Latest / Pod und die Welt – Das außenpolitische Update / „Das neue Wehrdienstgesetz macht einen Krieg mit Putins Russland wahrscheinlicher“ (mit Sönke Neitzel)
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- 0:00Also ich glaube eher an den Weihnachtsmann, als dass wir deutschen Truppen in der Ukraine sehen werden, alle Äußerungen, die wir aus Russland haben, sagen no way.
- 0:08Was hätten sie denn damit erreicht?
- 0:10Das wäre ja geradezu ein Negativbild.
- 0:13Herzlich willkommen!
- 0:14Port und die Welt ist zurück aus der Sommerpause.
- 0:16Wer den Podcast schon kennt, weiß es zur Sicherheit.
- 0:18sagen wir noch mal, wer wir sind.
- 0:20Hallo, Martin Bialecki, Chefaraktor der Zeitschrift Internationale Politik.
- 0:24Und ich bin Katharina Peetz, freie Journalistin mit Schwerpunkt
- 0:26auf Außenpolitik.
- 0:28In diesem Podcast sprechen wir mit Expertinnen und Experten aus der Außen- und Sicherheitspolitik über aktuelle und glattend aktuelle Themen, versuchen, Einordnungen zu geben und zum Nachdenken
- 0:37anzuregen.
- 0:39In dieser Folge geht es um den Krieg in der Ukraine.
- 0:42Da war nämlich von Sommerpause oder von Entspannung gar nichts zu spüren, im Gegenteil.
- 0:47In der vergangenen Woche hat die Ukraine den bisher größten russischen Angriff seit Kriegsbeginn erlebt.
- 0:51Ein rauchen des Regierungsgebäude dutzende Verletzte mehr als achthundert Drohnen in einer einzigen Nacht.
- 0:57Während europäische Staats- und Regierungschefs über mögliche Friedenstruppen nach einem möglichen Waffenstillstand nachdenken, zeigt der russische Präsident Putin einmal mehr, dass er kein Interesse an einem Frieden in der Ukraine hat.
- 1:09Wo es Präsident Trump scheint so langsam auch das Interesse am Ukraine-Krieg zu verlieren.
- 1:12Und heute, wir nehmen diese Folge am Mittwoch, dem Zehnten September auf, hat Polen erstmals russische Drohnen abgeschossen, die in den polnischen Luftraum eingedrungen sind.
- 1:21und das Krieg ist vorbereitet.
- 1:28und was ist vom neuen deutschen Wehrdienstmodell zu erhalten?
- 1:31Darüber sprechen wir mit dem Militärhistoriker Sönke Neitzel,
- 1:34der uns jetzt zugeschaltet ist.
- 1:35Herzlich willkommen!
- 1:36Hallo!
- 1:41Lassen Sie uns direkt mal aktuell einsteigen.
- 1:44Nach diesem Abschuss der russischen Drohnen, die heute Nacht in den polnischen Luftraum eingedrungen sind, ist die Aufregung groß.
- 1:50Das polnische Militär spricht von einem Akt der Aggression.
- 1:53Viele europäische Regierungschefs haben den Vorfall verurteilt.
- 1:56Wie bewerten Sie diesen Vorgang?
- 1:57Welches Ziel verfolgt Russland mit solchen gezielten Provokationen?
- 2:02Problem ist jetzt ja, dass wir wenige Stunden danach nur das lesen können, was die Newsticker bringen.
- 2:08Und als Historiker sage ich immer, wir sollten ein bisschen zurückhalten sein mit der Bewertung, bevor wir mehr Quellen haben.
- 2:14Es kann ja alles möglicher sein.
- 2:16Zwei Szenarien sind ja denkbar.
- 2:18Einmal passiert im Krieg vieles, was so nicht vorgesehen ist.
- 2:21Wir haben es ja auch schon vorher gesehen, dass Geschosse in Polen eingeschlagen sind.
- 2:25Es kann einfach eine Fehleitung sein.
- 2:27Oder etwas anderes wäre ja ... Das wird jetzt diskutiert.
- 2:31Es ist eine bewusste Provokation.
- 2:34Der Russen ist, wir reden viel von Cyberkrieg, wir reden viel von den NATO-Herausfordern.
- 2:39Und das kann natürlich ein Versuch sein, zu sehen, wie reagiert jetzt Polen eigentlich da drauf.
- 2:44Und das steigert man.
- 2:45Das ist bisher die Lesart.
- 2:47Ich würde mir ein bisschen zurückhalten, was ist es wirklich, wenn das die Lesart ist, wenn es das herausstellt.
- 2:53Angeblich soll es ja auch dann erhebliche Aktivitäten auch im Social-Media gegeben haben, um Panik zu verursachen und so weiter.
- 3:00Dann wäre das sicherlich nochmal eine neue Qualität, vor der allerdings auch schon viele seit Langem gewarnt haben.
- 3:07Der Narrativ ist ja Russland, wird uns gerade im hybriden Bereich herausfordern und darauf müssen wir vorbereitet sein.
- 3:15Es scheint so zu sein, dass die Reaktion ja ziemlich eindeutig war, ist eine militärische Reaktion, also die ländische.
- 3:25Es gibt eine klare Kommunikation, Artikel vier.
- 3:28Das sind insofern alles auch Aktionen so schlimm, dass es da ist, die mich auch wieder positiv stimmen lassen, weil die NATO eben jetzt nicht viel in Hühnerhaufen durcheinander läuft, sondern die Europäer eben auch gezeigt haben, dass bei allen militärischen Problemen sie auf sowas zumindest dann auch reagieren können.
- 3:45Für diese Lesart in Sachen Warnung vor Eskalation etc.
- 3:50spricht ja auch etwas, was Sie vor einigen Monaten schon gesagt haben, nämlich die doch recht dramatisch liegende Aussage vom März, als Sie gesagt haben, dieser Sommer könne womöglich der letzte Sommer in Frieden sein in Deutschland.
- 4:01Und das wollten Sie jetzt als ein Weckruf verstanden wissen.
- 4:04Jetzt ist der Sommer ja leider so gut wie vorbei.
