Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #23 Folge 3: Die Krabben-Eimer-Lüge: Wenn dein "cleaner" Freundeskreis dich sabotiert
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen hier bei uns.
- 0:01Ich freu mich riesig, dass du heute wieder eingeschaltet hast,
- 0:04um dir Zeit für dich und deine Themen zu nehmen.
- 0:07Wirklich schön, dass du da bist. Heute haben wir ein Thema, das
- 0:11ja das viele vielleicht kennen, aber über das man nicht so oft
- 0:13spricht. Es geht um diese seltsamen
- 0:17Momente in der Recovery. Kennst du das vielleicht, wenn
- 0:20gerade die Leute, die dich eigentlich unterstützen sollten,
- 0:22dich irgendwie, na ja, ausbremsen?
- 0:25Genau. Wir stützen uns da auf einen
- 0:27Artikel von Gabriel von Nelix Berlin.
- 0:30Der nennt das Ganze die Krabben eimerlüge, also wie das eigene
- 0:33cleane Umfeld oder auch manche Helfer uns manchmal unbewusst
- 0:37kleinhalten können. Ein Starter, Titel, Krabben,
- 0:41Eimerlüge. Macht neugierig.
- 0:43Absolut und lass uns direkt ehrlich sein.
- 0:46Gabriel warnt in seinem Artikel auch, es ist eine Triggerwarnung
- 0:49dabei, er nimmt da kein Blatt vor den Mund, ist sehr direkt,
- 0:52kritisiert offen und fordert dich quasi auf Freundschaften
- 0:55und Ratschläge auch mal radikal zu hinterfragen.
- 0:58Das kann natürlich erst mal ja unbequem sein.
- 1:01Genau, es kann pieksen, aber vielleicht ist es ja genau das,
- 1:05was man manchmal braucht, um wirklich weiterzukommen.
- 1:07Manchmal braucht es diesen Anstoß von außen ja.
- 1:09Der Kern von dem Ganzen ist dieses Gefühl.
- 1:11Du machst Fortschritte. Du bist vielleicht gerade
- 1:13richtig gut drauf, hast Energie und dann kommen von anderen,
- 1:16sogar von anderen Klinen plötzlich so Kommentare,
- 1:19Skepsis, Warnungen. Die dich total runterziehen, ja.
- 1:23Genau. Bevor wir da jetzt aber richtig
- 1:25tief reingehen, ist es glaube ich wichtig zu wissen, wer
- 1:28Gabriel eigentlich ist. Also er ist der Kopf hinter
- 1:31Nielix Berlin, und er ist selbst von sucht und psychischen Themen
- 1:34betroffen. Das ist ein wichtiger Punkt.
- 1:37Das ist keine Theorie von außen. Eben.
- 1:40Das ist kein Gerede von jemanden, der nur darüber
- 1:42gelesen hat. Gabriel teilt auf seiner
- 1:44Webseite ganz offen seine eigenen Erfahrungen, um dir auch
- 1:46zu zeigen, Hey, du bist mit solchen Gefühlen nicht allein.
- 1:49Diese Authentizität ist Gold wert, finde ich.
- 1:52Ja, ihm ist diese echte Verbindung wichtig, so von
- 1:54Betroffenem zu betroffenem. So, und jetzt lass uns da mal
- 1:57eintauchen. Gabriel beschreibt eine
- 1:59Situation, die kommt dir vielleicht bekannt vor.
- 2:01OK, ich bin gespannt. Du bist stabil, vielleicht in
- 2:04dieser Phase. Manche nennen das ja die Pink
- 2:06Cloud, oder? Diese euphorische Zeit am Anfang
- 2:09der Nüchternheit, wo alles neu und super positiv scheint.
- 2:12Ja, kenn ich, alles ist möglich. Genau, du schmiedest Pläne,
- 2:16erzählst vielleicht Freunden oder in der Gruppe von deinen
- 2:18Erfolgen, bist voller Tatendrang und die Reaktion ziemlich
- 2:23ernüchternd oft. Na ja, statt Applaus kommt was.
