetzt nicht.
- 35:33Speaker 0: Dem Sachbearbeiter ist mein Lieblingsbeispiel weil wir hatten auch schon vor Jahren ein Projekt wo wir gezielt solche Leute gesucht haben und die dann porträtiert haben.
- 35:41Speaker 0: das klingt bisschen bescheuert hat aber auch super funktioniert.
- 35:44Speaker 0: es gibt ein großes Porträte über einen glücklichen Sachbearreter Und jetzt haben wir gesagt Wir wollen einfach mal Deutschland abbilden.
- 35:52Speaker 0: natürlich können wir mit deutschland nicht sprechen Aber gibt es eine Möglichkeit mit einer kleinen Gruppe zu sprechen, die Deutschland so gut wie möglich repräsentiert?
- 36:00Speaker 0: Und dann war halt die Frage, wie groß soll die Gruppe sein?
- 36:02Speaker 0: und dann haben wir gesagt Wir wollen ja mit denen Zoom Call machen.
- 36:05Speaker 0: Das war natürlich in der Pandemie definiert.
- 36:07Speaker 0: und Ja!
- 36:08Speaker 0: Wir wollen Zoom call machen.
- 36:09Speaker 0: Wie viel passen da eigentlich rein?
- 36:11Speaker 0: Und das passen halt neunundvierzig Leute im Zoom-Call.
- 36:14Speaker 0: Deswegen haben wir das Projekt DieNäunundVierzig genannt und haben ein mathematisches Modell gebaut mit dem wir alle die sich dafür melden da einsortieren können sagen können okay das sind die perfekten kandidaten ist relativ komplex weil man ja es ist so ein optimierungsproblem ist jetzt egal ja man rechnet eine weile dann darum und wir dachten halt erst naja Es wird eventuell daran scheitern dass wenn sie sich da jetzt fünfzig leute melden Dann sind die neunvierzig tot oder fünfhundert ist mathematisch echt schwierig weil hoch wahrscheinlich wir da nicht genug diversität in der bewerbergruppe haben.
- 36:49Speaker 0: Und dann war es halt das kleine Wunder passiert, dass haben sich dreißigtausend Leute gemeldet.
- 36:52Speaker 0: Dreißig tausend Menschen haben uns zwanzig zum Teil recht intime demografische Daten genannt also sexuelle Orientierung politischen Meinungen Einkommen Wohnort und so.
- 37:08Speaker 0: Zum Teil wirklich Sachen wo ich selber dachte also will ich das jetzt hier eingeben oder nicht?
- 37:13Speaker 0: Das ist natürlich ein hoher Vertrauensbeweis hat uns aber auch in die Lage versetzt eigentlich so ein perfektes kleines Deutschland zu bauen.
- 37:22Speaker 0: Und jetzt letzte Woche, wenn wir hier sprechen... also im letzten Wochenende haben die sich erstmals in diesem Zoom-Call getroffen.
- 37:28Speaker 0: Es war einfach wunderbar!
- 37:30Speaker 0: Also man hätte es nicht malen können, wenn dann eine, ich weiß nicht, Bandarbeiterin komme in Rente in ihrem Garten sitzt in Bayern und mit einem Menschen aus Norddeutschland diskutiert über Rentenfragen oder so.
- 37:45Speaker 0: das ist richtig toll.
- 37:46Speaker 1: Was ich ganz interessant fand, ihr habt ja so ein paar Meinungsbilder aus dieser Gruppe schon veröffentlicht.
- 37:54Speaker 1: Wo sich die meisten sehr eidig sind ist das man zum Beispiel stärkere Maßnahmen für den Umweltschutz braucht.
- 38:02Speaker 1: bei anderen Fragen ist die Gruppe aber sehr gespalten.
- 38:06Speaker 1: also wenn es um Einmischung in Wirtschaft geht oder auch beim Flüchtlings thematik Bildert das auch so ein bisschen, dass wieder was wir in den Umfrage-Ergebnissen momentan bei den Parteien sehen.
- 38:23Speaker 1: Also diese Unentschiedenheit der Gesellschaft an vielen Punkten?
- 38:30Speaker 0: Kleine Vorrede die neunvierzig sind kein repräsentatives Panel.