- 4:07Was würden Sie sagen?
- 4:08Sind wir dann aufgewacht?
- 4:10Also ja und nein, also für uns, die jetzt Teil eines öffentlichen Diskurses sind, da kann man glaube ich jetzt wirklich nicht beklagen, dass der im öffentlichen Diskurs über alle möglichen Szenarien gesprochen würde, über auch eine gewisse Dringlichkeit der Situation.
- 4:25Also der Diskurs hat sich doch erheblich verändert und ich würde sagen, wenn irgendwo die Zeitenwände angekommen ist, dann im öffentlichen Diskurs in den öffentlichen Debatten.
- 4:34Diese Zeitenwende und dieses Ankommen dieser Wegruf kann man ja auf verschiedenen Ebenen hören.
- 4:39Wir haben die neuste Bevölkerungsumfrage des ZMSBW, des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam, die auch zeigt, dass die Bevölkerung in all diesen Fragen mitgeht, dass eben eine Mehrheit der deutschen Russland als Gefahr sieht, dass sie für mehr Soldaten sind, für die Wehrpflicht und so weiter und so weiter.
- 4:57Das Problem ist einfach schlicht und das habe ich schon oft gesagt, die Politik.
- 5:02Und zwar einerseits die Legislative und die Parteien und dann die Exekutive, die Regierung.
- 5:07Wenn wir sehen, was passiert und was eigentlich sachlich geboten wäre, was zumindest vielleicht nicht alle.
- 5:13Aber doch die allermeisten Experten sagen, viele in der Mehrheit der Bevölkerung, wenn wir sehen, was dann erfolgt, da sehen wir ein großes Delta.
- 5:20Und ich glaube, dass im Rahmen der SPD zum Beispiel viele einfach den Schuss nicht gehört haben und irgendwie glauben aus ihrer eigenen Überzeugung heraus, und die Überzeugung sind ja eine Legitim.
- 5:30Ich will das gar nicht dieservoieren.
- 5:31Ja, nee, das wird jetzt bald Frieden geben und dann können wir uns wieder mit den... Themen der sozialen Gerechtigkeit auseinandersetzen.
- 5:38Es ist einfach ein Unernst bei der Sache und es ist nicht die Frage des Kurses, es ist letztlich eine Frage, eine innere Frage der der Politik und der Politik funktioniere.
- 5:47Da würde ich dafür vorsagen, da müsste man nochmal auch nicht in Zorn stoßen, um den Leuten klar zu machen, dass sie schon eine Verantwortung für dieses Land haben.
- 5:56Das heißt nochmal auf diese Aussage vom März zurück gefragt, letzter Sommer in Frieden, würden Sie daran festhalten bzw.
- 6:02wie bewerten Sie das jetzt?
- 6:03Stand heute, zehnte September?
- 6:05Ja, so was schreibt sich ja fort.
- 6:06Also wir können nicht in der Glaskugel schauen, das habe ich auch am sechsten März in der Fürnigsrunde nicht versucht.
- 6:12Und diese Aussage war natürlich in der damaligen Lage.
- 6:15Ähnlich nochmal dran, den vierzehntag Februar, Vans, Manchester als Konferenz, den achtundzwanzag Februar, Oval Office, wir hängen uns da dran und da hängen uns auch an die Kommentare.
- 6:24Diese beiden Events haben ja einen Schock verursacht, der überhaupt nur diese riesigen Investitionen in Deutschland und Verteidigung möglich gemacht haben, weil... Dann auch Friedrich Merz, die SPD, andere Annahmen, möglicherweise stehen wir vor dem Ende der NATO.
- 6:38Weil dann auch diskutiert wurde, vielleicht er nennt Trump gar nicht den neuen Sackör, den neuen Oberbefehlzaber, zieht sich zurück und ich glaube erst dann nach diesen Februar-Events wachten die Europäer auf, sag ups.
- 6:49Da müssen wir doch mal ein bisschen eine Schippe drauflegen.
- 6:52Und das gepaart mit der großen Angst, die es damals noch gab von den Sabbatnern über in Weißrussland.
- 6:58Seitdem sind viele Dinge passiert, auch positive.
- 7:01Das muss man vielleicht jetzt auch mal sagen.
- 7:03Also die NATO gibt es noch, ist positiv, hätte anders kommen können.
- 7:06Also noch gibt es sie aber.
- 7:08Die Amerikaner haben keine Atomwaffen abgezogen, keine Truppen abgezogen.
- 7:12Die Europäer können zumindest weitereiche Waffen kaufen.
- 7:14Es gibt auch noch Intelligence-Informationen aus den USA, zwar nicht mehr die Unterstützung wie unter... Aber die Europäer können kaufen.
- 7:21Hätte auch viel schlimmer kommen können.
- 7:22Wir sehen die Investitionen in Deutschland.
- 7:24Wir sehen an Friedrich Merz, der anders als Olaf Scholz doch außenpolitisch andere Akzente setzen kann, konstruktivere Akzente setzen kann.
- 7:31Das ist alles positiv.
- 7:32Wir sehen auch, dass das Savatmann über nicht so groß ist wie befürchtet.
- 7:36Das ist kleiner.
- 7:37Zehntausend Mann am Umfang eines der kleinsten Savatmann überwohl, wie wir sie je gesehen haben, wohl auch nicht direkt an der Grenze.
- 7:43Und die NATO bei allen... Schwierig, was wir über den NATO sagen können, sieht natürlich die Aufmerche.
- 7:49Und wir müssen jetzt nicht befürchten, dass wir im September jetzt einen Angriff auf Litauen sehen.
- 7:53Also ich kenne zumindest keinen, der das auch in der verschlossenen Türen so sagt.
- 7:57Also das ist erstmal positiv, deswegen würde ich das vorsichtiger formulieren jetzt.
- 8:02Gleichzeitig glaube ich nicht, dass wir wirklich Entwarnung geben können, denn Putin hat eins Komma zwei Millionen Mann unter Waffen und die NATO, weil ich natürlich auch, was mache ich mit eins Komma zwei Millionen Mann?
