Latest / Im Krisenmodus / Trump, Patriot und Putin – Was der NATO-Gipfel für die Ukraine verändert
Transcript
- 0:00Ja, für Putin ist die politische Signalwirkung ein herber Rückschlag.
- 0:04In Russland wurde immer der Geist von Ankara beschworen.
- 0:07Und hinter diesem Geist von Ankara lag natürlich der Plan, dass Trump die Ukraine,
- 0:14zwingen würde, einen Waffenstillstand zu russischen Bedingungen zu akzeptieren.
- 0:21Der NATO-Gipfel in Ankara ist vorbei und er ist einigermaßen unfallfrei vonstattengegangen.
- 0:28Das ist für beobachtende Menschen sicherlich eine Überraschung gewesen,
- 0:31eine positive Überraschung.
- 0:33Donald Trump galt lange Zeit als das größte Risiko für diesen NATO-Gipfel.
- 0:37Man wusste nicht, verlässt er den, sprengt er diesen NATO-Gipfel,
- 0:40kommt das zu mir klar. Aber wie gesagt, das Ganze ist einigermaßen unfallfrei,
- 0:44vonstattengegangen. Nicht nur das, es sind auch positive Signale für die von
- 0:48Russland überfallene Ukraine ausgesandt worden.
- 0:51Es gibt Geld für die Ukraine, viel, viel Geld für die Ukraine für militärische Zwecke und Ausrüstung.
- 0:57Und vor allem hat Trump gesagt, dass die Ukraine selbst Abwehrraketen für das
- 1:03Patriot-System produzieren kann.
- 1:06Das ist eine Nachricht, die eine sehr positive Nachricht ist für viele Menschen in der Ukraine.
- 1:12Und die große Frage ist natürlich auch, reicht das eigentlich,
- 1:16was jetzt der Ukraine in Aussicht gestellt worden ist, dem Land sich russischen
- 1:20Angriffe zu erwehren und eskaliert möglicherweise der Krieg mit dem Iran wieder.
- 1:29Im Krisenmodus. Der Podcast aus Krisen- und Kriegsgebieten aller Welt.
- 1:33Mit Journalist Jan Jessen.
- 1:38Hallo, ich bin Jan Jessen, Politikchef der NRZ und Kriegs- und Krisenreporter
- 1:41bei der Funke Mediengruppe. Meine Berichte lest ihr in der WAZ,
- 1:45der NRZ, dem Hamburger Abendblatt, der Berliner Morgenpost und auf allen Portalen
- 1:50unserer Funke Mediengruppe.
- 1:52Ja, der NATO-Gipfel in Ankara ist jetzt mittlerweile einige Tage vorbei.
- 1:56Und jetzt muss man natürlich versuchen, Bilanz zu ziehen. Was ist da eigentlich
- 2:00beschlossen? Wie ist das abgelaufen?
- 2:02Und ja, so ein Satz, der mir irgendwie im Kopf geblieben ist, ist der von Trump.
- 2:07Es lag Liebe in der Luft. Das ist natürlich so eine schöne Prosa wieder von
- 2:12Trump, aber eine, die die Europäer sicherlich beruhigen wird.
- 2:18Vor dem Gipfel gab es ja große Befürchtungen, dass es eben zur Eskalation kommen
- 2:22könnte, dass Trump mal wieder komplett querschießen würde. Aber das ist eben nicht der Fall.
- 2:27Die NATO scheint einiger denn je zu sein. Das ist ein positives Signal.
- 2:32Die NATO-Staaten wollen ihre Verteidigung massiv ausbauen, also die Europäer.
- 2:37Also das ist ja genau das, was Trump immer gefordert hat.
- 2:40Und die Ukraine, die von Russland überfallene Ukraine, soll weitere Militärhilfen
- 2:45erhalten in diesem Jahr, 70 Milliarden, im kommenden Jahr nochmal 70 Milliarden.
- 2:49Zudem stellt Trump erstmals für die
- 2:51Ukraine eine Lizenzproduktion von Patriot-Flugabwehrkörpern in Aussicht.
- 2:57Und die Frage ist natürlich, was hat das für Auswirkungen auf diesen Krieg,
- 3:01der mittlerweile ja schon weit mehr als
- 3:03vier Jahre dauert und über diesen Themenkomplex und auch über den Iran.
- 3:07Die Frage, wie geht es da jetzt eigentlich weiter, nachdem es jetzt wieder zu
- 3:10einer Kurzeskalation während des NATO-Gipfels gekommen ist, darüber spreche
- 3:14ich mit dem Militär- und Sicherheitsexperten Dr. Gustav Gressel.
- 3:18Er ist Politikwissenschaftler und Militärexperte aus Österreich und lehrt an
- 3:22der Landesverteidigungsakademie des österreichischen Bundesheeres in Wien.
- 3:27Herzlich willkommen, Herr Gressel. Guten Morgen.
- 3:30Herr Gressel, wie gesagt, der NATO-Gipfel ist vorbei. Ich glaube,
- 3:33vielleicht können wir erstmal mit dem anfangen, was als positives Ergebnis gewertet werden kann.
- 3:38Denn sicherlich insbesondere, wenn man das aus ukrainischer Perspektive sieht,
- 3:42die Ukraine bekommt in diesem Jahr 70 Milliarden Euro Militärhilfe im kommenden
- 3:48Jahr, noch mal 70 Milliarden drauf.
- 3:51Und Trump hat ihr signalisiert, dass sie demnächst Patriot-Raketen herstellen
- 3:57darf in eigener Produktion in der Ukraine selbst.
- 4:00Das wäre das erste Mal, dass in Europa diese Raketen hergestellt werden können,
- 4:05Luftabwehrraketen, die das Land sicherlich dringend braucht.
- 4:09Wie ist das zu bewerten, Herr Gassel, aus Ihrer Sicht, diese Ukraine-Ergebnisse?
- 4:13Ja, also die finanziellen Zusagen sind natürlich gut.
- 4:17Das ist sozusagen jetzt auch die wichtigste Stellgröße. Die Ukraine stellt ja
- 4:20die meisten Rüstungsgüter, die sie für den Krieg braucht selber her.
- 4:25Auch, also angefangen von gepanzerten Fahrzeugen bis hinauf zu drohnen,
- 4:29gibt wenige Ausnahmen. Fliegerabbelenkwaffen ist eine davon.
- 4:33Aber damit ist natürlich die Finanzierung der weiteren Rüstungsproduktion,
- 4:36auch die Finanzierung der Koproduktion von Rüstungsgütern in europäischen Staaten
- 4:43natürlich eine wichtige Stellschraube.
- 4:45Bei allen Daten, die im Rahmen des Gipfels natürlich gesagt haben,
- 4:48muss man ein bisschen vorsichtig sein.
- 4:50Sehr viele, sozusagen die Darstellung von großen Finanzsummen,
- 4:53sind natürlich auch Teil der öffentlichen Wirkung, die man vor allen Dingen
- 4:59bei Trump erzeugen will, dass jetzt die Europäer viel ausgeben.
- 5:03In dem Sinn ist noch nicht ganz klar, was zum Beispiel schon von diesen 70 Milliarden,
- 5:09was schon erteilte Zusagen sind.
