Latest / Holger ruft an / Holger ruft an ... wegen Sportlerinterviews
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- 0:00Speaker 0: Sport lebt eben nicht nur von Leistungen, sondern auch von Emotionen und großen Gefühlen.
- 0:04Speaker 0: Und es gibt natürlich keine bessere Gelegenheit als diese unmittelbar nach einem Rennen oder Wettkampf oder Spiel oder was auch immer abzugreifen.
- 0:22Speaker 1: Weil du leitest das Sport-Ressort bei der Zeit und ich wollte mit dir über diese seltsamen Interviews reden, die mit Sportlerinnen immer live unmittelbar nach einem Wettkampf gemacht werden.
- 0:32Speaker 1: Wo alle immer komische Sachen reden.
- 0:34Speaker 1: Macht ihr bei derzeit sowas eigentlich auch?
- 0:36Speaker 1: oder ist es so ein Fernsehding?
- 0:39Speaker 0: Nee, das ist tatsächlich ein Fernsehen Ding!
- 0:40Speaker 0: Wir sind ja mit der Zeit schreibend unterwegs da... ist die Kamera weit weg, also wir haben zwar auch so Videodepartments aber da fehlen uns dann sozusagen die Rechte um ganz nah dran zu sein beim Spitzensport.
- 0:56Speaker 0: Also ARD und ZDF und dann auch die Sky und Zone zahlen ja beim Fußball sehr viel Geld um nicht nur zu übertragen sondern eben auch diese Interviews für uns zu dürfen.
- 1:07Speaker 0: Und wir schreiben den Journalisten, wir kommen dann ganz am Ende der Nährungskette.
- 1:10Speaker 0: Wir müssen uns in Mixz-Zones mit unseren Ellenbogen den Zugang quasi erkämpfen und die Sportler, die alle schon fünfmal dasselbe vorher gesagt haben mit diversen Kameras, müssen uns freuen wenn sie uns noch mal dasselben sagen und in dem Blog tipptieren.
- 1:25Speaker 1: Die sagen halt wirklich immer das Ende.
- 1:27Speaker 1: Typischerweise sind so Interviews ja nicht wirklich Interviews sondern da steht irgendein Mikrofonständer und der stellt die Abwandlung der immer gleichen Frage und zwar seit Jahrzehnten.
- 1:36Speaker 1: So kommt es zumindest mir vor.
- 1:38Speaker 1: Irgendwelche Fußballer haben dann eine Abwandlung der immer gleichen Antworten seit jetzt.
- 1:42Speaker 1: Wozu braucht man sowas überhaupt?
- 1:44Speaker 1: Wozu zahlt man überhaupt so viel Geld dafür, wenn doch letztlich kaum was rumkommt?
- 1:48Speaker 0: Ja ich würde es nicht ganz zu schwarz-weiß sehen.
- 1:52Speaker 0: also Ich finde schon dass so Interviews Funktion haben und zwar gleich mehrere.
- 1:57Speaker 0: Also natürlich sollen sie erst mal offene Fragen klären.
- 2:00Speaker 0: Warum haben bestimmte Dinge funktioniert und warum nicht?
- 2:03Speaker 0: Also dieses klassische Woran hat sie ihr Leschen.
- 2:08Speaker 0: Aber ich finde, eine mindestens genauso große Funktion ist es Emotion zu übermitteln.
- 2:13Speaker 0: Sport lebt eben nicht nur von Leistung sondern auch von Emotionen, von großen Gefühlen Und es gibt natürlich keine bessere Gelegenheit als diese unmittelbar nach einem Rennen oder Wettkampf oder Spiel oder was auch immer abzugreifen also wenn die Sportlerinnen und Sportler voller Adrenalin sind oder anderen Hormonen und oft noch gar nicht selbst reflektiert haben, was eigentlich passiert ist.
- 2:34Speaker 0: Also da ist der inhaltliche Wert... Ja, das ist
- 2:36Speaker 1: doch total unhöflich!
- 2:38Speaker 0: Ja es ist unhöflig aber trotzdem will man sowas natürlich auch haben.
- 2:42Speaker 0: also der innertliche Wert ist dann oft überschaubar aber man kommt schon sehr, sehr nah ran an die Sportlerinnen und Sportlern und da profitieren am Ende beide Seiten von weil natürlich die Sportle mit diesen Emotionen spielen.
- 2:55Speaker 0: im Endeffekt am Ende
- 2:57Speaker 1: Tun Sie das wirklich?
- 2:58Speaker 1: Ich habe oft den Eindruck, dass das nur noch so eine Choreografie ist.
- 3:01Speaker 1: Das wird abgearbeitet und dann geht es in die Kabine.
