Latest / re:invented – Der Business Podcast für Prozesse, Cloud & Transformation / 05 #BestPractice: Wird Standardisierung der Schlüssel zu individuellen IT-Lösungen und Künstlicher Intelligenz?
Transcript
- 0:000: Willkommen zu re:invented, dem Business Podcast von Scheer IDS.
- 0:050: Wir sprechen über Cloud, Prozesse und digitale Transformation
- 0:090: ‒ praxisnah, verständlich und immer mit Blick auf das,
- 0:130: was Ihrem Unternehmen echten Mehrwert bietet.
- 0:190: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge.
- 0:220: Ich bin Susan Zare,
- 0:230: freue mich, wieder Fragen stellen zu dürfen,
- 0:250: und es geht heute tief rein ins Thema ‒ und zwar in den Bereich
- 0:280: Transformation, Digitalisierung, grob ‒ und es geht ganz
- 0:310: genau gesagt um ein Stichwort, nämlich Standardisierung
- 0:340: bzw. eine standardisierte Softwarelösung.
- 0:380: Warum ist das vielleicht ein Schlüssel zu einer optimierten IT-Landschaft?
- 0:420: Und wie schaffe ich es, mit einer Standardsoftware trotzdem
- 0:450: individuelle Lösungen oder eine individuelle Lösung umzusetzen?
- 0:490: Darüber freue ich mich zu sprechen mit William Martini.
- 0:520: Er ist Head of BTP Cluster bei Scheer IDS, und ich würde erstmal sagen:
- 0:560: Schön, dass wir miteinander sprechen. Hallo William.
- 1:000: Danke.
- 1:000: Ja, hallo auch von meiner Seite. Ich freue mich sehr auf das Gespräch.
- 1:040: Jetzt ist ja deine Bezeichnung, deine Position,
- 1:080: Head of BTP Cluster bei Scheer IDS,
- 1:110: eine, mit der vielleicht gar nicht jeder etwas anfangen kann.
- 1:140: Deswegen würde ich da gerne zu Beginn erstmal fragen:
- 1:170: Ich würde das erstmal so verstehen:
- 1:190: BTP Cluster ist ein Bereich bei Scheer IDS,
- 1:220: der sich auf die SAP Business Technology
- 1:250: Platform spezialisiert und Kunden hilft, eine Lösung zu generieren.
- 1:280: Kann man das so sagen, oder was machst du genau?
- 1:330: Genau, ja. Ist sicher nicht unbedingt der typische Titel,
- 1:370: den man auch nicht unbedingt im Bereich kennt.
- 1:410: Also grundsätzlich geht es ‒
- 1:420: wie du schon gesagt hast ‒ um die Business Technology Platform.
- 1:440: Das ist wirklich eigentlich nur eine Spielwiese für Kunden,
- 1:480: um ihre Systeme zu erweitern, Sachen zu bauen, Ideen zu realisieren.
- 1:530: Ich vergleiche das immer gerne mit einer Werkzeugkiste,
- 1:560: dass man da einfach von SAP Tools kriegt, um Sachen bauen zu können.
- 2:010: Da kriegt man einen Hammer, einen Schraubendreher,
- 2:040: alles Mögliche an die Hand und kann dann seine Ideen
- 2:080: umsetzen, seine Integration bauen und kann sich da voll ausleben.
- 2:130: Das heißt, ich betreue dieses Produkt im Rahmen
- 2:160: der Scheer IDS und wir haben da ein Cluster aufgebaut,
- 2:200: weil wir gemerkt haben, dass das sehr umfangreich ist
- 2:220: vom Themenbereich, dass wir einfach über die Länder hinweg zusammenarbeiten können
- 2:270: und da gemeinsam alle Bereiche abdecken können
- 2:300: und dann in den Ländern einzelne Experten haben.
- 2:330: Darum ein Cluster, wo wir halt gemeinsam an den Projekten arbeiten können.
- 2:370: Du hast jetzt gesagt Cluster ‒ also nur,
- 2:390: um das vielleicht noch kurz zu verstehen: Das heißt,
- 2:410: ich kann mir das vorstellen wie eine weltweite Vernetzung von Expertinnen und
- 2:450: Experten, die diese Werkzeug-Tools (...) dann jeder hat so ein eigenes Expertentum
- 2:500: für ein Werkzeug Tool? Oder wie kann ich mir das in der Praxis vorstellen?
- 2:560: Genau, also jeder hat es.
- 2:570: Wir haben also über die Länder hinweg ‒ das heißt, wir haben keine eigenen BTP-
- 3:000: Teams, die nur BTP machen in den Ländern oder alles in der BTP machen können
- 3:050: und abdecken.
