Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #21 Folge 7: Die eiskalte Schulter der Liebe: Belohnungsentzug bei Sucht (CRAFT-Mindset 7/14)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Vertiefung.
- 0:03Schön, dass du da bist und dir ja die Zeit nimmst.
- 0:07Heute tauchen wir gemeinsam in einen Artikel von Gabriel ein.
- 0:11Auf der Webseite Nielix Berlin und der Titel, der lässt schon
- 0:15aufhorchen, das CRFT Mindset Manifest Teil 7 Schluss mit dem
- 0:21Freifahrtschein, die eiskalte Schulter der Liebe
- 0:24Belohnungsentzug. Puh, unsere Quelle ist also
- 0:28dieser sehr persönliche Artikel. Er beschreibt eine Technik, den
- 0:32Belohnungsentzug als Teil der CRFT Methode.
- 0:36Genau das ist ja dieser Ansatz für Angehörige von Menschen mit
- 0:40Suchtproblemen. Richtig und ganz wichtig, das
- 0:43betont der Artikel auch direkt. Es gibt eine Trägerwarnung, sich
- 0:47bewusst zurückzuziehen, ja auch von netten Gesten, wenn der
- 0:51Partner konsumiert hat. Das kann sich erst mal echt hart
- 0:54anfühlen, vielleicht sogar wie Strafe.
- 0:56Gabel schreibt auch, es braucht Mut, was wir vielleicht auch
- 0:59wissen sollten. Gabel schreibt auf nielix Berlin
- 1:02ja sehr offen aus eigener Betroffenheit über sucht, über
- 1:06psychische Themen, also lass uns das Mal auseinander nehmen,
- 1:10Gabel fängt ja mit einer Szene an aus seinem eigenen Leben, er
- 1:14sitzt high auf dem Sofa, sein Partner ist trotzdem da, ist
- 1:17nett, kocht sogar, sie schauen den Film, klingt ja erst mal ja
- 1:21nach Harmonie. Trotz allem.
- 1:23Warum ist das aus Gabriels Sicht so, wie er es im Artikel
- 1:27beschreibt, ein Problem? Genau das ist der Punkt.
- 1:30Diese auf den ersten Blick vielleicht sogar gute
- 1:33deeskalierende Nettigkeit während des Konsums, das ist die
- 1:38Krux. Gabriel argumentiert eben, dass
- 1:40dieses Verhalten, auch wenn es total gut gemeint ist, die sucht
- 1:45unbeabsichtigt füttert, es sendet halt seiner Erfahrung
- 1:48nach die fatale Botschaft. Kein Problem, du kannst beides
- 1:52haben, den Rausch und die Geborgenheit, die Normalität,
- 1:56die Beziehung, alles läuft weiter.
- 1:59OK, verstehe. Und der Belohnungsentzug nach
- 2:01Craft, wie ihn der Artikel dann beschreibt, im Abschnitt die
- 2:05Fakten, der ist eben ganz bewusst keine neue Strafe.
- 2:09Es geht nicht darum, dem anderen 1 Reinzuwürgen, sondern sondern
- 2:13darum, ganz gezielt bestehende, oft ja unbewusste Belohnungen zu
- 2:18beenden. Aber eben nur dann, wenn
- 2:21konsumiert wurde. Also was für Belohnungen können
- 2:23das sein? Das können ganz alltägliche
- 2:26Sachen sein, die liebevolle Aufmerksamkeit, der gemeinsame
- 2:30Filmabend, das interessierte Gespräch.
- 2:33Vielleicht nur ein Lächeln, wenn diese positiven Dinge plötzlich
- 2:37wegfallen, sobald Konsum im Spiel ist.
- 2:40Das ist der Belohnungsentzug, das Craft Manual, auf das sich
- 2:44Gabriel ja bezieht, nennt das wohl eine Auszeit von positiver
- 2:48Verstärkung. Eine Auszeit von Verstärkung,
- 2:51OK. Genau das Ziel ist diese
- 2:54automatische Verknüpfung im Gehirn zu schwächen.
- 2:57Konsum führt eben nicht mehr automatisch zu einem angenehmen
- 3:00Miteinander. Das ist echt n starker Gedanke.