- 3:04Speaker 0: Es kommt ein bisschen darauf an, glaube ich, in welchen Sportarten man sich bewegt.
- 3:07Speaker 0: Ja also beim Fußball mag das schon zutreffen weil dort natürlich Sportler... Also die werden natürlich einfach öfter gefragt, wenn ständig gefragt, also so Bundesliga-Fußballer muss Jede Woche einmal oder ein Bundesligaspiel sagen wir so, ist jede Woche einmal.
- 3:25Speaker 0: Manchmal sogar zweimal im Fernsehen zu sehen wenn unter der Woche noch Champions League oder Europa League oder was auch immer ist und oft werden natürlich dieselben Spieler gefragt also da Kapitänen oder die Führungsspieler die müssen dann raus und müssen dann irgendwie Rede und Antwort stehen.
- 3:37Speaker 0: das gehört zur ihrer Jobbeschreibung auch so ein bisschen dazu und da stumpft man natürlich irgendwann ab weil auch die Fragen natürlich nicht immer die kreativsten sind beziehungsweise die Frageauswahl begrenzt ist.
- 3:46Speaker 0: aber Ich würde behaupten, dass das bei Leichtathleten oder Schwimmern oder bei allen Sportlern aus Sportarten die nicht so häufig und regelmäßig im Fokus stehen.
- 3:58Speaker 0: Dass es da schon was anderes ist, dass sie ein bisschen mehr zu sagen haben vielleicht auch weil sie ein wenig mehr am echten Leben stehen können wir ja später noch etwas vertiefen.
- 4:08Speaker 0: Und weil die natürlich auch nicht so mediengeschult sind und sich dann weniger oft in Phrasen flüchten wollen oder flühten können.
- 4:15Speaker 0: Also der große Unterschied scheint mir Fußballer vermitteln ein, das Gefühl dass sie mit der Öffentlichkeit reden müssen und andere das Gefühl, dass Sie reden wollen.
- 4:27Speaker 1: zum Beispiel jetzt gerade bei der Leichtathletik.
- 4:30Speaker 1: da war es ja tatsächlich anders.
- 4:33Speaker 1: Da haben die Athletinnen sich teilweise gegeben wie echte Menschen.
- 4:37Speaker 1: Erzähl mal, was war los?
- 4:39Speaker 0: Naja ich glaube also... Ich habe wirklich viel gehört von Leuten, die gesagt haben oh Mensch das ist aber toll!
- 4:46Speaker 0: Manche haben es nur wegen der Interviews geguckt weil die da eben, weil die Sportler sehr echt, sehr bodenständig, sehr sympathisch gewirkt haben.
- 4:54Speaker 0: Also wir hatten verschiedene Fälle.
- 4:56Speaker 0: Es gab zum Beispiel Miller Kolbe Die achtnacht Meter Läuferin.
- 5:02Speaker 0: Obwohl sie ganz knapp ausgeschieden war und das nicht ins Finale geschafft hat, hat sie diese Gelegenheit genutzt um nochmal zu sagen hier ich möchte noch was sagen.
- 5:08Speaker 0: Übrigens die rassistischen Kommentare, die einige meiner Kollegen unter ihren Instagram-Accounts unter ihrem Beiträgen bekommen.
- 5:16Speaker 0: Die gehen gar nicht!
- 5:16Speaker 0: Das wollte jetzt einfach mal los werden ne?
- 5:18Speaker 0: Und mir ist bewusst dass ich ja aus einer privilegierten weißen Rolle rede aber das ist mein Anliegendes zu sagen.
- 5:24Speaker 0: oder es gab einen Hürdenläufer Owe Fischer Breiholz, der sich quasi selbst kasteiert.
- 5:32Speaker 0: Der völlig enttäuscht war, der da so ein Monolog geführt hat wie unzufrieden er mit sich selbst ist und dass das nicht sein kann und dass es selber nicht versteht.
- 5:40Speaker 0: Er läuft immer diese Zeiten im Training.
- 5:42Speaker 0: Da klappt alles!
- 5:43Speaker 0: Und hier... Es ist ihm ein völliges Rätsel und er ist sauer auf sich.
- 5:46Speaker 0: Dann musst du selbst der Interview irgendwann dazwischengehen um zu sagen und sagen naja jetzt werden sie doch mal nicht ganz so streng mit sich Selbst.
- 5:55Speaker 0: Genau.
- 5:56Speaker 0: Und dann gab es natürlich noch den Fall von Lea Meier, der Hindernisläuferin die völlig bedient.
- 6:02Speaker 0: aber wer kann das nicht verstehen?