- 3:060: Das heißt, was wir halt
- 3:070: wirklich machen, ist: In den Projekten
- 3:090: von allen Landesgesellschaften Leute zusammenzunehmen und dann gemeinsam
- 3:130: alles abzudecken.
- 3:140: Und da haben wir halt Experten, die sehr stark sind in der Integration.
- 3:170: Es gibt Leute, die sehr gut im Bereich KI sind,
- 3:200: und dann ziehen wir die zusammen und bauen zusammen dann
- 3:250: coole Use Cases und versuchen, die Grundanforderung zu setzen.
- 3:280: Und diese Werkzeuge, das sind ja eben Tools, mit
- 3:310: denen man individuelle Lösungen schafft.
- 3:330: Das sind dann ja solche Sachen wie dann tatsächlich
- 3:360: irgendwie ganz konkret vielleicht
- 3:380: ein bestimmtes Teil in einer Software. Kannst du so ein Beispiel nennen,
- 3:410: dass man sich das noch ein bisschen vorstellen kann?
- 3:450: Ja klar.
- 3:450: Also wir haben verschiedene Tools ‒
- 3:490: insgesamt sind es 84 Services,
- 3:520: also die heißen Services, diese Tools, die wir nutzen können ‒
- 3:550: und da haben wir sehr umfangreiche Services.
- 3:580: Es gibt aber auch sehr einfache Services.
- 4:010: Zum Beispiel: Einer der
- 4:020: Services ist der Alert Notification Service.
- 4:040: Der ist wirklich nur dafür da, Notifications, Nachrichten
- 4:080: zum Beispiel über Teams an jemand zu schicken oder über Slack.
- 4:130: Und wie man das dann in der Erweiterung
- 4:160: oder in der Integration nutzt, ist einem selbst überlassen.
- 4:190: Aber es geht nur darum,
- 4:210: Nachrichten verschicken zu können über verschiedene Plattformen.
- 4:250: Also eben ganz, ganz viele Tools.
- 4:260: Und wenn wir da jetzt nochmal rauszoomen, bist du ja in dem Sinne ein
- 4:300: IT-Architekt, also jemand, der sozusagen virtuell baut.
- 4:330: Und dann stelle ich mir natürlich als jemand, der das von außen lernt,
- 4:370: die Frage: Wieso ist denn dann, wenn man so individuelle Lösungen bauen
- 4:410: kann, Standardisierung überhaupt spannend für Unternehmen?
- 4:460: Ja, ist ein bisschen ein Widerspruch,
- 4:480: natürlich mit jemandem zu sprechen,
- 4:490: der alles individualisiert baut oder ‒ sagen wir ‒ immer den Standard verlässt,
- 4:550: über das Thema Standardisierung zu sprechen.
- 4:570: Aber ich denke, das ist genau die Diskussion, die wir mit Kunden führen,
- 5:020: die ich als Architekt immer berücksichtigen muss.
- 5:050: Ich muss immer überlegen: Wo macht Standard Sinn?
- 5:090: Wo ergibt vielleicht eine individuelle Lösung Sinn?
- 5:130: Wo rechnet sich das für den Kunden?
- 5:160: Wo können wir das mit den Lizenzkosten gegenüberstellen?
- 5:190: Das heißt, da kommen viele Fragen auf.
- 5:210: Oder wir gucken natürlich auch, ob dann andere Lösungen
- 5:250: vielleicht das schon out of the box einfach abdecken können.
- 5:290: Und dann ist es als Architekt natürlich extrem wichtig,
- 5:310: das Ganze zusammenzubringen, zu schauen, dass wir da ein einheitliches
- 5:340: Bild bekommen,
- 5:350: um dann auch eine langfristige Architektur zu ermöglichen für den Kunden.
- 5:400: Und dass er nicht zum Beispiel
- 5:430: bei jedem Upgrade vom System alles neu bauen
- 5:460: muss, sondern dass er da eine gewisse Stabilität hat,
- 5:490: Sicherheit, dass es funktioniert, ohne immer
- 5:520: mit großem Eigenaufwand dahinter zu sein.
- 5:550: Bevor wir da vielleicht noch konkreter in so ein Beispiel gehen ‒ zum Verständnis:
- 5:590: Trotzdem frage ich mich da natürlich: Ist Standard nicht etwas,
- 6:030: was dann diese ganze Individualität killt?
- 6:060: Oder ist das nicht so?
- 6:100: Ne, absolut ‒
- 6:110: Also aus meiner Sicht nicht.
- 6:130: Das ist, denke ich, ja auch immer ein bisschen kontrovers.
- 6:150: Ich bin fest davon überzeugt,
- 6:190: dass die Standardisierung auch zur Individualisierung hilft.
- 6:230: Weil auf der anderen Seite haben wir natürlich Prozesse,
- 6:270: Funktionen, die jedes Unternehmen braucht.