- 5:15Und welcher Anteil davon on top ist. Und das Gleiche gilt natürlich für nächstes
- 5:20Jahr, aber es ist zumindest.
- 5:23Ein politisches Bekenntnis, die Finanzierung der ukrainischen Verteidigung weiter
- 5:28fortsetzen zu können und zu wollen. Gustav Gressel hat es gerade angesprochen.
- 5:32Vieles produziert die Ukraine mittlerweile selbst.
- 5:35Also wir reden da von beispielsweise Mittel- und Langstrecken-Drohnen,
- 5:40die mittlerweile tief im russischen Hinterland angreifen, da die Ölproduktion
- 5:44immer weiter dezimieren, aber auch die russische Logistik empfindlich stören.
- 5:48Sie haben auch schon Mittel gefunden, um gegen diese Scheiddrohungen vorzugehen,
- 5:52also diese russischen Angriffsdrohungen, Langstreckendrohungen,
- 5:56die eine ziemliche Plage geworden sind.
- 5:58Gegen all diese Dinge haben sie mittlerweile eigene Systeme entwickelt.
- 6:02Was sie immer noch nicht haben, sind Systeme, mit denen ballistische Raketen
- 6:06abgeschossen werden können.
- 6:07Da sind sie immer noch angewiesen auf Hilfe von außen, insbesondere auf die
- 6:12sogenannten Patriot-Systeme. Das sind momentan das Beste, was es auf dem Markt
- 6:16gibt, um ballistische Raketen abzufangen.
- 6:19Das ist etwas, was die Ukraine dringend braucht. Ihr habt das sicherlich mitbekommen,
- 6:22dass in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten die Angriffe auf ukrainische
- 6:27Städte intensiviert worden sind, insbesondere auf die Hauptstadt Kiew.
- 6:31Da schlagen immer wieder ballistische Raketen ein. Jetzt hat Donald Trump die
- 6:35Lizenzproduktion in Aussicht gestellt.
- 6:37Heißt also, die Ukraine kann möglicherweise in Zukunft selbst diese Abwehrraketen herstellen.
- 6:45Die Frage ist, um welche Typen es da eigentlich geht. Es gibt also verschiedene.
- 6:50Typen, mit denen dieses Patriot-System bestückt werden kann.
- 6:53Es gibt einmal die sogenannten Pac-2, aber auch Pac-3-Raketen,
- 6:58die von unterschiedlichen Firmen in den USA hergestellt werden.
- 7:03Wie gesagt, Trump hat gesagt, sie können das jetzt selber herstellen in der Ukraine.
- 7:08Das klingt zunächst erstmal nach einem Durchbruch. Sie sagen allerdings,
- 7:12so einfach ist das gar nicht, Herr Gassel.
- 7:15Beim deutschen Fall war es so, dass 2022, also nach Beginn der Vollinvasion
- 7:20durch Russland, die politische Übereinkunft zwischen der Biden-Regierung und,
- 7:24der Bundesregierung, damals Olaf Scholz,
- 7:27getroffen wurde, dass in Deutschland eine Lizenzfertigung für Patriot-Pack gab.
- 7:322 entstehen soll. Auch damals hat Deutschland schon eigentlich auf die PAK 3
- 7:37geschielt, aber hat die PAK 2 bekommen.
- 7:40Es war dann so, dass damit ein Vertrag zustande kommt, einen Bestellwert in
- 7:46Europa von mindestens 1.500 Flugkörpern zustande kommen muss.
- 7:53Sonst würde sich der Aufbau einer Lizenzproduktion in Europa nicht rentieren.
- 7:59Das ist dann im Dezember 2024 zustande gekommen, also relativ spät.
- 8:08Damit hat man sozusagen wirklich begonnen, die Lizenzfertigung aufzubauen.
- 8:15Also Schoffenhausen, MBDA, Deutschland, da entsteht der Produktionsstandort
- 8:22und 2027, also nächstes Jahr, sollen die ersten Raketen vom Bund laufen und
- 8:26volle Produktionskapazität soll 2028.
- 8:31Erreicht werden.
- 8:32Dann laufen sozusagen die Patriots in Deutschland vom Fließband.
- 8:37Und das zeigt, wie lange es eigentlich in diesem Bereich braucht,
- 8:41um ein solches Werk aufzubauen. Natürlich die Ukraine steht im Krieg.
- 8:46Da passiert vieles schneller. Auf der anderen Seite fallen dann natürlich auch
- 8:49Iskanders vom Himmel. Jetzt kann man vergleichen, was schlimmer ist,
- 8:53die Bürokratie in Deutschland oder die russischen Iskander.
- 8:57Aber das Problem ist natürlich, die Ukraine hat jetzt einen sehr dringenden
- 9:02Mangel an Fliegerabwehrraketen gegen ballistische Raketen. Und der nächste Winter
- 9:07wird wahrscheinlich aus ukrainischer Sicht ein sehr schwieriger.
- 9:10Und dafür kommt wahrscheinlich diese Lösung zu spät.
- 9:14Das heißt also, selbst wenn diese Produktion irgendwann kommt,
- 9:17und die Frage ist natürlich, wie lange dauert das?
- 9:19Also in Deutschland, in Bayern soll Gem-T demnächst hergestellt werden.
- 9:25Das ist sozusagen ein Zwischen-Nachfolger von dieser Pack-Two.
- 9:29Da gibt es schon eigentlich Verträge, dass das passieren kann,
- 9:34aber das dauert in Deutschland eben noch eine ganze Zeit, bis eine Produktion
- 9:38da überhaupt ans Laufen kommt, auch aufgrund natürlich von bürokratischen Hürden.
- 9:43Denn in der Ukraine könnte das natürlich auch aufgrund der Kriegssituation ein
- 9:46bisschen schneller gehen.
- 9:47Aber es wird sicherlich einiges an Zeit in Anspruch nehmen, bis so eine Produktion,
- 9:52anlaufen kann. Also für den aktuellen Krieg, für die aktuelle Situation löst sie das Problem nicht.
- 9:59Ich habe es ja gesagt, die Russland-Russische Streitkräfte greifen jede Nacht ukrainische Städte an.
- 10:06Fast jede Nacht sind auch ballistische Raketen dabei. Im vergangenen Winter
- 10:09haben wir erlebt, wie Russland wieder mal massiv die kritische Infrastruktur
- 10:14angegriffen hat, die Stromversorgung, Wärmeversorgung gekappt hat.
- 10:19Auch darüber haben wir berichtet hier in diesem Podcast. Also die Ukraine braucht
- 10:23also nicht jetzt irgendwann Luftabwehr, sondern Luftabwehr.
- 10:26Jetzt aktuell. Und die Frage ist auch, warum sind gerade diese Patriot-Systeme dabei so wichtig?
- 10:35Patriot Pack 3 ist eben, die hat eine primitive, aber trotzdem funktionierende
- 10:42Querschubeinrichtung.
- 10:43Das heißt, die hat kleine Feststoffbrennmotoren, die im vorderen Raketenteil
- 10:48verbaut sind, die zumindest den Flugkörper unmittelbar anstellen können.