- 6:03Speaker 0: Die ist irgendwie zwei Minuten vorher kopfüber im Wasser graben irgendwie untergetaucht ja in aussichtsreizer Positionen liegend auch nicht zum ersten mal in ihr Karriere musste damit ansehen wie ihre Konkurrentinnen Geser Krause.
- 6:16Speaker 0: Die beiden scheint sich auch nicht wirklich zu mögen muss man auch dazu sagen musste mitan sehen wie die wieder Gold gewinnt obwohl sie selbst die ganze Führungsarbeit gemacht hat und hat dann einfach gesagt, ja mehr geht's scheiße.
- 6:26Speaker 0: Und ich find' blöd dass sich die Krause da immer an mich ran hängt... ...und am Ende einfach an mir vorbeiläuft und sich feiern lässt während ich hier wie im wahrsten Sinne des Wortes in begossener Pugel dastehe und Sachen erklären muss.
- 6:39Speaker 0: Das hat für sehr viel Wirbel gesorgt.
- 6:41Speaker 0: dieses Interview.. ..und natürlich war das aus der Emotion heraus auch wirklich eine Grenze zur Unkollegialität und Unprofessionalität aber gerade deswegen auch so menschlich Nicht unsympathisch, fand ich.
- 6:56Speaker 1: Teil der Reaktionen waren sogar Kritik an den Reportern.
- 7:00Speaker 1: Der Sprinter Aaron Anser hat ein Interview abgebrochen als um Doping ging.
- 7:03Speaker 1: die Kugelschusserin Yemizimabri schreibt auf Instagram Finale erreicht und statt Rückenwind gibt es erst mal eine Aufzählung deiner Niederlagen weil sie erstmal Statistik unter die Nase gerieben haben dass ihre Konkurrentin ja viel besser ist.
- 7:15Speaker 1: Haben die Sportlerinnen auch da einen Punkt?
- 7:19Speaker 0: Ich tue mich da ein bisschen schwer, den Punkt zu finden.
- 7:22Speaker 0: Also wenn wir jetzt über den Fall der Kugelstoßerin reden... Da war, wenn ich das richtig verstanden habe die Frage auch so ein bisschen eine goldene Brücke gebaut damit sie sagen kann naja aber jetzt mache ich es.
- 7:34Speaker 0: also Dann ist doch jetzt eine gute Gelegenheit mal zu zeigen, dass ich es doch kann.
- 7:38Speaker 0: Ich glaube sie wollten auch so ein bisschen Druck rausnehmen aus der Angelegenheit weil sich Jemesa Marbury auch vorher immer so ein bissel beschwert hat, seitdem sie Olympian Siegerin geworden ist das da alle immer wieder Goldmedaillen von ihr erwarten und das war so ein Bisschen noch eine Gelegenkeit zu sagen naja ganz so einfach ist es halt nicht.
- 7:54Speaker 0: die hat das dann anders verstanden hat er ein paar Tage später diesen Post losgelassen.
- 7:59Speaker 0: Sie
- 7:59Speaker 1: haben mir hinterher gesagt, sie hätten in diesem Interview ein Fakten auf Fakte basiert darstellen wollen.
- 8:05Speaker 1: Dass Mabis Konkurrentin ja die Favoritin sei und erklären wollen, Mabri weil sie schon Olympiasiegerin ist dass sie deshalb hier eigentlich gar nicht gewinnen müsse und auch gar nicht so einfach ist gegen eine der hat starke Konkurrenz zu gewinnen.
- 8:16Speaker 1: und so Du sagtest gerade das hätte sie falsch verstanden.
- 8:19Speaker 1: Ist es nicht eigentlich der Job von uns Journalisten dafür zu sorgen dass wir nicht missverstanden werden?
- 8:28Speaker 0: Ja, das stimmt.
- 8:29Speaker 0: Aber es liegt natürlich nicht immer komplett in unserer Hand wie wir verstanden werden.
- 8:32Speaker 0: also ich glaube jeder wird irgendwann mal missverstanden.
- 8:35Speaker 0: und ich würde auch sagen dieser Job ist nicht einfach diese Field Interviews wie sie heißen in der Fachsprache zu führen Wirklich unmittelbar nach dem Wettkampf mit hoch emotionalisierten Sportlernen, von den Millionen Publikum live.
- 8:49Speaker 0: Das ist wirklich nicht so einfach glaube ich wie es aussieht.
- 8:52Speaker 0: also Ich würde nicht tauschen wollen.
- 8:55Speaker 0: das ist wirklich eine ganz schwierige Aufgabe und da die richtige Balance zu finden zwischen wirklich journalistischem Anspruch Aber natürlich auch nicht komplett nur schlechte Laune verbreiten zu wollen, ist gar nicht so einfach.