- 6:300: Die sind auch ‒ oder sollten in der Regel ‒ auch immer gleich sein.
- 6:340: Wir denken da an Rechnungslegung oder an Buchhaltung.
- 6:380: Da hat man ja durch die Regulatorien ganz klare gegebene Rahmenbedingungen.
- 6:420: Und da im Standard unterwegs zu sein, ist natürlich extrem wichtig
- 6:470: als Unternehmen, dass man sich da auch gegenüber dem
- 6:530: Government oder den
- 6:580: Behörden rechtfertigen kann
- 6:590: und natürlich auch die Daten liefern kann, die man benötigt.
- 7:030: Und da ist es natürlich extrem wichtig, dass wir Standardisierung großschreiben.
- 7:070: Also eben, dass es auch Vorteile hat, ganz konkret für den täglichen Betrieb,
- 7:130: Genau. Das heißt, da gucke ich natürlich, dass ich möglichst standardisiert
- 7:160: unterwegs bin, dass ich das so mache wie alle anderen
- 7:180: auch, um einfach konform zu sein mit den Vorgaben.
- 7:220: Und dann hast du natürlich Bereiche, wo du, dich vielleicht als Unternehmen
- 7:250: ein bisschen individualisiert platzieren möchtest. Aber trotzdem hast du auch da
- 7:290: immer Komponenten, die immer gleich sind ‒
- 7:320: zum Beispiel Logistikprozesse sind dann vielleicht auch sehr ähnlich.
- 7:370: Wenn ich ein Paket von Regal A nach Regal
- 7:410: B bringe, ist das bei den meisten Unternehmen ungefähr gleich.
- 7:460: Aber dann kann es natürlich Nuancen geben, wo wir dann in die Individualität
- 7:500: reingehen und dann sagen: Ja, ab da ‒ zum Beispiel wenn es sehr kundenorientiert
- 7:540: ist, dass wir da mehr Wert durch Individualisierung schaffen.
- 7:580: Aber im Hintergrund haben wir einen
- 8:000: starken, standardisierten Kern, der uns einfach ermöglicht:
- 8:040: Auch wenn diese coole, fancy, kundenorientierte
- 8:080: App mal nicht funktioniert, kann ich trotzdem noch Rechnungen stellen,
- 8:130: ich kann Buchhaltung machen, ich kann
- 8:160: mein
- 8:170: Lager bewirtschaften, ohne dass mir das alles um die Ohren fliegt.
- 8:210: Und das ist der große Vorteil von Standardisierung.
- 8:230: Das heißt du hast gesagt: der starke,
- 8:250: standardisierte Kern ‒ das klingt erstmal nach etwas
- 8:290: Sinnvollem für mich, aber so richtig greifbar vorstellen kann ich es mir nicht.
- 8:330: Kannst du vielleicht uns
- 8:350: ‒ und damit meine ich jetzt vielleicht auch die Hörerinnen und Hörer ‒
- 8:370: und mich so ein Beispiel, dass wir uns das ein bisschen
- 8:410: besser vorstellen können,
- 8:420: was denn dann so diese "Ur-Standardisierungslösung" sein könnte?
- 8:480: Ja, gerne. Also ich nehme immer da
- 8:490: mein Lieblingsbeispiel Smartphone zur Hand, weil ich finde,
- 8:530: ein Smartphone lässt sich relativ gut vergleichen mit IT-Landschaften.
- 8:570: Weil unser Smartphone,
- 9:010: jeder von uns hat eins.
- 9:030: Wir haben alle Apps drauf.
- 9:040: Wir nutzen unser Smartphone täglich. Und
- 9:090: du wie auch ich ‒ wir
- 9:100: nutzen vielleicht YouTube, wir nutzen Spotify,
- 9:140: wir nutzen Outlook usw. und viele weitere Apps.
- 9:190: Wir nutzen aber alle dieselben Apps.
- 9:220: Trotzdem: Wenn du dein Smartphone
- 9:240: entsperrst, wirst du wahrscheinlich so nach fünf Sekunden ‒
- 9:270: mal davon abgesehen vom Hintergrund ‒ nach fünf Sekunden merkst du, dass es
- 9:300: dein Smartphone ist. Warum? Nicht,
- 9:340: weil du Applikationen darauf programmiert hast oder groß was
- 9:380: eingebaut hast, sondern weil ich das Layout sehe.
- 9:410: Genau, weil es bei jedem anders
- 9:440: aussieht. Weil ich da ein Bild als Hintergrund habe zum Beispiel.
- 9:460: Oder weil ich eine bestimmte Kombi an Apps habe.
- 9:490: So? Genau, genau.