- 10:55Sie braucht natürlich auch ein bisschen Luft zum Manövrieren,
- 10:58tut sich aber mit sehr dünner Luft deutlich einfacher als die PAK-2,
- 11:03behält damit in größeren Höhen mehr Manövrierfähigkeit als die PAK-2 und ist auch etwas schneller.
- 11:11Und damit erhöht sich natürlich die Reichweite gegen ballistische Raketen.
- 11:15Die liegt dann so um die 30 Kilometer.
- 11:18Und die Trefferwahrscheinlichkeit, die ich habe, mit dieser Rakete eine ballistische
- 11:21Rakete auch abfangen zu können.
- 11:23Und deshalb ist sozusagen die Patriot Pack 3 der begehrteste Flugkörper,
- 11:29aber wie gesagt, der wird nur in den USA hergestellt und weder die Europäer,
- 11:34wahrscheinlich auch nicht die Ukrainer kriegen das Recht einer Lizenzfertigung dieses Flugkörpers.
- 11:38Was, muss ich ehrlich sagen, den Nutzen des gesamten Patriot-Systems für die
- 11:43Europäer und auch für die Bundeswehr doch einschränkt.
- 11:47Denn Trump hin oder her, selbst wenn ein besserer Präsident in den USA ans Ruder kommt, sollte etwa ein,
- 11:56Krieg im asiatisch-pazifischen Raum ausbrechen, sollte die Taiwan-Frage sozusagen heiß werden etc..
- 12:04Werden die USA einfach aus numerischen Gründen so viele Pact-3s benötigen,
- 12:10dass ohne einen europäischen Fertigungsstandort man mit Auslieferung nicht hinterherkommt.
- 12:16Und dann kriegen die Europäer, selbst wenn Trump nicht mehr Präsident ist,
- 12:22auch weniger dieser Flugkörper.
- 12:24Die Frage, die sie mir ja stellt, Sie sagten ja gerade, dass man einfach auch
- 12:27nicht weiß, egal ob das jetzt PAK 3 oder PAK 2 sind, welche Lizenzen man auch
- 12:31immer bekommt in der Ukraine, um zu produzieren, dass das dauern kann.
- 12:35Sie haben ja das Beispiel Schaffenhausen in Deutschland genannt.
- 12:38Und allerdings haben die Ukrainer ja schon bewiesen, dass sie sehr,
- 12:40sehr zügig auch modernes Material herstellen können.
- 12:44Ich denke da an die FP1, FP2-Drohnen, die den Russen jetzt gerade mittlerweile
- 12:49sehr, sehr wehtun, also Mittelstrecken- und Langstrecken-Drohnen,
- 12:51die eingesetzt werden, die ja innerhalb von zwei Jahren sozusagen in eigener
- 12:55Regie entwickelt worden sind sogar.
- 12:57Da ging es ja noch nicht mal nur um Lizenzen, also von sowieso schon entwickelten
- 13:01Produkten, sondern um selbstentwickelte Geschichten. Ich denke auch an Abfang-Drohnen,
- 13:07die mittlerweile entwickelt worden sind.
- 13:09Was macht denn die Herstellung von so einer PAK-2 oder PAK-3-Rakete so schwierig und so aufwendig?
- 13:16Es ist zum ersten Mal ein weitaus komplexeres Waffensystem.
- 13:20Das Gute an Drohnen ist ja, dass sie großteils mit kommerziellen Teilen und
- 13:25kommerziell verfügbaren Bauteilen hergestellt werden können.
- 13:29Und das Zweite ist natürlich, dass die Toleranzen und die Schritte zur Qualitätskontrolle
- 13:36bei Drohnen, das sind Unterscheidflugkörper, relativ langsam,
- 13:42da ist es viel leichter zu skalieren.
- 13:47Abfangraketen, Fliegerabwehr, Lenkwaffen, das sind weit komplexere Waffensysteme.
- 13:53Und da ist natürlich der Aufbau der Fertigung, die Qualitätskontrollschritte,
- 13:57das ist alles deutlich schwieriger.
- 14:00Für mich eines der überraschenden und auch positivsten Signale von diesem Gipfel
- 14:04war eben, dass Trump plötzlich wieder auf der Seite der Ukraine steht.
- 14:07Wir haben das ja in den vergangenen Monaten immer wieder gesehen,
- 14:10dass Trump ein sehr zwiespältiges Verhältnis hat,
- 14:14Selenskyj immer wieder massiv unter Druck gesetzt hat, Selenskyj auch den ukrainischen
- 14:18Präsidenten beschimpft hat und bezichtigt hat, eigentlich der Urheber dieses
- 14:24Krieges gegen die Ukraine zu sein.
- 14:27Und jetzt ist plötzlich wieder alles anders. Also jetzt scherzt er mit Selenskyj,
- 14:32sitzt er mit ihm nett zusammen, die Körpersprache auch wieder eine ganz andere,
- 14:36nicht aggressiv, sondern eben, wie gesagt, sehr freundlich.
- 14:41Das ist für Putin meines Erachtens eine große Niederlage und er wird diesen
- 14:45Gipfel wahrscheinlich auch mit Argus Augen verfolgt haben und auch definitiv
- 14:49massiv enttäuscht sein nach diesem NATO-Gipfel und dieser neuen Einigkeit in Sachen Ukraine.
- 14:55Putins Hoffnung war immer, dass der Westen müde wird, dass es ihm gelingt,
- 14:59einen Spaltpilz in die NATO reinzutreiben, dass Europa auch nicht einig ist.
- 15:04Also das ist ja das ganze Ziel der russischen kognitiven Kriegsführung,
- 15:09die wir in den vergangenen Jahren gesehen haben.
- 15:12Und dass die Ukraine irgendwann gezwungen wird, mangels insbesondere der Unterstützung
- 15:18durch die US-Amerikaner, Bedingungen zu akzeptieren, die Moskau ist diktiert.
- 15:22Und genau diese Rechnung ist beim NATO-Gipfel eben nicht aufgegangen.
- 15:27Deswegen die Frage, was bedeutet eigentlich dieses Signal, was von dem Gipfel
- 15:30ausgeht, für Wladimir Putin?
- 15:33Ja, für Putin ist die politische Signalwirkung ein herber Rückschlag.
- 15:37In Russland wurde immer der Geist von Anchorage beschworen und hinter diesem
- 15:42Geist von Anchorage lag natürlich der Plan,
- 15:45dass Trump die Ukraine zwingen würde, einen Waffenstillstand zu russischen Bedingungen zu akzeptieren.
- 15:55Und diese russischen Bedingungen sind so, dass Russland nicht nur Gebiete bekommt
- 16:00von der Ukraine, sondern eben auch Mitspracherecht in der ukrainischen Innenpolitik
- 16:04und die Hoffnung Russlands natürlich, dass so ein Waffenstillstand und,
- 16:10diese Bedingungen dann in der Ukraine einen Bürgerkrieg oder Revolten gegen
- 16:14die Regierung auslösen würde, die man dann ausnutzen kann, um das Land ohne
- 16:18militärischen Widerstand zu besetzen.
- 16:21Das war Putins Plan und den kann man schon als gescheitert betrachten, denn Trump.
