Latest / Raumrauschen / Folge #03 - Leonie Walther
Transcript
- Manchmal beginnt alles mit einer Frage. Hallo und herzlich Willkommen zu Raumrauschen. Teile deine Geschichten. Von dem, was uns bewegt, trägt und verändert. Schön, dass du dabei bist. Hallo und herzlich willkommen hier zu einer neuen Raumrauschen-Folge. Mein Name kennt ihr schon, Rafaul Londo. Und heute zu Gast jemand, die gar nicht aus dem Raumrauschen-Milieu kommt, aber mir sehr vertraut ist, Leonie. Ja, hi. Schön, dass du da bist. Sehr. Soll ich mich kurz vorstellen oder? Von mir aus gerne. Okay. Ich bin Leonie Walter, heiße ich. Ich bin 29 Jahre alt. Ich komme heute aus Mönchengladbach, da komme ich her. Und ich bin Lehrerin an der bischöflichen Marienschule in München-Gladbach. Genau, und das ist schon die erste Verbindung, die wir beide haben. Ich war nämlich, bevor ich Referent für Berufungspastoral wurde, Schulseelsorger an eben jener Schule und da haben wir uns auch kennengelernt. Und das war eine ganz schön spannende Zeit und umso mehr freue ich mich, dass du dir heute die Zeit nimmst, hier in diesem neuen Raumrauschen-Format ein bisschen was von dir zu erzählen, und ja, letztendlich auch ins Gespräch zu kommen mit mir über das, was dich so bewegt, über das, was quasi dein Beruf vielleicht auch ausmacht. Da gibt es, glaube ich, ganz schön spannende Sachen, über die wir mal reden können. Und genau in diesem Sinne freue ich mich ganz schön. Du hast jetzt schon direkt angefangen mit deinem Alter und deinem Beruf. Und genau, vielleicht magst du ein bisschen mehr darüber erzählen. Was bist du denn für eine Lehrerin? Oh, interessante Frage. Sowas fragt man ja natürlich nicht die Lehrer oder Lehrerin persönlich, sondern eigentlich muss man die Schülerinnen und Schüler fragen. Ich glaube, ich bin in erster Linie eine sehr freundliche Lehrerin. Also ich gehe mal mit einem Strahlen durch die Schule und hoffe, dass es die Schülerinnen und Schüler irgendwie ansteckt. Ich glaube, ich bin jederzeit ansprechbar. Also Frau Walter, kann ich die mal kurz stören? Das glaube ich schon. Ich würde sagen, dass ich den Jugendlichen und Kindern sehr zugewandt bin und offen bin. Und ich lasse auch gerne mal, ich ignoriere gerne mal was, gucke mal weg. Mir ist immer das Wohl der Kinder wichtiger als das, was wir da jeden Tag lernen. Mir ist wichtig und das sage ich auch oft, dass die Kinder irgendwie, wenn die aus der Schule gehen, nette, offene Menschen sind und empathische Menschen. Das ist viel wichtiger, als dass sie das mit einem S und zwei S auseinanderhalten können. Und das darf ich jetzt hier vielleicht nicht laut sagen, aber das ist meine Haltung auf jeden Fall. Da würde ich gerne nachhaken. Wie würde das denn in deinen Augen gelingen, dass die offener kommen? Natürlich lernen sie das S und das SZ und das Doppel-S, keine Frage. Das ist wichtig. Ich hoffe, das versteht jetzt niemand falsch. Genau, also ich habe es nicht falsch verstanden. Ich nehme meinen Lehrauftrag schon sehr ernst. Aber ja, wie ist das möglich? Ich glaube, Vorbild sein, das klingt so hochtrabend. Und mein Gott, ich bin selber noch nicht reif an Erfahrung und auch noch nicht so alt. Aber ich glaube, Vorbild sein, nett miteinander sein, offen sein, das ist, glaube ich, super wichtig. Und auch intervenieren, wenn dann mal nicht so nette Worte fallen und sagen, hey, so reden wir hier nicht miteinander. Das finde ich wichtig. Wie gelingt dir das denn so im Alltag? Mal ganz konkret. In der Schule oder im Privaten? So, wie du möchtest. Ja, also mir ist das schon wichtig. Also ich hatte mal ganz lange eine Klasse und die sind jetzt mittlerweile in der Oberstufe und die sagen immer, Frau Walter mag doch nicht, wenn jemand lügt. Also Frau Walter hasst Lügen. Das ist so als Wort, als feste Formulierung ist schon in deren Köpfen. Ich glaube, da hat es dann doch irgendwie auch gefruchtet. Also spielst du mit Superlative? Nee, zum Teil, ja, manchmal, aber auch nicht immer. Auch so, ich bin sehr sensibel, was Formulierungen angeht. Das Wort behindert ist ja im jugendlichen Sprachgebrauch sehr häufig. Boah, das ist behindert oder der ist behindert. Da ist mir wichtig, darauf zu achten und zu intervenieren und zu sagen, hey, das ist hier gerade fehl am Platz, dieses Wort. Das wäre toll, wenn du ein anderes benutzen könntest. Das heißt, du nimmst ja auch letztendlich die Zeit dafür, wenn es Störungen gibt. Ich habe es immer so gelernt, Störungen haben Vorrang, das auch anzusprechen. Aber ich kenne es auch im Alltag, dass dann solche Sachen runtergeschluckt werden, ignoriert werden. Aber bei dir ist es anders. Ja, auf jeden Fall. Dafür bin ich Lehrerin geworden, um aus Kindern Menschen zu machen. Oh, das ist ein sehr schöner Gedanke. Und auch ein hoher Anspruch an mich selber. Aber ich glaube, dass man es oft hinbekommt. Man kann auch nicht viel machen. Ich habe zuletzt noch gelesen, Kinder sind 18 Stunden bei ihren Eltern und dann nur sechs oder sieben in der Schule. Six, seven. Haben wir das auch mit eingebaut? Ja, genau. Und ich glaube, dass da im Elternhaus auch viel passieren muss. Aber das, was ich in der Schule tun kann, das tue ich sehr gern. Und das liegt mir am Herzen da, unbedingt mir die Zeit zu nehmen dafür. Super, ich finde es krass, wie direkt wir schon im Thema sind. Ich mache mal eine kleine Zeitspule zurück. Wie bist du denn da hingekommen, wo du jetzt gelandet bist, mit diesen, ich finde, schon sehr stabilen und sehr soliden Aussagen und Haltungen? Wie ist es bei dir so weit gekommen? Da muss ich ein bisschen ausholen. Ich habe ein offenes Ohr dafür. Ich habe die Geschichte schon häufiger erzählt, aber ich glaube, nicht jeder weiß das. Und hier im Podcast werden es jetzt jeder. Ja, ich freue mich darüber. Ich komme ja aus Mönchengladbach und ich habe eine Schwester. Ich komme aus einem gut bürgerlichen Haushalt. Meine Eltern sind toll. Meine Mama ist die beste Mama, die es gibt auf der Welt für mich. Aber es gibt keinen akademischen Hintergrund unbedingt, was nicht negativ ist. Aber das waren halt meine Wurzeln. Und ich bin dann aufs Gymnasium gegangen, weil ich hatte die Empfehlung dafür. Aber meine Eltern waren nie besonders da hinterher, die hatten nie einen Leistungsanspruch an mich. So wie ich das bei vielen Schülerinnen und Schülern von mir wahrnehme. Gab es nie an mich. Wenn mal eine Fünf da war, ja, das war doof. Und dann wurde auch gesagt, kümmere dich mal darum, dass es ein bisschen besser wird. Aber nie Leistungsdruck. Unterstützung immer, aber kein Leistungsdruck. Und dann bin ich aufs Gymnasium bei uns im Ort, stand auch außer Frage, dass ich da hingehe. Und dann hat das so geklappt. Manchmal ein bisschen holprig, manchmal ein bisschen besser. Aber es hat irgendwie dann doch bis zum Abitur geklappt. Mein Abitur war nicht gut. Es war ja, ich habe Abi, aber ein sehr schlechtes Abitur. Aber für mich stand seit der Grundschule klar, stand fest, dass ich unbedingt Lehrerin werden will. Schon seit meiner Grundschule. Ich hatte einen Grundschullehrer als Klassenlehrer, also eine männliche Lehrkraft. Und ich glaube, der hat mich da sehr geprägt. Ich weiß gar nicht, ob er noch lebt. Aber Herr Nolden, falls ihn das irgendwie erreicht, dann ja genau. Und dann braucht man aber für Grundschullehramt leider Mathe. Absolut eine Niete in Mathematik. Und deswegen habe ich dann geschaut, was für Unis in der Umgebung, weil ich wollte nicht aus Mönchengladbach weg. Ich wollte pendeln. Welche Unis sind irgendwie offen und für die Fächer auch, die ich wollte. Ich wusste auch gar nicht so wirklich, welche Fächer. Ich hatte Deutsch und Englisch Leistungskurs. Das fand ich interessant und Geschichte fand ich auch immer super interessant. Also Rallye gar nicht so unbedingt. Und dann mit meinem schlechten Abi habe ich fast nirgendwo einen Studienplatz direkt bekommen, außer hier in Aachen für Geschichte und auch nur für Geschichte. Und dann habe ich geguckt, was so NC-frei ist. Und das war ja leider, wie man es so kennt, katholische Religion. Und dann habe ich gedacht, ja, aber egal, du willst studieren und du willst Lehrerin werden, versuch es mal, vielleicht gibt es dann irgendwelche Alternativen. Und dann habe ich angefangen, 2015 hier in Aachen zu studieren. Und Studieren war nie was für mich. Ich fand Studieren immer total doof. Also mir hat das nie Spaß gemacht. Viele haben gesagt, ja, es liegt vielleicht am Pendeln. Aber nee, glaube ich nicht. Einfach das Studieren an sich, dieses Freie, was man ja so kennt, ist nichts für mich gewesen. Und trotzdem habe ich dann irgendwie durchgezogen, habe schnell gemerkt, dass Geschichte gar nichts für mich ist im Studium, hat mir gar keinen Spaß gemacht. Rallye aber schon. Da muss ich hier großes Lob aussprechen an das katechetische Institut. Das hat mich immer beliefert mit Lektüren und Büchern. Aber das Theologische Institut an der RWTH, das hat mich total gut aufgenommen. Ich habe mich da sehr wohl gefühlt. Man kann sich vorstellen, da studieren doch recht wenige Studierende dann als im Gegensatz zu meinem Germanistikstudium. Das habe ich dann nämlich studiert von Geschichte und Rallye rüber zu Rallye und Deutsch. Das ging dann problemlos? Nee, es ging nicht problemlos. Ich