- 9:500: Und vielleicht, dass du da also einfach schon (...)
- 9:530: nur die Anzahl Apps macht schon einen Unterschied, wie du die angeordnet hast.
- 9:570: Das hast du ja sehr stark nach deinen Bedürfnissen angepasst:
- 10:000: Wie du arbeitest, was wichtig ist für deinen Beruf,
- 10:030: für dein Privatleben,
- 10:040: was du so nutzt im täglichen Gebrauch.
- 10:070: Trotzdem sind das dieselben Apps, die ich auch nutze. Und wahrscheinlich, sieht
- 10:100: mein Smartphone komplett anders aus.
- 10:140: Auch teilweise, wenn wir in die Apps reingehen,
- 10:150: wird es anders aussehen,
- 10:170: weil vielleicht hast du
- 10:190: bei deiner Mailbox noch Regeln mit oder
- 10:220: in deinem Kalender alles farbcodierst.
- 10:250: Bei mir hat alles die gleiche Farbe. Und so
- 10:280: kannst du nicht nur durch die Applikation an sich, sondern auch in den Applikationen
- 10:340: selbst eine Individualisierung und eine Effizienzsteigerung erreichen,
- 10:390: ohne dass du Entwicklerkenntnisse hattest,
- 10:430: ohne dass du die App auseinandernehmen musstest oder dir gar neu gebaut hast
- 10:480: oder selbst gebaut hast. Und das ist, denke ich, da
- 10:520: auch die Parallele, dann zu
- 10:530: den IT-Systemlandschaften: dass nicht immer alles
- 10:560: selbst gebaut sein muss, sondern die Individualität
- 11:000: dann dadurch kommt, wie wir die Sachen kombinieren
- 11:030: und wie die Apps zum Beispiel auch miteinander interagieren.
- 11:090: Jetzt haben wir dieses Smartphone-Ökosystem
- 11:110: als Beispiel, was ich wirklich sehr, sehr gut finde.
- 11:140: Wie können wir das jetzt auf die IT in der Praxis,
- 11:170: in deinem Arbeitsalltag vielleicht noch ein bisschen griffiger übertragen,
- 11:210: William?
- 11:230: Genau. Ja,
- 11:250: ich mache viel
- 11:260: auch eben das Beispiel:
- 11:280: wenn ich eine App installiere oder ich suche mir zum Beispiel im
- 11:310: Play Store ‒ oder welche Application- Platform man da nutzt ‒ suche ich mir ja (...)
- 11:370: Habe ich zunächst einen Need, ein Bedürfnis, ein Problem, das ich lösen will.
- 11:410: Dann gehe ich auf die entsprechende Plattform,
- 11:440: schaue: Was habe ich für eine App?
- 11:460: Schaue mir natürlich meistens auch Bewertungen an, wie häufig
- 11:490: wurde das heruntergeladen, zieh mir die App und nutze die dann. Und das
- 11:540: ist ein ähnliches Prinzip wie auch mit Standardsoftware.
- 11:580: Ich schaue mich am Markt um:
- 12:000: Was gibt es da an Standardsoftware? Was erfüllt
- 12:040: mein Bedürfnis zu einem hohen Grad?
- 12:060: Wahrscheinlich wird es nicht 100 %
- 12:090: der Bedürfnisse erfüllen ‒ nicht zumindest ins kleinste Detail.
- 12:120: Also ich habe auch Wünsche offen in der Outlook-App.
- 12:160: Ich würde wahrscheinlich auch
- 12:160: gerne Sachen anders haben. Aber ich muss halt ganz klar sagen,
- 12:200: dass eine eigene E-Mail-Inbox zu programmieren ‒
- 12:250: grenzt an Wahnsinn, das zu tun.
- 12:280: Und dann
- 12:300: halt zu sagen: Okay, ich gehe diese Kompromisse ein.
- 12:320: Ich schaue mich auf dem Markt um: Was passt am besten zu meinen Bedürfnissen?
- 12:370: Dann beschaffe ich diese Software oder diese
- 12:400: mehreren Software-
- 12:420: Umgebungen und schaue, dass diese gut miteinander zusammenarbeiten.
- 12:460: Weil wenn wir noch mal das Beispiel Smartphone nehmen:
- 12:510: Das Schöne am Smartphone
- 12:530: ist, dass die Apps ja auch miteinander zusammenarbeiten.
- 12:560: Das heißt, ich kann ja zum Beispiel in Outlook jederzeit ein PDF öffnen
- 13:010: mit meinem Adobe Acrobat Reader.
- 13:040: Ja, dann kann ich das über OneDrive sharen
- 13:070: und dann kann ich dir das auf Teams schicken.
- 13:090: Und das ist der große Vorteil von Standardisierung:
- 13:120: Dass diese Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten funktioniert.