- 8:13Die braucht euch nicht für den Ukraine-Grieg.
- 8:15Und natürlich kann die Lage im Frühjahr wieder eine ganz andere sein.
- 8:18Wir leben in einer dynamischen Lage und wir können die Dinge nicht voraussehen.
- 8:21Das Problem dabei ist, wir können einsatzbereite Straßenkräfte nehmen, nicht wie den Kaninchen aus dem Zylinder zaubern.
- 8:26Deswegen müssen wir schon noch unsere Hausaufgaben machen.
- 8:29Aber ich kann sagen, ich schlafe jetzt ein bisschen ruhiger als im März.
- 8:32Ich würde noch mal auf das Stichwort Zapatmanöver zu sprechen kommen.
- 8:36Das haben Sie eben schon erwähnt.
- 8:37Wir müssen es, glaube ich, noch mal ein bisschen erklären.
- 8:39Also das ist ein Manöver, das Russland und Berlerus zusammen machen.
- 8:42alle vier Jahre, und das beginnt jetzt in dieser Woche an der Grenze zu NATO-Gobiet.
- 8:47Sie haben schon gesagt, es ist nicht so gravierend, wie man vielleicht befürchtet hat.
- 8:52Trotzdem ziehen manche den Vergleich, als im Februar, auch Truppen zusammengezogen sind.
- 8:57Wie ist Ihre Einschätzung?
- 8:58Ja, am Februar, war das Sabattmann über das Größte, was Sie hier gesehen haben, und das wünselt auch in dem Krieg.
- 9:05sehr viel mehr Truppen.
- 9:07Jetzt ist es eines der kleinsten, die wir gesehen haben.
- 9:09Und natürlich sind es um Zehntausend Mann, also das, was ich weiß, ich habe jetzt nicht die letzten Zahlen, rechnen wir mit etwa Zehntausend Mann.
- 9:15Das ist jetzt auch kein Spaß, aber mit Zehntausend Mann greift man jetzt nicht die Tauern an.
- 9:19Das ist einfach im Umfang zu klein und wir haben ja im Vorfeld des Ukraine-Krieges schon im Herbst zwanzig-einundzwanzig die Satellitenbilder gesehen und diesen Truppenaufmarsch von etwa hundertfünfzigtausend russischen Soldaten.
- 9:30Und das sehen wir jetzt eben nicht.
- 9:32Und das kann die NATO eben sehr genau sehen.
- 9:34jedes Knopf noch, was sich da bewegt, erkennt sie.
- 9:37Von daher wird es ein Manöver sein.
- 9:38Die große Frage wird zum Beispiel sein, bleiben diese Zehntausend Mann dann in Weißrussland stationiert?
- 9:44Und wird das verbunden mit anderen Truppen, die vielleicht dahin verlegt werden und bleibt da eine Bedrohung.
- 9:48Also da schaut Oberkonto der NATO in monst, Belgischen Monst, also shape sehr genau hin, was da passiert.
- 9:54Und der Sackör, der NATO-Befilz, aber hätte auch Truppen zur Verfügung, die er in eigener Machtverkommenheit dorthin verlegen kann, zwar ohne jetzt erst jeden Bundeskanzler, den Präsidenten zu fragen.
- 10:04Also von daher... glaube ich, hinkt dieser Vergleich mit Februar 2022, weil die Größenordnungen andere sind. Die Debatte, die wir im Frühjahr geführt haben, war noch so, wir wissen gar nicht, wie groß das wird und wer weiß, vielleicht benutzen die Russen das, aber diese Gefahren, das sagen mir auch meine Freunde in Litauen, die noch im im März sehr besorgt klang. Die sind jetzt auch ein bisschen ruhiger und fragen sich allerdings, bleiben diese Truppen da und wie sieht es dann im nächsten Jahr in den Entwicklungen aus. Also keine Entwarnung, aber jetzt für dieses Jahr glaube ich ist der Ausbruch eines Konfliktes sehr unwahrscheinlich.
- 10:36Sie haben ja kürzlich vor der Zeit, dass die nächsten drei Jahre entscheidend sein werden dafür, weil Putin einfach nur wenig Zeit hat, um zu entscheiden, ob er den Krieg jetzt ausweitet oder in die Konfrontation mit der NATO geht.
- 10:47Welche Indizien sehen Sie denn dafür, wie und wann diese Entscheidung ausfallen könnte?
- 10:53Auch da!
- 10:54Rätseln werden natürlich alle rum und auch die Nachrichtendienst-Szene des militärischen Nachrichtenwesen, soweit ich das überblicke, da schaue ich natürlich auch nicht in jede Fuge rein, aber ein bisschen kenne ich mich da aus.
- 11:05Da gibt es auch ganz unterschiedliche Einschätzung.
- 11:07Also es ist ja die Schwierigkeit, eine Intention zu bewerten.
- 11:11Wir können Potenziale erkennen, aber dann die Intention, das ist ein schwieriges Welt.
- 11:16Wie komme ich auf diese nächsten drei Jahre?
- 11:19Ich würde drei Faktoren nennen.
- 11:21Ein Faktor ist die Amtszeit von Trump.
- 11:24Trump ist eben anders als Obama beiden, fährt an eine andere Politik.
- 11:28Nicht so schlimm bislang wie wir dachten, aber es kann ja durchaus möglich sein, dass Putin Gelegenheiten wahrnimmt und sagt, naja, da wird Donald nicht handeln, weil ich mit ihm ein Deal ausgehandelt habe und ich kann die Möglichkeit nutzen.
- 11:40Das heißt... Wenn Putin bereit wäre, den Rubikon zu überschreiten und die NATO anzugreifen, zu testen, jetzt mit Truppen in einer Form, wird er das aus meines Erachtens in der Amtszeit von Trump machen und die Ende am zwanzigsten Januar, zwanzigneunzwanzig, hoffentlich zumindest, und dann wird er nicht am neunzehnten Januar anfangen, also sagen wir mal, da ist eben die Zeit bis achtundzwanzig ist ein Limit.
- 12:01Das andere Limit... sind die enormen Kosten der Aufrüstung.