bin dann zur Studienberatung gegangen und habe gedacht, was sollst du machen? Zwischenzeitlich habe ich sogar mal in Erwägung gezogen, Religionspädagogik zu studieren. Aber das wäre dann ja sogar ein Studienwechsel, also Studienortswechsel hätte das gebraucht. Ja, nee. Ich habe mich dann nebenbei noch eingeschrieben für Literatur- und Sprachwissenschaft und Kommunikationswissenschaften, habe dann in beiden Studiengängen Vorlesungen und Seminare belegt, habe Prüfungsleistungen abgelegt und dann mich eingeschrieben für ein höheres Fachsemester im Deutschstudium, um dann NC-frei reinzukommen. Also so ein bisschen so über Bande gespielt, erst mal woanders eingeschrieben, um dann am Ende doch diesen klassischen Weg irgendwie mit reinzukriegen. Ich glaube, heute ist das gar nicht mehr möglich, weil einige haben das gemacht und ich glaube, das haben die nicht so gern gesehen, weil dementsprechend dann die Abschlusszahlen auch nicht so gut waren. Aber deswegen sitze ich jetzt hier unter anderem. Deswegen sitzt du hier mit diesen zwei Fächern, die gar nicht so deins waren, sondern erst im Nachhinein. Also Deutsch war immer okay. Ich hatte Leistungskurs, war jetzt nie besonders gut, nie besonders schlecht. Aber ja, und in Rallye, das hat sich dann so gefügt. Total komisch. Auch ich bin da rangegangen irgendwie und dann hat das auch geklappt. Natürlich musste ich mein Latinum nachholen. Das hat echt wehgetan. Das hat auch viel Schweiß, Tränen und auch Nachhilfe. Also meine Eltern hat es viel Nachhilfe gekostet, ja. Aber doch mittlerweile, sage ich, das war mehr Glück als Verstand und auch so eine Fügung, weil ohne. Dieses NC-Frei und das Studium, ich bin zwar getauft und auch gefirmt, aber nicht aus irgendwelchen religiösen Überzeugungen damals, sondern weil meine Freundinnen das alle gemacht haben. Und ohne das Studium wäre ich nicht jetzt da, wo ich bin mit meinem Glauben. und ja. Hast du denn so einen Moment, weil du sagst, das war Fügung und wo du jetzt sagst, Mensch, da in diesem Moment ist das vielleicht, so ein Gefühl, so ein Säuseln, würde ich jetzt einfach mal sagen von, okay, da gab es diesen Wechsel von, ich habe das zufällig oder ich habe das einfach eingetragen aus, das hat jetzt kein NC, hin zu, nee, jetzt mache ich das sogar weiter und nehme das als das Fach, wo ich dann hoffe, das Geschichte rauszukriegen und irgendwie auch neben Deutschlehrerin auch Rallye-Lehrerin zu sein. Gab es da so einen Moment? Ja, irgendwann im Studium. Zum dritten Fachsemester habe ich dann ja gewechselt zu Deutsch. Und am Anfang war aber immer die Intention von Rallye, woanders hinzuwechseln. Und dann da nach diesem dritten Fachsemester zu sagen, nee, ganz klar, du bleibst hier in Religion. Das war so ungefähr die Zeit. Und im Studium ist es ja auch so, dass man viel mit anderen Dingen zu tun hat. Ich habe dann zum Beispiel noch den Liturgiekurs gemacht. Und das sind so Dinge, man wächst da irgendwie so rein. Und das wird dann immer größer. Und dann musste ich damals für das Rallye-Studium auch ein Praktikum machen, ein kirchliches Praktikum. Habe dann Firmenvorbereitungen gemacht, bin dann fünf Jahre da stecken geblieben und bin heute noch als Wortgottesdienstleiterin in der Pfarrer tätig. Also das ist irgendwie so verwachsen. Und ich finde auch immer. Mein religiöses Leben ist so ein roter Faden. Ich bin im Bistum Aachen geboren. Das klingt jetzt so kreativ. Ja, so als wäre ich so toll, aber so meine ich das gar nicht. Ich finde, das ist irgendwie so. Ich bin im Bistum Aachen geboren. Ich arbeite fürs Bistum. Meine Heimatpfarrer ist im Bistum, da bin ich tätig. Also irgendwie, ich habe hier studiert im Bistum irgendwie. Ja, also ich finde, du darfst da gar nicht dich dafür schämen oder solltest dich zumindest nicht schämen, weil es ist ja schön, dass du deine Geschichte so als zusammenhängenden roten Faden auch titeln kannst. Es gibt ja viele, die das nicht können oder die sich schwer tun damit. Dann aber das Gefühl rückblickend zu haben, da ist ja irgendwas, was mich trägt, was so einen Faden hat. Also ich kaufe es dir ab und ich würde sagen, das ist auch so. Es hört sich richtig schön an. Lass uns gerne mal bei den Fächern bleiben. Du bist neben katholischer Religion auch Deutschlehrerin. Jetzt würde ich mich einfach mal fragen, was davon überwiegt gerade? Also wenn man rein auf die Fakten guckt, dann unterrichte ich viel mehr Religion als Deutsch. Finde ich jetzt nicht schlecht. Die Kolleginnen und Kollegen, die zuhören, können vielleicht nachvollziehen, dass ich dadurch nicht ganz so viele Korrekturen habe, nicht ganz so belastet bin am Nachmittag. Ja, mein Herz, das wissen meine Kollegen an meiner Schule wahrscheinlich genauso, mein Herz schlägt schon mehr für das Fach Religion, ja. Ich finde, das ist einfach so ein Fach fürs Herz. Da ist, wo in Mathe, Deutsch und Englisch kein Platz für ist, da ist Platz für in Religion, ja. Und es sind so existenzielle und auch essentielle Themen, die da behandelt werden. Deswegen macht mir das sehr Spaß, auch da den Kontakt zu suchen mit den Kindern und Jugendlichen. Was würdest du denn, also ich habe gelernt, so als Schulseelsorger habe ich das dann irgendwann aufgeschnappt, Religion ist ja, also katholische Religion ist ja das einzige Fach, was irgendwie festgeschrieben ist. So ist es. Also das hat ja schon eine sehr hohe Vorausleistung, da kann man sich immer, ja jetzt ganz schäbig ein bisschen drauf zurücklehnen, aber eigentlich ist es immer das am meist diskutierteste Fach und ich habe es auch erlebt als Schulseelsorger, immer wieder diese Fragen zu bekommen, warum braucht es das hier überhaupt? Jetzt hast du natürlich schon ein bisschen ein Argument gegeben, aber nehmen wir mal an, da ist jetzt jemand, dem du das nochmal nahe legen solltest, was katholische Religion oder auch evangelische Religion an einer Schule zu tun hat. Was wäre so deine Argumentationslinie? Ja, ich glaube, ich würde genauso argumentieren, wie ich es gerade gesagt habe. Das ist so alles fürs Herz. Alles, was so fachlich in anderen Fächern thematisiert wird, das wird auch in Religion thematisiert. Natürlich braucht man irgendwelche Fakten als Basis, um über etwas zu diskutieren. Aber ich würde schon sagen, dass im Fach Religion vieles gefördert wird an der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler. Also beispielsweise offen in den Diskurs gehen, interreligiös beispielsweise. Oder auch miteinander diskutieren, zu lernen, miteinander zu diskutieren. Ich weiß, dass es in anderen Fächern auch gefordert wird, aber nicht so auf persönlicher Ebene. Mit Perspektive, mein Glauben sagt das und so sehe ich das und sehe das mit anderen Augen. Ja. Was ist denn so in dieser Fächerreihe so dein Lieblingsthema? Oh. Ist etwas komisch jetzt wahrscheinlich, aber ich spreche sehr gerne über Tod und Trauer. Ach, interessant. Ja, ist auch so ein sehr existenzielles Thema, wo es um Leben und auch Sterben geht. Und ich finde, das Thema wird leider heute immer noch in unserer Gesellschaft sehr totgeschwiegen. Und ich erlebe das oft, dass Kinder dann reflektieren und sagen, also bei mir zu Hause, da reden wir gar nicht darüber. Aber auf der anderen Seite kommen viele Kinder und sagen, mein Haustier ist gestorben, meine Oma ist gestorben, mein Opa ist gestorben. Ich finde das sehr wichtig, dass man da auch im Unterricht Transparenz schafft und den Kindern vielleicht so mitgibt, redet darüber. Das ist nichts Schlimmes. Gefühle hat jeder und auch negative und positive Gefühle, das liegt mir total am Herzen. Das hast du sehr schön gesagt. Das Thema Tod und Trauer auch in gesellschaftlichen Kontexten ist wirklich eins, was auch schwierig ist, was nicht aufgegriffen wird, obwohl es zu jedem Leben dazu gehört. Ich kann verstehen, dass es für die Menschen auch traurig ist, sich damit auseinanderzusetzen. Und dem einen fällt es leichter und dem anderen fällt es schwerer. Aber ich finde es schwierig, wenn wir Erwachsene da so einen Schatten drauflegen. Weil wie sollen Kinder offen an sowas rangehen, wenn wir sagen, oh nee, darüber möchte ich jetzt nicht sprechen. Also so funktioniert es meiner Meinung nach nicht. Total. Sehe ich sehr ähnlich wie du. Schön. Was ist denn dein absolutes, ja, da muss ich durch Thema. Latein habe ich ja gehört, also solche Texte kommen vermutlich nicht vor. Auf keinen Fall, nein. Hassthemen. Ja, oder halt ungeliebt. Ja, ich verstehe schon. So, Reformation. Meine evangelischen Kollegen werden jetzt liebe Grüße. Aber nee, so Reformation, das ist, ja, ist wichtig, dass wir mal kurz drüber sprechen. Hat bestimmt auch einen Sinn und Zweck und ja, warum sind wir da jetzt, wo wir sind? Aber das ist so ein Thema, das interessiert mich nicht so. Was ich aber, darf ich noch eins nennen, was ich gerne mag? Ekklesiologie in der Oberstufe. Toll. Dann hat man am besten noch so einen tollen Kurs wie ich jetzt, mit dem man toll in den Diskurs gehen kann. Ekklesiologie ist ein Riesenthema. Man kann es ja aus so vielen Perspektiven anschauen. Das Zweite Vatikanische Konzil ist dann vielleicht eher sowas, was die Schülerinnen und Schüler als trocken empfinden. Aber so Dinge wie Kirche der Zukunft, wie stellen wir uns unsere