Latest / Brichta & Bell - der Wirtschafts-Podcast / 🚀 18 Treffer, 0 Fehlversuche: Der beste Börsenindikator, den fast niemand kennt
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- Und morgen ist ein ganz besonderer Tag, denn dann ist der Jahrestag für den sogenannten Raketenindikator. Und darüber sprechen wir heute. Schön, dass ihr bei uns seid. Willkommen bei Brichter & Bell. Und wer uns regelmäßig zuhört, der kennt den Begriff und weiß, dass das mit steigenden Kursen zusammenhängt. Aber Raimund, für alle, die uns heute vielleicht zum ersten Mal hören, an dieser Stelle erstmal schön, dass ihr dabei seid. Vielleicht ein kurzes Wort zu diesem Indikator. Was ist das? Wie funktioniert der? Und warum ist der so wichtig? Also tatsächlich, hallo ihr da draußen, das ist für mich einer der geilsten Indikatoren, die es überhaupt gibt für den Aktienmarkt. Ganz einfach deshalb, weil er so zuverlässig ist. Und zum anderen ist es auch interessant, der ist ja total unbekannt, niemand kennt ihn. Ich habe ihn tatsächlich Raketenschubindikator genannt, aber nur, weil das ein bisschen eingängiger ist. Der offizielle Begriff, die offizielle Bezeichnung heißt eigentlich the Zweig Breath Thrust Signal. Kann wahrscheinlich niemand was mit anfangen, du auch nicht. Finde ich jetzt deinen Raketenindikator besser, ehrlicherweise. Ja, aber der sagt tatsächlich, da steht eben drin, also erstmal Zweig ist der Name des Jägens, der ihn erfunden hat. Kommen wir vielleicht später noch drauf zu sprechen. Dann Breath Thrust, das ist jetzt auch nicht so einfach zu schreiben und auszusprechen. Breath ist also die Breite und da ist die Marktbreite gemeint und Thrust ist tatsächlich der Schub. Und eben dieser Raketenschub und dieser Indikator, ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, weil wenn ihr da draußen auch im Internet recherchiert, könnt ihr auch die genauen Definitionen euch sicherlich nochmal rausholen und runterladen. Dieser Indikator soll einen wirklich breiten Schub an steigenden Aktien messen und da gibt es gewisse Kriterien und wenn die erfüllt sind, Und dann ist es eben ein Schub, der auch. Die Qualität hat, dass er längerfristig wirkt. Was genau wird gemessen? Es geht um die New Yorker Aktienbörse, den New York Stock Exchange. Und da werden die steigenden und fallenden Aktien zueinander ins Verhältnis gesetzt. Und dieser Indikator tritt immer auf, wenn eine Phase der Abkühlung war oder sogar der Panik. Also wenn es schlecht läuft, dann gibt es ja wenig steigende Aktien. Und wenn dann plötzlich aus wenig steigenden Aktien viele steigende Aktien werden und da gibt es die Zahl, die im Raum steht oder die dieser Indikator misst. Unter 40% ist die Ausgangsbasis, also die Zahl der steigenden Aktien ist unter 40, genauer gesagt geht es darum gleitende 10-Tagesdurchschnitte, aber ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Also unter 40 Prozent aller gehandelten Werte sind auf der steigenden Seite und wenn das dann innerhalb von zehn Tagen, auch das ist wichtig, innerhalb von zehn Tagen hochschießt auf einen Anteil von 61,5 Prozent der Aktien, dann wird dieses Signal ausgelöst. Ich hoffe, ich habe es jetzt einigermaßen verständlich rübergebracht. Verständlich, ja, aber da kommen trotzdem ganz viele Fragen. Also wann, also nach zehn Tagen, das heißt, wann genau stoppt denn da einer