Latest / Pod und die Welt – Das außenpolitische Update / Proteste in der Türkei: „Das ist Erdoğans letzte große Schlacht“ (mit Deniz Yücel)
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- 0:00Die Türkei ist schon lange eine Autokratie.
- 0:02Die Frage, die sich im Moment stellt, ist, ob die Türkei den Schritt macht, den Russland
- 0:07spätestens mit dem Ukrainekrieg gemacht hat, nämlich den Schritt von der Autokratie
- 0:10zur Diktatur.
- 0:11Das ist die Frage, die jetzt im Raum steht in der Türkei.
- 0:13Eine neue Folge von "Pod und die Welt", dem außenpolitischen Update der Zeitschrift
- 0:17"Internationale Politik" mit mir Katharina Peetz.
- 0:20Und mit mir Martin Bialecki.
- 0:22Herzlich willkommen.
- 0:23Lange Zeit hat sich die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan konsequent weiter in Richtung
- 0:30Autokratie entwickelt.
- 0:31Seit den Gezi-Protesten vor zwölf Jahren hat Erdogan seine Macht immer weiter ausgebaut
- 0:35und das Land auf Linie gebracht.
- 0:37Das hat auch deshalb funktioniert, weil er einen großen Teil der Bevölkerung hinter
- 0:40sich hatte.
- 0:41Bei der letzten Präsidentschaftswahl vor zwei Jahren ist Erdogan zwar wiedergewählt
- 0:45worden, aber nur knapp.
- 0:46Vor einigen Wochen wurde dann der Istanbuler Oberbürgermeister Imamoglu abgesetzt und
- 0:50verhaftet.
- 0:51Und vorwürfe angeblicher Korruption.
- 0:54Imamoglu gilt als Erdogans größter und gefährlichster Gegner.
- 0:57Eben wurden für die nächste Präsidentschaftswahl in drei Jahren gute Chancen ausgerechnet,
- 1:01dass er nun ausgerechnet jetzt aus dem Weg geräumt werden soll.
- 1:04Das hat eine Protestwelle ungeandten Ausmaßes ausgelöst.
- 1:07Hunderttausendelbar in den vergangenen Tagen auf den Straßen.
- 1:10Sie haben für Imamoglus Freilassung demonstriert und vor allem gegen Erdogan.
- 1:14Wir wollen in dieser Folge genauer draufschauen, wie gefährlich können diese Proteste für
- 1:18Erdogan werden.
- 1:19Die Türkei ist schon in der Autokratie angekommen und welche Rolle spielt die internationale
- 1:23Politik.
- 1:24Besprechen können wir all diese Fragen mit dem Journalisten Deniz Yücel, Korrespondent
- 1:28der Zeitung "Die Welt".
- 1:29Herzlich willkommen, schön, dass Sie da sind.
- 1:30Hallo.
- 1:31Es war jetzt ganz spannend, die Frage, der Erdogan ist gerade zu Ende gegangen.
- 1:39Erdogan hat dann kurzerhand die Feiertage noch ein bisschen verlängert, wohl auch, weil
- 1:43er darauf spekuliert hat, dass sich danach alles beruhigt.
- 1:46Kann dieses Kalkül aufgehen?
- 1:47Das werden wir sehen, aber ich glaube mit einer Protestwelle, wie in den ersten Tagen,
- 1:52als Imamoglu noch im Polizeigewasern saß, also Imamoglu und seine Mitarbeiter und Bezirksbürgermeister,
- 1:57die werden ja oft vergessen.
- 1:58Es sind ja mit ihm im Gefängnis in ungefähr 50 andere Leute gelandet.
- 2:03Das würde ich vielleicht, wenn ich das gleich mal voll weg sagen darf, unter anderem Mai
- 2:05Pollard, stellvertretender Generalsekretär, der Istanbuler Stadtverwaltung.
- 2:09Ich glaube dafür gibt es in Deutschland keine Entsprechung.
- 2:11Aber eine der Sachen, für die er zuständig war, waren Sehenswürdigkeiten, das kulturelle
- 2:15Erbe, wo er sich wirklich einen sehr, sehr guten Namen gemacht hat, der man ist herzkrank,
- 2:19ladet an Klaustrophobie und seine Anwälte versuchen ihn aus gesundheitlichen Gründen,
- 2:23um sich um eine Aufhebung des Hafturteils bemüht, leider vergeblich.
- 2:27Und das ist nur ein Fall von 50 anderen, die mit Imamoglu zusammen verhaftet wurden und
- 2:32ins Gefängnis müssen.
- 2:33Und auch wenn wir jetzt bei Imamoglu bleiben werden, weil es politisch natürlich die wichtigste
- 2:36Figur ist, dachte ich, erzähle ich das einmal kurz.
