Latest / DAZWISCHEN Der Sachsen-Anhalt-Podcast / Mietfreie Ateliers in Magdeburg: Das Projekt HeARTattack
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- 0:00Das ist eher wie Worzel, der immer gesagt hat: "Ich suche nicht, ich finde."
- 0:03Und das hat mich ja sozusagen gefunden. Also ich war
- 0:06auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort und kannte die richtigen Leute.
- 0:09Das sagt Thoralf Krüger, eigentlich Magdeburger Unternehmer und Immobilienmann. Doch was
- 0:14ihn da gefunden hat, hat mit Unternehmertum nichts zu tun. Er
- 0:18stellt nämlich mietfreie Ateliers zur Verfügung. Und das in bester Lage, nämlich
- 0:23in Magdeburg Stadtfeld. In Zeiten von steigenden Mieten und schrumpfenden Freiräumen setzt
- 0:28das ein deutliches Zeichen für die Förderung der lokalen Kulturszene. Warum Thoralf
- 0:33Krüger das macht, was an diesem Ort passiert und was es mit
- 0:36dem Namen Hard Attack auf sich hat, das besprechen wir heute bei
- 0:40Dazwischen. Bevor wir aber in die Welt der Magdeburger Kunstszene eintauchen, würde
- 0:58ich noch gern mit dir über unsere allererste Live-Veranstaltung in Halle
- 1:02sprechen. Ich konnte leider krankheitsbedingt nicht dabei sein, aber du warst da.
- 1:06Wie war es denn? Wir haben in der Volksbühne am Kaulenberg eine
- 1:10Veranstaltung gemacht. Am 24. September war das. Und das war auch genau
- 1:15der richtige Ort, finde ich. Also die Volksbühne, die ist gemütlich, würde
- 1:19ich sagen. Nicht so groß. Und wir wollten ja auch, dass da
- 1:22jetzt nicht so ein Event stattfindet, sondern dass da eben wirklich Menschen
- 1:25zusammenkommen und die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Und wir haben dann erst
- 1:29mal so ein bisschen auch zum Einstimmen Musik gehört von Will
- 1:32The Fox. Und wir haben auch Texte von Domenico Müllensiefen gehört, den
- 1:35wir ja im Podcast auch schon ein paar Mal sozusagen gehört haben.
- 1:38Da wurde auch dann schon mal so ein bisschen zusammen gelacht und
- 1:41tatsächlich auch miteinander gesungen. Das hat auch die Stimmung so ein bisschen
- 1:44aufgemacht. Und dann haben sich unsere Gäste zusammengefunden an drei Tischen und
- 1:49haben so zu verschiedenen Themen sich miteinander ausgetauscht, nämlich zum Beispiel: Wie
- 1:54finde ich eigentlich die passenden Räume für meine Idee? Wo bekomme ich
- 1:58Geld dafür her? Und wie gewinne ich vielleicht auch Menschen, die dann
- 2:01eben bei diesen Ideen mitmachen? Und das war echt schön. Du hast
- 2:05gerade schon Gäste gesagt. Wer war denn jetzt so da? Also ich
- 2:09war im Vorfeld so ein bisschen gespannt, wie das läuft. Denn wir
- 2:12haben gar nicht so viele Leute eingeladen, weil wir eben wirklich wollten,
- 2:16dass da auch wirklich ein Austausch stattfindet. Aber es waren dann eben
- 2:19richtig coole Leute, die da waren. Also zum Beispiel von der Metropolregion
- 2:22Mitteldeutschland, vom Miteinander e.V., von Via Halle, vom Gemeinschaftsamt, vom Zukunftszentrum
- 2:28in Halle, aber auch von der Kulturstiftung des Bundes und natürlich auch
- 2:32Leute, die einfach gerne den Dazwischen-Podcast hören oder auch den Newsletter
- 2:36abonniert haben. Und da sind dann echt so ziemlich angeregte Gespräche miteinander
- 2:41entstanden, sodass wir dann auch zum Schluss die Leute fast rausschmeißen mussten,
- 2:45weil wir eben ja irgendwann auch raus mussten aus dem Abend oder
- 2:48raus mussten aus diesem Raum. Und vorher wollte ich natürlich noch wissen,
- 2:52was die Leute so aus dem Abend mitnehmen. Viele gute Themen und
- 2:56dabei habe ich persönlich festgestellt, dass ich eigentlich doch ziemlich cool lebe.
- 3:00Eigentlich. In meinem kleinen Ort ist alles ziemlich cool. Wo wohnst du?
- 3:04In Dessau. So klein ist Dessau jetzt aber nicht. Naja, aber ich
- 3:08wohne in einem Vorort von Dessau, denn das ist Kochstedt. Also da
- 3:12habe ich auch eine Geschichte, weil meine Ur-Ur-Ur-Großeltern haben
- 3:16den Ort gegründet. Die waren die ersten Siedler da. Und das heißt,
- 3:20meine Familie lebt da schon immer. Und ich hatte eigentlich
- 3:24woanders studiert, in Köln, und war dann auch in München, habe meine
- 3:28Firma gegründet und habe gesagt: "Ich komme nie zurück. Ich habe keine
- 3:32Anknüpfungspunkte." Und schon mal das erste Kind, da zack zurück. Also das
- 3:35war dann. Und ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Und
- 3:40wir haben hier einen Heimatverein. Wir haben eine starke Gemeinschaft. Ich habe
- 3:44auch von unserer tollen Straße erzählt, wo die ganzen Nachbarn ganz involviert
- 3:47sind, auch mit dem Leben der anderen. Wir haben eine tolle Hausgemeinschaft.
