Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Friedrich Trump
Transcript
- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über Friedrich Merz sprechen. Und heute sprechen wir am Freitag. Das hat nämlich einen ganz besonderen Grund. Es liegt nämlich daran, dass Merz und auch du, Julia, die mir wieder gegenüber sitzt, gerade aus Washington zurückgekommen seid. Da hat Merz nämlich Donald Trump, den amerikanischen Präsidenten Donald Trump besucht. Julia, ich freue mich sehr, dass du wieder da bist und mir jetzt gegenüber sitzt, um mit mir über diesen Besuch zu sprechen. Wie müde bist du? Schon ziemlich, was natürlich daran liegt, dass wir zwei Tage im Grunde unterwegs waren und vielleicht zwei Stunden geschlafen haben. Nein, wir waren halt ein bisschen mehr. Aber natürlich auch, weil es eine schon sehr spektakuläre und sehr bewegende Reise war. Also Müdigkeit wegen Schlafmangel, Müdigkeit aber eben auch, weil es maximal wichtig war und man auch, glaube ich, maximal konzentriert sein musste. Wir müssen an dieser Stelle nochmal kurz sagen, wir hatten ja eigentlich angekündigt, dass wir in dieser Folge über das Umfeld von März sprechen wollen. Dann kam die Reise. Dann kam die Reise dazwischen, von der wir zu dem Zeitpunkt noch nichts wussten. Das heißt, wir verschieben diese Folge nochmal um eine Woche und machen das aller Voraussicht nach, wenn nichts dazwischen kommt, nächste Woche und sprechen jetzt diese Woche ausführlich, quasi so ein bisschen eine Sonderfolge, über diesen Besuch in den USA. Julia, du warst dabei, du warst eine von 18, wenn ich das richtig im Kopf habe, JournalistInnen, die mitfliegen durften mit März in die USA. Ja, die Zahl 18 kommt daher. Das war die Gruppe, die tatsächlich dann sogar ins Oval Office durfte. Zu denen durfte ich auch gehören. Das war schön. Die Gruppe insgesamt war ein bisschen größer. Also es war auch ein paar Kolleginnen dabei, die nicht mit ins Oval Office waren. Kleiner Raum und so weiter, begrenzte Zahl, das ist klar. Aber insgesamt, ja, auf so einem Flug können natürlich auch nicht unbegrenzt Leute mit. Das ist immer dann wichtig. Eine besondere Situation, wenn man da mitfliegen darf. Nehmen wir uns mal so ein bisschen mit, wie lief die Reise ab? Ihr hattet ja nicht viel Zeit vor Ort. Ihr wart weniger als 24 Stunden in Washington. Es war sehr viel Flugzeit auch dabei. Wie ging es los? Wie hast du auch Friedrich Merz erlebt im Flieger? Wie groß war die Nervosität vor diesem Besuch bei Trump? Es gab ursprünglich tatsächlich sogar Überlegungen, diesen Besuch noch knapper zu machen. Also wirklich hin und zurück ohne Übernachtung. Es gab jetzt eine Übernachtung. Das lag auch daran, dass die Einladung von Donald Trump an Friedrich Merz relativ kurzfristig noch erging, im Blair-Haus zu übernachten. Das ist dieses sehr schöne, sehr besondere Gästehaus der US-Regierung in Rufweite vom Weißen Haus. Also man konnte nachts irgendwie Taschenlammensignale machen, dann haben sie natürlich nicht, aber diese Einladung kam relativ kurzfristig und dadurch ist der Besuch sogar. Du sagst, Fox kommt zurecht, er war kurz, aber ist ja ein bisschen länger geworden, als er möglicherweise sonst gewesen wäre. Und das war für Merz eine sehr wichtige Geste, denn das ist ein besonderer Ort, dieses Gästehaus. Und diese Einladung hat er, glaube ich, schon auch gesehen als eine freundliche, das Klima von vornherein schon mal ein bisschen begünstigende Geste. Daher, glaube ich, war auch so eine ganz gute optimistische Grundstimmung bei ihm. Du musst dir das so vorstellen, bei diesen Reisen mit dem Bundeskanzler ist es so großer Flieger. Klar, wenn du über den Atlantik fliegst, kannst du das nicht mit einem kleinen Sportflugzeug machen. Und