- 38:34Speaker 0: Das ist viel zu kleine Gruppe als dass man mit denen jetzt.
- 38:37Speaker 0: Also wenn wir die jetzt fragen und sie sagen irgendwas, dann darf man das nicht als Volksmeinung missverstehen.
- 38:43Speaker 0: Was die Einzelnen sagen mit ihrem Hintergrund ist aber super interessant!
- 38:46Speaker 0: Es ist keine Umfrageplattform sondern eine Möglichkeit überhaupt mit der Komplexität Deutschlands zu reden.
- 38:54Speaker 0: Aber wir sind so ein bisschen... Expertise haben wir da weil wir für Deutschland spricht also schon erwähnte Projekt wo wir Leute suchen die möglichst unterschiedlicher Meinung sind Und die zusammenbringen wollen, damit sie streiten über Politik.
- 39:08Speaker 0: Da ist der Pfandel, dass wir halt politische Fragen stellen und dann suchen wir immer nach Fragen, die die Gesellschaft sozusagen zweiteilen weil das natürlich die beste Statistik.
- 39:17Speaker 0: Das sind ganz interessante und seltsame Themen.
- 39:21Speaker 0: zum Teil wo man sich dann wundert ja also zb halbe halbe ist erinnere ich mich sollten in sollte sollten die Innenstädte für Autos gesperrt werden.
- 39:35Speaker 0: Ist eine Fifty-fifty Frage in Deutschland?
- 39:38Speaker 0: Ja, die Hälfte der Bevölkerung sagt das eine und die andere das andere.
- 39:42Speaker 0: oder ganz interessant auch jetzt aktuell sollte Deutschland ein besseres Verhältnis zu Russland haben als im Moment.
- 39:52Speaker 0: Die Hälfe sagt ja, die hälfte sagt nee.
- 39:56Speaker 0: Und da verlaufen so fundamentale Grenzen, die auch über alle Parteien hinweg funktionieren.
- 40:06Speaker 0: Und ich glaube es gibt ganz viele Themen wo Deutschland gespalten ist.
- 40:10Speaker 0: zum Teil sind das eben vermeintlich harmlose.
- 40:12Speaker 0: dahinter steht ja aber was?
- 40:14Speaker 0: Also wenn ich sage ein Innenstädte können gerne für Autos gesperrt werden dann sagt das wahnsinnig viel über mich natürlichen.
- 40:21Speaker 0: Wenn ich selber auf ein Auto angewiesen bin und Einpendle um zur Arbeit zu fahren sehe ich das vielleicht anders als wenn ich in Friedrichshain wohne und eigentlich selbst, wenn ich jetzt Kinder habe nicht zwingend ein Auto brauche.
- 40:34Speaker 0: Das sind völlig unterschiedliche Lebenswelten die da aufeinander treffen.
- 40:37Speaker 0: Und ich glaube dass das streng... also dass sie collect all Parteien deswegen diese Volksparteien deswegen nicht mehr So gut funktionieren, weil diese Fragen einfach viel ausdifferenzierter quer zu allen Weltanschauungen liegen und die Leute halt eigenständig sich diesen Fragen nähern.
- 40:54Speaker 0: Und man nicht mehr sagen kann wer SPD-Welt ist automatisch auch für XYZ sondern das ist viel komplexer geworden.
- 41:02Speaker 0: Auch die Grünen ja im Grunde von dem Quorum der Leute die sie theoretisch erreichen können eine Art Volkspartei geworden sind, sind natürlich.
- 41:12Speaker 0: auf der anderen Seite müssen Leute die ja jetzt für den grünen Anhängen hängen bei ganz vielen Themen komplettes Jungzeit.
- 41:21Speaker 0: Und es wird immer schwerer glaube ich das überhaupt zu integrieren in eins der großen Themen der letzten zwanzig Jahre.
- 41:29Speaker 1: wie
- 41:30Speaker 0: bilden wir eigentlich?
- 41:32Speaker 0: Wie repräsentieren wir die Meinung, die die Leute haben in Politik?
- 41:36Speaker 0: Ich finde das ganz interessant.
- 41:39Speaker 0: Ich bin auch wahrscheinlich der Einzige, der die Piraten interessant fand.
- 41:43Speaker 0: Weil ich das zumindest den Versuch interessant fand, das zu lösen.