- 2:39Das heißt aber, also Sie haben gesagt, die Tage während kurz nach der Verurteilung, da
- 2:43waren die Proteste sehr stark, was erwarten Sie, wie es jetzt weitergeht?
- 2:46Es waren ja die Proteste, die auch gar nicht tief zuerst von den Universitäten losgingen,
- 2:51begonnen sogar nicht am Tag der Festnahme, sondern einen Tag vorher als immermodos Universitätszeugnis,
- 2:57über 30 Jahre altes Universitätszeugnis, dann aberkannt wurde, womit er eine Voraussetzung
- 3:03beraubt wurde, für die Präsidentschaft zu kandidieren.
- 3:06Und an dieser Universität Istanbul, das ist die älteste Universität Istanbul, mit der
- 3:10Vorgeschichte bis in Osmanische sogar in byzantinische Zeit hinein reicht, dass selbst so eine alte
- 3:15erwürdige Institution, der auf den Hund gekommen ist und so was mit sich machen lässt, das
- 3:20hat viele empört und das hat vor allem an der Uni Istanbul Studenten empört.
- 3:24Und es gab einen Moment, der, glaube ich, auch im Nachhinein betrachtet wirklich ein
- 3:27Fanal war, an dem Tag, wo nicht allzu viele, ungefähr 1000 Studenten wollten da protestieren.
- 3:32Die Polizei hat sich ihnen entgegengestellt und die haben die Polizei bei Seite geschoben.
- 3:36Da flogen keine Steine, das war jetzt nicht so supergewalttätig.
- 3:39Aber die haben die einfach weggedrückt und die Polizei hat danach auch nicht mehr interveniert
- 3:44und die konnten ihre Demo machen.
- 3:45Und das war das Fanal.
- 3:46Das war nämlich das erste Mal, Sie erwähnten bereits die Gezi-Proteste, 2013.
- 3:50Da zwischen ist ja viel passiert in der Türkei, das Regime ist immer autoritärer geworden
- 3:54und das war jetzt so ein Moment, glaube ich, was für viele so gewirkt hat.
- 3:57Okay, es geht wieder was.
- 3:58Wir müssen was machen.
- 3:59Dann, nächster Tag, kam die Festnahme und zunächst sind die Studenten auf die Straße gegangen.
- 4:04Ich glaube, das war von Erdorn aus seiner Perspektive, war es ein strategischer Fehler
- 4:08mit diesem Universitätszeugnis anzufangen.
- 4:10Und bei den jungen Leuten, das ist die erste Generation, die in der Türkei aufwächst,
- 4:15den es materiell schlechter geht als ihren Eltern.
- 4:17Eine Generation, die wirklich auch mit anderen Problemen zu kämpfen hat als die Leute, die
- 4:21jungen Leute, die auch bei Gezi eine wichtige Rolle gespielt haben oder die zentrale Rolle
- 4:25gespielt haben, die sich sowieso fragen, was ist dieses Universitätszeugnis, für das
- 4:30wir uns hier abstrampeln, für das wir meine Eltern Geld investiert haben, damit wir überhaupt
- 4:35an die Uni kommen können.
- 4:37Wir wissen ähnlich, was das Wert ist, ob wir einen Job kriegen.
- 4:40Und wenn wir damit rechnen müssen, dass selbst dieses Zeugnis noch 30 Jahre später, weil
- 4:45es irgendwie politisch gerade in den Kram passt, uns auch noch dieses Zeugnis weggenommen
- 4:49werden kann, das hat die Leute so empört.
- 4:52Und zuerst an dem Tag in Istanbul durch diese Botschaft, die von dem Tag von der Uni
- 4:56Istanbul ausging, an anderen Universitäten.
- 4:59Und das hat vor allem Studentinnen und Studenten im ganzen Land motiviert, die dann auch die
- 5:04restliche Opposition, auch die große Oppositionspartei, CHP, der Imamole auch angehört, dann
- 5:10ein bisschen vor sich hergetrieben haben.
- 5:11Aber in den ersten Tagen hatte der Protest zwei sehr konkrete Ziele.
- 5:16Das eine lautete die Verhaftung, also die Untersuchungshaft für Imamole verhindern und das zweite, die
- 5:22Zwangsverwaltung für die Stadtverwaltung, Istanbul verhindern.
- 5:24Das eine hat, der war vier Tage im Polizeigemaß und danach kam die Untersuchungshaft.
- 5:30Also das eine Ziel, dieses eine konkrete Ziel haben die Proteste nicht erreicht.
- 5:33Das andere Ziel haben die erreicht, dass die geplante Zwangsverwaltung für Istanbul,
- 5:39so wie in den kurdischen Städten seit vielen Jahren, leider Praxis ist, dass gewählte
- 5:43Bürgermeister abgesetzt werden und durch vom Innenministerium bestellte Beamte ersetzt
- 5:47werden.