- 3:51Wir wohnen im Mehrfamilienhaus, also mit 40 anderen Parteien, und wir haben
- 3:55Gemeinschaftsräume. Da wird dann Kaffee getrunken und geschnackt ohne Ende. Das sind
- 4:00ganz kleine Sachen, aber jeder hat da irgendwie mitgedacht und das funktioniert
- 4:04alles total gut eigentlich. Also ich habe primär das Wir-Festival in
- 4:09Halle vorgestellt und Fragen, die kamen, waren: Wie schaffen wir es, dass
- 4:14Leute bei uns bleiben, dass sie sich engagieren und dauerhaft? Das war
- 4:17ein Thema, dass man im Rahmen seiner eigenen Ressourcen immer schauen muss, dass
- 4:21man sich engagiert, also dass man gucken muss: Wie viel Zeit habe
- 4:24ich tatsächlich? Dass man sich aufeinander aufpassen muss. Und der andere vielleicht
- 4:28auch sagt: "Okay, du machst vielleicht gerade ein bisschen viel, vielleicht ein
- 4:32Gag runterschalten ist auch noch okay." Also ja, die Zeit hat eigentlich
- 4:35gar nicht gereicht, wir hätten noch weiter reden können. Es war richtig
- 4:38cool. Ja, klingt super. Nächstes Mal bin ich auf jeden Fall dabei,
- 4:43außer ich bin wieder krank, aber ich hoffe nicht. Auf jeden Fall dabei.
- 4:45Und das sage ich nicht nur so, denn wir planen ja noch
- 4:48weitere Veranstaltungen. Die nächste soll im Spätherbst sein, das nächste Dazwischen live.
- 4:54Das soll dann ein bisschen anders sein als dieses Mal. Wir wollen
- 4:58dann nämlich mit Politikerinnen und Politikern sprechen und zwar dann sehr konkret
- 5:03über Sachsen-Anhalt und wie es da jetzt weitergeht. Wollt ihr, dass
- 5:08wir auch mal zu euch kommen oder habt ihr andere Anmerkungen, Lob
- 5:12oder Kritik? Dann schreibt uns eine Mail und zwar an dazwischen@detektor.fm oder
- 5:17per WhatsApp. Die Nummer findet ihr in den Shownotes. Marie, letzte Woche
- 5:29hat Leonard uns mitgenommen nach Verben in der Altmark. Für die Folge
- 5:33heute war ich in meiner Heimatstadt in Magdeburg und Ausgangspunkt dafür war
- 5:38eine Sprachnachricht, die wir von Claudia aus Magdeburg bekommen haben. Mein Lieblingsheld
- 5:43ist Thoralf Krüger, der die Kunstszene in Magdeburg wirklich spürbar voranbringen möchte.
- 5:49Das ist wirklich so seine Mission. Der hat eine leere Etage mitten
- 5:53im Stadtfeld gemietet und eben in bezahlbare Ateliers verwandelt. Also so gibt
- 5:58er halt Menschen einen Raum für Malerei, Fotografie oder auch Bildhauerei, die
- 6:03sich sonst niemals ein eigenes Atelier leisten könnten. Ein wirklich bemerkenswertes Projekt.
- 6:09Klingt spannend und ich verstehe schon, warum dich das erstmal neugierig gemacht
- 6:13hat. Ja, ich musste dann erstmal anfangen zu recherchieren. Ich wollte nämlich
- 6:17rausfinden: Wer ist denn eigentlich dieser Thoralf Krüger? Und da findet man
- 6:21dann erstmal so Dinge wie Geschäftsführer der GK Verwaltungs GmbH, die vor
- 6:26allem so Immobiliengeschäfte macht. Um die Jahrtausendwende eröffnet er dann gemeinsam mit
- 6:32seinem Co-Geschäftsführer mehrere Sushi-Läden in Magdeburg. Interessant! Alles auch nicht
- 6:36so ganz zusammen. Und jetzt eben dieses Projekt Heart Attack. Und diese
- 6:40Gesamtgemengelage fand ich irgendwie interessant und dachte: Das will ich mir
- 6:43jetzt mal anschauen und irgendwie eben auch rausfinden, warum der das macht.