- 16:31Hat sich ja auch jetzt in Ankara alles andere als Willens gezeigt,
- 16:35die Ukraine zu irgendwas zu nötigen, zu akzeptieren, das sie nicht will.
- 16:41Im Gegenteil, Trump dürfte mitbekommen haben, dass Putin nicht so stark ist,
- 16:44wie er ursprünglich angenommen hat und sein Respekt für Zelensky,
- 16:48der sozusagen sein Terrain verteidigt und hier auch Hartes ist, ist gestiegen.
- 16:56Und damit muss man sich natürlich die Frage stellen, was ist jetzt Putins Siegplan,
- 17:02wenn sozusagen der eigentlich schon zu einem sehr hohen Anteil auf Donald Trump zugeschnitten war.
- 17:09Die russische Armee macht keine großen Fortschritte mehr, selbst Konstantinivka,
- 17:14wo man sozusagen alle zwei Tage meldet, man hätte es eingenommen,
- 17:17stellt sich eben als nicht eingenommen heraus.
- 17:20Und die Kosten für die Fortsetzung der gegenwärtigen Offensive,
- 17:25die sind ja nicht gering. Also die russischen Verluste sind nach wie vor hoch an Gerät, an Material.
- 17:33Sehr viel wird jetzt zerstört, bevor es überhaupt an die Front kommt.
- 17:38Und zusätzlich natürlich die Schädigung der russischen Wirtschaft,
- 17:41der Ölproduktion, jetzt auch der Gasförderung.
- 17:45Also da stellt man sich schon die Frage.
- 17:50Auf welchen Glauben fußt Putins eiserner Wille, den Krieg fortsetzen zu wollen.
- 17:56Das Problem natürlich da bei Putin ist, dass er in einem Umfeld ist,
- 18:01das ihm zuspielt. Wir haben ja in der Vergangenheit schon geleakte Karten gesehen, der...
- 18:08Des russischen Generalstabs, der also einen sehr optimistischen Frontverlauf darstellt.
- 18:13Das wird ja auch zum Teil durch die russischen Propagandakanäle dann auch nach
- 18:18außen getragen, dass sozusagen die russische Armee zumindest in deren Wahrnehmung,
- 18:23noch an allen Fronten siegreich ist.
- 18:25Und das ist wahrscheinlich auch das, was Putin jeden Tag als Lagemeldung aufgetischt wird.
- 18:30Man muss davon ausgehen, dass ähnliche beschönigende und optimistische Lageberichterstattungen,
- 18:37an Putin ergehen, auch im Bereich der Wirtschaft, der Finanzen,
- 18:41der Popularität des Regimes, der Kriegstüchtigkeit.
- 18:44Putin will hören, was er hören will und deshalb glaubt er auch,
- 18:48den Krieg fortsetzen zu können, dass eben eine Adaption, etwa eine neue Mobilmachung
- 18:53nach den Duma-Wahlen, technische und taktische Veränderungen auf der russischen Seite eben wieder,
- 18:59Wenn nicht jetzt, dann in einigen Monaten.
- 19:02Eine Chance geben können, den Krieg dennoch zu gewinnen.
- 19:05Dann natürlich die Schwäche der Ukraine bei der Fliegerabwehr,
- 19:08der Mangel an Patriots, die Ukraine mürbe zu schießen, den Willen der ukrainischen
- 19:12Bevölkerung, den bewaffneten Widerstand nach wie vor zu unterstützen,
- 19:18dass man den zum Einknicken bringt, indem man
- 19:20in Kiew und in anderen Städten Wohnhäuser systematisch zerschießt.
- 19:24Und all das sind sozusagen Momente, wo Putin sich noch dran klammert,
- 19:28dass er sagt, okay, ich kann diesen Krieg, ich muss jetzt nicht einen Waffenstillstand
- 19:32machen, ich kann ihn noch gewinnen, ich kann noch siegreich sein,
- 19:36ich kann noch mehr erreichen, als ich jetzt erreicht habe.
- 19:38Das Problem ist hier, diese Wahrnehmung besteht auf einem gewissen Delta zwischen
- 19:42Realität und seiner wahrgenommenen Wirklichkeit. Und dieses Delta öffnet sich.
- 19:48Und das war ja natürlich am Ende auch...
- 19:53Hat dieses Delta zwischen Wahrnehmung und Realität die Sowjetunion zu Fall gebracht.
- 19:58Und auch wenn Putin und sein Apparat natürlich versucht, jedes Register zu ziehen,
- 20:04um die Möglichkeit Russlands, den Krieg weiterführen zu können, auch noch wahrzuhaben,
- 20:11desto weiter sich dieses Delta öffnet, desto eher die Wahrscheinlichkeit,
- 20:15dass irgendwann einmal was Gröberes passiert auf der russischen Seite.
- 20:18Ja, das ist was, was sich irgendwie in den vergangenen Monaten massiv gezeigt hat.
- 20:23Also ich erinnere mich an November vergangenen Jahres, als Putin plötzlich davon
- 20:28sprach, dass Kobjansk im Nordosten der Ukraine eingenommen worden sei von den
- 20:32russischen Streitkräften.
- 20:33Das stellte sich also sehr schnell als Lüge heraus. Kobjansk steht bis heute,
- 20:37unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte.
- 20:40Kürzlich gab es die Meldung, dass die Russen behaupten, sie hätten Konstantinivka
- 20:45eingenommen, eine Stadt, in der ich auch genauso wie in Kobjansk relativ häufig war.
- 20:49Konstantinivka ist im Donbass, ist eine strategisch wichtige Stadt.
- 20:53Die als Teil des Festungsgürtels gilt, zudem auch Städte wie Sloviansk, Kramatorsk gehören.
- 21:02Und die Einnahme von Konstantinivka wäre schon ein Problem für die Ukrainer.
- 21:08Tatsächlich ist die militärische Situation da sehr, sehr, sehr schwierig.
- 21:12Ich habe gestern noch über Kontakte mit einem Menschen gesprochen, gesprochen bzw.
- 21:20Eine Nachricht von ihm gekriegt, der in Konstantinivka kämpft,
- 21:24ein Kompanieführer, und der hat erzählt, dass die Situation,
- 21:28ja, so kann es nicht so fahr sein für die ukrainischen Verteidiger,
- 21:31aber dass sie eben noch in der Stadt seien.
- 21:34Und dann muss man natürlich sich die Frage stellen, also wenn die Russen jetzt
- 21:38schon wieder oder Putin jetzt schon wieder behauptet, eine Stadt eingenommen
- 21:41zu haben, die immer noch unter ukrainischer Kontrolle ist, was ist da eigentlich los?
- 21:47Fällt dir eigentlich noch Entscheidungen der Kreml-Herrscher aufgrund von stimmigen
- 21:52Informationen oder legen ihm, wie Kressel das ja auch andeutet,
- 21:56legen ihm seine Befehlshaber, seinen Generalstab.
- 22:00Geschönte Informationen vor und reden sozusagen die Verluste auf dem Schlachtfeld
- 22:05klein, aber die Erfolge groß.
- 22:07Und das wäre natürlich auch ein bisschen schwierig, muss man sagen,
- 22:09was perspektivische Friedenslösungen angeht.
