Latest / «Call the Boss» / Adischa Weishaupt, die Bauunternehmerin, die eine Männerdomäne mitprägt
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- 0:00Die Leistung muss auch da sein, das ist auch klar.
- 0:02Aber wenn das Menschliche stimmt in einem Team drin und auch mit
- 0:06der Geschäftsleitung, dann dann funktioniert ein Betrieb und das
- 0:09ist mir sehr wichtig. Call the Boss, Ein Format vom
- 0:16Wirtschaftsnewsletter Zahltag, unterstützt von GF Radio Munot
- 0:20und vom SIG Areal am Rheinfall. Call the Boss Adisha Weisshaupt
- 0:27Co, Geschäftsführerin der Zoe Bedachungen in Gächlingen.
- 0:37Sorry bedach ich adisha weiss das Haupt.
- 0:39Da ist die Nina vom Wirtschaftsnewsletter Zahltag.
- 0:42Hallo adisha. Hallo Nina.
- 0:44Adisha mit deinem Unternehmen und deinen 19 Mitarbeitenden
- 0:48sorgst du dafür, dass deine Kunden ein gutes Dach über dem
- 0:51Kopf haben. Jetzt bist du offensichtlich
- 0:53gerade im Büro, wie häufig stehst du noch irgendwo auf
- 0:56einem Dach oben? Also ganz oben auf dem Dach
- 1:00aktiv oder mit am Arbeiten bin ich eigentlich selten
- 1:05anzutreffen. Ich bin viel.
- 1:07Für administrative Sachen, um Details zu klären, Baustellen
- 1:12miteinander mit dem Polieren oder dem Vorarbeiter zu
- 1:15besprechen, für da bin ich noch viel auf der Baustelle.
- 1:17Für Kundenberatungen bin ich viel auf der Baustelle, aber
- 1:20aktiv draussen am Mitarbeiten liegt bei mir in dem Sinn so
- 1:26heute leider nicht mehr drinnen. Du hast diesen Beruf aber
- 1:29gelernt. Wir reden schnell über deinen
- 1:31Werdegang. Du bist in der Innerschweiz auf
- 1:33die Welt gekommen, in Eschenz in die Schule, gelernte Baustellen.
- 1:37Spenglerin und hast dann eine Polierausbildung gemacht, ist
- 1:41das schon immer dein Ziel gewesen, so ein handwerklicher
- 1:44Beruf? Ja, ich habe mich.
- 1:45Grundsätzlich habe ich mir immer, bin ich immer gerne
- 1:48handwerklich unterwegs gewesen und ist für mich dann auch sehr
- 1:51schnell klar gewesen, dass ich so handwerklich etwas machen
- 1:54will. Das ist schon so gewesen, ja,
- 1:55dass es dann bauspengler geworden ist, hat damit, so mein
- 1:58Vater ist schon gelernter Bauspengler und durch ihn bin
- 2:02ich auf den Beruf aufmerksam geworden.
- 2:05Und durch das habe ich das dann auch gelernt.
- 2:08Das heisst, du bist schon als Kind ab und zu auf der Baustelle
- 2:11gewesen. Ja, wir also als Jugendliche
- 2:14dann vor allem genau als Kinder, weniger aber als Jugendliche,
- 2:17dann ab und zu in den Ferien mit dem Papi mit genau und dann auch
- 2:21dann wirklich auf den Geschmack kommen.
- 2:23Und hast du dich sofort wohlgefühlt auf dem Bau oder
- 2:26hast dich als junge Frau da auch ein bisschen an die vielleicht
- 2:28manchmal rauere Umgangsformen gewöhnen müssen?
- 2:31Nein. Ich habe das eigentlich immer
- 2:32als sehr. Genehm empfunden und ich habe
- 2:35nie schlechte Erfahrungen gemacht auf dem Bau eben mit von
- 2:40wegen raueren Umgangsformen und so.