- 5:48Da hat die Staatsmarkt vor diesen Protesten zurückgeschreckt.
- 5:51Damit war ein konkretes Ziel erfolgreich, das andere nicht.
- 5:54Und ich glaube, ab dem Punkt nach so einer Situation, die Proteste einen Gang runter zu
- 5:59schalten, das ist aus Sicht der Opposition durchaus klug.
- 6:01Weil wenn du nicht die Aussicht hast durch Massenproteste, okay, wenn wir heute und morgen
- 6:06noch und morgen noch auf die Straße gehen, dann wird diese Regierung zurücktreten.
- 6:09Also wenn du nicht so eine konkrete realistische Chance vor Augen hast, Aussicht vor Augen
- 6:13hast, ich glaube, da ist es vernünftig, deinen Schritt zurückzuschalten.
- 6:17Weil wenn die konkreten Ziele weg sind, dann lassen sich Leute schlechter mobilisieren.
- 6:22Dann kam die Polizei, die nicht mit voller Wucht in diese große Menge reingegangen ist,
- 6:27aber an dem Rand der Kundgebung ist die Polizei rein mit Tränengas, mit Gummigeschossen.
- 6:31Es gab festnahmen ungefähr 300 Leute außer Imam Hohle und seinen Leuten sitzen jetzt
- 6:35und untersuchenshaft.
- 6:36Auch das wirkt natürlich abschreckend.
- 6:38Und ich glaube in so einer Situation, dass die Opposition sagt, okay, wir schalten einen
- 6:41Gang runter, nicht mehr jeden Tag Demo, sondern versuchen Sachen zu finden, Formen zu finden,
- 6:47wo wir auch andere Leute beteiligen können.
- 6:49Die CHP hat die geplante Präsidentschaftskür, die eigentlich natürlich, sagen Abstimmung
- 6:55unter den Parteimiggliedern hat man für Nichtmigglieder geöffnet, sodass neben 1,6 Millionen Parteimiggliedern
- 7:01auch 13,2 Millionen nach Artlautangaben der CHP Nichtmigglieder mit abgestimmt haben,
- 7:06was eine enorme Zahl ist.
- 7:08Dann die Bequat-Kampagne gegen Nachrichtensender, die von den Protesten nicht berichtet haben
- 7:12und die Unternehmen, die die gehören, jetzt eine große Unterschriftensammlung, mit der
- 7:16man 26 Millionen Leute erreichen will.
- 7:18Also das wäre die Hälfte der Wahlberechtigten.
- 7:20Und das sind, glaube ich, richtige Protestformen, auch die Eskulation ein bisschen runterzuschalten
- 7:26und Formen der Partizipation zu ermöglichen, mit denen die Leute vielleicht weniger Risiken
- 7:30eingehen.
- 7:31Also wer auf eine Demo geht, riskiert vielleicht, Drehendas abzubekommen, im schlimmsten Fall
- 7:34festgenommen, verhaftet zu werden.
- 7:36Aber die Polizei kann ja selbst natürlich keinem in den Supermarktzerren und zum Einkaufen
- 7:40bringen, wenn er das nicht möchte.
- 7:41Schauen wir mal auf den Zeitpunkt hier, Gjeld, dass der Imamoglu jetzt verhaftet worden ist.
- 7:46Das ist ja ein bisschen überraschend gewesen.
- 7:48Die nächsten Wahlen, das hat man vorhin schon gesagt, in drei Jahren statt.
- 7:51Wie deuten Sie denn den Zeitpunkt der Verhaftung?
- 7:54Das war nicht überraschend.
- 7:56Also das war wirklich ganz und gar nicht überraschend.
- 7:58Erdogan hat im Januar, da wurde nach der Absetzung des Bezirksbürgermeisters von Besiktas,
- 8:03das ist ein innenstädtischer Bezirk, sehr säkular, Mittelschicht bis Oberschicht
- 8:07an einigen Teilen am Bosporus gelegen, sehr schön, wo die AKP bei 10, 15 Prozent landet.
- 8:12Der Bezirksbürgermeister von Besiktas wurde abgesetzt, durch einen Zwangsverwalter ersetzt
- 8:15und verhaftet, kam ins Gefängnis.
- 8:17Und Erdogan kündigte zu der Zeit, das war Mitte Januar an, er sagte, es kommen noch andere
- 8:22große Rüben.
- 8:23Das ist so eine türkische Redewendung, Deutschland vielleicht übersetzt, es kommen noch andere
- 8:27dicke Fische.
- 8:28Und dann haben in den letzten Wochen unmittelbar vor Imamolos Festnahme haben Leute, die
- 8:34Journalisten zu nennen, ich wirklich mich scheut, das sind eher das Schafmacher der
- 8:37Regierung, die das schreiben, was man ihnen sagt.