Kirche vor? Du merkst, ich fokussiere mich eher auf die positiven Dinge als auf die negativen. Ja, das darf auch sein. Aber dann sind wir wieder beim Thema Tod und Trauer. Das ist ja auch etwas, was man dann eher weglässt und es zumindest auch im Bild zu haben, um zu wissen, in welchen Dimensionen man sich da begibt. Ist ja dann schon ganz schön spannend. Stimmt. Vielleicht so im Schnellritz gibt es schöne Themen im Deutsch? Ich mag gern Lektüren. Alles, was irgendwie mit Lektüre zu tun hat, das mag ich gerne. Grammatik ist okay, das brauchen wir unbedingt, aber Lektüren mag ich gerne. Ja, mein Examen, meine Examsstunde in Deutsch habe ich damals zur Lektüre gemacht, was wir dachten, was wir taten. Interessant. Was nennt sich auch gerne Schirach. Kann man in den höheren Klassen auch mal lesen. Gott oder Terror. Ist dann immer schön, auch mit Ethik zu verknüpfen. Ja, so Sachen. Sehr schön. Jetzt haben wir ganz schön viel über das Lehrer-Dasein gesprochen oder Lehrerinnen-Dasein besser gesagt. Trotzdem bleibe ich nochmal ganz kurz drin, denn du bist ja gerade im Ausbildungskurs, für die Schulpastoral im Bistum Aachen. Das ist ja etwas, was quasi ein bisschen mehr ist als Lehrerin sein. Letztens habe ich noch ein Bild von dir gesehen, das mit den Treppenstufen. Vielleicht magst du erstmal kurz was zu dem Kurs sagen, wo du da gerade steckst und auch was du da so mitgemacht hast. Ja, diese Qualifizierung Schulpastoral geht ja ein Schuljahr und der letzte Block ist auch schon vorbei. Das heißt, eigentlich ist nur noch die Beauftragung im September und dann ist es leider vorbei. Genau. Vielleicht ganz kurz, wenn ich darf, wie ich dazu gekommen bin. Ja, gerne. Es war damals ja, ich habe mir schon irgendwie eine Schule in der Nähe meiner Schule gewünscht, aber es ist ja Zufall, wo man an die Schule gerät dann im Referendariat. Und ich war total glücklich, an meine Schule zu kommen und bin es bis heute, weil ich glaube, dass ich mit meinem Fach an einer bischöflichen Schule ganz andere Chancen habe als an einer staatlichen Schule. Und da bin ich auch relativ schnell reingerutscht in die Schulpastoral grundsätzlich, durch dich ja dann auch. Wir haben viel zusammengearbeitet und das war von Anfang an so ein Punkt, wo ich sage, ich habe Lust, daran zu arbeiten, weil ich glaube, wenn man in einer Schule an etwas arbeitet, wo man eigentlich gar keine Lust hat, also eher das aus extrinsischer Motivation macht, dann wird man schnell frustriert. Und deswegen war relativ schnell klar, okay, das ist meine Richtung, wo ich hingehen will, die Schulpastoral. Genau, und dann kam irgendwann die Mail von der Alina Mieke Handschuhmacher, hat nicht jemand Lust daran teilzunehmen? Und dann habe ich gedacht, ja, ich mache das ja jetzt eh schon, dann kann ich es auch irgendwie qualifiziert tun. Und das war wirklich eine schöne Zeit mit diesem Kurs. Wir waren, ich glaube, zwölf oder 13 Leute. Und es war immer blockweise, also immer von Freitag, Donnerstagabend bis Samstag Nachmittag. Und immer zu verschiedenen Themen. Unter anderem auch ein Blog zu Tod und Trauer, der mich sehr inspiriert hat. Genau, das war ein toller Kurs. Und ich bin auch schade, wir sind als Person sehr eng aneinander geraten. Oder nicht aneinander geraten, das klingt negativ. Wir sind aneinander gewachsen, miteinander gewachsen. und war eine schöne Erfahrung und es ist auch ein lachendes Auge, dass es dann doch mal so ein Haken nach so einer Sache tut dann auch immer mal gut, man ist fertig, aber es ist auch ein weinendes Auge, dass man dann erstmal sich nicht mehr so häufig sieht. Gibt es denn Wünsche, da irgendwie in Kontakt zu bleiben oder ist das für dich auch so das Gefühl, okay, das sagt man zwar immer, man bleibt in Kontakt, aber über Weite Sicht wird es eher schwieriger. Ne, wir haben schon gemeinsam darüber gesprochen, dass wir vorhaben, uns dann nochmal, und wenn es nur einmal im Schuljahr ist zu treffen, aber so in Kontakt bleiben, wäre toll. Und der Gedanke war auch mit einigen Kolleginnen von bischöflichen Schulen, dass man da auch enger zusammenarbeitet. Man sich besucht, Exkursionen macht, zusammenarbeitet. Aber das ist noch alles in unserem Kopf. Das steht in den Sternen. In den nächsten Schulplänen. Richtig, genau. Aber es braucht immer Menschen im Schulsystem, die da irgendwie anpacken. Und dann mache ich das gerne mit Blick auf die Schulpastoral, wo ich halt auch voll Bock drauf habe. Vielleicht so eine letzte Frage, jetzt gar nicht so aus Eigennutz. Was bedeutet Schulpastoral für dich? Oh ja, gute Frage. Schulpastoral bedeutet für mich, platt gesagt, alles, was über den Unterricht hinausgeht und mit Glauben zu tun hat. Also keine Fakten, sondern Gemeinschaft im Glauben leben in der Schule. In Form von, klar, Gottesdienst ist so das Erste, was einem einfällt, aber auch Zusammenkommen, Auffangen, das bedeutet für mich Schulpastoral. Für dich auch? Ach, jetzt wo du mich fragst, ich glaube, da könnte ich ganz lange darüber reden. Ich saß ja einige Jahre da. Ich glaube, also grundsätzlich ja, es ist die Gemeinschaft. Ich denke nochmal an das, was du gesagt hast zum Bereich des Religionsunterrichts, das was im Herzen ist, dass das ja auch nochmal eine Rolle spielt. Und letztendlich hat für mich Schulpastoral was zu tun mit dem heutigen Dasein des Menschen in den jeweiligen Kontexten, dass das nochmal betrachtet wird über einen egozentrischen Blick hinaus. Also dass man eben nicht nur quasi auf sich guckt und auf Leistungen und auf Ergebnisse, sondern dass man den Horizont erweitert und sagt, ich bin so viel mehr als das. Und das auch zur Sprache bringen, das hat, glaube ich, große Qualitäten, wenn Schulpastoral da mitwirken darf. Also als einer von vielen Playern. Also du hast vorhin das Zweite Vatikanum erzählt, da dieses klassische fensteröffnende Momentum, dass das eben auch in einer Institution Schule passieren darf und dafür auch Räume braucht. Und bischöfliche Schulen haben den Segen quasi von der Trägerschaft her, diese Räume auch. In echt zu haben und dafür auch die Zeiten zu geben. Von daher sehe ich da großes Potenzial. Total. Und da ist es auch, wir haben ja mittlerweile einen neuen Seelsorger, mit dem ich auch wieder gut zusammenarbeite. Ich sehe uns da als Team. Jeder hat so seine Prioritäten, sein Herzensprojekt und dann kann das so wachsen. Ich finde das wichtig, dass das nicht einschläft. Das müssen wir fördern. Ja. Sehr schön. Ich habe so das Gefühl, dass wir jetzt über deinen Beruf und was ja noch so viel mehr ist, jetzt ganz schön viel gesagt haben. Und ich würde gerne in die nächste Phase eingehen. Und wie kann man das am besten machen, als mit einem kleinen Spiel? Mit bewegen oder ohne bewegen? Nein, ohne bewegen. Es ist eine ganz einfache Fragerunde. Es ist ein Entweder-Oder. Oh ja, gerne. Ich bin gespannt. Komm, los geht's. Die Regel sind einfach folgende. Du darfst entweder das eine oder das andere nehmen und dann gucken wir mal, was rauskommt. Bist du bereit? Ich bin ready. Also, Kaffee oder Tee? Ah, Tee. Sortierst du deine Bücher thematisch oder farblich? Nach Autoren. Also, ja, okay. Berge oder Meer? Meer, 100%. Wandern das gar nichts für mich? Eule oder Lerche? Lerche. Kirche oder Kneipe? Beides. Am besten eine Kneipe in der Kirche. Nee, Spaß. Nee, das fällt mir schwer. Kirche? Im Bus, vorne oder hinten? Am liebsten gar nicht im Bus, aber wenn es sein muss, dann hinten. So Schulfahrten oder so. Ja. Und in der Kirche, vorne oder hinten? Vorne. Sommer oder Winter? Sommer. Film oder Serie? Ach, schwer. Ich glaube Film. Bei Serien schlafe ich immer so schnell ein. Meine Lieblingsfrage, GIF oder Jiff? Verstehe ich nicht. Du verstehst es auch nicht. GIF? Jemandem geben, oder? Nein, diese kleinen Videobilder. Ach so, GIF, oder? GIF. Was ist das Zweite? Ich weiß nur, was ein GIF ist. Das ist das Gleiche, das ist nur die Aussprachefrage. Ach so, nee, GIF. Aber schön, dass ich deine Lieblingsfrage nicht verstehe. Ich habe viele schöne GIFs von meiner Schwester. Ja, schön. Musik hören oder selber machen? Hören und laut mitsingen. Armbanduhr oder Handy? Handy. Ich hasse Uhren. Ich habe keine einzige. Dann vielen Dank. Das waren schon alle Fragen. Und jetzt gehen wir das Ganze mal ganz kurz im Detail durch. Denn du bist ja schon beim Kaffee oder Tee hängen geblieben. Also ich kenne es immer so, man ist entweder Kaffeetrinker oder Teetrinker. Also ich mag halt gerne, sehr gerne Tee, aber nicht im Sommer. Im Winter nehme ich immer Tee mit in die Schule. Kaffee mag ich gar nicht pur. Ich mag, wenn, dann nur so Kram, so Latte Macchiato oder ein Chai Latte oder sowas. Und zu Weihnachten gab es bei uns eine Kaffeemaschine. Und seitdem gibt es zu Hause auch so leckere Latte Macchiato-Variationen. Und das trinke ich schon gerne, aber so puren Kaffee, nee. Okay, also dann doch eher Teetrinkerin, aber Kaffee quasi mit Ausbrüchen. Schön. Und du warst dir sehr, sehr sicher beim Meer. Ja, 100 Prozent. Hast du was gegen Berge? Ja, die sind schön anzugucken, aber ich bin gar nicht so die Wandermaus. Ich bin eher so die Strand-, Meer- und Poolmaus. Ja, genau. Weiß ich gar nicht, ob du das selber weißt, aber mein Opa kommt ja von Sardinien. Mein Opa ist Sade. Habe ich das schon