er hat natürlich eine große Delegation dabei, neben den rund 40 Journalisten dann auch Experten, seine außenpolitischen Berater, ganz viel Sicherheit natürlich. Natürlich. Es fliegt aber auch immer ein Arzt oder eine Ärztin mit. Das gehört auch dazu. Und es ist dann so, in diesem Flugzeug, es gibt mehrere Bereiche. Es gibt den Bereich, wo die Journalisten sitzen. Es gibt den abgetrennten Bereich für die Delegation und natürlich dann auch Märzräume. In der Regel ist es so, dass auf den Flügen März sich Zeit nimmt, das machen aber alle Kanzler und auch Minister, mit denen man fliegt, um ein wenig mit den Journalisten über das zu sprechen, was der Gruppe bevorsteht, was an Erwartungen da ist. Das ist in einem Hintergrundformat, Hintergrundformat für alle, die es jetzt nicht so auf dem Schirm haben, sind so Runden, man redet über alles, aber man darf als Journalist weder darüber schreiben, noch senden, noch Fotos machen. Das ist also im Grunde eine vertrauliche, maximal vertrauliche Runde, die einem als Journalistin aber dabei hilft, Sachen noch besser einzuordnen, Motive zu verstehen. Daher eben Hintergrundinformationen, die in die Berichterstattung dann auch einfließen können. Das war auch diesmal so. Wir sind abends um 22 Uhr losgeflogen. Also er kam dann nach einer Zeit und das ist dann sehr familiär. Er kommt dann im Oberhemd, hat dann nicht mehr zwingend immer den Anzug an oder so. Beantwortet dann Fragen, erzählt ein bisschen, was er sich vorstellt. Und man merkt schon an diesem Abend, er ist grundsätzlich optimistisch gestimmt, aber ich meine auch so eine gewisse Grundspannung an ihm gesehen. Also er wusste einfach, er geht ins Offene. Keiner wusste, wie wären die nächsten 24 Stunden. Und das hat man gemerkt. Und am Ende ist es gut gegangen. Aber bei diesem Losfliegen am Abend war das eben null sicher. Man hat einfach versucht, sich bestmöglich vorzubereiten wahrscheinlich. Ich meine, wir haben bei anderen Besuchen bei Trump im Oval Office gesehen, dass es eben auch eskalieren kann. Unter anderem als der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky da war, wo das ja wirklich zu einem Streitgespräch ausgeartet ist. Das heißt, man wusste auch ja natürlich nicht, wie Trump drauf sein wird und wie Trump auch auf Merz reagieren wird. Was ist dein Gefühl gewesen, was waren so die Erwartungen von deutscher Seite an dieses Treffen? Merz hat sich sehr gut auf dieses Treffen vorbereitet, auf unterschiedlichsten Ebenen. Er hat vor allem mit vielen Menschen gesprochen, die schon da waren, auch Zelensky und hat natürlich sich auch nochmal die Videos angeguckt von den Begegnungen im Oval Office, hat mit seinen Leuten geredet, hat sich auf Szenarien vorbereitet. Im Grunde hat er sich darauf vorbereitet, dass man sich nicht vorbereiten kann. Also komplexe Situationen klingt absurd. Ich glaube, sein Glück war, dass er verschiedene Varianten im Kopf hatte, wie man reagieren kann. Und die Erwartung generell war relativ niedrig geschraubt. Das hat er und hat auch sein Umfeld in den Tagen und Wochen davor immer ganz deutlich gemacht. Es geht bei diesem Besuch um eins, nämlich um einen guten Draht. Zu Trump zu bekommen, überhaupt ein gelungenes Treffen erstmal zu erreichen. Als Basis, um dann künftig auch in den großen Konfliktlagen, also Ukraine, Zölle, NATO-Verteidigungsausgaben, Schritte vorangehen zu können. Also erstmal die Basis zu legen. Das war das Ziel und alles andere wurde runtergedimmt. Nach dem Motto, erwartet man nicht konkreten Ergebnisse. Wenn es menschlich und atmosphärisch gut läuft, ist das schon mehr, als wir erhoffen können. Über die politischen Inhalte und die Frage, was ist da jetzt rausgekommen politisch, können wir vielleicht gleich auch