- 2:43Für mich hat das immer gut gepasst und ich habe immer
- 2:46gefunden gehabt, als Frau kann man so einen Beruf, wie ich ihn
- 2:49gelernt habe, so bauspängeln kann man das sehr gut lernen und
- 2:53ich lege das auch bis heute gerne jungen Frauen ans Herz,
- 2:56dass sie den Beruf anschauen sollen, dass das sehr gut etwas
- 3:00ist und das für eine junge Frau machbar ist.
- 3:04Du hast 2020 die Bedachungsfirma übernommen, die früher Schlatter
- 3:08und Zollinger geheissen hat. Zusammen mit dem Peter
- 3:11Zollinger. Wie ist es zu dem gekommen, hast
- 3:14du dich da darum beworben? Also grundsätzlich hat die
- 3:19Schlatter Zollinger ist dem Peter ist ja schon immer dabei
- 3:21gewesen, also er ist Mitgründer von der Firma gewesen und wo es
- 3:26einen Wechsel in der Geschäftsleitung beziehungsweise
- 3:28einen Rückzug gegeben hat. Hat der Peter von Anfang
- 3:31angesagt? Das ist für ihn gar keine andere
- 3:34Option, als das Geschäft weiterführen wollen.
- 3:38Er hat aber dann gesagt, er wäre wie froh, er braucht wie
- 3:40jemanden, der im administrativen und im Büro drin, also mit den
- 3:45Finanzen buchhalterischen lohnsachen Rechnungen machen
- 3:49offen er unterstützt und da ich dort schon ein paar Jahre tätig
- 3:52gewesen bin, hat er dann wie gefunden, dass das eine super
- 3:55Option wäre, wenn ich da gerne einsteigen würde.
- 3:59Und ich habe natürlich gefunden, das ist natürlich nach
- 4:02Rücksprache mit der Familie und mir das gut überlegen habe ich
- 4:06gefunden, dass das eine gute Chance ist für mich, die ich
- 4:09gerne würde und eine Herausforderung wäre, die ich
- 4:12gerne wahrnehmen würde. Und habt ihr 2 als neue
- 4:16Geschäftsführer von dem Unternehmen in den letzten 5
- 4:18Jahren viel verändert? Ja, ich würde sagen, wir haben
- 4:22sehr viel verändert. Wir, der Peter und ich, wir sind
- 4:24ein sehr gutes Team. Wir haben unsere
- 4:26Aufgabenteilung, haben wir, da haben wir da recht gut gemacht,
- 4:29er ist sehr viel draussen präsent und ich regle Zeug im
- 4:34Hintergrund und dadurch haben wir eine gute wir ein gutes
- 4:39Flair untereinander und auch mit dem Team.
- 4:41Das stimmt super und wir sind gewachsen an dem und konnten
- 4:45auch grösser werden. Und auch mit dem Maschinenpark
- 4:49und allen Sachen haben wir sind wir grösser geworden und
- 4:52gewachsen zusammen. Das ist eigentlich schön, ja.
- 4:55Und was glaubst du, bist du für eine Chefin eher eine strengere,
- 4:59eine lockerere visionärin oder vielleicht eher noch jemand, der
- 5:03an alten Traditionen festhält? Ich versuche eigentlich nicht,
- 5:09das festhalten Traditionen festzuhalten, aber ich sage
- 5:12immer, meine Bürotür ist offen für alle und für jeden.
- 5:17Wenn irgendetwas ist, kann man immer zu mir kommen.
- 5:20Es muss menschlich muss es stimmen, im Team drin und dann
- 5:24funktioniert es recht gut, ohne dass man sich in alles einmischt
- 5:28und alles immer vorkommen muss. Es müssen die Arbeitsabläufe
- 5:32klar müssen stimmen, es muss auch die Leistung muss auch da
- 5:35sein, das ist auch klar, aber wenn das Menschliche stimmt in
- 5:38einem Team drin und auch mit der Geschäftsleitung, dann dann
- 5:42funktioniert ein Betrieb und das ist mir sehr wichtig und uns
- 5:47auch und und da auf das lege ich sehr viel wert.