mal erzählt? Ich meine ja, aber hier sind wir in einem Setting, wo du gerne nochmal vieles Neues sagst. Genau, mein Opa ist damals als Gastarbeiter mit 18 nach Deutschland gekommen. Und der ist dann auch hier geblieben, aber hatte auf Sardinien noch ein Haus. Als damals seine Großeltern hatten, auf dem Dorf, auf Sardinien, ganz viel, wie nennt man das nochmal, Wo Wein wächst? Weinberge. Danke, Weinberge, danke. Das war, kann man sich so vorstellen, das waren Riesenflächen an Weinbergen. Und dann haben die das damals unter den zwölf Kindern aufgeteilt. Und mein Opa hat auf seinem Stück ein Haus gebaut. Ein Mehrparteienhaus und unten waren zwei Geschäfte drin. Mit der Intention, irgendwann wieder nach Sardinien zurückzugehen und da dann zu leben mit der Familie und ein Restaurant aufzumachen, hat meine deutsche Oma nicht ganz so mitgespielt. Und deswegen sind sie immer hier geblieben. Und nach und nach hat mein Opa dann Teile des Hauses verkauft. Aber eine Wohnung hat ihm bis letztes Jahr noch gehört. Und seitdem ich Kind war, sind wir immer dahin gefahren. Deswegen war ich dann oft in den Sommerferien vier, fünf Wochen auf Sardinien. Und man konnte das Meer sehen. Wir sind drei Minuten zum Meer gegangen. Deswegen absolut Sommer und Meer, Kind. Also hast du das Meer im Blut quasi? Total, ja, stimmt. Schön. Lass uns da gleich nochmal zurückgehen. Aber bevor ich dich jetzt hier vom Entweder-Oder befreie, warst du bei Kirche und Kneipe. Sehr zögerlich. Ja, sehr, ja. Kirche ist ein toller Ort zum Runterkommen, ein Ort der Ruhe. Für mich auch als Wortgottesdienstleiterin ein Ort für mich zu reflektieren und anzukommen. Aber Kneipe, ja, meine Freundinnen sagen jetzt, die hat gelogen, die hat sich doch für Kneipe entschieden. Ja, am Wochenende war ich mit meinen Mädels unterwegs in Amsterdam und da haben wir ein paar Kneipen gesehen. Also es ist auch schon toll. So mit Freunden unterwegs sein in der Kneipe, gemütlich, ein bisschen quatschen. Das macht für dich Kneipe aus? Ja, ein bisschen feiern. Wir waren ganz oben auf so einer zweiten Etage, der DJ neben uns, wir ganz alleine. Wir hatten Spaß. Sehr schön. Und du hast trotzdem gesagt, einmal ganz kurz Kirche in der Kneipe. Ja. Das gibt es ja manchmal. Also wenn man das googelt oder andere Suchmaschinen benutzt, dann findet man da sicherlich etwas. Ja. Wie stellst du dir das vor? Ich war mit einer Jugendgruppe, auch hier aus dem Bistum, in den Herbstferien in London. und wir fahren jetzt auch wieder nach London in den Herbstferien. Und da gibt es evangelikale Kirchen, wo Cafés drin sind. Und das fand ich total toll. Einfach so, man trifft sich erst, dann trinkt man Kaffee und man frühstückt vielleicht zusammen. Und dann hat man beispielsweise ein Teseegebet. Finde ich total toll, Menschen so in die Kirchen reinzuholen. Ich muss dir nicht sagen, wir haben auf jeden Fall ein Problem mit Menschen, die leider nicht mehr die Kirche so als Ort sehen, wie wir das vielleicht tun. Und deswegen finde ich das eigentlich schön, das nochmal zu öffnen, auch die Kirche zu repräsentieren als Ort für alle, um auch das Gespräch zu suchen. Und Kneipe, ja, stelle ich mir ein bisschen schwierig vor mit dem Alkoholkonsum. So ein bisschen ist bestimmt okay. Wir wollen da keine Randale in den Kneipen. Wir kennen es ja am Sonntag. Genau. Ja, ich glaube, wir müssen mehr Kirche zum Lebensraum machen und nicht nur für Ort für Sonntag 11 Uhr. Wie würde das deiner Meinung nach aussehen? Vielleicht in der Sakristall? Da könnte ich mir eine Kirche, eine Kneipe vorstellen, so eine kleine Ecke, so eine kleine Theke. Ach so, nee, ich würde gerne das fast ein bisschen größer machen. Ach so. Wie würde für dich Kirche aussehen, die genau das macht, Orte der Begegnung anders als bisher? Große Frage. Ich glaube, mir blutet immer ein bisschen mein Herz, wenn ich, ich mag alte Leute, ich bin froh, dass sie in die Kirche kommen und das für die immer noch, weil Kirche ein Ort ist, das für sie eine Regelmäßigkeit beinhaltet. Aber ich bin immer ein bisschen traurig, wenn ich da Sonntag stehe und da sind dann wirklich fast nur Omis und Opis und gar nicht so viele junge Menschen, auch in meinem Alter, in meinem Freundeskreis, in meinem engen Freundeskreis. Niemand geht in die Kirche. Niemand. Und das finde ich schade, weil ich glaube wirklich, dass Kirche ein Ort sein kann, um aufgefangen zu werden. Deswegen, wie stelle ich mir das vor? Viel mehr Angebote. Gottesdienst, auch wenn ich mich da an meine Liturgie halten muss, muss in Klammern, das muss offener werden. Wir müssen mehr ins Gespräch kommen. Ich erinnere mich noch immer an einen deiner Gottesdienste in unserer Schule, wo die Fürbitten dann einfach mal frei aus dem Publikum, aus dem Publikum in Anführungszeichen, aus den eigenen Reihen kamen. So, wir brauchen mehr Interaktion in der Kirche und nicht irgendwer, der da vorne steht. Ich hoffe, ich werde jetzt hier nicht. In der Uni aus der Kirche exmatrikuliert, weil ich hier so offen spreche. Du hast mich ja mit ins Boot geholt. Von daher, ich würde sagen, noch hast du nichts Schlimmes gesagt, wo ich sagen möchte, das sind jetzt keine offenen Geheimnisse oder geschlossene Geheimnisse, sagt man. Aber weißt du, was mir auffällt? Du hast jetzt schon erstmal, obwohl du eine Frohnatur bist. Erstmal schon ein bisschen die negativen Seiten gesagt. Und ich weiß nicht, ob es dir auch aufgefallen ist. Ich würde da gerne nochmal gucken, was macht das denn konkret? Also was macht dieses Bedürfnis aus? Also klar, wir können immer sagen, mehr Angebote, aber wir sind in einer Zeit, wo wir weniger haben. Also wir haben weniger Zeit, wir haben weniger Personal oder wir haben auch weniger Menschen, die sich begeistern lassen. Also wo kommt das mehr her? Aus deiner Sicht. Das würde mich interessieren. Ich glaube, dass wir auch viel Zeit verschwenden für Dinge, die eigentlich total überflüssig sind. So Bürokratie zum Beispiel. Ich glaube, dass wir da viel Zeit verschwenden, die Zeit, die wir effektiver nutzen könnten für andere Dinge. Wo kommt das her? Gut, Ehrenamtliche sind immer die, die arbeiten. Und die auch immer, bin ich ehrlich, auch ein bisschen die Blöden sind. Habe ich letztens auch noch zum Thema Ekklesiologie mit meinen Q1-Schülerinnen und Schülern darüber diskutiert. Total unfair. Was darf ich als Frau, als junge Frau in der Kirche? Ja, ich darf Katechese betreiben. Ja, ich darf da, der Wort Gottesdienstleiterin sein, aber wirklich viel mehr, das bleibt mir immer verwehrt. Deswegen will ich gar nicht immer sagen, die Ehrenamtler müssen mal mehr. Ich finde, nee, die dürfen auch mal ein bisschen sich entspannt zurücklehnen. Deswegen finde ich es schwer. Du hast recht, da einen Pack anzufinden. Schwierig. Es braucht motivierte Menschen. Und ich glaube, wenn ich da als junge Frau vorne stehe, am Anfang habe ich immer gestruggelt und gesagt, ob die alten Menschen das so gut finden, wenn da jemand steht, der da predigt und sagt, was sie zu tun haben oder nicht zu tun haben, wem das dann so ist. Man holt dann ja aus. Aber ich glaube, das motiviert dann nochmal so einen jungen Menschen stehen zu haben, der da offen an Dinge rangeht. Man braucht diesen Spirit, sagt man auch so schön, oder? Und ich wiederhole mich, aber man soll nur Sachen machen, auf die man Bock hat, weil sonst gibt das nichts. Das ist ein gutes Wort dazu. Man muss sich auch mehr zusammentun. Ich glaube, man muss offener sein und da jetzt auch, bei mir in der Pfarre ja auch die neuen pastoralen Räume, ich glaube, man muss da seine Ressourcen, die man hat, besser nutzen und miteinander arbeiten. Ich habe schon das Empfinden, dass es ein wenig so ist, jetzt müssen wir mit denen zusammenarbeiten Man sollte da schon die Chancen sehen, dass man so auch entlastet werden kann, wenn man miteinander arbeitet. Hast du das Gefühl, die Leute spielen nicht mit offenen Karten? Inwiefern? Na, dieses, wenn die nicht offen sind, dann habe ich immer so das Gefühl, okay, auf der einen Seite mal Tacheles reden und dann aber auch sagen, was man kann. Also ressourcenorientiert arbeiten braucht ja erstmal auch eine Klarheit und Orientierung. Ja, ich glaube, dass das System Kirche auch total eingefahren ist. Also sowas wie bei uns in meiner Heimatfahrung geht jetzt zum Beispiel die Gemeindereferentin in Rente und jetzt, da kommt jetzt gerade meines Wissens jetzt erstmal nichts nach. Also da muss man vielleicht auch mal überlegen, wie kann man das aufgreifen, wie können mehr Menschen da eine Person unterstützen. Ja, und. Es war doch immer so, dann hat doch immer geklappt, warum sollen wir es ändern, diese Standard-Aussage dann. Ja, und ich glaube, Dinge abgeben. Jetzt mal zum Beispiel sagen, ja, wir als Gemeinde, egal welche, wir verzichten auf diesen und diesen Gottesdienst, den machen wir jetzt gemeinsam in dieser Kirche. Oh, da hat man dann vielleicht Angst auch um seine Kirche, dass dann da gar nichts mehr abgeht, sozusagen. Ich glaube, dass die Angst da sehr hoch ist, Dinge auch abzugeben. Ja. Ich würde gerne nochmal zurückkommen auf ein privates Thema oder auf ein persönliches Thema, das Familiäre. Nämlich die Geschichte, dass du ja letztendlich einen Migrationshintergrund hast. Ja, so