- 8:39Und die haben angekündigt.
- 8:41Imamoglu wird verhaftet werden.
- 8:42Es wird ein Zwangsverwalter für Istanbul kommen.
- 8:45Und kurz darauf passierte das auch.
- 8:47Es war zu diesem Zeitpunkt, es war in der Türkei nicht mit überraschend, sondern im Gegenteil,
- 8:51es war mit Ansage.
- 8:52Und zwar mit Ansage aus der politischen Führung.
- 8:55Deswegen ist es auch nicht wert, weiter über diese Korruptionsermittlung zu sprechen, die
- 8:59sich allein oft Aussagen vom Hörensagen, von anonymen Zeugen, die vom Hörensagen berichten.
- 9:04Ich habe gehört, dass, ich könnte mir vorstellen, dass jenes, das ist absolut haltlos und es
- 9:10ist nicht so, dass es Korruptionsermittlungen gab, die zu der Festnahme geführt haben,
- 9:14sondern es gab den politischen Willen, Imamoglu auszuschalten und dafür hat man ihm dann
- 9:18irgendwas angedichtet.
- 9:19Also es war mit Ansage, aber der frühe Zeitpunkt natürlich, der hat damit zu tun, dass die
- 9:24CHP diesmal beschlossen hat, anders als bei der Präsidentschaftswahl.
- 9:27Der letzten Mal, 23, wo man sich sehr lange Zeit gelassen hat mit der Präsidentschaftskühe,
- 9:32haben sie diesmal gesagt, okay, sie wollen jetzt frühzeitig ihren Kandidaten nominieren.
- 9:38Das war für den 23.
- 9:39März vorgesehen und vier Tage vor diesem Termin wurde Imamolo festgenommen und da war ganz
- 9:45offensichtlich der politische Wille, Imamolos Kandidatenkür zu sabotieren.
- 9:50Und ich glaube, das Regime hat darauf spekuliert, dass zum einen ein bisschen Protesten, wenn
- 9:54sie gerechnet haben, aber ich glaube, sie dachten nicht, dass es so groß ausfällt.
- 9:58Sie haben das auch vorbereitet.
- 10:00Es gab in den letzten Monaten, also seit Anfang des Jahres, in verschiedenen Milieus, an
- 10:04verschiedenen Adressen quasi Warnungen und Einschüchterungen.
- 10:07Anfang Januar, Mitte Januar wurde eine Managerin verhaftet.
- 10:09Die so sehr viele Schauspieler und Popstars betreut, selber keine Person des öffentlichen
- 10:14Lebens, aber die ist in der Branche, ist die sehr bekannt und zu ihren Kunden gehören
- 10:18sehr viele bekannte Schauspieler, Popstars, Leute, die in so einer Protestsituation als
- 10:22Multiplikatoren wirken können.
- 10:24Die wurde verhaftet, also in Zusammenhang mit den Gezi-Protesten von 2013, was inzwischen
- 10:28als Putschversuch gewertet wird.
- 10:30Das war so eine Einschüchterungsversuch in bestimmtes Milieus.
- 10:33Im Februar wurden der Vorsitzende und der Aufsichtsratsvorsitzende des Pükschen Unternehmerverbandes
- 10:38festgenommen.
- 10:39Die hat man dann laufen lassen gegen Meldauflage und Eiseverbot, aber das war auch eine klare
- 10:43Einschüchterung.
- 10:44Es wurden Journalisten festgenommen und das war der Versuch, glaube ich, mit diesen gezielten
- 10:47Einschüchterungen.
- 10:48Dachte man, okay, ein bisschen, ein paar Leute werden auf die Straße gehen, aber nach ein
- 10:52paar Tagen wird das schon vorbei sein und die GEP, die wirklich auch eine komplizierte
- 10:55Partei ist, auch untereinander nicht immer so einig, die werden übereinander herfallen
- 11:00und dann wird sich diese Sache innerhalb von ein paar Tagen erledigt haben und mit so
- 11:03einer Gegenwehr, mit so einem Protest haben die nicht gerechnet hat, glaube ich auch die
- 11:07CHP nicht gerechnet, weil wie gesagt, sie hat sich dann sehr schnell quasi zum Organisator
- 11:11der Protester gemacht, spielt eine sehr wichtige Rolle, aber sie ist es nicht alleine und
- 11:15das war zuerst das Fanat, gegen wie gesagt von den Universitäten aus und wer weiß, ob
- 11:19wir diese Protestbewegung überhaupt so gehabt hätten, wenn am Anfang nicht dieses Universitätszeugnis
- 11:24diese Sache gewesen wäre, was halt bei vielen jungen Leuten den Moment ausgelöst hat, so
- 11:28das reicht jetzt.