- 9:09Speaker 0: Generell finde ich mir fällt in der Welt des Sports aber schon immer wieder auf dass viele Sportler und auch Trainer ein bisschen wenig schiefes Bild von der Aufgabe des Journalismus im Kopf haben.
- 9:18Speaker 0: Also man hört das ja auch vom Bundestrainer immer wieder nach dem Motto wir müssen alle zusammenhalten auch ihr Journalisten.
- 9:24Speaker 0: nur dann können wir gemeinsam Erfolg haben!
- 9:27Speaker 0: Und der Subtext ist natürlich seit bitte nicht zu kritisch.
- 9:29Speaker 0: so und es war falsch.
- 9:31Speaker 0: also... Sportjournalisten sind nicht die ersten Fans des Landes.
- 9:34Speaker 1: Aber müssen sie kritisch mit den Sportlern sein?
- 9:37Speaker 1: Sie hätte sich einen positiven Beitrag gewünscht, nicht negativ und provokante Fragen.
- 9:42Speaker 1: Warum überhaupt negativ oder provokate Fragen?
- 9:45Speaker 1: Ich verstehe das intellektuelle Spiel!
- 9:47Speaker 1: Aber wem nutzt das denn überhaupt?
- 9:50Speaker 1: was außer den Reportern
- 9:51Speaker 1: selbst?!
- 9:52Speaker 1: Das sind Sportlerinnen, das sind nicht Funktionäre, denen man kritisch auf die Finger gucken muss.
- 9:56Speaker 1: Die Leute haben ihr Bestes gegeben gerade...
- 9:59Speaker 0: Ja, aber natürlich musste ich schon auch eine Sportlerin fragen lassen wenn sie eine schlechte Leistung gebracht hat oder eine nicht ausreichend gute.
- 10:09Speaker 0: dass das so war und was der Grund dafür war.
- 10:11Speaker 0: Also es gibt natürlich auch einen Anspruch an Spitzensportler, genauso wie es die an Politiker gibt sozusagen ihre beste Leistung zu zeigen.
- 10:20Speaker 0: Und wenn das nicht funktioniert hat will man natürlich schon wissen und will auch die Öffentlichkeit wissen warum.
- 10:24Speaker 0: also aufgefahren Sportjournalisten ist es wir auch bei Politik- und Wirtschaftsjournalistinnen genau hinzuschauen, zu analysieren, zu erklären und irgendwie Missstände auch zu benennen.
- 10:35Speaker 0: Das im Kopf finde ich ist der Sportsjournalismus schon insgesamt sehr auf so einer anderen Schiene unterwegs, also da wird sich geduht und da wird rumgekumpelt.
- 10:43Speaker 0: Und ich fand auch die Interviews der Leichtathletik eher zu affirmativ als zu kritisch.
- 10:51Speaker 0: Also ich sehe da jetzt eigentlich keinen großen Grund zur Beschwerde weil diese Kritik ja auch kein Selbstzweck ist sondern wenn ich als Sportjournalist was kritisiere dann mache das ja nicht weil mir das zu großen Spaß macht sondern in der Hoffnung dass es ein Zukunft besser wird.
- 11:04Speaker 0: und davon haben wir im Zweifel dann irgendwie alle etwas.
- 11:06Speaker 1: Wenn ich ein Interview mache, wenn ich eine Frage stelle.
- 11:08Speaker 1: Dann möchte ich ja irgendwie rauskriegen was denkt der andere was da so los ist.
- 11:11Speaker 1: und ich sehe dann Sportreporter das sagt Ja du bist aber heute nicht so schnell gelaufen wie du gestern gelaufen bist.
- 11:15Speaker 1: was sind da los?
- 11:17Speaker 1: Das ist doch keine Kritik.
- 11:19Speaker 1: also da hab' ich doch als Zuschauer überhaupt nichts von wenn man mir sowas sagt Also ich seh das doch!
- 11:27Speaker 1: Ja, der ist... Man
- 11:28Speaker 0: würde ja schon wissen warum.
- 11:30Speaker 0: Der war halt
- 11:30Speaker 1: heute langsamer gelaufen.
- 11:32Speaker 0: Ja, aber da gibt es ja verschiedene Gründe dafür.
- 11:35Speaker 0: Hat der schlecht trainiert?
- 11:36Speaker 0: Hat er vor dem Wettkampf was Falsches gegessen?
- 11:40Speaker 0: Gab's irgendwann ein Krampf oder... Also mich vielleicht ist das dann auch meine sportjournalistische Brille, aber mich interessiert natürlich warum haben Dinge nicht funktioniert wie sie hätten funktionieren können?