indirekte. Wenn du sagst, du hast einen Großvater, der in meinen Augen mit dem Weinberg eine sehr biblische Geschichte hat. Das Feld wird auch zwölf geteilt und er baut ein Haus. Oh ja. Ja, was macht das mit dir? Also zu wissen, dass du da, für mich klingt das nach einem Rückzugsort hast oder einen Ort, der nochmal gar nicht hier ist. Ja, Sardinien ist für mich immer auch so ein bisschen mit Nostalgie verbunden. Meine Mama hat drei Geschwister und auch mit mehreren Kindern und wir waren immer zusammen alle da. Nicht immer alle, aber ich war mal mit dem Onkel und der Tante und den Kindern da und dann waren wir mit Oma und Opa da. Also irgendwie war das sehr nostalgisch, irgendwie so gemeinsame Rituale und Traditionen. Und ja, ich war jetzt auch schon häufig mit meinem Partner auf Sardinien und der findet Sardinien auch toll. Und viele Menschen finden Sardinien ja wunderschön. Aber für mich ist das immer so ein bisschen nochmal ein bisschen schöner vielleicht so ankommen. Man kennt alles seit fast 30 Jahren jetzt. Das ist wirklich, ich fliege auch gerne nach Mallorca, weil Mallorca ist auch toll. Aber Sardinien, da hängt immer so ein bisschen mehr Herz einfach dran. Und wo findest du Sardinien hier? Ja, auf jeden Fall in Mönchengladbach, in meinem Zuhause. Also ich komme ursprünglich aus Odenkirchen, das ist ein kleiner Teil von Mönchengladbach. Mittlerweile sind wir ein bisschen weiter weggezogen aus Odenkirchen, aber ich könnte mir nicht vorstellen, jemals aus Mönchengladbach wegzuziehen. Wir sagen immer, vielleicht noch so Fiersen, das ist direkt da dran, aber sonst geht es nie weg. Nee, ich fühle mich sehr wohl in Mönchengladbach. Viele können das nicht nachvollziehen, vor allem die, die dann von außerhalb kommen. Ist jetzt nicht die schönste Stadt, aber wir haben alles. Es ist nicht so riesig wie in Köln oder Düsseldorf. Meine ganzen Freundinnen und Freunde, die kommen alle noch von da oder von ein bisschen weiter entfernt. Ich fühle mich wohl. Ich fahre 15 Minuten zur Schule. Das ist echt toll. Was macht denn Mönchengladbach für dich aus? Weil du hast ja gerade sehr deutlich gemacht, dass es Ressentiments und Schwierigkeiten mit diesem Ort gibt. Kann ich gar nicht verstehen. Genau, die kannst du nicht verstehen. Und jetzt kläre mich auf, in deiner positiven Art und Weise, was macht Mönchengladbach für dich aus? Ja, ich mag die Menschen. Ich glaube, es gibt natürlich überall gibt es ein paar Muffel, die gibt es auch hier in Aachen. Aber so der Umgang miteinander, irgendwie fühle ich mich da sehr wohl. Natürlich bin ich da zur Schule gegangen. Ich bin da zur Grundschule gegangen. Ich arbeite jetzt an einer Schule in Mönchengladbach. Irgendwie ist Mönchengladbach auch sehr, sehr klein. Man kennt tausend Menschen über irgendwelche Ecken. Und wie gesagt, es ist nicht ganz so groß und überlaufen wie in Düsseldorf oder Köln. Und trotzdem hat man alles da. Ja, die Hindenburgstraße ist ein bisschen weniger belebt als damals mal. Aber fürs Bummeln, Shoppen, Kaffee trinken ist alles super. Man kann ins Kino gehen. Und wie gesagt, ich habe Familie und Freunde da. Zu meinen Eltern fahre ich in 15 Minuten, zu meiner Schwester sind es nochmal 5 Minuten mehr. Die hat sich ein bisschen abgesetzt, sie wohnt in Hochneukirch. Ja, genau. Deswegen mag ich Menschen Gladbach sehr gerne. Da ist alles, man ist vertraut, man kennt alles. Gibt es denn so einen Secret-Spot, wo du sagst, boah, das ist einer, wo ich sage, den du verraten magst. Wo du sagst, oh, der ist so schön. Ja, also der ist gar nicht so secret. Aber ich glaube, wenn man mich fragen würde, Leo, wo ist dein Lieblingsort, wo gehst du gerne hin, außer nach Hause, dann ist es das Hoffmanns am Sonnenhausplatz. Ja, das ist ein Café in Mönchengladbach am Sonnenhausplatz. Schön. Na, da einen leckeren Chai Latte, einen leckeren Käsemohn, ein Stück Käsemohnkuchen. Toll. Und ich bin glücklich. Am besten noch eine Runde durchs Minto bummeln. Frau Walter ist happy. Schön. Ich habe noch einen Gedanken, einen Punkt. Das berührt jetzt noch mal dein Studium. Du hast nämlich gesagt, du hast keinen, deine Eltern hatten keinen akademischen Hintergrund. Und bei Bei mir klingelt dann der Fachbegriff Arbeiterkind. Ist das ein Thema für dich? Also ist dir das bekannt? Also das Vokabular? Ja, total ist mir bekannt. Identifiziere ich mich jetzt nicht unbedingt mit. Ich persönlich, wobei es das bestimmt wäre, ich müsste mich wahrscheinlich damit identifizieren, aber so würde ich mich nie bezeichnen. Und wenn ich jetzt sage, meine Eltern hatten keinen akademischen Grad, das soll 0,0 negativ und abwertend gemeint sein. Das ist halt einfach nur eine Tatsache. Ich habe ja eben schon betont, dass ich immer Unterstützung erfahren habe, uneingeschränkt. Ja, Arbeiterkind, es gibt ja Studien dazu, wie wenig Menschen aus Arbeiterfamilien dann wirklich ein Studium, dann noch ein Master und dann sogar ein Examen abschließen. Das ist ja eine Handvoll. Ich beruhe mich jetzt hier nicht auf festen Dingen, aber es gibt Studien dazu. Ja, total unfair. Ich habe es aber irgendwie geschafft. Ich sage mal, mehr Glück als Verstand war das, glaube ich, dass es dann irgendwie geklappt hat. Ich habe mich nie benachteiligt gesehen, so in den Momenten. In der Schule habe ich nie gesehen, die Mitschülerinnen und Schüler, die Eltern haben, die aus irgendwelchen anderen Bereichen kommen, die haben mehr Vorteile. Habe ich nie so gesehen in der Schule. Und obgleich ich jetzt an meiner Schule das schon ein bisschen mehr vor Augen geführt bekomme, dass es da einen großen Unterschied gibt. Ja, also jetzt auch unabhängig von der Schule, also da finde ich es auch nochmal spannend, deine Sicht zu hören, weil du eben von, deinem Hintergrund gesprochen hast und wie du es wahrgenommen hast, ob du eben auch sagst, okay, in der heutigen Zeit gibt es auch noch Kinder und, Menschen, die keine Eltern haben, die im akademischen Grad irgendwie vertraut sind oder sich da vorbereitet haben. Und ja, auch diese Studien habe ich gelesen oder sind mir bekannt, da zu sagen, der Weg, dieser Wissensleiter, der ist teilweise schon sehr unterstützt worden durch Eltern und durch familiäre Umfelder. Und wer dieses nicht hat, der hat es nochmal extrem schwer. Ja, also auch wenn du jetzt sagst, du identifizierst dich nicht mit Arbeiterkind, als Fachbegriff oder in diesem, es ist ja auch ein Verein, eine Institution, wo man sagen kann, okay, da kann man sich Hilfe holen. Ich höre jetzt aber raus, du hast sowas gar nicht wahrgenommen, sondern hast deinen Weg einfach gemacht. Ja, aber ich glaube, das liegt auch an meiner Persönlichkeit einfach. Ich denke immer nicht so viel nach. Ich mache das dann einfach. Im Studium muss ich sagen, da habe ich drei Semester jetzt in der Retrospektive gebraucht, um mich einzufinden. Dieses Systemstudium ist ja riesig. Und was muss ich buchen und was muss ich tun am Ende des Studiums? Wo muss ich mich zu anmelden? Ich glaube, da kam mir immer zugute, dass ich ein sehr strukturierter Mensch bin. Und ich glaube, das sind so zwei Dinge, die mir da in die Karten gespielt haben. Aber hattest du nicht das Gefühl, dass andere vielleicht nur ein oder zwei Semester brauchten, um dahinter zu kommen? Naja, habe ich nicht so empfunden. Die Eltern können ja nicht das Kind in die Uni bringen. Vielleicht können sie ihm zeigen, wie man irgendwas anmeldet, aber online dann sich für Prüfungen anmeldet. Aber das Studieren an sich muss man dann doch alleine machen, ne? Vielleicht habe ich so nie drüber nachgedacht, aber ich hatte ja keinen anderen Weg. Ich wollte das machen und das war der Weg zum Ziel. Deswegen habe ich da gar nicht so viel drüber nachgedacht und einfach gemacht. Ich habe mich ein paar Mal geärgert mit dem BAföG-Amt, aber ich bin eben noch dran vorbeigefahren und habe gesagt, hier ist das Kack-BAföG-Amt. Ja, aber sonst, ich habe mich nie benachteiligt gesehen. Ich war es bestimmt in ein, zwei Situationen mal im Studium, aber so habe ich das nie betrachtet. Für mich war das immer normal. Auch irgendwie verrückt, dass meine Eltern, die können ja nicht nachvollziehen, wie es funktioniert zu studieren. Ich glaube, da können Akademiker Eltern häufig unterstützen. Aber ansonsten, meine Eltern haben mich häufig zum Bahnhof gefahren. Das hat mich auch sehr unterstützt. Ja, es sind manchmal die kleinen, die klaren Dinge, wie die Fahrt zum Bahnhof. Ich habe das Gefühl, wenn wir reden, dann reden wir einmal so volle Power und haben dann unseren Spaß da drin. Jetzt suche ich gerade noch ein passendes Thema, worauf man gut anknüpfen kann. Du hast noch gar nichts mit Rosa gefragt. Das stimmt tatsächlich, denn du bist heute hier in deinem wunderbar schönen Rosa-Pulli. Meine Happy Color. Genau, und ich habe mir auch gedacht, heute kommst du bestimmt mit Rosa. Ja, muss ja. Ja, erzähl mal was über diese Farbe. Was macht die Farbe so besonders? Und warum trage ich sie nicht? Das ist die Frage, die wir heute klären müssen. Ach, und die rosa Sandalen sind es auch. Ja, immer. Mein Herz hier an meiner Kette, das ist auch rot. Oh ja, stimmt. Viele fragen mich immer, viele natürlich für die Schülerinnen und Schüler. In der Schule ist das so der Punkt, so Frau Walter