- 13:150: Und das ist das Gleiche bei Software auch.
- 13:170: Wenn ich da sehr stark im Standard bin, kann ich besser integrieren.
- 13:210: Die sind kompatibler. Verstehe ich total.
- 13:240: Und was für mich jetzt auch noch mal von außen ein
- 13:260: Stichwort ist, ist sicherlich auch ein Kostenpunkt.
- 13:290: Also wenn ich irgendwie daran denke, dass ich jetzt mir selber ein
- 13:330: eigene Lösung bauen lasse, dann ist das sicherlich auch noch mal was anderes.
- 13:380: Du bist ja quasi jemand, der dann so an diesem Schnittpunkt ist
- 13:410: zwischen: Was kann man da individuell lösen und was kann man standardmäßig
- 13:450: kostengünstig bekommen?
- 13:460: Oder ist es wirklich so ein Kostenfaktor? Nimm uns da mal mit.
- 13:510: Das ist
- 13:520: eine nicht ganz einfache Frage, weil
- 13:560: man das immer auf den Betrachtungshorizont
- 14:020: anpassen oder betrachten muss.
- 14:040: Weil wir haben natürlich (...)
- 14:070: Wenn du natürlich viele Entwickler bei dir zu Hause rumstehen hättest
- 14:100: und du sagen würdest: "Hey, bau mir mal eine bessere
- 14:130: Spotify-App" und du hast 20 Entwickler
- 14:160: zu Hause rumstehen ‒ dann ja, vielleicht ist es günstiger.
- 14:190: Eher unwahrscheinlich, dass man das so irgendwo hat.
- 14:230: Leider nein.
- 14:250: Schön wär's, teilweise.
- 14:270: Aber, dann ist es vielleicht mal günstiger, einfach die App zu entwickeln
- 14:320: oder einen ersten Start zu machen,
- 14:360: eine einfache Version zu bauen.
- 14:390: Aber vor allem, wenn ich das Langfristige betrachte, kostet es mich trotzdem mehr.
- 14:440: Weil wenn ich dann Applikationen habe mit verschieden (...)
- 14:490: Zum Beispiel jetzt bei Spotify: Es kommt ein neues Musikformat
- 14:520: auf den Markt,
- 14:530: dann muss ich meinen 20 Entwickler wieder sagen: "Hey, kommt,
- 14:570: wir müssen das jetzt alles neu bauen oder anpassen."
- 15:000: Wohingegen ich vielleicht bei Spotify
- 15:030: jetzt ein konkretes Beispiel habe: Subscription, und dieses
- 15:090: Feature oder
- 15:090: diese Funktionalität ist natürlich im Preis inkludiert,
- 15:130: und natürlich kriege ich immer schön die Updates.
- 15:150: Das heißt, teilweise kann es halt schon sein, dass ‒
- 15:170: wenn ich die vielen Ressourcen habe ‒
- 15:200: die initiale Entwicklung vielleicht günstiger ist.
- 15:230: Trotzdem brauchst du ja die Entwickler, da zahlst du ja auch Lohnkosten usw.
- 15:290: Aber dann langfristig ‒
- 15:320: die Pflege und das Warten der Software
- 15:350: generiert natürlich signifikanten Kosten
- 15:380: Und dann hast du das typische Beispiel, das viele unserer Kunden haben:
- 15:410: Dann hast du halt einen Entwickler, der hat das gebaut,
- 15:440: und dann verlässt er das Unternehmen.
- 15:460: Was machst du dann?
- 15:480: Hm, also man kann es gar nicht eben so pauschal sagen,
- 15:510: dass das jetzt automatisch die einfachste Lösung ist, sondern es ist,
- 15:550: denke ich dann tatsächlich ‒ und da sind wir wieder bei dem Stichwort individuell.
- 15:590: Was aber ein ganz anderes Stichwort ist, was man ja kaum außen vor lassen kann,
- 16:030: ist das Stichwort künstliche Intelligenz, AI, KI.
- 16:080: Und da würde ich, William, auch gern noch deine Einschätzung erfragen
- 16:110: wollen, nämlich: Inwiefern vielleicht auch Standardisierung
- 16:150: eine Voraussetzung für oder gegen KI sein kann.
- 16:190: Wie würdest du da nochmal uns Input mitgeben?
- 16:230: Sehr gerne.
- 16:240: Ich denke, aus meiner Sicht ist Standardisierung
- 16:280: die Voraussetzung für
- 16:310: sinnvolle, nachhaltige KI-Nutzung.
- 16:350: Also das ist vielleicht ein bisschen gewagter Satz, ist
- 16:390: mir ja durchaus bewusst, aber
- 16:430: hoffe ich kann ihn auch begründen. Und zwar: Aus meiner Sicht
- 16:470: ist einer der wichtigsten ‒ oder wir alle wissen: die wichtigste ‒
- 16:510: Voraussetzung für KI sind Daten.