die Uhr und sagt so, und jetzt haben wir die 61,5 erreicht, ab jetzt geht's aufwärts, das ist ja auch noch der Punkt, was signalisiert denn das eigentlich? Erstmal diese Messungsfrage. Ja klar, die Messungsfrage ist ja schon eindeutig, das kann man auch machen. Also 10 Tage sind jeweils 24 Stunden. Das kann man sogar zurückberechnen. Genau, 10 Handelstage sind da immer gemeint, das ist klar. Handelstage, okay. Innerhalb von 10 Handelstagen. Es können auch 5 sein oder 4, es ist egal. Es müssen aber 10 sein, höchstens 10. Und wenn es mehr sind, schwupps, schon wird dieser Indikator nicht ausgelöst. Ach so, also wenn er nach 2 Tagen quasi schon bei 61,5 wäre, dann wäre alles schon ausgelöst. Wäre auch ausgelöst, ganz genau. Wenn er aber erst nach elf Tagen bei 61,5 Prozent ist, schwupps nicht ausgelöst. So ist das, das ist der Indikator. Okay, und dann muss ich wieder warten, bis der Großteil unter 40 Prozent der steigenden Aktien ist. Oder wann weiß ich wieder, wann es wieder losgeht? Genau, dann muss man ja wieder gucken. Es zählt ja nur von unter 40 Prozent auf über 61,5 Prozent. Dann muss man leider warten, und deswegen tritt der Indikator ja nicht allzu häufig auf, Dann muss man wieder warten, bis der Anteil der steigenden Aktien an der New York Exchange wieder unter 40% gefallen ist. Und dann kann man nach so einem Indikator Ausschau halten. Okay, aber was sagt der denn aus? Also steigende Kurse signalisiert der, aber über welchen Zeitraum und für welche Aktien oder wie ist das definiert? Für eigentlich für den breiten Markt, den amerikanischen Aktienmarkt, eigentlich auch messbar am S&P 500. Da sind zwar nicht alle Aktien drin im S&P 500, da kommen wir auch noch gleich in der Kritik dazu später. Also man kann es tatsächlich messen, wenn dieser Indikator ausgelöst wird oder wurde in der Vergangenheit, dann war es seit dem Zweiten Weltkrieg, und deswegen ist es für mich so ein geiler Indikator, tatsächlich der Fall, dass in 100% aller Fälle. Der Aktienmarkt, gemessen jetzt am amerikanischen S&P 500, der Aktienmarkt sechs Monate danach zweistellig im Durchschnitt, wohlgemerkt, zweistellig im Plus war und nach zwölf Monaten eben nochmal mehr zweistellig im Plus. Und das beste Beispiel ist halt dieses zurückliegende Jahr, diese zurückliegenden zwölf Monate. Da ist es tatsächlich so. Gut, wir haben jetzt Mittwoch, Mittag, während wir aufzeichnen, tatsächlich muss die Endabrechnung, das können wir dann nächste Woche nachreichen, muss die Endabrechnung erst am Freitag gemacht werden. Aber ich nenne jetzt mal diesen quasi Endstand, noch nicht ganz Endstand, Zwischenstand. Der S&P 500 liegt aktuell mit etwa 27 bis 28 Prozent im Plus im Vergleich zum 25. April des vergangenen Jahres. Damit ist dieser Indikator erneut möglich. Er hat vollkommen gut, er hat ins Schwarze getroffen, denn auch auf sechs Monats Zeitraum, wir haben darüber berichtet, Etienne, du erinnerst dich, wir haben ja im Oktober zum sechs Monats Stichtag auch eine Sendung gemacht, da haben wir ihn zumindest erwähnt, Disney-Nekator, da lag er so um die 20% im Plus, wenn ich mich recht erinnere. Also sind die Bedingungen wieder erfüllt worden, nach sechs Monaten großes Plus oder Plus und nach zwölf Monaten ein noch größeres Plus. So, welcher Indikator kann das ansonsten aussagen? Ich kenne keinen. Ich auch nicht. Was passiert