- 3:02Nicht strafen, sondern etwas wegnehmen, was vorher vielleicht
- 3:05sogar unbewusst gestärkt hat. Hm der Artikel geht dann ja auch
- 3:10tiefer rein in die psychologischen Mechanismen,
- 3:13Stichwort Extinktion. Das klingt sehr technisch.
- 3:16Ja, Extinktion oder Löschung? Was verbirgt sich dahinter?
- 3:22Laut dem Artikel? Das ist ja ein Begriff aus der
- 3:26Lerntheorie, ganz vereinfacht gesagt, ein gelerntes Verhalten
- 3:31wird schwächer oder verschwindet sogar ganz, wenn die erwartete
- 3:35positive Folge, also die Belohnung, ausbleibt.
- 3:39Unser Gehirn liebt ja Muster, wenn das Muster also lautet.
- 3:44Ich konsumiere, aber mein Partner bleibt nett.
- 3:47Wir machen es uns gemütlich, dann ist das ne sehr stabile
- 3:50Verbindung, die stützt das Konsumverhalten.
- 3:53Logisch ist die erwartete Nettigkeit weg, die gemeinsame
- 3:56Zeit ist weg, das erzeugt so stets im Artikel einen inneren
- 4:00Konflikt. Eine kognitive Dissonanz.
- 4:03Kognitive Dissonanz, also ein Widerspruch im Kopf?
- 4:05Genau, es passt nicht mehr zusammen, es irritiert und führt
- 4:08zu Frustration. Und jetzt kommt der Clou, den
- 4:11der Artikel betont. Genau diese Frustration, die ist
- 4:14nicht nur negativ, sie wird als potenzieller Motor für
- 4:17Veränderung gesehen, aha, sie wirft beim Betroffenen die Frage
- 4:20auf, Moment mal, was ist hier los, was muss ich denn tun,
- 4:24damit das angenehme, die Nähe wiederkommt?
- 4:27Der Artikel betont dabei auch das Kontrastprinzip also wenn du
- 4:30wie. Gabriel, das wohl in einem
- 4:32früheren Teil beschrieben, hat nüchternes Verhalten positiv
- 4:35verstärkst, also belohnst ja, und gleichzeitig bei Konsum die
- 4:39Belohnung entziehst dann entsteht ein maximaler Kontrast.
- 4:43Verstehe. Nüchternheit wird so zum
- 4:46deutlich attraktiveren Weg, um die gewünschte Nähe und
- 4:49Zuwendung wiederzubekommen. Diese Idee, dass Frust ein Motor
- 4:53sein kann, das ist wirklich mal ne andere Perspektive als immer
- 4:57nur alles glatt bügeln zu wollen.
- 4:59Gabriel formuliert das ja auch sehr bildhaft unter der
- 5:02Überschrift Du bist nicht der Unterhalter, der sucht und er
- 5:06spricht von energetischer Selbstverteidigung.
- 5:08Das klingt ja fast schon esoterisch.
- 5:10Ja, könnte man meinen, aber der Artikel versucht das sehr
- 5:14konkret zu machen. Wie denn?
- 5:16Die Kernbotschaft hinter dieser energetischen Selbstverteidigung
- 5:20ist demnach, es geht darum, der Sucht die Aufmerksamkeit und die
- 5:24Energie zu entziehen, die Bühne wegzunehmen, nicht dem Menschen.
- 5:28Danke, das ist n wichtiger Unterschied.
- 5:30Genau. Gabriel beschreibt es als einen
- 5:33Akt des Selbstschutzes, als Verteidigung der eigenen
- 5:37wertvollen Lebensenergie. Die sucht, so die Argumentation,
- 5:41hat einfach kein Anrecht darauf, von dir unterhalten zu werden.
- 5:45Was meint er mit unterhalten? Na ja, sei es durch Streit,
- 5:50endlose Diskussionen oder eben auch durch diese gespielte
- 5:53Normalität. All das gibt der sucht Raum und
- 5:57Energie. Das Beispiel, das er nennt,
- 5:59macht es greifbar. Sein Satz Ich liebe dich, aber
- 6:03ich kann das gerade nicht, ich bin im anderen Zimmer, wenn du
- 6:06wieder klar bist. Dieser Satz trennt ja klar
- 6:10einerseits der Mensch, Ich liebe dich, andererseits das Verhalten
- 6:14oder der Zustand, aber ich kann das gerade nicht.