- 2:28Na ja, Sätze wie Pass bloß auf, das ist bestimmt
- 2:31suchtverlagerung oder? Das klingt aber nach
- 2:34Arbeitssucht. Oder es kommen ungefragt so
- 2:37Lehrbuch Ratschläge, oft von Leuten, die gar nicht wirklich
- 2:40nachvollziehen können, was du gerade durchmachst.
- 2:42Puh, das fühlt sich an, als würde dir jemand den Stecker
- 2:46ziehen, oder? Total.
- 2:48Und genau da kommt diese Metapher ins Spiel, die Gabriel
- 2:51benutzt, der Krabbeneimer. Erzähl mal.
- 2:55Stell dir den Eimer vor voller Krabben, sobald eine versucht
- 2:58Rauszuklettern. Was machen die anderen?
- 3:00Die ziehen sie wieder runter. Genau.
- 3:02Und Gabriel sagt, das passiert eben auch in sozialen Gruppen,
- 3:06auch in Recovery kreisen. Dein Fortschritt, dein Versuch,
- 3:10aus dem alten Muster auszubrechen, wird oft total
- 3:13unbewusst von anderen sabotiert. Unbewusst.
- 3:16Das ist wichtig. Warum machen die das?
- 3:18Na ja, weil dein Aufstieg brein Rausklittern die anderen
- 3:21schmerzhaft an ihre eigene Stagnation erinnert, an ihr
- 3:24Festsitzen im Eimer sozusagen. Das ist hart, aber
- 3:28nachvollziehbar, wenn man drüber nachdenkt.
- 3:30Klingt erst mal krass. Ja, ist das denn?
- 3:32Wirklich so, dass die anderen einen aktiv runterziehen?
- 3:35Oder fühlt sich das nur so an? Was steckt da psychologisch
- 3:37dahinter? Gibt es da Erklärungen?
- 3:41Ja, das ist das faszinierende und oft auch schmerzhafte daran.
- 3:44Es ist eben mehr als nur ein Gefühl, da gibt es handfeste
- 3:47sozialpsychologische Gründe. Gabriel deutet das im Artikel ja
- 3:51auch an. Zum Beispiel?
- 3:52Da ist zum einen die Theorie des sozialen Vergleichs.
- 3:56Die hat schon Lion festinger beschrieben.
- 3:58Wir definieren unseren Selbstwert oft dadurch, dass wir
- 4:01uns mit anderen vergleichen, OK, und wenn du jetzt aufblühst
- 4:05plötzlich fitter, erfolgreicher, glücklicher wirkst als jemand,
- 4:09der dir vielleicht mal geholfen hat oder der sich selbst immer
- 4:11für stabiler gehalten hat, und dann kann das bei dieser Person
- 4:15einen schmerzhaften Abwärtsvergleich auslösen.
- 4:18Also die Person fühlt sich plötzlich schlechter im
- 4:20Vergleich zu dir. Das eigene Selbstbild gerät ins
- 4:23Wanken. Und dann kommt die negative
- 4:25Reaktion. Genau das kann unbewusst zu
- 4:28abwertenden Kommentaren oder übertriebener Skepsis führen.
- 4:31Einfach um das eigene Gleichgewicht
- 4:33wiederherzustellen, um sich selbst wieder besser zu fühlen.
- 4:36Okay krass das erklärt, warum es sich manchmal so anfühlt, als
- 4:40würde der eigene Erfolg die anderen stören, auch wenn sie es
- 4:43vielleicht gar nicht böse meinen.
- 4:45Exakt. Und es gibt noch mehr dahinter.
- 4:48Zum Beispiel Projektion. Kennst du das?
- 4:51Dass man eigene Sachen auf andere überträgt.
- 4:54Genau. Manchmal kritisieren andere bei
- 4:57dir genau das, was sie bei sich selbst nicht sehen wollen oder
- 4:59Kannen. Indem sie deine vermeintliche
- 5:02Arbeitssucht oder deinen Übereifer ansprechen, lenken sie
- 5:05von ihren eigenen Baustellen ab. Was könnten das für Baustellen
- 5:09sein? Na ja, vielleicht die
- 5:10unglückliche Beziehung, der Stress im Job oder auch der
- 5:14eigene, vielleicht nur vermeintlich kontrollierte
- 5:16Konsum von irgendwas anderem. Verstehe.