nochmal reden. Vorher nochmal kurz zu den Erwartungshaltungen, die Merz möglicherweise erfüllt hat. Er wurde jetzt ja in den deutschen Medien relativ viel gelobt für seinen Auftritt. Das ist irgendwie gut gelaufen. Man muss da natürlich auch sagen, die Maßstäbe bei einem Trump-Besuch sind andere als bei Besuchen bei anderen Staatspräsidenten, Staatspräsidentinnen. Würdest du das auch sagen, dass Merz sich da gut geschlagen hat? Ja, das kann man glaube ich ganz klar sagen. Auch der zweite Teil, was du gerade impliziert gesagt hast, stimmt natürlich auch. Es ist jetzt inhaltlich nicht viel rausgekommen, aber unter den gegebenen Bedingungen und diese Bedingungen heißen ein Gespräch mit Trump und das ist eine Sonderliga. Ist der Besuch gut gelaufen, das kann man genauso sagen und alles andere, eine Eskalation, ein Eklat oder einfach eine kühle, verstimmte Situation wären für alle schwieriger, weil es stehen weitere Treffen an. Es steht G7 an, also das Treffen der stärksten Wirtschaftsnationen. Es steht der NATO-Gipfel an. Ganz viele Formate, wo es wichtig ist, dass es einen guten Draht zu Trump gibt, dass Trump im Boot bleibt, der Europäer, der NATO des Westens. Und für all das ist es natürlich wichtig, dass solche Gespräche gut laufen. Man kann den Vergleich ziehen. Macron, also der französische Staatspräsident und auch Starmer, der britische Premier, waren auch im Oval Office und auch da haben alle geguckt, wie läuft es, funktioniert es. Ja, auch bei denen hat es funktioniert, aber auch bei denen war nachher nicht so, dass man sagen konnte, die haben jetzt ein Mörderergebnis rausgehandelt oder es gab Zugeständnisse von Trump, die uns alle überraschen oder so. Nein, in dieser Phase ist es überhaupt erstmal wichtig, dass man im Gespräch bleibt und das ist Merz gelungen, das kann man so sagen. Ob das jetzt überhaupt beim nächsten Mal wieder so sein wird? Wir reden über Trump. Man muss ja auch sagen, Merz hat gleich am Anfang was gemacht, was wahrscheinlich Trump sehr gefallen hat. Er hat sich nämlich bedankt, das war ja das große Thema beim Selensky-Besuch. Er hat sich bedankt und seine Dankbarkeit ausgedrückt. Er hat nochmal auf die deutsche Geschichte referiert und gesagt, wir haben den Amerikanern viel zu verdanken, das werden wir nie vergessen. Also er hat da ja schon auch so ein bisschen das Trump-Spiel mitgespielt und genau gewusst, was er sagt, oder? Also Trump ist eitel. Trump möchte gelobt werden. Das haben wir alle inzwischen, glaube ich, verinnerlicht. Und ich glaube, es geht am Ende dann darum, das Spiel souverän zu spielen. Sich dann nicht kleiner zu machen, als man ist. Das braucht Merz auch nicht. Und trotzdem eine Atmosphäre zu schaffen. Und die geht bei Trump eben über Schmeichelei und über Lob und über diese Dinge. Und das hat er ganz gut gemacht. Ich fand es jetzt nicht übertrieben oder kriecherisch gar, sondern er hat es, glaube ich, ganz klug gemacht und er hat, wie du sagst, die deutsche Geschichte ist da natürlich sehr hilfreich, weil wir... Können und müssen den Amerikanern in vielen Punkten wirklich dankbar sein. Und das an so einem Rahmen, bei so einem Gespräch, an so einem Ort zu erwähnen. Vor allem das Gespräch fand statt einen Tag vor dem 6. Juni. Das ist ja der D-Day-Tag. 81 Jahre war das jetzt her. Die Amerikaner haben geholfen, uns vom Naziregime zu beschreien. Und wenn man das nochmal in den Kontext stellt, das ist aller Ehren wert. Das kann man machen. Vielen Vielen Dank, Herr Präsident, für Ihre kind invitation zu kommen in Washington, D.C. Ich bin sehr froh, hier wieder zu sein und zu offeren unsere close cooperation mit den USA. Wir haben so viel in common, unsere Geschichte. Wir haben die Amerikaner viel. Wir werden das nie