- 12:04Noch keine Russland, die alle tragen.
- 12:06Aber Russland gewinnt ja seine Soldaten, etwa mit sehr viel Geldzahlung.
- 12:10Deswegen gehen Leute freiwillig dahin, schicken die Familien ihre Söhne zum Krieg führen, um dann für die Familie zu sorgen.
- 12:17Aber die Kosten, das würde ich so ein bisschen mit dem Deutschen Reich von neunzehnt neunzehnt dreißig vergleichen, die sind eben nicht unendlich lange tragbar.
- 12:24Und Putin hat eben auch einen Brechner vor Augen, den die Hochrüstung in den Ökonomischen und dann letztlich auch die politischen Huin getrieben hat.
- 12:31Also auch das spricht dafür, jetzt einige Jahre das noch durchzuhalten, aber eben nicht zehn Jahre, sagen wir es durchzuhalten.
- 12:38Und der andere Faktor ist, dass wir in der NATO... Zwar langsam aufrüst und vielleicht kommen wir noch darauf auf die Probleme, die Deutschland hat, aber natürlich werden wir stärker.
- 12:47Auch die Bundeswehr bekommt neues Material.
- 12:49Auch die Bundeswehr wird dann immer in ihre F-Mund-Dreißig bekommen.
- 12:51Also auch in zehn Jahren wird die NATO trotz aller Probleme in Europa erheblich stärker sein, ihre Verfahren, Operationsplan Deutschland als in zwei Jahren oder so.
- 13:01Und wird Putin mit einem solchen Schritt warten, bis die NATO melden kann?
- 13:05Jetzt wären wir soweit.
- 13:06Jetzt könnten wir uns treffen morgens um fünf vor der großen Arche vor dem Dorf, nein, das natürlich nicht, sondern diese Aufrüstung, das muss man eben auch sagen, das sage ich ganz bewusst als Historiker, setzt Putin natürlich auch unter Druck.
- 13:19Da haben wir viele andere Fälle, ne, in den Jahrzehnten, wo Nachrüstungen von Demokratien dann eben auch... autokratische Regime unter Druck gesetzt haben, nach dem Motto besser jetzt als später.
- 13:30Das bringt mich zu dem Schluss, und damit bin ich nicht ganz alleine auf dieser Welt zu sagen, einem sind die nächsten drei Jahre die gefährlichsten.
- 13:37Und wenn wir unsere Hausaufgaben machen würden, stehen wir auf jeden Fall in drei Jahren.
- 13:41Würden, konjunktiv, stehen wir in drei Jahren hoffentlich sicherer dar.
- 13:49Schauen wir mal auf die Ukraine selbst.
- 13:51Das Land erlebt ja in diesen Tagen und Wochen die schlimmsten Angriffe seit Beginn der vollen Invasion.
- 13:56Das geht auf den Vierten Kriegswinterzuse ganz einmelig, was sind aus Ihrer Sicht die größten militärischen Herausforderungen, vor denen die Ukraine steht?
- 14:05Die größte Herausforderung ist, glaube ich, das Personalproblem in der Ukraine.
- 14:10Technologisch ist es natürlich immer eine Herausforderung, aber da ist die Ukraine ganz gut dabei, diesen Wettlauf, die Innovationszyklen mitzuhalten.
- 14:17Die Russen haben sehr viel dazugelernt im Drohnenkrieg wie die Ukraine auch.
- 14:21Die Ukraine waren am Anfang im Vorteil.
- 14:23Die Restart-Abszene, eine schnellere Organisation, aber Russland hat eben erheblich gelernt.
- 14:28Das ist aber immer so ein Wettlauf, da ist der eine meine Nasenspitze voran, dann der andere.
- 14:33Die Ukraine entwickeln jetzt diese Deep Strikes.
- 14:35Waffen, damit man sehen wie... Erfolgreich die sind, die können durchaus einen Einfluss haben, weil sie den Krieg stärker in ein russisches Gebiet tragen.
- 14:42Und ich erinnere an den Krieg Iran-Iragen, das war der Achtzig bis Achtundachtzig, da haben die Iraker irgendwann angefangen Terran zu bombardieren, dann war es den Iranern zu viel.
- 14:50Vielleicht in einer idealen Welt schaffen die Ukrainis auch stärker noch die russischen Ölraffinerien anzugreifen, Benzinversorgung zu unterbrechen.
- 14:58Und dann mag Putin vielleicht auch an was über diesen Krieg nachdenken.
- 15:01Ist jetzt vielleicht ein bisschen zu optimistisch gedacht.
- 15:03Aber da bin ich ganz hofftungsvoll, dass die Ukrainer auch... mit westlicher Unterstützung gehabt, die denen, wie ich finde, das Triebwerk, ein Stück nach vorne weitermachen.
- 15:10Das große Problem, was wir als Westen eben nicht beeinflussen können, ist die Frage der Soldaten.
- 15:17Die Russen halten die Ukraine unter einem permanenten Druck.
- 15:20Das ist ihre Strategie.
- 15:21Sie erleiden dabei hohe Verluste.
- 15:23Sie können das aber mit ihren hohen Sollzahlungen aushalten.
- 15:27Sie wachsen trotzdem an die russischen Streitkräfte.
- 15:30So in den letzten, was ich nicht, einem Jahr, fünfzehn Monate etwa noch um die Umfang der Bundeswehr.
- 15:35Risiker aufwuchs.
- 15:36Und die Ukrainer, das sehen wir, bluten ermählich aus.
- 15:39Und das ist eben die große Frage.
- 15:41Wir brauchen aber Soldaten.
- 15:42Sie brauchen Menschen dann auch an der Vorn trotz aller Drohnenüberwachung.
- 15:46Und wir sehen eben auch ein Land, das schon noch bereit ist, durchzuhalten, aber wir sehen eben auch ein Land, in dem sich der Fatalismus die Müdigkeit immer weiter ausbreitet und sich viele Leute fragen, dass ich das einfach aufhören möge, sich immer weiter ausbreitet.
- 16:03Ich bin eben, kann nicht aus meiner Haut als Militärsdrucker, da komme ich dann wieder auch in den ersten Weltkrieg.