- 5:19Und dann gibt s es noch, das Dramadreieck, das erwähnst du
- 5:22auch nach Kartmann richtig. Richtig, das ist auch spannend.
- 5:25Manche Menschen finden ihre Identität, ihre Rolle im Retter
- 5:30sein. Ein Retter braucht aber immer
- 5:32ein Opfer, jemanden, dem er helfen kann.
- 5:34Logisch. Was passiert jetzt aber, wenn du
- 5:37kein Opfer mehr bist? Wenn du stark und unabhängig
- 5:39wirst? Dann braucht der Retter mich
- 5:42nicht mehr. Genau das Selbstbild des Retters
- 5:46gerät ins Wanken. Er verliert seine Funktion in
- 5:48eurer bisherigen Dynamik. Stell dir vor, jemand hat dir
- 5:52immer geholfen, als du am Boden lagst.
- 5:54Das war seine Rolle. Wenn du jetzt plötzlich Flüge
- 5:57wirst und keine Hilfe mehr brauchst, kann es diese Person
- 6:00total verunsichern, auch wenn es unbewusst ist.
- 6:03Wow, das ist wirklich interessant und es erklärt,
- 6:06warum es manchmal so kompliziert wird, gerade mit Leuten, die
- 6:09einem eigentlich wichtig sind oder die einem geholfen haben.
- 6:12Aber wenn das meistens unbewusst abläuft, also nicht böse gemeint
- 6:16ist, warum passiert es dann überhaupt, was sind die tieferen
- 6:20Motive? Es sind eben oft unbewusste
- 6:22Schutzmechanismen, gespeist aus eigenem Schmerz, vielleicht Neid
- 6:27oder einfach einem Gefühl der Stagnation, des nicht
- 6:30weiterkommens. Gabriel bringt das im Artikel
- 6:33auf 3 Hauptgründe runter, finde ich sehr gut.
- 6:36Okay welche sind das? Erstens der Ablenkungsfokus.
- 6:41Solange ihr über deine Probleme sprecht, auch wenn die
- 6:44vielleicht schon längst überholt sind, muss der andere nicht auf
- 6:48seine eigenen Baustellen schauen.
- 6:49Ah verstehe mein Problemfallstatus ist dann die
- 6:53Komfortzone für den anderen. Genau eine willkommene Ablenkung
- 6:57von der eigenen kriselnden Ehe oder dem Frust im Job zum
- 7:01Beispiel. Zweitens der Spiegeleffekt.
- 7:05Spiegel. Ja, dein Wachstum, deine
- 7:08positive Veränderung hält dem anderen einen Spiegel vor.
- 7:12Und in diesem Spiegel sieht er vielleicht schmerzhaft die
- 7:15eigene Unzufriedenheit oder Stagnation.
- 7:18Und das ist unangenehm. Sehr und dich dann wieder
- 7:21kleinzureden, vielleicht durch übertriebene Sorge.
- 7:24Pass bloß auf dich auf, übertreib es nicht, das ist dann
- 7:27ein unbewusster Versuch, diesen unangenehmen Spiegel zu
- 7:31zerbrechen. Puh.
- 7:33Und der dritte Grund? Die Machtdynamik Gabriel nennt
- 7:36das Theorist versus Praktica. Manche Leute, auch in
- 7:40Selbsthilfegruppen oder im Helferkontext, sehen sich selbst
- 7:44als Ratgeber. Sie haben viel gelesen, viel
- 7:47gehört, sind sozusagen Theoretiker.
- 7:50Ja, kennt man. Wenn du aber jetzt als
- 7:52Praktiker. Deinen eigenen Weg findest, der
- 7:56für dich funktioniert, der aber vielleicht vom Lehrbuch
- 7:59abweicht. Dann passt das dem Theoretiker.
- 8:01Nicht? Dann stellt das seine gefühlte
- 8:04Autorität in Frage. Das kann bedrohlich wirken, und
- 8:08dann versuchen sie vielleicht unbewusst, dich wieder auf den
- 8:11richtigen, also den ihnen bekannten Pfad zurückzuholen.