- 11:29Und den geht es auch nicht um Imamoglu oder die Frage, wer ist Bürgermeister von Istanbul
- 11:33oder wer ist der Präsidentschaftskandidat, der ist bestenfalls ein Symbol für die Hoffnung
- 11:37auf ein besseres Leben in einem besseren Land.
- 11:39Es gibt Umfragen, denen zufolge will, eine Mehrheit der Türkeninnen und Türken inzwischen
- 11:43vorgezogene Neuwahlen, inwiefern würde das Erdogans Pläne durchkreuzen oder wäre das
- 11:48vielleicht sogar in seinem Sinne?
- 11:49Ach ja, das ist eine gute Frage, das ist einerseits in seinem Sinne und dann wiederum auch nicht,
- 11:53weil Erdogan nach der geltenden Verfassungslage kann Erdogan nur noch einmal für eine weitere
- 11:58Amtzeit antreten, nämlich wenn das Parlament eine vorzeitige Neuwahl beschließt, dann
- 12:03sowohl des Parlaments als
- 12:04auf das Präsidentenamt. Deswegen ist nach gültiger Verfassungslage gibt es für Erdogan
- 12:09keinen anderen Weg. Aber in der jetzigen Situation, das wäre für ihn ziemlich riskant,
- 12:13jetzt Neuwahlen einzugehen, während die Opposition darauf besteht, dass Neuwahlen
- 12:17ausgerufen werden, dass es auf das Ziel dieser Unterschriftenkampagne, wie gesagt,
- 12:20auch das eine Protestform. Ich finde, das ist natürlich nicht so, das sind natürlich Bilder
- 12:25von Tränengas und Demo auf der Straße und dann läuft so eine Pokémon-Figur durchs Bild,
- 12:30die dann in Belgrad und New York auch wieder auftaucht. Das sind natürlich tolle Bilder,
- 12:33aber ich glaube, um so eine über ein längerem Zeitraum Protest aufrecht zu erhalten, wie gesagt,
- 12:39gerade wenn man es auch mit einer Staatsmacht zu tun hat, die nicht davor zurück schreckt,
- 12:43zuzuschlagen, ist klug auf solche Formen auszuweichen. Und das ist jetzt das Ziel der
- 12:47Kampagne und für Erdogan. Das hat natürlich keine Rechtsbindung, aber es wäre natürlich,
- 12:51wenn die 20, 25 Millionen Unterschriften einsammeln, dann erzeugt das natürlich Druck. Und interessant
- 12:57ist auch, dass die Opposition an ihren Kandidaten im Amolo festhält, auch wenn er formal zum
- 13:04jetzigen Stand nicht wegen seiner Verhaftung, das wäre kein Hindernis, aber das Universitätszeugnis,
- 13:09dass es ein Hindernis zur Wahl zugelassen zu werden. Und es gibt einen Verfahren,
- 13:12so ein wirklich vollkommen groteskes Beleidigungsverfahren, in dem er in erster Instanz schon so zwei
- 13:17Jahre verurteilt ist, würde das bestätigt werden, würde es rechtskräftig, dann könnte auch
- 13:22nichts zugelassen werden. Aber ich glaube, diese Frage, ob er zugelassen wird oder nicht,
- 13:27das ist am Ende nicht das Entscheidende. Wir versuchen in diesem Podcast immer auch der
- 13:35Frage nachzugehen, was hat es denn alles mit unserem Leben hier in Deutschland zu tun? Das
- 13:39wirkt jetzt ja bei der Türkei insofern auf der Hand, als dass es hier 1,5 Millionen Menschen mit
- 13:43türkischer Staatsbürgerschaft und drei Millionen Menschen mit türkischen Migrationshintergrund
- 13:47ergibt. Bei den letzten Präsidentschaftsfahlen hat ein großer Teil der in Deutschland lebenden
- 13:52Wahlberechtigten für Erdogan gestimmt. Frage, was bedeutet denn das, was gerade passiert für
- 13:57das deutsche Verhältnis der Türkei und zu Erdogan selbst? Ungefähr die Hälfte der
- 14:01Deutschland lebenden Menschen mit türkischem Hintergrund sind Wahlberechtig, haben überhaupt
- 14:05auf türkische Staatsbürgerchaft. Davon ungefähr geht die Hälfte wählen und davon wählte ich dann
- 14:08zwei Drittel Erdogan. So ungefähr. Das ist hoch. Es gibt in Österreich oder in den Niederlanden
- 14:13sind diese Werte noch höher. Das hat einfach was mit der Soziologie der Einwanderung zu tun,
- 14:18die sich interessanterweise dann über Generationen hinweg fortsetzt. Also die Milieus aus den
- 14:23Großteilen der Einwanderer, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, diese Milieus wählen in
- 14:27der Türkei eher AKP. Und das spiegelt sich hier wieder. Während in der Schweiz zum Beispiel oder
- 14:32in Großbritannien noch mehr in den USA, in Kanada, wo die Einwanderung sehr viel mehr aus
- 14:37politischen Flüchtlingen besteht oder Leute gut ausgebildete, die da halt Jobs bekommen haben,
- 14:41qualifizierte Jobs und also eine ganz andere Einwanderungsstruktur haben, da liegt dann die
- 14:46AKP in den USA 16%, die Kanada 17%, Großbritannien 18%. Das ist interessant, dass sich so was dann
- 14:52auch über Generationen hinweg fortsetzt. Für die Deutschstürken, ich glaube, das hat bei denen
- 14:56ein bisschen länger gedauert. Die diaspora ist ja oft dann auch trotzdem manche Sachen sind ein
- 15:00bisschen verzögert. Der Zuspruch für Erdogan in der diaspora kam ein bisschen später als in der
- 15:04Türkei. Aber dafür ist man hier, glaube ich, ist ein Großteil weiterhin, ist noch treuer zu Erdogan.