vergessen. Und mit Ihrer deutschen Provenanz, ich denke, das ist eine sehr gute Basis für eine close cooperation zwischen Amerika und Deutschland. Und er hat ja auch mit seinen Gastgeschenken gepumpt. Oh ja, oh ja. Das Interessante ist, dass wir alle nicht so richtig herausgefunden haben, wer eigentlich wirklich am Ende auf diese Ideen gekommen ist. Es ist so ein bisschen verschleiert worden. Merz hat gesagt, ja, er fand das gut, diese Idee. Aber es gab auch Quellen, die irgendwie andere Ursprünge dann nannten. Ich will das jetzt hier auch gar nicht. Es ist ja sehr viel berichtet worden. Also das Hauptgeschenk war ein Faximile der Geburtsurkunde von Friedrich Trump. Trump muss man sagen, ich muss das immer noch üben. Also der Großvater von Trump, Deutscher, ist in der Pfalz geboren und diese Urkunde haben sie gefunden. Und natürlich in einem Goldrahmen Trump, auch besonders gewürzt, ja sein Goldrahmen, ist ihm überreicht. Donald Trump's grandfather, born in 1869, close to Bad Gürkheim. Das war was Friedrich. Das ist sehr German. Sehr gut. Das ist sehr German. Bad Gokam ist sehr German. Aber ich möchte sehr vielen Dank für das. Erstmal, ich möchte dir für das bedanken. Das ist mein Glück. ja auch gar nicht das einzige Geschenk. Es kam dann hinterher raus, es gab noch viel mehr Geschenke. Man hatte am Ende das Gefühl, es war irgendwie wie so eine orientalische Situation, wo irgendwie wunderbare Dinge permanent ausgepackt wurden. Also es gab dann noch ein weiteres Geschenk, einen Golfschläger. Merz hat dann gesagt, es sei ein Minigolfschläger gewesen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich im Kontext Minigolf-Golf nicht so präzise auskenne, um das jetzt sagen zu hören. Also Trump ist Golfer und Merz auch. Und deshalb war das natürlich auch eine schöne Geste, jetzt nochmal so ein Schläger mit einer Gravur, deutsche Flagge, amerikanische Flagge. Und sie haben es direkt ausprobiert. Also er hat ihm den überreicht und dann hat Trump gleich im Oval Office so ein bisschen rumgespielt damit. Ja, aber du wirst sagen, und das war nicht das einzige Geschenk, es ging munter weiter hin und her. Natürlich gibt es dann immer auch, dass der Gastgeber dem Gast was mitgibt. Das war dann auch so eine Patenturkunde. Merz ist ja begeisterter Flieger und da ging es um so ein Patent eines frühen, ich will nicht sagen Flugzeugs, Also eher eines Flugapparats der Gebrüder Wright, also vom Beginn des 20. Jahrhunderts, hat er sich auch sehr drüber gefreut, weil das sind natürlich immer so Gesten. Es ist ja wie wenn man selber jemandem zum Geburtstag was schenkt, man versucht dir irgendwas zu finden, was zeigt, ich habe mich mit dir beschäftigt, ich schenke nicht irgendwas Protziges, sondern ich schenke was, von dem ich glaube, dass es dir auch am Herzen liegt und das hat funktioniert. Aber es gab auch noch andere Geschenke, bei denen ich nicht ganz genau weiß, ob dieser Grundsatz, ich versuche dir etwas Persönliches zu schenken, funktioniert hat. Und das waren? Ja, das ist eine ganz irre Geschichte. Und zwar, das wusste ich auch nicht, gibt es im Gebäude, in dem auch das Oval Office ist, so einen Nebenraum offenbar. Und dieser Nebenraum ist wie so ein Merch-Shop. In diesem Nebenraum gibt es so Cappies und Shirts und Bleistifte, also Zeug aus dem Trump-Universum. Also Mager-Kappen, America Great Again, Kappen aus seiner Bewegung. Und es hat Merz später erzählt, Trump hat ihn dorthin gebeten und wollte ihm dann also ein bisschen Trump-Merch schenken. Cappies und Shirts und auch wohl signierte Bibeln, da kannst du ja nicht Nein sagen. Aber eigentlich kannst du auch nicht Ja sagen und vor allem wirst du das ja nicht tragen. Aber na gut, es kam eben dazu, dass Merz dann so ein