- 6:47Also bist du nach Magdeburg gefahren? Genau, nach Stadtfeld. Du hast es
- 6:50ja eben schon gesagt: beste Lage. Zu den Räumlichkeiten kann man vom
- 6:53Bahnhof aus auch laufen. Und dann stand ich erstmal vor so einem
- 6:57ganz normalen Mietshaus. Unten links ein Bäcker, unten rechts ein Blumenladen, aber
- 7:01eben kein Hinweis auf irgendwie Galerie oder Ateliers. Also auch keine großen
- 7:05Fenster, wo schon mal... Nee, nee, nee. Also man hat wirklich von
- 7:08außen nichts gesehen. Ich hatte aber vorher schon Kontakt aufgenommen mit einem
- 7:11der Künstler, die da arbeiten, mit Tim. Und der hatte mir folgende
- 7:15Sprachnachricht geschickt: "Ja, das findest du auf jeden Fall. Wenn ich komme, dann
- 7:19hol ich ab." Ja, also habe ich das dann einfach in Anspruch
- 7:22genommen, habe mich abholen lassen. Tim hat auch gleich noch darauf bestanden,
- 7:26dass wir in einem total netten Café, was da gleich so nebenan
- 7:28ist, dem Herzstückkuchenatelier, ich kann dir sagen, da sind mir gleich so
- 7:33vier bis fünf Kuchenstücke in die Augen gesprungen, die ich gern noch
- 7:36mitgenommen hätte. Da haben wir uns jemals noch einen Kaffee geholt und
- 7:38dann hat er mich mitgenommen in die vierte Etage. Also deswegen konnte
- 7:41man von unten eben auch nichts sehen. Und das muss ich mir
- 7:44so vorstellen, dass es dann einfach eine Galerie mitten im Wohnhaus ist.
- 7:49Ja, wobei es ist, glaube ich, ein bisschen mehr als eine Galerie.
- 7:52Also das Projekt nennt sich selbst Heart Attack Creative Space, also kreativer
- 7:56Raum. Und das trifft es eigentlich schon ganz gut. Also wenn man
- 7:59reinkommt, dann steht man tatsächlich erstmal mitten in der Ausstellung, was aber
- 8:02vor allem daran liegt, dass das Projekt gerade erst mit eben dieser
- 8:05Ausstellung eröffnet hat. Aber im hinteren Bereich haben auch mehrere Künstler und
- 8:09Künstlerinnen Ateliers. Da gibt es auch eine Dunkelkammer, also da wird eben
- 8:13nicht nur ausgestellt, sondern auch gearbeitet. Und es geht natürlich auch um
- 8:16Begegnungen untereinander. Du hast es gerade schon gesagt, das Projekt heißt Heart
- 8:21Attack. Man muss dazu sagen, dass das A R T, Art, also
- 8:27Kunst, mit einem Wort groß geschrieben ist. Trotzdem ein ungewöhnlicher Name. Wie
- 8:32kommen Sie darauf? Das hat mit der Vorgeschichte dieser Etage zu tun,
- 8:36denn vorher war da eine Herzpraxis drin. Und die Kombination aus dem
- 8:39englischen Herz, also Heart, und Kunst, also Art, das war eben ausschlaggebend
- 8:44für diesen Namen. Also ein bisschen Wortspielerei. Aber der Name ist nicht
- 8:47das einzige, was ungewöhnlich ist an diesem Projekt. Ich habe es ja
- 8:50vorhin schon mal kurz gesagt: Thoralf Krüger, der ist eigentlich eben Unternehmer,
- 8:55der saß dann da in der Galerie auf einer lilanen Couch, hatte
- 8:58sich gerade einen Tee gemacht, seine Tochter Liene sprang da auch noch
- 9:01mit rum. Und nachdem wir uns ein bisschen kennengelernt hatten, wollte ich
- 9:04wirklich erstmal wissen, wie es überhaupt dazu kommt, dass so ein Immobilienmensch
- 9:08da jetzt mietfreie Ateliers zur Verfügung stellt. Und da hat er mir
- 9:12dann eine ganz persönliche Geschichte erzählt. Ursprünglich zur Kunst kam ich durch
- 9:16eine Situation mit erheblichen emotionalen Problemen, Krankheit und so weiter. Also Gestalttherapie
- 9:21heißt das. Da habe ich das erste Mal gemerkt, dass ich da
- 9:24irgendwie etwas mitmachen kann. Und das ist schon ganz schön lange
- 9:30her. Und seitdem hatte ich eigentlich immer ein Atelier. Und in meinem
- 9:33letzten Atelier habe ich dann so gemerkt, ich habe gar keine richtige
- 9:35Lust mehr darauf, alleine immer und so. Und dann habe ich mal
- 9:38mit Leuten was zusammen gemacht und das hat mich total begeistert. Und
- 9:41da ist so ein bisschen der Gedanke entstanden: Mensch, ich müsste eigentlich
- 9:43was machen, mehr mit Leuten. Also es befruchtet sich einfach so, Collaborations
- 9:48und so. Und dann habe ich ganz gute Deals gemacht mit dem
- 9:53Unternehmen, was ich hatte. Da habe ich einen Teil verkauft und habe
- 9:56jetzt dadurch mehr Freiraum und so, zeitlich auch. Und dann ist das
- 10:01jetzt hier irgendwie so gekommen. Und diese Einheit hier gehörte einem guten
- 10:06Freund von mir. Und dann hat er sich dazu entschieden, das mir
- 10:10auf meine Anfrage halt verhältnismäßig günstig abzugeben. Und so ist es entstanden.
- 10:26Ja, und zum Jahreswechsel hat Thoralf dann mit ein paar Leuten angefangen.