- 15:10Natürlich auch deshalb, weil man die Folgen der Politik, der Wirtschaftskrise, die seit
- 15:15Jahren anhält, der politischen Krise einem Rechtssystem, an dem niemand, glaube ich, selbst
- 15:19die meisten AKP-Wähler, ist völlig klar, dass er immer molos Verhaftung eine politische Sache ist
- 15:24und nichts, irgendwas mit irgendwelchen Ermittlungen zu tun. Es gibt auch Umfragen, dass insgesamt
- 15:2860 Prozent nirgends von gestern sagen, sie halten das für eine rein politische Sache das Vorgehen
- 15:33gegen Imamoglu. Das ist ja weiter aus mehr als die CHP und die gesamte Opposition bislang an
- 15:38Wählerstimmen bekommt. Aus deutscher Perspektive finde ich interessant, was nicht passiert ist.
- 15:43Olaf Scholz hat ziemlich deutliche Worte gefunden. Für seine Verhältnisse sogar sehr deutliche,
- 15:48aber ich bin mir nicht sicher, ob er zu den gleichen Worten gegriffen hätte, wenn er nicht
- 15:52ein Kanzler auf Abruf wäre. Friedrich Merz, der wahrscheinlich kommende Bundeskanzler,
- 15:57hat sich nicht dazu geäußert und insgesamt ist aus Europa, was ich interessant fand,
- 16:02es gab sehr viel Solidaritätskundgebung auf der politischen Ebene, auf der Imamoglu im Moment
- 16:07ja selber nominal auch angesiedelt ist, nämlich als Kommunalpolitiker. Also auch der regende
- 16:13Bürgermeister von Berlin, die Kölner Oberbürgermeisterin, der Leipziger, der aus Hannover,
- 16:17aus ganz Europa, der Budapest der Bürgermeister, der wahrscheinlich besser als jeder andere
- 16:22Bürgermeister in Europa Imamoglus Situation nachvollziehen kann, was das bedeutet,
- 16:26der solchen Umständen dann zu versuchen, Kommunalpolitik zu machen. Auf der Ebene gab es sehr viel
- 16:32Solidarität, auf europäische Ebene, auch von anderen Regionen ist man sehr, sehr zurückhaltend,
- 16:38das wäre vor ein paar Jahren noch anders gewesen. Also natürlich, die Kortinaten in der Welt haben
- 16:42sich verschoben in den letzten Jahren und Erdogan hat es sehr geschickt geschafft, die geopolitische
- 16:46Bedeutung der Türkei und zusammen mit dem Ukrainekrieg, Nahost, Migration, Terrorismus,
- 16:51da sich diese geopolitische Bedeutung der Türkei auch als zweitgrößter Armee der NATO ins Spiel
- 16:58zu bringen und ich habe den Eindruck leider, dass auch in der deutschen Politik die Türkei
- 17:03inzwischen sehr viel mehr unter diesen Kortinaten bewertet wird. Was haben wir davon und wofür
- 17:08brauchen wir die und die Ideen oder Fragen von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie,
- 17:13keine Rolle mal spielen? Wenn wir bei der Geopolitik sind, inwieweit glauben Sie, dass jetzt durch die
- 17:18Wiederwahl Donald Trumps und generell das Verschieben der Mächte sozusagen auch die Rolle
- 17:24der Türkei auf der internationalen Bühne nochmal eine andere größere wird? Trump und Erdogan sind
- 17:29Best Buddies, ich glaube, Erdogan ist genau der Schlag von Politiker, das war schon in
- 17:33Trumps erster Präsidentschaft so, da gab es ja noch eine US-Regierung außerhalb von Trump und
- 17:38da funktionierte das auf dieser Ebene sozusagen auf Ebene der Administration, funktionierte
- 17:42weil das nicht so reibungslos zwischen der Türkei und den USA aber auf Chefebene Erdogan und
- 17:47Trump die konnten gut miteinander. Das ist glaube ich genau der Schlag von Politiker,
- 17:50den Trump auch schätzt, mit Demokraten hat er mit größeren Problemen bekanntlich als mit
- 17:55Figuren wie Erdogan oder Wladimir Putin und natürlich der Machtwechsel in den USA,
- 17:59der Regierungsantrag von Trump auch das dürfte Erdogan dabei beflügelt haben,
- 18:03hat den Gedanken so, ich kann jetzt hier meinen größten Widersacher ausschalten und werde damit