- 5:51Jetzt baut und saniert ihr Dächer.
- 5:54Kannst du uns in 23 Sätzen sagen, was ein gutes Dach über
- 5:58dem Kopf ausmacht? Auf was schaust du zuerst bei
- 6:01einem Dach? Also zuerst einmal ist es ja
- 6:03immer optisch, das ist ja eigentlich immer das erste.
- 6:08Es gibt ja schön und dadurch sieht man ja auch schnell dann
- 6:11mal, wie alt oder wie neu ist es.
- 6:13Und dann finde ich, ist das ein Stück weit auch eine
- 6:16individuelle Sache. Ich würde sagen, es ein Dach
- 6:19muss dicht sein, es muss verheben und man muss unter dem
- 6:23Dach unten warm haben und es gemütlich haben und wenn die
- 6:27Voraussetzungen stimmen, dann hat man auch ein gutes Dach.
- 6:31Das ist so der typische Auftrag, den ihr immer wieder bekommt.
- 6:35Also wir sind eigentlich spezialisiert auf Sanierungen im
- 6:39Einfamilienhausbereich. Also ich sage jetzt 150
- 6:43Sechzigjähriges Einfamilienhaus sanieren wir energetisch, dass
- 6:49man etwas für den Wärmeverlust machen kann und einfach eben
- 6:52halt natürlich alles wieder dicht ist.
- 6:54Das ist eigentlich so ein typischer Auftrag von uns.
- 6:57Und was ist der speziellste Auftrag, den wir je haben
- 7:01umsetzen? Dürfen wir haben schon viele
- 7:03sehr schöne Aufträge ausführen dürfen, was mir jetzt so in den
- 7:06Sinn kommt, das ist in Schaffhausen eine alte
- 7:11Stadtvilla gewesen, welche eine komplette Dachsanierung gehabt
- 7:15hat und dort haben wir dürfen ein Blechdach drauf machen und
- 7:21dort hat es noch ein Türmchen drin gehabt.
- 7:22Dachform ist recht speziell gewesen.
- 7:25Genau das wäre jetzt so der Auftrag, der mir in den Sinn
- 7:28kommt, der mir geblieben ist. Und da geht einem dann das Herz
- 7:31auf, wenn es spezielle Dachformen sind.
- 7:33Ich würde jetzt sagen, wenn man tagtäglich nur damit zu tun hat,
- 7:37ist es sicher. Es ist sicher eine eine
- 7:39Herausforderung, so etwas und es ist auch schön, wenn man einmal
- 7:43in Anführungs und Schlusszeichen nur ein normales, ein normales
- 7:46Dächer machen kann. Aber es ist sehr schön, wenn wir
- 7:50dann so spezielle Sachen machen, die einen dann herausfordern und
- 7:52auch vor Details, dann steht die nicht eben 0 815 sind und da ist
- 7:56dann genau eben wieder das Handwerk gefragt und das ist
- 7:59sehr etwas Schönes. Doch.
- 8:02Privat hast du dein Dach über dem Kopf in Dachsen mit deiner
- 8:07zehnjährigen Tochter und deinem Mann, einem Flurlinger.
- 8:10Wo hast du mir erzählt, mittlerweile auch bei dir im
- 8:14Unternehmen arbeitet, wie funktioniert das?