- 10:29Wir haben in der alten Praxis ein bisschen was umgebaut und Anfang
- 10:32September war dann große Eröffnung. Und wenn ihr wissen wollt, wie es
- 10:36da so aussah, dann findet ihr ein paar Fotos davon in unserem
- 10:38Newsletter. Ja, da werde ich auf jeden Fall auch reingucken. Wenn ihr
- 10:43den noch nicht abonniert habt, macht das unbedingt. Den Link dahin findet
- 10:46ihr wie immer in unseren Shownotes. Aber Katha, du hast jetzt
- 10:50schon gesagt, Thoralf hat es nicht allein gemacht. Wer sind denn die
- 10:54anderen, die er sich mit ins Boot geholt hat? Ja, einen habe
- 10:58ich ja schon namentlich erwähnt: Tim Kamith, der war, als ich da
- 11:01war, eben auch mit dabei. Der kommt eigentlich aus Gießen, hat jetzt
- 11:05lange in Berlin gelebt. Und für den war das Zusammentreffen mit Thoralf
- 11:09Krüger so ein richtiger Glückstreffer. Ich lebe seit 20 Jahren als freischaffender
- 11:14Künstler in Berlin und habe keinen Bock mehr auf die Stadt. Überzogene
- 11:18Mieten, das macht was mit der Kreativität. Wenn du irgendwann gucken musst,
- 11:22was will der Markt, dann musst du den Markt bedienen, um dein
- 11:25Atelier zu bezahlen. Und das wollte ich nicht. Und deswegen sind wir
- 11:29quasi hier nach Magdeburg zurückgekommen. Meine Frau kommt gebürtig von hier und
- 11:33die kennt Christoph Ackermann, ein recht bekannter Street Artist hier aus Magdeburg.
- 11:38Und der hat das gepostet. Der hat gepostet, dass Thoralf hier noch
- 11:42einen Atelierplatz frei hat. Und da habe ich mich gemeldet und da
- 11:45haben wir uns getroffen. Und ich müsste eigentlich erst mal weinen gehen
- 11:48vor Glück, dass mir das Leben so jemanden in den Weg stellt
- 11:52wie Thoralf. Ja, man hat es ja gerade schon rausgehört: Thoralf und
- 12:01Tim kennen sich noch gar nicht so lange. Und so ist es
- 12:04auch mit den anderen Mitstreiterinnen von Heart Attack. Also neben Tim, Thoralf
- 12:08und dessen Tochter Liene, die alle vor allem so auf Leinwand malen,
- 12:12gehören zu Heart Attack die Graffiti-Künstlerin Pauline Ludwig, die Fotografin Katrin
- 12:16Freund, die Modedesignerin Julia Lebedewa und die Malerin Claudia Henning. Und jeder
- 12:22und jede hat eben jetzt dort in Magdeburg Stadtfeld ein eigenes Atelier.
- 12:26Und die Idee war eben, zur Eröffnung eine Ausstellung gemeinsam zu gestalten
- 12:31und sich quasi nebenbei kennenzulernen. Und das war gar nicht so einfach,
- 12:34hat mir Thoralf erzählt. Das ist gar nicht so einfach, zeitlich zusammenzufinden,
- 12:39auch inhaltlich. Dann hat ja jeder ganz andere Ziele. Und das muss
- 12:43man jetzt irgendwie... sind wir im Prozess, das irgendwie zusammenzufügen, um zu
- 12:47gucken, dass wir dann am Ende ein Gesamtkonzept haben. Aber da haben
- 12:50wir uns auch nicht eilig. Können wir uns locker machen, entspannen durch
- 12:54die Situation, dass es ja auch nichts kostet und dass wir also
- 12:56gar keinen Zeitdruck oder irgendeinen Druck haben. Mal schauen, ja. Sich treiben
- 13:01lassen. Kennenlernen ist auf jeden Fall immer noch ein Thema, das noch
- 13:04nicht, obwohl es jetzt neun Monate sind, immer noch nicht so richtig
- 13:07geglückt ist, weil man sich auch teilweise nur fünf, sechs, sieben, acht
- 13:10Mal gesehen hat hier oder solche Geschichten. So, das ist ganz okay.
- 13:13Aber da würde ich sagen, kommt noch ein bisschen mehr. Ja, da
- 13:16müssen wir uns noch ein bisschen... da, wo wir uns eben gar nicht
- 13:18kannten, alle noch ein bisschen zusammenraufen. Ja, also erstmal muss ich sagen,
- 13:22klingt das wirklich nach einem Glücksfall für Sie alle. Gleichzeitig frage ich
- 13:26mich, haben Sie die Eröffnungsfeier richtig über die Bühne bekommen? Ja, also
- 13:32tatsächlich hat dann da eben jede und jeder etwas so beigesteuert und
- 13:36das ist auch irgendwie besonders, weil damit die Ausstellung eben sehr, sehr
- 13:39abwechslungsreich wurde. Also da hängen sehr große, sehr bunte Leinwände, teils Porträts,
- 13:46teils ganz abstrakte Bilder, teils auch so mit Graffiti-Einflüssen, urbanen Einflüssen.