- 16:08und es gibt gewichtige Stimmen, die sagen, ja, dass nach vier Jahren Krieg die deutschen Soldaten und die österreichischen und die russischen einfach am Ende ihrer leistungsfähiger Diamantalen, physischen Leistungsfähigkeit waren und zusammenbraten und dann diese Armeen an Koalition verloren und der Krieg verloren ging.
- 16:24Und die Frage ist natürlich immer, passiert das irgendwann auch in der Ukraine?
- 16:29Einfach aufgrund der Entwicklung, weil es zu wenig Soldaten gibt, weil sie zu wenig schlafen, weil die Leute zu alt sind als Soldaten und erleben wir einfach immer einen Zusammenbruch, dass das Russland aufgrund der größeren Quantität dieses Land erdrückt.
- 16:42Und das ist die größte Herausforderung, weil wir werden nicht deutsche Soldaten zum Kämpfen schicken.
- 16:46Es müssen die Ukraine selber lösen und da wachsen die Bäume nicht in den Himmel.
- 16:51Stichwort deutsche Soldaten.
- 16:53Es wird ja durchaus in Europa über Möglichkeiten für einen möglichen Waffenstillstand und dann auch eine solche Absicherung eines solchen diskutiert.
- 17:02Das hat sich die sogenannte Koalition der Willigen herausgebildet.
- 17:05Sind diese Diskussionen aus ihrer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll oder verfrüht?
- 17:10Ja, nein, so antworten wir.
- 17:12das Druck immer.
- 17:13Also ich würde immer sagen, in der Diplomatie darf man keine Optionen vom Tisch nehmen.
- 17:18Es ist in dem thematischen Geschäft sehr ... Negativ, das schließen wir aus.
- 17:23Das können wir vom Bismarck übrigens werden.
- 17:25Alle Optionen auf dem Tisch gehalten und dann auch mit diesen Optionen ein Stück weit zu spielen.
- 17:29Es wäre dumm von den Europäern zu sein und wir machen das auf gar keinen Fall.
- 17:33Es geht ja auch darum, im diplomatischen Ringen und Putin Karten im Spiel zu halten.
- 17:38Trump dabei zu halten und Argumente zu machen.
- 17:40Wir machen das nicht, kommt bei Trump nicht gut an.
- 17:43Also das ist einfach das hohe Spiel in Diplomatie, keine Karten vom Tisch zu nehmen.
- 17:47Also sollte man in diplomatischen Kreisen das auch weiter diskutieren.
- 17:50Die öffentliche Debatte darum, die halte ich für einigermaßen sinnfrei.
- 17:54Denn das, was Boris Bistorius, ich glaube auch Friedrich Merz und andere dazu gesagt haben, halte ich für absolut plausibel.
- 18:02Es steht... einfach jetzt nicht an.
- 18:04Ich sehe das auch überhaupt nicht.
- 18:05Also ich glaube eher an den Weihnachtsmann, als dass wir deutsche Truppen in der Ukraine sehen werden, dann alle Äußerungen, die wir aus Russland haben, sagen no way.
- 18:14Wir wollen ja einen Waffenstil stehen, einen Frieden idealerweise.
- 18:17Und Russland würde, glaube ich, eher bis zum letzten Landser kämpfen, bevor sie einem westliche Truppen in der Ukraine akzeptieren.
- 18:24Was hätten sie denn damit erreicht?
- 18:25Das wäre ja geradezu ein Negativbild.
- 18:27Jetzt kann trotzdem alles passieren, der weiß, was die Zukunft bringt.
- 18:31Aber das sehe ich überhaupt nicht.
- 18:33Und jetzt die hektischen Debatten, wenn sie die ausgerüstet und was machen die, auch die Ideen, ja, dann sind die im Hinterland, wozu dann eigentlich, also das ist mir alles völlig unklar, das sehe ich sagen nicht.
- 18:45Mögen die Meditias, die Diplomaten, diese Dinge als Argumente verwenden von mir aus auch Dinge immer planen, Militias planen immer alles Mögliche.
- 18:53Aber in der öffentlichen Debatte sind da so viele Imponerabilien, dass wir eigentlich per sinnvollen Diskurs drüber führen können und uns eher darauf konzentrieren sollten, die Ukraine zu unterstützen.
- 19:02Und B, wie können wir weiter diplomatischen Druck ausüben auf
- 19:05Russland?
- 19:10Das Stichwort Koalition der Willigen viel gerade schon.
- 19:13Gucken wir ganz kurz mal auf Putins Allianzen in der Welt.
- 19:16Wir haben ja ganz kürzlich noch die Bilder sehen können von Putin zusammen mit dem chinesischen Staatschef Xi und dem indischen Premier Modi.
- 19:23Hat Putin sich denn erfolgreich jetzt befreit aus der Isolation, wenn es die dann überhaupt jemals so richtig gegeben hat?
- 19:30Also eine Isolation gab es nie.
- 19:32Wir haben leider immer gesagt, der Westen ist die Welt.
- 19:35Und wenn jemand im Westen isoliert ist, ist es auch der Welt isoliert.
- 19:38Und wir haben ja seit Februar 2022 bitter lernen müssen, dass Länder wie Brasilien, das Länder wie Südafrika und Indien sagen nö. Also nicht nur in Ländern, die jetzt vielleicht gekauft wurden von Russland oder China, sondern als eigenen Antrieb der das Brasilien, obwohl sozialdemokratische Regierung mit Olaf Scholz ja eigentlich ganz gut uns noch nicht mal die Gepardmunition gegeben hat, um in der Ukraine Drohnen abzuwerden.
- 20:00Isolation nie.
- 20:01Es gibt jetzt auch kein NATO-vergleichbares Bündnis, auf das sich Russland stützen kann.
- 20:05Aber die symbolischen Bilder sind eben schon stark.
- 20:07An einem Wochenende, an dem eigentlich Putin sich mit Zelensky treffen sollte nach dem Willen von Trump, fährt er nach Shanghai und pickt.
- 20:14Und es steht also mit Mexi und dem nordkoreanischen Diktator in einer Reihe.