- 22:12Denn wenn Putin Entscheidungen fällt aufgrund von falschen Informationen,
- 22:17Dann macht das das Ganze natürlich etwas schwierig. Gessel nennt das ein Delta,
- 22:21die Lücke also zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit. Diese Lücke wird für Putin
- 22:25offensichtlich immer, immer größer.
- 22:28Auch was das Thema angeht, wirtschaftliche Situation in Russland selbst.
- 22:33Wir sehen in den vergangenen Wochen, gibt es immer mehr Videos aus Russland,
- 22:37wo man sieht, wie kilometerlange Schlangen vor Tankstellen stehen.
- 22:41Es berichtet, dass Leute da teilweise bis zu 48 Stunden anstehen,
- 22:45um Benzin für ihre Autos zu bekommen. Das sind natürlich alles irgendwie schwierige
- 22:49Situationen, die möglicherweise auch den Unmut über diesen Krieg in Russland größer werden lassen.
- 22:55Das heißt jetzt alles natürlich nicht, dass Russland kurz vor einem Zusammenbruch steht.
- 22:59Aber das heißt, dass die Ukraine zunehmend darauf setzt oder darauf setzen kann,
- 23:05russische Schwächen auszunutzen.
- 23:07Das gilt auch für die Front. Also wenn es an der Front logistische Probleme
- 23:12gibt, das ist vor allem wohl im Süden so, im Süden der Ukraine,
- 23:16dass da die Besatzer zunehmend Probleme haben, ihre Truppen zu versorgen,
- 23:22weil es den Ukrainern gelingt, den russischen Nachschub immer effektiver zu unterbinden.
- 23:27Und da könnte man natürlich dann, wenn es irgendwie zu Disziplinlosigkeiten,
- 23:31zu Problemen kommt in den russischen Rängen, könnte man natürlich versuchen reinzustoßen.
- 23:37Es wird sicherlich nicht so eine große Offensive werden wie 2023.
- 23:41Ihr werdet euch erinnern, da gab es eben den Versuch, der ukrainische Streitkräfte
- 23:47in den Süden reinzustoßen. Das ist, muss man sagen, katastrophal gescheitert
- 23:51seinerzeit unter großen Verlusten an Material und Personal.
- 23:55Ich muss auch sagen, gerade im Süden der Ukraine sind die russischen Verteidigungen
- 24:00sehr, sehr gut ausgebaut.
- 24:01Da gibt es verschiedene Sicherungsringe, Verteidigungsringe,
- 24:04es gibt Minenfelder und so weiter und so fort.
- 24:07Also da wirklich reinzustoßen mit Truppen, das dürfte ziemlich blutig werden.
- 24:12Und deswegen glaube ich auch, dass die Ukrainer das eben nicht tun werden,
- 24:17sondern sie werden weiter versuchen, die russische Logistik zu unterbinden und,
- 24:22leicht kleinere Gegenoffensiven zu starten, aber vor allem darauf zu,
- 24:28setzen, dass die Russen möglicherweise sich entscheiden, sich zurückzuziehen,
- 24:34weil sie eben nicht mehr vernünftig versorgt werden können.
- 24:37Also ähnlich wie das im Herbst 2022 war, als es.
- 24:44Den Ukrainern damals gelungen ist, die Regionalhauptstadt Kherson zu befreien,
- 24:48ohne große Kämpfe, einfach weil sie es damals geschafft haben,
- 24:51die russische Logistik so zu unterbinden, dass die Russen sich zurückziehen mussten.
- 24:57Das ist natürlich das, auf das die Ukrainer auch warten, denn sozusagen die
- 25:02Lust auch in der ukrainischen Armee, eine große verlustlerische Offensive wie
- 25:082023 zu führen, die ist auch eher gering.
- 25:11Die Armee ist nach vier Jahren Krieg auch abgekämpft, aber...
- 25:16Opportunistisch sein, Schwächen, Zusammenbrüche, lokale Disziplinlosigkeiten
- 25:21in der russischen Armee, die aufgrund von Versorgungsknappheit etc.
- 25:24Entstehen, sowas auszunützen, das ist natürlich durchaus möglich und diese Möglichkeiten
- 25:32könnten sich natürlich in Zukunft ergeben. Und ja, in dem Sinn wird es jetzt.
- 25:41Spannend. Ich denke, auf der russischen Seite sozusagen, man macht weiterslang, es weiter geht.
- 25:45Aber der Moment, wo die Stimmung in der Armee kippt oder in Teilen der Armee
- 25:50kippt, dann geht es sehr schnell bergab. Und das ist sozusagen dieser Kipppunkt,
- 25:54diesen Kipppunkt auf diesen hinzuarbeiten und den zu erreichen.
- 25:58Das ist jetzt das Hauptziel der militärischen Anstrengungen der Ukraine.
- 26:02Vor der möglichen Kipppunkt stehen wir auch wieder im Nahost.
- 26:05Während des NATO-Gipfels haben die Amerikaner in zwei Nächten hintereinander,
- 26:09massiv den Iran unter Feuer genommen, massive Luftangriffe geflogen,
- 26:14insbesondere auf Ziele an der Küste.
- 26:17Wurde davon geredet, dass das eine Reaktion gewesen sei auf iranische Angriffe
- 26:22auf Schiffe in der Straße von Hormuz.
- 26:25Wie ist das zu bewerten, diese Angriffe? Also erwartet uns jetzt wieder eine
- 26:28neue Eskalation, ein wieder Aufflamm dieses auf Eis gelegten Konfliktes?
- 26:33Oder war das jetzt so Muskelspielerei von Trump, um seinen NATO-Buddies zu zeigen,
- 26:38ich bin willens und in der Lage, da was zu machen und eigentlich müsstet ihr auch mitmachen.
- 26:43Aber ich zeige euch jetzt einfach, wie es geht. Und ich bin derjenige,
- 26:47der die Iraner da im Zaum hält.
- 26:50Das Problem aus Donald Trumps Sicht ist natürlich, dass die Blockade,
- 26:54die iranische Blockade der Straße von Hormuz und der Abschneiden des Erdeölexportes,
- 26:59die größte Gefahr für die Amerikaner darstellt.
- 27:01Vor allen Dingen für Donald Trump und die Midterm Elections.
- 27:03Also er will niedrigen Benzinpreis und auch für seine lokalen Verbündeten,
- 27:07vor allen Dingen für die Saudis, ist die freie Benutzbarkeit der Straße von
- 27:12Hormuz das oberste Interesse geworden.
- 27:14Muss man auch sagen, das hätte ja den Krieg nicht begonnen, wäre das sozusagen
- 27:17Straße von Amos nicht am Tableau, weil die alte iranische Führung,
- 27:21die man ausgeschaltet hat, wollte diese Blockade eigentlich nicht durchführen
- 27:26und hätte sie nicht durchgeführt, wenn der Krieg nicht gekommen wäre.
- 27:28Und der junge Khamenei ist eher überzeugt, dass diese Blockade sozusagen das
- 27:34wichtigste Druckmittel des Irans gegen die USA ist.
- 27:38Und das ist jetzt sozusagen aus amerikanischer Sicht das Grundproblem.
- 27:42Die wichtigste Forderung, die man durchsetzen will, ist eben die freie Schifffahrt durch die Straße.
- 27:49Und der Iran hat genau hier probiert, durch Drohnenangriffe,
- 27:51die man natürlich verleugnet, aber wo jeder weiß, dass sie aus dem Iran durchgeführt wurde auf Tanker,
- 27:57eben wieder zu Verunsicherung zu stoßen und hier durch sozusagen Provokationen
- 28:02zu versuchen, die eigene Verhandlungsmasse zu erhöhen und die eigene Position zu stärken.
- 28:07Das ist jetzt mal nach hinten losgegangen aus iranischer Sicht,
- 28:11USA reagieren scharf. Das Problem ist natürlich, wie lange wollen sie und können
- 28:15sie scharf zu reagieren und was sozusagen.
- 28:18Es wird dann wahrscheinlich wieder irgendwelche Verhandlungen geben und sozusagen,
- 28:23wie sitzen die Amerikaner dann mit den Iranern am Tisch,
- 28:26weil wie gesagt Teheran jetzt vor allen Dingen die Straße von Hormuz als quasi
- 28:32diplomatische und wirtschaftliche Waffe gegen die USA einsetzt.
- 28:36Dass die nächsten Verhandlungen werden passieren in,
- 28:40Einiger Zeit, aber die Frage ist halt wirklich, wie verschiebt sich dadurch
- 28:44das Kräftegleichgewicht und wie aus Sicht der iranischen Führung,
- 28:48denen ist ja natürlich das eigene Volk auch ziemlich egal, aber wie aus deren Sicht.
- 28:54Sozusagen die militärische Druckaufrechterhaltung auf die Straße erfolgversprechend
- 29:01oder nicht erfolgversprechend ist, beziehungsweise sich erwiesen hat in dieser kurzen Episode.
- 29:08Oder davon wird abhängen, ob sie es nochmal probieren, ob sie es anders probieren,
- 29:11ob sie vielleicht irgendwo noch eine Mine unter Anführungszeichen vergessen
- 29:15und dann wieder ein Vorfall ist und wir eine ähnliche Wiederholung eines ähnlichen
- 29:19Aufflammens sehen oder ob sie es dann sein lassen.
- 29:23Das werden wir halt in einigen Wochen sehen und ja, mal schauen.
- 29:28Ja und auch Europa wird sich fragen müssen, welche Rolle wird es in dieser Region
- 29:32künftig übernehmen. Es gibt ja Signale beispielsweise auch aus Deutschland,
- 29:36dass man bei der Sicherung der Straße von Hormuz militärisch dabei sein könnte.
- 29:42Und die Frage ist, kann Europa überhaupt unabhängig handeln oder bleibt am Ende
- 29:47doch alles von Donald Trump abhängig?
- 29:50Ja, das Problem ist, die Europäer müssen auch für sich beurteilen.
- 29:56Wie lange sie einen hohen Ölpreis oder derart hoher Ölpreis für die eigene Wirtschaft
- 30:01und auch für das eigene politische Gefüge gut ist.
- 30:05Es ist ja nicht nur in den USA, wo das destabilisierend wirkt,
- 30:08wenn man bei uns die Umfragen, die Werte anschaut, ist die hohe Inflation,
- 30:13die Lebenserhaltungskosten, die natürlich auch am Energiepreis dranhängen.
- 30:20Die führen ja auch zu Höhenflügen von Parteien, die ein hohes Protestpotenzial
- 30:24haben, wenn ich es mal höflich formuliere.
- 30:29Aber die andere Frage ist natürlich, wie verlässlich, weil man das zum Beispiel
- 30:34mit den USA macht, ist die Frage, man hat kaum Einfluss auf Donald Trump.
- 30:37Das hat man ja auch an dem Gipfel gesehen. Er hat Grönland wieder aufgewärmt,
- 30:42seine alten Ressentiments wieder aufgewärmt in den Gesprächen mit Erdogan.
- 30:45Und das ist ein Riesenunterschied etwa zu anderen amerikanischen Regierungen
- 30:50zur Zeit unter Bush etc.,
- 30:51wo es eben ein Klima gab, in dem gewisse Zusagen, die man getroffen haben am
- 30:56Rande dieser ganzen Expeditionen, die auch wirklich eingehalten wurden.
- 31:01Bei Donald Trump weiß man das am Ende des Tages nie.
- 31:05Und das Zweite ist, dass Donald Trump auch keine klare Verhandlungsstrategie
- 31:08auf den Tisch gelegt hat, wie er jetzt mit dem Iran umzugehen sucht,
- 31:12was seine Zielprioritäten sind, wie er
- 31:14ans Ende dieser Ziele kommt, wo die Europäer sagen können, okay,
- 31:19da können wir uns einklinken, das können wir unterstützen, das andere nicht.
- 31:24All das gibt es nicht. Und das macht natürlich die Ausplanung eines möglichen
- 31:27Einsatzes horrend schwierig, weil wenn ich nicht weiß, welchen politischen Zweck
- 31:31ich mit einem militärischen Einsatz eigentlich verfolge und wo meine politischen,
- 31:36linken und rechten Feuerbereichsgrenzen sind, dann kann ich im Grunde auch einen
- 31:39militärischen Einsatz nicht intelligent planen.
- 31:44Und dann wird das sozusagen so eine unähnliche Engagementsgeschichte,
- 31:48wo ich sozusagen zu sehr flausigen Zielen einfach mal Militär schicke,
- 31:54damit ich Militär schicke.
- 31:56Und das haben wir in Irak und Afghanistan ja schon gesehen, das führt dann am
- 31:59Ende zu nichts. Und das ist so ein bisschen der Grundhaken an dem Ganzen.
- 32:05Natürlich hätten die Europäer, sie haben schon auch Marinen,
- 32:07es ist jetzt nicht so, wie es oft in der öffentlichen Darstellung oder auch
- 32:11bei Donald Trump dargestellt sind, dass die Europäer sozusagen gar nichts haben.
- 32:16Aber das Problem ist, wie gesagt, ein militärischer Einsatz orientiert sich
- 32:19immer daran, was für politische Ziele will ich eigentlich erreichen?
- 32:22Und dann kann ich wirklich ausplanen,
- 32:24wie ich eine Mission anlege um diese politischen Ziele drumherum.
- 32:28Und ja, da sehe ich zurzeit keinen grünen Zweig.
- 32:34Am Ende des Tages können sich natürlich die Europäer überlegen zu sagen,
- 32:37okay, Freiheit der Schifffahrt ist für uns unabhängig von dem,
- 32:40was die Amerikaner tun und unabhängig, was der Iran mit den Amerikanern für
- 32:44Feuer hat, so ein hohes Gut.
- 32:45Wir richten ein eigenes Konvoi-System ab, mit dem wir eine begrenzte Anzahl
- 32:50von Schiffen durch die Straße von Homus bringen. Das haben die Franzosen und
- 32:55die Briten hin und wieder in Hintergrundgesprächen auf den Tisch gelegt,
- 32:59dass man sowas machen könnte.
- 33:00Das Problem ist natürlich da, also da gibt es mehrerlei Probleme damit.
- 33:08Dass man nicht die Kräfte hätte, dies zu tun, sondern vor allen Dingen,
- 33:13es würden sozusagen nur eine sehr beschränkte Anzahl von Schiffen durch so einen Konvoi zu leiten sein.
- 33:19Das zweite ist die ganze rechtliche Frage. Das letzte Mal, als wir Konvoikrieg
- 33:22gemacht haben oder Konvoisicherung, also die Briten im Zweiten Weltkrieg,
- 33:26da waren die Handelsmarinen national beflaggt und,
- 33:30sozusagen unter der Hoheit und Befehlsgewalt, das ist jetzt mit sozusagen Billigflaggenstaaten und,
- 33:40einer ganz anderen versicherungstechnischen und finanziellen.
- 33:45Aufstellung dieser Räderwirtschaft eine andere Geschichte.
- 33:49Wie ich die Convoys dann legal, also rechtlich sozusagen die Convoy-Hoheit da auch organisiere.
- 33:56Und das Zweite ist, ich brauche auch die lokalen Staaten an Bord,
- 33:58also die Saudis, die Kataris, die Omanis.
- 34:02Und das ist sozusagen in der unsicheren Gemengelage und in der Launigkeit von
- 34:07Donald Trump alles noch ein bisschen schwer auflösbar.
- 34:11Aber wie gesagt, die Europäer sind nicht notwendigerweise zu ausschließlichen
- 34:16Zuschauern verdammt, Aber wie gesagt, es ist zurzeit,
- 34:20politisch einfach schwer absehbar, was sie eigentlich machen sollten und was
- 34:23der klügste Art und Weise des Verhaltens jetzt gerade wäre.
- 34:28Ja, auch die Ratenfrage...
- 34:30Bleibt also offensichtlich ein schwieriges Thema, ob was die Beteiligung Deutschlands angeht.
- 34:37Kessler hat das ja sehr schön runterdekliniert gesagt.
- 34:41Wenn man als Partner nicht weiß, was ein Partner wie die USA,
- 34:46Verbündeter wie die USA eigentlich so wirklich will in der Region,
- 34:49ist das natürlich auch schwierig, was militärische Planung angeht.
- 34:52Also militärische Planung brauchen natürlich konkrete Ziele,
- 34:55brauchen konkrete Aufgaben.
- 34:58Und ohne diese konkreten Ziele kann man schlecht planen militärisch.
- 35:03Und was man natürlich verhindern sollte, wären Szenarien wie Afghanistan,
- 35:09wie Irak, wo es eben auch keine vernünftigen Planungen gab, wo es auch keine Ziele gab,
- 35:17wo niemand so richtig wusste, was machen wir da eigentlich.
- 35:20Und in so einer Falle sollten die Europäer definitiv nicht stolpern.
- 35:24Und insofern, glaube ich, wäre es auch.
- 35:28Das Wichtigste und Ratsamste, wenn Europa sich da erstmal zurückhalten würde,
- 35:31erstmal gucken würde, was machen die Amerikaner, was planen die Amerikaner eigentlich,
- 35:35was sind ihre Ziele im Konflikt mit dem Iran.
- 35:40Und möglicherweise ist es halt das Beste, wenn man sich erstmal tatsächlich auf die Ukraine,
- 35:44konzentriert und schaut, wie man diesen Konflikt aus europäischer Sicht mitsteuern
- 35:51kann, wie man da Friedenslösungen mit initiieren kann und nach vorne gehen kann.
- 35:57Grundsätzlich bleibt natürlich nach diesem Gipfel eine Frage offen und das ist
- 36:01die wichtigste. Hat die NATO jetzt ihre größte Bewährungsprobe bestanden?
- 36:05Gibt es jetzt wieder sowas wie eine transatlantische Einigkeit oder zumindest
- 36:09mal die Zeit für die Europäer, eine europäische NATO aufzubauen in Ruhe und
- 36:14sich langsam von der Abhängigkeit von den USA zu lösen?
- 36:17Oder war das jetzt nur eine kurze Atempause und Trump schießt demnächst mal wieder quer?
- 36:23Ja, also es gibt grob gesagt in den USA zwei Denkrichtungen.
- 36:29Wie die Europäisierung der NATO in der republikanischen Partei.
- 36:34Das eine, das sind sozusagen die Corbis, das würde ich sagen,
- 36:37ist das Lager der geordneten Übergabe.
- 36:40Das ist ein Lagern Leuten, die sagen, okay, wir müssen uns auf China konzentrieren,
- 36:44wir müssen uns auf die westliche Hemisphäre konzentrieren, Europa, den Europäern.
- 36:48Aber wir planen das jetzt gemeinsam aus. Wir haben.
- 36:55Eine gestaffelte Übergabe und Zeit für Zeit, wir drücken da ein bisschen auf
- 37:00die Tube, aber es ist im Grunde geplant, Zeit für Zeit übernehmen die Europäer
- 37:04immer mehr Verantwortungen, immer mehr Truppen werden durch Europäer gestellt
- 37:08für die NATO-Verteidigung, nicht mehr durch Amerikaner.
- 37:10Immer mehr Fähigkeiten von Tankern, von Aufklärung, von Airwags etc.
- 37:14Werden durch die Europäer gestellt
- 37:16und bezahlt und nicht mehr durch die Amerikaner. Und sozusagen dann...
- 37:21Und dann geht das alles in Ordnung.
- 37:24Das zweite Lager, und da kommen wir zum Problem der amerikanischen Position,
- 37:28das zweite Lager sind die Kulturkämpfe.
- 37:30Aus deren Sicht ist sozusagen Europa ein Hort von Liberalen und,
- 37:37Flüchtlingsempfängern und sozusagen im Grunde aus amerikanischer Sicht demokratischen
- 37:42Staaten, also jetzt demokratisch im Sinne von Parteipolitik, nicht demokratisch.
- 37:47Und deshalb ist sozusagen, muss man dem eigenen Volk vor Auge führen,
- 37:52dass die eigentlich scheitern mit ihrer demokratischen Politik und dass nur
- 37:56sozusagen ein strenges republikanisches Amerika,
- 38:01eigentlich in der Lage ist, sozusagen den Bedrohungen des 21.
- 38:04Jahrhunderts zu widerstehen. Und das sozusagen spießt sich natürlich mit geordneter Übergabe, weil.
- 38:13Um sozusagen den zweiten Show-Effekt zu haben, müssen die Europäer und müssen
- 38:16die Institutionen der Europäer inklusive natürlich der NATO eigentlich scheitern.
- 38:22Und diese zwei Lager bekriegen sich ständig. Auf Arbeitsebene und wie gesagt
- 38:27im Verteidigungsministerium selbst sind eher die geordneten Übergeber an der Macht.
- 38:33Jetzt mit Ausnahme des Kriegsministers Hexet sind das Leute,
- 38:37die eben sagen, okay, gut.
- 38:40Macht den Spaß, wir helfen euch, solange es noch geht und dann macht euren Spaß selber.
- 38:45Aber auch die amerikanische Industrie, und das ist sozusagen Trump,
- 38:47ist eher ein Kulturkrieger.
- 38:49Aber die amerikanische Industrie sagt sich natürlich, ja, wir haben aber noch
- 38:53kommerzielle Interessen in Europa.