danach? Gibt es da auch Erkenntnisse, Untersuchungen? Ging es dann immer runter, seitwärts, noch weiter hoch? Nein, da gibt es keine Statistik dazu, zumindest habe ich keine entdeckt. Aber dieses Signal ist tatsächlich so, wie ich es beschrieben habe. Jetzt ab Freitag ist Schluss. Was dann passiert, darüber sagt der Indikator überhaupt nichts mehr aus. Ich kann aber ein interessantes Beispiel vielleicht nennen. Dieser Indikator, der wurde nämlich ausgelöst am, auch einer dieser Auslösetage war, der 7. Januar 2019. 7. Januar 2019. Und jetzt erinnern wir uns mal zurück. Was war ein Jahr später? Siebte Jahr, Januar 2020. Da war der Corona-Schock noch nicht an den Märkten. Da gab es sogar neue Highs noch. Und genau bis dahin hat er auch getragen. Mehr will er gar nicht, mehr soll er auch gar nicht. Und wir erinnern uns, danach kam dann im Februar, März die große Corona-Panik. Die Indizes verloren um die 40 Prozent. Dazu sagt diese Indikator nichts aus. Aber immerhin, man muss sowas ja auch nicht überlasten mit Aussagen, die noch getroffen werden sollen. Ich finde schon mal die Aussage innerhalb von sechs Monaten und zwölf Monaten auf die Zukunft gerichtet, finde ich schon mal sehr, sehr mutig und sehr, sehr interessant. Und das schlägt für mich alles, was ich an anderen Indikatoren kenne. Ist auf jeden Fall krass, hört man irgendwie hin und scheint ja dann auch belegt zu sein. Also spannend, was dann jetzt passiert ab kommender Woche. Aber die Frage ist ja auch, wann kommt dann der nächste, wann kommt das nächste Signal? Also vielleicht sagt man mal, was muss genau passieren, damit der nächste Schub dann wieder ausgelöst wird? Du hast die 40 Prozent genannt. War das dann aber nicht auch während Corona dann irgendwann erreicht? Ganz genau. Es ist ja auch so, dass dieser Indikator, eine gute Frage, dass dieser Indikator nicht jedes Mal ausgelöst wird, wenn die unter 40 Prozent erreicht sind. Und tatsächlich war mit Sicherheit, ich habe jetzt die Daten vom Corona-Crash nicht, aber es gibt ja auch andere große Abschwünge, auch die Dotcom-Blase, die geplatzt ist, die bis zum Frühjahr 2003, wo es nach unten ging. Ich gehe davon aus, selbstverständlich gab es auch da Umkehrsignale. Nur eben dieses hat nicht gezündet. Also dieses Signal funktioniert nicht in allen Phasen, wo der Anteil der steigenden Aktien unter 40% fällt. Natürlich nicht. Aber auch das behauptet niemand. Und auch das behaupte ich nicht. Dann gibt es diesen Indikator eben nicht und man kann ihn nicht zur Rate ziehen. Okay, weil innerhalb der zehn Tage sozusagen diese 61,5 nicht erreicht wurde. Und genau deshalb ist es ja auch so, dass dieser Indikator bisher nicht so häufig aufgetreten oder ganz selten aufgetreten ist. Ist ja auch wieder ein Kritikpunkt, können wir nachher drüber sprechen. Wir haben ja immer gesagt, 17 Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, seit 1945, 17 Mal war dokumentiert. Ja, und das jetzt, das aktuelle Beispiel, ist das 18. Mal. Also rückblickend können wir sagen, 18 Mal seit dem Zweiten Weltkrieg aufgetreten und 18 Mal voll ins Schwarze getroffen. Es gab lange Zeiträume, einen langen Zeitraum so zwischen 85 und 2004 oder 84 und 2004 war es genau, da ist er nicht aufgetreten. Na gut, die Aktienmärkte gehen trotzdem weiter, sie fallen und steigen, da muss man eben auf andere Indikatoren