paar Sachen mitgenommen hat. Und in dem Zusammenhang hat er auch noch eine Jacke bekommen, eine Fliegerjacke. Also ich weiß nicht, ob es so eine Bomberjacke ist, aber so ein klassisches Fliegerding. Also Merz ist mit viel Zeug nach Hause gereist. Man muss ja sagen, bei diesem Gespräch im Oval Office hatte Trump eine Redezeit von, ich weiß gar nicht, 95 Prozent oder so. Wäre mein Guess so. Es waren Instagram plus minus 45 Minuten, ich würde sagen. Merz hat relativ wenig geredet und das war möglicherweise auch sein Glück, weil Trump ja auch einfach über viele ganz andere Sachen gesprochen hat, die jetzt nicht per se was mit Merz zu tun hatten. Es ging viel um Innenpolitik in Amerika. Es ging um Musk. Also da hatte Merz ja irgendwie auch Glück, dass Trump an dem Tag viele andere Dinge auch im Kopf hatte. Gar nicht so viel über Merz, über die amerikanisch-deutsche Beziehung gesprochen wurde, über die Ukraine. Das war immer alles nur sehr kurz und sehr viel wurde über andere Themen gesprochen, oder? Ja, Trump hatte an dem Morgen schon mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi telefoniert. Das hat ihn, glaube ich, ziemlich aufgewühlt. Davon hat er viel erzählt. Und dann kam schon diese Welle, die dann über den Tag immer steiler wurde, des Rosenkrieges zwischen ihm und Musk. Es gab Fragen von den amerikanischen Journalisten, die natürlich auch wie wir im Oval Office stehen und dann auch Fragen an ihren eigenen Präsidenten stellen, die dann mit Innenpolitik zu tun haben und so gab es also ganz viele Bereiche, wo es überhaupt nicht um den deutschen Gast ging und man merkte Merz richtig an, wie er sich entspannte, wie er merkte, das läuft hier für ihn. Also am Anfang gab es natürlich so ein Hin und Her zunächst, aber als dann sichtbar wurde, Trump hat viele große andere Themen. Ich glaube, da konnte Merz sich schon innerlich ein bisschen zurücklehnen im Sinne von läuft. Was nicht heißt, dass sie nicht über wesentliche Sachen auch gesprochen haben, denn im Anschluss an diese Orwell Office Nummer gab es ein Mittagessen und bei diesem Mittagessen haben sie dann wohl sehr detailliert auch über die großen Fragen, also Ukraine und so weiter gesprochen. Das ist natürlich alles vertraulich, da können wir zum Teil nur mutmaßen, aber es gab ein Format, in dem dann in Ruhe gesprochen werden konnte noch. Aber ich hatte zumindest in diesem öffentlichen Gespräch das Gefühl, dass auch in den amerikanischen Medien das Interesse an diesem Treffen gar nicht so hoch war, wie es jetzt in Deutschland war. In Deutschland haben alle darauf geguckt. Natürlich auch, weil man wusste, wie vorherige Treffen abgelaufen sind im Oval Office. Man hatte so eine gewisse Sorge, dass da irgendwie was passiert, dass es eine Eskalation gibt. Also alle waren sehr angespannt und haben da sehr genau drauf geguckt. Ich hatte aber das Gefühl, in den amerikanischen Medien war das gar nicht so das große Thema. Da sind aktuell andere Themen wichtiger gewesen und der Besuch des deutschen Bundeskanzlers war irgendwie spannend, aber war jetzt nicht das größte Thema. Ja, das ist ja symbolisch für das gesamte Verhältnis. Wir brauchen die Amerikaner sehr, sehr dringend, um uns gegen Putin zu verteidigen. Um die NATO stabil zu halten und so weiter. Die Amerikaner brauchen uns bei weitem nicht so sehr und diese Situation spiegelt das natürlich ein Stück weit wider. Ja, umgekehrt ist es natürlich auch so, dass wenn praktisch, also parallele Situation, der Bundeskanzler bei uns eine Pressekonferenz gibt und wir deutschen Journalisten da sind und die ausländischen Journalisten da sind, seit ein Staatsgast, ich sag jetzt mal, ein südafrikanischer Präsident da ist und die Medien, die sich jetzt mit afrikanischer