- 41:47Speaker 0: Auch wenn es irgendwie auf die einen oder anderen Weise komplett schief ging... Man hat damals extrem viel gelernt über, ach guck mal so kann man das auch machen!
- 41:55Speaker 0: Achso könnte man so ein Prozess organisieren aber eben auch der Fluch von permanenter Ongoing, Volksbefragung.
- 42:03Speaker 0: Also was man sich damit einhalten ist ja auch fast unregierbares Land an anderen Stellen und das finde ich extrem interessant.
- 42:11Speaker 0: also eins der großen Themen gerade dass so hinter den Themen liegt.
- 42:17Speaker 1: steigender Komplexität, die wir ja auch in ganz vielen Themen haben.
- 42:22Speaker 1: Ich glaube wenn die Zukunft schauen will der technologische Wandel wird immer schneller Wir haben das Umwelthema dass uns sehr beschäftigen werden in den nächsten Jahrzehnten und so weiter.
- 42:33Speaker 1: Menschen müssen heute sich mit viel mehr Themen beschäftigen um überhaupt zu verstehen was was überhaupt passiert.
- 42:42Speaker 1: Und glaubst du dass wir da einfach So ein Stück weit auch in neuen Formaten denken müssen, um mehr Aufklärung in der Gesellschaft wieder hinzubekommen.
- 42:54Speaker 1: Also ich denke mir immer irgendwie die größte Herausforderung, die wir eigentlich haben ist die Menschen aufzuklären und ich benutze ganz gern dieses altbackende Wort dafür weil es so ein bisschen die Renaissance der Aufklärungen ist also dass wir wieder menschen verstärkt mitnehmen müssen auch das Wissen zu vermitteln, dass sie ja nicht in der Schule zwingend lernen sondern danach lernen müssen um überhaupt einschätzen zu können was die gut oder schlecht finden was gefährlich ist und was nicht gefährlich is.
- 43:30Speaker 1: Ob jetzt künstliche Intelligenz wirklich Jobs stielt oder uns vielleicht sogar umbringen möchte oder ob es vielleicht doch ganz nützliches.
- 43:39Speaker 1: also solche Entscheidungen kann man für sich selbst nur treffen wenn man eine gewisse Vorbildung oder ein gewisses Vorwissen hat, um das überhaupt einschätzen zu können.
- 43:49Speaker 1: Und gerade dann wenn es auch zur politischen Entscheidungen am Ende führt wäre es ja besser eine informiertere Gesellschaft zu haben.
- 43:59Speaker 0: Ja und also großes Thema... Das ist sicher richtig und ich weiß gar nicht wie ich die letzte kurze Antwort finde.
- 44:11Speaker 0: Das hat mehrere Facetten.
- 44:13Speaker 0: Das eine ist... Ich bin auch der Meinung, ich mache mir auch Sorgen um die Aufklärung.
- 44:18Speaker 0: So sagen diese Idee das wenn ich meinen Geist gebrauche, also dass alle Menschen machen, kommen wir doch einen großen Schritt voran.
- 44:27Speaker 0: und ich sehe mit großer Sorge, dass einerseits konnte ich noch nicht so aufgeklärt sein wie jemals.
- 44:32Speaker 0: Also zum Beispiel in der Pandemie war das spannende, weil ja jeder hatte das Interesse herauszufinden was es jetzt eigentlich gerade die Meinung, die letztgültige Meinung der Experten was gefährlich ist und was nicht.
- 44:45Speaker 0: Wie soll ich mich verhalten?
- 44:46Speaker 0: Das ist ja getrifftet!
- 44:47Speaker 0: Und das hat viel besser funktioniert als man so denkt.
- 44:50Speaker 0: also wie schnell eigentlich das Wissen um Verhaltensweisen in sozusagen neunzig Prozent der Bevölkerung eingedrungen ist.
- 44:58Speaker 0: Das ist ein ganz tolle... Mechanik die dahinter liegt, die sozusagen ohne Internet kaum denkbar gewesen wäre.
- 45:05Speaker 0: Das ist so schrecklich.
- 45:07Speaker 0: es alle finden ein Segen des Netzes.
- 45:09Speaker 0: man kann valide Informationen bekommen.