- 13:49Daneben gibt es aber auch gerahmte Fotos, teilweise eben sehr klassisch fotografiert,
- 13:55sehr leise, also auch so ein bisschen fast schon so wie Stillleben,
- 13:59würde ich sagen. Und was ich ganz spannend fand, die Fotografin Kathrin
- 14:02Freund experimentiert da zum Teil mit Cyanotypie. Das ist so ein Verfahren
- 14:07aus dem 19. Jahrhundert, bei dem die Bilder im Sonnenlicht sozusagen entstehen
- 14:12und dann bekommen die so einen ganz besonderen Blauton. Also das fand
- 14:15ich ganz interessant. Das haben sie mir vor Ort dann auch gezeigt
- 14:17und erzählt. Das war irgendwie cool. Ja, und dann stehen da eben
- 14:20in den Ausstellungsräumen noch ganz extravagante Kleider, die komplett aus schwarzen Strohhalmen
- 14:27entstanden sind. Also schon eine relativ bunte Mischung. Okay, das klingt auf
- 14:31jeden Fall nach einer spannenden Ausstellung, in der es viel zu entdecken
- 14:35gab. Wie kam das so bei den Leuten an, die das dann
- 14:38zum allerersten Mal gesehen haben? Also es waren auf jeden Fall fast
- 14:41100 Leute da. Und wenn ich mir das vorstelle, also ich war
- 14:44ja da, die Räumlichkeiten sind jetzt nicht so groß. Also ich glaube,
- 14:47mit 100 Leuten war der Laden da schon gerammelt voll. Und Thoralf
- 14:51und Tim waren auch echt zufrieden. Ich habe aber auch so ein
- 14:54bisschen zwischen den Zeilen rausgehört, dass das jetzt nicht unbedingt das
- 14:57Allerwichtigste war, wie viele Menschen da an dem Abend kommen. Schön war
- 15:02es mega, war es viele Leute, die man kannte und doch nicht
- 15:07kannte. Also ich fand es super, ja. Das war genau das. Nee,
- 15:10ich kann nicht sagen, das war das, was ich mir vorgestellt habe,
- 15:12sondern das ist eher das, was ich mir nicht vorgestellt habe, weil
- 15:15ich nicht wusste, dass es so gut kommen könnte. Auch wie das
- 15:17jetzt hier aussieht. Also ich meine, ich bin stolzer auf das, wie
- 15:20das jetzt hier aussieht und erfreue mich mehr daran als an Leuten,
- 15:23die es jetzt kommen. Das ist sehr schön, aber dass man einen
- 15:27eigenen Bereich hat, wie das hier, eine eigene Galerie quasi, wo man
- 15:30sich selber daran erfreuen kann, das finde ich daran am allerbesten. Ich
- 15:34fand es total schön. Es waren voll viele Leute da. Für mich
- 15:36ist es ja auch eine komplett neue Crowd. Ich habe ja ansonsten
- 15:39nur die Berliner Crowd, die laufen da immer mit so getönten Sonnenbrillen
- 15:44rum. Und ich finde es miteinander hier schön. Wenn du hier was
- 15:46Neues machst, ist es halt in Berlin, wäre das zum Beispiel so:
- 15:49"Was willst denn du hier?" Und in Magdeburg ist es so: Das war echt alles.
- 15:53Das war ein richtig toller Abend. Was ich mich da so frage: Wer war denn da
- 15:56so wirklich da? Also ich meine, diese Kunstszene ist ja gerade, was
- 16:00Ausstellungseröffnungen betrifft, doch ziemlich geschlossener Kreis. Auch hier in Leipzig. Da sind
- 16:04einfach bestimmte Leute aus der Szene immer wieder, Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber, Menschen,
- 16:09die das sammeln. Aber jetzt so ganz normale Leute, sage ich jetzt
- 16:15mal, tendenziell weniger. Haben sich da auch Menschen aus Stadtfeld in die
- 16:19Galerie verirrt, um mal gucken, was halt so passiert? Ja, das
- 16:24habe ich mich gefragt und habe ich dann auch Thoralf gefragt, der
- 16:28aber so ein bisschen zugeben musste, dass er an dem Abend es
- 16:34natürlich nicht geschafft hat, mit jedem zu sprechen. Da kommen natürlich auch
- 16:37viele Leute, die man kennt, die wegen einem als Person kommen, die
- 16:41sich natürlich also nicht als Person, sondern für das, was man hier
- 16:44gemacht hat, so für die Kunst. Auch das hat schon auch überwiegt
- 16:48in meinem Fall. Und mit den meisten, wo ich mich unterhalten habe,
- 16:51waren noch solche Leute. Insofern kann ich das gar nicht so genau
- 16:54sagen. Einen Teil der Leute kannte ich und viele nicht. Ich weiß
- 16:57gar nicht so genau, wer das alles war. Völlig richtig, so eine
- 17:01Kunstbubble. Da rennen immer die gleichen Leute rum. Natürlich ist das hier
- 17:04auch so. Das ist woanders auch so, nur vielleicht größer. Und hier
- 17:06ist es vielleicht kleiner oder so. Deswegen mal schauen, was für ein
- 17:11Format verschiedene Leute so anspricht. Nicht nur Bilder hinhängen. Deswegen betrachte ich
- 17:16das ja auch nicht als Galerie, sondern das ist, wie wir es
- 17:19nennen, Creative Space. Jetzt ist es gerade mal eine Galerie hier vorne
- 17:23und beim nächsten Mal ist es vielleicht ein Konzertlocation oder ein Schulungsraum
- 17:28für einen Workshop oder keine Ahnung. Okay, das finde ich eigentlich einen
- 17:32ganz interessanten Ansatz, der das Ganze auch noch öffnen kann. Gibt es
- 17:36da schon ganz konkrete Ideen oder ist es eben nur eine Idee?