- 11:50Speaker 0: und das ist schon irgendwie auch... Da steckt schon auch einen Aufklärungsimpetus drinne den ich jetzt nicht komplett beiseite schieben würde.
- 11:56Speaker 0: also es ist schon natürlich nervt dass die Sportler, dass sie erzählen müssen warum sie langsamer geworden sind.
- 12:02Speaker 0: Aber wenn ich einen schlechten Text schreibe, dann fragen wir hier auch Leute ja was war denn da los?
- 12:06Speaker 0: und da muss ich sagen ja war ich nicht gut drauf, war ich zu müde musste vorher noch ein Podcast geben auf den ich keine Lust hatte oder I don't know weißt du?
- 12:15Speaker 0: Also irgendwas ist ja dann da und das möchte man schon wissen.
- 12:18Speaker 0: was
- 12:19Speaker 1: aber dein Text?
- 12:20Speaker 1: der hat Wirkmacht.
- 12:22Speaker 1: so Sportlerinnen die haben ja keine Wirkmacht Die laufen um die Wette und irgendwer gewinnt.
- 12:28Speaker 1: Und ich guck mir das an, weil es mir irgendwie Spaß macht Leuten dabei zuzugucken wie wir die Wettelaufen.
- 12:32Speaker 1: Das ist ja doch noch eine ganz andere Qualität wenn du als Journalist dich rechtfertigen musst worum's nicht funktioniert hat was du vorhattest oder vor allen Dingen auch als politikjournalist oder Wirtschaftsjournalisten wo ja tatsächlich Kritik angebracht ist im Sinne von den harten Verhältnissen der Fragen.
- 12:48Speaker 0: Ja ich würde die Wirkmacht von Sportländern gar nicht unterschätzen wollen.
- 12:51Speaker 0: also Da gucken viele, also es gucken viele Kinder zu die sich schon durchaus inspiriert fühlen wenn sie da jemanden schnell rennen sehen.
- 13:00Speaker 0: Also ich habe selbst eine Tochter und gucke mit der sehr gerne leichter Litik im Fernsehen und ich merke schon wie das in ihr kribbelt und man denkt könnte auch Mensch dass macht mir Spaß mich zu bewegen.
- 13:12Speaker 0: Das hat schon auch ne Wirkung sozusagen in den Nachwuchssport hinein Und wir haben jetzt auch während der Leichter Litike darüber geredet viele die Sportler so sympathisch finden und die Leistungen so gut waren, dass man da schon auch wieder so ein Lagerfeuergefühl von Sport... bringt eine Gesellschaft zusammen, Sport lässt oft etwas stolz sein.
- 13:37Speaker 0: Also es gibt ja gerade nicht so viel was in diesem Land funktioniert.
- 13:40Speaker 0: aber dieses das vergangenen Sportwocheneinde zum Beispiel mit noch auch einem Schwimmenweltrekord und vielen Europameisterschaftsmedaillen bei Schwimmern- und Leichtathleten hat schon ein bisschen das Gefühl gegeben naja also ganz so schlecht kann das jetzt auch alles nicht sein so ne?
- 13:54Speaker 0: Und das ist schon was was ich nicht unterschätzen würde beim Fußball natürlich noch größer als der Gemütszustand einer Nation während einer WM oder wenn einer EM ist schon sehr stark an das sportliche Abschneiden gekoppelt.
- 14:06Speaker 0: Wenn die mal ausscheiden, dann werden die großen Texte geschrieben mit dem Land geht es bergab und kein Wunder dass nichts mehr funktioniert usw.
- 14:13Speaker 0: Also da muss ich als Sportjournalist wirklich sagen lass uns das nicht zu klein reden.
- 14:18Speaker 0: Das hat mehr Macht auch nach außen hin als man denkt.
- 14:21Speaker 0: also wenn mich im Ausland als Deutscher zu erkennen, je bewerber ich wahnsinnig oft auf Sportmannschaften und Sportler angesprochen.
- 14:29Speaker 0: Und weniger stark auch irgendwelche Wirtschaftsbosse die sowieso niemand kennt oder Politiker.
- 14:34Speaker 0: Also das ist schon eine Flagge mit dem ein Land da wedelt
- 14:39Speaker 0: irgendwie.".
- 14:40Speaker 1: Du sagtest vorhin du möchtest mit den Kollegen nicht tauschen müssen?
- 14:44Speaker 1: Mein Eindruck ist dass die kritischen Fragen die gestellt werden sehr oft sehr krampfhaft daher kommen.
- 14:52Speaker 1: Liegt es daran, dass ich nicht so tief in der Sportberichterstattung stecke oder sind die tatsächlich eher krampfhaft?