Politik oder so stark beschäftigen, natürlich dann denken, das ist ein ganz wichtiges Treffen. Und wir fragen, wie ist denn der jüngste Haushaltsstreit mit Klingbeil ausgegangen? Oder wie sieht es denn jetzt genau bei den Zurückweisungen an den Grenzen aus? Auch wir würden dann so eine Situation nutzen, um Innenpolitik zu betreiben. Also das ist dann im Oval Office... Ganz genauso. Wie sieht denn überhaupt diese Situation im Oval Office aus? Weil ich meine, wir haben immer nur die Kameraperspektive gesehen in Deutschland. Das war vor allen Dingen die ganze Zeit März und Trump. Aber so das Drumherum hat man sehr wenig gesehen, nur am Anfang und am Ende so kurz in so Schwenks. Wie hast du das erlebt? Es ist sehr eng. Es ist sehr intim dadurch. Das kann man ja auch sehen. Also man steht maximal gedrängt. Du hast ja auch noch Kameras und so weiter. Und um Trump herum, also die beiden Sessel, die beiden Gäste, hast du noch diese Sofas, auf denen dann wichtige und weniger wichtige Leute sitzen. In diesem Fall fand ich es besonders interessant, weil ich auch genau gegenüber stand, sodass ich deren Gesichter beobachten konnte. Jodie Vance, der Vizepräsident und Marco Rubio, der Außenminister, saßen mir praktisch genau gegenüber. Und das sind ja zwei Figuren, bei denen man Marcel Luce kenne. Du weißt nicht, was sie machen. Du weißt nicht, was ihr Plan ist. Welche Aufgabe sie in dem Moment haben. Das können Scharfmacher sein, das können Leute sein, die eskalieren wollen. Und das Irre war, die saßen da. Ich habe zu einem Kollegen eben gesagt, waren sie es wirklich oder waren es Wachsfiguren? Maximal reduziert, was die Mimik und Gestik angeht. Die saßen da einfach, haben zugehört und du dachtest am Anfang noch, die planen, was da kommt noch was oder so. Aber es kam gar nichts von den beiden. Und das fand ich schon, also gegen alle Erwartungen. Am Ende passt es natürlich ins Bild, aber das fand ich besonders interessant zu beobachten, wie die beiden funktionieren und welche Interaktionen es da gibt. Auf der denen gegenüberliegenden Seite, also praktisch für mich, auf meiner Seite, so dass ich nur ihre Rücken sah, waren die Deutschen, der Büroleiter von... Von Merz, sein Sprecher und sein außenpolitischer Berater, sodass man so eine Gegenübersituation hatte. Wie gesagt, ich fand bemerkenswert, wie stark sich die beiden Amerikaner zurückgehalten haben. Man muss auch sagen, in der Kameraperspektive hat man am Anfang gar nicht gesehen, dass sie überhaupt da sind. Also ich habe erst ganz am Ende gesehen, dass die beiden da überhaupt sitzen. Die Kamera war gerichtet ja auch auf Charles. Man weiß es, dass sie da sind, aber man hat sie überhaupt nicht gesehen und erst ganz am Ende kam dann so der Schwenk rüber und dann hat man überhaupt erst J.D. Vance und Rubio gesehen. Ja, es gab eine Situation mit Vance, wo er doch ein bisschen sichtbarer gemacht hat, was er denkt. Das fand ich ganz spannend. Es gab eine Situation, wo Merz darauf hingewiesen hat, dass es so viele, also im Ukraine-Krieg so viele ukrainische Kinder gibt, die verschleppt worden sind von russischen Truppen und hat das kurz mal so ausgeführt, um, das war auch sein Prinzip, um so eine emotionale Betroffenheit zu erzeugen. Also wir reden hier nicht nur über einen Krieg als Wort, sondern hier passiert jeden Tag was Schreckliches von Tod bis zur Verschleppung und so weiter. Und also diese Kindersituation, da fing Vance plötzlich an zu nicken. Und da merkte ich, er kriegt ihn jetzt gerade zu irgendeiner Reaktion, aber das war dann auch wirklich fast alles. Und Trump hat Merz ja gelobt für sein Englisch und ihn gefragt, ob denn sein Englisch eigentlich so gut sei wie sein Deutsch, weil er nämlich zwischendurch ein, zwei