- 20:18Das ist schon eine Symbolik und auch die Worte, die gewählt wurden, sind ja eindeutig, wir wollen, wir wollen, dem Westen was entgegensetzen, der vermeintlich westlichen Weltstaaten auch noch was entgegensetzen.
- 20:28Die Frage ist aber auch da.
- 20:30Auch Russland und China haben der Geschichte, das ist auch keine Liebesheirat.
- 20:32Natürlich ist es auch eine Machtpolitik und nicht mit einer Allianz von Großbritannien und den USA oder so zu vergleichen.
- 20:39Die Frage ist, wie tief das geht.
- 20:40Das können wir in Betei nicht beurteilen, aber eine Isolatur.
- 20:44haben wir sicher nicht.
- 20:45Und China hat nach wie vor ein Interesse an diesem Krieg.
- 20:47Nicht an eine Eskalation mal nicht.
- 20:49Aber ein Interesse an diesem Krieg und unsere Möglichkeiten, das zu beeinflussen, sind im Extrem begrenzt.
- 20:55Leider.
- 20:55Und Sie haben schon mehrfach Donald Trump angesprochen.
- 20:58Glauben Sie, der hat noch ein Interesse am Ukraine-Krieg?
- 21:01Ja, wenn wir doch wüssten, was Donald Trump für Interessen hat, dann wären wir jetzt ein Stück weiter.
- 21:07Also für mich ist eigentlich die eine Million Dollar Frage... wird Donald Trump sich irgendwann entnervt zurückziehen, weil er merkt, er kriegt den Deal nicht, den er will.
- 21:16So einer Afghanistan Kabul und dann macht doch euren Charme alleine.
- 21:21Oder wird irgendwann... die Eitelkeit von Donald Trump durch Putin verletzt.
- 21:26Man merkt ja, dass Putin auch immer wieder einknickt, dass er, also das Einknick, das ihm schmarchelt, dass er ihn schon bei der Stange halten will, dass er jetzt nicht völlig auf Blockade stößt, sondern immer versucht, auch
- 21:35sprachlich
- 21:35und so auf ihn zuzugehen, aber de facto seinen Krieg weiterführt.
- 21:39Wird irgendwann der Punkt bei Donald Trump kommen zu sagen, also auf Deutsch der Verarschmischer, um dann vielleicht die etwas vulgäre Reaktionen an das New Yorker im Bienen-Händlers kommen und sagen, so, und jetzt, jetzt liefer ich aber weiter reichende Waffen und jetzt mach ich... wirklich ernst oder eben nicht.
- 21:55Und das kann, glaube ich, keiner sehr höhes beurteilen.
- 21:57Meine Hoffnung wäre, dass die ganze Eitelkeit, die Trump vor sich hin trägt, vielleicht auch eine Chance ist für den Westen, für die Ukraine, weil er dann merkt, also ich kann ja nicht hier als Verlierer vom Feld gehen, sondern ich muss ja eigentlich meine Macht demonstrieren, um der größte der Welt zu sein.
- 22:13und dass Putin vielleicht sein Blatt überreizt.
- 22:16Es ist ja doch interessant, wie trotz der Androhung letztlich die Fakten sich nichts verändert.
- 22:20Und wir merken auch, wie die Zölle gegen Indien natürlich auch kotterproduktiv sind, wie sich den Indien und China wieder annähern.
- 22:27Und dass auch ein Magen wie Donald Trump friedlich einfach erbeizaubern kann und dass auch seine Methoden dann irgendwie begrenzt sind, weil eben ein Block gegen ihn steht, der eben ein erhebliches ökonomisches Potenzial hat.
- 22:37Also das ist ja auch wiederum lehrreich für uns Europäer, wenn selbst Trump es nicht nicht schafft.
- 22:43Europäern dann eigentlich.
- 22:44Und wir sind auch noch zerstritten, es schaffen auf diplomatischem Wege mit Sanktionen da ein Frieden
- 22:49herbeizufahren.
- 22:55Die Gefahr einer Aushaltung dieses Krieges auch auf NATO-Gebiet und damit zumindest auch indirekt auf Deutschland ist ja weiterhin sehr real.
- 23:02Sie haben die Bundesregierung kritisiert, wiederholt, weil sie ihrer Ansicht nach nicht entschieden genug auf die Bedrohung reagiert.
- 23:09Welches Vorgehen würden Sie sich denn wünschen?
- 23:11Also wenn jetzt eine Fee in meinem Büro fliegen würde, dann würde ich mir wünschen, dass wir eine kraftvolle Reform der Bundeswehr vornehmen, die wirklich den Namen verdient und nicht nur Nebelkerzen zünden, um damit auch ein politisches Signal zu setzen.
- 23:25Und zwar ein zweilein politisches Signal, ein außenpolitisches Signal, das man sagt.
- 23:30Wir sind wirklich handlungsbereit.
- 23:31Wir sind bereit, uns wirklich verteidigungsfähig aufzustellen.
- 23:34an Signal an Putin, aber auch an Trump und an die europäischen Verbündeten.
- 23:37Aber auch ein ehemalspolitisches Signal, das die Bundesregierung deutlich macht, wir sind reformfähig.
- 23:42Wir sind in der Lage, eine Institution wie die Bundeswehr wirklich zu reformieren und zwar echte Reformen.
- 23:47Was ist dazu für notwendig?
- 23:49Meines Erachtens, da können wir über viele Punkte reden, der Schlüsselpunkt ist meines Erachtens, dass die Bundeswehr über fünfzig Prozent ihrer Soldaten nicht in der unmittelbaren Auftragserfüllung einsetzt, also in den Vertielen, Geschwader und Brigaden, sondern in den Stäben.
- 24:03Im Overhead würden wir sagen, und jede Institution, die so aufgestellt ist, muss dysfunktional sein.
- 24:09Das heißt, die Bundesrepublik, die sich jetzt aufgestellt ist, ist innovationsfeindlich und alle Ideen, Reformen werden versanden.
- 24:16Das ist dann so sicher wie das Arm in der Kirche und wir können uns gerne im Jahre zwanzig, viertzig nochmal zum Podcast verabreden.