- 16:550: Das heißt, ich brauche Daten, um das zu füttern, zu individualisieren,
- 16:590: auf meine Bedürfnisse anpassen zu können, um die Modelle zu trainieren usw.
- 17:040: Das heißt ich brauche Daten.
- 17:070: Ich als Unternehmen
- 17:090: habe aber nicht immer diese Daten.
- 17:120: Das heißt, ein großer Vorteil resultiert natürlich daraus, wenn ich standardisierte
- 17:170: Software habe, dass ich KI natürlich da schon mit drin habe,
- 17:210: welche durch zum Beispiel SAP,
- 17:250: Microsoft antrainiert wurde oder ‒ wenn man ChatGPT nimmt ‒
- 17:290: dann hast du das Modell, das ist schon antrainiert und kann genutzt werden.
- 17:330: Anstatt dass ich
- 17:340: natürlich das Rad neu zu erfinden versuche
- 17:370: und dann irgendwie ein Data- Engineering-Team aufbaue,
- 17:430: kann ich dann
- 17:440: natürlich mit relativ geringen Investitionskosten ‒
- 17:470: vielleicht kostet mich das ein bisschen zusätzliche Lizenz ‒ KI nutzen.
- 17:510: Und dann kommt noch ein zusätzlicher Punkt:
- 17:540: Ich kann KI nutzen, wo ich es auch brauche.
- 17:580: Das heißt, was ich damit meine, ist:
- 18:000: Wenn wir jetzt zum Beispiel auch wieder das Smartphone-Beispiel dazu nehmen ‒
- 18:030: Ich mache Word auf, ich mache ein Angebot für einen Kunden,
- 18:080: dann will ich nicht in meine eigene KI abspringen,
- 18:120: dann irgendwas starten, aktivieren, Daten reinschmeißen,
- 18:160: das Ding antrainieren.
- 18:180: In der Zeit hätte ich es wahrscheinlich selber geschrieben.
- 18:210: Sondern ich will den Copilot
- 18:230: aufmachen, dem sagen: "Hey, ich brauche das und das",
- 18:270: und er macht mir schon den ersten Vorschlag.
- 18:290: Und da kommt halt wieder der große Punkt von
- 18:320: Integration ‒ und die KI halt
- 18:370: auch so greifbar zu machen für die Endnutzer.
- 18:400: Und dann bringt es mir einen Mehrwert, weil dann verliere ich keine Zeit
- 18:440: mit großen Softwaresprüngen oder damit verschiedene Tools zusammenzuführen,
- 18:480: sondern ich habe das, was ich brauche an einem Ort und kann dann loslegen
- 18:530: und tatsächlich meinen Job, meine Aufgabe erfüllen ‒
- 18:570: ohne große Probleme. Und das, denke ich, ist der Grund, warum Standardisierung
- 19:010: so wichtig ist,
- 19:020: weil wir dann halt wirklich die Sachen auch nutzen können,
- 19:050: die schon da sind und den Mehrwert da generieren können.
- 19:090: Also KI sozusagen auch schon fast als Schlüssel ‒ oder Standardisierung,
- 19:140: so rum ‒ als Schlüssel für ein stärkeres
- 19:170: Wachstum, das dann durch KI möglich ist.
- 19:190: Was wäre denn, wenn da diese Basis nicht standardisiert ist ‒
- 19:230: zum Vergleich, wenn man da jetzt KI nutzen möchte?
- 19:270: Ist ein spannendes Gedankenexperiment.
- 19:310: Das sehen wir halt tatsächlich auch bei vielen Kunden.
- 19:350: Konkretes Beispiel ‒ oder ich mache mal gerne das Beispiel:
- 19:370: Ich habe eine Abfrage und würde gerne wissen, wie meine Mitarbeiter
- 19:420: performen ‒ abhängig von ihrem Alter.
- 19:460: Man kann sich jetzt schon vorstellen: Das
- 19:480: muss aus verschiedenen Systemen kommen.
- 19:490: Das muss wahrscheinlich aus dem HR- System kommen ‒
- 19:530: das Alter, vielleicht Personeninformationen, ich weiß privacy-
- 19:570: technisch ein bisschen eine schwierige Abfrage, aber wir ignorieren das mal.
- 20:030: Dann habe ich die Performance ‒
- 20:050: das kann bei jemandem im Einkauf
- 20:080: oder im Verkauf eine andere Software sein,
- 20:130: wo ich die ganzen Verkäufe tracke.