mit ihrem Rosa, ein Wiedererkennungswert. Häufig werde ich auch gefragt, geht es Ihnen gut? Sie haben gar nichts Rosanes an. Oder so auch Kollegen, die sagen, das hört gar nichts Rosanes an. Also das ist schon sehr auffallend. Ja, häufig werde ich gefragt, ob das schon immer so war. Nee, war nicht immer so. Ich war auch nie so anti-rosa, so war ich nie. Aber irgendwann so mit 18 hat das angefangen. Ich finde die Farbe einfach schön und es gibt auch verschiedene Variationen. Pink, rosa, am liebsten rosa, aber pink ist manchmal auch schön. Und dann hat das so angefangen und ist auch ein bisschen so eine Sucht geworden. Also wenn ich jetzt in einem Laden stehe und da gibt es ein gelbes Kleid, ein rotes Kleid und ein grünes Kleid, dann ist klar, dass ich rosa nehme. Auch wenn ich gelb vielleicht ein wenig schöner finde, das ist klar. Bei mir ist alles durch. Meine Schultasche ist rosa, mein Schlüsselanhänger ist rosa. Das ist ein bisschen auch vielleicht eine Sucht geworden. Und du hast gesagt, mit 18. Ja, ungefähr. Was ist da passiert? Ja, gute Frage. Ich weiß es nicht. Es gibt jetzt keinen. Punkt, wo ich sage, das hat angefangen. Aber ich glaube, so Schule, Ende und dann so ein bisschen selbstständig. In der Schule ist es ja oft so, dass man auch nochmal nach links und rechts guckt und guckt, was ist jetzt hip. Und ich habe dann irgendwann angefangen, das anzuziehen. Es war jetzt nicht dramatisch, dass ich so ein Mitläufer war, aber man guckt dann ja schon mal, was ist gerade in so eine enge Skinny-Jean. Sliwi mit 18 würde ich jetzt auch nicht mehr anziehen. Und da war Rosa innen? Ja, ich glaube schon. Und dann bin ich da einfach hängen geblieben. Und wie siehst du, also wie gehst du damit um, dass du jetzt mit dieser Farbe identifiziert bist? Du heisst jetzt quasi Frau Rosa Walter. Ja, richtig, genau. Ich finde das schön. Also ich glaube, es gibt keine, meine Schule ist sehr groß, also wir haben viele Schülerinnen und Schüler. Ich glaube, es gibt niemanden, der mich nicht kennt. Und wenn es nicht ist bei meinem Namen, dann ist es bei dir, die immer rosa anhat. Ich finde das schön. Ich habe auch schon mal so eine Kritik bekommen von wegen, das mit deinem Rosa, das finde ich ein bisschen albern. Ist mir doch egal. Warum erzählst du mir das? Ja, ich finde das schön so. Aber du kannst dir vorstellen, so sieht auch mein Kleiderschrank aus. Ein bisschen gelb, ein bisschen hellblau, das mag ich auch gern. Viel weiß. Schwarz gibt es bei mir gar nicht. Nein, ich habe eine Freundin und die trägt nur schwarz. Wir könnten nie Kleiderschränke tauschen. Ich glaube, ich habe so eine schwarze Jeans, eine schwarze Bluse. Mal für Beerdigung, wenn es mal dann doch irgendwie sein muss. Aber schwarz ist absolut nicht meine Farbe. Was ist deine Farbe? Oh, meine Farbe. Definitiv die falsche. Oh. Also ich trage eine ziemlich schöne gelbe Regenjacke, die aber nicht so knallgelb ist. Ich glaube, ich weiß sogar. Ich habe die schon mal gesehen. Also ich mag es, wenn es ein bisschen bunt ist. Also ich hänge nicht an einer Farbe. Heute offensichtlich nicht so gern bunt. Nee, heute bin ich pragmatisch mit der Hose gewesen, weil die Temperaturen da trägt man dann doch eher etwas Kürzeres. Wie wäre es mit dem Rad hierhin? Ja, immer. Aber eher das Gelbliche oder das Bunte. Mal ein Knallorange darf es auch mal sein, wenn es auch dem Verkehr hilft. Nett, dass du nachfragst. Ich würde aber gerne nochmal bei diesen Stereotypen bleiben. Ach so. Die Identifikation mit Rosa. Aber erst mal, bevor wir jetzt über diese Farbe nochmal diskutieren. Hast du denn das Gefühl, dass andere auch einen gewissen Stereotyp haben oder einen gewissen Sucht hast du es genannt, wo du sagst, ach bei dem erkenne ich immer wieder oder bei der erkenne ich immer wieder ein bestimmtes Muster? Ja, schon. Also meine Lieblingskollegin in der Schule, die hat immer alles in gelb. Ihr Schlüsselanhänger ist gelb. So wenn an ihrer Tasche ist was gelbes, das glaube ich, jeder Mensch hat sowas, woran er sich festhält oder sie. Vielleicht nicht so auffällig wie bei mir, aber ich glaube schon. Ich werde auch oft gefragt, ob bei mir zu Hause alles rosa ist. Und dann sage ich immer, naja, ihr wisst ja, ich wohne nicht alleine. Und bei Männern ist die Lieblingsfarbe meistens nicht rosa, wo wir auch dann bei deinen Stereotypen sind. Also nein, bei mir ist nicht zu Hause alles rosa. Aber in meiner letzten Wohnung, wo ich alleine gewohnt habe, da war alles rosa. Und es war meiner Meinung nach die schönste Wohnung, die es gab. Oh, okay. Aber weißt du, das Leben, die haben manchmal ein paar Kompromisse. Unbedingt. Die gehe ich auch sehr gerne ein, ja. Aber wegt man dann auch ab. Und jetzt das Stereotyp, Rosa. Ja. Wie gehst du damit um? Ich glaube, das kreiden mir schon auch einige Menschen an. So von wegen, ach, das ist ja schon sehr stereotypisch. Die, so ganz hellblond bin ich nicht mehr, aber die mit den langen Haaren und ihrem Blond, bisschen Tussi. In meiner Abi-Zeitung steht auch, bin ich an Platz zwei bei Tussi. Wobei ich sagen würde, ich bin eigentlich gar keine Tussi, aber mich schön anziehen tue ich sehr gerne. Stereotype. Ja, bin ich gar kein Fan von. Also ich sage auch immer, wenn ich mal ein Kind haben werde, haben sollte, dann ist das, ich bin so, ich sehe hier, wie mir der Schnabel gewachsen ist, aber dann ist mir das Kack egal. Das Kind kann rosa tragen, das Kind kann blau tragen. Mir ist das ganz egal. Mir ist es eigentlich auch wichtig, da offen dran zu gehen. Ja, total. Nagellack. Es gibt ja Kinder, die sagen, Mama, darf ich mir die Nagellackieren? Und dann gibt es Väter oder Mütter, die sagen zu einem Jungen, nee, du bist doch ein Mädchen oder du bist doch ein Junge. Boah, das würde mir nicht einfallen, das zu sagen. Ich bin da schon sehr, sehr offen, was sowas angeht. Was würdest du denn so einem Menschen sagen, der dir mal so eine Stereotype raushaut? Wovor haben Eltern Angst, dass ihr Sohn sich die Fingernägel lackiert? Kann ich halt nicht nachvollziehen. Fällt mir auch schwer, da Gründe zu finden. Und sowas wie ausgegrenzt sein ist dann nicht... Also wenn das Kind, wenn ich jetzt sage, ich will dir die Fingernägel lackieren, ist das eine andere Sache. Aber wenn das Kind aus intrinsischer Motivation zu mir kommt und sagt, ich möchte mir die Nägel lackieren, dann steht das Kind, glaube ich, dahinter. Und wenn nicht, war es ein Learning. Spannend, da können wir noch lange mit diskutieren. Ich sage mal so, ich habe ja zwei Kinder und ich finde die Haltung sehr ehrenwert und ich sehe es bei mir auch so, dass es eigentlich ist mir das egal und trotzdem habe ich immer auch den Kontext vor Augen, das System, in das ich dieses Kind hineinsetze, was eben nicht so denkt wie ich oder wie wir, was nicht diese Offenheit vielleicht auch hat. Und dann ist das Learning nicht nur ein intrinsisches Learning, sondern dann ist es auch so, dass es quasi von außen gelernt wird, um es mal so zu sagen. Ja, total. Aber das ist halt, kein Kind macht sich selber, das sind dann die Eltern zu Hause, die da irgendwas leider weitergeben. Aber ich finde, oft viele Kinder sind auch, weil sie es vielleicht auch nicht wissen, einfach böse. Und ich glaube, man kann sein Kind, ich habe keine Kinder, man kann jetzt sagen, ja, die sitzt da und redet über Kinder, die hat doch keine Ahnung. Aber ich habe ja fast 200 Kinder in der Schule. Ich glaube, man ist nie, egal was man tut, man ist nie davor geschützt, dass seine Kinder mobbing leiden oder unter Mobbing leiden. Man kann einfach nur das mitgeben, die Werte, die Haltung, man kann das Kind so formen und irgendwie so eine unsichtbare Schutzhülle um das Kind bauen, die von innen kommt irgendwie. Also es ist egal, was die anderen sagen. Weinen ist gut. Das finde ich auch so schlimm. Die Woche hatte ich noch ein Gespräch mit einem Kind und das Kind saß vor mir. Und ich habe so gesehen, wie es gekämpft hat, nicht zu weinen. Es waren Junge. Es ist halt auch so stereotypisch. Jungs dürfen nicht weinen. Jungs müssen hart sein. Das ist so, ich finde das so traurig. Weinen ist so wichtig. Auch wenn Kinder sagen, da sind wir wieder ganz vom Anfang. Ein Full Moment Circle. Ein Full Moment Circle. Ja, genau. Ich, Kinder sagen, die heult. Warum heulst du? Heulen ist voll negativ konnotiert. Weinen heißt das, eine Heulsuse. Mir würde nie einfallen, zu einem Kind oder zu irgendjemandem zu sagen, Heulsuse. Das ist so negativ. Weinen muss jeder von uns. Wir alle dürfen und sollen weinen. Finde ich total richtig und wichtig. Was wären denn so die Top 3 Werte, die du einem würfeligen Kind mitgeben möchtest? Offenheit ist mir ganz wichtig. Offenheit ist wichtig. Mit Menschen in den Diskurs zu gehen, mit Gleichaltrigen, mit Älteren. Offenheit, einfach offen sein für alles und jeden, so wie jeder ist. Auch wenn das schwierig ist manchmal für jeden, auch für mich manchmal, ohne Vorurteil an etwas heranzugehen. So funktioniert auch, glaube ich, unser Gehirn. Aber Offenheit, was noch? Das ist eine schwere Frage, Rafa. Offenheit. Ich glaube, irgendwie sowas mit, freundlich sein. Ich glaube, freundlich sein ist nicht so ein richtiger Wert, aber für mich ist es eine Haltung auch. Und eine Haltung entspricht