- 8:15Mach das lieber so, wie es im Buch steht.
- 8:17Puh, das erklärt einiges. Auch wenn es erst mal schwer zu
- 8:21schlucken ist, dass Freunde oder Helfer so reagieren könnten.
- 8:24Es sind also nicht nur die offensichtlich toxischen Leute,
- 8:27sondern gerade auch die vermeintlich wohlmeinenden
- 8:30können uns bremsen. Gabriel spricht ja sogar von
- 8:33falschen Propheten. Ja, und von seinem Radar für
- 8:36Bullshit. Genau das klingt nach ja nach
- 8:39schmerzhaften persönlichen Erfahrungen, die er da gemacht
- 8:42hat. Absolut.
- 8:44Der Artikel macht deutlich, dass gerade diese vermeintlichen
- 8:47Helfer manchmal besonders schädlich sein können, einfach
- 8:51weil wir ihnen ja vertrauen, oder?
- 8:52Klar und Gabriel teilt da sehr offen, was er erlebt hat, ergibt
- 8:57quasi eine Checkliste, woran du solche falschen Propheten
- 9:01erkennen könntest. Was sind das für Beispiele?
- 9:03Na ja, zum Beispiel der Heuchelnde Helfer.
- 9:06Jemand aus einer Selbsthilfegruppe, der im
- 9:08Krankenhaus Besuche macht, aber selbst offensichtlich irgendwie,
- 9:12na ja, drauf ist. Oh je.
- 9:15Oder der Guru im Rückfall, also bekannte Persönlichkeiten in der
- 9:19Recovery Szene, die öffentlich Stärke predigen, wo aber jemand
- 9:23mit Erfahrung sofort merkt, Moment mal, der oder die hat
- 9:27gerade selbst massive Probleme. Das gibt.
- 9:29Es, das gibt es anscheinend. Und dann noch der Podcast
- 9:32Papagei. Leute, die Halbwissen aus
- 9:35Podcasts oder Büchern einfach ungefiltert weiterplappern.
- 9:38Ohne es selbst verstanden zu haben.
- 9:40Genau, oft vielleicht auch nur, um sich selbst zu profilieren
- 9:44oder Klicks zu generieren. Und solche Ratschläge können
- 9:47dann mehr Schaden als nutzen, weil sie vielleicht gar nicht zu
- 9:50deiner Situation passen oder sogar keine zwischen dich und
- 9:53deine Angehörigen treiben. Das ist heftig.
- 9:56Die Botschaft dahinter ist aber klar und wichtig.
- 9:58Vertraut deiner gelebten Erfahrung.
- 10:01Dein Bauchgefühl, dein Erfolg, dein Gespür dafür, was dir gut
- 10:04tut. Das ist dein wichtigster
- 10:07Kompass. Wichtiger als jedes theoretische
- 10:10Gerede. Und dein Erfolg ist ein Spiegel.
- 10:12Genau, und nicht jeder kann ertragen, was er in diesem
- 10:15Spiegel sieht. So hart das klingt.
- 10:17Das ist n starker Punkt. Aber gerade wenn man vielleicht
- 10:20noch unsicher ist in der frühen Recovery.
- 10:22Wie schützt man sich denn dann vor dieser Negativität?
- 10:25Wie bewahrt man diese positive Energie, diesen Weib, von dem
- 10:28Gabriel spricht? Ja, gute Frage.
- 10:31Gabriel nennt das Safer Use für die Seele, coole Bezeichnung
- 10:36finde ich. Klingt gut.
- 10:37Und er schlägt konkrete Strategien vor.
- 10:40So ne Art Energiefilter. 4 davon sind glaube ich besonders
- 10:43wichtig. Okay welche?
- 10:45Erstens. Radikal dem Bauchgefühl
- 10:48vertrauen, das ist dein allerbester Bullshit.
- 10:50Detektor. Wenn sich ein Gespräch, eine
- 10:53Person, ein Rad irgendwie schwer anfühlt, dir Energie raubt oder
- 10:57du sogar körperlich drauf reagierst.