- 18:08durchkommen, weil sie das zu Beginn gesagt haben ist die Türkei auf dem Weg zur Autokratie,
- 18:13die Türkei ist schon lange eine Autokratie. Die Frage die sich im Moment stellt ist,
- 18:17ob die Türkei den Schritt macht, den Russland spätestens mit dem Ukrainekrieg gemacht hat,
- 18:22nämlich den Schritt von der Autokratie zur Diktatur. Das ist die Frage,
- 18:25die jetzt im Raum steht in der Türkei und eine Sache die nämlich immer leidlich zwar nicht
- 18:29fair kurdische Politiker wurden, immer verhaftet sehr laut, in dem ich das jetzt seit acht
- 18:33und ein halb Jahren im Gefängnis, es gab immer Anschränkungen der Opposition der Pressefreiheit
- 18:38bei dem Verfassungsreferendum 2017, wo dieses merkwürdige Präsidialsystem nach türkischer
- 18:43Art eingeführt wurde, ob die Auszählung da so rechtmäßig zugänglich, da ist immer noch
- 18:47ein Fragezeichen dahinter, aber es gab noch so was wie Wahlen, es gab für die Opposition die
- 18:52Möglichkeit unter schwierigen Bedingungen zwar anzutreten, aber einen Kandidaten aufzustellen,
- 18:56ihrer Wahlen und dann zu gucken, ob er eine Mehrheit gewinnt, so unfair die Bedingungen total
- 19:01waren, aber in dem Moment, wo die Opposition dieser Möglichkeit beraubt wird und quasi auch jede
- 19:07andere, das ist ja dann nicht nur Ekremie-Mamole, sondern auch jede andere, der Erdogan gefährlich
- 19:12werden könnte, Gefahr läuft auf so eine Weise ausgeschaltet zu werden, dann ist es keine
- 19:17Autokratie mehr, sondern eine Diktatur. Das war der Versuch von Erdogan, deswegen ich finde,
- 19:20das sehr berechtigt, dass die türkische Opposition von einem Putsch, inzwischen von einem Putschversuch
- 19:24spricht, um auch den eigenen Erfolg und den eigenen Leuten auch Mut zu zu sprechen, so sprechen
- 19:28jetzt vom Putschversuch und dass solche Massenproteste noch immer möglich sind, zeigt, dass diese
- 19:34Frage noch nicht endgültig geklärt ist, aber ich glaube, dass diese Auseinandersetzung, die jetzt
- 19:39geführt wird, das ist für Erdogan die letzte große Schlacht. Wenn er die gewinnt, dann wird er für
- 19:44den Rest seines Lebens, das ist ja inzwischen auch eine ziemlich offen ausgesprochene Absicht für
- 19:49den Rest seines Lebens des Landes regieren. Wenn diese Protestbewegung niedergeschlagen wird,
- 19:54dann wird es, ich will nicht profetisch klingen, aber auf absehbare Zeit, auf das, was man auf dem
- 19:59Zeitraum, den man so absehen kann, ein Jahrzehnt, zehn Jahre, vielleicht 15 Jahre, war es das mit der
- 20:04Türkei, weil diesen Frust, den die Leute sich dann in so einem Fall abholen würden, der prägt ja
- 20:09dann auch. Das war nach Gezi auch so, also wenn Erdogan diese Auseinandersetzung gewinnt, dann
- 20:14heißt es auch, dass es keine Wahlen mehr gibt. Also dann, oder Wahlen, na ja, so wie Saddam Hussein
- 20:18auch, oder das Ashat-Regime auch in irgende Form von Wahlen abgehalten hat. Also das wird man
- 20:23die Türkei als Diktatur einordnen müssen, aber noch gibt es diese Möglichkeiten und für Erdogan
- 20:28ist das natürlich halt auch ein riskantes Spiel, weil er selber seine Legitimation immer daher
- 20:34bezogen hat, dass er eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hatte. Und auch da findet gerade
- 20:39ein wirklich auch in der Ideengeschichte, wie die türkische Politik sehr interessant der Wechselstadt,
- 20:45seit 1950 zum ersten Mal eine freie Wahlstadt fand, war es in der Türkei immer Sache der Rechten,
- 20:51nicht unbedingt der Rechtsextremisten, aber der Mittlerechtparteien und auch das Politische
- 20:55in der Türkei, die haben immer gesagt, wir sind das Volk. Wir haben die Mehrheit, auf der anderen
- 21:00Seite stand die alten Eliten, stand das Militär, mit dem die CHP ja auch immer verbandelt war.