ja auch einem gewissen Wert. So was, Wertschätzung ist mir auch sehr wichtig. Dass man Dinge wertschätzt, dankbar für Dinge ist. Das sind so Sachen. Vielleicht fallen dir ja später nochmal mehr ein. Ja, wahrscheinlich. Ich sitze gleich wahrscheinlich im Auto und denke, auch das und das und das hättest du auch noch sagen können. Hast du häufig so Momente? In kritischen Situationen, so in Streitsituationen. Ich wollte gerade fragen, ist das ja ein kritischer Moment? Nein, absolut nicht, nein. So in Streitsituationen oder in Diskussionen, dass man denkt, das Argument hätte es auch noch bringen können, aber selten. Ich bin ja eher offen und freundlich. Ich versuche es auf jeden Fall, ich bin nicht so oft sauer oder böse. Aber wenn du es bist, dann hältst du dich zurück oder hast du dann im Nachhinein noch ein paar Gedanken? Zurückhalten, das passt nicht zu mir. Aber trotzdem denke ich dann, ach, vielleicht hättest du das noch sagen sollen, in Rage vergisst man ja auch manchmal dann Dinge. Ja. Danke dir für diese krassen Ausführungen auch. Inwiefern krass. Ja, also im Sinne von, wir machen hier wirklich so einen Riesenwellenritt. Also du liebst das Meer und ich habe das Gefühl, wir surfen hier gerade von einer zur nächsten Welle. Weißt du schon mal surfen? Leider nicht. Ich auch nicht. Wie, du warst nicht surfen, obwohl du so viel von Sardinen erzählst, kann man da nicht surfen? Doch, aber nicht da, wo wir direkt sind, da wo wir direkt wohnen, da nicht. Aber ich bin auch eine Schissbuchse. Also ich habe schon viel Angst und Respekt vor solchen Dingen. Deswegen, ich glaube, sowas würde ich nie machen. Ich bin eher so das Gemütliche, weißt du? Es ist nicht so, dass ich total unsportlich bin, das würde ich nicht sagen. Ich habe ja lange getanzt, aber so gemütlich irgendwo sitzen, das ist eher so mein. glaube ich, am Meer sitzen, bei einem kühlen Getränk, das ist eher so meins, ja. Das klingt auch sehr vernünftig, quasi bei ganz entspannten Temperaturen vielleicht noch zu sitzen. Aber du hast jetzt etwas gesagt, was ich zwar schon weiß, aber was wir hier noch gar nicht besprochen haben, nämlich dein Tanzen. Achso, ja. Das ist ja auch nochmal eine Fazette von dir, die ich gerne, die du gerne nochmal ausführen darfst. Ich glaube, ich habe mit sechs oder sieben. War jetzt nicht absichtlich. Ich habe mit sechs oder sieben angefangen zu tanzen und habe Garde getanzt. Also so Funke-Mariechen, so klassisch, wie man das kennt. Auch lange. Ich glaube so bis 16 oder 17. Irgendwann hat mir das einfach keinen Spaß mehr gemacht. Obwohl ich es echt lange gemacht habe, aber es hat mir keinen Spaß mehr gemacht. Und dann wollte ich was anderes. Und meine Tanzgruppe, die war als eine Show-Tanzgruppe. Und die haben damals auf unseren Herren-Sitzungen immer getanzt. Dann habe ich gesagt, boah, die sind so cool und die sind so groß und die machen das so gut und professionell. Da will ich hin. Und damals war das noch so richtig verrückt mit, ja, jetzt ist es mittlerweile wieder so, aber eine Zeit lang war es nicht ganz so streng, so mit Probetraining und dann so, ja, du darfst, nein, du darfst nicht Teil der Gruppe sein. Richtig aussortiert. Ja, richtig, ja, genau. Mittlerweile ist überall, wie überall, man braucht viel mehr Nachwuchs, deswegen ist es vielleicht etwas weniger sortiert als damals, aber damals habe ich das schon als sehr hart empfunden. Ja, aber dann bin ich zu diesem Probetraining und bin auch genommen worden. Da war ich noch, da war ich gerade 18. Da habe ich sogar noch zwei Jahre warten müssen, weil die Gruppe erst ab 18 war. Ja, und die Gruppe war aber in Hückelhofen. Also musste ich auch immer ein bisschen fahren. Jeden Mittwochabend war Training. Ja, Showtanz kann man sich so vorstellen, wer es nicht weiß. Das ist so eine Mischung aus Jazz, Hip-Hop, AMB, so ein bisschen. Und auch die Gruppe hat sich immer so ein bisschen auf die Fahne auch geschrieben, das Publikum mitzunehmen. Dann gab es immer das sogenannte Mitmachtheater, wo man dann ins Publikum gegangen ist, auf Tische und Stühle und dann miteinander dann auch getanzt hat. Das hat mir lange super viel Spaß gemacht, aber man kann sich vorstellen, wenn man dann jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag bis in die Nacht unterwegs ist, irgendwann schlaucht das. Und ich habe das lange gerne gemacht. Und wenn man das gerne macht, dann nimmt man auch diese äußerlichen Faktoren dann auf sich. Aber mit Schule und mit Referendariat und auch mit privaten Interessen habe ich dann irgendwann aufgehört damit. Was war denn so das größte Highlight in dieser Karrierephase oder in dieser Phase? Oh, gute Frage. Ja, ich habe ja schon gesagt, wir kamen aus dem Kreis Hückelhofen. Da ist Karnevals war auch ein Ding, aber in Köln ist natürlich schon so Oberliga. Und wenn dann da ab und zu auch mal Auftritte in Köln waren. Wir sind mal mit dem Bus gefahren. Das war eigentlich immer ganz schön mit allen zusammen. Da hat man immer Spaß bekommen und dann so ein paar Auftritte in Köln, wo dann die Oberliga da ist. Das war schon echt toll. war auch eine tolle Zeit, würde ich nicht missen, aber ich habe es eigentlich nicht bereut aufzuhören, weil es ist schon sehr zeitintensiv, man muss Bock auf so ein Hobby haben, sonst ist man nicht gewillt, was dann dafür zu geben. Hast du denn noch was davon im Alltag? Meine Schwester, die immer noch da tanzt und immer noch manchmal erzählt, der im Social Media Kanal meiner ehemaligen Tanzgruppe, wo ich ab und zu nochmal vorbeischaue. Ansonsten, ja, Rhythmusgefühl verliert man, dann verliert man nie. Ich glaube, das ist ganz gut. Ja, so ein bisschen Körpergefühl ist auch immer ganz schön. Ja, mit ein paar Leuten, da unterhält man sich noch manchmal mit, man sieht sich ab und zu mal. Ja, ich verbinde nur positive Sachen eigentlich mit der Zeit, mit der Tanzzeit, ja. Fällt dir noch was ein, worüber du reden magst? Hast du noch die Fragen da, die du nicht gefragt hast? Tatsächlich ist mir bei einer Sache habe ich so eine kleine Schere im Kopf. Weil du hast gesagt, Vorbild sein und in dem Fragenkatalog, den ich dir geschickt hatte, einfach nur, damit ich ein gutes Bild von dir habe, hast du niemanden genannt. Ach so, wer mein Vorbild ist. Wer so in deinem Leben. Dich besonders geprägt hatte auch. Ja. Soll ich dir mal was Verrücktes sagen? Ich habe viele tolle Menschen in meinem Leben, aber ich glaube, dass ich die Person bin, die ich bin, weil andere Menschen um mich herum Dinge getan haben, die ich nicht so doll fand. Also so den Antihelden. Ja, genau. Ja, und das gar nicht so dramatisch, das klingt jetzt irgendwie so negativ, Aber so ist es nicht. Beispiel. Meine Mama ist ein sehr nachgebender Mensch. Hauptsache alles für das Wohl und sie gibt viel nach. Hauptsache der Familie geht so gut sozusagen. Und das macht mich manchmal so, ich finde das manchmal so nervig. Ich denke, Mama, kannst du dich mal bitte nicht um dich selber kümmern und mach doch mal. Und wir sind erwachsen so. Und ich glaube, das ist jetzt ein Beispiel dafür, dass ich mich dann geformt habe an den Stellen, wo mich manche Menschen einfach mit ihrer Art und Weise stören. So Menschen, die so duckmäuserig sind und sagen, ja, ist doch nicht so schlimm. Vielleicht bin ich manchmal zu sehr mit dem Kopf durch die Wand, aber ja, das sind glaube ich so Dinge, die mich geformt haben. Hast du vielleicht noch ein zweites Beispiel? Ich finde das super spannend, aber ich finde auch so, also klar, mich regt das auch auf, wenn ich jemanden sehe, der ganz anders handelt als ich. Aber gibt es vielleicht nochmal so ein anderes Beispiel dafür? Ich würde schon sagen, dass ich auch grundsätzlich eher mutig bin. Also ich traue mich schon viel. Und wenn ein erwachsener Mensch irgendwie vor mir steht und sagt, traue ich mich jetzt nicht. Ich habe dann Verständnis dafür, aber denke mir, nee, das geht doch nicht. Ich bin doch ein erwachsener Mensch, ich muss doch jetzt hier mal so was tun. Zum Beispiel, es gibt ja super viele Menschen, die nicht gerne telefonieren. Ja, kann ich verstehen, ist unangenehm. Aber da muss man sich halt einfach überwinden. Da bin ich vielleicht dann auch ein bisschen hart im Nehmen. Und ich glaube, dass ich auch manchmal zu viel von meinen Mitmenschen erwarte. Aber kann ich da nicht nachvollziehen. Habe ich da leider kein Verständnis für. Auch irgendwann endet mein Verständnis, auch wenn ich das immer von den Menschen erwarte, Verständnis zu haben. Ich bin nicht perfekt. Niemand ist perfekt. Meine Mama sagt immer, Mensch Leonie, du stehst da vorne und hältst die Predigt und willst mir was davon erzählen. Und selber bist du gar nicht so weise und so lieb und so nett immer, wie du das da predigst, ja. Das finde ich jetzt eine sehr spannende Aussage. Ja, findest du? Ja, was sagt das über dich aus? Also wie nimmst du das jetzt so wahr? Für mich hört sich das jetzt sehr locker an. Woran machst du es denn noch deutlich? Ich bin schon sehr, also ich habe mein Herz auf der Zunge. Wenn mich was stört, dann sage ich das. Und manche Menschen können damit nicht umgehen. Was ich verstehen kann, aber mir ist es wichtig, das zu sagen, was ich denke. Aber wenn ich jetzt deine Mutter im Ohr habe, die dann