- 14:57Speaker 0: Ja ja.
- 14:58Speaker 0: Ich glaube vielleicht ist das auch ein bisschen menschlich.
- 15:01Speaker 0: Man will ja gemocht werden und man will irgendwie ein lockeres Gesprächen kriegen, will den Gesprächspartnern nicht verärgern.
- 15:09Speaker 0: Da fällt es schon auch menschliche nicht so leicht dann eine kritische Frage zu stellen.
- 15:13Speaker 0: Ich kann das total verstehen Und die frage ist natürlich ob Diese Situation unmittelbar nach dem Wettkampf der richtige Ort dafür ist, das kann ich komplett nachvollziehen.
- 15:25Speaker 0: Und trotzdem finde ich gehört es auch ein bisschen weiter zu und vielleicht gibt's ja auch Persönlichkeiten die genau das total toll finden.
- 15:32Speaker 0: aber wie gesagt diese Gratwanderung ist gar nicht so einfach und ich finde dass machen die Kollegen schon ganz okay.
- 15:44Speaker 0: Dazu steht ja immer noch ein Experte da, also jemand der sozusagen auf Augenhöhe mit den Sportern ist.
- 15:48Speaker 0: Der selbst früher in der Situation steckte... Ich glaube, da gibt es schon auch so einen Austausch, dass die dann mal sagen naja das jetzt, das ist jetzt glaub ich eher nicht so Thema lass mal lieber darüber reden oder da könnten wir sie vielleicht eher kriegen?
- 16:00Speaker 0: Da können wir eher was rauskriegen von ihr oder ihm.
- 16:03Speaker 0: Also das ist schon auch gegeben denke ich.
- 16:06Speaker 1: Wenn das alles gar nicht so problematisch ist Warum reden wir denn gerade drüber und vor allen Dingen immer wieder?
- 16:12Speaker 1: Also was ist eigentlich das Problem?
- 16:16Speaker 0: Ich weiß gar nicht, ob es Probleme gibt.
- 16:18Speaker 0: Wir reden darüber weil es natürlich immer wieder diese Interviews dann auch für so Highlight-Momente sorgen die dann auf Social Media landen und über die die Leute reden.
- 16:29Speaker 0: Man muss natürlich auch sagen, für die Sportler ist das natürlich so ein Interview eine Chance.
- 16:35Speaker 0: Das finde ich haben viele Leichterlehrten jetzt genutzt.
- 16:37Speaker 0: Sie haben durch einen Interview mindestens genauso große Gelegenheit sich der Öffentlichkeit zu präsentieren wie durch ihre Leistung ob man das jetzt mag oder nicht als Sportsjournalist.
- 16:49Speaker 0: aber das ist so.
- 16:50Speaker 0: Ich glaube man kann durch ein gutes Interview sehr viel gewinnen und durch ein schlechtes auch viel kaputt machen.
- 16:59Speaker 0: die Leichterleden und Schwimmerinnen wirklich durch ihre echte, bodenständige, sympathische Art sehr viel bewegt und bewirkt.
- 17:09Speaker 0: Und man sieht halt diesen Sportlern an wieviel sie für diesen Moment investiert und geopfert haben.
- 17:16Speaker 0: Also selbst diese ganz kurzen Ausschnitte, nur diese ... wir reden ja da über ein zwei Minuten, die diese Interviews auch
- 17:23Speaker 1: haben.
- 17:25Speaker 0: Trotzdem denke ich bei vielen Menschen, mit denen würde ich jetzt gerne mal eine Stunde quatschen.
- 17:31Speaker 0: Weil mein Ahnend da ist wesentlich mehr dahinter.
- 17:35Speaker 0: wie gesagt es ist ja auch so das leichter Athleten-Toner also sagen wir ganz blöd gesagt... Viele Außer-Fußballer, findest du mal ein bisschen blöd zu diesen Sportarten gegeneinander auszuspielen.
- 17:48Speaker 0: Aber man sieht
- 17:49Speaker 1: hier wirklich einen Unterschied?
- 17:50Speaker 0: Genau ich glaube Leichtathleten trainieren mehr, trainieren härter und verdienen natürlich deutlich weniger Geld bis an der Grenze zu gar nix.
- 18:00Speaker 0: Also da muss die deutsche Sporthilfe allen greifen damit die Athleten überhaupt sich irgendwie über Wasser halten können und ihr Training so halbwegs finanzieren können.
- 18:08Speaker 0: Und diese Diskrepanz Im Lebensstil, im Habitus auch vielleicht im Blick auf die Welt.
- 18:15Speaker 0: Die finde ich macht sich auch in diesen Interviews dann so ein bisschen bemerkbar.