- 45:11Speaker 0: ich glaube auch viele Leute können das viel besser einschätzen als man so glaubt wem sie jetzt trauen und wem nicht.
- 45:18Speaker 0: und gleichzeitig ist das netz halt eine riesige schleude an seltsamer Misinformationen entweder geplant oder nicht nicht geplant dass ist Die eine seite der medaille die andere ist aber noch vielen.
- 45:31Speaker 0: Interessiert mich fast noch mehr.
- 45:34Speaker 0: Das ist diese Debatte um die Frage, wenn wir nur Facebook hatte, mehrfach den Versuch gemacht, Fake News zu korrigieren und es gibt Fact-Checking-Initiativen usw.
- 45:47Speaker 0: Irgendwann kam man an den Punkt festzustellen, wir können jetzt zwar diese Sachen korrigiren aber händert das irgendwas?
- 45:56Speaker 0: Die Aussage der einschlägigen Studien ist halt nicht wirklich dramatisch viel, weil das Ringen gar nicht um Fakten stattfindet.
- 46:04Speaker 0: Auch Sozialdemokrat sag ich jetzt mal provokativ.
- 46:08Speaker 0: die besten Willens sind und die größten umarmenden Menschen haben größte Schwierigkeiten ihren Standpunkt zu ändern.
- 46:16Speaker 0: ja also nicht nur die bösen Trump-Wailer sind eingebuddelt in Fox News sondern wir alle haben diese diese Filterbubble und die ist nämlich unser Gehirn.
- 46:25Speaker 0: Das Gehirn-Filter hat eigentlich den ganzen Tag zur Komplexitätsreduktion Informationen raus, die mein Weltbild irritieren können.
- 46:33Speaker 0: Und ich muss sehr viel Energie aufwenden und will das eigentlich gar nicht um bestimmte Grunddinge zu korrigieren, die einfach falsch sind.
- 46:41Speaker 0: Ich such da auch nicht so aktiv danach sondern ich versuche es auszublenden.
- 46:45Speaker 0: Es geht jedem Menschen so!
- 46:47Speaker 0: Und dass zu durchdringen oder das zu verändern ist unheimlich schwierig.
- 46:51Speaker 0: uns gibt halt ganz wenige Möglichkeiten das zu tun.
- 46:54Speaker 0: Und da ist ein zweites großes Geheimnis, dass gar nicht das böse Netz oder die ganzen falsche Informationen und so weiter das Problem sind.
- 47:04Speaker 0: Sondern wir unsere faulen Evolutionär mit ein paar Dellen versehenden Gehirne sind auch ein Problem ja?
- 47:12Speaker 0: Das lässt sich nicht mit Information, Korrektur, Korrektheit und Fact-Checking lösen sondern betrifft viel basalere Mechanismen in der Rolle spielen.
- 47:21Speaker 0: Das finde ich einfach auch einen interessanten Aspekt.
- 47:25Speaker 0: Und seit es eben diese Polarisierungsdebatte gibt, gibt es ja auch die Debatte wie kriegt man die Leute eigentlich aus diesen Denkmustern raus?
- 47:34Speaker 0: und da gibts halt wenige Möglichkeiten.
- 47:36Speaker 1: Ich sehe schon das ein Thema dass sollten wir in einem anderen Format nochmal ausführlicher mit mehr Zeit diskutieren.
- 47:45Speaker 1: ich glaube da gibt's ziemlich viel zu tun.
- 47:48Speaker 1: auf jeden Fall Dank dir sehr für deine Zeit.
- 47:52Speaker 1: Ich weiß, das war heute alles ein bisschen stressig.
- 47:55Speaker 1: deshalb danke ich dir umso mehr dass du es geschafft hast und würde mich freuen wenn wir's demnächst mal irgendwann weiterführen.
- 48:04Speaker 0: Danke für die Einladung!
- 48:05Speaker 1: Und
- 48:05Speaker 0: bis bald an der Bar.
- 48:07Speaker 1: Ja bitte Das wars leider schon Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 48:14Speaker 0: das Gespräch
- 48:15Speaker 1: zu Ende.
- 48:16Speaker 1: vielen dank fürs Zuhören.
- 48:19Speaker 1: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die Bar verlässt.
- 48:24Speaker 1: Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken!