Latest / BZ am Ohr / Engländerunglück am Schauinsland – Die Lügen der Nazis wirken bis heute nach
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- Es ist ein Unglück, das auch 90 Jahre später noch berührt und bewegt. Sogar die Journalisten, die zum Engländer Unglück recherchierten. Und sie hat da gestanden, hat eine Rede gehalten, in dem sie gesagt hat, ohne sie, also ohne die Hofsgründe, wären wir nicht am Leben. Und das war ein Satz, also das hat irgendwie alle, sie hat für alle gesprochen, von den Angehörigen. Am 17. April 1936 bricht ein britischer Lehrer mit seinen 27 Schülern zu einer Wanderung auf den Schauensland auf. Am Ende sind fünf der Schüler tot, erfroren, weil der Lehrer sämtliche Warnungen missachtete. Die anderen überlebten nur, weil sie von einigen Hofsgrundern gerettet wurden. Diese Rolle zu haben, dass die irgendwelche Helden sind, weil die sagen, das ist ganz selbstverständlich, dass wir die gerettet haben. Jetzt Mitte April, 90 Jahre später, kehren die britischen Nachfahren der Überlebenden und auch Angehörige der Opfer an den Ort des Geschehens zurück und treffen auf die Hofsgrunder, deren Eltern oder Großeltern damals an der Rettungsaktion beteiligt waren. Mit dabei war auch Kate Connolly. Sie ist Berlin-Korrespondentin des Guardian und hat durch ihre journalistische Arbeit viel dazu beigetragen, dass es zu diesen Treffen in Hofsgrund überhaupt kam. Zusammen mit dem Freiburger Historiker Bernd Heinmüller hat sie Details des Unglücks aufgedeckt, die vorher von den Nazis vertuscht worden waren. Es ist wirklich eine ganz spannende Geschichte, eine Tragödie, die so in der Region eigentlich ihresgleichen sucht. Und im Podcast spricht Kate Connolly über Bilder dieses Wochenendes, die ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen werden, über die späte Heilung der Angehörigen und auch das moralische Ausmaß der Geschichte. Und warum es stimmt, dass die Wahrheit am Ende immer ans Licht kommt. Mein Name ist Gina Kuttkatt und ihr hört BZ am Ohr. Herzlich willkommen im Podcast, Frau Connolly. Zu Beginn habe ich ein Geräusch für Sie mitgebracht, das wir uns jetzt einmal gemeinsam anhören. Kirchenglocken spielen ja eine große Rolle im Zusammenhang mit dem Engländerunglück am Schauensland, damals wie auch heute. Können Sie das unseren Hörerinnen und Hörern mal erklären, warum die Kirchenglocken so eine besondere Bedeutung haben? Ja, das waren die Kirchenglocken, die die Jungs gerettet haben, die gerade auf dem Berg waren, nach einer sehr missglückten Wanderung mit ihrer Lehre. Die waren, das war schon am frühen Abend und die Jungs waren seit dem frühen Morgen unterwegs und waren letztendlich ziemlich am Ende. Zwei der größeren jungen haben also die haben diese glochen gehört und sind dann in die richtung diese glochen gegangen haben dann ein licht gesehen in einem haus in hofsgrund und sind dahin gegangen haben auf die tür geklopft und diese glochen wurden noch mal geläutet 90 jahre später in der Kirche, St. Laurentius Kirche in Hofsgrund, wo sehr viele Leute gesammelt waren. Auf der einen Seite waren Familienmitglieder von Überlebenden, so wie von einem Junge, der umgekommen ist, und auf der anderen Seite, kannte man sagen, oder verstreut in der ganzen Kirche waren, Leute aus Hofsgrund und auch einfach Leute, die sich für diese ganze Geschichte interessiert haben. Der Priester hat dann gefragt, ob die Glocken bitte geleuchtet werden können und das hat dazu geführt, dass alle, die in der Kirche standen, total gefasst waren, total, also jetzt wenn ich dran denke, Das war auch so, das war so ein mächtiger Moment. Und weil alle sind einfach fixiert, haben zurückgeblickt von vor 90 Jahren und wussten genau, das sind diese Glocken. Und ja, das war einfach sehr bewegend. Und wir wissen in der Literatur, also man sagt Glocken, also das ist auch ein Zeichen, der Glocke läutet und das ist ein Zeichen, also der Glocke ruft und das ist, man wird daran erinnert, dass man auch irgendwann mal sterben wird. Aber in dem Fall war das ein rettendes Signal für viele Jungs. Und eben jetzt an dem Gedenkwochenende am Mitte April war es eben, wie Sie beschreiben, ein ganz bewegender Moment gewesen sein. Sie haben das auch in einem Artikel geschrieben. 90 years on the day, as the bells sounded again, there was hardly a dry eye in the congregation of British relatives and German villagers. Also auf den Tag genau 90 Jahre später, als die Glocken erneut läuteten, blieb in der Gemeinschaft aus britischen Verwandten und deutschen Dorfbewohnern kaum ein Auge trocken, als sie sich an jene Nacht erinnerten, die ihre Eltern und Großeltern zusammengebracht hatte. So schreiben sie in ihrem Artikel. So schreiben sie in ihrem Artikel. Bevor wir über das Zusammentreffen der Einheimischen und den englischen Angehörigen sprechen, müssen wir noch einmal kurz zum Unglück im Jahr 1936 zurückkehren. Der britische Lehrer Kenneth Keast war mit 27 Schülern der Londoner Strand School in Freiburg zu einer Osterwanderung aufgebrochen. Ihre Mission? Eine 21 Kilometer lange Wanderung über den Schauensland nach Tottenauberg. Sie waren bei kaltem Wetter mit vollkommen unzureichender Ausrüstung unterwegs. Kurze Hosen, zwei Schinkenbrote pro Schüler, kein Wasser und eine ungenaue Karte. Der Plan endet in einer Tragödie. Fünf Jungen zwischen 12 und 14 Jahren starben an dem Tag. Francis Bourdieu, Peter Ellacamp, Stanley Lyons, Alex Jack Eaton und Roy Martin Witham. Im Gutachten des Gesundheitsamtes vom 20. April heißt es, der Tod ist bei sämtlichen fünf Jungen auf Erschöpfung und Erfrierung zurückzuführen. Eine Rettungsaktion mit Skiern und Schlitten der Bürger von Hofsgrund verhinderte, dass noch mehr Menschen ums Leben kamen. Unklar war lange Zeit die Rolle des Lehrers. Warum ging Kenneth Kies los und ignorierte die Warnung der Einheimischen? Die Geschichte der Rettungsaktion wurde vertuscht durch eine Propagandalüge der Nazis. Und Sie waren jetzt eben als Journalistin in Hofsgrund vor Ort. Und 90 Jahre nachdem dieses Unglück geschehen ist, haben sich jetzt, muss man einfach nochmal so zusammenfassen, Die Familien der Überlebenden und auch immer eins der Opfer sind an den Ort des Geschehens zurückgekehrt. Und mein Kollege war auch vor Ort und er schreibt über das Wochenende, alte Schuldgefühle treffen auf neue Dankbarkeit. Können Sie uns noch mal so ein bisschen zurücknehmen mit so in die Atmosphäre? Was haben Sie erlebt? Wie sind die beiden Gemeinschaften auch aufeinander zugegangen? Wie war der Austausch? Ja, das war ein richtig regelrechts Austausch. Also ich denke, erst mal war das, man muss denken, dass viele dieser Angehörigen haben erst vor nicht allzu langer Zeit erfahren, was mit ihrer Väter oder Großväter passiert ist damals oder in einem Fall einem Onkel. Also das war ein Erlebnis für diese Jungs vor 90 Jahren, ein sehr traumatisches Erlebnis. Ob man das überlebt, also auch wenn man das überlebt hat, war das natürlich ein großes Trauma. Und dass diese Familien dann zurück, also an dem Ort zurückgekommen sind, haben erfahren, dass es die Hofskunde waren, die ihre Angehörigen gerettet haben oder versucht haben zu retten und die. Aber die Hofskunde in der Regel haben kein Englisch gesprochen, die Angehörigen haben kein Deutsch gesprochen. Aber durch diese Kirche, diese Zeremonien der Kirche, diese Messe, fand eine Art Kommunikation statt, ohne dass man, also es wurde auch ein bisschen was übersetzt. Aber zum Beispiel, es ging eine Frau, Jenny Davis, ging auf dem Altar und hat eine sehr bewegende Rede gehalten. Sie war die Tochter von Douglas Mortify. Douglas Mortify war ein 17-Jähriger damals, ein sogenannter Prefect. Also er hatte eine Rolle der Verantwortung für die jüngeren Jungs und er ist einer der zwei Jungs, der zu diesem Bauernhof, zu dem Dobelhof gegangen ist und geklopft hat. Und sie ist seine Tochter, Mitte 70, würde ich schätzen. Und sie hat da gestanden, hat eine Rede gehalten, in dem sie gesagt hat, ohne sie, also ohne die Hoffsgründe, wären wir nicht am Leben. Und das war ein Satz, also das hat irgendwie alle. Sie hat für alle gesprochen von den Angehörigen und die Hofskunde, glaube ich, haben das verstanden, auch wenn man versucht nachher, ich habe versucht nachher mit Hofskunde zu sprechen und die. Finden das, glaube ich, nicht so leicht, diese Rolle zu haben, dass die irgendwelche Helden sind, weil die sagen, das ist ganz selbstverständlich, dass wir die gerettet haben. Trotzdem sickert es schon ein bisschen durch, dass die verstehen, was für eine Wichtigkeit das hat und die genießen auch und haben genossen, dass es diese Zusammenkommen gegeben hat zwischen diesen Engländern und diesen Hoffsgründen. Und natürlich, obwohl es keine Überlebende gibt aus der Zeit von vor 90 Jahren, war das irgendwie doch wie zwei ganz verschiedene Welten, die irgendwie dann zusammengekommen sind. Und das war, als ob wir gleich, also wir waren in der Gegenwart, ganz fest in der Gegenwart mit all diesem politischen Durcheinander, was wir jetzt haben und Kriege und so weiter. Sofort und Fake News und was weiß ich. Wofür diese Geschichte eine große Relevanz hat in der jetzigen Zeit, aber wir waren auch zurück, wir haben auch zurückgeblickt in der Welt von vor 90 Jahren, wo natürlich Deutschland und England kurz davor waren, Krieg gegeneinander zu, also in Krieg gegeneinander zu gehen und ja, ich hoffe, dass das nicht zu. Groß ist, was ich versuche darzustellen, nicht zu übertrieben. Aber ich hoffe, dass Sie verstehen, diese Dimension, in der wir uns gefunden haben. Und niemand hätte das wahrscheinlich so richtig wissen können im Voraus, was für eine Wirkung, es haben wird durch diese Zusammenkunft. Das war keine Inszenierung, das will ich sagen. Und wir haben ja jetzt die Kirche zum Beispiel angesprochen, aber an dem Wochenende wurde zum Beispiel auch eine Wanderung unternommen zu den Denkmälern. Es wurden die Denkmäler angeschaut, es wurden nochmal Ansprachen gehalten. Gibt es ein Bild von diesem Wochenende, was Ihnen so richtig in Ihrem Gehirn eingebrannt ist, um es mal so zu sagen, wenn Sie daran zurückdenken? Ja, das sind verschiedene Bilder. An einem Freitagabend sind wir auch durch Freiburg gegangen und der Bernd Heinmüller, Historiker aus Freiburg, hat uns einige Standorte gezeigt. Und eine davon war ein Jugendherberger. Also damals war es ein Jugendherberger. Jetzt, glaube ich, ist es Teil von der Universität von Freiburg. Und das war der Jugendherberger, Peterhof, glaube ich, heißt es, wo die Jungs damals übernachtet haben. Bevor sie aufgebrochen sind, gell? Also die Nacht, bevor sie aufgebrochen sind, waren sie in der Jugendherberge. Dann waren sie da, genau. Und an einem Tag, wo die auf die Wanderung gegangen sind, sind die von dort aus losgegangen. Jedes Kind mit zwei Brötchen und also kein Wasser und wie wir wissen, sehr inadäquat angezogen. Also das, das war schon berührend und auch weil manche, eine Familie, die Familie von Norman Hörn, die sind einfach durch Freiburg gegangen, die kamen ein bisschen früher an und haben diese Jugendherberge für sich entdeckt. Und das war für die dann, die haben gesagt, ja, das ist genauso wie auf dem Bild, wo der Vater steht und so weiter. Und ich denke, das waren diese Stationen, die wir besucht haben, auch die. Wo man ein Gefühl haben könnte, wie es war für die Jungs ein bisschen. Also wir waren auch vor dem Dom und wie wir wissen, die Jungs sind auf dem Dom aufgestiegen. Also die sind in dem Freiburg-Monster. Genau. Und der eine hatte ein Modell davon und hat es mit nach Hause genommen, ein Souvenir. Und erst die Familie wusste nicht, warum das für ihn so wichtig war, diese Dom, diese Munster-Modell zu haben. Und erst viel, viel später haben die natürlich gewusst, was für eine Bedeutung es hatte. Das wäre wahrscheinlich ihr letzter glücklicher Moment oder also ein Aufenthalt oder ein Besuch, wo diese ganze Gruppe zusammen war und wo alle glücklich waren. Also. Und dann, wie Sie sagten, nach der Kirche an dem Samstag sind wir dann, wir sind die Schritte der Jungs nachgegangen. Natürlich nicht Kappelwand und diese gefährlichen Steilorte und so weiter. Und wir sind nicht quer Feld gegangen, wir sind auf dem Weg geblieben. Trotzdem sah es sehr schön aus. Das Wetter war super schön im Vergleich zu vor 90 Jahren. Das war so wie eine Perlenkette, also die Leute so im Hintergrund, die Kirche und Leute kamen miteinander ins Gespräch. Und der Sohn von Norman Hearn, einer der Überlebenden, also der Sohn heißt Stephen Hearn, hat nachher zu mir gesagt, das war ein bisschen wie ein spirituelles Erlebnis. Er hat gesagt, er fühlte sich so eng mit seinem Vater in dem Moment, wo er diese Wanderung gemacht hat. Also das ist auch etwas, was man im Voraus nicht wissen kann, was die Wirkung ist. Dann gingen wir alle zu diesem sogenannten engländischen Denkmal, also wie wir jetzt wissen von der Hitlerjugend. Errichtet wurden, so ein richtig bombastisches Ding und haben es da gesammelt und haben ein bisschen von Bernd Heinmüller, der Historiker, ein bisschen was gehört, auch über Neuigkeiten zu seinen Recherchen. Und dann gingen wir hoch und haben den Mahnmal für die sogenannte Eton-Mahnmal angeguckt. Und das ist im Vergleich, also ganz klein, also Granit, glaube ich, ist das so ein grauer Kreuz, wo draufsteht, also so etwas wie, wir gedenken, die Jack Eaton und seine Klassenkameraden, die hier gestorben sind oder und dann genau, dann ist auch eine leere Teil davon, wo er einen Teil des Inschriftes wegmacht. Und da haben wir uns gesammelt und das war besonders. Bewegend, weil das ist das, was man jetzt als der eigentliche Mahnmal wahrnimmt und nicht diese große, bombastische. Aber beide Mahnmale haben einen sehr wichtigen Platz in dieser Geschichte. Und wie wir wissen, das ist der Ort, das ist der Platz, die Stelle, wo Jack Eaton, der 14 Jahre und 10 Monate alt war, der war der Boxing-Champion von der Schule, er ist dort gefallen und dort gestorben. Er war der erste Junge, der gestorben war und sein Vater ist nach dessen Tod eben an den Ort des Geschehens gereist und hat dort dieses Denkmal errichten lassen und wollte eben eine Inschrift draufstehen haben. Ihr Lehrer hat sie im entscheidenden Moment im Stich gelassen und das war aber eben ein Satz, der von den Behörden verboten wurde. und die Nichte von Jack Eaton, das ist Frau Nancy Whelan, die war jetzt auch an dem Wochenende dabei. Können Sie noch mal ihre Rolle erklären? Nancy Whelan ist die Nichte von Jack Eaton, wie Sie sagten. Jack Eatons Vater ist am nächsten Tag gekommen, wie Sie sagten. Er ist nach Freiburg geflogen und, Hat nicht glauben können, was passiert ist und hat ganz starken Verdacht, dass irgendwas nicht stimmt in dieser Geschichte, was der Lehrer erzählt hat, dass er im Blizzard gewesen ist, gekommen ist und dass die Jungs sind in Schwierigkeiten geraten und er hat dann letztendlich die meisten Jungs gerettet und so weiter. Er wollte das nicht glauben. Diese Geschichte hat ihm sein Leben lang gefolgt. Er hat seinen einzigen Sohn verloren. Nancy hat mich dann in dem Dorfhaus nachher erzählt, dass er auch eine ältere Schwester hatte. Und diese ältere Schwester hat sehr darunter gelitten, weil die Eltern waren so vollkommen ungewöhnlich. Fertig, dass die ihr Sohn verloren haben und haben die ältere Schwester, die auch natürlich total gelitten hat, irgendwie vernachlässigt, waren auch bemüht, noch ein Kind zu bekommen, haben dann eine Tochter bekommen, sie hieß Jacqueline, also letztendlich nach Jack genannt, auch eine Burda war für ihre, also und die Tochter von Jacqueline ist Nancy, die da war, um ihre Familie zu, vertreten und hat gesagt für die ganze familie auch für jacqueline auch für die mutter von jack den sie nan hieß also ihre großmutter ihr leben lang wollte sie nur dass die wahrheit ans licht kommt und und sie ist zu tränen gerührt worden als sie zu diesem kreuz gegangen ist und hat ihre hand darauf gehalten und ja war letztendlich dort an dem Ort, wo ihr Onkel, den sie nie kannte, natürlich gestorben ist und hat auch diese Burde in sich getragen, was die ganze Familie über diese Jahrzehnte auch getragen hat. Und ja, für sie, glaube ich, war das eine Art, fast eine Art Erlösung da zu sein. Also so hat sie das auch ausgedrückt. Also so eine Art späte Heilung, was dieses Wochenende vielleicht auch für die Angehörigen gewesen ist. Ja, genau. Für sie war dann wichtig, sie hat das dann mit der Bürgermeister besprochen, Hans-Peter Ries, war wichtig zu wissen, was kann man machen, diese Inschrift, was sie erwähnt haben, wieder auf dem Kreuz zu bekommen. Und er hat sie versprochen, dass er sich bemühen würde, dass diese Inschrift wieder darauf kommt, dass der Lehrer die Kinder in ihrer Stunde des Leidens vernachlässigt hat. Und es war fast als ob ein stein von ihre also dass das das ist das war wie eine borde ist von ihre schulter gefallen als er das gesagt hat also müssen gucken was passiert das ist keine leichte sache wahrscheinlich das ist eine mal wir sind in deutschland wissen dass die sachen nicht unbedingt so leicht sind man muss wahrscheinlich durch verschiedene behörden gehen aber sie meinte Sie kommt zurück mit ihrem Mann und ihren Jungs, ihren Söhnen und freut sich darauf, wenn diese Mann mal diese Inschrift wieder bekommt. Um so diesen ganzen Hintergrund zu verstehen, warum das so eine Bürde war, warum diese Inschrift entfernt wurde, müssen wir vielleicht nochmal einen kleinen Schritt zurückgehen. Und zwar vielleicht zu Ihren Recherchen im Jahr 2016. Weil da haben Sie einen Long-Read-Artikel für den Guardian geschrieben. The Fatal Hike That Became a Nazi Propaganda Coup. Die tödliche Wanderung, die zu einem NS-Propaganda-Coup wurde. Da haben Sie eben vor zehn Jahren lange am Schauensland und in Freiburg recherchiert. Wie sind Sie denn überhaupt auf dieses Thema aufmerksam geworden? Wann haben Sie von dem Engländerunglück zum ersten Mal erfahren und durch wen? Bernd Heinmüller. Bernd Heinmüller, der ist Freiburger. Er ist, ja, man sagt, man hat, man beschrieb ihn auch am Wochenende als Hobbyhistoriker und eigentlich ist er Vollzeithistoriker mittlerweile. Also der ist auch lehre jahrelang gewesen in rente jetzt und hat 26 jahre lang an diese geschichte recherchiert und er hat mich wahrscheinlich war das denke ich mal 2014 oder 15 kontaktiert und hat gefragt ob ich ob ich interesse hätte weil er wusste er hat eine interessante geschichte und, Erstmal habe ich gedacht, das ist so lange her und was kann das von Interesse haben. Sie müssen auch verstehen, ich bin Korrespondentin für The Guardian. Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf aktuelle Themen, aktuelle Nachrichtenthemen und tagesaktuelle Sachen. Und es ist ganz schwierig manchmal etwas, was länger braucht zu recherchieren. Das ist ganz schwierig, die Zeit zu finden. Ich hatte nicht die Bandbreite dafür. Hatte auch zwei ziemlich kleine Kinder und war einfach glücklich, diese tagesaktuelle Sachen zu bewältigen. Und aber irgendwann, und er hat immer wieder nachgehakt, ja, ja, bist du nicht interessiert und so weiter. Und dann habe ich mich irgendwann mal da hingesetzt und mich damit auseinandergesetzt. Und dann habe ich gedacht, wow, das ist schon eine interessante Geschichte. Ich hatte nie davon gehört und ja und da fing es an und dann haben wir etwas ins rollen gebracht weil es waren sehr viele lücken es sind immer noch lücken in diese geschichte aber wir konnten zusammen gemeinsam auch mit einem kollege von mir bei guardian in london der archivist ist konnten wir viele Löcher füllen und dann haben wir gemerkt, was für eine Dimension diese Geschichte hat. Dass es viel mehr war als, sage ich mal, nur eine Wanderung von 27 Schuljungs, was schiefgegangen ist. Also das hatte eine große politische Dimension, auch eine große moralische Dimension. Können Sie die politische Dimension kurz zusammenfassen? Ich werde den Artikel unten in der Folge verlinken, weil es ist wirklich spannend, was Sie da alles aufgedeckt haben und auch Herr Heinmüller. Aber dass wir eben verstehen, warum es für die Angehörigen einfach so wichtig war, dass sie jetzt überhaupt von dem Thema erfahren haben. Warum wussten Sie vorher nicht davon? Zur Zeit des Unglücks. Wie wir erzählt haben, beschrieben haben, waren die Hofgründe sofort da. Der Arzt, der Urlaub gemacht hat, war da. Die Sanitäter sind gekommen. Also alles unter sehr, sehr schwere Bedingungen, weil das Wetter so schlecht war. Und die Polizei wurde informiert und so weiter und so fort. Also aber ganz schnell, es ist wirklich in der Zeit, was wir haben, es ist schwierig, das alles zusammenzufassen, aber es gab zu dem Zeitpunkt sehr eifrige Kommunikation zwischen deutschen Diplomaten und britischen Diplomaten, die versucht haben, einen Krieg zu vermeiden. Zumindest das war diese Appeasement-Politik, was die Engländer betrieben haben, haben gedacht, ja, wenn wir uns, wenn wir die Deutschen als Freunde haben, dann wird es nicht zum Krieg kommen. Wiederum haben viele Deutsche gedacht, wenn wir mit den Briten befreundet sind, dann haben die wahrscheinlich auch gedacht, wir können Freunde bleiben, beziehungsweise es kommt nicht zum Krieg, während andere wollten, dass es zum Krieg kommt. Oder beziehungsweise da waren sehr, sehr viele Interessen da vertreten in dieser Position. Die Hitlerjugend ist ganz schnell in diese Geschichte eingestiegen. Der leiter von der nazi von der hitler jugend baldur von schirack der enge verhältnisse hatte zu der boy scouts movement also die sogenannte fahrtwende bewegung in großbritannien hat dann ganz schnell. In die Wege geleitet, so eine Version der Geschichte, was hieß, dass die Hitlerjugend die Jungs gerettet haben. Das sollte dann wie eine Visitenkarte, wie ein Signal ausschicken, wie toll, wie gastfreundlich, wie hilfreich die Deutschen sind, weil die deutschen Jungs, die Jugendlichen, haben die britischen Jungs gerettet. Das war eine sehr very convenient truth, also das war eine sehr geschickte Version, was passte in der Versuch von damals, diese Freundschaften aufrechtzuerhalten. In einem größeren Kontext, das sieht man auch, wenn man in den Dokumentationszentrum in Freiburg geht, der Schwarzwald ist für sehr viele Briten damals ein super beliebter Urlaubsort. Und ich denke, das in Kombination, das passte, weil man kannte das als ein Lieblingsort, wo man gerne Urlaub gemacht hat. So und ja, also insofern war das dann, also insofern können wir sagen, das war der Punkt, wo die Hofsgründe sozusagen aus der Geschichte rausgequetscht worden sind. Und das war glaube ich für die familien für die angehörigen in großbritannien das war alles nicht so wichtig für die war wichtig dass ihre jungs die jungs die überlebt haben heil nach hause gekommen sind und diese politische dimension war fast zu viel das ist etwas womit man sich nicht so richtig beschäftigt hat. Der Lehrer, der Kenneth Keast, der war damals 27, sehr jung, hat im Voraus. Vor dieser Reise, bei einem Eltenabend. Die Elten überzeugt, wir gehen im Schwarzwald, wir gehen nach Freiburg, wir machen eine Wanderung über zehn Tage. Es wird alles super sein. Und es ist wie Frühling da, tolles Wetter und so weiter und hat es verglichen mit einer leichten Wanderung in irgendeiner Nähe von London auf einem Berg, was total nicht im Verhältnis war, aber überhaupt, er hat es sehr schmackhaft gemacht. Und wie wir jetzt wissen, war der Lehrer, Er hat sich total übernommen, hat überhaupt nicht gewusst, was er macht, war unerfahren in diese Gegend, hat die Wanderung nicht im Voraus gemacht, soweit ich mich erinnern kann, und war sehr unvorbereitet. Also er hatte eine Karte, was eine Größe von 1 zu 100.000 hatte und eigentlich, das betont Bernd Heinmüller immer wieder, hätte es eine Größe von 1 zu 25.000 haben müssen, um überhaupt praktisch oder nutzvoll gewesen zu sein. Dann kam der Tag, wo die losgegangen sind von Freiburg. Es war schon auf die Dächer so Eis und die sind dann losgegangen. Und dann gab es mehrere Warnungen, also von einem Postbeuter, von einer Frau in eine Kneipe, die gesagt haben, das ist nicht zu machen, das ist nicht zu schaffen, ihr solltet umkehren, das geht nicht. Und er ist in einer ziemlich arrogante Art und Weise einfach weitergegangen und hat diese Warnungen ignoriert. Eine interessante detail der eine der angehörigen hat mir gesagt sein vater hat ihn erzählt dass sein onkel hat hat ihn erzählt dass die sogar quatsch gemacht haben am anfang die jungs ziemlich am anfang und haben ein brötchen hochgeschmissen in einem baum und die, Die wissen, dass der Lehrer sich nur im Kreis gedreht hat, weil die zurückgekommen sind und haben diesen Baum gesehen, wo das Brötchen hing noch in dem Baum. Das heißt, die Jungs haben mindestens ab diesem Zeitpunkt gewusst, dass irgendwas nicht stimmt. Also Lehrer hat die Warnungen ignoriert und die sind dann in dieser katastrophalen Lage gelandet dadurch, dass die nicht zurückkehren konnten und konnten keine Wege sehen, konnten keine Schilde sehen und so weiter. Und der Lehrer wurde aber von den Nationalsozialisten hinterher als Held dargestellt. Genau, genau, genau. Es passte der Lehrer zu sagen, ich bin nicht schuld, obwohl es sehr viele Hinweise gegeben hat, dass er tatsächlich eine große Rolle gespielt hat in was alles falsch, also es hätte nicht passieren müssen. Das war kein Freakstorm, also kein irgendwas, was aus dem Nichts gekommen ist, diese Wettelage. Es passte ihnen zu sagen, ich bin nicht schuld, ich habe sogar die Jungs gerettet. Und es passt auch diese politische Erzählung zu sagen, dass die Jungs in einem Blitz gelandet sind, was irgendwie so ein Naturereignis, was man nicht hätte vorhersagen können und dass die Hitlerjugend ihn gerettet haben. Und auch weil man nicht wollte, also der Stadtanwaltschaft in Freiburg hat Kiest der Lehre vernommen und es gab Bewegungen. Also es gab der Versuch, ihn vom Gericht zu bringen, aber es passte weder die deutschen Diplomaten noch die britischen Diplomaten und die wollten, dass alles einfach, dass alles stillgelegt wird. Und so ist er irgendwie davongekommen, kann man sagen. Und er dürfte aber erstmal keine Schulausflüge mehr machen ins Ausland. Die hat er später gemacht. Er hat weite Karriere gemacht, ist sozusagen weiter gestiegen, ist promotet worden als Lehrer. Und letztendlich arbeitete er in einer Public School, also das ist eine Privatschule für reiche Leute, wo sehr viele Prominente zur Schule gegangen sind, unter anderem Kate Middleton, die Frau von der zukünftigen König Englands, William. Also das ist schon eine sehr renommierte Schule. Es hat ihn nicht verhindert, Karriere zu machen, das, was in Hofsgrund passiert ist. Und jetzt schließlich nämlich auch der Kreis, die Geschichte von Nancy Whelan und ihrem Uncle Jack Eaton, der als erster gestorben ist, dessen Vater eben versucht hat, das alles aufzudecken und der, glaube ich, auch an dieser Geschichte ein bisschen psychisch drunter gelitten hat und deswegen auch die späte Heilung für die ganze Familie. So kann man es, glaube ich, zusammenfassen. Ja, genau. Der hat immer gekämpft, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Er hat auch, weil er keine vernünftige oder also niemand von den Behörden wollten ihn richtig zuhören, dann hat er wahrscheinlich, meiner Meinung nach, sah er keinen anderen Weg als einfach der Leere zu belästigen. Er ist zu seinem Haus gegangen, hat mehrmals Kränze hingebracht an dem Todestag seines Sohnes und ist vor dem Tor des Strandschool gestanden, also die Schule, wo die Jungs herkamen. Strand School in Südlondon, ist da gestanden und hat die Schüler gefragt, wieso gehst du auf diese Schule, wenn es so eine schreckliche Lehre gibt, so sinngemäß. Das habe ich alles mit Nancy Wheeling besprochen. Sie hat gesagt, natürlich findet sie das ganz schrecklich, was er gemacht hat, aber irgendwie im Hinblick oder man kann das verstehen in diesem Kontext. Total verzweifelt, das war sein Lieblingssohn. Er hat alles da reingesteckt in seinem, also liebte ihn über alles. Und er war, hat mir Nancy gesagt, das hat sie immer wieder gehört, wie begabt der war. Und ja, der konnte nicht damit umgehen. Und dann diese, diese. Dieser Versuch, die Geschichte einfach unter den Teppich zu kehren, das, glaube ich, war für ihn unverträglich, also unerträglich. Sie haben ja am Anfang das große Bild gezogen von Fake News von heute, die Lügen der Nazis. Ich habe eben Ihre große Recherche oder Recherchin zu dem Thema angesprochen. Sehen Sie Ihre journalistische Arbeit auch? Ja, was für eine Bedeutung hat dieses Thema für Ihre journalistische Arbeit? Was haben Sie so selbst dabei festgestellt? Welche Werte, welche Lehren haben Sie daraus gezogen? Ja, sehr gute, sehr gute Punkte. Also ich habe auch mit der Kollege von der Badische Zeitung da gesprochen am Rande, Peter Disch. Ja, er hat mir gesagt, eigentlich, eigentlich sollten wir neutral bleiben. Aber bei manchen Geschichten kann man das nicht. Und wir waren total eine Meinung. Das war ein Moment, er hat das super zusammengefasst. Weil, wie Sie gesagt haben, ich war total berührt von diesem Moment, wo die Glochen gespielt haben, Glochen geläutet haben. Wir haben auch in der Kirche, alle haben Hände gehalten und wir haben gesungen. Und das war einfach dieses Zusammenkommen. Und ich denke, das ist das, was für mich am wichtigsten war, dass man Leute zusammengebracht hat. Die sich gegenseitig die Geschichte erzählen konnten. Also der eine, der Neffe von ... Einer der Jungs, Mitchell, er hat mir gesagt, wir wissen die grobe Geschichte, aber es sind die Kleinigkeiten, die wir jetzt miteinander teilen können, die total wertvoll sind. Das waren so kleine Details über, dass der Ken Osborne, der Kleinste der Jungs, wahrscheinlich überlebt hatte, weil er eine Regenjacke anhatte, so ein Cape, so ein großes Ding, was man damals getragen hatte. Das hat ihn wahrscheinlich trocken gehalten, hat ihn geschützt ein bisschen vor dem Wind. Und obwohl die meisten Jungs total schlecht angezogen waren mit sogar Sandalen und Halbschuhe und so arme kurze Hosen, er hat es überlebt. Also dann diese Detail mit den Brötchen in den Bäumen, was die Jungs gesungen haben. Da waren auch die Töchter von. Ken Osborne, die hatten sein Tagebuch mitgebracht und haben das auch an das Museum verschenkt, weil die haben gesagt, das ist etwas, was sie viel besser aufheben können. Wir wissen, wo es ist, es ist sicher, es wird nicht irgendwie auf dem Dachboden verloren gehen und so weiter. Das war so dieses Sammelsurium von allen möglichen Kleinigkeiten, die diese Geschichte das gemacht hat, zu das, was es ist. So diese menschlichen Aspekte, wer welche Entscheidung getroffen hat, wann. Also die Geschichte ist so reich und tief, aber das kann man nur über eine ganz lange Zeit herausfinden. Die Postkarte auch von Ken Ausbund, das kommt auch in den Museum, was er seine Eltern geschickt hat, wo er gesagt hat, sie werden gehört haben, dass es ein Unglück gegeben hat. Ich sollte euch schreiben, zu sagen, dass ich das überlebt habe. Und dann hat er dann so etwas wie I am okay, hat er so unterzeichnet. Also ich habe das gesehen und habe auch gedacht, mein Sohn ist auch so ähnlich alt wie er damals und das hat mich richtig dieses Mal so richtig berührt in einer Art und Weise, wie ich vor zehn Jahren nicht berührt war an dieser Geschichte. Also man lernt auch durch diese Geschichte, dass die Wahrheit irgendwann ans Licht kommt und ich denke, das ist das, was einem berührt. Aber wie gesagt, es sind immer noch Fragen offen und Bernd Heinmüller, ich denke, er hofft, dass andere Leute jetzt vielleicht diese Arbeit übernehmen werden, ein bisschen weiter. In den Archiven zu gehen und so weiter. Wer, also ob, also er ist fest davon überzeugt, dass jemand auf einem ganz hohen Niveau in die britische Politik oder Medienwelt damals diese Lehre Kenneth Keast geschützt hat. Und das wäre natürlich sehr, sehr spannend herauszufinden, wer das gemacht hat. Haben Sie denn jetzt trotzdem das Gefühl, diese 90 Jahre Gedenkfeier, dass die Angehörigen zu so einer Art Abschluss gekommen sind? Oder wie Sie sagen, die Recherchen gehen wahrscheinlich noch weiter. Wird es ein erneutes Wiedersehen vielleicht zwischen den Hofsgründern und den Engländern geben? Ich kann mir vorstellen, dass in zehn Jahren, da haben wir so ein bisschen Witz darüber gemacht, ich denke, ich kann mir richtig vorstellen, dass es für das hundertjährigste Jubiläum, dass es ein Wiedersehen geben wird. Was ich sie haben gefragt welche momente waren wichtig der eine war auch als wir gruppe zurückgegangen sind zu dem bauernhof wo douglas morty fee und sein klassenkamerad an die tür geklopft haben und da wurden wir empfangen von der enkel von die diese ehepaar die damals die Lorenzes, die damals die Jungs reingebracht haben. Und der Kackelofen von damals, ein ganz schöner grün, tiefgrüner Kackelofen, ist immer noch da. Und das war, glaube ich, das war auch ein Moment, was sehr, sehr wichtig war für die Familien. Weil die Jungs dort gerettet wurden, oder? Am Kachelofen wurden gewärmt als erstes. Genau, also sehr vorsichtig aufgewärmt, weil die waren natürlich völlig gefroren und man musste, er hat uns gesagt, also die Erzählung war, dass die auch woanders in dem Dorf, dass die mit Besen dann leicht geschlagen worden sind. Das klingt ein bisschen brutal, aber das war die Art und Weise, wie man die aufgewärmt hat. Ja, ja, genau, dass der Kreislauf wieder in Bewegung gekommen ist. Solche, das sind so, wie gesagt, diese Details, wo für mich als Journalistin, das sind so die Details, wo man denkt, wow, das ist authentisch, das kann man nicht erfinden. Aber das hört man manchmal so nur... Ganz zufällig, ganz im Vorbeigehen. Also auch die Gespräche mit Hofskunde, also die Hofskunde, wie gesagt, ich habe das schon erwähnt, dass die ihre Rolle ziemlich runtergespielt haben, haben gesagt, ja, das machen wir für jeden, der an die Tür klopft. Also es hat auch irgendwie was Bibliisches, ja, also diese Idee, dass wenn jemand Hilfe braucht, man klopft, die Tür wird aufgemacht und man bekommt Obhut da. Und die haben die haben nicht so viel erzählt aber das war irgendwie nachdem man versucht hat wissen mit denen ins gespräch zu kommen dann kommen dann doch kleinigkeiten raus oder also die sind relativ wortkarg aber dann hat mir der eine gesagt die eine frau gesagt die jetzt weggezogen ist aus dem dorf aber kommt zurück gerne kommt gerne zurück sie hat auch gesagt als kinder in dem dorf sind die mit dieser geschichte groß geworden und haben dann auch sich gewundert wie es sein kann dass jemand aus einem fremden ort kommt da hin und ignoriert alle warnungen also von leute dessen heimat das ist die wissen genau wie das wetter ist und so weiter. Und wie er so hätte so besserwisserisch sein können und gesagt hat, er weiß besser, ja. Er macht es trotzdem. Und sie sind die englischen Verhältnisse gewohnt, weil, glaube ich, auch ein Satz, der gefallen sein soll von dem Lehrer. Also die Hofsgründer oder die Schwarzwälder an sich haben ja auch den Ruf, eher bescheiden und ja, Wortkack haben sie, glaube ich, gesagt zu sein. Aber wenn man sie dann besser kennenlernt, was ja jetzt an dem Wochenende ein bisschen geschehen ist, auch wenn es ja diese Sprachbarriere dazwischen gab, dann ja, tauen sie ein bisschen auf. Genau. Und ich denke, dass der Marius Buhl, der ist aus Hofsgründen, der ist auch Kollegin von uns und sein Großvater war einer der Retter. Und mit ihm zu sprechen war auch sehr wertvoll. Und ich denke, weil er auch aus der jüngeren Generation kommt und ein bisschen Abstand hat, vielleicht kann er das dann auch besser kommunizieren. Und er hat gesagt, ja, wir lebten jahrzehntelang mit diesem riesen Mahnmal vor der Nase, aber es hat die Erzählung oder es hat eine Außenseiter wie Bernd Heinmüller gebraucht, um uns zu zeigen, was für eine. Unglaubliche Geschichte das ist. Ja, und natürlich auch Ihre Recherchen, das muss ich an dieser Stelle auch nochmal sagen, natürlich auch dazu beigetragen, Frau Köln, dass die englische Seite auch beleuchtet wurde und dass die britischen Familien auch überhaupt davon erfahren haben. Deswegen auch nochmal einen großen Dank an Sie und an Ihre Arbeit. Das stimmt, ja, danke, vielen Dank, danke. Ich denke aber, genau, ich denke. Wenn ich das schon gesagt habe, sagen Sie mir, aber erst Durchs Lesen dieser Geschichte in The Guardian 2016 sind viele Familien überhaupt darauf gekommen. In was für ein Unglück oder in was für eine Situation ihre Angehörige damals involviert waren. Also man muss auch denken, 36 ist das passiert. Kurze Zeit danach brach Krieg aus. Ja, und das ist etwas, was wir nicht erwähnt haben, ist, dass einige der Retter sind gefallen im Krieg. Auch von den Überlebenden sind manche gefallen, mindestens zwei. Das ist jetzt dokumentiert von den überleben haben gesagt ich kämpfe nicht gegen deutschen weil die haben mein leben gerettet und sind dann nach asien geschickt wurden also das ist auch ein aspekt was total erwähnenswert ist meine meinung nach krieg hat das ganze geschichte dann so es ist irgendwie so wie in die luft wie kann man das sagen so von den ganzen geschehnissen ja genau es ist total überlagert wurden von ganzen die ganzen geschehnisse im krieg noch dazu kam diese traume was die jungs erlebt haben man spricht nicht so gerne über traume damals hat man überhaupt kein therapie gehabt für solche sachen und noch dazu und das ist auch eine theorie von bernd heinmüller sind so diese. Eventuell diese Schuldgefühle, die die Jungs hatten, ihre Mitschüler gegenüber, die nicht überlebt haben und hätte man nicht mehr machen können und so weiter. Und ich denke, wenn man diese Schuldgefühle hat, dann will man nicht darüber sprechen. Und manche Familien, mindestens zwei, habe ich davon gehört, haben überhaupt nicht darüber gesprochen. Als die gestorben sind, haben die Familie so eine kleine Buchse gefunden oder irgendwelche Stapeln von Papier, Zeitungsartikeln, Fotos, also diese kleine Freiburg-Münster-Modell, solche Sachen. Und erst durchs Lesen dieser Geschichte in The Guardian haben die kapiert, worum es ging. Also warum, was deren Elchen oder Großelchen durchgegangen sind. Also insofern merkt man auch, wie kraftvoll eine Reportage sein kann. Ja, das haben Sie gut zusammengefasst. Frau Connolly, vielen Dank, dass Sie heute uns so ausführlich über Ihre Recherchen, das Wiedertreffen, auch die moralischen Aspekte gesprochen haben. Und ja, ich freue mich, dass Sie bei uns zu Gast waren. Vielen Dank für die Gelegenheit, darüber sprechen zu können.