- 21:05Deswegen habe ich schon mal gesagt, die CHP ist eine komplizierte Partei, was gerade passiert.
- 21:10Erdogan zuletzt, Erdogan spricht nur noch vom Beruf sich auf den Staatsapparat. Erdogan droht wieder
- 21:15mit neun dicken Fischen, sagt, dass die Justiz ihrer Arbeit machen wird, die Polizei und so weiter,
- 21:20während die CHP in einer Thermologie inzwischen auch ganz bewusst an sich eine Thermologie bedingt,
- 21:27bedient, die früher in der Türkei immer Sache von Mittlerecht, also inklusive Polyschneislam,
- 21:33der Rechten war, das ist fast wortwörtlich, Sachen die Erdogan, der Volkswille, der Wille
- 21:39des Volkes und so Begriffe mit den Erdogan immer handiert hat, weil er immer gesagt hat,
- 21:43vom Wegen Diktatur, ich habe auch hier die Mehrheit, was wollt ihr denn? Und das verschiebt sich gerade
- 21:47und das ist eine sehr interessante Verschiebung und deswegen ist es für Erdogan auch riskant,
- 21:51die Reste von Wahlen und noch die freien Wahlen abzuschaffen, ist auch für seine Legitimation
- 21:56ist das nicht so ganz einfach, weil er seine Legitimation immer daraus bezogen hat. Die Türkei
- 22:00ist kein Kalifat und Erdogan, ich habe nicht gesagt, der Allmächtige hat mich hierhin gesetzt,
- 22:05sondern ich bin hier, weil das folgt mich hier will. Mit dem Journalisten Deniz Yücel haben wir
- 22:09über die Protestbewegung in der Türkei gesprochen. Vielen Dank. Ich danke. Wir sind schon fast am Ende
- 22:18angekommen, aber noch nicht ganz. Wir wollen wie immer noch kurz zusammenfassen, was wir besprochen
- 22:23haben. Katharina, was ist dir denn aus diesem Gespräch über die Türkei am meisten hängen geblieben? Also ich
- 22:28fand interessant diese Analyse, dass die Herausforderung jetzt eben ist, die Protestbewegung so ein bisschen
- 22:32in die Breite zu tragen und auch Nachhaltigkeit zu gestalten, also nicht jeden Tag auf die Straße
- 22:37zu gehen, weil das nicht über längeren Zeitraum durchzuhalten ist. Die sehr zurückhaltenden
- 22:42Reaktionen aus Europa, das fand ich nochmal interessant, sich dazu Gedanken zu machen,
- 22:46was da die Gründe für sein können und sehr prägnant fand ich den Satz. Es ist jetzt eigentlich
- 22:50Erdogans letzte Schlacht, also hier geht es schon um viel für ihn. Martin, wie ging es dir? Genauso,
- 22:55genauso. Also dann war es das mit der Türkei. Es ist natürlich auch ein Satz, so die Perspektive
- 22:5910, 15 Jahre kann man das Land dann praktisch abschreiben, ist bei der Bedeutung des Land
- 23:04geostrategisch auch hat, NATO etc. gar nichts zu unterschätzen, dass dann der Weg nach Europa
- 23:09endgültig versperrt wäre erst mal. Das sind immer so Dinge, die man sehr gerne unterschätzt.
- 23:14Das sind schon entscheidende Tage gerade und was mich noch beeindruckt hat, wie sehr es brodelt
- 23:19im Volk. Dieses "Es reicht jetzt" ist nicht nur um die Festnahme eines Verhaftung eines Bürgermeisters
- 23:24geht, sondern um sehr viel mehr. Und damit geht die heutige Episode zu Ende. Zu Ende geht auch die
- 23:33zweite Staffel von Pod und die Welt. Aber keine Sorge, wir kommen wieder, es wird eine dritte
- 23:37Staffel geben nach einer kurzen Osterpause und die nächste Ausgabe folgt dann am 8. Mai. Vielen Dank
- 23:44fürs Zuhören. Ich bin Katharina Peetz. Und auch Martin Bialecki sagt herzlichen Dank bis hierhin. In der
- 23:49kurzen Pause können Sie ja, wenn Sie möchten, alle Folgen von Pod und die Welt nachhören. Es ist
- 23:53ja weiß Gott genug passiert auf der Welt. Wir freuen uns übrigens auch sehr über Themenanregungen
- 23:57oder über Feedback. Gerne per E-Mail an die Adresse IP@dgap.org. Danke schön und auf bald!
- 24:06* Musik *