- 24:23Und dann werden wir wahrscheinlich feststellen, ja, es hat dann wahrscheinlich irgendwann auch geklappt.
- 24:27So, und da sehe ich einfach überhaupt gar keinen Willen von der Leitung, geschweige denn, dass man das wirklich erkannt hat, obwohl es etwa im Bericht des Bundesrechnungshofes in etwa drin stand, ein bisschen mit anderen Worten, aber es zieht auf dasselbe Problem.
- 24:41Und wenn wir das nicht tun, dann werden wir auch im Bereich Drohren, im Bereich IT-Entwicklung alle Formen werden letztlich versanden, es wird unendlich viel Geld kosten und diese Institution wird dysfunktional bleiben.
- 24:52Und wenn wir das nicht machen, ist natürlich die Wirkung verheerend, weil natürlich Putin auch um die Digitalität weiß und sagt, okay, mit dieser Bundeswehr, dafür muss ich mich zumindest momentan nicht so groß fürchten.
- 25:02Also das würde ich mir wirklich wünschen.
- 25:03Ich würde mir wünschen, dass wir deswegen gemeinsam den Vorstand machen, in zehn oder zwanzig Jahren eine Karstenbäuer oder eine Boris Pistoriuskaseine zu benennen, weil diese Leute so die großen Reformer waren, die es endlich geschafft haben, diese Institution vom Kopf auf die Füße zu stellen.
- 25:19Eine Reform, wenn man so will, ist ja die des Wehrdienstmodells.
- 25:24Die treibt mir auch die große Verzweiflung ins Gesicht.
- 25:28Die baut weiter auf Freiwilligkeit.
- 25:32Optimistisch, dass es genügend Freiwillige gibt.
- 25:34Nein, wir alle wissen natürlich, dass es nicht genug Freiwillige gibt.
- 25:37Das weiß jeder.
- 25:39Die Stilvertretende Generalinspektorin Schilling hat das Gegenteil gesagt, aber sie weiß natürlich auch, dass das nicht stimmt.
- 25:44Und sie hat natürlich den politischen Auftrag bekommen, das sozusagen.
- 25:47Das ist alles ziemlich betrüblich.
- 25:49Warum ist es betrüblich?
- 25:50Weil wir müssten ja endlich von der Sache her argumentieren und sagen, die NATO will zweihundertsechzigtausend Soldaten von uns.
- 25:56Das basiert ja auf Verteidigungsplänen.
- 25:59Und wie erreichen wird die?
- 26:00Wir kommen in diesem Plan keinen einzigen Schritt, ich muss es so deutlich sagen, näher mit diesem Währdienstgesetz.
- 26:05Warum nicht?
- 26:06Es soll ja jetzt Währdienstleisten von sechs Monaten geben.
- 26:10In sechs Monaten können sie eigentlich im besseren Wachmann ausbilden, also die Leute werden in die Heimatschutztruppe kommen, um in Köln die reinen Brücken zu bewachen und da gleichen.
- 26:18Diese Leute sind nicht im Feld her, die werden nicht in die erste Panzer-Diesung, nicht in die zehnte Panzer-Diesung, die können sie im Falle eines Krieges nicht an der Front verwenden.
- 26:26Wir müssen aber an der NATO versprochen, drei zusätzliche Brigaden aufzustellen.
- 26:30Jetzt weiß ich nicht, ob Boris Bistorius glaubt, dass diese Soldaten vielleicht von Mars zu uns kommen.
- 26:35Das weiß auch keiner im Heer.
- 26:36Wo sollen eigentlich die Soldaten herkommen, um diese Brigaden aufzustellen?
- 26:41Wo sollen die Besatzungen herkommen, die die Marienendringen braucht?
- 26:45für ihre Schiffe.
- 26:46Wo sollen die Soldaten herkommen, die die Luftwaffe dringend für die Flugabwehrraketen braucht?
- 26:52Eigentlich müsste die Luftwaffe einen Fluggeschwader auflösen, um diese Leute zu generieren.
- 26:56Also, wir kommen damit keinen Schritt weiter.
- 26:58Die Logik, soweit ich sie bisher verstehe, ist einfach eine politische, ich genereere Zahlen, damit ich dann sagen kann vor der nächsten Bundestagswahl, ja, hört mal zu, wir haben so viel tausend neue Freiwillige, alles ist wunderbar.
- 27:10Und natürlich kann die allermeisten Bundesbürger überhaupt nicht unterscheiden, ja, ein Mann in Uniform ist ja schön, aber wozu ist er eigentlich gut?
- 27:16Ich halte das wirklich für ein fatales Spiel aus einer inbritschen Logik heraus.
- 27:22und dann kommt ja noch hinzu, dass die Verpflichten in Musterung für Männer erst ab zwanzig, siebenundzwanzig greifen.
- 27:28Jetzt sagt doch aber der Minister und auch der Generalinspektör, dass vermeidlich ab zwanzig, neunzwanzig Russland zu einem Angriff bereit ist.
- 27:35Also da ist sich doch ein Unernst in diesen Zahlen.
- 27:37Haben wir denn alle Zeit erwählt?
- 27:39Man wisst um seinen Limmerleinstag.
- 27:40Also... Die Bedrohung, die auch verkünden, die auch meines Erachtens richtig ist und das, was da getan wird, da gibt es ein riesiges Delta und Boris Vistolus profitiert davon, dass er natürlich extrem gut in strategischer Kommunikation ist.
- 27:54Ich halte das auch für vorbildlich.
- 27:57Aber dass das niemand wirklich beurteilen kann, weil wir eben viel zu wenig wissen in der Gesellschaft, im Journalismus und so weiter für die Details der Bundeswehr haben.
- 28:04Und es geht um Kampfkraft.
- 28:05Es geht nur das schreckt ab.
- 28:07Und letztlich, ich muss das ganz deutlich sagen, dieses Gesetz macht letztlich den Krieg wahrscheinlicher.