achten. Und dieser Indikator war eben da nicht verfügbar. Aber wenn er verfügbar ist, dann sollte man doch auf ihn achten, oder? Voll, aber woher weiß ich, dass er da ist? Also gibt es da irgendwen, der das analysiert und sich das irgendwie algorithmisch schon eingestellt hat, dass er dann Alert bekommt? Oder ich meine, diese Zeit von Mitte der 80er bis 2004, da saß doch jetzt auch nicht irgendwer an den Charts und hat gerechnet und gesagt, oh, heute schon wieder nicht, da morgen vielleicht. Also, weißt du, wie ich meine? Woher weiß ich denn, dass das kommt? Du weißt es nicht, ich weiß es auch nicht. Weil ich mache diese Statistiken nicht. Dazu gibt es jetzt inzwischen KI-Programme möglicherweise, und das hat man früher alles händisch gemacht, natürlich mit Software unterstützen. Ja, es gibt viele Leute, die den beobachten, weil er eben so treffsicher ist. Das muss man sich dann raussuchen im Internet zum Beispiel. Also ich habe, ich will mal ein Beispiel nennen, die Internetseite stockcharts.com. Stockcharts.com, da muss man dann auch auf Englisch lesen, klar, die ist dann auf Englisch, eine amerikanische Seite, die haben zum Beispiel, die beobachten das auch und die haben einen Artikel am Freitag, den 3. April, das war der Osterfreitag, jetzt verfasst, indem sie die gesagt haben, so, wir kommen von unter 40% der steigenden Aktien, das waren sogar 38% nur, und müssten am kommenden Montag, denn dann war die Frist um, also am Ostermontag, müssten bis Ostermontag über die 61,5% kommen, und dann würde das Signal ausgelöst. War ein langer Artikel, war jeweils ein eindeutiger Artikel in Stockcharge. Stock Charts. Also, die beobachten das. Und das muss man halt gucken. Da muss man Google den Namen Breath Thrust Signal eingeben, wie das geschrieben wird. Können wir ja noch drauf zu sprechen kommen. Und dann findet man das. Es gibt auch in Deutschland der Seite, die heißt Wellenreiter.de, die das auch mit beobachtet. Aber die, das ist halt auch ein Dienst, der dann auch, wenn man ihn täglich abonniert, kostenpflichtig ist. Deswegen, ja, gut. Aber nochmal, Zurück zu Stockcharts. Die haben das Signal im Auge gehabt. Und dann, was war am Ostermontag? Tatsächlich wurde nur ein Wert von 60% erreicht. Also von unter 40, von 38% auf 60% steigender Anteil. So, und damit wurde das Signal nicht ausgelöst. Knapp daneben ist auch daneben. Kann passieren. Wenn es ausgelöst worden wäre, dann hätten wir wieder ein positives Signal. Stand jetzt für die nächsten sechs und zwölf Monate. Ist aber nicht, deswegen kann man das vergessen. Aber trotzdem, ich finde es einfach wert, dass man über dieses Signal spricht, weil es einfach so treffsicher ist. Dann lass uns mal über den sprechen, der es entwickelt hat. Zweig oder Zweig und Martin mit Vornamen. Ist das ein Deutscher? Richtig, nein, Martin Zweig, Zweig geschrieben, also nicht zu verwechseln mit dem Schriftsteller Stefan Zweig. Martin Zweig oder Zweig geschrieben, war ein amerikanischer Börsenbrief-Herausgeber und Analyst. Der hat das tatsächlich Anfang der 80er Jahre veröffentlicht in seinen Briefen und später auch in einem Buch und war auch in diversen Talkshows damals im Radio schon, was ich da zumindest gehört habe. Und der hat das entwickelt und bekannt gegeben. Also, er hat es, wie gesagt, Anfang der 80er Jahre bekannt gegeben und hat eigentlich