- 18:18Speaker 0: also das sind einfach Leute... Das merke ich immer wieder bei Olympischen Spielen, die brennen für ihren Sport.
- 18:25Speaker 0: Ja?
- 18:25Speaker 0: Die brenn' für ihren sport!
- 18:27Speaker 0: Die leben für ihren sports!
- 18:27Speaker 0: Die machen es eben nicht fürs Geld weil's kaum Geld gibt sondern die machen das weil sie ein bisschen bekloppt sind und Und das sind dann im Zweifel schon sehr, sehr interessante Typen.
- 18:39Speaker 0: Von denen man da wie gesagt in dem Fall jetzt eine Ausschnitte sieht aber die alle ganz tolle Geschichten zu erzählen haben und die werden angerissen und das gefällt den Leuten.
- 18:49Speaker 1: Du sagst es gerne mit dem würde ich gerne mal eine Stunde reden ist dass der Verbesserungsvorschlag?
- 18:57Speaker 1: Also sagts zwar es ist eigentlich nicht wirklich ein Problem die Art und Weise wie wir da Interviews machen insbesondere live unmittelbar nach den Wettkämpfen.
- 19:04Speaker 1: Vielleicht kann man es ja trotzdem so weit verbessern, dass sogar so Typen wie ich das interessant finden.
- 19:11Speaker 0: Ja gibt's ja auch ne?
- 19:12Speaker 0: Also es gibt in den öffentlich-rechtlichen gibt's so Dokus.
- 19:17Speaker 0: Wir sprechen auch oft mit Sportlern dann irgendwie auch eine Stunde, dann kommt ein halt ein verschriftliches Interview raus.
- 19:24Speaker 0: aber das steckt dann auch kondensiert schon sehr viel drin.
- 19:28Speaker 0: Das Problem ist natürlich so ein bisschen, dass so eine große Ereignis wie die EM das jetzt war.
- 19:33Speaker 0: In den Sommerferien immer an so lauen Abenden.
- 19:36Speaker 0: Es kommt grad eh nichts anderes im Fernsehen.
- 19:38Speaker 0: Das gucken dann halt Millionen und auf so ne Doku muss man die Leute schupsen.
- 19:43Speaker 0: Und auf so einen Interview was wir führen muss man auch schupseln.
- 19:46Speaker 0: Da ist halt sozusagen ... Das Publikum ist in dem Moment nicht da wie bei einer Life-Übertragung.
- 19:52Speaker 0: Deswegen ist natürlich die Chance dass die Sportler dann auch ihre Geschichte erzählen können.
- 19:58Speaker 0: Natürlich in dem Moment vor.
- 19:59Speaker 0: all hat viel viel größer als später ausgeruht, wenn aber das eigentlich nicht mehr aktuell ist und die Leute sich fragen okay warum soll ich das jetzt lesen?
- 20:07Speaker 0: Das ist schon ein
- 20:08Speaker 1: Aufmerksamkeitsproblem zu Gunsten des Fußballs.
- 20:11Speaker 0: Genau also da kommen wir wieder ganz andere Fragen, Gestellungen rein nämlich... Eigentlich leben wir in einem Land in dem die Mono Kultur-Fußball herrscht.
- 20:23Speaker 0: Also Fußball ist so dominant bei uns, dass es wahnsinnig viel aufrisst an Aufmerksamkeit und am Ende dann auch an Geld natürlich weil das Geld der Aufmerksamkeit folgt.
- 20:35Speaker 0: Es gibt wenig andere Länder auf der Welt.
- 20:37Speaker 0: also Fußball sind vielen Ländern die Nummer eins keine Frage.
- 20:40Speaker 0: aber es gibt wenige andere Länder würde ich behaupten in dem Fußball eine große Vormatstellung hat Und so eine große Lücke danach klafft und so wenig für andere Sportarten übrig bleibt.
- 20:53Speaker 0: Auch deswegen war das jetzt zwar frischend, was jetzt die letzten Wochen da passiert ist, weil da eben auf mal andere Sportdaten zeigen konnten wie spannend es ist, was für tolle Sportler sie haben und was da so möglich ist irgendwie.
- 21:03Speaker 1: Woran liegt das?
- 21:03Speaker 1: Dass bei uns ausgerechnet Fußball so prominent ist und alle anderen Sportdater, aber ist das ein Presseversagen?
- 21:11Speaker 0: Ja... Das ist ne gute Frage!
- 21:15Speaker 0: Ich fürchte, ich kann die nicht abschließend beantworten.
- 21:17Speaker 0: Es ist ein bisschen Henne-Eye-Probleme.
- 21:22Speaker 0: Also wird nur über Fußball berichtet weil die Leute das vor allem sehen wollen.