- 6:17Der Rückzug entzieht der Situation dann die Energie, es
- 6:21geht also nicht um spirituelle Ströme, sondern ganz konkret.
- 6:25Wem schenke ich meine Präsenz, meine emotionale Beteiligung?
- 6:29Und die Antwort ist. Der sucht eben nicht mehr.
- 6:31Richtig, das leuchtet ein, klingt aber in der Situation
- 6:35sicher unglaublich schwer umzusetzen.
- 6:37Gibt der Artikel da auch praktische Hilfe?
- 6:40So ne Art Fahrplan. Ja genau, der Artikel versucht
- 6:44das in einem Survival Kit mit 4 Schritten greifbar zu machen.
- 6:48OK, schritt 1. Erstens.
- 6:50Fang klein an, such dir eine ganz konkrete typische Situation
- 6:55raus, wo du im Nachhinein merkst, Mist, da habe ich den
- 6:57Konsum meines Partners doch irgendwie belohnt.
- 7:00Vielleicht ist es der gemeinsame Kaffee morgens trotz Fahne oder
- 7:03das Nicken beim Zuhören, obwohl er wirres Zeug redet oder eben
- 7:07der Klassiker, der Filmabend nur eine Situation.
- 7:10Gut. Und dann?
- 7:11Zweitens plane deinen Exit. Wie kommst du aus dieser einen
- 7:16Situation ruhig und klar raus? Überleg dir ein 2 neutrale
- 7:20Sätze, so was wie ich merk, das ist gerade schwierig für mich.
- 7:24Ich zieh mich kurz zurück oder ich brauch jetzt was für mich
- 7:28wichtig ohne Vorwurf. Schritt 3.
- 7:31Kommunikation der neuen Regel es ist optional, aber Gabriel
- 7:35empfiehlt es such dir n ruhigen Moment, wenn dein Partner
- 7:39nüchtern ist und erklär es aber nicht als Drohung, sondern als
- 7:43ich Botschaft ich verbringe unheimlich gern Zeit mit dir.
- 7:47Aber ich habe für mich gemerkt, ich kann und will das nicht
- 7:49mehr, wenn du konsumiert hast. Das tut mir nicht gut.
- 7:52Also eine klare Grenze setzen. Genau.
- 7:55Ich brauche da eine klare Grenze für mich und dann viertens der
- 7:59entscheidende und laut Artikel schwierigste Schritt.
- 8:02Die Umsetzung, ja. Die konsequente Durchführung,
- 8:06wenn die Situation eintritt, zieh deinen Plan durch, sag
- 8:09deinen Satz und geh oder? Ohne Diskussion, ohne
- 8:12Rechtfertigung. Die Handlung ist die Botschaft.
- 8:15Dieses Vorgehen wird ja im Artikel mit dem Filmabendtest
- 8:19sehr anschaulich gemacht. Kannst du das Szenario kurz
- 8:22beschreiben und die Optionen aus Sicht des Artikels bewerten?
- 8:26Klar, gerne also Szenario Freitagabend, ihr habt einen
- 8:31Filmabend geplant, dein Partner kommt nach Hause und du merkst
- 8:33sofort okay er oder sie hat konsumiert, setzt dich aufs
- 8:37Sofa, fragt alles klar für den Film, den.
- 8:41Der Artikel gibt jetzt 3 mögliche Reaktionen AB.
- 8:44Und C. Okay.
- 8:46A. A du säufst innerlich, setzt
- 8:50dich dazu, denkst, Hauptsache Ruhe oder Hauptsache daheim, ihr
- 8:54schaut den Film irgendwie BB du explodierst siehst du
- 8:59eigentlich, was du hier machst? Immer dasselbe, du ruinierst uns
- 9:01den Abend. Und dann gibt's Streit.
- 9:03Und C. C du sagst ruhig du, ich merke,
- 9:07du bist nicht ganz klar. Gerade so kann ich den Film
- 9:09nicht genießen. Ich schlage vor wir verschieben
- 9:12das, ich lese stattdessen jetzt ein Buch und dann tust du das
- 9:15auch, gehst vielleicht ins andere Zimmer.
- 9:17Und was ist jetzt laut Artikel die richtige cafd Reaktion?
- 9:21Ganz klar CA ist das klassische Enabling das ermöglichen.
- 9:27Man macht mit, obwohl es einem schlecht geht, sendet das Signal
- 9:30ist okay so. Verstehe.