- 8:17Ja, wir können uns eben tun, dass wir beide am gleichen Ort
- 8:20arbeiten. Kann man sich das Pensum gut mal
- 8:24ein bisschen einteilen? Mein Mann hat sein Pensum für
- 8:27mich und unseren Betrieb reduziert, dass er mehr zu Hause
- 8:31sein kann und ich mehr für das Geschäft da sein kann und wenn
- 8:35irgendwie zu Hause mal ein Notfall ist oder so, kann man
- 8:38dann halt auch gut mal schnell sagen, du ich muss jetzt das
- 8:42Regeln und dadurch können wir uns gut aufteilen und sind da
- 8:47relativ flexibel miteinander. Und beim Abendessen redet man
- 8:50über die Dächer. Arbeiten ist sicher immer ein
- 8:56Thema und da mein Mann aus der Autobranche kommt und eigentlich
- 9:02nicht so viel Ahnung hat von Dächern, aber ja in der
- 9:05Zwischenzeit als. Als Werkstatt Leiterin bei uns
- 9:09im Betrieb tätig ist, bekommt er ja das Dach auch mit und darum
- 9:12sind die Dächer bei uns tun die Nacht definitiv ein Delim
- 9:15machen. Und wenn du jetzt tatsächlich
- 9:18mal ein bisschen Freizeit hast zwischen Elternarbeit und
- 9:22beruflichem Engagement, was machst du denn?
- 9:24Ich, ich rudere noch. Ich bin bei den Bontonierten
- 9:28Stein am Rhein. Also das heisst, in den
- 9:31Sommermonaten trifft man mich immer auf dem Wasser an und dann
- 9:35tue ich noch gerne ein bisschen rennen ab und zu.
- 9:38Aber genau das Wasser ist schon das, was ich sehr gerne habe.
- 9:41Du bist bei den Bon Turnieren, da hat man das Gefühl, jetzt ist
- 9:44sie täglich in einer Männerdomäne unterwegs und dann
- 9:48sucht sie sich in der Freizeit gerade noch mal eine Nähkurse.
- 9:52Yoga, Damenriege, das wäre nichts gewesen für dich.
- 9:58Nein, ich glaube weniger nein. Aber wir haben natürlich auch
- 10:01bei den Pontonieren ein sehr gutes, tolles Frauenteam und ich
- 10:05rudere auch mit einer Frau zusammen, darum kommen die
- 10:08Frauen dort sicher auch nicht kurz.
- 10:13Sehr gut. Adischa Wir sind leider schon am
- 10:16Schluss von dem Gespräch angelangt und schauen wie immer
- 10:19noch ein bisschen in die Zukunft.
- 10:20Was möchtest du beruflich oder auch privat unbedingt noch
- 10:24erreichen, das ist eine sehr gute Frage.
- 10:27Ich würde sagen, wichtig ist für mich auch für die Zukunft, dass
- 10:33wir, dass wir den Betrieb so wie wir aufgestellt sind,
- 10:37weiterführen können. Die Lehrlingsausbildung ist uns
- 10:40etwas, was uns sehr am Herzen liegt oder auch wir.
- 10:43Schön wäre es, wenn wir das arbeiten, dass wir dort immer
- 10:46Lernende haben, die die Ausbildung machen und und gut
- 10:52abschliessen können. Und genau das ist eigentlich so
- 10:56ein bisschen das, was mich antreiben würde, und sonst
- 11:00schauen wir, was es bringt. Also das ist auch ein kleiner
- 11:02Aufruf. Ihr wärt dankbar für ein paar
- 11:05Lernende. Also wir haben Lernende, aber
- 11:09ich sage eben, es ist ja allgemein in den Bauberufen
- 11:13nicht ganz so einfach, oder die Lehrstellen sind schwierig zu
- 11:17besetzen. Darum ist es sicher immer schön,
- 11:20wenn man Interessenten hat und junge Erwachsene, die sich für
- 11:24unsere Berufe interessieren und klar, unsere Türen sind offen
- 11:28für den, für den Spengler wie auch für den Dachdecker.
- 11:32Adischa wünschen wir euch bei dieser Rekrutierung viel Erfolg
- 11:35und auch sonst weiterhin viel Weitsicht von unseren Dächern
- 11:40und auch sonst im Leben. Danke vielmals für das Gespräch.
- 11:43Danke dir, Mina vielmals. Call the Boss, Ein Format vom
- 11:50Wirtschaftsnewsletter Zahltag, unterstützt von GF Radio Munot
- 11:54und vom sig Areal am Rheinfall.