- 21:27Speaker 0: Oder hat sich das so eingespielt, dass man denkt die Leute wollen auf Fußball sehen und deswegen wird über Fußball berichtet.
- 21:32Speaker 1: Aber Tennis hat es ja immer funktioniert in den Neunzeiten?
- 21:35Speaker 1: Genau!
- 21:35Speaker 0: Es steht und fällt natürlich dann immer mit sozusagen großen Stars, Dosen deutschen Stars in anderen Sportarten.
- 21:40Speaker 0: Wir hatten meine Tennis-Phase, wir hatten meine Formel I Phase... Also das gibt's dann schon noch punktuell immer wieder aber ich weiß es nicht.
- 21:51Speaker 0: Ich halte es für eine sehr ungesunde Entwicklung.
- 21:53Speaker 0: also Es gibt ja die Situation, dass selbst Dritt- und Viertligerspiele vom Fußball live übertragen werden.
- 22:00Speaker 0: Während irgendwie deutsche Meisterschaften im Schwimmen wirklich.
- 22:04Speaker 0: also da reden wir dann über die deutsche Spitze und nicht über einen Unterbau, das die dann kämpfen müssen überhaupt zu sehen sein.
- 22:10Speaker 0: Und ich bin selbst Fan eines unterklassigen Fußballvereins.
- 22:14Speaker 0: Das ist ein bisschen auch Glashaus aber das kann man schon für schwierig halten.
- 22:19Speaker 0: andererseits wie gesagt... Das Publikum ist ja da, sonst würden diese Spiele nicht übertragen werden.
- 22:24Speaker 0: Also wir haben auch in der dritten Liga Stadien voll mit zwanzig dreißigtausend Zuschauer und was auch ein deutsches Alleinstellungsmerkmal ist.
- 22:33Speaker 0: Was ja irgendwie auch cool ist aber natürlich zur Lasten der anderen Sportarten geht.
- 22:36Speaker 0: ich weiß es nicht.
- 22:37Speaker 0: Ich würde mir wünschen dass man vielleicht konsequenteres versucht noch mehr darauf zu setzen andere Sportarten zu zeigen.
- 22:43Speaker 0: Aber dann geht's dann auch so ein bisschen darum wie sie spielen die anderen Sportart mit.
- 22:48Speaker 0: Wie sehr lassen die sich in ihre Wettkampfpläne reinreden, um vielleicht eine sehr smoothe Übertragung zu gewährleisten?
- 22:55Speaker 0: Wie es zum Beispiel der Wintersport schafft.
- 22:56Speaker 0: Also da läuft das ganz gut.
- 22:58Speaker 0: im Winter hat man auch nichts zu tun.
- 22:59Speaker 0: kalter Sonntag okay.
- 23:00Speaker 0: ich gucke jetzt mal den ganzen Tag Wintersports und da haben dann aber
- 23:03Speaker 1: auch immer nur diese komischen Antworten beim Wintersportun Ja
- 23:06Speaker 0: das stimmt.
- 23:06Speaker 0: Aber da ist es immerhin gelungen dass sozusagen die Cheapin und die Bobfahrer und die Biat-Leten die haben ihre Zeitplänen so aufeinander abgestimmt Das Fernsehen ganz smooth von einem zum anderen zwitschen kann und dann läuft es so wie in einem Guss durch.
- 23:18Speaker 0: Das wird im Sommer jetzt auch versucht, ist aber nicht ganz so einfach.
- 23:23Speaker 0: Ich
- 23:23Speaker 1: nehme also mit der Trick für schönere Interviews wäre die ich nenne sie mal Randsportarten etwas prominenter zu machen sodass diese Leute öfter zu Wort kommen und dann die interessanteren frischenderen Sachen sagen können wir jetzt bei der Leichtathletik werden?
- 23:36Speaker 0: Ja das kann man sozusagen fassen.
- 23:38Speaker 0: ja
- 23:39Speaker 1: Christian Spiller vielen Dank!
- 23:41Speaker 0: Ich danke ciao.
- 23:42Speaker 0: ciao
- 23:42Speaker 1: Holger ruft alles ein Podcast von Übermedien, dem unabhängigen Werbefreienmagazin für Medienkritik ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 23:50Speaker 1: Ein Abo gibt's ab sechs Euro monatlich und dafür gibt es sofort Zugang zu allen Artikeln und obendrauf unseren wöchentlichen Newsletter!
- 23:57Speaker 1: Wer unabhängige Medienkritike ebenfalls unterstützen möchte findet alle Infos auf übermedien.de Und dort gibts auch reichlich Übermedian zu lesen bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden.
- 24:08Speaker 1: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.