- 28:12Weil es ein Beweis dafür ist, dass wir nicht zu Protokommen und weil es einzahlt auf diejenigen, um Putin herum oder bei Putin selber, die sagen, na ja, der Westen ist schwacher.
- 28:23Auch unter großem Druck kommt der Westen nicht zu Potte und Deutschland ist eben ein Land, das eine zentrale Rolle bei der Verteidigung der NATO Ostfranke spielt.
- 28:30Sie hören aus meinen Worten eine gewisse Verzweiflung.
- 28:33All das wird Boris Pistorius nicht umstimmen.
- 28:35Wir werden keine Wehrpflicht in dieser Legislatur sehen und wir werden auch nicht verteidigungsfähig werden in dieser Legislatur.
- 28:41Letzte Frage, lieber Nazi.
- 28:42Wird dann der bevorstehende Winter für Deutschland der letzte Winter in Frieden?
- 28:47Also ich will es nicht hoffen, ich will eigentlich ein optimistischer Mensch und ich will hoffen, dass wir ein Frieden bewahren können und es braucht ja alles irgendwie kein Mensch.
- 28:55und ich würde mir auch wünschen, dass wir von den hohen Investitionen und Verteidigungen wegkommen und das zum Beispiel in die Bildung investieren können.
- 29:01Also ich will das nicht hoffen, aber zurzeit ist meine einzige Hoffnung, dass Putin wie auch immer in der Ukraine schaltet.
- 29:07Da macht es jetzt leider zurzeit nicht aus, aber das ist meine Hoffnung.
- 29:10Den Glauben, dass wir durch eine, sage ich mal, Aufrüstung durch eine Reform der Bundeswehr ein klares Zeichen der Abschreckung senden.
- 29:18Diese Hoffnung habe ich nur noch an ganz optimistischen Tagen und ich sehe eigentlich in der Regierung nichts, was daraufhin deutet.
- 29:24Wir werden weiter durchwurschteln und ich würde mich gerne mit Ihnen im Jahr twenty-fünfundvierzig verabreden.
- 29:30Dann werden wir wahrscheinlich sehen, dass die Bundeswehr vorangekommen ist, aber die Bundeswehr braucht leider für alles zwanzig Jahre und wohl auch für diesen Versuch, sich für Landes- und Bundesverzeihungen aufzustellen.
- 29:40Wir haben mit dem Militär-Historiker Sönke Neitzelt über den Ukraine-Krieg und den Umgang der europäischen Staaten damit gesprochen.
- 29:47Danke.
- 29:47Vielen herzlichen
- 29:48Dank.
- 29:53Zum Ende einer jeden Folge.
- 29:55nehmen wir uns immer noch mal einen kurzen Moment zum Revue passieren.
- 29:58Welche Aussagen klingen noch nach?
- 30:00Was waren wichtige Takeaways?
- 30:01Martin Hüls zu Anfang.
- 30:03Das mache ich gerne, Katharina.
- 30:04Danke.
- 30:04Drei Dinge klingen tatsächlich sehr nach.
- 30:07Klingen richtig in den Ohren.
- 30:08Das ist das Zitat ganz zum Schluss.
- 30:10Haben wir denn alle Zeit der Welt?
- 30:12Womit so ein Genanz lief?
- 30:13für mich noch mal die Dränglichkeit dieser Situation, dieser Wochen, dieser Monate klar macht, warum er wir sehr gut begründet hat, finde ich, warum.
- 30:21Putin sich maximal noch drei Jahre Zeit lassen wird.
- 30:24Dann der zweite Punkt ist diese Stichwort Unernst, was er für die deutsche Diskussion, in er weniger Diskussion als für die politischen Operativtätigen gewählt hat.
- 30:34Das fand ich leider richtig und angemessen.
- 30:38Und drittens ist das Personalproblem, dass die Russen so extrem aufrüsten können.
- 30:43Einst Komma zwei Millionen Mann, das muss man glaube ich nicht gendern unter Waffen halten.
- 30:47und dass sie in einer Größenordnung gewachsen sind, die der Größe der gesamten Bundeswehr entspricht.
- 30:53Und das binnen fünfzehn Monaten während die Ukraine ausblutet.
- 30:56Also nicht so viel Helles in dem, was er sagt, aber sehr viel Realismus.
- 31:00Katharina, wie ging's dir?
- 31:01Dann knüpfe ich bei dem letzten Punkt, den du genannt hast, an.
- 31:04Das fand ich auch diese Einschätzung von ihm zum Wehrdienst zum neuen Wehrdienstmodell in Deutschland, dass damit ein Krieg wahrscheinlicher geworden ist.
- 31:12Das finde ich auf jeden Fall sehr prägnant und auch... sehr beunruhigend.
- 31:18Trotzdem würde ich sagen, er hat zumindest am Anfang auch ein paar Punkte genannt, die irgendwie Hoffnung machen.
- 31:24Und ich gehe optimistischer hier raus, als ich am Anfang gedacht hätte.
- 31:27Einfach sich das noch mal vor Augen zu führen, wo wir auch im März standen und dass es DINATO eben doch noch gibt, dass die USA sich noch nicht komplett zurückgezogen haben.
- 31:34Und auch dann mit Blick auf das Support-Manöver, dass das eben kleiner ausfällt, als man vielleicht vorher erwartet hatte.
- 31:40Das waren so ein paar ... ja.
- 31:42Punkte, wo ich denke, die können vielleicht doch Hoffnung stiften.
- 31:46Ja, das stimmt.
- 31:47Und dass wir auch immer noch Dinge tun können.
- 31:49Seine Steepstrike war für eine ähnliche Dinge.
- 31:51Ja, das stimmt.
- 31:56Und das war sie.
- 31:57Die erste Folge der neuen Staffel von Pod und die Welt.
- 32:00Wir freuen uns über Feedback.
- 32:02Was gefällt, was können wir besser machen?
- 32:04Gerne Bewertungen und Kommentare im Podcatcher ihrer Wahl oder auf YouTube hinterlassen.
- 32:09Danke fürs Zuhören, sagen Katharina Peetz
- 32:11und Martin Bialecki.
- 32:12Tschüss und bis zum nächsten Mal.