sagt, du bist ganz anders, ist ja so ein bisschen wie Wasser predigen und Wein trinken. Manchmal ist es das vielleicht auch so. Manchmal ist es vielleicht auch wirklich so. Aber die Kirche hängt sich ja schon immer auf sehr Nächstenliebe und sehr hohe Ziele. Ich glaube, Ziele sind manchmal dafür da, dass sie eben Ziele sind, die nicht immer zu erreichen sind. Ich glaube, darum geht es auch im Leben. Hohe Ansprüche an sich zu haben, aber dass man die nicht immer erfüllen kann, ist, glaube ich, menschlich. Was ist denn dein Ziel? Im Leben? Ja. Also ich würde bald gerne mal heiraten, aber ich warte ja noch. Das wäre so ein Ziel. Ich hätte gerne ein Kind. Ich glaube, so ein Kind im Leben, das kann schon irgendwie auch Ziel sein. Und dann würde ich gerne lange gesund. Ich hätte schon noch gerne ein langes Leben. Ich werde im Juli 30 und oft wird dann ja gesagt, 30, schon so alt. Natürlich, für meine Mama ist es alt, ihr Kind wird 30. Ich bin auch so bei meinen Freundinnen, die Erste. Die werden alle kurz danach auch 30, aber ich bin die Erste. Und mein Partner, mein Freund, der ist schon 31. Und es ist ja dann immer so dieses Gerede, oh 30, jetzt fängt es an, jetzt bist du alt. Und ich sehe das 0,0 so. 0,0. Ich freue mich super auf meinen Geburtstag. Ich freue mich aufs 30 sein. Ich glaube, dass jetzt die beste Zeit anfängt. Studium ist vorbei. Ich bin im August drei Jahre mit meinem Examen fertig. Ich glaube, jetzt fängt es an. Und deswegen hätte ich gerne noch ein paar schöne Jahre gesund, Und ein schönes Zuhause, ein Kind wäre toll, das dann im besten Fall auch gesund ist. Wenn nicht, nehmen wir das auch so hin. Das ist so mein Ziel. Ich möchte nicht bis 67 arbeiten gehen. Jetzt wären wir wieder beim Lehrerinnen-Thema. Aber das würde ich gerne nochmal ausklammern. Ich stelle nochmal die Frage. Jetzt aber vielleicht nochmal etwas anders. Nämlich hast du noch Ziele, die du erreichen möchtest? Also irgendwas Besonderes, das du heute vielleicht auch anfangen könntest? Ach so. Letztes Jahr habe ich meine Bucketlist mit meiner besten Freundin gemacht. Aber ich bin ehrlich, da standen fast nur materielle Dinge drauf. Ziele. Nee. Und ich bin ehrlich mit dir, das größte Ziel, mit meinem Lehrer sein, das habe ich geschafft. Das war wirklich ein großes Ziel von mir, ja, Lehrerin sein, so fertig sein. Ich konnte mir das nie vorstellen während des Studiums. Wie soll das mal sein? Du bist Lehrerin, arbeitest Vollzeit in der Schule, sogar noch am Gymnasium. Meine Mama sagt das immer so schön. Meine Mama ist zur Hauptschule gegangen und die war nicht gut. Die hatte manchmal, ich weiß nicht, ob ich es laut sagen darf, aber auch nicht so gute Noten. Und die sagt, boah, Leo, wenn ich meinen Lehrern sagen würde, ich habe eine Tochter, die ist Lehrerin auf dem Gymnasium. Ja, das ist ein großes Ziel von mir gewesen. Das habe ich geschafft. Alles, was jetzt kommt, ist toll und schön und wichtig und richtig, aber so den Punkt, den einen Anker, den wichtigsten Anker in meinem Leben, meiner Meinung nach, den habe ich geworfen. Ja. Und den hast du gelandet. Korrekt, ja. Das finde ich sehr schön formuliert. Und da möchtest du jetzt auch lange bleiben. Habe ich so zumindest rausgebracht. Nicht bis 67, wie gesagt. Aber ja, ich bleibe da jetzt. Ich hoffe, ich darf. Aber ich möchte so lange bleiben, bis ich dann irgendwann mal in Rente gehe. Ich bin sehr, sehr glücklich an meiner Schule. Das ist wie für mich gemacht da. Ich habe einen netten Tisch mit netten Kolleginnen, netten Kollegen. Ich habe tolle Schülerinnen und Schüler. Ja, manchmal gehe ich auch nach Hause und ärgere mich ein bisschen. Meistens über Eltern, nicht über Kinder. Aber ich fühle mich sehr wohl da. Es gibt keinen Tag, wo ich nicht gerne in die Schule gehe. Natürlich manchmal ein bisschen gerne, das Wort gibt es nicht, aber ein bisschen lieber als an manchen anderen Tagen. So lange Tage sind auch immer ein bisschen doof, aber. Ja, für immer bleibe ich jetzt da in der Schule, ja. Teile deine Gedanken mit mir. Ja, ich hatte vorhin noch einen Spruch auf den Lippen, weil du so schön gesagt hast, du bist keine, also du regst dich auf über Leute, die so scheu sind oder die dich nicht trauen. Und dann hätte ich jetzt sowas gesagt wie, ja, dann sehen wir uns ja beim nächsten Surfkurs, oder? Ja. Aber die Chance ist verpasst. Ja, Spruch war vorher, ich finde es, also ich kann es nicht häufig genug betonen. Du strahlst was aus, was diese Fröhlichkeit auch überträgt, auch in so einem Gespräch locker macht und auch schön macht tatsächlich. Ich habe jetzt so viel erzählt, so viel habe ich dich gar nicht gefragt. Das ist auch gut so. So soll das auch sein. Oft wird mir auch gesagt, dass ich so ausstrahle, dass das alles schon funktioniert. Fühlt sich manchmal nicht so an. Ich glaube, ich wirke manchmal strukturierter und entspannter, als ich bin. Wie meinst du das? Ich wirke nach außen entspannter, als es in mir manchmal ist. Ich bin schon ein bisschen Overthinker, dass ich mir schon über viele Dinge Gedanken mache. Das heißt also, ich kann erwarten, wenn dieser Podcast, diese Folge zu Ende ist, dass du nochmal ganz schön viel darüber nachdenkst. Auf viel glaube ich nicht, weil ich gehe jetzt glaube ich mit einem sehr positiven Gefühl hier raus. Habe jetzt nicht das Gefühl, als hätte ich irgendwas Verbotenes gesagt, als hättest du mich irgendwas Blödes gefragt. Das gar nicht. Aber ja, meine Gedanken kreisen schon immer viel um das, was ich mache. Also so... So Dinge vergessen. Sehr, sehr selten. Ich vergesse sehr, sehr selten Dinge. Ich habe schon immer so viel im Kopf. Und ich glaube, das ist als Lehrer irgendwie normal. So tausend Dinge gleichzeitig. Aber meistens kriege ich es, glaube ich, ganz gut hin. Hm, schön. Ich habe jetzt noch eine Abschlussfrage. Kann auch sein, dass wir deswegen auch länger hier sitzen. Aber die Abschlussfrage ist, ich möchte, dass du dir folgendes Szenario vorstellst. Stell dir einmal vor, wir haben einen Sendemast gekapert, so einen Funkturm. Und mit diesem Funkturm können wir allen Leuten auf der ganzen Welt eine SMS schicken oder eine WhatsApp oder was auch immer, eine Nachricht. Die auch nur einen Satz oder anderthalb Sätze maximal. Und jetzt gebe ich dir die Tastatur, welchen Satz würdest du eintippen und allen Menschen mitgeben? Ich glaube, ich sage jetzt mal das, was mir direkt im Kopf war. Also sowas von wegen, passt auf euch auf und ihr seid nicht allein. Das waren jetzt die zwei Sätze, die mir direkt eingefallen sind. So, passt auf euch auf. Ich glaube, das kann man seinen Lieben nicht oft genug sagen, weil das Leben ist, wie wir wissen, schneller vorbei, als man denkt manchmal. Und das Zweite, was hat du das mitgeschrieben? Verletzt mir nochmal, was es war? Ihr seid nicht allein. Ja, ich glaube, das ist super wichtig. Wir Menschen sind soziale Wesen, wir brauchen ein Gegenüber, egal ob es für Liebe, Wertschätzung oder vielleicht auch mal so ein Anschubser ist für reflektier mal dein Verhalten. Ja, ich glaube, man schafft es gar nicht ganz allein im Leben. Das ist wichtig, dass man Menschen um einen herum hat. Das wäre so meine Botschaft. So denkt dran, passt auf euch auf und ihr seid nie allein. Das ist schön, weil, also klar, da kannst du denken, ich habe hier leider keinen Sendemast. Aber ich habe hier ein kleines Fenster und da siehst du noch die Botschaft von der letzten Folge. Da wird dann gleich, wenn ich dich bitte, das aufzuschreiben, wird dann diese Botschaft auch stehen. und dann wird es jetzt nicht jeder mitbekommen, aber hier am Domhof 3 im schönen Aachen kommen ja immer mal wieder Touristen und Passanten. Dann bin ich gespannt. Und Pilgerinnen und Pilger kommen auch manchmal vorbei, die werden das dann sehen. Und ich habe tatsächlich schon Leute gesehen, die diese Botschaften abfotograffiert haben. Ach echt? Das ist aber schön. Das heißt also, in diesem Sinne wird deine Botschaft da, auch nochmal vorkommen. Cool. Hängst du es gleich direkt auf? Ach, ich lasse dich erstmal schreiben. Ja, und dann? Weil dann kann ich mir noch ein Foto davon machen. Ja, das können wir gerne so machen. Ja, liebe Leonie, ich danke dir sehr, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich fand es sehr, sehr schön, mit dir hier zu reden und auch in diesem Sinne auch deine Geschichte zu teilen, in den vielen Facetten, die das Ganze hat auch letztendlich. Danke, dass du dir so viel Zeit genommen hast. Sehr gerne. Ich fand, du warst total offen und deine Fragen waren gut. Ich habe mich nicht irgendwie überrannt, überlaufen gefühlt, irgendwas Unangenehmes. Ich habe hier nichts erzählt, wo ich denke, oh Gott, wenn das jetzt Leute hören, dann schwierig. Nee, deswegen habe ich mich auch wohl gefühlt. Danke dir. Schön. Und jetzt verabschieden wir noch alle zusammen und sagen, ja, kommt gut durch die Zeit. Denkt daran, passt gut auf euch auf und ihr seid nicht allein. Genau. Und dann bis zum nächsten Mal. Tschüss. Den Blog und die Geschichte findet ihr unter www.raumrauschen.de Folgt uns auf Instagram unter raumrauschen-ac. Raumrauschen ist ein Angebot der Berufungspastoral im Bistum Aachen. Musik Robert Niegel, Produktion, Social Media und Podcastagentur Kunden fokussiert.