- 20:170: Und dann habe ich vielleicht jemand, der in der Logistik arbeitet,
- 20:190: und dann habe ich zum Beispiel eine Lagerbewirtschaftungssoftware.
- 20:250: Und wenn ich dann natürlich verschiedenste
- 20:270: Applikationen habe, diese Daten zusammenzukriegen,
- 20:310: wenn das auch vor allem individualisierte, gebaute
- 20:350: Applikationen sind und ohne Schnittstelle, dann ist das
- 20:390: fast unmöglich.
- 20:400: Weil dann fange ich an, Excel rauszuziehen
- 20:430: oder packe das irgendwo in eine Datenbank, schmeiß es rein.
- 20:470: Aber es ist dann mit hohem manuellen Aufwand verbunden.
- 20:500: Und wenn ich dann die standardisierte Schnittstelle habe,
- 20:530: kann ich natürlich auf die Daten jederzeit zugreifen ‒
- 20:560: oder noch besser:
- 20:570: Ich habe natürlich eine Softwareumgebung, die das alles schon zusammenführt
- 21:020: und dann natürlich auch direkt zugreifbar macht,
- 21:050: und ich dann tatsächlich an einem Ort, irgendwo Chatbots anmelde und sage: "Ja,
- 21:100: gib mir die Information,
- 21:110: die Auswertung", ohne dass ich in drei Systemen rumturnen musste.
- 21:160: Und dann habe ich einen messbaren Mehrwert
- 21:200: in KI.
- 21:230: Also genau so kann man eben noch mal sehen,
- 21:250: wie tatsächlich dann die Basis durch eine Standardisierung
- 21:300: auch nochmal es für ein Unternehmen leichter machen kann, eben KI einzusetzen.
- 21:340: Jetzt sind wir da schon mittendrin,
- 21:370: aber eigentlich, William, würde ich dich gerne nicht gehen lassen,
- 21:410: ohne noch mal ganz konkret zu fragen:
- 21:430: Wie komme ich denn überhaupt zur Standardisierung?
- 21:460: Wo fange ich an, wenn ich als Unternehmen
- 21:490: nochmal an der Stelle was ändern möchte?
- 21:550: Der erste Schritt
- 21:560: ist immer das Schwierigste, sagt man immer so schön,
- 21:590: und das ist auch bei dem Thema nicht ganz einfach.
- 22:030: Wenn wir unsere Kunden betrachten
- 22:060: oder auch unsere eigenen Systemen intern:
- 22:090: Wir haben viele, vielleicht veraltete Systeme, die historisch gewachsen sind.
- 22:130: Man hat doch hier und da mal ein bisschen was gebastelt,
- 22:170: hat vielleicht Sachen selber entwickelt,
- 22:200: darauf aufgebaut,
- 22:230: die dann aber tatsächlich halt nicht gewartet wurden.
- 22:250: Das heißt, das ist ein großes Problem. Das heißt, das waren jetzt große Investitionskosten
- 22:300: und das natürlich dann auch auf die neueste Version zu bekommen.
- 22:340: Grundsätzlich ist
- 22:360: aus meiner Sicht der erste Schritt, sich ein Konzept zu überlegen ‒
- 22:410: ein gesamtheitliches Konzept. Das beinhaltet: Wo bin ich jetzt,
- 22:450: wo will ich hin?
- 22:470: Also ich arbeite eine Vision aus:
- 22:510: Welche Komponenten will ich haben? Was ist mir wichtig?
- 22:540: Es beginnt halt schon vorher:
- 22:570: Was sind überhaupt wirklich meine Bedürfnisse?
- 22:590: Hat sich vielleicht auch etwas
- 23:010: vor fünf Jahren, vor zehn Jahren geändert?
- 23:030: Vielleicht habe ich neue Bereiche erschlossen,
- 23:060: vielleicht habe ich auch eine andere Art von Mitarbeitern, die sich andere
- 23:110: Funktionalitäten wünschen.
- 23:120: Ich habe andere Kunden.
- 23:130: Das heißt, ich muss mir vielleicht auch noch mal
- 23:150: kurz Gedanken machen: Was sind überhaupt
- 23:170: die Bedürfnisse an das System und die Systemlandschaft?
- 23:200: Und dann wirklich von da in die Planung gehen zu können: Ja,
- 23:240: wie komme ich dahin?
- 23:250: Was ist die Umgebung? Was könnten Softwareapplikationen sein?
- 23:290: Und das heißt dann nicht, dass ich das von heute auf morgen aus
- 23:320: implementieren muss.
- 23:330: Aber was ich auch jetzt viel mit Kunden
- 23:350: mache, ist: einen Fünfjahresplan, vielleicht sogar Zehnjahresplan ausarbeiten.
- 23:400: Wo wollen wir hin?