- 10:59Magenweh Anspannung. Hör drauf.
- 11:01Genau, hör drauf, das ist wahrscheinlich giftig für dich
- 11:04in dem Moment, egal wie nett oder clean die Person nach außen
- 11:08wirkt, dein Körper, dein Gefühl lügt selten.
- 11:12Okay Punkt 1. Bauchgefühl.
- 11:14Was noch? Zweitens Informationsdiät, das
- 11:18heißt, Teile deine Erfolge nur mit Leuten, von denen du weißt,
- 11:22sie freuen sich ehrlich mit dir und teile deine Probleme und
- 11:25sorgen nur mit Profis oder mit echten, lösungsorientierten
- 11:29Freunden. Also nicht mit denen, die nur im
- 11:31Drama wühlen wollen. Genau, nicht mit den
- 11:34Problemtouristen. Drittens der Dankeentwechsel
- 11:39Hack. Wer was?
- 11:40Der Dankeentwechsel Hack. Wenn so ein ungebetener
- 11:44Lehrbuchratschlag kommt, der sich für dich total falsch
- 11:46anfühlt, was machst du? Diskutieren.
- 11:50Mich rechtfertigen. Nein, eben nicht.
- 11:54Nicht kämpfen, nicht rechtfertigen, nicht mal groß
- 11:56annehmen, einfach freundlich nicken.
- 11:58Ah, danke für den Input und sofort das Thema wechseln, sag
- 12:02mal, was machst du eigentlich am Wochenende?
- 12:04Ah, einfach der Situation die Energie entziehen.
- 12:07Genau keine Angriffsfläche bieten viertens.
- 12:11Neues Rudel suchen. Klingt gut.
- 12:14Such dir aktiv Menschen, die dich fördern, die dich
- 12:16inspirieren, die dein Wachstum feiern, umgibt dich mit Leuten,
- 12:20die dich weiterbringen wollen, nicht mit denen, die dich
- 12:22festhalten wollen. Das sind sehr handfeste Tipps,
- 12:26sehr praktisch, aber das wirft natürlich gleich wieder Fragen
- 12:29auf oder die sich viele in so einer Situation stellen.
- 12:32Gabriel hat ja in seinem Artikel auch so NFAQ Bereich.
- 12:36Lass uns da mal ein paar Punkte rausgreifen, so als hättest du
- 12:39sie uns gerade gestellt. Ja, gerne.
- 12:41Eine ganz zentrale Frage ist ja oft, sind diese Leute böse,
- 12:46machen die das mit Absicht, weil es fühlt sich ja manchmal so an.
- 12:49Ja, das Gefühl kennt man. Aber die ehrliche Antwort, die
- 12:53auch Gabriel gibt, ist zu 99% nein, es ist selten bewusste
- 12:58Bosheit, sondern meistens ist es unbewusster Selbstschutz,
- 13:02gespeist aus eigenem Schmerz, Neid, Angst oder eben
- 13:05Stagnation. Die merken oft gar nicht, wie
- 13:08ihre Worte oder ihr Verhalten bei dir ankommen.
- 13:10Das macht es aber nicht besser. Nein, es macht es nicht weniger
- 13:13schädlich für dich, aber. Aber es hilft vielleicht zu
- 13:16verstehen, dass es meistens nicht persönlich gegen dich
- 13:19gerichtet ist. Es sagt mehr über die andere
- 13:21Person aus als über dich. Das ist schon mal gut zu wissen,
- 13:24irgendwie entlastend. Nächste Frage, Was ist, wenn das
- 13:27in meiner Selbsthilfegruppe passiert, das ist ja eigentlich
- 13:30der Ort, wo man Unterstützung sucht.
- 13:32Oh ja, ein bekanntes Dilemma. Gruppen sind soziale Systeme,
- 13:36die entwickeln eine Eigendynamik, da kann das auch
- 13:39passieren. Und was macht man dann?