- 9:33B ist ne offene Bestrafung führt zu Konflikt, Verteidigung löst
- 9:37aber nichts, eskaliert eher. Und C.
- 9:40C. Macht genau das, was der Artikel
- 9:42beschreibt. Es benennt die eigene
- 9:44Wahrnehmung oder das Gefühl. Ich merke, ich kann so nicht
- 9:48genießen, es entzieht klar und ohne Drama die Belohnung, den
- 9:52gemeinsamen Film und vollzieht den Rückzug ruhig, das ist die
- 9:56klare Konsequenz, keine Strafe. Das leuchtet ein, wie der
- 9:59Artikel das so aufdröselt. Aber es bleiben natürlich
- 10:02Fragen. Der Artikel hat ja nicht umsonst
- 10:05einen ausführlichen FEQ Bereich, lasst uns da mal reingehen.
- 10:09Ja, gern. Die erste Sorge, die da
- 10:11aufgegriffen wird, ist das nicht einfach nur passiv aggressiv, so
- 10:16eine Art kalter Liebesentzug. Ja, die Sorge kennt man ne.
- 10:21Der Artikel argumentiert hier aber sehr stark über die
- 10:24Intention hinter dem Verhalten. OK, passiv, aggressiver
- 10:28Liebesentzug, so die Darstellung, der zielt darauf
- 10:31ab, den anderen zu bestrafen, zu manipulieren, ihm Schuldgefühle
- 10:36zu machen, um irgendwas zu erreichen.
- 10:38Der Belohnungsentzug nach Craft wird dagegen als Akt der
- 10:42Selbstfürsorge beschrieben. Und des Grenzensetzens.
- 10:46Ah okay die Botschaft soll nicht sein.
- 10:48Ich bestrafe dich jetzt mit Schweigen, sondern ich schütze
- 10:51mich selbst. Ich kann und will in diesem
- 10:53Zustand keine Zeit mit dir verbringen, weil es mir nicht
- 10:56gut tut. Der Fokus liegt also auf dem
- 10:59eigenen Wohlbefinden. Ganz genau auf dem eigenen
- 11:01Schutz und einer klaren Grenze, nicht darauf, den anderen leiden
- 11:05zu lassen. Das ist der Kernunterschied laut
- 11:07Artikel. Ein ganz, ganz entscheidender
- 11:10Punkt. Was, wenn der Partner auf diesen
- 11:12Rückzug mit Wut reagiert? Oder sogar mit Aggression.
- 11:16Das ist ja eine reale Angst. Absolut.
- 11:18Und da ist der Artikel und er betont, dass das auch die
- 11:21Haltung von Craft selbst ist. Absolut eindeutig und
- 11:25kompromisslos. Deine Sicherheit geht vor immer
- 11:29OK, wenn auch nur der geringste Zweifel besteht, dass dein
- 11:33Rückzug zu verbaler oder sogar körperlicher Gewalt führen
- 11:36könnte, dann ist diese Technik laut Artikel ungeeignet.
- 11:40Also Finger weg davon, ja. Dann darf sie nicht angewendet
- 11:43werden. In solchen Fällen braucht es
- 11:45ganz andere Strategien, professionelle Unterstützung,
- 11:48ein sicherheitsplan Belohnungsentzug ist kein
- 11:51Werkzeug für gefährliche Situationen Punkt.
- 11:54Das ist eine extrem wichtige Einschränkung.
- 11:56Gut, nächste Frage aus dem Artikel, die sicher viele
- 12:00kennen. Der Vorwurf du machst die
- 12:03Beziehung kaputt mit deinem Rückzug.
- 12:05Oh ja. Wie begegnet man dem laut
- 12:07Gabriel? Der Artikel nennt das eine
- 12:09typische Projektion. Der Konsumierende schiebt die
- 12:12Verantwortung für die negativen Folgen seines Tuns auf den
- 12:16Angehörigen. Klassiker, ja.
- 12:18Die Empfehlung im Artikel ist bleib innerlich bei deiner
- 12:22Wahrheit, mach dir klar, nicht mein Rückzug ist das Problem,
- 12:26sondern der Konsum ist der Auslöser für meinen Rückzug.
- 12:31Der Artikel rät dringend davon ab, sich auf Diskussionen oder
- 12:34Rechtfertigungen einzulassen. Also nicht argumentieren.
