Latest / Gegen den Strom / Was China uns voraus hat – Ole Döring
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- 0:00Wir haben ja keinen Plan, das ist das große Problem in
- 0:02Deutschland. Wir haben keinen großen Plan,
- 0:04gegenüber China sind wir im Meinen stehen geblieben
- 0:06gegenüber unserer eigenen Kompetenz im Glauben.
- 0:10Wir glauben, dass wir etwas über China wissen, wobei wir das nur
- 0:14zu glauben meinen, weil wir noch nicht einmal verstehen, die
- 0:17unser Glaube als eine Religion, sozusagen China, uns verdreht,
- 0:21verzerrt und vor allen Dingen distanziert vorstellt, wir haben
- 0:24nichts dauerhaft gelernt aus der Aufklärung, sobald wir
- 0:28angefangen haben, Bundes. Bereits eine Chinastrategie zu
- 0:32kodifizieren wurde das im Grunde ein Witz, aber wir glauben das.
- 0:37Wir sind halt der deutsche Michel.
- 0:38Wir möchten gerne alles unseren großen starken Freunden recht
- 0:41machen und so gucken wir eben gar nicht mehr hin, wie die
- 0:44Wirklichkeit aussieht. Wir müssen lernen, dass Arbeit
- 0:47und leben 1 sind und dass das Freude macht und dass das eben
- 0:50nicht zur Entfremdung führen darf und dann werden wir auch
- 0:52wieder so stark und so würdig, dass wir uns China, das nicht
- 0:57mehr unter uns steht, sondern über uns steht, trotzdem als als
- 1:00gleichwertiger Partner annähern können.
- 1:11Gegen den Strom zur Person Hallo, bei gegen den Strom.
- 1:18Wir zeigen Ihnen Positionen und Perspektiven, welche die
- 1:22Propaganda Medien verschweigen. Professor Ole Döring ist
- 1:28Philosoph. Schriftsteller und China Experte
- 1:32er hat einen Lehrstuhl an der Hunan Normal University in
- 1:36Shangha in der südchinesischen Provinz Hunan.
- 1:40Er befasst sich mit Medizin und Technikethik er arbeitet an
- 1:46einer globalen Gesundheitsethik, und er ist überzeugt von der
- 1:51Aktualität der Aufklärung, aber auch der chinesischen
- 1:56Philosophie willkommen, Ole Döring.
- 1:59Lieber Herr BAB, vielen Dank für die Einladung.
- 2:01Ich freue mich, heute mit ihnen gegen den Strom zu schwimmen,
- 2:05weil ich das gleich sagen darf. Gegen den Strom schwimmen ist
- 2:08nicht nur eine sportliche Herausforderung, ich bin selber
- 2:11passionierter Schwimmer, es ist auch der Weg zur Quelle.
- 2:15Und den Versuchen sie zu gehen. In ihrem Buch, das Luther gehen
- 2:20zur Position der Integrität in der Welt.
- 2:24Und dort beginnen sie mit dem Satz.
- 2:26Machen wir uns nichts vor, wir leben immer noch im 19.
- 2:30Jahrhundert. Nun hab ich im Kriegsgebiet in
- 2:33der Ukraine gesehen, dass der Westen Krieg führt mit den
- 2:38Vorstellungen des 19. Jahrhunderts, aber mit den
- 2:42Zerstörungswaffen des 21. Jahrhunderts sorgen die langen
- 2:47Schatten des 19. Jahrhunderts für die
- 2:50Katastrophen von heute. Ja, das kann man auf jeden Fall.
- 2:56Bejahen oder muss man leider bejahen, weil wir offenbar
- 2:59nichts gelernt haben aus den Erfahrungen des 20.
- 3:03Jahrhunderts, wo wir ja schon 2 Weltkriege hinter uns gebracht
- 3:06haben und besonders der zweite, aber auch der Erste Weltkrieg
- 3:11hat ja nicht nur Europa verheert, sondern eben auch
- 3:15Ostasien und insbesondere China in Mitleidenschaft gezogen, und
- 3:19zwar so massiv, dass dass man wirklich von einem Weltkrieg
- 3:25sprechen musste und man wir können darauf gerne später noch
- 3:29im Detail eingehen, aber allgemein gesagt, wir haben
- 3:33weder gelernt vom ganz ewigen Frieden, wir wissen, wie man
- 3:37Frieden weltweit herstellen kann, dass es ein langer Prozess
- 3:41ist, wir haben nichts dauerhaft gelernt aus der Aufklärung, und
- 3:47vor allem haben wir, und darauf gehe ich in dem Buch besonders
- 3:50ein, Nichts gelernt aus der Chance.
- 3:52Die beste Verfassung der ganzen Welt geschenkt bekommen zu haben
- 3:56nach dem Zweiten Weltkrieg. Und das ist das Grundgesetz.
- 3:59Das ist das Grundgesetz und die Frage, der ich hier nachgehe.
- 4:03Methodisch ist die Frage, was du Ererbt von deinen Vätern hast.
- 4:07Erwirb es um es zu besitzen, was haben wir getan um es uns zu
- 4:12erwerben, da steckt das Wort Arbeit drin, wir erwerben etwas,
- 4:16welche Arbeit haben wir dafür geleistet?
- 4:18Man kann bis 1989, bis zur deutschen Wiedervereinigung kann
- 4:22man einiges an Anstrengungen sehen.
- 4:24Wir können aber danach auch beobachten, wie der Wegfall des
- 4:28Einzelnen Vorhangs das sogenannte Ende der Geschichte.
- 4:32Dazu beigetragen hat, dass wir mit der Arbeit aufgehört haben
- 4:35und darum kann man vermuten, dass sie vorher auch rein
- 4:38strategischer Natur gewesen ist und nicht wirklich substanziell.
- 4:40Und das rächt sich natürlich. Man hat mit der Arbeit
- 4:43aufgehört, weil man sich als Sieger verstanden hat, als
- 4:47Sieger im Kalten Krieg. Würden sie dem Satz aus der
- 4:50Hegelschen Geschichtsphilosophie zustimmen, das einzige, was man
- 4:53aus der Geschichte lernen kann, ist, dass Staaten und Nationen
- 4:57nichts daraus lernen. Das gilt vielleicht im Hegel
- 5:01Gedankenkreis. Seine Lebenserfahrung, seine
- 5:04Denkerfahrung das gilt aber nicht für China, muss man ganz
- 5:07klar sagen. Warum gilt es nicht für.
- 5:08China, weil China eine Welt denkt, in der Kriege nicht mal
- 5:13mehr nötig sind. Wir sagen, der Krieg ist die
- 5:15Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
- 5:18Diesen Satz würde kein konfuzianisch geschulter Chinese
- 5:21unterschreiben und zudem würde ich auch die heutige Regierung
- 5:23zählen. Und wenn wir über China heute
- 5:26sprechen, dann sprechen wir auch über ein Westeuropäisches, ein
- 5:31deutsches Vorurteil von China. Nun schreibt Kant, auf den sie
- 5:36ja immer wieder zurückkommen, das für Wahrheiten hat 3 Stufen,
- 5:39meinen Glauben und wissen, auf welcher sind wir stehen
- 5:43geblieben. Gegenüber China.
- 5:45Sind wir im meinen stehen geblieben gegenüber unserer
- 5:48eigenen Kompetenz im Glauben? Wir glauben, dass wir etwas über
- 5:52China wissen, wobei wir das nur zu glauben meinen, weil wir noch
- 5:58nicht einmal verstehen, wie unser Glaube als eine Religion,
- 6:01sozusagen China, uns verdreht, verzerrt und vor allen Dingen
- 6:05distanziert vorstreckt. Zur Religion gehört immer ein
- 6:09Abstand, auf den man sich dann blind zurücklehnt, religere.
- 6:15Das ist etwas, was wir in Bezug auf reale Dinge der Welt nicht
- 6:19tun können, weil wir müssen die Dinge uns mit unseren Augen
- 6:23direkt anschauen. Das heißt, es kommt auf die
- 6:26Realitätsprobe an. Genau.
- 6:27Und was ist die Realität? Wie erkennen wir die Realität?
- 6:31Wir erkennen die Realität, indem wir Erfahrung sammeln, diese
- 6:35Erfahrung reflektieren, sie einordnen in das, was wir schon
- 6:39wissen und in Hinblick auf bestimmte Interessen sortieren
- 6:44und. Und das ist ein Programm, das
- 6:45ist, wenn man so will, zweieinhalbtausend Jahre alt im
- 6:48Konfuzianismus, und es ist Balkant genauso klar, wenn auch
- 6:55theoretisch vielleicht anspruchsvoller formuliert
- 6:57worden, aber wir kommen nicht drumherum, die Realität ist das
- 7:00für, für die wir gemacht sind als Menschen, und wir haben die
- 7:04Möglichkeit, durch unsere Vernunft dieser Realität auf die
- 7:07Spur zu kommen. Wo man aber sagt, auf die Spur
- 7:09kommen, dann heißt es immer, dass es ein Weg ist.
- 7:12Eine Spur führt auf einen Weg und wir kommen nie am Ende an.
- 7:15Das heißt, wer glaubt, er hat wirklich die Wahrheit, der ist
- 7:18wieder in der Religion und dann zwar im Privaten, in dem in der
- 7:22Gewissheit, in dem für Wahrheiten drin, so kommen wir
- 7:25aber nicht wirklich in der nationalen säkularen
- 7:27Gesellschaft weiter, da müssen wir immer lernen, und das ist
- 7:32das, was uns die Chinesen heute, glaube ich voraushaben, die
- 7:35lernen, wenn auch natürlich nicht.
- 7:37Aus primärhumanistischen Motiven.
- 7:40Wer tut das schon, sondern die möchten halt Erfolg haben und
- 7:45langfristig Stabilität. Und sie sind ja in China nicht
- 7:48nur lernender, sondern auch Lehrender.
- 7:51Was ergibt denn die Realitätsprobe in Hunan?
- 7:55Ja, ich verbinde das lernen und das Lehren miteinander.
- 8:00Das heißt, ich möchte meine Studenten an dem teilhaben.
- 8:03Wie man lernt, und das tue ich am besten, indem ich ein
- 8:06Beispiel setze. Ich sage denen gerne immer, ihr
- 8:08seid meine Lehrer, das glauben die immer nicht, aber ich, ich,
- 8:12ich denke, es ist gerade für einen Ausländer, der in China
- 8:16lebt und arbeitet, ist es einfach unvermeidlich, dass man
- 8:20immer wieder nicht nur lernt, sondern also hoffentlich auch
- 8:24falsche Gedanken und und auch falsche Haltungen verlernt.
- 8:30Das gehört ja zusammen, wenn wir immer nur lernen, was wir im
- 8:32Grunde schon wissen in denselben Mustern, dann bestätigen wir
- 8:35alte Vorurteile. Wenn wir aber den Kontext
- 8:38wechseln und uns versuchen, auf eine ganz andere Denkweise und
- 8:42Lebensweise einzulassen, die aber nicht so ganz anders ist,
- 8:46dass sie keine Menschliche wäre, sondern eine, mit der wir uns
- 8:48direkt auch ja verstehen können, ich kann da einkaufen gehen, ich
- 8:53kann da Taxi fahren gehen, ich kann auf den Bergsteigen und da
- 8:57Leute treffen, mit denen ich mich unterhalte, das ist.
- 9:00Ganz normales, einfaches Alltagsleben aber das, wie man
- 9:03spricht, wie die Zeichen auf dem Weg aussehen und dergleichen,
- 9:07das alles sind Dinge, die man dann, die dann mit
- 9:10Überraschungen versorgen. Ganz oft hätte ich nicht
- 9:12gedacht. Sie haben vorhin gesagt, China
- 9:15ist so eine Art Paralleluniversum.
- 9:17Haben Sie da Beispiele? Ja, das das ja so viele ja.
- 9:26Bringen Sie das Schönste. Ach, na ja, wenn wir mal mit der
- 9:32Sprache anfangen, ja, was was heißt ja und was heißt nein,
- 9:37wenn ich, wenn ich mit einem Chinesen eine ein Gespräch führe
- 9:41und ich frage ihn nach einer Sache mit, auf die er damit ja
- 9:45antwortet, dann erwarte ich, dass es jetzt erledigt ist.
- 9:48Ja, wenn ich aber dann den Perspektivwechsel mache und
- 9:53reflektiere, wie der denn tatsächlich mit diesem ja
- 9:56umgeht, selber, dann lerne ich von dem.
- 9:59Dieses Jahr ist die Annahme einer Idee die Annahme einer
- 10:03Vorstellung. Die besprechen wir weiter, dann
- 10:06heißt das nicht ja aber, sondern ja, und deshalb gibt es jetzt
- 10:09die und die und die und die andere Option, das ist also eine
- 10:13schon sprachlich andere Programmierung des Denkens, weil
- 10:17man eigentlich nie fertig wird, egal was man macht, das ist,
- 10:21auch wenn sie in von der Sprache mal in den Bereich der Arbeit
- 10:25gehen. Arbeit heißt im Grunde leben.
- 10:30Also wenn ich, wenn ich nicht nicht arbeiten kann, dann habe
- 10:33ich auch eigentlich kein Leben in China.
- 10:35Diese Idee von Work Life Balance, die Welt, die sich hier
- 10:37um sich greift, die ist ja auch im Grunde der deutschen Kultur
- 10:40völlig fremd. Eigentlich, die ist der
- 10:42chinesischen noch nicht mal vermittelbar, also Arbeit ist
- 10:45würde des Lebens, das ist Ausdruck des Lebens, das heißt,
- 10:50das Chinesische ist nicht schwarz, weiß anders als das
- 10:53Deutsche, es ist nur in einer etwas anderen Phase, würde ich
- 10:57mal sagen. Und das wirkt sich im konkreten
- 11:03Begriffsfall aus. Wie?
- 11:07Also ich mach hier ein anderes Beispiel, wenn sie den den
- 11:09Begriff Mitte sich vorstellen. China ist das Reich der Mitte,
- 11:12ne sagt jeder mein Lieblingsbeispiel ist das
- 11:14Schriftzeichen für Mitte, da haben sie dieses Kästchen oder
- 11:18einen Strich in der Mitte durch, dann denken wir ja klar ist ja
- 11:21die Mitte. Wenn sie aber sich vorstellen,
- 11:23dass dieses chinesische Schriftzeichen was ganz anderes
- 11:26eigentlich meint, nämlich eine Fahne, ist eine Standarte, das
- 11:30ist der Stock, ist da, aber dieser Kasten war ursprünglich
- 11:33nicht symmetrisch, der ist, der flattert herum, ja, dann
- 11:38verstehen sie, was eine Mitte ist.
- 11:40Eine Mitte ist kein Ort, kein Zentrum, sondern.