- 13:40Gabriel schlägt 2 Optionen vor. Entweder du sprichst es
- 13:43vorsichtig an. Versuchst den Fokus vielleicht
- 13:46wieder mehr auf das zu lenken, wofür Gruppen ja eigentlich da
- 13:49sind. Erfahrung, Kraft und Hoffnung
- 13:52teilen, statt nur Probleme zu wälzen.
- 13:54Und wenn das nicht klappt? Oder wenn du merkst, die Energie
- 13:57der Gruppe passt einfach nicht mehr zu deinem Weg, zu deinem
- 14:00Wachstum, dann ist es völlig OK und manchmal sogar notwendig,
- 14:04die Gruppe zu wechseln. Such dir eine, die dich besser
- 14:06unterstützt, dein Wohlbefinden geht vor.
- 14:09OK, und wie ist das mit der Selbstwahrnehmung?
- 14:12Diese Frage kommt sicher auch oft.
- 14:14Bin ich nicht arrogant, wenn ich denke, dass die anderen mich nur
- 14:17beneiden? Man will ja nicht überheblich
- 14:19wirken. Stimmt die Gefahr besteht, aber
- 14:22es geht ja nicht darum, jede Kritik pauschal als Neid
- 14:25abzutun. Es geht um ehrliche
- 14:27Selbstreflexion. Wie meinst du das?
- 14:29Frag dich, fühlt sich die Kritik, auch wenn sie vielleicht
- 14:32wehtut, irgendwie konstruktiv an?
- 14:35Ist da was dran, wo ich hinschauen sollte?
- 14:38Oder fühlt sie sich einfach nur deplatziert an?
- 14:40Kleinmachend irgendwie schief? Also wieder das Bauchgefühl.
- 14:44Genau. Dein Bauchgefühl ist hier wieder
- 14:46entscheidend. Es kennt oft den Unterschied
- 14:49zwischen berechtigter Sorge eines Freundes und Unbewusstem
- 14:53Neid oder Projektion von jemand anderem.
- 14:56Es ist keine Arroganz, auf dieses innere Wissen zu hören,
- 14:59es ist selbst Fürsorge. Okay also ehrlich zu sich selbst
- 15:04sein, aber trotzdem. Manchmal braucht man ja
- 15:07Ratschläge. Wie erkenne ich denn einen guten
- 15:11Ratschlag, woran merke ich, dass er mir wirklich hilft?
- 15:14Guter Punkt, ein guter Ratschlag oder eine hilfreiche, geteilte
- 15:18Erfahrung, die gibt dir Energie. Energie.
- 15:21Ja, sie erweitert deine Perspektive, macht dir Mut.
- 15:26Gibt dir vielleicht das Gefühl, ah ja, das ist möglich, oder?
- 15:29Stimmt, so könnte ich es auch mal sehen, Sie öffnet Türen.
- 15:32Und ein schlechter Ratschlag. Ein schlechter oder einfach
- 15:35unpassender Ratschlag, der raubt dir Energie, der macht dir
- 15:38Angst, verunsichert dich, gibt dir das Gefühl, oh Gott, das
- 15:42schaffe ich nie oder pass auf, das ist viel zu gefährlich oder
- 15:46du machst das falsch. Also darauf achten, wie ich mich
- 15:49danach fühle. Genau fühlst du dich nach dem
- 15:51Gespräch gestärkt, inspiriert, klarer.
- 15:54Oder fühlst du dich ausgelaugt, verwirrt, klein?
- 15:57Das ist oft der beste Indikator, ob der Rat gut für dich.
- 16:00War das ist ein super Maßstab. Letzte Frage aus dem FAQ.
- 16:04Die beschäftigt bestimmt auch viele, muss ich jetzt alle meine
- 16:06alten Freunde verlassen, muss ich mich komplett isolieren?
- 16:10Nein. Auf keinen Fall.
- 16:12Das wäre ja auch schade und oft gar nicht nötig, aber.
- 16:15Aber, und das ist der.es, kann heißen, dass du die Art der
- 16:19Beziehung anpasst. Was heißt das konkret?
- 16:21Na ja, manche Freunde sind vielleicht super für gemeinsame
- 16:25Hobbys, zum Quatschen über Alltagsdinge, zum Lachen.