- 17:41Naja, ich sag mal, man merkt, dass das Team bisher sehr viel
- 17:45beschäftigt war mit dieser Eröffnung und sich eben a noch nicht so
- 17:49ganz richtig kennenlernen konnte und damit auch noch nicht so richtig eine
- 17:53gemeinsame Vision hat. Aber Thoralf hat zum Beispiel bei der Eröffnung jemanden
- 17:57getroffen, der in Magdeburg so Wohnzimmerkonzerte organisiert. Und da ist man auch
- 18:01gleich ins Gespräch gekommen und hat gesagt: "Ja, also es wäre schon
- 18:03vorstellbar, dass man eben das auch hier vor Ort macht." Oder dass
- 18:06man zum Beispiel sowas wie Zeichenkurse für Kinder und Jugendliche anbietet. Also
- 18:11da sind, glaube ich, schon viele Ideen im Raum, die sind nur
- 18:13noch nicht so ganz konkret. Was ich ganz interessant fand, war, dass
- 18:17Thoralf da auf der einen Seite immer wieder gesagt hat: "Ja,
- 18:21entspannt, wir haben ja hier keinen Druck, lasst mal gucken und lasst
- 18:24mal treiben." Und so. Und dann auf Nachfrage aber doch immer mal
- 18:27wieder so ein bisschen der Unternehmer durchkam. Ich empfinde das als wichtig,
- 18:31dass so ein Bereich dann auch bespielt wird. Also das ist so
- 18:35mein Lieblingswort: Opportunitätskosten. Wenn das jetzt leer steht, dann wäre das ja
- 18:41so, dass der Gesellschaft oder irgendwelchen Leuten da draußen weniger Kunst, weniger
- 18:46Kultur zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich könnte. Und so sehe ich
- 18:50es also als Kosten. Also es kostet irgendetwas, wenn das leer steht.
- 18:54Das sieht natürlich jemand, der keinen BWL-Hintergrund hat und nie hat, ganz
- 18:58anders. Der hat davon noch nie gehört. Aber ich gehe so ständig
- 19:00durchs Leben und versuche, das, was da ist, auch irgendwie zu
- 19:04nutzen. Nicht irgendwas ewig leer stehen zu lassen oder gar nicht zu
- 19:07nutzen, wie das manche Leute machen. Ja, auch wenn sich das vielleicht
- 19:10finanziell für ihn nicht immer lohnt. Im Gegensatz übrigens zu seiner Tochter
- 19:14Liene. Die hat nämlich nach der Eröffnung mit gerade einmal elf Jahren
- 19:18ihr allererstes eigenes Bild verkauft. Nicht schlecht! Erstes Bild verkauft mit elf
- 19:30Jahren. Ich würde es sehr gerne mal sehen. Also ich würde wirklich
- 19:33gerne wissen, was das für ein Bild war. Ich empfehle an der
- 19:36Stelle den Instagram-Kanal von Heart Attack. Da kann man es sich
- 19:38angucken. Ist auf jeden Fall spannend. Ja, wirklich spannend. Ich frage mich
- 19:42aber auch noch die ganze Zeit, ob Magdeburg eigentlich so ganz generell
- 19:48eine gute Stadt für Künstlerinnen und Künstler ist. Also ich muss ganz
- 19:52ehrlich sagen, vor Ort, ich dann doch eher in Halle. Ja, also
- 19:56Magdeburg ist jetzt keine klassische Kunstmetropole wie vielleicht Berlin, Leipzig, Dresden. Aber
- 20:03es gibt ja zum Beispiel mit dem Kunstmuseum Kloster unserer lieben Frauen
- 20:06schon so ein institutionelles Zentrum für zeitgenössische Kunst. Es gibt auch zahlreiche
- 20:11kleinere Galerien und Ausstellungsorte. Es gibt Künstlerateliers und auch so Ateliergemeinschaften. Und
- 20:17außerdem, und das ist auch eine Besonderheit, schließt die kommunale Kulturförderung auch
- 20:21ganz explizit bildende und angewandte Kunst mit ein. Also es ist auch
- 20:24nicht überall so. Es gibt eine sehr aktive freie Szene und auch
- 20:28verschiedene Kunstvereine. Und trotzdem, und das geht ja so ein bisschen in
- 20:31die Richtung, die du gerade angesprochen hast, sagt auch Toralf Krüger: Für
- 20:35Galeristen ist Magdeburg nicht immer so eine ganz einfache Stadt. Insgesamt würde
- 20:42ich sagen, ist das hier schon einigermaßen schwierig. Es ist schon provinziell,
- 20:45und das merkst du auch in der ganzen Geschichte. Die Galerien, die
- 20:49länger da sind und so eine Space, die müssen auch schon sich
- 20:52wirklich drehen. Und die machen ja alle fast nur Kunst. Und wenn
- 20:57du da immer wieder hingehst, merkst du, dass sich das auch ein
- 20:58bisschen verändert. Und das auch nicht unbedingt zum Besseren, finde ich. Deswegen
- 21:03bin ich jetzt hier nicht so drauf, dass man sagt: "Wir müssen
- 21:04jetzt hier nur Malerei oder irgendwas ausstellen." Da bin ich völlig fremd,
- 21:08weil ich glaube, es gibt viel mehr Aspekte, wo man diese Räumlichkeiten
- 21:13nutzen kann. Auch Galerien, die stehen ja auch meistens leer. Im Rahmen
- 21:18der Kunst kann ja auch Musik oder was auch immer es sein,
- 21:21dass man das mehr so antiesert und da mehr Dinge macht. Insgesamt
- 21:24ist es aber schon Provinz, das kann man schon sagen. In dieser
- 21:28Provinz gibt es aber inzwischen mit der Kunstmitte eine überregional ausstrahlende Kunstmesse.