Sätze auf Deutsch gesagt hatte. Und dann hat er bei einer anderen Bemerkung auch noch gesagt, Merz sei schwierig, aber das sei ja auch was Gutes. Wie hat er das gemeint? Ja, ich glaube, bei Trump ist es wirklich so, dass der random Sachen sagt, die ihm gerade durch den Kopf schießen. Und das merkt es, du hast ja eben sehr präzise, ungefähr 95 Prozent Redeanteil Trump. Und er redet und redet und ich glaube, manchmal redet er sich dann auch in irgendwelche Gedanken und irgendwelche Sätze hinein, so wie er sich ja auch zu der Behauptung verstieg, dass hier im Oval Office der Erste Weltkrieg begonnen und beendet worden sei. Und alle, die so ein bisschen in Erinnerung haben, wie es wirklich, denken so, ey, echt jetzt? Diese Dinge, ich glaube, manchmal, der hört sich gern reden und dann kommt sowas und kommt sowas und kommt sowas. Insgesamt merkten wir alle, dass er Merz eigentlich mag und eigentlich ihm wohlgesonnen war an diesem Tag. Das heißt, alles, was irgendwie nach einer Spitze hätte aussehen können, wurde wieder eingefangen durch ein Lächeln, wurde irgendwann fing er auch so körperlich so mal so seine Hand Richtung Merz so kumpelhaft. Also die grundsätzlichen Signale waren klar. Und so wie wir ganz am Anfang schon eben gesagt haben, schon allein mit der Geste, komm in mein Gästehaus. Damit war so ein Grundton im Grunde. Und Merz hat keine Fehler gemacht. Das, glaube ich, muss man immer auch wieder sagen. Aber es war natürlich auch eine Momentaufnahme. Also das heißt jetzt, man weiß nicht, ob die Beziehung zwischen Merz und Trump so bleibt oder ob nicht auch Trump in einer Woche die Sachen ganz anders sieht. Das ist das Prinzip Trump. Und das ist auch das, was ich, wenn ich jetzt merke, so die unmittelbaren Eindrücke sacken langsam, was für ein Gefühl bleibt, was für ein Eindruck bleibt. Und es ist schon so, ja, Merz hat es gut gemacht, er hat sich gut vorbereitet, er ist gut eingestiegen und man kann unterm Strich sagen, das Ding ist gelungen. Aber wie du richtig sagst, das Nächste kann trotzdem in die Hose gehen. Es gibt keine Garantie, dass daraus irgendetwas folgt. Inhaltlich ist sowieso nicht wirklich was passiert. Das Ganze hat natürlich einen maximal Schalenbeigeschmack, denn wir fangen gerade alle an, uns schon daran zu gewöhnen, dass wir Trump behandeln und uns auf ihn einstellen, wie, ich sag jetzt mal ganz krass, wie auf einen absolutistischen Herrscher. Also es ist ein bisschen bei Hofe, man versucht dem Sonnenkönig zu gefallen, man versucht das richtige Geschenk zu finden, man versucht rhetorisch sich auf ihn einzustellen, man gibt ihm bei so einer Begegnung 95 Prozent des Redeanteils, man widerspricht nicht, wenn hanebüchene Dinge passieren. Ich weiß nicht, ob du es erinnerst, aber Trump hat dann so eine Allegorie aufgemacht und gesagt, der Ukraine-Krieg, das könne man vergleichen mit zwei Kindern, die sich mal prügeln und na Gott, die lässt man doch auch mal prügeln. Und man denkt so, hallo, es geht hier um alles andere als um zwei Kinder, die sich prügeln. Und da hat Merz nicht widersprochen. Er hat nicht gesagt, um Gottes Willen, wie kann man das so? Sondern hat eher vorsichtig und elegant das abgelenkt und dann gesagt, wir gemeinsam sollten versuchen, das Blutvergießen zu beenden. Das war, glaube ich, auch so die einzige Situation, die hätte brenzlig werden können. Ja, total. Hätte er da widersprochen, hätte es eskaliert. Aber wo sind wir? Wo sind wir, dass wir dem amerikanischen Präsidenten zugestehen, dass er solche hanebüchenen Vergleiche macht, unwidersprochen, nur um ihn bei Laune zu halten? Ich glaube, ich hätte Merz nicht anders geraten. Vollkommen richtig. Aber wenn wir mal so einen Schritt zurücktreten, das erinnert mich