- 16:29Aber sie sind vielleicht nicht die richtigen Ansprechpartner
- 16:32für deine tiefsten Recovery Ziele oder deine neuen großen
- 16:35Träume. Also wieder die
- 16:37Informationsdiät. Genau.
- 16:40Wähle bewusst, was du mit wem teilst.
- 16:43Deine ganz großen, vielleicht noch fragilen Ziele und Träume
- 16:46teilst du vielleicht nur noch mit deinem Wachstumsrudel, wie
- 16:49Gabriel es nennt, also mit den Menschen, die dich wirklich
- 16:52fördern, verstehen und sich mit dir freuen können.
- 16:55Das leuchtet ein und das führt uns ja eigentlich direkt zu
- 16:59Gabriels Kernbotschaft, oder er betont ja immer wieder, jeder
- 17:02weg ist individuell, nur du selbst spürst am Ende, was für
- 17:06dich richtig ist. Absolut.
- 17:07Es geht darum, diesem Bauchgefühl wieder zu vertrauen,
- 17:11lernen, darauf zu hören und sich einen eigenen, ganz persönlichen
- 17:15Werkzeugkasten für die Recovery zu bauen, statt blind
- 17:19irgendwelchen externen Ratschlägen oder Gurus zu
- 17:22folgen. Genau und gleichzeitig, das
- 17:25finde ich auch wichtig, vielleicht ein gewisses
- 17:28Verständnis für die anderen zu entwickeln.
- 17:30Noch mal, Sie handeln selten aus Bosheit.
- 17:33Vielleicht sehen Sie dich einfach noch durch die Brille
- 17:35der Vergangenheit. Sie erkennen den Wandel noch
- 17:38nicht. Vielleicht.
- 17:39Oder sie sind mit sich selbst beschäftigt, das ist OK, aber es
- 17:43ist dein Weg, es ist dein Leben, du bist nicht mehr die Person
- 17:47von früher und du hast jedes recht, deinen Raum und deine
- 17:50positive Energie zu schützen. Also die Essenz für dich da
- 17:53draußen. Hör auf, dich klein machen zu
- 17:56lassen, egal wie gut es vielleicht gemeint ist oder wie
- 18:00clean die Person ist. Schütze deine gute Energie,
- 18:03vertrau auf dein Gefühl und such dir Leute, die dein Wachstum
- 18:07feiern, statt dich unbewusst wieder zurück in den Eimer zu
- 18:10ziehen. Gut zusammengefasst.
- 18:13Wenn dir dieser Beitrag jetzt gefallen hat und du die Arbeit
- 18:16von Nelix Berlin wertvoll findest, dann würde sich Gabriel
- 18:19riesig über deine Unterstützung freuen.
- 18:22Du kannst ihm helfen, indem du diesen Beitrag zum Beispiel auf
- 18:24Social Media teilst oder uns hier auf Plattformen wie Spotify
- 18:28oder Apple Podcasts bewertest und vielleicht ein Like da
- 18:31lässt. Das hilft wirklich ungemein.
- 18:34Ja, das Projekt Nilex Berlin wird nämlich komplett allein von
- 18:38Gabriel finanziert und erstellt jede Form der Unterstützung
- 18:41hilft ihm dabei, mit diesem Projekt sich selbst und
- 18:44gleichzeitig anderen Betroffenen zu helfen.
- 18:47Sein persönliches Motto, das ihn antreibt, ist aus allem
- 18:50schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 18:53Ein starkes Motto. Finde ich auch.
- 18:55Ja, und damit sind wir für heute am Ende.
- 18:57Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und zugehört hast.
- 19:00Pass gut auf dich auf und bis zum nächsten Mal mach es.
- 19:03Gut und vielleicht noch eine kleine Frage zum Nachdenken für
- 19:06dich für diese Woche. Wem schenkst du eigentlich mehr
- 19:09glauben? Deinem eigenen inneren Kompass,
- 19:12deinem Gefühl dafür, was dir wirklich gut tut oder den gut
- 19:16gemeinten, aber vielleicht doch unpassenden Erwartungen und
- 19:19Ratschlägen von außen? Denk mal drüber nach, tschüss.