- 23:420: Was ist das Ziel? Weil
- 23:440: der Plan wird sich ja tausendmal noch ändern ‒
- 23:460: das ist uns allen bewusst.
- 23:470: Die Softwareumgebung, die Softwarelandschaft ist so wechselhaft,
- 23:510: so dynamisch.
- 23:530: Aber zumindest wissen wir
- 23:550: eine Stoßrichtung, und da können wir hin arbeiten ‒
- 23:570: eine Bedarfsplanung,
- 23:590: ganz wichtig, ganz am Anfang.
- 24:000: Und wie sieht denn dann ein
- 24:030: gesamtheitliches Konzept aus, das dann tatsächlich zukunftssicher sein könnte?
- 24:080: Kann man das in so einer Kürze überhaupt zusammenfassen?
- 24:120: Ja, also gut, "zukunftssicher" ist immer schwer.
- 24:140: Man versucht es möglichst zukunftssicher zu gestalten.
- 24:170: In der nahen Zukunft.
- 24:190: Genau weil ‒
- 24:220: wie schon gesagt ‒ wenn ich schon nur
- 24:240: bei mir in der SAP Umgebung schaue, wie schnell sich das alles ändert.
- 24:280: Das neue SAP (...).
- 24:300: Wir kennen
- 24:300: das ‒ die, die in SAP unterwegs sind, die wissen
- 24:320: was über den Haufen geworfen wird, was neu auf den Markt kommt,
- 24:350: was akquiriert wird. Das ändert sich ständig.
- 24:400: Macht es aber aus meiner Sicht sehr spannend, weil du natürlich auch
- 24:430: immer mit jeder Änderung großes Potenzial für Verbesserungen hast.
- 24:470: Nichtsdestotrotz kann man natürlich
- 24:490: die Bedürfnisse versuchen, mit der Umgebung abzudecken.
- 24:530: Das heißt, ich überlege mir natürlich: Was habe ich
- 24:570: vielleicht für Applikationen im Bereich Logistik?
- 25:000: Was habe ich für Applikationen
- 25:010: vielleicht im Finanzbereich? Vielleicht kann ich das auch zusammen abdecken.
- 25:050: Und dann, wie das denn konkret aussieht ‒ jetzt zum Beispiel in unserem Fall ‒
- 25:100: ist, dass man dann zum Beispiel das Cloud ERP von SAP als Kern nutzt,
- 25:130: dann darauf aufbaut (...) Business Technology
- 25:160: Platform, sich zum Beispiel dann mit SuccessFactors
- 25:190: der HR-Lösung das Ganze zusammen anbindet, dann einen sauberen End-to-
- 25:240: End-Prozess hat bei Mitarbeiter ‒ vom Onboarding bis zum Offboarding
- 25:290: oder bis zum Retirement, im Optimalfall natürlich.
- 25:330: Und das bringt dann verschiedene Komponenten zusammen. Und wir
- 25:380: versuchen ja, ein gutes Fundament ‒ zum Beispiel durch die Business Technology
- 25:420: Platform ‒ zu bauen, um auch jederzeit neue Sachen hinzufügen zu können.
- 25:460: Das ist ja auch immer das Wichtige.
- 25:480: Ich glaube,
- 25:480: das ist ein guter Punkt, um so ein Grundgefühl dafür zu kriegen,
- 25:530: wie man da als Unternehmen in den nächsten Schritt gehen kann, in der nahen Zukunft.
- 25:580: So gebe ich das noch mal mit an der Stelle.
- 26:010: Und ich würde sagen, genauso kann man natürlich auch noch mal mehr
- 26:040: Informationen bekommen ‒ im direkten Austausch.
- 26:060: Ich kann an der Stelle erstmal sagen William Martini, Head of BTP Cluster
- 26:100: bei Scheer IDS ‒ Danke, dass du dich gemeinsam mit mir an dieses, für jemanden,
- 26:150: der das nicht tagtäglich macht, komplexe Thema herangewagt hast.
- 26:180: Ich freue mich,
- 26:190: danke für diese Einblicke! Und ich kann nochmal an Sie oder an euch
- 26:230: Hörerinnen und Hörer sagen:
- 26:240: Vielen Dank fürs Einschalten und Mithören und bis zum nächsten Mal.
- 26:280: Machen Sie es gut! Tschüss.
- 26:290: Hat mich sehr gefreut ‒
- 26:310: und tschüss.
- 26:330: Das war re:invented
- 26:350: der Business Podcast von Scheer IDS.
- 26:370: Mehr Impulse, Best Practices und Hintergründe
- 26:400: finden Sie auf scheer-ids.de.
- 26:440: Wenn Sie wollen, hören wir uns in der nächsten Folge wieder.
- 26:460: Bis dahin machen Sie's gut.