- 12:36Nein, ruhig bleiben, die Grenze halten, die Handlung für sich
- 12:41sprechen lassen. Das braucht aber sicher enorme
- 12:43innere Stärke, keine Frage. Und die Frage nach der
- 12:46Konsequenz. Muss das wirklich immer sein,
- 12:48auch an Weihnachten, am Geburtstag, gerade wenn man sich
- 12:51doch eigentlich nach Harmonie sehnt?
- 12:53Ja, hier betont der Artikel die absolute Notwendigkeit von
- 12:56Konsistenz. Das ist wohl der Schlüssel.
- 12:58Warum so streng? Weil jede Ausnahme, egal wie gut
- 13:02gemeint, dem anderen signalisiert okay die Grenze ist
- 13:06also doch verhandelbar. Unter bestimmten Umständen gilt
- 13:09sie nicht. Gerade an diesen besonderen
- 13:11Tagen, wo der Wunsch nach näher vielleicht am größten ist,
- 13:14entfaltet die Konsequenz laut Artikel paradoxerweise ihre
- 13:18stärkste Wirkung. Echt gerade dann.
- 13:21Ja, auch wenn es extrem schmerzhaft ist, es
- 13:25unterstreicht die Ernsthaftigkeit.
- 13:27Es sendet eine viel klarere Botschaft als jede Predigt oder
- 13:30jeder Streit es je könnte. Puh, das ist wirklich hart.
- 13:34Bleibt noch dieses allgegenwärtige Schuldgefühl.
- 13:37Der Artikel spricht es ja auch an.
- 13:39Dieses Gefühl, gemein zu sein, den anderen im Stich zu lassen,
- 13:43wenn man sich abwendet. Was sagt die Quelle dazu?
- 13:46Dieses Schuldgefühl wird im Artikel sehr treffend als der
- 13:49Klebstoff der Co Abhängigkeit. Beschrieben.
- 13:52Der Klebstoff. Ja, das, was einen oft lähmt und
- 13:58daran hindert, gesunde Grenzen zu ziehen.
- 14:01Die zentrale Erinnerungshilfe, die der Artikel bietet, ist du
- 14:06lässt nicht den Menschen, den du liebst allein.
- 14:09Sondern. Du lässt seine Sucht allein, du
- 14:12Verweigerst dem destruktiven Muster deine Gesellschaft, deine
- 14:16Energie, deine positive Reaktion und das, so die Schlussfolgerung
- 14:21im Artikel, ist eben nicht herzlos oder gemein.
- 14:25Im Gegenteil, Es kann die Liebevollste und hilfreichste
- 14:29tat in dem Moment sein. Warum das was?
- 14:31Weil sie erst die Bedingungen schafft, unter denen der
- 14:34Betroffene vielleicht erkennt, OK, ich muss was ändern, um
- 14:37diese Verbindung, diese Nähe wiederzubekommen.
- 14:40OK, fassen wir die Kernaussagen des Artikels noch mal zusammen.
- 14:45Der Belohnungsentzug nach Kraft, wie Gabriel ihn beschreibt,
- 14:49heißt also konsequent positive Dinge, Aufmerksamkeit,
- 14:53gemeinsame Zeit, Nettigkeiten zurückhalten, aber nur dann,
- 14:57wenn der Partner konsumiert hat. Genau.
- 14:59Ganz wichtig die Betonung im Artikel.
- 15:01Es ist keine Strafe, sondern eine notwendige Grenze zum
- 15:06Selbstschutz und auch um Nüchternheit im Kontrast
- 15:09attraktiver zu machen. Mir gefällt dieses Bild vom
- 15:12Tanzpartner, das Gabriel da nutzt, man kann nicht
- 15:15gleichzeitig eng mit der Sucht tanzen und auf den Menschen
- 15:18dahinter warten, das ist stark, ja und?
- 15:21Seine persönliche Erinnerung, wie sein Partner einfach
- 15:23aufstand und ging, ohne großes Drama und wie diese stille
- 15:27Botschaft die Illusion so störte, er könne beides haben,
- 15:30Rausch und Beziehung, das hat schon Gewicht.