- 11:44Da werden die Gleichgesinnten in diesem Fall meistens dann vor 2
- 11:483000 Jahren. Die Truppen werden an einen Ort
- 11:50zusammengezogen, zusammengerufen, kommt zur
- 11:53Fahne, ja, das kennen wir auch, kommt zur Fahne, das ist die
- 11:56Mitte, man ermittelt, man ermittelt einen gemeinsamen Ort,
- 12:01der einen dann in einer bestimmten Weise definiert und
- 12:05an diesem Ort kommt man zusammen.
- 12:07Und da wird dann ausgemittelt da wird dann vermittelt, dann wird
- 12:10ermittelt. Das können wir sogar im
- 12:12Deutschen sagen, aber wir denken Mitte nicht so, wir denken Mitte
- 12:15nicht als Qualität, wir denken Mitte normalerweise auch nicht
- 12:18als Verb, wir denken Mitte als ein Nomen und im chinesischen
- 12:23Jungua Reich der Mitte sind eigentlich die mittleren Reiche,
- 12:27ja, das sind die Reiche, die in einem bestimmten Ort immer um
- 12:30den Mittelpunkt. Punkt.
- 12:32Um die Herrschaft um die kulturelle Hoheit gekämpft
- 12:35haben. Genau, Sie genau.
- 12:37Sie haben ja eine Mitte geschaffen durch Deutsch,
- 12:41chinesische europäisch, chinesische Begegnungsforen, die
- 12:46sich gedreht haben, die Fachthemen hatten beispielsweise
- 12:50Medizinethik oder Bioethik, wie lief das?
- 12:55Ja, das ist auch das Ermitteln eines gemeinsamen Weges, nicht
- 12:59eines gemeinsamen Standpunktes. Das ist sozusagen der
- 13:02Ausgangspunkt, auf dem man dann den gemeinsamen Weg ermittelt.
- 13:04Wir hatten 1996 weltweit die große Frage, was dürfen wir in
- 13:11der Medizin mit der Humangenetik machen, Eugenik, was das Thema,
- 13:17also wie dürfen wir den Menschen biologisch durch medizinische
- 13:21und technische Verfahren verändern.
- 13:24Ja, dürfen wir das nur tun, indem wir ihm helfen, also
- 13:28Krankheiten kurieren? Oder dürfen wir auch ins Genom
- 13:30eingreifen, sodass wir quasi bauen?
- 13:33Das haben wir heute mit Crystal Cast.
- 13:35Das ist so ein Lego Bausystem, in dem man dann die DNA
- 13:38entsprechend verändert, das war damals noch nicht so klar
- 13:41absehbar, dass das auf Menschen anwendbar sein würde zu der
- 13:44Zeit, das war 1996, wie gesagt, war in China gerade waren
- 13:50vielleicht 100. Wissenschaftler damit
- 13:53beschäftigt, mit dieser Frage medizinisch und technisch.
- 13:56Und ich hatte das große Glück, dass ich einen Großteil dieser
- 13:59Chinesen persönlich kennenlernen konnte und die dann
- 14:05zusammengebracht habe. Da haben sie wieder die Mittel,
- 14:07wir haben, wir haben nach einer interessanten Tour Geschichte,
- 14:10die ich ihnen jetzt erspare hatten, hatten wir einen Raum,
- 14:14in dem wir zusammengesessen haben, und zwar Chinesen,
- 14:17deutsche, Amerikaner aus ganz unterschiedlichen Disziplinen.
- 14:21Die alle sich mit der Frage beschäftigen, was ist die
- 14:23Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der
- 14:26Gesellschaft und die Fapierendste Position war die
- 14:31eines physikalischen DNA Modellierers aus Peking, der
- 14:38also nie Patienten gesehen hat, der noch nicht mal mit
- 14:40Patientenproben gearbeitet hat, der nur mit mathematisch
- 14:43physikalischen Modellen gearbeitet hat, der hat gesagt,
- 14:45Wir verdanken als Wissenschaftler alles der
- 14:47Gesellschaft, wir müssen. Mit bestem Wissen und Gewissen
- 14:51der Gesellschaft dienen, das war ein Pekinger Wissenschaftler,
- 14:55den ich in Hongkong getroffen hab damals, und wir haben diese,
- 14:58diese verschiedenen Leute, von der Theorie bis hin in die
- 15:01Medizin, später auch mit Gesetzgebern, vielen anderen in
- 15:06einem Raum zusammengebracht und offen darüber diskutiert, was
- 15:09ist die Verantwortung, wo zeigt sich diese Frage überhaupt.
- 15:12In der Praxis zeigte sich erst dann, wenn man, wenn man, wenn
- 15:17man frühkindliche. Ja, also Kindstötung macht ja,
- 15:22das ist es eigentlich viel zu spät.
- 15:24Es gab sehr, sehr, sehr verbreitet die die Situation in
- 15:28der, dass dass neugeborene Mädchen umgebracht wurden durch
- 15:33die Ärzte dann nach der Geburt, weil weil die wollten Jungs,
- 15:36also durch die Ärzte, sondern die Eltern und die Gesellschaft,
- 15:39das war ein Skandal, den haben die Chinesen selbst auf den
- 15:42Tisch gelegt über das wie, wie, wie gehen wir damit um, wir
- 15:44brauchen Gesetze, wir brauchen verziehbare Gesetze, wir
- 15:47brauchen. An Ethos, dass diese Gesetze
- 15:49überflüssig macht, weil die Menschen selber verstehen, dass
- 15:52das falsch ist. Und das war eine Position, und
- 15:55da gab es natürlich die Frage nach dem Regelungsbedarf, und da
- 15:58gab es die Frage, wie sind Deutsche und Chinesen und
- 16:01Europäer und Chinesen eigentlich moralisch ethisch miteinander
- 16:05kompatibel, und diese Frage hat sich dann auch im Laufe von über
- 16:1015 Jahren Forschungsarbeit durch ganz viele dieser Konferenzen,
- 16:14die auch publiziert worden sind. Im Grunde so beantwortet, dass
- 16:17wir gesagt haben, wir haben, egal in welcher Kultur, ich sag
- 16:20mal vereinfacht, deutsche chinesische Kultur die gleiche
- 16:24gaußsche Verteilung. Wir haben die eine Meinung,
- 16:27sagen wir mal zum Thema, Man beginnt menschliches Leben, ja
- 16:32das Thema darf man abtreiben oder nicht, darf man Embryonen
- 16:35erforschen oder nicht, da haben wir Leute in beiden
- 16:38Gesellschaften, die Sagen, der Embryo ist Zellklumpen und
- 16:42andere sagen, das ist mein Baby. Und die haben wir beide beide
- 16:46Positionen in beiden Kulturen. Ja, wir haben eine Streuung,
- 16:49auch dazwischen, Abwägung, nuancierung und so weiter das
- 16:52heißt, wir können uns im Grunde auf der moralischen Ebene sehr,
- 16:54sehr gut verstehen, dann operieren wir natürlich in sehr
- 16:57unterschiedlichen sozioökonomischen und
- 16:59politischen Rahmenbedingungen. Und das bedeutet, wie wirkt sich
- 17:03das aus, diese unterschiedlichen Bedingungen auf Wissenschaftler
- 17:06wie sie? Na ja, für mich ist das relativ
- 17:09einfach. Ich kann eben den Raum bieten,
- 17:11in dem diese Begegnung stattfinden, damit man sich mal
- 17:14klar wird, überhaupt welche Optionen denn da sind und dann
- 17:17kann man voneinander lernen, das ist also das, was ich mache, ich
- 17:20baue Brücken und ich würde sogar sagen, wichtiger noch ist, ich
- 17:23lege einen Garten an, in dem diese Prozesse wachsen können,
- 17:26damit die Menschen sich austauschen als Wissenschaftler,
- 17:30aber eben auch als Ärzte und andere Praktiker.
- 17:33Sodass wir immer in der Wissenschaft verstehen, worüber
- 17:36wir eigentlich reden. Wie gesagt, das Thema
- 17:38Medizinethik und Abtreibung, solche Fragen sind ja nicht
- 17:41abstrakte Rechtsethische Fragen, das sind ja fragen, die Menschen
- 17:44betreffen. Bei diesen Begegnungen, wo gab
- 17:47es da Schnittmengen, wo gab es Differenzen?
- 17:52Also die, die Schnittmengen waren eigentlich unglaublich
- 17:54groß. Wir hatten.
- 17:56Auf gerade auf Seiten der der Mediziner, also der Praktiker,
- 17:59hatten wir eigentlich immer so eine Art, wo man sagen könnte,
- 18:02beißhemmung ja, also wie wir, wir müssen im Zweifelsfall die
- 18:05die die, die das Leben schützen, das ist für alle ganz klar
- 18:08gewesen, zu der Zeit Probleme oder ja, Differenzen gab es eher
- 18:13auf der Ebene der des Governance, also dieser Frage,
- 18:17wie geht man mit den Unterschiedenen
- 18:18unterschiedlichen Regelungssystemen um und wie
- 18:21integrieren wir unterschiedliche Interessenlagen.
- 18:24Wir haben nämlich in diesem ganzen System nicht nur das
- 18:26medizinethische Interesse am Recht des Kindes, am Lebensrecht
- 18:30des Kindes oder auch an den entsprechenden Rechten der
- 18:32Eltern, sondern wir haben ja auch zum Beispiel
- 18:34volkswirtschaftliche Erwägung. Damals hat also Anfang der
- 18:38Zweitausender hat Kanzler Schröder ganz klar gesagt,
- 18:41Stammzellforschung ist ein Wirtschafts Motiv, ja, das hat,
- 18:45das hat auch diese Komponente, damals hat er deswegen den
- 18:48Ethikrat gegründet. Um diese diese Dilemmata, die
- 18:51immer einhergehen, zu regeln. Die Chinesen haben zu der Zeit
- 18:55auch geglaubt, das sei ein ein Wirtschaftsmotor und haben
- 18:58deswegen sich nicht nach dem deutschen Modell orientiert, das
- 19:01ein bisschen komplizierter ist mit viel Abwägung und im Grunde
- 19:04immer den Lebensschutz. Des des des Ungeborenen im
- 19:07Mittelpunkt stellen. Die haben sich nach dem UK
- 19:09recht, also nach englischem Recht gerichtet, wo man gesagt
- 19:12hat, wir setzen an eine Grenze bevor bevor das dass der der
- 19:16Embryo 2 Monate alt erinnern bevor er 14 Tage alt ist, können
- 19:21wir mit dem eigentlich machen was wir wollen, wenn wir das
- 19:23protokollarisch vernünftig machen und da haben die Chinesen
- 19:26dann pragmatisch gesagt, na gut, wenn es keine objektive Grenze
- 19:29gibt, dann folgen wir mal dem Modell was am besten
- 19:31funktioniert und das machen die immer.
- 19:33Die gucken sich an, was funktioniert am besten.
- 19:36Wir in Deutschland gucken uns an, was ist gut.
- 19:40Ist der Ethiker korrumpierbar? Der Ethikrat hat ja in der
- 19:45Corona Diskussion eine problematische Rolle gespielt.
- 19:50Also jeder Mensch ist korrumpierbar.
- 19:53Frage ist, in welchem gerade und auch wie, wie stark man das
- 19:58selber weiß und merkt. Dass man korrumpiert ist.
- 20:02Wir reden oft von strukturellen Faktoren, die das begünstigen.
- 20:05Das sind die Arbeitsbedingungen der Wissenschaft zum Beispiel,
- 20:08aber was sie jetzt ansprechen, die wirklich bewusste
- 20:14Installierung von Entscheidern, die eigentlich nicht
- 20:19qualifiziert sind, ihre Entscheidung zu treffen, das hat
- 20:22ja noch ganz andere Größenordnung als nur die.
- 20:25Korrumpierbarkeit einer einzelnen Person, das ist ja die
- 20:27Frage. Wie korrupt ist das System, was
- 20:30das überhaupt ermöglicht. Gibt es also ein Win Win
- 20:32Szenario zwischen den korrumpierbaren Einzelpersonen
- 20:36und dem korrumpierenden System? Das ist dann eigentlich die
- 20:40Frage die ich in dem Kontext eher sehen würde, aber um das
- 20:43auf die Einzelperson zu bringen, die Versuchung ist natürlich
- 20:48riesengroß durch. Geld durch Titel, durch
- 20:52wissenschaftlichen Glanz irgendwie voranzukommen, gerade
- 20:55bei Leuten, die die menschlich nicht die Größe haben, die sie
- 21:00führt, zu richtigen guten Wissenschaftlern im Grunde
- 21:03qualifizieren würde, die sind bedürftig, und die sind deswegen
- 21:07korrumpierbar. Wie diese externen Faktoren,
- 21:11gesellschaftliche Faktoren, Interessen, ökonomische Faktoren
- 21:14hineinwirken in medizinisch ethische Fragestellungen, das
- 21:18haben sie gerade dargelegt. Und das wurde ja auch am
- 21:22Beispiel ihrer Forschungen offensichtlich.
- 21:24Sie haben diese verbindenden Projekte, Seminare, Tagungen
- 21:29gemacht, und irgendwann war kein Geld mehr da und kein Interesse.
- 21:33Wie kam es? Das ist auch eine etwas längere
- 21:35Geschichte. Geld ist immer genug da, Geld
- 21:39ist eine Definitionsfrage, ja, wer gibt den Etat für was?
- 21:43Das war am Anfang gab es also ich, wenn ich anfangs sage, dann
- 21:48rede ich von den 1900 Neunzigern, da gab es schon
- 21:52Töpfe, die auf der Ebene der Grundlagenforschung und der
- 21:55Anbahnung zwischen China und Deutschland und auch zwischen
- 21:57Europa und China Interesse hatten und dieses Interesse.
- 22:05Wurde wurde entsprechend durch Ausschreibungen und durch durch
- 22:08Forschungsförderungslinien und dergleichen dann abgebildet, auf
- 22:12die man sich dann bewerben konnte.
- 22:13Das sind die sogenannten Calls. Ja, und da bewirbt man sich dann
- 22:17quasi drauf, dann sagt man ja, ich habe ein Thema, das passt zu
- 22:20dem Call und dann reicht man da was ein.
- 22:24So und dann gibt es dann Gutachter, die anonym sind, man
- 22:27kann also nicht genau wissen, wer einen da aus welchen Gründen
- 22:30wie beurteilt, es gibt die. Die die Leute, die die Gutachter
- 22:35ein Einsetzen. Und dann gibt es eben
- 22:38entsprechend nach der Vorauswahl dann eine endgültige
- 22:42Entscheidung durch Gremien. Das ist natürlich ein System,
- 22:48das in den letzten 30 Jahren sich immer stärker verengt hat,
- 22:53das war am Anfang noch relativ weit, da gab es eine große
- 22:57Vielfalt und auch so eine gewisse, Man kann fast schon
- 23:00sagen Anarchie. Anarchie, würde ich sagen, ist
- 23:04die Besetzung von Wissenschaftsfreiheit.
- 23:06Ja, der Wissenschaftler ist frei, weil er das machen kann,
- 23:10was im Rahmen seiner Qualifikation für ihn gute
- 23:14Forschung ist. Und da lässt er sich auch nicht
- 23:15reinreden, das ist die alte Idee des Ordinarius.
- 23:19Ja, man ist erst promoviert worden, dann wird man
- 23:21habilitiert, und das heißt, man kann im Grunde machen, was man
- 23:24will, nur die eigene Peer Group guckt da mal drauf.
- 23:27Und in ihrem Fachgebiet haben Sie mir im Vorgespräch gesagt.
- 23:31Hat sich plötzlich niemand mehr für etwas Positives über China
- 23:35interessiert? Ja, es geht ja gar nicht nur
- 23:37Positives über China, es geht ja um Realistisches über China, das
- 23:40ist ja das Zappierende da dran, wenn es um Positives ginge, wäre
- 23:42es ja nicht mehr Wissenschaft, da wäre das Ergebnis davon
- 23:45weggenommen, es geht ja um offene Fragestellungen, wie
- 23:48tickt China wirklich und ich hab das an an Anfragen aus den
- 23:52Bereichen der Gesundheit, Gesundheitsethik, Technikethik,
- 23:56Governance. Gerade da, wo Entscheidungen
- 24:00auch in China getroffen werden, wo also man Transparenz
- 24:03herstellen könnte im System, wo man gezwungen ist, durch die
- 24:06Forschungsmethodik alles zu analysieren, was die Chinesen
- 24:09selbst sagen und schreiben, dazu im Bereich Gesetzgebung und so
- 24:13weiter das ist also eigentlich ein Brunnen für Wissen, für
- 24:16Informationen, für Daten und nachdem ich über 3 Jahre lang
- 24:21eine Förderung hatte, das war dann die Letzte, die ich in
- 24:23Anspruch genommen hab über das GMBF, also das deutsche
- 24:26Forschungsministerium. Das konnte ich dann in Berlin an
- 24:30der charité machen. Zum zum Thema Public Health and
- 24:36Bioethics. Was ist das?
- 24:38Also öffentliche Gesundheit. Man darf nicht mehr
- 24:41Volksgesundheit sagen, obwohl das eigentlich der passende
- 24:43Begriff wäre und wegen Bioethik. Ja, da hatten wir eine deutsch
- 24:50chinesische Deutsch chinesische Kooperation, die.
- 24:53Sehr, sehr aktiv genutzt wurde die sehr erfolgreich war und die
- 24:57dann aber nachdem wir die Berichte abgeliefert haben, dann
- 25:01durch den dann neuen Betreuer seitens des DLR, das ist der
- 25:07Dienstleister für das BMBF. Was ist das?
- 25:09Die. Deutsche Luft und
- 25:10Raumfahrtgesellschaft die die, die sind Träger für BMBF
- 25:14Projekte. Das ist, das ist eben die
- 25:16Administrierende Einheit, die für fürs BMBF die
- 25:20wissenschaftlichen Projekte. Administriert und dann lief die
- 25:24Forschungsförderung aus. Was war der Hintergrund?
- 25:26Ne, das normalerweise kann man kann man das weiter beantragen
- 25:32und meine mein dieses konkrete Forschungsprojekt war Teil einer
- 25:36Reihe, ich glaube 12 Projekte die alle was mit Ostasien und
- 25:40und Pazifik zu tun hatten und meins war das einzige im Bereich
- 25:45Geisteswissenschaften, die anderen waren alle sehr
- 25:47technisch. Da waren die die Gründer dieses
- 25:50dieser Reihe, dieser Forschungsreihe auch sehr stolz
- 25:52drauf. Und die, die das dann übernommen
- 25:55haben, hatten da offenbar gar keinen Sinn mehr für die wollten
- 25:57das gar nicht mehr wissen, die, warum nicht, das sagen wir
- 26:01natürlich nicht. Was vermuten Sie denn?
- 26:03Na ja, das ist eben das ein Spiegelbild oder ein Abbild der
- 26:11des Rückzugs, der Aufklärung aus der gesamten Gesellschaft, aus
- 26:15dem aus jedem System der Gesellschaft ist das Interesse.
- 26:18An der Wirklichkeit und auch die Bereitschaft.
- 26:21Ich muss auch schon vielleicht. Noch stärker würde mal sagen,
- 26:24das ist ein Ergebnis der neuen Chinastrategie der
- 26:26Bundesregierung. Die, die gab es damals noch
- 26:28nicht, die, die kam ja erst später, die hat das im Grunde
- 26:30dann ex Post dann noch mal auf den Nenner gebracht, aber ich
- 26:33red jetzt von der Zeit in den 2000 Zehner Jahren, da gab es
- 26:37eben diese Chinastrategie noch nicht, sobald wir angefangen
- 26:41haben Bundesseits eine Chinastrategie zu zu
- 26:46kodifizieren. Wurde das im Grunde ein Witz,
- 26:51weil man kann eine China Strategie seitens des Bundes
- 26:54nicht auf diese Weise kodifizieren wie sie das gemacht
- 26:56haben. Man kann nicht China definieren,
- 26:58man kann nicht etwas definieren, was man nicht kennt.
- 27:00Man muss sagen, wir möchten China kennenlernen, das kann man
- 27:03kodifizieren, da kann man sagen, ja, wir machen ein offenes
- 27:05Forschungsprogramm. Alle, die nach China gehen
- 27:08können und wollen und sich da ein Vorschnitt betätigen nach
- 27:11den gängigen Kriterien, die werden unterstützt, das wäre
- 27:14eine China Strategie. Aber genau dieser Laufstall
- 27:17wurde vorgegeben vom damals zuständigen Minister Heiko Maas,
- 27:22und er hat dieses. Dieses neue strategische Papier
- 27:26ja nicht in seinem Ministerium, sondern in der Körperstiftung
- 27:29vorgestellt. Warum?
- 27:31Ja, das ist auch das beliebte Verfahren.
- 27:34Wenn einem die etablierten Strukturen nicht mehr, sag ich
- 27:38mal, nicht progressiv genug vorkommen, dann sucht man sich
- 27:41Parallelstrukturen, die auch eine normative Kraft des
- 27:43Faktischen eben nach sich ziehen, und da gibt es natürlich
- 27:47eine gewisse. In Formalität, die es erlaubt,
- 27:51dann eben nicht nur im Interesse der deutschen Bevölkerung zu
- 27:54arbeiten, sondern eben im Interesse von anderen
- 27:56Interessengruppen. Das haben wir ja nicht nur mit
- 27:58der Coerper Stiftung, das haben wir auch mit der Bill Gates
- 28:00Stiftung, mit vielen großen, International Fans verknüpften
- 28:03Stiftungen oder Akteuren, die, sag ich mal, das Mandat der
- 28:09deutschen Forschungsförderung aufweichen und zerfasern, sodass
- 28:12dann am Ende nicht mehr klar ist, wer ist denn eigentlich der
- 28:15Auftraggeber, wer hat denn das Interesse tatsächlich.
- 28:18Und dann kann man auch nicht mehr sagen, die Deutschen haben
- 28:20eine bestimmte Interessenlage von man sich gar nicht definiert
- 28:23hat, und aus der ergibt sich eben eine bestimmte Forschungs
- 28:27Ausrichtung und Förderung. Mein Eindruck ist, dass seit der
- 28:32Zeit von Obama es eine Art Hebel gegeben hat, der der umgelegt
- 28:38wurde und dazu geführt hat, dieses Umlegen des Hebels hat
- 28:42dazu geführt, dass. Auch in den Köpfen, die hier
- 28:47umgelegt wurden, nichts mehr, was in Ansatzweisen ein nichts
- 28:53mehr, was ansatzweise China als ein Normalfall darstellt.
- 28:58Also Obama hat seinen Pivot to Asia vollzogen, die Hinwendung
- 29:04nach Asien Weg von Europa, China als Hauptkonkurrent, als
- 29:09Hauptgegner und alle machen plötzlich mit.
- 29:12Wieso? Das ist wie wie beim Herrn der
- 29:14Ringe, das Auge, das Sauron ja, wenn auf einmal der Ptewitt
- 29:17durch China kommt, dann gucken, gucken alle da hin, aber die
- 29:21gucken dann mit dem bösen Auge, ja, die gucken dann mit dem Auge
- 29:24das sie ziert mit dem Auge das etwas ganz Konkretes will.
- 29:29Wenn man 2 Augen hat, dann guckt man perspektivisch in die Tiefe.
- 29:32Ja, dann kann man das auch nachjustieren, wenn man nur ein
- 29:34Auge hat, dann kann man nicht mehr perspektivisch gucken.
- 29:37Und ein Auge hat beispielsweise die Programmleiterin Emerging
- 29:42Middle Powers Initiative, Julia Ganter, bei der Körber Stiftung.
- 29:47Sie schaut vor allem auf China als einen Wettbewerber, als
- 29:51einen Konkurrenten. Ja, Wettbewerber und Konkurrent
- 29:54ist ja nicht schlecht, das haben wir innerhalb Deutschlands ja
- 29:56auch, das ist ja eine Voraussetzung der
- 29:59Marktwirtschaft, aber wenn die, wenn man dann Wettbewerber und
- 30:02Konkurrent erstmal nicht fair behandelt, selber nicht
- 30:06gleichrangig behandelt und zweitens in Wirklichkeit als
- 30:10Systemfeind ja oder systemfremd dann auch noch diskriminiert,
- 30:16dann distanziert man sich, das ist das erste, man distanziert
- 30:20sich, man. Geht nicht mehr in die in die in
- 30:23die forschende interessierte dialogische Auseinandersetzung
- 30:27mit dem anderen, sondern man macht daraus eben ein
- 30:30definiertes Ding, was ich eigentlich nicht so genau
- 30:33angucken möchte. Das ist das erste, was dann
- 30:35passiert. Echte Konkurrenz würde ganz
- 30:37anders vorgehen. Die war, sagt sich ich guck mir
- 30:39den Konkurrenten mal ganz genau an, ich möchte doch wissen wie
- 30:43China funktioniert, warum werden die uns gegenüber immer besser,
- 30:47ja warum sind werden die in der Forschung und in der Wirtschaft
- 30:50werden immer stärker, warum haben die uns längst den Rang
- 30:52abgelaufen in Bereichen, in denen wir als Deutsche und
- 30:55Europäer früher führend waren. Das interessiert uns doch
- 30:58bitteschön. Wir sagen doch nicht, wir
- 30:59definieren die als Gegner oder Feind und damit interessieren
- 31:03wir uns nicht, selbst wenn man diesen Quatsch mitmacht und
- 31:05sagt, die sind unsere Gegner, dass man das mitmacht, dann muss
- 31:08man doch erst recht hingucken und fragen, wie können wir dann
- 31:11in einer Art Strategie, Diskurs, wie können wir die denn am
- 31:16besten austricksen, oder? Schwach machen.
- 31:19Aber dass China als Gegner definiert wurde, hat das etwas
- 31:23zu tun mit dem Einfluss transatlantischer
- 31:26Organisationen? Ja, ganz, ganz bestimmt.
- 31:29Also das, das fängt ja schon damit an, dass die deutsche
- 31:32Chinaforschung eigentlich gar gar nicht lebensfähig ist.
- 31:35Also wir sind ja so schwach ausgestattet, das ist das, damit
- 31:40habe ich mich auch seit seit 1997 intensiv beschäftigt mit
- 31:44der. Ausstattung der deutschen
- 31:46Chinawissenschaft das ist das Stichwort Chinakompetenz ja, wo
- 31:49kommt denn die her? Wir hatten dann zu der Zeit eben
- 31:53auch noch die nach, die die Nachwehen der deutschen
- 31:55Wiedervereinigung, wo wir den Ostteil Deutschlands dann dann
- 31:59chinakompetenzmäßig abgewickelt haben.
- 32:02Daraufhin gab es aber im Grunde keinen Aufwuchs in China, in der
- 32:07China Forschungsförderung, also es gab keine neuen Programme mit
- 32:11mit mehr Geld, es gab nicht neue.
- 32:14Institutionen, die sich stärker mit China beschäftigt hätten.
- 32:18Es gab im Grunde nur eine weitere Zerbröselung der der
- 32:21wenigen China Standorte, und es gab vor allen Dingen keine
- 32:24wissenschaftlich theoretische Grundierung dieses ganzen
- 32:27Unterfangens, also wir, man hätte die Synologie damals in
- 32:30eine moderne hermeneutische Wissenschaft, das heißt die
- 32:33Wissenschaft vom Verstehen. Eines kulturell anderen Systems,
- 32:38das ist Herr Meneutik, das können wir, das haben wir nicht
- 32:41erst seit gerade mal. Das ist in unserer unserer
- 32:43kulturellen DNA eigentlich drin, das können wir sehr gut,
- 32:46vielleicht besser als die Amerikaner, dass das vielleicht
- 32:50ist das einer der Gründe, warum wir besonders durch die Briten
- 32:55und die Amerikaner immer als eine potenziell sehr, sehr
- 32:59schädliche, weil sie unterlaufende Konkurrenz
- 33:02wahrgenommen worden sind im gegen, im, im Umgang mit China.
- 33:06Weil, weil wir eben andere Arten des Umgehens kulturell.
- 33:12Also kurz zusammengefasst, wir hätten von den Chinesen lernen
- 33:16können, hätten wir nur genau hingeschaut.
- 33:18Aber wir machen das mit, was Washington wollte und definieren
- 33:22erstmal ein Feindbild. Also erstmal hätten wir von uns
- 33:25selbst lernen können. Ja und wir hätten unsere eigenen
- 33:29Kompetenzen stark machen müssen und können.
- 33:31Das haben wir mit Bologna aufgegeben.
- 33:34Das. Ist Bologna.
- 33:35Bologna waren die war war der europäische Vertrag über die
- 33:39Harmonisierung der Deutschen der Europäischen Bildungssysteme,
- 33:42die dazu geführt haben, dass das eben die Habilitation zum
- 33:46Beispiel abgeschafft wurde und also im Grunde das der deutsche
- 33:49Standard wurde einfach abgeschafft und das Geld jetzt
- 33:53gilt jetzt überall ein ein angesächsischer Standard kann.
- 33:56Man sagen, wir haben eine Infantilisierung der
- 33:58akademischen Kultur. Das ist bis auf einige sehr
- 34:02wichtige. Ausnahmen ist das der Trend
- 34:06zumindest seitdem. Infantilisierung ist da genau
- 34:09der richtige Begriff dafür, wobei ich nichts gegen Kinder
- 34:12sagen möchte, Kinder haben ja im Grunde die gegenläufige
- 34:15Perspektive, die wollen ja noch wachsen, wir haben uns klein
- 34:18gemacht, aber was wir eben, was wir eben jetzt machen müssten,
- 34:23es wäre aus aus der Kompetenz, die wir damals aufgegeben haben,
- 34:28Bologna. Wenn wir die noch hätten, selbst
- 34:31dann hätten wir jetzt Schwierigkeiten, mit China
- 34:33Schritt zu halten. Dann hätten wir aber die
- 34:35Methodik. Wir sehen jetzt ein China, das
- 34:39unglaublich schnell sich sehr systematisch, sehr rational,
- 34:43sehr breit und in sehr vielen verschiedenen Bereichen
- 34:46unglaublich effizient entwickelt hat.
- 34:48Zu Deutsch wir haben uns die eigenen
- 34:50Entwicklungsmöglichkeiten genommen.
- 34:52Na ja, absolut. Das betrifft aber nicht nur
- 34:54jetzt China, das betrifft uns ja generell.
- 34:56Welche Rolle spielen da Menschen wie Ronen Steinke
- 35:00beispielsweise? Auch das ist ein kleiner
- 35:02Mitläufer, der der, der mir damals mein Projekt, von dem ich
- 35:06gesprochen hab, dieses Siginet an der charité, was die BMBF
- 35:10Förderung war, einfach zerstört hat und also als damals
- 35:15zuständiger Administrator das Leben schwer gemacht hat, der
- 35:19hat. Eigentlich ist der überhaupt
- 35:21nicht wichtig, auch wenn er sich selbst sehr wichtig findet.
- 35:23Inzwischen ist er ja bei der Süddeutschen Zeitung angekommen
- 35:25und hat da einen großen Namen, vielleicht aus seiner Sicht, das
- 35:29ist so eine Blase, in der viele dieser mittelmäßigen Leute in
- 35:34ein schönes Blasen, Seifenblasen, buntes Licht
- 35:38gerückt werden. Und diese Leute in der Blase
- 35:42haben, wenn ich das richtig verstehe, aus der China
- 35:44Strategie eine Anti China Strategie gemacht.
- 35:47Ja, die, die haben die Ressortiments, die es ja immer
- 35:49schon gegenüber China gab, haben die eine antichina Strategie
- 35:55gemacht, die aber eigentlich leer läuft, weil sie ja gar
- 35:58nicht antichina ist. Weil es mit China ja nichts zu
- 36:01tun hat. Die Voraussetzung, auf denen
- 36:03diese Strategie beruht, nämlich dass China sozusagen etwas Böses
- 36:07von uns will. Ja, die spionieren spionieren
- 36:09doch nur. Ja, es ist natürlich eine
- 36:11Theorie, die selbst die Amerikaner, die dieses Gerücht
- 36:13in die Welt gesetzt haben, unter Pompeo damals selbst, die haben
- 36:17das ja gesagt, dass es Unsinn ist.
- 36:19Das funktioniert so nicht, aber wir glauben das, wir sind halt
- 36:22der deutsche Michel, wir möchten gerne alles unseren großen,
- 36:25starken Freunden recht machen. Und so gucken wir eben gar nicht
- 36:29mehr hin, wie die Wirklichkeit aussieht.
- 36:31Also mir ist es wirklich sehr wichtig, dass das ist, dass wir
- 36:34gar nicht so sehr aufeinander rumhacken, da ist.
- 36:36Das macht natürlich Spaß, wenn man eben sieht, da ist jemand
- 36:39einfach dumm und faul und feige gewesen, mir ist viel wichtiger
- 36:43zu sagen, lass uns doch unsere Energien darauf konzentrieren,
- 36:47dass wir es mal richtig machen, also das ist auch ein Thema
- 36:51meines Buches, ja, aus das Richtige, aus den richtigen
- 36:53Gründen tun wollen. Wir verbrauchen enorm viel
- 36:57Energie, indem wir nicht kritisieren, sondern schimpfen.
- 37:00Kritisieren ist toll, kritisieren heißt, ich weiß,
- 37:03woher ich komme, woher kommt der andere, was will der also ich
- 37:06kann reflektieren, das heißt Kritik, Kritik heißt nicht, ich
- 37:09finde den schlecht und das haben wir aber auch verlernt.
- 37:12Das wäre eine rationale, eine vernunftgeleitete Strategie und
- 37:16keine moralisierende Strategie. Genau moralisieren.
- 37:19Also ich meine, wir haben ja haben wir auch, kannst Du
- 37:21verdanken, wir haben ja. Die die Falle der Moral lange
- 37:25theoretisch überwunden. Dafür haben wir die Ethik
- 37:27erfunden. Die Moral hat jeder, jeder hat
- 37:30irgendwie recht, das ist Religion, das ist Elternhaus,
- 37:33das ist Gesellschafts gesunder Menschenverstand, da haben, da
- 37:36habe ich recht, aber die wie das Ganze selbst sich im Recht
- 37:40fühlen, zusammenstimmen kann und gesellschaftlich zu etwas
- 37:44segensreichen, produktiven, Friedlichen führen kann.
- 37:47Zu einer ordentlichen Ordnung dafür ist dann die Ethik da.
- 37:49Ja, also wie reflektieren wir, wie begründen wir das Gute in
- 37:52der Moral? Führen die Chinesen die
- 37:55Überlegungen von Kant fort, wenden sie an die Überlegungen
- 37:59der Aufklärung, während wir sie ersetzt haben durch Moralismus.
- 38:04Also erstens, wir haben Sie ersetzt durch Moralismus.
- 38:08Semikolon so zweitens, die Chinesen brauchen gar nicht
- 38:11kann, die haben ihre eigene Aufklärung, die ist viel älter.
- 38:15Die chinesische Aufklärung ist wie gesagt, die geht zurück auf
- 38:17Konfuzius und diese konfuzianische Aufklärung hat ja
- 38:24die europäische Aufklärung auch mit inspiriert.
- 38:27Jetzt kann man sagen, das ist doch toll, da fügt sich ja was
- 38:30zusammen. Das konnte man viel Aktiver
- 38:31betreiben. Es gab auch Versuche vor
- 38:33ungefähr 10 Jahren. Ich hab das ja gar nicht mehr im
- 38:36Kopf, da gab es in Peking eine große Aufklärungs Ausstellung
- 38:39an, mit, mit, mit einem großen öffentlichen Widerhall, deutsch,
- 38:42chinesische Kooperation, das war ein guter Ansatz, wurde damals
- 38:47aber auch schon dogmatisch ein bisschen eingeführt, also die
- 38:50Chinesen brauchen nicht Kant, aber sie nutzen ihn gerne, sie
- 38:53schätzen ihn sehr, die deutsche Philosophie spielt in China eine
- 38:56enorme Rolle, gerade weil wir. Philosophie kulturell die
- 39:02gleichen Inhalte sehr unterschiedlich präsentieren, da
- 39:06ist enorm viel Musik drin, sag ich mal.
- 39:09Die will aber keiner hören. Also Chinesen greifen das auf,
- 39:13was hier in Deutschland mal gesagt und gedacht worden ist.
- 39:17Und wir tun das nicht. In zunehmendem Maße macht das
- 39:20die Stärke von China aus. Ja, also das ist sozusagen die.
- 39:24Ich hab ja vorhin von DNA gesprochen, ist es kommt die
- 39:27chinesische Kultur, DNA ist das lernen, man lernt immer von dem
- 39:30Erfolgsmodell, also was woanders gut funktioniert und was man
- 39:32auch noch verstehen kann und da das, was in Deutschland
- 39:36erfolgreich gewesen ist, sehr oft aus auch sehr, sehr klar
- 39:40beschreibbar war und sich selbst reflektiert hat, das ist ja die
- 39:43große Leistung des 19. Jahrhunderts und das eines Teils
- 39:46des 20. Jahrhunderts.
- 39:48Dass wir die Voraussetzungen unseres kulturellen Erfolges,
- 39:51der sich dann dann fortgesetzt hat, in wirtschaftlichen Erfolg
- 39:54und so weiter, dass man, dass man die reflektiert hat, auf den
- 40:00Namen gebracht hat und auf Theorien gebracht hat und das,
- 40:03das hatten die Chinesen in dieser Form nicht, die, die
- 40:05haben Lehren gehabt, aber nicht so sehr Theorien, wie wir sie
- 40:08verstehen, und das hat sich dann eben so entwickelt, dass die
- 40:12Chinesen nicht nur für die deutsche Philosophie sehr
- 40:14schätzen, sondern auch das deutsche Recht, dass das
- 40:16chinesische. Bürgerliche Gesetzbuch ist aus
- 40:20dem Deutschen zum großen Teil beeinflusst worden, und das
- 40:24machen die ja nicht, weil wir, weil wir, weil sie uns als für
- 40:26Kulturfremd halten, sondern weil sie uns für eine wichtige
- 40:29Ergänzung benutzen können, dass die Klauen das nicht, sondern
- 40:33die, die nehmen es auf und verdauen es gewissermaßen
- 40:37kulturell, und dann wird es ein Teil von ihnen selbst, und das
- 40:40ist etwas, was, was die Chinesen immer schon gemacht haben.
- 40:43Ob das nun harte Technologie ist oder weiche Technologie oder
- 40:47Soft Skills oder wenn man das nennen möchte, das das kann
- 40:52Deutschland im Grunde auch. Als wir noch klein in
- 40:54europäischen Rahmen gedacht und gewirkt haben, konnten wir das
- 40:58auch, da ist Deutschland aus dem Grunde stark geworden, weil wir
- 41:00es geschafft haben, die Wertschöpfungsquellen und Wege
- 41:05in Europa in der Mitte, wo wir ja sitzen.
- 41:08Ja, sichtbar und fruchtbar zu machen, das ist ja, also wir,
- 41:11wir sind da gar nicht so weit weg von der Methodik der
- 41:14Chinesen. Die Chinesen haben auch den
- 41:16Zusammenbruch der Sowjetunion oder Gorbatschow und dann die
- 41:20schwierigen Jahre unter Jelzin, die Phase der Wirtschaftskrise
- 41:24in Russland in der Russischen Föderation genau beobachtet.
- 41:28Welche Schlussfolgerungen wurden in Peking daraus gezogen, im.
- 41:31Grunde hat man noch mal gemerkt, dass dass Russland vor der
- 41:36Sowjetunion. Europäisch ist in in der ganzen
- 41:41Denkstruktur und in der ganzen politischen Struktur und hat
- 41:45gemerkt, so, so, so wollen wir nicht sein, so sind wir nicht,
- 41:48so können wir nicht sein, wir müssen unseren eigenen Weg
- 41:50gehen, das heißt, im Grunde haben diese Erfahrung China dazu
- 41:52gebracht, noch genauer zu studieren, was wie weltweit
- 41:56funktioniert, und man hat eben sich dann sehr, sehr deutlich
- 41:59für eine Form des des Kapitalismus entschieden, manche
- 42:04nennen das Staatskapitalismus, das ist aber auch ein bisschen
- 42:06falsch. Weil es sehr, sehr viele
- 42:08wirklich völlig freie private Akteure gibt in der Wirtschaft,
- 42:12die dann nicht eingehegt werden. Aber also Kapitalismus wie?
- 42:17Würden sie es denn jetzt Kapitalismus oder Kommunismus
- 42:22mit marktwirtschaftlichen Anteilen oder eine Mischform?
- 42:25Also der deutsche Begriff Kommunismus hat in China
- 42:29überhaupt nichts zu tun, hat überhaupt keinen Platz, weil wir
- 42:32verbinden damit unmittelbar die Erfahrung und Begriffe.
- 42:36Die wir in Europa damals erlebt haben.
- 42:39Das sind halt, das ist halt unsere unsere Art, das zu denken
- 42:44und zu verstehen, deswegen bin ich der Meinung, wir sollten
- 42:47auch in Bezug auf China nicht, weil das Wort Kommunismus
- 42:50benutzen, da sitzen wir allerdings in einem Dilemma,
- 42:52dass die Chinesen selbst auf deutsch und auf Englisch
- 42:54Kommunismus, Kommunismus sagen, aber wir sind ja auch sonst der
- 42:59Meinung, wir können uns ja durchaus selbst überlegen, wie
- 43:02man das Kind denn nennen möchte, was man da vor sich hat.
- 43:05Nein, China ist kein Kommunismus, China ist eine eine
- 43:14vielleicht, da kann man sagen, eine soziale Marktwirtschaft mit
- 43:19konfuzianischem Überbau, damit meine ich folgendes
- 43:24konfuzianischer Überbau sagt, Profit ist gut, solange er im
- 43:29Rahmen der Gerechtigkeits. Matrix bleibt also Gerechtigkeit
- 43:34I gerecht, das gute rechte, ordentliche, allgemein
- 43:38nützliche. Das definiert den Rahmen, den
- 43:42Profit erwirtschaftet werden kann.
- 43:43Das ist aber weder Konfuzius, ja das ist wieder
- 43:45zweieinhalbtausend Jahre alt. Da aber dieser
- 43:48Gerechtigkeitsrahmen wird ja von der Kommunistischen Partei
- 43:51Chinas gesetzt und deswegen heißt es hier, das ist eine
- 43:54Diktatur. Der wird ja nicht gesetzt, der
- 43:56wird interpretiert. Natürlich wird er dann faktisch
- 43:58umgesetzt, da sehen wir wieder im Neunzehnjahresplan und dann
- 44:03merkt man immer klarer, dass der, der der Grad an Offenheit,
- 44:09Unbestimmtheit, Freiheit, der da von der politischen Führung
- 44:13ermöglicht wird, sehr, sehr groß ist.
- 44:17Also da hat es hat mit einer, mit einer Plan und
- 44:20Kommandowirtschaft, wie wir sie in Europa in den 50er 60er
- 44:24Jahren erlebt haben, überhaupt gar nichts zu tun.
- 44:26Dafür sind die Leute auch viel zu intelligent, weil noch mal
- 44:29auf ihre vorherige Bemerkung zurückkommt, die haben von uns
- 44:33eben gelernt, Sowjetunion bis in Europa, erst Europa rüber.
- 44:39Dass manche Dinge einfach nicht funktionieren, zum Beispiel die
- 44:43Wirklichkeit zu ignorieren, funktioniert nicht.
- 44:46Das heißt, alle ihre institutionellen Setzungen sind
- 44:49Lernoffen. Wenn die also einen einen Plan
- 44:52machen, der gilt für 5 Jahre, der gibt aber nur
- 44:54Zielvorstellungen, nicht im Sinne von produziert mal wieder
- 44:57irgendwie 1000000 Tonnen Kohle oder so was, sondern die, sagen,
- 45:02wir geben Euch das Ziel vor, dass wir im Rahmen von im
- 45:06Bereich von KI, künstliche Intelligenz.
- 45:08Dass wir da zu den Weltmarktführern werden, so, das
- 45:13ist aber eine andere Art von Ziel, als wenn ich sage,
- 45:15produziert mal so und so viele Teller so und das das machen die
- 45:19aber nicht nur in einem Bereich, sondern das ist dann sehr, sehr
- 45:22breit aufgefächert, von harten Industriezielen bis hinzu
- 45:26weichen gesellschaftlichen Zielen, und zu denen gehört eben
- 45:29auch. Das Ziel, den moderaten
- 45:32Wohlstand, den man mit dem letzten 5 Jahresplan erreicht
- 45:35haben wollte, weiterzugehen, den zu konsolidieren und den
- 45:38Gerechtigkeitsgedanken dann noch stärker zu implementieren, also
- 45:42etwas mehr Wohlfahrt in den Staat reinzubringen.
- 45:45Den Leistungsanreizgedanken etwas weiter zu justieren, also
- 45:49da wird nachgeschärft, die sind die sind, das ist ein ein, ein
- 45:52ein lernendes System, auch wenn sie einen Plan haben.
- 45:55Ein lernendes System mit Blick auf unsere deutschen politischen
- 46:00Eliten kann man den Eindruck haben, dass manche auf dem
- 46:03Niveau des kindlichen Spracherwerbs stehen geblieben
- 46:06sind. Wie funktioniert dem Gegenüber
- 46:08Bestenauslese in China, sie haben uns ja offensichtlich was
- 46:12voraus. Also da würde ich mindestens 2
- 46:16Bereiche voneinander unterscheiden.
- 46:19Der eine Bereich ist der der Bildung ja in der Bildung, das
- 46:22ist ein extrem kompetitives System, ja, also da da gibt.
- 46:26Es ein Wettbewerbsorientiertes. Also extrem
- 46:29wettbewerbsorientiert, leistungsorientiert nach einem
- 46:33Curriculum, also Lernzielvorgaben und Methoden,
- 46:37die aus auch aus Sicht der. Der chinesischen Kompetenzen
- 46:42völlig veraltet sind und untauglich sind.
- 46:44Das heißt, die, die haben dann noch ganz viel zu korrigieren in
- 46:47dem System und fördern tatsächlich nicht unbedingt da
- 46:50die besten, sondern sie fordern die Erfolgreichen, die ein Spiel
- 46:53spielen können und das da man merkt jetzt, dass es auf Kosten
- 46:57der Gesundheit, der psychischen Gesundheit, der der jungen Leute
- 46:59besonders geht und dass das der Gesellschaft nicht gut tut, das
- 47:03überlegen die, wo können wir denn danach justieren, wo können
- 47:06wir dann das anders machen? Weil man gleichzeitig ja eine
- 47:09staatliche Hoheit behalten will. Weil lernen ist natürlich
- 47:13politisch auch sensibel, das möchte man unbedingt bewahren
- 47:16so, das ist also der eine Bereich, das ist der Bereich der
- 47:18Bildung, der andere Bereich, in dem dann tatsächlich eine sehr
- 47:21effiziente und sehr, sehr zunehmend Ziel zielsicherere
- 47:28Elitenauslese stattfindet, ist eben die kommunistische Partei,
- 47:31die sogenannte Kommunistische Partei Chinas.
- 47:34Das ist ein meritokratisches System, das heißt, da kommt nur
- 47:37voran, wer bestimmte Leistungsanforderungen erfüllt.
- 47:41Und wenn ich jetzt das mal ganz konkret aus meiner eigenen
- 47:43Erfahrung sagen kann, als ich vor 30 Jahren das erste Mal
- 47:47einem chinesischen kommunistischen Kader begegnet
- 47:50bin, da habe ich gedacht, Na ja, so haben wir das vorgestellt,
- 47:54ja, das ist also so jemand, der, der irgendwie da hingesetzt
- 47:57worden ist und gar keine Ahnung vom Thema hat und mehr schlecht
- 48:00als recht. Seine Sachen da macht und das
- 48:03war zum Teil ziemlich fürchterlich.
- 48:05Wenn ich mir die heute angucke und die Generation, also 2
- 48:08Generationen später, sage ich mal, das sind unglaublich
- 48:12integere, kompetente, starke Persönlichkeiten, die ich da
- 48:17treffe, sehr oft Frauen, sehr, sehr fleißige, freundliche,
- 48:25Gebildete. Die haben mit dem, was ich
- 48:28vorher da unter dem dem Label Kommunistische Parteikader
- 48:32kennengelernt habe, überhaupt gar nichts mehr zu tun.
- 48:34Wie ist das möglich, dass in China freundliche, kompetente,
- 48:38gebildete Leute in der Kommunistischen Partei nach oben
- 48:42kommen, während in unseren Gefielden in den Parteien Leute
- 48:46nach oben kommen, wo selbst ein Maurermeister sagt, Na ja,
- 48:50anfangen als Lehrling könnten die bei mir nicht.
- 48:53Na ja, ich meine, das ist eigentlich furchtbar einfach.
- 48:57Wir reden ja von einem ganz großen Spiel, das irgendwie
- 48:59programmiert ist und das chinesische Spiel ist so
- 49:02programmiert, dass es dem Volkswohl dienen soll.
- 49:05Wir dienen dem Volk, das ist keine leere Phrase, die werden
- 49:08darauf eingenordet, und zwar nicht als als Floskel, sondern
- 49:12in jeder, jeder, jedem Bereich, in dem sie aktiv sind, wird das
- 49:15interpretiert, wird das denen erklärt, und da müssen die dann
- 49:18funktionieren bei uns, was ist denn da das Ziel, da gibt es gar
- 49:23kein Ziel, da gibt es das Ziel. Die nächste Macht Etappe zu
- 49:27erklimmen. Und wo sind denn die Korrektive?
- 49:30Wo ist denn das Volkswohl korrektiv bei uns?
- 49:34Ja, früher hatten wir dann eine eine Art Vorsichtsmaßnahme
- 49:38eingebaut, eine Art Reflexionsinstanz, die hieß OK,
- 49:42wenn wir das zu sehr übertreiben mit dem eigenen Interesse und
- 49:45der Binnenmoral und so, dann wird der Ostblock das zu seinem
- 49:49Vorteil zu nutzen wissen, aber das ist ja weg, das heißt, wir
- 49:52können uns einfach gehen lassen. Bis wir jetzt merken, dass wir
- 49:56auf der Welt nicht alleine sind und unsere unser ganzes
- 49:58kulturelles Tafelsilber verschleudert haben und im
- 50:01Grunde jetzt ziemlich nackt dastehen.
- 50:04Spätestens jetzt müsste bei uns auch der Realitätscheck
- 50:06einsetzen und uns fragen, wir haben natürlich noch sehr, sehr,
- 50:09sehr starke und sehr gute Kompetenzen in Deutschland, aber
- 50:12die Rahmenbedingungen, die machen das denen immer immer
- 50:14schwerer und Deutschland hat noch nie so viel, deutsche
- 50:18Industrie hat noch nie so viel in China investiert wie im
- 50:20letzten Jahr, wie kommt denn das?
- 50:23Weil der Standort gut ist. Sie haben einmal gesagt, die
- 50:27Kader sind die unfreiesten Menschen.
- 50:30Sie wissen, das Macht korrumpiert.
- 50:33Nun hat Xi Jinping jüngst auch 2 hochrangige Generäle abserviert.
- 50:41Was ist der Hintergrund? Das war sogar mehr.
- 50:44Also der Hintergrund ist die Antikorruptions Devise und
- 50:49Antikorruption heißt, dass. Nicht nur, dass es darum geht,
- 50:54dass man Geld nimmt und veruntreut und dass man dadurch
- 50:56Vorteile erwirbt, sondern dass man eben auch, je höher man
- 51:01kommt, desto strenger wird das dann angesetzt, dass man
- 51:05verpflichtet ist, in allem, was man tut, 24 Stunden, 7 Tage die
- 51:10Woche dem Volk zu dienen. Und wenn man das nicht schafft,
- 51:14weil man vielleicht doch nicht so funktioniert und so
- 51:16diszipliniert ist wie diese konkreten Leute, so zumindest
- 51:21der Vorwurf. Die eben dann außerdem noch
- 51:24handverlesen waren. Das heißt, Xi Jinping hat sie
- 51:27selber in diese Position geholt, er ist also mitverantwortlich
- 51:31für sie, dann, dann, dann ist das doppelt ein ein doppelter
- 51:35Malus, ja, und das eine ist, sie haben sie haben, es sei
- 51:39Disziplin fehlen lassen, das andere ist, sie haben Ihren
- 51:41Mentor enttäuscht und dazu muss man aber wissen, dass da kommen
- 51:45wir wieder auf den Konfuzianismus, der überall drin
- 51:48steckt in dem System. Der konfuzianische Herrscher ist
- 51:52der Herrscher, der sich dadurch auszeichnet, dass er sich sein
- 51:57eigentliches Regierungshandeln besteht darin, dass er sich mit
- 51:59kompetenten Beratern und Ministern und einem kompetenten
- 52:02Apparat umgibt, sodass er selbst eigentlich nichts mehr tun muss,
- 52:05sobald er gezwungen ist, korrigierend einzugreifen, hat
- 52:09er im Grunde schon versagt, und das ist natürlich dann eine
- 52:13ganz, ganz heikle Situation in der Kammer, nur entschlossen und
- 52:17rigide und nach außen gerichtet. Klare Kante zeigend sagen, die
- 52:22müssen weg. Das heißt, die
- 52:24Führungspersönlichkeit benötigt in erster Linie
- 52:27Menschenkenntnis. Die braucht, die braucht
- 52:30zweierlei, die braucht Menschenkenntnis und Integrität.
- 52:34Und diese Integrität, die beinhaltet dann im chinesischen
- 52:38Denken auch die Fähigkeit der Menschenkenntnis.
- 52:42Kann man sagen, dass die Chinesen die preußischen
- 52:45Tugenden stärker verinnerlicht haben als wir?
- 52:48Ja, und? Man kann es umdrehen und sagen,
- 52:50die die Preußen hatten chinesische Tugenden und
- 52:53deswegen sind sie, sind sie eben, die Preußen, dieses
- 52:56Sprichwörtlichen geworden zu einer Zeit, in der das eben ein
- 53:00Alleinstellungsmerkmal wurde in der Welt, weil die Chinesen
- 53:03dieses Preußentum, was sie ja schon selbst hatten, im Grunde
- 53:07ja verloren haben, das Mitte des 19.
- 53:10Jahrhunderts. Fing das an?
- 53:12Spätestens, dass dass China eben in in sich selbst im Grunde
- 53:17korrumpiert war. Und dann kam der Kurdalismus und
- 53:19hat das alles kaputt gemacht und so weiter und im Grunde erst mit
- 53:24der mit der Ausrufung der Forstrepublik China begann
- 53:30wieder sozusagen Tabula rasa in China und dann konnten die im
- 53:34Grunde wieder sich kulturell selbst definieren.
- 53:36Es hat aber 30 Jahre gedauert, bis sie so weit waren.
- 53:39Dass sie wieder in diese Richtung denken konnten.
- 53:42Jetzt sind sie dabei, glaube ich, China so kulturell
- 53:49wiederzufinden, wie es ihrer kulturellen Generallinie, ihrer
- 53:55Grundlinie seit eben zweieinhalbtausend Jahren wieder
- 53:59entspricht. Das heißt für China aus meiner
- 54:01Sicht reden wir nur von einer Normalisierung, wir reden nicht
- 54:05von irgendwas exzeptionell, das ist auch angelegt in der
- 54:08kulturellen. Matrix dass die noch weiter so
- 54:13machen werden. Eine ganze Weile, bis sie an
- 54:15einem Punkt sind, wo sie sich wieder neu entscheiden müssen.
- 54:18Im Moment funktioniert alles toll in China aus deren Sicht.
- 54:21Es funktioniert so toll, dass man sagen kann, China ist die am
- 54:24stärksten nach vorne strebende Volkswirtschaft weltweit.
- 54:28Wir fallen zurück in Deutschland, was müssten wir
- 54:32tun, um wieder auf ein solches Niveau wie die Chinesen zu
- 54:36gelangen? Ja, wir müssen uns gar nicht so
- 54:38sehr mit den Chinesen vergleichen.
- 54:39Wir müssen gucken, so wie die Chinesen das ja auch machen, was
- 54:43machen die richtig, was machen die richtig, wir werden nie so
- 54:45stark wie die Chinesen, das können wir vergessen, die sind
- 54:47einfach 1,4 Milliarden Menschen, wie sollen wir denn so stark
- 54:50werden wie die, wir müssen unseren Platz finden, wir müssen
- 54:53aus Deutschland und aus Europa unseren Platz finden.
- 54:56Wir müssen den Platz nicht gegen die Chinesen oder mit den
- 54:58Amerikanern oder gegen die Amerikaner und mit den Chinesen,
- 55:01sondern wir müssen unseren Platz in der Welt finden.
- 55:04Und das hängt nur von uns selbst ab.
- 55:05Geht das durch vollständige Unterwerfung unter die
- 55:08Vereinigten Staaten? Nein, das ist ja nur ne
- 55:09rhetorische Frage. Natürlich, es geht eben gar
- 55:12nicht durch Unterwerfung, weder unter den Islam noch unter die
- 55:14Vereinigten Staaten, noch unter irgendwas anderes.
- 55:16Das geht durch Emanzipation, das ist ja ein Teil der
- 55:19Aufklärungsphilosophie, dass wir uns emanzipieren von allen nicht
- 55:22nationalen, fremden Einflüssen, die uns eben unsere
- 55:26Wertschöpfungskompetenz wegnehmen.
- 55:27So würde ich es mal mit einem wirtschaftlichen Begriff
- 55:29unterlegen, und weil das ist eben sehr wichtig, wenn man sich
- 55:32mit China in ein Gespräch begibt, da muss man wissen, dass
- 55:35fast alles. In dieser ökonomischen
- 55:38Vernunftstruktur gedacht wird, und das können wir auch, wir
- 55:42müssen das gar nicht neu lernen, wir müssen unseren Quatsch nicht
- 55:44verlernen, den wir gerade jetzt seit 30 Jahren immer stärker
- 55:48hier Platz greifen lassen, das beschreibe ich ja auch in in, in
- 55:52dem Buch, was eben vor Corona erschienen ist und deswegen
- 55:55vielleicht noch den den Wald beschreiben kann, bevor man in
- 55:58die Bäume, in die Baumwildnis reingeraten ist.
- 56:03Wo alles dann wirr wurde. Jetzt ist es glaube ich ganz
- 56:06klar, wir wir, wir sollten uns selber zusammenreißen und
- 56:09überlegen, was können wir, was ist unsere kulturelle Kompetenz,
- 56:14was ist unsere regionale Kompetenz, was ist unsere
- 56:17ethnographische Kompetenz, wo, wo sind diese Dinge, die uns in
- 56:22in der Mitte Europas immer stark gemacht haben und wie können wir
- 56:25die wieder aktivieren, sodass wir in der Welt die Rolle.
- 56:29Einnehmen können, die zu uns passt.
- 56:31Beantworten Sie die Frage, was wären unsere Stärken, um das
- 56:34Ruder herumzureißen, wieder auf Wachstumskurs zu kommen?
- 56:40Aus Flachsgold machen, das ist ein schönes Märchenmotiv.
- 56:43Ja, wir, wir, wir, wir können da, wir können die Dinge
- 56:47veredeln, wir haben wenig Ressourcen, haben wenig
- 56:49Bodenschätze, wir haben Lage, wir haben Logistik, wir haben
- 56:52Infrastruktur, wir haben denken, wir haben die Fähigkeit, sehr
- 56:57kleine, aber sehr wichtige Dinge, die es noch nicht gibt,
- 57:03herzustellen, weil wir ein System sozusagen denken können,
- 57:08indem wir. Bereiche, die noch nicht
- 57:10miteinander verknüpft sind, nutzbar machen.
- 57:12Das kann man in der Industrie sehen, diese ganzen, diese
- 57:14ganzen hidden Champions, die wir haben, die machen so was, die
- 57:17machen kleinteilige Dinge, die machen nicht großburige Sachen,
- 57:20das geht auch bei KI, also sagen bei KI, also künstliche
- 57:23Intelligenz ist der Zug abgefahren, ja, im Großen schon,
- 57:26aber wir machen auch nicht die großen Fehler, die Amerikaner
- 57:28zum Beispiel jetzt machen und vielleicht auch die Chinesen,
- 57:32wir können bescheiden. Ordentlich, gründlich, solide.
- 57:36Das klingt das wirklich sehr altväterlich wieder sehr, sehr
- 57:39prophisch ja, aber das ist wir sind gewisserweise langweilig.
- 57:42Ja, weil wir, wir taugen nicht zur Weltmacht, brauchen wir auch
- 57:45nicht, wir taugen aber dazu, dass wir vernünftig solide
- 57:51arbeiten, und das sollten wir wieder ermöglichen, weil das ist
- 57:53nicht nur Handarbeit, das ist Denkarbeit, und das ist auch
- 57:56eine auch eine, ich denke, eine Frage der der der würde und des
- 57:59Selbstbewusstseins. Ich denke, vor allem müssen wir
- 58:03wieder arbeiten lernen, und zwar nicht arbeiten im Sinne von
- 58:05Industriearbeit, sondern im Sinne von einer nicht
- 58:07entfremdeten Arbeit. Das ist das alte Programm seit
- 58:10dem 19. Jahrhundert, nicht nur Marx,
- 58:12dann würde ich da gar nicht so hoch hängen, es geht viel
- 58:14früher, wie gesagt bei bei bei, bei Kant meinetwegen auch los,
- 58:19wir müssen lernen, dass Arbeit und leben 1 sind und dass das
- 58:23Freude macht und dass das eben nicht zur Entfremdung führen
- 58:26darf, und dann werden wir auch wieder so.
- 58:30Stark und so würdig, dass wir uns China, das nicht mehr unter
- 58:36uns steht, sondern über uns steht, trotzdem als
- 58:40gleichwertiger Partner annähern. Können.
- 58:42Nun ist Entfremdung im Marxismus ja ein zuvorderst ökonomischer
- 58:48Begriff, und er beschreibt die Entfremdung.
- 58:53Des Arbeiters von seinem Arbeitsprodukt, dass der
- 58:56Produktionsmittelbesitzer übernimmt und ihm den Lohn
- 58:59ausbezahlt. Meinen Sie dann eine
- 59:01kommunistische, eine klassenlose Gesellschaft mit der Aufhebung
- 59:04von Entfremdung? Ich halt überhaupt nichts von
- 59:06diesem ganzen konzeptuellen Rahmen des Marxismus, halt ich
- 59:10überhaupt nichts von. Ich denke, wir sollten weniger
- 59:12an Produktion denken als an Wertschöpfung, Wertschöpfung ist
- 59:16viel mehr, weil da kommen wir aus der materiellen Weltsicht
- 59:19raus. Da kommen wir in die Richtung
- 59:21der würde. Was ist ein gutes Leben, was
- 59:23brauchen wir dafür? Wir haben heute die Mittel, dass
- 59:25wir im Grunde, ich sag doch mal anders als ich klein war, da gab
- 59:30es diese, diese großen Debatten darüber, wozu brauchen wir
- 59:34Technologie überhaupt, ja, damit sie uns das Leben einfacher
- 59:37macht, damit sie uns es ermöglicht, eben nicht mehr im
- 59:40Dreck zu wühlen und und und und und staublunge zu kriegen, wenn
- 59:44wir leben wollen, sondern in Würde und Gesundheit alt zu
- 59:48werden und glücklich zu werden. Das das darum geht es, und das
- 59:54kann heute mit den Möglichkeiten, die wir
- 59:56technologisch und industriell haben, das können wir schaffen.
- 1:00:00Wir müssen natürlich dann auch die, die diese Frage pflegen,
- 1:00:04nicht gesagt, extra nicht klären, sondern diese Frage
- 1:00:06pflegen, was ist ein gutes Leben, was brauchen wir denn
- 1:00:10dafür, und wir waren da schon ganz schön weit in den 60er
- 1:00:13Jahren, glaube ich, in den 50er 60er Jahren.
- 1:00:16Was haben wir für Lehren gezogen aus dem Zweiten Weltkrieg?
- 1:00:18Da waren ja eigentlich sehr gute Lehren dabei und all diese
- 1:00:22philosophischen Kompetenzen, die wir und die uns heute überhaupt
- 1:00:25nicht mehr interessieren, die sollten wir wieder in den
- 1:00:28Mittelpunkt stellen. China tut das, in China ist der
- 1:00:30Philosoph hoch angesehen. Aber bei uns nicht.
- 1:00:33Dafür gibt es 250 Lehrstühle für Gender Studies.
- 1:00:38Ja gut, da gibt es auch einen Präzedenzfall.
- 1:00:40Der nennt sich der Tonbau zu Babel.
- 1:00:42Ja, da wollten die Menschen so groß sein wie der Liebe Gott,
- 1:00:46und dann wurde aus der einen Ursprache wurde eben die
- 1:00:50sprachliche Verwirrung, man wusste nicht mehr, was das
- 1:00:52bedeutet, ja, das ist im Grunde, wir hatten das Stichwort schon
- 1:00:56infantilisierung, das da muss man gar nicht drüber reden, das
- 1:00:59ist einfach eine eine, eine Barbarisierung der Sprache.
- 1:01:05Die eben weder inhaltlich noch von den ideologischen Zielen,
- 1:01:08die sie angeblich verfolgt, in irgendeiner Weise überzeugt.
- 1:01:12Sie, sie macht ja alles nur nur unwahr und unklar, und ich bin
- 1:01:16ja in China jetzt da, wo ich Deutsch Studenten unterrichte,
- 1:01:20und wir kriegen zum Teil auch Unterrichtsmaterialien jetzt aus
- 1:01:24Deutschland oder über den DHAD dann vermittelt und die
- 1:01:28chinesischen Germanistikverbände, die sind
- 1:01:30dann ja zum Teil auch persönlich verknüpft dann mit den
- 1:01:32entsprechenden. Geistesgrößen hier bei uns.
- 1:01:37Und jetzt muss man sich dagegen wehren, dass die Chinesen dummes
- 1:01:40Zeug lernen. Ja, dann sind das auf einmal
- 1:01:42Studierenden und dann gut, dann sage ich denen, OK, was bist du
- 1:01:46denn, wenn du auf Toilette sitzt, dann bist du kein
- 1:01:48Studierender, es sei denn du liest dabei ein Buch, aber die
- 1:01:52die das, das kann man schon erklären und das wird auch
- 1:01:55weggehen, wird auch bei uns weggehen, weil es einfach ein
- 1:01:57dummes Zeug ist. Ist diese babylonische
- 1:01:59Sprachverwirrung Teil des deutschen Niedergangs?
- 1:02:04Der Teil auf jeden Fall. Die Frage ist, ob es ein Symptom
- 1:02:06ist oder ob es eine Ursache ist. Also ich würde, ich würde sagen,
- 1:02:09das ist eben ein Teil der Krise, der krisenhaften Erfahrung, die
- 1:02:13wir haben, und eine Krise, da denke ich wieder ein bisschen an
- 1:02:16medizinischen, gesundheitlichen Kategorien, eine Krise tut immer
- 1:02:22weh, eine Krise ist immer schmerzhaft und eben auch oft
- 1:02:25mit Fieber verbunden, dann sieht man auch nicht ganz klar und
- 1:02:27denkt nicht mehr ganz klar, aber nachher ist man dann umso.
- 1:02:31Dankbarer für die Gesundheit, die man hat und und.
- 1:02:33Pflegt sie dann vielleicht ein bisschen besser?
- 1:02:34Sie selbst sind ja aus dem deutschen Wissenschaftssystem
- 1:02:37rausgegangen, und sie haben gesagt, ich habe aufgehört, als
- 1:02:41Callboy zu arbeiten. Was meinen Sie denn nicht?
- 1:02:43Na ja. Ich hab vorhin geschrieben, dass
- 1:02:45man, dass man um in der in der Wissenschaft überhaupt etwas
- 1:02:50machen zu können, braucht. Man muss man sich an diese Calls
- 1:02:53richten. Man muss also die
- 1:02:54Ausschreibungen, die man spricht ja heute nicht mehr deutsch oder
- 1:02:57Englisch, also diese Calls. Auf die muss man sich bewerben
- 1:03:00und dann hat man eine Chance von zwischen 4 und 10% vielleicht,
- 1:03:04dass man dann eben entsprechend das Geld bekommt, das heißt, es
- 1:03:07bindet enorme Kräfte, nicht nur zeitliche Kräfte, weil diese
- 1:03:13ganze Zeit, die man für das Schreiben von diesen Anträgen
- 1:03:15verbraucht, die sind ja nicht kein Geld für am Ende, wenn man
- 1:03:20Glück hat und gehört zu den 4 bis 10%, die dann etwas damit
- 1:03:23gewinnen. Dann hat man vielleicht für 3
- 1:03:26Jahre eine Stelle, die aber auch mittelmäßig bezahlt ist und wo
- 1:03:29eben all diese Dinge nicht eingepreist sind, bis hinzu
- 1:03:33Urlaub und und krankheitstagen. Das ist also ein reiner
- 1:03:37Ausbeutungsbetrieb, das ist das eine, das andere ist, das habe
- 1:03:40ich vorhin schon gesagt, es hat mit wissenschaftlicher Freiheit
- 1:03:44und wissenschaftlicher würde überhaupt gar nichts zu tun, und
- 1:03:49für mich war nicht so sehr der Skandal, dass für mich
- 1:03:53persönlich jetzt war nicht so sehr der Skandal, dass wir uns
- 1:03:58da prostituieren, sondern dass wir das tun müssen oder das tun
- 1:04:04und das müssen, weiß ich gar nicht unter dem Anschein der
- 1:04:09Wissenschaftsfreiheit, das heißt, wir lügen.
- 1:04:11Mir sagen, Wir sind ein freies Wissenschaftssystem.
- 1:04:14Werden aber bezahlt für die Wissenschaft, sonst funktioniert
- 1:04:16sie nicht. Aber gleichzeitig tut man so als
- 1:04:19aber. Aber wie, wie, wie, wie in der
- 1:04:21Real Prostitution profitiert, sag ich mal.
- 1:04:23Der ordentliche Prostitutionsbetrieb, so dass
- 1:04:27nur so, weil es eben auch einen Illegalen gibt, wo also ein
- 1:04:30enormes Prekariat noch herrscht, dass man immer wieder reindringt
- 1:04:32und dankbar ist für diese vielleicht dann zumindest
- 1:04:35hygienische Prostitution, aber. China ist natürlich auch nicht
- 1:04:39alles toll in der Wissenschaft. In China gibt es natürlich jede
- 1:04:43Menge Regularien und auch einige Repressionen, aber da ist das
- 1:04:52alles satzungsgemäß, da weiß ich, wie das Spiel ist.
- 1:04:55Da kann ich mich auf die Regeln einstellen und es ist natürlich
- 1:04:59auch nicht im Sinne der Wissenschaftsfreiheit alles.
- 1:05:02Ich hab nun das Glück, dass ich in einem Bereich arbeite.
- 1:05:06Wo ich machen kann, was ich für richtig halte.
- 1:05:09Das liegt vielleicht auch daran, dass ich keine perversen oder
- 1:05:12blöden Sachen richtig finde in der Wissenschaft, sondern
- 1:05:14einfach nur Dinge, die vernünftig sind aus meiner Sicht
- 1:05:18und die ich auch diskutiere und wo ich auch Kompromisse mache
- 1:05:21mit Kollegen. Also ich finde das gar nicht
- 1:05:23besonders extrem, aber um zum Beispiel in der chinesischen
- 1:05:27Wissenschaftslandschaft selber einen Antrag schreiben zu
- 1:05:30können. Das das das das das da fehlen
- 1:05:33mir auch die Verbindungen und die Verknüpfung, da muss ich
- 1:05:35mehr chinesische Partner holen die das alles die das Spiel dann
- 1:05:38verstehen. Nur ich weiß genau, dass dass
- 1:05:42die Interessenlage in China eine ist, die primär noch nicht, ich
- 1:05:46sag noch nicht dem Ziel des Wissens als Selbstzweck dient,
- 1:05:51sondern immer noch dem Wissen als Zwischenschritt, als
- 1:05:55pragmatischer Zweck um eben. Immer noch in diesem Aufholen
- 1:06:00der Modernisierungsgedanken funktionieren zu können,
- 1:06:03voranzukommen, das muss sich in China ändern.
- 1:06:05Das ist einer der Punkte, die aus chinesischer, ich sag mal,
- 1:06:08Kultur eigentlich logisch folgt, vielleicht nicht jetzt,
- 1:06:10vielleicht nicht in 5 Jahren, aber vielleicht in 10 Jahren,
- 1:06:13dass die merken, dass sie selber gut damit fahren, wenn sie das
- 1:06:16Wissenschaftssystem aus den Zwängen der Fremdbestimmtheit,
- 1:06:20das sind ja alles amerikanische Metriken, die da, die da wirken,
- 1:06:23also diese. Diese, diese Mess, diese
- 1:06:27Qualitätsmessinstrumente, die man da für die Wissenschaft
- 1:06:29nimmt, die haben die Angst von den Amerikanern übernommen.
- 1:06:32Verstehe ich sie richtig, dass in China die Forschung
- 1:06:36instrumentalisiert wird für Entwicklung und über die
- 1:06:41Drittmittelforschung hierzulande wird die Forschung
- 1:06:44instrumentalisiert für Profiten. So platt würde ich das nicht
- 1:06:49sagen. Ich, ich glaube, hierzulande
- 1:06:51wird die Forschung einfach nur ideologisiert und die sie hat
- 1:06:55sie sie, sie führt nicht zwangsläufig zu Profiten, also
- 1:06:58die Rationalitäts. Kern, den sie jetzt quasi ins
- 1:07:02Spiel bringen, den sehe ich gar nicht auf der deutschen Seite.
- 1:07:03Ich das. Macht es ja noch schlimmer.
- 1:07:05Das das vielleicht nicht, weil wenn es so furchtbar ist, dann
- 1:07:07ist es gut, wenn das sich im Kreis dreht und im Grunde dann
- 1:07:10keine großen Auswirkungen hat. Und gleichzeitig gibt es ja
- 1:07:13immer wieder, wenn man jetzt in die Ingenieurs und
- 1:07:15Technikwissenschaften geht, da ist es in Deutschland auch
- 1:07:17anders. Ich habe jetzt vor allem über
- 1:07:18den Bereich der Geisteswissenschaften
- 1:07:19gesprochen. Im Bereich der
- 1:07:21Technikwissenschaften und natürlich besonders im Bereich
- 1:07:24so wie von von Wissenschaften wie Mathematik und so.
- 1:07:26Da ist das durchaus anders, da ist da ist sozusagen, da lässt
- 1:07:30man, da lässt man die Leute in Ruhe viel stärker, oder sie
- 1:07:33passen sowieso von der Logik her besser in diese Calls rein, da
- 1:07:36ist es nicht ganz so sehr fremdbestimmt wie in der
- 1:07:39Geisteswissenschaft, aber in China, denke ich, ist es ist es
- 1:07:45so, dass dass der Pragmatismus. Sich selbst nicht richtig
- 1:07:50versteht. Das liegt daran, dass man, dass
- 1:07:55man im Grunde immer nur nachholen, das imitiert hat, was
- 1:07:58die Amerikaner vorgemacht haben, also Ivy League, Universitäten
- 1:08:02dann sowie Harvard und. Und, und ja, die diese ganze
- 1:08:07Riesengruppe hat man dann versucht in Peking und in
- 1:08:10Shanghai und anderen Orten sozusagen nachzubauen.
- 1:08:12Die sind auch persönlich, institutionell, Versippt
- 1:08:16regelrecht nicht nur verbunden, sondern ganz eng zusammen, und
- 1:08:20das ist für China eine Erblast, die haben sie erst stark
- 1:08:22gemacht, weil sie sie ins weltweite System integrieren,
- 1:08:25also geholfen haben, sich zu integrieren, sind dann aber
- 1:08:28inzwischen aus meiner Sicht ein ein Krebsgeschwür für China.
- 1:08:32Und jetzt käme es drauf an, dass man sagen würde, ja, wir, wir,
- 1:08:37wir geben den Wissenschaftlern mal die Chance in China, dass
- 1:08:44sie ohne allzu enge Bevormundung das tun, was sie können.
- 1:08:50Und das müssen sie dann halt zeigen, dass das
- 1:08:52gesellschaftlich sinnvoll ist. Also ich stell mir nicht so
- 1:08:54einen Switch vor, sondern ich stell mir so eine.
- 1:08:56Art inkrementelle, also Schritt für schrittweise Verbesserung
- 1:09:01dieses ganzen Systems, und zwar wiederum in in verschiedenen
- 1:09:06experimentellen Zonen. China macht ja nicht oben eine
- 1:09:09Änderung, die dann auf ganz China sofort gleichermaßen
- 1:09:12abstrahlt, sondern die sagen, OK, wir haben eine neue Idee,
- 1:09:15wir sind nicht ganz sicher, ob das funktioniert, das haben
- 1:09:17Gesundheits, Krankenversicherung und Rentenversicherung, so war
- 1:09:21das überall genauso, dann machen wir das mal an einem Ort.
- 1:09:24Und probier mal aus, wie das dann sich wie das sich
- 1:09:26entwickelt und dann in einem anderen Ort machen wir eine
- 1:09:29etwas modifizierte Variante davon und ich glaube, dass das
- 1:09:32in China auch in Zukunft so sein wird.
- 1:09:34Tatsächlich ist es auch schon so, weil es gerade in in den
- 1:09:37sehr innovativen Universitäten, Hochschulen und auch
- 1:09:42Forschungsstätten schon so international zugeht, dass der
- 1:09:47Staat sagt, ja, es ist Grundlagenforschung, es ist
- 1:09:50Innovationsforschung. Macht ihr das mal?
- 1:09:52Ihr macht das plausibel und dann berichtet ihr Mal.
- 1:09:54Also ich glaube in China geht der Trend langsam dahin, während
- 1:09:58wir bei uns warten, bis uns die Politik endlich in Ruhe lässt an
- 1:10:02der Uni. Das wird sie aber nicht tun.
- 1:10:04Artikel 5 Grundgesetz die Freiheit von Forschung und Lehre
- 1:10:09wird ja nicht nur durch die Einbeziehung von Drittmitteln,
- 1:10:13die Auftragsforschung, eingegrenzt.
- 1:10:16Sondern auch durch staatliche Zwänge und eine, ja,
- 1:10:20gedankenkontrolle befinden wir uns auf dem Weg in einen
- 1:10:26Einschüchterungsstaat. Das wirft man ja immer China vor
- 1:10:29und das können die Chinesen tatsächlich selber besser, wenn
- 1:10:33wenn man so zynisch reden will, weil die eben das rechtfertigen
- 1:10:37können, ja, die, die haben damit die verbinden damit, ein
- 1:10:40bestimmtes Ziel für den Moment, während wir das ja nur machen,
- 1:10:44weil wir, weil wir realisieren. Studieren, weil wir Angst haben,
- 1:10:47weil wir kleinteilig denken, wir müssten was Steuern und was
- 1:10:51kontrollieren und bestimmte Interessen durchsetzen.
- 1:10:54Wir haben ja keinen Plan, das ist das große Problem in
- 1:10:56Deutschland, wir haben keinen, keinen großen Plan, den wir da
- 1:11:01entsprechend strategisch zuarbeiten, sondern all diese
- 1:11:05Dinge sind ja nicht da, steckt ja keine.
- 1:11:08Ja, wie gesagt, steckt gar kein Plan hinter was was?
- 1:11:11Warum machen wir die Grundlagen der Verfassung des Grundgesetzes
- 1:11:14kaputt? Immer wieder die Anreize.
- 1:11:16Da kommen wir zur Ökonomie, weil die Anreize das einfach so
- 1:11:20erzwingen und wir die Anreize fördern, nicht mehr die Guten,
- 1:11:23sondern die mittelmäßigen bestenfalls.
- 1:11:25Zum Beispiel? Na.
- 1:11:28Ja, also würde nicht, nicht nicht jetzt atomin haben.
- 1:11:32Also nicht jetzt persönlich werden, aber der den Niedergang
- 1:11:37der der großen Teils der der Sinologie und auch der
- 1:11:42Philosophie, also der Geisteswissenschaften.
- 1:11:44Da spricht er ja für sich da, da geht es ja nicht darum.
- 1:11:47Also ich, ich mach ihm mal ein ganz anderes Beispiel aus meiner
- 1:11:50eigenen Erfahrung. Ich hab versucht an der Freien
- 1:11:52Universität Berlin vor ungefähr 10 Jahren und auf Einladung des
- 1:12:01des Präsidiums einen innovativen neuen Studiengang zu etablieren,
- 1:12:06da ging es um Philosophie, und zwar um globale Philosophie mit
- 1:12:12Schwerpunkt chinesische Philosophie.
- 1:12:14Das ist sozusagen mein Trilo meines Lebens.
- 1:12:16Ich möchte chinesische Philosophie als integralen
- 1:12:19Bestandteil des allgemeinen philosophischen Curriculums
- 1:12:23haben. Ja, das das gehört wie
- 1:12:25Aristoteles gehört Konfuzius da rein, das ist sogar keine Frage,
- 1:12:28das machen wir nirgends in Deutschland, es gibt keinen
- 1:12:30einzigen philosophischen Lehrstuhl für chinesische
- 1:12:33Philosophie, gibt es nicht so, das war der Befund auch schon
- 1:12:36vor 10 Jahren. Und da haben wir einige
- 1:12:39Vorbereitungen getroffen mit mit chinesischen Partnern und auch
- 1:12:42hier in Deutschland, um das dann zu etablieren als einen
- 1:12:46ordentlichen Studiengang, der dann partnerschaftlich mit
- 1:12:50chinesischen Hochschulen dann gemacht worden wäre.
- 1:12:53Ja, das wurde dann aber dann, als es fast fertig war, dann auf
- 1:12:58einmal nicht mehr gewollt von oben, dann gab es dann auch auf
- 1:13:00dem Präsidium die Ansage, Nein, wir haben jetzt andere
- 1:13:02Prioritäten, Dankeschön, auf Wiedersehen.
- 1:13:07Und es ist jetzt auch nicht so, dass jemand anders das gemacht
- 1:13:10hätte oder bekommen hätte. Nein, das gibt es einfach nicht
- 1:13:13mehr, das ganze Thema ist ist weg, es ist ein Ärgernis, dass
- 1:13:15es überhaupt chinesische Philosophie gibt, die älter und
- 1:13:19stärker und vielleicht sogar interessanter ist als das, was
- 1:13:22wir sonst so machen, ist ein Ärgernis, und dieses Ärgernis
- 1:13:26können wir vermeiden, indem wir das aus der
- 1:13:28Wirklichkeitswahrnehmung raushalten.
- 1:13:31Ja, und dann wurden eben andere Dinge dann stärker gefördert und
- 1:13:33das Schlagwort halt, alles, alles wird politisiert und
- 1:13:37moralisiert. Und wer daran Interesse hat, das
- 1:13:42weiß ich nicht, aber die die Incentives, also die Anreize,
- 1:13:45die sind so, dass sie uns aktiv daran hindern, die aus
- 1:13:51wissenschaftlicher Kompetenz nur im Interesse der Wissenschaft zu
- 1:13:55arbeiten. Ein Beispiel für die
- 1:13:57Politisierung der Forschung. War die Corona Inszenierung?
- 1:14:03Es ist klar, dass bestimmte Maßnahmen politisch veranlasst
- 1:14:07waren und nicht wissenschaftlich veranlasst waren, das wissen wir
- 1:14:12aus den RKI Files wie bewerten Sie das also?
- 1:14:16Das wissen wir nicht erst aus den RKI Files seit den RKI Files
- 1:14:20können wir nicht mehr so tun, als gäb es da irgendwas zu
- 1:14:22wissen, das sind also was die RKI Files uns gezeigt haben sind
- 1:14:26die Abläufe. Ja, die sie können uns können
- 1:14:29wir sagen, wer hat wann was gesagt, sodass wir lückenlos
- 1:14:32empirische Evidenz haben, dass da rein regiert worden ist?
- 1:14:36Ja, das ist auch direkte politische Einflussnahme.
- 1:14:38Für mich ist viel interessanter, wie das überhaupt soweit kommen
- 1:14:41konnte, dass unsere ganzen Selbstheilungs und
- 1:14:43Reaktionskräfte aus dem aus der medizinischen
- 1:14:46Forschungslandschaft so korrumpiert werden worden werden
- 1:14:50konnten oder so eingeschüchtert werden konnten, dass sie da
- 1:14:52mitgemacht haben. Und geben Sie die Antwort.
- 1:14:54Das würde mich interessieren. Na ja, das ist, das kann man
- 1:14:57nicht so auf einen mit einem Satz sagen, aber im Wesentlichen
- 1:14:59ist es eben das Gegenteil von Integrität.
- 1:15:02Also es wurde alles desintegriert, alles, was da da
- 1:15:05in dieser Richtung hätte wirksam werden können, also erstmal
- 1:15:12Institutionen wurden abgeschafft, das auf einmal
- 1:15:15mussten wir dann mit diesem Ministerpräsidenten, die ja von
- 1:15:17nichts ne Ahnung hatten, mussten wir uns vorlegen nehmen, dabei
- 1:15:19hatten wir vorher krisenstäbe, wir hatten, wir hatten solche
- 1:15:22bekämpfungs, Stäbe und so weiter.
- 1:15:24Wir haben zugesehen, wir haben akzeptiert, wie jede jedes
- 1:15:28medizinethische Kriterium, was in Stein gemeißelt war, seit
- 1:15:31Nürnberg, seit den Nürnberger Ärzteprozessen wurde, einfach
- 1:15:35ignoriert, wurde einfach ignoriert, die Leute wurden, und
- 1:15:38zwar vom Mob regelrecht wurden, sie wurden sie drangsaliert und
- 1:15:44schikaniert, sobald sie einfach gesagt haben, halt, das ist
- 1:15:47nicht negates, das ist nicht der Stand, wie wir das machen.
- 1:15:50Wer ist der Mob? Ja, der Mob.
- 1:15:54Nennen Sie Ross und Reiter. Das ist zu viel.
- 1:15:59Na ja, also der der, der der Mob ist in einer Ochokratie ja, ist
- 1:16:06der ist der Mob ochokratie ist die Entartung der Demokratie,
- 1:16:09das vergessen wir immer gerne, wir sagen, die Monarchie hat
- 1:16:12dann die Diktatur Tyrannis, die Aristokratie, die, die hat dann
- 1:16:16eben die Oligarchie, und dann haben wir aber vergessen, was
- 1:16:19ist denn das das die Art der Demokratie, das ist die
- 1:16:22Ochokratie, das ist die Pöbelherrschaft oder eben.
- 1:16:24Herrschaft des Mops, die braucht immer Demagogen und
- 1:16:27Einpeitscher, und das ist in diesem Fall, ich sag ja mal der
- 1:16:31der große Teil deutschen Bevölkerung ist nicht der Mob,
- 1:16:33sondern der Michel, der sitzt und guckt sich das an und lässt
- 1:16:35alles mit sich machen und der der Mob war in diesem Fall vor
- 1:16:39allem die Presse. Aber dahinter stehen ja auch die
- 1:16:43Pharmakonzerne, die wie wir aus den Kurznachrichten von Ursula
- 1:16:47von der Leyen wissen, warum mich verdient haben.
- 1:16:51Das halte ich gar nicht mal so sehr für einen überraschenden.
- 1:16:54Befund, sondern das ist das, was die Halt machen.
- 1:16:57Darum haben wir diese Regularien gehabt vorher, um das zu
- 1:17:01einzuhegen, um die großen wirtschaftlichen Interessen,
- 1:17:05nicht nur die Pharmakonzerne, da gibt es auch eine Reihe anderer,
- 1:17:08die die sehr, sehr, sehr gut durch diese Krise gegangen sind,
- 1:17:13das das würde nicht auf einen Industriebereich reduzieren, wir
- 1:17:16hatten Checks and balances, um das ganze Einzuhegen.
- 1:17:20Wir haben eine Weltwirtschaft gewollt, die kapitalistisch
- 1:17:23funktioniert, die im Rahmen einer, ich sag mal oligarisch
- 1:17:28oligarischischen marktwirtschaftsordnung
- 1:17:30irgendwie funktioniert das, darauf haben wir uns irgendwann
- 1:17:34mal eingelassen, aber dafür hatten wir auch dann Korrektur
- 1:17:37Korrektivmaßnahmen dazu gehörte eben auch eine ganz kritische
- 1:17:40Öffentlichkeit, wir hatten einen sehr breiten intellektuellen
- 1:17:42Diskurs in den Medien, der war weg und und, aber nicht erst
- 1:17:47seitdem. Für mich ist der persönliche
- 1:17:49Doppelte. Horror gewesen zu merken, dass
- 1:17:53alles, was man gegen gegenüber den den Leuten, die man da als
- 1:17:57Chinaversteher gebrandmarkt hat, nicht ausgezeichnet, sondern
- 1:18:00gebrandmarkt als Chinaversteher hat man dann wieder mit Corona
- 1:18:04Leuten gemacht, die sagten ja, wir verstehen Corona, wir wissen
- 1:18:07was das ist und wir können damit umgehen, weil wir hatten das ja
- 1:18:09schon mal 20 Jahre vorher war das ja schon mal das Corona, das
- 1:18:13war dann halt da, saß 1 und warum wir auf einmal alle unsere
- 1:18:18Beißhemmungen Feingelassen haben, das liegt daran, dass das
- 1:18:21ist eine Quittung des Erodierten und desintegrierten Systems, was
- 1:18:26wir hatten, und das ist nicht eine einfache Antwort, das ist
- 1:18:28eben eine systemische Frage, und da spielt das alles miteinander
- 1:18:31zusammen, das Rechtswesen, das Bildungswesen, das Medien, das
- 1:18:35Medienwesen oder die Öffentlichkeitswesen, natürlich
- 1:18:38die Hochschulen, die haben sich als maßgeblich Komplizen
- 1:18:41dargestellt und so weiter also wir, wir können da gar nicht.
- 1:18:44Aufhören, aber ich denke, dass wir schon früher oder später
- 1:18:51auch zur Kenntnis nehmen werden, was in benachbarten Ländern
- 1:18:54schon längst stattfindet, muss, dass die USA da ein bisschen
- 1:18:58drastischer wieder mit umgehen, sollte uns auch nicht wundern,
- 1:19:00aber auf die müssen wir gar nicht warten und reagieren, wir
- 1:19:03können ja selbst einfach unsere Hausaufgaben mal machen.
- 1:19:05Wenn Sie als Chinakenner hören, dass hier ein Virus von einem
- 1:19:10Markt in China. Auf den Menschen übergesprungen
- 1:19:14sein soll. Was fällt Ihnen dazu ein?
- 1:19:17Ja, also erstmal, das passiert sowieso andauernd.
- 1:19:22Also Sie meinen natürlich nicht einen Virus, sondern das ist
- 1:19:24das, was ich weiß, das, was Alltag ist.
- 1:19:26Ja, die Welt ist voller Viren und auf dem Markt ist halt
- 1:19:29besonders auf dem den den Wildmärkten und und und.
- 1:19:32Und Lebendtiermärkten ist natürlich alles Mögliche an
- 1:19:36Viren da, das ist überhaupt nichts erwähnenswertes.
- 1:19:39Dass dass dass dann behauptet wird, dass dieses spezielle
- 1:19:44Virus, das eben so, so, so, so hochgradig wirksam war, da auf
- 1:19:50diesem Weg transportiert worden sein soll, das glaube ich keinen
- 1:19:53Moment, das habe ich auch damals nicht geglaubt, das war ganz
- 1:19:56klar eine eine, eine, eine Forschungsarbeit, die die dort
- 1:20:02international in Wuhan durchgeführt worden ist.
- 1:20:08Mit dem Segen der amerikanischen Gesundheitsbehörde, und das ist
- 1:20:12eines von vielen amerikanisch chinesischen
- 1:20:14Gemeinschaftsprojekten im Bereich der Medizin,
- 1:20:17Technologie, der Forschung an allen möglichen, auch
- 1:20:20problematischen Stoffen. Das ist gar nichts Besonderes.
- 1:20:22Sagen das auch militärische Forschung?
- 1:20:26Da muss ich spekulieren, das ist es ist ich, ich.
- 1:20:29Ich glaube tatsächlich da, wenn ich jetzt spekulieren soll,
- 1:20:32glaube ich nicht, dass das das konkret aus der militärischen
- 1:20:36Forschung kommt, weil die hätten das.
- 1:20:38Anders gehandelt. Nun gab es ja auch deutsche
- 1:20:41Wissenschaftler, welche die chinesischen Labors beraten
- 1:20:45haben. Wie spielt das zusammen?
- 1:20:48Das ist eine sehr alte und sehr lange, sehr vertrauensvolle
- 1:20:52Kooperation im Bereich Medizin zwischen Deutschland und China
- 1:20:57gibt es ist altbekannt, da war Deutschland auch immer sehr
- 1:21:01stolz drauf. Das bezieht sich nicht nur auf
- 1:21:05die Ebene der des Lernens, also des Austauschs von Ärzten und
- 1:21:09von Personal, Studenten und so weiter, sondern eben auch auf
- 1:21:13Regierungsberatungsebene. Und das ist das eine.
- 1:21:18Also es gibt sehr, sehr enge Verbindungen, und das andere
- 1:21:20ist, dass zu der Zeit gerade eine neue Art von Diskurs
- 1:21:28etabliert war, in dem ich auch sehr aktiv gewesen bin, nämlich
- 1:21:31das Thema globale Gesundheit, Global Health.
- 1:21:35Das war der Versuch, zunächst einmal, um die Leute, offenbar
- 1:21:43ja den Vertrauenswürdigkeit zu zu, zu signalisieren, eine Art
- 1:21:51Graswurzelinitiative, wo man gesagt hat, jeder, auch der
- 1:21:54nicht regierungs oder oder oder universitär verankert ist, soll
- 1:21:59doch seinen Beitrag leisten zu dem großen großen Ziel.
- 1:22:03Der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen
- 1:22:06nämlich das Ziel Nummer 3, Gesundheit in allen Bereichen
- 1:22:10etwas beizutragen. Das Thema Globale Gesundheit ist
- 1:22:15aus meiner Sicht. Nein, ich wollte konkret wissen,
- 1:22:18was haben deutsche Forscher damit zu tun?
- 1:22:23Also was sie direkt damit zu tun haben.
- 1:22:25Deutsche Forscher kann ich ihnen nicht sagen, ich weiß nur, dass
- 1:22:27deutsche Mediziner. Auch in in Wuhan und mit Wuhan
- 1:22:30zusammengearbeitet haben. Auch mit diesem
- 1:22:32Virologieinstitut. Aber was die da konkret gemacht
- 1:22:35haben, das müssen wir mal mal abwarten, was sich da
- 1:22:38rausstellt. Aber es gibt eine große Nähe,
- 1:22:40was für mich viel interessanter ist, ist die
- 1:22:42Regierungsberatungsebene, da gibt es eben Leute, die haben
- 1:22:47schon seit der AIDS Zeit China und auch die WHO intensiv
- 1:22:51beraten, die Rolle der WHO und die Rolle Deutschlands in der
- 1:22:55WHO. Güte ist da auch sehr, sehr
- 1:22:56wichtig, aber das ist ein gewaltiges Geflecht von von von
- 1:23:02sehr unübersichtlichen Interaktionen.
- 1:23:03Da muss man ganz genau noch mal reingucken, und das wäre ein
- 1:23:06Riesenforschungsthema, das wäre ganz toll, muss natürlich sagen,
- 1:23:09dass es politisch hochsensibel ist, weil wenn die Hypothese
- 1:23:13stimmen sollte, dass wir es da mit einer mit einer chinesisch,
- 1:23:20amerikanisch internationalen Zusammenarbeit zu tun haben.
- 1:23:25Dann hat keiner und besonders China kein Interesse daran, dass
- 1:23:29man das groß herausposaunt, weil chinesische Führung lebt davon,
- 1:23:36dass sie ihre Bevölkerung schützt.
- 1:23:38Ja und wenn Sie also mit zumindest durch Unterlassen
- 1:23:42mitverantwortlich sein sollte für für solche Probleme, dann
- 1:23:46könnte sie das sehr, sehr schnell kommunizieren.
- 1:23:49Wenn wir uns diesen vorhin erwähnten Zusammenbruch.
- 1:23:54Ethischer Standards in der Medizin, in der Forschung vor
- 1:23:58Augen halten was können wir dann von Kant und Konfuzius lernen,
- 1:24:03wie sie es in ihrem Buch beschreiben?
- 1:24:06Ja, also das erste ist Hoffnung, Hoffnung und weiter daran
- 1:24:13arbeiten. Im Moment müssen wir
- 1:24:14wahrscheinlich wieder fast bei 0 anfangen, ja, also zumindest.
- 1:24:18In den Institutionen, das Wissen haben wir, wir haben, das wissen
- 1:24:21wir, wir wissen, wie Ethik mit guter Wissenschaft und mit den
- 1:24:26Medien und mit einer ehrlichen ja Regierung, soweit sie ehrlich
- 1:24:32sein kann, wie das Miteinander zusammenhängt.
- 1:24:35Wir haben die ganzen Negativbeispiele gesehen, die,
- 1:24:37die damit anfangen, dass man die Wirklichkeit raus definiert, ich
- 1:24:41komme noch mal auf das Corona Beispiel, ganz kurz das.
- 1:24:47Das ist angeblich eine Pandemie. Die Definition der Pandemie
- 1:24:54wurde durch die WHO ganz klammheimlich ganz still
- 1:24:57geändert, das kann man heute überall nachlesen, darauf habe
- 1:24:59ich aber schon vor 56 Jahren hingewiesen, bis bis Anfang der
- 1:25:05Zweitausender waren es 3 Kriterien, die eine Pandemie
- 1:25:08auslösen, das eine ist die Schwere der Krankheit, das.
- 1:25:12Besonders schwere, besonders starke Mobilität Zweite die
- 1:25:16Ausbreitungsgeschwindigkeit und das Dritte eben, dass es ein
- 1:25:19neues Virus sein muss, so das das das das erste Kriterium
- 1:25:24wurde gestrichen. Das heißt, wir haben jetzt eine
- 1:25:27Regulierbare, eine skalierbare Definition von Pandemie, die
- 1:25:30nichts mehr mit der Mobilität zu tun hat, das heißt, egal wie wie
- 1:25:33wie schädlich ein Virus ist, wie schlimmer ein Virus ist.
- 1:25:36Das das ist nicht mehr wichtig, wir haben auf einmal inzidenzen.
- 1:25:40Das ist das ist, das ist Akzentuell, das weiß jeder
- 1:25:42Philosoph, was es bedeutet hat. Aristoteles ist das ganz klar
- 1:25:45definiert, das hat überhaupt nichts zu bedeuten, außer ich
- 1:25:49kann die Leute manipulieren und das, das ist ein Beispiel dafür,
- 1:25:54was wir machen können, wir müssen wieder kritisches Denken
- 1:25:57etablieren, wir müssen wieder die Aufklärung stark machen, wir
- 1:26:00müssen auch wieder deutlich machen, dass es nicht abgehobene
- 1:26:03philosophische Diskurse irgendwelcher Spezialisten sind,
- 1:26:05das geht jeden was an, wir leben in der Demokratie.
- 1:26:08Demokratie heißt in Deutschland für alle, die demokratisch sein
- 1:26:11wollen. Ich bin verantwortlich.
- 1:26:13Und genau das, was sie eben gesagt haben, widerspricht ja
- 1:26:17der kantschen Ethik, die ja ihren Niederschlag findet im
- 1:26:21kategorischen Imperativ. Er drückt ihn auf
- 1:26:23unterschiedliche Weise aus. Ich hab mir notiert, handle nur
- 1:26:27nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst,
- 1:26:30dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
- 1:26:34So. Widerspricht, dass das also.
- 1:26:36Na, das war ja unethisches verhalten so.
- 1:26:38Ja, ich meine da, also da muss man gar nicht zu Kant gehen da
- 1:26:41das ist, das ist so eklatant jedem Kleinkind vermittelbar,
- 1:26:45dass das nicht funktionieren kann.
- 1:26:47Also mit Kant können wir die großen Grundlagen noch mal
- 1:26:53erklären, die haben wir ja alle vergessen, ja, also wir wir,
- 1:26:58wenn wir mit dem kategorischen Imperativ kommen müssten.
- 1:27:01Dann sind wir ja schon viel weiter, da haben wir schon klare
- 1:27:03Maximen. Ja, die Maximen sind das, was
- 1:27:06geprüft werden. Maxime ist sein oberster
- 1:27:08Bestimmungsgrund meines Willens, das heißt, Wer bin ich, wer will
- 1:27:11ich sein, wenn ich in den Spiegel gucke, will ich der
- 1:27:14sein, den ich da sehe, das ist eine Maxime.
- 1:27:16Die Antwort auf diese Frage ist eine Maxime, Ich will ein guter
- 1:27:19Mensch werden, ich will ein gesunder Mensch, ich will ein
- 1:27:21hilfsbereiter Mensch werden, solche Fragen, ja, das ist, was
- 1:27:24will ich für ein Mensch sein, wenn wir so weit sind, dann
- 1:27:26haben wir eine Kohärenzannahme schon im ganzen System, dann
- 1:27:29sind wir schon im Grunde das ist mehr als die halbe Miete, aber
- 1:27:33so, da sind wir ja gar nicht. Ja wir, wir haben ja noch nicht
- 1:27:35mal unsere primitivsten Triebe im Griff, wir haben ja nur noch
- 1:27:38Angst. Am Ende der Kritik der reinen
- 1:27:43Vernunft Kant ist zu kurzen Sätzen fähig, schreibt er nur
- 1:27:48der kritische Weg ist noch offen.
- 1:27:49Würden Sie dem zustimmen? Natürlich das aber warum nur
- 1:27:55das? Das ist der kritische Weg, ist
- 1:27:57der Weg des Lernens. Des sich selbst reflektierenden
- 1:28:00Lernens, das ist die Aufklärung, kritisch, wie gesagt, kritisch
- 1:28:03heißt nicht meckern, das muss man immer den Leuten heute
- 1:28:06sagen, da draußen irgendwo, wer uns auch mal zuhören mag, dann
- 1:28:10also kritisch heißt nicht ich krittele rum, kritisch heißt,
- 1:28:13ich weiß was ich sage, ich verstehe, woher diese und jene
- 1:28:16Annahme kommt, ich kann einordnen, ich kann zuordnen,
- 1:28:19ich kann rechtfertigen, das ist Kritik.
- 1:28:21Ja, und und das müssen wir lernen, ja.
- 1:28:23Der Weg der Kritik, der kritische Weg, das ist der Weg
- 1:28:27des Lernens, sagt Professor Ole Döring, China Experte, Philosoph
- 1:28:33und Schriftsteller. Wir bei gegen den Strom zeigen
- 1:28:36ihnen Positionen und Perspektiven, welche die
- 1:28:40Propaganda Medien verschweigen.