- 38:54Die kaufen auch viel von diesen Geräten. Und wenn wir uns sozusagen so abrupt
- 39:00abnabeln, dass es eben einen Schockeffekt gibt und dass die Europäer scheitern,
- 39:04dann bricht eben auch dieser Markt weg und das sind Arbeitsplätze in den USA.
- 39:07Und davor hat Trump Angst. Und sozusagen.
- 39:14Mit diesem Grundinteresse ergibt sich ein gewisser Spielraum,
- 39:18Trump einzuhegen und ihn zur Ruhe zu bewegen, damit eine geordnete Übergabe erfolgt.
- 39:26Bei diesem Gipfel zumindest zu einem gewissen Teil gelungen sein.
- 39:32Die Frage natürlich bei Trump und bei den Launen der Innenpolitik,
- 39:34wie lange hält es und wie lange würde es halten, wenn im Herbst der Wahlkampf
- 39:40bei den Mid-Terms-Elections deutlich an Schärfe gewinnen würde.
- 39:45In dem Sinn ist jetzt mal der Gipfel abgehakt und sozusagen in einigen Details
- 39:50gut gelaufen, aber es ist natürlich der Sturm noch nicht vorbei.
- 39:54Vielen Dank, Herr Gressel. Ja, ich bedanke mich.
- 39:58Ja, also dieser NATO-Gipfel, mich persönlich hat das schon überrascht,
- 40:00das Ergebnis. Ich bin, wie gesagt, eher davon ausgegangen, dass es wieder mal
- 40:06eskalieren könnte, dass es wieder eskalieren wird, einfach weil Trump so ist, wie Trump eben ist.
- 40:12Aber die Ergebnisse, muss man sagen, waren deutlich positiver,
- 40:15als das eigentlich zu erwarten war.
- 40:17Also einerseits keine neue Eskalation, sieht man mal von,
- 40:21kleineren Scharmützeln ab, die Trump da losgestoßen hat, insbesondere was das
- 40:25Verhältnis mit den Spaniern anging, wo er angedroht hat, man werde den Handel,
- 40:29mit den Spaniern stoppen, was ziemlich akkulös ist, weil die Spanier ja nun
- 40:33Teil der Europäischen Union sind und insofern Stopp des Handels,
- 40:39eigentlich so gut wie gar nicht möglich ist.
- 40:42Aber bis auf diese kleinen Scharmützel war Trump eben ziemlich handzahm,
- 40:47muss vor allem ja in den Hintergrundgesprächen, also hinter beschlossenen Türen,
- 40:51sich hier sehr freundlich aufgeführt haben, sehr kooperativ auch aufgeführt haben.
- 40:57Insofern war das, was jetzt die Zukunft der NATO angeht, sicherlich ein gutes Signal.
- 41:04Ganz besonders wichtig, und das habe ich eben auch von meinen ukrainischen Freundinnen
- 41:09und Freunden gehört, ist das Signal, was von diesem Gipfel für die Unterstützung
- 41:13der Ukraine ausgegangen ist.
- 41:14Also Milliardenhilfen für die Ukraine in diesem Jahr, Milliardenhilfen im kommenden
- 41:19Jahr, Rüstungsproduktion oder Raketenproduktion für Patriots,
- 41:24für diese lebenswichtigen Luftabwehrsysteme.
- 41:27Die ist jetzt genehmigt worden, zumindest nachdem, was Trump gesagt hat,
- 41:32muss man natürlich auch erst mal warten, was da passiert.
- 41:37Generell, auch wenn das mit der Raketenproduktion sicherlich noch ein bisschen
- 41:41dauern wird, bis die überhaupt in Fahrt aufnehmen kann.
- 41:44Aber es ist auch ein Signal eben an Putin. Und das ist, glaube ich,
- 41:48das Allerwichtigste. Also, dass Putin jetzt gesehen hat, die NATO lässt sich
- 41:53eben nicht auseinander dividieren.
- 41:57Die Unterstützung für die Ukraine geht weiter. Der Krieg, wenn er ihn weiterführt,
- 42:03wird für ihn sehr, sehr kostenintensiv und ressourcenintensiv.
- 42:07Und möglicherweise ist das so ein Signal, was von dem Gipfel ausgegangen ist,
- 42:12was ihn auch wieder an den Verhandlungstisch reibt, ihn dazu zwingt,
- 42:17eben von seinen Maximalforderungen abzurücken,
- 42:20zu sagen, ich muss eben mit den Europäern verhandeln, ich muss mit den Amerikanern
- 42:24verhandeln, ich muss mit den Ukrainern verhandeln.
- 42:26Und eben nicht zu meinen Bedingungen, sondern so, dass es einen zielführenden Kompromiss gibt.
- 42:33Beim Thema Iran müssen wir einfach abwarten, was passiert. Ich hoffe ja,
- 42:36dass dieser Krieg nicht wieder komplett eskaliert,
- 42:39denn das wäre nicht nur für die Menschen in der Region eine Katastrophe,
- 42:42nicht nur für die Menschen im Iran selbst, sondern auch in den Golfstaaten, aber eben auch für,
- 42:49die gesamte Weltwirtschaft, ob das Afrika ist, was Düngemittel braucht oder für Europa, was auf.
- 42:56Treibstoff angewiesen ist,
- 42:58der durch die Straße von Neumus transportiert wird.
- 43:02Für uns alle wäre das natürlich furchtbar, wenn dieser Krieg wieder völlig eskalieren
- 43:06würde. Und deswegen muss man jetzt erst mal warten, was passiert.
- 43:09Es war jetzt hoffentlich nur ein kurzes Aufflackern dieses Konfliktes.
- 43:12Während des NATO-Gipfels möglicherweise
- 43:14auch eine Machtdemonstration von Trump, ein Signal an die NATO,
- 43:18oder möglicherweise auch ein Signal an das eigene Publikum in den USA,
- 43:22dass er da ein bisschen hat die Muskel spielen lassen. Wie gesagt,
- 43:24ich hoffe, es bleibt dabei.
- 43:26Ich hoffe auch, dass das Signal, was von dem Gipfel ausgegangen ist,
- 43:30dass es der Ukraine auch einen moralischen Booster gibt und dass es den Leuten
- 43:36in der Ukraine auch ein bisschen hilft,
- 43:38mit diesem Krieg noch zurechtzukommen und dass es ihnen Hoffnung bringt,
- 43:43dass dieser Krieg möglicherweise schneller vorbei ist,
- 43:47als es zurzeit der Fall zu sein scheint.
- 43:51Das war diese Sonderfolge von Im Krisenmodus. Produziert wurde sie von Alexander Baumeister.
- 43:56Wenn euch diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung und ein Abo.
- 44:00Mich interessiert noch, welche Entscheidung dieses NATO-Gipfels haltet ihr für
- 44:04die wichtigste? Die Patriot-Systeme, die neuen Finanzsusagen oder die stärkere
- 44:09Rolle Europa? Schreibt uns gern an Krisenmodus at funkemedien.de.
- 44:15Passt auf euch auf. Bis bald. Ciao, ciao.
- 44:20Im Krisenmodus, der Podcast aus Krisen- und Kriegsgebieten.