- 21:34Die war jetzt gerade erst Ende August auf der Messe in Magdeburg
- 21:37und da kamen Kunstschaffende, Galerien, Sammler, Kunstinteressierte zusammen. Und das Ganze ist
- 21:42mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Also mehr als 4.500 Leute
- 21:46waren da. Ja, ich glaube aber, den Gedanken, den er hat, der
- 21:50ist schon ganz richtig. Ich glaube, dass man gerade an solchen Orten,
- 21:52wo es vielleicht schwieriger ist, Räume wie Heart Attack öffnen muss, um sich
- 21:57halten zu können. Langfristig auch für die Künstlerinnen und Künstler, die da
- 22:01drin sind. Denn, naja, das Atelier ist ja eigentlich kein Hobby. Die
- 22:06möchten ja ihre Kunst verkaufen. Es ist wahnsinnig schwer, kenne ich auch
- 22:10aus meinem privaten Umfeld, von Kunst zu leben. Wie ist es denn
- 22:15da so in Magdeburg? Gibt es da ein Publikum, einen Markt, wo
- 22:19man damit Geld verdienen kann? Ja, die Frage ist natürlich gar nicht
- 22:23so leicht zu beantworten. Also Tim zum Beispiel hat mir auch erzählt,
- 22:26er hat eigentlich immer einen Zweitjob. Der macht auch so Interior Design
- 22:31oder Logoentwürfe und so. Einfach, ja, weil es, wie du sagst, weil... 00:22:35.000 --> 00:22:38.000 Es ist wahnsinnig schwer, von Kunst zu leben. Das war in Berlin
- 22:38nicht anders, und jetzt ist es auch in Magdeburg nicht anders. Ganz allgemein ist
- 22:42es schwer zu beantworten. Vielleicht eine kleine Anekdote dazu aus Magdeburg: Es
- 22:45gibt da seit März in Bukau den Galerieladen. Da hat man sich
- 22:49auf die Fahne geschrieben, Kunst von Frauen sichtbarer zu machen. Und die
- 22:53Betreiberin sagt zum Beispiel, dass das Interesse für zeitgenössische Kunst in
- 22:58Magdeburg auf jeden Fall da sei. Sie verkaufen auch ganz
- 23:01gut, so kleinere Dinge wie Drucke oder Postkarten. Aber die großen
- 23:06Werke, die dann vielleicht auch mal, ja, ich sag mal, Preise haben,
- 23:09die vierstellig werden, gehen eben kaum über die Theke. Und
- 23:13das hat auch Tim von HeartAttack bestätigt. Er sagt, solche Dinge verkauft er
- 23:17eben nicht vor Ort, sondern zum Beispiel über Instagram. Und
- 23:21trotzdem, und das fand ich dann irgendwie auch schön, hat er gesagt,
- 23:23er sieht wahnsinnig viel Potenzial in Magdeburg als Kunststadt. Er hat mir
- 23:27zum Beispiel auch erzählt, dass er viele Menschen aus Berlin kennt, die
- 23:30mittlerweile überlegen, nach Magdeburg zu kommen. Also, so Businessplan-mäßig würde ich
- 23:34fast sagen, dass es in einer Stadt wie Berlin schwieriger ist, weil
- 23:37natürlich das Atelier dich das Zehnfache kostet. Wir können ja jetzt mal
- 23:41darüber reden. Also, ich meine, du hast Atelierkosten von, wenn du
- 23:44eine gewisse Größe hast. Wenn du natürlich nur einen gewissen Raum brauchst,
- 23:47wenn du aber eine gewisse Größe hast, sagen wir mal Pi mal
- 23:50Daumen, mit allen Fixkosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro jeden
- 23:55Monat. So, da musst du Material einkaufen. Dann wollen die meisten Leute,
- 24:00weil sie das in irgendwelche Praxen, Büros, Restaurants reinhängen, auch noch eine
- 24:05Quittung haben. Das heißt, da kommt der Staat noch. Und da kannst
- 24:07du ja rechnen, was du verkaufen musst, um am Monatsende
- 24:11da irgendwie von leben zu können. Okay, und ich schätze, dass
- 24:15diese Fixkosten, die er da aufgezählt hat, dann doch
- 24:19einiges günstiger in Magdeburg sind. Ja, und Tim sagt aber auch, dass
- 24:23der Markt eben einfach noch nicht so gesättigt sei wie zum Beispiel
- 24:27in Berlin oder wahrscheinlich auch in Leipzig. Er nimmt die Kunstinteressierten in
- 24:30Magdeburg als wesentlich wohlwollender und auch als offener wahr. Apropos offen: Wie
- 24:35blicken denn die Macherinnen und Macher von HeartAttack auf die politische Situation
- 24:39in Sachsen-Anhalt? Man sagt doch immer, alle Kunst ist politisch. Ja,
- 24:44das war interessant. Also, ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass die Wahl
- 24:48bei unserem Treffen ein ganz großes Thema wäre. Es war ja auch
- 24:52noch nicht so lange her. Aber Thoralf und Tim haben immer wieder
- 24:54betont, dass eben Politik nicht ihr Spielfeld wäre, sondern dass es eben
- 24:58ihre Aufgabe wäre, das Leben etwas bunter zu machen. Und auch auf
- 25:02ihrem Instagram-Account hat HeartAttack zur Wahl geschrieben: „Wir halten unsere Haltung
- 25:07ganz bewusst dort fest, wo sie hingehört, in unseren Werken. Was wir
- 25:10uns wünschen, ist einfach, dass wir einander mit Respekt und Offenheit begegnen,
- 25:13dass wir zuhören, bevor wir urteilen, und dass Räume wie unserer für alle
- 25:17offen bleiben.“ Also, da sind sie schon eher zurückhaltend, sozusagen, mit der eigenen politischen
- 25:21Meinung. Als ich Tim aber nochmal nachgefragt habe, hat er das
- 25:25dann doch so ein bisschen eingeschränkt: „Es ist erstmal jeder herzlich willkommen.