es nur deshalb bekannt gegeben, weil es in seiner Rückrechnung, er hat es dann zurückgerechnet bis zum Jahr 1945 eben, weil es in dieser Rückrechnung eben so treffsicher war. Jedes Mal, wenn es aufgetreten ist, gab es diese Entwicklung, die beschrieben worden ist. Und wenn man jetzt mal zurückguckt, er hat es Anfang der 80er Jahre entwickelt. Danach trat es dann, das war auch kurz bevor es über mehr als ein Jahrzehnt nicht auftrat, das Signal. Möglicherweise ist es auch deshalb wieder in Vergessenheit geraten und es trat ja dann erst wieder am 25. Mai 2004 auf. Also zwischen 84 oder 82, 83, genau wann das veröffentlicht hat, weiß ich jetzt auch nicht, aber es war Anfang der 80er Jahre bis zum Jahr 2004. Ist ja ein langer Zeitraum. Also das Signal selbst wurde nochmal am 3.8.1984 ausgelöst, möglicherweise kurz nach seiner ersten Veröffentlichung, möglicherweise wurde es dann auch beachtet, aber danach eben über zehn Jahre nicht mehr und deswegen geriet es vermutlich etwas in Vergessenheit. Sollte es aber nicht. Deswegen sprechen wir drüber und wir haben noch einen ganz wichtigen Aspekt, denn dieser Martin Zweig, jetzt kann man ja sagen, oh Gott, dann hat das Anfang der 80er irgendwie in die Öffentlichkeit getragen und dann ist es so lange nicht mehr gekommen und alle haben vielleicht gesagt, was erzählt der für einen Quatsch? Nein, er hat es nochmal erleben dürfen. Der ist nämlich 2013 gestorben. Und du hast ja gesagt, 2004 kam es dann wieder. Also dann hat er sich wahrscheinlich sehr bestätigt gefühlt. Dann Mitte, Anfang 60, wenn ich das alles gerade mal richtig zurückrechne. Also, das ist spannend. So, jetzt hast du aber auch schon ein paar Punkte angesprochen. Stichwort Kritik. Ist ja klar. Ich weiß auch, wo du mir das erste Mal davon erzählt hast, habe ich auch dreimal nachgefragt. Und bin auch immer noch dabei, es so ganz in meinem Kopf irgendwie abzuspeichern. Du glaubst immer noch nicht, glaube ich. Doch, ja, also klar, Zahlen glaube ich immer. Deswegen, ich finde es interessant. Ich frage mich immer nur, wie kann ich denn da jetzt eigentlich von partizipieren? Aber da muss ich einfach lesen. Ich habe das schon verstanden. Es gibt Kritik. Es gibt Kritik, Raimund. Warum? Ja, natürlich gibt es Kritik. Auch schon über die ganzen Jahre und Jahrzehnte. Ich habe mal tatsächlich, weil man auch die Argumente ja durchaus beachten muss, die da gebracht werden, habe ich mir mal eine Kritik herausgeholt, aus dem Netz, die... Am 25.04.2025 veröffentlicht wurde. Zumindest steht das Datum auf dieser Seite. Die heißt seekingalpha.com. Seekingalpha.com. 25.04.25. Es ist deshalb interessant und vielleicht auch eine gute Entwicklung des Schicksals, weil genau an dem Tag ist das Signal aufgetreten. Möglicherweise haben die es auch deswegen gebracht, diese Kritik. Und sie haben dieses Signal total auseinandergenommen und haben es in Grund und Boden kritisiert mit der Schlussbemerkung. Also achtet auf so ein Signal nicht. Es ist nicht nur nutzlos, sondern kann sogar gefährlich werden. Und jetzt reden wir ja gerade darüber, ein Jahr später. Sorry, das war zumindest der falsche Zeitpunkt, um so eine Kritik zu äußern. Aber natürlich muss man Kritik immer äußern, das ist schon richtig. Aber da war es leider jetzt ein Schuss daneben, macht ja nichts, niemand kann in die Zukunft blicken. Wäre jetzt