wirklich so an, ja, so ging man früher bei Hofe mit einem willkürlichen, unberechenbaren Herrscher um. Wir wollen ihn bei Laune halten, weil sonst passiert Schlimmeres. Das zeigt ja auch die Erwartungshaltung und jetzt auch die Reaktion. Man ist ja quasi deswegen eigentlich schon zufrieden mit dem Treffen, weil es eben keine Eskalation gab, weil es keinen Streit gab und weil man irgendwie ganz nett miteinander gesprochen hat. Und das war ja quasi diese Erwartung. Mit dieser Erwartung ist man reingegangen. Das ist schon ein Erfolg, wenn das klappt. Man kann sich irgendwie miteinander unterhalten. Es gibt keinen Streit, es gibt keine Eskalation auf offener Bühne. Also das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte zwischen zwei demokratischen Regierungschefs. Das ist die Norm, das ist das Normal. Und das feiern wir jetzt schon als Erfolg. Also das ist sehr pragmatisch gedacht. Einer diplomatischen Ebene begegnen, auf der man wirklich jetzt tief über Inhaltliches redet, sondern man versucht eben einfach nur diesen Besuch glimpflich über die Bühne zu bringen, ohne Eskalation. Aber um es nochmal positiv zu wenden, das kann natürlich jetzt eine Basis sein, auf der dann im Zweifel Schritt für Schritt sehr kleinschrittig Dinge bewegbar werden. Du merkst, ich formuliere es so vorsichtig, ich kann, denn die Rückschläge können natürlich genauso passieren. Weil du hast ja schon gesagt, inhaltlich ist jetzt bei diesem Treffen nicht so viel rausgekommen. Wir wissen nicht, ob es dann in den bilateralen Gesprächen dann im Anschluss mehr um die Inhalte ging. Aber ich meine, es gibt ja viele inhaltliche Felder, auf denen eigentlich was passieren muss. Es gibt einerseits diesen Zollstreit und es gibt natürlich immer noch den Krieg in der Ukraine, bei dem Trump ja eigentlich den Frieden herbeiführen möchte. Das ist ja sein Wahlkampfversprechen gewesen, so sieht er sich ja auch. Merz hat das ja ganz schön formuliert, natürlich auch wieder in diesem Duktus, dass ich mache ihn stark, indem ich ihn lobe, er sei die Schlüsselposition weltweit, er habe die Schlüsselposition weltweit in diesem Konflikt. Und meine Sorge ist eben nur immer, dass Trump das momentlang ganz toll findet und geschmeichelt ist und dann sagt, ja, okay. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich mich in diesem Krieg jetzt mehr oder anders engagiere. Aber we will see. Wäre mehr drin gewesen? Ich glaube nicht. Ich glaube ehrlicherweise nicht. Es gibt ja schon bald wieder Treffen, sehr wahrscheinlich zwischen Trump und Merz. Es steht der G7-Gipfel und der NATO-Gipfel an, an dem sie sich dann wiedersehen werden. Hat man dann dafür jetzt zumindest eine Basis geschaffen, auf der man dann da besser miteinander reden kann? Das hat März auch auf dem Rückflug so signalisiert, wir werden wahrscheinlich nächsten Sonntag losfliegen nach Kanada zum G7-Gipfel und da wird es sicherlich auch nochmal ein bilaterales Format geben, nicht so formal, sondern eher informell und natürlich dann die Beratungen insgesamt. Und im besten Fall ist, wie du sagst, ist eine Basis gelegt und im besten Fall sind wir dann spätestens nach dem NATO-Gipfel, der ist Ende des Monats, dann in manchen Punkten einen Schritt weiter. Aber biete mir bitte keine Wette an. Wir schauen mal, wie die Situation nächste Woche ist und worüber wir dann sprechen können. Wir hoffen jetzt einfach mal, dass es sich in der Zwischenzeit nicht dreht und wir dann eine ganz andere Lage haben in Bezug auf Trump und die Ukraine und den Frieden oder die Friedensverhandlungen. Und ich würde sagen, du gehst jetzt schlafen und dann sprechen wir nächste Woche wieder miteinander. Sehr gerne. Ich freue mich drauf. Danke dir, Carlotta. Danke dir. Tschüss. Music.