- 15:34Absolut und für dich als Zuhörer bedeutet das, wenn du dich
- 15:37vielleicht in einer ähnlichen Situation wiederfindest, diese
- 15:40Technik sowie der Artikel sie darstellt, ist eine sehr
- 15:43konkrete, wenn auch emotional echt fordernde Handlungsoption.
- 15:48Sie lenkt den Fokus weg von diesen oft fruchtlosen
- 15:50versuchen, den anderen durch Reden oder streiten zu ändern,
- 15:54hin zur aktiven Gestaltung des Umfelds, es geht darum, den
- 15:58Konsum systematisch die positiven Verstärker zu
- 16:01entziehen. Und dabei die eigene Energie und
- 16:05das eigene Wohlbefinden zu schützen.
- 16:07Der Artikel positioniert es ja auch klar als ein Werkzeug,
- 16:10nicht die einzige Lösung. Ganz genau ein Werkzeug im
- 16:13größeren Craft Werkzeugkasten. Was nehmen wir also mit, diese
- 16:18eiskalte Schulter der Liebe? Der Begriff ist provokant, klar,
- 16:22ja, aber im Kontext des Artikels wird sie eben nicht als Kälte
- 16:25interpretiert, sondern als eine Form von ja klarer, mutiger
- 16:29Liebe. Eine Liebe, die den Menschen
- 16:31hinter der Sucht nicht aufgibt, aber eben aufhört, die Sucht
- 16:34selbst zu nähren und ihr Energie zu geben.
- 16:37Und zum Schluss, inspiriert vom Ausblick im Artikel selbst noch
- 16:41ein Gedanke für dich zu mitnehmen.
- 16:43Gabriel erwähnt ja, dass es im nächsten Teil seines Manifests
- 16:46um das Zulassen von natürlichen negativen Konsequenzen geht,
- 16:50wenn wir jetzt mal diesen Entzug deiner Anwesenheit als eine
- 16:56solche logische Konsequenz auf den Konsum sehen.
- 16:59Dann fragt man sich doch, welche anderen ganz natürlichen
- 17:04Konsequenzen des Konsums werden vielleicht oft aus Liebe, aus
- 17:08Sorge, aus Scham von Angehörigen abgefedert.
- 17:13Ja, guter Punkt, der verpasste Termin.
- 17:16Genau, oder die verlorene Brieftasche, die peinliche
- 17:19Situation beim Abendessen. Die Ausrede beim Arbeitgeber ja.
- 17:25Was könnte denn passieren, wenn man aufhören würde, diese
- 17:27Schutzschirme ständig aufzuspannen?
- 17:29Das ist vielleicht etwas, worüber du nach diesem Gespräch
- 17:31noch ein wenig nachdenken magst, bevor wir ganz schließen, noch
- 17:34ein kurzer Hinweis, der auch im Sinne von Gabriels Arbeit auf
- 17:37Nilix Berlin ist. Ja, bitte.
- 17:39Oder den Podcast auf Plattformen wie Spotify oder Apple Podcasts
- 17:43bewertest und Likest. Das Projekt Nilix Berlin wird ja
- 17:47komplett allein von Gabriel finanziert und erstellt.
- 17:50Genau. Jede Form der Unterstützung
- 17:52hilft Gabriel mit diesem Projekt, sich selbst und
- 17:55gleichzeitig anderen Betroffenen zu helfen.
- 17:57Gabriels persönliches Motto, das ihn antreibt, lautet ja aus
- 18:01allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 18:04Ein starkes Motto so, damit sind wir am Ende unserer heutigen
- 18:08Auseinandersetzung mit Gabriels Artikel über Belohnungsentzug.
- 18:12Wir hoffen, diese detaillierte Betrachtung der Quelle hat dir
- 18:15wertvolle Einblicke oder vielleicht neue Perspektiven
- 18:18gegeben. Benton der Artikel legt wirklich
- 18:20großen Wert auf Konsistenz, auf Selbstfürsorge und vor allem auf
- 18:25Sicherheit bei der Anwendung. Es ist ein anspruchsvolles
- 18:28Werkzeug, das bewusst und überlegt eingesetzt werden will,
- 18:32und oft ist es Teil eines größeren Veränderungsprozesses.
- 18:35Absolut vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
- 18:39Reflektiere gerne, was aus diesem Gespräch für dich.
- 18:42Ja, relevant sein könnte. Pass gut auf dich auf und bis
- 18:45zum nächsten Mal.