- 25:30Du darfst nur kein Homophob, kein Fascho und nicht denken, dass du
- 25:34irgendwie was Besseres verdient hast als irgendjemand irgendwo auf der Welt. Und
- 25:38wenn du hier so unterwegs bist, dann bitte nicht herkommen.“ Ich würde
- 25:47sagen, da machen wir einen Punkt oder ein Ausrufezeichen dahinter. Katja, ganz
- 25:52vielen Dank für die Infos und den Einblick in HeartAttack in Magdeburg
- 25:56und Torolf Krüger, der uns ja als Held des Alltags geschickt wurde.
- 26:02Ihr seht also, wir nehmen eure Nachrichten ernst, und daraus können auch
- 26:07mal ganze Geschichten, ganze Folgen werden. Wenn ihr auch so einen Tipp
- 26:11habt, dann schickt ihn uns gerne an dazwischen@detektor.fm oder
- 26:16via WhatsApp. Die Nummer findet ihr in den Shownotes. Heute haben wir
- 26:19noch einen Veranstaltungstipp für euch, passend zum heutigen Thema, und zwar die
- 26:23Kunstkurve. Das ist ein Ausstellungsevent von Magdeburger Künstlerinnen. Was euch da genau
- 26:28erwartet, verrät uns Heide aus dem Orga-Team: „Wir laden Sie und
- 26:32euch ein, vom 9. bis 11. Oktober einen Kunstspaziergang durch Magdeburgs Stadtfeld
- 26:36zu unternehmen. Die Kunstkurve ist ein Format, bei dem die Werke von
- 26:4025 bildenden Künstlerinnen entlang mehrerer Straßenzüge des Stadtviertels gezeigt werden, in Cafés,
- 26:46Kneipen, kommerziellen und nicht kommerziellen Einrichtungen. Dazu erwartet Sie und euch ein
- 26:51ausgewähltes Kulturprogramm. Weitere Infos sind zu finden unter www.kunstkurve-magdeburg.de
- 26:58und auf Instagram. In der nächsten Folge kehren wir gewissermaßen zurück zum
- 27:03Anfang unseres Podcasts. In einer unserer allerersten Folgen, genauer Folge 2, haben
- 27:08wir uns gefragt, warum Sachsen-Anhalt den höchsten Krankenstand von allen Bundesländern
- 27:12hat, gemessen an den Krankentagen. Ein Grund dafür war auch die hohe
- 27:16Zahl psychischer Erkrankungen, und dem bist du jetzt nochmal ein bisschen genauer
- 27:21nachgegangen. Ja, denn am 10. Oktober ist der Tag der seelischen Gesundheit,
- 27:25und ich wollte deshalb wissen: Gibt es wirklich immer mehr psychische Erkrankungen
- 27:29in Sachsen-Anhalt? Wie sieht eigentlich die Versorgungslage aus? Gibt es da
- 27:33Unterschiede zwischen Land und Stadt? Und was machen die aktuellen Diskussionen um
- 27:37Honorarkürzungen und halbe Kassensitze eigentlich mit den Menschen vor Ort? Ein super
- 27:42wichtiges Thema. Ich bin echt gespannt, was du da mitbringst. Ich freue
- 27:45mich drauf und sage Tschüss bis nächste Woche. Dieser Podcast ist eine
- 27:55Kooperation von detektor.fm und dem Media Forward Fund. Podcast Hosts: Marie
- 28:00Landes und Katja Schmidt. Podcast Redaktion: Leonard Schubert. Cover Design: Claudia Dörling
- 28:06und Anja Krämer von Sisters of Design. Originalmusik: Florian Sievers. Audioproduktion: Benjamin
- 28:14Serdani, Stanley Baldauf und Tim Schmutzler. Projektleitung: Christian Bollert.