tatsächlich das Signal diesmal nicht, hätte es nicht gewirkt, dann wären die natürlich groß rausgekommen. Also ich will mal mit ein paar Kritikpunkten anfangen. Du kannst ja auch dann noch ein paar andere nennen, die auch genannt worden sind. Also der erste Kritikpunkt war... Das ganze Breath-Thrust-Signal, also der ganze Raketenschubindikator, ist nur rein datengetrieben, also rein empirisch, also auf Erfahrungswerten beruhend, ohne logische Begründung. Ja gut, aber Logik ist doch bei Zahlen ähnlich. Ja, richtig. Es gibt keine logische Begründung. Ja, aber warum auch von unter 40, warum gerade auf 61,5 Prozent? Warum nicht auf 61,75 oder 62 Prozent oder 60 Prozent? Weil es offenbar, das hat wohl der Zweig hier rausgefunden, eben nur bei 61,5 Prozent gewirkt hat. Das ist nicht logisch, aber es ist so. Es ist dann doch am Ende doch wieder logisch, je nachdem, wie man es betrachtet. Ja, es ist halt rein datengetrieben, richtig. Aber diese Kritik, finde ich, ist nicht schlimm. Die zweite schließt sich daran an, und zwar sei dieses Signal ohne fundamentalen Bezug. Die Autoren dieses Artikels argumentieren, auch technische Signale, über die wir ja auch häufiger reden, müssen immer auch mit dem fundamentalen Umfeld abgeglichen werden. Sonst seien sie wertlos oder sogar gefährlich. Ja, also A, es gibt keinen fundamentalen Bezug. Ich halte es sogar für einen Vorteil, weil solche Wendesignale, die treten ja in Zeiten auf, in denen das fundamentale Umfeld grottenschlecht ist. Zumindest in der Einschätzung der Märkte. Da gibt es also keine fundamentale Begründung für. Oder hättest du, hätte ich im vergangenen April, April 25, am 25. April gedacht, da war doch gerade erst der Liberation Day von Donald Trump kurz vorbei. Und klar, er hat wieder rumlaviert, aber da gab es doch trotzdem so viel Unsicherheit und auch so viele Inflationsängste. Das soll alles zur Inflation führen, diese Zölle, was auch nicht passiert ist. Aber auch zu wirtschaftlichen Verwerfungen. Ja, da gab es nichts Fundamentales. Und deswegen halte ich diese Kritik sogar für einen Vorteil. Er guckt eben nicht auf fundamentale Dinge, sondern nur auf die reihen, ja auf die Marktverfassung, wie sich der Markt selbst entwickelt, ohne dass man begründen kann, ja jetzt steigt aber, ist dieser Schub deshalb da, weil natürlich die Aussichten plötzlich viel besser geworden sind. Sind sie nicht. Die Aussichten, die kommen dann erst im Laufe der Monate und sie kamen ja dann auch im Laufe der Monate. Und wenn du jetzt zurückblickst, können wir auch vielleicht nächste Woche nochmal drüber sprechen, über den Zollkrieg redet jetzt ja schon kaum jemand mehr. Jetzt reden ja alle über den Nauskrieg. Also von daher sieht man auch, an der Börse zumindest nicht, also daran sieht man, war das Signal auch gut. Kein fundamentaler Bezug, ja, aber das ist gut so. Und du hast gesagt, seit dem Zweiten Weltkrieg wie oft aufgetreten? 18? Seit dem Zweiten Weltkrieg jetzt 18 Mal mit dem ganz Neuen. 18 Mal, ja. Da sind wir beim nächsten Kritikpunkt. Was ist davor? Genau, das hat er tatsächlich nicht gemessen. Er hat das seit 1945 gemessen. Aber andere Kritiker, jetzt nicht der, den ich zitiert habe, die haben das schon lange davor, auch mal weiter zurückgerechnet bis in die 30er Jahre hinein, Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts. So, und da haben sie herausgefunden, tatsächlich, in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, wenn man dieses Signal zugrunde legt, gab es einige Fehlsignale. Also da hat das nicht so gestimmt. Okay, aha, ja. Jetzt sage ich nur, mag sein, aber hier war, ich habe damals nicht gelebt, du auch nicht, wir alle nicht, die jetzt noch leben. Damals war auch die Zeiten, es war ja zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, es war die Weltwirtschaftskrise. Es gab ja diesen Crash, den ganz bekannten 1929er Crash. Hier war es offenbar ein Umfeld, das dazu beigetragen hat, dass dieser Indikator nicht wirkt. Aber, jetzt sage ich, wir haben diese Weltwirtschaftskrise nicht. Sollten wir sie wieder bekommen, könnten wir ja sagen, okay, jetzt ist wieder ein Umfeld, das dazu führt, dass dieser Indikator nicht wirkt. Das ist aber ja jetzt nicht so. Sollte es zum Beispiel zu dem von mir erwarteten Reset kommen? Du erwartest ein Reset? Ja, wie verrascht. Kann sein, dass er in dem Umfeld dann nicht mehr wirkt. Okay, aber so what, sag ich. Jetzt haben wir das nicht. Wir haben ganz normale Trotter, also Rücksetzer und ja bitte, dann ist das eben so. Solange wir diese Weltwirtschaftskrise oder diese ganz, ganz große Krise nicht haben, können wir uns meiner Ansicht nach auf diesen Indikator verlassen. Aber klar, ich kann auch nicht in die Zukunft blicken. Es ist Stand jetzt. Klar, deswegen war es ja auch für uns wichtig zu testen. Ich habe ja von Anfang an gesagt, dieser Ender-Counter sagt das aus und wir werden ihn monitoren. Wir werden gucken, was er macht. Und wir haben das gemacht nach sechs Monaten und zwölf Monaten und kommen jetzt zu dem für mich wenig überraschenden positiven Ergebnis. Übrigens, das war auch ein Grund und ihr wisst ja alle, dass ich sehr auch entspannt war, was die Börsenentwicklung anbelangt, seit Ausbruch des Irankrieges. Die Märkte haben ja auch relativ, vor allen Dingen die US-Märkte und um die geht es ja hier, haben relativ verhalten, moderat reagiert ein bisschen nach unten. Es kam ja teilweise nur so vor wie eine Pflicht. Eine Pflicht reagieren nach unten und haben auch keine Panik gezeigt. Trotzdem hätte der Indikator ausgelöst werden können, weil unter 40% steigende Aktien, das war schon die Stimmung, war relativ schlecht, aber ist dann eben nicht passiert. Ich sage trotzdem, man muss auf diese Sachen genau achten. Und in dem Falle haben wir nicht nur Glück gehabt, aber es war für mich auch tatsächlich ein wichtiger Grund, warum ich so entspannt war. Weil ich habe gesagt, der Indikator hat nach sechs Monaten gewirkt. Ich gehe davon aus, dass es auch nach zwölf Monaten wirkt. Deswegen glaube ich, das wird ein vorübergehender Rücksetzer sein. Und tatsächlich war es dann so. Da waren ja viele total überrascht, wie kann es plötzlich sein, dass die Indizes, dass die Märkte nochmal so stark nach oben schießen. Der Indikator, der... Der Raketenschubindikator hat dieses Signal gezeigt und ich war jetzt im Nachhinein betrachtet zu Recht entspannt und habe auf diesen Indikator vertraut. Punkt. Aber Raimund, du bist doch schon so lange im Geschäft und einer der Top-Wirtschaftsjournalisten in Deutschland. Du kannst doch nicht nur auf diesen Indikator verlassen. Nicht nur, nein, nein, nicht nur. Ich habe ja, selbstverständlich nicht nur. Aber es war ein Faktor, warum ich dann auch so entspannt war. Weil, wie ich gesagt habe, wenn dieser Indikator, ohne dass er ja fundamental und was auch immer Begründung hat, wenn dieser Indikator wirken soll, kann es diesen Einbruch nicht geben, den starken Einbruch. Wir hatten ja am Jahresanfang auch schon beide Szenarien genannt. Und wir hatten gesagt, da gibt es einerseits diesen Indikator, der bis zum April reicht, am 25. April. Und andererseits gab es ja diese Indikatoren, die eigentlich schon auf eine Überhitzung hindeuteten, auch zum Jahreswechsel. Das haben wir ja in unserem Jahresausblick besprochen. Dann war meine Kombination aus beiden, naja, dieser Indikator, der auf die Überhitzung indehäutete, war ja der Indikator, dass die Fonds sehr, sehr wenig Kasse hielten. Nach der Bank of America-Umfrage, die monatlich Umfragen macht und vierteljährlich auch die Kassenbestände abfragt. Sehr, sehr niedrige Kassenbestände. Das heißt, der Optimismus bei den Fondsmanagern weltweit war so groß, dass es eigentlich nur noch jetzt nicht mehr optimistischer werden kann. Und ich dachte, okay, das ist ein Indikator, der eigentlich auf eine große Korrektur hindeutet. Und ich habe dann gedacht, naja, dann könnte diese Korrektur ja nachgehen. Dem Auslaufen des Raketenschubsignals kommen, eben nach dem 25.04. Jetzt haben wir so eine Mischung aus beiden tatsächlich gehabt. Wir haben schon so Andeutungen einer Korrektur, die auch nur eine kleine Korrektur war. Die kann auch innerhalb eines, das sehen wir ja, jetzt am besten, weil wir das Endergebnis ja fast kennen, die kann auch innerhalb eines Jahreszeitraums nach Auftreten des Signals kommen, solche normalen Korrekturen. Und wir hatten so eine normale, die allerdings auch schon wieder dafür gesorgt hat, dass die Cash-Bestände der Fondsmanager wieder gestiegen sind. Also dass die nicht mehr so euphorisch sind wie noch zum Jahresanfang, was möglicherweise auch diese Erholung jetzt wieder gestützt hat. Also um es mal kurz zu machen, der Indikator selbst sagt jetzt nichts mehr aus für die weitere Entwicklung. Aber ich rechne damit durchaus, und das habe ich ja gesagt, dass noch in diesem Jahr nochmal eine größere Korrektur kommt. Dann würde ich sagen, machen wir an der Stelle erstmal einen Punkt drunter und das muss erstmal ankommen bei uns im Kopf. Raketenschubindikator fast gelandet wieder mit einem grünen Haken hinter, weil offensichtlich hat alles so geklappt, wie dieser Indikator es vorgibt. Sagt uns mal, was ihr davon haltet. Brichter-und-bell-at-gmail.com oder ntv.de, das sind unsere E-Mails. Das sind eure Kontaktdaten, um zu uns durchzudringen. Und dann würde ich sagen, Raimund, hören wir nächste Woche mal nach, was seitdem passiert ist. Es gibt ja noch ein paar mehr Punkte zu diesem Indikator. Ja, weniger zum Indikator, aber auch tatsächlich, ich finde es sehr interessant, wie sich die amerikanischen Märkte im Vergleich zu den europäischen entwickelt haben, seit Auftritt dieses Indikators. Dazu nächste Woche mehr, auch zu anderen interessanten Themen. Jetzt hoffe ich zum Schluss, dass dieser Indikator, dass das Raketenschubsignal möglichst bald wieder auftritt. Wenn nicht, ist auch nicht schlimm, denn das hat auch der lange Zeitraum gezeigt, zwischen Mitte der 80er und Anfang der 2000er. Auch ohne diesen Indikator können Aktienkurse steigen. Ciao, ciao, bis nächste Woche.